Mandari Insight

V/0224/2020

Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde

Vorlagen 07.05.2020

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A-R_0015_2016_a-r-0015-2016-Muenster_fuer_alle_-_Staedtebaufoerderung_fuer_Coerde_beantragen

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Ansehen

A-R_0013_2019_a-r-0013-2019-Gute_Perspektiven_fuer_MS-Coerde_schaffen

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Ansehen

A-R_0014_2019_a-r-0014-2019-Soziales_Miteinander_foerdern_Quartiere_im_Stadtteil_Coerde_staerken_1

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Ansehen

A-R_0023_2016_a-r-0023-2016-gruene_starke-quartiere-starke-menschen

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Ansehen

InSEK Coerde

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Ansehen

A-R_0008_2019_a-r-0008-2019-Ein_Kinder-_und_Jugendgesundheitszentrum_Kiesekampweg_in_Coerde_entwickeln

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

20200429_Untersuchungsgebiet

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Ansehen

Anlage A

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Ansehen

A-R_0015_2016_a-r-0015-2016-Muenster_fuer_alle_-_Staedtebaufoerderung_fuer_Coerde_beantragen

2779 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0015/2016 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
Münster für alle - 
S
tädtebauförderung für Coerde beantragen 
Antrag an den Rat der Stadt Münster 
z
ur Verweisung an den ASSGVAf 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
I. F
ür den Stadtteil Münster-Coerde wird ein integriertes Handlungskonzept erstellt. 
II. Auf Basis dieses Handlungskonzepts werden Städtebaufördermittel beantragt.
Dabei bieten ESF-Förderungen wie das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt und z.B. 
das damit verbundene Programm ‚Starke Quartiere – starke Menschen‘ gute, zielgerich-
tete Ansätze, die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.  
Handlungsfelder wie Integration, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie, 
Bildung, Soziale Sicherung, Jugend und Begegnung bieten zudem hohe Potentiale für 
die Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil. 
Begründung: 
In 
Coerde ist in den letzten Jahren das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil gewachsen. Es gibt eine 
ganze Reihe von Ansätzen bürgerschaftlichen Engagements, die gefördert werden sollten. So 
sind viele Träger und Vereine auf der Suche nach gemeinsam getragenen Begegnungsräumen 
für Jung und Alt, und für und mit den vielen interkulturellen Gruppen im Stadtteil. 
Jeder zweite Coerder Bewohner bzw. jede zweite Bewohnerin hat eine Migrationsvorgeschichte, 
die Zahl der Alleinerziehenden ist mit 33 % die höchste in Münster, ebenfalls liegen die Zahlen 
von Kindern und Jugendlichen sowie die Armutsquote deutlich über dem Münsteraner Durch-
schnitt. Zudem gibt es Sanierungsbedarfe im baulichen Bereich, einschließlich des Einkaufszent-
rums am Hamannplatz. 
Coerde hat gute Entwicklungspotentiale, die aber entsprechend befördert werden müssen, wozu 
Programme der Städtebauförderung zielführende Handlungsoptionen bieten. Das zeigen nicht 
zuletzt auch sehr deutlich der schrittweise Aufwärtstrend und die Attraktivitätssteigerung des 
Nachbarstadtteils Münster-Kinderhaus im Programmgebiet der Sozialen Stadt. 
Zudem bietet ein Förderprogramm den Coerderanerinnen und Coerderanern Möglichkeiten, 
07.04.2016 
Anlage 3 zur Vorlage Nr. V/0224/2020

2 
 
 
 
über aktive Beteiligung ihren Stadtteil selbst mitzugestalten.  
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Thomas Fastermann   Doris Feldma nn 
Philipp Hagemann   Marius Herwig   Dr. Cornelia Jäg er 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koc h 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Ste ltig 
Hedwig Liekefedt   Anne Schulze Wintzler  Petra Sey fferth 
Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsson   Robert von Olberg 
     Maria Winkel

A-R_0013_2019_a-r-0013-2019-Gute_Perspektiven_fuer_MS-Coerde_schaffen

8053 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0013/2019 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
Gute Perspektiven für Münster-Coerde schaffen 
Ratsantrag 
Der 
Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
1) Die Verwaltung stellt sicher, dass nach fünf Jahren Vorlauf spätestens im August 2019 die
Fö
rderanträge für das Programm Soziale Stadt Coerde (siehe SPD-Anträge aus 2014 und
2016) nun auf den Weg gebracht werden, um im Jahr 2020 mit der Durchführung des
Programms beginnen zu können und die notwendigen Ressourcen für die
Handlungsfelder verfügbar zu haben. Das integrierte Handlungskonzept ist hierbei
ebenso einzubeziehen wie aktuelle Hinweise von Initiativen, Trägern und
Bewohner*innen, z. B. zum Themenfeld Kinderarmut.
Im Blickpunkt stehen müssen zudem stadtplanerische Weiterentwicklungen im Stadtteil.
Die vorhandenen Siedlungsstrukturen genügen lange nicht mehr den heutigen
Anforderungen und erfordern deutliche planerische Maßnahmen. Ziel muss hier sein, der
Segregation in Coerde entgegen zu wirken und einen attraktiven Stadtteil für alle
Bevölkerungsgruppen zu entwickeln.
2) Folgende vorbereitende Maßnahmen für Coerde sind zeitnah umzusetzen, um aktuelle
Pro
blemlagen zu mindern:
• die Implementierung eines Quartiersmanagements durch die Stadt Münster mit
int
erkultureller Kompetenz und der Einbindung von Brückenpersonen (‚nation workers‘)
aus den unterschiedlichen Herkunftsländern sowie einem weiteren Aufbau von Paten-,
Lotsenprojekten.
• die Schaffung und personelle wie sachliche Ausstattung von interkulturellen und
int
ergenerativen Begegnungsräumen in Coerdes Mitte, die niedrigschwellige und
barrierefreie Zugänge ermöglichen. Ankerpunkt kann die Stadtbücherei Coerde sein.
• die Schaffung eines Sozialen Arbeitsmarkts für Coerde durch öffentlich geförderte
Be
schäftigung
• damit einhergehend die Einrichtung einer Dependance des Jobcenters Münster in
ze
ntraler Lage im Stadtteil Coerde. Das Jobcenter soll hier zusätzlich Angebote vorhalten,
die die gesamte Bedarfsgemeinschaft und nicht nur Einzelpersonen in den Fokus
nehmen.
20.03.2019 
Anlage 6 zur Vorlage Nr. V/0224/2020

2 
 
 
 
• die Evaluation der Bildungschancen: In den Fokus genommen werden dabei für Kinder 
und Jugendliche aus Coerde u. a. das Kita-Eintrittsalter, das Schulwahlverhalten, die 
Verweildauer in den Grundschulen, die Übergangsempfehlungen, die Schullaufbahnen 
und die erzielten Schulabschlüsse (jeweils diff. mit / ohne Migrationsvorgeschichte). 
• die Planung und Errichtung eines Kinder- und Jugendgesundheitszentrums  
(vgl. Ideenskizze Dr. Axel Iseke) 
 
• eine Schwerpunktsetzung von Maßnahmen zur Kinder- und Jugendarmutsprävention 
gezielt in Münster-Coerde.  
Dazu gehört unabdingbar auch: 
- die Realisierung einer kostenfreien Mittagsverpflegung für alle Kinder in Kita und 
Schule, um Diskriminierungen nicht entstehen zu lassen und 
- die Ermittlung und Beseitigung von Hemmnissen für einen (frühen) Kita-Besuch der 
Coerder Kinder, um einen frühen Zugang zu frühkindlicher Bildung und Erziehung für 
alle zu ermöglichen 
• die Einrichtung eines Abenteuer-/Bauspielplatzes als freizeitpädagogisches Angebot für 
Kinder und Jugendliche mit Kreativ-Werkstätten, Bewegungs-und Gesellschaftsspielen, 
Fahrradwerkstatt, Garten AG, Koch- und Backangeboten, Holzelementen, Wasserpumpe 
und Feuerstelle u.v.m.. 
• die Schaffung von Flächen für gemeinschaftliches, interkulturelles Gärtnern als Orte der 
Begegnung von Generationen und Kulturen, der Kommunikation und der aktiven 
Freizeitgestaltung  
• die infrastrukturelle Aufwertung der Sportanlage. Dazu gehört insbesondere eine 
zeitnahe Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz. Es sollen hierdurch 
weitere Sportangebote, wie z. B. Mädchenfußball und das Angebot von Trendsportarten, 
sowie eine verstärkte Einbindung der Menschen mit Migrationsvorgeschichte über das 
Projekt "Sport, Sprache und Integration" ermöglicht werden. 
• Wohnumfeld-Verbesserungen in Kooperation mit den ansässigen Wohnungs-
unternehmen, den städtischen Fachämtern und den AWM 
• die vorbereitende Einrichtung eines Beirats ‘Soziale Stadt’ 
 
 
Begründung:  
 
Münster ist eine reiche Stadt. Die Bevölkerungszahl steigt beständig, viele Menschen zieht es ins 
schöne Münster mit seinen Giebelhäusern und dem Wochenmarkt. Unvorstellbar für viele, dass 
es in Münster Stadtteile gibt, in denen Kinder morgens hungrig zur Schule gehen und sich das 
dort angebotene Mittagessen auch für 1 € Eigenanteil nicht leisten können. Das aber ist die 
traurige Wirklichkeit in Coerde.

3 
 
 
 
 
Viele Familien in Coerde befinden sich in einem "Armutskreislauf", jedes zweite Kind lebt in Ar- 
mut. Das sind völlig andere Rahmenbedingungen als in gutsituierten Innenstadt-Stadtteilen. 
Sehr viele Eltern in Coerde sind arm, leben in prekären Verhältnissen und können ihren Kindern 
nicht das mit auf den Weg geben, was am besten gegen Armut hilft: Bildung.  
  
Das Münsteraner Sozialmonitoring 2017 sowie weitere vorliegende Indikatoren zeigen in Coerde 
dringende Handlungsbedarfe auf, zumal sich die Ausgangssituation vor Ort 
in den letzten Jahren gerade auch durch den Zuzug von ärmeren Bevölkerungsgruppen 
(Es ziehen z. B. 30% der Geflüchteten nach Coerde, jeweils 10% nach Kinderhaus und Berg Fidel.) 
nicht stabilisieren konnte und eine weitere Abwärtsspirale für den Stadtteil dringend verhindert 
werden muss (siehe auch Kontextdatenmonitor Coerde vom 31.12.2017 veröffentlicht in 
2/2019).  
 
Die prägenden Indikatoren für sozial benachteiligte Stadtteile wie Armutsquotient (Arbeitslosig- 
keit 10,4%, davon 50% Langzeitarbeitslose), der Jugendquotient (39,2%) und der Migrationsquo- 
tient (52,2%) liegen sehr weit über dem städtischen Durchschnitt und wären im NRW-Vergleich 
aller Soziale-Stadt-Quartiere in den Top 10 zu finden. 
 
Im Zukunftsprozess Münster 20.30.50 soll ausdrücklich auf die Entwicklung benachteiligter 
Stadtteile Wert gelegt werden. Die Mittel der Bund-Länder-Städtebauförderung wurden zuletzt 
in Münster nur für innerstädtische Projekte wie B-Side oder Dominikanerkirche beantragt und 
abgerufen. Diese Förderungen stehen nicht in Frage, aber es ist mindestens ebenso wichtig, nun 
(endlich) auch Städtebauförderung für benachteiligte Quartiere in Münster zu beantragen und 
passgenau abzurufen, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.   
 
Handlungsfelder wie Frühe Hilfen, Kinder und Jugend, Integration, (Sozialer) Arbeitsmarkt, Woh- 
nen, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie, Sicherheit, Schule/Bildung, Soziale 
Sicherung, Sport und Bewegung, Begegnung und Heimat bieten hierbei hohe Potentiale für die 
Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil Münster-Coerde. Schließlich sind 
die Bewohner*innen des Stadtteils die eigentlichen Expert*innen vor Ort, deren Anregungen und 
Ideen hierbei von besonderer Wichtigkeit sind. 
 
Die bisher geleistete Arbeit der Jugendhilfe- und sozialen Träger sowie der Schulen, Initiativen, 
Vereine, Kirchen und Religionsgemeinschaften vor Ort ist vor dem Hintergrund der schwierigen 
Rahmenbedingungen im Stadtteil Coerde ausdrücklich wertzuschätzen.  
Die Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit vor Ort sind in die aktuellen und weiteren Prozesse 
aktiv mit einzubinden.  
 
Nach fünf Jahren Vorlauf darf in Coerde keine Zeit mehr verloren werden. 
Mit höheren Ressourcen aus der Bund-Länder-Förderung und mit kommunalen Mitteln müssen 
endlich grundlegende Verbesserungen in dem benachteiligten Stadtteil erreicht werden.

4 
 
 
 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Stephan Brinktrine    Doris Feldmann  
Philipp Hagemann   Marius Herwig    Dr. Cornelia Jäger 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koch 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Stel tig 
Hedwig Liekefedt   Mustafa Schat    Anne Schulze Wi ntzler 
Petra Seyfferth   Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsso n  
     Maria Winkel

A-R_0014_2019_a-r-0014-2019-Soziales_Miteinander_foerdern_Quartiere_im_Stadtteil_Coerde_staerken_1

8984 Zeichen

Antrag	an	den	Rat	Nr .:	A-R/0014/2019	
Starke Quartiere – starke Menschen: 
Soziales Miteinander fördern – Quartiere im Stadtteil Coerde 
stärken – Ordnungspartnerschaft schaffen 
De
r Rat möge beschließen: 
1. In Coerde wird im Bereich Königsberger Str./Kiesekampweg/ Kemperweg/Breslauer
Str./Gleiwitzer Str./Altcoerde zeitnah ein Stadtteilbüro mit einem Stadtteil-/Quartiers-
management eingerichtet.
Dies soll bereits zeitlich unabhängig von der Fertigstellung des Gesamtkonzeptes
„Soziale Stadt Coerde“ erfolgen.
Zudem werden zusätzliche personelle Ressourcen für die Arbeit eines Quartiersküm-
merers/einer Quartierskümmerin im Wohnquartier eingerichtet.
Ziel ist es, die dortige Wohnsituation zu verbessern sowie die soziale Balance und das
Zusammenleben der Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen im Wohnquartier
und Stadtteil zu stärken.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Kooperation mit den bestehenden Initiativen im
Stadtteil eine Ordnungspartnerschaft einzurichten. Hieran sind neben Polizei, der Stadt
mit Ordnungsamt, KSD, Sozialarbeit und AWM sowie auch die freigemeinnützigen
Träger, örtliche Nachbarschaftsinitiativen und Vereine zu beteiligen. Zugleich erhält der
personell bereits verstärkte kommunale Ordnungsdienst (KOD) die Aufgabe die Arbeit im
Quartier unterstützen.
3. Die soziale Arbeit wird gestärkt. Hierzu soll unter Einbeziehung der Akteure vor Ort das
Zusammenleben im Quartier mit seinen unterschiedlichen Kulturen, Identitäten und
Herkünften gestärkt und neue Konzepte für eine gute Nachbarschaft aller
Bevölkerungsgruppen und Generationen entwickelt werden.
4. Zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner soll die Möglichkeit eröffnet
werden, im Quartier eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung zumindest
temporär anzubieten.
Darüber hinaus gilt es die auch die bereits bestehenden und geplanten sozialen
Einrichtungen und Angebote des Stadtteils noch stärker zu nutzen. Das von CDU und
GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines „Kinder- und Gesundheitszentrum am
Kiesekampweg“ gilt es hier mit einzubeziehen.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung im
Wohnungsbestand und zur Wohnumfeldgestaltung im betreffenden Wohnquartier zu
ergreifen. Dabei sollen die Eigentümer der dort verorteten Hoch- und Mehrfamilienhäuser
an diesem Prozess möglichst finanziell beteiligt werden. Die Verwaltung prüft hier die
Möglichkeiten diesbezüglich. Darüber hinaus soll auch geprüft werden, welche
Anlage 7 zur Vorlage Nr. V/0224/2020

2 
 
Möglichkeiten seitens der Stadt und der MieterInnen und bestehen, die Hausbesitzer 
anzuhalten, notwendige Instandhaltungen und Sanierungen durchzuführen. 
6. Mit dem Stellenplan 2019 wurden zusätzliche Stel len für das Quartiersmanagement 
bewilligt, aus deren Gesamtvolumen die Aufgaben für Coerde abgedeckt werden sollen. 
7. Die Verwaltung wird beauftragt, zu den in den Pu nkten 1-5 aufgeführten Maßnahmen 
möglichst zeitnah ein Umsetzungskonzept und einen Bericht vorzulegen.   
 
Begründung : 
I. Ziel der aufgezeigten und beantragten Maßnahmen ist es, im Stadtteil Coerde und den 
einzelnen Quartieren die Nachbarschaft und das interkulturelle Zusammenleben zu 
stärken und zugleich die Wohnsituation und das Umfeld zu verbessern. 
II. Armutsprävention stärken:  Das städtische Sozialmonitoring hat aufgezeigt, dass im 
Stadtteil Coerde ein hoher Anteil armutsgefährdeter Menschen lebt. Demnach leben 
mehr als 43% der Kinder und Jugendlichen in Familien mit geringen Einkünften, die auf 
Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind. Zudem ist die Arbeitslosenquote mit 11% 
immer noch überdurchschnittlich hoch. Die daraus resultierenden Herausforderungen 
sind allerdings nicht gleichräumig über den Stadtteil verteilt, sondern konzentrieren sich 
auf einzelne Bereiche. Deshalb sollte neben einem guten Stadtteilmanagement für 
Coerde insgesamt auch die besonders betroffenen Quartiere gezielt in den Blick 
genommen werden, um deutliche Verbesserungen für die dort lebenden Bewohnerinnen 
und Bewohner insbesondere bei der Wohnsituation und des nachbarschaftlichen 
Zusammenlebens zu erzielen. Ebenso gilt es die soziale und gesellschaftliche Teilhabe 
zu verbessern. Hierzu gehört auch die Einbeziehung der Maßnahmenprogramme und 
Angebote die bereits in Coerde angeboten werden, u.a. im Rahmen der Armuts- und 
Gesundheitsprävention und der sozialen Teilhabe insbesondere für Kinder und 
Jugendliche. 
III. Vernachlässigung von Wohnquartieren entgegenwirken : Der Stadtteil Coerde 
besteht aus Hochhäusern und Mehrfamilienhäusern, aber auch vielen Reihenhäusern 
und freistehenden Einfamilienhäusern. Im Bereich Königsberger Str./Kiesekamp-
weg/Kemperweg/Breslauer Str./Dachsleite/Gleiwitzer Str. stehen mehrere Hochhäuser 
und Mehrfamilienhäuser. Erbaut wurden diese Häuser in den 60er Jahren. Seit einigen 
Jahren und nach mehreren Besitzerwechseln sind viele dieser Häuser vernachlässigt 
worden. Der Bereich droht in eine massive Schieflage zu geraten: Vermüllung des 
Areals, offenstehende Abfallcontainer und wilder Sperrmüll. Die Folge ist immer 
wiederkehrender Rattenbefall des gesamten Bereichs. Einige Gebäude sind stark 
vernachlässigt und in der Bausubstanz marode. Anwohner berichten von stark 
renovierungsbedürftigen Wohnungen, maroden Bädern und Schimmelbefall. Knapp 20 
dieser Immobilien befinden sich derzeit in der Hand eines einzigen Besitzers.  
IV. Stadtteil und Quartiersmanager*in einrichten:  Im sozialen Bereich kümmert sich der/ 
die Stadtteil-/ Quartiersmanager um die sozialen Belange im Quartier, organisiert 
Begegnung, Teilhabe und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Ein Frauencafé, 
Hausaufgabenhilfe, gemeinsame Grundstückspflege, Gartenprojekte und das 
Wiederaufleben der dort früher üblichen Lambertus- und anderer interkulturellen und

3 
 
generationenübergreifenden Aktivitäten und Nachbarschaftsfeste sind nur einige 
Beispiele, wie das Zusammenleben der Menschen im Quartier dort gelingen kann. 
V. Ordnungspartnerschaft einrichten : Einige Bereiche im Wohnquartier sind baulich und 
gestalterisch vernachlässigt und wirken ungepflegt. Zudem wird die Situation von vielen 
oft auch als unwirtlich und zuweilen auch bedrohlich empfunden. Diese Situation wird den 
Wohnwünschen der Menschen im Quartier sicher nicht gerecht. Zur Verbesserung der 
Situation könnte hier die Einrichtung einer Ordnungspartnerschaft sehr sinnvoll sein. 
Hierzu gibt es bereits positive Erfahrungen aus anderen Stadtteilen. An einer 
entsprechenden Ordnungspartnerschaft sollten neben Polizei, die Stadt Münster mit 
Ordnungsamt, KSD und Sozialarbeit sowie auch freigemeinnützige Träger, örtliche 
Nachbarschaftsinitiativen und Vereine beteiligt werden. 
VI. Quartiers-Kümmer/in : Für diesen Wohnbereich sollte darüber hinaus die Einrichtung 
eines/einer Kümmerin bzw. Kümmerer im Wohnquartier eingerichtet werden. Dies soll 
angelehnt sein an das Modell des „Quartiershausmeisters, welches auch in Kinderhaus/ 
Brüningheide diskutiert und in „Soziale Stadt – Gebieten“ anderer Städte bereits 
erfolgreich angewendet wird, z.B. „Schleswiger Viertel“ in der Dortmunder Nordstadt. 
Aufgabe einer/eines Quartierskümmer/in wäre es, sich gemeinsam mit den anderen 
Akteuren im Quartier für Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum zu engagieren 
und überdies ein/e verlässliche/r Ansprechpartner und -partnerin für die Menschen vor Ort 
zu sein. Diese Person sollte einen kurzen Draht zwischen Anwohnern / Anwohnerinnen, 
Hauseigentümern und städtischen Behörden bieten. Besonders wichtig ist dabei, die 
Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in diesen Prozess einzubeziehen.  
VII. Orte der Begegnung schaffen : Für die soziale Arbeit und die nachbarschaftliche 
Begegnung sind Räumlichkeiten vor Ort nötig. Eines der Hochhäuser verfügt über 
entsprechende Flächen. Mit dem Eigentümer ist zu verhandeln, damit diese zur 
Verfügung gestellt werden können. Weiterhin ist der Eigentümer nach Möglichkeit an den 
Kosten für das Projekt zu beteiligen. Hier sollte auch die Möglichkeit gegeben werden, 
eine temporär eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung anzubieten.  
Darüber hinaus gilt es, auch die sozialen Einrichtungen und Angebote des Stadtteils 
noch stärker zu nutzen. Das von CDU und GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines 
Kinder- und Gesundheitszentrums am „Kiesekampweg“ gilt es Verlauf mit 
einzubeziehen. 
Mit dieser Kombination aus Maßnahmen für eine Stärkung der Quartiers- und Nachbar-
schaftsarbeit, der sozialen Sicherheit und Unterstützung bis hin zur gemeinsamen Setzung 
von Regeln für das Zusammenleben im Quartier ist ein erster und wichtiger Schritt zur 
Stärkung des Quartiers und zur Förderung von Lebensqualität in diesem Bereich getan. 
Zugleich kann dieses Pilotprojekt ein gutes Vorbild sein, von dem auch die derzeit in Planung 
befindlichen neuen Stadtteile in Münster profitieren können. 
 
 
gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners 
und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion

A-R_0023_2016_a-r-0023-2016-gruene_starke-quartiere-starke-menschen

14940 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2016 
Ratsantrag
03
.05.2016
Der Rat beschließt: 
1. Die Stadt Münster entwickelt zur sozialen, inklusiven und
ökologischen Weiterentwicklung der Stadtquartiere sowie zur
Verbesserung, Erhaltung, Sicherung der Lebensqualität in den
Quartieren und zur Unterstützung bürgerschaftlicher Initiativen Leitbilder für
Quartiersentwicklung und Quartiersmanagement. Hierzu werden die Überlegungen aus
dem Masterplan Quartier Münster (zur Versorgungssicherheit vom Menschen mit Pflege
und Unterstützungsbedarf) mit einbezogen.
2. Die Stadt Münster beteiligt sich verstärkt an dem integrierten Landesprogramm „Starke
Quartiere – Starke Menschen“.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, weitere  Anträge zu den einzelnen und für Münster
ge
eigneten Förderbereichen beim Land zu stellen.
Begründung: 
Stadtwachstum bietet Chancen – stellt aber auch viele neue Anforderungen an die 
Stadtentwicklung  
Münster erlebt als wachsende Stadt viele unterschiedliche und zum Teil tiefgreifende 
strukturelle Veränderungen. Einige Beispiele:  
- Innerstädtische und stadtnahe Wohnquartiere mit großem Wachstumsdruck und 
stagnierende Wohnquartiere in den äußeren Stadtteilen driften sozial und 
ökonomisch auseinander.  
- wirtschaftlicher Strukturwandel und neue Dienstleistungsangebote greifen in 
Wohnbedingungen der Einwohner von Innenstadtquartieren mehr als nur graduell 
ein. 
- Trotz überdurchschnittlicher Wohnungsbauzahlen zeigt sich ein zunehmender 
Mangel an preiswerten Wohnraum; er droht in vielen innerstädtischen Quartieren mit 
wirtschaftlichen Verdrängungsprozessen und sozialer Entmischung. 
Die kontinuierliche Zunahme der Einwohnerzahl und das damit verbundene Wachstum von 
Arbeitsplätzen erhöhen den Druck auf die Stadt und ihre Bewohner*innen: Das 
Stadtwachstum schafft spezifische Wachstumsprobleme, die sich in den einzelnen 
Quartieren der Stadt ganz unterschiedlich auswirken.  
Zudem steht auch die soziale Infrastruktur vor neuen Herausforderungen. Viele Angebote 
vor Ort müssen erweitert oder konzeptionell weiterentwickelt werden oder völlig neue 
kommen hinzu. Quartiere sind immer auch Orte der sozialen Vielfalt: Quartiere zeichnen sich 
immer durch verschiedene Lebensformen und soziale Gruppen aus. Unterschiede und 
Toleranz sind Teil des Alltags 
Inklusion und Barrierefreiheit sind dabei grundlegende Gestaltungsprinzipien, die nicht 
zuletzt aufgrund der UN-Behindertenrechtskonvention und den Anforderungen durch den 
demografischen Wandel Eingang in die Quartiersentwicklung finden müssen.  
Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
Ratsfraktion Münster 
Windthorststr. 7 
4
8143 Münster 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
ratsfraktion@ gruene-muenster.de 
www.gruene-muenster.de 
„Starke Quartiere – Starke Menschen“ 
Anlage 4 zur Vorlage Nr. V/0224/2020

Schließlich bedarf es der Entwicklung neuer zeitgem äßer Versorgungskonzepte, mit denen 
die Selbstbestimmung der Menschen in den Wohnquarti eren gesichert werden kann, wenn 
z.B. Pflege- und Unterstützungsbedarf besteht. Für „lebendige“ Quartiere, ist dabei auch ein 
guter Generationen-Mix, das Zusammenleben von Jung und Alt notwendig. Deshalb ist für 
eine zukunftsorientierte Quartiersentwicklung nicht  nur eine alters- und behindertengerechte 
Gestaltung wichtig, sondern auch eine familien- und  kindgerechte Ausrichtung der 
Lebensorte. Dies gilt besonders auch für die Gebiet e, die besonders von einem Rückgang 
junger Menschen an der Bevölkerung betroffen sind. Nur durch eine Infrastruktur, die auch 
eine Attraktivität für Familien und junge Menschen besitzt, lässt sich der wichtige 
Generationen-Mix vor Ort auf Dauer sichern. Hierzu sind auch generationenübergreifende 
Konzepte wichtig. 
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und Quartie rsmanagement – neue Konzepte 
für Städte in der Veränderung  
Mit dem demografischen und sozialen Wandel sowie Mo dernisierungsnotwendigkeiten sind 
zahlreiche Anforderungen für die Wohnraum- und Nahv ersorgung, Infrastrukturausstattung 
und Daseinsvorsorge, die Stadterneuerung sowie die Kinder-, Familien-, Bildungs-, Schul-, 
Arbeitsmarkt-, Sozial- und Integrationspolitik wie auch der Umweltpolitik verbunden. Zugleich 
gilt es die Anforderungen eines inklusiven Gemeinwesens mit einzubeziehen. 
Die Beachtung 
 dieser sozialen, demografischen, wirtschaftlichen, baulichen, 
umweltbezogenen und anderen Entwicklungen führt daz u, dass das „Quartier“ als 
Betrachtungs- und Handlungsebene in Kommunen wachse nde Bedeutung gewinnt. Das gilt 
sowohl aus der Sicht der dort lebenden und arbeiten den Menschen, die auf veränderte 
Lebens- und Wohnbedingungen in der direkten Umgebun g ihrer Wohnung, Hauses oder 
Arbeitsplatzes sehr sensibel reagieren, als auch fü r die Kommune als Träger der örtlichen 
Daseinsvorsorge. Für beide gilt das Quartier als besonders beziehungsreiches und wichtiges 
Umfeld.  
Stichworte wie Gentrifizierung, Segregation, Lärmbe lastung oder Leerstand, Stadtbrache 
und Verslumung bezeichnen strukturelle Verschlechte rungen in „benachteiligten 
Stadtquartieren“, denen Gemeinden durch vielfältige  Maßnahmen entgegenzuwirken 
versuchen. Umgekehrt fördern Gemeinden, quartiersbe zogene Aufwertungs- und 
Erneuerungsprozesse wirtschaftlicher und baulicher Art, die mit dem Zuzug neuer 
Bevölkerungsschichten einhergehen, nach Kräften. Du rch Investitionen in Infrastruktur und 
gemeindliche Angebote in den Bereichen Bildung, Kul tur, Freizeit usw. versuchen sie, die 
Revitalisierung zu stabilisieren.  
Auch die anhaltende Zuwanderung von Flüchtlingen na ch Deutschland stellt die Städte nicht 
nur gesamtstädtisch vor Probleme der Unterbringung und Integration. Sie verlangt ebenso 
nach quartiersbezogenen Konzepten und Maßnahmen, oh ne die die Aufnahme und 
Integration der Neubürger*innen in ihre Umgebung ni cht oder nur mit Widerstand gelingen 
wird.  
Quartiere für alle Generationen  
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und ein int egriertes Quartiersmanagement stellen 
neue und innovative Strategie der Stadterneuerung d ar. Ihr konzeptioneller Ansatz ist ein 
ganzheitlicher. Vielfältige Instrumente der gemeindlichen Daseinsvorsorge werden gebündelt 
und auf das Quartier als Teilbereich der Stadt fokussiert. Quartiersmanagement erscheint als 
eine kommunale Art des „Social Engeneering“.  
Entwicklung und Management auf der Ebene von Quarti eren helfen sowohl Städten mit 
prosperierender Wirtschaft und Einwohnerzuwachs, al s auch Gemeinden, die durch 
Wegzug, Leerstand und sozioökonomische Problemlagen  belastet werden. Zudem geht es 
darum die Infrastruktur auf die zeitgemäßen Anforde rungen einer inklusiven 
Stadtgesellschaft auszurichten. Im Unterschied zu d en bereits seit den 1960er Jahren 
gebräuchlichen Strategien der Stadterneuerung, besonders den klassischen städtebaulichen 
Sanierungen, stehen bei der Quartiersentwicklung un d dem Quartiersmanagement

städtebauliche und bodenordnende Maßnahmen nicht im  Vordergrund. Sozialpolitisch 
orientierte Instrumente der städtebaulichen Erneuer ung, insbesondere das Programm 
„Soziale Stadt“, können demgegenüber als Vorläufer und als Prototypen der 
Quartiersentwicklung und des Quartiersmanagements a ngesehen werden. Sie nutzen die 
gesamte Bandbreite der kommunalen Handlungsmöglichk eiten, von sozialpolitischen 
Instrumenten, über wohnungswirtschaftliche Aktivitä ten bis hin zu Maßnahmen des 
Immissionsschutzes und der Schaffung kultureller Angebote. Vorbereitung und Durchführung 
verlangen nach interdisziplinären Arbeitsweisen inn erhalb der Verwaltung, vorzugsweise 
durch Projektorganisation geleistet werden kann. 
Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Strat egien der Stadterneuerung und der 
Stadtentwicklung besteht darin, dass Quartiersentwi cklung und Quartiersmanagement 
bewusst als „Bottom-Up“-Prozesse und nicht „Top-Down“ angelegt werden. Bei der Definition 
von Zielen, Projekten, der Aufstellung von Konzepte n und auch beim Management sollen 
Bewohner, Nutzer, Gewerbetreibende bzw. ihre Vertre ter in Initiativen, Gruppen und 
Vereinen maßgeblich mitbeteiligt werden. Durch Dialog, Austausch und Partizipation können 
die Potenziale und Energien, die durch das Aufeinan dertreffen und Ineinanderwirken der 
unterschiedlichen Lebenswelten entstehen, genutzt w erden für eine positive 
Gebietsentwicklung. Im Idealfall entwickeln „Bewohn er*innen und Zivilgesellschaft“ das 
Leitbild der Quartiersentwicklung und organisieren den Managementprozess mit 
Unterstützung der Stadt. Dabei wird das Leitbild au ch mitgeprägt von einer „inklusiven“ 
Sozial- und Quartiersplanung.  
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und Quartiersmanagement für Münster 
Münster sollte deshalb verstärkt quartiersbezogene Planungs- und Managementkonzepte 
nutzen. Dabei sollten die Erfahrungen aus dem Proje kt „Soziale Stadt“ und darüber hinaus 
von Städten mit einbezogen werden, die bereits über  weitergehende praktische Erfahrungen 
der Quartiersentwicklung und des Quartiersmanagements bei der Stadterneuerung verfügen, 
wie zum Beispiel Wuppertal, Bamberg oder in einigen  Berliner Bezirken. Hier gilt es in 
Münster Leitbilder für Quartiersentwicklung und Qua rtiersmanagement in den einzelnen 
Stadtteilen zu entwickeln. Darüber hinaus ist auch eine weitergehende ressortübergreifende 
Stadt- und Quartiersplanung notwendig. Mit Quartier skonzepten soll dabei eine integrierte 
und gemeinsame, aufeinander abgestimmte Sozial-, Wo hn- und Stadtplanung erfolgen.  
Die Stadt Münster selbst ist mit der Erarbeitung de s „Masterplans Quartier“ bereits 
bundesweit beispielhaft in die Entwicklung eines Qu artierskonzeptes eingestiegen, mit dem 
die soziale Infrastruktur zukunftsgerecht gestaltet  werden und die Angebote in den 
Stadtquartieren insbesondere für Menschen mit Pfleg e- und Unterstützungsbedarf eine 
umfassende Versorgungssicherheit bieten sollen. Der  Masterplan Quartier Münster (zur 
Versorgungssicherheit vom Menschen mit Pflege und U nterstützungsbedarf), der eine 
Grundlage für ein gesamtstädtisches Konzept bieten soll, befindet sich derzeit in der 
Erarbeitung. 
 Diese Arbeit gilt es zu verstetigen und kontinuierl ich auf die Stadtquartiere zu 
übertragen. 
Landesprogramm „Starke Quartiere – Starke Menschen“ 
Das 2015 ins Leben gerufenes integrierten Landespro gramm „Starke Quartiere – Starke 
Menschen“ soll die Kommunen dabei unterstützen, für  die benachteiligten Stadt- und 
Ortsteile, in denen sich ökonomische, soziale, demo grafische, städtebauliche und 
ökologische Probleme konzentrieren, ein integrierte s Handlungskonzept zu entwickeln, 
dieses in eine systematische Präventionsstrategie e inzubetten und umzusetzen. Mittel dazu 
sind integrierte Handlungskonzepte. Sie sollen syst ematische Präventionsstrategien 
ermöglichen.  
Das Programm bündelt Förderzugänge, konkret der NRW-EU Programme des Europäischen 
Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), des Europäi schen Sozialfonds (ESF) und des 
Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie 
weiteren nationalen und landesweiten Aktivitäten fü r die Jahre 2014 bis 2020. Für NRW

stehen für die Förderung von benachteiligten Quarti eren und Ortsteilen bis 2020 rund 175 
Millionen Euro zur Verfügung. Dazu kommen in gleich er Höhe Mittel der nationalen 
Kofinanzierung aus Bundes- und Landesmitteln und au s Mitteln von Kommunen, Vereinen 
und Privaten.  
Die Förderkulisse dieser Mittel ist weitgespannt. Z .B. können früh ansetzende Hilfen für 
Kinder, Jugendliche und Familien, der Auf- und Ausb au sozialer Präventionsketten ebenso 
bezuschusst werden wie der Ausbau von Jugendwerkstä tten, die Entwicklung 
altersgerechter Quartiere, die baulichen Maßnahmen im Wohnungsbestand wie auch zur 
Verbesserung des öffentlichen Raums und des Wohnumf eldes. Förderfähig sind auch 
Maßnahmen für die ökologische Verbesserung und die energetische Erneuerung von 
Quartieren. Bevorzugt werden kommunale Projekte gef ördert, die einen Modell- oder 
Vorbildcharakter haben. 
Mit dem sog. Stadtentwicklungskredit als neuem Fina nzierungsinstrument können zudem für 
privatwirtschaftliche Investitionen in schwierigem Investitionsumfeld passgenaue 
Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet werden. 
Integrierte Handlungskonzepte können fortlaufend ab  der Veröffentlichung des 
gemeinsamen Aufrufs der Programme des EFRE, des ELE R und des ESF eingereicht 
werden. Der Aufruf erfolgte am 10. Februar 2015. Di e für die Auswahl von zu fördernden 
Projekten zuständige Interministerielle Arbeitsgruppe tagt bedarfsgerecht entsprechend dem 
Antragseingang. Der Projektaufruf der Landesregierung NRW liegt diesem Antrag als Anlage 
bei. 
Die Stadt Münster nutzt bereits einzelne Förderprog ramme aus dem integrierten 
Landesprogramm wie den Masterplan altengerechte Qua rtiere NRW oder Maßnahmen aus 
dem Wohnungsbauförderprogramm oder weitere Programm e. Darüber hinaus sollten die 
Fördermöglichkeiten der einzelnen Programmbereiche noch intensiver genutzt werden. 
Hierzu ist zu prüfen welche Programme zur Umsetzung  in Münster noch zusätzlich gut 
geeignet sind und genutzt werden können. 
Potentielles Fördergebiet Münster-Coerde 
Coerde ist ein kulturell sehr bunter Stadtteil. Wie  der Statistik 
1 zu entnehmen ist, liegt der 
Ausländeranteil und der Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte im Vergleich zur 
gesamten Stadt Münster mehr als doppelt so hoch. Co erde ist zudem ein sehr kinderreicher 
Stadtteil mit vielen Großfamilien und alleinerziehe nden Eltern. Über 60% der Familien 
erhalten Sozialleistungen. Diese Daten belegen wie vielschichtig, wichtig und notwendig 
vernetzte Hilfsangebote sind und dauerhaft sein werden, um den Stadtteil zukunftsgerecht zu 
machen. 
Im Rahmen der Präventionskette sind bereits Kooperationsstrukturen im Quartier vorhanden, 
die es zu stärken, auszubauen und an deren bisherig e Erfolge es anzuknüpfen gilt, um alle 
Chancen für Kinder und Jugendliche von Anfang an si cherzustellen. Bestehenden Mängeln 
in der städtebaulichen Situation und bei den Wohnungsqualitäten ist aktiv entgegenzuwirken, 
um einen zukunftsfähigen Wohnstandort zu schaffen. Das Zentrum von Coerde 
(Coerdemarkt-Hamannplatz) beispielsweise muss mit B ürgerbeteiligung als attraktiver Platz 
mit hoher Aufenthaltsqualität  und als soziale und kulturelle Mitte entwickelt werden. 
 
                                                 
1 siehe http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/zahlen.html

http://www.efre.nrw.de/0_2_Aktuelles/2015_02_10_Aufruf_Quartiersentwicklung/Aufruf_Praeventive_Quartiersent 
wicklung.pdf  
 
Münster-Coerde ist somit prädestiniert als erstes Fördergebiet. 
 
Weitere Erläuterungen zum Antrag erfolgen mündlich. 
 
Jutta Möllers  
Otto Reiners 
Gerhard Joksch 
Harald Wölter  
 
Helga Bennink 
Susanne Dähne 
Christoph Kattentidt 
Annette Kemper 
 
Raimund Köhn 
Jörn Möltgen 
Dr. Didem Ozan 
Carsten Peters 
 
Pascal Powroznik 
Sylvia Rietenberg 
Tim Rohleder 
Dr. Rita Stein-Redent

InSEK Coerde

262480 Zeichen

2

3

4 
 
Inhalt 
Inhalt ................................ ................................ ................................ ................................ .... 4 
1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ...................... 6 
1.1 Planungsanlass / Handlungsrahmen ................................ ................................ ....... 6 
1.2 Aufbau des vorliegenden Konzeptes ................................ ................................ ....... 8 
1.3 Beschlussfassung der parlamentarischen Gremien ................................ ................. 9 
1.4 Verfahrensablauf ................................ ................................ ................................ ....10 
1.5 Beteiligungsprozess ................................ ................................ ............................... 10 
2 Grundlagen zum Stadtteil Coerde ................................ ................................ ..............14 
2.1 Lage im Stadtgefüge ................................ ................................ .............................. 14 
2.2 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes ................................ ............................... 14 
2.3 Geschichte des Stadtteils ................................ ................................ .......................15 
3 Statistik ................................ ................................ ................................ ........................17 
3.1 Wohnberechtigte Bevölkerung / Einwohnerentwicklung ................................ .........17 
3.2 Haushaltstypen / Haushaltsgrößen ................................ ................................ .........20 
3.3 Altersstruktur ................................ ................................ ................................ ..........22 
3.4 Migration / Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit .............................24 
3.5 Bildung ................................ ................................ ................................ ...................26 
3.6 Gesundheit ................................ ................................ ................................ .............29 
3.7 Arbeitslosigkeit / Transferleistungen ................................ ................................ .......30 
3.8 Wohnen in den Stadtzellen ................................ ................................ .....................32 
3.9 Fazit Statistik ................................ ................................ ................................ ..........33 
4 Stadtteilanalyse ................................ ................................ ................................ ...........34 
4.1 Wohnen / Städtebau ................................ ................................ ............................... 34 
4.2 Mobilität ................................ ................................ ................................ ..................39 
4.3 Bildung / Betreuung / Erziehung ................................ ................................ .............42 
4.4 Freizeit / Kultur / Sport ................................ ................................ ............................46 
4.5 Gesundheit ................................ ................................ ................................ .............50 
4.6 Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung ........51 
4.7 Sauberkeit / Sicherheit ................................ ................................ ...........................60 
4.8 Nahversorgung ................................ ................................ ................................ .......61 
4.9 Miteinander / Integration ................................ ................................ .........................69 
4.10 Fazit Infrastruktur ................................ ................................ ................................ ...71 
5 Multifunktionales Stadtteilhaus am Hamannplatz ................................ .....................74 
6 Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse) ................................ .........................76 
Wohnen / Wohnumfeld ................................ ................................ ................................ .....76 
Mobilität ................................ ................................ ................................ ............................77 
Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit ................................ .......................78 
Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung ..................79

5 
 
Nahversorgung ................................ ................................ ................................ .................80 
Miteinander / Integration ................................ ................................ ................................ ...81 
7 Zielsystem ................................ ................................ ................................ ....................83 
8 Maßnahmenübersicht ................................ ................................ ................................ .87 
Handlungsfeld 1: Wohnen ................................ ................................ ................................ .88 
Handlungsfeld 2: Soziales................................ ................................ ................................ .94 
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und 
Klimaanpassung ................................ ................................ ................................ ............. 111 
Handlungsfeld 4: Nahversorgung ................................ ................................ .................... 119 
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration ................................ ................................ ...... 122 
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus ................................ ............................ 130 
Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation ................................ ................................ ... 137 
9 Finanzierungs-/ Zeitplan ................................ ................................ ........................... 141 
10 Ausblick ................................ ................................ ................................ ..................... 155 
11 Impressum ................................ ................................ ................................ ................. 158

6 
 
1 Einleitung  
1.1 Planungsanlass / Handlungsrahmen  
Coerde ist ein ausgesprochen interkultureller  Stadtteil und gekennzeichnet durch ein breites 
Spektrum an unterschiedlichen Lebens - und Wohnformen. Ü ber einhundert Nationalitäten 
leben in dem Stadtteil im Norden der Stadt Münster.  
Im Vergleich mit anderen Münsteraner Stadtteilen weisen die Bevölkerungsindikatoren in 
Coerde vielfach herausfallende Werte auf. Soziale Probleme ergeben sich u.a. durch ein en 
hohen Arbeitslosenanteil mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, einer hohen Quote an von Armut 
betroffenen Menschen und einem hohen Ausländeranteil. Die teilweise einseitige Bel e-
gungspolitik der ansässigen Wohnungsunternehmen – insbesondere in den Hochhäuser n – 
hat zu einer Konzentration sozialbelasteter Bevölkerungsgruppen geführt und damit die 
überwiegend schwierige Wohnsituation der Mieterschaft noch verschärft. 
Der Stadtteil leidet seit vielen Jahren unter einem schlechten Image. Eine, verglichen mit der 
Gesamtstadt, erhöhte Kriminalitätsrate und die Einschätzung der Bürgerschaft, dass Sa u-
berkeit und Sicherheit im Stadtteil ein 
dauerhaftes Problem darstellen, sind 
Beispiele für die bestehenden Missstä n-
de. Vor diesem Hintergrund hat der Au s-
schuss für Stad tplanung, Stadtentwic k-
lung, Verkehr und Wohnen als Fachau s-
schuss des Rates der Stadt Münster am 
24.11.2016 die Verwaltung beauftragt, 
ein Integriertes Stadtteilentwicklungskon-
zept (InSEK) für Coe rde zu erarbeiten  
(V/0929/2016). Das Ziel ist , mit einem 
thematisch breit aufgestellten Maßna h-
menkatalog, den bestehenden Missstä n-
den entgegenzuwirken.  
 
Neben den städtebaulichen Maßnahmen, wie zum Beis piel der energetische n Nachbesse-
rung des Gebäudebestandes aus den 1960 er und 70er Jahren und der Aufwertung der ö f-
fentlichen und privaten Freiflächen, sollen bei der Bearbeitung des Entwicklungskonzeptes 
vor allem die sozialen Themen im Stadtteil im Fokus stehen.  
Im Stadtteil sind bereits Hilfsangebote der unterschiedlichsten Akteure vorhanden, die es zu 
stärken und im Sinne der Prävention auszubauen gilt.  
Vorrangiges Ziel des InSEKs ist es, die vorhandenen Potenziale aufzuzeigen und Impulse für 
eine bürgernahe Weiterentwicklung als attraktiver, sicherer Wohnstandort mit lebenswerten 
Quartieren zu geben.  
Das Konzept soll daher Entwicklungspotentiale insbesondere in den folgenden Bereichen 
aufzeigen:  
 Wohnraumversorgung, 
 Bildung und Armutsbekämpfung, 
 Sport, Kultur und Freizeitgestaltung,  
 Gesundheit,  
 Pflege und Erhalt der Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung.  
Wilde Müllentsorgung am  Kemperweg  
(Bild: Stadt Münster)

7 
 
 Sauberkeit und Sicherheit 
 Begegnung und Integration. 
Für die Verbesserung der Versorgung der Bürgersch aft mit Gütern des täglichen Be darfs ist 
eine umfassende Neugestaltung des Stadtteilz entrums am  Hamannplatz vorgesehen. Ein 
neuer Bebauungsplan für dies en zentralen Bereich ist Ende 2019 vom R at der Stadt be-
schlossen worden und in Kraft getreten.  
Das InSEK wurde gemeinsam mit der Bürgerschaft, den Politikern vor Ort , sowie den Akteu-
ren im Stadtteil in ei nem intensiven, interaktiven Pro zess erarbeitet. Die breitgefächerte Mit-
bestimmung zielt dabei insbesondere auf eine stärkere Identifi kation mit dem Stadtteil  und 
auf die Aufwertung des Stadtteilimages ab . Dabei sollen vor allem  auch Bevölkerungsgrup-
pen angesprochen werden, die wenig beteiligungsgeübt sin d. Dies gilt nicht nur für den Zei t-
raum des Verfahrens, sondern auch für die darauffolgenden  konkreten Abwägungs-, Ent-
scheidungs- und Umsetzungsprozesse.  
Gesamtansicht der Baustruktur im Stadtteil Münster -Coerde  (Quelle: Stadt Münster)   
Das InSEK für den Stadtteil Coerde ist als dynamischer Prozess zu verstehen. Durch eine 
begleitende, langfristige Evaluation werden die gesetzten Ziele überprüft und die Maßna h-
men entsprechend angepasst. Dadurch können auch bisher nicht erfasste Akteure mit ihrem 
individuellen Aufgabengebiet im folgenden Anpassungs- bzw. Umsetzungsprozess berück-

8 
 
 
sichtigt werden und zur Aufwertung der Lebens - und Wohnverhältnisse im Stadtteil beitr a-
gen.  
1.2 Aufbau des vorliegenden Konzeptes 
Das InSEK gliedert sich in die folgenden zehn Kapitel:  
 
Kapitel 1  
erläutert den Planungsanlass, den Handlungsrahmen, den Verfahrensablauf und die bisher 
durchgeführten Verfahrensschritte, insbesondere in Bezug auf die Beteiligung der Bürger-
schaft und der Akteure vor Ort, zur Vorbereitung des Erneuerungsprozesses im Stadtteil Co-
erde.  
In Kapitel 2  
werden die Lage des Stadtteils im Stadtgefüge, die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 
und die Geschichte des Stadtteils beschrieben.  
Kapitel 3  
analysierte die Gesamtsituation im Stadtteil durch Daten, Zahlen und Fakten.  
Kapitel 4  
analysiert den Stadtteil in Bezug auf die vorhandene Infrastruktur.  
Am Ende dieses Kapitels werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst.  
Kapitel 5  
beschreibt die Planungsüberlegungen zum multifunktionale Stadtteilhaus am Hamannplatz 
(„Leuchtturmprojekt“).  
Kapitel 6  
fasst die Ergebnisse in einer Stärken-Schwächen-Analyse zusammen.  
In Kapitel 7  
werden die Zielsetzungen für die Entwicklung des Untersuchungsgebietes aufgelistet (Ziel-
system).  
Kapitel 8  
enthält die Maßnahmen sortiert nach Handlungsfeldern, die für eine Aufwertung und Erneue-
rung von Coerde vorgesehen sind.  
Kapitel 9  
stellt den Finanzierungs- und Zeitplan dar.  
Kapitel 10  
beschreibt in einem Ausblick, die durch das InSEK erreichbaren Ergebnisse und formuliert 
Empfehlungen für die Umsetzung des Aufwertungsprozesses.

9 
 
1.3 Beschlussfassung der parlamentarischen Gremien  
Ein Indikatorenvergleich von mehreren Münsteraner Stadtteilen im November 2016 hat er-
geben, dass der Stadtteil Coerde in mehrerer Hinsicht negativ herausfallende Werte aufweist 
und somit als benachteiligter Stadtteil eingestuft werden muss. Vor diesem Hintergrund  soll 
das InSEK aus Sicht der parlamentarischen Gremien der Stadt Münster mit Priorität bearbei-
tet werden. Die Ergebnisse eines Kontextdaten monitorings für den Stadtteil mit Indikatoren 
aus dem Jahr 2017 und weitere aktuellere Daten und Zahlen fließen in die Herleitung der für 
die Aufwertung des Stadtteils erforderlichen Maßnahmen in das InSEK ein. 
Die Fraktionen in den parlamentarischen Gremien haben mehrere Anträge gestellt, ein I n-
SEK zu erstellen, die sich hinsichtlich ihrer Zielsetzung überschneiden oder  ergänzen. Expli-
zit bestand der Auftrag der Politik darin, alle Alters - und Herkunftsgruppen zu beteiligen, d a-
mit ihre jeweiligen individuellen Bedarfe im Verfahren Beachtung finden.  
Die Anträge an die Verwaltung beinhalten darüber hinaus auch die Prüfung, ob Fördermittel 
nach Städtebauförderrichtlinien „Sozialer Zusammenhalt“ in Anspruch genommen werden 
können, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zügig zu verbessern.  
 Antrag A-R/00015/2016 der SPD-Ratsfraktion „Münster für alle - Städtebauförderung für 
Coerde beantragen“ vom 07.04.2016 
 Antrag A-R/00023/2016 der CDU-Ratsfraktion und Bündnis 90 / Die Grünen im Rat „Star-
ke Quartiere – starke Menschen“ vom 03.05.2016  
 Antrag A-R/0008/2019 der Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen/GAL und der CDU „Ein 
Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln“ vom 
04.02.2019  
 Antrag „A -R/0013/2019 der SPD -Ratsfraktion „Gute Perspektiven für Münster -Coerde 
schaffen“ vom 20.03.2019  
 Antrag A -R/00014/2019 der Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen/GAL und der CDU 
„Starke Quartiere – Starke Menschen“ vom 05.04.2019  
Das Integrierte Handlungskonzept, auf der Basis einer breite n Beteiligung gemeinsam era r-
beitet, bildet die Grundlage der zukünftigen Entwicklung im Stadtteil Coerde. An diesem 
handlungsleitenden Orientierungsrahmen wird sich die Umsetzung der dargestellten Ma ß-
nahmen und Projekte in den nächsten fünf Jahren messen lassen.  
Ziel der Stadt Münster ist es daher, auf der Basis der im InSEK Coerde dargestellten Han d-
lungsfelder, noch im Jahr 2020 eine Aufnahme  in das Förderprogramm „Sozialer Zusa m-
menhalt“ für den Stadtteil Coerde zu erreichen, damit unter Inanspruchnahme v on Städte-
baufördermitteln für den Teil der grundsätzlich förderfähigen Maßnahmen und Projekte eine 
finanzielle Basis geschaffen werden kann. Private Partner / Träger werden genauso wie die 
Stadt Münster die Fördermaßnahmen kofinanzieren bzw. für einen Teil  der Maßnahmen und 
Projekte die komplette Finanzierung übernehmen. Dazu wird der Rat der Stadt Münster im 
Rahmen seiner Zuständigkeiten entsprechende Beschlüsse fassen. Gleichzeitig legt der Rat 
mit seiner Entscheidung zum InSEK Coerde auch ein Fördergebiet „Sozialer Zusammenhalt“ 
gem. § 171e (3) BauGB als Gebietskulisse für die geplanten Maßnahm en und Projekte fest. 
Die im InSEK Coerde dargestellte Kosten - und Finanzierungsübersicht mit dem entspr e-
chenden Zeitplan bildet somit den „Fahrplan“ für eine zielg erichtete Stadteilentwicklung und 
fügt sich in gesamtstädtische Zielaussagen ein.

10 
 
1.4 Verfahrensablauf  
Grafik zum Ver fahrensablauf  (Bild: Stadt Münster)  
Die Erarbeitung des vorliegenden InSEKs für den Stadtteil Coerde erfolgte in der Zeit zw i-
schen Dezember 2016 bis März 2020. Besonders im Fok us standen dabei die intensive B e-
teiligung der Bewohnerschaft, der verschiedenen Akteu re vor Ort, der Vertreter /-innen der 
Institutionen und Vereine, der Mitglieder der Bezirksvertretung Münster -Nord und der b e-
troffenen Fachverwaltung.  
1.5 Beteiligungsprozess  
Startgespräch mit den Fachämtern  
Als Einstieg in den interdisziplinären Erarb eitungsprozess des InSEKs  fand ein Austausch 
mit den beteiligten Fachämtern über bereits laufende Projekte in Coerde im Rahmen ihrer 
jeweiligen Zuständigkeit statt. Auf der Grundlage dieses Startgespräches konnten erste Stär-
ken, Schwächen und Handlungsbedarfe aus  verwaltungsinterner Sicht zusammengestellt 
und ausgewertet werden. 
Abstimmung mit den parlamentarischen Gremien  
Zur Begleitung des E rarbeitungsprozesses wurde ein Interfraktioneller Arbeitskreis (IFAK) 
(jeweils ein Mitglied der in der Bezirksvertretung  Münster-Nord vertretenen Fraktionen, der 
Bezirksbürgermeister, die Bezirksverwaltungsstellenleitung, die Projektleitung, nach Bedarf 
auch Vertreter/-innen der Fachämter)  gebildet. Die Mitglieder des IFAK es haben einen e n-

11 
 
Arbeitstreffen des Interfraktionellen Arbeitskre i-
ses im AWO Treffpunkt „coerde -mitten -drin“ 
(Bild: Stadt Münster)   
) 
Drei Sprach - und Kulturmittlerinnen (rechts im 
Bild) stellen sich bei der Auftaktveranstaltung im 
Beg egnungszentrum an der  Meerwiese am 
7.3.2018 vor (Bild: Stadt Münster)  
gen Bezug zum Stadtteil und zur Stadtteilbevölkerung, da sie im Stadtteil leben oder hier 
berufstätig sind und zudem auch in den unterschiedlichsten Akteursgruppen vernetzt sind.  
In diesen regelmäßigen Zusammenkü nften  
wurden aktuelle Themen des InSEKs disku-
tiert und der weitere Verfahrensverlauf a b-
gestimmt. Die  Diskussionsergebnisse wur-
den durch die Mitglieder des IFAK es in die 
jeweiligen Fraktionen der Bezirksvertretung 
Münster-Nord rückgekoppelt.  
Ergänzend zu der Arbeit im IFAK wurde die 
Bezirksvertretung Münster -Nord über w e-
sentliche Zwischenschritte des Verfahrens 
durch die Verwaltung informiert und Prüfer-
gebnisse zu den , das InSEK betreffenden 
Anträgen aus den parl amentarischen Gremi-
en mitgeteilt.  
Öffentlichkeitsarbeit / Bürgerbeteiligung  
In Zusammenarbeit mit den Fachämtern wurde ein Fragebogen auf der Grundlage des ve r-
waltungsinternen Startgespräches und seiner Auswertung zur Befragung von Schlüsse l-
personen erstellt. In persönlichen Interviews mit 32 Personen, die einen besonderen Bezug 
zu der Stadtteilbevölkerung haben (Vertreter/-innen von Vereinen, Kirchen, Bürgerinitiativen, 
Sozialverbänden, der sozialen Infrastruktureinrichtungen wie Schulen , einzelnen Schulklas-
sen und Kitas, Wohnungsgesellschaften etc.)  wurde der Fragebogen bearbeitet und a n-
schließend ausgewertet.  
In dem Begegnungszentrum „An der Meerwies e“, im ehemaligen Kasernenquartier am H o-
hen Heckenweg, wurde nach dem Motto: „Informativ und interaktiv“ eine öffentliche Auftakt-
veranstaltung mit neun Themenstationen, betreut von Mitarbeitern/-innen der Fachverwa l-
tung und der Polizei , durchgeführt. Für die Bürger/-innen bestand nach einer allgemeinen 
Einführung in Ziel und Verlauf des InSEK -Verfahrens die Möglichkeit, Notizen mit der eig e-
nen Einschätzung von Stärken und Schw ä-
chen im Stadtteil sowie eigene Ideen  auf 
Stellwänden zu platzieren. Unterstü tzt wur-
den die Anwesenden von Sprach- und  
Kulturmittlerinnen. Die Moderation über-
nahm der stellvertretende Bezirksbürger-
meister, der  Leiter des Vereins der Sozia l-
therapeutischen Einrichtungen Coerde 
(VSE) und Streetworker des Stadt teils und 
die Projektleiterin des Stadtplanungsamtes.  
Auch die Akteure vor Ort  wie z.B. der  „Ar-
beitskreis Coerde“, der Arbeitskreis „Starkes 
Coerde“, der Arbeitskreis „Älter werden in 
Coerde“ wurden in den Verfahrensverlauf 
intensiv eingebunden.

12 
 
Nach dem erfolgreichen Verlauf der Auftaktveranstaltung kam von der Rektorin der Haupt-
schule Coerde der Vorschlag, auch mit der Schülerschaft die Themenstationen zu diskutie-
ren. Im Rahmen eines Projekttages wurden dementsprechend die Themen in den Klassen-
verbänden bearbeitet. Der Ablauf wurde durch den Schulsozialarbeiter, das Kollegium der 
Hauptschule und die Verwaltung unterstützt. Insgesamt haben sich ca. 230 Schüler/-innen 
beteiligt. Die Zusammenstellung der zahlreichen Anregungen und Bewertungen konnte mit 
der Unterstützung von engagierten Schüler/-innen erfolgen.  
Beteiligung der Schülerschaft im Rahmen der Zielgruppengespräches an d er Hauptschule Coe r-
de (Bilder: Stadt Münster)

13 
 
Durch das Engagement einer Mitarbeiterin des AWO -Stadtteilbüros und in ihrer Rolle als 
Multiplikatorin konnten die sechs, im Stadtteil am häufigsten vertretenen , ethnischen Grup-
pen zu Zielgruppengesprächen eingeladen werden. Die Einladungen erfolgten  in der jeweili-
gen Landessprache über Plakate und Flyer. Treffpunkt war der ehemal ige Versammlungs-
raum der AWO „c oerde- mittendrin“ im Zentrum von Coerde . Die gezielte  Ansprache und 
Teilnahme der Russen, Türken, T amilen, Afrikaner, Roma und Syrer kann als erfolgreich er 
Beteiligungsschritt eingestuft werden. 
Beispiele von  Einladungsplakaten zu den Zielgruppengesprächen mit verschiedenen ethnischen 
Gruppen (Bilder: Stadt Münster)  
Beteiligung der syrischen Bevölkerun gsgruppe im ehemaligen Treffpunkt der AW O “coerde -
mitten drin“ (Bild: Stadt Münster)

14 
 
Entfernungsangabe  
Münster – Zentrum / Coerde  
(Luftlinie, ohne Maßstab,  
Bild: Stadt Münster)  
2 Grundlagen zum Stadtteil Coerde  
2.1 Lage im Stadtgefüge  
Der Stadtteil Coerde hat ca . 11.200 Einwohner (Stand: 31.12.2018, vgl. S. 15)  und grenzt 
nördlich an das innerstädtische Wohngebiet Rumphorst an. Die Entfernung zur Münsteraner 
Innenstadt beträgt ca. 3,8 Kilometer.  Der Stadtteil wird im Süden durch einen breiten Grü n-
gürtel – gelegen zwischen den Stadtteilen Rumphorst und Coerde  – begrenzt, der überwie-
gend landwirtschaftlich genutzt wird. Im Westen bildet die Bahnlinie Münster-Rheine mit ei-
nem begleitenden Rad - und Fußweg und der westlich anschließenden  Speicherstadt die 
Begrenzung.  
Nördlich schließen sich an den Siedlungskörper ein Waldgebiet mit Spielplatz und Verein s-
sportanlage, die Zentraldeponie der Stadt Münster und die ehemaligen Rieselfelder, heute 
ein europäisches Vogelschutz gebiet, an. Östlich bildet der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) mit 
anschließendem Gewerbegebiet beidseitig der Straße Schifffahrter Damm  die Stadtteilgren-
ze.  
 
2.2 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes  
Das Untersuchungsgebiet wurde in Absprache mit dem IFAK festgelegt und umfasst nahezu 
den gesamten Stadtteil Coerde, d.h. den statistischen Bezirk 61 mit den Stadtzellen 611 bis 
615 mit ca. 2 70 Hektar. Von  der Stadtzelle 611 wird jedoch das weitläufige Areal der

15 
 
Abgrenzung des Untersuchungsg e-
biets  von ca. 270 ha  
(Bild: Stadt Münster)  
 
Zentraldeponie der Abfallwirtschaft Münster (AWM) mit Teilen des südlich angrenzenden 
Waldes aus dem Untersuchungsgebiet ausgeklammert. Wichtige Bestandteil e des Untersu-
chungsgebietes sind dagegen der an den Siedlungskörper angrenzende Waldspielplatz, das 
Gelände des Sportvereins Teutonia Coerde 60 e.V. und die nordwestlich angrenzende eh e-
malige Schießanlage der Bundeswehr, die  langfristig anteilig in eine Freizeitanlage umwa n-
delt werden soll. 
 
 
2.3 Geschichte des Stadtteils  
Bis zum Ende des 19. Jahrhundert war Coerde fast ausschließlich bäuerlich geprägt. Die 
weitläufigen Areale mit Kasernengebäuden  inklusive Verpflegungslager (heutige Spe i-
cherstadt) und der Artilleriekaserne am Hohen Heckenweg  entstanden vor  Ausbruch des 
Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg kamen weiter e militärische Einrichtungen hinzu, wie 
das Casino und der Sportplatz für die britischen Streitkräfte , sowie in den späteren Jahren 
die Fachhochschule und die Standortverwaltung der Bundeswehr.  
Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Beschaffung von Wohnraum zu den wichtigsten gesell-
schaftlichen Aufgaben gehörte, entstand östlich der Bahnlinie und nördlich des Holtmannwe-
ges eine Wohnsiedlung zur Beseitigung von Notunterkünften und Elendsquartieren. So konn-

16 
 
Ausschnitt des Stadtteils Coerde zur Zeit der kommunalen Neugliederung  
(Bild: Münster und seine Stadtteile, 30 Jahre Eingemeindung 1975 -2005  
ten mit öffentlicher Förderung schlichte, dreigeschossige Mehrfamilienhäuser für Familien mit 
geringem Einkommen angeboten werden (Altcoerde).  
Nach einem eingeschränkten  städtebaulichen Wettbewerb wurde im Jahr 1962 der Bebau-
ungsplan für ein Baugebiet, östlich an die Siedlung Altcoerde angrenzend, rechtskräftig. Die 
Bebauung war entsprechend den damaligen Leitvo rstellungen „gegliedert und aufgelocker t“ 
und reicht vom eingeschossigen Flachdachbau bis zum zwölf geschossigen Punkthochhaus. 
Verschiedene Wohntypen sollten den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen der zukünftigen 
Bevölkerung Rechnung tragen und eine „uniformierte“ Gebäudestruktur vermeiden.  
Als Vorzeigemodell des Landes  NRW erhielt das Projekt Coerde besondere Förderung und 
konnte innerhalb weniger Jahre „wie aus einem Guss“ verwirklicht werden. Bei der Ausarbei-
tung des endgü ltigen Bebauungsplans änderte das Stadtplanungsamt den Entwurf jedoch 
mehrfach, um zu einer höheren Wohndichte und damit zu einer größeren Wirtschaftlichkeit 
zu gelangen. Zudem wurde das Baugebiet um etwa sechs Hektar auf insgesamt 65 Hektar 
erweitert. Einrichtungen der technischen und sozialen Infrastruktur folgten.  
Der durch seinen relativ hohen Grünanteil und die vom Straßenverkehr abgelegenen , ruhi-
gen Fuß- und R adwegeverbindungen an die  „Konzeption einer  Gartenstadt“ erinnernde 
Städtebau wird heute nach wie vor weitgehend positiv bewertet, sowohl von der Bewohner-
schaft, als auch von der Fachverwaltung.  
Nach dieser R ealisierungsphase standen große städtebauliche Projekte in Coerde lange 
nicht auf dem Programm . Mit dem Baugebiet Edelbach im Osten des Stadtteils , sowie dem 
Umbau der Kasernen an der Meerwiese für Wohnen und Gewerbe hat der Stadtteil in  den 
1990er Jahren an den Siedlungsrändern neue Impulse erhalten (vgl. Kap. 4.1).

17 
 
3 Statistik 
Um darzustellen, dass der Stadtteil Coerde im Vergleich zu der Gesamtstadt bei mehreren 
Indikatoren herausfallende Werte aufweist, wurde für einige Daten ein Zeitreihenvergleich 
zwischen dem Untersuchungsgebiet und der Gesamtstadt Münster vorgenommen.  
  
Übersicht der Stadtzellen  (Bild: Stadt Münster)  
3.1 Wohnberechtigte Bevölkerung / Einwohnerentwicklung  
Zum Stichtag des 31.12.2018 lebten in Coerde insgesamt 11.222 Einwohner, dies entspricht 
3,6 % der Gesamtbevölkerung der Stadt Münster.  
Die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Münster ist seit dem Z weiten Weltkrieg positiv. 
Laut der Statistik lebten zum 31.12.2018 in Münster insgesamt 310.610 Einwohner, im Jahr 
1998 lag die Einwohnerzahl noch bei 279.215. Dies entspricht einem  Bevölkerungszuwachs 
von 11,2 % in einem Zeitraum von 20 Jahren.  
Auch die Bevölkerung im Stadtteil Coerde wächst stetig. Lebten im Jahr 1998 ca. 9.331 Per-
sonen im Stadtteil, so nahm die Bevölkerung bis zum Jahr 2018 um 20,3 % zu.

18 
 
Quelle Stadt Münster, Z ahlen Daten Fakten 2018,  Bevölkerungsentwicklung insgesamt  in 
Coerde von 1998 bis 2018  
Wohnberechtigte Bevölkerung  
Die positive Bevölkerungsentwicklung ist in allen statistischen Bezirken von Coerde (611 – 
615) zu verzeichnen. Dabei war der Zuwachs im B ezirk 614 / „Kemperweg“ im Zeitraum von 
2014 bis 2018 mit 11,4% am höchsten. Die Bezirke 611 / „Zentraldeponie“ und 612 / „Bre s-
lauer Straße“ sind jeweils um rund 7 % gewachsen, wohingegen in den Bezirken 613 / 
„Schneidermühler Straße“ und 615 / „Edelbach“ die Wachstumsrate zwar positiv, aber unter-
halb des Durchschnittswertes für Coerde (6,3%) lag. Der statistische Bezirk 615 / „Edelbach“ 
ist zudem der bevölkerungsreichste Bezirk im Stadtteil, der Bereich 614 / „Kemperweg“ der 
bevölkerungsärmste.  
Bevölkerungsbewegung  
Das Bevölkerungswachstum in Coerde ist das Ergebnis aus einer positiven , natürlichen Be-
völkerungsentwicklung und einem positiven Wanderungssaldo. In den Jahren 2015 und 2016 
war der Zuwachs der Bevölkerung deutlich erhöht; vor allem im Jahr 2016 war der Anteil der 
Zuzüge in den Stadtteil mit einem Plus von 147 Personen am höchsten.

19 
 
  
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018,  Bevölkerungsbewegungen  in Coerde 2018   
Auffallend ist, dass die Personen, die im Zeitraum von 2015 bis 2016 nach Coerde gezogen 
sind, überwiegend der Altersgruppe der 0 - 19-Jährigen zuzuordnen sind. Der Anteil der B e-
völkerung im Stadtteil über 60 Jahre ist durch Umzüge innerhalb des Stadtgebietes oder in 
das Umland hinein leicht rückläufig.  
Quelle Stadt Münster, Za hlen Daten Fakten 2018,  Bevölkerungsbewegungen  in Coerde 2018  
Bevölkerungsprognose  
Seitens der Stadt Münster werden verschiedene Prognosemodelle erarbeitet, die unter Zuhil-
fenahme verschiedener Ausgangsszenarien Modellrechnungen zur Bevölkerungsentwic k-
lung in der Gesamtstadt, aber auch in den Stadtteilen ermöglichen. Da sich die Erwartungen 
aus den Prognosen der Berechnungen aus der kleinräumigen Bevölkerungsprognose (KBP 
2015-2025) sowie der Modellrechnung „Variante 0“ und „Variante Plus“ bisher nicht verifiziert 
haben, wird im Folgenden die „Variante Moderat“ betrachtet. In diesem Prognosemodell 
wurde die Annahme getroffen, dass sich die Bevölkerungsentwicklung der Jahre 2015 bis 
2017 weiterhin fortsetzen wird. Für die Stadt Münster bedeutet diese Modellr echnung, dass 
bis zum Jahr 2025 ein Bevölkerungswachstum von bis zu 3,5 % und bezogen auf den Stad t-
teil Coerde ein Wachstum von ca. 2,8 % zu erwarten ist.

20 
 
Qu elle: Stadt Münster, Annahmen und Ergebnisse der Modellrechnung für den Stadtteil Coerde  
3.2 Haushaltstypen / Haushaltsgrößen  
Die Bevölkerungsdichte in Coerde liegt bei 19 Personen pro ha (Münster 10 EW/ha).  Pro 
bewohnter Adresse leben in Coerde durchschnittlich 3,55 Haushalte (Münster 3,03) und 7,83 
Personen. Die Anteile der Haushalte und Personen pro Bewohneradresse sind in den letzten 
Jahren immer weiter angestiegen.  
Anteil der Haushalte nach Anzahl der Personen  
Die durchschnittliche Personenzahl in den Haushalten (Haushaltsgröße) liegt bei 2,18 Pe r-
sonen. Auffällig für den Stadtteil Coerde ist, dass der Anteil der Haushalte, in denen Familien 
mit mehreren Kindern leben mit 26,9 % deutlich höher ist als in der Gesamtstadt (16,1 %). In 
Coerde sind insgesamt 41,6 % der Haushalte nur durch eine Person bewohnt (davon Seni o-
ren-Singlehaushalte 17,5 %), weite re 28,0 % durch zwei Personen. Des Weiteren leben in 
30,4 % der Haushalte mindestens drei oder mehr Personen.

21 
 
 
 
Quelle Stadt Mü nster, Zahlen Daten Fakten 
2018, Anteile der Haushaltsgrö ßen 2018   
 
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 
2018 , Bevölker ungsindikatoren 2018 für 
Münster und für den Stadtteil 61 Coerde  
 
Anteil der Kinder in Haushalten mit einem Elternteil  
Der Anteil der Alleinerziehenden („E in-Eltern-Familie“) ist  mit 30 ,7 % im Vergleich mit der 
Gesamtstadt Münster mit 17,9 % hoch. Die meisten Alleinerziehenden leben in Coerde in der 
Stadtzelle 613 / Schneidermühler Straße. In dieser Stadtzelle hat sich der Anteil auch im 
Zeitraum von 2014 bis 2018 mit einem Anstieg um 6,0 % am stärksten verändert. In der 
Stadtzelle 614 / Kemper Weg ist d er Anteil der Alleinerziehenden mit 23,3 % am geringsten, 
liegt jedoch ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtstadt.

22 
 
3.3 Altersstruktur  
3.3.1 Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen  
Je nach Lebensphase haben unterschiedliche Altersgruppen auch un terschiedliche Ansprü-
che und Bedürfnisse an ihren Wohnort. Daher gibt die Betrachtung der Altersstruktur einer 
Bevölkerung wichtige Hinweise für zukünftige Planungsprozesse.  
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsentwicklung nach Alte rsgruppen 
in Coerde von 1998 bis 2018   
Das Durchschnittsalter in Coerde liegt bei 39,3 Jahren (Gesamtstadt Münster: 41,23). Die 
Altersstruktur im Stadtteil ist vergleichsweise homogen. Jeweils rund 25 % der Bevölkerung 
sind den Altersgruppen „0 - 19 Jahre“, „20 - 39 Jahre“, „40 - 59 Jahre“ zuzuordnen. Der A n-
teil der Bevölkerung, der „60 - 79 Jahre“ alt ist, beträgt 16,3 % und der Anteil der „80 und 
mehr Jahre“ alt ist 5,2 %. Der Anteil der Menschen über 60 Jahre liegt in Coerde somit bei 
rund 21,5%. In den vergangen Jahren hat sich der prozentuale Anteil der Altersgruppen „0 - 
19 Jahre“, „20 - 39 Jahre“ und „60 - 79 Jahre“ kaum verändert. Der Anteil der Gruppe „40 - 
59 Jahre“ an der Gesamtbevölkerung ist um 3,4 % gestiegen, der Anteil der Menschen, die 
„80 und mehr Jahre“ alt sind, um 2,8 %. In Betrachtung der absoluten Werte wird deutlich, 
dass die Anzahl der Personen in der Altersgruppe der „80 und mehr Jahre“ sich im Betrac h-
tungszeitraum mehr als verdoppelt hat.

23 
 
3.3.3 Kinder und Jugendlichen / Jugendquotient  
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis 18 Jahren) ist in Coerde mit 26,5 % überdurc h-
schnittlich hoch (Münster 17,6 %). Damit liegt auch der Jugendquotient (Anteil der unter 18 - 
Jährigen an den 18 - bis unter 65 -Jährigen) mit 45,8 % erheblich über dem gesamtstädti-
schen Durchschnitt von 27,0 %. Dies spiegelt sich auch in dem Anteil der Haushalte mit Ki n-
dern wider, der mit 26,9 % wesentlich höher ist als der gesamtstädtische Wert von 16,1 %.  
 
Quelle Stadt Münster, Stadtteilsteckbrief 2017, Bezirk 61 Coe rde, S.9  
3.3.4 Altersstruktur / Alte Menschen (65 und älter)  
Der Altenquotient beträgt in Coerde 27,4 %. Der Anteil der 65 -Jährigen und älteren Me n-
schen ist mit dem gesamtstädtischen Wert vergleichbar (21,6 % Coerde; 22,8 % in Münster - 
jeweils bezogen auf die  wohnberechtigte Bevölkerung). Dabei ist der Anteil der hochaltrigen 
Menschen (über 80 Jahre und mehr) in Coerde in den letzten Jahren von 2,2 % auf 5,4 % 
gewachsen. Der Anteil der Senioren -Singlehaushalte liegt auch in Coerde mit einem Wert 
von 17,5 % über dem Gesamtdurchschnitt der Stadt Münster (11,0 %).

24 
 
3.4 Migration / Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit  
  
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018,  Bevölkerungsentwicklung nach 1. Staatsa n-
gehörigkeit  in Coerde 2018   
Im Jahr 2018 lebten i n Münster insgesamt 33.110 Einwohner , deren erste Staatsangehöri g-
keit nicht deutsch war, dies entspricht einem Anteil von 10,7 %. In Coerde liegt der Anteil der 
nicht deutschen Bevölkerung mit insgesamt 25,2 % (2.829 Personen) deutlich über dem 
städtischen Durchschnitt. Seit 1998 ist d ieser Anteil der nicht deutschen Bevölkerung in C o-
erde von 16,4 % auf den heutigen Wert angestiegen. Die Anzahl der Nationalitäten liegt a k-
tuell bei 103. Die größte Gruppe ohne deutsche Staatangehörigkeit stellen die Serben mi t 
3,2 %, gefolgt von Personen aus Syrien mit 2,7 % und Polen mit 1,9 % dar.  
Wie die Pyramide „Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte“ plakativ verdeutlicht, ist der 
Anteil der Stadtteilbevölkerung mit Migrationsvorgeschichte in Coerde mit 52,4 % im V er-
gleich zur Gesamtstadt Münster mit 23,1 % hoch. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind es 
zum Stichtag 31.12.2018 rund 5 .885 Personen. Das Verhältnis von weiblichen zu männl i-
chen Personen mit Migrationshintergrund kann als weitgehend ausgeglichen bezeichne t 
werden.

25 
 
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Altersstruktur 
nach Migrationsvorgeschichte in Münster 2018  
Quelle Stadt Mü nster, Zahlen Daten Fakten 2018, Altersstruktur 
nach Migrationsvorgeschichte in Coerde 2018

26 
 
Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte  
Im Vergleich des Ausländerjugend - und -altenquotienten wird deutlich, dass in Coerde der 
Anteil der nicht deutschen Kinder und Jugendlichen mit 44,9 % höher ist, als der äquivalente 
Anteil der älteren Menschen ab 65 Jahren (6,7 %). Bezieht man dazu noch den Anteil der 
Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Betrachtung mit ein, so steigt der 
Anteil auf 68,6 % an (Münster 38,7 %).  
Innerhalb von Coerde ist der Anteil der Kinder im Alter von 0-17 Jahren mit Migrationsvorge-
schichte besonders stark in der Stadtzelle 613 / „Schneidermühler Straße“ entwickelt (72,8 
%). In der Stadtzelle 615 / „Edelbach“ ist der Anteil mit 60,5 % am geringsten. Im Zeitraum 
von 2014 bis 2018 ist der Ant eil der Kinder mit Migrationsvorg eschichte in der Stadtzelle 
611 / „Zentraldeponie“ am höchsten angestiegen (11,3 %). Lediglich in der Zelle 
613 / „Schneidermühler Straße“, mit dem größten Anteil, ist dieser in den letzten Jahren g e-
ringfügig zurückgegangen.  
 
3.5 Bildung  
Die beiden nachfolgenden Diagramme geben eine Übersicht über die Übergänge zu Schu l-
jahresbeginn 2018/2019 von der Grundschule in eine weiterführende Schulform. Aus den 
Daten ist ersichtlich, wie viele Schüler /-innen aus Coerde (Norbertschule und Melanchthon-
schule) zu welcher Schulform der Sekundarstufe 1 gewechselt haben , auch im Vergleich zur 
Gesamtstadt.  
Für Coerde ist der Anteil der Schüler, die in die Sekundarstufe 1 der Realschule wechseln 
mit 39,2  % am Größten. Weitere 30,4  % der Schüle r wechseln auf die Hauptschule und 
24,1 % auf das Gymnasium. Im gesamtstädtischen Vergleich wird deutlich, dass über 50  % 
der Kinder die Sekundarstufe I de s Gymnasiums besuchen und lediglich 4,7  % eine Haupt-
schule.

27 
 
Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung en (SEU) des Gesundheitsamtes  werden für 
jedes Kind des einzuschulenden Jahrgangs Daten zur bisherigen elterlichen Unterstützung 
des Kindes durch Sport (regelmäßiger Vereinssport, Sportgruppe), Schwimmen 
(Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ erreicht) und Musik (musikalische Ausbildung erhalten) 
sowie zur Kommunikationsfähigkeit des Kindes in deutscher Sprache im Rahmen der SEU 
erhoben. Hieraus wird je Kind ein Punktwert gebildet und im Anschluss ein Durchschnittswert 
bezogen auf alle Kinder eines Wohnbezirkes /  einer Kita / einer Schule berechnet (KIDS -
Wert). Je größer die elterliche Förderung und je besser die Kommunikationsfähigkeit des 
Kindes desto höher der Punktwert. So lassen sich Wohnbezirke / Kitas / Schulen hinsichtlich 
der oben beschriebenen sprachlich -kommunikativen, koordinativ-motorischen, erzieherisch-
fördernden sowie sozial -interaktiven Kompetenzen der Schulanfänger differenzieren und 
vergleichen. 
Die Kompetenzindikatoren bei diesen Eingangsuntersuchungen weisen in Coerde einen e r-
höhten Anteil an b enachteiligten Kindern auf. In dem stadtweiten Ranking befindet sich C o-
erde mit einem Wert von insgesamt 103 Punkten auf dem vorletzten Platz.  
Stadt Münster Coerde
Gymnasium 54,6% 24,1%
Gesamtschule 16,6% 6,3%
Gemeinschaftsschule 0,1% 0,0%
Sekundarschule 2,5% 0,0%
Realschule 20,8% 39,2%
Hauptschule 4,7% 30,4%
PRIMUS-Schule 0,7% 0,0%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Übergänge aus städtischen Grundschulen in die Sekundarstufe 1
zum Schuljahresbeginn 2018/2019
Quelle: IT.NRW, Gemeindedatensatz

28 
 
 
Quelle Stadt Münster. Abt. Kinder - und Jugendgesundheit. Daten Schuleingangsuntersuchung 
2016 - 2019  
Die Stadt Münster beteiligt sich mit dem Ziel der kommunalen Bildungssteuerung an dem 
Projekt „Bildung integriert“ des BMBF zur Erfassung, Steuerung und Vernetzung von Bi l-
dungsprozessen. Hintergrund für diese Bemühungen ist es, Kinder, Jugendliche und Fam i-
lien in i hren Bildungsbiografien möglichst frühzeitig und kontinuierlich zu unterstützen und 
bestehende Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe weiter auszubauen. Unter B e-
rücksichtigung von wissenschaftlichen Begleitforschungen und Handlungsempfehlungen 
wurde ein Bildungsindex für den Übergang „Kindertageseinrichtung – Grundschule“ für 
Münster entwickelt. Der Bildungsindex gibt insbesondere einen Hinweis darauf, inwieweit 
Kinder in einem bildungsungewohnten Umfeld aufwachsen bzw. familiäre Schwierigkeiten 
und Umfeldbelastungen die Bildungsteilhabe erschweren. Die wichtigsten Faktoren, die ein 
Gelingen oder Nicht-Gelingen des Übergangs beeinflussen, sind:  
 Bildung und Armut  
 Bildung und Besuchsdauer in Kindergarteneinrichtungen  
 Bildung und Sprache  
 Bildung und Erziehungskompetenz der Eltern  
Der Bildungsindex ist in fünf Kategorien eingeteilt und reicht von „sehr guten“ bis zu „sehr 
belasteten“ Startbedingungen vor Schuleintritt.

29 
 
Quelle: Stadt Münster, „Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoring verfahren im 
Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule“ S. 21   
Bei drei Grundschulen im Münsteraner Stadtgebiet hat die Schülerschaft sehr belastete 
Startbedingungen. Beide im Stadtteil Coerde liegenden Grundschulen sind dieser Kategorie 
zuzuordnen. Für die Schüler /-innen an diesen Grundschulen sind weitere besondere, fö r-
dernde Maßnahmen zu ergreifen.  
3.6 Gesundheit 
Zum Gesundheits- und Entwicklungszustand von Kindern werden im Rahmen der SEU und 
der zahnärztlichen Untersuchungen in Kitas und Schulen umfas sende Daten erhoben. A n-
hand der Daten lassen sich Zielgruppen und Sozialräume mit besonderem Bedarf an g e-
sundheitsförderlichen und präventiven Angeboten identifizieren. Im Folgenden werden dazu 
ausgewählte Daten der SEU dargestellt.  
Die Auswertung der Gew ichtsdaten bei den Schul eingangsuntersuchungen zeigt, dass der 
Anteil an Kindern mit Übergewicht und Adipositas in Coerde im Vergleich zum gesamtstädt i-
schen Durchschnitt deutlich höher ist.  
  BMI Perzentilen nach Kromeyer-Hauschild 
 Untersuchte Kein Übergewicht 
(≤ 90. Perzentile) 
Übergewicht 
(> 90. – 97. 
Perzentile) 
Adipositas 
(> 97. Perzentile) 
 N n % n % n % 
Coerde 282 230 81,6 25 8,9 27 9,6 
Münster 
gesamt 4993 4560 91,3 253 5,1 180 3,6 
 
Gewichtsdaten der Schuleingangsuntersuchungen der zusammengefa ssten Einschulungsjah r-
gänge 2017/18 und 2018/19 (Quelle: Stadt Münster, Gesundheits - und Veterinäramt, Abteilung 
Kinder - und Jugendgesundheit)

30 
 
Auch die Ergebnisse der zahnärztlichen Kita - /Schuluntersuchungen machen deutlich, dass 
im Untersuchungsgebiet die Kinder einen deutlich schlechteren Gebisszustand aufweisen. 
Sowohl in den Kitas als auch in den Schulen ist der Anteil der Kinder mit behandlungsbedürf-
tigen und bereits sanierten Zähnen deutlich höher als auf gesamtstädtischer Ebene.  
Zahngesundheit in  Coerde 2017  - 2019  (Quelle: Stadt Münster, Gesundheits - und Veterinäramt, 
Abteilung Kinder - und Jugendgesundheit )  
Im prozentualen Vergleich zur Gesamtzahl liegt auch der Anteil an Kindern, Jugendlichen 
und jungen Erwachsenen, die die Angebote der Abteilung „Psychische Gesundheit“ des Ge-
sundheitsamtes in Anspruch nehmen, in Coerde deutlich höher (20 %) als durchschnittlich 
auf gesamtstädtischer Ebene (15 %).  
3.7 Arbeitslosigkeit / Transferleistungen  
Zum Stichtag 31.12.2018  lebten insgesamt 5.779 Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren 
(51,5 %), die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachg ingen. Der Anteil der 
Arbeitslosen im Al ter von 15 bis  64 Jahren in Coerde betrug ca. 9,8 % (Münster 3,5 %). In 
den letzten zehn Jahren hat sich der absolute A nteil der arbeitslosen Bevölkerung an der 
Gesamtbevölkerung relativ stabil entwickelt. Der relative Anteil der Arbeitslosen in der A l-
tersgruppe an der Gesamtbevölkerung ist seit dem Jahr 2015 leicht rückläufig.

31 
 
Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fa k-
ten 2018, Arbeitslose im Stadtteil in  
Coerde 2018  
Der Anteil der Arbeitslosen (SGB II und S GB III – Leistungen) liegt in Coerde im Vergleich 
zur Gesamtstadt Münster deutlich höher (9,8 % zu 3,5 %). Auf die Stadtzellen im Stadtteil 
bezogen, ist der Anteil der Arbeitslosigkeit in der Stadtzelle 615 / „Edelbach“ am niedrigsten 
und hat sich in dem Z eitraum zwischen 2014 und 2018 durch einen leichten Rückgang der 
Arbeitslosigkeit positiv entwickelt. In der Stadtzelle 611 / „Zentraldeponie“ hingegen ist der 
Anteil der Arbeitslosigkeit mit 13,7 % am höchsten und ist in dem Zeitraum von 2014 bis 
2018 zudem am stärksten angestiegen (+ 0,53 %).

32 
 
In Coerde ist zudem der Anteil der Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren mit SGB II-Leistungen 
im Vergleich zur Gesamtstadt deutlich erhöht (47,7 % zu 15,3 %). Die positivste Entwicklung 
hat die Stadtzelle 612 / „Breslauer Straße“ im Zeitraum von 2014 bis 2018 mit einem Rüc k-
gang von 7,3 % zu verzeichnen . Die negativste Entwicklung fand in der Stadtzelle 614 / 
„Kemperweg“ mit einem Anstieg um 2,6 % statt. Im Vergleich zum Jahr 2014 ist ebenfalls ein 
negativer Trend hinsichtlich dieses Indikators zu verzeichnen.  
21,2 % der Coerderaner sind Hilfebedürftige mit Bezug von Leistungen der Grundsicherung 
für Arbeitssuchende unter 65 Jahren (SGB II) „Hartz IV“ , während der Anteil in der Gesam t-
stadt Münster bei 6,6 % liegt.  
3.8 Wohnen in den Stadtzellen  
Der Grundgedanke der baulich -strukturellen Durchmischung aus der Entstehungszeit des 
Stadtteils in den 60er Jahren ist heute in Teilen noch ablesbar. Mit Stand 31.12.2019 gibt es 
586 öffentlich geförderte Objekte im Stadtteil Coer de, davon 535 Wohnungen und 51 Eige n-
heime. Damit befinden sich 6,4 % der Mietwohnungen und 5,2 % der Eigenheime des g e-
samtstädtischen, öffentlich geförderten Wohnungsbaus im Stadtteil Coerde . In den Jahren 
2018 und 2019 wurden keine weiteren öffentlich geförderten Wohnungen oder Eigenheime in 
Coerde fertiggestellt.  
In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 15 öffentlich geförderte Wohnungen bezug s-
fertig, es handelte sich um neun Ein-Zimmer-Wohnungen und sechs Zwei-Zimmer-
Wohnungen.

33 
 
Außerdem entstanden in den letzten 10 Jahren 45 öffentlich geförderte Eigenheime neu. 
In den kommenden Jahren werde n durch das Bauprojekt am Kiesekampweg ca. 170 
Wohneinheiten im Stadtteil geschaffen, die zur  Hälfte im geförderten Wohnungsbau entste-
hen. Einige der Wohneinheiten sollen speziell an die Bedürfnisse von Senioren und größeren 
Familien angepasst werden.  
Quelle: Stadt Münster, Annahmen und Ergebnisse der Modellre chnung für den Stadtteil Coerde  
3.9 Fazit Statistik  
Die Auswertung der statistischen Daten für den Stadtteil Coerde ergibt ein klares Profil:  
 Coerde weist aufgrund der heterogenen Baustruktur unterschiedliche Alters-, Sozial-, 
und Bildungsstrukturen in den einzelnen Wohnquartieren auf.  
 Coerde ist ein wachsender Stadtteil.  
 Coerde ist ein junger Wohnstandort . De r Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren ist 
deutlich höher als im Münsteraner Durchschnitt.  
 Coerde ist ein kulturell sehr vielfältiger Stadtteil  mit 103 Nationalitäten. Der Anteil der 
Einwohner mit Migrationshintergrund und ohne deutsche Staatangehörigke it ist deutlich 
höher als in der Gesamtstadt.  
 In Coerde wohnen viele Empfänger von Sozialleistungen. Das Untersuchungsgebiet 
weist sehr viel mehr SGB II- Empfänger im Alter von 15 bis 64 Jahren an der Gesamtbe-
völkerung auf, als im Münsteraner Durchschnitt . Dementsprechend ist auch der Anteil 
von Kindern (0 bis 14 Jahre), die SGB II- berechtigt sind, überdurchschnittlich hoch.  
 Die Themen Armut und ein e unbefriedigende s oziale Lebenslage sind in Coerde 
überdurchschnittlich präsent.  
 Im Stadtteil Coerde wohn en sehr viele Familien. Auch der Anteil der Alleinerziehenden 
ist deutlich erhöht.  
 Das Bildungsniveau im Stadtteil ist relativ gering.  
 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes sind der Anteil an Kindern mit Übergewicht und 
der Anteil an Kindern mit schlecht em Zahnzustand in Coerde im Vergleich zum gesam t-
städtischen Durchschnitt deutlich höher.

34 
 
Modell des städtebaulichen Wettbewerbs 
1959  
(Münster und seine Stadtteil e, 30 Jahre 
Eingemeindung 1975 -2005)  
 
4 Stadtteilanalyse  
4.1 Wohnen / Städtebau  
Die Siedlung Altcoerde, östlich an die Bahnlinie angrenzend, weist eine einheitliche Ba u-
struktur mit schlichten, dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern auf. Diese älteste Siedlung in 
Coerde befindet sich zwischen den Straßen Eichhornweg und Coerheide im Nordwesten des 
Stadtteils. Die daran östlich angrenzende Wohnsiedlung aus den 1920 er und 1930er Jahren 
weist die für die se Bauphase typischen 1,5-geschossigen Einfamilienhäuser (Siedlungshäu-
ser) auf. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden an einem Großteil der Gebäude bauliche 
Veränderungen vorgenommen oder die teilweise großzügigen Grundstücke nachverdichtet.  
 
Heute noch ablesbar ist  die planerische Grundidee bei der E rweiterung des Stadtteils 
Coerde Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre . Grundlage der Ü berlegungen war 
die Ausgeglichenheit zwischen den Wohnformen, d.h. der Anzahl an Wohnungen in ve r-
schiedenen Formen des Geschos swohnungsbaus und in Einfamilienhäusern in Form von 
Reihen-, Doppel- und freistehenden Einfamilienhäusern, die sich um das Versorgungszen t-
rum am Ha -mannplatz gruppieren. Aufgrund der hohen Nachfrage nach preisgünstigem 
Wohnraum wurden damals statt der ursprünglich geplanten ca. 1900 Wohneinheiten zusätz-
lich 500 Wohneinheiten errichtet. Der Anteil an Wohnungen im mehrgeschossigen Miet woh-
nungsbau beträgt rund 80 Prozent.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die damals bereits bestehende Bebauung, die Struktur der Neubebauung und die bestehen-
den Naturräume wurden in die Planungsüberlegung integriert, um so die naturnahen Erh o-
lungsflächen für die Bewohnerschaft der neuen und alten Quartiere fußläufig anzubinden. 
Vom KFZ-Verkehr abgewandte, gut vernetzte Fuß - und Radwegeverbindungen ge währleis-
ten auch heute noch innerhalb und zwischen einem Großteil der Quartiere  eine attraktive 
Fortbewegung im Stadtteil.  
Zwischen 1990 und 1996 entstand am östlichen Siedlungsrand entlang des Edelbachs ein 
neues, 14 Hektar großes Wohngebiet. 280 Wohnungen wurden in bis zu fünf geschossigen 
Mehrfamilienhäusern errichtet. Weitere 120 Wohneinheiten entstanden in Einfamilienhä u-
sern. Die Planungsidee folgte auch dem Konzept der Durchmischung. Hier entstanden vom 
Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus die unt erschiedlichsten Wohnformen, um die 
Nachfrage nach einem breitgefächerten Wohnungsangebot  zu bedienen und einer einseit i-
gen Bevölkerungsstruktur vorbeugen zu können.

35 
 
Die Kasernengebäude östlich des Hohen Heckenweges , „An der Meerwiese“ wurden 1994 
durch die Britischen Strei tkräfte freigezogen. Dieses 15 Hektar  große Areal wurd e von der 
Stadt Münster  für die Schaffung von Wohnraum in Innenstadtnähe verwendet. Die Man n-
schaftquartiere der ehemaligen Kaserne wurden in Mietwohnungen umgewandelt und auf 
den angr enzenden Freiflächen Neubauten  in Form von  Reihen-, Punkt- und Mehrfamilien-
häusern errichtet. Sie orientieren sich in ihrer Fassadengestaltung an de n Kasernengebäu-
den. Im Zentrum des Areals entstanden ein großzügiges Begegnungszentrum  (BGZ „An der 
Meerwiese“) mit breitgefächertem Bildungs- und Freizeitangebot, eine Grundschule und eine 
Kindertagesstätte.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wo hngebiet Meerwiese (ehemalige 
Portsmouth -Kaserne), Lageplan (Kal e-
schke, Duisburg, 1996)  
(Münster und seine Stadtteile, 30 Ja h-
re Eingemeindung 1975 -2005)   
Größere zusammenhängende einheitliche Wohnformen befinden sich in der sogenannten 
„Teppichsiedlung“ am Kemperweg, ein 3 Hektar großes Wohnquartier mit eingeschossigen 
Einfamilien-Atriumhäusern, die sich teilweise um großzügige Wohnhöfe gruppieren.  
Diese städtebauliche Idee der Durchmischung der verschiedenen Wohnungsformen in u n-
terschiedlichen Gebäudetypen wird auch heute noch weitgehend positiv bewertet. Daraus 
lassen sich auch die relativ hohe Wohnzufriedenheit und die geringe Fluktuation ableiten. 
In Coerde bestehen keine  kompakten, weitläufigen  Hochhaussiedlungen, wie sie in den 
1970er und 1980er Jahren z.B. im benachbarten Stadtteil Kinderhaus -Brüningheide errichtet 
wurden.

36 
 
Durchmischung der verschiedenen Wohnformen im St adtteil Coerde  
(Plan: Stadt Münster)  
Die Nachfrage nach p reiswertem Wohnraum ist in Münster und auch in Coerde sehr hoch. 
Zwar befindet sich ein großer Anteil Sozialwohnungen und preiswerten Wohnraums im 
Stadtteil, jedoch übersteigt die Nachfrage das Angebot. In Folge dessen gibt es keinen bzw. 
kaum Wohnungsleerstand, der Wohnungswechsel innerhalb des Stadtteils ermöglichen wür-
de. Die Möglichk eiten für Menschen, mit geringem  oder keinem eigenen Einkommen, ihre 
Wohnsituation innerhalb des Stadtteils oder ab er auch darüber hinaus zu verändern sind 
dementsprechend gering. Daraus folgt, dass auch bei hoher Unzufriedenheit mit dem Woh n-
raum / dem Wohnumfeld keine Verbesserungsmöglichkeit für die Bewohner/ -innen besteht 
und diese sich unter diesen Umständen nur geringfügig mit ihrem Wohnquartier identifizi e-
ren. Eine geringe Identifikation mit der eigenen Wohnsituation spiegelt sich wiederum tei l-
weise auch in dem desolaten Zustand des unmittelbaren Außenraums wi eder. Die hier g e-
nannten Faktoren haben e inen großen Ei nfluss auf das Image von Coerde als Wohn - und 
Lebensstandort.

37 
 
Problematisch erweist sich in mehreren Quartieren – und verstärkt in den Hochhäusern – die 
Belegungspolitik der Wohnungseigentümer. Bewohner in unterschiedlichsten Leben ssituati-
onen und aus unterschiedlichsten Ethnien erschweren oftmals ein harmonisch es Miteinan-
der. Dahingegend wird in den Einfamilien- bzw. Reihenhausquartieren die Nachbarschaft als 
unproblematisch beschrieben und auch als ein Faktor für die Wohnsicherheit  und der damit 
eihergehenden Wohnzufriedenheit im Quartier genannt. 
Problematische Hochhäuser (beispielhaft)  
(Plan: Stadt Münster)  
In einem Großteil der Quartiere  im Stadtteil bestehen Bedarfe zur energetischen Verbess e-
rung der Gebäudesubstanz sowie zur Umsetzung klimaschon ender Projekte. Außerdem bie-
ten sich die teilweise großzügigen, privaten Freiflächen für attraktive Nutzungskonzepte, wie 
z.B. das Schaffen von Bewegungsangeboten und zur Grüngestaltung (vgl. Kap.4.6) an.  
Private, wenig genutzte Freiräume 
an Mehrfamilienhäusern (beispie l-
haft)  
(Plan: Stadt Münster)

38 
 
Für die Zielgruppe der Familien mit mehreren Kinde rn oder für Senioren ist das Wohnung s-
angebot in Coerde nicht ausreichend. Speziell für die Zielgruppe Se nioren bietet die Caritas 
Wohn- und Pflegemöglichkeiten an zwei Standorten an. Im Papst Johannes Paul Stift stehen 
Plätze für 72 Personen in drei Wohngr uppen zur Verfügung. Neben Kurzzeit -, Palliativ- und 
Tagespflege gehören ein Café, ein offener Mittagstisch, ein Friseur und eine physiotherapeu-
tische Praxis zur Einrichtung. An einem zweiten Standort stehen 33 barrierefrei gestaltete 
Wohnungen in einer Seniorenwohnanlage zur Verfügung. Zudem hat seit 2018 die Diakonie 
das Angebot an seniorengerechten Wohnung en durch 14 neu errichtete Seniorenwohnu n-
gen ergänzt.  
Zukünftige Planung: 
Die Erweiterungsmöglichkeiten für Wohnbauflächen im Stadtteil sind durch das  Fehlen von 
größeren, ungenutzten Freiflächen stark begrenzt.  
Am 19.09.2018 hat der Rat der Stadt Münster den Beschluss zur vorhabenbezogenen Ände-
rung des bestehenden Bebauungsplans Nr. 134 Teilabschnitt II gefasst, um das Wohn -
raumangebot an der Ecke Holtmannsweg / Kiesekampweg im Stadtteil zu erweitern.  
Auf der ca. 1,5 Hektar großen Fläche, die sich in einer Entfernung von 1,5  km zum Stadtteil-
zentrum am Hamannplatz befindet, war vor rund zwölf Jahren ein großflächiger Lebensmi t-
telsupermarkt ansässig. Seit der Aufgabe des Marktes steht die Immobilie zum Großteil leer 
und die umgebenen Freiflächen werden nur sporadisch genutzt. Im Rahm en eines privaten 
Investitionsvorhabens soll auf dieser Fläche ein Wohnungsbauprojekt mit ca. 170 Wohnei n-
heiten realisiert werden, wobei mindestens 50 Prozent der entstehenden Nettowohnfläche im 
öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Zudem werden auf der Fläche auch 
(Nah-)Versorgungsangebote geschaffen (vgl. Kap. 4.8).

39 
 
Städtebaulicher Entwurf für das Areal Kies ekampweg/ Holtmannsweg in Coerde, Stand: Real i-
sierungswettbewerb 06/2018 (Bild: Büro Stadtraum Projekt)  
4.2 Mobilität  
Motorisierte Individualverkehr 
Die Anbindung des Stadtteils Coerde an das gesamtstädtische Straßennetz sowie an das 
Straßennetz der umliegen den Gemeinden ist als gut zu bewerten. Die Haupterschließung 
des Stadtteils erfolgt von Süden über den Hohen Heckenweg. Die Ost - / Westverbindung 
stellt die Königsberger Straße dar, die Coerde mit dem westlich angrenzenden Stadtteil Ki n-
derhaus verbindet und im Osten die Gewerbegebiete am Schifffahrter Damm erschließt. Die-
se beiden Straßenzüge waren ehemals als Wohnsammelstraßen für die angrenzenden 
Wohngebiete konzipiert, haben sich aber durch die starke Zunahme des Verkehrsaufko m-
mens in den letzten Jahrzeh nten zu erheblich belasteten Hauptverkehrsstraßen entwickelt. 
Aufgrund der Nähe zum den östlich angrenzenden Gewerbegebieten und zur Zentraldeponie 
im Norden, ist die Königsberger Straße im Tagesverlauf auch mit Schwerlastverkehr, z.B. mit 
Fahrzeugen der Abfallwirtschaftsbetriebe, belastet. Auch der durch die Nutzer und Mitarbe i-
ter der Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote generierte Verkehr  in den Gewerbege-
bieten am Schifffahrter Damm verursacht erheblichen, schwerpunktmäßig aus Westen ko m-
menden, Kraftfahrzeugverkehr. Zudem bildet di e in Nord -Süd-Richtung verlaufende 
Bahntrasse am westlichen Stadtteilrand durch die niveaugleiche Kreuzung am Bahnübe r-

40 
 
gang Holtmannsweg eine erhebliche Zäsur in der Verkehrsabwick lung. Insbesondere wä h-
rend des Berufsverkehrs ist in Fahrtrichtung des westlich angrenzenden Stadtteils Kinder-
haus mit vermehrter Staubildung zu rechnen.  
Hauptverkehrserschließung Königsberger Straße, Hoher Heckenweg  
(Plan: Stadt Münster)  
Eine Möglichkeit zur Entlastung der Hauptverkehrsstraßen in Coerde gibt es bisher nicht. Die 
Realisierung einer „Entlastungsstraße Nord“, die südlich an den Stadtteil angren zend in Ost- 
/ West-Richtung durch einen Grüngürtel , mit vorwiegend landwirtschaftlicher Nutzung , ge-
plant war, um den durch den Stadtteil fli eßenden Durchgangsverkehr zu bündeln, wurde im 
Jahr 2014 aufgrund eines politischen Beschlusses u.a. aus ökologischen Gründen aufgeg e-
ben.  
ÖPNV  
Der Stadtteil ist entsprechend dem 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster über insgesamt 
vier Buslinien mit entsprechenden Haltestellen an die Gesamtstadt angebunden. Ein Großteil 
der Haltestellen ist bereits barrierefrei ausgebaut, weitere sind in Planung.  Auch für den 
Busverkehr (Richtung Kinderhaus) stellt die Bahntrasse ein Hindernis dar.  
Ein Bahnhaltepunkt zur Nutzung des S chienenverkehrs befindet sich im  Zentrum-Nord, 
außerhalb des Stadtteils  in ca. 1,5 km Entfernung ; in Coerde selbst gibt es keinen eigenen 
Bahnhaltepunkt.  
Radverkehr  
Im Stadtteil besteht ein  weit verzweigtes Radwegenetz sowoh l innerhalb des 
Siedlungsbereiches als auch in Bezug auf die Anbindung  an die  Nachbarstadtteile, in 
Richtung Innenstadt sowie in die angrenzenden Erholungsbereiche. Jedoch entspricht der

41 
 
Ausbauzustand der Radwege teilweise nicht den Mind eststanforderungen, bzw. befinden 
sich die Radwege in einem schlechten Pflege- und Instandhaltungszustand.  
Als problematisch stellt sich zudem die Nutzung des Hamannplatzes für den Radverkehr dar. 
Bisher besteht ein Verbot, den Platz mit dem Rad zu befahren. Diese Regelung  soll jedoch 
im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes Nr. 557 (vgl. Kap. 4.8) durch die Ausweisung 
einer „Besonderen Verkehrsfläche für Radfahrer und Fußgänger“ aufgehoben werden.  
Die Radwegeverbindungen werden sich zukünftig vor allem durch den geplanten Ausbau der 
Veloroute nach Greven und der Kanalpromenade deutlich verbessern. Die geplante Velorou-
te entlang der Bahnlinie zwischen Münster und Greven verbessert die Anbindung an die I n-
nenstadt, aber auch an das überregionale Radwegenetz. Das Konzept allgemein dient der 
Entlastung des Straßennetzes durch den Ausbau des Radverkehrs. Der Ausbau der Kana l-
promenade, entlang des DEK, dient als zusätzlich e Anbindung an die Innenstadt und zeic h-
net sich beispielsweise durch eine Radwegeverbreiterung und ein adaptive s Beleuchtungs-
konzept aus. 
Geplanter Radwege ausbau  im Bereich des Stadtteils Coerde  
(Plan: Stadt Münster)  
Fußgänger  
Der städtebauliche Ansatz des zugrundeliegenden Bebauungsplans aus den 1960er Jahren 
ist nach wie vor in den Fußgängerbereichen der Wohnquartiere aus dieser Entstehungspha-
se erlebbar. Ein verzweigtes Netz von Fußwegverbindungen erschließt die Wohnquartiere in 
meist ruhiger, verkehrsabgewandter Lage. Probleme treten jedoch  bei zeitweiser Über -
lastung bei der  Überquerung der zeitweisen Überlastung der Hauptverkehrsstraßen auf . 
Nicht nur zu kurze Grünphasen der Lichtsignalanlagen , sondern auch teilweise fehlende 
Querungsmöglichkeiten erschweren es Fußgängern die Straßen in Coerde, vor allem zur 
Zeit des Berufsverkehrs, sicher zu überqu eren. Da vor allem Bildun gs- und Betreuungsein-

42 
 
richtungen wie Kitas und Schulen an die stark belasteten Hauptverkehrsstraßen angrenzen , 
besteht Handlungsbedarf um die Sicherheit der Kita- und Schulkinder gewährleisten zu kön-
nen. Auch der bauliche Zustand der Fußwege ist nicht lücke nlos optimal. Bei einer gemein-
samen Begehung mit der Kommission zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) 
wurde festgestellt, dass für Menschen mit Behinderungen bzw. für ältere Menschen an meh-
reren Wegabschnitten im Stadtteil Verbesserungsbedarf  besteht. Um den Fußverkehr im 
Stadtteil zu fördern und barrierefrei / barrierearm zu gestalten , ist es notwendig, in zukünfti-
gen Planungen die Vorgaben für Barrierefreiheit einzuhalten, Stufen und Schwellen zu erset-
zen, Ampelschaltungen zu verlängern, sichere Querungsmöglichkeiten zu schaffen und den 
Zustand der Fußwege zu verbessern. Einige dieser Aufwertungsmaßnahmen konnten b e-
reits umgesetzt werden. 
4.3 Bildung / Betreuung / Erziehung  
Kindertagesbetreuung  
Der Besuch einer Kindertageseinrichtung  stellt den Einstieg in die deutsche Bildungslan d-
schaft dar. Vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund 
wird durch die Ausstattung der Coerderaner Kitas eine gute Grundlage zum Erlernen der 
deutschen Sprache und der Kultur gegeben. Je  doch gibt es laut Aussage der Kindergarten-
leitung einen Anteil von Kindern, die zwar einen festen Kitaplatz zugeteilt bekommen haben, 
diesen aber z.B. aus finanziellen oder organisatorischen Gründen nicht nutzen. Umso wichti-
ger ist es Strukturen zu schaff en, um allen Kindern in Coerde einen  frühzeitigen und regel-
mäßigen Kitabesuch zu ermöglichen. 
 
Im Untersuchungsgebiet existieren acht Einrichtungen zur Kindertagesbetreuung, die von 
unterschiedlichen Trägern organisiert werden. Sowohl die evangelische als auch die katholi-
sche Kirche betreiben im Stadtteil einen Kindergarten. Die Arbeiterwohlfahrt verfügt über drei 
Kindertagesstätten, die Stadt Münster und das Deutsche Rote Kreuz über jeweils eine Ei n-
richtung, so dass die  Trägervielfalt und Versorgung mit di esen Infrastruktureinrichtungen in 
allen Quartieren des Stadtteils in Bezug auf die Erreichbarkeit als gut zu bezeichnen ist. Der 
Ausbau der Kindertagesbetreuungsangebote und damit die Erhöhung der Versorgungsquote 
wird weiter verfolgt.

43 
 
Lageplan der Kitas  im Stadtteil Coerde (Planausschnitt: Stadt Münster)  
Bei einigen Kindertageseinrichtungen war aufgrund der steigenden Kinderzahlen in den let z-
ten Jahren ein zunehmender Bedarf an Plätzen und zusätzlichen Räumen zu verzeichnen, 
dem mit der Aufstellung von Containerbauten entgegengewirkt worden ist. Die aktuellen 
Prognoseberechnungen der Stadt Münster bezüglich der Entwicklung der Kinderzahlen in 
Coerde gehen inzwischen von einem weiteren Anstieg in Coerde in den nächsten Jahren 
aus, so dass zusätzliche baul iche Erweiterungen bzw. neue Infrastrukturmaßnahmen erfo r-
derlich sind. Zum Kitajahr 2019 / 2020 lag d ie Versorgungsquote der unter 3-Jährigen in Co-
erde lediglich bei ca. 36,1 %, während die Versorgungsquote bei den 3 - 6-Jährigen bei 97,8 
% lag.  
 
Um möglichst viele Kinder schon frühzeitig in ihren Bildungsbiographien zu unterstützen, ist 
ein weiterer Ausbau an Kindertagesbetreuungsplätzen in Coerde dringend erforderlich . In 
dem geplanten Baugebiet am Kiesekampweg mit ca. 170 zusätzlichen Wohneinheiten (vgl. 
Kap. 4.1) ist eine weitere Kindertageseinrichtung mit fünf Gruppen vorgesehen.  
Aufgrund der besonderen Sozialstruktur im Stadtteil Coerde und des damit einhergehenden 
Förderbedarfs der Kinder, sind  sieben von acht Kitas „Sprachförder- und PlusKitas“. Am  
„Bundesprogramm Sprachkitas“ nehmen im Stadtteil vier Kitas teil. Darüber hinaus werden 
alle im Stadtteil vertretenen Kitas inklusiv geführt. Aufgrund des hohen Anteils der Kinder, die 
im Alter von 0 bis 6 Jahren in SGB II Haushalten aufwachsen, wurde der  Stadtteil bei der 
Standortfrage von Familienzentren besonders berücksichtigt. In Coerde sind an  fünf Kitas 
Familienzentren angegliedert. Dies sind  Kindertageseinrichtungen mit ergänzenden Bera-
tungs- und Hilfsangebote zur Unterstützung von Eltern bei der Förderung ihrer Kinder.

44 
 
Schulen  
Im Stadtteil Coerde befinden sich zwei  Grundschulen, die Melanchthonschule, zentrumsnah 
an der Königsberger Straße  und die Norbertschule  am Hohen Heckenweg . Die Melan-
chthonschule wird zweizügig geführt und für die Norbertschule ist eine bauliche Erweiterung 
zur Vierzügigkeit vorgesehen. Darüber hinaus gibt es im Stadtteil eine Hauptschule nördlich 
des Hamannplatzes, in der auch die Möglichkeit besteht, den Realschulabschluss zu abso l-
vieren.  
Die Besonderheiten der Schüler /-innen aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen kulturellen 
Herkunft und des Aufwachsens in vielfach soziale schwierigen  Lebenslagen, stellen das 
Schulprogramm und das pädagogische Konzept der Schulen vor große Herausforderungen. 
Individuelle Förderungen, Sprac hförderungen und allgemeine Integrationsaufgaben stehen 
im Mittelpunkt.  
Sowohl die Hauptschule als auch die beiden Grundschulen bieten ein offenes Ganztagsa n-
gebot an. In dieser Zeit können die Schüler /-innen ein Mittagessen einnehmen und erhalten 
Unterstützungsangebote, wie z.B. im Bereich de r sprachlichen Entwicklung,  Betreuung bei 
den Hausaufgaben sowie unterschiedliche Freizeitangebote.  
An den beiden Grundschulen bestehen derzeit sogenannte n „Förderinseln“, die die individu-
elle und frühzeitige Förderun g, z.B. auch die heil - und sozialpädagogische Förde rung von 
Kindern in den ersten beiden Grundschulklassen zum Ziel haben. Die Eltern der betroffenen 
Kinder werden flankierend unterstützt. Mit regelmäßigen Sprechstunden an beiden Grun d-
schulen ist zudem der  Kommunale Sozialdienst Nord wichtige Kontakt stelle und Ansprech-
partner für Lehrkräfte und Eltern.  
Der Hauptschule stehen aktuell insgesamt zwei  Stellen für die sozialpädagogische Betre u-
ung der Schülerschaft zur Verfügung. Grundlage für den Einsatz der kommunalen Personal-
ressourcen der Schulsozialarbeit und der heilpädagogischen Fachkräfte an den „Förderin-
seln“ ist ein, im Rahmen der integrierten Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung entwi-
ckelter, bedarfsorientierter und indikatorengestützter Verteilungsschlüssel. Die Stadt Münster 
begreift Schulsozialarbeit als Teil einer wichtigen präventiven Bildungs -, Sozial - und A r-
beitsmarktpolitik mit dem Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe und Integration eines jeden Ki n-
des bzw. Jugendlichen so früh wie möglich zu fördern, Benachteiligungen auszugleichen und 
gelingende Bildungsbiographien zu eröffnen. Im städtischen Vergleich ist der diesbezügliche 
Bedarf im Stadtteil Coerde besonders auffallend. 
 
Im Hinblick auf die Armut  und die damit nahezu zwangsläufig  einhergehende Bildungsbe-
nachteiligung bzw. geringere gesellschaftliche Teilhabe, haben die Bildungseinrichtungen im 
Stadtteil eine tragende Rolle und große Verantwortung ( 21,2 Prozent der wohnberechtigten 
Coerderaner Bevölkerung erhält SGB II – Leistungen, im st ädtischen Ver gleich sind es 
knapp 7 Prozent). Zu diesen Herausforderungen zählt auch der Abbau der Quote der Schu l-
verweigerung an der Hauptschule Coerde. Eine Studie des Deutschen Ju gendinstituts Mün-
chen, führt dazu aus : Schwierigen Erwerbsverläufen gehen schwierige Bildungskarrieren 
voraus. Die negative Spirale beginnt bereits in der Grundschule und schlägt sich in verfestig-
ten Verhaltensstrukturen in den weiterführenden Schulen nieder. 
  
Um die Bildungschancen der eigenen Kinder zu erhöhen, ist  in Coerde das Bemühen vieler 
Eltern zu beobachten, ihre Kinder in Einrichtungen unterzubringen, die sich außerhalb des 
Stadtteils befinden. Dieser Proze ntsatz liegt derzeit bei ca. 60 Prozent . In diesem Verhalten 
spiegelt sich das negative Image der Bildungseinrichtungen in Coerde und auch des gesam-
ten Stadtteils wider.

45 
 
Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit / Beratungs- und Familienbildungsangebote  
Im Stadtteil Coerde bestehen bereits Angebote, um für die vielen benachteiligte Kinder und 
Jugendliche Risikolagen abzufedern und einen guten Grundstein für ihre weitere Entwicklung 
und für  die selbstständige Organisation ihres zukünftigen Alltags im Erwachsenenalter zu 
legen. Soziale, städtische, kirchli che und freie Träger arbeiten  zusammen, indem ein rege l-
mäßiger Austausch in verschiedenen Arbeitskreisen stattfindet.  
Bereits vorhandene Potenziale sollen du rch das InSEK identifiziert,  besser aufeinander a b-
gestimmt und ausgebaut werden.  
 
Im Folgenden werden beispielhaft einige dieser Einrichtungen benannt:  
Der Kommunale Sozialdienst Nord (KSD) ist mit regelmäßigen Sprechstunden vor Ort und 
ist Ansprechpartner für Eltern und Lehrer /-innen an den beiden Grundschulen im Stadtteil. In 
Kooperation mit  den Schulen im Bezirk Nord, der Schulaufsicht, dem KSD, dem Bezirk s-
schularzt, der Vertreterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle und der Schulsoziala r-
beit wurde 2014 eine Fallclearingstelle Nord ins Leben gerufen. Diese Stelle ist zuständig 
für Schüler /-innen bei denen die komplexen Anforderungen der Institution Schule an die 
Grenzen ihrer Leistungs- bzw. Fördermöglichkeiten stößt und dene n aus verschiedenen 
Gründen (z.B. schweres, wiederholtes Fehlverhalten, Krankheit oder ausgesprochene Or d-
nungsmaßnahmen) ein zeitweiliger oder länger dauernder Unterrichtsausschluss droht. 
Die Außenstelle der Familienbildungseinrichtung „Anna-Krückmann-Haus“ befindet sich 
in dem Begegnungszentrum „An der Meerwiese“. Das Angebot reicht von Lernspielgruppen, 
über Angebote zur Stärkung der Mutter -Kind-Beziehung wie „Sure start“, tänzer ischer 
Früherziehung, Sprachkursen und wird in Kooperation mit den Kitas der AWO durchgeführt . 
Zusätzlich besteht ein Angebot im Bereich der Gesundheitsvorsorge.  
Das Stadtteilbüro Coerde in der Trägerschaft der AWO  bietet ein breites Angebot von 
einer allgemeinen sozialen Beratung, wie z.B. Unterstützung bei der Jobsuche und bei der 
Beantragung von Kindergeld, über Hilfen bei Wohnungsnotfällen, Deutschkurse für Erwac h-
sene, offene Treffs sowie Kreativkurse. Darüber hinaus werden Informationsveranstaltungen 
zur Gesundheit und zum Wohnen angeboten. Die Psychologische Beratungsstelle der 
AWO bietet zusätzlich p sychologische Beratung für Familien an.  Diese kann entweder im 
Stadtteilbüro stattfinden oder im häuslichen Umfeld und richtet sich an al le Einzelpersonen 
oder Familien. 
Im Stadtteilbüro wurde Mitte 2019 ein internationales Café insbesondere für Familien eröf f-
net. Zweimal im Monat wird ein kostenloses Frühstück angeboten. Bei Bedarf referieren 
Fachleute zu aktuellen Themen im Stadtteil.  
Dem Ergebnis der B ürgerbeteiligung im Rahmen der Erarbeitung des InSEKs Coerde en t-
sprechend, besteht auch bei der AWO das Ziel, die im Stadtteil bestehenden Angebote be s-
ser zu vernetzen und die Transparenz zu erhöhen.  
Auch die Caritas bietet Erziehungsberatung für Familien in zentraler Lage in Coerde an.  
Darüber hinaus führt das Präventionsteam Familienbesuche  des Amtes für Kinder, J u-
gendliche und Familien nach der Geburt eines Kindes ein Informations- und Beratungsange-
bot zur frühzeitigen Unterstützung für Eltern durch.  
Neben dem Angebot vom Haus der offenen Tür in Coerde  (HOT) bildet ein weiterer 
Schwerpunkt innerhalb der aufsuchenden Jugendsozialarbeit am Hamannplatz die Jugend-
hilfeeinheit des Vereins für sozialtherapeutische Einrichtungen  (VSE NRW e.V.) mit 
einem Quart iersbüro „An der Meerwiese“. Die pädagogischen Fachkräfte kooperieren mit 
anderen im Sozialbereich aktiven Einrichtungen in Coerde. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt 
des VSE ist die Stadtteilkoordination der Frühen Hilfen in Coerde. In dieser Funktion ist de r

46 
 
VSE Ansprechpartner für werdende Eltern und junge Familien mit Kindern bis zum sechsten 
Lebensjahr und für alle ortsansässigen Institutionen im Stadtteil, die Angebot e für junge F a-
milien bereitstellen.  
Das Projekt „Coenige“ ist eine Kooperation aus den o.g. Einrichtungen, ergänzt durch Ve r-
treter / -innen der Polizei und des Sozialarbeiters der Hauptschule Coerde. Delinquent auffal-
lende Jugendliche im Alter von 10 - 13 Jahren sollen vor ihrer eingeschränkten Strafmündig-
keit über Verhaltensalternativen auf geklärt werden und somit von k riminellen Handlungen  
abgehalten werden.  
Von der Gemeinde St. Franziskus wurde 2014 der  Verein Franko gegründet. Dazu gehören 
die u.a. Familienpatenschaften, die Möbelbörse, das Projekt „Schule lernen“ und Sprachku r-
se für geflüchtete Frauen.  
Die Bürgerinitiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ (Chack)  sieht in der Kinderarmut 
das größte soziale Problem in Coerde. Die Ideen und Vorschläge für die Kinderförderung 
reichen von Theaterprojekten mit Vorschulkindern, Musik - und Malunterricht bis zu Sprac h-
förderung durch qualifiziertes Personal aus dem Verein oder durch Externe.  
4.4 Freizeit / Kultur / Sport 
Im Stadtteil Coerd e besteht bereits ein  Sport-, Freizeit- und Kulturangebot für viele Alter s-
gruppen. Nach Aussage der  betreffenden Zielgruppen sind die Angebo te jedoch erheblich  
ausbaufähig. Im Folgenden wird eine Auswahl de r Angebote in Coerde aufgezeigt , die j e-
doch keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben:  
Freizeit und Kultur 
Die Stadtteilbücherei am Hamannplatz bietet ein e viel fältige Auswahl an Romanen und 
Sachbüchern für Erwachsene und Kinder, Bilderbüchern, Zeitschriften und (Lern)spielen . In 
zunehmendem Maße spielten auch digitale Medien eine Rolle. Die Bücherei ist ein wichtiger 
Anlauf- und Treffpunkt  für viele Bürger  / -innen im Stadtteil  und hat dringenden Erweit e-
rungsbedarf. Bereiche zum ungestörten Lesen oder für Lern - und Arbeitsgruppen  fehlen 
ebenso wie größere Räume, z.B. für Autorenlesungen, Themenabende und Diskussionsrun-
den. Vor allem freizugängliche, niederschwellige Räumlichkeiten für ungestörtes Lernen sind 
in einem Stadtteil  wie Coerde mit vielen Großfamilien, beziehungsweise Familien mit vielen 
Kindern, unabdingbar, da es in den Wohnun gen oftmals keine ausreichenden Möglichkeiten 
gibt, in Ruhe und konzentriert zu lernen. 
Mit wachsenden Ansprüchen und Angeboten hat sich der Stellenwert der Bücherei im Stad t-
teil in den letzten Jahren deutlich verändert. Keine andere kulturelle Einrichtung erreicht auf 
vergleichsweise niedrigschwellige Weise so viele Bewohner  / -innen eines Stadtteils unte r-
schiedlichen Alters, Bildung und Herkunft. Deshalb is t es dringend erforderlich, dass  auch 
die Stadtteilbücherei i n Coerde als kommerzfreier Raum eine positive Atmosphäre  zum Ar-
beiten, Lernen und Sich-Austauschen in entsprechend geeigneten, erweiterten Räumlichkei-
ten anbieten kann.  Die Stadtteilbücherei hat unter anderem durch ihre  zentrale Lage am 
Hamannplatz somit eine Ankerfunktion. Ziel ist es, an diese stark nachgefragte Einrichtung 
weitere Nutzungsangebote im Bereich der sozialen Infrastruktur sowie weitere Bildungs- und 
Beratungsangebote unter einem Dach, u.a. eine Dependance des Jobcenters anzugliedern. 
Auch ein Gesundheits haus für Kinder  und Jugendliche sowie Bewegungsangebote würden 
aus Sicht der Bürgerschaft, der Akteure im Stadtteil, der Politik vor Ort und der zuständigen 
Fachämter in dieser zentralen Lage in einem  neuen multifunktionalen Stadtteilhaus optimal 
verortet werden können (vgl. Kap. 5).

47 
 
Das Gebäude der Stadtteilbücherei  am Hamannplatz Nr. 38 (Bild: Stadt Mün ster)  
Im südlichen Bereich von Coerde befindet sich das Begegnungszentrum „An der Meer-
wiese“ (BGZ), welches über mehrere Kursräume und einen großzügigen Versammlungs - 
und Bewegungsraum verfügt, der z.B. auch für Bürgerversammlungen im Rahmen der Arbeit 
an dem InSEK Coerde genutzt werden konnte. Das BGZ offeriert ein breites Angebot an 
Kursen, z.B. in den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Bewegung und Sprachen an. In d em 
BGZ ist auch die Bildungseinrichtung „Anna-Krückmann-Haus“ mit einer Zweigstelle vertre-
ten, welche  ein breites Bildungsangebot für die Coerderaner  aller Altersgruppen  im Pr o-
gramm hat.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Blick in den Versammlung s-
raum im BGZ An der  
Meerwiese (Bild: Stadt Mün s-
ter

48 
 
Ein zentraler, von der Stadtteilbevölkerung gut angenomme ner Treffp unkt, das „coerde -
mittendrin“ in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), befindet sich in zentraler Lage am 
Hamannplatz. Bis Juli 2018 befand sich der Treffpunkt im westlichen Bereich des Platzes. In 
Eigenregie hatten engagierte Bürger  / -innen die ca. 150 qm großen Räumlichkeiten umge-
staltet und einen Gruppenraum für die unterschiedlichsten Nutzungen und Zielgruppen he r-
gerichtet. Bereits kurz nach der Fertigstellung konnte eine hohe Auslastung dieses Rauman-
gebotes verzeichnet werden. Allerdings führten die Planungen für eine deutliche Erweiterung 
eines Lebensmittelmarktes mit flankierenden Nutzungsangeboten (Bäckerei, Drogeriemarkt)  
in diesem Bereich  zur Aufgabe des Treffpunktes und dami t endete die Möglichkeit der N ut-
zung durch die Bewohnerschaft.  
Als Übergangslösung wurde i n dem Gebäudekomplex Hamannplatz Nr. 36  - 40 im ersten 
Obergeschoss eine ca. 100 qm Fläche von der AWO angemietet und im Juni 2019 als neuer 
Standort eingeweiht. Diese Räumlichkeiten werden  zwar gut angenommen, sind jedoch für 
Menschen mit eingeschränkter Mobilität kaum zu erreichen. Da nun die Erweiterungsma ß-
nahmen auf dem Hamannplatz umgesetzt werden (vgl. Kap. 4.8) wird auch dieser Standort 
der AWO nicht langfristig zur Verfügung stehen. Die zeitnahe Schaffung eines  dauerhaften, 
barrierefreien und niederschwelligen Ersatzes für das „coerde - mittendrin“ am Hamannplatz 
ist daher ein großes Anliegen im Stadtteil.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nur über eine Auße n-
treppe zu erreichen – die 
Übergangslösung für den 
Treffpunkt „coerde -
mittendrin“ am Haman n-
platz (Bild: Stadt Mün s-
ter)  
Auch der „ Jugendtreff Coerde“ des Deutschen Roten Kreuzes , ebenfalls zentral am Ha -
mannplatz gelegen, ist eine Einrichtung der offenen Kinder - und Jugendarbeit, mit einer hal-
ben Stelle für einen Sozialpädagogen / eine Sozialpädagogin. Besondere Projekte sind die 
Förderung sozialer Kompetenzen bei Grundschulkindern, sowie die Integration durch Sport – 
eine Maßnahme für Zuwandererkinder und sozial benachteiligte Jugendliche. Diese Einrich-
tung kooperiert eng mit dem „coerde - mittendrin“ der AWO.  
Die evangelische Andreas -Kirchengemeinde bietet im „ Haus der offenen Tür “ (HOT) ein 
breites Angebot für Kinder und Jugendliche, wie z.B. Nähkurse für Mädchen und Jungen. 
Dafür stehen zwei Stellen für die Betreuung durch Sozialarbeiter  / -innen und eine weitere 
halbe Stelle für die aufsuchende  Jugendsozialarbeit zur Verfügung. Von dieser Einrichtung 
wird auch die „Offene Ganztagsbetreuung“ der Dritt- und Viertklässler der Melanchthonschu-
le übernommen. Das HOT bietet in den Schulferien ganztä gige Betreuungsangebote und 
fördert die pädagogischen Angebote für Kinder - und Jugendliche. Das Jugendcafé im HOT  
ist auch bei Müttern sehr beliebt und insofern eher als Familiencafé zu bezeichnen.

49 
 
Die Kirchengemeinden im Stadtteil bieten in 
ihren Familienzentren Bildungs- und Freizei t-
angebote an, die auch einen integrativen A n-
satz verfolgen.  
 
 
 
 
 
 
 
Eingang des Familienzentrums St. Norbert (Bild: 
Stadt Münster)  
Neben der Ausbaufähigkeit einzelner Angebot e bzw. deren Ergänzung fehlt es vor allem an 
Angeboten für ältere Jugendliche und Mädchen / Frauen mit Migrationshintergrund. Aber 
auch anlassfreie Treffpunkte für Jugendliche im Stadtteil sind nicht vorhanden.  
2017 wurde der Kultur- und Kunstverein in Coerde gegründet, der das kulturelle Angebot 
im Stadtteil und darüber hinaus qualitativ und quantitativ erweitern möchte. In dem Bege g-
nungszentrum „An der Meerwiese " finden in diesem Rahmen z.B. interkulturelle Lesungen 
mit Musikprogramm statt.  
Zudem gibt es von den freien Trägern der Wohlfahrtspflege und den Kirchengemeinden spe-
zielle Freizeit - und Kulturangebo te speziell für Senioren . Die Freizeitangebote sorgen vor 
allem für Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen und sollen so einer 
Vereinsamung im Alter entgegen wirken. Sei es der wöchentliche Frühstückstreff, der Senio-
rennachmittag mit Vorträgen bei Kaffee und Kuchen, Spiele - und Kinonachmittage, Seni o-
renreisen oder Angebote der Stadtbücherei, die Senioren den Anlass geben, ihre Wohnung 
zu verlassen und in den Austausch mit anderen zu treten. Eine Gruppe der  „ZwAR-
Initiative“ (zwischen Arbeit und Ruhestand) der Volkshochschule trifft sich regelmäßig in 
dem Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ und bietet neben Spiel- und Sportmöglichkei-
ten auch Ausflüge in die nähere Umgebung an.  
Sport 
In Coerde gilt es insbesondere den hohen Anteil an SGB II Empfängern (vgl. Kap. 3.7) und 
Menschen mit geringem Einkommen (und ihre Kinder) bei der Zielsetzung des InSEKs - Ver-
besserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse - zu berücksichtigen. Die fehlenden finanziel-
len Mittel erschwer en es diesem Personenkreis , aktiv an den teilweise kostenpflichtigen 
Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten teilzunehmen. 
 
Die Sportanlagen des Vereins  S.V. Teutonia Coerde 60 befinden sich am nördlichen Sie d-
lungsrand von Coerde, eingebettet in die umgebene Waldstruktur und sind aus allen Quartie-
ren des Stadtteils gut zu erreichen. Das Angebot ist schwerpunktmäßig auf Jungenfußball 
ausgerichtet, aber auch  einige Breitensportkurse zählen zum Programm . Eine Aufwertung 
des Angebotes ist u.a. durch die Herrichtung eines witterungsunabhängigen Kunstrasenpla t-
zes vorgesehen. Der Verein hat derzeit ca. 400 Mitglieder. Die zusätzliche Unterstützung des 
Vereins durch Ehrenamtliche oder studentische Hilfskräfte ist  erforderlich. Besonders die 
Nachfrage nach Angeboten für Mädchen und Frauen (mit Migrationshintergrund) ist hoch 
und muss ausgeweitet werden, um die Chancen der Integration dieser Zielgruppe zu erh ö-
hen. Zur Umsetzung ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung erforderlich.

50 
 
Farids Qualfighting ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die schulische Nachhi l-
fe und Boxtraining kombiniert. Boxunterricht erhalten die Schüler/ -innen erst, nachdem sie 
ihre täglichen schulischen Leistungen erbracht haben.  
Anbieter, wie das BGZ , das Anna -Krückmann-Haus und auch die freien Träger der W ohl-
fahrtsverbände bieten zudem Sport - und Bewegungskurse, wie z.B. Tanz, Yoga oder Gy m-
nastik für unterschiedliche Ziel - und Altersgruppen an. Noch sind nachgefragte, weitere An-
gebote für die Zielgruppen der älteren Menschen, Mädchen und Frauen sowie Menschen mit 
Migrationshintergrund kaum vorhanden.  
Unter dem Motto „AWO BEWEGT“ sollen voraussichtlich ab Herbst 2020 alle Altersgruppen 
– aber insbesondere Frauen, Kinder und Senioren – angesprochen werden. Kooperationen 
sind mit dem Verein für Mototherapie, dem Stadtsportbund und dem Sportverein Teutonia 
vorgesehen. Ein erstes Angebot diesbezüglich besteht in Form eines Tanzworkshops für 
Mädchen unter Leitung einer Tanztherapeutin.  
 
Die vorgegebenen, organisatorischen Strukturen, die mit d er Teilnahme an einem Sporta n-
gebot in Verbindung stehen , wie z.B. Fahr - oder Reinigungsdienste der Ausrüstung der je-
weiligen Sportgruppe, können einige Familien nicht leisten.  Neben der finanziellen Situat ion 
bereitet oftmals auch die bestehende Sprachbarriere bei Familien mit Migrationshintergrund 
Schwierigkeiten.  
4.5 Gesundheit  
Coerde ist ein Stadtteil, der nicht zuletzt aufgrund seiner besonderen Sozialstruktur und d a-
mit einhergehender „gesundheitlichen Ch ancenungleichheit“ bei der Arbeit des Gesun d-
heitsamtes der Stadt Münster und der sozialen Träger b esondere Berücksichtigung finden 
muss. Insofern wurde ein Netzwerk mit den für Coerde relevanten Akteuren vor allem aus 
dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungssektor aufgebaut. Hierbei steht das Ziel im Mi t-
telpunkt, Strukturen zu schaffen, in denen niedrigschwellige Beratungs - und Hilfsangebote 
ineinandergreifen, um so eine bestmögliche Gesundheitsförderung, Prävention und Gesun d-
heitsversorgung für alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil zu gewährleisten.  
Allgemeinmedizinische und therapeutische Versorgung 
Coerde hat eine gute hausärztliche Versorgung. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung West-
falen-Lippe sind in Coerde acht  Ärzte (verteilt in drei  Praxen) aufg eführt, die hausärztlich 
tätig sind. Darüber hinaus gibt es aktuell eine Kinderarztpraxis am Kiesekampweg. Die de r-
zeitig praktizierende Kinderärztin wird in Kürze in den Ruhestand gehen. Aufgrund der b e-
sonderen Sozialstruktur ist der Kassenarztsitz an Coerde gebunden. 
Der Bereich der therapeutischen Versorgung wird durch eine Praxis für Physiotherapie und 
eine Praxis für Logopädie abgedeckt. Es fehlt eine im Stadtteil ansässige ergotherapeutische 
Praxis.  
Weiterführende Angebote zum Thema Gesundheit  
Die Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ des Gesundheitsamtes setzt bereits in der Schwanger-
schaft an. Hebammen und Kinderkrankenpflegerinnen betreuen fortlaufend Schwangere und 
Familien mit besonderem Unters tützungsbedarf. Einmal im Monat, im Rahmen des Fraue n-
frühstücks, besteht eine Sprechstunde der Hebamme und einer Sozialarbeiterin im Famil i-
enzentrum der katholischen St. Norbert Kirchengemein de. Die Mitarbeiterinnen der Bera-
tungsstelle „Frühe Hilfen“ sind fast täglich aufsuchend im Stadtteil tätig. Um entwicklungsver-

51 
 
zögerten oder behinderten Kindern die entsprechende Förderung zu ermöglichen, steht die 
Frühförderung im engen Austausch mit den Kitas im Untersuchungsgebiet.  
Das Präventionsprogramm „Sure Start“ des Anna-Krückmann-Hauses richtet sich an Müt-
ter und Baby s bzw. Kleinkinder (von 0 -3 Jahren) aus dem im Stadtteil stark vertretenen bil-
dungsfernen, sozialschwachen sowie  wirtschaftlich armen Milieus. Über die Stärkung der 
Mutter-Kind-Beziehung soll eine gute emotionale und körperliche Grundversorgung als V o-
raussetzung einer gesunden Entwicklung der Kinder erreicht werden.  Mitarbeiterinnen der 
Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ nehmen regelmäßig an der „Sure Start -Gruppe“ teil und bera-
ten die Teilnehmenden.  
In der Melanchthonschule findet regelmäßig eine Systemsprechstunde mit der Schulär z-
tin des Gesundheitsamtes, dem Kommunalen Sozialdienst und den Lehrkräften  statt, 
um für Kinder mit Auffälligkeiten eine gemeinsame Lösungsstrategie zu entwickeln und no t-
wendige Hilfen koordiniert einzuleiten. Auch in der Hauptschule ist die Schulärztin regelm ä-
ßig zur Sprechstunde für die Schülerschaft und Lehrkräfte vor Ort.  
Die Fachärztin für Kinder - und Jugendpsychiatrie sowie eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter 
des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes  des Gesundheitsamtes d er Stadt 
Münster nehmen einmal im Monat an der Sprechstunde des Kommunalen Sozialen Diens-
tes teil, um Einzelfälle zu besprechen und das diesbezügliche Vorgehen abzustimmen.  
Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes führt Untersuchungen in allen Kindergär-
ten und Schulen (einschließlich Hauptschule 6. Klasse) mit Prophylaxe -Einheit durch. Da r-
über hinaus erfolgt eine jährliche Prophylaxe mit Grundschul -Programm (Doppelstunde) in 
beiden Grundschulen (alle Klassen) sowie ein jährliches gesundes Frühstück in  den 1./2. 
Klassen.   
Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes führt Untersuchungen in allen Kindergärten 
und Schulen (einschließlich Hauptschule 6. Klasse) mit Prophylaxe -Einheit durch. Darüber 
hinaus erfolgt eine jährliche Prophylaxe mit Grundschul-Programm (Doppelstunde) in beiden 
Grundschulen (alle Klassen) sowie ein jährliches, gesundes Frühstück in den 1./2. Klassen. 
Die Kinder- und Jugendhilfe St. Mauritz  bietet auf gesamtstädtischer Ebene  eine Tages-
gruppe für Kinder ab dem Grundschulalter und d eren Eltern an. Neben Hausaufgabenhilfe 
und schulischer Förderung werden die Kinder heilpädagogisch betreut ( u.a. durch Kunst - 
und Werktherapie ) sowie mit einer traumazentrierten Psychotherapie in ihrer individuellen 
Entwicklung unterstützt. Parallel werden die Eltern durch systemische Beratung begleitet.  
Im Bewegungsraum des Familienzentrums des evangelischen Andreas -Kindergartens b e-
steht ein wöchentliches Angebot des Vereins für Mototherapie  und psychosomatischen 
Entwicklungsförderung. In Kleingruppen wi rd die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit 
eines jeden Kindes individuell gefördert.  
4.6 Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klima-
anpassung 
Das Motto des InSEKs „Coerde - ein Stadtteil in Bewegung“ umschreibt u.a. die Zielsetzung, 
dass die öffentlichen und privaten (Frei-)Räume und Plätze zukünftig aktiver von der Bewoh-
nerschaft genutzt werden sollen. Denn Bewegung fördert nicht nur die Gesundheit, sondern 
dient auch der Interaktion der unterschiedlichen Altersgruppen und der Integration  der ver-
schiedenen Ethnien im Stadtteil. Zudem wird der Vereinsamung alter Menschen und Me n-
schen mit eingeschränkter Mobilität vorgebeugt, wenn attraktive, gut zu erreichende Aufen t-
haltsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung vorgehalten werden.  Aus diesem

52 
 
Grund liegt ein besonderes Augenmerk auf den öffentlichen sowie privaten Grün - und Frei-
flächen. Coerde bietet ein großes Potenzial, um dieses Motto erfolgreich umzusetzen.  
Öffentlicher Raum 
Der Hamannplatz ist die größte zentrale Aufenthaltsfl äche im Stadtteil. Zum einen dient er 
als Verbindungsraum zu den örtlichen Nahversorgungsangeboten (vgl. Kap. 4.8), aber auch 
als Treffpunkt für die Bürgerschaft des Stadtteils. Die weitläufigen , aber wenig attraktiv ge-
stalteten Außenflächen mit maroden Sitzmöglichkeiten, veralteter Brunnenanlage sowie ver-
einzelten Bäumen und Beeten werden aufgrund mangelnder Alternativen bei entsprechen-
den Wetterlagen dennoch genutzt. Vor allem in den Abendstunden gilt der Hamannplatz als 
Angstraum für viele Menschen (vgl.  Kap. 4.7). Um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu 
steigern und die Stadtteilbewohner  dazu an zuregen, diesen  intensiver als Treffpunkt und 
Bewegungsraum zu nutzen, sollte der Hamannplatz durch zusätzliche  Bäume, Bänke und 
sonstige Grüngestaltung, Bewe gungsangebote und kommerzfreie Aufenthaltsmöglichkeiten 
aufgewertet werden. Im Rahmen der Umgestaltung des gesamten Areals (vgl. Kap. 4.8 ) soll 
auch die Attraktivitätssteigerung des Platzes durch ein externes Landschaftsarchitekturbüro 
unter intensiver Einbeziehung der Bürgerschaft in den kommenden Jahren geplant und d a-
nach umgesetzt werden . Das Ziel ist die Schaffung einer attraktiven Mitte mit einer hohen 
Aufenthaltsqualität und Spiel- und Bewegungsangeboten für alle Altersgruppen.  
Weitere, größere Platzflächen sind im Stadtteil nicht vorhanden. 
Ist -Zustand Hamannplatz in Richtung Osten  
(Bild: Stadt Münster, 2019)  
Grün- und Freiflächen 
Der Stadtteil wurde von der Bewohnerschaft bei allen im Rahmen des In SEKs durchgeführ-
ten Beteiligungsschritten als „grüner Stadtteil“ beschrieben. In erster Linie werden in diesem 
Zusammenhang die Nähe zum Dortmund -Ems-Kanal mit seinem Begleitgrün als Erholung s-
bereich für Radfahrer,  Fußgänger und als Treffpunkt für Jugendliche sowie  das nördlich an 
den Stadtteil angrenzen de Waldgebiet genannt. Die weit läufige Fläche des „Waldparks C o-
erheide“ dient der Sicherung des Freiraums; hier haben stadtökologische und grünstrukturel-
le Anforderungen Vorrang.

53 
 
Ebenfalls werden von Bürger  / -innen die im Siedlungskörper integrierten Grü nflächen, wie 
der Grünzug nördlich des Hamannplatzes, die großzügigen Freiflächen im ehemaligen K a-
sernengebiet „An der Meerwiese“ und das Straßenbegleitgrün (z.B. entlang des Hohen He-
ckenweg) geschätzt.  
Das 14 Hektar große Waldgebiet „Großer Busch“ besteht aus einem naturnahen Eichen - / 
Hainbuchenwald, wird privatforstlich genutzt und dient der Stadtteilbevölkerung zur Erholung.  
Südlich und westlich an den Großen Busch angrenzend befinden sich zwei Kleingartenanla-
gen mit zahlreichen Gartenparzellen.  
 
Be ispiele für w enig genutzt e, private Grünfläche n an  verschiedenen  Mehrfamilienhausgrundst ü-
ck en  (Plan : Stadt Münster)  
Auch die teilweise großen, privaten Grünflächen rund um die Wohngebäude - insbesondere 
der dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser - tragen zu der Einschätzung der Bürgerschaft bei, 
dass Coerde ein „grüner Stadtteil“ ist. Allerdings macht sich auf diesen Flächen der unacht-
same Umgang der Bewohnerschaft mit der Entsorgung von Müll besonders drastisch b e-
merkbar. Die Grüngestaltung dieser Freifläche n bedarf größtenteils einer erheblichen Auf-
wertung und Ergänzung.  
Besonderes Augenmerk bei der Aufwertung sowohl der privaten als auch der städtischen 
Grünflächen sollte auf die Bedürfnisse älterer Mitmenschen  und der Menschen mit eing e-
schränkter Mobilität gerichtet werden. Darüber hinaus soll die Gestaltung zu mehr Bewegung 
animieren.

54 
 
Wenig attraktives Wohnumfeld (beispielhaft)  
(Bild : Stadt Münster)  
Spielplätze  
Insgesamt gibt es in Coerde 13 öffentliche Spielplätze, neun für den Spielbereich A mit de r 
Versorgungsfunktion für alle Altersstufen und vier  Plätze für die Versorgung von Kleinki n-
dern, Schulkindern und Jugendlichen in den Wohnquartieren. Aus Sicht de s Amtes für Grün-
flächen, Umwelt und Nachhaltigkeit hat Coerde quantitativ eine gute Versorgung mit Spielflä-
chen.  
In den kommenden Jahren werden an mehreren Spielplätzen im Untersuchungsgebiet tur-
nusmäßig Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Planungen der Maßnahmen  werden 
ggf. teilweise mit Beteiligung der Kinder aus den angrenzenden Wohngebieten,  wie schon 
bei der Neugestaltung des Spielplatzes im Wohngebiet „An der Meerwiese“, durchgeführt.  
Die im Stadtteil vorhandenen privaten und öffentlichen Spielplätze weisen sehr unterschiedli-
che Qualitäten auf. Dabei prägen d rei große öffentliche Spielplätze das Stadtteilleben in be-
sonderem Maße. Dazu gehört der im Norden an das Quartier „Altcoerde“ angrenzende 
Waldspielplatz, der Spielplatz im Zentrum – nördlich an den Hamannplatz angrenzend – und 
der Spielplatz i m Wohnquartier Meerwiese, der  gemeinsam mit Beteiligung der Kinder und 
Eltern vom Kinderbüro Münster geplant wurde.  
Waldspielplatz am Nerzweg (Bild: Stadt Münster)

55 
 
Der Waldspielplatz ist eine attraktive Anlage mit einem vielseitigen Angebot an Spielgeräten. 
Besonders hervorzuheben ist seine La ge am Waldrand und der dichte  Baumbestand. Aller-
dings wurde hier in den Abendstunden wiederholt Drogenhandel beobachtet. Die Sauberkeit 
des Areals war lange ein erhebliches Problem, hat sich jedoch in den letzten Mo naten ver-
bessert.  
Der Spielplatz am Hama nnplatz wird insbesondere aufgrund seiner zentralen Lage und der 
Einbettung in den nordsüdlich verl aufenden Grünzug gut angenommen. Durch die bauliche 
Umgestaltung des gesamten Areals und durch die  Erweiterung des angrenzenden Aldi -
Marktes wird im Rahmen ei ner niedrigschwelligen, intensiven Bürgerbeteiligung auch der 
Spielplatz am Hamannplatz neu gestaltet.  
Spielplatz Hamannplatz (Bild: Stadt Münster)  
Weiterhin bieten die Schulhöfe der drei Schulen im Stadtteil ein großes Potenzial für weitere, 
altersgerechte Spiel- und Bewegungsangebote.  
Die Befragung der Schülerschaft der Hauptschule (vgl. Kap. 1.4) ergab, dass das qualitative 
Angebot an Spielmöglichkeiten auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Flächen im Stadtteil 
nicht den Bedarfen der Kinder und jüngeren Jugendlichen entspricht. Zudem fehlen attraktive 
Spiel- und Bewegungsa ngebote in den einzelnen Quartieren, die insbesondere auch mit 
kleineren Kindern fußläufig erreichbar sind.  
Natur und Umwelt 
Die zentralen Siedlungsflächen von Coerde werden im Wes ten von dem Grünzug „Nördli-
ches Aatal“ eingefasst. Nördlich liegt der zweite Grünring mit den weiträumigen Frei flächen 
des Waldparks Coerheide. Sie dienen der Sicherung des Freiraums,  weil stadtökologische 
und grünstrukturelle Anforderungen dort Vorrang haben und keine baulichen Veränderungen 
zulassen. Im Osten grenzt der Dortmund -Ems-Kanal an den Stadtteil. An der südlichen 
Stadtteilgrenze liegt das Waldgebiet „Großer Busch “, mit naturnahen Eichen-Hainbuchen-
Beständen.  
Die im nachfolgend dargestellten Plan des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhalti g-
keit abgebildete, geplante P arkanlage (süd-östlich an den Siedlungsbereich angrenzend ) 
gehört zum Grünzug Hoppengarten und hat eher einen Landschaftspark -Charakter. D iese 
Flächen sind im pri vaten Eigentum und werden zurzeit landwirtschaftlich genutzt. Kurz - und

56 
 
mittelfristig stehen diese  Flächen aufgrund der liegenschaftlichen Ver hältnisse für eine U m-
gestaltung in einen Landschaftsplan noch nicht zur Verfügung.  
 
Siedlungsentwicklung, Infrastrukturen ( Plan : Stadt Münster)  
Im Vergleich zur Gesamtstadt Münster ist der Stadtteil Coerde dicht besiedelt, wird aber 
durch Freiräume mit einem Radwegenetz gegliedert. Aufgrund der Durchlüftungssituation in 
Coerde bestehen trotz der Verkehrsbelastung auf der Königsber ger Straße und dem Hohen

57 
 
Heckenweg zur Zeit keine Immissionsbelastungen (Stickstoffdioxid, Feinstaub), die im B e-
reich der Grenzwerte für Schadstoffbelastungen liegen (39. BImSchV). 
Das zentrale Fließgewässer in Coerde ist der Edelbach, der an der Nordostgr enze der Kern-
stadt von Münster , westlich des Dortmund -Ems-Kanals, entspringt. Das Gewässer ist zum 
einen zahlreichen Einleitungen aus dem Siedlungsbereich ausgesetzt, von wo allerdings nur 
Regenwasser zugeleitet wird, zum anderen ist der Edelbach in Teilen auch völlig naturbelas-
sen, vor allem östlich des DEK  außerhalb des Plangebietes.  Des Weiteren war er Teil der 
historischen Wirtschaftsstruktur von Münster, sowie auch deren Verteidigungssystem und ist 
damit ein Stück Stadtgeschichte.  
Mehr denn je ist bei  Gewässern im Siedlungsraum auch die Frage nach Entwicklungskorr i-
doren von Belang; einerseits als Raum für ökologische Entwicklungen, andererseits vor dem 
Hintergrund des sich abzeichnenden Klimawandels. In erster Linie steht hier die Fähigkeit 
der Gewässer im Vordergrund, sich mit einer stabilen natürlichen Entwicklung selbst an sich 
wandelnde Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Kl i-
mawandel das Abflussregime zunehmend mit höherem Hochwasser und längerem Niedri g-
wasser massiv beeinflusst.  
 
Insgesamt weist der Edelbach 25 Einleitungsstellen auf. Hinzu kommen noch zahlreiche 
Dräneinleitungen sowie einzelne Überläufe aus Versickerungs - und Rückhaltemulden. Noch 
mehr hydraulische Belastung entsteht, wenn weitere Siedlungs - und Straßenflächen versie-
gelt werden, die dann aufgrund fehlender Möglichkeit zur Versicke rung entwässert werden 
müssen. Im Bereich der Coerdestiege  bis zur Königsberger Straße ist der Edelbach durch 
die angrenzende Bebauung we itgehend festgelegt. Hier muss  das Hauptaugenmerk insbe-
sondere auf der Vielzahl von Einleitungen und der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Br ü-
cken und Durchlässen liegen, um Überflutungen in Folge von Starkregenereignissen vorzu-
beugen. In Coerde wird der Edelbach durch zahlreiche Brücken, Durchlässe und ungedros-
selte Einleitungen festgelegt. Auf keinen Fall darf  der Edelbach in diesem Bereich noch wei-
ter eingeengt werden. Im Bereich Hacklenburg bis zur Straße Edelbach ist beidseits des Ba-
ches ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen, das auch in Zukunft von jeglicher Beba u-
ung freizuhalten ist. 
Trotz der umfangreichen Siedlungsflächen westlich des DEK sind auch dort noch hohe ök o-
logische Potentiale und Werte vorhanden. Zwischen Hacklenburg und der Meerwiese hat 
sich ein Grabensystem erhalten, das wenig eingetieft ist und mit hohen Grundwasserständen 
und Staunässe ein großes Potential für die Entwicklung eines Feuchtgebietes darstellt, das 
sich positiv auf das gesamte Edelbachsystem auswi rken kann. Dieser Bereich soll  erhalten 
bleiben und schrittw eise a us- oder umgestaltet werden – auch als Ausgleich für verloren e 
Auenflächen. Hier können zudem wichtige (Hochwasser -)Retentionsflächen oberhalb von 
Coerde geschaffen werden. 
Das größte Stillgewässer ist in Coerde der Ziegeleiteich an der Siedlung Dachsleite.

58 
 
 
Siedlungsentwicklung, Grünsystem – Freiraumkonzept ( Plan : Stadt Münster)

59 
 
Klimaschutz und Klimaanpassung 
Der außergewöhnliche Starkregen im Juli 2014 hat zu ausgedehnten Überflutungen im 
Stadtteil Coerde geführt. Gefährdungen von Personen und Sa chgütern waren die Folge, In f-
rastruktureinrichtungen wurden in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.  
Für solche außergewöhnlich heftig en Starkregenereignisse mit  geringer Wiederkehrwah r-
scheinlichkeit sind weitergehende Analysen sowie die Planung und Um setzung von Vorsor-
gemaßnahmen notwendig.  
Eine erste, auf gesamtstädtischer Ebene durchgeführte Überflutungsanalyse ergab an zah l-
reichen Infrastruktureinrichtungen im Stadtteil Überflutungen bis zu einem Meter Höhe. Eine 
intensivere Verzahnung von Gewässer n bzw. deren Auenbereiche n mit der vorhandenen 
Grünstruktur im öffentlichen und privaten Bereich bietet ein hohes Potential zur Verbess e-
rung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregenereignissen.  
 
Auf Grund der Altersstruktur in Coerde (vgl. Kap. 3.3) besteht eine überdurchschnittlich hohe 
Dichte von Menschen mit erhöhter Hitzeempfindlichkeit. Um der Vulnerabilität (Anfälligkeit) 
gegenüber hohen Außentemperaturen entgegenzuwirken, gilt es entsprechende bauliche 
und klimatische Maßnahmen zu ergreifen. Im  Hinblick auf den Klimawandel wird es insb e-
sondere darauf ankommen, den Stadtteil Coerde sowohl an die zu erwartende Zunahme von 
außergewöhnlichen Starkregenereignissen, als auch an Belastungen durch Wärme / Hitze 
anzupassen und hierfür geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.  
 
Die größten Potenz iale für den wirksamen Klimaschutz liegen in Coerde in der Erstellung 
eines stadtteilweiten Energiekonzeptes. In den Einfamilienhaus -Siedlungen und Mehrfamil i-
enhäusern der 1960er und 1970er Jahre li egen, wie bereits in Kapitel 4.1  erwähnt, große 
Potenziale für eine CO2 -Einsparung durch umfassende energetische Sanierungen. Zur E r-
fassung und Bewertung dieser Potenz iale soll in einem ersten Schritt ein Integriertes Ene r-
giekonzept für den gesamten Stadtteil Coerde erstellt werden. Im Rahmen dieses Konzeptes 
wird der Energieverbrauch des Gebäudebestands genauer analysiert. Darauf aufbauend 
werden besonders sanierungsbedürftige Gebäude identifiziert. Anschließend könnten Sani e-
rungskonzepte sowie Konzepte zur effiz ienten Versorgung des Stadtteils mit Wärme und 
Strom entworfen werden. Im Rahmen eines Energiekonzepts können mögliche Maßnahmen 
aufgezeigt werden, um den Weg hin zu einer umfangreichen Sanierung ganzer Quartiere zu 
ebnen. Zudem bieten sich in Coerde Anknü pfungspunkte für Klimaschutzmaßnahmen im 
Bereich der nachhaltigen Energieversorgung an.  
Der Stadtteil ist bereits an das bestehende Fernwärmenetz der Stadtwerke Münster ang e-
schlossen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit,  auf dem Gelände des ehemaligen Heiz kraft-
werks ein neues Biomasseheizkraftwerk zu errichten.  Es ist außerdem ein großes Potenzial 
zur Nutzung der Solarenergie vorhanden. Eine systematische Ausschöpfung dieses Dachflä-
chenpotenzials könnte ebenfalls Teil des Energiekonzepts sein.

60 
 
4.7 Sauberkeit / Sicherheit  
Sauberkeit  
Die Sauberkeit und Sicherheit auf öffentlichen und pri vaten Frei- und Gemeinschaftsflächen 
hat in Coerde einen großen Einfluss auf das Image des Stadtteil s. Insbesondere  in den 
Mehrfamilienhäusern leben unterschiedliche Ethnien zusammen, die jeweils ein anders Ve r-
ständnis von geordneter Müllentsorgung haben . Oftmals wird von der jeweiligen Nachba r-
schaft und den Wohnungsgesellschaften beklagt, dass die Müllsammelanlagen, aber auch 
die Treppenhäuser und Freiflächen durch Müll ver unreinigt sind. Neben dem Hausmüll we r-
den teilweise täglich grö ßere Mengen an Sperrmüll zudem „wild“  im öffentlichen Raum en t-
sorgt.  
Grundstück am Kemperweg  
(Bild er : B. Lichtenstein van Lengerich)   
Obwohl jeder Haushalt einen aktuellen Entsorgungskalender (in deutscher Sprache ) erhält 
und die Termine auch online verfügbar sind, werden der Hausmüll und Gegenstände aller Art 
in größerem Umfang unabhängig von den Abholterminen und den Entsorgungsvorgaben der 
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) im Straßenraum und auf öffentlichen und privaten

61 
 
Grün- und Freiflächen entsorgt. Dieses Problem ist jedoch nicht „Coerde -spezifisch“, so n-
dern tritt in anderen Münsteraner Quartieren ebenfalls auf.  
Die Flächen in der Zuständigkeit der AWM werden regelmäßig gereinigt. Weitere Kapazit ä-
ten stehen derzeit nicht zur Verfügung. Die AWM geben zu  bedenken, dass engmaschige 
Reinigungsfrequenzen zwangsläufig zu einer Erhöhung der Gebühren führen.  
Die AWM bietet einen „Deponie -Erlebnispfad“, betreut von zwei Abfallpädagoginnen  an, um 
Kinder möglichst früh zum nachhaltig en Denken und Handeln anzuregen. Ü ber diesen Weg 
können auch die Eltern für den Themenkomplex „Abfall – Energie – Klima“ sensibilisiert wer-
den. Durch diese  Führungen werden die Schüler/-innen einerseits über das tägliche Abfall-
aufkommen aufgeklärt und sollen andererseits zum umweltfreundlichen Umgang mit Abfall  
motivieren.  
Auch besteht münsterweit ein abfallpädagogisches Angebot zur Ausbildung von sogenan n-
ten „Müll-Scouts“ an Schulen, das von den AWM betreut wird . Für eine Intensivierung dieser 
pädagogischen Maßnahmen muss der diesbezüglich geschulte Personalbestand jedoch auf-
gestockt werden.  
Sicherheit  
Wichtige Voraussetzungen, damit sich Menschen im öffentlich en Raum sicher fühlen , sind 
beispielsweise Einsehbarkeit, Helligkeit und Barrierefreiheit. Besonders Ältere, Menschen mit 
eingeschränkter Mobilität , aber auch die Schülerschaft  beschreiben den Stadtteil in den 
Abend- und Nachtstunden  als unsicher . Es werden Angsträume genannt, die von diese n 
Bevölkerungsgruppen gemieden werden. Als Ursache wer den alkoholisierte  Personen, 
Gruppen von Jugendlichen und Drogenhandel identifiziert. Besonders der Hamannplatz 
(nach Geschäftsschluss), die Fußwege durch die Grünanlagen ( in den dunklen Jahresze i-
ten), der Waldspielplatz sowie die teilweise schlecht beleuchteten Bushaltestellen zählen zu 
den Bereichen, die ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufen.  
Die Bezirkstreife der Polizei ist fast täglich in Coerde unterwegs. Die Kontaktbeamten sind 
darüber hinaus im Arbeits kreis C oerde vertreten und können somit zeitnah über aktuelle 
Vorkommnisse im Stadtteil informieren.  
Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung im Rahmen der Erarbeitung des InSEKs macht deutlich, 
dass sich die Bürgerschaft – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ethnie – eine deutliche 
Erhöhung der Präsenz der Polizei und des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) im Stadt-
teil wünscht.  
4.8 Nahversorgung  
Im Stadtteil Coerde besteht gegenwärtig eine nahezu flächendeckende, fußläufig erreichbare 
Nahversorgung. Allerdings ist die  quantitative Verkaufsflächenausstattung im Bereich Na h-
rungs- und Genussmittel aktuell als deutlich unterdurchschnittlich einzuordnen.  Der Versor-
gungsgrad von 0,17 Quadratmeter pro Einwohner liegt unter dem Durchschnitt anderer 
Münsteraner Stadtteile. Bei einer Bürgerumfrage im Jahr 2015 gaben mehr als 37 Prozent 
der befragten Stadtteilbevölkerung an, dass sie Coerde als unattraktiv empfinden und zudem 
in den letzten Jahren einen Attraktivitätsverlust festgestellt haben (29 Prozent). Zu dieser 
Bewertung kommt die Stadtteilbevölkerung auch aufgrund der aktuellen Versorgungssituat i-
on mit Gütern des täglichen Bedarfs und des zunehmenden Leerstands von Ladenlokalen 
am Hamannplatz.

62 
 
Ausschnitt aus dem Plan Einzelhandel 12/2018 in Münster, Zentraler Versorgungsbe reich Coe r-
de Cl1,  Stand 04/2019 ( Plan : Stadt Münster)   
Coerdemarkt am Hamannplatz  
Der Coerdemarkt auf dem Hamannplatz ist das zentral gelegene Nahversorgungszentrum 
von Coerde. Hier befinden sich u.a. ein Edeka-Markt und eine Filiale des Discounters Aldi.  
Darüber hinaus gibt es einige Fastfood -Restaurants, zwei Bäckereien mit Café betrieb, eine 
Eisdiele, eine Sparkassenfiliale, ein Textilgeschäft , eine Apotheke , eine Postfiliale  und ein 
Zeitschriftenhandel mit Lottoannahmestelle. Vereinzelt stehen Ladenlokale seit mehreren 
Jahren leer.  
Mit seinen ein- bis zweigeschossigen Flachbauten, einer Fassadenverkleidung aus „Wasch-
beton“ und seinen weitläufigen und wenig gestalteten Freiflä chen von ca. 6 .000 qm strahlt 
der Coerdemarkt, trotz mehrfacher Erneuerungsmaßnahmen, den „Charme der 60er Jahre “ 
aus. Den in den letzten Jahren deutlich gewachsenen Flächenansprüchen des Einzelhandels 
wird die bestehende, kleinteilige Struktur in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht. Die „in die 
Jahre gekommene“ Gebäudesubstanz, zu geringe Flächengrößen und ungünstige Ladenz u-
schnitte entsprechen nicht mehr den Anforderungen des Handels an einen zeitgemäßen 
Marktauftritt. Hinzu kommt, dass mit der Schließung des Schlecker -Marktes im Zuge der 
Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012/13 auch der einzige Drogeriefachmarkt den Coerdemarkt 
verlassen hat. Dieses im Stadtteil fehlende Angebot wird von der Bevölkerung als nachteilig 
in Bezug auf die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs bewertet.  
Um den weiteren Abzug der Kunden  und ihrer Kauf kraft in den benachbarten Stadtteil Ki n-
derhaus – mit seinem verbesserten Angebot nach erheblicher Zentrumserweiterung – oder 
Richtung Innenstadt zu bremsen, benötigt der Coerdemarkt drin gend eine bauliche und g e-
stalterische Aufwertung.

63 
 
Ansicht des Coerd emarktes in  süd -westlicher Richtung ( Bild : Stadt Münster)   
Ansicht des Coerdemarktes in  süd -östlicher Richtung ( Bild : Stadt Münster)   
Gerade kleinere Zentren, wie der Coerdemarkt, sind durch den zunehmenden  und anhalten-
den Strukturwandel des stationären Ei nzelhandels gefährdet. Diese Entwicklung  wurde 
maßgeblich durch die stetig wachsende Zunahme des Online -Handels ausgelöst. Wichtig ist 
eine zukunftsgewandte Nutzungsbestimmung, die neben dem unverzichtbaren Einzelhandel 
auf eine Vielfalt von weiteren Angeboten setzt. Entscheidend sind ein e ausgeglichene Mi-
schung aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen, kulturelle n, öffent-
lichen und sozialen Angeboten sowie Wohnnutzung. Eine hohe Aufenthaltsqualität des ö f-
fentlichen Raumes, z.B. durch Bäume, Bänke und sonstige Grüngestaltung, Bewegungsa n-
gebote und kommerzfreie Aufenthaltsmöglichkeiten sollten dieses anzustrebende, vielfältige

64 
 
Nutzungsspektrum ab runden. Diese Aspekte müssen  in einem intensiven Dialog mit der 
Stadtteilbevölkerung diskutiert und entsprechend umgesetzt werden.  
Der Bebauungsplan Nr. 557 Hamannplatz  
Der Bebauungsplan Nr. 557 „Coerde – Stadtteilzentrum am Hamannplatz“ hat Ende des Jah-
res 2019 Rechtskraft erlangt. Zielsetzung des Bebauungsplanes ist es, durch die Neustruktu-
rierung der Bauflächen, de r Stellflächen und der Wegebeziehungen das Stadtteilzentrum in 
Coerde zu stärken . Durch ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren der Bürgerschaft, der 
Akteure vor Ort sowie der Bezirksvertretung – u.a. in Form einer Planungswerkst att im Jahr 
2015 – wurden die Anforderungen an ein intaktes Stadtteilzentrum verdeutlicht. Eine Bürger-
initiative setzte sich beispielsweise erfolgreich dafür ein, dass die bestehenden, weitläufigen 
Aufenthaltsflächen erhalten bleiben und nicht als Flächen für den ruhenden Verkehr, wie z.B. 
Kundenparkplätze, umgestaltet werden.  
 
Planungswerkstatt zur Gestaltung des Hamannplatzes (Bild: Stadt Münster)   
Gruppenarbeit am Runden Tisch im Rahmen der Planungswerkstatt zur Gestaltung des Ham a-
nnplatzes im Jahr 20 15 (Bild: Stadt Münster)

65 
 
Durch die Festset zungen des neuen Bebauungsplans werden erhebliche bauliche Erweit e-
rungen und die Gestaltung der weitläufigen Aufenthaltsflächen ermöglicht. Für die Erarbe i-
tung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzeptes für die Aufwertung der öffentlichen Aufent-
haltsfläche wurde von der Verwaltung  ein externes Planungsbüro, mit der Vorgabe einer i n-
tensiven Beteiligung der Bürgerschaft , beauftragt. Die Projektleitung steht in Verhandlungen 
mit den Investoren, u.a. mit der We stfälischen Bauindustrie (WBI), einer Tochtergesellschaft 
der Stadt Münster, um eine zügige Realisierung der angestrebten baulichen Erweiterung und 
gestalterischen Aufwertung zu erreichen. 
 
Im Zuge der geplanten Vorhaben wird sich die quantitative Nahversorgung im Stadtteil Coer-
de perspektivisch signifikant verbessern. Nach  der Realisierung der Projekte am Hamann-
platz und am Kiesekampweg sind weitere Maßnahmen zur Erweiterung der Nahversorgung, 
die über die  Bestandssicherung der dann  bestehenden Lebensmittelmärkte h inausgehen, 
nicht zu empfehlen und nicht vorgesehen.  
Ausschnitt aus dem rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 557 „Coerde – Stadtteilzentrum am H a-
mannplatz“ (Plan : Stadt Münster)   
Nahversorgungsstandort am Kiesekampweg  
Das in Kapitel 4.1 genannte städtebauliche Projekt am Kiesekampweg, zur Erweiterung des 
Wohnraumangebotes in Coerde , beinhaltet auch die Ansiedlung eines Nahv ersorgungsan-
gebotes. Durch die Begrenzung der zulässigen Verkaufsflächen auf eine städtebaulich ve r-
trägliche Größe wird sichergestellt, d ass durch diese Standortentwicklung keine schädlichen 
Auswirkungen auf den Bestand und die Entwicklung des Stadtteilzentrums Coerdemarkt / 
Hamannplatz resultieren. Auf der 1,5 Hektar großen Fläche werden ein Lebensmitteldiscoun-

66 
 
ter mit ca. 1 .000 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie kleinere Dienstleistungseinheiten, wie 
z.B. ein Bäcker mit angegliedertem Café angesiedelt. 
 
 
 
Derzeitige Situation am Gewerbegebiet Kiesekampweg  mit Eingang  
zur Kinderarztpraxis (Bild er : Stadt Münster)   
Austausch mit  Studieren de n des  Fachbereichs Politikwissenschaften / Sozialpolitik  an der 
Fachhochschule Münster im Rahmen des Seminars „Sozialraumanalyse Coerde“ (Bild: Prof. Dr. 
S.  Kurtenbach)  
Speicherstadt  
Westlich der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bahnlinie befind et sich d ie Speicherstadt 
Coerde. Sie steht für eine erfolgreiche Konversion einer militärischen Großbäckerei. Die si e-
bengeschossigen, denkmalgeschützten Speichergebäude wurden für die neuen Nutzer und 
ihre besonderen Raumansprüche umgebaut. Heute befinden sich in diesem Quartier ein

67 
 
breites Spektrum an Arbeitsplätzen, wie z.B. im Stadt- und Staatsarchiv, im Westfälischen 
Studieninstitut sowie bei privaten Firmen. Auf den großzügigen Außenan lagen haben  sich 
der städtische Bauhof und das Lager des Technischen Hilfswerks angesiedelt.  
Räumlichkeiten der Speicherstadt werden auch durch die „Stadtteilwerkstatt Nord“ genutzt, 
einem niedrigschwelligen Angebot zur Berufsorientierung für junge Menschen, die bisher 
keinen Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden haben. 
Speicherstadt  westlich der Bahnlinie (Bild : Stadt Münster)   
Für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen stehen im Stadtteil derzeit keine weiteren Flä-
chenreserven zur Verfügung.  
Gewerbegebiete „Schifffahrter Damm“  
Ein Lagevorteil in Bezug auf Versorgungs möglichkeiten des aperiodischen Bedarfs  und auf 
das Arbeitsplatzangebot stellt für die Bewohnerschaft die räumliche Nähe zu den großflächi-
gen Gewerbegebieten am Schifffahrter Damm / Kleimannbrücke  (außerhalb des Unters u-
chungsgebietes) dar, welche unmittelbar an die Stad tteilgrenze von Coerde, östlich an den 
DEK anschließt. Diese insgesamt ca. 67 Hektar großen Gewerbegebiete sind im Verlauf der 
Königsberger Straße über eine Brücke über den DEK unmittelbar erschlossen. Hier befindet 
sich groß- und kleinflächiger Einzelhandel, wie z.B. ein Baumarkt / Baustoffhandel, Ladenlo-
kale für Möbel- und Heimtextilien und ein Fahrradhandel sowie Angebote von Dienstleistern 
unterschiedlichster Branchen.

68 
 
 Auszug aus dem Einzelhandels -/Zentrenkonzept 2018 (Bild: Stadt Münster)  
.

69 
 
4.9 Miteinander / Integration  
Dem im Vergleich zur Gesamtstadt Münster sehr hohen Anteil an Ausländern und Menschen 
mit Migrationshintergrund entsprechend, ha ben einige Angebote der  Bildungseinrichtungen, 
Vereine, Kirchengemeinden und Sozialverb ände im Stadtteil Co erde einen i ntegrativen An-
satz. Darüber hinaus werden gezielte Unterstützungsangebote oder Maßnahmen für b e-
stimmte Zielgruppen vorgehalten. Laut der Befragung der Schlüsselpersonen lassen sich die 
im Stadtteil stark vertretene n Ethnien nur schwer integrier en. Dadurch sind Parallelgesel l-
schaften entstanden. Die Mitarbeiter/ -innen, der im Stadtteil angesiedelten Kitas , berichten, 
dass ein Großteil der Kinder mit Migrationshintergrund beim Eingang in die Kitas keinerlei 
Kenntnisse der deutschen Sprache hat. 
Von Seiten des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Münster  werden Fortbil-
dungen und Fachtagungen für Fachkräfte von Bildungseinrichtungen zum Thema interkult u-
relle Öffnung, Rassismus -Kritik, sprachsensibler Umgang sowie zur antidiskriminierenden 
Bildungsarbeit angeboten. Ziel ist es, die Fachkräfte und somit auch die Kinder zu ermutigen, 
Vielfalt als spannende Normalität zu betrachten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wah r-
zunehmen sowie einen durch Ausgrenzung und Diskriminierung geprägten Umgang abz u-
bauen.  
Die Familienbildungsstätte „Haus der Familie “ qualifiziert Kulturmittler/-innen, die seit 2012 
in Kitas und Schulen eine Mittlerfunktion in den Einrichtungen zwischen Eltern fremder He r-
kunft und den pädagogischen Fachkräften  übernehmen. Diese dolmetschen nicht nur, so n-
dern übersetzten auch das „Gemeinte“ und wi rken mittelnd zwischen den Kulturen. Auch bei 
der Auftaktveranstaltung zum InSEK Coerde wurde diese Unterstützung in Anspruch g e-
nommen.  
Wöchentlich finden familiensprachliche Spielgruppen  für M ütter mit Migrationshintergrund 
und ihren Kita -Kindern in Kooperation mit der Bildungseinrichtung Anna-Krückmann-Haus 
statt.  
In Kooperation mit dem Verein Amaro Kher Schulprojekt – Rom e.V. ist in Coerde eine  
weitere „Griffbereit Gruppe“ geplant. Hierbei handelt es sich um eine Eltern -Kind-Gruppe, 
insbesondere für Roma, aber auch für alle anderen Eltern mit oder ohne Migrationshinte r-
grund, in der die Mehrsprachigkeit gefördert werden soll.  
Ziel ist es, p ositive Lernerfahrungen und Sicherheit im Umgang mit  Sprache und Lernkultur 
zu schaffen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie . Die 
Angebote reichen von sportlicher  Betätigung über kreatives Arbeiten bis zu Tanz - und Mu-
sikgruppen.  
Das Programm Rucksack KiTa, aufbauend a uf den „Griffbereit Gruppen“, ist ein Sprach - 
und Bildungsprogramm für Eltern, Kitas und Schulen. Die Förderung des Erlernens der deut-
schen Sprache wird im Rahmen dieses in zwei Coerderaner Kitas gestarteten Programms so 
früh wie möglich in die Bildungsarb eit integriert. Für sehr junge Kinder wird eine Kinderb e-
treuung angeboten.  
Das Projekt „ Coerde-Pur“ ist ein Zusammenschluss von Menschen, die im Stadtteil mehr 
Gemeinsamkeiten und Austausch untereinander schaffen und fördern möchten. Hauptsäc h-
lich über das soziale Netzwerk Facebook organisieren die Akteure den Austausch im Stad t-
teil durch gemeinsame Veranstaltungen und verschiedene Angeb ote. Ziel ist es , Verbindun-
gen zwischen unterschiedlichen Altersgruppen und Ethnien zu schaffen. Der Verein hat i n-
zwischen über 1.100 Mitglieder.  
Auch der Verein Iriba-Brunnen e. V . bietet Tanz - und Musikprojekte sowie Nähkurse für 
verschiedene Nationalitäten im Rahmen seiner „KOMM-AN-Förderung“ an.

70 
 
Im Arbeitskreis Coerde kommen u.a. Vertreter /-innen der Sozialverbände, de r öffentlichen 
Träger, der Bildungseinrichtungen und Gemeinden, der Vereine, der Verwaltung sowie der 
Polizei zusammen, um aktuelle Themen und Handlungsbedarfe im Stadtteil zu diskutieren. 
Besonders im Fokus steht hier die Vernetzung der Akteure , um die bereits vorhandenen An-
gebotsstrukturen im Sinne der benachteiligten Stadtteilbevölkerung zu optimieren.  
Seit Oktober 2007 besteht die Arbeitsgruppe „ Starkes Coerde“  aus Vertretern/ -innen der 
Handlungsfelder Kultur, Wirtschaft, Sport, Handel und Verwaltung, die sich zum Ziel gesetzt 
hat, das Image des Stadtteils zu verbes sern. Als Gegenpol zu den wiederholt negativen Me-
dienberichten über Coerde als sozialen Brennpunkt  soll durch die Aktivitäten der Arbeit s-
gruppe das Miteinander  gefördert werden, wie z.B. durch das Bürger-Kulturfest, die Begr ü-
nung des Hohen Heckenweges und das  Maibaumfest. Diese Projekte sollen eine positive 
Außenwirkung haben und  das Miteinander  unter den im Stadtteil lebenden Nationalitäten 
und unterschiedlichen Altersgruppen stärken.  
Um die Belange der älteren Menschen im Stadtteil besser vertreten zu können, wurde der 
Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“ gegründet. Innerhalb dieses Arbeitskreises bestehen 
Arbeitsgruppen, die sich z.B. den Themen „Saubere Wege und Plätze“, „Begegnung von Al t 
und Jung“ und „Kultur“ auf Stadtteilebene widmen. 
Ebenso hat im Rahmen des InSEK -Prozesses eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe 
zur Integration von Menschen mit Be hinderungen (KIB) stattgefunden, um gemeinsam 
die Defizite hinsichtlich der barrierefr eien Gestaltung des öffentlichen Raums zu identifizi e-
ren. 
Zudem ist das Beratungsangebot für Menschen im Alter sehr vielfältig. Die unterschiedlichen 
Beratungs- und Unterstützungsangebote umfassen neben der klassischen Sozialberatung 
auch Unterstützung be i Fragen rund um das Leistungsspektrum der Sozialhilfe (SGB XII), 
Hilfen im Alltag, Besuchsdienste oder Einzelf all-Beratung. Im Rahmen der Nachbarschaft s-
hilfe „Von Mensch zu Mensch“ werden hilfsbedürftige Menschen bei der Bewältigung ihres 
Alltags unterstützt.  
Ortstermin  mit der Kommunalen Arbeitsgruppe zur Integration von Menschen mit Behinderungen 
(KIB) und Vertreter/ -innen des Interfraktionellen Arbeitskreises in Coerde sowie einer Mitarbe i-
terin und eines Mitarbeiters des Stadtplanungsamtes (Bild: Stadt  Münster)

71 
 
4.10 Fazit Infrastruktur  
Wohnen / Städtebau 
Der Wohnungsbau im Stadtteil ist gekennzeichnet von einer Durchmischung verschiedener 
Wohnformen. Es gibt keine großflächigen, einheitlichen Quartiere mit vergleichbaren Wo h-
nungsbautypen. Die privaten Auß enflächen machen in einigen Quartieren einen ungepfle g-
ten, durch die unterschiedlichsten Arten von Müll verunstalteten Eindruck. Im Nord -Westen 
des Untersuchungsgebietes und in den Hochhäusern muss die Belegungspolitik der Vermi e-
ter bzw. der Wohnungsgesell schaften überdacht und verändert werden, damit die Bildung 
von Parallelgesellschaften nicht die Integrationsbemühungen der Sozialverwaltung der Stadt 
Münster und der freien Träger erschwert.  
Für die meist kinderreichen Familien mit Migrationshintergrund f ehlen im Stadtteil große 
Wohnungen mit mehreren Kinderzimmern – eine Voraussetzung für ungestörtes Lernen und 
den Ausstieg aus der Armutsspirale.  
Mobilität  
Der Stadtteil Coerde ist vom Münsteraner Stadtzentrum mit allen Verkehrsmitteln gut zu e r-
reichen. Er ist durch den ÖPNV über den Hohen Heckenweg gut angebunden, mit dem Fahr-
rad kann in ca. 25 Minuten die Innenstadt Münsters erreicht werden. Die Bahntrasse stellt 
eine Barriere am westlichen Rand des Stadtteils dar. Die Königsberger Straße ist durch den 
Kraftfahrzeugverkehr stark be lastet. Besonders negativ wirken  sich der Schwerlastverkehr 
der Abfallwirtschaft zur Zentraldeponie und der Zulieferverkehr zu den  Gewerbegebieten am 
„Schifffahrter Damm“ aus. Gefahrenpunkte ergeben sich durch die unmittelbar a n den Str a-
ßenraum angrenzenden Nutzungen durch Schulen und Kindertagesstätten. Die Möglichkeit 
einer alternativen Verkehrsführung zu den stark belasteten Straßenzügen ist nicht gegeben. 
Bildung / Betreuung / Erziehung 
Die Analyseergebnisse (vgl. Kap. 4.3) und der Bildungsindex (vgl. Kap. 3.5) stützen die bis-
her vor Ort wahrgenommenen Problemla gen und untermauern  die Notwendigkeit, die Zie l-
gruppe der Kinder und Jugendlichen im  Stadtteil mit ihren besonderen Herausforderungen 
kontinuierlich durch individuellen und strukturellen Maßnahmen zu fördern. Damit sind nicht 
nur die Möglichkeiten im Rahmen der Kinder- / Jugendhilfe, Kitas und Schulen gefragt, son-
dern auch der Aufbau weitreichender Handlungsfelder mit stabilen, niedrigschwelligen Ange-
bots- und Kooperationsstrukturen. Nur so kann es gelingen, die Startbedingungen der Kinder 
im Stadtteil Coerde mit einer besseren Ausgangslage für ihre Schullaufbahn zu optimieren.  
Freizeit / Kultur / Sport / 
Sowohl die Stadt Münster, die sozialen Träger, Kirchengemeinden als auch die Vereine bie-
ten für alle Alters gruppen Möglichkeiten sich z u bilden, Sport zu treiben und  Freizeit mit 
Gleichgesinnten zu verbringen. Dennoch hat die Befragung der Bürgerschaft ergeben, dass 
das Angebot für bestimmte Zielgruppen erweitert werden sollte. Besonders finanziell benach-
teiligte Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Sprachbarriere finden kaum Zugang zu den 
bestehenden Angeboten. Hierzu gehören Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund 
und Jugendliche allgemein. Die Beantragung von fin anziellen Zuschüssen zur Nutzung der 
kostenpflichtigen Angebote – z.B. über d as Bildungs - und Teilhabegesetz  – stellt oftmals 
aufgrund der formalen Anforderungen eine Überforderung dar. Der Sportverein Teutonia, ein

72 
 
wichtiger Partner in der Bewältigung von  Integrationsaufgaben, bedarf dringend personeller 
Unterstützung.  
Gesundheit 
Medizinische Untersuchungsergebnisse von Coerderaner Kindern machen die gesundheitl i-
che Chancenungleichheit im Stadtteil deutlich. Zwar gibt es eine gute hausärztliche Verso r-
gung und unterschiedliche Beratungs - und Unterstützungsstrukturen. Vor allem hinsichtlich 
der gesunden Entwicklung von Kindern,  fehlt allerdings ein stark vernetztes, umfassendes 
und niederschwelliges Beratungs- und Hilfsangebot. Ziel sollte es sein, die Entstehung eines 
solchen Netzwerks zu unterstützen, um eine frühe und gute Gesundheitsförderung für alle 
Altersgruppen im Stadtteil zu gewährleisten.  
Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung 
Im Untersuchungsgebiet sind viele, private wie auch öffentliche Grün - und Freiflächen vo r-
handen, die zum Verweilen einladen. Auch die Nähe zu Erholungsgebieten oder dem DEK 
machen den Stadtteil hinsic htlich seiner Naturqualität  attraktiv. Innerhalb der Quartiere b e-
stehen zahlreiche vom Verkeh r abgewandte Fuß - und Radwegverbindungen. Insbesondere 
die privaten Grünflächen sind weitge hend wenig attraktiv gestaltet. Auch für die öffentlichen 
Spielplätze und Grünflächen besteht  Aufwertungspotenzial. Unter dem Motto „ Coerde – ein 
Stadtteil in Bewegu ng“ gilt es bei  der Neugestaltung der Grün - und Freiflächen die Bürge r-
schaft aktiv in die Planungsüberlegungen mit einzubeziehen und ein besonderes Augenmerk 
auf Bewegungsangebote für alle Altersgruppen zu richten.  
Sauberkeit / Sicherheit  
Nicht nur die fehlende Grüngestaltung und das unattraktive Mobiliar im Stadtteil wirken sich 
negativ auf die Aufenthaltsqualität und das Image d es Stadtteils aus, sondern auch Themen 
wie Sauberkeit und Siche rheit. In Coerde besteht ein großes Problem hinsichtlich der 
Müllentsorgung an den privaten Müllsammelplätzen , aber auch im öffentlichen Raum. Meh r-
mals die Woche sind große (Sperr-)Müllansammlungen entlang der Hauptstraßen, aber auch 
in den Wohnquartieren zu finden. Zudem herrscht im Stadtteil ein großes Unsicherheitsg e-
fühl beim Aufenthalt im öffentlichen Raum – vor allem in der Dunkelheit. Räume wie der H a-
mannplatz oder der Waldspielplatz werden, wenn möglich, in den frühen Abendstunden von 
einigen Bevölkerungsgruppen aus Angst gemieden. Der übermäßige Konsum von Alkoh ol 
und Drogen im öffentlichen Raum ist kein seltenes Bild.  
Nahversorgung  
Das Nahversorgungsangebot in Coerde bündelt sich zur Zeit auf dem zentral gelegenen 
Hamannplatz und besteht aus zwei Nahversorgern und kleineren Versorgungseinrichtungen. 
Die ein- bis zwei  geschossigen Gebäude mit Waschbetonverblen dung stammen  aus den 
60ger Jahren und wirken unattraktiv. Darüber hinaus gibt es vereinzelt leerstehende Lade n-
lokale. Die weitläufigen Außenflächen werden zwar bei entsprechenden Wetterlagen genutzt, 
weisen jedoch eine geringe Attraktivität auf und bieten somit  ein großes Gestaltungspotenzi-
al. Durch die geplanten baulichen Erweiterungen am Hamannplatz und am Kiesekampweg 
(vgl. Kap. 4.8) verbessert sich die Versorgungsstruktur im Stadtteil erheblich.

73 
 
Miteinander / Integration  
In Coerde leben über 100 verschiedenen Nationalitäten teilweise auf engem Raum zusa m-
men. Diese in den Stadtteil zu integrieren und ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen , 
stellt eine große Herausforderung dar. Sprach- und Kulturbarrieren untereinander treten häu-
fig auf . Beim Eintritt in die Kita sprechen bzw. verstehen Kinder mit Migrationshintergrund 
vielfach nur schlecht Deutsch. Die Arbeit aller Träger in Coerde ist insofern integrativ ausge-
richtet. Ergänzend zu den genannten Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen im Stadtteil 
bestehen unterschiedliche thematische Arbeitskreise und -gruppen, die aktiv das Stadtteill e-
ben und das Miteinander im Stadtteil unterstützen.

74 
 
5 Multifunktionales Stadtteilhaus am Hamannplatz  
Im Februar 2019 wurde die Verwaltung von den parlamentarischen Gremien mit der Prüfung 
beauftragt, im derzeit in der Entwicklung befindlichen Wohnbauprojekt Kiesekampweg ein 
Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche  unterzubringen. Ziel ist die ganzheitliche 
Versorgung von Familien durch ein  ressortübergreifendes, vernetztes Kinder- und Jugend-
gesundheitsangebot. Hilfe bei Problem en in den unterschiedlichsten Alltags situationen – 
aber auch in speziellen Einzelfallproblemlagen – sollen so ermöglicht werden.  
Auf kommunaler Ebene sind vor allem das Gesundheitswesen und die Kinder - und Jugend-
hilfe gefordert, ein gesundes Aufwachsen, die Förderung und den Schutz von Kindern und 
Jugendlichen zu unterstützen. Im Mittel punkt aller Bemühungen stehen dabei die Förderung 
der gesundheitlichen Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen sowie der Abbau von 
Bildungsbenachteiligungen und die Stärkung der sozialen Teilhabe.  
Die bereits vorhandene, familienunterstützende Angebotslandschaft der verschiedenen Tr ä-
ger – vorgehalten an unterschiedlichen Adressen im Stadtteil bzw. in unterschiedlichen Inst i-
tutionen – erschließt sich leider häufig nicht den Stadtteilbewohner/ -innen und erfordert auf 
Seiten der Akteure entsprechend starke Vernetzungsbemühungen. 
 
Hierfür bedarf es entsprechender Rahmenbedingungen, damit die Akteure und die Angebote 
in der Praxis nicht „unverknüpft“ nebeneinander bestehen.  
In den letzten Jahren erhielt die Vernetzung und d ie Zusammenarbeit der Systeme zune h-
mend mehr Bedeutung – im Sinne einer ganzheitliche n Betrachtung der Bedarfe von Fam i-
lien und frühestmöglicher Unterstützungsangebote von Jugend- und Gesundheitshilfe. 
Alternativ zum Standort a m Kieskampweg hat die Verwaltung deshalb als Ergebnis des i n-
tensiven Dialogs im Rahmen der Erstellung des InSEKs m it den beteiligten Fachämtern, den 
Sozialen Trägern und dem Interfraktionellen Arbeitskreis vorgeschlagen, dieses Gesund -
heitszentrum als Baustein in einem multifunktionalen Stadtteilhaus an zentraler Stelle im 
Stadtteil am Hamannplatz unterzubringen.  
Ein entsprechender Ratsbeschluss konnte im Dezember 2019 gefasst werden (V/ 
0957/2019, V/1006/2019). Das somit geplante, breitgefächerte Angebot, angegliedert an 
weitere soziale Handlungsfelder und an die Stadtteilbücherei  mit ihrer  „Ankerfunktion“ im 
Stadtteil, wird auch von den beteiligten Akteuren im Stadtteil positiv bewertet.  
Die städtische Baugesellschaft WBI konnte in jüngster Vergangenheit, die ca. 1 .000 Quad-
ratmeter große Erdgeschosszone der Gebäude Hamannplatz Nr. 36 bis 40 erwerben. Der 
Ankauf weiterer Gebäudeanteile, z.B. in dem Obergeschoss, ist vorgesehen. Dieser Ankauf 
und die geplante Erweiterungsmöglichkeit auf der Grundlage des rechtskräftigen Beba u-
ungsplans Hamannplatz Nr. 557 eröffnet die Möglichkeit, das multifunktionale Stadtteilhaus 
mit weiteren, über die Jugend- und Gesundheitshilfe hinausgehenden, vielfältigen, im Stad t-
teil nachgefragten Nutzungen zu errichten. Da sich die Bestandsimmobilie in einem desol a-
ten Zustand befindet, ist ein Abriss und Neubau vorgesehen.  
Aus Sicht der WBI ist die Voraussetzung für den Baubeginn die Fertigstellung der Umgestal-
tung des Coerdemarktes, um die Beeinträchtigungen durch die umfassenden Baumaßna h-
men (Neubau EDEKA, ALDI, Stadtteilhaus) für die Stadtteilbewohner zu minimieren.

75 
 
Ausschnitt aus dem Bebau ungsplan  Nr. 557 Hamannplatz   
(Plan : Stadt Münster)  
Die Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses am Hamannplatz  hat die Rolle eines 
„Leuchtturmprojektes“ mit einer Vielzahl, synerge tisch verknüpfter, niederschwel liger Ang e-
bote. Dieses geplan te Nutzungsspektrum baut auf d en Erkenntnissen aus dem breitgef ä-
cherten Beteiligungsverfahren des InSEK-Prozesses auf.  
Unattraktive Lage der Bezirksverwaltung Nord – Bürgerbüro Coerde  
(Bild: Stadt Münster)  
Die zu erwartenden Synergieeffekte beziehen sich nicht nur auf eine bessere Flächen - und 
Raumausnutzung innerhalb des Stadtteilhauses, sondern insbesondere auf eine größere 
Bandbreite professioneller Handlungsspielräume mit Stadtteilorientierung und Adressate n-
nähe. Das Nutzungskonzept ist auf die spezifis chen Lebenslagen und Probleme der Bewoh-
nerschaft im Stadtteil Coerde zugeschnitten und soll als offene, barrierefreie Anlaufstelle 
wahrgenommen und dementsprechend auch in Anspruch genommen werden. Diese Chance 
gilt es nun im Stadtteil Coerde zu nutzen.

76 
 
6 Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse)  
Aufbauend auf den E rgebnissen der vorangestellten Analysen  sowie der ergänzenden Au s-
sagen aus der Bürgerbeteiligung und der Beteiligung der Akteure vor Ort , werden nachfol-
gend die wesentlichen Stärken (Strengths), Sc hwächen (Weakness), Chancen (Opportun i-
ties) und Risiken (Threads / Trends) für einzelne Themenfelder für das Untersuchungsgebiet 
Coerde zusammengefasst. Aus den Erkenntnissen der SWOT-Analyse leiten sich die in  Ka-
pitel 7 dargestellten Zielsetzungen ab sowie die dazugehörigen Maßnahmen, die in Kapitel 8 
beschrieben werden.  
Im weiteren Verlauf des Berichts werden die ehemals neun Themenfelder (vgl. Kap 4) auf-
grund ihrer inhaltlichen Zusammengehörigkeit auf sieben komprimiert.  
Wohnen / Wohnumfeld  
Stärken  Schwächen  
 Gartenstadtcharakter  
 Nähe zur Innenstadt / zu Erholungsge-
bieten 
 Fußläufig erreichbare Infrastruktur im 
Stadtteil  
 Wohnumfeld mit hohem Grünanteil  
 Ruhiges Wohnen in Ein- und Mehrfamili-
enhausgebieten 
 Nachbarschaftskontakte sorgen für Si-
cherheit  
 Großzügige private Grundstücksstruktu-
ren 
 Vielfältiges Wohnraumangebot  
 
 Erscheinungsbild einzelner Hochhäuser  
 Vandalismus / Vermüllung der privaten 
Grünflächen und Wohngebäude  
 Tlw. ungepflegtes Wohnumfeld  
 Wohnstandort mit schlechtem Image  
 Tlw. Segregierende Belegungspolitik der 
(privaten) Wohnungsunternehmen  
 Einseitige Bevölkerungsstruktur in ein-
zelnen Quartieren  
 Hohe Wohnungsnachfrage  
 Auslaufen der Bindungen im sozialen 
Wohnungsbau  
 Geringer Anteil an Wohnungen für kin-
derreiche Familien, genossenschaftli-
chem Wohnen, Mehrgenerationenhäu-
sern, betreuungsbedürftige Senioren und 
sozial gefördertem Wohnungsbau  
 Modernisierung / Sanierungsbedarf von 
Wohngebäuden 
 Tlw. fehlende Investitionsbereitschaft 
 Fehlende barrierefreie Zugänge zum 
Haus / zur Wohnung  
 Mangel an Hausmeisterbetreuung

77 
 
 
Chancen  Risiken  
 Gestaltungspotenzial großzügiger priva-
ter Grundstücke  
 Erweiterungspotenzial am Kiese-
kampweg  
 Verbesserung der Mietersituation durch 
geeignete Maßnahmen und Mieter-
schutzberatung  
 Möglichkeit der energetischen Sanierung  
 Zukünftig keine weiteren Wohnbaugebie-
te möglich  
 Weitere ethnische / soziale Segregierung 
einzelner Quartiere  
 Mangelnde Kooperations- / Investitions-
bereitschaft von einzelnen privaten Woh-
nungsunternehmen  
 
Mobilität 
Stärken  Schwächen  
 Hierarchisches Verkehrserschließungs-
konzept mit ruhigen Wohnquartieren  
 Gute Anbindung an Innenstadt und Erho-
lungsgebiete  
 Begrüntes Fuß- und Radwegenetz inner-
halb des Stadtteils  
 Fußgängerzone am Hamannplatz als au-
tofreie Mitte  
 Hohe Verkehrsbelastung durch Durch-
gangs- und Lieferverkehr  
 Keine alternative Verkehrsführung zur 
Königsberger Straße  
 Barrierewirkung der Bahnlinie mit langen 
Rückstaus  
 Tlw. fehlende Querungsmöglichkeiten 
 Geschwindigkeitsüberschreitungen in-
nerhalb des Stadtteils 
 Unzureichendes ÖPNV-Angebot nach 
Kinderhaus / Sprakel  
 Unpünktlichkeit und Überfüllung der Bus-
se  
 unzureichendes Nachtbusangebot  
 Radwegeachsen fehlen (Nord-Süd / 
West-Ost)  
 Radverkehr auf Hamannplatz trotz Ver-
bot  
 Häufig zu schmale Rad- / Fußwege ent-
lang der Hauptverkehrsstraßen  
 Fehlende Barrierefreiheit der Fußwege 
und Zugänge zu Plätzen  
Chancen  Risiken  
 Geplante barrierefreie Gestaltung der 
Haltestellen  
 Optimierung der Radwegesituation durch 
Velorouten / Radroutenkonzept  
 Erhöhung der Verkehrssicherheit auf 
dem Hamannplatz durch Neukonzeption  
 Zunahme des Individualverkehrs durch 
Bevölkerungswachstum 
 Steigender Zulieferverkehr  
 Längere Wartezeiten am Bahnübergang 
durch Taktverdichtung des Schienenver-
kehrs

78 
 
Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit  
Stärken  Schwächen  
 Acht Kitas; fünf Familienzentren  
 Zwei Grundschulen mit offenen Ganztag 
 Realschulabschluss an der Hauptschule 
möglich  
 Integrationsangebote in Kitas  
 Weitreichendes Angebot an integrativen 
Förderprogrammen  
 Angebote durch Sprach- und Kulturmittle-
rinnen in den Bildungseinrichtungen  
 Stadtteilbücherei als Anlaufpunkt im 
Zentrum mit Bildungs- und Freizeitange-
boten für alle Altersgruppen 
 Angebote der Erwachsenenbildung und 
für Menschen im Ruhestand  
 Kooperation von Anbietern wie dem BGZ 
und dem Anna-Krückmann-Haus 
 Streetworker (aufsuchende Sozialarbeit)  
 Farids Qualifighting mit „pädagogischem“ 
Konzept 
 Bewegungs- und Sportangebote im 
Stadtteil 
 Vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- 
und Informationsangebote  
 Gute allgemeinmedizinische Versorgung  
 Logopädische und physiotherapeutische 
Praxen  
 Bestehende ineinandergreifende Ange-
bote der Jugend- und Gesundheitshilfe 
 Fehlende weitere Kitaplätze 
 Keine zusätzlichen weiterführenden 
Schulen (Gymnasium, Gesamtschule, 
Realschule)  
 Schlechtes Image als Schulstandort  
 Sprach- und Kulturbarrieren beim Zu-
gang zu Bildungsangeboten  
 Armut als Hürde zum Bildungs- und Kul-
turzugang 
 Bürokratische Hürde bei der Beantra-
gung von „Bildungs- und Teilhabemitteln“  
 Fehlende Unterstützung durch Familien 
(Sprachbarriere, Familiengröße, finanzi-
elle Ressourcen, ethnische Strukturen)  
 Fehlende Rückzugsorte zum ruhigen Le-
sen und Lernen  
 Zu wenig Bildungsangebote für Erwach-
sene / Migranten  
 Konkurrenzdenken zwischen den Anbie-
tern  
 Fehlende mehrsprachige Informations-
materialien  
 Fehlende Sport- und Bewegungsangebo-
te für Mädchen / Frauen / Menschen mit 
Migrationshintergrund  
 Organisationsstruktur Sportverein (SV 
Teutonia) 
 Trainer- / Betreuermangel 
 Kein Schwimmbad 
 Fehlende Angebote zum Thema „Gesun-
de Ernährung“ 
 Keine ergotherapeutische Praxis 
Chancen  Risiken  
 Ausbau von Kitaplätzen durch Neubau / 
Erweiterung  
 Bündelung von Begegnungs-, Bildungs- 
und Gesundheitsangeboten im multifunk-
tionalen Stadtteilhaus  
 Erweiterung der Schulgebäude  
 Erweiterung des Bildungsangebotes der 
 Zu wenige Kitaplätze durch Bevölke-
rungswachstum 
 Geringe Bildungschancen durch familiä-
ren und kulturellen Hintergrund 
 Weitere Abwanderung an Schulen in an-
dere Stadtteile (negatives Image von Co-
erde)

79 
 
Stadtteilbücherei im geplanten Stadtteil-
haus 
 Ausbaumöglichkeiten / Optimierung des 
pädagogischen Programms in verschie-
denen Themenbereichen 
 Kooperation mit Bildungsträgern (u.a. 
Westfälische Schule für Musik)  
 Zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten 
und Vernetzungen zwischen den Akteu-
ren  
 Zusätzliche Schulung als Müllscout an 
Schulen / Kitas durch AWM 
 Erweiterung der Aufklärungsarbeit bzgl. 
der Müllentsorgung 
 Steigerung der Übersicht der Sport- und 
Bewegungsangebote durch virtuelle Kar-
te  
 Personalressourcen für einen Sport- und 
Bewegungskoordinator 
 Steigende Zahl der Schulverweigerer 
 Bezahlbarkeit der Angebote durch wach-
sende Armut sinkt  
 Unterbindung von Emanzipationsbewe-
gungen in Bezug auf Sport / Bewegung / 
Freizeit 
 Sprach- / Kulturbarriere 
 Bewegungsmangel durch neue Medien 
 Geringe Nutzung von Informationsme-
dien  
 Konkurrenzdenken von Anbietern  
 
 
Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung 
Stärken  Schwächen  
 Nähe zu Naherholungsgebieten 
 viele Grün- und Freiflächen 
 Vernetzung der Grünstrukturen über ru-
hige, begrünte Wegebeziehungen mit tlw. 
wertvollem Baumbestand  
 Regelmäßige Straßenreinigung  
 Hohe Qualität des Waldspielplatzes  
 Spielplatzgestaltung an der Meerwiese 
mit Kinderbeteiligung 
 Wasserspiel am Hamannplatz  
 Bürgeraktion „Sauberes Münster“  
 Bürgerschaftliche Pflanzaktionen am Ho-
hen Heckenweg im Rahmen von „Clean 
up Coerde“ 
 Gute Durchlüftungssituation durch 
Frischluftschneisen  
 Kleingartenanlage  
 Privates Waldgebiet „Großer Busch“  
 Polizeipräsenz erhöht die Aufenthalts-
qualität des öffentlichen Raumes  
 Teilweise Anbindung ans Fernwärmenetz  
 Tlw. Schlechter Pflege- und Sauberkeits-
zustand der privaten und öffentlichen 
Grünflächen  
 Wenig abwechslungsreiche Platzgesta l-
tung am Hamannplatz  
 Geringe Anzahl (überdachter) Aufent-
haltsflächen im Freien  
 Fehlende Sitzmöglichkeiten im Stadtteil  
 Quantitativ und qualitativ ausbaufähige 
Bewegungsangebote im öffentlichen 
Raum (z.B. für Senioren, ältere Kinder, 
etc.) 
 Schlechte Beleuchtung des öffentlichen 
Raumes  
 Wenig innovative Gestaltung der Spiel-
plätze 
 Spielplätze als Drogenumschlagspunkte  
 Verunreinigungen der Plätze und Grün-
flächen durch Hundekot  
 Drogenhandel / -konsum im öffentlichen 
Raum  
 Angsträume / Unsicherheitsgefühl im 
Dunkeln (Vandalismus / hohes Gewaltpo-

80 
 
 tenzial)  
 Hoher Anteil an hitzeempfindlicher Be-
völkerung 
 Energetisch schlechter Zustand einiger 
Gebäudebestände aus den 60er und 
70er Jahren 
 Gegenüber Starkregen gefährdete Infra-
struktureinrichtungen  
 Kein stadtteilbezogenes Klimaschutz- 
oder Energiekonzept  
 Kein stadtteilbezogenes Handlungskon-
zept zur Anpassung an den Klimawandel  
Chancen  Risiken  
 Hohe Siedlungsdichte mit vielen unver-
siegelten Außenflächen  
 Potenziale zur Erhöhung der Aufent-
haltsqualitäten im öffentlichen Raum, auf 
den Grün- und Freiflächen  
 Partizipative Platz- und Freiraumgestal-
tung am Hamannplatz 
 Weitere potenzielle Baumstandorte  
 Umnutzung des Geländes des ehemali-
gen Heizkraftwerkes zur lokalen Energie-
versorgung 
 Großes Ausbaupotential zur Nutzung von 
Solarenergien / Dachbegrünung  
 Weitere Budgetkürzungen für die Pflege 
der öffentlichen Grünflächen  
 Mangelnde Pflegebereitschaft (öffentlich / 
privat)  
 Weiter sinkende Aufenthaltsqualität 
durch mangelnde Instandhaltung und 
Pflege der öffentlichen Räume 
 Ausdehnung der Angsträume 
 Vermehrte Müllansammlung  
 Fehlende Bereitschaft bei der Maßnah-
menumsetzung zur Klimaanpassung  
 
Nahversorgung  
Stärken  Schwächen  
 Zwei Nahversorger im Stadtteil  
 Fußläufige Erreichbarkeit von Versor-
gungseinrichtungen  
 Hamannplatz als belebtes, autofreies 
Zentrum mit Stellplätzen in den Randbe-
reichen  
 Preiswerte Gastronomieangebote  
 Derzeit beschränktes Sortiment zur De-
ckung des täglichen Bedarfs 
 Unpassende Zuschnitte der Ladenlokale 
 Sanierungsbedürftige Gebäude 
 Kein Drogeriemarkt 
 Leerstand von Ladenlokalen 
 Einseitiges Gastronomieangebot  
Chancen  Risiken  
 Erweiterung des Angebotes durch Edeka 
und Aldi / Ansiedlung eines Drogerie-
marktes  
 Anreiz zur Ansiedlung neuer Ladenlokale 
 Verdrängung bestehender Versorgungs-
angebote 
 Zunahme des Anlieferverkehrs  
 Weitergehender Strukturwandel durch

81 
 
durch Attraktivitätssteigerung des Ha-
mannplatzes  
 Neubau eines zusätzlichen Discounters 
am Kiesekampweg  
Zunahme des Online-Handels 
 
 
Miteinander / Integration  
Stärken  Schwächen  
 Vielfältige Bevölkerungsstruktur  
 Breite Kultur- und Freizeitangebote für al-
le Altersgruppen durch Vereine / Kirchen 
/ öffentliche Träger etc.  
 Bestehende Netzwerke, Arbeitskreise 
und Arbeitsgemeinschaften  
 Ehrenamtliches Engagement  
 Vernetzung zwischen Politik und Trägern 
vor Ort  
 Vielfältiges Angebot in sozialen Einrich-
tungen von verschiedenen Trägern  
 Aktive Integrationsarbeit im Stadtteil 
 Unterstützung durch Sprach- und Kul-
turmittler/-innen 
 Begegnungsmöglichkeiten für Bevölke-
rungsgruppen unterschiedlicher Herkunft  
 Hoher Anteil von SGB II - Empfängern  
 Hoher Anteil an Kinderarmut  
 Soziale Segregation einzelner Bevölke-
rungsgruppen  
 Optimierungsbedarf des Austausches 
und der Zusammenarbeit der Akteure  
 Wiederkehrender Personalmangel durch 
zeitlich begrenzte Projektfinanzierungen  
 Unzureichende Angebote für ältere Ju-
gendliche im Stadtteil  
 Beratungsangebote tlw. nicht ausrei-
chend  
 Fehlender Respekt gegenüber anderen 
Ethnien / Kulturen 
 Fehlende Information über bestehende 
Angebote  
 Fehlender barrierefreier Zugang zu Ein-
richtungen  
 Fehlen von anlassfreien Treffpunkten 
und Räumen für private Feierlichkeiten  
 Fehlender interkultureller Austausch 
(Sprach- / Kulturbarriere) 
 Probleme bei der Integration von älteren 
Jugendlichen mit Migrationshintergrund 
 Fehlender Zugang zu ethnischen Grup-
pen  
 Fehlende kultursensible Pflege (alte 
Menschen mit Migrationshintergrund) 
Chancen  Risiken  
 Wachsendes bürgerschaftliches Enga-
gement  
 Erweiterung und Optimierung der beste-
henden Angebote durch das multifunkti-
onale Stadtteilhaus am Hamannplatz  
 Mögliche Personalaufstockung bei Anbie-
 Zunehmende Armut 
 Rückgang der Angebote durch mangeln-
de Nachfrage, Informationsmangel, kultu-
rellen und finanzielle Begrenzungen 
 Vereinsamung durch Rückzug von Per-
sonengruppen (insbesondere alte Men-

82 
 
tern  
 Nutzung neuer Medien zur Sicherung 
des Informationsflusses 
schen) 
 Segregation der Ethnien  
 Zunahme von Fremdenfeindlichkeit 
Fazit SWOT-Analyse 
Die SWOT-Analyse stellt eine Übersicht der herausgearbeiteten Stärken und Schwächen in 
den einzelnen Handlungsfeldern, die gemeinsam mit der Bürgerschaft, den Akteuren vor Ort 
und den Fachämtern erarbeitet worden sind, dar. Im Erarbeitungsprozess wurden alle einge-
gangenen Anregungen berücksichtigt.  Die eingehende Prüfung durch die jeweils zuständi-
gen Fachämter ergab jedoch, dass einzelne Anregungen au f Grund b eispielsweise planeri-
scher, baulicher oder finanzieller Restriktionen im Rahmen di eses InSEKs nicht umsetzbar 
sind. Diese Anregungen werden im weiteren Verfahren deshalb nicht mehr berücksichtigt. 
 
Die SWOT-Analyse macht deutlich, dass die Probleme im Stadtteil Coerde in erster Linie im 
sozialen Bereich liegen, d. h. im Handlungsfeld „Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und 
Gesundheit“ sowie im Handlungsfeld „Miteinander / Integration“. Grundlegender Handlung s-
bedarf besteht aber auch im Handlungsfeld „Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Kl i-
maschutz und Klimaanpassung“.  
Die Entwicklung vo n Neubauflächen beschränkt sich im Stadtteil auf das Bauvorhaben am 
Kiesekampweg. Somit liegt der Fokus im Handlungsfeld „Wohnen“ zum einen auf der Steige-
rung der allgemeinen Wohnzufriedenheit und dem nachbarschaftlichen Zusammenleben 
(Veränderung der Belegungspolitik in den Geschosswohnungsbauten), zum anderen auf der 
(energetischen) Sanierung der Bestandgebäude. 
Derzeit besteht eine große Unzufriedenheit hinsichtlich der Nahversorgungssituation im 
Stadtteil (Handlungsfeld „Nahversorgung“), welche sich im Zuge der bevorstehenden Ange-
botserweiterungen am Hamannplatz und am Kiesekampweg auf der Grundlage der o. g. B e-
bauungspläne (vgl. Kap. 4.8) positiv verändern wird.  
Einzelne Aspekte aus dem Handlungsfeld „Mobilität“ , wie z.B. der Ausbau des Radverkehrs, 
werden im weiteren Verlauf des InSEKs in das Handlungsfeld „Öffentliche Räume / Parks / 
Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung “ integriert. Hinsichtlich der  in der SWOT - 
Analyse genannten Schwächen bezüglich der bestehende n Verkehrsführung, können zum 
jetzigen Zeitpunkt keine Lösungsansätze aufgezeigt werden . Dies bezieht sich beispielswei-
se auf den Verzicht auf die sogenannte ehemalige III. Nordtangente zur Entlastung der Kö-
nigsberger Straße und des Hohen Heckenweges durch den Liefer - und Durchgangsverkehr 
sowie die Barrierewirkung der Bahn. Jedoch werden im Zuge von Neubauprojekten bzw. 
Sanierungsmaßnahmen in Coerde verkehrliche Belange so weit möglich Berücksichtigung 
finden.

83 
 
7 Zielsystem  
Aus dem vorangegangenen Prozess mit den dazugehörigen Analyseschritten wurden für das 
Untersuchungsgebiet Coerde vielfältige Maßnahmen in unterschiedlichen Handlungsfeldern 
abgeleitet. Diese Maßnahmen werden in dem folgenden  Zielsystem dargestellt und dienen 
als Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte zur Aufwertung des Stadtteils.  
 
 
 
Handlungsfeld 2: Soziales  
Nr.  Maßnahmen  
Erziehung 
2.1 Ausbau der Kindertagesbetreuung  
2.2  Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßigen Kitabesuches  
2.3  Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ 
2.4 Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas 
2.5  Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder 
2.6  Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meerwiese“ 
2.7  Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ 
2.8  Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grundschule – „Rückenwind“ 
  
Handlungsfeld 1: Wohnen  
Nr.  Maßnahmen  
1.1 Erhebung der Wohn(raum)situation  
1.2 Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ 
1.3 Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Wohnen  
1.4 Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern 
1.5 Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“  
1.6 Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (Alte n-
gerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderreiche Familien, etc.)

84 
 
Bildung 
2.9 Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil 
2.10 Angebotserweiterung der musikalischen (Früh-)Erziehung (Lehre) 
2.11 Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikalische (Früh-)Erziehung 
2.12 Ausbau der Kooperation mit Sport- und Musikvereinen  
2.13 Bereitstellung eines Spielmobils 
2.14 Instandhaltung des Spielmobils 
2.15 Abfall-Coaches 
2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche 
2.17 Aufstockung des Nachhilfeangebotes 
2.18 Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ 
2.19 Ausweitung des Angebotes der Sprach- und Kulturmittler/-innnen 
2.20 Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen 
Sport und Gesundheit 
2.21 Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators  
2.22 Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ 
 
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen /  Klimaschutz und Klimaan-
passung 
Nr.  Maßnahmen  
3.1  Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpassung  
3.2 Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelne Quartiere 
3.3 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffentliche Gebäude) 
3.4 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (private Gebäude) 
3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 
3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 
3.7 Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes 
3.8 Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz  
3.9 Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz  
3.10 Ausbau der Radwegeverbindungen

85 
 
3.11 Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen 
3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 
3.13 Partizipatives Konzept zur Einrichtung öffentlicher Picknickplätze 
 
Handlungsfeld 4: Nahversorgung  
Nr.  Maßnahmen  
4.1 Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamannplatz  
4.2 Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kiesekampweg  
 
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration  
Nr.  Maßnahmen  
5.1  Durchführung von Internationalen Kulturfesten  
5.2 Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 
5.3  Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung  
5.4 Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteilbücherei  
5.5 Trommelworkshop 
5.6 Jobcafé  
5.7 Familientheater 
5.8 Integrativer Theaterjugendclub 
5.9 Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte 
5.10 Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil 
5.11 Nationworker 
5.12 Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“ 
 
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus  
Nr.  Maßnahmen  
6.1 Erarbeitung einer Mac hbarkeitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der  
potenziellen Nutzer 
6.2 Durchführung eines Architekturwettbewerbs 
6.3  Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses

86 
 
Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation  
Nr.  Maßnahmen  
7.1  Einrichtung eines Verfügungsfonds 
7.2  Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement 
7.3 Monitoring und Evaluation 
7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“

87 
 
8 Maßnahmenübersicht  
Die Liste der umzusetzenden Maßnahmen baut auf dem vorangegangenen Zielsystem auf. 
Aus den Handlungserfordernissen abzuleitenden Projekte , die ggf. mit Mitteln der Städt e-
bauförderung förderfähig sind , stehen dabei neben Bedarfen, die durch andere Förderpr o-
gramme förderfähig oder ohne Förderperspektiven de r Landes- oder Bundespr ogramme 
realisiert werden sollen . Die Bedarfe zur Be hebung der im Stadtteil vielfältig vorhandenen, 
sozialen Defizite werden in der Umsetzung des In SEKs eine hohe Priorität haben . Für den 
anstehenden Umsetzungsprozess werden  die Maßnahmen entsprechend der dargestellten 
Handlungsfelder konkretisiert und in Einzelprojekten dargestellt, um anschließend möglichst 
zeitnah umgesetzt zu werden. 
Auf Basis einer begleitenden Evaluation erfolgt bei Bedarf eine regelmäßige Zielanpassung, 
die sich dann in der Liste der Handlungsfelder oder auch in den einzelnen Maßnahmen w i-
derspiegeln wird. 
 
Insgesamt sieben Handlungsfelder zur Strukturierung des Maßnahmenprogramms wurden 
im Laufe des Erarbeitungsprozesses (insbesondere nach der SWOT -Analyse und der Rück-
kopplung zur Politik, Bürgerschaft und Fachverwaltung) definiert, die für die Attraktivitätsstär-
kung im Stadtteil und die Aufwertung des Stadtteilimages relevant sind. Dadurch wird eine 
positive Entwicklung der Lebensqualität für alle Coerder Bürger/-innen ermöglicht.  
 
Die einzelnen Maßnahmen sind jeweils mit einer Prioritätsstufe versehen, wobei Priorität 
eins die höchste Stufe darstellt und Priorität drei, die niedrigste. Diese Priorisierung wurde 
gemeinsam mit dem IFAK vorgenommen.

88 
 
Handlungsfeld 1: Wohnen  
Kurzbeschreibung  
Als Wohnstandort zeichnet sich Coerde vor allem durch die städtebauliche Idee der Durc h-
mischung unterschiedlicher Wohnformen aus. Neben verschiedenen Ausprägungen des Ge-
schosswohnungsbaus befinden sich im Stadtteil auch Einfamilienhäuser in Form von Re i-
hen-, Doppel - und freist ehenden H äusern. Insofern ist die Wohnzufriedenheit im Stadtteil 
überwiegend hoch und die Fluktuation, auf Grund des bestehenden Mangels an günstigem 
Wohnraum in Münster, gering. Problematisch stellt sich jedoch die Belegungs politik in eini-
gen großen Mehrfamilienhäusern dar, da auf kleinstem Raum viele Menschen verschiedener 
Ethnien und in unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenleben, die unter Umständen 
nicht miteinander harmonieren. Zudem ist dort die Aufenthaltsqualität der Gemeinschaftsflä-
chen und des Wohnumfeldes gering, da die Flächen entweder sehr unattraktiv gestaltet oder 
durch Vandalismus geprägt  sind. Der private und öffentliche Außenraum in diesen Quarti e-
ren ist regelmäßig durch „wilde“ Müllentsorgung  unabhängig von den Terminen der Abfal l-
wirtschaft Münster (AWM) und den Vorschriften einer geordneten Mülltrennung  geprägt. Be-
sonders an den Hochhäusern und den dazu gehörigen Vorrichtungen zur privaten Müllen t-
sorgung befinden sich dauerhaft größere Mengen von Müll,  der darüber hinaus Ungeziefer 
anzieht. Dieses sich häufig bietende Bild in den Quartieren trägt wesentlich zu dem schlec h-
ten Image des Stadtteils bei.  Mieter/-innen identifizieren sich auf Grund dieser Missstände 
häufig nicht mit ihrem Wohnstandort, was zur Verstärkung von Vandalismus und Vermüllung 
innerhalb der Wohnanlagen führt.  Weiterhin führen Berichte der Medien über kriminelle 
Handlungen im Stadtteil dazu, dass Menschen, die finanz iell dazu in der Lage sind , bei der 
Wohnungssuche einige Quartiere in Coerde ausschließen.  
Ziel 
 Bedarfsgerechte Ergänzung des Wohnraumangebotes 
 Aufwertung des Wohnstandortes Coerde durch energetische Maßnahmen  
 Veränderung der Belegungspolitik  
 Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens 
 Höhere Identifikation der Bewohnerschaft mit ihrem Wohnstandort 
 Aufwertung des Images von Coerde als lebenswerter Stadtteil  
 Verringerung von Vandalismus 
 Lösung der Müllprobleme

89 
 
Maßnahmen im Handlungsfeld 1: Wohnen (Karte: Stadt Münster)  
 
  
1.1 Erhebung der Wohn(raum)situation  
1.2 Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ 
1.3 Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Wohnen  
1.4 Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern 
1.5 Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“  
1.6 Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (Alte n-
gerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderreiche Familien, etc.)

90 
 
Maßnahme 1.1: Erhebung der Wohn(raum)situation  
Beschreibung:  
Um die Wohnsituation der Mieter und Eigentümer zu erheben, wird eine Befragung im Stadt-
teil durchgeführt. Dabei wird die Vor -Ort-Situation durch ein extern es Büro analysiert. Mit 
erhoben werden ebenfalls mögliche Wanderungsmotive, aber auch der quantitative und qua-
litative Bedarf an den Wohnraum nach Zielgruppen.  
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ( 64), Exter-
nes Büro 
Kosten:  ca. 30.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 
Priorität:  1  
Maßnahme 1.2: Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barriere-
freiheit“  
Beschreibung:  
Für ausgewählte Gebäude i m Stadtteil w erden Modellgutachten zur e nergetischen Sani e-
rung und Herstellung der Barrierefreiheit erstellt. Diese Gutachten soll en den Wohnungsun-
ternehmen und Privateigentümern als Grundlage zu etwaigen Modernisierungs - und Sanie-
rungsvorhaben dienen. Zie l der Maßnahme ist es , den Stadtteil energetisch zu modernisi e-
ren, den Energieverbrauch der Gebäude zu senken, den CO2 -Ausstoß zu reduzieren und 
die Gebäudezugänge, sowie die Wohnungen barrierefrei  / barrierearm zu gestalten  (siehe 
auch Maßnahme 3.7)  
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ( 64), Amt 
für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (6 7), Wohnung s-
wirtschaft  
Kosten:  ca. 50.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 f.  
Priorität:  2

91 
 
Maßnahme 1.3: Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Woh-
nen  
Beschreibung:  
Seitens verschiedener Träger g ibt es bereits vereinzelt e Beratungsangebote zum Thema 
„Wohnen“ in Coerde. Im Zuge des Neubaus des multifunktionalen Stadtteilhauses am H a-
mannplatz (vgl. Handlungsfeld 6) ist vorgesehen, Räumlich keiten für wöchentliche Sprec h-
stunden der Mieterschutzvereine zur Ve rfügung zu stellen. Zudem sind  auch aufsuchende 
Angebote für Coerde vorgesehen , um die Hemmschwelle möglichst gering zu halten,  Bera-
tungsangebote zu beanspruchen. Die Ausgabe von Mieterberatungsscheinen für die Bewoh-
ner des Stadtteils ist vorgesehen. Neben der Beratung hinsichtlich mietrechtlicher Fragen 
sollen aber auch Workshops organisiert werden, um die Mieter b eispielsweise bei der fac h-
gerechten Mülltrennung zu unterstützen.  
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Freie 
Träger, Wohnungswirtschaft  
Kosten:  15.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  2  
Maßnahme 1.4: Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern  
Beschreibung:  
In vielen Mehrfamilienhäusern entstehen häufig n achbarschaftliche Konflikte, z. B. durch 
Lärmbelästigung oder das Nichteinhalt en von Ruhezeiten. Vor allem in Wohngebäuden, in 
denen unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinandertreffen, treten nachbarschaftl i-
che Konflikte gehäuft auf. Oft wird dann der Vermieter/ -in mit der Konfliktlösung beauftragt. 
Um bei der Auflösung von  Konfliktsituation in der Miete rschaft zu unterstützen, sollen  nach 
einem niederländischen Vorbild, ehrenamtliche Nachbarschaftsvermittler eingesetzt werden. 
Ziel der Maßnahme ist es, vertrauenswürdige Nachbarn unterschiedlichen Alters und He r-
kunft als Vor-Ort-Unterstützung für Nachbarschaftskonflikte einzusetzen.  
Beteiligte:  Stadtteilkümmerin / Quartiersmanagerin, Wohnungswirtschaft, 
Freie Träger 
Kosten:  23.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2022 
Priorität:  2

92 
 
Maßnahme 1.5: Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Co-
erde“  
Beschreibung:  
Die Intensität der Bewirtschaftung der Wohnungsbestände richtet sich nach dem jeweiligen 
Geschäftsmodell der Vermieter. Während viele Vermieter verantwortungsvoll mit ihren B e-
ständen umgehen, fallen einzelne Wohnungsbestände auf, die in einem schlechten Erha l-
tungszustand sind. Oft wird das Wohnumfeld nicht gepflegt und wirkt deshalb verwahrlost. 
Die Mieter beschweren sich über die schwierige Erreichbarkeit verantwortlicher Ansprech -
partner. Für einige Wohnungsbestände verfestigt sich der Eindruck, dass die Vermieter eine 
einseitige Belegungspolitik vornehmen, die zu sozial instabilen Bewohnerstrukturen führen. 
Dies alles konterkariert das Engagement der Vermieter, die sich verantwortungsvoll um ihre 
Wohnungsbestände k ümmern und damit einen wertvollen Beitrag zur positiven Quartiers -
entwicklung leisten. 
Analog zum Aufbau von guten Kooperationsbeziehungen im Rahmen der Umsetzung des 
Handlungskonzeptes für das ehemalige  Programmgebiet „Soziale Stadt Kinderhaus – 
Brüningheide“ sollen Netzwerke zwischen den privaten Vermietern und Wohnungsunte r-
nehmen aufgebaut werden, in denen von guten Beispielen einer Bestandsverwaltung und 
erfolgreichen wohnungsrelevanten Projekten berichtet wird sowie  Problemlagen und deren 
Lösungsmöglichkeiten erörtert werden können. Ziel ist es, in gemeinsamer Kooperation der 
Stadt Münster mit den Vermietern und unter gelegentlicher Hinzuziehung von externer Ber a-
tung durch beispielsweise Mieterschutzvereinen und freien Trägern, die Wohnverhältnisse in 
den prekären Beständen zu verbessern. Aufgrund der Vielzahl der Wohnungseigentümer in 
Coerde ist davon auszugehen, dass  mehrere Arbeitskreise „Wohnungswirtschaft“ durch das 
Amt für Wohnungswesen und Quartiersmanagement zu gründen sind. Die Arbeitskreise h a-
ben die Aufgabe, die Vermieter miteinander zu vernetzen, eine Austauschplattform zu scha f-
fen und auch gemeinsame Workshops für die Mieter /-innen zu planen (z.B. Müllentsorgung, 
Pflege der Gemeinschaftsflächen).  
Beteiligte:  Sozialamt (50), Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwick-
lung (64), Wohnungswirtschaft, Freie Träger 
Kosten:  ca. 25.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

93 
 
Maßnahme 1.6: Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes 
am Kiesekampweg (altengerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderrei-
che Familien, etc.)  
Beschreibung:  
Auf der jahrelang durch Leerstand geprägten , desolaten 1,5 Hektar großen Fläche am Ki e-
sekampweg wird in naher Zukunft ein neues Wohnquartier entstehen. Aktuell befindet sich 
der rechtskräftige Bebauungsplan N r. 134 II in einem Änderungsverfahren und wird vorau s-
sichtlich noch in diesem Jahr als Satzung beschlossen. Das Areal soll einer kompletten Neu-
gestaltung unterzogen werden, um neuen Wohnraum und eine neue Eingangssituation in 
den Stadtteil von Westen kommend zu realisieren. Der Eigentümer der Fläche hat bereits im 
Jahr 2018 einen Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Die Umsetzung des Entwurfes sieht 
vorm, mehrere Wohnblöcke unterschiedlicher Geschossigkeit zu errichten. Durch die Schaf-
fung von Stellplätzen im Randbereich und in Tiefgaragen wird das Quartier autofrei gestaltet 
und schafft damit zwischen den Baukörpern attraktive Begegnungs- und Bewegungsflächen. 
Rund 170 neue Wohneinheiten sollen unterschiedliche Zielgruppen, wie z.B. Senioren oder 
kinderreiche Familien , ansprechen. Die Hälfte  der entstehenden Nettowohnfläche wird ö f-
fentlich gefördert. Durch den dadurch entstehenden deutlichen Bevölkerungszuwachs wird 
auch die Infrastruktur am Kiesekampweg an die Veränderungen angepasst. Neben der A n-
siedlung von Einzelhandel und Dienstleistungsangeboten im Quartier (vgl. Maß nahme 4.2) 
wird zudem eine neue Kindertagesstätte mit mehreren Betreuungsgruppen errichtet.  
Beteiligte:  Stadtplanungsamt (61), Amt für Wohnungswesen und Quartie r-
sentwicklung (64), Investoren  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1

94 
 
Handlungsfeld 2: Soziales  
ERZIEHUNG UND BILDUNG 
Beschreibung: 
Schwierigen Erwerbsverläufen gehen oftmals s chwierige Bildungskarrieren voraus. Bil-
dungsdefizite lassen sich  oftmals bereits in der  Kita feststellen und entwickeln sich bei fe h-
lender Unterstützung zu schwerwiegenden Lern- und Bildungsproblemen in der Grundschule 
und den weiterführenden Schulen.  
Das allgemeine Bildungs - und Betreuungsangebot in Coerde besteht aus zwei Grundsch u-
len, einer Hauptschule sowie acht Kindertageseinrichtungen. Die Verschiedenheiten der Kin-
der und Jugendlichen aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Herkunft stellen das Bi l-
dungs-, Betreuungs- und Erziehungsprogramm der pädagogischen Einrichtungen vor große  
Herausforderungen. Dabei haben Bildungseinrichtungen vor allem in sozialen Brennpunkten 
wie Coerde eine tragende Rolle hinsichtlich der Förderung von Fähig - und Fertigkeiten, der 
Wissensaneignung und dem Abfedern von Armutsfolgen bei Kindern.  
Dass eine V ielzahl der Kinder im Untersuchungsgebiet aus bildungsfernen Haushalten  
stammt, macht vor allem der Bildungsindex (vgl. Kap. 3.5) deutlich. Dieser weist „sehr belas-
tete Startbedingungen“ für die Kinder in den beiden Grundschulen im Stadtteil auf. Um die 
Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil zu erhöhen und gleichzeitig die 
Integration der einzelnen Ethnien zu unterstützen , werden mit vielfältigen Maßnahmen die 
Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote unterstützt oder ausgebaut. Dabei liegt der 
Fokus auf den Themen Sprachförderung, individuelle Förderung und Integration.  
Ziel  
 Verbesserung des Bildungsniveaus  
 Bildungsförderung als Armutsprävention  
 Frühzeitige Integration  
 Konfliktbewältigung

95 
 
––
 
Maßnahmen im Handlungsfeld 2: Sozial es   
(Karte: Stadt Münster)  
 
Erziehung 
Nr. Maßnahme 
2.1 Ausbau der Kindertagesbetreuung 
2.2  Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßigen Kitabesuches  
2.3  Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ 
2.4 Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas 
2.5  Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder 
2.6  Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meerwiese“ 
2.7  Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ 
2.8  Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grundschule –„Rückenwind“ 
Bildung 
Nr. Maßnahme 
2.9 Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil 
2.10 Angebotserweiterung der musikalischen Erziehung (Lehre)

96 
 
2.11 Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikalische Erziehung 
2.12 Ausbau der Kooperation mit Sport- und Musikvereinen  
2.13 Bereitstellung eines Spielmobils 
2.14 Instandhaltung des Spielmobils 
2.15 Abfall-Coaches 
2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche 
2.17 Aufstockung des Nachhilfeangebotes 
2.18 Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ 
2.19 Ausweitung des Angebotes der Sprach- und Kulturmittler/-innnen 
2.20 Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen

97 
 
Maßnahme 2.1: Ausbau der Kindertagesbetreuung 
Beschreibung:  
Die Versorgungsquote zum Kindergartenjahr 2019 / 2020 betrug in Coerde für die Kinder im 
Alter von drei bis sechs Jahren 97,8 Prozent, für Kinder unter drei Jahren 3 6,1 Prozent. Das 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sieht hier einen weiteren Ausbau vor, um insb e-
sondere die Versorgungsquote für die unter Dreijährigen zu erhöhen. Auch für Coerde gilt 
das stadtweite Ausbauziel von 50  Prozent für unter Dreijährige. Konkret geplant sind eine 
neue fünfgruppige Kita  im neuen Wohnquartier Kiesekampweg sowie die Erweiterung der 
Kita am Edelbach.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51)  
Kosten:  1. Erweiterung Kita Edelbach: 1.400.000 € 
 2. Neubau Kiesekampweg: NN 
Umsetzungszeitraum:  2021ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 2.2: Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßi-
gen Kitabesuches  
Beschreibung:  
Mit der Erarbeitung eines Konzeptes durch die Fachabteilungen der „Kindertagesbetreuung“ 
und Netzwerkkoordination „Frühe Hilfen / Prävention“ des Amtes für Kinder, Jugendliche und 
Familien wird das Ziel verfolgt, dass bildungsbenachteiligte Eltern ihre Kinder bei dem r e-
gelmäßigen Kitabesuch unterstützen und gleichzeitig die Bedeutung der Institution „Kita“ im 
Bildungssystem in Deutschland verstehen lernen. Eine Maßnahme im Rahmen dieses Ge-
samtkonzeptes kann beispielsweise die Etablierung eines „Walkingbusses“ sein. Dabei ha n-
delt es sich um eine Gehgemeinschaft, in der die Kinder gemeinsam, unter Aufsicht einer 
Betreuungsperson, zur Kita gehen. Dabei werden die Kinder von der Haustür abgeh olt, was 
einen geregelten Kitabesuch gewährleisten soll.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (51), Freie Träger der 
Kinder- und Jugendhilfe 
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1

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Maßnahme 2.3: Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“  
Beschreibung:  
Als erste Bildungsinstitution trägt die Kita wesentlich dazu bei, herkunftsbedingte Benachtei-
ligungen von Kleinkindern auszugleichen. Es besteht ein Prüfauftrag  von Seiten der parl a-
mentarischen Gremien an die Verwaltung, dieses Anliegen im Wissen um die Bedeutung der 
frühkindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozesse und im Tenor der Prävent ionskonferenz 
2018 zu den Übergä ngen von der Familie in die erste institutionelle Betreuung aufzugreifen 
und mit einem Konzept b zw. einer Maßnahmenplanung von der Fachabteilung Kindertage s-
betreuung in Kooperation mit der Netzwerkkoordination „Frühe Hilfen“ zu entwickeln. 
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Freie Träger der 
Kinder- und Jugendhilfe  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021  
Priorität: 1 
Maßnahme 2.4: Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas 
Beschreibung:  
Viele Kinder in Coerde erhalten aus unterschiedlichen Gründen kein oder kein ausreichend 
gesundes Frühstück bevor sie in die Kita gehen. Damit die Kinder besser in den Tag starten 
können, Fehlernährung vermieden werden kann und ein Bewusstsein für eine gesunde und 
ausgewogene Ernährung bei Kindern und Eltern geweckt wird, ist es erstrebenswert, für alle 
Kinder in den Coerder Kitas ein gesundes u nd kostenloses Frühstück anzubieten und kom-
plett zu finanzieren. Aktuell erhalten ausgewählte Kitas in Coerde , in denen überdurc h-
schnittlich viele Kinder sind, die in SGB II Bezug leben, je nach Einrichtungsgröße für ein 
gesundes Frühstück einen städtische n Zuschuss aus dem kommunalen Maßnahmenpr o-
gramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster.  
Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Kitas 
Kosten:  57.500 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

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Maßnahme 2.5: Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder 
Beschreibung:  
In mindestens einer Kit a in Coerde wird ein Resilienz-Kurs nach dem Programm PRiK (Pr ä-
vention und Resilienzförderung in Kitas) eingerichtet. Dieser fördert gezielt die Resilienzfa k-
toren (psychische Widerstandskraft), wobei d ie Kinder  in ihren sozialen Kompe tenzen g e-
stärkt und in die Lage versetzt  werden, besser mit Misserfolgen und Krisen umzugehen.  Die 
Eltern werden mit einer "Eltern-Ratgeberveranstaltung" eingebunden. 
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familie  (51), Ausgewählte Fa-
milienzentren  
Kosten:  ca. 3.600 € pro Kurs  
Umsetzungszeitraum:  2022  
Priorität:  2  
Maßnahme 2.6: Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der 
Meerwiese“  
Beschreibung:  
Die Lernspielgruppe  Coerde ist ein offenes Kursangebot im Rahmen der Eltern -Kind-
Angebote der Familienbildungsstätte „Anna-Krückmann-Haus“. Angesprochen werden Mü t-
ter mit Kindern im Alter von null  bis sieben Jahren. Ein besonderer Fokus liegt auf der En t-
wicklung der Erziehun gskompetenz der Mütter, die aus komplex belasteten Familien ko m-
men. Die Lernspielgruppe dient zudem der Vorbereitung auf die Kita und den Übergang von 
der Kita in die Grundschule.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Bildungsstätte 
Anna-Krückmann-Haus  
Kosten:  ca. 8.400 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 f.  
Priorität:  2

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Maßnahme 2.7: Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack 
Kita“ und „Rucksack Schule“  
Beschreibung  
„Griffbereit“ ist ein Familienbildungsprogramm für Fam ilien mit und ohne Einwanderungsg e-
schichte und ihre Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Das Programm wird in 
Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Familienbildungsstätten und Migrantenorganis a-
tionen angeboten. Auf diese Weise  werden die Familien früh an das deutsche Bildungssys-
tem herangeführt. „Griffbereit“ fördert die frühkindliche Entwicklung durch konkrete kleinkind-
gerechte Aktivitäten und schafft eine wichtige Grundlage zum Erwerb von Sprachkompetenz. 
Das Programm ermöglicht Familien bzw. Eltern erste Sprachvorbilder mit engstem Bezug zu 
ihren Kindern im Alltag zu sein. In den „Griffbereit-Gruppen“ erfahren die Eltern, wie sie ihre 
Kinder in der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung stärken können. Dabei werden sie 
von geschulten, meist mehrsprachigen Elternbegleiter/-innen unterstützt. Kleinkinder mit und 
ohne Einwanderungsgeschichte kommen so schon sehr früh mit der deutschen Sprache und 
mit weiteren Sprachen in Kontakt. Somit bietet „Griffbereit“ die Möglichkeit, die Mehrspr a-
chigkeit als Potenzial der Kinder aufzugreifen. In Coerde wird das Programm „Griffbereit“ 
bereits heute im Begegnungszentrum „An der Meerwiese“, in der Andreas Kita und zukünftig 
in dem AWO Stadtteilbüro durchgeführt. Das darauf aufbauende Programm „Ruck sack Kita“ 
wiederum wird in der evangelischen Andreas Kind ertagesstätte und in der AWO Kit a am 
Marderweg durchgeführt. Das Programm soll an den bestehenden und an neuen Standorten 
ausgebaut bzw. geschaffen werden. Voraussichtlich ab Herbst 2021 wird das Program m 
„Rucksack Schule“ in den Grundschulen im Stadtteil angeboten.  
Beteiligte:  Kommunales Integrationszentrum (KI),  Bildungsstätte Anna-
Krückmann-Haus, Evangelische Andreas Kirchengemeinde, 
AWO  
Kosten:  ca. 10.445 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  2  
Maßnahme 2.8: Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grund-
schule – „Rückenwind“ 
Beschreibung:  
Zur Optimierung der Übergangsgestaltungsprozesse zwischen den Bereichen Kindertage s-
einrichtung und Grundschule werden an der Nahtstelle Kindertagese inrichtung-Grundschule 
vernetzte und aufeinander aufbauende Bildungs- und Betreuungsangebote entwickelt. 
Eine zusätzliche Unterstützung stellt das im Herbst 2019 initiierte Projekt „Rückenwind“ dar. 
Dabei unterstützten ausgewiesene Fachkräfte der Schulsozi alarbeit die Kinder und ihre E l-
tern, um sie zu befähigen, den Übergang von der Kita zur Schule erfolgreich umzusetzen. 
Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erhalten individuelle Förderangebote sowie Gru p-
penangebote zur Verbesserung der emotionalen und s ozialen Entwicklung sowie zu den 
Themen Wahrnehmung, Achtsamkeit und Konzentration. Die Eltern können auf ein nie d-
rigschwelliges Beratungsangebot zurückgreifen, bekommen bedarfsbezogene Hilfsangebote 
für ihre Kinder vermittelt und erhalten Informationen rund um das deutsche Schulsystem.

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Beteiligte:  Amt für Schule und Weiterbildung (40), Amt für Kinder, Jugend-
liche und Fami lien (51), Kita, Freie Träger der Kinder - und Ju-
gendhilfe 
Kosten:  1.002.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 2.9: Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil  
Beschreibung:  
Um bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungsangebote für die Kinder und Jugendliche aber 
auch für Erwachsene zu schaffen, werden die Bildungschancen im Stadtteil durchgehend auf 
Basis eines Monitorings evaluiert. Anhand der Ergebnisse findet dann die Weiterentwicklung 
eines konkreten Bildungs- und Maßnahmenpakets für den Stadtteil statt.  
Bereits bestehende Analysen sowie laufende Untersuchungen werden dabei berücksichtigt. 
Beteiligte:  Amt für Schule und Weiterbildung (40), Amt für Kinder, Jugen d-
liche und Familien (51)  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1  
Maßnahme 2.10: Angebotserweiterung der musikalischen Erziehung 
(Lehre) 
Beschreibung:  
Die musikalische Erziehung in den Schulen wird durch die Kooperation mit der Westfälischen 
Schule für Musik aktiv ausgebaut. Dabei werden je nach Schulform und Jahrgangsstufe u n-
terschiedliche musikalische Programme angeboten, die wöchentlichen Gesangs - oder I n-
strumentalunterricht in den Sc hulen umfassen. Die Lehrkräfte werden im ersten Jahr der 
Maßnahme entsprechend der Voraussetzungen der unterschiedlichen Programme geschult. 
Mehrmals jährlich finden Aufführungen der einzelnen Gruppen in den Schulen statt. Angeb o-
ten werden folgende Programme:  
 JEKISS in der Melanchthonschule 
 JeKITS an der Melanchthonschule 
 JEKISS DaZ 
 OKUBU an der Melanchthonschule 
 Coerde rockt in der Hauptschule 
 Bläserklassen an der Hauptschule 
 Streicherspielkreis Hauptschule

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Beteiligte:  Westfälische Schule für Musik (44) 
Kosten:  ca. 267.210 €  
Umsetzungszeitraum:  2022 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 2.11: Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikali-
sche Erziehung 
Beschreibung:  
Um das Angebot der musikalischen Erziehung in der Melanchthonschule und in der Haup t-
schule erweitern zu können, werden entsprechende Instrumente erworben und durch die 
Westfälische Schule für Musik bereitgestellt.  
Beteiligte:  Westfälische Schule für Musik (44) 
Kosten:  Melanchthonschule: 3.000 €  
Hauptschule: 32.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität: 1 
Maßnahme 2.12: Ausbau der Kooperationen mit Sport- und Musikverei-
nen 
Beschreibung:  
Die Kooperation des ortsansässigen SV Teutonia mit den übrigen Anbietern für Bewegungs-
angebote wird verstärkt, um für die Kinder und Jugendlichen auch ü ber den traditionellen 
Schulsport hinaus Bewegungsmöglichkeiten in der Freizeit anzubieten. Ziel der Kooperation 
ist die bessere Vernetzung der Akteure, die Vermeidung von Überschneidungen bzw. Do p-
pelung von Angeboten, die Verbesserung der Auslastung der Sportstätten und die Schaffung 
eines vielfältigeren sportlichen Angebotes.  
Das musikalische Freizeitangebot wird in der Kooperation mit der Westfälischen Schule für 
Musik ausgebaut. Das Instrumental - und Vokalunterrichtsangebot wird regelmäßig einzeln 
oder in Gruppen in dem Begegnungszentrum Meerwiese angeboten.

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Beteiligte:  Westfälische Schule für Musik (44), Sportamt (52), SV Teutonia 
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  2  
Maßnahme 2.13: Bereitstellung eines Spielmobils 
Beschreibung:  
Für den Stadtteil wird ein voll ausgestattetes Spielmobil zur Verfügung gestellt, welches so-
wohl an freie Träger vor Ort , als auch an Vereine bzw. Privatpersonen des Stadtteils verlie-
hen und an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden kann . Die Verwaltu ng des Spielm o-
bils wird von einem freien Träger vor Ort übernommen. 
Beteiligte:  Amt für Schule und Weiterbildung (40), Schule, Freie Träger der 
Jugendhilfe, Stadtteilwerkstatt Nord  
Kosten:  Anschaffung Spielmobil ca. 3.250 € 
Anschaffung Spielzeug ca. 8.000 € 
gesamt ca. 11.250 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 f.  
Priorität:  1  
Maßnahme 2.14: Instandhaltung des Spielmobils 
Beschreibung:  
Das Spielmobil muss ggf. jährlich Instand gehalten und ergänzt werden. Zudem falle n je 
nach Trägerschaft ggf. Verwaltungskosten an.  
Beteiligte:  Schule, Freie Träger der Jugendhilfe, Stadtteilwerkstatt Nord  
Kosten:  laufende Kosten ca. 750 € pro Jahr (Verwaltungs-/Erhaltungs-
/Instandhaltungskosten)  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

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Maßnahme 2.15: Abfall-Coaches 
Beschreibung:  
Ziel der pädagogischen Angebote der AWM ist es, alle Bürger/-innen für die Abfallvermei-
dung, für das sortenreine Trennen von Abfällen und für das Thema Ressourcenschonung 
und Stadtsauberkeit zu sens ibilisieren und zum Mitmachen zu motivieren. Der nachhaltige 
Erfolg solcher Maßnahmen hängt maßgeblich von einer zielgruppengerechten Ansprache 
und einer stadtteilbezogenen Ausrichtung durch fach - und sachkundiges Personal , soge-
nannte „Abfall-Coaches“, ab. Angesiedelt in einem Büro vor Ort, können die Abfall-Coaches 
die unterschiedlichen Zielgruppen im Stadtteil erreichen. Sie gestalten eigenständig Work-
shops, Veranstaltungen und Projekte zum Thema und führen diese im Stadtteil selbstständig 
durch.  
Die Abfall-Coaches sind dabei als aktives Bindeglied zwischen den AWM und den Akteuren 
und Zielgruppen vor Ort zu verstehen und fördern entsprechend auch die Netzwerkarbeit.  
 
Die Rolle der AWM -Mitarbeitenden liegt dabei in der Unterstützung und Begleitung der A b-
fall-Coaches von Beginn an. Die AWM übernehmen die fachliche und zielgruppenspezifische 
Schulung der Coaches und unterstützen mit abteilungsübergreifenden Fachpersonal im Hin-
tergrund bei der Planung und in der Umsetzung. Regelmäßige Rücksprachen zwischen 
AWM und den Abfall-Coaches werden etabliert. 
 
Ein Abfall-Coach initiiert spezifische abfallpädagogische Angebote in Schulen und Kitas (z.B. 
beginnend mit einer Projekt-Kita und einer Projekt-Schule) und unterstützt bei Projekten und 
Workshops. Er ist verantwortlich für die Ausbildung und Betreuung von sog. „Müll -Scouts“ in 
den Schulen und Kitas des Stadtteils (u.a. unter Einbezug des außerschulischen Lernang e-
bots der AWM „Deponie-Erlebnispfad“). Für die Ansprache erwachsener Bürger/-innen initiie-
ren Abfall-Coaches zielgruppengerechte Aktionen und planen Veranstaltungen, unter ande-
rem um Bürger/-innen als Multiplikator en für die Thematik in ihrem unmittelbaren Wohnu m-
feld zu gewinnen. 
Abfall-Coaches treiben die Vernetzung von Akteuren und Entscheidern im Themen bereich 
„Sauberkeit und Abfall“ im Stadtteil Coerde voran (z.B. durch die Netzwerkarbeit mit dem/der 
Stadtteilkümmerin, Quartiersmanagerin, Quartiershausmeister/in, Sozialarbeiter/in). Bei Fe s-
ten und Veranstaltungen können Abfall -Coaches in Organisationspr ozesse eingebunden 
werden, um beispielsweise über abfallarme Festgestaltung zu beraten. Ebenfalls unterstüt-
zen und koordinieren sie auf den Stadtteil ausgerichtete Sauberkeitsaktionen („Sauberes 
Coerde“), in Anlehnung an die Aktion „Sauberes Münster“. Um Bürger/-innen mit Migrations-
hintergrund zu erreichen, organisieren Abfall -Coaches interkulturelle Veranstaltungen und 
Begegnungsmöglichkeiten mit Fokus auf das Thema Abfall und /oder Stadtsauberkeit, z.B. in 
Form von Mieter- oder Stadtteilfesten. Oder sie un terstützen beispielsweise Beratungsange-
bote in Familienzentren mit Schulungen zur Abfalltrennung in Bildsprache. 
Beteiligte:  AWM, Stadtteilkümmerin / Quartiersmanagerin,  Kitas, Schulen, 
Akteure aus Coerde  
Kosten:  372.000 € (zwei Vollzeitstellen)  
Umsetzungszeitraum:  2021 - 2024  
Priorität:  1

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Maßnahme 2.16: Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder- und Jugendli-
che  
Beschreibung:  
Der Bedarf an verlässlichen, ganztägigen Ferienbetreuungsangeboten sowie an allgemeinen 
Angeboten in den Ferien ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Um die steigende 
Nachfrage an Plätzen in der Ferienbetreuung decken zu können, w urden die Angebote der 
ganztätigen Ferienbetreuung für Kinder im offenen Ganztag 2019 in die Strukturförderung 
überführt. Im Zuge dessen  wird die ganztätige Ferienbetreuung des HOT Coerde ab dem 
Sommer 2020 um zwei Wochen in den Sommerferien erweitert, der DRK Jugendtreff bietet 
erstmals ab 2020 in drei Ferienwochen eine ganztätige Ferienbetreuung in den Sommerfer i-
en an. Zusätzlich können in den Oster - und Herbstferien die Kinder das Ferienprogramm im 
HOT Coerde besuchen. Das Programm „MitSprache“, eine Ferienbetreuung im Rahmen e i-
nes Sprachprogrammes, stellt eine Ergänzung dar.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Freie Träger der 
offenen Kinder - und Jugendarbeit, Evangelische Kircheng e-
meinde  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 2.17: Aufstockung des Nachhilfeangebotes  
Beschreibung:  
Das Amt für Schule und Weiter bildung organisiert über die schulpsychologische Beratung s-
stelle die BuT-Lernförderung an nahezu allen Schulstandorten. Ein freier Träger der offenen 
Kinder- u. Jugendarbeit (OKAJ) wird  zudem dreimal in der Woche für je zwei Stunden ein 
schulisches Unterst ützungsangebot in Kleingruppen unterschiedlicher Alterszusammense t-
zung anbieten. Träger der OKAJ sind auf Grund ihrer Strukturprinzipien, ihrem besonderen 
Bildungsauftrag und ihrem niedrigschwelligen Zugang zur Zielgruppe hierfür besonders g e-
eignet. Zielgruppe sind vorrangig Kinder und Jugendliche, die nicht in der offenen Ganztags-
schule bzw. der Ganztagsschule angebunden sind.  
Beteiligte:  Amt für Schule und Weiterbildung (40) 
Kosten:  15.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  2

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Maßnahme 2.18: Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im 
„HOT“  
Beschreibung:  
Das HOT Coerde ist eine Einrichtung der offenen Kinder - und Jugendarbeit im Stadtteil C o-
erde mit der Zielgruppe der Sechs- bis 20-Jährigen. Hier wird ein vielfältiges Begegnungs- 
und Freizeitangebot für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen zur Verfügung gestellt. Um 
die Angebote, vor allem für die älteren Jugendlichen,  weiterhin durchführen zu können, wer-
den die Planstellen durch ein bedarfsorientiertes Steuerungs- und Förderkonzept der offenen 
Kinder- und Jugendarbeit und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit der Stadt abgesichert.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (51)  
Kosten:  LGV  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1 
Maßnahme 2.19: Ausweitung des Angebotes an Sprach- und Kulturmitt-
ler/-innen 
Beschreibung:  
Die Sprach- und Kulturmittler/-innen bieten Eltern und pädagogischen Fachkräften die Mö g-
lichkeit, die interkulturelle Kommunikation zu gestalten, zwischen verschiedenen Sichtweisen 
zu vermitteln, in  Konfliktsituationen zu moderieren und interkulturelle Begegnungen zu be-
gleiten. Das Angebot besteht für Kitas, Schulen und die städtische Schwangerschaftsber a-
tung und soll auf die Bereiche der frühen Hilfen (Familienbesuche und Stadt teilkoordination) 
ausgeweitet werden. Die Qualifizierungsangebote  zum Sprach- und Kulturmittler / -in sollen 
in Kooperation mit dem Haus der Familie und den Fachämtern durchgeführt werden.  
Beteiligte:  Sozialamt (50), Gesundheitsamt (53), Jobcenter Münster (59),  
Kommunales Integrationszentrum (KI), Haus der Familie, Stadt-
teilkoordination „Frühe Hilfen“ 
Kosten:  8.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1

107 
 
Maßnahme 2.20: Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an 
Deutschkursen 
Beschreibung:  
Sprachkurse zum Erlernen  der deutschen Sprache sind in einem Stadtteil wie Coerde  mit 
über 100 Nationalitäten unabdingbar. Die Kitas und Familienzentren in Coerde halten in K o-
operation mit den Anbietern der Familienbildung aktuell zehn Sprachförder- und Integrati-
onsangebote sowie muttersprachliche Sprachförderangebote mit Kinderbetreuung vor.  
Jedoch ist die Nachfrage nach a lltagsnahen Sprachkursen mit angegliederter Kinderbetreu-
ung höher als das Angebot. Um die Integration voranzutreiben , werden alltagsnahe 
Deutschkurse für unter schiedliche Zielgruppen aus gebaut, insbesondere für Männer bzw. 
Väter. Unterstützend ist die Stadtteilbücherei in Coerde tätig, die ihr Vorleseangebot ausbaut 
und gleichzeitig ihre Räumlichkeiten für Sprachkurse anbietet.  
Zudem führt das Amt für Schule und Weiterbildung – unterstützt durch zahlreiche Kooperati-
onspartner/-innen – mit dem Projekt „MitSprache“ erlebnispädagogisch orientierte Sprachi n-
tensivkurse für zugewanderte Schüler/-innen in den Ferien durch. 
Beteiligte:  VHS (40), Kulturamt (41), Stadtteilbücherei (42), BGZ, MSO, 
Schulen, Akteure aus den Bereichen Sport und Kultur  
Kosten:  250.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

108 
 
SPORT UND GESUNDHEIT  
Beschreibung: 
Seit jeher werden dem Sport vielfältige Funktionen für die Gesellschaft zugeschrieben. So 
dienen Sport und Bewegung nicht nur als Möglichkeit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, 
der Gesundheitsförderung oder der Prävention , sondern erfüllen  gleichzeitig sozial -
integrative Funktionen. Sport vermittelt wichtige Werte, Orienti erungs- und Verhaltensmuster 
wie Teamgeist, Respekt, Solidarität, Selbstbewusstsein, Regelakzeptanz und Fair Play. Da 
Sport Menschen unterschiedlicher Generationen sowie sozialer und kultureller Herkunft z u-
sammen bringt, Hemmungen sowie Sprachbarrieren abb aut, stellt die Förderung von Sport - 
und Bewegungsangeboten hinsichtlich des Themenfeldes Integration für einen jungen S tadt-
teil wie Coerde, in dem über 100 verschiedene Nationalitäten leben, einen wichtigen Beitrag 
dar. Das Angebot muss daher unterschiedl ichen Anforderungen und Bedürfnissen von Kin-
der, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlichen Alters und Nationalität en gerecht wer-
den.  
Gemäß dem Motto des Stadtentwicklungskonzeptes „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“ 
soll ein vielfältiges Sport - und Be wegungsangebot für die Bewohner /-innen des Stadtteil s 
geschaffen werden, welches diese dazu motiviert, sich im Außenraum, geeigneten Sport - 
oder Gymnastikhallen bzw. Bewegungsräumen  regelmäßig sportlich zu betätigen. Neben 
dem aktiven Beitrag zur individue llen Prävention und Gesundheitsförderung sollen dabei 
auch neue Kontakte geknüpft werden können, Zusammengehörigkeitsgefühle entstehen und 
die Lebensqualität gesteigert werden. 
Im Stadtteil Coerde weisen im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlich viele Kinder 
Auffälligkeiten bzgl. verschiedener Gesundheitsindikatoren auf:  „Übergewicht und Adipos i-
tas“, „schlechte Zahngesundheit“.  Im prozentualen Vergleich zur Gesamtzahl liegt auch der 
Anteil an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die A ngebote der Abteilung 
„Psychische Gesundheit“ des Gesundheitsamtes in Anspruch nehmen, in Coerde deutlich 
höher (20 %) als durchschnittlich auf gesamtstädtischer Ebene (15 %). Der Stadtteil Coerde 
leidet darüber hinaus aufgrund des hohen Anteils von Alkoho l- / Drogenkonsumenten und 
Drogenhandel unter einem schlechten Image. Daher ist es unabdingbar ein breitgefächertes 
Präventions- und Beratungsangebot zu den verschiedenen Gesundheitsthemen im Stadtteil 
zu platzieren.  
Ziel 
 Nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes der Stadtteilbevölkerung 
 Ausbau des Gesundheits- und Präventionsangebotes 
 Verbesserung des Sport- und Bewegungsangebotes 
 Integration unterschiedlicher Zielgruppen

109 
 
Sport und Gesundheit 
Nr. Maßnahme 
2.21 Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators  
2.22 Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ 
Maßnahme 2.21: Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators  
Beschreibung:  
Entsprechend dem Motto des InSEK „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“ soll die Bürge r-
schaft über Sp ort- und Bewegungs angebote zu einer besseren Gesamtkonstitution gela n-
gen. Dieser Ansatz soll möglichst auf unterschiedlichen Ebenen und bereits in der Kindheit 
greifen. Eltern sollen das Bewusstsein erlangen, dass durch Bewegung (auch im Freien) 
eine bessere Lebensqualität erlangt werden kann und sie als Vorbild für ihre Kinder fungi e-
ren. Auch Senio ren/-innen erhalten durch entsprechende sportliche Betätigung ihren G e-
samtgesundheitszustand länger aufrecht und beugen durch Bewegung in der Gemeinschaft 
einer Vereinsamung vor. Für Sport- und Bewegungsangebote stehen die schulischen Sport-
hallen, das BGZ „An der Meerwiese“ und das Sportgelände des SV Teutonia Coerde 60 e.V. 
zur Verfügung. 
 
Um das Angebot  an Sport - und Bewegungsangeboten  bedarfsgerecht zu optimier en, die 
Anbieter aus den Themenbereichen Sport, Bewegung und Gesundheit miteinander zu ve r-
netzen und um Synergien zu schaffen , bedarf es der Organisation durch einen Sport - und 
Bewegungskoordinator. Hinsichtlich der Entwicklung neuer Angebote sind beispiel haft der 
Walking-Bus und der Ausbau der Kursangebote für Mädchen und Frauen zu nennen. Dar-
über könnten die Optimierung der Nutzung der Sporthallen sowie die Suche nach neuen 
Kurs- / Übungsleitern (ggf. in Kooperation mit der WWU Münster) Aufgaben sein.  Die Unter-
stützung beim Ausbau der ehrenamtlichen Vereinsa rbeit und d er Öffentlichkeitsarbeit gehö-
ren ebenfalls zum Aufgabenfeld. Durch partizipative Prozesse werden die Zielgruppen mit in 
die Planungen eingebunden.  
Beteiligte:  Sportamt (52), Gesundheitsamt (53), Verbund sozialtherapeuti-
sche Einrichtungen  (VSE), Verein für Mototherapie und 
Psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. 
Kosten:  ca. 252.000 € zzgl. Sachmittelbudget 
Umsetzungszeitraum:  2021 - 2023  
Priorität:  1

110 
 
Maßnahme 2.22: Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ 
Beschreibung:  
Der Stadtsportbund Münster organisiert für ausgewählte Kitas 40 Wochen lang je eine Stu n-
de pro Woche ein kostenlose Bewegungsförderungsangebot für überwiegend adipöse Kinder 
im Alter von vier bis sechs Jahren . Das Angebot findet unter Anleitung zweier Übungsleiter 
statt, möglichst mit einer Zusatzqualifikation im Bereich Bewegungsförderung.  Ziel des Pro-
jektes ist es, die Kinder zu sportlicher Bewegung zu motivieren, die motorischen Grundfertig-
keiten zu  verbessern und gleichzeitig die Erzieher/ -innen für die Problematik der Bew e-
gungsarmut zu sensibilisieren. Um einen nachhaltigen Effekt erzielen zu können, müsste bei 
den Projektkindern für umliegende Vereinsangebote und bei Vereinen für die poten ziellen 
„Neuzugänge“ geworben werden.  
Beteiligte:  Amt für Kind er, Jugendliche und Familien (51 ), Sportamt (52), 
Stadtsportbund, Kita  
Kosten:  ca. 7.500 €  
Umsetzungszeitraum 2021 ff.  
Priorität 1

111 
 
 
Beschreibung: 
Coerde ist ein grüner Stadtteil mit unmittelbar angrenzenden weitläufigen Erholungsgebieten. 
Die Versorgung mit Spielplätzen ist im städtischen Vergleich gut , die Gestaltung der Spie l-
plätze auf den privaten Grundstücken der Mehrfamilienhäuser ist jedoch vielfach unattraktiv. 
Coerde ist ein dicht besiedelter Stadtteil, so dass den Freiräumen mit Bewegungsangeboten 
ein besonderer Stellenwert zukommt. Gleichzeitig ist die Anpassung der Plätze, Grünflächen 
und Gebäude sowie Infrastrukturen an den Klimawandel notwendig, dementsprechend ist die 
energetische Sanierung der älteren Wohngebäude im Rahmen des Klimaschutzes vers tärkt 
in die Wege zu leiten.  
Die derzeitige teilweise mangelhafte Gestaltung und Pflege der privaten und öffentlichen 
Grünflächen – z.B. durch Ablagerung von Sperrmüll – trägt zum schlechten Image des Stadt-
teils bei und soll verbessert werden. Auch der zentralgelegene Hamannplatz bedarf dringend 
einer Aufwertung, die aber bereits durch die Beauftragung eines Landschaftsarchitekturbüros 
zur Neugestaltung des Platzes eingeleitet wurde. 
Ein weiterer Aspekt, der sich auch auf die Außenwahrnehmung des Stadtteil s auswirkt, ist 
die gefühlte Unsicherheit durch Kriminalität, Drogen - und Alkoholkonsum im öffentlichen 
Raum. Besonders ältere Menschen, Frauen und Mädchen benennen eine Reihe von „Angs t-
räumen“ im Stadtteil. 
Ziel:  
 Bewegungsangebote für alle Altersgruppen im öffentlichen Raum 
 Stärkung des Stadtteilzentrums durch Attraktivitätssteigerung des Hamannplatzes 
 Stärkung der Resilienz des Stadtteils gegenüber den Folgen des Klimawandels  
 Klimaschutz durch energetische Gebäudesanierung  
 Maßnahmen zur Klimaanpassung 
 Abbau von Angsträumen 
  
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klima-
anpassung

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Maßnahmen im Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume, Parks, Grünflächen, Klimaschutz  (Karte: 
Stadt Münster)  
 
Nr.  Maßnahmen  
3.1  Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpassung  
3.2 Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelne Quartiere 
3.3 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffentliche Gebäude) 
3.4 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (private Gebäude) 
3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 
3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 
3.7 Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes 
3.8 Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 
3.9 Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 
3.10 Ausbau der Radwegeverbindungen 
3.11 Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen 
3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 
3.13 Partizipatives Konzept zur Einrichtung öffentlicher Picknickplätze

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Maßnahme 3.1: Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpas-
sung 
Beschreibung:  
Geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung sind im Stadtteil Coerde auf Grund der zu er-
wartenden Zunahme von außergewöhnlichen Starkregenereignissen und Belastungen durch 
Wärme/Hitze zu entwickeln und umzusetzen. D ies erfordert  eine stärkere funktionale Ve r-
knüpfung von Gewässern und Grünstrukturen. Darüber hinaus müssen Plätze und verdichte-
te Strukturen mikroklimatisch verbessert werden. Die Umsetzung des Handlungskonzepte s 
wird durch eine intensive Kampagne zur Information der Bürgerschaft begleitet.  
Beteiligte:  Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit (67)  
Kosten:  250.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1 
Maßnahme 3.2: Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelner Quartiere 
Beschreibung:  
Durch die Erstellung eines stadtteilweiten Energiekonzeptes sollen Energieeinsparpotenziale 
im Gebäudebereich identifiziert und sinnvolle Maßnahmen ermittelt werden, die zu einer er-
heblichen Reduktion der CO 2-Emissionen führen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der ene r-
getischen Sanierung von Gebäuden oder ganzen Quartieren , sowie der klimafreundlichen 
und lokalen Versorgung mit Wärme und Strom. 
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt 
für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) , Stadtwerke 
Münster  
Kosten:  500.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2021- 2023  
Priorität:  1 
Maßnahme 3.3: Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen 
(öffentliche Gebäude) 
Beschreibung:  
Auf Basis des erarbeiteten Energiekonzeptes für den Stadtteil bzw. einzelner Quartiere we r-
den möglic herweise energetische Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden (z.B. 
Schulen, Kitas, etc.) durchgeführt werden.

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Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64),  Inves-
toren 
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021- 2023  
Priorität:  2 
Maßnahme 3.4: Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen 
(private Gebäude) 
Beschreibung:  
Auf Basis des erarbeiteten Energiekonzeptes für den Stadtteil bzw. einzelner Quartiere we r-
den möglicherweise energetische Sanierungsmaßnahmen an privaten Gebäuden  durchge-
führt werden. 
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt 
für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Private 
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2023 ff.  
Priorität:  3 
Maßnahme 3.5: Pflanzung zusätzlicher Bäume 
Beschreibung:  
Im Verlauf des InSEK -Prozesses ist wiederholt der Wunsch nach weiteren Straßenbäumen 
im Stadtteil sowohl aus der Politik , als auch von der Bürgerschaft  benannt worden. Es wu r-
den zahlreiche potenzielle Standorte, insbesondere entlang der Königsberger Straße identifi-
ziert. Auch hinsichtlich der Verbesserung des Mikroklimas, als Verdunster und Schatte n-
spender, sind Straßenbäume ein wichtiger Baustein zur Klimaanpassung . Die eingegange-
nen Anregungen werden zurzeit in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse und bestehenden 
Leitungstrassen geprüft.  
Beteiligte:  Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit  (67), AK Star-
kes Coerde 
Kosten:  20.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 - 2023 
Priorität: 1

115 
 
Maßnahme 3.6: Aufwertung des Wohnumfeldes  
Beschreibung:  
Das Wohnumfeld ist für die Wohnzufriedenheit genauso relevant , wie der Wohnraum selbst. 
Je attraktiver das Wohnumfeld gestaltet ist und das A ngebot an Bewegungs - und Begeg-
nungsflächen dem Bedarf der Bewohner schaft entspricht, desto mehr wird das Wohnumfeld 
genutzt. Rund um die Mietwohnungsanlagen bestehen vereinzelt großzügige private Freiflä-
chen, die jedoch kaum angenommen werden, auch weil di ese teilweise starke  Verunreini-
gungen aufweisen. Um das Wohnumfeld der privaten Wohnungsunternehmen aufzuwerten 
und die Wohnzufriedenheit zu erhöhen, sollen die Grünflächen gemeinsam mit den Mieter /-
innen gestaltet werden. Dabei sollen neben der Aufwertung der Grünflächen auch die Bewe-
gungsangebote vor Ort aufgewertet bzw . geschaffen werden, damit die Bevölkerung  sich 
auch außerhalb der Wohnung aufhalten kann. Auch die Schaffung von Begegnungsmöglich-
keiten und die Überarbeitung der Lichtkonzepte tragen zur Aufwertung des Wohnumfeldes  
und zum Abbau von Angsträumen bei.  
Beteiligte:  Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt 
für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) , Wohnung s-
wirtschaft  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum: 2021 ff. 
Priorität: 1 
Maßnahme 3.7: Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes 
Beschreibung:  
Viele Bürger/-innen klagen auf Grund mangelnder Beleuchtung über ein fehlendes Siche r-
heitsgefühl im öffentlichen Raum vor allem in den späten Abendstunden und nachts. Zur 
Steigerung des Sicherheitsgefühls wurde auf Initiative der AWO Coerde gemeinsam mit der 
Verwaltung und den Bürger/ -innen eine Begehung in den Abendstunden durchgeführt. Dort 
wurden Straßen und Plätze identifiziert, in denen die Beleuchtung nicht ausreichend ist und 
ergänzt bzw. verbessert werden muss. Diese Ergebnisse stellen die Grundlage für ein extern 
zu vergebenes Beleuchtungskonzept dar.  
Beteiligte:  Stadtplanungsamt (61), Amt für Mobilität und Tiefbauamt (66), 
AWO, Externes Büro 
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität: 1

116 
 
Maßnahme 3.8: Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf 
dem Hamannplatz  
Beschreibung:  
Der Hamannplatz ist als Stadtteilzentrum die zentrale Anlaufstelle in Coerde. Neben Verso r-
gungsmöglichkeiten hat der Platz eine wichtig e Aufenthalts- und Wegefunktion. Neben den 
Zufahrten und den Parkflächen für den Kfz -Verkehr sind Flächen für Rad - und Fußverkehr 
ausgewiesen, ebenso wie Aufenthalts- und Spielbereiche; auf diesen Flächen gilt aktuell ein 
Radfahrverbot. Diese vielfältigen Nutzungsansprüche führen oftmals zu Unsicherheit seitens 
der Fußgänger. Durch die Festsetzung en des neu aufgestellten B-Plans Nr. 557 ist nun die 
Möglichkeit geschaffen worden, die Wegebeziehungen und die Verkehrsflächen auf dem 
gesamten Platzbereich neu zu ordnen und zu gestalten, um die Sicherheit aller Verkehrsteil-
nehmer zu erhöhen. Ziel ist es, das bestehende Konzept der räumlichen Trennung von Au f-
enthaltsbereichen und Flächen für den Kfz -Verkehr beizubehalten, dies spiegelt sich in der 
Anordnung der Kf z-Stellplätze an den Randbereichen des Hamannplatzes wider.  Die Fuß-
wegeführung über die Parkplatzzonen soll sicherer gestaltet und die Anbindung der angre n-
zenden Wohngebiete an den Hamannplatz verbessert werden. Auch die Prüfung der Bela n-
ge des Radverkehrs ist Bestandteil des Konzeptes. Ein externes Landschaftsarchitekturbüro 
ist damit beauftrag t, ein Konzept zur Aufwertung des Platzes mit Bewegungsangeboten, 
Wasserspiel und Begrünung unter intensiver Beteiligung der Bürgerschaft zu erarbeiten.  
Beteiligte:  Sportamt (52), Gesundheitsamt (53), Stadtplanungsamt (61), 
Amt für Tiefbau und Mobilität (66), Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit (67), Externes Büro, Bürgerschaft 
Kosten:  ca. 40.000 €  
Umsetzungszeitraum: 2021  
Priorität: 1 
Maßnahme 3.9: Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem  
Hamannplatz  
Beschreibung:  
Auf der Grundlage des  Konzeptes aus Maßnahme 3.8  wird der Hamannplatz unter Berüc k-
sichtigung der umfangreichen B auvorhaben (Neubau Edeka, Aldi und multifunktionales 
Stadtteilhaus) umgestaltet.  
Beteiligte:  Amt für Tiefbau und Mobilität (66), Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit (67), Externes Büro 
Kosten:  1.680.000 € 
Umsetzungszeitraum: 2023 ff. 
Priorität: 3

117 
 
Maßnahme 3.10: Ausbau der Radwegeverbindung  
Beschreibung  
Als Fahrradstadt verfügt Münster über ein ei genständiges Radverkehrskonzept, dessen Ziel 
es ist, den Radverkehr zukunftsgerecht zu entwickeln, um auch unter Umweltgesichtspunk-
ten mehr Radverkehr zu generieren. Dabei gilt es nicht nur neue Radwege zu schaffen, so n-
dern auch die Bestandsinfrastruktur an heutige Anforderungen anzupassen. Die Radweg e-
anbindung von Coerde wird vor allem durch den Ausbau der Velorouten und der Kanalpr o-
menade deutlich verbessert. Der Ausbau der Veloroute zwischen Münster und Greven ve r-
bessert die Anbindung an die Innenstadt, aber auch an das überregionale Radwegenetz. 
Das Konzept allgemein dient der Entlastung des Straßennetzes durch den Ausbau des Ra d-
verkehrs. Der Ausbau der Kan alpromenade, entlang des Dortmund -Ems-Kanals, dient als 
zusätzliche Anbindung an die Innenstadt und zeichnet sich b eispielsweise durch eine Ra d-
wegeverbreiterung und ein adaptives Beleuchtungskonzept aus.  
Beteiligte:  Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Wasserstraßen- und Schiff-
fahrtsverwaltung des Bundes  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1 
Maßnahme 3.11: Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen 
Beschreibung:  
Nach dem Motto „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“  soll d ie Bewohnerschaft angeregt 
werden, die bereits vorhandene Infrastruktur wie Fuß- und Radwegverbindungen und Nah-
erholungsgebiete intensiver zu nutzen. Mehrs prachige Übersichtsmarkierungen, Wegweiser 
und Pläne werden im Stadtteil angebracht.  
Beteiligte:  Amt für Grünfl ächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Münster 
Marketing (MM)  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 - 2022 
Priorität: 2

118 
 
Maßnahme 3.12: Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 
Beschreibung:  
Den Jugendlichen im Stadtteil soll ein weiterer überdachte r, gut erreichbarer Treffpunkt a u-
ßerhalb ihrer häufig beengten Wohnverhältnisse angeboten werden. Angedacht ist dabei der 
Standort am Spielplatz Samlandufer am Dortmunder-Ems-Kanal. 
Beteiligte:  Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit  (67), Verbund 
Sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW e.V. (VSE)  
Kosten:  25.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021  
Priorität:  1 
Maßnahme 3.13: Einrichtung öffentlicher Picknickplätze 
Beschreibung:  
Vor allem auf  den Grün- und Spielflächen am Hamannplatz, am B GZ „An der Me erwiese“ 
und an den Spielplätzen im Stadtteil sollen Bank -Tisch-Kombinationen aufgestellt werden, 
damit die Eltern bzw. betreuenden Personen vor Ort bequeme Sitzmöglichkeiten haben, ihre 
Kinder beaufsichtigen und mit anderen ins Gespräch kommen können.  
Beteiligte:  Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit (67) , Stadtteilkümmerin / Quartiersmanag e-
rin  
Kosten:  ca. 6.400 € (1.600 € / Stück) 
Umsetzungszeitraum:  2021   
Priorität: 1

119 
 
Handlungsfeld 4: Nahversorgung  
Beschreibung: 
Am Hamannplatz befindet sich das Nahversorgungszentrum von Coerde, der Coerdemarkt ; 
dort sind Versorgungsangebote zur Deckung des täglichen Bedar fs sowie gastronomische 
Angebote und Dienstleistungen  vorhanden. Durch die kleinteilige Struktur der Ladenlokale, 
die sich in ein- bis zweigeschossige Flachbauten in „Waschbeton-Optik“ befinden, strahlt der 
Hamannplatz den „Charme der 60er Jahre“ aus. Doch  eben diese Kleinteiligkeit entspricht 
nicht mehr den heutigen Flächenansprüchen des Einzelhandels. Die Gesamtheit der „in die 
Jahre gekommenen“ Gebäudesubstanz, die geringen Verkaufsflächengröße und die ungüns-
tigen Ladenzuschnitte führen unter anderem dazu, dass die Kaufkraft aus de m Stadtteil ab-
wandert. Ein zeitgemäßer und konkurrenzfähiger Marktauftritt ist unter diesen Umständen 
nicht möglich. Aus Sicht der Bürgerschaft im Stadtteil fehlt vor allem ein Drogeriemarkt. 
Wichtig für eine zukunftsfähige Entwicklung des Stadtteils hinsichtlich der Versorgung ist die 
Ansiedlung einer Nutzungsvielfalt, die neben dem unverzichtbaren Einzelhandel , eine aus-
geglichene Mischung aus Gastronomie, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen, kulturellen, öffen t-
lichen und sozialen Angeboten sowie Wohnnutzung  bereitstellt. Diese Aspekte wurden bei 
der Aufstellung des neuen Bebauungsplans „Coerde-Hamannplatz Nr. 557 “, unter breiter 
Beteiligung der Öffentlichkeit, berücksichtigt.  
Zudem bedarf es einer zeitgemäßen und bedarfsgerechten Anpassung des öffentlichen 
Raumes, um die Aufenthaltsqualität am Hamannplatz durch Bewegun gsangebote, Stadtmo-
biliar und einer ansprechenden Grüngestaltung zu steigern. Um die Nutzer/-innen der Fläche 
mit in den Umgestaltungsprozess einzubeziehen, ist auch in diesem Verfahren eine intensive 
Bürgerbeteiligung geplant.  
Ziel: 
 Bauliche und gestalterische Aufwertung des Coerdemarktes  
 Ergänzung des Nahversorgungsangebotes 
 Attraktivitätssteigerung von Coerde als Nahversorgungszentrum

120 
 
Maßnahmen im Handlungsfeld  4: Nahversorgung  (Karte: Stadt Münster)  
Maßnahme 4.1: Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamann-
platz 
Beschreibung:  
Um den Coerdemarkt als starkes Stadtteilzentrum in Coerde zu sichern und den weiteren 
Abzug der Kunden und ihrer Kaufkraft in die benachbarten Stadtteile zu bremsen, wurde ein 
Bebauungsplanverfahren „Coerde – Hamannplatz Nr. 557“ durchgeführt, mit der Zielsetzung 
die Fläche baulich und gestalterisch aufzuwerten. Durch ein breit angelegtes Beteiligung s-
verfahren der Bürgerschaft, der Akteure vor Ort sowie der Bezirksvertretung – u.a. in Form 
einer Planungswerkstatt – wurden die Anforderungen an ei n intaktes Stadtteilzentrum aus 
der Sicht der Stadtteilbewohner verdeutlicht. Der Bebauungsplan wurde Ende 2019 als Sa t-
zung beschlossen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit auf dem Hamannplatz die Bau - und 
Parkplatzflächen neu zu strukturieren, die Verkauf sflächen der bestehenden Einzelhändler 
zu erweitern, einen Drogeriemarkt anzusiedeln, die Fläche der nördlichen und östlichen L a-
denzeilen zu erweitern und die großzügige Freifläche auf dem Platz neu zu gestalten und 
somit aufzuwerten.  
Die Verwaltung steht in engmaschigen Verhandlungen mit den Investoren, u.a. mit der West-
fälischen Bauindustrie (WBI) , einer Tochtergesellschaft der Stadt Münster, um eine zügige 
Realisierung der angestrebten  Angebotserweiterung zu erreichen. Für die Gestaltung der 
Nr.  Maßnahmen  
4.1 Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamannplatz  
4.2 Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kiesekampweg

121 
 
Freiflächen wurde vom Stadtplanungsamt ein externes Landschaftsarchitekturbüro mit der 
Vorgabe einer intensiven Beteiligung der Bürgerschaft beauftragt.  
Beteiligte:  Stadtplanungsamt (61), Investoren  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  2 
Maßnahme 4.2: Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kie-
sekampweg 
Beschreibung:  
Im Bereich Kiesekampweg / Holtmannsweg, in 1,5 km Entfernung zum Hamannplatz, wird in 
naher Zukunft ein neues Wohnquartier auf einer Fläche von 1,5 Hektar entstehen. Neben der 
Erweiterung des Wohnraumangebotes (vgl. Maßnahme 1.6) wird auch das Nahversorgungs-
angebot für Coerde auf der Fläche erweitert. Vorgesehen ist die Ansiedlung eines Leben s-
mittelmarktes mit einer Verkaufsfläche von ca. 1 .000 qm, aber auch die Unterbringung  von 
kleineren Dienstleistungseinheiten, wie einer Bäckerei und/oder einem Café. Durch die Vo r-
haben am Hamannplatz und am Kiesekampweg wird sich die quantitative und qualitative  
Nahversorgung im Stadtteil Coerde signifikant verbessern.  
Nach der Realisieru ng der geplanten Vorhaben sind weitere Maßnahmen zur Erweiterung 
der Nahversorgung, die über die Bestandssicherung der zukünftig bestehenden Lebensmit-
telmärkte hinausgehen, nicht zu empfehlen und nicht vorgesehen. 
Beteiligte:  Stadtplanungsamt (61), Investoren 
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  2

122 
 
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration  
Beschreibung: 
Im Stadtteil Coerde leben derzeit über 100 verschiedene Nationalitäten. Einige Ethnien woh-
nen bevorzugt gemeinschaftlich in bestimmte n Quartieren und bilden zum Teil Parallelge-
sellschaften. Dadurch wird die Integration – besonders von Frauen und Mädchen – erheblich 
erschwert. Insbesondere in den mehrgeschossigen Wohngebäuden im Stadtteil kommt es 
verstärkt zu Problemen innerhalb der Bew ohnerschaft. Ein in diesem Aufgabenbereich  en-
gagiertes Netz von Akteu ren kooperiert regelmäßig in Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen 
Themenschwerpunkten. Diese Kooperation muss jedoch intensiviert werden, um die weitrei-
chenden sozialen Probleme nachhaltig bewältigen zu können.  Durch ein breites, niede r-
schwelliges Angebot an zusätzlichen, außerschulischen Bildungsmöglichkeiten sollen Kinder 
und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern verstärkt die Chance der sozialen Teilha-
be erhalten.  
Ziel: 
 Integration von Menschen mit Migrationshintergrund  durch gemeinschaftliche, e thnien- 
übergreifende, kulturelle und bildungsfördernde Veranstaltungen 
 Optimierung des Zusammenlebens im Stadtteil durch  Schaffung offener, positiver Rah-
menbedingungen, um Vorurteile gegenüber anderen Nationalitäten, Lebensstilen und Re-
ligionszugehörigkeiten abzubauen  
 Intensivierung der Zusammenarbeit der Akteure im Stadtteil 
 Schaffung von Transparenz über bestehende Angebote  
 Integration durch Verbesserung der schulischen und außerschulischen Teilhabe

123 
 
Maßnahmen im Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration (Karte: Stadt Münster)  
Nr.  Maßnahmen  
5.1  Durchführung von Internationalen Kulturfesten  
5.2 Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 
5.3  Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung  
5.4 Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteilbücherei  
5.5 Trommelworkshop 
5.6 Jobcafé  
5.7 Familientheater 
5.8 Theaterjugendclub 
5.9 Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte 
5.10 Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil 
5.11 Nationworker 
5.12 Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“

124 
 
Maßnahme 5.1: Durchführung von internationalen Kulturfesten 
Beschreibung:  
Verschiedene Akteure  veranstalten jährlich Feste  mit kulturellen Darbietungen – wie z.B. 
Tanz, Musik, Theater – für alle Bewohner/-innen im Stadtteil (z.B. auf dem Hamannplatz, im 
multifunktionalen Bewegungsraum mit Café im Stadtteilhaus  oder im BGZ „An der Meerwie-
se“). Damit soll die Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen und Ethnien gefördert werden.  
Beteiligte:  Kulturamt (41 ), Münster Marketing  (MM), Stadtteilkümmerin / 
Quartiersmanagerin, Begegnungszentrum „An der Meerwiese “, 
Sozialverbände, Vereine, Freie Träger, Religionsgemeinschaf-
ten, etc.  
Kosten:  25.000 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 5.2: Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 
Beschreibung:  
In dem Stadtteilhaus wird eine Lernküche mit vier Arbeitsplätzen (für je 2-3 Personen) einge-
richtet.  
Beteiligte:  AWO 
Kosten:  20.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2023 ff. 
Priorität:  2

125 
 
Maßnahme 5.3: Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung 
Beschreibung:  
Zur Förderung der Toleranz für andere kulturelle Hintergründe und Lebensgewohnheiten 
werden Kochkurse für die im Stadtteil vertr etenen Ethnien und deutsche Bewohner/ -innen 
angeboten. Aufgrund der hohen Quote an Adipositas -Betroffenen und schlechter Zah n-
gesundheit wird mehrsprachige Aufklärungslektüre zum Thema gesunde Ernährung angebo-
ten.  
Beteiligte:  Gesundheits- und Veterinäramt (53), AWO, Bildungsstätte A n-
na-Krückmann-Haus, Tafel Münster Coerde, Familienzentren 
der Kirchengemeinden  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2023 ff. 
Priorität:  2 
Maßnahme 5.4: Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der 
Stadtteilbücherei 
Beschreibung:  
Durch die Bereitstellung von geeigneten Räumlichkeiten in dem geplanten multifunktionalen 
Stadtteilhaus am Hamannplatz könnte die derzeit beengte Stadtteilbücherei ihr Angebot er-
heblich ausgebauen. Der Schwerpunkt liegt in der  kulturellen, schulischen und außerschuli-
schen Bildungsförderung unter Einbeziehung  unterschiedlicher Medien (Haus für Digitales). 
Um ungestört  alleine und /oder in Kleingruppen zu lernen, was in vielen (kinderreichen) 
Haushalten im familiären Umfeld erschwert  bzw. nicht möglich is t, müssen entsprechende 
Räume angeboten werden. Das eröffnet die Chance frühzeitig durch Bildung der Armutssp i-
rale zu entgehen. Insofern hat die Stadtteilbücherei am Hamannplatz eine „Ankerfunktion“. 
Für Jugendliche und Erwachsene werden  Informationsveranstaltungen zu verschiedenen 
Themen durchgeführt, Lesungen und Diskussionsforen zu den unterschiedlichsten Lebens-
bereichen angeboten. Damit sich größere Gruppen  treffen können – z. B für gemeinsame 
Spiele, Kino und Theatervorführungen  – muss ein Raum mit ent sprechender Größe berei t-
gestellt werden. 
Beteiligte:  Stadtbücherei (42), Freie Träger  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2023 ff. 
Priorität:  2

126 
 
Maßnahme 5.5: Trommelworkshop  
Beschreibung: 
Aufgrund guter Erfahrungen mit die sem Format werden in Zusammenarbeit mit den Kitas, 
Schulen und den Bildungs - und Betreuungseinrichtungen  kostenlose und regelmäßige 
Trommelkurse für die Kinder und Jugendlichen angeboten werden. Die Trommelkurse finden 
entweder als Tagesprojekte oder in regelmäßigen Abständen statt. 
Beteiligte:  Kitas, Schulen, Externes Fachpersonal  
Kosten:  1.400 € 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  1 
Maßnahme 5.6: Jobcafé 
Beschreibung:  
Um den Zugang zum Jobcenter und den Weg aus der Arbeitslosigkeit zu erleichtern, wird ein 
Jobcafé an das geplante Jobcenter angegliedert (vgl. Maßnahme 6.3).Dieses soll im geplan-
ten, niederschwelligen und multifunktional en Stadtteilhaus zum Austausch der Betroffenen, 
insbesondere aus den unterschiedlichsten Kulturen, untergebracht werden.  
Beteiligte:  Jobcenter Münster (59)  
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2023 ff.  
Priorität:  2

127 
 
Maßnahme 5.7: Familientheater  
Beschreibung:  
Familien mit Kindern ab sechs Jahren spielen gemeinsam Theater und erleben Freude am 
kreativen Miteinander. Unter professioneller Anleit ung werden Ausdrucksmöglichkeiten en t-
deckt, Geschichten und Rollen entwickelt, bei denen die Teilnehmer ihre  individuellen Ideen 
ausprobieren und mitgestalten können.  
Es soll ein Stück zu einem Thema entstehen, über das jede Generation nachdenkt; ein Stück 
für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. 
Beteiligte:  Kulturamt (41), Begegnungszentrum „An der Meerwiese“  
Kosten:  12.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff. 
Priorität:  2  
Maßnahme 5.8: Theaterjugendclub  
Beschreibung:  
In dem Theaterkurs werden Grundkenntnisse des Schauspiels, wie Körperausdruck, Stimm-
arbeit, Ensemblebildung und die Improvisation geschult und vertieft. Die The atergruppe ist 
für alle spielbegeisterten Jugendlichen ab 13 Jahren geeignet, dabei dient d as Projekt der 
Integration, der kulturellen Bildung und zur Stärkung des Selbstbewuss tseins von Kindern 
und Jugendlichen.  
Beteiligte:  Kulturamt (41), Begegnungszentrum „An der Meerwiese“  
Kosten:  6.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  2

128 
 
Maßnahme 5.9: Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport 
für Neuzugewanderte 
Beschreibung:  
Um Transparenz über die vielfältigen Angebote im Stadtteil hinsichtlich der Themen Sport, 
Integration und Sprache für Neuzugewanderte zu schaffen, wird eine niederschwellige, inter-
aktive Karte für den Stadtteil Coerde erstellt. Diese erfasst Sportvereine, Anbieter der Inte g-
rations- und der berufsbezogenen Deutschsprachkurse. Anhand einer bedarfsgerechten 
Suchfunktion können Sprachkurse und/oder Sportangebote und deren Anbieter ausfindig 
gemacht werden. Neuzugewanderte können anhand der integrierten Routingfunktion von 
ihrem aktuellen Standpunkt aus zum Angebot gelotst werden. Zudem enthält die visuelle 
Verortung der Angebote Informationen zu diesen, sowie Kontaktdaten zu den Anbietern und 
Weblinks. Die App soll allgemein zugänglich sein.  
Beteiligte:  Amt für Schule und Weiterbildung (40), Katasteramt (62), Müns-
ter Marketing (MM), Stadtsportbund 
Kosten:  NN 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 5.10: Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im 
Stadtteil  
Beschreibung:  
Das kommunale Integrationszentrum (KI) führt eine Veranstaltungsreihe  zum Thema „ Bil-
dungsteilhabe und Bildungserfolg von Sinti und Roma“ im Stadtteil durch, um die Kompetenz 
der Verantwortlichen im Umgang mit dieser ethnischen Gruppe im Stadtteil zu stärken.  
Beteiligte:  Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Jobcenter Müns-
ter (59), Kommunales Integrationszentrum (KI) 
Kosten:  3.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2021   
Priorität:  1

129 
 
Maßnahme 5.11: Nationworker  
Beschreibung:  
Die Jugendlichen im Stadtteil werden durch einen engagierten Streetworker über den „Ve r-
bund der sozialtherapeutischen Einrichtungen“ (VSE) betreut. Im Wohnquart ier Meerwiese 
besteht ein Anlaufpunkt mit angegliedertem Aufenthaltsbereich. Eine weitere Vollzeitstelle für 
eine/n Sozialarbeiter /in mit Migrationshintergrund, der /die die demokratischen Grundwerte 
und die deutsche Kultur der Stadtteilbevölkerung auf Augenhöhe nahebringt, ist einzurichten.  
Besonderer Handlungsbedarf besteht vor allem im Umgang mit dem arabischen Kulturkreis. 
Regelmäßige Sprechzeiten sind im Quartier in der Meerwiese (Büro des VSE) oder  / und in 
Räumlichkeiten im geplanten, multifunktional en Stadtteilhaus am Hamannplatz niede r-
schwellig unterzubringen. 
Beteiligte:  Verband therapeutischer Einrichtungen (VSE) 
Kosten:  335.500 € (ohne Ausstattung und Materialien) 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität: 1  
Maßnahme 5.12: Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten  
„coerde mittendrin“ 
Beschreibung:  
Die Institution „coerde mittendrin“ ist seit geraumer Zeit eine fest etablierte Instanz im Stad t-
teil Coerde, initiiert vom AK „Älter werden in Coerde“. Die große Nachfrage aus den unte r-
schiedlichsten Bevölkerungsgruppen aus dem Stadtteil belegt den hohen Stellenwert dieser 
Stadtteilarbeit, die die AWO mit ihren vielfältigen Angeboten im „coerde mittendrin“ erfüllt. 
Angesprochen werden neben den Nationalitäten auch unterschiedliche Altersgruppen , wie 
z.B. Kinder, Jugendliche und Senioren. 
Beteiligte:  Sozialamt (50), AWO  
Kosten:  406.530 € 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

130 
 
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus  
Beschreibung: 
Der Rat der Stadt Münster hat am 11.12.2019 einstimmig beschlossen, am Hamannplatz Nr. 
36-40 in zentraler Lage ein multifunktionales Stadtteilhaus zu errichten (Grundsatzbeschluss 
V/1006/2019). Das städtische Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) 
wurde mit der Planung und Umsetzung d ieses ressortübergreifenden, integrierten Bege g-
nungs-, Beratungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums beauftragt. Ein grundlegendes Ziel 
dieser niederschwelligen, zentral gelegenen Einrichtung ist die Verbesserung der Kooperat i-
onsmöglichkeiten der im Stadtteil vertretenen Akteure.  
Die WBI erarbeitet derzeit eine Wirtschaftlichkeits - und Machbarkeitsstudie und wird auf di e-
ser Grundlage einen Architekturwettbewerb durchführen. Geplant sind der Abbruch der b e-
stehenden, desolaten Bausubstanz aus den 60er Jahren und die erweiterte Neubebauung in 
mehreren Bauabschnitten. 
Ziel 
 Schaffung eines zentralen Anlaufpunktes mit vielfältigem Nutzungsspektrum  
 Bündelung bestehender Angebote an zentraler Stelle 
 Verbesserung der Kooperation der Akteure vor Ort 
 Nutzung von Synergieeffekten

131 
 
Maßnahmen im Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus (Karte: Stadt Münster)  
 
Nr.  Maßnahmen  
6.1 Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der 
potenziellen Nutzer 
6.2 Durchführung eines Architekturwettbewerbs 
6.3  Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses

132 
 
Maßnahme 6.1: Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie / Moderation des 
Beteiligungsprozesses der potenziellen Nutzer 
Beschreibung:  
Die Notwendigkeit der Errichtung eines  multifunktionalen Stadtteilhauses ist das Ergebnis 
eines intensiven Beteiligungs - und Diskussionsprozesses mit der Bürgerschaft, der Politik 
und den Akteuren vor Ort, sowie den freien Trägern und der Fachverwaltung. An diese zen t-
ralgelegene Einrichtung am Hamannplatz sind hohe Erwartungen geknüpft. 
Die sozialen Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern erfordern ein a n-
spruchsvolles Raumprogramm, um effektiv und synergetisch arbeiten zu können.  
Beteiligte:  Dezernat OB, WBI, Externes Büro 
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
Maßnahme 6.2: Durchführung eines Architekturwettbewerbs 
Beschreibung:  
Um d as multifunktionale Stadtteilhaus  sowohl für die Bewohnerschaft, die  sozialen Träger 
als auch für die Dienstleister optimal zu strukturieren und zu gestalten, sollen Planungsalter-
nativen im Rahmen eines Architekturwettbewerbes erstellt werden. Viele verschiedene Mög-
lichkeiten, diese Aufgabe in hoher Qualität zu realisieren, sind denkbar. Für Fragen zur 
Funktion, zum Städtebau, zur Gestaltung, zur Ökonomie und nicht zuletzt zur Nachhaltigkeit 
und zur Sozialverträglichkeit soll die beste Lösung gefunden werden. 
Beteiligte: WBI, Externes Büro 
Kosten:  77.400 €  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1

133 
 
Maßnahme 6.3: Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses 
Beschreibung:  
Durch den neuen Bebauungsplan Nr. 557 – Hamannplatz wird im Bereich der Gebäude Nr. 
36-40 eine erweiterte Bruttogeschossfläche von ca. 3.000 qm ermöglicht, die zur Errichtung 
eines barrierefrei zugänglichen mult ifunktionalen Stadtteilhauses in dieser zentralen Lage 
verwendet werden soll. 
Das zu erstellende Raumprogramm für eine Vielzahl von  zukünftigen Nutzern soll eine ve r-
netzte Zusammenarbeit für stadtteilorientierte, niederschwellige und bedarfsgerechte Ang e-
bote, insbesondere der Gesundheits - und Jugendhilfe, für Soziales, Beratung , Begegnung 
und Bildung unter einem Dach umfassen und somit die Kooperation der Akteure vor Ort aktiv 
stärken.  
Mit dem Stadtteilhaus wird das Ziel verfolgt , bereits bestehenden Angeb oten, wie z.B . der 
Stadtbücherei, im Stadtteil die Möglichkeit zu geben sich räumlich zu erweitern. Dabei soll 
grundsätzlich die Möglichkeit für alle Anbieter geschaffen werden, die Räumlichkeiten syner-
getisch zu nutzen. Zudem werden Angebote, insbesondere zu den Themen Begegnung, Mit-
einander und Integration , eine hohe Priorität haben. Da es sich auch um  freie Träger bzw. 
Anbieter mit temporären Dienstleistungen handelt, die Nutzungsinteresse an den Räumlic h-
keiten im Stadtteilhaus haben, sollten die Raummieten möglichst moderat ausfallen, um eine 
dauerhafte Auslastungsgarantie für das Stadtteilhaus zu gewährleisten. 
Der zu erwartende, zeitintensive Bauprozess zur Erstellung des Stadtteilhauses  (Abriss der 
bestehenden, maroden Bausubstanz und Neubau) macht es erforderlich, geeignete S trate-
gien für bedarfsgerechte Übergangslösungen zu entwickeln . Damit soll die Kon tinuität der 
bestehenden Angebote gewährleistet und das Auflösen bestehender Gruppen und Angebote 
verhindert werden.  
 
Im Zuge der derzeit laufenden Abstimmung zur Nutzungsmischung und zur zukünftigen Nu t-
zerstruktur können außer der Kostenschätzung zu den allgemeinen Baukosten noch keine 
weiteren wirtschaftlichen Rahmendaten benannt werden. Es ist davon auszugehen, dass 
nicht alle Nutzungsflächen im St adtteilhaus förderfähig sein werden, da je nach Nutzung s-
zweck eigenwirtschaftlich darstellbare Einheiten nicht berücksichtigt werden. 
Im Folgenden sind die potenziellen Nutzer aufgeführt, die nach derzeitigem Verfahrensstand 
(März 2020) bei der Erstellung des Raumprogramms für das Stadtteilhaus am Hamannplatz 
berücksichtigt werden sollen . Im laufenden Abstimmungsprozess werden die potenziellen 
Nutzer/-innen und ihre jeweiligen Bedarfe konkretisiert. 
 
Nr. Nutzer  Ziel Kontakt 
Zentrum für Begegnung, Beratung und Bildung  
1  
Stadtteilbücherei,  
Stadt Münster  
Erweiterung des Angebots, ruhige Lern- und 
Lesebereiche für Einzelpersonen und Grup-
pen, Raum für Veranstaltungen (Lesungen, 
Vorträge etc.), evtl. Lesegarten 
 
Frau Dobberke  
0251 492 4200 
DobberkeS@stadt-
muenster.de 
2 
Bezirksverwaltung,  
Stadt Münster 
Attraktive, niederschwellig, barrierefreie Räum-
lichkeiten 
 
Frau Remmers  
0251 492 1650 
Remmers@stadt-
muenster.de

134 
 
3  
Polizei,  
Stadt Münster Niederschwellige, attraktive Büroräume mit 
datengeschützten Besprechungsbereichen, 
Anlaufstelle für die Bürgerschaft 
 
Herr Hanke  
0251 275 4851 
Andre-
as01.Hanke@polizei.nrw.
de 
4 
Kommunaler  
Ordnungsdienst 
Herr Schulze-Werner 
0251 492 3200 
SchuWe@stadt-
muenster.de 
5 
„coerde-mittendrin“ 
AWO  
 
Attraktiver, niederschwelliger, barrierefreier 
Treffpunkt für Freizeit-, Kultur- und Bildungsak-
tivitäten, Räumlichkeiten für organisatorische 
Aufgaben 
Frau Al-Daghistani 
„coerde-mittendrin“ 
0251 246 263 
m.al-daghistani@awo-ms-
re.de 
6 DRK –  
Kreisverband  
Münster e. V. 
Beratung, Bildung, Betreuung für alle Alters-
gruppen, Räume für Verwaltungstätigkeiten 
(alternativ oder in Kooperation) 
Frau Müller  
0151 75022 685 
isabel.mueller@drk-
muenster.de 
7 VSE –  
Verbund  
Sozialtherapeuti-
scher Einrichtun-
gen 
Herr Griese  
0251 60246 
jhemsnord@vse-nrw.de 
8 Caritasverband  
für die Stadt Müns-
ter  
e. V. 
Frau Reismann  
0251 132 1589 
9 Diakonie Münster –  
Beratungs- und 
Bildungszentrum 
Herr Kriegeskorte  
0251 490 1528 
j.kriegeskorte@diakonie-
muenster.de 
10 
Kommunale  
Seniorenvertretung Treffpunkt für kleinere Seniorengruppen 
Herr Viehoff-Heithorn 
0251 492 6080  
seniorenvertre-
tung@stadt-muenster.de  
11 
VHS,  
Stadt Münster 
Räume für Bildungs- und Kreativangebot in 
Kleingruppen, Bildungsveranstaltungen in grö-
ßerem Rahmen 
Frau Schild  
0251 492 4314 
SchildC@stadt-
muenster.de 
12 Westfälische  
Schule für Musik 
Musikalische Bildungsangebote, Räume für 
Vorführungen 
Herr Motel  
0251 492 4415 
Motel@stadt-muenster.de 
13  
Jobcenter,  
Stadt Münster  
 
Dependance zum Standort Münster-
Kinderhaus, Einzelberatung,  
Sich-Treffen, Sich-Austauschen im Job-Café 
Herr Debus  
0251 492 9030 
Debus@stadt-
muenster.de 
Frau von Bischopink 
0251 492 9067 
vonBischopink@stadt-
muenster.de 
14  Haus der Familie 
 Bildungsangebote, Kreatives, Beratung Frau Thier 
0251 41866013

135 
 
Thier-e@bistum-
muenster.de 
15 Bildungseinrich-
tung  
Anna-Krückmann-
Haus 
Angebote zur Bildung, Bewegung, Unterstüt-
zung und Kreatives 
Frau Weichelt  
0251 3929 825 
weichelt@anna-
krueckmann-haus.de 
16 Stadtteilkümmerin /  
Quartiersmanage-
rin/ Beirat „Sozialer 
Zusammenhalt“, 
Stadt Münster 
Anlauf-/Kontaktstelle für Akteure, Bürger und 
Verwaltung, Organisation und Initiative zur 
Aufwertung des Stadtteils, Begleitung der Um-
setzung der Ziele des InSEKs, Evaluation, 
Zielanpassung, Geschäftsstelle Beirat „Sozia-
ler Zusammenhalt“  
 
 
Frau Harenbrock 
0251 492 1263 
harenbrock@stadt-
muenster.de 
Frau Schmidt  
0251 492 2709 
SchmidtViola@stadt-
muenster.de 
17 Jugendcafé 
Niederschwelliger Treffpunkt mit kostengünsti-
gen Angeboten für Coerderaner Jugendliche 
 
NN 
18 
Seniorentreff  
Arbeitskreis  
„Älter werden in 
Coerde“ 
Treffpunkt für regelmäßigen Informationsaus-
tausch und Planung gemeinsamer Aktivitäten 
 
 
Frau Hopmann  
0251 247978 
marianne@hopmanns.de 
Frau Seiling  
0251 396 7955 
margret.seiling@gmx.de 
19  
Bewegungsraum /  
Multifunktions-
raum /  
Saal zum Feiern 
Raumangebot für Sport, Spiele, Lesungen, 
Informationsveranstaltungen u.ä. 
 
NN 
20 Mieterberatung 
Räumlichkeiten zur Beratung, Unterstützung 
und Information für Mieter/-innen 
 
Mieterschutzverein 
0251 51 17 59 
info@msv-muenster.de 
Frau Hirsch 
0251 779 428 
m.hirsch@awo-ms-re.de 
Gesundheitszentrum 
21  Kinderarztpraxis  Barrierefrei zugängliche Behandlungsräume, 
Vermittlung an weiterführende Gesundheits-
einrichtungen 
 
0251 246 891 
Kinderärztin Dr. Paschke 
(demnächst in Ruhe-
stand) 
22 Hebamme /  
Kinderkranken-
schwester des Ge-
sundheitsamtes/, 
Stadt Münster 
Treffpunkt für die Beratung und Betreuung für 
Schwangere mit regelmäßiger Sprechstunde 
 
Frau Heitkötter 
0251 492 53 88 
heitkoetter@stadt-
muester.de 
23 Schwangerschafts-
beratung 
NN 
24 Verein für Motothe-
rapie 
Räumlichkeiten zur Beratung und Behandlung 
 
Frau Blume-Ulmer 
0251 295 640 
c.blume@mototherapie-
muenster.de 
25 Logopädie /  
Ergotherapie 
NN

136 
 
26 Physiotherapie NN 
27 Ernährungsbera-
tung 
NN 
28 Jugendhilfe,  
Stadt Münster 
Räume für Unterstützung, Beratung, Informati-
on, Organisation, Vermittlung, KSD, Familien-
bildung, Erziehungsberatung, etc. 
 
Frau Herdes 
0251 492 5808 
Herdes@stadt-
muenster.de 
29  Psychologische  
Beratung  
Treffpunkt für Beratung, Behandlung, Informa-
tion, Unterstützung, Vermittlung  
 
NN 
30 Sozialpsychiatri-
scher Dienst 
Frau Heitkötter  
0251 492 53 88 
heitkoetter@stadt-
muenster.de 
31 KSD,  
Stadt Münster  
0251 492 5671 
Kommunaler-
Sozialdienst-Nord@stadt-
muenster.de 
32 Sport- und Bewe-
gungskoordinator 
Anlaufstelle zur Koordinierung von Sport- und 
Bewegungsangeboten, Information, Beratung 
 
NN 
33 Amt für Schule und 
Weiterbildung Bildungsberatung 
Frau Czepok 
0251 492 4042 
czepok@stadt-
muenster.der 
Beteiligte:  WBI, Externe, Fachämter der Verwaltung, Behörden, Akteure 
im Stadtteil 
Kosten: 7.000.000 € 
Umsetzungszeitraum:  2022 ff.  
Priorität:  1

137 
 
 Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation  
Beschreibung: 
Der Erneuerungsprozess in Coerde bedarf aufgrund der großen Anzahl von zu  bearbeiten-
den Handlungsfeldern und einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen einer gut strukturierten und 
transparenten Organisation. Die vorhandenen Vernetzungsstrukturen in Coerde  sind aufzu-
greifen und zu optimieren . Dabei kommt der Stadtteilkümmerin (Amt 61) und der Quartier s-
managerin (MM) der Stadt Münster eine Schlüsselfunktion zu. Die lokalen Akteure und die 
Politik vor Ort sind in die Arbeitsprozesse engmaschig einzubinden.  
Ziel: 
 Aufbau von nachhaltigen, langfristigen, umsetzungsorientierten Kommunikationsstrukt u-
ren  
 Vorbereitung und Begleitung des Programmfortschrittes durch Monitoring und Evaluation 
und der Möglichkeit einer zeitnahen Zielanpassung 
 Befähigung von Akteuren zur Kooperation  
 
Nr.  Maßnahmen  
7.1  Einrichtung eines Verfügungsfonds 
7.2  Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement 
7.3 Monitoring und Evaluation 
7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“

138 
 
Maßnahme 7.1: Einrichtung eines Verfügungsfonds 
Beschreibung:  
Im Rahmen der F örderkulisse des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ soll auch das bü r-
gerschaftliche Engagement vor Ort aktiviert werden. Dazu soll ein Verfügungsfonds für den 
Stadtteil eingerichtet werden, der vor allem für Förderungen von kleineren, stadtkul turellen 
und nachbarschaftlichen Projekten seitens der Bürgerschaft in Anspruch genommen werden 
kann. Antragsberechtigt sind Bürger /-innen, Vereine, Institutionen und Einrichtungen aus 
dem Stadtteil. Ziel der Maßnahmen sollen die Stärkung der Nachbarschaft , die Steigerung 
der Identifikation mit dem Stadtteil und die Aufwertung des öffentlichen Raumes sein. Dazu 
können kleine Maßnahmen wie Mitmachaktionen, Imagekampagnen, Veranstaltungen oder 
Workshops beantragt werden. Die Stadtteilkümmerin und die Quartiersmanagerin überneh-
men die Erarbeitung der konkreten Förderrichtlinien des Verfügungsfonds sowie die Ber a-
tung und Unterstützung bei der Entwicklung von Projektideen und der Beantra gung der Mit-
tel.  
Beteiligte:  Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiermanagerin (MM) 
Kosten:  ca. 20.000 €  
Umsetzungszeitraum: 2021 ff. 
Priorität: 1 
Maßnahme 7.2: Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement  
Beschreibung:  
Der Stadtteil Coerde hat vor allem aus gesamtstädtischer Sicht ein schlechtes Image, o b-
wohl die Rahmenbedingungen innerhalb der Quartiere nicht durchweg grundsätzlich negativ 
zu bewerten sind. Der Realisierungsprozess der Maßnahmen aus dem InSEK soll durch eine 
regelmäßige Berichterstattung über Umsetzungserfolge und Aktivitäten dazu beitra gen, die-
ses Negativ-Image zu verbessern und die Umsetzung der Maßnahmen transparent zu ge-
stalten.  
Gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Starkes Coerde“, dem „Arbeitskreis Coerde“, der Internet 
Plattform „Coerde-Pur“, der Wohnungswirtschaft, den Vereinen, Kirchengemeinden und we i-
teren Akteuren vor Ort sind gezielte Imagekampagnen unter Anleitung der Quartiersmanage-
rin der Stadt Münster gebündelt und effektiv durchzuführen. Beispielsweise sollen die Infor-
mationen über Sport - und Bewegungsangebote im Stadtteil in mehreren Sprachen zur Ve r-
fügung gestellt werden, um die unterschiedlichen Nationalitäten zu erreichen. Auch auf Info-
tafeln und Aushängen sollen mehrsprachige Informationen bereitgestellt werden.  
Ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenbereiches der Stadtteilkümmerin  / Quartiersma-
nagerin ist die Zusammenarbeit mit den betreffenden städtischen Ämtern und Behörden  so-
wie den Akteuren vor Ort . Regelmäßige Sprechzeiten in gut zugänglichen Räumlichkeiten  
(voraussichtlich im multifunktionalen Stadtteilhaus)  als Anlaufstelle für die Bewohne rschaft 
und die Akteure sind einzurichten und regelmäßige Arbeitstreffen zu vereinbaren. Zum T ä-
tigkeitsspektrum gehören darüber hinaus Pressearbeit, Aufbau und Pflege einer Internetpr ä-
senz in Zusammenarbeit, Vorbereitung von Informationsmaterial sowie die Durchführung von 
öffentlichen Veranstaltungen und Beteiligungsverfahren in Kooperation mit den beteiligten 
Fachämtern.

139 
 
Beteiligte:  Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiermanagerin (MM), Externe 
Kosten:  Laufendes Geschäft der Verwaltung 
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1 
Maßnahme 7.3: Monitoring und Evaluation  
Beschreibung:  
Das InSEK Coerde bildet einen Rahmen für die weitere strategische Quartiers- bzw. Stadttei-
lentwicklung. Dieser Prozess muss sich ggf. wandelnden Rahmenbedingungen anpassen 
und ist mit den dargestellten Maßnahmen nicht abschließend beschrieben. Vielmehr ist das 
InSEK auf Fortschreibung angelegt. 
In regelmäßigen Zeitabständen muss der Grad der Zielerreichung ermittelt und hinterfragt 
werden. Durch ein Monitoring wird der Umsetzun gsprozess derart gelenkt, dass das form u-
lierte Ziel erreicht bzw. inhaltlich oder zeitlich angepasst werden kann. Folgende Leitfragen 
stehen im Vordergrund: 
 Wurden die Maßnahmen entsprechend der Prioritätensetzung und der zeitlichen Abfolge 
umgesetzt? 
 Welche Gründe haben zu einer zeitlichen Verschiebung geführt? 
 Waren Einzelmaßnahmen nicht realisierbar – und welche Gründe waren ausschlagg e-
bend? 
 Gab es Veränderungen der Rahmenbedingungen, die zu berücksichtigen waren? 
 Konnte(n) die Bürgerschaft sowie die Akteure vor Ort entsprechend der Zielsetzung betei-
ligt werden? 
Zur Konkretisierung des Monitorings ist es wichtig, die definierten Ziele messbar zu machen 
und einen entsprechenden Indikatorenkatalog zu erstellen. Nur so kann die Erfassung und 
Überwachung der Erneuerung kritisch begleitet und erfolgreich umgesetzt werden. Das ko n-
tinuierliche Monitoring bildet die Grundlage für die Gesamtevaluation des Prozesses. Die 
Vorbereitung der Evaluation muss zeitnah zu Beginn der Umsetzung getroffen werden. 
Zu beachten i st, dass das Gelingen der Gesamtmaßnahme nicht nur über die Auswertung 
von Daten und Zahlen zu ermitteln ist, sondern auch qualitative Einschätzungen als Erfolg 
bewertet werden können.

140 
 
Beteiligte:  Sozialamt (50), Stadtplanungsamt (61), Stadtteilkümmerin (61), 
Quartiersmanagerin (MM), Fachämter, Vertreter der Bezirksver-
tretung Münster-Nord, u.a. 
Kosten:  Laufendes Geschäft der Verwaltung  
Umsetzungszeitraum:  2022 ff.  
Priorität:  3  
Maßnahme 7.4: Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ 
Beschreibung:  
Der Beirat stellt ein lokales Gremium dar, in dem die Stadtteilkümmerin  / Quartiersmanage-
rin, Mitglieder der Verwaltung, Bewohner und ausgewählte Akteure aus dem Stadtteil g e-
meinsam über die Entwicklung des Stadtteils beraten. Dabei gilt es die Entscheidungen des 
Beirates an den grundsätzlichen Zielen des InSEKs zu orientieren. Neben dem allgemeinen 
Austausch über den Stand der Entwicklung entscheidet der Beirat  zudem auch über die 
Verwendung der Finanzen aus dem Verfügungsfonds. In den gemeinsamen Sitzungen we r-
den die Anträge der Antragsberechtigten vorgestellt und gemeinsam über deren Umsetzung 
diskutiert. Die Stadtteilkümmerin  und die Quartiersmanagerin organisieren und moderieren 
die Zusammenkünfte des Beirates. 
Beteiligte:  Sozialamt (50), Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiersmanage-
rin (MM), Bürgerschaft, Freie Träger, etc.  
Kosten:  NN  
Umsetzungszeitraum:  2021 ff.  
Priorität:  1  
C2

141 
 
9 Finanzierungs-/ Zeitplan 
 
 
Die in der Tabelle verwendeten Abkürzungen befinden sich in der Legende am Tabellenende.  
 
 
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestition 
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 1: Wohnen 
1.1 Erhebung der 
Wohn(raum)situation 1 64, Externe 30.000 18.000 12.000 - x     
1.2 Modellgutachten „Energetische 
Sanierung und Barrierefreiheit“ 2 64, 67, WoWi 50.000 30.000 20.000 - x x    
1.3 Erweiterung des Beratungsan-
gebotes im Bereich Wohnen 2 64, Freie Träger, 
WoWi  15.000  9.000 6.000 - x x x x x 
1.4 Schulung / Einsatz von Nach-
barschaftsvermittlern 2 SK / QM, WoWi, 
Freie Träger  23.000  13.680 9.320 -  x

142 
 
 
  
1.5  Initiierung von Arbeitskreisen 
„Wohnungswirtschaft Coerde“ 1 50, 64, WoWi, 
Freie Träger  25.000 -  25.000 - x x x x x 
1.6 
Bedarfsgerechte Erweiterung 
des Wohnraumangebotes am 
Kiesekampweg (Altengerechter 
Wohnraum, Wohnraum für kin-
derreiche Familien, etc.) 
1 61, 64, Investo-
ren NN - - NN x x x   
Summe Handlungsfeld 1: Wohnen  143.000 70.680 72.320 NN

143 
 
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen 
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 2: Soziales 
Erziehung 
2.1 
Ausbau der Kindertagesbetreu-
ung 
1. Erweiterung Kita Edel-
bach 
2. Neubau Kiesekampweg 
1 51 1. 1.440.000 
2. NN  - 1. 630.000 
2. NN NN x x    
2.2 
Konzepterarbeitung zur Sicher-
stellung eines regelmäßigen 
Kitabesuch 
1 
51, Freie Träger 
der Kinder- und 
Jugendhilfe 
NN  - - - x x    
2.3 Entwicklung eines Konzeptes 
„Früher Kitaeinstieg“ 1 
51, Freie Träger 
der Kinder- und 
Jugendhilfe 
NN - - - x     
2.4 Gesundes, kostenfreies Früh-
stück in Kitas 1 51, Kitas 57.500 - 57.500 NN x x x x x 
2.5 Einführung von Resilienz-
Kursen für Vorschulkinder 1 51, Ausgewählte 
Familienzentren 3.600 - 3.600 -  x    
2.6 
Langfristige Absicherung der 
Lernspielgruppe „An der Meer-
wiese“ 
2 
51, Bildungsstät-
te Anna-
Krückmann-Haus 
8.400 - 8.400 - x

144 
 
2.7 
Intensivierung der Programme 
„Griffbereit“, „Rucksack Kita“ 
und „Rucksack Schule“ 
2 
KI, Bildungsstät-
te Anna-
Krückmann-
Haus, Ev. Kir-
chengemeinde, 
AWO 
10.445 - 10.445 - x     
2.8 
Unterstützung beim Übergang 
von der Kita zur Grundschule – 
„Rückenwind“ 
1 
51, Kita, Freier 
Träger der Kin-
der- und Ju-
gendhilfe 
1.002.000  1.002.000  x x x x x 
Bildung 
2.9 Evaluation der Bildungschan-
cen im Stadtteil 1 40, 51 NN - - - x     
2.10 
Angebotserweiterung der musi-
kalischen (Früh-)Erziehung 
(Lehre) 
1 44 267.210 - 267.210 -  x x x x 
2.11 
Anschaffung von Musikinstru-
menten für die musikalische 
(Früh-)Erziehung 
1 44 35.000 - 35.000 - x     
2.12 Ausbau der Kooperation mit 
Sport- und Musikvereinen 2 44, 52, SV Teu-
tonia NN - - - x x x x x 
2.13 Bereitstellung eines Spielmobils  1 
40, Schule, 
Stadtteilwerkstatt 
Nord 
11.750 - 11.750 - x     
2.14 Instandhaltung des Spielmobils  1 
Schulen, Freie 
Träger der Ju-
gendhilfe, Stadt-
teilwerkstatt Nord 
3.000 - 3.000 -  x x x x

145 
 
2.15 Abfall-Coaches 1 
AWM, SK / QM, 
Kitas, Schule, 
Akteure aus Co-
erde 
372.000 223.200 148.800 - x x x x  
2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für 
Kinder und Jugendliche 1 
51, Freie Träger 
der offenen Kin-
der und Jugend-
arbeit, Ev. Kir-
chengemeinde 
NN - - - x x x x x 
2.17 Aufstockung des Nachhilfean-
gebotes 2 40 75.000 - 75.000 - x x x x x 
2.18 Fortführung der Angebote für 
ältere Jugendliche im „HOT“ 1 51 NN - - - x x x x x 
2.19 
Ausweitung des Angebotes der 
Sprach- und Kulturmittler/-
innnen 
1 
50, 53, 59, KI, 
Haus der Fami-
lie, Stadtteilkoor-
dination „Frühe 
Hilfen“ 
8.000 - 8.000 - x x    
2.20 Erweiterung des Angebotes an 
Deutschkursen 1 
40, 41, 42, BGZ, 
MSO, Schule, 
Akteure aus den 
Bereichen Sport 
und Kultur 
250.000 - 250.000 - x x x x x 
Sport und Gesundheit 
2.21 Einstellung eines Sports- und 
Bewegungskoordinators  1 
52, 53, VSE, 
Verein für Moto-
therapie und 
Psychomotori-
sche Entwick-
lungsförderung 
e.V.  
252.000 - 252.000 - x x x

146 
 
 
2.23 Kooperationsprojekt „Coerdes 
Kinder in Bewegung“ 1 51, 52, SSB, Kita  7.500 - 7.500 - x x x x x 
Summe Handlungsfeld 2: Soziales 3.803.405 223.200 2.770.205 NN 
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen  
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung 
3.1 Stadtteilbezogenes Handlungs-
konzept zur Klimaanpassung  1 66, 67 250.000 150.000 100.000 - x     
3.2 Energiekonzept für den Stadt-
teil 1 64, 67, Stadt-
werke 500.000 300.000 200.000 - x     
3.3 
Umsetzung von energetischen 
Sanierungsmaßnahmen (öffent-
liche Gebäude) 
2 64, Investoren NN - - -  x x x  
3.4 
Umsetzung von energetischen 
Sanierungsmaßnahmen (pri-
vate Gebäude) 
3 64, 67, Private NN - - -  x x x  
3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 1 67, AK Starkes 
Coerde 20.000 12.000 8.000 - x x x

147 
 
 
3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 1 64, 67, WoWi NN NN NN NN x x x x x 
3.7 Erstellung eines Beleuchtungs-
konzeptes 1 61, 66, AWO, 
Externes Büro NN - - - x x    
3.8 
Konzept zur Neugestaltung des 
öffentlichen Raums auf dem 
Hamannplatz  
1 
52, 53, 61, 66, 
67, Externes 
Büro, Bürger-
schaft 
40.000 24.000 16.000 - x     
3.9 Neugestaltung des öffentlichen 
Raums auf dem Hamannplatz  1 61, 66, 67, Ex-
ternes Büro 1.680.000 1.008.000 672.000 -  x x x  
3.10 Ausbau der Radwegeverbin-
dungen 1 
66, Wasserstra-
ßen- und Schiff-
fahrtsverwaltung 
des Bundes  
NN -  NN - x x x x x 
3.11 Ausweisung von Wegebezie-
hungen / Spazierwegen 2 67, MM NN - - - x x    
3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für 
Jugendliche 1 67, VSE 25.000 - 25.000 - x     
3.13 Einrichtung öffentlicher Pick-
nickplätze 1 66, 67, SK / QM 6.400 - 6.400 - x     
Summe Handlungsfeld 3:  
Öffentliche Räume, Parks, Grünflächen, Klimaschutz und 
Klimaanpassung 
2.521.400 1.494.000 1.027.400 NN

148 
 
 
  
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen 
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 4: Nahversorgung 
4.1 Erweiterung des Einzelhandel-
angebotes am Hamannplatz  2 61, Investor  NN - - NN x x    
4.2 
Ansiedlung von Einzelhandel 
und Dienstleistern am Kiese-
kampweg  
2  61, Investor NN -  - NN x x    
Summe Handlungsfeld 4: Nahversorgung NN - - NN

149 
 
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen 
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 
5.1 Durchführung von Internationa-
len Kulturfesten  1 
41, MM, SK / 
QM, BGZ, Sozi-
alverbände, Ver-
eine, Freie Trä-
ger, Religions-
gemeinschaften, 
etc. 
25.000  - 25.000 - x x x x x 
5.2 Einrichtung einer Lernküche im 
Stadtteilhaus 2  AWO 20.000  - - 20.000   x   
5.3 Internationale Kochkurse mit 
Ernährungsberatung 2 
53, AWO, Bil-
dungsstätte An-
na-Krückmann-
Haus, Tafel 
Münster Coerde, 
Familienzentren 
der Kirchenge-
meinde 
NN - - NN   x x x 
5.4 
Erweiterung des Bildungs- und 
Kulturangebotes der Stadtteil-
bücherei  
2 42, Freie Träger NN - NN -   x x x

150 
 
 
5.5 Trommelworkshop 1 
Kitas, Schulen, 
Externes Fach-
personal 
1.400 - 1.400 - x x    
5.6 Jobcafé  2 59 NN - NN -   x x x 
5.7 Familientheater 2 41, BGZ 12.000 - 12.000 - x x    
5.8 Theaterjugendclub 2 41, BGZ 6.000 - 6.000 - x x    
5.9 
Niederschwelliger Zugang im 
Bereich Sprache und Sport für 
Neuzugewanderte 
1 40, 62, MM, SSB NN - NN - x x x x x 
5.10 
Stärkung der interkulturellen 
Kompetenz der Akteure im 
Stadtteil 
1 51, 59, KI 3.000 - 3.000 - x     
5.11 Nationworker 1 VSE 335.500 - - 335.500 x x x x x 
5.12 
Internationaler Treffpunkt mit 
Bildungsangeboten  
„coerde mittendrin“ 
1 50, AWO 406.530 - 406.530 - x x x x x 
Summe Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 809.430 - 453.930 355.500

151 
 
 
*Fördererwartung und Investionen Dritter sind in Abhängigkeit zur Nutzungsmischung und der zukünftigen Nutzungsstruktur zu sehen 
(eigenwirtschaflich dargestellte Nutzungen werden im Rahmen einer möglichen Förderung nicht berücksichtigt)  
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte  
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen  
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 
6.1 
Erarbeitung einer Machbar-
keitsstudie / Moderation des 
Beteiligungsprozesses der po-
tenziellen Nutzer 
1 Dezernat OB, 
WBI, Externe NN NN NN - x     
6.2 Durchführung eines Architek-
turwettbewerbs 1 WBI, Externe 77.400  46.440 30.960 - x     
6.3 Errichtung eines multifunktiona-
len Stadtteilhauses  1 
WBI, Externe, 
Fachämter der 
Verwaltung, Be-
hörden, Akteure 
im Stadtteil 
7.000.000 2.600.000* - 4.400.000*  x x   
Summe Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 7.077.400 2.646.440 30.960 4.400.000

152 
 
 
  
Nr. Maßnahme 
Priorität 
Verantwortliche / 
Beteiligte 
für die  
Umsetzung 
Geschätzte Kosten 
in Euro (gesamt) 
Fördererwartung 
 
Kommunaler  
Anteil / In-
vestitionen  
in Euro 
Investitionen 
/ Anteil  
Dritter in 
Euro 
2021 
2022 
2023 
2024 
2025 
Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 
7.1 Einrichtung eines Verfügungs-
fonds 1 SK / QM 20.000 12.000 8.000 - x x x x x 
7.2 Öffentlichkeitsarbeit / Quar-
tiersmanagement  1 SK / QM, Exter-
ne LGV - - - x x x x x 
7.3 Monitoring und Evaluation 3 
50, 61, SK / QM, 
Fachämter, Ver-
treter der Be-
zirksvertretung 
Münster-Nord, 
etc. 
LGV - - -  x x x x 
7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ 1 
50, SK / QM, 
Bürgerschaft, 
Freie Träger, etc. 
0 - - - x x x x x 
Summe Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 20.000 12.000 8.000 -

153 
 
Legende: 
AWM  Abfallwirtschaft Münster 
BGZ  Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ 
KI  Kommunales Integrationszentrum der Stadt Münster 
LGV  Laufendes Geschäft der Verwaltung 
MM  Münster Marketing 
MSO  Migrantenselbstorganisation 
NN  kann noch nicht beziffert werden 
QM  Quartiersmanagerin 
SK  Stadtteilkümmerin 
Übersicht Handlungsfelder gesamt - geschätzte Kosten in Euro  
 Geschätzte Kosten in 
Euro (gesamt) Fördererwartung 
Kommunaler  
Anteil / Investitionen  
in Euro 
Investitionen / Anteil  
Dritter in Euro 
Summe Handlungsfeld 1:  
Wohnen 143.000 70.680 72.320 - 
Summe Handlungsfeld 2:  
Soziales 3.803.405 223.200 2.770.205 - 
Summe Handlungsfeld 3:  
Öffentliche Räume, Parks,  
Grünflächen, Klimaschutz und Klimaanpassung 
2.521.400 1.494.000 1.027.400 - 
Summe Handlungsfeld 4:  
Nahversorgung - - - NN 
Summe Handlungsfeld 5:  
Miteinander / Integration 809.430 - 453.930 355.500 
Summe Handlungsfeld 6:  
Multifunktionales Stadtteilhaus 7.077.400 2.646.440 30.960 4.400.000 
Summe Handlungsfeld 7:  
Umsetzung / Organisation 20.000 12.000 8.000 - 
Summe Handlungsfelder 1 bis 7: 14.374.635 4.446.320 4.362.815 4.755.500

154 
 
SSB  Stadtsportbund 
SV Teutonia SV Teutonia Coerde 60 e.V. 
VSE  Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen 
WBI  Westfälische Bauindustrie Münster 
WoWi  Wohnungswirtschaft

155 
 
10 Ausblick  
Für den Stadtteil Coerde sind folgende Schwerpunkte von besonderer Relevanz, um den 
Stadtteil für die Bewohner – und auch bezüglich der Außenwahrnehmung – aufzuwerten: 
 Verbesserung der Bildungschancen, der gesundheitlichen Chancengleichheit und der In-
tegration 
 Enge Kooperation der örtlichen sozialen Träger 
 Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft 
 Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten  
 Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit 
 Etablierung von einer Stadtteilkümmerin und einer Quartiersmanagerin  
Verbesserung der Bildungschancen, gesundheitlichen Chancengleichheit und der Integration 
Coerde ist geprägt von einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und 
einer hohen Arbeitslosigkeit. Die Konzentration der Bildu ngs-, Gesundheits- und Beratungs-
einrichtungen und deren Erweiterung u.a. im geplanten Stadtteilhaus am Hamannplatz und 
deren Kooperation untereinander sollen dazu beitragen, dass die Bewohnerschaft – und ins-
besondere Kinder und Jugendliche – die Chance erhalten, der Armutsspirale zu entkommen 
und sich in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Die Zusammenfassung breitgefächerter A n-
gebote unter einem Dach, niederschwellig und zentral im Stadtteil gelegen, soll diesem Ziel 
nachhaltig entsprechen. Einen wesentlichen Beitrag soll die Erweiterung der Stadtteilbüch e-
rei u.a. mit ruhigen Lernräumen beitragen. Aber auch die Kitas und Schulen im Stadtteil ste-
hen hinsichtlich des hohen Anteils an bildungsfernen Familien vor einer anspruchsvollen 
Aufgabe, die Bildungschancen der zukünftigen Generationen positiv zu entwickeln und die 
Kinder und Jugendlichen aktiv zu begleiten und zu fördern.  
Enge Kooperation der örtlichen sozialen Träger 
Im Stadtteil ist das Engagement einer Vielzahl von Akteuren für die Bewohnerschaft be reits 
zum jetzigen Zeitpunkt hoch. Dennoch gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf in der K o-
ordinierung der einzelnen Beratungs - und Bildungseinrichtungen, sowie der Angebote im 
Rahmen d er Gesundheitsvorsorge. So fehlen z. B. eine Dependa nce des Jobcenters und 
eine gut erreichbare, attraktive Kinderarztpraxis im Stadtteil . Das multifunktionale Stadttei l-
haus mit entsprechenden Synergien soll hier einen entscheidenden Beitrag zu der Entwic k-
lung einer zentralen Anlaufstelle im Stadtteil leisten. Das Engagement, die jeweilige fachliche 
Kompetenz und die Erfahrungen sind gewinnbringend in die Gesamtkonzeption des Stad t-
teilhauses einzubinden. 
Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft 
Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Umsetzung des InSEK Coerde ist die Einbeziehung 
der örtlichen Wohnungswirtschaft. Zwar gibt es im Stadtteil keine zusammenhängende n 
Großwohnsiedlungen, wie z.B. im benachbarten Stadtteil Kinderhaus, dennoch ist es für das 
Image der betreffenden Wohngebäude und Quartiere von Bedeutung, d ass sich die Wo h-
nungsmarktakteure auf eine gemeinsame Vorgehensweise, z.B. in Bezug auf die Bel e-
gungspolitik und die Betreuung der Mieterschaft , abstimmen. Die Bildung von Arbeitskreisen 
„Wohnungswirtschaft Coerde“ ist hier ein erster, für alle Beteiligten gewinnbringender Schritt.

156 
 
Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten  
Die Auswertung der Gewichtsdaten der S chuleingangsuntersuchung zeigt, dass  der Anteil 
an Kindern mit Übergewicht und Adipositas in Coerde im Vergleich zum gesamtstädtische n 
Durchschnitt deutlich höher ist.  Der ortsansässige Sportverein hat im Verhältnis zu anderen 
Stadtteilen eine geringe Mitgliederzahl und soll te personell und in Bezug auf ein bedarfsge-
rechtes Kursangebot aufgestockt werden. Ein externes Büro für Landschaf tsarchitektur wur-
de für die Gestaltung der weitläufigen Außenflächen des Hamannplatzes beauftragt und b e-
rücksichtigt den bisher oftmals vernachlässigten Bewegungsaspekt im öffentlichen Raum. 
Bei der laufenden Instandhaltung und Ergänzung der Bewegungs - und Spielangebote auf 
den öffentlichen Grün - und Erholungsflächen durch die Verwaltung wird diese Zielsetzung 
zukünftig verstärkt berücksichtigt. 
Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit 
Die ungeordnete Müllentsorgung, insbesondere rund um die Hochhäuser  und auf den priva-
ten und öffentlichen Grünflächen, trägt neben der Kriminalitätsrate zu dem schlechten Image 
des Stadtteils bei. Um zu einer verbesserten Außenraumgestaltung und einem geringeren 
Müllaufkommen beizutragen, werden z.B. Schulungen durch die Abf allwirtschaftsbetriebe in 
den Kitas und Schulen sowie Informationsveranstaltungen zur geordneten Müllentsorgung 
und zur Ernährung mit verpackungsarmen Lebensmitteln durchgeführt. 
Im multifunktionalen Stadtteilhaus soll eine niederschwellige Anlaufstelle de r Kontaktbeam-
ten der Polizei /des KOD unter Berücksichtigung des Datenschutzes untergebracht werden. 
Räumlichkeiten für Präventionskurse, Anleitung zu mehr Respekt und Extremismus -
Prävention werden bereitgestellt. 
Etablierung von einer Stadtteilkümmerin und einer Quartiersmanagerin  
Die Einrichtung eines Quartiersmanagements ist ein wesentlicher Schritt im Rahmen der 
Programmumsetzung. In den vergangenen Monaten konnten bei der Stadt Müns ter im 
Stadtplanungsamt und bei Münster Marketing neu geschaffene Stell en in diesem Aufgabe n-
bereich besetzt werden, die bereits engmaschig in die Erstellung des InSEKs eingebunden 
wurden. Sie werden eine verbindliche Rolle als Kontaktperson en zwischen Bewohnerschaft, 
Akteuren und Politik vor Ort, sowie der  Fachverwaltung einnehmen. Ein zentraler Aufgaben-
bereich ist dabei die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. in Form der Koordination von Beteiligungspr o-
zessen, aber auch die Vernetzung der betreffenden Fachbereiche innerhalb  der Verwaltung 
bei der Umsetzung der konkreten Maßnahmen. 
Umsetzung des InSEKs als Gemeinschaftsaufgabe 
Damit die Aufwertung von Coerde zu einem lebenswerten Stadtteil erfolgreich umgesetzt 
werden kann, muss kooperativ gedacht und gehandelt werden. Die Programmumsetzung ist 
eine gemeinschaftliche Aufgabe von Verwal tung, Politik und den Akteuren im Stadtteil. Die 
Maßnahmen sind darüber hinaus nur umsetzbar, wenn es gelingt, privates Engagement und 
eine entsprechende Investitionsbereitschaft herzustellen. 
Transparenz des Umsetzungsprozesses  
Zur Einbindung der Bürgers chaft muss der Umsetzungsprozess auf der Grundlage des In-
SEKs transparent und offen gestaltet sein. Informationsveranstaltungen und Presseberichte  
(verständliche Gestaltung für die beteiligungsungeübte und bildungsferne Stadtteilbevölk e-
rung), sowie städtebauliche und freiraumplanerische Wettbewerbe mit intensiver Einbindung

157 
 
der interessierten Öffentlichkeit (mit Unterstützu ng von Kultur-und Sprachmittler/-innen) stel-
len wichtige Bausteine dar. Die Bewohner /-innen des Stadtteils sind die Quartiersexperten; 
ihre „Bürgersicht“ ist entscheidende Grundlage für die Akzeptanz der konkreten Maßnahmen 
aus dem InSEK-Prozess.

158 
 
11 Impressum  
Herausgeberin:   Stadt Münster, Stadtplanungsamt  
Text:     Frauke Popken, Nora Harenbrock, Stadtplanungsamt  
Layout:    Brigitte Zumdick, Stadtplanungsamt  
Grafik:    Stadtplanungsamt  
Redaktion:    Frauke Popken, Nora Harenbrock, Stadtplanungsamt  
Druck:     Stadt Münster, Druckerei

159 
 
Juni 2020 (Auflage XXX)

A-R_0008_2019_a-r-0008-2019-Ein_Kinder-_und_Jugendgesundheitszentrum_Kiesekampweg_in_Coerde_entwickeln

11783 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0008/2019 
Rat
santrag 04.02.2019 
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln 
Der Rat möge beschließen: 
Die Verwaltung wird beauftragt, 
1. zeitnah ein Konzept für ein „Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“)
zu entwickeln. Das Konzept soll vorsehen, dass unter einem Dach in der Nähe von
zwei Kitas am Kiesekampweg in Coerde
• ein/e Kinderarzt/ärztin
• eine (Familien)Hebamme
• ein/e KulturmittlerIn
• ein/e ErnährungsberaterIn
• ein/e Fachkraft des KSD mit regelmäßiger Sprechstunde sowie
• ein/e BeraterIn aus Erziehungsberatung und/oder
Schwangerschafts(konflikt)beratung mit regelmäßiger Sprechstunde
interdisziplinär zusammenarbeiten. Ergänzt um eine Elternschule für die gesunde 
Ernährung von Kindern und Jugendlichen (hierfür könnte man evtl. den MZR der Kita 
nutzen). Ziel ist die ganzheitliche Versorgung der Familien durch eine vernetzte 
Jugend- und Gesundheitshilfe; 
2. Kontakt zur praktizierenden Kinderärztin aufzunehmen mit dem Ziel, sie für das
Modellprojekt zu gewinnen;
3. Kontakt zum Investor Holtz aufzunehmen, der das Gelände am Kiesekampweg
bebaut, auf, um die Umsetzungsmöglichkeiten und Modalitäten eines Kinder- und
Jugend gesundheitszentrums Kiesekampweg zu eruieren bzw. zu verhandeln;
4. Kontakt zur kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen mit dem Ziel, Möglichkeiten
auszuloten, die ggf. vorhandenen „Standortnachteile“ (kaum oder keine
Privatpatientinnen) auszugleichen und hierdurch die Attraktivität der
KinderarztInStelle zu steigern.
5. Die Verwaltung prüft, ob Mittel aus dem Projekt der aktuellen Landesregierung
„Zusammen im Quartier - Kinder stärken - Zukunft sichern“ oder Mittel aus anderen
Förderprogrammen des Landes akquiriert werden können.
https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/esf_programmaufruf_zusam
men_im_quartier.pdf
Anlage 5 zur Vorlage Nr. V/0224/2020

2 
 
Das Konzept erfüllt mehrere Kriterien für eine erfolgreiche Antragsstellung beim Land 
NRW:   
• Verminderung sozialbedingter sowie geschlechtsbezogener Ungleichheit von 
Gesundheitschancen 
• Fortführung, Weiterentwicklung und Ausbau bewährter Ansätze und 
Kooperationen sowie auch neue Maßnahmen oder Initiativen zu vereinbaren 
und gemeinsam voranzubringen 
• Gemeinsame Ziele und Handlungsfelder 
• Koordinierung der Leistungen  
• Zusammenarbeit der Partner 
• Schaffung von transparenten Strukturen durch regelmäßige Festlegung von 
Handlungsschwerpunkten 
• Vor allem integrierte Konzepte im kommunalen Raum / Quartier 
• lebensweltübergreifenden Präventionsketten und Bündelung von Aktivitäten 
• Qualifizierung, Befähigung und Teilhabe unter Berücksichtigung 
interkultureller Kompetenz im Sinne des Empowerments und der 
Nachhaltigkeit 
6.  Die Verwaltung prüft parallel die Transferpotentiale in andere Stadtteile mit einem 
hohen Grad an Kinderarmut, wie z.B. Kinderhaus, Berg-Fidel, Angelmodde. Bei 
positiver Prüfung werden für die in Frage kommenden Stadtteile ebenfalls parallele 
Förderanträge gestellt. 
Begründung:  
 Elternarmut bedeutet immer Kinderarmut und damit ein hohes Risiko der 
Ausgrenzung von der Teilhabe  an dem, was ein Leben lebenswert macht oder 
Bildungs- und Aufstiegschancen ermöglicht.  
Hauptgründe sind Arbeitslosigkeit der Eltern, niedrige Einkommen durch prekäre 
Beschäftigungsverhältnisse, häufig die Teilzeitarbeit Alleinerziehender und auch Familien mit 
drei oder mehr Kindern sowie Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit Migrationsbezug 
sind überproportional von Kinderarmut betroffen .  
Bei der kind- und jugendbezogenen Armutsprävention geht es um die Folgen familiärer 
Einkommensarmut für Kinder und Jugendliche in den vier zentralen 
Lebenslagedimensionen:  
1.  Materielle Lage  (materielle Ausstattung und Möglichkeit zur Teilhabe am 
altersspezifischen Konsum),  
2.  Soziale Lage  (soziale Interaktion und deren Verfügbarkeit sowie Qualität),  
3.  Kulturelle Lage  (formale Bildung sowie non-formale und informelle Lern- und 
Erfahrungsmöglichkeiten) und 
4.  Gesundheitliche Lage  (physische und psychische Gesundheit, gesundheitsbezogene 
Verhaltensweisen). 
 Das „soziale Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“ nimmt 
insbesondere die Lebenslage Gesundes Aufwachsen in den Blick.

3 
 
Gesundheitliche Lebenslage armer Kinder und Jugendlicher 
Die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen beschreibt neben dem 
physischen und psychischen Gesundheitszustand auch gesundheitsrelevante 
Verhaltensweisen. Beide Gesichtspunkte sind substantiell für das gelingende Aufwachsen und 
die zukünftige Teilhabe. 
 
Arme Kinder und Jugendliche verfügen tendenziell über einen schlechteren 
Gesundheitszustand 
Kinderarmutsstudien belegen negative Auswirkungen von materieller Armut und 
andauernden Armutserfahrungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von 
Kindern. Ferner beeinflussen Armut bzw. ein niedriger sozialökonomischer Status die 
körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen negativ.  
 
Arme Kinder und Jugendliche zeigen häufiger riskantes Gesundheitsverhalten 
Arme Kinder und Jugendliche sind seltener sportlich aktiv als Gleichaltrige aus finanziell 
gesicherten Verhältnissen 
1; im Zusammenhang damit ist auch die geringere Teilnahme an 
Vereinsangeboten zu sehen. Darüber hinaus schauen arme Kinder und Jugendliche deutlich 
häufiger fern – mit zum Teil problematischer und mit dem Älterwerden ansteigender Dauer. 2 
Auch im Hinblick auf die Ernährung kann bei armen Kindern und Jugendlichen ein 
ungesünderes Verhalten festgestellt werden: beispielsweise nimmt die armutsbetroffene 
Gruppe der 11- bis 15-Jährigen seltener ein tägliches Frühstück an Schultagen zu sich, isst 
seltener Obst, Gemüse und Salat. Bereits im Alter von zehn Jahren kommen arme Kinder 
häufiger mit Alkohol oder Tabak in Kontakt; 3 mit zunehmendem Alter unterscheidet sich das 
Konsumverhalten je nach Sozialstatus: Jugendliche aus Familien mit niedrigem 
sozioökonomischen Hintergrund rauchen deutlich häufiger und trinken öfter Alkohol als 
Gleichaltrige. 4 
Im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für das Gesundheitsverhalten im späteren 
Leben gestellt. Aufgrund der bereits früh im Lebenslauf ausgeprägten sozialen Unterschiede 
im Gesundheitsverhalten sind Maßnahmen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche 
und ihre Lebensbedingungen besonders wichtig. Das zeigen u.a. die Ergebnisse der KIGGS-
Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. 5 
Sie weisen zum Beispiel nach, dass Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozio-
ökonomischen Status sich häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien 
ungesund ernähren, seltener Sport treiben und häufiger übergewichtig oder adipös sind.  
Erfasst wurden die Angaben der Eltern zu ihrem Bildungsstand, ihrer beruflichen Stellung und 
der Einkommenssituation.  
Für die Gesundheit der Bevölkerung ist es von zentraler Bedeutung, dass bereits die Kinder 
und Jugendlichen an eine gesundheitsbewusste Lebensweise herangeführt werden. Eltern 
bestimmen zum Beispiel durch ihr Einkaufsverhalten und gemeinsame Mahlzeiten das 
Ernährungsverhalten ihrer Kinder. Auch den natürlichen Bewegungsdrang ihres Nachwuchses 
                                                
1 vgl. AWO-ISS-Studie 2012  
2 vgl. HBSC-Studienverbund 2015d  
3 vgl. AWO-ISS-Studie 2006  
4 Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus 
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung  
5 KIGGS Studie

4 
 
beeinflussen sie durch Fördern oder Bremsen. Wie häufig sich Kinder und Jugendliche im 
Freien bewegen, hängt aber auch maßgeblich von den Wohnverhältnissen ab, von 
Grünflächen, Sportangeboten und dem Verkehrsaufkommen. Die Verhältnisse spielen auch 
bei der Ernährung eine wichtige Rolle. So steigt die Wahrscheinlichkeit einer ungesunden 
Ernährung, wenn in der Nachbarschaft vor allem Fast-Food-Angebote dominieren. 
 
Fast jedes zweite Kind in Coerde wächst in Armut auf.   Der "Münsteraner 
Sozialressourcen-Score" Münsteraner Kompetenz Indikator Der Schulanfänger (KIDS-
Indikator) hat sich für die Gesundheitsberichterstattung der Schuleingangsuntersuchung als 
sehr hilfreich und aussagekräftig herausgestellt. Er setzt sich aus vier Dimensionen zusammen 
und fasst Facetten aus verschiedenen relevanten Teilbereichen der Lebensbedingungen des 
Kindes zusammen:  
• Elterliche vorschulische Förderung des Kindes (durch Sport, Schwimmen oder Musik)  
• Familienkonstellation (Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen)  
• Migrationsvorgeschichte und Deutschkenntnisse 
• Sozialgefüge des Wohnbezirkes (gemessen an der Sozialhilfequote des Wohnbezirks).  
 
Nachfolgend sieht man die Ergebnisse der Auswertungen der Schuleingangsuntersuchungen 
in Coerde 2016 von Dr. Axel Iseke (s. Abbildungen im Anhang) 
 
Fazit: 
 Vorschulisch (familiär) erworbene Kompetenzen bestimmen die Startbedingungen für 
die Schulkinder 
 Die Kompetenzen der Kinder in den Wohnbezirken sind ungleich verteilt 
 Coerderaner Kinder haben bei Schuleingang  besonders niedrige Kompetenzwerte 
 Je höher die Kompetenzwerte eines Coerderaner Kindes, umso höher die 
Wahrscheinlichkeit, dass das Kind eine Grundschule außerhalb des Bezirks besucht. 
 
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg würde die aktuellen 
Herausforderungen gesundheitlicher Ungleichheit durch ein innovatives Konzept aktiv 
aufgreifen indem es niedrigschwellig und gebündelt vernetzte Hilfen an einem Ort anbietet. 
Das gesunde Aufwachsen würde damit erstmals durch eine bestmögliche Einbindung der 
Gesundheitsversorgung in die Strukturen öffentlicher Jugend- und Gesundheitshilfen 
unterstützt. Damit würden Forderungen sowohl der Ottawa-Charta als auch des 13. Kinder- 
und Jugendberichts der Bundesregierung umgesetzt. Ein erheblich positiver „Social Return Of 
Invest“ dürfte sich bei dieser nachhaltigen Investition ab der frühen Kindheit rasch einstellen 
und damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Münster und vor allem in Coerde 
nachhaltig verbessern und den Stadtteil Coerde insgesamt nachhaltig stärken. 
Ebenso könnte man auch eine solche Einrichtung in andere Stadtteile transferieren, wie z.B. 
Kinderhaus, Berg-Fidel oder Angelmodde Waldsiedlung. Hierbei soll mit den örtlichen 
Trägern der Freien Kinder- und Jugendhilfe das kommunale Netzwerk für Präventionsarbeit 
weiter gemeinsam gestärkt werden.  
 
Stefan Weber                                                                                           Otto Reiners 
und Fraktion                                                                                            und Fraktion

5 
 
Abb.1: KIDS Indikator 
 
 
 
 
Abb. 2: KIDS-Wert nach Wohnbezirk 
 
  
Abb. 3: Grundschulbesuch der Kinder, die im Bezirk Coerde leben 
 
Münster, 
gesamt  
Coerde  
KIDS = 
110  
KIDS = 
162  
Coerde

6 
 
 
 
 
Literatur 
Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus 
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung 
https://www.bertelsmann-
stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_WB_Armutsfolgen_f 
uer_Kinder_und_Jugendliche_2016.pdf  
 
Kinder- und Jugendgesundheitsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC) 
http://www.gbe-
bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_spr 
ache=D&p_suchstring=14467  
 
KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder 
und Jugendlichen in Deutschland. 
https://www.kiggs-studie.de/deutsch/home.html  
 
Holz/Laubstein/Sthamer (2012): Lebenslagen und Zukunftschancen von (armen) Kindern und 
Jugendlichen in Deutschland 15 Jahre AWO-ISS-Studie 
http://www.iss-ffm.de/m_106

Beschlussvorlage

17164 Zeichen

V/0224/2020 
V/0224/2020 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   28.05.2020 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung 
Vorberatung 
   09.06.2020 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 
   16.06.2020 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
   17.06.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
   18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen 
Vorberatung 
   24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
   24.06.2020 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Rat legt das in Anlage 1 abgegrenzte Gebiet im Stadtteil Münster -Coerde als 
Maßnahmengebiet gem. § 171 e (3) BauGB fest und beauftragt die Verwaltung, die Aufnahme 
in das Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ zu beantragen. 
 
2. Der Rat stimmt dem in Anlage 2 dargestellten Integrierten Stadtteilentwi cklungskonzept / 
Städtebaulicher Maßnahmenplan gem . § 171 e  (4) BauGB als handlungsleitendem  
Orientierungsrahmen für die weitere En twicklung des Stadtteils Coerde  gem. räumlichem  
Bezug der Anlage 1 zu. 
 
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen, für die 
Umsetzung der in Anlage 2 enthaltenen Maßnahmen und Projekte eigenständig Anträge auf 
Städtebauförderung aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ zu stellen. 
 
4. Die notwendigen Finanzmittel werden entsprechend der Zuständigkeit bei den Projekten und 
Maßnahmen im Rahmen der in Anlage 2 dargestellten Maßnahmen- und Zeitplanung (Kap. 8) 
bereitgestellt. Dabei steht die konk rete jährliche Mittelbereitstellung unter dem Vorbehalt der 
Zustimmung des Rates zum jeweiligen Haushaltsplan. 
Stadtplanungsamt 
 
09.03.2020 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Popken 
Telefon: 492-6182 
PopkenF@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0224/2020 
 Die Veranschlagung der Haushaltsmittel erfolgt über die jeweils zuständig en Fachämter der 
Stadt Münster im Rahmen ihrer eigenen Haushaltsplananm eldungen in den kommenden 
Jahren entsprechend der Maßnahmentabelle im InSEK (siehe Anlage 2, Kap. 9). 
          
5. Die folgenden von 2016 bis 2019 gestellten Anträge zum Stadtteil Coerde (siehe Anlage 3 - 7) 
sind damit erledigt: 
 
a. R/0015/2016 der SPD -Fraktion vom 07.04.2016 (V/0929/2016) „Münster für alle - 
Städtebauförderung für Coerde beantragen“ 
 
b. R/0023/2016 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen  vom 03.05.2016 
(V/0929/2016) „Starke Quartiere - starke Menschen“ 
 
c. R/0008/2019 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 04.02.2019 
(V/0957/2019) „Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum in Coerde entwickeln“ 
 
d. R/0013/2019 der SPD -Fraktion vom 20.03.2019 „Gute Perspektiven für Münster -Coerde 
schaffen“ 
 
e. R/0014/2019 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 04.05.2019 
„Starke Quartiere - Starke Menschen, Soziales Miteinander fördern - Quartiere im Stadtteil 
stärken - Ordnungspartnerschaften schaffen“  
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es ergibt sich folgende Finanzierungsübersicht für den Zeitraum 2020-2025: 
 
Gesamtausgaben 14.374.635 ,- € 
Davon erwartete Einnahmen aus der Landesförderung         4.446.320 ,- € 
Davon vereinbarte Beteiligung Dritter/Träger 4.755.500 ,- € 
Es verbleiben zur städtischen Finanzierung          4.362.815 ,- € 
 
 
 
Begründung:  
 
In Kenntnis der im Jahr 2016 gestellten Anträge an den Rat und auf der Grundlage des dazu von der 
Verwaltung formulierten H andlungsvorschlages (vgl. V/0929 /2016), hat der Ausschuss für 
Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen am 24.11.16 die Verwaltung beauftragt, ein 
Entwicklungskonzept für den Stadtteil Münster Coerde, insbesondere für die Aufwertung der Lebens-, 
Wohn- und Arbeitsbedingungen, zu erstellen. Basis dieser Entscheidung war insbesondere die 
Auswertung und Analyse eines Indikatoren-Vergleichs von sechs auffälligen Münsteraner Stadtteilen.   
 
Die Indikatoren zeigen  beispielsweise in Coerde vielfach herausfallende W erte auf, z. B. der hoh e 
Anteil von Menschen mit Migrationsvorgeschichte (103 Nationalitäten). Soziale Probleme ergeb en 
sich aus einem hohen Jugendanteil  sowie einem hohen Arbeitslosenanteil mit hoher 
Jugendarbeitslosigkeit. Alle Quartiere im Stadtteil (Stadtzelle n 611 bis 615) zeigen hinsichtlich der 
oben genannten Indikatoren statistische Auffälligkeiten auf und weisen im Vergleich zu den anderen 
analysierten Stadtteilen auf einen dringenden Handlungsbedarf in Coerde hin. 
 
In der Bürgerumfrage 2015 schnitt der Stadtteil im gesa mtstädtischen Vergleich insbesondere in 
Bezug auf die Einschätzung zur Attraktivität des Stadtteils durch die Bewohnerschaft 
unterdurchschnittlich ab. Ein entscheidender Grund la g in der Angebotssituation im Stadtteilzentrum, 
dem Coerdemarkt am Hamannplatz . Mit seinen ein - bis zweigeschossigen Flachbauten, einer 
Fassadenverkleidung aus „Waschbeton“ und einigen leerstehenden Ladenlokalen sowie seinen 
weitläufigen und wenig gestalteten Freiflächen von ca. 6 .000 qm ist der Coerdemarkt - trotz

- 3 - 
V/0224/2020 
mehrfacher Erneuerungsmaßnahmen – noch immer vom „Charme der 60er Jahre“ geprägt.  
 
Den in den letzten Jahren deutlich gewachsenen Flächenansprüchen des Einzelhandels wird die 
bestehende, kleinteilige Struktur in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht. Die „in die Jahre 
gekommene“ Gebäudesubstanz, zu geringe Flächengrößen und ungünstige La denzuschnitte 
entsprechen nicht mehr den Anforderungen des Handels an einen zeitgemäßen Marktauftritt.  Eine 
Aufwertung dieser von der Bevölkerung negativ beurteilten Situation, kann nun jedoch durch eine 
Neustrukturierung und Ausweitung der überbaubaren F lächen, im gemeinsamen Bemühen mit den 
Ladenbetreibern/-besitzern erreicht werden. Die Grundlage dazu bietet der Bebauungsplans Nr. 557 „ 
Coerde - Stadtteilzentrum am Hamannplatz“, welcher im Dezember 2019 vom Rat der Stadt 
beschlossen wurde. 
 
Die Erarbeitung des vorgelegten Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (InSEK) für den Stadtteil 
Coerde erfolgte in der Zeit zwischen Dezember 2016 bis März 2020. Besonders im Fokus standen 
dabei die Beteiligung der Bewohnerschaft, der verschiedenen Akteure vor O rt, der Institutionen und 
Vereine sowie der betroffenen Fachverwaltung. Zur intensiven Begleitung des Verfahrens wurde ein 
Interfraktioneller Arbeitskreis aus Mitgliedern der Bezirksvertretung Münster -Nord gebildet, um einen 
kontinuierlichen, informellen Dialog mit der Politik vor Ort zu gewährleisten. 
 
Als identitätsstiftendes „Leuchtturmprojekt“ kann die geplante Errichtung eines neu zu errichtenden 
multifunktionalen Stadtteilhauses mit einem breit gefächerten Angebot sozialer Einrichtungen und 
vielfältiger Dienstleistungen unter einem Dach am Hamannplatz Nr. 36 -40 bezeichnet werden  
(V/1006/2019). Ein wesentlicher Bestandteil dieses Stadtteilhauses ist das geplante 
ressortübergreifende, integrierte Begegnungs -, Bildungs - und Gesundheitszentrum, welches 
insbesondere der strukturellen Vernetzung und interdisziplinären Zusammenarbeit von Gesundheits - 
und Jugendhilfe dient und weitere Partner aus den Bereichen Soziales und Bildung umfassen wird 
(V/0957/2019).  
Mit dem multifunktionalen Stadtteilhaus werden umfa ssend die im Rahmen des integrierten 
Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde benannten Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger, der Akteure 
vor Ort, der Politik und der Verwaltung aufgegriffen. 
Durch einen Grundsatzbeschluss hat der Rat der Stadt im Dezember 2019  das städtische 
Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) als Investor mit der umfassenden 
Aufgabe der Planung und Umsetzung des Vorhabens beauftragt. 
Um das multifunktionale Stadtteilhaus sowohl für die Dienstleister und Sozialen Träger als auch für 
die Bewohnerschaft von Coerde optimal zu strukturieren und zu gestalten, sollen im Rahmen eines 
Architekturwettbewerbes Planungsalternativen, für die zukünftig zur Verfügung stehenden rund 3 .000 
qm Bruttogeschossfläche, gemeinsam erstellt werden. 
 
Ergänzend wurde für die weitläufigen, derzeit wenig attraktiv gestalteten Freiflächen des 
Hamannplatzes, die auch nach den Um - und Neubauvorhaben weiterhin zur Verfügung stehen, im 
Dezember letzten Jahren beschlossen, ein externes Büro für Landschaftsarch itektur mit der 
Neugestaltung des Hamannplatzes zu beauftragen. Wie schon beim Integrierten 
Stadtteilentwicklungskonzept, wird auch die Planung zum Hamannplatz unter Einbeziehung der 
Bürgerschaft und der Akteure vor Ort erfolgen, so dass ein gemeinsam abge stimmter und tragfähiger 
Entwurf entstehen wird, der nach dem Abschluss der Hochbauvorhaben umgesetzt werden kann.  
 
Für die Erstellung des Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde wurden im Wesentlichen folgende 
Verfahrensschritte durchgeführt: 
 
 Startgespräch, Ermittlung von Basisdaten, Abgleich vorhandener Daten zu den Indikatoren 
 Befragung von Schlüsselpersonen, Akteuren, Initiativen, Institutionen, Vereinen, Kirchen, 
Bildungseinrichtungen 
 Auswertung der Interviews und Festlegung von Handlungsschwerpunkten 
 Intensive Abstimmung mit den städtischen Fachämtern 
 Öffentliche Auftaktveranstaltung mit Themenstationen 
 Beteiligung von ca. 230 Hauptschüler/-innen im Rahmen eines Projekttages

- 4 - 
V/0224/2020 
 Beteiligung der sechs im Stadtteil am stärksten vertretenen, ethni schen Gruppen anhand von 
Themenstationen 
 Zwischenberichte an die Bezirksvertretung Münster-Nord und die beteiligten Fachämter 
 Erstellung einer Stärken -Schwächen-Analyse und Herleitung erster, fac hübergreifender 
Handlungsfelder 
 Entwicklung eines Maßnahmenprogramms mit der Festlegung von Handlungsschwerpunkten 
 Umfangreiche Abstimmung der Inhalte des Maßnahmenprogramms mit den Fachämtern, den 
lokalen Akteuren, der Bewohnerschaft und der Politik 
 Erarbeitung einer konkreten Maßnahmen- und Projektliste mit Zeit- und Finanzierungsplan 
 Konkretisierung einzelner Projekte (multifunktionales Stadtteilhaus, Freiraumgestaltung des 
Hamannplatzes) 
 
Auf der Grundlage der Recherchen vor Ort, der intensiven Beteiligungsverfahren, des Austausches 
der Akteure und der Politik vo r Ort und der Verwaltung wurde eine Stärken -Schwächen-Analyse 
erstellt, woraus sich folgende Handlungsfelder für den Stadtteil Coerde als besonders zielführend und 
wichtig erwiesen haben: 
 
Handlungsfeld 1: Wohnen 
Handlungsfeld 2: Soziales (Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit) 
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung 
Handlungsfeld 4: Nahversorgung 
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 
Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 
 
Das InSEK Coerde enthält eine mit allen Akteuren erarbeite te Maßnahmenliste, deren Realisierung 
eine Aufwertung und deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse im Stadtteil erwarten lässt. 
Unterstützend wurde mehrfach das B eratungsangebot des „Netzwerkes Soziale Stadt NRW“ in 
Anspruch genommen, um das InSEK zielführend für eine mögliche Städtebauförderung aufzustellen.  
Dementsprechend strebt die Verwaltung eine Aufnahme in das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ 
mit entspreche nder Förderung durch das Land NRW an. Zur Sicherung einer nachhaltigen 
Finanzierung und zur Darstellung des verbleibenden Eigenanteils werden die Stadt oder auch Dritte 
einen finanziellen Beitrag leisten. 
 
Die aufgeführten  Projekte haben im Wesentlichen das Ziel, mit städtebaulichen, sozialen und 
integrativ wirkenden Maßnahmen die Bewohnerschaft in ihren Belangen zu unterstützen und zu 
fördern sowie insbesondere die Zugänge zu den bereits vorhandenen Potenzialen zu verbessern und 
weiterzuentwickeln. 
Dies geschieht umfassend in allen Handlungsfeldern und Maßnahmen durch die differenzierte 
Betrachtung und Berücksichtigung verschiedener Lebenssituationen wie z.B. Alter, Nationalität, 
Familienstand etc. . Ein besonderer Schwerpun kt liegt im Stadtteil Coerde in der Abwendung von 
Armut und Benachteiligung durch die Stärkung und Erweiterung der Unterstützungsangebote, um 
damit einhergehend die Bildungschancen zu verbessern. 
Durch geplante bauliche Veränderungen an den vorhandenen Woh ngebäuden kann, je nach 
Intensität der geplanten Maßnahmen, auch ein erheblicher Beitrag zur energetischen 
Gebäudesanierung bei den überwiegend privaten Gebäuden geleistet werden. Bei den geplanten 
neuen Geschäftsgebäuden am Hamannplatz, einschließlich des multifunktionalen Stadtteilhauses, ist 
dies im Rahmen der Baudurchführung bereits standardmäßig vorgesehen. 
 
Die Umgestaltung und Weiterentwicklung der Grün - und Freiflächen am Hamannplatz mit der 
Anbindung an die angrenzenden Quartiere und der Anbindung an die vorhandenen Grünstrukturen 
schafft neue Aufenthaltsqualitäten und trägt mit der Erweiterung der Durchgrünung zur Verbesserung 
des lokalen Klimas und der Abmilderung schädlicher Klimaauswirkungen bei. Die Verbesserung des 
lokalen Fuß - und Radwegenetz es bildet einen ersten Baustein für eine stadtteilbezogene,

- 5 - 
V/0224/2020 
klimafreundliche Mobilität, die im Gesamtzusammenhang mit den geplanten Velorouten eine 
deutliche Verbesserung der Umweltbilanz erwarten lässt.  
Im InSEK sind Maßnahmen aufgelistet, die sowohl ein zeln als auch im Zusammenhang positive 
Auswirkungen auf den Stadtteil und die dort lebenden Menschen haben werden. In diesem Sinne 
empfiehlt die Verwaltung, die schrittweise Umsetzung der dargestellten Projekte entsprechend der 
Maßnahmenliste entweder durch die entsprechend zuständigen Fachämter, Institutionen, Träger und 
andere Organisationen oder projektbezogen gemeinsam. 
Durch dieses gemeinsame Engagement kann es gelingen, Coerde in den nächsten Jahren zu einem 
lebenswerteren, bunteren, sozialeren und ansprechenderen Stadtteil in Münsters Norden zu machen.  
 
Bearbeitungsstand der vorliegenden Anträge  
 
Zu den unter Punkt 5 genannten Anträgen dieser Vorlage wird wie folgt Stellung genommen:  
 
a.  
Mit der Erstellung des InSEKs, dem dazugehörigen Maßnahmenkonze pt (vgl. Anlage 2, Kap. 8) 
und der gem. Beschlusspunkt 3 dieser Vorlage beauftragen Beantragung von Städtebaufördermit-
teln im Rahmen des Bund -Länder-Programms „Sozialer Zusammenhalt“ ist der Antrag A -
R/0015/2016 (Anlage 3) erledigt.  
 
b.  
Den im Antrag A -R/0023/2016 (Anlage 4) formulierten Aspekten in Bezug auf den Stadtteil 
Coerde („Potentielles Fördergebiet Münster -Coerde“) wurden mit der Erstellung des InSEKs 
gefolgt.   
 
c.  
Dem Antrag A -R/0008/2019 (Anlage 5)  wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anhang 2, 
Kap. 8) gefolgt. Nach intensiver Diskussion mit den zuständigen Fachämtern, dem 
Interfraktionellen Arbeitskreis der Bezirksvertretung Münster -Nord, den freien Trägern und 
sonstigen Akteuren vor Ort wurde entschieden, das Kinder - und Jugendgesundheitszen trum 
unter anderem mit einer Kinderarztpraxis in dem neu zu errichtenden, multifunktionalen 
Stadtteilhaus nicht am Kiesekampweg, sondern in zentraler Lage am Hamannplatz 
unterzubringen. 
Der ASSVW hat mit der Vorlage V/0929/2016 zudem beschlossen, ein Integ riertes 
Entwicklungskonzept auch für den Stadtteil Berg Fidel zu erarbeiten und ggf. Förderanträge 
gem. Städtebauförderrichtlinie NRW zu stellen.  
 
d.  
Dem Antrag A-R/0013/2019 (Anlage 6) wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anlage 2, Kap. 
8) gefolgt. Der Anregung einen Abenteuer -/Bauspielplatz als freizeitpädagogisches Angebot für 
Kinder und Jugendliche im Stadtteil Coerde einzurichten, konnte allerdings auf Grund der Nähe 
zu einer bereits im benachbarten Stadtteil Kinderhaus bestehenden, vergleichbaren Einrichtung 
nicht gefolgt werden.  
Die Möglichkeit zum gemeinschaftlichen, interkulturellen Gärtnern konnte im Rahmen der 
Erarbeitung des InSEKs auf Grund von Mangel an geeigneten, öffe ntlichen Flächen nicht in die 
Maßnahmenliste aufgenommen werden. Die diesbezügliche Aufwertung privater Flächen 
hingegen wird Thema in den geplanten wohnungswirtschaftlichen Arbeitskreisen sein. 
 
e.  
Dem Antrag A-R/0014/2019 (Anlage 7) wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anlage 2, Kap. 
8)  gefolgt. Nach intensiver Diskussion mit den zuständigen Fachämtern, dem Interfraktionellen 
Arbeitskreis der Bezirksvertretung Münster-Nord, den freien Trägern und sonstigen Akteuren vor 
Ort wurde entschieden, ein multi funktionales Stadtteilhaus durch das städtische Unternehmen 
Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) in zentraler Lage am Hamannplatz errichten zu lassen. 
Hier soll u.a. auch die Möglichkeit geschaffen werden, ein temporär zu besetzendes 
Stadtteilbüro für eine Stadtteilkümmerin bzw. eine Quartiersmanagerin einzurichten.

- 6 - 
V/0224/2020 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
I.V. 
 
gez. 
 
Robin Denstorff 
Stadtbaurat 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1:   Abgrenzung des Untersuchungsgebiets (Gebietsbezug) 
Anlage 2: Integriertes Entwicklungskonzept Coerde mit  Übersicht der Maßnahmen 
+ Finanzierungs- und Zeitplan 
Anlagen 3 - 7: Anträge der Jahre 2016 – 2019 betreffend die Stadtteilentwicklung von 
Coerde

20200429_Untersuchungsgebiet

338 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage Nr. V/0224/2020
Plangebiet / Maßstab ohneGebietsabgrenzung Integriertes Entwicklungskonzept Coerde© Stadt MünsterPfad: K:\61_2\07_Stadtteilplanung\Coerde\06_CAD\Gebietsabgrenzung_Soziale-Stadt\Untersuchungsgebiet.dwgMünsterInnenstadt
Abgrenzung Untersuchungsgebietca. 270 ha
BahnlinieZentraldeponie
Dortmund-Ems-Kanal

Anlage A

4349 Zeichen

Anlage A zur V/0224/2020 
Kurzüberblick 
Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen der Stadt Münster hat 
am 24.11.2016 die Verwaltung beauftragt, ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) 
für den Stadtteil Coerde zu erarbeiten. Das Ziel ist es mit einem thematisch breit aufgestellten 
Maßnahmenkatalog den bestehenden, durch zahlreiche Indikatoren belegten, Missständen ent-
gegenzuwirken.  
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Mit der Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er-
lebnisqualität weiterentwickeln: 
 mit hohem Wohnwert und Familienfreundlichkeit  
 mit niedrigschwelligen Integrations- und Begegnungsangeboten zur Schaffung einer sozia-
len Balance in der Stadtgesellschaft 
 mit vielfältigen und bedarfsgerechten Bildungs-, Beratungs- und Gesundheitsangeboten  
 mit breiten Freizeit-, Sport- und Bewegungsangeboten 
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität“ 
 
verfolgt. 
 
Durch verschiedene Maßnahmen und Projekte sollen perspektivisch die Lebens- und Wohnquali-
tät im Stadtteil Coerde erheblich verbessert werden. Im Fokus der Umsetzung des InSEKs stehen 
Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Bildung, der Gesundheit und der Armutsbekämp-
fung sowie des Miteinanders der verschiedenen Nationalitäten im Stadtteil. 
Auf Basis dieser Beschlussvorlage sollen Fördermaßnahmen gemäß Städtebauförderrichtlinien 
NRW beantragt werden. 
Unter Berücksichtigung der bestehenden Umwelt- und Naturpotenziale im Stadtteil soll das Frei-
zeit-, Sport- und Bewegungsangebot für alle Ethnien ausgebaut werden. Die Integration von 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte soll durch Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsangebo-
te gefördert werden. Durch eine Verbesserung der Vernetzung der Akteure im Stadtteil sollen 
Synergien geschaffen werden, die die bereits vorhandenen Potenziale stärken. Dadurch soll das 
negative Image des Stadtteils im Sinne des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ durch Begeg-
nungsangebote zwischen den im Stadtteil zahlreich lebenden Ethnien abgebaut werden.  
Ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung dieser grundsätzlichen Zielsetzung für die weitere 
Stadtteilentwicklung von Coerde ist die Errichtung eines „multifunktionalen Stadtteilhauses“ am 
Hamannplatz Nr. 36 – 40, zu der die WBI mit einem Grundsatzbeschluss beauftragt wurde, alle 
erforderlichen Schritte zu dessen Realisierung einzuleiten (V/1006/2019). 
 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja  Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja  Nein

Bereits veranschlagt?  Ja x Nein   
Zur Umsetzung der Projekte und Maßnahmen aus dem integrierten Stadtteilentwicklungskonzept 
(InSEK) für Coerde sind weitere Anträge und Beschlüsse aus den parlamentarischen Gremien er-
forderlich. Über deren genaue Realisierungszeiträume sowie über damit verbundene konkrete Kos-
ten und deren Finanzierung werden die zuständigen Gremien zum gegebenen Zeitpunkt mittels se-
parater Vorlagen informiert bzw. werden dann entsprechende Beschlüsse zu fassen sein. 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
x überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
Das integrierte Stadtteilentwicklungskonzept stellt die langfristige Entwicklung von Coerde für alle 
Bereiche der Grunddaseinsfunktion (Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Bildung, Gesundheit, Erholung 
etc.) dar. Damit ist dieses Konzept eine wichtige Grundlage dafür, den Anforderungen des § 171 e 
BauGB Rechnung tragen zu können und damit gleichzeitig die Voraussetzung für mögliche För-
dermittel zu schaffen.  
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Mit der Vorlage werden insbesondere die Querschnittsthemen Demographie, Migration, Integrati-
on und Klimaschutz im Sinne der weiteren Stadtteilentwicklung von Coerde positiv aufgegriffen. 
Die in der Anlage 2 dargestellten Maßnahmen und Projekte des integrierten Stadtteilentwick-
lungskonzeptes für Coerde dienen dieser Zielsetzung.

Beratungsverlauf (7)

28.05.2020 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
09.06.2020 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 4.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
16.06.2020 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
17.06.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 12 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.11 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 22.1 Vorberatung
Zur Sitzung
24.06.2020 Rat
TOP 24.1 Entscheidung
Zur Sitzung

Orte (26)

  • Breslauer Straße
  • Königsberger Straße
  • Bahnhofstraße 9
  • Windthorststraße 7
  • Kemperweg
  • Heckenweg
  • Kiesekampweg 121
  • Holtmannsweg
  • Schifffahrter Damm
  • Hoher Heckenweg
  • Nerzweg
  • Marderweg
  • An der Meerwiese
  • Gleiwitzer Straße
  • Kanalpromenade
  • Brüningheide
  • Hoppengarten
  • Coerdestiege
  • Hacklenburg
  • Samlandufer
  • Edelbach 25
  • Eichhornweg
  • Coerheide
  • Kinderhaus
  • Promenade
  • Dachsleite

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Details

Aktenzeichen
V/0224/2020
Typ
Vorlagen
Datum
07.05.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37