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V/0176/2010

Schlussfolgerungen aus der Analyse des Wettbewerbsbeitrages der Stadt Münster

Vorlagen 10.03.2010

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 28.04.2010, TOP 18

Anlage 1

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Beschlussvorlage

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Anlage 1

11457 Zeichen

Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 
 1 
ANLAGE 1 
Kategorien 
European 
Green Capital 
Ambitionierte Projekte/Maßnahmen  
anderer Finalisten 
(A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – 
Freiburg,  HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) 
Identifizierte Maßnahmeoptionen 
zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster 
 
- Anspruchsvolle Ziele zur CO 2-Minderung, 
z.B. CO 2-freies Copenhagen bis 2050 (C, 
HH, S) 
- Langfristiger Verzicht auf Energieerzeugung 
aus fossilen Rohstoffen – ab 2050 (S) 
Festsetzung eines neuen Klimaschutzziels als Vision für die Zukunft.  
Umsetzung des vorliegenden Klimaschutzkonzeptes 2020. 
 
(Das Klimaschutzkonzept 2020 umfasst auch die weiteren unter der Kategorie 
Klimaschutz angeführten Maßnahmen) 
 
- Höherer Anteil Strom aus regenerativen 
Energiequellen, z.B. Hamburg mit 12% (HH) 
Beschluss zur Intensivierung der Bemühungen zum Ausbau der Erneuerbaren 
Energien in Münster 
- Hohe energetische Nutzung des Abfalls 
(Fernwärme oder BHKW, Biomasse) (A, O) 
- Ausbau von Blockheizkraftwerken (FR) 
Intensivierung der Bemühungen zum Ausbau der Biomassenutzung in Münster  
- Passivhausstandard für städtische Gebäude 
und ab 2011 für private Bauvorhaben (FR)  
- CO 2-neutrale Neubauten (A) 
Festsetzung eines Passivhausstandards für die Stadt Münster   
- Hohe Budgetansätze im Klimaschutz von 
1,5 Mio € bis 25 Mio € /Jahr 
(A, B, C, FR, HH, O, S) 
Personelle Erweiterung der Koordinierungsstelle für Klima und Energie sowie 
Aufstockung des Budgets. 
 
- Netzwerk von 50 Industriebetrieben (B) Beschluss der Umsetzung der Allianz für Klimaschutz in Münster und intensive 
Unterstützung durch die Verwaltungsspitze.  
 
Klimaschutz 
- Hoher Anteil Fernwärmeanschluss, z.B. 
Copenhagen 97% (C,S)  
Auftrag an die Stadtwerke zur Verbesserung der notwendigen 
Rahmenbedingungen zur Attraktivierung des Produktes Fernwärme in 
Münster. 
 
Verkehr - Förderung des Fußgängerverkehrs (C, FR, 
O)  
 
Der Fußgängerverkehr wird ein Schwerpunktthema des Verkehrsentwicklungs-
planes Münster 2025 sein. Der in Münster festgestellte Anteil im 
Fußgängerverkehr macht deutlich, dass hier ergänzende Ansätze und Anreize 
sinnvoll sind.

Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 
 2 
Kategorien 
European 
Green Capital 
Ambitionierte Projekte/Maßnahmen  
anderer Finalisten 
(A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – 
Freiburg,  HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) 
Identifizierte Maßnahmeoptionen 
zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster 
 
- Planerische Projektvisionen für die nächsten 
20-30 Jahre (A, B) 
- Förderung des Gesundheits- und 
Wohlfühlaspektes in Grünflächen / 
Spielplätze für Senioren (B, HH) 
Im Rahmen der Sanierung und Neuplanung von Grünflächen wird deren 
Zukunftsfähigkeit unter den Aspekten demografische Entwicklung, 
Barrierefreiheit und weiterer sozialer Komponenten (z.B. Bevölkerungsanteil 
mit Migrationsvorgeschichte) verstärkt berücksichtigt. 
- Aktionsplan für Biodiversität (B, O, S) 
 
Die vorhandenen naturschutzfachlichen Instrumente werden unter besonderer 
Berücksichtigung der Biodiversität fortgeführt und verfeinert. Der Landschafts-
planung kommt dabei als Fachplan für den Naturschutz eine herausgehobene 
Bedeutung zur Bewahrung und Förderung der Biodiversität zu.  
- Festlegung von Umweltindikatoren (O) 
 
Durch die Einführung von Umweltindikatoren in Münster im Geschäftsbericht 
des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz ist der Ansatz aus dem 
Wettbewerb European Green Capital zwischenzeitlich bereits vollzogen. Es ist 
beabsichtigt, die Indikatoren um entsprechende Qualitätsziele zu erweitern. 
Grünflächen 
 
- Umfassende Maßnahmen in der 
Umweltbildung (A, FR) 
 
Gewährleistung einer Koordinierungsfunktion für die vielfältigen öffentlichen 
und privaten Maßnahmen der Umweltbildung unter dem Dach der Stadt 
Münster. 
- Umfassendes Monitoring der 
Immissionssituation (A, B) 
 
Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes werden die Immissions-
belastungen im Hauptverkehrsstraßennetz für potentielle „Hotspots“ 
systematisch ermittelt. Zur Beobachtung der verkehrsbedingten Emissionen 
soll darüber hinaus ein geeignetes Monitoringverfahren entwickelt werden.  
Luftqualität 
- Öffentlichkeitswirksame Aktionen, z.B. 
autofreie Tage (HH) 
Prüfung der Umsetzungsmöglichkeiten für einen autofreien Sonntag in 
Münster. 
- „ruhiger Asphalt“ auf Hauptverkehrsstraßen 
(A, S) 
 
Für die baulich notwendige Erneuerung und den Neubau von Straßenab-
schnitten im Hauptverkehrsstraßennetz ist der Einbau von „ruhigem Asphalt“ 
vorzusehen. 
Lärm 
 
 
 
 
 
 
 
 
- Ausweisung ruhiger Gebiete in einem 
Lärmaktionsplan (O, S) 
 
Die Grünflächen (Parks, Spielplätze etc) bzw. Ruhezonen werden in den 
Lärmaktionsplan eingebunden. Die EU-Verordnung nennt auch Park- oder 
Erholungsgebiete ‚schutzbedürftig’. Mit den Erkenntnissen aus der Lärm-
kartierung ist es möglich, weitgehend ruhige Gebiete zu erkennen und 
entsprechende Maßnahmen zum Schutz lärmarmer Gebiete einzuleiten.

Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 
 3 
Kategorien 
European 
Green Capital 
Ambitionierte Projekte/Maßnahmen  
anderer Finalisten 
(A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – 
Freiburg,  HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) 
Identifizierte Maßnahmeoptionen 
zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster 
 
Lärm 
(Fortsetzung) 
- Lärmschutzfensterprogramm (S) 
 
Weiterführung des Altbausanierungsprogramms der Stadt Münster, auch im 
Hinblick auf den damit verbundenen besseren Lärmschutz. 
 
Abfall - Restabfallbehandlung in Münster 
(Verbrennung) 
Nach Angabe der Abfallwirtschaftsbetriebe soll am bestehenden Behandlungs-
weg der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung festgehalten werden. 
Auch hierüber werden mehr als 50 % der Restabfälle durch die Aufbereitung 
und Behandlung in der MBRA Münster stofflich und energetisch verwertet. 
 
Trinkwasser-
verbrauch 
- Zählerkampagne, d.h. als Ansporn zum 
Wassersparen alle Wohnungen mit eigenem 
Zähler ausstatten (A) 
Seitens der Stadtwerke werden keine weitergehenden Maßnahmen 
vorgesehen. 
Abwasser - Entfernung prioritärer Stoffe im Sinne der 
WRRL (HH) 
 
Weiterführung der Mitarbeit im Arbeitskreis „Strategieentwicklung zur 
Vermeidung  /Verminderung des Eintrages anthropogener Spurenstoffe“ und 
ggfs. Beteiligung an daraus resultierenden Projekten. 
 
- Managementsystem, in das die 
Umweltaspekte integriert sind und das 
regelmäßig dokumentiert wird (S) 
- Längerfristiges Umweltmanagement-
Programm / 4-Jahres-Programm (S) 
- Restriktives Beschaffungswesen (HH, FR) 
- Ambitionierte Ziele für nachhaltige 
Beschaffung und CO 
2 (A) 
Einführung eines Umweltmanagement – Systems für die gesamte 
Stadtverwaltung bei gleichzeitiger Integration in das gesamtstädtische 
Managementsystem. 
- Hoher Zertifizierungsgrad (B, C) Zertifizierung v on 3 – 5 neuen städtischen Standorten pro Jahr und 
regelmäßige Rezertifizierung der Standorte. 
 
Kommunales 
Umwelt-
management 
 
- Verwendung ökologischer bzw. in der 
Region produzierter Nahrungsmittel in 
kommunalen Einrichtungen (C, FR) 
- Förderung regionaler Produkte in Stadtnähe 
als Chance für lokale Erzeuger (A) 
Unterstützung der lokalen Erzeuger und Produzenten durch 
1. Nutzung der Produkte in städtischen Kantinen und  Einrichtungen 
(Schulen, Kitas, Gesellschaften…) des Konzerns Stad t Münster. 
2. Finanzielle Hilfestellung bei der Bekanntmachung  der Produkte durch 
Marketingmaßnahmen

Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 
 4 
Kategorien 
European 
Green Capital 
Ambitionierte Projekte/Maßnahmen  
anderer Finalisten 
(A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – 
Freiburg,  HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) 
Identifizierte Maßnahmeoptionen 
zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster 
 
- „Klimaneutraler Wohnungsbau“ ab 2015  (A) 
/ Errichtung „umweltfreundlicher“ und „CO2-
neutraler Quartiere“ (C) 
 
- (Stadtentwicklung und Stadterweiterung mit 
hohen Ökologischen Standards / 
Sustainable City Concept (S)) 
 
Durchführung einer Machbarkeitsstudie für ein Modellvorhaben 
„Klimaneutrales Quartier“.  
Zudem Prüfung, inwieweit die bisherigen planerischen Instrumente 
(Vorbereitende Bauleitplanung, Verbindliche Bauleitplanung, vertragliche 
Vereinbarungen, Instrumente der informellen Planung) weiterentwickelt 
werden können, um das Ziel der ressourcenschonenden Stadtentwicklung in 
Richtung emissionsmindernder Siedlungsstrukturen, energieoptimierten 
Städtebaus und klimaneutraler Quartiere weiter zu konkretisieren und zu 
profilieren. 
- Detailliertes Monitoringsystem zur 
Umsetzung der räumlichen 
Entwicklungspläne/-strategien (B) 
 
Weiterentwicklung des Münsteraner Monitoringsystems unter der Voraus-
setzung, dass die notwendigen Finanz- und Personalressourcen zur 
Verfügung stehen. Hierzu müsste ein Innenentwicklungsprogramm mit 
Zielwerten und Umsetzungsschritten zur Verfügung stehen, da Monitoring-
systeme nur dann ihre Wirkung entfallen können, wenn entsprechende 
Zielvorgaben zur Verfügung stehen. Es wird daher empfohlen, den Aufbau 
eines erweiterten Monitoringsystems in die Entwicklung eines Innenent-
wicklungsprogramms zu integrieren. 
 
Nachhaltige 
Siedlungs- 
entwicklung 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- Parzellenscharfe digitale Bestandsaufnahme 
der Innenentwicklungspotenziale und 
Entwicklung von Mobilisierungsstrategien / 
Innenentwicklungskataster (FR) 
 
- „Kommunales Flächenmanagement in der 
Region (FR) 
 
Mit Blick auf die zentrale Bedeutung eines kommunal en und regionalen 
Baulandkatasters für die künftige innenorientierte Stadtentwicklung sollten die 
Möglichkeiten und Kosten einer Implementierung zeitnah geprüft werden. 
Mit Blick auf die zahlreichen räumlichen Verflechtungen und anknüpfend an 
vorhandene Partnerschaften in der Region sollte dabei ein (stadt-) regionaler 
Diskurs integriert werden. 
Bei Vorliegen eines qualifizierten Leitzieles bei der Stadt Münster und nach 
einer Entscheidung für ein systematisches Baulandkataster sollte das Land 
NRW für den regionalen Ansatz nach dem Baden-Württemberger Muster um 
Unterstützung gebeten werden.

Anlage 1: Auswertung European Green Capital – Maßnahmeübersicht 
 5 
Kategorien 
European 
Green Capital 
Ambitionierte Projekte/Maßnahmen  
anderer Finalisten 
(A – Amsterdam, B – Bristol, C- Copenhagen, FR – 
Freiburg,  HH – Hamburg, O – Oslo, S – Stockholm) 
Identifizierte Maßnahmeoptionen 
zur Verbesserung des Umweltschutzes in Münster 
 
Nachhaltige 
Siedlungs- 
entwicklung 
(Fortsetzung) 
- Entwicklung und Förderung neuer Bau- und 
Wohnformen (z.B. selbstorganisierte private 
Bauherrengemeinschaften, 
generationenübergreifendes Wohnen) als 
Reaktion auf den demografischen Wandel 
(FR) 
 
Die laufenden Aktivitäten zur Initiierung und Förderung von Baugemein-
schaften und zur offensiven Unterstützung von Gemeinschaftswohnprojekten 
werden weitergeführt. 
Bauherrengemeinschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte können einen 
wichtigen Beitrag zu den stadtstrategischen Zielen (u.a. Förderung familien-
orientierten Wohnens, Gestaltung des demografischen Wandels) und zur 
Profilierung von Münster als einem Nachfrage orientierten und attraktiven 
Wohnstandort leisten. Gleichzeitig würden sie - die Realisierung in der inneren 
Entwicklung vorausgesetzt – im Sinne des European Green Capital die 
Ressourcen schonende Siedlungsentwicklung stärken.

Beschlussvorlage

11377 Zeichen

V/0176/2010 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Schlussfolgerungen aus der Analyse des Wettbewerbsbeitrages der Stadt Münster im Rahmen 
der Bewerbung zur European Green Capital 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.04.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 
22.04.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 
28.04.2010 Hauptausschuss Vorberatung 
28.04.2010 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzbar keit von zukunftsweisenden Maßnahmen des Um-
weltschutzes mit Schwerpunkten im Klimaschutz und in der nachhaltigen Stadtentwicklung gemäß 
der Auflistung in Anlage 1 zu prüfen und dem Rat der Stadt über die Ergebnisse bis zum 
30.11.2010 zu berichten. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen 
 
Aus dem Beschluss resultieren unmittelbar keine Kosten. (Etwaige spätere Kosten im Rahmen der 
Umsetzung von Maßnahmen sind noch nicht bezifferbar.) 
Durch diese Vorlage wird keine Entscheidung über die Bereitstellung von Haushaltsermächtigun-
gen getroffen. Hierüber ist vielmehr zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Haushaltsplan-
aufstellung für das jeweilige Haushaltsjahr unter Berücksichtigung der dann gegebenen Finanzlage 
zu entscheiden. 
 
 
Begründung: 
 
1. Vorbemerkung 
Die Stadt Münster hat beim Wettbewerb zur Europäischen Umwelthauptstadt im Januar 2009 ei-
nen hervorragenden 3. Platz erreicht. Die Auszeichnung als European Green Capital für die Jahre 
2010 bzw. 2011 wurde damit hinter den Preisträgern Stockholm und Hamburg nur knapp verfehlt. 
Die Verwaltung hat dies zum Anlass genommen, sich mit der Bewertung durch die Jury, aber auch 
mit den Bewerbungen der Mitbewerber intensiv auseinander zu setzen. Ziel dieser Analyse war es, 
Vorlagen-Nr.: 
V/0176/2010 
Auskunft erteilt: 
Herr Kuttenkeuler 
Ruf: 
492 67 44 
E-Mail: 
Kuttenkeuler@stadt-muenster.de  
Datum: 
12.04.2010 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0176/2010 
mögliche Defizite im Umweltschutz in Münster offen zu legen und unter Rückgriff auf vorbildliche 
Maßnahmen in Mitbewerberstädten (best practice) geeignete Lösungen zu identifizieren.  
 
 
2. Ergebnisse der Jury 
Die vorliegenden Bewertungen durch das Expertengremium lassen es mangels öffentlicher Bewer-
tungsmatrix häufig nur in begrenztem Rahmen zu, für die einzelnen Städte Bezüge zwischen Be-
werbung und erreichter Punktezahl herzustellen. Zudem weisen die Bewerbungen der einzelnen 
Städte einen sehr unterschiedlichen Konkretisierungsgrad auf. Das in den Bewerbungsunterlagen 
vorgegebene Limit an Wörtern wurde von einigen Bewerbern großzügig überschritten, so dass z.T. 
deutlich umfassendere Bewerbungsunterlagen vorgelegt wurden. Ebenso ist anhand der Bewer-
tungen nicht nachvollziehbar, wie es für Münster zu Punktverschiebungen im Verlauf des Wettbe-
werbes, zwischen Runde 1 (Vorauswahl: Münster 2.Platz) und Runde 2 (Entscheidung: Münster 
3.Platz) gekommen ist. 
 
Im Detail konnte Münster sich in 5 von 12 Kategorien unter den ersten zwei der acht verbleibenden 
Kandidaten der Finalrunde platzieren. Viermal, nämlich in den Bereichen Verkehr, Grünflächen, 
Umweltmanagement und im Programm zur Umwelthauptstadt, ging sogar der erste Platz nach 
Münster.  
 
2.1 Stärken der Bewerbung 
Im Verkehrssektor
 lobte die Jury insbesondere die Leistungsfähigkeit Münsters als „Stadt der Fahr-
räder“, den umweltfreundlichen, dicht getakteten und gut erreichbaren öffentlichen Personennah-
verkehr, das Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung und die umfassenden Pläne zur Quali-
tätsverbesserung im Verkehrsbereich. 
 
Bei der Grünflächenplanung
 hob die Jury die langjährige Tradition hervor, die auch heute noch 
fortgesetzt werde. Positiv bewertet wurden die gute Erreichbarkeit, die Steigerung des Flächenan-
teils von Grünflächen in den letzten 10 Jahren, die systematische Grünflächenstruktur mit gelun-
gener Stadt-/Land-Schnittstelle und die weite Angebotspalette an Grünanlagen und Parks. 
Schließlich konnte Münster mit den Auszeichnungen als „lebenswerteste Stadt der Welt“ bzw. im 
Wettbewerb „Entente Florale“ überzeugen. 
 
Im Umweltmanagement
 konnte Münster u.a. mit der Einführung eines Umweltmanagementsys-
tems für die gesamte Stadtverwaltung punkten. Als erfolgreiche Maßnahmen wurden von der Jury 
die Zertifizierungen städtischer Einrichtungen nach EMAS bzw. ISO, die umweltfreundliche Be-
schaffung, die energetische Sanierung städtischer Gebäude und die guten Kampagnen, z.B. in 
Form des Projektes „Energie und Abfall sparen in städtischen Schulen und Kindergärten“ heraus 
gestellt. 
 
Das Programm der Stadt Münster
 für das „Umwelthauptstadtjahr“ überzeugte durch das klare Be-
kenntnis, als Umwelthauptstadt die Chancen zum Austausch von Ideen und Erfahrungen im euro-
päischen Umweltschutz zu fördern. Gelobt wurden viele kreative und innovative Ideen zur Präsen-
tation Münsters. 
 
Hinsichtlich des Themas Lärm
 wies die Jury auf die klare Beschreibung der bereits umgesetzten 
Maßnahmen im Lärmschutz hin. 
 
2.2 Mittel bewertete Kategorien 
In den Kategorien Luftqualität , Trinkwasserverbrauch , Abwasser  sowie bei der Präsentation  vor 
dem Expertengremium erreichte Münster in der Rangfolge jeweils Platzierungen, die im oberen 
Mittelfeld der Bewerberstädte lagen. 
 
2.3 Schwächer bewertete Kategorien 
In drei Kategorien schnitt Münster mit zwei fünften und einem sechsten Platz weniger erfolgreich 
ab. Dabei handelt es sich um den Klimaschutz, die Abfallbeseitigung und die nachhaltige Sied-

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V/0176/2010 
lungsentwicklung. Die schwächere Bewertung in diesen Bereichen überrascht, da gerade in diesen 
Kategorien, z.B. mit den Auszeichnungen im Klimaschutz, ein besseres Ergebnis erwartet wurde. 
Eine vertiefte Analyse der Hintergründe für diese Bewertung stellt die Beweggründe der Jury her-
aus und setzt sich kritisch mit der Bewertung auseinander: 
 
Im Klimaschutz
 erreichte Münster 9,5 Punkte, nachdem Münster in der ersten Runde des Wettbe-
werbs noch mit 12 Punkten bewertet worden war. Negativ bewertet wurde von der Jury vor allem, 
dass 
 
- die CO2-Kennwerte für Verkehr relativ hoch sind (Neubewertung steht im Rahmen des Klima-
schutzkonzeptes an), 
- der Anteil an Erneuerbaren Energien im Strombereich niedrig ist, 
- der Anteil der energetischen Nutzung aus Abfall vergleichweise gering ist und 
- nicht alle Planungen bereits politisch verabschiedet sind (z.B. Passivhausstandard)  
 
Im Abgleich mit den anderen Finalisten fällt zudem auf, dass 
- die Maßnahmen und Programme anderer Städte trotz begrenzter Wortzahl sehr viel ausführli-
cher dargestellt wurden und 
- das Budget im Klimaschutz im Gegensatz zu den Mitbewerbern in Münster sehr niedrig ist. 
 
Positiv hervorgehoben werden im Klimaschutz u.a. die ambitionierten Programme zur Förderung 
CO
2-armer Energien, die GUD-Anlage der Stadtwerke, die Klimaerziehung und das Verkehrswe-
sen. Begrüßt wird ferner die Zielsetzung zur Einsparung von CO 2. Die letztendliche Ursache für 
den Abzug von 2,5 Punkten, die zum Erreichen des 2.Platzes gereicht hätten, bleibt insgesamt 
unverständlich.  
 
Im Themenkomplex Abfallbeseitigung
 hat Münster 11,4 Punkte erreicht. Die maximale Punktzahl 
liegt bei 13,8, die niedrigste bei 10,2 Punkten. Die Bewertung der Jury ist insgesamt sehr kurz 
gehalten und erlaubt nur eingeschränkt eine Wertung der Ergebnisse. Negativ schlug allem An-
schein nach zu Buche, dass der Jury die Wirkungsweise der Mechanisch-Biologischen-
Restabfallbehandlungsanlage nicht hinreichend deutlich wurde.  
Im Vergleich mit den 5 Mitbewerbern, die alle eine höhere Punktzahl erzielen konnten, ist auffällig, 
dass alle diese Städte über eine Abfallverbrennungslinie mit daran gekoppelter Erzeugung von 
Strom und Wärme verfügen. Gerade die Nutzung der Energie wird besonders hervor gehoben. Als 
weiteres Merkmal fällt auf, dass diese 5 Mitbewerber nach eigenen Angaben aktuell auch keine 
Deponie mehr betreiben. Die Abfallprodukte aus der Verbrennung (Schlacken) werden dort z.B. im 
Straßenbau eingesetzt. 
Dies ist in Münster anders. Aufgrund des Anlagenkonzeptes der Abfallwirtschaftsbetriebe kann 
Münster nicht auf eine (Teil-) Deponierung verzichten. Die in Deutschland eröffnete alternative 
Möglichkeit der Behandlung von Restabfällen in einer MBA war möglicherweise der Jury nicht be-
kannt. Die bessere Beurteilung einer Abfallverbrennungsanlage mit energetischer Nutzung, die von 
der Jury als „regenerative Energiequelle“ gewertet wurde, scheint der Hauptgrund für die ver-
gleichweise schlechtere Bewertung des münsterschen Ansatzes zu sein.  
Positiv bewertet werden im Abfallbereich das  Abfallmanagementsystem mit konsequenter Tren-
nung der anfallenden Abfälle und das eindrucksvolle Recyclingniveau.  
 
In der Bewertung der Nachhaltigen Siedlungsentwicklung
 legt das Expertengremium hohen Wert 
auf hohe Siedlungsdichten. Angesichts der „strukturellen“ Unterschiede zwischen Münster und 
Großstädten mit Hauptstadtfunktion bezüglich der Einwohnerdichten und vergleichsweise geringer 
Brachflächenpotenziale als Verwaltungs- und Wissenschaftsstadt, ist die Bewertung von Münster 
mit 10 Punkten bei Werten der Mitbewerber zwischen 10 – 11,5 Punkten als erfreulich zu bewer-
ten. Im Vergleich mit den 34 Mitbewerbern der 1. Runde platzierte sich Münster unter den ersten 
zehn Städten, so dass insgesamt ein recht enges Feld in dieser Kategorie die Endrunde erreicht 
hat.

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V/0176/2010 
Als besondere Stärken der nachhaltigen Siedlungsentwicklung werden von der Jury die konzeptio-
nellen und strategischen Ansätze der Stadt (z.B. zentrenorientierte Entwicklung, Gestaltung des 
Demografischen Wandels) hervorgehoben. 
 
 
3. Optionen zur Verbesserung 
Die Bewertungen der Jury sowie die Vergleiche mit den Mitwerbern hat die Verwaltung zum Anlass 
genommen, in allen Umweltbereichen mögliche Potenziale zur Verbesserung des Umweltschutzes 
in Münster auszuloten. Hierzu wurden insbesondere erfolgreiche Maßnahmen der Mitbewerber in 
den Focus einbezogen, die bislang in Münster in dieser Form bislang nicht bzw. mit geringerer 
Intensität verfolgt werden. In Anlage 1 werden insgesamt 37 Maßnahmen unterschiedlichster Art 
zusammengestellt und im Hinblick auf eine Übertragbarkeit für Münster bewertet. Entsprechend 
der Relevanz der Maßnahmen schlägt die Verwaltung vor, die Umsetzbarkeit von zukunftsweisen-
den Maßnahmen des Umweltschutzes durch die jeweiligen Fachverwaltungen prüfen zu lassen 
und die Realisierung Erfolg versprechender Maßnahmen, sofern nicht laufendes Geschäft der 
Verwaltung, durch eigenständige Vorlagen vorzubereiten. Die Tabelle in Anlage 1 beinhaltet da-
hingehende Empfehlungen der Verwaltung zur weiteren Vorgehensweise. 
 
 
4. Fazit 
Die Ergebnisse des Wettbewerbes zur European Green Capital belegen, dass Münster im Um-
weltschutz in Europa eine Spitzenposition einnimmt. Aus der Bewertung der Fachjury sowie dem 
Vergleich mit den übrigen Teilnehmern ergibt sich aber auch, dass es in Münster durchaus noch 
Entwicklungspotenziale gibt. Eine genauere Analyse im Rahmen dieser Vorlage hat gezeigt, wel-
che erfolgversprechenden Maßnahmen eine Option für Münster sein können. Die genannte Optio-
nen sollen 2010 vertieft geprüft und die Ergebnisse dem Rat der Stadt vorgelegt werden. 
 
 
I.V. 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (4)

20.04.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 5.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
22.04.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
28.04.2010 Hauptausschuss
TOP 14 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
28.04.2010 Rat
TOP 18 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0176/2010
Typ
Vorlagen
Datum
10.03.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37