V/0176/2010
Schlussfolgerungen aus der Analyse des Wettbewerbsbeitrages der Stadt Münster
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 1
11457 Zeichen
Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 1 ANLAGE 1 Kategorien European Green Capital Ambitionierte Projekte/Maßnahmen anderer Finalisten (A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – Freiburg, HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) Identifizierte Maßnahmeoptionen zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster - Anspruchsvolle Ziele zur CO 2-Minderung, z.B. CO 2-freies Copenhagen bis 2050 (C, HH, S) - Langfristiger Verzicht auf Energieerzeugung aus fossilen Rohstoffen – ab 2050 (S) Festsetzung eines neuen Klimaschutzziels als Vision für die Zukunft. Umsetzung des vorliegenden Klimaschutzkonzeptes 2020. (Das Klimaschutzkonzept 2020 umfasst auch die weiteren unter der Kategorie Klimaschutz angeführten Maßnahmen) - Höherer Anteil Strom aus regenerativen Energiequellen, z.B. Hamburg mit 12% (HH) Beschluss zur Intensivierung der Bemühungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Münster - Hohe energetische Nutzung des Abfalls (Fernwärme oder BHKW, Biomasse) (A, O) - Ausbau von Blockheizkraftwerken (FR) Intensivierung der Bemühungen zum Ausbau der Biomassenutzung in Münster - Passivhausstandard für städtische Gebäude und ab 2011 für private Bauvorhaben (FR) - CO 2-neutrale Neubauten (A) Festsetzung eines Passivhausstandards für die Stadt Münster - Hohe Budgetansätze im Klimaschutz von 1,5 Mio € bis 25 Mio € /Jahr (A, B, C, FR, HH, O, S) Personelle Erweiterung der Koordinierungsstelle für Klima und Energie sowie Aufstockung des Budgets. - Netzwerk von 50 Industriebetrieben (B) Beschluss der Umsetzung der Allianz für Klimaschutz in Münster und intensive Unterstützung durch die Verwaltungsspitze. Klimaschutz - Hoher Anteil Fernwärmeanschluss, z.B. Copenhagen 97% (C,S) Auftrag an die Stadtwerke zur Verbesserung der notwendigen Rahmenbedingungen zur Attraktivierung des Produktes Fernwärme in Münster. Verkehr - Förderung des Fußgängerverkehrs (C, FR, O) Der Fußgängerverkehr wird ein Schwerpunktthema des Verkehrsentwicklungs- planes Münster 2025 sein. Der in Münster festgestellte Anteil im Fußgängerverkehr macht deutlich, dass hier ergänzende Ansätze und Anreize sinnvoll sind. Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 2 Kategorien European Green Capital Ambitionierte Projekte/Maßnahmen anderer Finalisten (A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – Freiburg, HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) Identifizierte Maßnahmeoptionen zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster - Planerische Projektvisionen für die nächsten 20-30 Jahre (A, B) - Förderung des Gesundheits- und Wohlfühlaspektes in Grünflächen / Spielplätze für Senioren (B, HH) Im Rahmen der Sanierung und Neuplanung von Grünflächen wird deren Zukunftsfähigkeit unter den Aspekten demografische Entwicklung, Barrierefreiheit und weiterer sozialer Komponenten (z.B. Bevölkerungsanteil mit Migrationsvorgeschichte) verstärkt berücksichtigt. - Aktionsplan für Biodiversität (B, O, S) Die vorhandenen naturschutzfachlichen Instrumente werden unter besonderer Berücksichtigung der Biodiversität fortgeführt und verfeinert. Der Landschafts- planung kommt dabei als Fachplan für den Naturschutz eine herausgehobene Bedeutung zur Bewahrung und Förderung der Biodiversität zu. - Festlegung von Umweltindikatoren (O) Durch die Einführung von Umweltindikatoren in Münster im Geschäftsbericht des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz ist der Ansatz aus dem Wettbewerb European Green Capital zwischenzeitlich bereits vollzogen. Es ist beabsichtigt, die Indikatoren um entsprechende Qualitätsziele zu erweitern. Grünflächen - Umfassende Maßnahmen in der Umweltbildung (A, FR) Gewährleistung einer Koordinierungsfunktion für die vielfältigen öffentlichen und privaten Maßnahmen der Umweltbildung unter dem Dach der Stadt Münster. - Umfassendes Monitoring der Immissionssituation (A, B) Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes werden die Immissions- belastungen im Hauptverkehrsstraßennetz für potentielle „Hotspots“ systematisch ermittelt. Zur Beobachtung der verkehrsbedingten Emissionen soll darüber hinaus ein geeignetes Monitoringverfahren entwickelt werden. Luftqualität - Öffentlichkeitswirksame Aktionen, z.B. autofreie Tage (HH) Prüfung der Umsetzungsmöglichkeiten für einen autofreien Sonntag in Münster. - „ruhiger Asphalt“ auf Hauptverkehrsstraßen (A, S) Für die baulich notwendige Erneuerung und den Neubau von Straßenab- schnitten im Hauptverkehrsstraßennetz ist der Einbau von „ruhigem Asphalt“ vorzusehen. Lärm - Ausweisung ruhiger Gebiete in einem Lärmaktionsplan (O, S) Die Grünflächen (Parks, Spielplätze etc) bzw. Ruhezonen werden in den Lärmaktionsplan eingebunden. Die EU-Verordnung nennt auch Park- oder Erholungsgebiete ‚schutzbedürftig’. Mit den Erkenntnissen aus der Lärm- kartierung ist es möglich, weitgehend ruhige Gebiete zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz lärmarmer Gebiete einzuleiten. Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 3 Kategorien European Green Capital Ambitionierte Projekte/Maßnahmen anderer Finalisten (A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – Freiburg, HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) Identifizierte Maßnahmeoptionen zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster Lärm (Fortsetzung) - Lärmschutzfensterprogramm (S) Weiterführung des Altbausanierungsprogramms der Stadt Münster, auch im Hinblick auf den damit verbundenen besseren Lärmschutz. Abfall - Restabfallbehandlung in Münster (Verbrennung) Nach Angabe der Abfallwirtschaftsbetriebe soll am bestehenden Behandlungs- weg der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung festgehalten werden. Auch hierüber werden mehr als 50 % der Restabfälle durch die Aufbereitung und Behandlung in der MBRA Münster stofflich und energetisch verwertet. Trinkwasser- verbrauch - Zählerkampagne, d.h. als Ansporn zum Wassersparen alle Wohnungen mit eigenem Zähler ausstatten (A) Seitens der Stadtwerke werden keine weitergehenden Maßnahmen vorgesehen. Abwasser - Entfernung prioritärer Stoffe im Sinne der WRRL (HH) Weiterführung der Mitarbeit im Arbeitskreis „Strategieentwicklung zur Vermeidung /Verminderung des Eintrages anthropogener Spurenstoffe“ und ggfs. Beteiligung an daraus resultierenden Projekten. - Managementsystem, in das die Umweltaspekte integriert sind und das regelmäßig dokumentiert wird (S) - Längerfristiges Umweltmanagement- Programm / 4-Jahres-Programm (S) - Restriktives Beschaffungswesen (HH, FR) - Ambitionierte Ziele für nachhaltige Beschaffung und CO 2 (A) Einführung eines Umweltmanagement – Systems für die gesamte Stadtverwaltung bei gleichzeitiger Integration in das gesamtstädtische Managementsystem. - Hoher Zertifizierungsgrad (B, C) Zertifizierung v on 3 – 5 neuen städtischen Standorten pro Jahr und regelmäßige Rezertifizierung der Standorte. Kommunales Umwelt- management - Verwendung ökologischer bzw. in der Region produzierter Nahrungsmittel in kommunalen Einrichtungen (C, FR) - Förderung regionaler Produkte in Stadtnähe als Chance für lokale Erzeuger (A) Unterstützung der lokalen Erzeuger und Produzenten durch 1. Nutzung der Produkte in städtischen Kantinen und Einrichtungen (Schulen, Kitas, Gesellschaften…) des Konzerns Stad t Münster. 2. Finanzielle Hilfestellung bei der Bekanntmachung der Produkte durch Marketingmaßnahmen Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 4 Kategorien European Green Capital Ambitionierte Projekte/Maßnahmen anderer Finalisten (A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – Freiburg, HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) Identifizierte Maßnahmeoptionen zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster - „Klimaneutraler Wohnungsbau“ ab 2015 (A) / Errichtung „umweltfreundlicher“ und „CO2- neutraler Quartiere“ (C) - (Stadtentwicklung und Stadterweiterung mit hohen Ökologischen Standards / Sustainable City Concept (S)) Durchführung einer Machbarkeitsstudie für ein Modellvorhaben „Klimaneutrales Quartier“. Zudem Prüfung, inwieweit die bisherigen planerischen Instrumente (Vorbereitende Bauleitplanung, Verbindliche Bauleitplanung, vertragliche Vereinbarungen, Instrumente der informellen Planung) weiterentwickelt werden können, um das Ziel der ressourcenschonenden Stadtentwicklung in Richtung emissionsmindernder Siedlungsstrukturen, energieoptimierten Städtebaus und klimaneutraler Quartiere weiter zu konkretisieren und zu profilieren. - Detailliertes Monitoringsystem zur Umsetzung der räumlichen Entwicklungspläne/-strategien (B) Weiterentwicklung des Münsteraner Monitoringsystems unter der Voraus- setzung, dass die notwendigen Finanz- und Personalressourcen zur Verfügung stehen. Hierzu müsste ein Innenentwicklungsprogramm mit Zielwerten und Umsetzungsschritten zur Verfügung stehen, da Monitoring- systeme nur dann ihre Wirkung entfallen können, wenn entsprechende Zielvorgaben zur Verfügung stehen. Es wird daher empfohlen, den Aufbau eines erweiterten Monitoringsystems in die Entwicklung eines Innenent- wicklungsprogramms zu integrieren. Nachhaltige Siedlungs- entwicklung - Parzellenscharfe digitale Bestandsaufnahme der Innenentwicklungspotenziale und Entwicklung von Mobilisierungsstrategien / Innenentwicklungskataster (FR) - „Kommunales Flächenmanagement in der Region (FR) Mit Blick auf die zentrale Bedeutung eines kommunal en und regionalen Baulandkatasters für die künftige innenorientierte Stadtentwicklung sollten die Möglichkeiten und Kosten einer Implementierung zeitnah geprüft werden. Mit Blick auf die zahlreichen räumlichen Verflechtungen und anknüpfend an vorhandene Partnerschaften in der Region sollte dabei ein (stadt-) regionaler Diskurs integriert werden. Bei Vorliegen eines qualifizierten Leitzieles bei der Stadt Münster und nach einer Entscheidung für ein systematisches Baulandkataster sollte das Land NRW für den regionalen Ansatz nach dem Baden-Württemberger Muster um Unterstützung gebeten werden. Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 5 Kategorien European Green Capital Ambitionierte Projekte/Maßnahmen anderer Finalisten (A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – Freiburg, HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) Identifizierte Maßnahmeoptionen zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster Nachhaltige Siedlungs- entwicklung (Fortsetzung) - Entwicklung und Förderung neuer Bau- und Wohnformen (z.B. selbstorganisierte private Bauherrengemeinschaften, generationenübergreifendes Wohnen) als Reaktion auf den demografischen Wandel (FR) Die laufenden Aktivitäten zur Initiierung und Förderung von Baugemein- schaften und zur offensiven Unterstützung von Gemeinschaftswohnprojekten werden weitergeführt. Bauherrengemeinschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte können einen wichtigen Beitrag zu den stadtstrategischen Zielen (u.a. Förderung familien- orientierten Wohnens, Gestaltung des demografischen Wandels) und zur Profilierung von Münster als einem Nachfrage orientierten und attraktiven Wohnstandort leisten. Gleichzeitig würden sie - die Realisierung in der inneren Entwicklung vorausgesetzt – im Sinne des European Green Capital die Ressourcen schonende Siedlungsentwicklung stärken.
Beschlussvorlage
11377 Zeichen
V/0176/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Schlussfolgerungen aus der Analyse des Wettbewerbsbeitrages der Stadt Münster im Rahmen der Bewerbung zur European Green Capital Beratungsfolge 20.04.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 22.04.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 28.04.2010 Hauptausschuss Vorberatung 28.04.2010 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzbar keit von zukunftsweisenden Maßnahmen des Um- weltschutzes mit Schwerpunkten im Klimaschutz und in der nachhaltigen Stadtentwicklung gemäß der Auflistung in Anlage 1 zu prüfen und dem Rat der Stadt über die Ergebnisse bis zum 30.11.2010 zu berichten. II. Finanzielle Auswirkungen Aus dem Beschluss resultieren unmittelbar keine Kosten. (Etwaige spätere Kosten im Rahmen der Umsetzung von Maßnahmen sind noch nicht bezifferbar.) Durch diese Vorlage wird keine Entscheidung über die Bereitstellung von Haushaltsermächtigun- gen getroffen. Hierüber ist vielmehr zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Haushaltsplan- aufstellung für das jeweilige Haushaltsjahr unter Berücksichtigung der dann gegebenen Finanzlage zu entscheiden. Begründung: 1. Vorbemerkung Die Stadt Münster hat beim Wettbewerb zur Europäischen Umwelthauptstadt im Januar 2009 ei- nen hervorragenden 3. Platz erreicht. Die Auszeichnung als European Green Capital für die Jahre 2010 bzw. 2011 wurde damit hinter den Preisträgern Stockholm und Hamburg nur knapp verfehlt. Die Verwaltung hat dies zum Anlass genommen, sich mit der Bewertung durch die Jury, aber auch mit den Bewerbungen der Mitbewerber intensiv auseinander zu setzen. Ziel dieser Analyse war es, Vorlagen-Nr.: V/0176/2010 Auskunft erteilt: Herr Kuttenkeuler Ruf: 492 67 44 E-Mail: Kuttenkeuler@stadt-muenster.de Datum: 12.04.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0176/2010 mögliche Defizite im Umweltschutz in Münster offen zu legen und unter Rückgriff auf vorbildliche Maßnahmen in Mitbewerberstädten (best practice) geeignete Lösungen zu identifizieren. 2. Ergebnisse der Jury Die vorliegenden Bewertungen durch das Expertengremium lassen es mangels öffentlicher Bewer- tungsmatrix häufig nur in begrenztem Rahmen zu, für die einzelnen Städte Bezüge zwischen Be- werbung und erreichter Punktezahl herzustellen. Zudem weisen die Bewerbungen der einzelnen Städte einen sehr unterschiedlichen Konkretisierungsgrad auf. Das in den Bewerbungsunterlagen vorgegebene Limit an Wörtern wurde von einigen Bewerbern großzügig überschritten, so dass z.T. deutlich umfassendere Bewerbungsunterlagen vorgelegt wurden. Ebenso ist anhand der Bewer- tungen nicht nachvollziehbar, wie es für Münster zu Punktverschiebungen im Verlauf des Wettbe- werbes, zwischen Runde 1 (Vorauswahl: Münster 2.Platz) und Runde 2 (Entscheidung: Münster 3.Platz) gekommen ist. Im Detail konnte Münster sich in 5 von 12 Kategorien unter den ersten zwei der acht verbleibenden Kandidaten der Finalrunde platzieren. Viermal, nämlich in den Bereichen Verkehr, Grünflächen, Umweltmanagement und im Programm zur Umwelthauptstadt, ging sogar der erste Platz nach Münster. 2.1 Stärken der Bewerbung Im Verkehrssektor lobte die Jury insbesondere die Leistungsfähigkeit Münsters als „Stadt der Fahr- räder“, den umweltfreundlichen, dicht getakteten und gut erreichbaren öffentlichen Personennah- verkehr, das Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung und die umfassenden Pläne zur Quali- tätsverbesserung im Verkehrsbereich. Bei der Grünflächenplanung hob die Jury die langjährige Tradition hervor, die auch heute noch fortgesetzt werde. Positiv bewertet wurden die gute Erreichbarkeit, die Steigerung des Flächenan- teils von Grünflächen in den letzten 10 Jahren, die systematische Grünflächenstruktur mit gelun- gener Stadt-/Land-Schnittstelle und die weite Angebotspalette an Grünanlagen und Parks. Schließlich konnte Münster mit den Auszeichnungen als „lebenswerteste Stadt der Welt“ bzw. im Wettbewerb „Entente Florale“ überzeugen. Im Umweltmanagement konnte Münster u.a. mit der Einführung eines Umweltmanagementsys- tems für die gesamte Stadtverwaltung punkten. Als erfolgreiche Maßnahmen wurden von der Jury die Zertifizierungen städtischer Einrichtungen nach EMAS bzw. ISO, die umweltfreundliche Be- schaffung, die energetische Sanierung städtischer Gebäude und die guten Kampagnen, z.B. in Form des Projektes „Energie und Abfall sparen in städtischen Schulen und Kindergärten“ heraus gestellt. Das Programm der Stadt Münster für das „Umwelthauptstadtjahr“ überzeugte durch das klare Be- kenntnis, als Umwelthauptstadt die Chancen zum Austausch von Ideen und Erfahrungen im euro- päischen Umweltschutz zu fördern. Gelobt wurden viele kreative und innovative Ideen zur Präsen- tation Münsters. Hinsichtlich des Themas Lärm wies die Jury auf die klare Beschreibung der bereits umgesetzten Maßnahmen im Lärmschutz hin. 2.2 Mittel bewertete Kategorien In den Kategorien Luftqualität , Trinkwasserverbrauch , Abwasser sowie bei der Präsentation vor dem Expertengremium erreichte Münster in der Rangfolge jeweils Platzierungen, die im oberen Mittelfeld der Bewerberstädte lagen. 2.3 Schwächer bewertete Kategorien In drei Kategorien schnitt Münster mit zwei fünften und einem sechsten Platz weniger erfolgreich ab. Dabei handelt es sich um den Klimaschutz, die Abfallbeseitigung und die nachhaltige Sied- - 3 - V/0176/2010 lungsentwicklung. Die schwächere Bewertung in diesen Bereichen überrascht, da gerade in diesen Kategorien, z.B. mit den Auszeichnungen im Klimaschutz, ein besseres Ergebnis erwartet wurde. Eine vertiefte Analyse der Hintergründe für diese Bewertung stellt die Beweggründe der Jury her- aus und setzt sich kritisch mit der Bewertung auseinander: Im Klimaschutz erreichte Münster 9,5 Punkte, nachdem Münster in der ersten Runde des Wettbe- werbs noch mit 12 Punkten bewertet worden war. Negativ bewertet wurde von der Jury vor allem, dass - die CO2-Kennwerte für Verkehr relativ hoch sind (Neubewertung steht im Rahmen des Klima- schutzkonzeptes an), - der Anteil an Erneuerbaren Energien im Strombereich niedrig ist, - der Anteil der energetischen Nutzung aus Abfall vergleichweise gering ist und - nicht alle Planungen bereits politisch verabschiedet sind (z.B. Passivhausstandard) Im Abgleich mit den anderen Finalisten fällt zudem auf, dass - die Maßnahmen und Programme anderer Städte trotz begrenzter Wortzahl sehr viel ausführli- cher dargestellt wurden und - das Budget im Klimaschutz im Gegensatz zu den Mitbewerbern in Münster sehr niedrig ist. Positiv hervorgehoben werden im Klimaschutz u.a. die ambitionierten Programme zur Förderung CO 2-armer Energien, die GUD-Anlage der Stadtwerke, die Klimaerziehung und das Verkehrswe- sen. Begrüßt wird ferner die Zielsetzung zur Einsparung von CO 2. Die letztendliche Ursache für den Abzug von 2,5 Punkten, die zum Erreichen des 2.Platzes gereicht hätten, bleibt insgesamt unverständlich. Im Themenkomplex Abfallbeseitigung hat Münster 11,4 Punkte erreicht. Die maximale Punktzahl liegt bei 13,8, die niedrigste bei 10,2 Punkten. Die Bewertung der Jury ist insgesamt sehr kurz gehalten und erlaubt nur eingeschränkt eine Wertung der Ergebnisse. Negativ schlug allem An- schein nach zu Buche, dass der Jury die Wirkungsweise der Mechanisch-Biologischen- Restabfallbehandlungsanlage nicht hinreichend deutlich wurde. Im Vergleich mit den 5 Mitbewerbern, die alle eine höhere Punktzahl erzielen konnten, ist auffällig, dass alle diese Städte über eine Abfallverbrennungslinie mit daran gekoppelter Erzeugung von Strom und Wärme verfügen. Gerade die Nutzung der Energie wird besonders hervor gehoben. Als weiteres Merkmal fällt auf, dass diese 5 Mitbewerber nach eigenen Angaben aktuell auch keine Deponie mehr betreiben. Die Abfallprodukte aus der Verbrennung (Schlacken) werden dort z.B. im Straßenbau eingesetzt. Dies ist in Münster anders. Aufgrund des Anlagenkonzeptes der Abfallwirtschaftsbetriebe kann Münster nicht auf eine (Teil-) Deponierung verzichten. Die in Deutschland eröffnete alternative Möglichkeit der Behandlung von Restabfällen in einer MBA war möglicherweise der Jury nicht be- kannt. Die bessere Beurteilung einer Abfallverbrennungsanlage mit energetischer Nutzung, die von der Jury als „regenerative Energiequelle“ gewertet wurde, scheint der Hauptgrund für die ver- gleichweise schlechtere Bewertung des münsterschen Ansatzes zu sein. Positiv bewertet werden im Abfallbereich das Abfallmanagementsystem mit konsequenter Tren- nung der anfallenden Abfälle und das eindrucksvolle Recyclingniveau. In der Bewertung der Nachhaltigen Siedlungsentwicklung legt das Expertengremium hohen Wert auf hohe Siedlungsdichten. Angesichts der „strukturellen“ Unterschiede zwischen Münster und Großstädten mit Hauptstadtfunktion bezüglich der Einwohnerdichten und vergleichsweise geringer Brachflächenpotenziale als Verwaltungs- und Wissenschaftsstadt, ist die Bewertung von Münster mit 10 Punkten bei Werten der Mitbewerber zwischen 10 – 11,5 Punkten als erfreulich zu bewer- ten. Im Vergleich mit den 34 Mitbewerbern der 1. Runde platzierte sich Münster unter den ersten zehn Städten, so dass insgesamt ein recht enges Feld in dieser Kategorie die Endrunde erreicht hat. - 4 - V/0176/2010 Als besondere Stärken der nachhaltigen Siedlungsentwicklung werden von der Jury die konzeptio- nellen und strategischen Ansätze der Stadt (z.B. zentrenorientierte Entwicklung, Gestaltung des Demografischen Wandels) hervorgehoben. 3. Optionen zur Verbesserung Die Bewertungen der Jury sowie die Vergleiche mit den Mitwerbern hat die Verwaltung zum Anlass genommen, in allen Umweltbereichen mögliche Potenziale zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster auszuloten. Hierzu wurden insbesondere erfolgreiche Maßnahmen der Mitbewerber in den Focus einbezogen, die bislang in Münster in dieser Form bislang nicht bzw. mit geringerer Intensität verfolgt werden. In Anlage 1 werden insgesamt 37 Maßnahmen unterschiedlichster Art zusammengestellt und im Hinblick auf eine Übertragbarkeit für Münster bewertet. Entsprechend der Relevanz der Maßnahmen schlägt die Verwaltung vor, die Umsetzbarkeit von zukunftsweisen- den Maßnahmen des Umweltschutzes durch die jeweiligen Fachverwaltungen prüfen zu lassen und die Realisierung Erfolg versprechender Maßnahmen, sofern nicht laufendes Geschäft der Verwaltung, durch eigenständige Vorlagen vorzubereiten. Die Tabelle in Anlage 1 beinhaltet da- hingehende Empfehlungen der Verwaltung zur weiteren Vorgehensweise. 4. Fazit Die Ergebnisse des Wettbewerbes zur European Green Capital belegen, dass Münster im Um- weltschutz in Europa eine Spitzenposition einnimmt. Aus der Bewertung der Fachjury sowie dem Vergleich mit den übrigen Teilnehmern ergibt sich aber auch, dass es in Münster durchaus noch Entwicklungspotenziale gibt. Eine genauere Analyse im Rahmen dieser Vorlage hat gezeigt, wel- che erfolgversprechenden Maßnahmen eine Option für Münster sein können. Die genannte Optio- nen sollen 2010 vertieft geprüft und die Ergebnisse dem Rat der Stadt vorgelegt werden. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0176/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.03.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37