0772/2024
Elternbefragung zur Corona-Pandemie
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Anlage 2 - Ergebnisbericht zur "Elternbefragung zur Corona-Pandemie"
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Januar 2024 für das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln Umfragezentrum Bonn - Prof. Rudinger GmbH (uzbonn GmbH) Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation Elternbefragung zur Corona-Pandemie Ergebnisbericht Vorgelegt von: Umfragezentrum Bonn – Prof. Rudinger GmbH (uzbonn GmbH) Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation Tülin Engin-Stock [sie/ihr] engin@uzbonn.de Dr. Thomas Krüger [er/ihm] krueger@uzbonn.de c/o ZEM - Universität Bonn Oxfordstr. 15, D-53111 Bonn Inhalt ZUSAMMENFASSUNG ....................................................................................................................................... I 1 DIE ELTERNBEFRAGUNG IM ÜBERBLICK .................................................................................................... 1 1.1 UMSETZUNG DER BEFRAGUNG................................................................................................................... 1 1.2 STICHPROBE UND BETEILIGUNG.................................................................................................................. 1 1.3 AUSWERTUNG ....................................................................................................................................... 2 2 WER HAT TEILGENOMMEN? ..................................................................................................................... 3 3 KINDER UND ERZIEHUNGSVERANTWORTUNG IM ALLTAG........................................................................ 4 4 KINDERBETREUUNG UND AUFGABENTEILUNG IN HAUSHALTEN MIT GEMEINSAMER ERZIEHUNGSVERANTWORTUNG ...................................................................................................................... 6 4.1 KINDERBETREUUNGSAUFGABEN IN HAUSHALTEN MIT GEMEINSAMER ERZIEHUNGSVERANTWORTUNG WÄHREND DER CORONA-PANDEMIE........................................................................................................................................... 7 4.2 BERUFSTÄTIGKEIT VON ELTERN AUS HAUSHALTEN MIT GEMEINSAMER ERZIEHUNGSVERANTWORTUNG ....................... 11 4.3 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF DIE VEREINBARKEIT VON BERUFSTÄTIGKEIT UND KINDERBETREUUNG IN HAUSHALTEN MIT GEMEINSAMER ERZIEHUNGSVERANTWORTUNG ................................................................................ 12 5 ZUR LAGE VON ALLEINERZIEHENDEN ...................................................................................................... 14 5.1 BERUFSTÄTIGKEIT ALLEINERZIEHENDER ELTERN ............................................................................................ 16 5.2 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF DIE VEREINBARKEIT VON BERUFSTÄTIGKEIT UND KINDERBETREUUNG FÜR ALLEINERZIEHENDE........................................................................................................................................... 17 6 UNTERSTÜTZUNGSBEDARFE ZUR VERMEIDUNG NEGATIVER FOLGEN FÜR DEN BERUF .......................... 19 6.1 SOG. SYSTEMRELEVANTE BERUFE UND NOTBETREUUNG ................................................................................. 20 7 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF DAS GEHALT ................................................................ 22 8 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF DIE ZEITLICHE BELASTUNG .......................................... 26 9 ZUR SITUATION VON ELTERN VON KINDERN MIT BEHINDERUNG ........................................................... 28 10 HANDLUNGSANSÄTZE FÜR DIE ZUKUNFT............................................................................................ 31 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Selbsteinordnung des Geschlechts ................................................................................................ 3 Abbildung 2: Kölner Stadtbezirke ...................................................................................................................... 3 Abbildung 3: Einordnung der Lebenssituation auf einer „sozialen“ Leiter ........................................................... 4 Abbildung 4: Anzahl und Altersgruppe der Kinder ............................................................................................. 5 Abbildung 5: Lebenssituation und Anteil der Alleinerziehenden ........................................................................ 5 Abbildung 6: Geteilte Sorgeverantwortung und Kinderbetreuung zum Befragungszeitpunkt .............................. 6 Abbildung 7: Geteilte Sorgeverantwortung und Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie..................... 7 Abbildung 8: Unterstützung in der Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie ........................................ 8 Abbildung 9: Persönliche Belastung durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona- Pandemie ......................................................................................................................................................... 9 Abbildung 10: Einschätzungen zur Belastung des anderen Elternteils durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie............................................................................ 10 Abbildung 11: Berufstätigkeit von Eltern in Haushalten mit geteilter Sorgeverantwortung ............................... 11 Abbildung 12: Berufstätigkeit von Eltern in Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung während der Corona-Pandemie ........................................................................................................................................... 12 Abbildung 13: Auswirkungen der Corona-Pandemie und damit verbundenen eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf die berufliche Situation von Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung ............................................................................................................................... 13 Abbildung 14: Aktuelle Unterstützung in der Kinderbetreuung für Alleinerziehende ........................................ 14 Abbildung 15: Unterstützung in der Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie für Alleinerziehende .... 15 Abbildung 16: Persönliche Belastung durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona- Pandemie für Alleinerziehende ....................................................................................................................... 16 Abbildung 17: Berufstätigkeit Alleinerziehender .............................................................................................. 17 Abbildung 18: Berufstätigkeit Alleinerziehender während der Corona-Pandemie ............................................. 17 Abbildung 19: Auswirkungen der Corona-Pandemie und damit verbundenen eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf die berufliche Situation alleinerziehender Eltern ..................................... 18 Abbildung 20: Unterstützungsbedarf zur Abfederung der negativen Auswirkungen auf die Berufstätigkeit von Eltern.............................................................................................................................................................. 20 Abbildung 21: Anteil der in sog. systemrelevanten Berufen beschäftigten Eltern ............................................. 21 Abbildung 22: Bewertung der Notbetreuung als Unterstützung bei der Ausübung der Berufstätigkeit ............. 21 Abbildung 23: Negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Einkommen .......................................... 22 Abbildung 24: Gründe für Gehaltseinbußen, die durch die Corona-Pandemie bedingt waren ........................... 24 Abbildung 25: Höhe der pandemiebedingten Einkommensverluste ................................................................. 25 Abbildung 26: Zwischenzeitliche Verbesserung der Einkommenssituation ....................................................... 26 Abbildung 27: Zeitliche Beanspruchung – aktuell und während der Herausforderungen der Corona-Pandemie 27 Abbildung 28: Kinder mit Behinderung ............................................................................................................ 28 Abbildung 29: Situation während der Corona-Pandemie aus Sicht von Eltern behinderter Kinder .................... 29 Abbildung 30: Schwierigkeiten für Eltern von Kindern mit Behinderung bzw. für Kinder mit Behinderung ........ 30 Seite I Zusammenfassung Die Stadt Köln hat im Jahr 2023 eine Befragung von Eltern durchführen lassen. Ziel dieser Studie war es, Informationen über die Belastungen berufstätiger Eltern während der Corona-Pandemie zu ermit- teln – insbesondere im Zusammenhang mit den eingeschränkten Kinderbetreuungsangeboten. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen deutlich stärker in die alltägliche Betreuung und Versorgung von Kindern eingebunden sind als Männer. Von den Frauen, die in Paarhaushalten leben, kümmert sich etwa jede Vierte im Alltag hauptsächlich oder alleine um die Kinder. Demgegenüber stehen 5 Prozent der Männer, die im Alltag mehr Aufgaben in der Kinderbetreuung übernehmen als ihre Partnerin. Be- rücksichtigt man zusätzlich, dass Frauen häufiger als Männer alleinerziehend sind, tragen im Alltag 41 Prozent der befragten Frauen die hauptsächliche oder alleinige Betreuungsverantwortung für ihre Kinder. Frauen sind seltener als Männer der Ansicht, dass die Sorge- und Erziehungsaufgaben zwischen ihnen und dem anderen Elternteil gleich aufgeteilt sind: Von einer Gleichaufteilung berichten 30 Pro- zent der Frauen und 46 Prozent der Männer. Das bestehende Ungleichgewicht in der Übernahme von Kinderbetreuungsaufgaben zwischen Frauen und Männern hat sich während der Corona-Pandemie, in Zeiten, als Schulen und Kitas geschlossen hat- ten, verstärkt. Frauen haben die in dieser Zeit entstehenden Mehraufwände in der Kinderbetreuung deutlich häufiger aufgefangen als Männer: Im Rückblick auf diese Zeiten gibt jede dritte Frau aus Haus- halten mit geteilter Erziehungsverantwortung an, dass sie sich allein oder hauptsächlich um die Kinder gekümmert hat, während der Anteil der Frauen, die von einer gleichen Aufteilung mit ihrem Partner ausgehen, im Rückblick auf die Corona-Pandemie niedriger ausfällt als aktuell. Dennoch weisen die Rückmeldungen von Männern auch darauf hin, dass ihre Involvierung in Kinderbetreuungsaufgaben in den kritischen Phasen während der Corona-Pandemie stieg. Die Rückmeldungen aus der Elternbefragung verdeutlichen, dass Eltern in aller Regel berufstätig sind. Insofern sind Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Kindern für nahezu alle Eltern relevant: Dies gilt im Grundsatz für Mütter und Väter und für Alleinerziehende und Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung in ähnlicher Weise (die Erwerbsquote liegt in allen Gruppen bei über 90 Pro- zent). Unterschiede bestehen im Beschäftigungsumfang, denn auch für die Stadt Köln zeigen die Ergeb- nisse, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer. Dennoch ist festzuhalten, dass 28 Prozent der Frauen aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung in Vollzeit arbeiten, ebenso wie 41 Prozent der alleinerziehenden Frauen. Für Männer liegen die Anteile der Vollzeitbeschäftigten bei 86 Prozent in Paarhaushalten und 79 Prozent der Alleinerziehenden. Einschränkungen in der Kinder- betreuung betreffen somit die Berufstätigkeit nahezu aller Eltern. Die Schließungen von Schulen und Kitas haben während der Corona-Pandemie zu erheblichen Belastungen von Eltern geführt: Die deutli- che Mehrheit der Eltern fühlte sich durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie sehr stark oder eher stark belastet. In Paar-Erziehungskonstellationen fühlte sich fast jede zweite Mutter stark belastet, jeder dritte Vater. Für Alleinerziehende liegen die Anteile höher und zeigen die besonders starke Belastung in dieser Gruppe. Eine Ursache für die starke Belastung der Eltern ist auch darin zu sehen, dass der Wegfall öffentlicher Kinderbetreuungsangebote während der Pandemie nicht durch andere Unterstützungen kompensierbar war (z. B. aufgrund von Kontaktbeschränkungen, Kontaktverzicht zum Schutz der Großeltern). Die deutliche Mehrheit der Mütter und Väter gibt an, dass sie für die Übernahme der (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben keinerlei oder nur wenig Unter- stützung hatten. Dies gilt besonders für Alleinerziehende: 63 Prozent der alleinerziehenden Mütter hatte keinerlei Unterstützung, 55 Prozent der alleinerziehenden Väter. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in der Kinderbetreuung hatten Auswirkungen auf die Berufstätigkeit von Eltern und diese Auswirkungen waren häufiger negativ als positiv. Die negativen Auswirkungen betrafen besonders häufig die gegebenen Möglichkeiten zur Erfül- lung der eigenen beruflichen Pflichten, die persönliche berufliche Zufriedenheit und auch die grund- sätzliche Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. In allen drei Bereichen berichten Frauen häufiger als Männer von negativen Auswirkungen der Pandemie bzw. der Einschränkungen in der Kinderbetreuung, obgleich auch ein großer Teil der Väter negative Auswirkungen für sich sieht. Zumindest hinsichtlich Seite II der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf kann ein Teil der Väter aus Paarhaushalten auch positive Aus- wirkungen der Corona-Pandemie für die eigene Berufstätigkeit erkennen (rund 30 Prozent). Die meisten der berufstätigen Eltern sahen die Folgen der Corona-Pandemie auf Aspekte ihrer Berufs- tätigkeit eher im kurz- bis mittelfristigen Bereich, mehrheitlich wurden keine Auswirkungen auf weitere berufliche Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten wahrgenommen. Ähnliches gilt mit Blick auf Einkom- men und Verdienst. Allerdings sieht eine Teilgruppe der Eltern durchaus negative Pandemiefolgen für ihr Gehalt. Dies trifft, relativ unabhängig vom Geschlecht, auf etwa ein Viertel der Eltern aus Paarhaus- halten zu; Alleinerziehende sehen mit rund 30 Prozent häufiger negative finanzielle Folgen. Auch wenn sich die Häufigkeit, in der Frauen und Männer von Gehaltsverlusten während der Pandemie betroffen waren, kaum unterscheidet, bestehen deutliche Differenzen in den Gründen für die geringeren Ver- dienste während der Pandemie: Für Männer lagen die Gründe häufiger im Beruf begründet – sie waren häufiger von Kurzarbeit oder Geschäftsschließungen betroffen oder hatten pandemiebedingt weniger Aufträge. Frauen führten ihre Verdienstrückgänge während der Corona-Pandemie häufiger auf die Ein- schränkungen in der Kinderbetreuung zurück, weil sie ihre Arbeitsstunden verringern oder sich unbe- zahlt freistellen lassen mussten. Dies betraf alleinerziehende Frauen in besonders starkem Maße. Im Zusammenhang mit den Belastungen von Eltern durch die Corona-Pandemie wurde häufiger von einer möglichen Retraditionalisierung von Geschlechterrollen gesprochen. 1 Anders als zu Anfang der Pandemie noch vermutet, führt diese Retraditionalisierung von Geschlechterrollen nicht dazu, dass eine Vielzahl von Frauen ihre Erwerbstätigkeit dauerhaft reduzierte, um mehr unbezahlter Sorgearbeit nach- zugehen. Vielmehr scheinen sich bestehende Ungleichheiten während der Corona-Pandemie stabilisiert zu haben – es ist durch die Pandemie nicht schlimmer geworden, aber auch nicht besser.2 Die Ergebnisse der Kölner Elternbefragung zeigen auf, dass Frauen im Allgemeinen mehr Sorgeverantwortung tragen und die Lasten, die durch die eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten entstanden, in stärke- rem Maße trugen. Dies geht auch damit einher, dass sich häufiger negative Auswirkungen auf die Be- rufstätigkeit ergaben, die persönliche Belastung anstieg und die zeitliche Beanspruchung sehr hoch war. Die Rückmeldungen aus der Elternbefragung zeigen, dass Eltern generell nur wenig freie Zeit für sich haben. Frauen betrifft dies in noch stärkerem Maße als Männer: Über 60 Prozent haben auch unter regulären Umständen an einem typischen Tag maximal eine Stunde für sich, während die Mehrheit der Männer mindestens zwei Stunden freie Zeit für sich persönlich hat (obgleich Männer deutlich häufiger als Frauen in Vollzeit berufstätig sind). Die retrospektiven Angaben zur frei verfügbaren Zeit während der Corona-Pandemie zeigen deutlich, dass die zeitliche Beanspruchung von Eltern durch den Mehrauf- wand für Kinderbetreuung extrem hoch war und deutlicher zu Lasten der geringen Freizeit von Frauen ging, auch wenn Väter ebenfalls stark beansprucht waren. Aus gleichstellungspolitischer Perspektive lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass die Entscheidungen zur Schließung von Kitas und Schulen während der Pandemie verstärkt zu Lasten von Frauen gingen. Insgesamt wird anhand der Ergebnisse aus der Elternbefragung deutlich, dass sich für Alleinerziehende noch größere Belastungen ergeben haben als für Eltern, die sich die Erziehungsverantwortung teilen können. Für alleinerziehende Frauen liegen mit Blick auf Belastungen und negative Auswirkungen die im Vergleich kritischsten Ergebnisse vor. Auch dieses Ergebnis ist aus Gleichstellungsperspektive be- deutsam, da Frauen deutlich über 80 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland ausmachen.3 Eltern von Kindern mit Behinderung stellen eine weitere Gruppe dar, die durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen und Einschränkungen vor besonders große Herausforderun- gen gestellt war. Etwa zwei von drei der befragten Eltern haben die Situation damals für sich und ihr behindertes Kind als schwieriger wahrgenommen als dies unter regulären Umständen der Fall ist. Die Angaben zur Art der Belastungen und Schwierigkeiten, die sich speziell für die Situation behinderter 1 Allmendinger, Jutta (2020): Zurück in alte Rollen. Corona bedroht die Geschlechtergerechtigkeit. WZB Mitteilungen Nr. 168, Juni, online verfügbar: https://bibliothek.wzb.eu/artikel/2020/f-23092.pdf [letzter Abruf am: 16.01.2024] 2 Einen Überblick dazu bieten Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), IAB-KURZBERICHT 5|2022, online verfügbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2022/kb2022-05.pdf [zuletzt abgerufen am 16.01.2024] 3 Quelle: Statistisches Bundesamt (2023): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Wo- che/2023/PD23_20_p002.html [letzter Abruf: 16.01.2024] Seite III Kinder aus der Corona-Pandemie ergaben, unterscheiden sich nur wenig zwischen Frauen und Män- nern. Am häufigsten wurde angesprochen, dass sich der Wegfall des gewohnten sozialen Umfeldes in Kita bzw. Schule besonders schwierig gestaltete. Aber auch die Unterbrechung bzw. der vollständige Wegfall von Therapie- und Förderangeboten war häufig problematisch. Auch ist die Mehrheit der Eltern von Kindern mit Behinderung der Ansicht, dass die Gesamtsituation während der Pandemie für die In- klusion und Teilhabe behinderter Kinder sehr nachteilig war. In diesem Zusammenhang ist auch rele- vant, dass, auch wenn sich die Mehrheit der Eltern in der Befragung deutlich gegen Schul- und Kitasch- ließungen aussprach, fast ein Viertel der Eltern von Kindern mit Behinderung angab, dass bei der Rück- kehr in den Präsenzbetrieb in Schule und Kita zu wenig Rücksicht auf die besondere Risikosituation von Kindern mit Behinderung genommen wurde. Dieses Für und Wider veranschaulicht exemplarisch die besondere Anforderungslage, die sich für die Politik während der Corona-Pandemie bei den Entscheidungen über einzelne Infektionsschutzmaßnah- men stellte. Der Schutz von Risikogruppen sowie eine möglichst effektive Einschränkung der Verbrei- tung des Virus zur Abwendung von individuellem gesundheitlichem Schaden, Toten und einer Überlas- tung des Gesundheitssystems standen beim Erlass der umfangreichen Infektionsschutzmaßnahmen im Fokus. Auch wenn die Ergebnisse der Elternbefragung deutlich für eine besondere Belastungslage von Eltern (und Kindern) sprechen, sollte es in dieser Studie nicht darum gehen, die damaligen Maßnahmen gegeneinander aufzuwiegen. Dennoch ist es wichtig, die durch die Maßnahmen entstandenen erhebli- chen Belastungen einzelner gesellschaftlicher Gruppen öffentlich wahrzunehmen und anzuerkennen. Daraus ergibt sich der Auftrag an die Politik, für die Zukunft zu lernen und künftig besser in der Lage zu sein, Abwägungen zwischen dem Für und Wider einzelner Maßnahmen und den damit verbundenen Belastungen für verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu treffen. In der vorliegenden Studie stand die Perspektive der Eltern stark im Fokus, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pande- mie bzw. der damit verbundenen Maßnahmen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Ergeb- nisse zeigen deutlich, dass Eltern heutzutage in aller Regel berufstätig sind und dies im Grundsatz für Frauen und Männer in ähnlicher Weise gilt. Politik sollte diese Lebensrealität in Familien stärker aner- kennen und entsprechend erkennen, dass die Gewährleistung der gesetzlich zugesicherten Kinderbe- treuungsmöglichkeiten unerlässlich ist, um Eltern Berufstätigkeit zu ermöglichen. Einschränkungen in der öffentlichen Kinderbetreuung bringen starke Belastungen für Eltern mit sich. Unter Perspektive der Gleichstellung von Frauen und Männern ist relevant, dass die Einschränkungen in der öffentlichen Kin- derbetreuung während der Corona-Pandemie deutlich stärker von Frauen aufgefangen wurden als von Männern, auch wenn sich Männer stärker in die Kinderbetreuung einbringen als früher. Für die Politik gilt es, die Ergebnisse der Elternbefragung und die Erfahrungen aus der Corona-Pande- mie kritisch zu reflektieren und daraus Ansatzpunkte für zukünftiges Handeln in ähnlichen Situationen abzuleiten, Ideen zur Minimierung absehbarer Risiken zu entwickeln, Nachteile und negative Folgen, die sich bis heute auswirken, möglichst auszugleichen. Dabei sollte es auch um die Frage gehen, an wel- chen Stellen Kommunalpolitik ihre Entscheidungsspielräume optimaler nutzen kann, denn schließlich wurden viele der Entscheidungen, die während der Corona-Pandemie zu den direkten Belastungen von Eltern führten, von Bund und Ländern getroffen. Aus Elternperspektive stellt die Gewährleistung der zugesicherten Betreuungszeiten in Kitas und Schu- len eine fundamentale Voraussetzung für ihre Berufstätigkeit dar. Dies gilt nicht nur im Rückblick auf die akuten Krisenphasen der Corona-Pandemie, sondern auch aktuell, wenn Personalengpässe zu tem- porären Kita-Schließungen oder Unterrichtsausfall führen. Daraus folgt ein klarer Auftrag an die Politik, sich verstärkt um die Gewährleistung öffentlicher Kinderbetreuung zu bemühen. Dazu gehören: Gewährleistung der zugesicherten Betreuungszeiten in Kitas und Schulen, Abwendung von Schließ- zeiten und ggf. sogar Ausweitung der Betreuungszeiten o Damit verbunden auch Maßnahmen zur Vermeidung von Personalengpässen in Kitas und Schulen: Gewinnung, Qualifizierung und Bindung von Personal; Förderung attraktiver, professioneller und gesundheitserhaltender Arbeitsbedingungen für Kita- und Schulperso- nal Seite IV Aus den Ergebnissen der Elternbefragung lassen sich aber auch Handlungsbedarfe für die Politik in fol- genden Feldern ableiten: Digitalisierung und digitale Bildung o Fokus auf die technische Ausstattung in Schulen und bei den Schülerinnen und Schülern ist nicht ausreichend o Verstärkter Fokus auf Verbesserung der digitalen Unterrichtsqualität und Vermeidung zu- nehmend ungleicher Bildungschancen Pandemie-Folgen begegnen o insbesondere im Hinblick auf gesellschaftliche Gruppen, Eltern und Kinder, die besonders stark negativ von den Pandemie-Folgen betroffen waren (z. B. Alleinerziehende) oder bis heute sind (z. B. Kinder, die durch die Schließungen von Kitas, Schulen und Fördereinrich- tungen deutliche Lern- und/oder Förderdefizite aufweisen) o Ausweitung der Angebote zur Gewährleistung von Bildung und Teilhabe, Förderangebote und aufsuchende Hilfen Seite 1 1 Die Elternbefragung im Überblick Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln hat im Jahr 2023 eine Umfrage zu Belastungen von Eltern während der Corona-Pandemie durchführen lassen. Die Umsetzung der Studie erfolgte im Auftrag der Stadt Köln durch uzbonn GmbH – Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation. Im Zentrum des Interesses der Stadt Köln standen Fragen zur Lebens- und Arbeitssituation von Kölner Eltern und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Einkommenssituation, Kinderbetreuung sowie die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Die Befragung richtete sich an Mütter, Väter und Erziehungspersonen von Kindern im Alter unter 18 Jahren mit Wohnsitz in Köln. Mit dem Begriff „Eltern“ wurden alle Personen eingeschlossen, die sich für die Versorgung von Kindern mitverantwortlich fühlen und eine entsprechende Rolle einnehmen. Da sich viele Fragen der Studie auf die alltägliche Betreuungssituation von Kindern bezogen, sollten die Kinder zumindest teilweise oder hauptsächlich im Haushalt der Befragungsteilnehmenden leben. 1.1 Umsetzung der Befragung Die Entwicklung des Fragebogens erfolgte durch uzbonn in enger Abstimmung mit dem Projektteam des Amts für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln. Hauptanforderung der Fragebo- genkonzeption war es, die für die Studie relevanten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Corona- Pandemie möglichst umfänglich abzudecken und gleichermaßen den zeitlichen Umfang zur Bearbeitung des Fragebogens auf einen angemessenen Umfang von 10 bis 15 Minuten zu beschränken. Der Fragebogen wurde zusätzlich in einer Version in einfacher Sprache bereitgestellt, um Teilnah- mehürden zu reduzieren. Die technische Umsetzung und Bereitstellung der Online-Befragung erfolgte durch uzbonn. Die Stichprobenziehung, Kontaktierung und Einladung der Befragungszielgruppe wurden von der Stadt Köln durchgeführt. Es handelte sich um eine anonymisierte Befragung. Die Online-Befragung war über einen offenen Link erreichbar, die Adress- und Befragungsdaten waren vollständig getrennt, d. .h. auch nicht über ein Pseu- donym verknüpfbar, und auch im Fragebogen wurden keine personenbezogenen Daten erfasst, die eine Identifikation der Befragten zulassen. Die Feldphase der Befragung lag im Zeitraum zwischen dem 22.08.2023 und 01.10.2023. 1.2 Stichprobe und Beteiligung Die Stichprobengrundlage bildete das Einwohnermelderegister der Stadt Köln. Aus dem Einwohner- melderegister wurde eine disproportional geschichtete Zufallsstichprobe nach Geschlecht gezogen, wo- bei lediglich Haushalte berücksichtigt wurden, in welchem im Zeitraum der Corona-Pandemie (ab März 2020) schulpflichtige Kinder gemeldet waren (vorzugsweise im Grundschulalter). Insgesamt 30.000 Befragungsleinladungen wurden an Personen gerichtet, die als Frauen im Einwohnerregister hinterlegt waren und 20.000 Befragungseinladungen an im Einwohnerregister registrierte männliche Personen (Bruttostichprobe). 1.027 Befragungseinladungen erwiesen sich als unzustellbar (stichprobenneutrale Ausfälle), sodass die potenziell erreichbare Nettostichprobe 48.973 Personen umfasst. Seite 2 Der Online-Fragebogen wurde 7.460-mal abgeschlossen. 4 Die Beteiligungsquote liegt damit bei 15,2 Prozent der Nettostichprobe. Von den insgesamt 7.460 befragten Personen ordneten sich rund zwei Drittel einer weiblichen Ge- schlechtskategorie zu (n = 4.911), etwa ein Drittel ordnete sich als männlich ein (n = 2.353). Im Rück- bezug auf die angeschriebene Stichprobe (Bruttostichprobe) liegt die Beteiligungsquote von Frauen (16,4 %) leicht über der Beteiligungsquote von Männern (11,8 %). 1.3 Auswertung Einen zentralen Aspekt der Studie bildet die Frage danach, inwiefern Frauen und Männer die Belastun- gen der Corona-Pandemie, insbesondere hinsichtlich der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf, unter- schiedlich wahrgenommen haben. Vor diesem Hintergrund wurden in der Befragung nicht nur Fragen zum eigenen Erleben gestellt, sondern bei manchen Themen auch Einschätzungen mit Blick auf miter- ziehende Personen, d. h. den anderen Elternteil, den Vater oder die Mutter des Kindes, erfasst. Dadurch konnte im Rahmen der Auswertung ein Teil der Ergebnisse nicht nur zwischen befragten Frauen und Männern verglichen werden, sondern auch ein Abgleich vorgenommen werden, inwiefern sich z. B. die Einschätzungen von Müttern hinsichtlich der Belastung von Vätern während der Corona-Pandemie mit den Selbsteinschätzungen von Vätern zu ihrer Belastung in dieser Zeit decken. Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln und die Autorinnen der Studie legen ein inklusives Verständnis von Geschlechterrollen zu Grunde, welches sich nicht auf ein binäres Verständnis von Geschlechterrollen beschränkt und auch nicht-heteronormative Lebensformen gleich- berechtigt einschließt. Dennoch muss sich der Vergleich in der Ergebnisauswertung auf ein binäres Ge- schlechtermodell, d. h. den Vergleich zwischen Frauen und Männern, beschränken. Die geringe Fallzahl (n = 13) an Teilnehmenden an der Befragung, die sich nicht der weiblichen oder männlichen Ge- schlechtskategorie zuordneten, lässt keine belastbare spezifische Auswertung zu (s. Abbildung 1). Die Rückmeldungen dieser Befragten sind in der Darstellung der Gesamtergebnisse berücksichtigt. Weiter- hin ist bei der Ergebnisinterpretation zu berücksichtigen, dass sich eine deutliche Mehrheit der Angaben von Personen, die sich ihre Elternrolle mit einer weiteren Person im Haushalt teilen, auf eine heterose- xuelle Paar- und Erziehungskonstellation beziehen und daher primär solche Lebenssituationen wider- spiegeln. 4 Da die Befragung über einen offenen Link erreichbar war, konnte der Fragebogen von jeder Person ausgefüllt werden, der die- ser Link bekannt war. Mehrfachteilnahmen können somit nicht ausgeschlossen werden, sodass nicht vollständig sicher ist, dass es sich bei den 7.460 auswertbaren Fällen um 7.460 einzelne Personen der angeschriebenen Zielgruppe handelt. Dies ist bei der Interpretation der angegebenen Zahlen zur Beteiligung zu berücksichtigen. Trotz dieser Einschränkungen wurde sich ganz be- wusst für das Vorgehen mit einem offenen Befragungslink entschieden, um die Beteiligungshürden an der Online-Befragung zu reduzieren. Seite 3 2 Wer hat teilgenommen? Von den insgesamt 7.460 befragten Personen ordneten sich rund zwei Drittel einer weiblichen Ge- schlechtskategorie zu, etwa ein Drittel als männlich. Insgesamt 13 Personen ordneten sich einer nicht- binären/diversen Geschlechtskategorie oder keiner der genannten Kategorien zu (s. Abbildung 1). Der höhere Anteil der Frauen geht vorrangig darauf zurück, dass bereits bei der Stichprobenziehung mehr Frauen berücksichtigt wurden (s. Kapitel 1.2). Abbildung 1: Selbsteinordnung des Geschlechts An der Befragung beteiligten sich Eltern aus allen Kölner Stadtbezirken. Verglichen mit der Anzahl der Haushalte mit Kindern in den einzelnen Stadtbezirken sind Haushalte aus Kalk und Mülheim tenden- ziell unterrepräsentiert (7 % in der Befragung zu 12 % der Haushalte mit Kindern in Köln für Kalk; 11 % zu 15 % für Mülheim), Haushalte aus dem Stadtbezirk Lindenthal sind in der Befragung relativ stark vertreten (20 % in der Befragung zu 14 % der Haushalte mit Kindern in Köln). Für alle anderen Stadt- bezirke sind die Abweichungen geringer (+/- 1 bis 3 %) (s. Abbildung 2). Abbildung 2: Kölner Stadtbezirke5 5 Eigene Berechnung auf Basis von: Kölner Statistische Nachrichten 5/2023 - Kölner Stadtteilinformationen Bevölkerungszahlen 2022, online verfügbar unter: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-haushalte/koel- ner_stadtteilinformationen_zahlen_2022_einwohner.pdf [zuletzt abgerufen am 17.01.2024] 66%; 4.911 34%; 2.535 0%; 6 0%; 7 Welcher Geschlechtskategorie ordnen Sie sich zu? Weiblich Männlich Nicht-binär / divers Keine der anderen Antwortoptionen n = 7.460 6% 11% 9% 7% 20% 11% 12% 10% 13% 1% 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Kölner Stadtbezirke Bevölkerungszahlen 2022 (Haushalte mit Kindern) Elternbefragung Seite 4 Die individuelle Lebenssituation wurde mit Hilfe einer „sozialen Leiter“ erfasst. Hierbei sollen sich die Befragten eine Leiter mit 10 Stufen vorstellen, die anzeigt, wo Menschen in Deutschland stehen und sich selbst auf den Stufen von 1 bis 10 einordnen. 6 Die subjektiven Einschätzungen der Befragten weisen darauf hin, dass sich Menschen aller sozialen Schichten an der Befragung beteiligten. 73 Prozent der Befragten ordneten sich auf der unteren Hälfte der Leiter (Stufen 1 bis 5) ein. Auf Männer traf dies häu- figer zu als für Frauen (70 Prozent der befragten Frauen und 79 Prozent der befragten Männer). Frauen wählten zur Beschreibung ihrer sozialen Lage damit etwas häufiger als Männer die obere Mitte und die höchsten Stufen der Leiter als die teilnehmenden Männer (s. Abbildung 3). Abbildung 3: Einordnung der Lebenssituation auf einer „sozialen“ Leiter 3 Kinder und Erziehungsverantwortung im Alltag Etwa die Hälfte der Eltern, die an der Befragung teilnahmen hat zwei Kinder, weitere 19 Prozent sind für drei oder mehr Kinder verantwortlich. Der Anteil der Eltern mit einem Kind liegt bei 29 Prozent. Die meisten der befragten Eltern sind somit für die Betreuung mehrerer Kinder verantwortlich (s. Abbil- dung 4).7 Bereits bei der Stichprobenziehung war darauf geachtet worden, dass in den ausgewählten Haushalten Kinder im Grundschul- und Kita-Alter leben. Daher sind die Angaben zu Anzahl und Alter der Kinder nicht generalisierbar auf die allgemeine Situation von Eltern in Köln. In Abbildung 4 ist ne- ben der Anzahl der Kinder auch die Altersgruppe des Kindes bzw. der Kinder dargestellt. Fast ein Drittel der befragten Eltern hat Kinder im Kita-Alter (unter 6 Jahren), fast die Hälfte der Eltern hat (auch) Kinder im Grundschulalter (zwischen 6 und 10 Jahren), mit 44 Prozent ebenfalls viele der Eltern haben Kinder in der Altersgruppe von 11 bis 14 Jahren. Knapp ein Viertel hat Kinder im Alter zwischen 15 und 17. Die Rückmeldungen von Frauen und Männern zur Anzahl und Altersgruppe ihrer Kinder unterscheiden sich nur wenig, sodass hier auf eine differenzierte Darstellung verzichtet wird. 6 Diese Art der Adaption der MacArthur-Skala zum subjektiven sozialen Status wird zum Beispiel in Befragungen zum Gesund- heitsmonitoring des RKI verwendet und war Bestandteil des „ARB Survey 2018/19 – Wahrnehmung von Armut und Reichtum“, deren Daten in den Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2021) eingingen. 7 Falls zusammengefasste Prozentangaben von den in den Abbildungen dargestellten Prozentangaben einzelner Antwortkatego- rien abweichen, ist dies auf Rundungen zurückzuführen. 28% 42% 20% 10% 38% 41% 15% 6% 31% 42% 18% 9% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Unten (Stufe 1-3) Untere Mitte (Stufen 4 und 5) Obere Mitte (Stufen 6 und 7) Oben (Stufen 8 bis 10) Stellen Sie sich bitte eine Leiter mit 10 Stufen vor, die zeigen soll, wo die Menschen in Deutschland stehen. Wo würden Sie sich und Ihren Haushalt auf der Leiter platzieren? Gesamt (n=7.460) Männer (n=2.535) Frauen (n=4.911) Seite 5 Abbildung 4: Anzahl und Altersgruppe der Kinder In aller Regel leben die Kinder immer oder hauptsächlich im Haushalt der befragten Eltern. Nur 4 Pro- zent der teilnehmenden Eltern gaben an, dass ihre Kinder teilweise bei ihnen und teilweise beim ande- ren Elternteil leben (s. Abbildung 5). Dass die Kinder zumeist im selben Haushalt leben, trifft auf Frauen und Männer in gleichem Maße zu. Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich jedoch (erwartbar) im Anteil der Alleinerziehenden: Während fast ein Viertel der befragten Frauen angab, dass sie die ein- zige erwachsene Person im Haushalt sind, die eine Elternrolle für das Kind bzw. die Kinder einnimmt, traf dies mit 12 Prozent deutlich seltener auf die befragten Männer zu (s. Abbildung 5). Abbildung 5: Lebenssituation und Anteil der Alleinerziehenden 3% 15% 52% 29% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 4 Kinder und mehr 3 Kinder 2 Kinder 1 Kind Wie viele Kinder haben Sie? n = 7.460 27% 44% 49% 22% 8% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 15 bis 17 Jahren von 11 bis 14 Jahren von 6 bis 10 Jahren von 3 bis 5 Jahren unter 3 Jahren In welcher Altersgruppe ist Ihr Kind bzw. sind Ihre Kinder? n = 7.460 96% 4% Leben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern in einem Haushalt? immer oder hauptsächlich bei mir teilweise bei mir und teilweise beim anderen Elternteil n = 7.460 76% 88% 80% 24% 12% 20% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen (n=4.911) Männer (n=2.535) Gesamt (n=7.460) Gibt es in Ihrem Haushalt eine weitere Person, die eine Elternrolle für Ihr Kind bzw. Ihre Kinder einnimmt und sich im Alltag zumindest gelegentlich mit kümmert? Ja Nein Seite 6 4 Kinderbetreuung und Aufgabenteilung in Haushalten mit ge- meinsamer Erziehungsverantwortung Eltern, die sich mit einer weiteren Person im Haushalt die Erziehungsverantwortung für die Kinder bzw. das Kind teilen, leben zumeist mit einer Person des anderen Geschlechts zusammen: 99 Prozent der befragten Männer übernehmen gemeinsam mit einer Frau im Haushalt eine Elternrolle für die Kinder; 97 Prozent der Frauen teilen sich die Elternrolle mit einem Mann im Haushalt. Insofern spiegeln die Rückmeldungen von gemeinsam erziehenden Eltern sehr stark die Situation in heterosexuellen Paar- und Erziehungskonstellationen wider. Abbildung 6: Geteilte Sorgeverantwortung und Kinderbetreuung zum Befragungszeitpunkt Alle Eltern, die sich die Erziehungsverantwortung mit einer weiteren Person im Haushalt teilen, wurden gefragt, wer im Alltag aktuell die Versorgung und Betreuung der Kinder bzw. des Kindes übernimmt. Die Rückmeldungen zeigen deutlich, dass Frauen deutlich stärker in die alltäglichen Kinderbetreuungs- aufgaben eingebunden sind als Männer: Mit 23 Prozent fast jede vierte Frau gibt an, dass sie sich allein oder hauptsächlich um die Kinder kümmert, obgleich es im Haushalt eine weitere (zumeist männliche) Person gibt, die solche Aufgaben potenziell übernehmen könnte. Demgegenüber stehen 1 Prozent der Männer, die angeben, dass sie zum Befragungszeitpunkt hauptsächlich oder alleine für die Versorgung der Kinder verantwortlich sind und weitere 4 Prozent, die zumindest etwas stärker in die Kinderbetreu- ung eingebunden sind als die mitverantwortliche Frau im Haushalt. Knapp die Hälfte der befragten Männer geht davon aus, dass ihre Partnerin zumindest etwas mehr Betreuung übernimmt als sie selbst. Nur 5 Prozent der befragten Männer geben an, dass ihre Partnerin die hauptsächlichen Versorgungs- aufgaben übernimmt. Die befragten Männer gehen zudem häufiger davon aus, dass die Übernahme von Kinderbetreuung und -versorgung zu ungefähr gleichen Teilen zwischen ihnen und dem anderen El- ternteil aufgeteilt sind: 46 Prozent der Männer berichten von einer paritätischen Teilung, 30 Prozent der Frauen (s. Abbildung 6). Berücksichtigt man zusätzlich die alleinerziehenden Frauen, geben 41 Prozent aller befragten Frauen an, dass sie die alleinige/hauptsächliche Sorgeverantwortung im Alltag tragen. Der Vergleichsanteil alleinerziehender Männer sowie nicht-alleinerziehender Männer, die aber die hauptsächliche Kinder- betreuung übernehmen, liegt bei 13 Prozent. 23% 1% 15% 45% 4% 30% 30% 46% 36% 2% 43% 17% 0% 5% 2% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Wer betreut und versorgt Ihr Kind bzw. Ihre Kinder aktuell im Alltag hauptsächlich – eher Sie oder der andere Elternteil? Ich alleine bzw. hauptsächlich ich Eher ich / ich übernehme etwas mehr Betreuung Die Betreuung und Versorgung sind zu ungefähr gleichen Teilen verteilt Eher der andere Elternteil übernimmt etwas mehr Betreuung der andere Elternteil übernimmt alleine oder hauptsächlich die Betreuung Seite 7 4.1 Kinderbetreuungsaufgaben in Haushalten mit gemeinsamer Erzie- hungsverantwortung während der Corona-Pandemie Die deutlich stärkere Involvierung von Frauen in die Betreuung und Versorgung von Kindern verschärft sich im Rückblick auf den Zeitraum der Corona-Pandemie. In der Rückschau auf die krisenhaften Pan- demie-Zeiträume, in welchen Kitas und Schulen geschlossen waren, wird sehr klar, dass Frauen die dadurch entstehenden Aufwände in der Kinderbetreuung deutlich stärker getragen haben als Männer. Während mit Blick auf die aktuelle Situation 23 Prozent der Frauen mit geteilter Elternrolle angeben, dass sie die Kinderbetreuungsaufgaben allein oder hauptsächlich übernehmen, waren es im Rückblick auf den Pandemiezeitraum 36 Prozent der Frauen (s. Abbildung 7). Abbildung 7: Geteilte Sorgeverantwortung und Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie Auch der Anteil der befragten Männer, die angeben, dass ihre Partnerin allein oder hauptsächlich die Kinderbetreuung übernommen hat, liegt im Rückblick auf den Pandemiezeitraum mit 10 Prozent über dem aktuell wahrgenommenen Anteil. Auffallend ist auch, dass sich bei Frauen die Wahrnehmung einer gleichgewichtigen Aufteilung von Kinderbetreuungsaufgaben in der Rückschau auf die Corona-Pande- mie verändert: Während mit Blick auf die aktuelle Situation 30 Prozent der befragten Frauen von einer relativ gleichen Aufteilung der Kinderbetreuungsaufgaben berichten, sind es in der Rückschau auf die Corona-Pandemie 23 Prozent. Dies spricht für eine zunehmende Ungleichheit in der Aufteilung von Sor- geaufgaben während der Pandemie. Dies gilt zumindest aus Perspektive der Frauen, denn dieses Ergeb- nis zeigt sich in den Einschätzungen der befragten Männer nicht. Ähnlich wie mit Blick auf die aktuelle Situation gehen 45 Prozent der Männer davon aus, dass die Kinderbetreuungsaufgaben damals zu etwa gleichen Teilen auf sie und den weiblichen Elternteil aufgeteilt waren (s. Abbildung 7). 36% 3% 24% 34% 10% 25% 23% 45% 31% 5% 30% 14% 1% 10% 5% 1% 1% 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Wer hat Ihr Kind bzw. Ihre Kinder damals während der Corona-Pandemie als Schulen und Kitas geschlossen waren hauptsächlich betreut – (eher) Sie oder der andere Elternteil? Ich alleine bzw. hauptsächlich ich Eher ich / ich habe etwas mehr Betreuung übernommen Die Betreuung und Versorgung waren zu ungefähr gleichen Teilen auf mich und den anderen Elternteil verteilt Eher der andere Elternteil hat etwas mehr Betreuung übernommen der andere Elternteil hat alleine oder hauptsächlich die Betreuung übernommen Trifft n icht z u Seite 8 Die Ergebnisse der Kölner Elternbefragung weisen somit in ähnliche Richtung wie bereits bekannte em- pirische Befunde über eine sich verstärkende Ungleichheit in der Aufteilung von Sorgearbeit während der Corona-Pandemie zu Ungunsten von Frauen.8 Für die Übernahme dieser zusätzlichen Kinderbetreuungsaufgaben hatten Frauen häufig keine oder nur sehr wenig Unterstützung, auch wenn sie die Sorgeverantwortung (zumeist mit einem Partner) teilen konnten: Nur etwa jede vierte der hier befragten Frauen gab an, dass sie eher oder sehr viel Unterstüt- zung hatte. Zwar trifft es auch auf die Mehrzahl der Männer zu, dass die Unterstützung mehrheitlich als gering oder nicht vorhanden wahrgenommen wurde, dennoch kann jeder Dritte von eher bis sehr viel Unterstützung berichten (s. Abbildung 8). Abbildung 8: Unterstützung in der Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie 8 Zum Beispiel zeigen Sondererhebungen des Sozio-oekonomischen Panels bereits für das erste Corona-Jahr 2020, dass Mütter einen Großteil zusätzlichen Kinderbetreuung übernommen haben, auch wenn die Involvierung von Vätern in die Kinderbetreu- ung in diesem Zeitraum deutlich anstieg (bedingt durch ein niedrigeres Ausgangsniveau aber auch mehr Steigerungspotenzial aufweist) (Quelle: Sabine Zinn, Michaela Kreyenfeld und Michael Bayer (2020): Kinderbetreuung in Corona-Zeiten: Mütter tra- gen die Hauptlast, aber Väter holen auf. DIW Aktuell Nr. 51, online verfügbar: https://www.diw.de/de/diw_01.c.794319.de/publikationen/diw_aktuell/2020_0051/kinderbetreuung_in_corona-zei- ten__muetter_tragen_die_hauptlast__aber_vaeter_holen_auf.html )[Zuletzt abgerufen am 16.01.2024] 35% 30% 33% 37% 29% 34% 19% 21% 20% 5% 12% 7% 4% 7% 5% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Wie war es während der Corona-Pandemie/Schließungen von Kitas und Schulen? Ich hatte damals bei den (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben ... keine Unterstützung / habe mich fast immer alleine gekümmert eher wenig Unterstützung eher viel Unterstützung sehr viel Unterstützung Trifft nicht zu Seite 9 Die Rückmeldungen aus der Elternbefragung verdeutlichen, dass die zusätzlichen Kinderbetreuungs- aufgaben während der Corona-Pandemie zu einer starken Belastung von Eltern geführt haben. Die deut- liche Mehrheit der Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung gab in der Befragung an, dass sie sich dadurch sehr oder eher stark belastet gefühlt haben. Für Frauen ergaben sich häufiger starke Belastungen als für Männer: Fast jede zweite Mutter fühlte sich stark belastet, jeder dritte Vater. Etwa ein Viertel der Väter fühlte sich durch die zusätzlichen Kinderbetreuungsaufgaben kaum bis gar nicht belastet; dies gilt nur für 17 % der Frauen aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung (s. Abbildung 9). Abbildung 9: Persönliche Belastung durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie Der Vergleich zwischen den an der Befragung teilnehmenden Frauen und Männern reicht für sich allein genommen nicht aus, um ein belastbares Ergebnis zu den Lebensrealitäten in Kölner Familien zu be- kommen. So könnte es z. B. sein, dass die an der Befragung teilnehmenden Männer/Väter besonders stark in die Kinderbetreuung involviert sind und die an der Befragung teilnehmenden Frauen mit Män- nern zusammenleben, die sich weniger in die Kinderbetreuung einbringen – oder es könnte natürlich auch umgekehrt sein. Daher wurden Personen, die sich die Kinderbetreuung mit einer weiteren Person im Haushalt teilen, nicht nur zu ihrer eigenen Situation befragt, sondern auch um Einschätzungen zur Belastung der mitbetreuenden Frau bzw. dem mitbetreuenden Mann gebeten. Diese gespiegelten Ein- schätzungen stützen die Befunde zur besonderen Belastung von Frauen: Fast die Hälfte der befragten Männer gab an, dass die mitbetreuende Frau sehr stark durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsauf- gaben während der Corona-Pandemie belastet wurde (s. Abbildung 10).9 Die Einschätzungen von Frauen zur persönlichen Belastung ihres Partners durch die (zusätzlichen) Kin- derbetreuungsaufgaben weichen stärker von den Selbsteinschätzungen der befragten Männer ab: Wäh- rend ein Drittel der befragten Männer angab, dass sie durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufga- ben sehr stark belastet waren, gab nur etwa ein Viertel der befragten Frauen an, dass ihr Partner sehr stark belastet war. Auch gaben über 40 Prozent der Frauen an, dass ihr männlicher Partner überhaupt nicht oder eher wenig belastet war – in den Selbsteinschätzungen der Männer traf dies auf nur 26 Pro- zent zu. Diese Differenzen könnten darauf zurückzuführen sein, dass sich Männer, die sich eher stärker in die Kinderbetreuung einbringen oder damals während der Corona-Pandemie einbrachten, systema- tisch häufiger an der Befragung beteiligten. Eine andere mögliche Interpretation wäre, dass sich die Fremd- und Selbsteinschätzung von Frauen und Männern generell deutlicher voneinander unterschei- den und Frauen die Belastung ihres Partners systematisch schwächer einschätzen. Unabhängig von möglichen Interpretationen, bleibt der Befund, dass sowohl in der Selbst- als auch Fremdeinschätzung deutlich wird, dass Frauen durch die zusätzlichen Kinderbetreuungsaufgaben, die sich aus den Corona- Schutzmaßnahmen ergaben, deutlich stärker belastet wurden als Männer, obgleich dies auch für Väter 9 In der Selbsteinschätzung wurde gleiches von ebenfalls etwa der Hälfte der befragten Frauen berichtet, s. Abbildung 9. 47% 32% 42% 35% 40% 37% 14% 22% 17% 3% 5% 4% 1% 1% 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Wie stark haben Sie persönlich sich durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie belastet gefühlt? Sehr stark belastet Eher belastet Eher wenig belastet Überhaupt nicht belastet Trifft n icht zu Seite 10 mit deutlich höheren Belastungen verbunden war. Die Ergebnisse aus der Kölner Elternbefragung stüt- zen somit Befunde anderer Studien, die zeigen, dass Mütter durch die Pandemie sehr viel stärker belas- tet waren als Väter und es bei ihnen deutlich stärkere Einbußen in der wahrgenommenen Lebenszufrie- denheit und größere Einbußen hinsichtlich des persönlichen Wohlbefindens gab.10 Abbildung 10: Einschätzungen zur Belastung des anderen Elternteils durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben wäh- rend der Corona-Pandemie 10 Jessen, Jonas; Spieß, C. Katharina; Wraights, Sevrin; Wrohlich, Katharina (2022): The gender division of unpaid care work throughout the COVID-19 pandemic in Germany. German-Economic Review 23(4). Berlin: De Gruyter: 641–667. 24% 46% 32% 33% 35% 34% 33% 16% 27% 8% 3% 6% 1% 1% 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Was denken Sie – wie stark war der andere Elternteil durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie belastet? Sehr stark belastet Eher belastet Eher wenig belastet Überhaupt nicht belastet Trifft n icht z u Seite 11 4.2 Berufstätigkeit von Eltern aus Haushalten mit gemeinsamer Erzie- hungsverantwortung Eltern sind in aller Regel berufstätig. Dies gilt im Grundsatz in ähnlichem Umfang für Mütter wie für Väter: 97 Prozent der Männer und 91 Prozent der Frauen, die sich die Erziehungsaufgaben mit einer weiteren Person im Haushalt teilen, waren zum Befragungszeitpunkt in Vollzeit oder Teilzeit beschäftigt oder gingen einer geringfügigen oder unregelmäßigen Beschäftigung nach. Deutliche Unterschiede zwi- schen Frauen und Männern bestehen aber (bekanntermaßen) im Anteil der Teilzeitbeschäftigten: Wäh- rend 86 Prozent der Väter in Vollzeit arbeiten, trifft dies auf nur 28 Prozent der befragten Mütter zu; 60 Prozent der Mütter, die sich die Sorgeverantwortung für ihre Kinder teilen, sind in Teilzeit berufstä- tig.11 Der Anteil der Frauen, die geringfügigen oder unregelmäßigen Beschäftigungen nachgehen, liegt mit 4 Prozent ebenfalls über dem Anteil der Männer (1 %). 12 Obgleich es allgemein relativ selten vor- kommt, gehen Frauen mit 9 Prozent häufiger keiner Berufstätigkeit nach als Männer (3 Prozent) (s. Ab- bildung 11). Abbildung 11: Berufstätigkeit von Eltern in Haushalten mit geteilter Sorgeverantwortung Der Anteil derer, die zum Befragungszeitpunkt keiner Berufstätigkeit nachgingen, ist mit 7 Prozent aller befragten Eltern relativ gering. Diese Personen wurden in der Befragung zu den Gründen be- fragt, aus welchen sie zurzeit nicht berufstätig sind. Die Rückmeldungen weisen darauf hin, dass Müt- ter häufiger nicht berufstätig sind, weil sie unbezahlte Familien- und Sorgearbeit leisten bzw. Eltern- schaft häufiger einen Grund darstellt: 55 Prozent der nicht berufstätigen Frauen nannten als Grund, dass sie ausschließlich in privater Familienarbeit tätig sind oder sich in Elternzeit/Mutterschutz befin- den. Dies traf mit 24 Prozent seltener auf nicht berufstätige Männer zu. Arbeitslosigkeit und Arbeits- suche bilden hingegen die häufigsten Gründe dafür, dass Männer nicht berufstätig sind (32 % im Ver- gleich zu 15 % der Frauen). Auch im Rückblick auf den Zeitraum während der Corona-Pandemie zeigt sich, dass die meisten der befragten Eltern in dieser Zeit die ganze Zeit über, oder zumindest zeitweise, berufstätig waren. Dies gilt für 98 Prozent der befragten Männer und 89 Prozent der Frauen aus Haushalten mit geteilter Sorgever- antwortung (s. Abbildung 12). Dies verdeutlicht, dass Fragen der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf für die große Mehrheit der Eltern relevant sind bzw. damals waren. Einschränkungen in der Kinderbe- treuung durch Schulen und Kitas betreffen somit die Eltern in Breite. Der relativ stabile Anteil der nicht 11 Nach Daten des Statistischen Bundesamts arbeitete im Jahr 2022 fast jede zweite Frau (49 %) in einer Teilzeitbeschäftigung, bei den Männern war es nur jeder achte (13 %), wobei hier alle Frauen und Männer berücksichtigt sind und nicht nur Personen mit Kindern im Kita- und Schulalter. Online verfügbar, unter: https://www.destatis.de/DE/Im-Fokus/Fachkraefte/Erwerbstae- tigkeit/_inhalt.html [letzter Abruf am: 16.01.2024] 12 Auch dies deckt sich weitgehend mit der bekannten Datenlage. So weisen Berechnungen des WSI darauf hin, dass Frauen im Jahr 2021 rund 1,5-mal so häufig ausschließlich geringfügig beschäftigt waren wie Männer. Online verfügbar unter: https://www.wsi.de/data/wsi_gdp_ea-verhaeltnis-03.pdf [zuletzt abgerufen am 16.01.2024] 28% 86% 50% 60% 10% 41% 4% 1% 3% 9% 3% 6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Sind Sie aktuell berufstätig (angestellt, selbständig, freiberuflich, beamtet)? Vo llzeit Teilzeit Geringfügig oder unregelmäßig beschäftigt (z. B. Minijob) Nein Seite 12 berufstätigen Eltern weist zudem darauf hin, dass die Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie nicht dazu geführt haben, dass Mütter oder Väter dauerhaft auf ihre Berufstätigkeit verzichteten, um die Mehrbelastungen in der Kinderbetreuung auszugleichen, vielmehr wurden Berufstätigkeit und Kinder- betreuung weiterhin unter erschwerten Bedingungen vereinbart. Abbildung 12: Berufstätigkeit von Eltern in Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung während der Corona-Pandemie 4.3 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vereinbarkeit von Be- rufstätigkeit und Kinderbetreuung in Haushalten mit gemeinsamer Erziehungsverantwortung Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in der Kinderbetreuung hatten häufig Auswirkungen auf die Berufstätigkeit von Eltern und diese Auswirkungen waren häufiger negativ als positiv. So geben Eltern aus Haushalten mit gemeinsamer Erziehungsverantwortung häufig an, dass es negative Auswirkungen hinsichtlich der Möglichkeiten zur Erfüllung der beruflichen Pflichten, der vorhandenen Spielräume zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der eigenen beruflichen Zu- friedenheit gab. In allen drei dieser Bereiche sehen Frauen häufiger und mehrheitlich negative Konse- quenzen für ihre Berufstätigkeit. So sehen zwei von drei Frauen sehr oder eher negative Auswirkungen auf ihre damaligen Möglichkeiten zur Erfüllung ihrer beruflichen Pflichten. Dieser Anteil liegt zehn Pro- zentpunkte über dem der Männer. Ebenfalls etwa zwei von drei Frauen sehen negative Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Dies trifft hingegen auf jeden zweiten Mann zu. Interessant ist, dass sich die Rahmenbedingungen während der Corona-Pandemie aus Sicht der Väter häufiger positiv auf die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf ausgewirkt hat: 29 Prozent der Väter sehen positive Effekte, dies sehen nur 15 Prozent der Frauen ähnlich positiv (s. Abbildung 13). 62 Prozent der Frauen haben für sich negative Effekte der Corona-Pandemie auf ihre berufliche Zufrie- denheit wahrgenommen, auch dieser Wert ist gegenüber dem Anteil der Männer um zehn Prozent- punkte erhöht (s. Abbildung 13). Die Einschätzungen der berufstätigen Eltern zeigen, dass die meisten von ihnen davon ausgehen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre berufliche Situation eher kurz- bis mittelfristig andau- erten. So sieht die Mehrheit keine Auswirkungen auf ihre weiteren beruflichen Chancen, zum Beispiel hinsichtlich ihrer weiteren Aufstiegsmöglichkeiten. Auch wenn es die Mehrheit nicht betrifft, kommen Frauen häufiger zu einem negativen Urteil als Männer: Während fast ein Drittel der Frauen eher bis sehr negative Auswirkungen auf ihre weiteren beruflichen Chancen sieht, sieht dies nur ein Viertel der Männer ähnlich negativ. Weniger groß sind die geschlechtsspezifischen Differenzen in den subjektiv wahrgenommenen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gehalt. Relativ unabhängig vom Ge- 73% 92% 80% 16% 6% 12% 11% 2% 7% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.720) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.229) Gemeinsamerziehende Gesamt (n=5.958) Waren Sie in den letzten Jahren während der Corona-Pandemie (im Zeitraum ab März 2020) berufstätig? Ja, die ganze Zeit Ja, zeitweise Nein Seite 13 schlecht sieht ein Viertel der berufstätigen Eltern aus Haushalten mit gemeinsamer Erziehungsverant- wortung negative Auswirkungen der eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten während der Pandemie auf ihren Verdienst (s. Abbildung 13).13 Abbildung 13: Auswirkungen der Corona-Pandemie und damit verbundenen eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkei- ten auf die berufliche Situation von Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung 13 Der Frage nach den Auswirkungen auf das Gehalt wird in Kapitel 7 genauer nachgegangen. 62% 31% 5% 24% 71% 2% 30% 64% 2% 64% 19% 15% 69% 24% 4% 52% 37% 9% 22% 73% 4% 23% 72% 2% 48% 22% 29% 56% 36% 6% 58% 33% 7% 23% 72% 3% 27% 67% 2% 58% 20% 21% 64% 29% 5% 0% 20% 40% 60% 80% 100% sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv meine Zufriedenheit im Beruf meinen Verdienst/mein Gehalt meine weiteren beruflichen Chancen (z . B. Aufstiegsmöglichkeiten) die Möglichkeiten, Kinder und Beruf miteinander zu vereinbaren die Möglichkeiten, meine beruflichen Pflich ten zu erfüllen Was denken Sie – wie haben sich die Corona-Pandemie und die damaligen Einschränkungen in der Kinderbetreuung auf Ihre Berufstätigkeit ausgewirkt? Gesamt (n=5.958) Gemeinsamerziehende Männer (n=2.185) Gemeinsamerziehende Frauen (n=3.329) Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren. Seite 14 Eltern, die sich die Erziehungsverantwortung mit einer anderen Person im Haushalt teilen, wurde eine ähnliche Frage auch mit Blick auf den anderen berufstätigen Elternteil gestellt. Die Fremdeinschätzun- gen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den berufstätigen anderen Elternteil spiegeln die Selbsteinschätzungen weitgehend und validieren die Ergebnisse. So nehmen z. B. auch die befragten Männer häufiger an, dass die Corona-Pandemie negative Auswirkungen auf die berufliche Zufriedenheit ihrer Partnerin hatte, als dass sie in dieser Hinsicht negative Folgen für sich selbst sahen. 5 Zur Lage von Alleinerziehenden Insgesamt 20 Prozent der befragten Eltern sind alleinerziehend, d. h. es gibt im Haushalt keine weitere erwachsene Person, die eine Elternrolle einnimmt und sich (zumindest gelegentlich) mit um das Kind bzw. die Kinder kümmert. Der Anteil der Alleinerziehenden liegt unter den befragten Frauen mit 24 Pro- zent deutlich über dem der Männer (12 %). Der Gesamtanteil von 20 Prozent Alleinerziehender deckt sich mit Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2022, die davon ausgehen, dass es in rund jeder fünften Familie mit Kindern im Alter unter 18 Jahren nur einen Elternteil gibt. Der Frauenanteil unter den Alleinerziehenden lag im Jahr 2022 bei 84 Prozent. Auch wenn der Anteil alleinerziehender Väter in den letzten Jahren zunahm, sind nach wie vor mehrheitlich Frauen betroffen, wenn auf die Lage Alleinerziehender Bezug genommen wird.14 Die Rückmeldungen aus der Elternbefragung zeigen deutlich, dass die meisten Alleinerziehenden bei der Kinderbetreuung im Alltag keine oder nur wenig Unterstützung durch Dritte (z. B. den anderen El- ternteil oder die Großeltern des Kindes) haben. Gut die Hälfte der Alleinerziehenden kümmert sich fast immer allein um das Kind bzw. die Kinder; nur 17 Prozent geben an, eher viel bis sehr viel Unterstützung durch andere Personen zu haben. Im Vergleich zwischen alleinerziehenden Müttern und Vätern zeich- net sich ab, dass die Problemlage einer sehr geringen Umfeldunterstützung für Frauen noch häufiger gilt als für Männer: 86 Prozent der alleinerziehenden Mütter haben keine bis wenig Unterstützung im Kinderbetreuungsalltag, 73 % der alleinerziehenden Väter (s. Abbildung 14). Abbildung 14: Aktuelle Unterstützung in der Kinderbetreuung für Alleinerziehende 14 Quelle: Statistisches Bundesamt (2023): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Wo- che/2023/PD23_20_p002.html [letzter Abruf: 16.01.2024] 54% 47% 53% 32% 25% 31% 11% 17% 12% 3% 10% 4% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Alleinerziehende Frauen (n=1.191) Alleinerziehende Männer (n=306) Alleinerziehende Gesamt (n =1.502) Wie ist das aktuell bei Ihnen zuhause? Kümmern Sie sich ganz alleine um Ihr Kind bzw. Ihre Kinder oder gibt es Personen, die Sie bei der Betreuung und Versorgung Ihrer Kinder teilweise unterstützen (z. B. der andere Elternteil, die Großeltern)? keine Unterstützung und kümmere mich fast immer alleine eher wenig Unterstützung eher viel Unterstützung sehr viel Unterstützung Seite 15 Für den Zeitraum der Corona-Pandemie zeigen bereits die Rückmeldungen von Eltern, die sich die Er- ziehungsrolle mit anderen im Haushalt lebenden Personen teilen, dass es wenig Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld für die Übernahmen von Kinderbetreuungsaufgaben gab (vgl. Abbildung 8). Dies gilt in noch stärkerem Maße für Alleinerziehende, wobei sich die Lage für alleinerziehende Frauen noch kritischer darstellt als für alleinerziehende Väter: 63 Prozent der alleinerziehenden Frauen hatten keine Unterstützung bei der Übernahme der zusätzlichen Kinderbetreuungsaufgaben, 55 Prozent der allein- erziehenden Männer. Die deutliche Mehrheit der alleinerziehenden Eltern hatte während der Corona- Pandemie kaum Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld, um die zusätzlichen Kinderbetreuungs- aufgaben abzufangen (88 Prozent der Frauen, 73 % der Männer, s. Abbildung 15). Auch wenn sich diese Ergebnisse im Rückblick auf die Corona-Pandemie noch kritischer darstellen als im Hinblick auf die aktuell verfügbare Umfeldunterstützung, ist es wichtig festzuhalten, dass die Mehrheit der Alleinerzie- henden die Kinderbetreuung auch unter regulären Bedingungen allein bewerkstelligen muss und dabei auf wenig Unterstützung aus dem Umfeld zugreifen kann. Die Corona-Pandemie hat diese Situation etwas verschärft. Abbildung 15: Unterstützung in der Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie für Alleinerziehende Die Rückmeldungen der Alleinerziehenden zeigen, ähnlich wie die Ergebnisse der Eltern, die ihre Kin- der gemeinsam erziehen, dass die Schließungen von Kitas und Schulen zu erheblichen persönlichen Be- lastungen geführt haben. Die deutliche Mehrheit alleinerziehender Eltern gab an, dass sie sich durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben sehr oder eher stark belastet gefühlt haben. Im Vergleich zu gemeinsam erziehenden Eltern geben Alleinerziehende häufiger an, dass sie durch die zusätzlichen Kin- derbetreuungsaufgaben sehr stark belastet waren – sowohl für alleinerziehende Frauen als auch Männer liegen die Anteile über dem der Eltern, die ihr Kind gemeinsam mit einer anderen Person versorgen. Die zusammengefassten Anteile derer, die sich sehr bis eher stark belastet fühlten, sind für Alleinerziehende jedoch ähnlich hoch wie für andere Eltern, wobei auch hier Frauen häufiger von starken Belastungen berichten als Männer (s. Abbildung 16 und Vergleichswerte in Abbildung 9). Insofern ist einerseits fest- zuhalten, dass die persönlichen Belastungen ein generelles Problem für Eltern waren, Alleinerziehende aber besonders häufig stark negativ betroffen waren. Hierbei könnte eine Rolle spielen, dass Alleiner- ziehende nicht nur allein für die Kinderbetreuung verantwortlich sind, sondern auch häufiger die Hauptlast für das Familieneinkommen tragen, sodass für Alleinerziehende Einschränkungen in der Ver- einbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung besonders starke Belastungen bedeuten können. 63% 55% 61% 25% 18% 24% 8% 15% 10% 2% 9% 4% 2% 3% 2% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Alleinerziehende Frauen (n=1.191) Alleinerziehende Männer (n=306) Alleinerziehende Gesamt (n=1.502) Wie war es während der Corona-Pandemie/Schließungen von Kitas und Schulen? Ich hatte damals bei den (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben... keine Unterstützung / habe mich fast immer alleine gekümmert eher wenig Unterstützung eher viel Unterstützung sehr viel Unterstützung Trifft n icht z u Seite 16 Abbildung 16: Persönliche Belastung durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie für Alleinerziehende 5.1 Berufstätigkeit alleinerziehender Eltern Alleinerziehende Eltern sind häufig berufstätig: 89 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 92 Pro- zent der alleinerziehenden Väter waren zum Befragungszeitpunkt in Vollzeit oder Teilzeit beschäftigt oder gingen einer geringfügigen oder unregelmäßigen Beschäftigung nach (s. Abbildung 17). Alleiner- ziehende Mütter sind somit grundsätzlich genauso häufig berufstätig wie Mütter, die sich die Sorgever- antwortung mit einer weiteren Person im Haushalt teilen können. Deutliche Unterschiede bestehen je- doch im Anteil der Vollzeitbeschäftigten: Während 28 Prozent der Mütter aus Haushalten mit geteilter Sorgeverantwortung Vollzeit arbeiten, liegt der Anteil der vollzeitbeschäftigten alleinerziehenden Frauen bei 41 Prozent (s. Abbildung 17 und Abbildung 11). Die zeitliche Beanspruchung durch ihren Be- ruf ist somit bei alleinerziehenden Müttern im Vergleich deutlich höher. Interessant ist, dass sich diese Differenzen im Beschäftigungsumfang zwischen alleinerziehenden Vätern und Vätern aus Haushalten, in welchen die Sorgeverantwortung geteilt werden kann, nicht in dieser Deutlichkeit zeigen. Zwar sind alleinerziehende Väter seltener in Vollzeit berufstätig als Väter aus Haushalten mit gemeinsamer Sorge (79 % zu 86 %), die Differenz ist jedoch deutlich kleiner als die der Frauen (s. Abbildung 17 und Abbil- dung 11). Im Rückblick auf den Zeitraum der Corona-Pandemie zeigt sich, ähnlich wie für Eltern aus Haushalten mit geteilter Sorgeverantwortung, dass die Erwerbsbeteiligung in dieser Zeit kaum geringer ausgefallen ist als aktuell (s. Abbildung 18). Die meisten der Alleinerziehenden waren in dieser Zeit berufstätig und somit in Breite vor die Herausforderung gestellt, Beruf und Kinderbetreuung zu vereinbaren und dies bei einer vergleichsweise hohen zeitlichen beruflichen Beanspruchung, da der Anteil vollzeitbeschäftig- ter alleinerziehender Eltern relativ hoch ist. 55% 42% 52% 28% 29% 28% 13% 18% 14% 4% 7% 5% 1% 3% 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Alleinerziehende Frauen (n=1.191) Alleinerziehende Männer (n=306) Alleinerziehende Gesamt (n=1.502) Wie stark haben Sie persönlich sich durch die (zusätzlichen) Kinderbetreuungsaufgaben während der Corona-Pandemie belastet gefühlt? Sehr stark belastet Eher belastet Eher wenig belastet Überhaupt nicht belastet Trifft n icht z u Seite 17 Abbildung 17: Berufstätigkeit Alleinerziehender Abbildung 18: Berufstätigkeit Alleinerziehender während der Corona-Pandemie 5.2 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vereinbarkeit von Be- rufstätigkeit und Kinderbetreuung für Alleinerziehende Die Einschätzungen alleinerziehender Mütter und Väter zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Einschränkungen in der Kinderbetreuung für ihre Berufstätigkeit unterscheiden sich nicht sub- stanziell von denen der Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung. Auch für Allein- erziehende ergaben sich am häufigsten negative Auswirkungen auf die berufliche Zufriedenheit, die Möglichkeiten zur Erfüllung der beruflichen Pflichten sowie die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf (s. Abbildung 19 und Abbildung 13). Außerdem zeichnet sich auch für Alleinerziehende ab, dass Frauen häufiger als Männer negative Auswirkungen wahrnahmen. Insofern standen berufstätige Eltern recht unabhängig von ihrer Lebenssituation vor recht ähnlichen Herausforderungen und erlebten ähnliche Auswirkungen der Einschränkungen in der Kinderbetreuung auf ihren Beruf. Anzumerken ist, dass alleinerziehende Väter, anders als Väter aus Haushalten mit geteilter Sorge, den Rahmenbedingungen der Pandemie hinsichtlich der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf seltener et- was Positives abgewinnen konnten. 41% 79% 48% 45% 12% 38% 3% 1% 3% 11% 8% 10% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Alleinerziehende Frauen (n=1.191) Alleinerziehende Männer (n=306) Alleinerziehende Gesamt (n=1.502) Sind Sie aktuell berufstätig (angestellt, selbständig, freiberuflich, beamtet)? Vo llzeit Teilzeit Geringfügig oder unregelmäßig beschäftigt (z. B. Minijob) Nein 76% 83% 77% 11% 9% 11% 13% 8% 12% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Alleinerziehende Frauen (n=1.191) Alleinerziehende Männer (n=306) Alleinerziehende Gesamt (n=1.502) Waren Sie in den letzten Jahren während der Corona-Pandemie (im Zeitraum ab März 2020) berufstätig? Ja, die ganze Zeit Ja, zeitweise Nein Seite 18 Außerdem zeichnet sich für Alleinerziehende ein höherer Anteil derer ab, die negative Konsequenzen für ihren Verdienst sahen: Rund 30 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter berichtete von ne- gativen Auswirkungen, etwa 23 Prozent der gemeinsam erziehenden Eltern. Der Frage nach den Aus- wirkungen auf das Gehalt wird in Kapitel 7 ausführlicher nachgegangen. Es liegen aus der Studie Hin- weise vor, die aufzeigen, dass Alleinerziehende in finanzieller Hinsicht häufiger und langfristiger mit negativen Folgen konfrontiert waren bzw. sind. Abbildung 19: Auswirkungen der Corona-Pandemie und damit verbundenen eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkei- ten auf die berufliche Situation alleinerziehender Eltern 67% 26% 5% 30% 64% 3% 35% 58% 3% 66% 17% 15% 71% 23% 5% 53% 35% 8% 32% 62% 4% 29% 64% 3% 53% 26% 19% 60% 31% 6% 64% 28% 6% 30% 63% 3% 34% 59% 3% 64% 19% 16% 69% 24% 5% 0% 20% 40% 60% 80% 100% sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv sehr/eher negativ keine Auswirkungen sehr/eher positiv meine Zufriedenheit im Beruf meinen Verdienst/mein Gehalt meine weiteren beruflichen Chancen (z. B. Aufstiegsmöglichkeiten) die Möglichkeiten, Kinder und Beruf miteinander zu vereinbaren die Möglichkeiten, meine beruflichen Pflichten zu erfüllen Was denken Sie – wie haben sich die Corona-Pandemie und die damaligen Einschränkungen in der Kinderbetreuung auf Ihre Berufstätigkeit ausgewirkt? Alleinerziehende Gesamt (n=1.321) Alleinerziehende Männer (n=283) Alleinerziehende Frauen (n=1.035) Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren. Seite 19 6 Unterstützungsbedarfe zur Vermeidung negativer Folgen für den Beruf Sofern berufstätige Eltern negative Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damaligen Einschrän- kungen in der Kinderbetreuung auf ihren eigenen Beruf wahrgenommen hatten, wurden sie auch da- nach gefragt, welche Art von Unterstützung es gebraucht hätte, damit sich die Corona-Pandemie weni- ger negativ auf die Berufstätigkeit ausgewirkt hätte. Da sich die Rückmeldungen von Alleinerziehenden und Eltern aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung nicht deutlich unterscheiden, wird hier eine allgemeine Perspektive eingenommen. Die Rückmeldungen von über 70 Prozent der berufstätigen Mütter und Väter verdeutlichen, dass die Sicherstellung der vereinbarten Betreuungszeiten in der Kita bzw. Schule die zentrale Forderung berufs- tätiger Eltern darstellt, um Berufstätigkeit zu gewährleisten. Andere Unterstützungsbereiche bzw. -maß- nahmen wurden deutlich seltener benannt. Etwa ein Viertel der berufstätigen Eltern hätte sich damals sogar eine Ausweitung der Betreuungszeiten in Kita und Schule gewünscht. Ebenfalls etwa einem Viertel hätte es geholfen, wenn es mehr zeitliche Flexibilität im Beruf gegeben hätte (z. B. eine andere Auftei- lung der Wochenarbeitszeit möglich gewesen wäre). Mit unter 20 Prozent ein kleinerer Anteil gibt an, dass sie sich ein vertrauensvolleres Miteinander am Arbeitsplatz gewünscht hätten, z. B. mehr Vertrauen der Arbeitgebenden in die Leistungen im Homeoffice oder mehr Rücksicht auf die besondere Lage von Kolleg*innen und Vorgesetzten. Allgemein lässt sich feststellen, dass Frauen und Männer bzw. Mütter und Väter insgesamt sehr ähnliche Rückmeldungen zu Unterstützungsbedarfen geben. Insofern zeich- net sich ab, dass berufstätige Eltern, geschlechtsunabhängig, vor sehr ähnlichen Herausforderungen standen, um ihre Berufstätigkeit und die Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie zu vereinba- ren und negative Folgen für ihren Beruf zu vermeiden. Auffallend ist aber, dass fast jede vierte der hier befragten Frauen angab, dass sie sich mehr Unterstützung durch ihren Partner bzw. den anderen El- ternteil gewünscht hätten (s. Abbildung 20). Insofern weisen die Rückmeldungen der Frauen darauf hin, dass Fragen der gleichberechtigten Aufgabenteilung in den Familien während der Pandemie an Re- levanz gewannen und die Einschränkungen in der Kinderbetreuung in stärkerem Maße durch Frauen aufgefangen wurden. Seite 20 Abbildung 20: Unterstützungsbedarf zur Abfederung der negativen Auswirkungen auf die Berufstätigkeit von Eltern 6.1 Sog. systemrelevante Berufe und Notbetreuung Eltern, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren, wurden gefragt, ob sie in einem sog. sys- temrelevanten Beruf arbeiten und damit grundsätzlich die Voraussetzungen zur Nutzung der Notbe- treuung mitbrachten. Dies traf auf 44 Prozent der berufstätigen Frauen und 32 Prozent der Männer zu (s. Abbildung 21). Die Rückmeldungen zeigen somit auch für Köln, dass Frauen häufiger in systemrele- vanten Berufen arbeiten als Männer.15 Unabhängig vom Geschlecht wurde das Angebot zur Notbetreuung von rund 20 Prozent der durch ihren systemrelevanten Beruf berechtigen Eltern nicht in Anspruch genommen – die Rückmeldungen von Frauen und Männern unterscheiden sich an dieser Stelle nicht. 15 Zum Beispiel weisen Berufe im Gesundheitsbereich und in der Krankenpflege, Erziehung und Sozialarbeit, dem Verkauf von Lebensmitteln und Reinigungsberufe einen Frauenanteil von je über 70 Prozent auf. Quelle: Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schrenker und Aline Zucco (2020), DIW Berlin aktuell, Nr. 48. Online verfügbar unter: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.792728.de/diw_aktuell_48.pdf [zuletzt abgerufen am 17.01.2024] 5% 15% 19% 23% 20% 28% 22% 72% 6% 14% 14% 6% 15% 25% 29% 77% 5% 15% 17% 17% 18% 27% 25% 74% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Keine besondere Unterstützung. Sonstiges, und zwar: Mehr Unterstützung in meinem weiteren privaten Umfeld Mehr Unterstützung des anderen Elternteils (bzw. meine*r Partner*in) Ein vertrauensvolleres Miteinander am Arbeitsplatz (z. B. mehr Vertrauen meiner*s Arbeitgeber*in in mich und meine Arbeit im Homeoffice, mehr Rücksicht für die Situation von Eltern von meinen Kolleg*innen) Mehr zeitliche Flexibilität im Beruf (z. B. eine flexiblere Aufteilung der Wochenarbeitszeit) Eine Erweiterung der Betreuungszeiten, d. h. mehr Stunden, in Kita, Schule und OGS Eine Sicherstellung der vereinbarten Betreuungszeiten in Kita, Schule und OGS Welche Unterstützung hätten Sie gebraucht, um weniger negative Auswirkungen auf Ihre Berufstätigkeit zu haben? Gesamt (n=5.468) Männer (n=1.839) Frauen (n=3.620) Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren und in mind. einem beruflichen Bereich negative Auswirkungenwahrgenommen hatten. Mehrere Antworten möglich. Seite 21 Auch wird der Nutzen der damaligen Notbetreuung zur Unterstützung in der Ausübung der eigenen Berufstätigkeit von Frauen und Männern ähnlich kritisch eingeschätzt: Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass die Notbetreuung wenig bis keine ausreichende Unterstützung bot, um die eigene Berufs- tätigkeit ausüben zu können (48 %) (s. Abbildung 22). Berücksichtigt man hier nur diejenigen, die die Notbetreuung genutzt hatten, liegt der Anteil sogar bei rund 60 Prozent kritischer Rückmeldungen. Diese Rückmeldungen verdeutlichen, wie wichtig aus Elternperspektive eine vollumfängliche Gewähr- leistung des vereinbarten Betreuungsumfanges ist, um die Berufstätigkeit von Eltern zu ermöglichen. Die Notbetreuung konnte in dieser Hinsicht nicht ausreichend kompensieren. Abbildung 21: Anteil der in sog. systemrelevanten Berufen beschäftigten Eltern Abbildung 22: Bewertung der Notbetreuung als Unterstützung bei der Ausübung der Berufstätigkeit 44% 32% 40% 55% 66% 59% 2% 2% 2% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen (n=4.364) Männer (n=2.469) Gesamt (n=6.844) Haben Sie während der Corona-Pandemie in einem sogenannten „systemrelevanten Beruf“ (z. B. in der Gesundheitsversorgung und Pflege, in Kitas und Schulen, in Lebensmittelgeschäften, in der Abfallentsorgung, Polizei oder Feuerwehr) gearbeitet? Ja Nein Weiß nicht 11% 13% 11% 21% 20% 21% 28% 25% 27% 20% 21% 20% 21% 20% 20% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen in systemrelevanten Berufen (n=1.903) Männer in systemrelevanten Berufen (n=799) Gesamt in systemrelevanten Berufen (n=2.706) War die Notbetreuung während der Corona-Pandemie ausreichend, um Sie bei der Ausübung Ihrer Berufstätigkeit zu unterstützen? Ja Eher ja Eher nein Nein Trifft nicht zu/Ich habe die Notbetreuung nicht genutzt. Seite 22 7 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gehalt Mit der Studie sollten auch Informationen darüber gewonnen werden, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Gehaltssituation berufstätiger Eltern hatte und inwiefern Frauen und Männer von Einkommensverlusten betroffen waren.16 Mit 70 Prozent die deutliche Mehrheit der befragten berufstätigen Eltern gab an, dass die Corona-Pan- demie keine direkten Auswirkungen auf ihre Gehaltssituation hatte und sie in dieser Zeit genau so viel verdienten wie sonst. Demgegenüber stehen mit 28 Prozent über ein Viertel der befragten Eltern, welche bedingt durch die Corona-Pandemie dauerhaft oder zeitweise weniger Geld verdienten bzw. weniger Geld verdienen konnten. Weitere 2 Prozent berichteten von Einkommensverlusten, die jedoch auf an- dere Gründe zurückgehen und nicht in direktem Zusammenhang mit der Pandemie stehen. Berücksichtigt man die Lebenssituation der befragten Eltern, zeichnet sich ab, dass Alleinerziehend häu- figer von Gehaltseinbußen durch die Corona-Pandemie betroffen waren: Fast ein Drittel der alleinerzie- henden Frauen gab an, dass sie während der Pandemie weniger Geld verdient haben; bei den alleiner- ziehenden Männern sind es sogar 36 Prozent. Eltern, die sich die Sorgeverantwortung für die Kinder mit einer weiteren Person im Haushalt teilen, waren in ähnlichem Umfang von Gehaltseinbußen durch die Corona-Pandemie betroffen – der Anteil der Mütter und Väter, die weniger Geld verdienten, ist mit 27 Prozent und 26 Prozent fast identisch (s. Abbildung 23). Abbildung 23: Negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Einkommen 16 Da im Rahmen der Studie verschiedene Themenaspekte abgedeckt werden sollten, der zeitliche Umfang der Befragung mög- lichst gering sein sollte, möglichst wenig Teilnahmehürden bestehen sollten und der Fragebogen online möglichst einfach ohne Hinzunahme weiterer Dokumente beantwortbar sein sollte, wurde sich bewusst für eine subjektive Erfassung von Einkommens- indikatoren entschieden. Eine belastbare Erfassung von Einkommensinformationen, wie sie beispielsweise zur Bestimmung des Gender Pay Gaps erforderlich ist, hätte eine Erfassung von Informationen zum Brutto-Stundenlohn bedurft und erschien im Rahmen der vorgesehenen Studienkonzeption nicht sinnvoll. 70% 73% 67% 59% 70% 3% 1% 1% 5% 2% 27% 26% 32% 36% 28% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=3.329) Männer aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=2.186) Alleinerziehende Frauen (n=1.035) Alleinerziehende Männer (n=283) Gesamt (n =6.844) Uns interessiert, ob die Corona-Pandemie direkte Auswirkungen auf das Einkommen berufstätiger Eltern hatte. Haben Sie dauerhaft oder zeitweise durch die Corona-Pandemie weniger Geld verdient bzw. weniger Geld verdienen können? Nein, ich habe (mindestens) genauso viel verdient wie sonst. Nein, ich habe zwar weniger verdient, dies hatte aber nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Ja Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren. Seite 23 Somit lässt sich nicht pauschal sagen, dass Frauen durch die Corona-Pandemie systematisch häufiger als Männer Gehaltseinbußen hatten. Betrachtet man aber die Gründe und Ursachen für die Gehaltsein- bußen während der Corona-Pandemie, zeichnen sich deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern ab. Bei Frauen stehen die Gehaltseinbußen deutlich häufiger im Zusammenhang mit den ein- geschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten: Frauen geben häufiger an, dass sie ihre Arbeitsstunden verringern mussten oder sich unbezahlt freistellen lassen mussten. Besonders stark negativ betroffen waren in dieser Hinsicht alleinerziehende Frauen: Bei 41 Prozent der alleinerziehenden berufstätigen Mütter, die von Gehaltseinbußen betroffen waren, war dies auf die Notwendigkeit der Reduktion des bezahlten Beschäftigungsumfangs zurückzuführen; gleiches traf auf 38 Prozent der gemeinsam erzie- henden Mütter, 32 Prozent der alleinerziehenden Väter und 28 Prozent der gemeinsam erziehenden Vä- ter zu (s. Abbildung 24). Hingegen gaben Männer häufiger als Frauen an, dass sie während der Corona- Pandemie weniger verdienten, weil sie in Kurzarbeit waren (dies ist der häufigste Grund für Väter aus Haushalten mit geteilter Erziehungsverantwortung) oder weil sie weniger Aufträge hatten bzw. ihr Ge- schäft pandemiebedingt schließen mussten (dies ist der häufigste Grund für alleinerziehende Väter). Auch bei den Spiegelfragen zur Situation des miterziehenden anderen Elternteils zeigt sich dieses Bild geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Ursachen für Gehaltseinbußen während der Corona-Pandemie. Das Ergebnis weist somit deutlich darauf hin, dass sich die Einschränkungen in der Kinderbetreuung nicht nur stärker negativ auf die subjektive berufliche Zufriedenheit und Belastung von Frauen ausge- wirkt haben, sondern auch häufiger die konkrete Ursache für reale Einkommensverluste von Frauen darstellen, auch wenn insgesamt festzuhalten ist, dass die Schließungen von Kitas und Schulen für die Mehrheit der berufstätigen Mütter keine direkten Auswirkungen auf ihr Gehalt hatten und sie nicht häufiger als Männer weniger verdient haben. Seite 24 Abbildung 24: Gründe für Gehaltseinbußen, die durch die Corona-Pandemie bedingt waren 26% 31% 6% 43% 8% 28% 24% 38% 8% 38% 12% 32% 19% 25% 7% 32% 14% 38% 22% 18% 9% 33% 19% 41% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Aus anderen Gründen, die sich aus der Corona-Pandemie ergaben. Ja, weil ich wegen der Pandemie weniger Aufträge hatte bzw. mein Geschäft zeitweise schließen musste. Ja, weil ich wegen der Pandemie die Arbeit verloren habe bzw. mir gekündigt wurde. Ja, weil ich in Kurzarbeit war. Ja, weil ich mich wegen der eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten unbezahlt freistellen lassen musste. Ja, weil ich wegen der eingeschränkten Kinderbetreuungsmöglichkeiten meine Arbeitsstunden verringern musste. Gründe für Gehaltsverluste im Pandemiezeitraum, die in direktem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen Alleinerziehende Frauen (n=329) Frauen aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n =915) Alleinerziehende Männer (n=103) Männer aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n =571) Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren und aufgrund der Corona-Pandemie in dieser Zeit weniger Geld verdient hatten Es konnten mehrere Gründe ausgewählt werden. Seite 25 Die Rückmeldungen zur Höhe der Einkommensverluste weisen, ähnlich wie die Ergebnisse zu den Gründen für die pandemiebedingten Einkommensverluste, ebenfalls auf geschlechtsabhängige Unter- scheide hin. Die Einkommensverluste der Männer waren häufiger höher als die der Frauen. So gibt die Mehrheit der von Einkommensverlusten betroffenen Männer an, dass sie monatlich mindestens 600 Euro weniger verdient haben; bei den Frauen liegen die Einkommensverluste mehrheitlich bei un- ter 600 Euro. Die Lebenssituation der befragten Eltern (allein- oder gemeinsam erziehend) scheint an dieser Stelle weniger entscheidend zu sein (s. Abbildung 25). Wichtig zu berücksichtigen ist, dass die Angaben zur Höhe der Einkommensverluste nur eine grobe Orientierung erlauben – tiefergehende In- formationen zur präziseren Beschreibung der Einkommenssituation der Befragten, z. B. Stundenum- fang der Beschäftigung, Branchen, Stundenlohn etc. wurden nicht erfasst.17 Abbildung 25: Höhe der pandemiebedingten Einkommensverluste 17 Diese Entscheidung wurde bewusst getroffen, um mehr Raum für andere Themenbereiche in der Befragung zu lassen. 11% 6% 12% 8% 28% 19% 33% 14% 20% 20% 19% 23% 8% 11% 8% 7% 7% 9% 6% 7% 10% 11% 10% 23% 5% 5% 4% 5% 10% 14% 7% 14% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=809) Männer aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=538) Alleinerziehende Frauen (n=289) Alleinerziehende Männer (n =92) Wie viel Geld weniger haben Sie monatlich (netto) verdient? bis zu 199 Euro 200 bis 399 Euro 400 bis 599 Euro 600 bis 799 Euro 800 bis 999 Euro 1.000 bis 1.499 Euro 1.500 bis 1.999 Euro 2.000 Euro oder mehr Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren und aufgrund der Corona-Pandemie in dieser Zeit weniger Geld verdient hatten. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde die Antwortkategorie "weiß nicht" aus der Berechnung ausgeschlossen. Seite 26 Positiv ist, dass sich die Einkommenssituation für fast 80 Prozent der von pandemiebedingten Einkom- mensverlusten betroffenen Eltern mittlerweile wieder verbessert hat. Im Rückbezug auf alle berufstäti- gen Eltern liegen für 6 Prozent Informationen vor, die auf langfristige negative Folgen der Corona-Pan- demie auf die Einkommenssituation hindeuten. Es zeigt sich aber, dass Alleinerziehende nicht nur häu- figer, sondern auch langfristiger in ihrer Einkommenssituation negativ betroffen waren: Während sich die Gehaltssituation für über 80 Prozent der gemeinsam erziehenden Mütter und Väter mittlerweile wieder verbessert hat, trifft dies auf nur 71 Prozent der alleinerziehenden Mütter und mit 62 Prozent noch seltener auf die alleinerziehenden Väter zu (s. Abbildung 26).18 Abbildung 26: Zwischenzeitliche Verbesserung der Einkommenssituation 8 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die zeitliche Belastung Neben Aspekten wie der Lohnlücke können auch Daten zur zeitlichen Belastung als Gleichstellungsin- dikatoren genutzt werden, zum Beispiel wird seit einigen Jahren in der Gleichstellungsberichterstattung des Bundes auch der sog. Gender Care Gap berücksichtigt, also die Zeit, die für unbezahlte Sorgearbeit aufgewendet wird. Die vorliegende Studie näherte sich diesem Aspekt auf andere Weise, indem erfragt wurde, wie viel Zeit die befragten Eltern zu ihrer persönlichen freien Verfügung haben. Die Rückmel- dungen verdeutlichen, dass Eltern in der Regel nur wenig Zeit für sich persönlich haben. Auch zeigt sich in ähnlicher Weise wie beim sog. Gender Care Gap, dass Frauen deutlich weniger Zeit zu ihrer freien Verfügung haben als Männer: Mit 61 Prozent die deutliche Mehrheit der befragten Frauen gab an, dass sie an einem typischen Tag maximal eine Stunde Zeit für sich persönlich hat. Bei den Männern lag der Anteil bei 44 Prozent; die Mehrheit der Männer geht davon aus, mindestens zwei Stunden zu ihrer freien Verfügung zu haben. Im Rückblick auf den Zeitraum der Corona-Pandemie wird sehr deutlich, dass diese Herausforderungen stark zu Lasten der Eltern gingen und die zeitliche Beanspruchung sehr hoch war. Retrospektiv gab die deutliche Mehrheit der Eltern an, dass sie entweder gar keine Zeit oder maximal eine Stunde am Tag für sich persönlich hatten. Auch wenn die zeitliche Belastung der Väter während dieser Zeit deutlich höher 18 Der erhöhte Anteil alleinerziehender Väter, die von langfristigen finanziellen Einbußen berichten, steht vermutlich im Zusam- menhang damit, dass die an dieser Befragung teilnehmenden alleinerziehenden Väter relativ häufig angaben, dass sie ihr Ge- schäft aufgrund der Corona-Pandemie schließen mussten bzw. weniger Aufträge hatten. Dies deutet darauf hin, dass der Anteil an selbständig und freiberuflich Tätigen in dieser Gruppe erhöht ist, diese Information wurde im Fragebogen nicht erfasst. 82% 84% 71% 62% 79% 18% 16% 29% 38% 20% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=915) Männer aus gemeinsam erziehenden Haushalten (n=571) Alleinerziehende Frauen (n=329) Alleinerziehende Männer (n=103) Gesamt (n =1.924) Hat sich Ihre finanzielle Situation mittlerweile wieder verbessert? Ja Nein Frage wurde nur Personen gestellt, die während der Corona-Pandemie berufstätig waren und aufgrund der Corona-Pandemie in dieser Zeit weniger Geld verdient hatten. Seite 27 war als mit Blick auf die aktuelle Situation, zeigen die Ergebnisse, dass die damaligen Herausforderun- gen deutlich zu Lasten der Frauen gingen: 85 Prozent der Frauen hatten maximal eine Stunde für sich, 44 Prozent gaben an, dass es überhaupt keine Zeit für sie persönlich gab (s. Abbildung 27). Mütter und Väter, die sich die Kinderbetreuung mit einer weiteren erwachsenen Person im Haushalt teilen (gemein- sam Erziehende), wurden auch mit Blick auf die zeitliche Beanspruchung während der Corona-Pande- mie um ihre Fremdeinschätzung für den anderen Elternteil gebeten. Interessant ist, dass sich diese Fremdeinschätzungen deutlich weniger unterscheiden als die Selbsteinschätzungen von Frauen und Männern. Frauen und Männer gehen mehrheitlich von einer starken zeitlichen Beanspruchung des an- deren Elternteils aus. Über 60 Prozent nehmen an, dass der andere Elternteil in dieser Zeit maximal eine Stunde freie Zeit für sich persönlich hatte. Das Urteil der Frauen über die zeitliche Beanspruchung von Männern trifft damit die Selbsteinschätzungen der an der Befragung teilnehmenden Männer relativ genau. Umgekehrt liegen die Selbsteinschätzungen von Frauen zu ihrer eigenen zeitlichen Beanspru- chung deutlich über den Fremdeinschätzungen der befragten Männer. Dies deutet darauf hin, dass Män- ner (in zumeist heterosexuellen Erziehungskonstellationen) die zeitliche Beanspruchung ihrer Partnerin während der Corona-Pandemie häufiger eher unterschätzen (s. Abbildung 27). Hinsichtlich ihrer zeitlichen Beanspruchung und der freien Zeit für sich persönlich unterscheiden sich die Rückmeldungen von Alleinerziehenden und Eltern, die ihre Kinder mit einer weiteren Person im Haushalt erziehen, nicht deutlich voneinander; vielmehr bestehen auch hier ähnliche Unterschiede im wahrgenommenen Umfang der persönlichen freien Zeit zwischen Frauen und Männern (ohne Abbil- dung). Abbildung 27: Zeitliche Beanspruchung – aktuell und während der Herausforderungen der Corona-Pandemie 19% 23% 20% 44% 22% 36% 7% 3% 5% 25% 26% 25% 27% 27% 27% 24% 15% 21% 17% 19% 18% 14% 21% 16% 30% 26% 29% 18% 18% 18% 9% 17% 12% 26% 38% 30% 8% 7% 8% 3% 7% 4% 9% 12% 10% 6% 5% 6% 3% 6% 4% 3% 6% 4% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frauen (n=3.720) Männer (n=2.229) Gesamt (n=5.958) Frauen (n=4.911) Männer (n=2.535) Gesamt (n=7.460) Frauen (n=4.911) Männer (n=2.535) Gesamt (n=7.460) Einschätzung mit Blick auf den anderen Elternteil: während der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie Selbsteinschätzung: Während der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie Selbsteinschätzung: Aktuell Was schätzen Sie – wie viel freie Zeit haben/hatten Sie an einem typischen Tag für sich ganz persönlich? gar keine Zeit weniger als eine Stunde 1 Stunde 2 Stunden 3 Stunden 4 Stunden und mehr Seite 28 9 Zur Situation von Eltern von Kindern mit Behinderung Insgesamt 8 Prozent der befragten Eltern haben Kinder mit Behinderung. Auf Frauen trifft dies mit 8 Prozent etwas häufiger zu als auf Männer (6 %). Meistens hat ein Kind eine Behinderung (91 %). 8 Pro- zent der betroffenen Eltern haben zwei Kinder mit Behinderung, 1 Prozent drei oder mehr Kinder mit Behinderung (s. Abbildung 28). Abbildung 28: Kinder mit Behinderung In der Online-Befragung wurden keine Informationen zur Art der Behinderung erfasst, sodass sich die spezifische Lage, die mit verschiedenen Formen der Behinderung verbunden ist, nicht differenziert dar- stellen lässt. Die Rückmeldungen verdeutlichen dennoch, dass die Situation während der Corona-Pan- demie für Eltern behinderter Kinder mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war. Etwa zwei von drei der befragten Eltern haben die Situation damals für sich und ihr behindertes Kind als sehr viel (40 %) oder eher schwieriger (26 %) wahrgenommen (s. Abbildung 29). Mütter und Väter behinderter Kinder gaben hierzu sehr ähnliche Einschätzungen ab, sodass in dieser Hinsicht keine geschlechtsspe- zifischen Unterschiede zu beobachten sind. Auch unterscheiden sich die Angaben zur Art der Belastun- gen und Schwierigkeiten, die sich speziell für die Situation behinderter Kinder aus der Corona-Pande- mie ergaben, nur wenig zwischen Frauen und Männern. Am häufigsten wurde angesprochen, dass sich der Wegfall des gewohnten sozialen Umfeldes in Kita bzw. Schule besonders schwierig gestaltete: Dies war für drei von vier Eltern behinderter Kinder, die die Situation grundsätzlich als schwierig wahrge- nommen haben, problematisch (s. Abbildung 30). Jeweils etwa 60 Prozent der befragten Eltern nannten als Schwierigkeit, dass Therapie- und Förderangebote nicht wie geplant fortgeführt werden konnten und die Gesamtsituation während der Pandemie für die Inklusion und Teilhabe behinderter Kinder sehr nachteilig war. Gut die Hälfte der betroffenen Eltern berichtete, dass es durch die Schließungen der Kitas und Schulen zu einem Wegfall von Therapie- und Förderangeboten kam, weil Alternativen fehlten. Für fast ein Drittel der betroffenen Eltern ergaben sich Belastungen, weil sie vermehrt therapeutische und pflegerische Aufgaben übernehmen mussten. In diesem Themenfeld zeigt sich auch, dass die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen verschiedene Interessenlagen und Risiken gegeneinander abwägen musste: So waren einerseits Schließungen von Kitas und Schulen für die Mehrheit der befragten Eltern von Kindern mit Behinderung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden und gerade der Wegfall des sozialen Umfeldes wurde häufiger kritisch bewertet; andererseits ist zu berücksichtigen, dass fast ein Viertel der befragten Eltern angab, dass bei der Rückkehr in den Präsenzbetrieb in Schule und Kita zu wenig Rücksicht auf die besondere Risikosituation von Kindern mit Behinderung genommen wurde. Speziell für, aufgrund ihrer Behinderung, durch das Corona-Virus besonders gefährdete Kinder ging es somit auch darum, eine sichere Rückkehr zum Präsenzbetrieb in Schulen und Kitas zu gewährleisten, was, so die Rückmeldungen, nicht immer ausreichend gut gelang. Gut ein Viertel der betroffenen Eltern gab weitere Problemlagen an, die sich für sie und ihr behindertes Kind aus der Pandemie ergaben. Diese Textangaben beziehen sich, auch in Abhängigkeit von der Art der Behinderung des Kindes, auf vielfältige Themenbereiche. Einige davon werden nachfolgend exemplarisch genannt. 8% 93% Hat eins oder haben mehrere Ihrer Kinder eine Behinderung? Ja Nein n = 7.460 1% 8% 91% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 3 und mehr Kinder 2 Kinder 1 Kind n = 545 Seite 29 Es kam vor, dass Corona-Schutzmaßnahmen sehr direkte negative Folgen hatten, z. B. weil Kinder, die aufgrund ihrer Behinderung keine Maske tragen konnten, zeitweise von Gemeinschaftsangeboten aus- geschlossen wurden. Andere Kinder waren hingegen stark auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen angewiesen und erlebten durch eine mangelnde Einhaltung dieser Regeln Einschränkungen und Exklu- sion. Angesprochen wurde auch, dass die Gesamtsituation während der Pandemie sehr belastend war und sich daraus Verschlechterungen der gesundheitlichen Situation des Kindes ergaben, die zum Teil bis heute andauern. Aus den Rückmeldungen wird außerdem deutlich, dass sich besondere Problemlagen im Homeschoo- ling bzw. im Distanzunterricht ergaben, z. B. für Kinder mit Lernschwierigkeiten oder ADHS, oder auch weil der Online-Unterricht generell zu wenig inklusiv durchgeführt wurde. Damit verbunden bestanden für Eltern von Kindern mit Behinderung besondere Schwierigkeiten in der Ausübung ihrer Berufstätig- keit, nicht nur weil der Betreuungsaufwand stieg, sondern auch durch besondere Herausforderungen in der Vereinbarkeit von Homeoffice und Homeschooling. Kritisiert wurde von den betroffenen Eltern auch, dass Schulen zu wenig auf die spezifische Situation behinderter Kinder eingingen oder die Begleitung durch Lehr- und Förderkräfte in diesen Phasen gene- rell als zu gering wahrgenommen wurde. Abbildung 29: Situation während der Corona-Pandemie aus Sicht von Eltern behinderter Kinder 40% 26% 20% 7 %3 % 0% 20% 40% 60% 80% 100% Wie haben Sie die Situation für sich und Ihr behindertes Kind speziell während der Corona-Pandemie wahrgenommen? Sehr viel sch wieriger als sonst Eher schwieriger als sonst Genau so schwierig wie sonst Eher einfacher als sonst Sehr viel einfacher als sonst n = 545 (Eltern von Kindern mit Behinderung) Seite 30 Abbildung 30: Schwierigkeiten für Eltern von Kindern mit Behinderung bzw. für Kinder mit Behinderung Die Rückmeldungen verdeutlichen insgesamt, dass sich Eltern behinderter Kinder mit der Situation während der Pandemie alleingelassen fühlten und mehr Unterstützung benötigt hätten. Auch dazu lie- gen offene Textangaben von Eltern vor. Ähnlich wie bei den wahrgenommenen Schwierigkeiten sind die Angaben zu Hilfestellungen und Unterstützungsmöglichkeiten, die in der damaligen Situation geholfen hätten, vielfältig und unterscheiden sich zum Teil abhängig von der spezifischen Problemlage. Häufig beziehen sich diese Aussagen aber auf allgemeine Forderungen bzw. allgemeine Kritik am Umgang der Politik mit der Corona-Pandemie. Aus den Rückmeldungen, lassen sich folgende Forderungen und Wünsche von Eltern ableiten, die sich nur teilweise spezifisch auf die Situation von Eltern mit behinder- ten Kindern beziehen, häufiger einen allgemeinen Bezug auf die Lage von Familien während der Corona- Pandemie nehmen: 26% 23% 31% 52% 60% 61% 74% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Andere Schwierigkeiten, und zwar: Schule bzw. Kita haben bei der Rückkehr in den Normalbetrieb (Präsenz vor Ort) zu wenig Rücksicht auf die besondere Risikosituation meines Kindes genommen. Ich musste vermehrt pflegerische oder therapeutische Aufgaben übernehmen. Durch die Schließungen der Schulen und Kitas fehlte es an (alternativen) Förder- und Therapieangeboten. Die Gesamtsituation während der Corona-Pandemie war für die Inklusion und Teilhabe meines Kindes sehr nachteilig. Therapie bzw. Förderangebote konnten nicht wie geplant fortgeführt werden. Der Wegfall des gewohnten sozialen Umfeldes in Kita bzw. Schule war besonders schwierig für uns. Worin lagen die Schwierigkeiten für Sie und Ihr Kind bzw. Ihre Kinder mit Behinderung? n = 356 (Eltern von Kindern mit Behinderung, die die Situation wöhrend der Corona-Pandemie sehr oder eher schwierig wahrgenommen hatten); Mehrere Antworten möglich. Seite 31 Inklusionsgerechtere Gestaltung des Unterrichts und Gewährleistung der nötigen Unterstützung o Mehr Kontakt zu Lehr- und Förderkräften, mehr Nachfrage, Kommunikation und individu- elle Unterstützung für Kinder o Inklusionshelfer*innen und andere Förderangebote im Hausbesuch o Verzicht auf Schul- und Kitaschließungen o Qualitativ besserer Distanzunterricht und Unterstützung der Eltern, wenn Lernunterstüt- zung durch sie geleistet werden muss Reduktion der Arbeitszeitbelastung, finanzielle Entlastung und weitere Unterstützungsangebote für Eltern o Reduktion der Arbeitszeit bei finanziellem Ausgleich, z. B. durch Recht auf Sonderurlaub o Finanzielle Ausgleiche für Eltern für die zusätzlichen Kinderbetreuungspflichten o Gegenfinanzierung von externen Hilfen, die Eltern selbstorganisiert in Anspruch nahmen, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten o Reduktion der Kita-Gebühren o Haushaltshilfen o Externe Hausaufgabenbetreuung Allgemeine Forderungen, wie: o Bessere/verlässlichere Gewährleistung der Betreuung durch Kita und Schulen – auch über die Kernzeiten von 8:00 bis 16:00 Uhr hinaus o Bessere/funktionsfähigere digitale Ausstattung der Schulen und Gewährleistung des vorge- sehenen Umfangs an Online-Unterricht o Bessere/verlässlichere Kommunikation der Regelungen und Rahmenbedingungen (z. B. hinsichtlich der Inanspruchnahme der Notbetreuung) o Allgemein ausgewogeneres Maßnahmen-Management in der Pandemie-Bekämpfung: Ver- meidung der ungerechten Verteilung der Lasten zu Ungunsten von Familien und Kindern, größere Wertschätzung gegenüber den Leistungen von Eltern und der Rolle von Kindern für die Gesellschaft, Gewährleistung der Teilhabe an Gesundheitsmaßnahmen, Förderan- geboten und Sport, keine Schul- und Kitaschließungen, keine Kontaktverbote, keine Schlie- ßungen der Spielplätze 10 Handlungsansätze für die Zukunft Die Corona-Pandemie hat die Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen gestellt. Der Schutz von Risikogruppen und das Interesse an einer möglichst effizienten Eindämmung der Ausbreitung des Virus, um Überlastungen des Gesundheitswesens, individuelle gesundheitliche Schäden und Tote zu vermeiden, standen im Fokus als Bund und Länder umfangreiche Infektionsschutzmaßnahmen erlie- ßen. Diese Maßnahmen hatten erheblichen Einfluss auf den Alltag, das Bildungssystem, die Erwerbsar- beit, das Sozialleben, Alltag und Kultur. Von den Schul- und Kita-Schließungen in Deutschland waren Familien stark betroffen (etwa 11. Millionen Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern).19 Wichtig erscheint uns, die Maßnahmen im Rückblick nicht gegeneinander zu aufzuwiegen. Dennoch ist es bedeutsam, die erheblichen Belastungen von Eltern und Kindern anzuerkennen. Daraus ergeben sich Handlungsperspektiven, um zukünftig besser in der Lage zu sein, Abwägungen zwischen dem Für und Wider einzelner Maßnahmen und den damit verbundenen Belastungen für verschiedene gesellschaftli- che Gruppen zu treffen. Die Elternbefragung legte den Fokus stark auf die Perspektive der Eltern, die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern und den Auswirkungen der Kita- und Schulschließungen auf die Berufstätigkeit von Eltern. Die Belastungen von Kindern (z. B. psychische Belastungen, gesundheitliche Folgen, Auswirkungen auf den Lern- und Entwicklungsstand), die sich aus den Kita- und Schulschließungen ergaben, standen nicht im Fokus dieser Befragung, auch wenn sie sicher ein weiteres wichtiges Untersuchungsfeld bilden. 19 Bundesamt für Bevölkerungsforschung (BIB) (2021) Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pande- mie; online verfügbar unter:; https://www.bib.bund.de/Publikation/2021/pdf/Belastungen-von-Kindern-Jugendlichen-und- Eltern-in-der-Corona-Pandemie.pdf?__blob=publicationFile&v=6 [zuletzt abgerufen am 17.01.2024] Seite 32 Deutlich wird aus den Ergebnissen, dass die gesellschaftlichen Realitäten in der Lebenssituation von Familien stärker anerkannt werden müssen: Eltern sind heute berufstätig – dies gilt für Mütter und Väter in ähnlichem Maße. Zur Gewährleistung ihrer Berufstätigkeit ist die Bereitstellung der gesetzlich zugesicherten Kinderbetreuungsmöglichkeiten unerlässlich. Einschränkungen in der öffentlichen Kin- derbetreuung bringen starke Belastungen für Eltern mit sich und schränken sie in der Ausübung ihrer Berufstätigkeit ein. Dies gilt insbesondere für Alleinerziehende. Die Mehraufwände in der Kinderbetreu- ung, die aus dem Wegfall öffentlicher Kinderbetreuungsmöglichkeiten resultierten, gehen deutlich stär- ker zu Lasten von Frauen bzw. Müttern, auch wenn der gesellschaftliche Wandel voranschreitet und sich Männer bzw. Väter stärker in die Kinderbetreuung einbringen als früher. An dieser Stelle konnte die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Änderungen in der Arbeitswelt (z. B. Homeoffice Rege- lungen, Flexibilisierungen der Arbeitszeit und vielleicht auch ein erhöhtes Bewusstsein für die Notwen- digkeit zur Übernahme von Kinderbetreuungsaufgaben durch den öffentlich wahrnehmbaren Wegfall von Betreuungsstrukturen) zumindest für einen Teil der Väter gewisse positive Impulse setzen, zuguns- ten einer besseren Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Unabhängig davon, wird aus den Ergebnissen sehr deutlich, dass die Gewährleistung der zugesicherten Betreuungszeiten in Kita und Schulen eine fundamentale Voraussetzung darstellt, um die Berufstätigkeit von Eltern zu gewährleisten, zumal sich ein Teil der Eltern sogar eine Ausweitung der Betreuungszeiten wünschen würde und die Rückmeldun- gen zu den Notbetreuungsangeboten während der Corona-Pandemie darauf hindeuten, dass diese aus Elternperspektive unzureichend waren. Die Wichtigkeit der Gewährleistung der öffentlichen Kinderbe- treuungsangebote gilt nicht nur mit Blick auf die krisenhaften Phasen der Pandemie, sondern generell. Auch jetzt, im Zeitraum nach den akuten Krisenphasen der Corona-Pandemie, existieren in Kitas und Schulen Personalengpässe, die temporäre Reduktionen der Betreuungszeiten, Gruppenschließungen oder Unterrichtsausfall zur Folge haben. Insofern ist es von zunehmender Bedeutung, einem Personal- mangel im Bildungsbereich zu begegnen, zumal der Bedarf steigt. Die Bertelsmann Stiftung mahnt in ihrem Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2023 speziell für Nordrhein-Westfalen an: „In NW bedarf es einer Fachkräfte-Offensive, die ein vielfältiges Maßnahmenpaket zur Gewinnung, Qualifizie- rung und Bindung von KiTa-Fachkräften umfasst. Alle Akteure vom zuständigen Ministerium, von der kommunalen Ebene und den Trägern der KiTas, aber auch von den Ausbildungsstätten müssen zu- sammen und langfristig an diesen Herausforderungen arbeiten. Nur dann kann es gelingen, genügend Plätze und eine kindgerechte Qualität der Betreuung für jedes Kind in NW zu ermöglichen. Jetzt müs- sen die Voraussetzungen geschaffen werden, um langfristig über ein ausreichendes Fachkräfte-Ange- bot verfügen zu können, damit in allen KiTas in NW kindgerechte Rahmenbedingungen für eine gute KiTa-Praxis geschaffen werden können.“Damit dies gelingt, müssen die Ausbildungskapazitäten aus- gebaut werden und der Bindung des vorhandenen Personals in Kita und Schulen muss mehr Aufmerk- samkeit gewidmet werden. Dies bedeutet, dass attraktive, gesundheitsförderliche und professionelle Ar- beitsbedingungen in Kitas und Schulen unterstützt und gefördert werden sollten, um (weitere) Abgänge aus diesem Arbeitsfeld zu vermeiden.20 Die Corona-Pandemie hat einen Digitalisierungsschub im Bildungsbereich ausgelöst, der die fehlenden Präsenzangebote aber (naheliegend) nicht vollständig kompensieren konnte. Bestehende Defizite im Bildungssystem im Allgemeinen und der digitalen Bildung im Speziellen wurden durch die Rahmenbe- dingungen der Pandemie aufgezeigt. Für eine gelingende digitale Bildung reicht die Ausstattung der Lehrkräfte und Schüler*innen mit Laptops und Tablets nicht aus.21 Insofern stellt sich zunehmend die Frage, wie eine verbesserte digitale Unterrichtsqualität gewährleistet werden könnte, denn die Umstel- lung auf digitalen Unterricht führte zu besonderen Herausforderungen für die Gewährleistung gleicher Bildungschancen und die Inklusion. Leistungsschwache Schüler*innen waren von den Schulschließun- gen stärker negativ betroffen, das Ausmaß negativer Auswirkungen für die Kinder stark abhängig vom 20 Bock-Famulla, K., Girndt, A., Berg, E., Vetter, T., & Kriechel, B. (2023). Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2023. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). Gütersloh. Online verfügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/pub- likation/did/fachkraefte-radar-fuer-kita-und-grundschule-2023 [zuletzt abgerufen am 17.01.2024] 21 Einen sehr umfangreichen Überblick über die Herausforderungen bietet z. B. der Bericht Bildung in Deutschland 2022 der Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung, online verfügbar unter: https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte- seit-2006/bildungsbericht-2022/pdf-dateien-2022/bildungsbericht-2022.pdf [zuletzt abgerufen am 17.01.2024] Seite 33 sozioökonomischen Status des Elternhauses.22 Auch dies kann als Aufforderung an die Politik verstan- den werden, verstärkt in den Fokus zu nehmen, mit welchen Angeboten solche Benachteiligungen zu- künftig reduziert werden können und entstandene Benachteiligungen zumindest in Teilen ausgeglichen werden könnten. Hinsichtlich der Situation von Eltern bzw. Kindern mit Behinderung liegen aus der Elternbefragung erste Hinweise zu möglichen Unterstützungsbereichen vor (s. Kapitel 9). Andere Ursa- chenkonstellationen sozialer Ungleichheit, wie z. B. Einkommensarmut oder formale Bildungsniveaus in den Elternhäusern wurden im Rahmen der Elternbefragung nicht ausreichend berücksichtigt, um Ansatzpunkte für politisches Handeln aufzuzeigen.23 Ausgehend von den Ergebnissen der Elternbefragung und den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie erscheint es wichtig, dass Politik und Verwaltung diese kritisch reflektiert, insbesondere mit Blick auf mögliche Ansatzpunkte für Veränderungen und die optimalere Nutzung von Entscheidungsspielräumen auf kommunaler Ebene – viele der Entscheidungen, die zu den Belastungen von Eltern führten wurden auf Ebene von Ländern und Bund getroffen, was die Gestaltungsspielräume der Stadt Köln stark ein- schränkte. 22 Sachverständigenausschuss nach § 5 Absatz 9 Infektionsschutzgesetz (2022) Evaluation der Rechtsgrundlagen und Maßnah- men der Pandemiepolitik. Bericht online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Da- teien/3_Downloads/S/Sachverstaendigenausschuss/BER_lfSG-BMG.pdf [zuletzt abgerufen: 17.01.2024] 23 Bildungsgerechtigkeit bildet ein eigenes umfangreiches Forschungsfeld, sodass hierzu vertiefende Betrachtungen nötig wären, die im Rahmen dieser Studie nicht leistbar sind.
Anlage 1 - Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung vom 31. Oktober 2022
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Geschäftsführung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern Herr Neweling Telefon: (0221) 221 26348 Fax: (0221) 221 26462 E-Mail: frank.neweling@stadt-koeln.de Datum: 27.02.2024 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 12. Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern vom 31.10.2022 öffentlich 3.2 Beschlussfassung zu den Anträgen AN/1619/2022, AN/1632/2022 und AN/1648/2022 aus der Sitzung am 15.09.2022 3489/2022 I. Punktweise Abstimmung über die Beschlussfassung zu II (…) Zu Beschlusspunkt II B Beschluss: B. Wissenschaftliche Publikation „Auswirkung der Corona-Krise auf den Gender- PayGap“ 1. Die Verwaltung wird damit beauftragt, eine wissenschaftliche Publikation zu den „Auswirkungen der Corona-Krise auf den Gender-Pay-Gap“ auf den Weg zu bringen um darauf folgend eine Evaluierung vorzunehmen, welche geschlechtsbezogenen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Kölner Bevölkerung, insbesondere auf Familien mit kleinen Kindern, sowie deren Erziehungspersonen hatte, um daraus Handlungsperspekti- ven für eine gleichberechtigte Gesellschaft ableiten zu können. 2. Der Gleichstellungsausschuss stellt für dieses Vorhaben ein Budget von 25.000 € zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt aus dem Teilergebnis- plan 0111, Sonstige Innere Verwaltung, Teilplanzeile 16, Sonstige or- dentliche Aufwendungen.“ Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt II. Abstimmung über die gesamte Beschlussvorlage Beschluss: I. Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern hebt die in der Sitzung am 15.09.2022 unter den Tagesordnungspunkten (…) 2.2 Dringlichkeitsantrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt betreffend "Wissenschaftliche Publikation „Auswirkung der Corona-Krise auf den Gender-Pay-Gap“ AN/1632/2022 (…) gefassten Beschlüsse aus formalen Gründen auf. II. Der Ausschuss für Gleichstellung von Frauen und Männern beschließt (…) B Wissenschaftliche Publikation „Auswirkung der Corona-Krise auf den Gender- PayGap“ 1. Die Verwaltung wird damit beauftragt, eine wissenschaftliche Publikation zu den „Auswirkungen der Corona-Krise auf den Gender-Pay-Gap“ auf den Weg zu bringen um darauf folgend eine Evaluierung vorzunehmen, welche geschlechtsbezogenen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Kölner Bevölkerung, insbesondere auf Familien mit kleinen Kindern, sowie deren Erziehungspersonen hatte, um daraus Handlungsperspekti- ven für eine gleichberechtigte Gesellschaft ableiten zu können. 2. Der Gleichstellungsausschuss stellt für dieses Vorhaben ein Budget von 25.000 € zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt aus dem Teilergebnis- plan 0111, Sonstige Innere Verwaltung, Teilplanzeile 16, Sonstige or- dentliche Aufwendungen.“ (...) Abstimmungsergebnis Mehrheitlich bei Stimmenthaltung der SPD-Fraktion zugestimmt.
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle II/03 Vorlagen-Nummer 13.03.2024 0772/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 18.03.2024 Integrationsrat 16.04.2024 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.04.2024 Gesundheitsausschuss 23.04.2024 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 29.04.2024 Jugendhilfeausschuss 30.04.2024 Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik 17.06.2024 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 18.06.2024 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 07.10.2024 Elternbefragung zur Corona-Pandemie Die Verwaltung beauftragte im Dezember 2022 das „uzbonn - Gesellschaft für empiri- sche Sozialforschung und Evaluation“ mit einer Studie zu geschlechtsbezogenen Aus- wirkungen der Corona-Pandemie auf die Kölner Bevölkerung – insbesondere auf Fa- milien mit kleinen Kindern sowie deren Erziehungspersonen. Dazu ließ die Verwaltung 2023 eine Umfrage zu Belastungen von Eltern während der Corona-Pandemie durch- führen (s. vom Ausschuss am 31. Oktober 2022 getroffenen Beschluss (siehe Anlage 1). Im Zentrum der Untersuchung standen Fragen zur Lebens- und Arbeitssituation von Kölner Eltern und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Einkommenssitua- tion, Kinderbetreuung sowie die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Die Befragung richtete sich an Mütter, Väter und Erziehungspersonen von Kindern im Alter unter 18 Jahren mit Wohnsitz in Köln. Mit dem Begriff „Eltern“ wurden alle Personen einge- schlossen, die sich für die Versorgung von Kindern mitverantwortlich fühlen und eine entsprechende Rolle einnehmen. Im Februar 2024 legt das Umfragezentrum Bonn den Ergebnisbericht vor (siehe An- lage 2). 2 gez. Prof. Dr. Diemert Anlagen Anlage 1 – Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung vom 31. Oktober 2022 Anlage 2 – Ergebnisbericht des uzbonn zur „Elternbefragung zur Corona-Pandemie“
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0772/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 14.03.2024
- Erstellt
- 27.02.2024 09:36