V/0137/2014
Auslobung und Mittelbereitstellung zum städtebaulichen Gutachterverfahren Oxford-Kaserne - Konversion Oxford-Kaserne -
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Beschlussvorlage
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V/0137/2014 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Auslobung und Mittelbereitstellung zum städtebaulichen Gutachterverfahren Oxford-Kaserne - Konversion Oxford-Kaserne - Beratungsfolge 13.03.2014 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 27.03.2014 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 02.04.2014 Hauptausschuss Vorberatung 02.04.2014 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt die Auslobung des städtebaulichen Gutachterverfahrens (Mehrfachbeauftr a- gung) für die Oxford-Kaserne in Münster-Gievenbeck zustimmend zur Kenntnis (Anlage 1). 2. Die für die Durchführung des Gutachterverfahrens erforderlichen Aufwendungen gemäß be i- liegender Kostenübersicht (Anlage 2) in Höhe von 110 .000 € stehen in der PG 0901 „Stadt - und Regionalentwicklung, Stadtplanung“ zur Verfügung. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass zur Refinanzierung der unter Zf. 2 genannten Kosten s o- wohl die BImA auf Grundlage der vom Rat am 21.03.2012 beschlossenen Konversi onsver- einbarung zwischen der Stadt Münster und der BImA sowie die Wohn+Stadtbau (W+S) vor dem Hintergrund des beabsichtigten Ankaufs der Oxford -Kaserne durch die W+S eine a n- gemessene Kostenbeteiligung angekündigt haben. Vorlagen-Nr.: V/0137/2014 Auskunft erteilt: Herr Leifken Ruf: 492 61 81 E-Mail: LeifkenA@stadt-muenster.de Datum: 28.02.2014 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0137/2014 II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 090 1 Stadt- u. Regionalentwic k- lung, Stadtplanung Zeile 06 Kostenerstattungen und Ko s- tenumlagen 2014 95.000 Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwe n- dungen 2014 110.000 Die Aufwendungen stehen im Budget des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrs- planung zur Verfügung. Begründung: Zu 1.: Im November 2013 wurde die Oxford-Kaserne im Stadtteil Gievenbeck mit einer Flächengröße von ca. 27 ha (einschließlich Offizierskasino) durch die britischen Stationierungskräfte frei gegeben und von der BImA übernommen. Bereits im März 2012 wurden mit der Grundsatzvorlage V/0111/2012 erste Verfahrens - und Hand- lungsschritte beschlossen, die seit dem sukzessive konkretisiert und umgesetzt we rden. So wurde ebenfalls im März 2012 u nter anderem mit einer ersten Informationsveransta ltung zur Konversion der Oxford -Kaserne die frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft in einen dialogorientierten Pl a- nungsprozess eingeleitet. Nur wenige Tage nach der offiziellen Rückgabe der Oxford-Kaserne durch die britischen Stationie- rungskräfte am 14. 11.2013 wurde der Dialog mit de n Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen einer Besichtigung des ehemaligen Kasernengeländes sowie eines Info -Abends in der Aula des Fre i- herr-vom-Stein-Gymnasiums am 19.11.2013 und e ines Leitbild-Workshops im Fachwerk Gieve n- beck am 23. 11.2013 zielorientiert unter Leitung des beauftragten Büros Pesch Partner auf der Grundlage des vorgesehenen Beteiligungskonzeptes (Anlage 3) weitergeführt. Inhaltlich stand dabei der Austausch mit der B ürgerschaft über die beiden Kernfragen „ Wie kann das ehemalige militärische Areal in Gi evenbeck künftig genutzt werden ?“ und „W ie kann es zur Entwicklung des Stadtteils beitragen?“ im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Am 20.02.2014 fand eine weitere Bürger dialog-Veranstaltung in der Aula des Freiherr -vom-Stein- Gymnasiums statt, in der die Arbeitsergebnisse des Bürgerworkshops im letzten November als Grundlage für die nächsten Planungsschritte (Durchführung eines städtebaulichen Gutachterve r- fahrens im 2. Quartal 2014) vorgestellt wurden. Das nun folgende Gutachterverfahren dient der Qualifizierung und Konkretisierung des mit der Bürgerschaft gemeinsam erarbeiteten Leitbildes zu städtebaulichen Zielaussagen in Form von städtebaulichen Strukturkonzepten. Mit der Aufgabe sollen 5 Büros beauftragt werden, die in der Vergangenheit ihre Qualitäten hi n- sichtlich vergleichbarer Aufgabenstellungen bewiesen haben und entsprechende Erfahrungen mit dem Umgang von vergleichbar großen städtebaulichen sowie wohnungsstruktur ell innovativen Projekten vorweisen. Bei der Zusammenstellung der Büros hat die Planungsverwaltung darauf - 3 - V/0137/2014 Wert gelegt, dass neben etablierten Büros auch junge und aktuell besonders innovative Planung s- büros Realisierungsperspektiven erarbeiten. Als teilnehmende Büros sind vorgesehen: – Thomas Schüler, Düsseldorf – rha-Architekten, Aachen – 03 Architekten, München – Diébédo Francis Kéré, Berlin – Ammann/Albers Stadtwerke, Zürich Die Zusammenarbeit mit Freiraumplanern bzw. Landschaftsarchitekten wird im Rah men der Au s- lobung empfohlen. Eine entsprechende Besetzung des Preisgerichts ist berücksichtigt. Das Verfahren soll mit einem Einführungskolloquium noch vor den Osterferien starten. Die Bea r- beitungszeit soll ca. 2 Monate betragen. Es ist vorgesehen das Verfahren noch vor den Sommerfe- rien abzuschließen. Die Ergebnisse des Gutachterverfahrens werden – nach der Vorprüfung - vor der öffentlichen Dis- kussion zunächst durch das Preisgericht als Bewertungsgremium nicht öffentlich gewürdigt. An- schließend werden d ie Arbeiten in einer Bürgerinformationsveranstaltung von den beau ftragten Büros selber vorgestellt. Anschließend können die Bürger zu den jeweiligen Arbeiten Stellung un- ter Teilnahme des Bewertungsgremiums beziehen. Die Aussagen werden vom Büro Pesch Partner dokumentiert. Unter Würdigung der Ergebnisse der öffentlichen Diskussion wird das Preisgericht als Bewertungsgremium zusammenkommen und eine Empfehlung für eine Rangfolge der Arbeiten aussprechen. Die Empfehlung soll umgehend publik gemacht werden ( möglichst noch vor den Sommerferien). Eine Ausstellung der Arbeiten ist für die Zeit nach den Sommerferien vorgesehen. Für eine etwaige Überarbeitung des Verfahrensergebnisses gem. Empfehlung der Fachjury sind 10.000 € als Bearbeitungshonorar vorgesehen. Zu 3.: Da die Planungen zur Konversion der Oxford -Kaserne als „Gemeinschaftsaufgabe von Stadt, B I- mA und W+S“ zu betrachten sind, ist eine angemessene Kostenbeteiligung der genannten Partner sachgerecht. Die BImA hat vorbehaltlich eines internen Zustimmungsverfahrens die Übernahme von 50% der Bearbeitungshonorare und Preisgelder (40.000 €) des städtebaulichen Gutachterve r- fahrens in Aussicht gestellt. Vorbehaltlich eines erforde rlichen Aufsichtsratsbeschlusses hat die Wohn+Stadtbau GmbH ebenfalls angekündigt, 50% der Kosten des Gutachterverfahrens (55.000 €) zu übernehmen. I. V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: - Auslobung Gutachterverfahren (Anlage 1) - Kostenübersicht (Anlage 2) - Beteiligungskonzept (Anlage 3)
V_0137_2014,Anlage3 - Prozesstruktur
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Städtebauliches Konzept M 1:1000 Prozessablauf Entwicklung Oxford-Kaserne - vom LEITBILD zum STÄDTEBAULICHEN KONZEPT 1. TAG: gemeinsamer Auftakt mit Bürgerschaft - besichtigen und ent- decken des Kasernen- geländes - Input und Diskussion in lockerer Atmosphäre 4. Quartal 2013 Gutachter- verfahren / Mehrfachbeauf- tragung* 2. Quartal 2014 Vorbereitung, Organisation, Moderation, Dokumentation durch Büro Pesch & Partner in Abstimmung mit Team Oxford gemeinsame Diskussion der städtebaulichen Entwürfe und deren Bewertun- gen Ziel: Städtebauliche Entwürfe Ziel: Städtebauliches Konzept „Input“ durch externe und interne Fachleute „Rahmenbedingungen, Leitplanken“ Städtebauliche Entwürfe ggf. Hochbau-/ Freiflächen- wettbewerbe Bauleitplanung Zustimmung Gremien Bürger- beteiligung Bürger- beteiligung Ziel: Leitbild Stand 06.11.2013 externe und interne Fachleute *(ca. 5 Büros: Stadtplaner, Architekten, Freiraumplaner) M 1:1000 - Nutzung / Nutzungsmischung - Vernetzung öffentl. Raum - Endzustand - Entwicklungsschritte - Schlüsselprojekte 2. TAG: Workshop zur gemeinsamen Leitbildentwicklung Motto: „Die Oxford-Kaserne - Große Chance für Gievenbeck, weil...“ Bewertungs- gremium Bürger- beteiligung Bürger- information 3. Quartal 2014 Zustimmung Gremien V/0137/2014, Anlage 3
V_0137_2014,Anlage1- Auslobung
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1 V/0137/2014, Anlage 1 Entwicklung der Oxford-Kaserne in Münster-Gievenbeck Städtebauliches Gutachterverfahren Auslobung (Entwurf; Stand: 24. 02. 2014) Inhalt Vorbemerkung Teil I: Die Aufgabe 1. Ausgangssituation und Rahmenbedingungen 1.1 Der Stadtteil Gievenbeck 1.2 Die Oxford-Kaserne in Gievenbeck 1.3 Die städtebauliche Ausgangssituation 2. Entwicklungsleitbild 2.1 Der bisherige Beteiligungsprozess 2.2 Leitbild und städtebauliche Ziele 3. Planungsaufgabe 3.1 Abgrenzung des Bearbeitungsgebiets 3.2 Städtebauliche Rahmensetzungen Teil II: Das Verfahren 1. Art des Verfahrens 2. Verfahrensbeteiligte 3. Bearbeitungsunterlagen 4. Leistungen 5. Bewertungskriterien 6. Rückfragen und Auftaktkolloquium 7. Abgabe der Arbeiten 8. Öffentliche Präsentation 9. Bearbeitungshonorar, Preisgeld und weitere Bearbeitung 10. Eigentum und Urheberrecht 11. Termine 2 Vorbemerkung Die im Stadtteil Gievenbeck an der Roxeler Straße gelegene etwa 27 ha große Oxford- Kaserne wurde in den Jahren 1934-1936 als Flakkaserne errichtet. Sie liegt zwischen dem Wohnquartier „Alt Gievenbeck“ und dem in den letzten Jahren neu entstandenen „Auen-Viertel“. Die Entfernung der Kaserne zur Münsteraner Altstadt beträgt etwa 3 Kilometer. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde die Kaserne von den britischen Streitkräften über- nommen und durch verschiedene militärische Einheiten genutzt. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung haben die britischen Streitkräfte die Oxford-Kaserne am 14.11.2013 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zurückgegeben. Seit diesem Zeitpunkt stehen die Flächen der Kaserne für eine zivile Nutzung zur Verfü- gung. Schon am 19.11.2013 hat die BImA die Tore der Kaserne für die Öffentlichkeit geöff- net. Etwa 1.000 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit genutzt, sich einen Eindruck von der Kaserne mit ihrem großen Exerzierplatz und den gut erhal- tenen historischen Kasernengebäuden zu verschaffen. In der anschließenden Auftaktveranstaltung in der Aula des Freiherr-vom-Stein- Gymnasiums konnten sich etwa 300 interessierte Bürgerinnen und Bürger über den anstehenden Planungsprozess zur Entwicklung der Oxford-Kaserne informieren. Sie diskutierten mit Experten über den Konversionsprozess und äußerten ihre Wünsche und Vorstellungen über künftige Nutzungen der Kaserne. An einem ganztägigen Workshop am 23.11.2013 im Fachwerk Gievenbeck nahmen etwa 90 Bürgerinnen und Bürger teil und erarbeiteten ihre Leitbildvorstellungen für die Entwicklung der Oxford-Kaserne, das in einer weiteren öffentlichen Veranstaltung am 20. Februar 2014 in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums vorgestellt und bes- tätigt wurde. Das daraus entwickelte gemeinsame Leitbild ist die Grundlage der nunmehr begin- nenden zweiten Phase der Projektentwicklung: In einem Gutachterverfahren sollen ausgewählte Planungsteams städtebaulich-freir aumplanerische Entwürfe erarbeiten, um schließlich aus einer Vielfalt von Lösungsansätzen ein qualitätvolles städtebauli- ches Konzept als Rahmen für die weitere Entwicklung der Oxford-Kaserne zu gewin- nen. 3 Teil I: Die Aufgabe 1. Ausgangssituation und Rahmenbedingungen 1.1 Der Stadtteil Gievenbeck Gievenbeck war, obwohl schon 1903 in das Stadtgebiet Münster eingemeindet, bis zum Zweiten Weltkrieg lediglich eine Splittersiedlung. Noch um 1920 präsentierte sich der Ort als reine Bauernschaft mit rund 520 Einwohnern. Der Name "Gievenbeck" weist vermutlich auf den Bach hin, der den Ort von Nordosten nach Südwesten durchfließt. Dessen Name "Goltepelsbach", "Gievenbach" oder platt- deutsch "Güörtpott" ist wahrscheinlich auf germanischen Ursprung zurückzuführen. Namentlich wird Gievenbeck zum ersten Mal im Jahre 889 in offiziellen Urkunden er- wähnt. Älteste Siedlung ist die „Gievenbecker Reihe“, eine Kette von sechs Höfen ent- lang des Gievenbachs. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Gievenbeck als Wohngebiet stark an Bedeutung: Mit der Ausdehnung der Universität nach Westen entwickelte es sich rasch zu einem Stadtteil vor allem für Universitätsangehörige und Studierende. Besonders zu Beginn der 1970er Jahre konzentrierte sich die Bautätigkeit vor allem auf neuen Wohnraum für Studierende. Damals entstanden die ersten Studierendenwohnheime am Enschede- und Rüschhausweg. Im Strukturplan von 1972 wurde der Stadtteil Gievenbeck in die Ausbaupläne der Uni- versität einbezogen. In der Folge entstanden hier die naturwissenschaftlichen Fachbe- reiche und das Universitätsklinikum. Zum Markenzeichen des Ortszentrums wurde die 1970 von Harald Deilmann konzipierte St.-Michael-Kirche in roter Klinkerung. Seit 1975 ist Gievenbeck der Stadtteil mit den höchsten Wachstumsraten. Nirgendwo in Münster sind in den vergangenen 30 Jahren so viele neue Wohngebiete und öffent- liche Bauten entstanden wie hier. Gievenbeck wuchs immer mehr zum städtischen Wohnbezirk heran: Bebauungsschwerpunkt wurde nun der Norden mit Wohngebieten an der Hensenstraße und im Bereich Heekweek, Schöppingenweg, und es folgte An- fang der 1990er Jahre das Wohngebiet Toppheide. Der nächste Entwicklungsschub setzte ab 1992 mit dem Auenviertel ein. Das Auen- viertel war mit ca. 90 ha Fläche die umfangreichste städtebauliche Erweiterungsmaß- nahme Münsters, ein völlig neues „Stadtquartier im Stadtteil“. Anders als bei früheren Siedlungsprojekten beschränkte sich das Projekt nicht allein auf den Wohnungsbau. Mit Bürgerhaus, Kindergarten, Schulen, Sportstätten, Grünanlagen, Gewerbeflächen und einem Versorgungszentrum wurde auch die Infrastruktur komplett mit entwickelt. (Quelle: www.muenster.de/stadtteile_gievenbeck_info.html ) 1.2 Die Oxford-Kaserne in Gievenbeck Entstehung als Flakkaserne Als eine von zahlreichen neuen militärischen Einrichtungen in Münster in der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch in Gievenbeck eine Kaserne errichtet. Von 1934 bis 1936 entstand auf zuvor landwirtschaftlich genutzter Fläche westlich der Gievenbecker Reihe eine Flakartillerie-Kaserne. Im westlichen Teil der Kaserne waren vier Kampfbat- terien und im östlichen Teil eine Scheinwerferbatterie untergebracht. 4 Im Vergleich zu anderen Kasernen dieser Zeit liegt dieser Kaserne nicht das übliche klare und symmetrische Ordnungsprinzip zugrunde. Im westlichen Bereich liegen in gleichmäßigen Abständen vier Mannschaftsgebäude, denen je ein Hof mit Kfz-Hallen zugeordnet ist. Diese Struktur wird durch die versetzte Anordnung der vier Mann- schaftsgebäude aufgebrochen. Noch deutlicher wird die Abweichung vom klaren städ- tebaulichen Ordnungsprinzip bei den Gebäudekomplexen im Bereich der ehemaligen Scheinwerferbatterie. Zwar lässt sich eine orthogonale Anordnung der Baukörper fest- stellen, sie sind jedoch nicht merklich aufeinander bezogen. Gleiches gilt für den kom- pletten südlichen Teil der Kasernenanlage, in dem sich die Gebäude für Technik und Verwaltung befinden. Von der Flakkaserne zur Oxford-Kaserne Nach dem Krieg übernahmen die Briten die Kaserne und nannten sie „Oxford- Kaserne“. Sie nutzten den Gebäudebestand der Flakkaserne im wesentlichen für ihre Zwecke weiter. In den 1950er, 1960er und 1970er Jahren wurden lediglich einige eher untergeordnete Baukörper ergänzt. Bis heute sind daher die städtebauliche Struktur und die Architektur der ehemaligen Flakkaserne noch weitgehend unverändert erhal- ten. Wesentliche Veränderungen haben sich dagegen im Umfeld der Kaserne vollzogen. Das oben beschriebene Wachstum des Stadtteils Gievenbeck hat die ehemals in der Landschaft gelegene Kaserne zu einem Bereich mitten im Stadtteil gemacht. Die Luft- bilder von 1954 und 2008 verdeutlichen den Prozess der siedlungsstrukturellen Einbet- tung der ehemals außerstädtischen Lage der Kaserne. Da naturgemäß eine militäri- sche Anlage ein gesicherter und abgeschirmter Bereich ist, ist für den Stadtteil durch dieses große Areal mit einer Längenausdehnung von immerhin etwa 800 Metern eine deutliche Trennwirkung entstanden. Die zukünftige Entwicklung der Oxford-Kaserne Die Oxford-Kaserne befindet sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Sie war für den Zeitraum des militärischen Bedarfs den britischen Stationierungskräften aufgrund völkerrechtlicher Vereinbarungen zur Nutzung überlassen. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung haben die britischen Streitkräfte die Oxford-Kaserne am 14.11.2013 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zurückgegeben, die für die Verwaltung und Vermarktung der Flächen zuständig ist. Seit diesem Zeitpunkt stehen die Flächen der Kaserne für eine zivile Nutzung zur Ver- fügung. Mit Übergabe der Fläche an die BImA liegt die Planungshoheit bei der Stadt Münster. Die Stadt Münster und die BImA haben im März 2012 eine Rahmenvereinbarung für eine Konversionspartnerschaft unterzeichnet. Die Vereinbarung bildet die Basis für eine kooperative und konsensorientierte Zusammenarbeit zwischen Stadt und BImA bei der Konversion militärischer Liegenschaften, die durch den Abzug der britischen Streitkräfte frei werden. In Anbetracht des in Münster erfolgreich praktizierten Grundsatzes „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, des absehbar hohen Bedarfs an neuen Wohnungen und der positiven Erfahrungen mit der Konversion ehemal s militärisch genutzter Flächen in den 1990er Jahren, beabsichtigt die Stadt Münster einen Zwischenerwerb der frei gezoge- nen Oxford-Kaserne. Vorrangiges Ziel eines Zwischenerwerbs ist die einheitliche Vor- bereitung und Durchführung des Umwandlungsprozesses. Wesentliche Voraussetzung 5 dafür ist die frühzeitige Festlegung einer städtebaulichen Gesamtkonzeption. 1.3 Die städtebauliche Ausgangssituation Lage und städtebauliche Einbindung Das Kasernengelände ist einschließlich des Offiziersheims jenseits der Roxeler Straße etwa 27 Hektar groß. Das Areal wird unmittelbar von der Roxeler Straße und der Gie- venbecker Reihe und mittelbar von der Diekmannstraße begrenzt. Zur Zeit bestehen Zuwegungen von der Roxeler Straße und der Gievenbecker Reihe. Der Haupteingang liegt an der Roxeler Straße. Im Westen grenzt an das Kasernengelände eine gemischte Nutzungsstruktur in einem zwischen 100 und 160 Meter breiten Streifen zwischen Dieckmannstraße und Grenz- zaun der Kaserne. Vom südlichen Kreisverkehr der Dieckmannstraße geht eine T- förmige Sticherschließung (Bernings Kotten) ab mit einer Mischnutzung aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe. Hier besteht die Option einer Erschließungsanbindung an das Kasernenareal. Vom nördlichen Kreisverkehr erfolgt die Erschließung des Freiherr- vom-Stein-Gymnasiums. Auf halber Höhe der Dieckmannstraße ist in Verlängerung des Grünzugs ins Auenviertel ein etwa 25 Meter breiter Grundstückskorridor freigehal- ten, der eine Fortsetzung der Wege- und Grünverbindung in das Kasernengelände ermöglicht. Nördlich der Roxeler Straße und westlich der Dieckmannstraße liegt das Stadtbereichszentrum „Gievenbeck Roxeler Straße“ mit Einzelhandels- und Dienstleis- tungsangeboten. Im Norden grenzt an die Kasernenanlage der sogenannte „Grüne Finger“, eine groß- zügige Grünanlage mit Freizeitangeboten für die Gievenbecker Bevölkerung. Die Gievenbecker Reihe schließt im Osten an das Kasernengelände an. Zwischen der Straße und der Kasernenmauer liegt ein etwa 15 Meter breiter Grünstreifen. Im nördli- chen Drittel befindet sich ein Zufahrtstor zum Kasernengelände, das unmittelbar in den ehemals technischen Bereich der Kaserne führt. Zwischen der Gievenbecker Reihe und dem Gievenbachtal reihen sich die um Wohngebäude ergänzten Hofstrukturen, entwickelt aus den historischen „Gievenbecker Höfen“. Nordöstlich der Kaserne liegt das „Fachwerk Gievenbeck“: Als Stadtteilhaus bietet das Fachwerk Gievenbeck eine vielschichtige Palette mit Kinder- und Jugendarbeit, einem Kursprogramm für alle Ge- nerationen, einem Stadtteilcafé mit Mittagstisch sowie Kulturveranstaltungen. Gr uppen und Vereine aus dem Stadtteil nutzen die Einrichtung zusätzlich für eigene Veranstal- tungen. Die Verbindung nach Gievenbeck Mitte erfolgt über den Arnheimweg. Die Distanz zwi- schen Kaserne und Gievenbeck Mitte beträgt etwa 500 Meter. Gebäude und Nutzungen Die 1936 fertiggestellte Kaserne ist eines der ersten Beispiele für die neue Waffengat- tung der Flugabwehr. Die innere Organisation und räumliche Zuordnung der verschie- denen Bestandteile der Kaserne sind bis heute klar ablesbar, insbesondere, da die Anlage keine Zerstörungen im Krieg erfahren hat und später nur wenige Ergänzungs- bauten hinzugefügt wurden. Das Bauprogramm gliedert sich in jeweils eigene Bereiche. Auf der Westseite der zent- ralen Erschließungsachse, die von der Roxeler Straße im Süden die Anlage erschließt, prägen vier Mannschaftsgebäude der Flugabwehreinheit das Bild. Sie sind zweige- 6 schossig mit steilem Satteldach und parallel versetzt angeordnet, sodass eine gestaf- felte Raumwirkung entsteht. Mit ihrem winkelförmigen Grundriss und dem Eingang zur Westseite bilden die Mannschaftsgebäude mit den westlich vorgelagerten, zu Höfen angeordneten Fahrzeughallen jeweils eine Funktionseinheit. Die Gebäude der Scheinwerferbatterie schließen östlich in einer hofartigen Bebauung ebenfalls 2-geschossig mit steilem Dach an. Der Eingangsbereich wird durch einen Uhrenturm hervorgehoben. Die Südseite der Kaserne wird von mehreren Verwaltungsgebäuden geprägt, während die Kaserne nach Norden durch Werkstattgebäude und davor gelagerte Trainingsplät- ze abgeschlossen wird. Im Zentrum der Anlage erstreckt sich der weiträumige Exer- zierplatz, an den zentrale Einrichtungen wie die Kantine und die Sporthalle angelagert sind. Der südliche Teil der Kaserne weist eine durch Mauern und Terrassen gegliederte Freiraumgestaltung auf, mit der der Anschluss an den höher gelegenen nördlichen Teil der Kaserne hergestellt wird. Das Kasernenareal wird zur Roxeler Straße und zum Gievenbachtal durch eine Rusti- camauer eingefasst, die die Kasernenbauten zu einer Einheit zusammenfasst, die Ka- serne als Gesamtanlage in Erscheinung treten lässt und klar vom Stadt- und Land- schaftsraum abgrenzt. Der gestalterische Wert der Kaserne als Gesamtanlage liegt im Zusammenwirken der klaren Zonierung der Funktionsbereiche und deren baulich gestalterischer Differenzie- rung sowie der prägenden Freiraumgestaltung. In der Dokumentation von Ulrike Rülander „Münster – Garnisonstadt und Armeestand- ort 1871-1945“ ist u. a. die erhaltene Anlage der Oxford-Kaserne genau beschrieben. Die folgenden Textpassagen zur Beschreibung der städtebaulichen Ausgangssituation und der Architektur der Kasernengebäude sind dieser Dokumentation entnommen: • Der Eingangsbereich und die Einfahrt: „Auf den beiden Straßenseiten ist das Kasernengrundstück von einer aus rustizierten Sandsteinquadern gefügten Mauer ... umgeben. Während die Mauer an der Südwest- und der Südostecke eine gleich bleibende Höhe von 1,80 Meter aufweist, steigt sie in Stufen ... nach Westen hin auf, bis sie im Eingangsbereich eine Höhe von drei Metern erreicht. Östlich der ungefähr acht Meter breiten Einfahrt tritt der Mauerverlauf um we- nige Meter von der Straßenführung zurück und bildet nun zugleich den Sockelbereich des giebelständigen Wachgebäudes, dessen Erdgeschossfenster in die Kasernen- mauer eingelassen sind. ... Das links neben der Einfahrt errichtete Gebäude, die Kommandantur, steht mit seiner Giebelseite wieder auf der Linie des östlichen Mauer- verlaufs und tritt damit um ein Viertel seiner Hauslänge vor den Einfahrtsbereich vor.“ • Die Verkehrswege „Auf den Verkehrswegen der Anlage hat sich die ursprüngliche Basaltpflasterung erhal- ten. Die Gehwege werden von unregelmäßig behauenen Basalt- oder Granitkantstei- nen eingefasst. Vor den KFZ-Garagen wurden allerdings neue Betonsteine verlegt und der traditionell unbefestigte Antreteplatz asphaltiert. Zahlreiche Gehwege, die ur- sprünglich nur ein Sandbett besaßen, erhielten ebenfalls eine Asphaltdecke.“ • Die Wohn- und Verwaltungsbauten „Die Gebäude der Anlage sind sämtlich als Putzbauten mit rauer Putzhaut ausgeführt. Sie erheben sich über einem mehrlagigen rust izierten Sockel aus Natursteinen. ... Die 7 etwas versetzt in einer Linie aufeinander folgenden Mannschaftsunterkünfte zeigen kräftige Hauptgebäude, an deren südwestliche Längsfront sich im oberen Drittel ein kurzer Seitenflügel anschließt. ... Während bei dem Großgebäude der Scheinwerfer- batterie zwei parallel zu den Mannschaftsunterkünften gelegene Hauptgebäude durch einen Quertrakt verbunden werden, erfolgte die Anlage des Stabsgebäudes in der Südostecke des Kasernements als Winkelbau.“ • Die Dächer und Fenster „Die Wohn- und Verwaltungsgebäude besitzen schiefergedeckte Satteldächer. Die schmalen Dachüberstände lagern auf einem kräftigen Kranzgesims aus Sandstein. ... Als Fensterformen wurden neben wenigen Ausnahmen zwei- und dreiflügelige Holz- sprossenfenster mit dreiteiligen Flügeln ohne Kämpfer verwendet. ... Die Fenster der abgeschleppten Dachgauben besitzen zwei durch jeweils eine Sprosse geteilte Flügel ohne Kämpfer.“ • Die Mannschaftsunterkünfte im Inneren „Hinter dem Hauptvestibül öffnet sich das Foyer mit dem Treppenhaus, zu dem ein dreistufiges Podest hinführt. Vom Foyer sind die drei Flure zugänglich. ... In Vestibül, Foyer und Fluren zeigt der Fußboden eine einheitliche Verfliesung mit roten Fliesen- quadraten. Der 1,20 Meter hohe Sockel ist mit Solnhofer Platten verkleidet. ... Die Dachgeschosse der Verwaltungs- und Unterkunftsgebäude dienten in der Regel zur Unterbringung des Privatgepäcks der Soldaten sowie zur Lagerung von Gütern. Die Dachetagen sind als durchgehende Säle ausgebaut. ... Über diesem ausgebauten Be- reich, der nicht durch eine Betonkonstruktion besonders geschützt ist, liegen holzver- schalte Spitzböden. • Terrassen und Treppen „Die im Einfahrtsbereich liegenden Bauwerke der Kommandantur, der Wache und der Mannschaftskantine fallen durch großräumige, erhöhte Terrassierungen und Treppen- aufgänge aus rustizierten Natursteinquadern auf. ... Die fast geschoßhohen Terrassen werden von Mauern in gerundetem Verlauf eingefasst, die aus bossierten Sandstein- quadern mit kräftiger Deckplatte gefügt sind. Die Treppenstufen bestehen aus Sand- steinblöcken, deren geglättete Oberfläche punziert wurde. ... Die Treppenaufgänge, Kellerabgänge und Terrassen der übrigen Gebäude werden ebenfalls von kräftig rusti- zierten Natursteinmauern begleitet, während Stufen und Terrassenbelag aus Sand- stein gefertigt wurden. ... Die Hauteingänge der Kommandantur und der Wache erhiel- ten Gewände aus rotgrauem Marmor.“ • Die Turnhalle: „Die Kaserne verfügt nördlich des Antreteplatzes über eine Turnhalle, die bis auf ge- ringfügige Umgestaltungen in den westlichen, der Halle vorgelagerten Umkleideräu- men, vollständig intakt erhalten blieb. Sie ist damit die einzige Turnhalle in den müns- terschen Kasernenanlagen, deren ursprünglicher Zustand weitestgehend bewahrt wur- de. Der eingeschossige Putzbau, dessen Dachhaut in Wellblechbahnen erneuert sowie die Fenster der Umkleidekabinen durch kunststoffgerahmte Thermopane-Verglasung ersetzt wurden, zeigt im Inneren die für Bauten dieser Funktion übliche Holzkonstrukti- on mit Ziegelausmauerung in den Giebelflächen. Im westlichen Giebelbereich befindet sich eine Empore, unter der die Umkleideräume eingerichtet wurden. ... Die südliche Längsseite wird durch breite Fenster aus Glasbausteinen strukturiert, die auf einem niedrigen Sockel sitzen.“ • Die KFZ-Hallen: „Den einzelnen Kampfbatterien waren jeweils drei in Form einer offenen Dreiflügelan- lage errichtete Hallen zugeordnet. ... Als besonders große Halle auf hohen und breiten Toren war jeweils die erste, südliche der Batterien ausgebildet. Sie wurde für die Ge- schütze und die auf Ketten laufenden Zugmaschinen benötigt.“ 8 Erschließung und Freiraum • Äußere und innere Erschließung Derzeit erschließen zwei Zuwegungen das Kasernenareal: das Haupttor von der Roxe- ler Straße (L 843) im Süden und eine Zufahrt im nördlichen Abschnitt der Gievenbe- cker Reihe, die unmittelbar in den technischen Bereich des Areals führte. Die innere Erschließung erfolgt durch die prägende zentrale Nord-Süd-Achse, an die die Unter- kunfts- und Verwaltungsgebäude sowie der Exerzierplatz grenzen. Den Fahrzeughal- len und Werkstattgebäuden im westlichen und nördlichen Teil des Geländes ist jeweils eine eigene Erschließung vorgelagert. Die Offiziersmesse liegt getrennt vom eigentli- chen Kasernenareal südlich der Roxeler Straße. • Freiflächen Sämtliche Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude sind eingebettet in großzügige Grün- flächen mit zahlreichen großkronigen Bäumen. Insbesondere aus der Perspektive der zentralen Nord-Süd-Achse ergibt sich dadurch das Bild eines intensiv durchgrünten Areals. Ausnahme ist der zwar von Bäumen gerahmte, aber großflächig asphaltierte Exerzierplatz. Auch die technischen Funktionsbereiche wie die Höfe vor den Fahr- zeughallen sowie der Werkstatt- und Waschplatzbereich im Norden sind großflächig versiegelt. Der nördliche etwa fünf Hektar große Bereich, der überwiegend zu Trai- ningszwecken genutzt wurde, ist unversiegelt und grün, unter anderem befinden sich hier zwei Sportplätze, davon ein Kunstrasenplatz und militärische Übungsbereiche (z.B. Schießstand, Hinternisparcours). Technische Infrastruktur und Altlasten Das vorhandene technische Ver- und Entsorgungssystem ist marode und nicht weiter zu verwenden. Aufgrund der Nutzungsgeschichte sind in Teilbereichen Altlasten zu erwarten. Die BImA ist als Eigentümer für die Durchführung entsprechender Untersu- chungen zuständig. Der Umgang mit den Befunden hängt von der Folgenutzung ab. Notwendige Maßnahmen werden entsprechend in Abhängigkeit von der angestrebten Folgenutzung durchgeführt. Denkmalschutz Es ist davon auszugehen, dass die Oxford-Kaserne in absehbarer Zeit unter Denkmal- schutz gestellt wird. Der genaue Denkmalumfang und einzelne Restriktionen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden. Für die Entwicklung eines städte- baulichen Konzepts ist maßgeblich, dass die historische Substanz und die städtebauli- che Struktur der Kasernenanlage ablesbar bleiben. Dazu gehören auch die in Terras- sen angelegten Freiflächen und der Baumbestand. Prägnanter Bestandteil der Kasernenanlage ist der Exerzierplatz. Hier ist eine Bebau- ung aus denkmalpflegerischer Sicht grundsätzlich denkbar, sofern das städtebauliche Ensemble weiterhin ablesbar bleibt. Eine städtebaulich sensible und nachvollziehbar überlegte Neuinterpretation der Fläche unter Berücksichtigung der bestehenden En- semblestruktur und -wirkung ist demnach möglich. 9 2. Entwicklungsleitbild 2.1 Der bisherige Beteiligungsprozesses • Öffnung der Kaserne für die Öffentlichkeit Schon am 19.11.2013 hat die BImA die Tore der Kaserne für die Öffentlichkeit geöff- net. Etwa 1.000 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit genutzt, sich einen Eindruck von der Kaserne mit ihrem großen Exerzierplatz und den gut erhal- tenen Kasernengebäuden zu verschaffen. Mehrere der historischen Gebäude standen für eine Besichtigung offen. • Auftaktveranstaltung Mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt am 19. Novem- ber in das Freiherr-vom-Stein Gymnasium gefolgt. Ausführlichen Raum in der Auftakt- veranstaltung nahm das Gespräch mit den Bürgern ein. Das Protokoll der Auftaktver- anstaltung ist als Anlage beigefügt. • Bürgerworkshop und Bürgerdialog Rund 90 Bürgerinnen und Bürger haben sich in fünf Arbeitsgruppen intensiv mit der Entwicklung des Areals auseinandergesetzt. In diesem Workshop galt es, ein Leitbild für die städtebauliche Entwicklung zu entwerfen und die Chancen des Areals zur Stär- kung des Stadtteils Gievenbeck zu beschreiben, seine Potenziale, aber auch die Schwierigkeiten. Daneben wurden bereits erste konkrete Vorschläge für künftige Funk- tionen und Nutzungen gemacht. Die Ergebnisse des Bürgerworkshops wurden in einer weiteren öffentlichen Versammlung am 20. Februar 2014 vorgestellt und von den an- wesenden Bürgerinnen und Bürgern bestätigt. 2.2 Leitbild und städtebauliche Ziele als Ergebnisse des bisherigen Beteili- gungsprozesses (1) Das Oxford-Quartier: Mitten in Gievenbeck • Quartier mit hoher sozialer Integrationskraft: Das neue Quartier trägt dazu bei, die strukturelle Zerrissenheit des Stadtteils aufzuhe- ben und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. • Impulse für ganz Gievenbeck setzen: Das neue Quartier ergänzt alle Funktionen des Stadtteils: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Sport, Kultur und Freizeit • Die vorhandenen Infrastrukturen sinnvoll ergänzen: Es entsteht kein neuer „Ort im Ort“, prägende Gebäude und Freiräume der ehemaligen Kaserne erhalten neue, den Gesamtstadtteil stärkende Nutzungen (z. B. Sporthalle, Exerzierplatz) • Verbindungen schaffen: Neue Wege verknüpfen den Stadtteil und binden die angrenzenden Freiräume an. (2) Das Oxford-Quartier: Geschichtsbewusst und zukunftsorientiert • Zeugnis der Geschichte: Das neue Oxford-Quartier ist erlebbar als Teil der Geschichte Münsters und Gieven- becks. • Bauliche Identität bewahren: Den Gebäudebestand erhalten und weiterentwickeln, prägende Gestaltungselemente (Pflaster, Natursteinmauern, Terrassen) aufgreifen. 10 • Symbiose von Alt und Neu: Gebäudebestand und Neubauten gehen architektonisch und städtebaulich zukunftsfä- hige Verbindungen ein. • Prozesshafte Entwicklung: Veränderungen und Kurskorrekturen bleiben möglich. (3) Das Oxford-Quartier: Bunt und vielfältig • Multifunktionales Quartier: Mischung und Vielfalt haben Priorität, Nutzungsmix aus Wohnen und Arbeiten, Kunst, Kultur und Bildung; Beispiele: - Gastronomie, zur Behebung des Defizits im Stadtteil, touristische Angebote - Ansiedlung von Unternehmen aus Zukunftsbranchen, Starterhöfe für junge Unter- nehmen - Kooperation mit der Universität, internationales Studentenwohnheim - Erhalt der Sportanlagen, Integration in angrenzende Grünräume - Ausstellungsräume und Ateliers in Bestandsgebäuden - Angebote für Jugendliche • Ergänzende Nutzungen: Keine Konkurrenz für Bestandseinrichtungen des Stadtteils. • Zentraler Platz: Einen Mittelpunkt des Quartiers entwickeln, die „Stadtteilkultur“ stärken. • Begabungen nutzen: Die Potentiale der Gebäude und Freiräume des Quartiers ausschöpfen. (4) Das Oxford-Quartier: Wohnen für alle • Wohnraum für alle Nutzergruppen: Ein zukunftsbezogenes, soziales Quartier; barrierefrei, generationsübergreifend, für Studierende. • Vielfältiger Wohnungsmix: Der Vielfalt der Lebensstile Rechnung tragen. • Wohnungen für jeden Geldbeutel: Breites Wohnungsangebot vom Eigentum bis zu preiswerten, geförderten Mietwoh- nungen. (5) Das Oxford-Quartier: Nachhaltig und grün • Quartier mit Modellcharakter: Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 als Ziel. • Hohe ökologische und energetische Standards: Attraktive ÖPNV-Anbindung, Verträglicher Autoverkehr, Vorzug Fussgän- ger/Radfahrer/ÖPNV vor Kfz-Verkehr, klimagerechtes Bauen • Naturnahe Gestaltung: Erhalt des wertvollen Baumbestands und wertvoller Freiflächen, Grünstrukturen als Rückzugsraum wie als Orte der Begegnung; Dichte bauliche Strukturen in überbauba- ren Bereichen; Denkmalverträgliche Bebauung des Exerzierplatzes. • Die neue „Grüne Mitte“ Gievenbecks: Privat genutzte Nachbarschaftsgärten und gemeinschaftlich genutzte Grünflächen er- gänzen einander. 11 (6) Das Oxford-Quartier: Raum für Initiativen und aktive Nachbarschaft • Transparente Planung und Umsetzung: Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger (Initiativen, Vereine) - lebendige Stadtteil- kultur. • Ortsbezogene Planung: Verantwortung für den Ort und seine Geschichte. • Aktive Nachbarschaften: Hofstrukturen zu überschaubaren Einheiten weiterentwickeln. • Eigentumsfrage als zentraler Entwicklungsfaktor: Städtischer Zwischenerwerb als Chance für alternative Eigentumsmodelle wie Bau- gruppen oder genossenschaftliches Wohnen; keine Vermarktung an Großinvestoren. 12 3. Planungsaufgabe 3.1 Abgrenzung des Bearbeitungsgebiets Das Bearbeitungsgebiet umfasst das Kasernengelände mit folgenden Ausnahmen: • Das Offizierskasino ist nicht Bestandteil des Bearbeitungsgebiets. • Zum Bearbeitungsgebiet zählt die das Kasernengelände begleitende Grünfläche westlich der Gievenbecker Reihe. Die genaue Abgrenzung ist der Abbildung zu entnehmen. 3.2 Städtebauliche Rahmensetzungen (1) Städtebauliche und landschaftsplanerische Ziele Mit dem Oxford-Areal soll in Gievenbeck ein neues Quartier mit eigener Identität und vielfältigen visuellen und atmosphärischen Q ualitäten entwickelt werden. Dieses Quar- tier zeichnet sich durch eine urbane Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit aus. Der historisch geprägte Bereich soll dabei strukturell und gestalterisch in den Stadtteil integriert werden. Die durch die ehemalige militärische Nutzung entstan- dene Barrierewirkung ist durch vielfältige räumliche und funktionale Vernetzungen auf- zuheben. Angesichts der Größe des Areals kann nicht von einer Entwicklung in einem Zuge ausgegangen werden. Es ist daher aufzuzeigen, in welchen Bauabschnitten das Ox- ford-Quartier zu entwickeln ist. Es ist eine Entwicklungsstrategie vorzuschlagen, die schon zu Beginn mit gezielten Schlüsselprojekten wichtige Impulse setzt, gleichzeitig offen bleibt für Kurskorrekturen bei veränderten Rahmenbedingungen im Laufe des weiteren Umsetzungsprozesses. Die Nachhaltigkeit ist als wichtiges Teilziel im Leitbild herausgearbeitet worden. Es wird daher ein Konzept erwartet, das eine energie- und ressourcensparende Bauweise sowohl in der Gebäudesanierung als auch im Neubau ermöglicht. (2) Stadtgestalt und Denkmalschutz Die Oxford-Kaserne ist als Gesamtanlage aus Bebauung und Freiraumgestaltung denkmalwert. Die Funktionszusammenhänge und Nutzungsbestandteile der ehemali- gen Flugabwehrkaserne sind noch heute deutlich ablesbar, da weder Veränderungen durch Kriegseinwirkungen noch spätere Umbauten die Gesamtanlage wesentlich be- einträchtigt haben. Zur gestalterischen Einheit tragen insbesondere auch die Sand- steinmauern und Terrassenanlagen im südlichen Abschnitt des Areals bei. Aufgabe des Entwurfs ist es, die städtebauliche Konzeption für die Entwicklung der Kaserne in erster Linie als Weiterentwicklung und Ergänzung des prägenden Bestan- des anzulegen. Dies schließt nicht aus, den Exerzierplatz zu bebauen, wenn das städ- tebauliche Ensemble nachvollziehbar bleibt. (3) Nutzungen • Wohnen Vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit vergleichbaren Konversionsflächen in Müns- ter und ersten Berechnungen sollen auf dem Kasernenareal mindestens 800 Wohn- einheiten in Bestands- und Neubauten nachgewiesen werden. Dabei sind verschiede- 13 ne Gebäudetypen für ein breites Spektrum an Lebensstilen wie zum Beispiel Familien, Singles, Senioren, Wohngemeinschaften und Baugemeinschaften anzubieten. Es sind sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen vorzusehen. Der Anteil geförderter Miet- wohnungen soll 30% der Gesamtzahl betragen, weitere 30% sollen förderfähig sein. • Arbeiten Im Plangebiet sind wohnverträgliche Arbeitsformen (Büros, Dienstleistungen, Start-up Unternehmen etc.) in Kombination mit Wohnangeboten vorzusehen. Als ein möglicher Schwerpunkt für die Arbeitsplatzangebote bietet sich die westliche Seite des Plange- bietes an, die unmittelbar an das vorhandene Gewerbegebiet an Bernings Kotten grenzt. • Infrastruktureinrichtungen Aufgrund der heutigen Versorgungssituation im Stadtteil und der weiter wachsenden Bevölkerungszahl sind zwei bis drei Standorte für Kindertagesstätten im Oxford- Quartier nachzuweisen. Die bestehenden Grundschulen in Gievenbeck bieten keine Erweiterungsmöglichkei- ten. Bei einer schrittweisen Entwicklung des Areals ist jedoch zunächst kein weiterer Grundschulstandort erforderlich, lediglich wenn das Gesamtpotenzial an Wohneinhei- ten der Kaserne sowie die benachbarten Britenwohnstandorte gleichzeitig realisiert würden, ist von einem neuen Grundschulstandort auszugehen. Für weiterführende Schulen bestehen am Freiherr-vom-Stein Gy mnasium und an der Sekundarschule Ro- xel noch freie Kapazitäten. Mit den Sportanlagen im Norden der Fläche und der Sporthalle bietet die Kasernenflä- che auch in Zukunft Optionen für das Angebot sportlicher Nutzungen. Vor dem Hinter- grund schon derzeit vorhandener Bedarfe im Stadtteil sind Sportflächen in angemes- sener Größe bereitzustellen, vorzugsweise unter Nutzung der vorhandenen Sportflä- chen in der Nachbarschaft zum Sport- und Freizeitangebot im „Grünen Finger“. • Versorgung / Einzelhandel Attraktive Nahversorgungsangebote sind in fußläufiger Entfernung zum Plangebiet vorhanden im Stadtteilzentrum rund um St. Michael und am Arnheimweg sowie im Stadtbereichszentrum an der Roxeler Straße. Daher sind im Plangebiet keine weiteren Einzelhandelsstandorte vorzusehen. (4) Freiraum und Grün Das Kasernengelände zeichnet sich durch großzügige Freiflächen mit einem prägen- den Baumbestand aus. Diese Potentiale aufgreifend ist ein Konzept für die Gestaltung eines abgestuften Systems öffentlicher Grünr äume mit hoher Aufenthaltsqualität und Verknüpfung untereinander aufzuzeigen. Dabei ist der wertvolle Baumbestand zu be- rücksichtigen. Das Plangebiet soll in die angrenzenden übergeordneten Grünflächen und Freiräume entlang der Aa, dem Gievenbach und dem „Grünen Finger“ eingebun- den und mit diesen vernetzt werden. (5) Verkehr und Erschließung Das Plangebiet ist zu allen Seiten in das vorhandene Erschließungssystem einzubin- den, für den Fahrverkehr von der Roxeler Straße, von Arnheimweg/Gievenbecker Rei- he und von der Straße Bernings Kotten. Für den Rad- und Fußgängerverkehr sollten Verknüpfungen von Arnheimweg/Gievenbecker Reihe und der Potstiege (bereits ge- plant), von den Sport- und Freizeiteinrichtungen im Grünen Finger sowie aus dem Wohngebiet entlang der Dieckmannstraße erfolgen. Der Kfz-Verkehr im Oxford- Quartier sollte wohnverträglich abgewickelt werden und die hohen Freiraumqualitäten nicht beeinträchtigen. Für den notwendigen Stellplatznachweis werden innovative Lö- sungen erwartet. 14 Teil II: Das Verfahren 1. Art des Verfahrens Ziel des Verfahrens ist es, auf der Grundlage des im öffentlichen Dialog erarbeiteten Leitbilds städtebaulich-freiraumplanerische Entwürfe für die Oxford-Kaserne zu erar- beiten. Zu diesem Zweck werden fünf renommierte Büros/Planungsteams beauftragt. Das Verfahren ist nicht anonym, die Entwürfe werden öffentlich präsentiert und disku- tiert und in der Folge durch ein fachliches Empfehlungsgremium bewertet. Der favori- sierte Entwurf soll in ein politisch beschlossenes städtebauliches Konzept münden als Grundlage für die weiteren Verfahrensschritte zur Entwicklung der Oxford-Kaserne. Im Rahmen des Gutachterverfahrens sind folgende Verfahrensschritte vorgesehen: • Den beauftragten Teams wird in einem Einführungskolloquium die Aufgabe vorge- stellt und sie erhalten die Gelegenheit zu einer Ortsbesichtigung; • Die Entwürfe werden öffentlich präsentiert, die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Gelegenheit für Rückfragen und Anregungen. • Ein Fachgremium bewertet die Entwürfe und empfiehlt einen Entwurf als Grundlage für die weitere Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts. 2. Verfahrensbeteiligte Auftraggeber Stadt Münster Der Oberbürgermeister Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Stadthaus 3 Albersloher Weg 33 D-48155 Münster Verfahrensbetreuung pesch partner architekten | stadtplaner Zweibrücker Hof 2 58313 Herdecke Beauftragte Teams (angefragt) – Thomas Schüler, Düsseldorf – reicher haase architekten, Aachen – 03 Architekten, München – Diébédo Francis Kéré, Berlin – Ammann/Albers Stadtwerke, Zürich Den beauftragten Büros wird empfohlen, eine Zusammenarbeit mit Freiraumplanern bzw. Landschaftsarchitekten einzugehen. 15 Bewertungsgremium (angefragt) Externe Preisrichter - Prof. Kunibert Wachten, Aachen - Dagmar Grote, Ahaus - Friedhelm Terfrüchte, Essen - Prof. Carsten Lorenzen, Kopenhagen/Berlin Stellvertretend externe Preisrichter - Prof. Joachim Schultz-Granberg, Münster - Stefan Rettich, KARO architekten, Leipzig - Prof. Anett Joppien, Frankfurt - Ina Bimberg, Iserlohn Interne Preisrichter - Herr Schultheiß - Herr Schowe - Herr Fastermann (Vorsitzender ASSVW) - Frau Westrup (Bez.-BM West) - Frau Wehrmann (W+S) - Frau Ollefs (BImA) Stellvertretende interne Preisrichter - Herr Thielen - Herr Kurz - Herr Reuter (stlv. Vorsitzender ASSVW) Beratende Mitglieder (ohne Stimmrecht) - Frau Dr. Seifen (LWL) - Frau Geißler (BZR MS) - Frau Voss (Amt 61) - Herr Stoldt (Amt 67) 3. Bearbeitungsunterlagen Den Bearbeitern werden folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt: • Anlage 1: Luftbilder, georeferenziert (JPG-Dokumente) • Anlage 2: Schrägluftaufnahmen (JPG-Dokumente) • Anlage 3: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW: Bestandserfassung der Oxford- Kaserne in Münster (PDF-Dokument) • Anlage 4: Ulrike Rülander: Münster – Garnisonstadt und Armeestandort, 1871 – 1945, Dokumentation im Auftrag des Ministeriums für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Auszug als PDF-Dokument) • Anlage 5: Modellfotos (JPG-Dokumente) Anlage 6: Ursula Richard-Wiegandt: Münster und seine Stadtteile – 30 Jahre Einge- meindung 1975 – 2005; Auszug: Gievenbeck (PDF-Dokument) • Anlage 7: Dokumentation „Auftaktveranstaltung“ und „Bürgerworkshop“ (PDF- Dokument) • Anlage 8: Kartierung Baumbestand • Anlage 9: Auszug Flächennutzungsplan (PDF-Dokument) • Anlage 10: Historische Fotos (JPG-Dokumente) • Anlage 11: Fotodokumentation (JPG-Dokumente) • Anlage 12: Auszug aus der Deutschen Grundkarte Maßstab 1 : 5.000 • Anlage 13: Katasterplan • Anlage 14: Auslobung • Anlage 15: Verfassererklärung 16 4. Leistungen Folgende Leistungen werden von den Teilnehmern erwartet: • Städtebaulich-freiraumplanerischer Entwurf M 1 : 1.000 mit Aussagen zu - Dachformen - Geschossigkeit - Gebäudetypologie - Freiraumgestaltung • Zwei Vertiefungsbereiche im Maßstab 1 : 500 - Bereich Exerzierplatz - frei zu wählender Bereich Die Vertiefungsbereiche sollten einen Planausschnitt von 1 – 2 Hektar umfas- sen. • Themenpläne im Maßstab 1 : 2.500 - Städtebauliche Einbindung - Bau- und Nutzungsstruktur - Erschließung und Parken - Freiraum- und Grünstruktur - Bauabschnitte und Realisierungsstufen • Eine räumliche Darstellung • Erläuterungstext (max. 2 Seiten DIN A4) • Berechnung der Anzahl der Wohneinheiten Die Leistungen sind in folgender Form zu liefern: • 1 Satz Pläne (gerollt) sowie CD mit digitalen Daten aller Pläne (JPEG- oder TIFF- Format) in einer Auflösung 300 dpi, Erläuterungsbericht als word-Dokument; • 1 Satz Pläne (gefaltet) zur Vorprüfung • Verzeichnis der eingereichten Unterlagen • Verfassererklärung Insgesamt dürfen maximal 3 Pläne in der Größe DIN A0 Hochformat abgegeben wer- den. 5. Bewertungskriterien Die folgenden Bewertungskriterien dienen dem Empfehlungsgremium als Leitlinie: • Leitgedanke und entwurfsbestimmende Grundidee • Einbindung in den städtebaulichen Kontext • Berücksichtigung der städtebaulichen und baulichen Strukturen • Umgang mit den Grün- und Freiraumstrukturen • Qualität des Nutzungskonzepts • Wohntypologien für unterschiedliche Nutzergruppen • Räumliche Gestalt- und Nutzungsqualität • Nachhaltigkeit • Prozessgedanke, Realisierungsschritte und Wirtschaftlichkeit 17 6. Rückfragen und Auftaktkolloquium Rückfragen können bis zum 07. April 2014 per Mail an das Büro Pesch & Partner ge- stellt werden. Die Rückfragen werden im Auftaktkolloquium beantwortet und im An- schluss den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Am Freitag, den 11. April, findet das Auftaktkolloquium mit den beauftragten Büros, dem Empfehlungsgremium und der Ausloberin statt, um die Aufgabenstellung zu erläutern sowie die Rückfragen zu be- antworten. Im Anschluss besteht die Möglic hkeit zu einer gemeinsamen Ortsbesichti- gung. Die Teilnahme am Auftaktkolloquium ist für die beauftragten Büros verpflichtend. 7. Abgabe der Arbeiten Die geforderten Unterlagen sind bis zum 06. Juni 2014 einzureichen bei: Pesch & Partner, Zweibrücker Hof 2, 58313 Herdecke. Als Zeitpunkt der Abgabe gilt im Falle der Einlieferung per Post, Bahn oder andere Transportunternehmen der Tagesstempel, unabhängig von der Uhrzeit. 8. Öffentliche Präsentation Die Büros präsentieren die Ergebnisse der Planung in einer öffentlichen Versammlung am 02. Juli 2014. Die Teilnahme an der öffentlichen Präsentation ist Auftragsbestand- teil. 9. Bearbeitungshonorar, Preisgeld und weitere Bearbeitung Für die beteiligten Büros werden insgesamt 70.000 Euro (brutto) in Form von Honora- ren und Preisgeldern zur Verfügung gestellt: • Bearbeitungshonorar je Team 8.000 Euro • Preisgelder 1. Preis 15.000 Euro 2. Preis 10.000 Euro 3. Preis 5.000 Euro Es ist beabsichtigt, die Verfasser des favorisierten Entwurfs mit der weiteren Bearbei- tung des Städtebaulichen Konzepts zu beauftragen. 10. Eigentum und Urheberrecht Die abgegebenen Arbeiten werden Eigentum des Auftraggebers. Die Urheberrechte und das Recht der Veröffentlichung liegen bei den Verfasserinnen und Verfassern. Dem Auftraggeber steht das Recht der Erstveröffentlichung zu. Er ist berechtigt, die abgegebenen Beiträge nach Abschluss des Verfahrens unter Angabe der jeweiligen Verfasserin bzw. des Verfassers ohne weitere Vergütung zu veröffentlichen. 11. Termine Versand der Unterlagen: 31. März 2014 Einführungskolloquium: Freitag, 11. April 2014 Abgabe der Arbeiten: Freitag, 06. Juni 2014 Vorprüfung: 2. und 3. Juniwoche Öffentliche Präsentation: Mittwoch, 2. Juli Sitzung des Empfehlungsgremiums: Donnerstag, 3. Juli
V_0137_2014,Anlage2 - Kostenschätzung
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V/0137/2014, Anlage 2 Mehrfachbeauftragung "Oxford-Kaserne in Münster-Gievenbeck" Kostenschätzung Bearbeitungshonorar: 5,00 x 8.000,00 € 40.000,00 € Preisgelder: 1. 15.000,00 € 2. 10.000,00 € 3. 5.000,00 € Summe 70.000,00 € Zusätzliche Kosten (brutto) Anmerkungen Honorare Fachpreisrichter / Stellvertreter 6.400,00 € 5 Fachpreisrichter / 2 Stellvertreter / 1 externer Berater: 800 € Tagessatz Fahrtkosten 1.000,00 € Hotelkosten 300,00 € Catering 500,00 € Raummiete 500,00 € Raummiete 500,00 € Honorare Fachpreisrichter 1.200,00 € Catering 500,00 € Raummiete 500,00 € für Ausstellung Honorare Fachpreisrichter / Stellvertreter 9.900,00 € 5 Fachpreisrichter / 1 ständiger Stellvertreter / 1 externer Berater: 800 € Tagessatz; 1 Vorsitz 1.000€; angesetzt sind 1,5 TS Fahrtkosten 1.000,00 € Hotelkosten 300,00 € Catering 1.000,00 € Raummiete 500,00 € Druckkosten - Auslobung 500,00 € Druckkosten - Vorprüfung 100,00 € Druckkosten - Dokumentation 1.800,00 € Einladungsflyer optional 1.000,00 € Summe 27.500,00 € Bearbeitungshonorar / Preisgelder 70.000,00 € Zusätzliche Kosten 27.500,00 € Gerundete Kosten 100.000,00 € Zur anschließenden optionalen Ausarbeitung eines städtebaulichen Konzeptes sind weitere Honoraraufwendungen zu erwarten. Je nach erforderlichen Aufwand ist mit einem Volumen von ca. 10.000 € auszugehen. Jurysitzung / Bewertungsgremium Druck- Vervielfältigungskosten Einführungskolloquium Bürgerversammlung
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Roxeler Straße
- Hensenstraße
- Dieckmannstraße
- Rüschhausweg
- Schöppingenweg
- Arnheimweg
- Gievenbecker Reihe
- Bernings Kotten
- Albersloher Weg 33d
- Potstiege
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0137/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.02.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37