V/0038/2024
Nachtbürgermeister/in für Münster
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Berichtsvorlage
12337 Zeichen
V/0038/2024 V/0038/2024 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Nachtbürgermeister/in für Münster Bilanz Beratungsfolge 01.02.2024 Betriebsausschuss Münster Marketing Bericht 13.02.2024 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Bericht 21.02.2024 Hauptausschuss Bericht 21.02.2024 Rat Bericht Bericht: Der Hauptausschuss hat am 15.12.2021 die erstmalige Einrichtung einer Stelle eines Nachtbürger- meisters bzw. einer Nachtbürgermeisterin, angesiedelt beim städtischen Eigenbetrieb Münster Marke- ting und zunächst befristet bis zum 31.12.2024, beschlossen. Als wesentliche Aufgabenschwerpunkte wurden definiert: - Aufbau eines stabilen und kommunikativen Netzwerkes, - regelmäßiger Austausch mit Polizei- und Ordnungsbehörden, - Brückenbauer*in bzw. Vermittler*in zwischen den verschiedenen Interessen mit Bezug auf das Nachtleben, - Entwicklung von Präventivmaßnahmen für absehbare Konflikte, - Konzeption für ein Nachtleben, das zu Münster als einer lebendigen und kulturell aktiven Stadt passt. Die Stelle wurde nach einem besonderen Ausschreibungsverfahren unter Einbeziehung externer Ver- treterinnen und Vertreter u. a. aus der Initiative starke Innenstadt, Szene-Clubs und DeHoGa besetzt. Den Zuschlag erhielt die Gemeinschaftsbewerbung von Lisa Marie Tubies und Manuel Rojano Marin, die seit dem 01.10.2022 als Tandem die Aufgaben übernommen haben. Mit diesem Bericht ziehen die Nachtbürgermeisterin und der Nachbürgermeister (im Folgenden NB- Tandem) nach 16 Monaten eine erste Zwischenbilanz ihrer Arbeit und beziehen sich dabei auf die bei der Einrichtung der Stelle aufgestellten Aufgabenschwerpunkte. Münster Marketing 22.01.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Schmücker Telefon: 492-2750 Schmuecker@stadt- muenster.de - 2 - V/0038/2024 Aufbau eines stabilen und kommunikativen Netzwerks Das NB-Tandem hat sich durch zahlreiche Gesprächsrunden und Projekt-Kooperationen sowohl ver- waltungsintern als auch -extern in Richtung Stadtgesellschaft und Szene vernetzt: Zu den Instanzen, mit denen ein regelmäßiger Austausch stattfindet, gehören u.a. die Polizei, das Ordnungsamt, die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM), das Amt für Gleichstellung, der AStA sowie die Fachschaf- ten und die Verwaltung der Universität Münster, das Club Komitee, die B-Side, die Beratungsstelle Frauen-Notruf e.V., diverse Awareness- und Künstler*innen-Kollektive sowie Bars, Kneipen und Kios- ke im gesamten Stadtgebiet und verschiedene Runden von Anwohnenden aus unterschiedlichen Vierteln (z.B. Lütkenbeck, Südviertel, Nieberding, Altstadt). Auch über die kommunale Ebene hinaus wurde ein breites Netzwerk aufgebaut: So war das NB- Tandem aktiv an der Gründung der bundesweiten Interessengemeinschaft IG Nacht Konsil und an der NRW-weiten IG Nach(t)barschaft beteiligt. Die IGs dienen den Nachtbeauftragten aus ganz Deutschland bzw. aus NRW zum Good-Practice-Austausch und zur Beratung, um Erfolge hinsichtlich Nachtkultur für die eigene Arbeit auf kommunaler Ebene nutzbar zu machen. Frau Tubies ist seit circa einem Jahr eine von drei Vertretenden der IG Nacht Konsil und nimmt in dieser Funktion u.a. auch an regelmäßigen Gesprächsrunden mit der LiveKomm, dem Bundesverband der Musikspielstätten, teil. Erweitert wurde das Netzwerk des NB-Tandems ebenfalls durch die Teilnahme an fachspezifischen Konferenzen und Tagungen und durch die transparente Berichterstattung in den sozialen Medien, die aktuell knapp 10.000 Menschen erreicht. Die vom NB-Tandem aufgebauten umfangreichen Netzwerke bilden mittel- und langfristig ein wesent- liches Werkzeug, um die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen bewältigen zu können. Regelmäßiger Austausch mit Polizei- und Ordnungsbehörden Besonders eng gestaltete sich seit Beginn der NB-Stelle die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt. Circa einmal wöchentlich wurden mit der Gewerbefachstelle des Ordnungsamts aktuelle Beschwerde- fälle und Anfragen bzgl. Nachtkulturbetrieben besprochen. Die Zuständigkeiten wurden für jeden Fall gemeinsam verteilt; dabei zeigte sich schnell, dass die jeweiligen Netzwerke und Vorgehensweisen sich effektiv ergänzen. So wurde das NB-Tandem zum Beispiel regelmäßig direkt im Nachtleben auf Fragen und Probleme angesprochen und übernahm dann in Rücksprache mit dem Ordnungsamt eine Vermittlungs- und Übersetzungsfunktion. Das Ordnungsamt war zudem in alle bisherigen und aktuel- len Projekte des NB-Tandems (Leitfaden für die Orientierungswoche, Tag der offenen Clubs, Freiflä- chennutzung, Cornerkultur) involviert. Auch mit der Polizei tauschte sich das NB-Tandem regelmäßig aus: Nach einem ersten Gespräch mit Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf gab es u.a. eine verstärkte Kommunikation mit der Verkehrsun- fallprävention zur Verkehrssicherheit im Nachtleben sowie mit der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz zum Thema Raves. Brückenbauer*in bzw. Vermittler*in zwischen den verschiedenen Interessen mit Bezug auf das Nachtleben Das NB-Tandem wurde im Durchschnitt etwa zweimal pro Monat mit der Bitte um Konfliktvermittlung kontaktiert. Die Anfragen erreichten das Tandem vor allem telefonisch, per Mail und über die sozialen Medien. Sie kamen sowohl von Anwohnenden unterschiedlicher Viertel als auch von Nachtkultur- schaffenden und -betrieben und hatten überwiegend Lärmemissionen zum Thema. In enger Abspra- che mit dem Ordnungsamt führte das NB-Tandem regelmäßig Vermittlungsgespräche durch mit dem Ziel, die direkte Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu fördern und mit ihnen gemeinsam Kompromisse und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu erarbeiten. Dabei kam der Nacht- bürgermeisterin und dem Nachtbürgermeister ihr Netzwerk in der Szene und ihr aus Fachtagungen gewonnenes Wissen, unter anderem über Schallschutz, zugute. Der Kontakt zu den Beschwerdefüh- renden blieb nach der Konfliktmediation oft bestehen, wodurch das NB-Tandem über regelmäßige Erfolge informiert wurde. - 3 - V/0038/2024 Als ein Brückenbau-Projekt organisierte das NB-Tandem in 2023 gemeinsam mit Münsters Club Ko- mitee erstmalig einen Tag der offenen Clubs. Die 14 teilnehmenden Clubs planten für diesen Tag ein vielseitiges kostenloses Programm mit Workshops, Konzerten, Sport und Kulinarik und vernetzten sich dafür mit Kulturvereinen, jungen Kollektiven und Verwaltungsinstanzen. Das Projekt sollte dazu dienen, auch Menschen, die nicht (mehr) aktiv am Nachtleben teilnehmen, einen Einblick in die Nachtkultur der Stadt und eine Möglichkeit zum Austausch mit Clubbetreibenden zu geben. Gleichzei- tig sollten die Clubs als Teil von Münsters Kulturlandschaft, Wirtschaftskraft und Tourismus in den Fokus gerückt werden. Die teilnehmenden Clubs zogen nach dem Tag eine durchweg positive Bilanz und berichteten dem NB-Tandem von regem Besuch und interessierten Gesprächen u.a. mit Club- Anwohnenden. Entwicklung von Präventivmaßnahmen für absehbare Konflikte Als ehemalige Fachschaftsmitglieder wusste das NB-Tandem um die zu jeder Orientierungswoche drohenden Konflikte zu Lärm, Abfall und anderen Themen. Um diesen Konflikten künftig zuvorzu- kommen, organisierte das Tandem in Zusammenarbeit mit zwei AStA-Referaten einen Austausch zwischen den Fachschaften der Universität und 14 unterschiedlichen Instanzen der Stadt. Bei diesem Austausch wurden fünf für die O-Woche relevante Themenfelder identifiziert, für die die Teilnehmen- den anschließend gemeinsame Grundsätze und Ideen entwickelten. Diese hat das NB-Tandem schließlich mit den AStA-Referaten in einem Leitfaden zusammengefasst. Der Leitfaden umfasst die Themen Kommunikation, Lärm, Abfall, Awareness und Mobilität/Infrastruktur; damit geht er nicht nur auf die im Vorfeld bekannten Beschwerdepunkte ein, sondern beugt weiteren Konfliktherden vor und enthält themendiverse Ideen, z.B. für mehr Barrierefreiheit in der O-Woche. Aus dem Austausch sind ebenfalls mehrere Kooperationen entstanden: So bot die Beratungsstelle Frauen-Notruf e.V. Schulungen für Fachschaften an, die zur Nutzung ihrer Kampagne „Luisa ist hier“ qualifizierten, und die Verkehrsunfallprävention der Polizei Münster organisierte kurze Vorträge zum sicheren Fahrrad- und Scooterfahren für interessierte Fachschaften und deren Erstsemesterstudie- rende. Darüber hinaus organisierte das NB-Tandem gemeinsam mit der Universitätsverwaltung für die Herbst-Orientierungswoche 2023 einen Toilettenwagen im Bereich der Aaseewiese, was nach- weislich zu weniger „Wildpinkelfällen“ geführt hat, und stellte mithilfe der Stadtwerke auf einer Aus- tauschplattform für die Fachschaften eine interaktive Karte zur Verfügung, auf der diese sich gegen- seitig über die Nutzung von Flächen verständigen konnten. Mehrere Fachschaften organisierten wäh- rend der Herbst-Orientierungswoche 2023 gemeinsame Abfallsammelaktionen, was laut AWM die liegengebliebenen Abfälle auf den Grünflächen reduzierte. Das NB-Tandem und der AStA planen aktuell, das Projekt in 2024 auf die übrigen Hochschulen in Münster auszuweiten und die Vernetzung der Fachschaften und teilnehmenden Instanzen weiter zu verstärken. Konzeption für ein Nachtleben, das zu Münster als einer lebendigen und kulturell aktiven Stadt passt Ein verträgliches, achtsames und sicheres Nachtleben zu fördern, war schon in der Bewerbungsskiz- ze ein erklärtes Ziel des NB-Tandems. Derzeit erarbeitet es gemeinsam mit dem Club Komitee und diversen Vereinen und Kollektiven Grundsätze für sicheres Feiern in Münster. Dazu hat das NB- Tandem in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Achtsamkreis und dem AK Awareness der Universität bereits einen Austauschtermin für Menschen, die im Bereich Awareness (Achtsamkeit auf Veranstal- tungen) tätig sind, sowie drei Workshops für unterschiedliche Zielgruppen von Referent*innen der Leipziger Initiative Awareness organisiert. Zudem befasst sich das NB-Tandem in Kooperation mit dem Hansaforum aktuell mit der Situation der Kioske am Hansaring. Diese wurden nicht zuletzt seit Corona intensiv zum Cornern genutzt, das heißt, Menschen haben sich in unmittelbarer Nähe der Kioske draußen zusammengestellt und bei Getränken unterhalten. Die wachsende Zahl an cornernden Menschen hat allerdings zu Problemen hinsichtlich Lärmemissionen, Abfallentsorgung und Verkehrssicherheit geführt, sodass das Cornern in seiner bisherigen Form aktuell nicht möglich ist. Im Dialog mit allen betroffenen Instanzen und Perso- - 4 - V/0038/2024 nengruppen sollen nun Lösungswege gesammelt werden, um auch in Zukunft Formen des konsum- zwangfreien Zusammenseins im Freien im Hansaviertel und in anderen Vierteln in Münster zu ermög- lichen. Analog zum Cornern sind auch Raves, also von Kollektiven in der Regel unangemeldet durchgeführte Outdoor-Veranstaltungen zu elektronischer Musik, in den letzten Jahren immer beliebter geworden. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Sicherheitsinstanzen sowie der Szene und den Anwoh- nenden will das NB-Tandem in 2024 Möglichkeiten beleuchten, Raves künftig an geeigneten Standor- ten und unter Einbezug von Lärmschutz- und Sicherheitsaspekten stattfinden zu lassen. Dazu steht das Tandem bereits mit Rave-Kollektiven, dem Ordnungsamt und der Polizei im Austausch und hat sich zudem von Mitgliedern der IG Nacht Konsil aus sechs Städten beraten lassen, die Konzepte für eine derartige Nutzung von Freiflächen vorliegen haben. Das erste Resümee zeigt, dass sich die Aktivitäten und Maßnahmen des NB-Teams als wirkungsvol- les Instrument erweisen, um Menschen zu Nachtkulturbelangen zusammenzubringen und gemein- sam Projekte entstehen zu lassen, die zum Beispiel Sicherheit, Lärmschutz, kulturelle Vielfalt und gegenseitiges Verständnis im Nachtleben fördern. Dazu hat das NB-Tandem in den vergangenen 16 Monaten sowohl verwaltungsintern als auch -extern, zu Anwohnenden, Vereinen und Kulturschaffen- den, auf kommunaler wie auf Landes- und Bundesebene ein breites Netzwerk aufgebaut, themendi- verse Projekte in Zusammenarbeit mit den betroffenen Personengruppen und Instanzen umgesetzt und regelmäßige Konfliktvermittlungsarbeit durchgeführt – ein Zwischenresümee, das auch vom Ord- nungsamt in dieser Form ausdrücklich geteilt wird. I.V. gez. Denstorff Stadtbaurat
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Hansaring
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0038/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.01.2024
- Erstellt
- 16.01.2024 12:44