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V/0611/2019

Smart City Münster - Klimaschutz aus der Luft: Münster schützt das Klima - mit Hilfe von katasterbezogener Thermografiebefliegung

Vorlagen 13.06.2019

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 09.10.2019, TOP 40.1

Berichtsvorlage

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Ansehen

A-R_0021_2019_a-r-0021-2019-03_26_Antrag_Thermografie

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Ansehen

Anlage A

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Ansehen

Berichtsvorlage

13430 Zeichen

V/0611/2019 
V/0611/2019 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Smart City Münster - Klimaschutz aus der Luft: Münster schützt das Klima - mit Hilfe von 
katasterbezogener Thermografiebefliegung 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   01.10.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 
   02.10.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen 
Bericht 
   09.10.2019 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 
   09.10.2019 Rat Bericht 
 
 
Bericht:  
 
Mit Antrag Nr.: A -R/0021/2019 hat der Rat der Stadt Münster am 03.04.2019 die Verwaltung beau f-
tragt zu prüfen, wie ein Verfahren zum Einsatz von katasterbezogener Thermografiebefliegung in 
Münster zur Lokalisierung bestehender Energieverluste an Gebäuden in der gesamten Stadt entw i-
ckelt und umgesetzt werden kann (siehe Anlage 1).  
 
Hintergründe:  
 
Das Ziel einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung ist die Aktiv ierung von 
Gebäudeeigentümern durch gebäudebezogene Informationen, damit sie sich mit der Energieeffizienz 
Ihres Gebäudes auseinander setzen. Durch die Ansprache mit individuellen Information in 
Verbindung mit einem differenzierten Energieberatungsangebot für die Eigentümer kann eine 
relevante Steigerung von gebäudebezogenen Energieberatung en und eine Erhöhung der 
Sanierungsquote im Bestand erreicht und somit letzlich ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz 
geleistet werden. 
 
Eine wichtige Säule der Energiewende und des Klimaschutzes ist die Steigerung der Energieeffizienz 
im Gebäudebestand. Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung bestehender G e-
bäude stellt einen wichtigen Faktor bei der Verringerung des Energieverbrauchs und des CO2 -
Ausstosses von Immobilien dar.  
 
Ein geeignetes Verfahren zur Ermittlung von Defiziten in der Gebäudedämmung ist die  Thermogr a-
Vermessungs- und 
Katasteramt 
 
24.09.2019 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Hildebrandt 
Telefon: 492-6220 
Hildebrandt@stadt-
muenster.de

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fiebefliegung. Diese dient u.a. der Detektion von Wärmequellen oder thermischen Verlusten. Die 
Auswertung der erzeugten Wärmebilder  ermöglicht es, den energetischen Zustand der Gebäuded ä-
cher zu visualisieren. Anhand der gewonnenen Daten ist es möglich, Energieverluste zu identifizieren, 
sie zuzuordnen und ggf. Sanierungsprojekte entsprechend zu priorisieren und durchzuführen. 
 
Eine Th ermografiebefliegung ermöglicht auch Aussagen zur Qualität von Fernwärmeleitungen. Die 
Stadtwerke Münster GmbH beabsichtigt für den kommenden Winter eine Befliegung zur Überprüfung 
ihres Fernwärmenetzes durchzuführen und mit Hilfe der Thermografieaufnahmen  Aussagen zum  
Zustand der Isolierungen sowie zu Schäden im Leitungssystem zu erhalten, um mit diesen Erkennt -
nissen damit verbundene Energieverluste beseitigen zu können. Die Thermografiebefliegung zur 
Überprüfung des Fernwärmnetzes könnte mit einem Verfa hren der Stadt zur Lokalisierung von Wä r-
meverlusten an Gebäudedächern kombiniert und somit die Bilder zweifach genutzt werden.   
 
Klimaneutralität: 
 
Thermografiebefliegungen erfolgen mit einem Flugzeug, das in niedriger Flughöhe in den Abend - 
bzw. Nachtstunden das bebaute Stadtgebiet befliegt. Sowohl die niedrige Flughöhe, als auch die a n-
sonsten notwendigen Rahmenbedingungen wie niedrige Temperatur oder wolkenfreier Himmel gelten 
als klimapositive Bedingungen für eine Befliegung. Dennoch zwangsläufig entste hende CO2 -
Emmissionen können durch den Erwerb von Verschmutzungszertifikaten ausgeglichen werden. Eine 
Befliegung wäre somit insgesamt klimaneutral.  
 
Mögliche Projektdurchführung: 
 
Es gibt einige Firmen wie die Aerowest GmbH, die belgische Firma Eurosense  oder die niederländi-
sche Firma miramare, die in den letzten Jahren Thermografiebefliegungen für Kommunen durchg e-
führt haben. 
 
Eine Thermografiebefliegung kann generell nur unter bestimmten meteorologischen Bedingungen 
erfolgen. Zum einen sollte es trocken  (kein Niederschlag, kein Schnee etc.) und kalt (max. 5 Grad) 
sein. Positiv wirken sich auch geringe Windgeschwindigkeiten und ein wolkenfreier Himmel aus. Zum 
anderen sollte es möglichst keine Abstrahlungseffekte durch vom Sonnenlicht erwärmte Bereiche 
geben. In der Regel ist dies ab einem Zeitraum von 2 Stunden nach Sonnenuntergang gegeben. Das 
heißt, dass nur in der Nacht beflogen werden kann. 
 
Beflogen wird das bebaute Stadtgebiet, dies entspricht einer Fläche von ca. 180 km². Geflogen wird 
in einer Flughöhe von 900 - 1100 m  mit einem Flugzeug, das mit einer Wärmebildkamera ausgesta t-
tet ist. Hierzu sind im Vorfeld ausführliche Presseinformationen zu geben. Zeitgleich erfolgen in ei n-
zelnen Gebäuden Temperaturmessungen zur Indikation der Dämmqualität von Hausdächern, die von  
interessierten Gebäudeeigentümern mit Hilfe zuvor bereitgestellter Fragebögen durchgeführt werden 
können. Während des gesamten Befliegungszeitraums wird zudem an Messstationen, die über das 
jeweilige Fluggebiet verteilt werden, kontin uierlich der Temperaturverlauf aufgezeichnet. Diese Te m-
peraturdaten dienen der Kalibrierung des Thermografiemodells und erhöhen die Aussagekraft der 
gewonnenen Daten.  
 
Die bei der Befliegung gewonnenen Einzelbilder werden zu einem homogenen Wärmebild aufbereitet, 
geometrisch entzerrt und mit den Daten des Liegenschaftskatasters verknüpft. Für ein einheitliches 
Gesamtbild müssen die Farben der Einzelbilder aufeinander abgestimmt werden, um Temperatu r-
schwankungen innerhalb des Befliegungszeitraumes auszugleichen. 
 
Für die Information der Eigentümer gibt es drei Verfahren: 
 
a. Darstellung der Ergebnisse im Internet  (z.B. Osnabrück),

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b. Web-Anwendung über einen geschützten Bereich (z.B. Essen),  
c. auf dem Postweg versandte, individuell gefertigte Immobilieninformation (Rheinbach).  
 
Bei der Variante a  werden die Ergebnisse der Thermografiebefliegung über das Internet für jede r-
mann bereitgestellt. Zusammen mit den Katasterdaten des Liegenschaftskatas ters (Flurstücksgren-
zen und Gebäudeumringslinien) kann der gesamte Datenbestand abgerufen und ggf. über Screen s-
hots oder spezielle Druckfunktionen ausgegeben werden. 
 
Bei der Variante b  werden alle Eigentümer durch Infobrief über die Thermografiebefliegung  infor-
miert. Gleichzeitig wird jedem Eigentümer eine Login -Datei für ein Web-Portal zur Verfügung gestellt, 
mit der die jeweils grundstücksbezogenen Thermalbilder und weiteres Informationsmaterial herunte r-
geladen werden kann. Alternativ kann eine Einverstä ndniserklärung ausgefüllt und an die Stadt z u-
rückgesandt werden, auf Grund dessen die grundstücksbezogenen Daten postalisch zugesandt we r-
den. Bei den bisher durchgeführten Projekten haben etwa 35% der Eigentümer die Informationen 
selbst heruntergeladen, etwa 15% forderten diese schriftlich an. 
 
Die Variante c  ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Grundstückseigentümer die jeweils grun d-
stücksbezogenen Thermalbilder und weiteres Informationsmaterial auf dem Postweg zugeschickt 
bekommen. Der Aufwand für diese Variante ist beträchtlich und wird dadurch erschwert, dass ein 
Dienstleister für die Zusammenstellung der Unterlagen mit codierten Eigentumsangaben arbeiten 
muss, die später von der Verwaltung wieder decodiert werden müssen. 
 
Datenschutz hat bei einem solchen Projekt oberste Priorität. Eine Prüfung der drei Varianten in Bezug 
auf die aktuellen Regelungen zum Datenschutz hat ergeben, dass die Varianten a und c aufgrund 
der neuen Datenschutzgrundverordnung heute nicht mehr zulässig sind, da es beiden Variante n an 
der aktiven Zustimmung der Grundstückseigentümer zu einer grundstücksbezogenen Auswertung der 
Gebäude (und Übersendung bzw. Veröffentlichung der Auswertung) mangelt. Bei der Variante b 
könnte diese Zustimmung entweder mit dem Einloggen in das Web -Portal oder mit der postalischen 
Zusendung der Einverständniserklärung eingeholt werden.  
 
Aus Gründen des Datenschutzes und aus Kosten - sowie Aufwandsgründen sollte die Variante b zur 
Durchführung herangezogen werden. Nur die jeweilige Grundstückseigentümerin  /-eigentümer würde 
Zugang zum gebäudebezogenen Thermalbild erhalten und wären durch ihre aktive Beteiligung (en t-
weder einloggen in den Webdienst oder Absenden der Anforderung inclusive Einverständniserkl ä-
rung) bereits sehr an der Auswertung ihrer Daten in teressiert und würden so das Potenzial für die 
angebotene Energieberatung sowie die sich ggf. ergebende Dach-/ oder Gebäudesanierung bilden. 
 
Die Kosten inclusive Befliegung und katasterbezogener Auswertung der Gebäudedächer sowie 
Druck- und Portokosten würden der  Durchführung des Verfahrens b ca. 240.000, - € betragen. Diese 
ließen sich ggf. noch durch Eigenleistung von Druck und Versenden des Informationsmaterials und 
der angeforderten Auswertungen (durch Expedition & Druck) reduzieren. 
 
Zeitlicher Ablauf: 
 
Um im Winter 2019/2020 eine Thermografiebefliegung durchführen zu können, wäre eine Auftrag s-
vergabe spätestens im Dezember 2019 erforderlich, die Ausschreibung hierfür müsste im Oktober 
2019 erfolgen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, das s eine Befliegung vorzugsweise 
in den Monaten Februar und März bei entsprechend kalter Witterung erfolgt. Daran schließt sich die 
Auswertung des Bildverbandes und die katasterbezogene Auswertung an, was mehrere Monate da u-
ert. Gleichzeitig wäre es sinnvoll,  die Information über die grundstücksbezogene Auswertung in den 
Wintermonaten an die Eigentümer weiterzugeben, da im Sommer das Interesse für die Dämmqualität

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von Gebäuden eher gering ist. Eine entsprechende Informationskampagne könnte demnach im Wi n-
ter 2020/2021 stattfinden. 
 
Energie- und Investitionsberatung: 
 
Die katasterbezogene Thermografiebefliegung stellt einen innovativen Weg dar, die insgesamt 
118.051 Dächer der Stadt Münster (Stand 19.09.2019) zu befliegen. Die Aufnahmen dieser Maßna h-
me sind eine Möglichkeit, die Hauseigentümer in der Stadt Münster für das Thema Energiesparen zu 
sensibilisieren, sie auf dieser Basis individuell zu beraten und so langfristig durch energetische Sanie-
rungsarbeiten die Energieeffizienz im Gebäudebestand in Münster zu v erbessern. Sinnvoll ist es, ein 
derartiges Projekt in bestehende Maßnahmen und Konzepte einzubinden.  
 
Die Koordinierungsstelle für Klima und Energie (kurz Klenko) hat bereits seit 1995 ein Gesamtkonzept 
zum Thema Altbausanierung entwickelt und aufgebaut. Zur Steigerung der Sanierungstätigkeit im 
gesamten Stadtgebiet stehen unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, wie z.B. das Förderpr o-
gramm Altbausanierung, verschiedene Netzwerke und Beratungsangebote, Informationsmaterialien, 
Kampagnen sowie Veranstalt ungen zu den Themen Gebäudethermografie, Vor -Ort-Besichtigungen 
und die Auszeichnung mit dem Gütesiegel Altbau.  
Der Rückgang an Nachfragen für eine Gebäudethermografie sowie die Erfahrungen der Klenko h a-
ben gezeigt, dass es sich bei der Altbausanierung gr undsätzlich um ein Thema handelt, das immer 
intensiv bespielt und mit den oben genannten Instrumenten aktiv an die Bürger herangetragen we r-
den muss, insbesondere, wenn es um die Einhaltung unserer künftigen und durch den Rat beschlo s-
senen Klimaschutzziele im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz geht.  
Die katasterbezogene Thermografiebefliegung könnte durch eine Integration in das bestehende G e-
samtkonzept ein weiteres Instrument für das Thema Altbausanierung darstellen und zusätzlich die 
Nutzung des Förderprogramms  weiter intensivieren. Eine Thermografiebefliegung trifft allerdings 
lediglich Aussagen über den möglichen Zustand des Daches und bi ldet nicht das gesamte Gebäude 
ab. Da eine Dachsanierung eine der günstigsten Maßnahmen am Gebäude darstellt, können sanierte 
Dächer einen guten Eindruck vermitteln, obwohl das restliche Gebäude nicht saniert worden ist.  
Die Ergebnisse einer Befliegung mü ssen daher gut interpretiert werden und sollten zusammen mit 
einer intensiven energetischen Fachberatung an die Eigentümer weitergegeben werden. Das wic h-
tigste Instrument im Nachgang an die Befliegung sind demzufolge die entsprechenden Beratungsa n-
gebote, die von der Koordinierungsstelle für Klima und Energie geplant und umgesetzt werden mü s-
sen. Hierzu stehen in Münster verschiedene Kooperationspartner, wie z.B. die Verbraucherzentrale 
NRW, das städtische Energieberater - oder Handwerkernetzwerk oder die Hand werkskammer Müns-
ter zur Verfügung. Es werden aber dennoch zusätzliche Aufwendungen notwendig, die zum jetzigen 
Zeitpunkt noch nicht konkret beziffert werden können. 
 
Die katasterbezogene Thermografiebefliegung stellt ein Smart -City Projekt dar, welches die  Nutzung 
von Daten und Digitalisierungsmöglichkeiten im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung vorantre i-
ben würde.  
 
Finanzierung:  
 
Die Möglichkeiten der Förderung wurden von der Verwaltung geprüft. Nach Aussage vom Amt für 
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit ist kein Klimaschutzprogramm bekannt, aus dem eine Förde-
rung möglich wäre. 
 
Der Verwaltung stehen daher derzeit keine zusätzlichen Mittel im Haushaltsjahr 2019 bereit, um die 
Ausschreibung und Beauftragung einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung durchzuführen.

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V/0611/2019 
 
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
 
Denstorff 
Stadtbaurat 
 
 
 
 
Anlage 
Anlage 1  Antrag an den Rat Nr: A-R/0021/2019 
Anlage A  Kurzfassung

A-R_0021_2019_a-r-0021-2019-03_26_Antrag_Thermografie

5926 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A -R/0021/2019  
 
 
 
 
 
 
 
Münster, 26.03.2019 
 
Münster schützt das Klima – mit Hilfe von katasterbezogener 
Thermografiebefliegung Energieverluste lokalisieren und 
beseitigen 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
 
1.  die Verwaltung prüft, wie ein Verfahren zum Einsatz von katasterbezogener 
Thermografiebefliegung in Münster zur Lokalisierung bestehender Energieverluste an 
Gebäuden in der gesamten Stadt entwickelt und umgesetzt werden kann. Dabei sind 
auch die Dächer öffentlicher und gewerblicher Gebäude zu berücksichtigen. 
 
2.  Die Prüfung schließt ein: 
2.1.  einen Einsatz von katasterbezogener Thermographie-Befliegung mittels eines 
Spezialflugzeugs bzw. Drohne 
2.2.  ein freiwilliges Angebot einer unabhängigen Energie- und Investitionsberatung für 
Hausbesitzer, 
2.3.  Hinzuziehung von Kooperationspartnern aus dem Energiesektor, z.B. Energieberater, 
die Stadtwerke Münster, die Verbraucherzentrale oder die Handwerkskammer, 
2.4.  Akquise von öffentlichen Zuschüssen. 
 
 
Begründung 
 
Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung bestehender Gebäude stellt den 
wichtigsten Faktor bei der Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß deutscher 
Immobilien dar. Dies sind die effektivste und effizienteste Art und vor allem die dringendste 
Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Über 80 % des Bestandes 
deutscher Gebäude weisen einen Dämmstandard die achtziger Jahre oder älter. Schlecht 
oder unzureichend gedämmte Gebäude sind wahre Energiefresser. Hier besteht ein 
dringender Handlungsbedarf. Mit dem Einsatz geringer Mittel lässt sich eine wesentliche 
Verbesserung des Energieverbrauchs von Gebäuden in Münster realisieren. Außerdem schafft 
eine gute Dämmung eine ausgeglichene Bilanz zwischen Wärmeverlust und Wärmeaufnahme 
von außen und beugt dank Feuchteschutz die Schimmelbildung vor. Die Einsparung von

Heizenergie durch Maßnahmen im vorhandenen Gebäudebestand stellt das mittelfristig größte 
realisierbare Potential zur Minderung des CO2-Ausstoßes dar. Dämmen erhält oder steigert 
den Wert des Gebäudes und erhöht den Schallschutz.  
 
Überdies stützt die Gebäudemodernisierung die heimische Wirtschaft, da sämtliche 
durchzuführenden Maßnahmen, von der Planung über den Rohbau bis zum Ausbau in der 
Regel von heimischen kleineren Handwerksunternehmen ausgeführt werden. Gleichzeitig kann 
hiermit neuer Wohnraum geschaffen werden, zum Beispiel durch Ausbau vorhandener 
Dachflächen bei gleichzeitiger thermischer Sanierung oder durch Vergrößerung von Gebäuden 
im Zuge der thermischen Sanierung (Aufstockung/Anbau). Das bedeutet einen 
Doppelgewinn für das Projekt. 
 
Bei der Suche nach Defiziten in der Gebäudedämmung können ganzheitliche thermografische 
Untersuchungen aus der Luft helfen. Thermografie ist in den letzten Jahren zu einem 
wichtigen Thema in Industrie und Bausektor geworden. Mit Hilfe von Thermografie können 
ganz schnell Wärmeverluste identifiziert werden, die sonst unentdeckt bleiben.  
 
Es wird beantragt, gezielt ein Einsatz der katasterbezogenen Thermografiebefliegung mittels 
eines Spezialflugzeugs in Münster zu prüfen. Mit modernen Wärmebildkameras lassen sich 
Wärmebrücken, potentiell feuchte-anfällige Stellen oder undichte Stellen in Dächern 
detektieren.  
 
Zum im Prüfantrag vorgeschlagenen Verfahren soll eine Mitteilung der Ergebnisse an die 
Hausbesitzer und ein individuelles und freiwilliges Beratungsangebot gehören, das sich an 
die Gebäudeeigentümer  richtet. Neben dem persönlichen Wärmebild zum jeweiligen 
Gebäude , mit dem ein möglicher Wärmeverlust des Daches erkannt und bestimmt werden 
kann, können Erläuterungen zum weiteren umfangreichen und unverbindlichen 
Beratungsangebot mitgeliefert werden . Die Hauseigentümer erhalten eine Möglichkeit, sich mit 
den Möglichkeiten der energetischen Optimierung auseinanderzusetzen und für sich zu 
ermitteln, welche Einsparpotenziale bestehen.  
 
Bereits einige Kommunen haben gute Erfahrungen mit thermografischer Befliegung gemacht. 
Unter anderem hat die Stadt Osnabrück eine katasterbezogene Befliegung im Rahmen des 
Masterplans 100% Klimaschutz eingesetzt. Auch die Gemeinde Ense im Kreis Soest hat in 
Kooperation mit der RWE Flug-Thermografie für die Steigerung der Energieeffizienz im 
Gebäudebestand sehr gute Erfolge erzielt. Die Wärmebilder wurden anschließend den 
interessierten Hauseigentümern kostenfrei und nur für das jeweilige Eigentum zur Verfügung 
gestellt.  
Einen ähnlichen Weg ist ebenfalls die Gemeinde Rheinbach gegangen, die mittels eines 
Spezialflugzeugs Thermografie-Bilder des gesamten Stadtgebietes erstellen ließ und den 
Immobilienbesitzern anschließend mit einem umfangreichen individuellen Beratungsangebot zur 
Verfügung stellte. Für eine anbieterunabhängige und individuelle Beratung der

Gebäudeeigentümer stand in diesem Fall die Verbraucherzentrale NRW mit ihrem  Netzwerk 
von qualifizierten Energieberatern zur Verfügung. 
 
Der Kreis Gütersloh hat in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Projektbeauftragten und 
der Kreishandwerkerschaft als Sponsor ein Modellprojekt entwickelt und umgesetzt, dass laut 
einer Auswertung des Kreises aus vier Jahren der Einsatz von Thermografie und 
Energieberatung rund neun Millionen Euro Sanierungsvolumen auslöste. Die positive Bilanz 
der vergangenen Jahre veranlasste den Kreis und die umliegenden Kommunen, die fünfte 
Runde der gesponserten Thermografie plus Energieberatung durchzuführen.  
 
Münster kann mit dem Einsatz von katasterbezogener Thermografie für eine messbare 
Steigerung der Energieeffizienz sorgen. Die gezielt durchgeführten Messungen unterstützen 
eine Auswahl sinnvoller Energiesparmaßnahmen und helfen bei der Bewertung von 
Einsparpotenzialen und ihrer Wirtschaftlichkeit.  
 
Münster, 26.03.2019 
 
gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners 
und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion

Anlage A

1898 Zeichen

Anlage A zur V/0611/2019 
 
Kurzüberblick 
 
Im Rahmen einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung können Energieverluste an privaten 
und öffentlichen Gebäuden in der Stadt Münster lokalisiert und beseitigt werden. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Mit der Vorlage wird ein Bericht zu dem Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit hoher Um-
welt- und Naturqualität weiterentwickeln“ gegeben.   
Eine wichtige Säule der Energiewende und des Klimaschutzes ist die Steigerung der Energieeffi-
zienz im Gebäudebestand. Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung beste-
hender Gebäude stellt einen wichtigen Faktor bei der Verringerung des Energieverbrauchs und 
des CO2-Ausstoßes von Immobilien dar.  
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 09 02 Vermessung, Kataster und Geoinformation 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja x Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Im beschlossenen Haushaltsplan 2019 enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Im Entwurf des Haushaltsplan 2020 enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja x Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja x Nein   
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig  überwiegend 
pflichtig  überwiegend 
freiwillig X vollständig 
freiwillig 
Grundlage ist der gemeinsame Ratsantrag der CDU-Fraktion und der Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
Fraktion  vom 26.03.2019. 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Mit der Durchführung einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung könnte die Stadt Münster 
für eine messbare Steigerung der Energieeffizienz sorgen. Anhand der gewonnenen Daten ist es 
möglich Energieverluste zu identifizieren sowie die Hauseigentümer individuell zu beraten und so 
langfristig durch energetische Sanierungsarbeiten die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu 
verbessern.

Beratungsverlauf (4)

01.10.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 5.6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.10.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 5.5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.10.2019 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 35.1 Bericht
Zur Sitzung
09.10.2019 Rat
TOP 40.1 Bericht
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0611/2019
Typ
Vorlagen
Datum
13.06.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37