V/0611/2019
Smart City Münster - Klimaschutz aus der Luft: Münster schützt das Klima - mit Hilfe von katasterbezogener Thermografiebefliegung
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Berichtsvorlage
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V/0611/2019 V/0611/2019 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Smart City Münster - Klimaschutz aus der Luft: Münster schützt das Klima - mit Hilfe von katasterbezogener Thermografiebefliegung Beratungsfolge 01.10.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 02.10.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h- nen Bericht 09.10.2019 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 09.10.2019 Rat Bericht Bericht: Mit Antrag Nr.: A -R/0021/2019 hat der Rat der Stadt Münster am 03.04.2019 die Verwaltung beau f- tragt zu prüfen, wie ein Verfahren zum Einsatz von katasterbezogener Thermografiebefliegung in Münster zur Lokalisierung bestehender Energieverluste an Gebäuden in der gesamten Stadt entw i- ckelt und umgesetzt werden kann (siehe Anlage 1). Hintergründe: Das Ziel einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung ist die Aktiv ierung von Gebäudeeigentümern durch gebäudebezogene Informationen, damit sie sich mit der Energieeffizienz Ihres Gebäudes auseinander setzen. Durch die Ansprache mit individuellen Information in Verbindung mit einem differenzierten Energieberatungsangebot für die Eigentümer kann eine relevante Steigerung von gebäudebezogenen Energieberatung en und eine Erhöhung der Sanierungsquote im Bestand erreicht und somit letzlich ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Eine wichtige Säule der Energiewende und des Klimaschutzes ist die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand. Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung bestehender G e- bäude stellt einen wichtigen Faktor bei der Verringerung des Energieverbrauchs und des CO2 - Ausstosses von Immobilien dar. Ein geeignetes Verfahren zur Ermittlung von Defiziten in der Gebäudedämmung ist die Thermogr a- Vermessungs- und Katasteramt 24.09.2019 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Hildebrandt Telefon: 492-6220 Hildebrandt@stadt- muenster.de - 2 - V/0611/2019 fiebefliegung. Diese dient u.a. der Detektion von Wärmequellen oder thermischen Verlusten. Die Auswertung der erzeugten Wärmebilder ermöglicht es, den energetischen Zustand der Gebäuded ä- cher zu visualisieren. Anhand der gewonnenen Daten ist es möglich, Energieverluste zu identifizieren, sie zuzuordnen und ggf. Sanierungsprojekte entsprechend zu priorisieren und durchzuführen. Eine Th ermografiebefliegung ermöglicht auch Aussagen zur Qualität von Fernwärmeleitungen. Die Stadtwerke Münster GmbH beabsichtigt für den kommenden Winter eine Befliegung zur Überprüfung ihres Fernwärmenetzes durchzuführen und mit Hilfe der Thermografieaufnahmen Aussagen zum Zustand der Isolierungen sowie zu Schäden im Leitungssystem zu erhalten, um mit diesen Erkennt - nissen damit verbundene Energieverluste beseitigen zu können. Die Thermografiebefliegung zur Überprüfung des Fernwärmnetzes könnte mit einem Verfa hren der Stadt zur Lokalisierung von Wä r- meverlusten an Gebäudedächern kombiniert und somit die Bilder zweifach genutzt werden. Klimaneutralität: Thermografiebefliegungen erfolgen mit einem Flugzeug, das in niedriger Flughöhe in den Abend - bzw. Nachtstunden das bebaute Stadtgebiet befliegt. Sowohl die niedrige Flughöhe, als auch die a n- sonsten notwendigen Rahmenbedingungen wie niedrige Temperatur oder wolkenfreier Himmel gelten als klimapositive Bedingungen für eine Befliegung. Dennoch zwangsläufig entste hende CO2 - Emmissionen können durch den Erwerb von Verschmutzungszertifikaten ausgeglichen werden. Eine Befliegung wäre somit insgesamt klimaneutral. Mögliche Projektdurchführung: Es gibt einige Firmen wie die Aerowest GmbH, die belgische Firma Eurosense oder die niederländi- sche Firma miramare, die in den letzten Jahren Thermografiebefliegungen für Kommunen durchg e- führt haben. Eine Thermografiebefliegung kann generell nur unter bestimmten meteorologischen Bedingungen erfolgen. Zum einen sollte es trocken (kein Niederschlag, kein Schnee etc.) und kalt (max. 5 Grad) sein. Positiv wirken sich auch geringe Windgeschwindigkeiten und ein wolkenfreier Himmel aus. Zum anderen sollte es möglichst keine Abstrahlungseffekte durch vom Sonnenlicht erwärmte Bereiche geben. In der Regel ist dies ab einem Zeitraum von 2 Stunden nach Sonnenuntergang gegeben. Das heißt, dass nur in der Nacht beflogen werden kann. Beflogen wird das bebaute Stadtgebiet, dies entspricht einer Fläche von ca. 180 km². Geflogen wird in einer Flughöhe von 900 - 1100 m mit einem Flugzeug, das mit einer Wärmebildkamera ausgesta t- tet ist. Hierzu sind im Vorfeld ausführliche Presseinformationen zu geben. Zeitgleich erfolgen in ei n- zelnen Gebäuden Temperaturmessungen zur Indikation der Dämmqualität von Hausdächern, die von interessierten Gebäudeeigentümern mit Hilfe zuvor bereitgestellter Fragebögen durchgeführt werden können. Während des gesamten Befliegungszeitraums wird zudem an Messstationen, die über das jeweilige Fluggebiet verteilt werden, kontin uierlich der Temperaturverlauf aufgezeichnet. Diese Te m- peraturdaten dienen der Kalibrierung des Thermografiemodells und erhöhen die Aussagekraft der gewonnenen Daten. Die bei der Befliegung gewonnenen Einzelbilder werden zu einem homogenen Wärmebild aufbereitet, geometrisch entzerrt und mit den Daten des Liegenschaftskatasters verknüpft. Für ein einheitliches Gesamtbild müssen die Farben der Einzelbilder aufeinander abgestimmt werden, um Temperatu r- schwankungen innerhalb des Befliegungszeitraumes auszugleichen. Für die Information der Eigentümer gibt es drei Verfahren: a. Darstellung der Ergebnisse im Internet (z.B. Osnabrück), - 3 - V/0611/2019 b. Web-Anwendung über einen geschützten Bereich (z.B. Essen), c. auf dem Postweg versandte, individuell gefertigte Immobilieninformation (Rheinbach). Bei der Variante a werden die Ergebnisse der Thermografiebefliegung über das Internet für jede r- mann bereitgestellt. Zusammen mit den Katasterdaten des Liegenschaftskatas ters (Flurstücksgren- zen und Gebäudeumringslinien) kann der gesamte Datenbestand abgerufen und ggf. über Screen s- hots oder spezielle Druckfunktionen ausgegeben werden. Bei der Variante b werden alle Eigentümer durch Infobrief über die Thermografiebefliegung infor- miert. Gleichzeitig wird jedem Eigentümer eine Login -Datei für ein Web-Portal zur Verfügung gestellt, mit der die jeweils grundstücksbezogenen Thermalbilder und weiteres Informationsmaterial herunte r- geladen werden kann. Alternativ kann eine Einverstä ndniserklärung ausgefüllt und an die Stadt z u- rückgesandt werden, auf Grund dessen die grundstücksbezogenen Daten postalisch zugesandt we r- den. Bei den bisher durchgeführten Projekten haben etwa 35% der Eigentümer die Informationen selbst heruntergeladen, etwa 15% forderten diese schriftlich an. Die Variante c ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Grundstückseigentümer die jeweils grun d- stücksbezogenen Thermalbilder und weiteres Informationsmaterial auf dem Postweg zugeschickt bekommen. Der Aufwand für diese Variante ist beträchtlich und wird dadurch erschwert, dass ein Dienstleister für die Zusammenstellung der Unterlagen mit codierten Eigentumsangaben arbeiten muss, die später von der Verwaltung wieder decodiert werden müssen. Datenschutz hat bei einem solchen Projekt oberste Priorität. Eine Prüfung der drei Varianten in Bezug auf die aktuellen Regelungen zum Datenschutz hat ergeben, dass die Varianten a und c aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung heute nicht mehr zulässig sind, da es beiden Variante n an der aktiven Zustimmung der Grundstückseigentümer zu einer grundstücksbezogenen Auswertung der Gebäude (und Übersendung bzw. Veröffentlichung der Auswertung) mangelt. Bei der Variante b könnte diese Zustimmung entweder mit dem Einloggen in das Web -Portal oder mit der postalischen Zusendung der Einverständniserklärung eingeholt werden. Aus Gründen des Datenschutzes und aus Kosten - sowie Aufwandsgründen sollte die Variante b zur Durchführung herangezogen werden. Nur die jeweilige Grundstückseigentümerin /-eigentümer würde Zugang zum gebäudebezogenen Thermalbild erhalten und wären durch ihre aktive Beteiligung (en t- weder einloggen in den Webdienst oder Absenden der Anforderung inclusive Einverständniserkl ä- rung) bereits sehr an der Auswertung ihrer Daten in teressiert und würden so das Potenzial für die angebotene Energieberatung sowie die sich ggf. ergebende Dach-/ oder Gebäudesanierung bilden. Die Kosten inclusive Befliegung und katasterbezogener Auswertung der Gebäudedächer sowie Druck- und Portokosten würden der Durchführung des Verfahrens b ca. 240.000, - € betragen. Diese ließen sich ggf. noch durch Eigenleistung von Druck und Versenden des Informationsmaterials und der angeforderten Auswertungen (durch Expedition & Druck) reduzieren. Zeitlicher Ablauf: Um im Winter 2019/2020 eine Thermografiebefliegung durchführen zu können, wäre eine Auftrag s- vergabe spätestens im Dezember 2019 erforderlich, die Ausschreibung hierfür müsste im Oktober 2019 erfolgen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, das s eine Befliegung vorzugsweise in den Monaten Februar und März bei entsprechend kalter Witterung erfolgt. Daran schließt sich die Auswertung des Bildverbandes und die katasterbezogene Auswertung an, was mehrere Monate da u- ert. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, die Information über die grundstücksbezogene Auswertung in den Wintermonaten an die Eigentümer weiterzugeben, da im Sommer das Interesse für die Dämmqualität - 4 - V/0611/2019 von Gebäuden eher gering ist. Eine entsprechende Informationskampagne könnte demnach im Wi n- ter 2020/2021 stattfinden. Energie- und Investitionsberatung: Die katasterbezogene Thermografiebefliegung stellt einen innovativen Weg dar, die insgesamt 118.051 Dächer der Stadt Münster (Stand 19.09.2019) zu befliegen. Die Aufnahmen dieser Maßna h- me sind eine Möglichkeit, die Hauseigentümer in der Stadt Münster für das Thema Energiesparen zu sensibilisieren, sie auf dieser Basis individuell zu beraten und so langfristig durch energetische Sanie- rungsarbeiten die Energieeffizienz im Gebäudebestand in Münster zu v erbessern. Sinnvoll ist es, ein derartiges Projekt in bestehende Maßnahmen und Konzepte einzubinden. Die Koordinierungsstelle für Klima und Energie (kurz Klenko) hat bereits seit 1995 ein Gesamtkonzept zum Thema Altbausanierung entwickelt und aufgebaut. Zur Steigerung der Sanierungstätigkeit im gesamten Stadtgebiet stehen unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, wie z.B. das Förderpr o- gramm Altbausanierung, verschiedene Netzwerke und Beratungsangebote, Informationsmaterialien, Kampagnen sowie Veranstalt ungen zu den Themen Gebäudethermografie, Vor -Ort-Besichtigungen und die Auszeichnung mit dem Gütesiegel Altbau. Der Rückgang an Nachfragen für eine Gebäudethermografie sowie die Erfahrungen der Klenko h a- ben gezeigt, dass es sich bei der Altbausanierung gr undsätzlich um ein Thema handelt, das immer intensiv bespielt und mit den oben genannten Instrumenten aktiv an die Bürger herangetragen we r- den muss, insbesondere, wenn es um die Einhaltung unserer künftigen und durch den Rat beschlo s- senen Klimaschutzziele im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz geht. Die katasterbezogene Thermografiebefliegung könnte durch eine Integration in das bestehende G e- samtkonzept ein weiteres Instrument für das Thema Altbausanierung darstellen und zusätzlich die Nutzung des Förderprogramms weiter intensivieren. Eine Thermografiebefliegung trifft allerdings lediglich Aussagen über den möglichen Zustand des Daches und bi ldet nicht das gesamte Gebäude ab. Da eine Dachsanierung eine der günstigsten Maßnahmen am Gebäude darstellt, können sanierte Dächer einen guten Eindruck vermitteln, obwohl das restliche Gebäude nicht saniert worden ist. Die Ergebnisse einer Befliegung mü ssen daher gut interpretiert werden und sollten zusammen mit einer intensiven energetischen Fachberatung an die Eigentümer weitergegeben werden. Das wic h- tigste Instrument im Nachgang an die Befliegung sind demzufolge die entsprechenden Beratungsa n- gebote, die von der Koordinierungsstelle für Klima und Energie geplant und umgesetzt werden mü s- sen. Hierzu stehen in Münster verschiedene Kooperationspartner, wie z.B. die Verbraucherzentrale NRW, das städtische Energieberater - oder Handwerkernetzwerk oder die Hand werkskammer Müns- ter zur Verfügung. Es werden aber dennoch zusätzliche Aufwendungen notwendig, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret beziffert werden können. Die katasterbezogene Thermografiebefliegung stellt ein Smart -City Projekt dar, welches die Nutzung von Daten und Digitalisierungsmöglichkeiten im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung vorantre i- ben würde. Finanzierung: Die Möglichkeiten der Förderung wurden von der Verwaltung geprüft. Nach Aussage vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit ist kein Klimaschutzprogramm bekannt, aus dem eine Förde- rung möglich wäre. Der Verwaltung stehen daher derzeit keine zusätzlichen Mittel im Haushaltsjahr 2019 bereit, um die Ausschreibung und Beauftragung einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung durchzuführen. - 5 - V/0611/2019 In Vertretung Denstorff Stadtbaurat Anlage Anlage 1 Antrag an den Rat Nr: A-R/0021/2019 Anlage A Kurzfassung
A-R_0021_2019_a-r-0021-2019-03_26_Antrag_Thermografie
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Antrag an den Rat Nr.: A -R/0021/2019 Münster, 26.03.2019 Münster schützt das Klima – mit Hilfe von katasterbezogener Thermografiebefliegung Energieverluste lokalisieren und beseitigen Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. die Verwaltung prüft, wie ein Verfahren zum Einsatz von katasterbezogener Thermografiebefliegung in Münster zur Lokalisierung bestehender Energieverluste an Gebäuden in der gesamten Stadt entwickelt und umgesetzt werden kann. Dabei sind auch die Dächer öffentlicher und gewerblicher Gebäude zu berücksichtigen. 2. Die Prüfung schließt ein: 2.1. einen Einsatz von katasterbezogener Thermographie-Befliegung mittels eines Spezialflugzeugs bzw. Drohne 2.2. ein freiwilliges Angebot einer unabhängigen Energie- und Investitionsberatung für Hausbesitzer, 2.3. Hinzuziehung von Kooperationspartnern aus dem Energiesektor, z.B. Energieberater, die Stadtwerke Münster, die Verbraucherzentrale oder die Handwerkskammer, 2.4. Akquise von öffentlichen Zuschüssen. Begründung Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung bestehender Gebäude stellt den wichtigsten Faktor bei der Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß deutscher Immobilien dar. Dies sind die effektivste und effizienteste Art und vor allem die dringendste Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Über 80 % des Bestandes deutscher Gebäude weisen einen Dämmstandard die achtziger Jahre oder älter. Schlecht oder unzureichend gedämmte Gebäude sind wahre Energiefresser. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf. Mit dem Einsatz geringer Mittel lässt sich eine wesentliche Verbesserung des Energieverbrauchs von Gebäuden in Münster realisieren. Außerdem schafft eine gute Dämmung eine ausgeglichene Bilanz zwischen Wärmeverlust und Wärmeaufnahme von außen und beugt dank Feuchteschutz die Schimmelbildung vor. Die Einsparung von Heizenergie durch Maßnahmen im vorhandenen Gebäudebestand stellt das mittelfristig größte realisierbare Potential zur Minderung des CO2-Ausstoßes dar. Dämmen erhält oder steigert den Wert des Gebäudes und erhöht den Schallschutz. Überdies stützt die Gebäudemodernisierung die heimische Wirtschaft, da sämtliche durchzuführenden Maßnahmen, von der Planung über den Rohbau bis zum Ausbau in der Regel von heimischen kleineren Handwerksunternehmen ausgeführt werden. Gleichzeitig kann hiermit neuer Wohnraum geschaffen werden, zum Beispiel durch Ausbau vorhandener Dachflächen bei gleichzeitiger thermischer Sanierung oder durch Vergrößerung von Gebäuden im Zuge der thermischen Sanierung (Aufstockung/Anbau). Das bedeutet einen Doppelgewinn für das Projekt. Bei der Suche nach Defiziten in der Gebäudedämmung können ganzheitliche thermografische Untersuchungen aus der Luft helfen. Thermografie ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema in Industrie und Bausektor geworden. Mit Hilfe von Thermografie können ganz schnell Wärmeverluste identifiziert werden, die sonst unentdeckt bleiben. Es wird beantragt, gezielt ein Einsatz der katasterbezogenen Thermografiebefliegung mittels eines Spezialflugzeugs in Münster zu prüfen. Mit modernen Wärmebildkameras lassen sich Wärmebrücken, potentiell feuchte-anfällige Stellen oder undichte Stellen in Dächern detektieren. Zum im Prüfantrag vorgeschlagenen Verfahren soll eine Mitteilung der Ergebnisse an die Hausbesitzer und ein individuelles und freiwilliges Beratungsangebot gehören, das sich an die Gebäudeeigentümer richtet. Neben dem persönlichen Wärmebild zum jeweiligen Gebäude , mit dem ein möglicher Wärmeverlust des Daches erkannt und bestimmt werden kann, können Erläuterungen zum weiteren umfangreichen und unverbindlichen Beratungsangebot mitgeliefert werden . Die Hauseigentümer erhalten eine Möglichkeit, sich mit den Möglichkeiten der energetischen Optimierung auseinanderzusetzen und für sich zu ermitteln, welche Einsparpotenziale bestehen. Bereits einige Kommunen haben gute Erfahrungen mit thermografischer Befliegung gemacht. Unter anderem hat die Stadt Osnabrück eine katasterbezogene Befliegung im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz eingesetzt. Auch die Gemeinde Ense im Kreis Soest hat in Kooperation mit der RWE Flug-Thermografie für die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand sehr gute Erfolge erzielt. Die Wärmebilder wurden anschließend den interessierten Hauseigentümern kostenfrei und nur für das jeweilige Eigentum zur Verfügung gestellt. Einen ähnlichen Weg ist ebenfalls die Gemeinde Rheinbach gegangen, die mittels eines Spezialflugzeugs Thermografie-Bilder des gesamten Stadtgebietes erstellen ließ und den Immobilienbesitzern anschließend mit einem umfangreichen individuellen Beratungsangebot zur Verfügung stellte. Für eine anbieterunabhängige und individuelle Beratung der Gebäudeeigentümer stand in diesem Fall die Verbraucherzentrale NRW mit ihrem Netzwerk von qualifizierten Energieberatern zur Verfügung. Der Kreis Gütersloh hat in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Projektbeauftragten und der Kreishandwerkerschaft als Sponsor ein Modellprojekt entwickelt und umgesetzt, dass laut einer Auswertung des Kreises aus vier Jahren der Einsatz von Thermografie und Energieberatung rund neun Millionen Euro Sanierungsvolumen auslöste. Die positive Bilanz der vergangenen Jahre veranlasste den Kreis und die umliegenden Kommunen, die fünfte Runde der gesponserten Thermografie plus Energieberatung durchzuführen. Münster kann mit dem Einsatz von katasterbezogener Thermografie für eine messbare Steigerung der Energieeffizienz sorgen. Die gezielt durchgeführten Messungen unterstützen eine Auswahl sinnvoller Energiesparmaßnahmen und helfen bei der Bewertung von Einsparpotenzialen und ihrer Wirtschaftlichkeit. Münster, 26.03.2019 gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion
Anlage A
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Anlage A zur V/0611/2019 Kurzüberblick Im Rahmen einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung können Energieverluste an privaten und öffentlichen Gebäuden in der Stadt Münster lokalisiert und beseitigt werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird ein Bericht zu dem Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit hoher Um- welt- und Naturqualität weiterentwickeln“ gegeben. Eine wichtige Säule der Energiewende und des Klimaschutzes ist die Steigerung der Energieeffi- zienz im Gebäudebestand. Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung beste- hender Gebäude stellt einen wichtigen Faktor bei der Verringerung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes von Immobilien dar. Finanzierung Produktgruppe: 09 02 Vermessung, Kataster und Geoinformation Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2019 enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des Haushaltsplan 2020 enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Grundlage ist der gemeinsame Ratsantrag der CDU-Fraktion und der Bündnis 90/Die Grünen/GAL Fraktion vom 26.03.2019. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Mit der Durchführung einer katasterbezogenen Thermografiebefliegung könnte die Stadt Münster für eine messbare Steigerung der Energieeffizienz sorgen. Anhand der gewonnenen Daten ist es möglich Energieverluste zu identifizieren sowie die Hauseigentümer individuell zu beraten und so langfristig durch energetische Sanierungsarbeiten die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu verbessern.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0611/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 13.06.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37