V/0224/2020
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
A-R_0015_2016_a-r-0015-2016-Muenster_fuer_alle_-_Staedtebaufoerderung_fuer_Coerde_beantragen
2779 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0015/2016
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Münster für alle -
S
tädtebauförderung für Coerde beantragen
Antrag an den Rat der Stadt Münster
z
ur Verweisung an den ASSGVAf
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
I. F
ür den Stadtteil Münster-Coerde wird ein integriertes Handlungskonzept erstellt.
II. Auf Basis dieses Handlungskonzepts werden Städtebaufördermittel beantragt.
Dabei bieten ESF-Förderungen wie das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt und z.B.
das damit verbundene Programm ‚Starke Quartiere – starke Menschen‘ gute, zielgerich-
tete Ansätze, die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.
Handlungsfelder wie Integration, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie,
Bildung, Soziale Sicherung, Jugend und Begegnung bieten zudem hohe Potentiale für
die Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil.
Begründung:
In
Coerde ist in den letzten Jahren das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil gewachsen. Es gibt eine
ganze Reihe von Ansätzen bürgerschaftlichen Engagements, die gefördert werden sollten. So
sind viele Träger und Vereine auf der Suche nach gemeinsam getragenen Begegnungsräumen
für Jung und Alt, und für und mit den vielen interkulturellen Gruppen im Stadtteil.
Jeder zweite Coerder Bewohner bzw. jede zweite Bewohnerin hat eine Migrationsvorgeschichte,
die Zahl der Alleinerziehenden ist mit 33 % die höchste in Münster, ebenfalls liegen die Zahlen
von Kindern und Jugendlichen sowie die Armutsquote deutlich über dem Münsteraner Durch-
schnitt. Zudem gibt es Sanierungsbedarfe im baulichen Bereich, einschließlich des Einkaufszent-
rums am Hamannplatz.
Coerde hat gute Entwicklungspotentiale, die aber entsprechend befördert werden müssen, wozu
Programme der Städtebauförderung zielführende Handlungsoptionen bieten. Das zeigen nicht
zuletzt auch sehr deutlich der schrittweise Aufwärtstrend und die Attraktivitätssteigerung des
Nachbarstadtteils Münster-Kinderhaus im Programmgebiet der Sozialen Stadt.
Zudem bietet ein Förderprogramm den Coerderanerinnen und Coerderanern Möglichkeiten,
07.04.2016
Anlage 3 zur Vorlage Nr. V/0224/2020
2
über aktive Beteiligung ihren Stadtteil selbst mitzugestalten.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldma nn
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäg er
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koc h
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Ste ltig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Sey fferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Olberg
Maria Winkel
A-R_0013_2019_a-r-0013-2019-Gute_Perspektiven_fuer_MS-Coerde_schaffen
8053 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0013/2019
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Gute Perspektiven für Münster-Coerde schaffen
Ratsantrag
Der
Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1) Die Verwaltung stellt sicher, dass nach fünf Jahren Vorlauf spätestens im August 2019 die
Fö
rderanträge für das Programm Soziale Stadt Coerde (siehe SPD-Anträge aus 2014 und
2016) nun auf den Weg gebracht werden, um im Jahr 2020 mit der Durchführung des
Programms beginnen zu können und die notwendigen Ressourcen für die
Handlungsfelder verfügbar zu haben. Das integrierte Handlungskonzept ist hierbei
ebenso einzubeziehen wie aktuelle Hinweise von Initiativen, Trägern und
Bewohner*innen, z. B. zum Themenfeld Kinderarmut.
Im Blickpunkt stehen müssen zudem stadtplanerische Weiterentwicklungen im Stadtteil.
Die vorhandenen Siedlungsstrukturen genügen lange nicht mehr den heutigen
Anforderungen und erfordern deutliche planerische Maßnahmen. Ziel muss hier sein, der
Segregation in Coerde entgegen zu wirken und einen attraktiven Stadtteil für alle
Bevölkerungsgruppen zu entwickeln.
2) Folgende vorbereitende Maßnahmen für Coerde sind zeitnah umzusetzen, um aktuelle
Pro
blemlagen zu mindern:
• die Implementierung eines Quartiersmanagements durch die Stadt Münster mit
int
erkultureller Kompetenz und der Einbindung von Brückenpersonen (‚nation workers‘)
aus den unterschiedlichen Herkunftsländern sowie einem weiteren Aufbau von Paten-,
Lotsenprojekten.
• die Schaffung und personelle wie sachliche Ausstattung von interkulturellen und
int
ergenerativen Begegnungsräumen in Coerdes Mitte, die niedrigschwellige und
barrierefreie Zugänge ermöglichen. Ankerpunkt kann die Stadtbücherei Coerde sein.
• die Schaffung eines Sozialen Arbeitsmarkts für Coerde durch öffentlich geförderte
Be
schäftigung
• damit einhergehend die Einrichtung einer Dependance des Jobcenters Münster in
ze
ntraler Lage im Stadtteil Coerde. Das Jobcenter soll hier zusätzlich Angebote vorhalten,
die die gesamte Bedarfsgemeinschaft und nicht nur Einzelpersonen in den Fokus
nehmen.
20.03.2019
Anlage 6 zur Vorlage Nr. V/0224/2020
2
• die Evaluation der Bildungschancen: In den Fokus genommen werden dabei für Kinder
und Jugendliche aus Coerde u. a. das Kita-Eintrittsalter, das Schulwahlverhalten, die
Verweildauer in den Grundschulen, die Übergangsempfehlungen, die Schullaufbahnen
und die erzielten Schulabschlüsse (jeweils diff. mit / ohne Migrationsvorgeschichte).
• die Planung und Errichtung eines Kinder- und Jugendgesundheitszentrums
(vgl. Ideenskizze Dr. Axel Iseke)
• eine Schwerpunktsetzung von Maßnahmen zur Kinder- und Jugendarmutsprävention
gezielt in Münster-Coerde.
Dazu gehört unabdingbar auch:
- die Realisierung einer kostenfreien Mittagsverpflegung für alle Kinder in Kita und
Schule, um Diskriminierungen nicht entstehen zu lassen und
- die Ermittlung und Beseitigung von Hemmnissen für einen (frühen) Kita-Besuch der
Coerder Kinder, um einen frühen Zugang zu frühkindlicher Bildung und Erziehung für
alle zu ermöglichen
• die Einrichtung eines Abenteuer-/Bauspielplatzes als freizeitpädagogisches Angebot für
Kinder und Jugendliche mit Kreativ-Werkstätten, Bewegungs-und Gesellschaftsspielen,
Fahrradwerkstatt, Garten AG, Koch- und Backangeboten, Holzelementen, Wasserpumpe
und Feuerstelle u.v.m..
• die Schaffung von Flächen für gemeinschaftliches, interkulturelles Gärtnern als Orte der
Begegnung von Generationen und Kulturen, der Kommunikation und der aktiven
Freizeitgestaltung
• die infrastrukturelle Aufwertung der Sportanlage. Dazu gehört insbesondere eine
zeitnahe Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz. Es sollen hierdurch
weitere Sportangebote, wie z. B. Mädchenfußball und das Angebot von Trendsportarten,
sowie eine verstärkte Einbindung der Menschen mit Migrationsvorgeschichte über das
Projekt "Sport, Sprache und Integration" ermöglicht werden.
• Wohnumfeld-Verbesserungen in Kooperation mit den ansässigen Wohnungs-
unternehmen, den städtischen Fachämtern und den AWM
• die vorbereitende Einrichtung eines Beirats ‘Soziale Stadt’
Begründung:
Münster ist eine reiche Stadt. Die Bevölkerungszahl steigt beständig, viele Menschen zieht es ins
schöne Münster mit seinen Giebelhäusern und dem Wochenmarkt. Unvorstellbar für viele, dass
es in Münster Stadtteile gibt, in denen Kinder morgens hungrig zur Schule gehen und sich das
dort angebotene Mittagessen auch für 1 € Eigenanteil nicht leisten können. Das aber ist die
traurige Wirklichkeit in Coerde.
3
Viele Familien in Coerde befinden sich in einem "Armutskreislauf", jedes zweite Kind lebt in Ar-
mut. Das sind völlig andere Rahmenbedingungen als in gutsituierten Innenstadt-Stadtteilen.
Sehr viele Eltern in Coerde sind arm, leben in prekären Verhältnissen und können ihren Kindern
nicht das mit auf den Weg geben, was am besten gegen Armut hilft: Bildung.
Das Münsteraner Sozialmonitoring 2017 sowie weitere vorliegende Indikatoren zeigen in Coerde
dringende Handlungsbedarfe auf, zumal sich die Ausgangssituation vor Ort
in den letzten Jahren gerade auch durch den Zuzug von ärmeren Bevölkerungsgruppen
(Es ziehen z. B. 30% der Geflüchteten nach Coerde, jeweils 10% nach Kinderhaus und Berg Fidel.)
nicht stabilisieren konnte und eine weitere Abwärtsspirale für den Stadtteil dringend verhindert
werden muss (siehe auch Kontextdatenmonitor Coerde vom 31.12.2017 veröffentlicht in
2/2019).
Die prägenden Indikatoren für sozial benachteiligte Stadtteile wie Armutsquotient (Arbeitslosig-
keit 10,4%, davon 50% Langzeitarbeitslose), der Jugendquotient (39,2%) und der Migrationsquo-
tient (52,2%) liegen sehr weit über dem städtischen Durchschnitt und wären im NRW-Vergleich
aller Soziale-Stadt-Quartiere in den Top 10 zu finden.
Im Zukunftsprozess Münster 20.30.50 soll ausdrücklich auf die Entwicklung benachteiligter
Stadtteile Wert gelegt werden. Die Mittel der Bund-Länder-Städtebauförderung wurden zuletzt
in Münster nur für innerstädtische Projekte wie B-Side oder Dominikanerkirche beantragt und
abgerufen. Diese Förderungen stehen nicht in Frage, aber es ist mindestens ebenso wichtig, nun
(endlich) auch Städtebauförderung für benachteiligte Quartiere in Münster zu beantragen und
passgenau abzurufen, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.
Handlungsfelder wie Frühe Hilfen, Kinder und Jugend, Integration, (Sozialer) Arbeitsmarkt, Woh-
nen, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie, Sicherheit, Schule/Bildung, Soziale
Sicherung, Sport und Bewegung, Begegnung und Heimat bieten hierbei hohe Potentiale für die
Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil Münster-Coerde. Schließlich sind
die Bewohner*innen des Stadtteils die eigentlichen Expert*innen vor Ort, deren Anregungen und
Ideen hierbei von besonderer Wichtigkeit sind.
Die bisher geleistete Arbeit der Jugendhilfe- und sozialen Träger sowie der Schulen, Initiativen,
Vereine, Kirchen und Religionsgemeinschaften vor Ort ist vor dem Hintergrund der schwierigen
Rahmenbedingungen im Stadtteil Coerde ausdrücklich wertzuschätzen.
Die Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit vor Ort sind in die aktuellen und weiteren Prozesse
aktiv mit einzubinden.
Nach fünf Jahren Vorlauf darf in Coerde keine Zeit mehr verloren werden.
Mit höheren Ressourcen aus der Bund-Länder-Förderung und mit kommunalen Mitteln müssen
endlich grundlegende Verbesserungen in dem benachteiligten Stadtteil erreicht werden.
4
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wi ntzler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsso n
Maria Winkel
A-R_0014_2019_a-r-0014-2019-Soziales_Miteinander_foerdern_Quartiere_im_Stadtteil_Coerde_staerken_1
8984 Zeichen
Antrag an den Rat Nr .: A-R/0014/2019 Starke Quartiere – starke Menschen: Soziales Miteinander fördern – Quartiere im Stadtteil Coerde stärken – Ordnungspartnerschaft schaffen De r Rat möge beschließen: 1. In Coerde wird im Bereich Königsberger Str./Kiesekampweg/ Kemperweg/Breslauer Str./Gleiwitzer Str./Altcoerde zeitnah ein Stadtteilbüro mit einem Stadtteil-/Quartiers- management eingerichtet. Dies soll bereits zeitlich unabhängig von der Fertigstellung des Gesamtkonzeptes „Soziale Stadt Coerde“ erfolgen. Zudem werden zusätzliche personelle Ressourcen für die Arbeit eines Quartiersküm- merers/einer Quartierskümmerin im Wohnquartier eingerichtet. Ziel ist es, die dortige Wohnsituation zu verbessern sowie die soziale Balance und das Zusammenleben der Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen im Wohnquartier und Stadtteil zu stärken. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Kooperation mit den bestehenden Initiativen im Stadtteil eine Ordnungspartnerschaft einzurichten. Hieran sind neben Polizei, der Stadt mit Ordnungsamt, KSD, Sozialarbeit und AWM sowie auch die freigemeinnützigen Träger, örtliche Nachbarschaftsinitiativen und Vereine zu beteiligen. Zugleich erhält der personell bereits verstärkte kommunale Ordnungsdienst (KOD) die Aufgabe die Arbeit im Quartier unterstützen. 3. Die soziale Arbeit wird gestärkt. Hierzu soll unter Einbeziehung der Akteure vor Ort das Zusammenleben im Quartier mit seinen unterschiedlichen Kulturen, Identitäten und Herkünften gestärkt und neue Konzepte für eine gute Nachbarschaft aller Bevölkerungsgruppen und Generationen entwickelt werden. 4. Zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner soll die Möglichkeit eröffnet werden, im Quartier eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung zumindest temporär anzubieten. Darüber hinaus gilt es die auch die bereits bestehenden und geplanten sozialen Einrichtungen und Angebote des Stadtteils noch stärker zu nutzen. Das von CDU und GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines „Kinder- und Gesundheitszentrum am Kiesekampweg“ gilt es hier mit einzubeziehen. 5. Die Verwaltung wird beauftragt, darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung im Wohnungsbestand und zur Wohnumfeldgestaltung im betreffenden Wohnquartier zu ergreifen. Dabei sollen die Eigentümer der dort verorteten Hoch- und Mehrfamilienhäuser an diesem Prozess möglichst finanziell beteiligt werden. Die Verwaltung prüft hier die Möglichkeiten diesbezüglich. Darüber hinaus soll auch geprüft werden, welche Anlage 7 zur Vorlage Nr. V/0224/2020 2 Möglichkeiten seitens der Stadt und der MieterInnen und bestehen, die Hausbesitzer anzuhalten, notwendige Instandhaltungen und Sanierungen durchzuführen. 6. Mit dem Stellenplan 2019 wurden zusätzliche Stel len für das Quartiersmanagement bewilligt, aus deren Gesamtvolumen die Aufgaben für Coerde abgedeckt werden sollen. 7. Die Verwaltung wird beauftragt, zu den in den Pu nkten 1-5 aufgeführten Maßnahmen möglichst zeitnah ein Umsetzungskonzept und einen Bericht vorzulegen. Begründung : I. Ziel der aufgezeigten und beantragten Maßnahmen ist es, im Stadtteil Coerde und den einzelnen Quartieren die Nachbarschaft und das interkulturelle Zusammenleben zu stärken und zugleich die Wohnsituation und das Umfeld zu verbessern. II. Armutsprävention stärken: Das städtische Sozialmonitoring hat aufgezeigt, dass im Stadtteil Coerde ein hoher Anteil armutsgefährdeter Menschen lebt. Demnach leben mehr als 43% der Kinder und Jugendlichen in Familien mit geringen Einkünften, die auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind. Zudem ist die Arbeitslosenquote mit 11% immer noch überdurchschnittlich hoch. Die daraus resultierenden Herausforderungen sind allerdings nicht gleichräumig über den Stadtteil verteilt, sondern konzentrieren sich auf einzelne Bereiche. Deshalb sollte neben einem guten Stadtteilmanagement für Coerde insgesamt auch die besonders betroffenen Quartiere gezielt in den Blick genommen werden, um deutliche Verbesserungen für die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner insbesondere bei der Wohnsituation und des nachbarschaftlichen Zusammenlebens zu erzielen. Ebenso gilt es die soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Hierzu gehört auch die Einbeziehung der Maßnahmenprogramme und Angebote die bereits in Coerde angeboten werden, u.a. im Rahmen der Armuts- und Gesundheitsprävention und der sozialen Teilhabe insbesondere für Kinder und Jugendliche. III. Vernachlässigung von Wohnquartieren entgegenwirken : Der Stadtteil Coerde besteht aus Hochhäusern und Mehrfamilienhäusern, aber auch vielen Reihenhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern. Im Bereich Königsberger Str./Kiesekamp- weg/Kemperweg/Breslauer Str./Dachsleite/Gleiwitzer Str. stehen mehrere Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser. Erbaut wurden diese Häuser in den 60er Jahren. Seit einigen Jahren und nach mehreren Besitzerwechseln sind viele dieser Häuser vernachlässigt worden. Der Bereich droht in eine massive Schieflage zu geraten: Vermüllung des Areals, offenstehende Abfallcontainer und wilder Sperrmüll. Die Folge ist immer wiederkehrender Rattenbefall des gesamten Bereichs. Einige Gebäude sind stark vernachlässigt und in der Bausubstanz marode. Anwohner berichten von stark renovierungsbedürftigen Wohnungen, maroden Bädern und Schimmelbefall. Knapp 20 dieser Immobilien befinden sich derzeit in der Hand eines einzigen Besitzers. IV. Stadtteil und Quartiersmanager*in einrichten: Im sozialen Bereich kümmert sich der/ die Stadtteil-/ Quartiersmanager um die sozialen Belange im Quartier, organisiert Begegnung, Teilhabe und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Ein Frauencafé, Hausaufgabenhilfe, gemeinsame Grundstückspflege, Gartenprojekte und das Wiederaufleben der dort früher üblichen Lambertus- und anderer interkulturellen und 3 generationenübergreifenden Aktivitäten und Nachbarschaftsfeste sind nur einige Beispiele, wie das Zusammenleben der Menschen im Quartier dort gelingen kann. V. Ordnungspartnerschaft einrichten : Einige Bereiche im Wohnquartier sind baulich und gestalterisch vernachlässigt und wirken ungepflegt. Zudem wird die Situation von vielen oft auch als unwirtlich und zuweilen auch bedrohlich empfunden. Diese Situation wird den Wohnwünschen der Menschen im Quartier sicher nicht gerecht. Zur Verbesserung der Situation könnte hier die Einrichtung einer Ordnungspartnerschaft sehr sinnvoll sein. Hierzu gibt es bereits positive Erfahrungen aus anderen Stadtteilen. An einer entsprechenden Ordnungspartnerschaft sollten neben Polizei, die Stadt Münster mit Ordnungsamt, KSD und Sozialarbeit sowie auch freigemeinnützige Träger, örtliche Nachbarschaftsinitiativen und Vereine beteiligt werden. VI. Quartiers-Kümmer/in : Für diesen Wohnbereich sollte darüber hinaus die Einrichtung eines/einer Kümmerin bzw. Kümmerer im Wohnquartier eingerichtet werden. Dies soll angelehnt sein an das Modell des „Quartiershausmeisters, welches auch in Kinderhaus/ Brüningheide diskutiert und in „Soziale Stadt – Gebieten“ anderer Städte bereits erfolgreich angewendet wird, z.B. „Schleswiger Viertel“ in der Dortmunder Nordstadt. Aufgabe einer/eines Quartierskümmer/in wäre es, sich gemeinsam mit den anderen Akteuren im Quartier für Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum zu engagieren und überdies ein/e verlässliche/r Ansprechpartner und -partnerin für die Menschen vor Ort zu sein. Diese Person sollte einen kurzen Draht zwischen Anwohnern / Anwohnerinnen, Hauseigentümern und städtischen Behörden bieten. Besonders wichtig ist dabei, die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in diesen Prozess einzubeziehen. VII. Orte der Begegnung schaffen : Für die soziale Arbeit und die nachbarschaftliche Begegnung sind Räumlichkeiten vor Ort nötig. Eines der Hochhäuser verfügt über entsprechende Flächen. Mit dem Eigentümer ist zu verhandeln, damit diese zur Verfügung gestellt werden können. Weiterhin ist der Eigentümer nach Möglichkeit an den Kosten für das Projekt zu beteiligen. Hier sollte auch die Möglichkeit gegeben werden, eine temporär eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung anzubieten. Darüber hinaus gilt es, auch die sozialen Einrichtungen und Angebote des Stadtteils noch stärker zu nutzen. Das von CDU und GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines Kinder- und Gesundheitszentrums am „Kiesekampweg“ gilt es Verlauf mit einzubeziehen. Mit dieser Kombination aus Maßnahmen für eine Stärkung der Quartiers- und Nachbar- schaftsarbeit, der sozialen Sicherheit und Unterstützung bis hin zur gemeinsamen Setzung von Regeln für das Zusammenleben im Quartier ist ein erster und wichtiger Schritt zur Stärkung des Quartiers und zur Förderung von Lebensqualität in diesem Bereich getan. Zugleich kann dieses Pilotprojekt ein gutes Vorbild sein, von dem auch die derzeit in Planung befindlichen neuen Stadtteile in Münster profitieren können. gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion
A-R_0023_2016_a-r-0023-2016-gruene_starke-quartiere-starke-menschen
14940 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2016
Ratsantrag
03
.05.2016
Der Rat beschließt:
1. Die Stadt Münster entwickelt zur sozialen, inklusiven und
ökologischen Weiterentwicklung der Stadtquartiere sowie zur
Verbesserung, Erhaltung, Sicherung der Lebensqualität in den
Quartieren und zur Unterstützung bürgerschaftlicher Initiativen Leitbilder für
Quartiersentwicklung und Quartiersmanagement. Hierzu werden die Überlegungen aus
dem Masterplan Quartier Münster (zur Versorgungssicherheit vom Menschen mit Pflege
und Unterstützungsbedarf) mit einbezogen.
2. Die Stadt Münster beteiligt sich verstärkt an dem integrierten Landesprogramm „Starke
Quartiere – Starke Menschen“.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, weitere Anträge zu den einzelnen und für Münster
ge
eigneten Förderbereichen beim Land zu stellen.
Begründung:
Stadtwachstum bietet Chancen – stellt aber auch viele neue Anforderungen an die
Stadtentwicklung
Münster erlebt als wachsende Stadt viele unterschiedliche und zum Teil tiefgreifende
strukturelle Veränderungen. Einige Beispiele:
- Innerstädtische und stadtnahe Wohnquartiere mit großem Wachstumsdruck und
stagnierende Wohnquartiere in den äußeren Stadtteilen driften sozial und
ökonomisch auseinander.
- wirtschaftlicher Strukturwandel und neue Dienstleistungsangebote greifen in
Wohnbedingungen der Einwohner von Innenstadtquartieren mehr als nur graduell
ein.
- Trotz überdurchschnittlicher Wohnungsbauzahlen zeigt sich ein zunehmender
Mangel an preiswerten Wohnraum; er droht in vielen innerstädtischen Quartieren mit
wirtschaftlichen Verdrängungsprozessen und sozialer Entmischung.
Die kontinuierliche Zunahme der Einwohnerzahl und das damit verbundene Wachstum von
Arbeitsplätzen erhöhen den Druck auf die Stadt und ihre Bewohner*innen: Das
Stadtwachstum schafft spezifische Wachstumsprobleme, die sich in den einzelnen
Quartieren der Stadt ganz unterschiedlich auswirken.
Zudem steht auch die soziale Infrastruktur vor neuen Herausforderungen. Viele Angebote
vor Ort müssen erweitert oder konzeptionell weiterentwickelt werden oder völlig neue
kommen hinzu. Quartiere sind immer auch Orte der sozialen Vielfalt: Quartiere zeichnen sich
immer durch verschiedene Lebensformen und soziale Gruppen aus. Unterschiede und
Toleranz sind Teil des Alltags
Inklusion und Barrierefreiheit sind dabei grundlegende Gestaltungsprinzipien, die nicht
zuletzt aufgrund der UN-Behindertenrechtskonvention und den Anforderungen durch den
demografischen Wandel Eingang in die Quartiersentwicklung finden müssen.
Bündnis 90/Die Grünen/GAL
Ratsfraktion Münster
Windthorststr. 7
4
8143 Münster
Fon: 0251 / 8 99 58 10
ratsfraktion@ gruene-muenster.de
www.gruene-muenster.de
„Starke Quartiere – Starke Menschen“
Anlage 4 zur Vorlage Nr. V/0224/2020
Schließlich bedarf es der Entwicklung neuer zeitgem äßer Versorgungskonzepte, mit denen
die Selbstbestimmung der Menschen in den Wohnquarti eren gesichert werden kann, wenn
z.B. Pflege- und Unterstützungsbedarf besteht. Für „lebendige“ Quartiere, ist dabei auch ein
guter Generationen-Mix, das Zusammenleben von Jung und Alt notwendig. Deshalb ist für
eine zukunftsorientierte Quartiersentwicklung nicht nur eine alters- und behindertengerechte
Gestaltung wichtig, sondern auch eine familien- und kindgerechte Ausrichtung der
Lebensorte. Dies gilt besonders auch für die Gebiet e, die besonders von einem Rückgang
junger Menschen an der Bevölkerung betroffen sind. Nur durch eine Infrastruktur, die auch
eine Attraktivität für Familien und junge Menschen besitzt, lässt sich der wichtige
Generationen-Mix vor Ort auf Dauer sichern. Hierzu sind auch generationenübergreifende
Konzepte wichtig.
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und Quartie rsmanagement – neue Konzepte
für Städte in der Veränderung
Mit dem demografischen und sozialen Wandel sowie Mo dernisierungsnotwendigkeiten sind
zahlreiche Anforderungen für die Wohnraum- und Nahv ersorgung, Infrastrukturausstattung
und Daseinsvorsorge, die Stadterneuerung sowie die Kinder-, Familien-, Bildungs-, Schul-,
Arbeitsmarkt-, Sozial- und Integrationspolitik wie auch der Umweltpolitik verbunden. Zugleich
gilt es die Anforderungen eines inklusiven Gemeinwesens mit einzubeziehen.
Die Beachtung
dieser sozialen, demografischen, wirtschaftlichen, baulichen,
umweltbezogenen und anderen Entwicklungen führt daz u, dass das „Quartier“ als
Betrachtungs- und Handlungsebene in Kommunen wachse nde Bedeutung gewinnt. Das gilt
sowohl aus der Sicht der dort lebenden und arbeiten den Menschen, die auf veränderte
Lebens- und Wohnbedingungen in der direkten Umgebun g ihrer Wohnung, Hauses oder
Arbeitsplatzes sehr sensibel reagieren, als auch fü r die Kommune als Träger der örtlichen
Daseinsvorsorge. Für beide gilt das Quartier als besonders beziehungsreiches und wichtiges
Umfeld.
Stichworte wie Gentrifizierung, Segregation, Lärmbe lastung oder Leerstand, Stadtbrache
und Verslumung bezeichnen strukturelle Verschlechte rungen in „benachteiligten
Stadtquartieren“, denen Gemeinden durch vielfältige Maßnahmen entgegenzuwirken
versuchen. Umgekehrt fördern Gemeinden, quartiersbe zogene Aufwertungs- und
Erneuerungsprozesse wirtschaftlicher und baulicher Art, die mit dem Zuzug neuer
Bevölkerungsschichten einhergehen, nach Kräften. Du rch Investitionen in Infrastruktur und
gemeindliche Angebote in den Bereichen Bildung, Kul tur, Freizeit usw. versuchen sie, die
Revitalisierung zu stabilisieren.
Auch die anhaltende Zuwanderung von Flüchtlingen na ch Deutschland stellt die Städte nicht
nur gesamtstädtisch vor Probleme der Unterbringung und Integration. Sie verlangt ebenso
nach quartiersbezogenen Konzepten und Maßnahmen, oh ne die die Aufnahme und
Integration der Neubürger*innen in ihre Umgebung ni cht oder nur mit Widerstand gelingen
wird.
Quartiere für alle Generationen
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und ein int egriertes Quartiersmanagement stellen
neue und innovative Strategie der Stadterneuerung d ar. Ihr konzeptioneller Ansatz ist ein
ganzheitlicher. Vielfältige Instrumente der gemeindlichen Daseinsvorsorge werden gebündelt
und auf das Quartier als Teilbereich der Stadt fokussiert. Quartiersmanagement erscheint als
eine kommunale Art des „Social Engeneering“.
Entwicklung und Management auf der Ebene von Quarti eren helfen sowohl Städten mit
prosperierender Wirtschaft und Einwohnerzuwachs, al s auch Gemeinden, die durch
Wegzug, Leerstand und sozioökonomische Problemlagen belastet werden. Zudem geht es
darum die Infrastruktur auf die zeitgemäßen Anforde rungen einer inklusiven
Stadtgesellschaft auszurichten. Im Unterschied zu d en bereits seit den 1960er Jahren
gebräuchlichen Strategien der Stadterneuerung, besonders den klassischen städtebaulichen
Sanierungen, stehen bei der Quartiersentwicklung un d dem Quartiersmanagement
städtebauliche und bodenordnende Maßnahmen nicht im Vordergrund. Sozialpolitisch
orientierte Instrumente der städtebaulichen Erneuer ung, insbesondere das Programm
„Soziale Stadt“, können demgegenüber als Vorläufer und als Prototypen der
Quartiersentwicklung und des Quartiersmanagements a ngesehen werden. Sie nutzen die
gesamte Bandbreite der kommunalen Handlungsmöglichk eiten, von sozialpolitischen
Instrumenten, über wohnungswirtschaftliche Aktivitä ten bis hin zu Maßnahmen des
Immissionsschutzes und der Schaffung kultureller Angebote. Vorbereitung und Durchführung
verlangen nach interdisziplinären Arbeitsweisen inn erhalb der Verwaltung, vorzugsweise
durch Projektorganisation geleistet werden kann.
Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Strat egien der Stadterneuerung und der
Stadtentwicklung besteht darin, dass Quartiersentwi cklung und Quartiersmanagement
bewusst als „Bottom-Up“-Prozesse und nicht „Top-Down“ angelegt werden. Bei der Definition
von Zielen, Projekten, der Aufstellung von Konzepte n und auch beim Management sollen
Bewohner, Nutzer, Gewerbetreibende bzw. ihre Vertre ter in Initiativen, Gruppen und
Vereinen maßgeblich mitbeteiligt werden. Durch Dialog, Austausch und Partizipation können
die Potenziale und Energien, die durch das Aufeinan dertreffen und Ineinanderwirken der
unterschiedlichen Lebenswelten entstehen, genutzt w erden für eine positive
Gebietsentwicklung. Im Idealfall entwickeln „Bewohn er*innen und Zivilgesellschaft“ das
Leitbild der Quartiersentwicklung und organisieren den Managementprozess mit
Unterstützung der Stadt. Dabei wird das Leitbild au ch mitgeprägt von einer „inklusiven“
Sozial- und Quartiersplanung.
Quartiersentwicklung, Quartierskonzepte und Quartiersmanagement für Münster
Münster sollte deshalb verstärkt quartiersbezogene Planungs- und Managementkonzepte
nutzen. Dabei sollten die Erfahrungen aus dem Proje kt „Soziale Stadt“ und darüber hinaus
von Städten mit einbezogen werden, die bereits über weitergehende praktische Erfahrungen
der Quartiersentwicklung und des Quartiersmanagements bei der Stadterneuerung verfügen,
wie zum Beispiel Wuppertal, Bamberg oder in einigen Berliner Bezirken. Hier gilt es in
Münster Leitbilder für Quartiersentwicklung und Qua rtiersmanagement in den einzelnen
Stadtteilen zu entwickeln. Darüber hinaus ist auch eine weitergehende ressortübergreifende
Stadt- und Quartiersplanung notwendig. Mit Quartier skonzepten soll dabei eine integrierte
und gemeinsame, aufeinander abgestimmte Sozial-, Wo hn- und Stadtplanung erfolgen.
Die Stadt Münster selbst ist mit der Erarbeitung de s „Masterplans Quartier“ bereits
bundesweit beispielhaft in die Entwicklung eines Qu artierskonzeptes eingestiegen, mit dem
die soziale Infrastruktur zukunftsgerecht gestaltet werden und die Angebote in den
Stadtquartieren insbesondere für Menschen mit Pfleg e- und Unterstützungsbedarf eine
umfassende Versorgungssicherheit bieten sollen. Der Masterplan Quartier Münster (zur
Versorgungssicherheit vom Menschen mit Pflege und U nterstützungsbedarf), der eine
Grundlage für ein gesamtstädtisches Konzept bieten soll, befindet sich derzeit in der
Erarbeitung.
Diese Arbeit gilt es zu verstetigen und kontinuierl ich auf die Stadtquartiere zu
übertragen.
Landesprogramm „Starke Quartiere – Starke Menschen“
Das 2015 ins Leben gerufenes integrierten Landespro gramm „Starke Quartiere – Starke
Menschen“ soll die Kommunen dabei unterstützen, für die benachteiligten Stadt- und
Ortsteile, in denen sich ökonomische, soziale, demo grafische, städtebauliche und
ökologische Probleme konzentrieren, ein integrierte s Handlungskonzept zu entwickeln,
dieses in eine systematische Präventionsstrategie e inzubetten und umzusetzen. Mittel dazu
sind integrierte Handlungskonzepte. Sie sollen syst ematische Präventionsstrategien
ermöglichen.
Das Programm bündelt Förderzugänge, konkret der NRW-EU Programme des Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), des Europäi schen Sozialfonds (ESF) und des
Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie
weiteren nationalen und landesweiten Aktivitäten fü r die Jahre 2014 bis 2020. Für NRW
stehen für die Förderung von benachteiligten Quarti eren und Ortsteilen bis 2020 rund 175
Millionen Euro zur Verfügung. Dazu kommen in gleich er Höhe Mittel der nationalen
Kofinanzierung aus Bundes- und Landesmitteln und au s Mitteln von Kommunen, Vereinen
und Privaten.
Die Förderkulisse dieser Mittel ist weitgespannt. Z .B. können früh ansetzende Hilfen für
Kinder, Jugendliche und Familien, der Auf- und Ausb au sozialer Präventionsketten ebenso
bezuschusst werden wie der Ausbau von Jugendwerkstä tten, die Entwicklung
altersgerechter Quartiere, die baulichen Maßnahmen im Wohnungsbestand wie auch zur
Verbesserung des öffentlichen Raums und des Wohnumf eldes. Förderfähig sind auch
Maßnahmen für die ökologische Verbesserung und die energetische Erneuerung von
Quartieren. Bevorzugt werden kommunale Projekte gef ördert, die einen Modell- oder
Vorbildcharakter haben.
Mit dem sog. Stadtentwicklungskredit als neuem Fina nzierungsinstrument können zudem für
privatwirtschaftliche Investitionen in schwierigem Investitionsumfeld passgenaue
Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet werden.
Integrierte Handlungskonzepte können fortlaufend ab der Veröffentlichung des
gemeinsamen Aufrufs der Programme des EFRE, des ELE R und des ESF eingereicht
werden. Der Aufruf erfolgte am 10. Februar 2015. Di e für die Auswahl von zu fördernden
Projekten zuständige Interministerielle Arbeitsgruppe tagt bedarfsgerecht entsprechend dem
Antragseingang. Der Projektaufruf der Landesregierung NRW liegt diesem Antrag als Anlage
bei.
Die Stadt Münster nutzt bereits einzelne Förderprog ramme aus dem integrierten
Landesprogramm wie den Masterplan altengerechte Qua rtiere NRW oder Maßnahmen aus
dem Wohnungsbauförderprogramm oder weitere Programm e. Darüber hinaus sollten die
Fördermöglichkeiten der einzelnen Programmbereiche noch intensiver genutzt werden.
Hierzu ist zu prüfen welche Programme zur Umsetzung in Münster noch zusätzlich gut
geeignet sind und genutzt werden können.
Potentielles Fördergebiet Münster-Coerde
Coerde ist ein kulturell sehr bunter Stadtteil. Wie der Statistik
1 zu entnehmen ist, liegt der
Ausländeranteil und der Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte im Vergleich zur
gesamten Stadt Münster mehr als doppelt so hoch. Co erde ist zudem ein sehr kinderreicher
Stadtteil mit vielen Großfamilien und alleinerziehe nden Eltern. Über 60% der Familien
erhalten Sozialleistungen. Diese Daten belegen wie vielschichtig, wichtig und notwendig
vernetzte Hilfsangebote sind und dauerhaft sein werden, um den Stadtteil zukunftsgerecht zu
machen.
Im Rahmen der Präventionskette sind bereits Kooperationsstrukturen im Quartier vorhanden,
die es zu stärken, auszubauen und an deren bisherig e Erfolge es anzuknüpfen gilt, um alle
Chancen für Kinder und Jugendliche von Anfang an si cherzustellen. Bestehenden Mängeln
in der städtebaulichen Situation und bei den Wohnungsqualitäten ist aktiv entgegenzuwirken,
um einen zukunftsfähigen Wohnstandort zu schaffen. Das Zentrum von Coerde
(Coerdemarkt-Hamannplatz) beispielsweise muss mit B ürgerbeteiligung als attraktiver Platz
mit hoher Aufenthaltsqualität und als soziale und kulturelle Mitte entwickelt werden.
1 siehe http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/zahlen.html
http://www.efre.nrw.de/0_2_Aktuelles/2015_02_10_Aufruf_Quartiersentwicklung/Aufruf_Praeventive_Quartiersent
wicklung.pdf
Münster-Coerde ist somit prädestiniert als erstes Fördergebiet.
Weitere Erläuterungen zum Antrag erfolgen mündlich.
Jutta Möllers
Otto Reiners
Gerhard Joksch
Harald Wölter
Helga Bennink
Susanne Dähne
Christoph Kattentidt
Annette Kemper
Raimund Köhn
Jörn Möltgen
Dr. Didem Ozan
Carsten Peters
Pascal Powroznik
Sylvia Rietenberg
Tim Rohleder
Dr. Rita Stein-Redent
InSEK Coerde
262480 Zeichen
2 3 4 Inhalt Inhalt ................................ ................................ ................................ ................................ .... 4 1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ...................... 6 1.1 Planungsanlass / Handlungsrahmen ................................ ................................ ....... 6 1.2 Aufbau des vorliegenden Konzeptes ................................ ................................ ....... 8 1.3 Beschlussfassung der parlamentarischen Gremien ................................ ................. 9 1.4 Verfahrensablauf ................................ ................................ ................................ ....10 1.5 Beteiligungsprozess ................................ ................................ ............................... 10 2 Grundlagen zum Stadtteil Coerde ................................ ................................ ..............14 2.1 Lage im Stadtgefüge ................................ ................................ .............................. 14 2.2 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes ................................ ............................... 14 2.3 Geschichte des Stadtteils ................................ ................................ .......................15 3 Statistik ................................ ................................ ................................ ........................17 3.1 Wohnberechtigte Bevölkerung / Einwohnerentwicklung ................................ .........17 3.2 Haushaltstypen / Haushaltsgrößen ................................ ................................ .........20 3.3 Altersstruktur ................................ ................................ ................................ ..........22 3.4 Migration / Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit .............................24 3.5 Bildung ................................ ................................ ................................ ...................26 3.6 Gesundheit ................................ ................................ ................................ .............29 3.7 Arbeitslosigkeit / Transferleistungen ................................ ................................ .......30 3.8 Wohnen in den Stadtzellen ................................ ................................ .....................32 3.9 Fazit Statistik ................................ ................................ ................................ ..........33 4 Stadtteilanalyse ................................ ................................ ................................ ...........34 4.1 Wohnen / Städtebau ................................ ................................ ............................... 34 4.2 Mobilität ................................ ................................ ................................ ..................39 4.3 Bildung / Betreuung / Erziehung ................................ ................................ .............42 4.4 Freizeit / Kultur / Sport ................................ ................................ ............................46 4.5 Gesundheit ................................ ................................ ................................ .............50 4.6 Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung ........51 4.7 Sauberkeit / Sicherheit ................................ ................................ ...........................60 4.8 Nahversorgung ................................ ................................ ................................ .......61 4.9 Miteinander / Integration ................................ ................................ .........................69 4.10 Fazit Infrastruktur ................................ ................................ ................................ ...71 5 Multifunktionales Stadtteilhaus am Hamannplatz ................................ .....................74 6 Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse) ................................ .........................76 Wohnen / Wohnumfeld ................................ ................................ ................................ .....76 Mobilität ................................ ................................ ................................ ............................77 Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit ................................ .......................78 Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung ..................79 5 Nahversorgung ................................ ................................ ................................ .................80 Miteinander / Integration ................................ ................................ ................................ ...81 7 Zielsystem ................................ ................................ ................................ ....................83 8 Maßnahmenübersicht ................................ ................................ ................................ .87 Handlungsfeld 1: Wohnen ................................ ................................ ................................ .88 Handlungsfeld 2: Soziales................................ ................................ ................................ .94 Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung ................................ ................................ ................................ ............. 111 Handlungsfeld 4: Nahversorgung ................................ ................................ .................... 119 Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration ................................ ................................ ...... 122 Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus ................................ ............................ 130 Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation ................................ ................................ ... 137 9 Finanzierungs-/ Zeitplan ................................ ................................ ........................... 141 10 Ausblick ................................ ................................ ................................ ..................... 155 11 Impressum ................................ ................................ ................................ ................. 158 6 1 Einleitung 1.1 Planungsanlass / Handlungsrahmen Coerde ist ein ausgesprochen interkultureller Stadtteil und gekennzeichnet durch ein breites Spektrum an unterschiedlichen Lebens - und Wohnformen. Ü ber einhundert Nationalitäten leben in dem Stadtteil im Norden der Stadt Münster. Im Vergleich mit anderen Münsteraner Stadtteilen weisen die Bevölkerungsindikatoren in Coerde vielfach herausfallende Werte auf. Soziale Probleme ergeben sich u.a. durch ein en hohen Arbeitslosenanteil mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, einer hohen Quote an von Armut betroffenen Menschen und einem hohen Ausländeranteil. Die teilweise einseitige Bel e- gungspolitik der ansässigen Wohnungsunternehmen – insbesondere in den Hochhäuser n – hat zu einer Konzentration sozialbelasteter Bevölkerungsgruppen geführt und damit die überwiegend schwierige Wohnsituation der Mieterschaft noch verschärft. Der Stadtteil leidet seit vielen Jahren unter einem schlechten Image. Eine, verglichen mit der Gesamtstadt, erhöhte Kriminalitätsrate und die Einschätzung der Bürgerschaft, dass Sa u- berkeit und Sicherheit im Stadtteil ein dauerhaftes Problem darstellen, sind Beispiele für die bestehenden Missstä n- de. Vor diesem Hintergrund hat der Au s- schuss für Stad tplanung, Stadtentwic k- lung, Verkehr und Wohnen als Fachau s- schuss des Rates der Stadt Münster am 24.11.2016 die Verwaltung beauftragt, ein Integriertes Stadtteilentwicklungskon- zept (InSEK) für Coe rde zu erarbeiten (V/0929/2016). Das Ziel ist , mit einem thematisch breit aufgestellten Maßna h- menkatalog, den bestehenden Missstä n- den entgegenzuwirken. Neben den städtebaulichen Maßnahmen, wie zum Beis piel der energetische n Nachbesse- rung des Gebäudebestandes aus den 1960 er und 70er Jahren und der Aufwertung der ö f- fentlichen und privaten Freiflächen, sollen bei der Bearbeitung des Entwicklungskonzeptes vor allem die sozialen Themen im Stadtteil im Fokus stehen. Im Stadtteil sind bereits Hilfsangebote der unterschiedlichsten Akteure vorhanden, die es zu stärken und im Sinne der Prävention auszubauen gilt. Vorrangiges Ziel des InSEKs ist es, die vorhandenen Potenziale aufzuzeigen und Impulse für eine bürgernahe Weiterentwicklung als attraktiver, sicherer Wohnstandort mit lebenswerten Quartieren zu geben. Das Konzept soll daher Entwicklungspotentiale insbesondere in den folgenden Bereichen aufzeigen: Wohnraumversorgung, Bildung und Armutsbekämpfung, Sport, Kultur und Freizeitgestaltung, Gesundheit, Pflege und Erhalt der Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung. Wilde Müllentsorgung am Kemperweg (Bild: Stadt Münster) 7 Sauberkeit und Sicherheit Begegnung und Integration. Für die Verbesserung der Versorgung der Bürgersch aft mit Gütern des täglichen Be darfs ist eine umfassende Neugestaltung des Stadtteilz entrums am Hamannplatz vorgesehen. Ein neuer Bebauungsplan für dies en zentralen Bereich ist Ende 2019 vom R at der Stadt be- schlossen worden und in Kraft getreten. Das InSEK wurde gemeinsam mit der Bürgerschaft, den Politikern vor Ort , sowie den Akteu- ren im Stadtteil in ei nem intensiven, interaktiven Pro zess erarbeitet. Die breitgefächerte Mit- bestimmung zielt dabei insbesondere auf eine stärkere Identifi kation mit dem Stadtteil und auf die Aufwertung des Stadtteilimages ab . Dabei sollen vor allem auch Bevölkerungsgrup- pen angesprochen werden, die wenig beteiligungsgeübt sin d. Dies gilt nicht nur für den Zei t- raum des Verfahrens, sondern auch für die darauffolgenden konkreten Abwägungs-, Ent- scheidungs- und Umsetzungsprozesse. Gesamtansicht der Baustruktur im Stadtteil Münster -Coerde (Quelle: Stadt Münster) Das InSEK für den Stadtteil Coerde ist als dynamischer Prozess zu verstehen. Durch eine begleitende, langfristige Evaluation werden die gesetzten Ziele überprüft und die Maßna h- men entsprechend angepasst. Dadurch können auch bisher nicht erfasste Akteure mit ihrem individuellen Aufgabengebiet im folgenden Anpassungs- bzw. Umsetzungsprozess berück- 8 sichtigt werden und zur Aufwertung der Lebens - und Wohnverhältnisse im Stadtteil beitr a- gen. 1.2 Aufbau des vorliegenden Konzeptes Das InSEK gliedert sich in die folgenden zehn Kapitel: Kapitel 1 erläutert den Planungsanlass, den Handlungsrahmen, den Verfahrensablauf und die bisher durchgeführten Verfahrensschritte, insbesondere in Bezug auf die Beteiligung der Bürger- schaft und der Akteure vor Ort, zur Vorbereitung des Erneuerungsprozesses im Stadtteil Co- erde. In Kapitel 2 werden die Lage des Stadtteils im Stadtgefüge, die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes und die Geschichte des Stadtteils beschrieben. Kapitel 3 analysierte die Gesamtsituation im Stadtteil durch Daten, Zahlen und Fakten. Kapitel 4 analysiert den Stadtteil in Bezug auf die vorhandene Infrastruktur. Am Ende dieses Kapitels werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst. Kapitel 5 beschreibt die Planungsüberlegungen zum multifunktionale Stadtteilhaus am Hamannplatz („Leuchtturmprojekt“). Kapitel 6 fasst die Ergebnisse in einer Stärken-Schwächen-Analyse zusammen. In Kapitel 7 werden die Zielsetzungen für die Entwicklung des Untersuchungsgebietes aufgelistet (Ziel- system). Kapitel 8 enthält die Maßnahmen sortiert nach Handlungsfeldern, die für eine Aufwertung und Erneue- rung von Coerde vorgesehen sind. Kapitel 9 stellt den Finanzierungs- und Zeitplan dar. Kapitel 10 beschreibt in einem Ausblick, die durch das InSEK erreichbaren Ergebnisse und formuliert Empfehlungen für die Umsetzung des Aufwertungsprozesses. 9 1.3 Beschlussfassung der parlamentarischen Gremien Ein Indikatorenvergleich von mehreren Münsteraner Stadtteilen im November 2016 hat er- geben, dass der Stadtteil Coerde in mehrerer Hinsicht negativ herausfallende Werte aufweist und somit als benachteiligter Stadtteil eingestuft werden muss. Vor diesem Hintergrund soll das InSEK aus Sicht der parlamentarischen Gremien der Stadt Münster mit Priorität bearbei- tet werden. Die Ergebnisse eines Kontextdaten monitorings für den Stadtteil mit Indikatoren aus dem Jahr 2017 und weitere aktuellere Daten und Zahlen fließen in die Herleitung der für die Aufwertung des Stadtteils erforderlichen Maßnahmen in das InSEK ein. Die Fraktionen in den parlamentarischen Gremien haben mehrere Anträge gestellt, ein I n- SEK zu erstellen, die sich hinsichtlich ihrer Zielsetzung überschneiden oder ergänzen. Expli- zit bestand der Auftrag der Politik darin, alle Alters - und Herkunftsgruppen zu beteiligen, d a- mit ihre jeweiligen individuellen Bedarfe im Verfahren Beachtung finden. Die Anträge an die Verwaltung beinhalten darüber hinaus auch die Prüfung, ob Fördermittel nach Städtebauförderrichtlinien „Sozialer Zusammenhalt“ in Anspruch genommen werden können, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zügig zu verbessern. Antrag A-R/00015/2016 der SPD-Ratsfraktion „Münster für alle - Städtebauförderung für Coerde beantragen“ vom 07.04.2016 Antrag A-R/00023/2016 der CDU-Ratsfraktion und Bündnis 90 / Die Grünen im Rat „Star- ke Quartiere – starke Menschen“ vom 03.05.2016 Antrag A-R/0008/2019 der Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen/GAL und der CDU „Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln“ vom 04.02.2019 Antrag „A -R/0013/2019 der SPD -Ratsfraktion „Gute Perspektiven für Münster -Coerde schaffen“ vom 20.03.2019 Antrag A -R/00014/2019 der Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen/GAL und der CDU „Starke Quartiere – Starke Menschen“ vom 05.04.2019 Das Integrierte Handlungskonzept, auf der Basis einer breite n Beteiligung gemeinsam era r- beitet, bildet die Grundlage der zukünftigen Entwicklung im Stadtteil Coerde. An diesem handlungsleitenden Orientierungsrahmen wird sich die Umsetzung der dargestellten Ma ß- nahmen und Projekte in den nächsten fünf Jahren messen lassen. Ziel der Stadt Münster ist es daher, auf der Basis der im InSEK Coerde dargestellten Han d- lungsfelder, noch im Jahr 2020 eine Aufnahme in das Förderprogramm „Sozialer Zusa m- menhalt“ für den Stadtteil Coerde zu erreichen, damit unter Inanspruchnahme v on Städte- baufördermitteln für den Teil der grundsätzlich förderfähigen Maßnahmen und Projekte eine finanzielle Basis geschaffen werden kann. Private Partner / Träger werden genauso wie die Stadt Münster die Fördermaßnahmen kofinanzieren bzw. für einen Teil der Maßnahmen und Projekte die komplette Finanzierung übernehmen. Dazu wird der Rat der Stadt Münster im Rahmen seiner Zuständigkeiten entsprechende Beschlüsse fassen. Gleichzeitig legt der Rat mit seiner Entscheidung zum InSEK Coerde auch ein Fördergebiet „Sozialer Zusammenhalt“ gem. § 171e (3) BauGB als Gebietskulisse für die geplanten Maßnahm en und Projekte fest. Die im InSEK Coerde dargestellte Kosten - und Finanzierungsübersicht mit dem entspr e- chenden Zeitplan bildet somit den „Fahrplan“ für eine zielg erichtete Stadteilentwicklung und fügt sich in gesamtstädtische Zielaussagen ein. 10 1.4 Verfahrensablauf Grafik zum Ver fahrensablauf (Bild: Stadt Münster) Die Erarbeitung des vorliegenden InSEKs für den Stadtteil Coerde erfolgte in der Zeit zw i- schen Dezember 2016 bis März 2020. Besonders im Fok us standen dabei die intensive B e- teiligung der Bewohnerschaft, der verschiedenen Akteu re vor Ort, der Vertreter /-innen der Institutionen und Vereine, der Mitglieder der Bezirksvertretung Münster -Nord und der b e- troffenen Fachverwaltung. 1.5 Beteiligungsprozess Startgespräch mit den Fachämtern Als Einstieg in den interdisziplinären Erarb eitungsprozess des InSEKs fand ein Austausch mit den beteiligten Fachämtern über bereits laufende Projekte in Coerde im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit statt. Auf der Grundlage dieses Startgespräches konnten erste Stär- ken, Schwächen und Handlungsbedarfe aus verwaltungsinterner Sicht zusammengestellt und ausgewertet werden. Abstimmung mit den parlamentarischen Gremien Zur Begleitung des E rarbeitungsprozesses wurde ein Interfraktioneller Arbeitskreis (IFAK) (jeweils ein Mitglied der in der Bezirksvertretung Münster-Nord vertretenen Fraktionen, der Bezirksbürgermeister, die Bezirksverwaltungsstellenleitung, die Projektleitung, nach Bedarf auch Vertreter/-innen der Fachämter) gebildet. Die Mitglieder des IFAK es haben einen e n- 11 Arbeitstreffen des Interfraktionellen Arbeitskre i- ses im AWO Treffpunkt „coerde -mitten -drin“ (Bild: Stadt Münster) ) Drei Sprach - und Kulturmittlerinnen (rechts im Bild) stellen sich bei der Auftaktveranstaltung im Beg egnungszentrum an der Meerwiese am 7.3.2018 vor (Bild: Stadt Münster) gen Bezug zum Stadtteil und zur Stadtteilbevölkerung, da sie im Stadtteil leben oder hier berufstätig sind und zudem auch in den unterschiedlichsten Akteursgruppen vernetzt sind. In diesen regelmäßigen Zusammenkü nften wurden aktuelle Themen des InSEKs disku- tiert und der weitere Verfahrensverlauf a b- gestimmt. Die Diskussionsergebnisse wur- den durch die Mitglieder des IFAK es in die jeweiligen Fraktionen der Bezirksvertretung Münster-Nord rückgekoppelt. Ergänzend zu der Arbeit im IFAK wurde die Bezirksvertretung Münster -Nord über w e- sentliche Zwischenschritte des Verfahrens durch die Verwaltung informiert und Prüfer- gebnisse zu den , das InSEK betreffenden Anträgen aus den parl amentarischen Gremi- en mitgeteilt. Öffentlichkeitsarbeit / Bürgerbeteiligung In Zusammenarbeit mit den Fachämtern wurde ein Fragebogen auf der Grundlage des ve r- waltungsinternen Startgespräches und seiner Auswertung zur Befragung von Schlüsse l- personen erstellt. In persönlichen Interviews mit 32 Personen, die einen besonderen Bezug zu der Stadtteilbevölkerung haben (Vertreter/-innen von Vereinen, Kirchen, Bürgerinitiativen, Sozialverbänden, der sozialen Infrastruktureinrichtungen wie Schulen , einzelnen Schulklas- sen und Kitas, Wohnungsgesellschaften etc.) wurde der Fragebogen bearbeitet und a n- schließend ausgewertet. In dem Begegnungszentrum „An der Meerwies e“, im ehemaligen Kasernenquartier am H o- hen Heckenweg, wurde nach dem Motto: „Informativ und interaktiv“ eine öffentliche Auftakt- veranstaltung mit neun Themenstationen, betreut von Mitarbeitern/-innen der Fachverwa l- tung und der Polizei , durchgeführt. Für die Bürger/-innen bestand nach einer allgemeinen Einführung in Ziel und Verlauf des InSEK -Verfahrens die Möglichkeit, Notizen mit der eig e- nen Einschätzung von Stärken und Schw ä- chen im Stadtteil sowie eigene Ideen auf Stellwänden zu platzieren. Unterstü tzt wur- den die Anwesenden von Sprach- und Kulturmittlerinnen. Die Moderation über- nahm der stellvertretende Bezirksbürger- meister, der Leiter des Vereins der Sozia l- therapeutischen Einrichtungen Coerde (VSE) und Streetworker des Stadt teils und die Projektleiterin des Stadtplanungsamtes. Auch die Akteure vor Ort wie z.B. der „Ar- beitskreis Coerde“, der Arbeitskreis „Starkes Coerde“, der Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“ wurden in den Verfahrensverlauf intensiv eingebunden. 12 Nach dem erfolgreichen Verlauf der Auftaktveranstaltung kam von der Rektorin der Haupt- schule Coerde der Vorschlag, auch mit der Schülerschaft die Themenstationen zu diskutie- ren. Im Rahmen eines Projekttages wurden dementsprechend die Themen in den Klassen- verbänden bearbeitet. Der Ablauf wurde durch den Schulsozialarbeiter, das Kollegium der Hauptschule und die Verwaltung unterstützt. Insgesamt haben sich ca. 230 Schüler/-innen beteiligt. Die Zusammenstellung der zahlreichen Anregungen und Bewertungen konnte mit der Unterstützung von engagierten Schüler/-innen erfolgen. Beteiligung der Schülerschaft im Rahmen der Zielgruppengespräches an d er Hauptschule Coe r- de (Bilder: Stadt Münster) 13 Durch das Engagement einer Mitarbeiterin des AWO -Stadtteilbüros und in ihrer Rolle als Multiplikatorin konnten die sechs, im Stadtteil am häufigsten vertretenen , ethnischen Grup- pen zu Zielgruppengesprächen eingeladen werden. Die Einladungen erfolgten in der jeweili- gen Landessprache über Plakate und Flyer. Treffpunkt war der ehemal ige Versammlungs- raum der AWO „c oerde- mittendrin“ im Zentrum von Coerde . Die gezielte Ansprache und Teilnahme der Russen, Türken, T amilen, Afrikaner, Roma und Syrer kann als erfolgreich er Beteiligungsschritt eingestuft werden. Beispiele von Einladungsplakaten zu den Zielgruppengesprächen mit verschiedenen ethnischen Gruppen (Bilder: Stadt Münster) Beteiligung der syrischen Bevölkerun gsgruppe im ehemaligen Treffpunkt der AW O “coerde - mitten drin“ (Bild: Stadt Münster) 14 Entfernungsangabe Münster – Zentrum / Coerde (Luftlinie, ohne Maßstab, Bild: Stadt Münster) 2 Grundlagen zum Stadtteil Coerde 2.1 Lage im Stadtgefüge Der Stadtteil Coerde hat ca . 11.200 Einwohner (Stand: 31.12.2018, vgl. S. 15) und grenzt nördlich an das innerstädtische Wohngebiet Rumphorst an. Die Entfernung zur Münsteraner Innenstadt beträgt ca. 3,8 Kilometer. Der Stadtteil wird im Süden durch einen breiten Grü n- gürtel – gelegen zwischen den Stadtteilen Rumphorst und Coerde – begrenzt, der überwie- gend landwirtschaftlich genutzt wird. Im Westen bildet die Bahnlinie Münster-Rheine mit ei- nem begleitenden Rad - und Fußweg und der westlich anschließenden Speicherstadt die Begrenzung. Nördlich schließen sich an den Siedlungskörper ein Waldgebiet mit Spielplatz und Verein s- sportanlage, die Zentraldeponie der Stadt Münster und die ehemaligen Rieselfelder, heute ein europäisches Vogelschutz gebiet, an. Östlich bildet der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) mit anschließendem Gewerbegebiet beidseitig der Straße Schifffahrter Damm die Stadtteilgren- ze. 2.2 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes Das Untersuchungsgebiet wurde in Absprache mit dem IFAK festgelegt und umfasst nahezu den gesamten Stadtteil Coerde, d.h. den statistischen Bezirk 61 mit den Stadtzellen 611 bis 615 mit ca. 2 70 Hektar. Von der Stadtzelle 611 wird jedoch das weitläufige Areal der 15 Abgrenzung des Untersuchungsg e- biets von ca. 270 ha (Bild: Stadt Münster) Zentraldeponie der Abfallwirtschaft Münster (AWM) mit Teilen des südlich angrenzenden Waldes aus dem Untersuchungsgebiet ausgeklammert. Wichtige Bestandteil e des Untersu- chungsgebietes sind dagegen der an den Siedlungskörper angrenzende Waldspielplatz, das Gelände des Sportvereins Teutonia Coerde 60 e.V. und die nordwestlich angrenzende eh e- malige Schießanlage der Bundeswehr, die langfristig anteilig in eine Freizeitanlage umwa n- delt werden soll. 2.3 Geschichte des Stadtteils Bis zum Ende des 19. Jahrhundert war Coerde fast ausschließlich bäuerlich geprägt. Die weitläufigen Areale mit Kasernengebäuden inklusive Verpflegungslager (heutige Spe i- cherstadt) und der Artilleriekaserne am Hohen Heckenweg entstanden vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg kamen weiter e militärische Einrichtungen hinzu, wie das Casino und der Sportplatz für die britischen Streitkräfte , sowie in den späteren Jahren die Fachhochschule und die Standortverwaltung der Bundeswehr. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Beschaffung von Wohnraum zu den wichtigsten gesell- schaftlichen Aufgaben gehörte, entstand östlich der Bahnlinie und nördlich des Holtmannwe- ges eine Wohnsiedlung zur Beseitigung von Notunterkünften und Elendsquartieren. So konn- 16 Ausschnitt des Stadtteils Coerde zur Zeit der kommunalen Neugliederung (Bild: Münster und seine Stadtteile, 30 Jahre Eingemeindung 1975 -2005 ten mit öffentlicher Förderung schlichte, dreigeschossige Mehrfamilienhäuser für Familien mit geringem Einkommen angeboten werden (Altcoerde). Nach einem eingeschränkten städtebaulichen Wettbewerb wurde im Jahr 1962 der Bebau- ungsplan für ein Baugebiet, östlich an die Siedlung Altcoerde angrenzend, rechtskräftig. Die Bebauung war entsprechend den damaligen Leitvo rstellungen „gegliedert und aufgelocker t“ und reicht vom eingeschossigen Flachdachbau bis zum zwölf geschossigen Punkthochhaus. Verschiedene Wohntypen sollten den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen der zukünftigen Bevölkerung Rechnung tragen und eine „uniformierte“ Gebäudestruktur vermeiden. Als Vorzeigemodell des Landes NRW erhielt das Projekt Coerde besondere Förderung und konnte innerhalb weniger Jahre „wie aus einem Guss“ verwirklicht werden. Bei der Ausarbei- tung des endgü ltigen Bebauungsplans änderte das Stadtplanungsamt den Entwurf jedoch mehrfach, um zu einer höheren Wohndichte und damit zu einer größeren Wirtschaftlichkeit zu gelangen. Zudem wurde das Baugebiet um etwa sechs Hektar auf insgesamt 65 Hektar erweitert. Einrichtungen der technischen und sozialen Infrastruktur folgten. Der durch seinen relativ hohen Grünanteil und die vom Straßenverkehr abgelegenen , ruhi- gen Fuß- und R adwegeverbindungen an die „Konzeption einer Gartenstadt“ erinnernde Städtebau wird heute nach wie vor weitgehend positiv bewertet, sowohl von der Bewohner- schaft, als auch von der Fachverwaltung. Nach dieser R ealisierungsphase standen große städtebauliche Projekte in Coerde lange nicht auf dem Programm . Mit dem Baugebiet Edelbach im Osten des Stadtteils , sowie dem Umbau der Kasernen an der Meerwiese für Wohnen und Gewerbe hat der Stadtteil in den 1990er Jahren an den Siedlungsrändern neue Impulse erhalten (vgl. Kap. 4.1). 17 3 Statistik Um darzustellen, dass der Stadtteil Coerde im Vergleich zu der Gesamtstadt bei mehreren Indikatoren herausfallende Werte aufweist, wurde für einige Daten ein Zeitreihenvergleich zwischen dem Untersuchungsgebiet und der Gesamtstadt Münster vorgenommen. Übersicht der Stadtzellen (Bild: Stadt Münster) 3.1 Wohnberechtigte Bevölkerung / Einwohnerentwicklung Zum Stichtag des 31.12.2018 lebten in Coerde insgesamt 11.222 Einwohner, dies entspricht 3,6 % der Gesamtbevölkerung der Stadt Münster. Die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Münster ist seit dem Z weiten Weltkrieg positiv. Laut der Statistik lebten zum 31.12.2018 in Münster insgesamt 310.610 Einwohner, im Jahr 1998 lag die Einwohnerzahl noch bei 279.215. Dies entspricht einem Bevölkerungszuwachs von 11,2 % in einem Zeitraum von 20 Jahren. Auch die Bevölkerung im Stadtteil Coerde wächst stetig. Lebten im Jahr 1998 ca. 9.331 Per- sonen im Stadtteil, so nahm die Bevölkerung bis zum Jahr 2018 um 20,3 % zu. 18 Quelle Stadt Münster, Z ahlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsentwicklung insgesamt in Coerde von 1998 bis 2018 Wohnberechtigte Bevölkerung Die positive Bevölkerungsentwicklung ist in allen statistischen Bezirken von Coerde (611 – 615) zu verzeichnen. Dabei war der Zuwachs im B ezirk 614 / „Kemperweg“ im Zeitraum von 2014 bis 2018 mit 11,4% am höchsten. Die Bezirke 611 / „Zentraldeponie“ und 612 / „Bre s- lauer Straße“ sind jeweils um rund 7 % gewachsen, wohingegen in den Bezirken 613 / „Schneidermühler Straße“ und 615 / „Edelbach“ die Wachstumsrate zwar positiv, aber unter- halb des Durchschnittswertes für Coerde (6,3%) lag. Der statistische Bezirk 615 / „Edelbach“ ist zudem der bevölkerungsreichste Bezirk im Stadtteil, der Bereich 614 / „Kemperweg“ der bevölkerungsärmste. Bevölkerungsbewegung Das Bevölkerungswachstum in Coerde ist das Ergebnis aus einer positiven , natürlichen Be- völkerungsentwicklung und einem positiven Wanderungssaldo. In den Jahren 2015 und 2016 war der Zuwachs der Bevölkerung deutlich erhöht; vor allem im Jahr 2016 war der Anteil der Zuzüge in den Stadtteil mit einem Plus von 147 Personen am höchsten. 19 Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsbewegungen in Coerde 2018 Auffallend ist, dass die Personen, die im Zeitraum von 2015 bis 2016 nach Coerde gezogen sind, überwiegend der Altersgruppe der 0 - 19-Jährigen zuzuordnen sind. Der Anteil der B e- völkerung im Stadtteil über 60 Jahre ist durch Umzüge innerhalb des Stadtgebietes oder in das Umland hinein leicht rückläufig. Quelle Stadt Münster, Za hlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsbewegungen in Coerde 2018 Bevölkerungsprognose Seitens der Stadt Münster werden verschiedene Prognosemodelle erarbeitet, die unter Zuhil- fenahme verschiedener Ausgangsszenarien Modellrechnungen zur Bevölkerungsentwic k- lung in der Gesamtstadt, aber auch in den Stadtteilen ermöglichen. Da sich die Erwartungen aus den Prognosen der Berechnungen aus der kleinräumigen Bevölkerungsprognose (KBP 2015-2025) sowie der Modellrechnung „Variante 0“ und „Variante Plus“ bisher nicht verifiziert haben, wird im Folgenden die „Variante Moderat“ betrachtet. In diesem Prognosemodell wurde die Annahme getroffen, dass sich die Bevölkerungsentwicklung der Jahre 2015 bis 2017 weiterhin fortsetzen wird. Für die Stadt Münster bedeutet diese Modellr echnung, dass bis zum Jahr 2025 ein Bevölkerungswachstum von bis zu 3,5 % und bezogen auf den Stad t- teil Coerde ein Wachstum von ca. 2,8 % zu erwarten ist. 20 Qu elle: Stadt Münster, Annahmen und Ergebnisse der Modellrechnung für den Stadtteil Coerde 3.2 Haushaltstypen / Haushaltsgrößen Die Bevölkerungsdichte in Coerde liegt bei 19 Personen pro ha (Münster 10 EW/ha). Pro bewohnter Adresse leben in Coerde durchschnittlich 3,55 Haushalte (Münster 3,03) und 7,83 Personen. Die Anteile der Haushalte und Personen pro Bewohneradresse sind in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Anteil der Haushalte nach Anzahl der Personen Die durchschnittliche Personenzahl in den Haushalten (Haushaltsgröße) liegt bei 2,18 Pe r- sonen. Auffällig für den Stadtteil Coerde ist, dass der Anteil der Haushalte, in denen Familien mit mehreren Kindern leben mit 26,9 % deutlich höher ist als in der Gesamtstadt (16,1 %). In Coerde sind insgesamt 41,6 % der Haushalte nur durch eine Person bewohnt (davon Seni o- ren-Singlehaushalte 17,5 %), weite re 28,0 % durch zwei Personen. Des Weiteren leben in 30,4 % der Haushalte mindestens drei oder mehr Personen. 21 Quelle Stadt Mü nster, Zahlen Daten Fakten 2018, Anteile der Haushaltsgrö ßen 2018 Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018 , Bevölker ungsindikatoren 2018 für Münster und für den Stadtteil 61 Coerde Anteil der Kinder in Haushalten mit einem Elternteil Der Anteil der Alleinerziehenden („E in-Eltern-Familie“) ist mit 30 ,7 % im Vergleich mit der Gesamtstadt Münster mit 17,9 % hoch. Die meisten Alleinerziehenden leben in Coerde in der Stadtzelle 613 / Schneidermühler Straße. In dieser Stadtzelle hat sich der Anteil auch im Zeitraum von 2014 bis 2018 mit einem Anstieg um 6,0 % am stärksten verändert. In der Stadtzelle 614 / Kemper Weg ist d er Anteil der Alleinerziehenden mit 23,3 % am geringsten, liegt jedoch ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtstadt. 22 3.3 Altersstruktur 3.3.1 Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen Je nach Lebensphase haben unterschiedliche Altersgruppen auch un terschiedliche Ansprü- che und Bedürfnisse an ihren Wohnort. Daher gibt die Betrachtung der Altersstruktur einer Bevölkerung wichtige Hinweise für zukünftige Planungsprozesse. Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsentwicklung nach Alte rsgruppen in Coerde von 1998 bis 2018 Das Durchschnittsalter in Coerde liegt bei 39,3 Jahren (Gesamtstadt Münster: 41,23). Die Altersstruktur im Stadtteil ist vergleichsweise homogen. Jeweils rund 25 % der Bevölkerung sind den Altersgruppen „0 - 19 Jahre“, „20 - 39 Jahre“, „40 - 59 Jahre“ zuzuordnen. Der A n- teil der Bevölkerung, der „60 - 79 Jahre“ alt ist, beträgt 16,3 % und der Anteil der „80 und mehr Jahre“ alt ist 5,2 %. Der Anteil der Menschen über 60 Jahre liegt in Coerde somit bei rund 21,5%. In den vergangen Jahren hat sich der prozentuale Anteil der Altersgruppen „0 - 19 Jahre“, „20 - 39 Jahre“ und „60 - 79 Jahre“ kaum verändert. Der Anteil der Gruppe „40 - 59 Jahre“ an der Gesamtbevölkerung ist um 3,4 % gestiegen, der Anteil der Menschen, die „80 und mehr Jahre“ alt sind, um 2,8 %. In Betrachtung der absoluten Werte wird deutlich, dass die Anzahl der Personen in der Altersgruppe der „80 und mehr Jahre“ sich im Betrac h- tungszeitraum mehr als verdoppelt hat. 23 3.3.3 Kinder und Jugendlichen / Jugendquotient Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis 18 Jahren) ist in Coerde mit 26,5 % überdurc h- schnittlich hoch (Münster 17,6 %). Damit liegt auch der Jugendquotient (Anteil der unter 18 - Jährigen an den 18 - bis unter 65 -Jährigen) mit 45,8 % erheblich über dem gesamtstädti- schen Durchschnitt von 27,0 %. Dies spiegelt sich auch in dem Anteil der Haushalte mit Ki n- dern wider, der mit 26,9 % wesentlich höher ist als der gesamtstädtische Wert von 16,1 %. Quelle Stadt Münster, Stadtteilsteckbrief 2017, Bezirk 61 Coe rde, S.9 3.3.4 Altersstruktur / Alte Menschen (65 und älter) Der Altenquotient beträgt in Coerde 27,4 %. Der Anteil der 65 -Jährigen und älteren Me n- schen ist mit dem gesamtstädtischen Wert vergleichbar (21,6 % Coerde; 22,8 % in Münster - jeweils bezogen auf die wohnberechtigte Bevölkerung). Dabei ist der Anteil der hochaltrigen Menschen (über 80 Jahre und mehr) in Coerde in den letzten Jahren von 2,2 % auf 5,4 % gewachsen. Der Anteil der Senioren -Singlehaushalte liegt auch in Coerde mit einem Wert von 17,5 % über dem Gesamtdurchschnitt der Stadt Münster (11,0 %). 24 3.4 Migration / Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Bevölkerungsentwicklung nach 1. Staatsa n- gehörigkeit in Coerde 2018 Im Jahr 2018 lebten i n Münster insgesamt 33.110 Einwohner , deren erste Staatsangehöri g- keit nicht deutsch war, dies entspricht einem Anteil von 10,7 %. In Coerde liegt der Anteil der nicht deutschen Bevölkerung mit insgesamt 25,2 % (2.829 Personen) deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Seit 1998 ist d ieser Anteil der nicht deutschen Bevölkerung in C o- erde von 16,4 % auf den heutigen Wert angestiegen. Die Anzahl der Nationalitäten liegt a k- tuell bei 103. Die größte Gruppe ohne deutsche Staatangehörigkeit stellen die Serben mi t 3,2 %, gefolgt von Personen aus Syrien mit 2,7 % und Polen mit 1,9 % dar. Wie die Pyramide „Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte“ plakativ verdeutlicht, ist der Anteil der Stadtteilbevölkerung mit Migrationsvorgeschichte in Coerde mit 52,4 % im V er- gleich zur Gesamtstadt Münster mit 23,1 % hoch. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind es zum Stichtag 31.12.2018 rund 5 .885 Personen. Das Verhältnis von weiblichen zu männl i- chen Personen mit Migrationshintergrund kann als weitgehend ausgeglichen bezeichne t werden. 25 Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fakten 2018, Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte in Münster 2018 Quelle Stadt Mü nster, Zahlen Daten Fakten 2018, Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte in Coerde 2018 26 Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte Im Vergleich des Ausländerjugend - und -altenquotienten wird deutlich, dass in Coerde der Anteil der nicht deutschen Kinder und Jugendlichen mit 44,9 % höher ist, als der äquivalente Anteil der älteren Menschen ab 65 Jahren (6,7 %). Bezieht man dazu noch den Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Betrachtung mit ein, so steigt der Anteil auf 68,6 % an (Münster 38,7 %). Innerhalb von Coerde ist der Anteil der Kinder im Alter von 0-17 Jahren mit Migrationsvorge- schichte besonders stark in der Stadtzelle 613 / „Schneidermühler Straße“ entwickelt (72,8 %). In der Stadtzelle 615 / „Edelbach“ ist der Anteil mit 60,5 % am geringsten. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 ist der Ant eil der Kinder mit Migrationsvorg eschichte in der Stadtzelle 611 / „Zentraldeponie“ am höchsten angestiegen (11,3 %). Lediglich in der Zelle 613 / „Schneidermühler Straße“, mit dem größten Anteil, ist dieser in den letzten Jahren g e- ringfügig zurückgegangen. 3.5 Bildung Die beiden nachfolgenden Diagramme geben eine Übersicht über die Übergänge zu Schu l- jahresbeginn 2018/2019 von der Grundschule in eine weiterführende Schulform. Aus den Daten ist ersichtlich, wie viele Schüler /-innen aus Coerde (Norbertschule und Melanchthon- schule) zu welcher Schulform der Sekundarstufe 1 gewechselt haben , auch im Vergleich zur Gesamtstadt. Für Coerde ist der Anteil der Schüler, die in die Sekundarstufe 1 der Realschule wechseln mit 39,2 % am Größten. Weitere 30,4 % der Schüle r wechseln auf die Hauptschule und 24,1 % auf das Gymnasium. Im gesamtstädtischen Vergleich wird deutlich, dass über 50 % der Kinder die Sekundarstufe I de s Gymnasiums besuchen und lediglich 4,7 % eine Haupt- schule. 27 Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung en (SEU) des Gesundheitsamtes werden für jedes Kind des einzuschulenden Jahrgangs Daten zur bisherigen elterlichen Unterstützung des Kindes durch Sport (regelmäßiger Vereinssport, Sportgruppe), Schwimmen (Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ erreicht) und Musik (musikalische Ausbildung erhalten) sowie zur Kommunikationsfähigkeit des Kindes in deutscher Sprache im Rahmen der SEU erhoben. Hieraus wird je Kind ein Punktwert gebildet und im Anschluss ein Durchschnittswert bezogen auf alle Kinder eines Wohnbezirkes / einer Kita / einer Schule berechnet (KIDS - Wert). Je größer die elterliche Förderung und je besser die Kommunikationsfähigkeit des Kindes desto höher der Punktwert. So lassen sich Wohnbezirke / Kitas / Schulen hinsichtlich der oben beschriebenen sprachlich -kommunikativen, koordinativ-motorischen, erzieherisch- fördernden sowie sozial -interaktiven Kompetenzen der Schulanfänger differenzieren und vergleichen. Die Kompetenzindikatoren bei diesen Eingangsuntersuchungen weisen in Coerde einen e r- höhten Anteil an b enachteiligten Kindern auf. In dem stadtweiten Ranking befindet sich C o- erde mit einem Wert von insgesamt 103 Punkten auf dem vorletzten Platz. Stadt Münster Coerde Gymnasium 54,6% 24,1% Gesamtschule 16,6% 6,3% Gemeinschaftsschule 0,1% 0,0% Sekundarschule 2,5% 0,0% Realschule 20,8% 39,2% Hauptschule 4,7% 30,4% PRIMUS-Schule 0,7% 0,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Übergänge aus städtischen Grundschulen in die Sekundarstufe 1 zum Schuljahresbeginn 2018/2019 Quelle: IT.NRW, Gemeindedatensatz 28 Quelle Stadt Münster. Abt. Kinder - und Jugendgesundheit. Daten Schuleingangsuntersuchung 2016 - 2019 Die Stadt Münster beteiligt sich mit dem Ziel der kommunalen Bildungssteuerung an dem Projekt „Bildung integriert“ des BMBF zur Erfassung, Steuerung und Vernetzung von Bi l- dungsprozessen. Hintergrund für diese Bemühungen ist es, Kinder, Jugendliche und Fam i- lien in i hren Bildungsbiografien möglichst frühzeitig und kontinuierlich zu unterstützen und bestehende Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe weiter auszubauen. Unter B e- rücksichtigung von wissenschaftlichen Begleitforschungen und Handlungsempfehlungen wurde ein Bildungsindex für den Übergang „Kindertageseinrichtung – Grundschule“ für Münster entwickelt. Der Bildungsindex gibt insbesondere einen Hinweis darauf, inwieweit Kinder in einem bildungsungewohnten Umfeld aufwachsen bzw. familiäre Schwierigkeiten und Umfeldbelastungen die Bildungsteilhabe erschweren. Die wichtigsten Faktoren, die ein Gelingen oder Nicht-Gelingen des Übergangs beeinflussen, sind: Bildung und Armut Bildung und Besuchsdauer in Kindergarteneinrichtungen Bildung und Sprache Bildung und Erziehungskompetenz der Eltern Der Bildungsindex ist in fünf Kategorien eingeteilt und reicht von „sehr guten“ bis zu „sehr belasteten“ Startbedingungen vor Schuleintritt. 29 Quelle: Stadt Münster, „Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoring verfahren im Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule“ S. 21 Bei drei Grundschulen im Münsteraner Stadtgebiet hat die Schülerschaft sehr belastete Startbedingungen. Beide im Stadtteil Coerde liegenden Grundschulen sind dieser Kategorie zuzuordnen. Für die Schüler /-innen an diesen Grundschulen sind weitere besondere, fö r- dernde Maßnahmen zu ergreifen. 3.6 Gesundheit Zum Gesundheits- und Entwicklungszustand von Kindern werden im Rahmen der SEU und der zahnärztlichen Untersuchungen in Kitas und Schulen umfas sende Daten erhoben. A n- hand der Daten lassen sich Zielgruppen und Sozialräume mit besonderem Bedarf an g e- sundheitsförderlichen und präventiven Angeboten identifizieren. Im Folgenden werden dazu ausgewählte Daten der SEU dargestellt. Die Auswertung der Gew ichtsdaten bei den Schul eingangsuntersuchungen zeigt, dass der Anteil an Kindern mit Übergewicht und Adipositas in Coerde im Vergleich zum gesamtstädt i- schen Durchschnitt deutlich höher ist. BMI Perzentilen nach Kromeyer-Hauschild Untersuchte Kein Übergewicht (≤ 90. Perzentile) Übergewicht (> 90. – 97. Perzentile) Adipositas (> 97. Perzentile) N n % n % n % Coerde 282 230 81,6 25 8,9 27 9,6 Münster gesamt 4993 4560 91,3 253 5,1 180 3,6 Gewichtsdaten der Schuleingangsuntersuchungen der zusammengefa ssten Einschulungsjah r- gänge 2017/18 und 2018/19 (Quelle: Stadt Münster, Gesundheits - und Veterinäramt, Abteilung Kinder - und Jugendgesundheit) 30 Auch die Ergebnisse der zahnärztlichen Kita - /Schuluntersuchungen machen deutlich, dass im Untersuchungsgebiet die Kinder einen deutlich schlechteren Gebisszustand aufweisen. Sowohl in den Kitas als auch in den Schulen ist der Anteil der Kinder mit behandlungsbedürf- tigen und bereits sanierten Zähnen deutlich höher als auf gesamtstädtischer Ebene. Zahngesundheit in Coerde 2017 - 2019 (Quelle: Stadt Münster, Gesundheits - und Veterinäramt, Abteilung Kinder - und Jugendgesundheit ) Im prozentualen Vergleich zur Gesamtzahl liegt auch der Anteil an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Angebote der Abteilung „Psychische Gesundheit“ des Ge- sundheitsamtes in Anspruch nehmen, in Coerde deutlich höher (20 %) als durchschnittlich auf gesamtstädtischer Ebene (15 %). 3.7 Arbeitslosigkeit / Transferleistungen Zum Stichtag 31.12.2018 lebten insgesamt 5.779 Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren (51,5 %), die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachg ingen. Der Anteil der Arbeitslosen im Al ter von 15 bis 64 Jahren in Coerde betrug ca. 9,8 % (Münster 3,5 %). In den letzten zehn Jahren hat sich der absolute A nteil der arbeitslosen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung relativ stabil entwickelt. Der relative Anteil der Arbeitslosen in der A l- tersgruppe an der Gesamtbevölkerung ist seit dem Jahr 2015 leicht rückläufig. 31 Quelle Stadt Münster, Zahlen Daten Fa k- ten 2018, Arbeitslose im Stadtteil in Coerde 2018 Der Anteil der Arbeitslosen (SGB II und S GB III – Leistungen) liegt in Coerde im Vergleich zur Gesamtstadt Münster deutlich höher (9,8 % zu 3,5 %). Auf die Stadtzellen im Stadtteil bezogen, ist der Anteil der Arbeitslosigkeit in der Stadtzelle 615 / „Edelbach“ am niedrigsten und hat sich in dem Z eitraum zwischen 2014 und 2018 durch einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit positiv entwickelt. In der Stadtzelle 611 / „Zentraldeponie“ hingegen ist der Anteil der Arbeitslosigkeit mit 13,7 % am höchsten und ist in dem Zeitraum von 2014 bis 2018 zudem am stärksten angestiegen (+ 0,53 %). 32 In Coerde ist zudem der Anteil der Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren mit SGB II-Leistungen im Vergleich zur Gesamtstadt deutlich erhöht (47,7 % zu 15,3 %). Die positivste Entwicklung hat die Stadtzelle 612 / „Breslauer Straße“ im Zeitraum von 2014 bis 2018 mit einem Rüc k- gang von 7,3 % zu verzeichnen . Die negativste Entwicklung fand in der Stadtzelle 614 / „Kemperweg“ mit einem Anstieg um 2,6 % statt. Im Vergleich zum Jahr 2014 ist ebenfalls ein negativer Trend hinsichtlich dieses Indikators zu verzeichnen. 21,2 % der Coerderaner sind Hilfebedürftige mit Bezug von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende unter 65 Jahren (SGB II) „Hartz IV“ , während der Anteil in der Gesam t- stadt Münster bei 6,6 % liegt. 3.8 Wohnen in den Stadtzellen Der Grundgedanke der baulich -strukturellen Durchmischung aus der Entstehungszeit des Stadtteils in den 60er Jahren ist heute in Teilen noch ablesbar. Mit Stand 31.12.2019 gibt es 586 öffentlich geförderte Objekte im Stadtteil Coer de, davon 535 Wohnungen und 51 Eige n- heime. Damit befinden sich 6,4 % der Mietwohnungen und 5,2 % der Eigenheime des g e- samtstädtischen, öffentlich geförderten Wohnungsbaus im Stadtteil Coerde . In den Jahren 2018 und 2019 wurden keine weiteren öffentlich geförderten Wohnungen oder Eigenheime in Coerde fertiggestellt. In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 15 öffentlich geförderte Wohnungen bezug s- fertig, es handelte sich um neun Ein-Zimmer-Wohnungen und sechs Zwei-Zimmer- Wohnungen. 33 Außerdem entstanden in den letzten 10 Jahren 45 öffentlich geförderte Eigenheime neu. In den kommenden Jahren werde n durch das Bauprojekt am Kiesekampweg ca. 170 Wohneinheiten im Stadtteil geschaffen, die zur Hälfte im geförderten Wohnungsbau entste- hen. Einige der Wohneinheiten sollen speziell an die Bedürfnisse von Senioren und größeren Familien angepasst werden. Quelle: Stadt Münster, Annahmen und Ergebnisse der Modellre chnung für den Stadtteil Coerde 3.9 Fazit Statistik Die Auswertung der statistischen Daten für den Stadtteil Coerde ergibt ein klares Profil: Coerde weist aufgrund der heterogenen Baustruktur unterschiedliche Alters-, Sozial-, und Bildungsstrukturen in den einzelnen Wohnquartieren auf. Coerde ist ein wachsender Stadtteil. Coerde ist ein junger Wohnstandort . De r Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren ist deutlich höher als im Münsteraner Durchschnitt. Coerde ist ein kulturell sehr vielfältiger Stadtteil mit 103 Nationalitäten. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund und ohne deutsche Staatangehörigke it ist deutlich höher als in der Gesamtstadt. In Coerde wohnen viele Empfänger von Sozialleistungen. Das Untersuchungsgebiet weist sehr viel mehr SGB II- Empfänger im Alter von 15 bis 64 Jahren an der Gesamtbe- völkerung auf, als im Münsteraner Durchschnitt . Dementsprechend ist auch der Anteil von Kindern (0 bis 14 Jahre), die SGB II- berechtigt sind, überdurchschnittlich hoch. Die Themen Armut und ein e unbefriedigende s oziale Lebenslage sind in Coerde überdurchschnittlich präsent. Im Stadtteil Coerde wohn en sehr viele Familien. Auch der Anteil der Alleinerziehenden ist deutlich erhöht. Das Bildungsniveau im Stadtteil ist relativ gering. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes sind der Anteil an Kindern mit Übergewicht und der Anteil an Kindern mit schlecht em Zahnzustand in Coerde im Vergleich zum gesam t- städtischen Durchschnitt deutlich höher. 34 Modell des städtebaulichen Wettbewerbs 1959 (Münster und seine Stadtteil e, 30 Jahre Eingemeindung 1975 -2005) 4 Stadtteilanalyse 4.1 Wohnen / Städtebau Die Siedlung Altcoerde, östlich an die Bahnlinie angrenzend, weist eine einheitliche Ba u- struktur mit schlichten, dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern auf. Diese älteste Siedlung in Coerde befindet sich zwischen den Straßen Eichhornweg und Coerheide im Nordwesten des Stadtteils. Die daran östlich angrenzende Wohnsiedlung aus den 1920 er und 1930er Jahren weist die für die se Bauphase typischen 1,5-geschossigen Einfamilienhäuser (Siedlungshäu- ser) auf. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden an einem Großteil der Gebäude bauliche Veränderungen vorgenommen oder die teilweise großzügigen Grundstücke nachverdichtet. Heute noch ablesbar ist die planerische Grundidee bei der E rweiterung des Stadtteils Coerde Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre . Grundlage der Ü berlegungen war die Ausgeglichenheit zwischen den Wohnformen, d.h. der Anzahl an Wohnungen in ve r- schiedenen Formen des Geschos swohnungsbaus und in Einfamilienhäusern in Form von Reihen-, Doppel- und freistehenden Einfamilienhäusern, die sich um das Versorgungszen t- rum am Ha -mannplatz gruppieren. Aufgrund der hohen Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum wurden damals statt der ursprünglich geplanten ca. 1900 Wohneinheiten zusätz- lich 500 Wohneinheiten errichtet. Der Anteil an Wohnungen im mehrgeschossigen Miet woh- nungsbau beträgt rund 80 Prozent. Die damals bereits bestehende Bebauung, die Struktur der Neubebauung und die bestehen- den Naturräume wurden in die Planungsüberlegung integriert, um so die naturnahen Erh o- lungsflächen für die Bewohnerschaft der neuen und alten Quartiere fußläufig anzubinden. Vom KFZ-Verkehr abgewandte, gut vernetzte Fuß - und Radwegeverbindungen ge währleis- ten auch heute noch innerhalb und zwischen einem Großteil der Quartiere eine attraktive Fortbewegung im Stadtteil. Zwischen 1990 und 1996 entstand am östlichen Siedlungsrand entlang des Edelbachs ein neues, 14 Hektar großes Wohngebiet. 280 Wohnungen wurden in bis zu fünf geschossigen Mehrfamilienhäusern errichtet. Weitere 120 Wohneinheiten entstanden in Einfamilienhä u- sern. Die Planungsidee folgte auch dem Konzept der Durchmischung. Hier entstanden vom Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus die unt erschiedlichsten Wohnformen, um die Nachfrage nach einem breitgefächerten Wohnungsangebot zu bedienen und einer einseit i- gen Bevölkerungsstruktur vorbeugen zu können. 35 Die Kasernengebäude östlich des Hohen Heckenweges , „An der Meerwiese“ wurden 1994 durch die Britischen Strei tkräfte freigezogen. Dieses 15 Hektar große Areal wurd e von der Stadt Münster für die Schaffung von Wohnraum in Innenstadtnähe verwendet. Die Man n- schaftquartiere der ehemaligen Kaserne wurden in Mietwohnungen umgewandelt und auf den angr enzenden Freiflächen Neubauten in Form von Reihen-, Punkt- und Mehrfamilien- häusern errichtet. Sie orientieren sich in ihrer Fassadengestaltung an de n Kasernengebäu- den. Im Zentrum des Areals entstanden ein großzügiges Begegnungszentrum (BGZ „An der Meerwiese“) mit breitgefächertem Bildungs- und Freizeitangebot, eine Grundschule und eine Kindertagesstätte. Wo hngebiet Meerwiese (ehemalige Portsmouth -Kaserne), Lageplan (Kal e- schke, Duisburg, 1996) (Münster und seine Stadtteile, 30 Ja h- re Eingemeindung 1975 -2005) Größere zusammenhängende einheitliche Wohnformen befinden sich in der sogenannten „Teppichsiedlung“ am Kemperweg, ein 3 Hektar großes Wohnquartier mit eingeschossigen Einfamilien-Atriumhäusern, die sich teilweise um großzügige Wohnhöfe gruppieren. Diese städtebauliche Idee der Durchmischung der verschiedenen Wohnungsformen in u n- terschiedlichen Gebäudetypen wird auch heute noch weitgehend positiv bewertet. Daraus lassen sich auch die relativ hohe Wohnzufriedenheit und die geringe Fluktuation ableiten. In Coerde bestehen keine kompakten, weitläufigen Hochhaussiedlungen, wie sie in den 1970er und 1980er Jahren z.B. im benachbarten Stadtteil Kinderhaus -Brüningheide errichtet wurden. 36 Durchmischung der verschiedenen Wohnformen im St adtteil Coerde (Plan: Stadt Münster) Die Nachfrage nach p reiswertem Wohnraum ist in Münster und auch in Coerde sehr hoch. Zwar befindet sich ein großer Anteil Sozialwohnungen und preiswerten Wohnraums im Stadtteil, jedoch übersteigt die Nachfrage das Angebot. In Folge dessen gibt es keinen bzw. kaum Wohnungsleerstand, der Wohnungswechsel innerhalb des Stadtteils ermöglichen wür- de. Die Möglichk eiten für Menschen, mit geringem oder keinem eigenen Einkommen, ihre Wohnsituation innerhalb des Stadtteils oder ab er auch darüber hinaus zu verändern sind dementsprechend gering. Daraus folgt, dass auch bei hoher Unzufriedenheit mit dem Woh n- raum / dem Wohnumfeld keine Verbesserungsmöglichkeit für die Bewohner/ -innen besteht und diese sich unter diesen Umständen nur geringfügig mit ihrem Wohnquartier identifizi e- ren. Eine geringe Identifikation mit der eigenen Wohnsituation spiegelt sich wiederum tei l- weise auch in dem desolaten Zustand des unmittelbaren Außenraums wi eder. Die hier g e- nannten Faktoren haben e inen großen Ei nfluss auf das Image von Coerde als Wohn - und Lebensstandort. 37 Problematisch erweist sich in mehreren Quartieren – und verstärkt in den Hochhäusern – die Belegungspolitik der Wohnungseigentümer. Bewohner in unterschiedlichsten Leben ssituati- onen und aus unterschiedlichsten Ethnien erschweren oftmals ein harmonisch es Miteinan- der. Dahingegend wird in den Einfamilien- bzw. Reihenhausquartieren die Nachbarschaft als unproblematisch beschrieben und auch als ein Faktor für die Wohnsicherheit und der damit eihergehenden Wohnzufriedenheit im Quartier genannt. Problematische Hochhäuser (beispielhaft) (Plan: Stadt Münster) In einem Großteil der Quartiere im Stadtteil bestehen Bedarfe zur energetischen Verbess e- rung der Gebäudesubstanz sowie zur Umsetzung klimaschon ender Projekte. Außerdem bie- ten sich die teilweise großzügigen, privaten Freiflächen für attraktive Nutzungskonzepte, wie z.B. das Schaffen von Bewegungsangeboten und zur Grüngestaltung (vgl. Kap.4.6) an. Private, wenig genutzte Freiräume an Mehrfamilienhäusern (beispie l- haft) (Plan: Stadt Münster) 38 Für die Zielgruppe der Familien mit mehreren Kinde rn oder für Senioren ist das Wohnung s- angebot in Coerde nicht ausreichend. Speziell für die Zielgruppe Se nioren bietet die Caritas Wohn- und Pflegemöglichkeiten an zwei Standorten an. Im Papst Johannes Paul Stift stehen Plätze für 72 Personen in drei Wohngr uppen zur Verfügung. Neben Kurzzeit -, Palliativ- und Tagespflege gehören ein Café, ein offener Mittagstisch, ein Friseur und eine physiotherapeu- tische Praxis zur Einrichtung. An einem zweiten Standort stehen 33 barrierefrei gestaltete Wohnungen in einer Seniorenwohnanlage zur Verfügung. Zudem hat seit 2018 die Diakonie das Angebot an seniorengerechten Wohnung en durch 14 neu errichtete Seniorenwohnu n- gen ergänzt. Zukünftige Planung: Die Erweiterungsmöglichkeiten für Wohnbauflächen im Stadtteil sind durch das Fehlen von größeren, ungenutzten Freiflächen stark begrenzt. Am 19.09.2018 hat der Rat der Stadt Münster den Beschluss zur vorhabenbezogenen Ände- rung des bestehenden Bebauungsplans Nr. 134 Teilabschnitt II gefasst, um das Wohn - raumangebot an der Ecke Holtmannsweg / Kiesekampweg im Stadtteil zu erweitern. Auf der ca. 1,5 Hektar großen Fläche, die sich in einer Entfernung von 1,5 km zum Stadtteil- zentrum am Hamannplatz befindet, war vor rund zwölf Jahren ein großflächiger Lebensmi t- telsupermarkt ansässig. Seit der Aufgabe des Marktes steht die Immobilie zum Großteil leer und die umgebenen Freiflächen werden nur sporadisch genutzt. Im Rahm en eines privaten Investitionsvorhabens soll auf dieser Fläche ein Wohnungsbauprojekt mit ca. 170 Wohnei n- heiten realisiert werden, wobei mindestens 50 Prozent der entstehenden Nettowohnfläche im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Zudem werden auf der Fläche auch (Nah-)Versorgungsangebote geschaffen (vgl. Kap. 4.8). 39 Städtebaulicher Entwurf für das Areal Kies ekampweg/ Holtmannsweg in Coerde, Stand: Real i- sierungswettbewerb 06/2018 (Bild: Büro Stadtraum Projekt) 4.2 Mobilität Motorisierte Individualverkehr Die Anbindung des Stadtteils Coerde an das gesamtstädtische Straßennetz sowie an das Straßennetz der umliegen den Gemeinden ist als gut zu bewerten. Die Haupterschließung des Stadtteils erfolgt von Süden über den Hohen Heckenweg. Die Ost - / Westverbindung stellt die Königsberger Straße dar, die Coerde mit dem westlich angrenzenden Stadtteil Ki n- derhaus verbindet und im Osten die Gewerbegebiete am Schifffahrter Damm erschließt. Die- se beiden Straßenzüge waren ehemals als Wohnsammelstraßen für die angrenzenden Wohngebiete konzipiert, haben sich aber durch die starke Zunahme des Verkehrsaufko m- mens in den letzten Jahrzeh nten zu erheblich belasteten Hauptverkehrsstraßen entwickelt. Aufgrund der Nähe zum den östlich angrenzenden Gewerbegebieten und zur Zentraldeponie im Norden, ist die Königsberger Straße im Tagesverlauf auch mit Schwerlastverkehr, z.B. mit Fahrzeugen der Abfallwirtschaftsbetriebe, belastet. Auch der durch die Nutzer und Mitarbe i- ter der Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote generierte Verkehr in den Gewerbege- bieten am Schifffahrter Damm verursacht erheblichen, schwerpunktmäßig aus Westen ko m- menden, Kraftfahrzeugverkehr. Zudem bildet di e in Nord -Süd-Richtung verlaufende Bahntrasse am westlichen Stadtteilrand durch die niveaugleiche Kreuzung am Bahnübe r- 40 gang Holtmannsweg eine erhebliche Zäsur in der Verkehrsabwick lung. Insbesondere wä h- rend des Berufsverkehrs ist in Fahrtrichtung des westlich angrenzenden Stadtteils Kinder- haus mit vermehrter Staubildung zu rechnen. Hauptverkehrserschließung Königsberger Straße, Hoher Heckenweg (Plan: Stadt Münster) Eine Möglichkeit zur Entlastung der Hauptverkehrsstraßen in Coerde gibt es bisher nicht. Die Realisierung einer „Entlastungsstraße Nord“, die südlich an den Stadtteil angren zend in Ost- / West-Richtung durch einen Grüngürtel , mit vorwiegend landwirtschaftlicher Nutzung , ge- plant war, um den durch den Stadtteil fli eßenden Durchgangsverkehr zu bündeln, wurde im Jahr 2014 aufgrund eines politischen Beschlusses u.a. aus ökologischen Gründen aufgeg e- ben. ÖPNV Der Stadtteil ist entsprechend dem 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster über insgesamt vier Buslinien mit entsprechenden Haltestellen an die Gesamtstadt angebunden. Ein Großteil der Haltestellen ist bereits barrierefrei ausgebaut, weitere sind in Planung. Auch für den Busverkehr (Richtung Kinderhaus) stellt die Bahntrasse ein Hindernis dar. Ein Bahnhaltepunkt zur Nutzung des S chienenverkehrs befindet sich im Zentrum-Nord, außerhalb des Stadtteils in ca. 1,5 km Entfernung ; in Coerde selbst gibt es keinen eigenen Bahnhaltepunkt. Radverkehr Im Stadtteil besteht ein weit verzweigtes Radwegenetz sowoh l innerhalb des Siedlungsbereiches als auch in Bezug auf die Anbindung an die Nachbarstadtteile, in Richtung Innenstadt sowie in die angrenzenden Erholungsbereiche. Jedoch entspricht der 41 Ausbauzustand der Radwege teilweise nicht den Mind eststanforderungen, bzw. befinden sich die Radwege in einem schlechten Pflege- und Instandhaltungszustand. Als problematisch stellt sich zudem die Nutzung des Hamannplatzes für den Radverkehr dar. Bisher besteht ein Verbot, den Platz mit dem Rad zu befahren. Diese Regelung soll jedoch im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes Nr. 557 (vgl. Kap. 4.8) durch die Ausweisung einer „Besonderen Verkehrsfläche für Radfahrer und Fußgänger“ aufgehoben werden. Die Radwegeverbindungen werden sich zukünftig vor allem durch den geplanten Ausbau der Veloroute nach Greven und der Kanalpromenade deutlich verbessern. Die geplante Velorou- te entlang der Bahnlinie zwischen Münster und Greven verbessert die Anbindung an die I n- nenstadt, aber auch an das überregionale Radwegenetz. Das Konzept allgemein dient der Entlastung des Straßennetzes durch den Ausbau des Radverkehrs. Der Ausbau der Kana l- promenade, entlang des DEK, dient als zusätzlich e Anbindung an die Innenstadt und zeic h- net sich beispielsweise durch eine Radwegeverbreiterung und ein adaptive s Beleuchtungs- konzept aus. Geplanter Radwege ausbau im Bereich des Stadtteils Coerde (Plan: Stadt Münster) Fußgänger Der städtebauliche Ansatz des zugrundeliegenden Bebauungsplans aus den 1960er Jahren ist nach wie vor in den Fußgängerbereichen der Wohnquartiere aus dieser Entstehungspha- se erlebbar. Ein verzweigtes Netz von Fußwegverbindungen erschließt die Wohnquartiere in meist ruhiger, verkehrsabgewandter Lage. Probleme treten jedoch bei zeitweiser Über - lastung bei der Überquerung der zeitweisen Überlastung der Hauptverkehrsstraßen auf . Nicht nur zu kurze Grünphasen der Lichtsignalanlagen , sondern auch teilweise fehlende Querungsmöglichkeiten erschweren es Fußgängern die Straßen in Coerde, vor allem zur Zeit des Berufsverkehrs, sicher zu überqu eren. Da vor allem Bildun gs- und Betreuungsein- 42 richtungen wie Kitas und Schulen an die stark belasteten Hauptverkehrsstraßen angrenzen , besteht Handlungsbedarf um die Sicherheit der Kita- und Schulkinder gewährleisten zu kön- nen. Auch der bauliche Zustand der Fußwege ist nicht lücke nlos optimal. Bei einer gemein- samen Begehung mit der Kommission zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) wurde festgestellt, dass für Menschen mit Behinderungen bzw. für ältere Menschen an meh- reren Wegabschnitten im Stadtteil Verbesserungsbedarf besteht. Um den Fußverkehr im Stadtteil zu fördern und barrierefrei / barrierearm zu gestalten , ist es notwendig, in zukünfti- gen Planungen die Vorgaben für Barrierefreiheit einzuhalten, Stufen und Schwellen zu erset- zen, Ampelschaltungen zu verlängern, sichere Querungsmöglichkeiten zu schaffen und den Zustand der Fußwege zu verbessern. Einige dieser Aufwertungsmaßnahmen konnten b e- reits umgesetzt werden. 4.3 Bildung / Betreuung / Erziehung Kindertagesbetreuung Der Besuch einer Kindertageseinrichtung stellt den Einstieg in die deutsche Bildungslan d- schaft dar. Vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund wird durch die Ausstattung der Coerderaner Kitas eine gute Grundlage zum Erlernen der deutschen Sprache und der Kultur gegeben. Je doch gibt es laut Aussage der Kindergarten- leitung einen Anteil von Kindern, die zwar einen festen Kitaplatz zugeteilt bekommen haben, diesen aber z.B. aus finanziellen oder organisatorischen Gründen nicht nutzen. Umso wichti- ger ist es Strukturen zu schaff en, um allen Kindern in Coerde einen frühzeitigen und regel- mäßigen Kitabesuch zu ermöglichen. Im Untersuchungsgebiet existieren acht Einrichtungen zur Kindertagesbetreuung, die von unterschiedlichen Trägern organisiert werden. Sowohl die evangelische als auch die katholi- sche Kirche betreiben im Stadtteil einen Kindergarten. Die Arbeiterwohlfahrt verfügt über drei Kindertagesstätten, die Stadt Münster und das Deutsche Rote Kreuz über jeweils eine Ei n- richtung, so dass die Trägervielfalt und Versorgung mit di esen Infrastruktureinrichtungen in allen Quartieren des Stadtteils in Bezug auf die Erreichbarkeit als gut zu bezeichnen ist. Der Ausbau der Kindertagesbetreuungsangebote und damit die Erhöhung der Versorgungsquote wird weiter verfolgt. 43 Lageplan der Kitas im Stadtteil Coerde (Planausschnitt: Stadt Münster) Bei einigen Kindertageseinrichtungen war aufgrund der steigenden Kinderzahlen in den let z- ten Jahren ein zunehmender Bedarf an Plätzen und zusätzlichen Räumen zu verzeichnen, dem mit der Aufstellung von Containerbauten entgegengewirkt worden ist. Die aktuellen Prognoseberechnungen der Stadt Münster bezüglich der Entwicklung der Kinderzahlen in Coerde gehen inzwischen von einem weiteren Anstieg in Coerde in den nächsten Jahren aus, so dass zusätzliche baul iche Erweiterungen bzw. neue Infrastrukturmaßnahmen erfo r- derlich sind. Zum Kitajahr 2019 / 2020 lag d ie Versorgungsquote der unter 3-Jährigen in Co- erde lediglich bei ca. 36,1 %, während die Versorgungsquote bei den 3 - 6-Jährigen bei 97,8 % lag. Um möglichst viele Kinder schon frühzeitig in ihren Bildungsbiographien zu unterstützen, ist ein weiterer Ausbau an Kindertagesbetreuungsplätzen in Coerde dringend erforderlich . In dem geplanten Baugebiet am Kiesekampweg mit ca. 170 zusätzlichen Wohneinheiten (vgl. Kap. 4.1) ist eine weitere Kindertageseinrichtung mit fünf Gruppen vorgesehen. Aufgrund der besonderen Sozialstruktur im Stadtteil Coerde und des damit einhergehenden Förderbedarfs der Kinder, sind sieben von acht Kitas „Sprachförder- und PlusKitas“. Am „Bundesprogramm Sprachkitas“ nehmen im Stadtteil vier Kitas teil. Darüber hinaus werden alle im Stadtteil vertretenen Kitas inklusiv geführt. Aufgrund des hohen Anteils der Kinder, die im Alter von 0 bis 6 Jahren in SGB II Haushalten aufwachsen, wurde der Stadtteil bei der Standortfrage von Familienzentren besonders berücksichtigt. In Coerde sind an fünf Kitas Familienzentren angegliedert. Dies sind Kindertageseinrichtungen mit ergänzenden Bera- tungs- und Hilfsangebote zur Unterstützung von Eltern bei der Förderung ihrer Kinder. 44 Schulen Im Stadtteil Coerde befinden sich zwei Grundschulen, die Melanchthonschule, zentrumsnah an der Königsberger Straße und die Norbertschule am Hohen Heckenweg . Die Melan- chthonschule wird zweizügig geführt und für die Norbertschule ist eine bauliche Erweiterung zur Vierzügigkeit vorgesehen. Darüber hinaus gibt es im Stadtteil eine Hauptschule nördlich des Hamannplatzes, in der auch die Möglichkeit besteht, den Realschulabschluss zu abso l- vieren. Die Besonderheiten der Schüler /-innen aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen kulturellen Herkunft und des Aufwachsens in vielfach soziale schwierigen Lebenslagen, stellen das Schulprogramm und das pädagogische Konzept der Schulen vor große Herausforderungen. Individuelle Förderungen, Sprac hförderungen und allgemeine Integrationsaufgaben stehen im Mittelpunkt. Sowohl die Hauptschule als auch die beiden Grundschulen bieten ein offenes Ganztagsa n- gebot an. In dieser Zeit können die Schüler /-innen ein Mittagessen einnehmen und erhalten Unterstützungsangebote, wie z.B. im Bereich de r sprachlichen Entwicklung, Betreuung bei den Hausaufgaben sowie unterschiedliche Freizeitangebote. An den beiden Grundschulen bestehen derzeit sogenannte n „Förderinseln“, die die individu- elle und frühzeitige Förderun g, z.B. auch die heil - und sozialpädagogische Förde rung von Kindern in den ersten beiden Grundschulklassen zum Ziel haben. Die Eltern der betroffenen Kinder werden flankierend unterstützt. Mit regelmäßigen Sprechstunden an beiden Grun d- schulen ist zudem der Kommunale Sozialdienst Nord wichtige Kontakt stelle und Ansprech- partner für Lehrkräfte und Eltern. Der Hauptschule stehen aktuell insgesamt zwei Stellen für die sozialpädagogische Betre u- ung der Schülerschaft zur Verfügung. Grundlage für den Einsatz der kommunalen Personal- ressourcen der Schulsozialarbeit und der heilpädagogischen Fachkräfte an den „Förderin- seln“ ist ein, im Rahmen der integrierten Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung entwi- ckelter, bedarfsorientierter und indikatorengestützter Verteilungsschlüssel. Die Stadt Münster begreift Schulsozialarbeit als Teil einer wichtigen präventiven Bildungs -, Sozial - und A r- beitsmarktpolitik mit dem Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe und Integration eines jeden Ki n- des bzw. Jugendlichen so früh wie möglich zu fördern, Benachteiligungen auszugleichen und gelingende Bildungsbiographien zu eröffnen. Im städtischen Vergleich ist der diesbezügliche Bedarf im Stadtteil Coerde besonders auffallend. Im Hinblick auf die Armut und die damit nahezu zwangsläufig einhergehende Bildungsbe- nachteiligung bzw. geringere gesellschaftliche Teilhabe, haben die Bildungseinrichtungen im Stadtteil eine tragende Rolle und große Verantwortung ( 21,2 Prozent der wohnberechtigten Coerderaner Bevölkerung erhält SGB II – Leistungen, im st ädtischen Ver gleich sind es knapp 7 Prozent). Zu diesen Herausforderungen zählt auch der Abbau der Quote der Schu l- verweigerung an der Hauptschule Coerde. Eine Studie des Deutschen Ju gendinstituts Mün- chen, führt dazu aus : Schwierigen Erwerbsverläufen gehen schwierige Bildungskarrieren voraus. Die negative Spirale beginnt bereits in der Grundschule und schlägt sich in verfestig- ten Verhaltensstrukturen in den weiterführenden Schulen nieder. Um die Bildungschancen der eigenen Kinder zu erhöhen, ist in Coerde das Bemühen vieler Eltern zu beobachten, ihre Kinder in Einrichtungen unterzubringen, die sich außerhalb des Stadtteils befinden. Dieser Proze ntsatz liegt derzeit bei ca. 60 Prozent . In diesem Verhalten spiegelt sich das negative Image der Bildungseinrichtungen in Coerde und auch des gesam- ten Stadtteils wider. 45 Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit / Beratungs- und Familienbildungsangebote Im Stadtteil Coerde bestehen bereits Angebote, um für die vielen benachteiligte Kinder und Jugendliche Risikolagen abzufedern und einen guten Grundstein für ihre weitere Entwicklung und für die selbstständige Organisation ihres zukünftigen Alltags im Erwachsenenalter zu legen. Soziale, städtische, kirchli che und freie Träger arbeiten zusammen, indem ein rege l- mäßiger Austausch in verschiedenen Arbeitskreisen stattfindet. Bereits vorhandene Potenziale sollen du rch das InSEK identifiziert, besser aufeinander a b- gestimmt und ausgebaut werden. Im Folgenden werden beispielhaft einige dieser Einrichtungen benannt: Der Kommunale Sozialdienst Nord (KSD) ist mit regelmäßigen Sprechstunden vor Ort und ist Ansprechpartner für Eltern und Lehrer /-innen an den beiden Grundschulen im Stadtteil. In Kooperation mit den Schulen im Bezirk Nord, der Schulaufsicht, dem KSD, dem Bezirk s- schularzt, der Vertreterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle und der Schulsoziala r- beit wurde 2014 eine Fallclearingstelle Nord ins Leben gerufen. Diese Stelle ist zuständig für Schüler /-innen bei denen die komplexen Anforderungen der Institution Schule an die Grenzen ihrer Leistungs- bzw. Fördermöglichkeiten stößt und dene n aus verschiedenen Gründen (z.B. schweres, wiederholtes Fehlverhalten, Krankheit oder ausgesprochene Or d- nungsmaßnahmen) ein zeitweiliger oder länger dauernder Unterrichtsausschluss droht. Die Außenstelle der Familienbildungseinrichtung „Anna-Krückmann-Haus“ befindet sich in dem Begegnungszentrum „An der Meerwiese“. Das Angebot reicht von Lernspielgruppen, über Angebote zur Stärkung der Mutter -Kind-Beziehung wie „Sure start“, tänzer ischer Früherziehung, Sprachkursen und wird in Kooperation mit den Kitas der AWO durchgeführt . Zusätzlich besteht ein Angebot im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Das Stadtteilbüro Coerde in der Trägerschaft der AWO bietet ein breites Angebot von einer allgemeinen sozialen Beratung, wie z.B. Unterstützung bei der Jobsuche und bei der Beantragung von Kindergeld, über Hilfen bei Wohnungsnotfällen, Deutschkurse für Erwac h- sene, offene Treffs sowie Kreativkurse. Darüber hinaus werden Informationsveranstaltungen zur Gesundheit und zum Wohnen angeboten. Die Psychologische Beratungsstelle der AWO bietet zusätzlich p sychologische Beratung für Familien an. Diese kann entweder im Stadtteilbüro stattfinden oder im häuslichen Umfeld und richtet sich an al le Einzelpersonen oder Familien. Im Stadtteilbüro wurde Mitte 2019 ein internationales Café insbesondere für Familien eröf f- net. Zweimal im Monat wird ein kostenloses Frühstück angeboten. Bei Bedarf referieren Fachleute zu aktuellen Themen im Stadtteil. Dem Ergebnis der B ürgerbeteiligung im Rahmen der Erarbeitung des InSEKs Coerde en t- sprechend, besteht auch bei der AWO das Ziel, die im Stadtteil bestehenden Angebote be s- ser zu vernetzen und die Transparenz zu erhöhen. Auch die Caritas bietet Erziehungsberatung für Familien in zentraler Lage in Coerde an. Darüber hinaus führt das Präventionsteam Familienbesuche des Amtes für Kinder, J u- gendliche und Familien nach der Geburt eines Kindes ein Informations- und Beratungsange- bot zur frühzeitigen Unterstützung für Eltern durch. Neben dem Angebot vom Haus der offenen Tür in Coerde (HOT) bildet ein weiterer Schwerpunkt innerhalb der aufsuchenden Jugendsozialarbeit am Hamannplatz die Jugend- hilfeeinheit des Vereins für sozialtherapeutische Einrichtungen (VSE NRW e.V.) mit einem Quart iersbüro „An der Meerwiese“. Die pädagogischen Fachkräfte kooperieren mit anderen im Sozialbereich aktiven Einrichtungen in Coerde. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des VSE ist die Stadtteilkoordination der Frühen Hilfen in Coerde. In dieser Funktion ist de r 46 VSE Ansprechpartner für werdende Eltern und junge Familien mit Kindern bis zum sechsten Lebensjahr und für alle ortsansässigen Institutionen im Stadtteil, die Angebot e für junge F a- milien bereitstellen. Das Projekt „Coenige“ ist eine Kooperation aus den o.g. Einrichtungen, ergänzt durch Ve r- treter / -innen der Polizei und des Sozialarbeiters der Hauptschule Coerde. Delinquent auffal- lende Jugendliche im Alter von 10 - 13 Jahren sollen vor ihrer eingeschränkten Strafmündig- keit über Verhaltensalternativen auf geklärt werden und somit von k riminellen Handlungen abgehalten werden. Von der Gemeinde St. Franziskus wurde 2014 der Verein Franko gegründet. Dazu gehören die u.a. Familienpatenschaften, die Möbelbörse, das Projekt „Schule lernen“ und Sprachku r- se für geflüchtete Frauen. Die Bürgerinitiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ (Chack) sieht in der Kinderarmut das größte soziale Problem in Coerde. Die Ideen und Vorschläge für die Kinderförderung reichen von Theaterprojekten mit Vorschulkindern, Musik - und Malunterricht bis zu Sprac h- förderung durch qualifiziertes Personal aus dem Verein oder durch Externe. 4.4 Freizeit / Kultur / Sport Im Stadtteil Coerd e besteht bereits ein Sport-, Freizeit- und Kulturangebot für viele Alter s- gruppen. Nach Aussage der betreffenden Zielgruppen sind die Angebo te jedoch erheblich ausbaufähig. Im Folgenden wird eine Auswahl de r Angebote in Coerde aufgezeigt , die j e- doch keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben: Freizeit und Kultur Die Stadtteilbücherei am Hamannplatz bietet ein e viel fältige Auswahl an Romanen und Sachbüchern für Erwachsene und Kinder, Bilderbüchern, Zeitschriften und (Lern)spielen . In zunehmendem Maße spielten auch digitale Medien eine Rolle. Die Bücherei ist ein wichtiger Anlauf- und Treffpunkt für viele Bürger / -innen im Stadtteil und hat dringenden Erweit e- rungsbedarf. Bereiche zum ungestörten Lesen oder für Lern - und Arbeitsgruppen fehlen ebenso wie größere Räume, z.B. für Autorenlesungen, Themenabende und Diskussionsrun- den. Vor allem freizugängliche, niederschwellige Räumlichkeiten für ungestörtes Lernen sind in einem Stadtteil wie Coerde mit vielen Großfamilien, beziehungsweise Familien mit vielen Kindern, unabdingbar, da es in den Wohnun gen oftmals keine ausreichenden Möglichkeiten gibt, in Ruhe und konzentriert zu lernen. Mit wachsenden Ansprüchen und Angeboten hat sich der Stellenwert der Bücherei im Stad t- teil in den letzten Jahren deutlich verändert. Keine andere kulturelle Einrichtung erreicht auf vergleichsweise niedrigschwellige Weise so viele Bewohner / -innen eines Stadtteils unte r- schiedlichen Alters, Bildung und Herkunft. Deshalb is t es dringend erforderlich, dass auch die Stadtteilbücherei i n Coerde als kommerzfreier Raum eine positive Atmosphäre zum Ar- beiten, Lernen und Sich-Austauschen in entsprechend geeigneten, erweiterten Räumlichkei- ten anbieten kann. Die Stadtteilbücherei hat unter anderem durch ihre zentrale Lage am Hamannplatz somit eine Ankerfunktion. Ziel ist es, an diese stark nachgefragte Einrichtung weitere Nutzungsangebote im Bereich der sozialen Infrastruktur sowie weitere Bildungs- und Beratungsangebote unter einem Dach, u.a. eine Dependance des Jobcenters anzugliedern. Auch ein Gesundheits haus für Kinder und Jugendliche sowie Bewegungsangebote würden aus Sicht der Bürgerschaft, der Akteure im Stadtteil, der Politik vor Ort und der zuständigen Fachämter in dieser zentralen Lage in einem neuen multifunktionalen Stadtteilhaus optimal verortet werden können (vgl. Kap. 5). 47 Das Gebäude der Stadtteilbücherei am Hamannplatz Nr. 38 (Bild: Stadt Mün ster) Im südlichen Bereich von Coerde befindet sich das Begegnungszentrum „An der Meer- wiese“ (BGZ), welches über mehrere Kursräume und einen großzügigen Versammlungs - und Bewegungsraum verfügt, der z.B. auch für Bürgerversammlungen im Rahmen der Arbeit an dem InSEK Coerde genutzt werden konnte. Das BGZ offeriert ein breites Angebot an Kursen, z.B. in den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Bewegung und Sprachen an. In d em BGZ ist auch die Bildungseinrichtung „Anna-Krückmann-Haus“ mit einer Zweigstelle vertre- ten, welche ein breites Bildungsangebot für die Coerderaner aller Altersgruppen im Pr o- gramm hat. Blick in den Versammlung s- raum im BGZ An der Meerwiese (Bild: Stadt Mün s- ter 48 Ein zentraler, von der Stadtteilbevölkerung gut angenomme ner Treffp unkt, das „coerde - mittendrin“ in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), befindet sich in zentraler Lage am Hamannplatz. Bis Juli 2018 befand sich der Treffpunkt im westlichen Bereich des Platzes. In Eigenregie hatten engagierte Bürger / -innen die ca. 150 qm großen Räumlichkeiten umge- staltet und einen Gruppenraum für die unterschiedlichsten Nutzungen und Zielgruppen he r- gerichtet. Bereits kurz nach der Fertigstellung konnte eine hohe Auslastung dieses Rauman- gebotes verzeichnet werden. Allerdings führten die Planungen für eine deutliche Erweiterung eines Lebensmittelmarktes mit flankierenden Nutzungsangeboten (Bäckerei, Drogeriemarkt) in diesem Bereich zur Aufgabe des Treffpunktes und dami t endete die Möglichkeit der N ut- zung durch die Bewohnerschaft. Als Übergangslösung wurde i n dem Gebäudekomplex Hamannplatz Nr. 36 - 40 im ersten Obergeschoss eine ca. 100 qm Fläche von der AWO angemietet und im Juni 2019 als neuer Standort eingeweiht. Diese Räumlichkeiten werden zwar gut angenommen, sind jedoch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kaum zu erreichen. Da nun die Erweiterungsma ß- nahmen auf dem Hamannplatz umgesetzt werden (vgl. Kap. 4.8) wird auch dieser Standort der AWO nicht langfristig zur Verfügung stehen. Die zeitnahe Schaffung eines dauerhaften, barrierefreien und niederschwelligen Ersatzes für das „coerde - mittendrin“ am Hamannplatz ist daher ein großes Anliegen im Stadtteil. Nur über eine Auße n- treppe zu erreichen – die Übergangslösung für den Treffpunkt „coerde - mittendrin“ am Haman n- platz (Bild: Stadt Mün s- ter) Auch der „ Jugendtreff Coerde“ des Deutschen Roten Kreuzes , ebenfalls zentral am Ha - mannplatz gelegen, ist eine Einrichtung der offenen Kinder - und Jugendarbeit, mit einer hal- ben Stelle für einen Sozialpädagogen / eine Sozialpädagogin. Besondere Projekte sind die Förderung sozialer Kompetenzen bei Grundschulkindern, sowie die Integration durch Sport – eine Maßnahme für Zuwandererkinder und sozial benachteiligte Jugendliche. Diese Einrich- tung kooperiert eng mit dem „coerde - mittendrin“ der AWO. Die evangelische Andreas -Kirchengemeinde bietet im „ Haus der offenen Tür “ (HOT) ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche, wie z.B. Nähkurse für Mädchen und Jungen. Dafür stehen zwei Stellen für die Betreuung durch Sozialarbeiter / -innen und eine weitere halbe Stelle für die aufsuchende Jugendsozialarbeit zur Verfügung. Von dieser Einrichtung wird auch die „Offene Ganztagsbetreuung“ der Dritt- und Viertklässler der Melanchthonschu- le übernommen. Das HOT bietet in den Schulferien ganztä gige Betreuungsangebote und fördert die pädagogischen Angebote für Kinder - und Jugendliche. Das Jugendcafé im HOT ist auch bei Müttern sehr beliebt und insofern eher als Familiencafé zu bezeichnen. 49 Die Kirchengemeinden im Stadtteil bieten in ihren Familienzentren Bildungs- und Freizei t- angebote an, die auch einen integrativen A n- satz verfolgen. Eingang des Familienzentrums St. Norbert (Bild: Stadt Münster) Neben der Ausbaufähigkeit einzelner Angebot e bzw. deren Ergänzung fehlt es vor allem an Angeboten für ältere Jugendliche und Mädchen / Frauen mit Migrationshintergrund. Aber auch anlassfreie Treffpunkte für Jugendliche im Stadtteil sind nicht vorhanden. 2017 wurde der Kultur- und Kunstverein in Coerde gegründet, der das kulturelle Angebot im Stadtteil und darüber hinaus qualitativ und quantitativ erweitern möchte. In dem Bege g- nungszentrum „An der Meerwiese " finden in diesem Rahmen z.B. interkulturelle Lesungen mit Musikprogramm statt. Zudem gibt es von den freien Trägern der Wohlfahrtspflege und den Kirchengemeinden spe- zielle Freizeit - und Kulturangebo te speziell für Senioren . Die Freizeitangebote sorgen vor allem für Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen und sollen so einer Vereinsamung im Alter entgegen wirken. Sei es der wöchentliche Frühstückstreff, der Senio- rennachmittag mit Vorträgen bei Kaffee und Kuchen, Spiele - und Kinonachmittage, Seni o- renreisen oder Angebote der Stadtbücherei, die Senioren den Anlass geben, ihre Wohnung zu verlassen und in den Austausch mit anderen zu treten. Eine Gruppe der „ZwAR- Initiative“ (zwischen Arbeit und Ruhestand) der Volkshochschule trifft sich regelmäßig in dem Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ und bietet neben Spiel- und Sportmöglichkei- ten auch Ausflüge in die nähere Umgebung an. Sport In Coerde gilt es insbesondere den hohen Anteil an SGB II Empfängern (vgl. Kap. 3.7) und Menschen mit geringem Einkommen (und ihre Kinder) bei der Zielsetzung des InSEKs - Ver- besserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse - zu berücksichtigen. Die fehlenden finanziel- len Mittel erschwer en es diesem Personenkreis , aktiv an den teilweise kostenpflichtigen Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten teilzunehmen. Die Sportanlagen des Vereins S.V. Teutonia Coerde 60 befinden sich am nördlichen Sie d- lungsrand von Coerde, eingebettet in die umgebene Waldstruktur und sind aus allen Quartie- ren des Stadtteils gut zu erreichen. Das Angebot ist schwerpunktmäßig auf Jungenfußball ausgerichtet, aber auch einige Breitensportkurse zählen zum Programm . Eine Aufwertung des Angebotes ist u.a. durch die Herrichtung eines witterungsunabhängigen Kunstrasenpla t- zes vorgesehen. Der Verein hat derzeit ca. 400 Mitglieder. Die zusätzliche Unterstützung des Vereins durch Ehrenamtliche oder studentische Hilfskräfte ist erforderlich. Besonders die Nachfrage nach Angeboten für Mädchen und Frauen (mit Migrationshintergrund) ist hoch und muss ausgeweitet werden, um die Chancen der Integration dieser Zielgruppe zu erh ö- hen. Zur Umsetzung ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung erforderlich. 50 Farids Qualfighting ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die schulische Nachhi l- fe und Boxtraining kombiniert. Boxunterricht erhalten die Schüler/ -innen erst, nachdem sie ihre täglichen schulischen Leistungen erbracht haben. Anbieter, wie das BGZ , das Anna -Krückmann-Haus und auch die freien Träger der W ohl- fahrtsverbände bieten zudem Sport - und Bewegungskurse, wie z.B. Tanz, Yoga oder Gy m- nastik für unterschiedliche Ziel - und Altersgruppen an. Noch sind nachgefragte, weitere An- gebote für die Zielgruppen der älteren Menschen, Mädchen und Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund kaum vorhanden. Unter dem Motto „AWO BEWEGT“ sollen voraussichtlich ab Herbst 2020 alle Altersgruppen – aber insbesondere Frauen, Kinder und Senioren – angesprochen werden. Kooperationen sind mit dem Verein für Mototherapie, dem Stadtsportbund und dem Sportverein Teutonia vorgesehen. Ein erstes Angebot diesbezüglich besteht in Form eines Tanzworkshops für Mädchen unter Leitung einer Tanztherapeutin. Die vorgegebenen, organisatorischen Strukturen, die mit d er Teilnahme an einem Sporta n- gebot in Verbindung stehen , wie z.B. Fahr - oder Reinigungsdienste der Ausrüstung der je- weiligen Sportgruppe, können einige Familien nicht leisten. Neben der finanziellen Situat ion bereitet oftmals auch die bestehende Sprachbarriere bei Familien mit Migrationshintergrund Schwierigkeiten. 4.5 Gesundheit Coerde ist ein Stadtteil, der nicht zuletzt aufgrund seiner besonderen Sozialstruktur und d a- mit einhergehender „gesundheitlichen Ch ancenungleichheit“ bei der Arbeit des Gesun d- heitsamtes der Stadt Münster und der sozialen Träger b esondere Berücksichtigung finden muss. Insofern wurde ein Netzwerk mit den für Coerde relevanten Akteuren vor allem aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungssektor aufgebaut. Hierbei steht das Ziel im Mi t- telpunkt, Strukturen zu schaffen, in denen niedrigschwellige Beratungs - und Hilfsangebote ineinandergreifen, um so eine bestmögliche Gesundheitsförderung, Prävention und Gesun d- heitsversorgung für alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil zu gewährleisten. Allgemeinmedizinische und therapeutische Versorgung Coerde hat eine gute hausärztliche Versorgung. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung West- falen-Lippe sind in Coerde acht Ärzte (verteilt in drei Praxen) aufg eführt, die hausärztlich tätig sind. Darüber hinaus gibt es aktuell eine Kinderarztpraxis am Kiesekampweg. Die de r- zeitig praktizierende Kinderärztin wird in Kürze in den Ruhestand gehen. Aufgrund der b e- sonderen Sozialstruktur ist der Kassenarztsitz an Coerde gebunden. Der Bereich der therapeutischen Versorgung wird durch eine Praxis für Physiotherapie und eine Praxis für Logopädie abgedeckt. Es fehlt eine im Stadtteil ansässige ergotherapeutische Praxis. Weiterführende Angebote zum Thema Gesundheit Die Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ des Gesundheitsamtes setzt bereits in der Schwanger- schaft an. Hebammen und Kinderkrankenpflegerinnen betreuen fortlaufend Schwangere und Familien mit besonderem Unters tützungsbedarf. Einmal im Monat, im Rahmen des Fraue n- frühstücks, besteht eine Sprechstunde der Hebamme und einer Sozialarbeiterin im Famil i- enzentrum der katholischen St. Norbert Kirchengemein de. Die Mitarbeiterinnen der Bera- tungsstelle „Frühe Hilfen“ sind fast täglich aufsuchend im Stadtteil tätig. Um entwicklungsver- 51 zögerten oder behinderten Kindern die entsprechende Förderung zu ermöglichen, steht die Frühförderung im engen Austausch mit den Kitas im Untersuchungsgebiet. Das Präventionsprogramm „Sure Start“ des Anna-Krückmann-Hauses richtet sich an Müt- ter und Baby s bzw. Kleinkinder (von 0 -3 Jahren) aus dem im Stadtteil stark vertretenen bil- dungsfernen, sozialschwachen sowie wirtschaftlich armen Milieus. Über die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung soll eine gute emotionale und körperliche Grundversorgung als V o- raussetzung einer gesunden Entwicklung der Kinder erreicht werden. Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ nehmen regelmäßig an der „Sure Start -Gruppe“ teil und bera- ten die Teilnehmenden. In der Melanchthonschule findet regelmäßig eine Systemsprechstunde mit der Schulär z- tin des Gesundheitsamtes, dem Kommunalen Sozialdienst und den Lehrkräften statt, um für Kinder mit Auffälligkeiten eine gemeinsame Lösungsstrategie zu entwickeln und no t- wendige Hilfen koordiniert einzuleiten. Auch in der Hauptschule ist die Schulärztin regelm ä- ßig zur Sprechstunde für die Schülerschaft und Lehrkräfte vor Ort. Die Fachärztin für Kinder - und Jugendpsychiatrie sowie eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes d er Stadt Münster nehmen einmal im Monat an der Sprechstunde des Kommunalen Sozialen Diens- tes teil, um Einzelfälle zu besprechen und das diesbezügliche Vorgehen abzustimmen. Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes führt Untersuchungen in allen Kindergär- ten und Schulen (einschließlich Hauptschule 6. Klasse) mit Prophylaxe -Einheit durch. Da r- über hinaus erfolgt eine jährliche Prophylaxe mit Grundschul -Programm (Doppelstunde) in beiden Grundschulen (alle Klassen) sowie ein jährliches gesundes Frühstück in den 1./2. Klassen. Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes führt Untersuchungen in allen Kindergärten und Schulen (einschließlich Hauptschule 6. Klasse) mit Prophylaxe -Einheit durch. Darüber hinaus erfolgt eine jährliche Prophylaxe mit Grundschul-Programm (Doppelstunde) in beiden Grundschulen (alle Klassen) sowie ein jährliches, gesundes Frühstück in den 1./2. Klassen. Die Kinder- und Jugendhilfe St. Mauritz bietet auf gesamtstädtischer Ebene eine Tages- gruppe für Kinder ab dem Grundschulalter und d eren Eltern an. Neben Hausaufgabenhilfe und schulischer Förderung werden die Kinder heilpädagogisch betreut ( u.a. durch Kunst - und Werktherapie ) sowie mit einer traumazentrierten Psychotherapie in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt. Parallel werden die Eltern durch systemische Beratung begleitet. Im Bewegungsraum des Familienzentrums des evangelischen Andreas -Kindergartens b e- steht ein wöchentliches Angebot des Vereins für Mototherapie und psychosomatischen Entwicklungsförderung. In Kleingruppen wi rd die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit eines jeden Kindes individuell gefördert. 4.6 Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klima- anpassung Das Motto des InSEKs „Coerde - ein Stadtteil in Bewegung“ umschreibt u.a. die Zielsetzung, dass die öffentlichen und privaten (Frei-)Räume und Plätze zukünftig aktiver von der Bewoh- nerschaft genutzt werden sollen. Denn Bewegung fördert nicht nur die Gesundheit, sondern dient auch der Interaktion der unterschiedlichen Altersgruppen und der Integration der ver- schiedenen Ethnien im Stadtteil. Zudem wird der Vereinsamung alter Menschen und Me n- schen mit eingeschränkter Mobilität vorgebeugt, wenn attraktive, gut zu erreichende Aufen t- haltsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung vorgehalten werden. Aus diesem 52 Grund liegt ein besonderes Augenmerk auf den öffentlichen sowie privaten Grün - und Frei- flächen. Coerde bietet ein großes Potenzial, um dieses Motto erfolgreich umzusetzen. Öffentlicher Raum Der Hamannplatz ist die größte zentrale Aufenthaltsfl äche im Stadtteil. Zum einen dient er als Verbindungsraum zu den örtlichen Nahversorgungsangeboten (vgl. Kap. 4.8), aber auch als Treffpunkt für die Bürgerschaft des Stadtteils. Die weitläufigen , aber wenig attraktiv ge- stalteten Außenflächen mit maroden Sitzmöglichkeiten, veralteter Brunnenanlage sowie ver- einzelten Bäumen und Beeten werden aufgrund mangelnder Alternativen bei entsprechen- den Wetterlagen dennoch genutzt. Vor allem in den Abendstunden gilt der Hamannplatz als Angstraum für viele Menschen (vgl. Kap. 4.7). Um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu steigern und die Stadtteilbewohner dazu an zuregen, diesen intensiver als Treffpunkt und Bewegungsraum zu nutzen, sollte der Hamannplatz durch zusätzliche Bäume, Bänke und sonstige Grüngestaltung, Bewe gungsangebote und kommerzfreie Aufenthaltsmöglichkeiten aufgewertet werden. Im Rahmen der Umgestaltung des gesamten Areals (vgl. Kap. 4.8 ) soll auch die Attraktivitätssteigerung des Platzes durch ein externes Landschaftsarchitekturbüro unter intensiver Einbeziehung der Bürgerschaft in den kommenden Jahren geplant und d a- nach umgesetzt werden . Das Ziel ist die Schaffung einer attraktiven Mitte mit einer hohen Aufenthaltsqualität und Spiel- und Bewegungsangeboten für alle Altersgruppen. Weitere, größere Platzflächen sind im Stadtteil nicht vorhanden. Ist -Zustand Hamannplatz in Richtung Osten (Bild: Stadt Münster, 2019) Grün- und Freiflächen Der Stadtteil wurde von der Bewohnerschaft bei allen im Rahmen des In SEKs durchgeführ- ten Beteiligungsschritten als „grüner Stadtteil“ beschrieben. In erster Linie werden in diesem Zusammenhang die Nähe zum Dortmund -Ems-Kanal mit seinem Begleitgrün als Erholung s- bereich für Radfahrer, Fußgänger und als Treffpunkt für Jugendliche sowie das nördlich an den Stadtteil angrenzen de Waldgebiet genannt. Die weit läufige Fläche des „Waldparks C o- erheide“ dient der Sicherung des Freiraums; hier haben stadtökologische und grünstrukturel- le Anforderungen Vorrang. 53 Ebenfalls werden von Bürger / -innen die im Siedlungskörper integrierten Grü nflächen, wie der Grünzug nördlich des Hamannplatzes, die großzügigen Freiflächen im ehemaligen K a- sernengebiet „An der Meerwiese“ und das Straßenbegleitgrün (z.B. entlang des Hohen He- ckenweg) geschätzt. Das 14 Hektar große Waldgebiet „Großer Busch“ besteht aus einem naturnahen Eichen - / Hainbuchenwald, wird privatforstlich genutzt und dient der Stadtteilbevölkerung zur Erholung. Südlich und westlich an den Großen Busch angrenzend befinden sich zwei Kleingartenanla- gen mit zahlreichen Gartenparzellen. Be ispiele für w enig genutzt e, private Grünfläche n an verschiedenen Mehrfamilienhausgrundst ü- ck en (Plan : Stadt Münster) Auch die teilweise großen, privaten Grünflächen rund um die Wohngebäude - insbesondere der dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser - tragen zu der Einschätzung der Bürgerschaft bei, dass Coerde ein „grüner Stadtteil“ ist. Allerdings macht sich auf diesen Flächen der unacht- same Umgang der Bewohnerschaft mit der Entsorgung von Müll besonders drastisch b e- merkbar. Die Grüngestaltung dieser Freifläche n bedarf größtenteils einer erheblichen Auf- wertung und Ergänzung. Besonderes Augenmerk bei der Aufwertung sowohl der privaten als auch der städtischen Grünflächen sollte auf die Bedürfnisse älterer Mitmenschen und der Menschen mit eing e- schränkter Mobilität gerichtet werden. Darüber hinaus soll die Gestaltung zu mehr Bewegung animieren. 54 Wenig attraktives Wohnumfeld (beispielhaft) (Bild : Stadt Münster) Spielplätze Insgesamt gibt es in Coerde 13 öffentliche Spielplätze, neun für den Spielbereich A mit de r Versorgungsfunktion für alle Altersstufen und vier Plätze für die Versorgung von Kleinki n- dern, Schulkindern und Jugendlichen in den Wohnquartieren. Aus Sicht de s Amtes für Grün- flächen, Umwelt und Nachhaltigkeit hat Coerde quantitativ eine gute Versorgung mit Spielflä- chen. In den kommenden Jahren werden an mehreren Spielplätzen im Untersuchungsgebiet tur- nusmäßig Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Planungen der Maßnahmen werden ggf. teilweise mit Beteiligung der Kinder aus den angrenzenden Wohngebieten, wie schon bei der Neugestaltung des Spielplatzes im Wohngebiet „An der Meerwiese“, durchgeführt. Die im Stadtteil vorhandenen privaten und öffentlichen Spielplätze weisen sehr unterschiedli- che Qualitäten auf. Dabei prägen d rei große öffentliche Spielplätze das Stadtteilleben in be- sonderem Maße. Dazu gehört der im Norden an das Quartier „Altcoerde“ angrenzende Waldspielplatz, der Spielplatz im Zentrum – nördlich an den Hamannplatz angrenzend – und der Spielplatz i m Wohnquartier Meerwiese, der gemeinsam mit Beteiligung der Kinder und Eltern vom Kinderbüro Münster geplant wurde. Waldspielplatz am Nerzweg (Bild: Stadt Münster) 55 Der Waldspielplatz ist eine attraktive Anlage mit einem vielseitigen Angebot an Spielgeräten. Besonders hervorzuheben ist seine La ge am Waldrand und der dichte Baumbestand. Aller- dings wurde hier in den Abendstunden wiederholt Drogenhandel beobachtet. Die Sauberkeit des Areals war lange ein erhebliches Problem, hat sich jedoch in den letzten Mo naten ver- bessert. Der Spielplatz am Hama nnplatz wird insbesondere aufgrund seiner zentralen Lage und der Einbettung in den nordsüdlich verl aufenden Grünzug gut angenommen. Durch die bauliche Umgestaltung des gesamten Areals und durch die Erweiterung des angrenzenden Aldi - Marktes wird im Rahmen ei ner niedrigschwelligen, intensiven Bürgerbeteiligung auch der Spielplatz am Hamannplatz neu gestaltet. Spielplatz Hamannplatz (Bild: Stadt Münster) Weiterhin bieten die Schulhöfe der drei Schulen im Stadtteil ein großes Potenzial für weitere, altersgerechte Spiel- und Bewegungsangebote. Die Befragung der Schülerschaft der Hauptschule (vgl. Kap. 1.4) ergab, dass das qualitative Angebot an Spielmöglichkeiten auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Flächen im Stadtteil nicht den Bedarfen der Kinder und jüngeren Jugendlichen entspricht. Zudem fehlen attraktive Spiel- und Bewegungsa ngebote in den einzelnen Quartieren, die insbesondere auch mit kleineren Kindern fußläufig erreichbar sind. Natur und Umwelt Die zentralen Siedlungsflächen von Coerde werden im Wes ten von dem Grünzug „Nördli- ches Aatal“ eingefasst. Nördlich liegt der zweite Grünring mit den weiträumigen Frei flächen des Waldparks Coerheide. Sie dienen der Sicherung des Freiraums, weil stadtökologische und grünstrukturelle Anforderungen dort Vorrang haben und keine baulichen Veränderungen zulassen. Im Osten grenzt der Dortmund -Ems-Kanal an den Stadtteil. An der südlichen Stadtteilgrenze liegt das Waldgebiet „Großer Busch “, mit naturnahen Eichen-Hainbuchen- Beständen. Die im nachfolgend dargestellten Plan des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhalti g- keit abgebildete, geplante P arkanlage (süd-östlich an den Siedlungsbereich angrenzend ) gehört zum Grünzug Hoppengarten und hat eher einen Landschaftspark -Charakter. D iese Flächen sind im pri vaten Eigentum und werden zurzeit landwirtschaftlich genutzt. Kurz - und 56 mittelfristig stehen diese Flächen aufgrund der liegenschaftlichen Ver hältnisse für eine U m- gestaltung in einen Landschaftsplan noch nicht zur Verfügung. Siedlungsentwicklung, Infrastrukturen ( Plan : Stadt Münster) Im Vergleich zur Gesamtstadt Münster ist der Stadtteil Coerde dicht besiedelt, wird aber durch Freiräume mit einem Radwegenetz gegliedert. Aufgrund der Durchlüftungssituation in Coerde bestehen trotz der Verkehrsbelastung auf der Königsber ger Straße und dem Hohen 57 Heckenweg zur Zeit keine Immissionsbelastungen (Stickstoffdioxid, Feinstaub), die im B e- reich der Grenzwerte für Schadstoffbelastungen liegen (39. BImSchV). Das zentrale Fließgewässer in Coerde ist der Edelbach, der an der Nordostgr enze der Kern- stadt von Münster , westlich des Dortmund -Ems-Kanals, entspringt. Das Gewässer ist zum einen zahlreichen Einleitungen aus dem Siedlungsbereich ausgesetzt, von wo allerdings nur Regenwasser zugeleitet wird, zum anderen ist der Edelbach in Teilen auch völlig naturbelas- sen, vor allem östlich des DEK außerhalb des Plangebietes. Des Weiteren war er Teil der historischen Wirtschaftsstruktur von Münster, sowie auch deren Verteidigungssystem und ist damit ein Stück Stadtgeschichte. Mehr denn je ist bei Gewässern im Siedlungsraum auch die Frage nach Entwicklungskorr i- doren von Belang; einerseits als Raum für ökologische Entwicklungen, andererseits vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Klimawandels. In erster Linie steht hier die Fähigkeit der Gewässer im Vordergrund, sich mit einer stabilen natürlichen Entwicklung selbst an sich wandelnde Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Kl i- mawandel das Abflussregime zunehmend mit höherem Hochwasser und längerem Niedri g- wasser massiv beeinflusst. Insgesamt weist der Edelbach 25 Einleitungsstellen auf. Hinzu kommen noch zahlreiche Dräneinleitungen sowie einzelne Überläufe aus Versickerungs - und Rückhaltemulden. Noch mehr hydraulische Belastung entsteht, wenn weitere Siedlungs - und Straßenflächen versie- gelt werden, die dann aufgrund fehlender Möglichkeit zur Versicke rung entwässert werden müssen. Im Bereich der Coerdestiege bis zur Königsberger Straße ist der Edelbach durch die angrenzende Bebauung we itgehend festgelegt. Hier muss das Hauptaugenmerk insbe- sondere auf der Vielzahl von Einleitungen und der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Br ü- cken und Durchlässen liegen, um Überflutungen in Folge von Starkregenereignissen vorzu- beugen. In Coerde wird der Edelbach durch zahlreiche Brücken, Durchlässe und ungedros- selte Einleitungen festgelegt. Auf keinen Fall darf der Edelbach in diesem Bereich noch wei- ter eingeengt werden. Im Bereich Hacklenburg bis zur Straße Edelbach ist beidseits des Ba- ches ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen, das auch in Zukunft von jeglicher Beba u- ung freizuhalten ist. Trotz der umfangreichen Siedlungsflächen westlich des DEK sind auch dort noch hohe ök o- logische Potentiale und Werte vorhanden. Zwischen Hacklenburg und der Meerwiese hat sich ein Grabensystem erhalten, das wenig eingetieft ist und mit hohen Grundwasserständen und Staunässe ein großes Potential für die Entwicklung eines Feuchtgebietes darstellt, das sich positiv auf das gesamte Edelbachsystem auswi rken kann. Dieser Bereich soll erhalten bleiben und schrittw eise a us- oder umgestaltet werden – auch als Ausgleich für verloren e Auenflächen. Hier können zudem wichtige (Hochwasser -)Retentionsflächen oberhalb von Coerde geschaffen werden. Das größte Stillgewässer ist in Coerde der Ziegeleiteich an der Siedlung Dachsleite. 58 Siedlungsentwicklung, Grünsystem – Freiraumkonzept ( Plan : Stadt Münster) 59 Klimaschutz und Klimaanpassung Der außergewöhnliche Starkregen im Juli 2014 hat zu ausgedehnten Überflutungen im Stadtteil Coerde geführt. Gefährdungen von Personen und Sa chgütern waren die Folge, In f- rastruktureinrichtungen wurden in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Für solche außergewöhnlich heftig en Starkregenereignisse mit geringer Wiederkehrwah r- scheinlichkeit sind weitergehende Analysen sowie die Planung und Um setzung von Vorsor- gemaßnahmen notwendig. Eine erste, auf gesamtstädtischer Ebene durchgeführte Überflutungsanalyse ergab an zah l- reichen Infrastruktureinrichtungen im Stadtteil Überflutungen bis zu einem Meter Höhe. Eine intensivere Verzahnung von Gewässer n bzw. deren Auenbereiche n mit der vorhandenen Grünstruktur im öffentlichen und privaten Bereich bietet ein hohes Potential zur Verbess e- rung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregenereignissen. Auf Grund der Altersstruktur in Coerde (vgl. Kap. 3.3) besteht eine überdurchschnittlich hohe Dichte von Menschen mit erhöhter Hitzeempfindlichkeit. Um der Vulnerabilität (Anfälligkeit) gegenüber hohen Außentemperaturen entgegenzuwirken, gilt es entsprechende bauliche und klimatische Maßnahmen zu ergreifen. Im Hinblick auf den Klimawandel wird es insb e- sondere darauf ankommen, den Stadtteil Coerde sowohl an die zu erwartende Zunahme von außergewöhnlichen Starkregenereignissen, als auch an Belastungen durch Wärme / Hitze anzupassen und hierfür geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Die größten Potenz iale für den wirksamen Klimaschutz liegen in Coerde in der Erstellung eines stadtteilweiten Energiekonzeptes. In den Einfamilienhaus -Siedlungen und Mehrfamil i- enhäusern der 1960er und 1970er Jahre li egen, wie bereits in Kapitel 4.1 erwähnt, große Potenziale für eine CO2 -Einsparung durch umfassende energetische Sanierungen. Zur E r- fassung und Bewertung dieser Potenz iale soll in einem ersten Schritt ein Integriertes Ene r- giekonzept für den gesamten Stadtteil Coerde erstellt werden. Im Rahmen dieses Konzeptes wird der Energieverbrauch des Gebäudebestands genauer analysiert. Darauf aufbauend werden besonders sanierungsbedürftige Gebäude identifiziert. Anschließend könnten Sani e- rungskonzepte sowie Konzepte zur effiz ienten Versorgung des Stadtteils mit Wärme und Strom entworfen werden. Im Rahmen eines Energiekonzepts können mögliche Maßnahmen aufgezeigt werden, um den Weg hin zu einer umfangreichen Sanierung ganzer Quartiere zu ebnen. Zudem bieten sich in Coerde Anknü pfungspunkte für Klimaschutzmaßnahmen im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung an. Der Stadtteil ist bereits an das bestehende Fernwärmenetz der Stadtwerke Münster ang e- schlossen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf dem Gelände des ehemaligen Heiz kraft- werks ein neues Biomasseheizkraftwerk zu errichten. Es ist außerdem ein großes Potenzial zur Nutzung der Solarenergie vorhanden. Eine systematische Ausschöpfung dieses Dachflä- chenpotenzials könnte ebenfalls Teil des Energiekonzepts sein. 60 4.7 Sauberkeit / Sicherheit Sauberkeit Die Sauberkeit und Sicherheit auf öffentlichen und pri vaten Frei- und Gemeinschaftsflächen hat in Coerde einen großen Einfluss auf das Image des Stadtteil s. Insbesondere in den Mehrfamilienhäusern leben unterschiedliche Ethnien zusammen, die jeweils ein anders Ve r- ständnis von geordneter Müllentsorgung haben . Oftmals wird von der jeweiligen Nachba r- schaft und den Wohnungsgesellschaften beklagt, dass die Müllsammelanlagen, aber auch die Treppenhäuser und Freiflächen durch Müll ver unreinigt sind. Neben dem Hausmüll we r- den teilweise täglich grö ßere Mengen an Sperrmüll zudem „wild“ im öffentlichen Raum en t- sorgt. Grundstück am Kemperweg (Bild er : B. Lichtenstein van Lengerich) Obwohl jeder Haushalt einen aktuellen Entsorgungskalender (in deutscher Sprache ) erhält und die Termine auch online verfügbar sind, werden der Hausmüll und Gegenstände aller Art in größerem Umfang unabhängig von den Abholterminen und den Entsorgungsvorgaben der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) im Straßenraum und auf öffentlichen und privaten 61 Grün- und Freiflächen entsorgt. Dieses Problem ist jedoch nicht „Coerde -spezifisch“, so n- dern tritt in anderen Münsteraner Quartieren ebenfalls auf. Die Flächen in der Zuständigkeit der AWM werden regelmäßig gereinigt. Weitere Kapazit ä- ten stehen derzeit nicht zur Verfügung. Die AWM geben zu bedenken, dass engmaschige Reinigungsfrequenzen zwangsläufig zu einer Erhöhung der Gebühren führen. Die AWM bietet einen „Deponie -Erlebnispfad“, betreut von zwei Abfallpädagoginnen an, um Kinder möglichst früh zum nachhaltig en Denken und Handeln anzuregen. Ü ber diesen Weg können auch die Eltern für den Themenkomplex „Abfall – Energie – Klima“ sensibilisiert wer- den. Durch diese Führungen werden die Schüler/-innen einerseits über das tägliche Abfall- aufkommen aufgeklärt und sollen andererseits zum umweltfreundlichen Umgang mit Abfall motivieren. Auch besteht münsterweit ein abfallpädagogisches Angebot zur Ausbildung von sogenan n- ten „Müll-Scouts“ an Schulen, das von den AWM betreut wird . Für eine Intensivierung dieser pädagogischen Maßnahmen muss der diesbezüglich geschulte Personalbestand jedoch auf- gestockt werden. Sicherheit Wichtige Voraussetzungen, damit sich Menschen im öffentlich en Raum sicher fühlen , sind beispielsweise Einsehbarkeit, Helligkeit und Barrierefreiheit. Besonders Ältere, Menschen mit eingeschränkter Mobilität , aber auch die Schülerschaft beschreiben den Stadtteil in den Abend- und Nachtstunden als unsicher . Es werden Angsträume genannt, die von diese n Bevölkerungsgruppen gemieden werden. Als Ursache wer den alkoholisierte Personen, Gruppen von Jugendlichen und Drogenhandel identifiziert. Besonders der Hamannplatz (nach Geschäftsschluss), die Fußwege durch die Grünanlagen ( in den dunklen Jahresze i- ten), der Waldspielplatz sowie die teilweise schlecht beleuchteten Bushaltestellen zählen zu den Bereichen, die ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufen. Die Bezirkstreife der Polizei ist fast täglich in Coerde unterwegs. Die Kontaktbeamten sind darüber hinaus im Arbeits kreis C oerde vertreten und können somit zeitnah über aktuelle Vorkommnisse im Stadtteil informieren. Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung im Rahmen der Erarbeitung des InSEKs macht deutlich, dass sich die Bürgerschaft – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ethnie – eine deutliche Erhöhung der Präsenz der Polizei und des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) im Stadt- teil wünscht. 4.8 Nahversorgung Im Stadtteil Coerde besteht gegenwärtig eine nahezu flächendeckende, fußläufig erreichbare Nahversorgung. Allerdings ist die quantitative Verkaufsflächenausstattung im Bereich Na h- rungs- und Genussmittel aktuell als deutlich unterdurchschnittlich einzuordnen. Der Versor- gungsgrad von 0,17 Quadratmeter pro Einwohner liegt unter dem Durchschnitt anderer Münsteraner Stadtteile. Bei einer Bürgerumfrage im Jahr 2015 gaben mehr als 37 Prozent der befragten Stadtteilbevölkerung an, dass sie Coerde als unattraktiv empfinden und zudem in den letzten Jahren einen Attraktivitätsverlust festgestellt haben (29 Prozent). Zu dieser Bewertung kommt die Stadtteilbevölkerung auch aufgrund der aktuellen Versorgungssituat i- on mit Gütern des täglichen Bedarfs und des zunehmenden Leerstands von Ladenlokalen am Hamannplatz. 62 Ausschnitt aus dem Plan Einzelhandel 12/2018 in Münster, Zentraler Versorgungsbe reich Coe r- de Cl1, Stand 04/2019 ( Plan : Stadt Münster) Coerdemarkt am Hamannplatz Der Coerdemarkt auf dem Hamannplatz ist das zentral gelegene Nahversorgungszentrum von Coerde. Hier befinden sich u.a. ein Edeka-Markt und eine Filiale des Discounters Aldi. Darüber hinaus gibt es einige Fastfood -Restaurants, zwei Bäckereien mit Café betrieb, eine Eisdiele, eine Sparkassenfiliale, ein Textilgeschäft , eine Apotheke , eine Postfiliale und ein Zeitschriftenhandel mit Lottoannahmestelle. Vereinzelt stehen Ladenlokale seit mehreren Jahren leer. Mit seinen ein- bis zweigeschossigen Flachbauten, einer Fassadenverkleidung aus „Wasch- beton“ und seinen weitläufigen und wenig gestalteten Freiflä chen von ca. 6 .000 qm strahlt der Coerdemarkt, trotz mehrfacher Erneuerungsmaßnahmen, den „Charme der 60er Jahre “ aus. Den in den letzten Jahren deutlich gewachsenen Flächenansprüchen des Einzelhandels wird die bestehende, kleinteilige Struktur in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht. Die „in die Jahre gekommene“ Gebäudesubstanz, zu geringe Flächengrößen und ungünstige Ladenz u- schnitte entsprechen nicht mehr den Anforderungen des Handels an einen zeitgemäßen Marktauftritt. Hinzu kommt, dass mit der Schließung des Schlecker -Marktes im Zuge der Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012/13 auch der einzige Drogeriefachmarkt den Coerdemarkt verlassen hat. Dieses im Stadtteil fehlende Angebot wird von der Bevölkerung als nachteilig in Bezug auf die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs bewertet. Um den weiteren Abzug der Kunden und ihrer Kauf kraft in den benachbarten Stadtteil Ki n- derhaus – mit seinem verbesserten Angebot nach erheblicher Zentrumserweiterung – oder Richtung Innenstadt zu bremsen, benötigt der Coerdemarkt drin gend eine bauliche und g e- stalterische Aufwertung. 63 Ansicht des Coerd emarktes in süd -westlicher Richtung ( Bild : Stadt Münster) Ansicht des Coerdemarktes in süd -östlicher Richtung ( Bild : Stadt Münster) Gerade kleinere Zentren, wie der Coerdemarkt, sind durch den zunehmenden und anhalten- den Strukturwandel des stationären Ei nzelhandels gefährdet. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die stetig wachsende Zunahme des Online -Handels ausgelöst. Wichtig ist eine zukunftsgewandte Nutzungsbestimmung, die neben dem unverzichtbaren Einzelhandel auf eine Vielfalt von weiteren Angeboten setzt. Entscheidend sind ein e ausgeglichene Mi- schung aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen, kulturelle n, öffent- lichen und sozialen Angeboten sowie Wohnnutzung. Eine hohe Aufenthaltsqualität des ö f- fentlichen Raumes, z.B. durch Bäume, Bänke und sonstige Grüngestaltung, Bewegungsa n- gebote und kommerzfreie Aufenthaltsmöglichkeiten sollten dieses anzustrebende, vielfältige 64 Nutzungsspektrum ab runden. Diese Aspekte müssen in einem intensiven Dialog mit der Stadtteilbevölkerung diskutiert und entsprechend umgesetzt werden. Der Bebauungsplan Nr. 557 Hamannplatz Der Bebauungsplan Nr. 557 „Coerde – Stadtteilzentrum am Hamannplatz“ hat Ende des Jah- res 2019 Rechtskraft erlangt. Zielsetzung des Bebauungsplanes ist es, durch die Neustruktu- rierung der Bauflächen, de r Stellflächen und der Wegebeziehungen das Stadtteilzentrum in Coerde zu stärken . Durch ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren der Bürgerschaft, der Akteure vor Ort sowie der Bezirksvertretung – u.a. in Form einer Planungswerkst att im Jahr 2015 – wurden die Anforderungen an ein intaktes Stadtteilzentrum verdeutlicht. Eine Bürger- initiative setzte sich beispielsweise erfolgreich dafür ein, dass die bestehenden, weitläufigen Aufenthaltsflächen erhalten bleiben und nicht als Flächen für den ruhenden Verkehr, wie z.B. Kundenparkplätze, umgestaltet werden. Planungswerkstatt zur Gestaltung des Hamannplatzes (Bild: Stadt Münster) Gruppenarbeit am Runden Tisch im Rahmen der Planungswerkstatt zur Gestaltung des Ham a- nnplatzes im Jahr 20 15 (Bild: Stadt Münster) 65 Durch die Festset zungen des neuen Bebauungsplans werden erhebliche bauliche Erweit e- rungen und die Gestaltung der weitläufigen Aufenthaltsflächen ermöglicht. Für die Erarbe i- tung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzeptes für die Aufwertung der öffentlichen Aufent- haltsfläche wurde von der Verwaltung ein externes Planungsbüro, mit der Vorgabe einer i n- tensiven Beteiligung der Bürgerschaft , beauftragt. Die Projektleitung steht in Verhandlungen mit den Investoren, u.a. mit der We stfälischen Bauindustrie (WBI), einer Tochtergesellschaft der Stadt Münster, um eine zügige Realisierung der angestrebten baulichen Erweiterung und gestalterischen Aufwertung zu erreichen. Im Zuge der geplanten Vorhaben wird sich die quantitative Nahversorgung im Stadtteil Coer- de perspektivisch signifikant verbessern. Nach der Realisierung der Projekte am Hamann- platz und am Kiesekampweg sind weitere Maßnahmen zur Erweiterung der Nahversorgung, die über die Bestandssicherung der dann bestehenden Lebensmittelmärkte h inausgehen, nicht zu empfehlen und nicht vorgesehen. Ausschnitt aus dem rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 557 „Coerde – Stadtteilzentrum am H a- mannplatz“ (Plan : Stadt Münster) Nahversorgungsstandort am Kiesekampweg Das in Kapitel 4.1 genannte städtebauliche Projekt am Kiesekampweg, zur Erweiterung des Wohnraumangebotes in Coerde , beinhaltet auch die Ansiedlung eines Nahv ersorgungsan- gebotes. Durch die Begrenzung der zulässigen Verkaufsflächen auf eine städtebaulich ve r- trägliche Größe wird sichergestellt, d ass durch diese Standortentwicklung keine schädlichen Auswirkungen auf den Bestand und die Entwicklung des Stadtteilzentrums Coerdemarkt / Hamannplatz resultieren. Auf der 1,5 Hektar großen Fläche werden ein Lebensmitteldiscoun- 66 ter mit ca. 1 .000 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie kleinere Dienstleistungseinheiten, wie z.B. ein Bäcker mit angegliedertem Café angesiedelt. Derzeitige Situation am Gewerbegebiet Kiesekampweg mit Eingang zur Kinderarztpraxis (Bild er : Stadt Münster) Austausch mit Studieren de n des Fachbereichs Politikwissenschaften / Sozialpolitik an der Fachhochschule Münster im Rahmen des Seminars „Sozialraumanalyse Coerde“ (Bild: Prof. Dr. S. Kurtenbach) Speicherstadt Westlich der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bahnlinie befind et sich d ie Speicherstadt Coerde. Sie steht für eine erfolgreiche Konversion einer militärischen Großbäckerei. Die si e- bengeschossigen, denkmalgeschützten Speichergebäude wurden für die neuen Nutzer und ihre besonderen Raumansprüche umgebaut. Heute befinden sich in diesem Quartier ein 67 breites Spektrum an Arbeitsplätzen, wie z.B. im Stadt- und Staatsarchiv, im Westfälischen Studieninstitut sowie bei privaten Firmen. Auf den großzügigen Außenan lagen haben sich der städtische Bauhof und das Lager des Technischen Hilfswerks angesiedelt. Räumlichkeiten der Speicherstadt werden auch durch die „Stadtteilwerkstatt Nord“ genutzt, einem niedrigschwelligen Angebot zur Berufsorientierung für junge Menschen, die bisher keinen Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden haben. Speicherstadt westlich der Bahnlinie (Bild : Stadt Münster) Für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen stehen im Stadtteil derzeit keine weiteren Flä- chenreserven zur Verfügung. Gewerbegebiete „Schifffahrter Damm“ Ein Lagevorteil in Bezug auf Versorgungs möglichkeiten des aperiodischen Bedarfs und auf das Arbeitsplatzangebot stellt für die Bewohnerschaft die räumliche Nähe zu den großflächi- gen Gewerbegebieten am Schifffahrter Damm / Kleimannbrücke (außerhalb des Unters u- chungsgebietes) dar, welche unmittelbar an die Stad tteilgrenze von Coerde, östlich an den DEK anschließt. Diese insgesamt ca. 67 Hektar großen Gewerbegebiete sind im Verlauf der Königsberger Straße über eine Brücke über den DEK unmittelbar erschlossen. Hier befindet sich groß- und kleinflächiger Einzelhandel, wie z.B. ein Baumarkt / Baustoffhandel, Ladenlo- kale für Möbel- und Heimtextilien und ein Fahrradhandel sowie Angebote von Dienstleistern unterschiedlichster Branchen. 68 Auszug aus dem Einzelhandels -/Zentrenkonzept 2018 (Bild: Stadt Münster) . 69 4.9 Miteinander / Integration Dem im Vergleich zur Gesamtstadt Münster sehr hohen Anteil an Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund entsprechend, ha ben einige Angebote der Bildungseinrichtungen, Vereine, Kirchengemeinden und Sozialverb ände im Stadtteil Co erde einen i ntegrativen An- satz. Darüber hinaus werden gezielte Unterstützungsangebote oder Maßnahmen für b e- stimmte Zielgruppen vorgehalten. Laut der Befragung der Schlüsselpersonen lassen sich die im Stadtteil stark vertretene n Ethnien nur schwer integrier en. Dadurch sind Parallelgesel l- schaften entstanden. Die Mitarbeiter/ -innen, der im Stadtteil angesiedelten Kitas , berichten, dass ein Großteil der Kinder mit Migrationshintergrund beim Eingang in die Kitas keinerlei Kenntnisse der deutschen Sprache hat. Von Seiten des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Münster werden Fortbil- dungen und Fachtagungen für Fachkräfte von Bildungseinrichtungen zum Thema interkult u- relle Öffnung, Rassismus -Kritik, sprachsensibler Umgang sowie zur antidiskriminierenden Bildungsarbeit angeboten. Ziel ist es, die Fachkräfte und somit auch die Kinder zu ermutigen, Vielfalt als spannende Normalität zu betrachten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wah r- zunehmen sowie einen durch Ausgrenzung und Diskriminierung geprägten Umgang abz u- bauen. Die Familienbildungsstätte „Haus der Familie “ qualifiziert Kulturmittler/-innen, die seit 2012 in Kitas und Schulen eine Mittlerfunktion in den Einrichtungen zwischen Eltern fremder He r- kunft und den pädagogischen Fachkräften übernehmen. Diese dolmetschen nicht nur, so n- dern übersetzten auch das „Gemeinte“ und wi rken mittelnd zwischen den Kulturen. Auch bei der Auftaktveranstaltung zum InSEK Coerde wurde diese Unterstützung in Anspruch g e- nommen. Wöchentlich finden familiensprachliche Spielgruppen für M ütter mit Migrationshintergrund und ihren Kita -Kindern in Kooperation mit der Bildungseinrichtung Anna-Krückmann-Haus statt. In Kooperation mit dem Verein Amaro Kher Schulprojekt – Rom e.V. ist in Coerde eine weitere „Griffbereit Gruppe“ geplant. Hierbei handelt es sich um eine Eltern -Kind-Gruppe, insbesondere für Roma, aber auch für alle anderen Eltern mit oder ohne Migrationshinte r- grund, in der die Mehrsprachigkeit gefördert werden soll. Ziel ist es, p ositive Lernerfahrungen und Sicherheit im Umgang mit Sprache und Lernkultur zu schaffen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie . Die Angebote reichen von sportlicher Betätigung über kreatives Arbeiten bis zu Tanz - und Mu- sikgruppen. Das Programm Rucksack KiTa, aufbauend a uf den „Griffbereit Gruppen“, ist ein Sprach - und Bildungsprogramm für Eltern, Kitas und Schulen. Die Förderung des Erlernens der deut- schen Sprache wird im Rahmen dieses in zwei Coerderaner Kitas gestarteten Programms so früh wie möglich in die Bildungsarb eit integriert. Für sehr junge Kinder wird eine Kinderb e- treuung angeboten. Das Projekt „ Coerde-Pur“ ist ein Zusammenschluss von Menschen, die im Stadtteil mehr Gemeinsamkeiten und Austausch untereinander schaffen und fördern möchten. Hauptsäc h- lich über das soziale Netzwerk Facebook organisieren die Akteure den Austausch im Stad t- teil durch gemeinsame Veranstaltungen und verschiedene Angeb ote. Ziel ist es , Verbindun- gen zwischen unterschiedlichen Altersgruppen und Ethnien zu schaffen. Der Verein hat i n- zwischen über 1.100 Mitglieder. Auch der Verein Iriba-Brunnen e. V . bietet Tanz - und Musikprojekte sowie Nähkurse für verschiedene Nationalitäten im Rahmen seiner „KOMM-AN-Förderung“ an. 70 Im Arbeitskreis Coerde kommen u.a. Vertreter /-innen der Sozialverbände, de r öffentlichen Träger, der Bildungseinrichtungen und Gemeinden, der Vereine, der Verwaltung sowie der Polizei zusammen, um aktuelle Themen und Handlungsbedarfe im Stadtteil zu diskutieren. Besonders im Fokus steht hier die Vernetzung der Akteure , um die bereits vorhandenen An- gebotsstrukturen im Sinne der benachteiligten Stadtteilbevölkerung zu optimieren. Seit Oktober 2007 besteht die Arbeitsgruppe „ Starkes Coerde“ aus Vertretern/ -innen der Handlungsfelder Kultur, Wirtschaft, Sport, Handel und Verwaltung, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Image des Stadtteils zu verbes sern. Als Gegenpol zu den wiederholt negativen Me- dienberichten über Coerde als sozialen Brennpunkt soll durch die Aktivitäten der Arbeit s- gruppe das Miteinander gefördert werden, wie z.B. durch das Bürger-Kulturfest, die Begr ü- nung des Hohen Heckenweges und das Maibaumfest. Diese Projekte sollen eine positive Außenwirkung haben und das Miteinander unter den im Stadtteil lebenden Nationalitäten und unterschiedlichen Altersgruppen stärken. Um die Belange der älteren Menschen im Stadtteil besser vertreten zu können, wurde der Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“ gegründet. Innerhalb dieses Arbeitskreises bestehen Arbeitsgruppen, die sich z.B. den Themen „Saubere Wege und Plätze“, „Begegnung von Al t und Jung“ und „Kultur“ auf Stadtteilebene widmen. Ebenso hat im Rahmen des InSEK -Prozesses eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe zur Integration von Menschen mit Be hinderungen (KIB) stattgefunden, um gemeinsam die Defizite hinsichtlich der barrierefr eien Gestaltung des öffentlichen Raums zu identifizi e- ren. Zudem ist das Beratungsangebot für Menschen im Alter sehr vielfältig. Die unterschiedlichen Beratungs- und Unterstützungsangebote umfassen neben der klassischen Sozialberatung auch Unterstützung be i Fragen rund um das Leistungsspektrum der Sozialhilfe (SGB XII), Hilfen im Alltag, Besuchsdienste oder Einzelf all-Beratung. Im Rahmen der Nachbarschaft s- hilfe „Von Mensch zu Mensch“ werden hilfsbedürftige Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt. Ortstermin mit der Kommunalen Arbeitsgruppe zur Integration von Menschen mit Behinderungen (KIB) und Vertreter/ -innen des Interfraktionellen Arbeitskreises in Coerde sowie einer Mitarbe i- terin und eines Mitarbeiters des Stadtplanungsamtes (Bild: Stadt Münster) 71 4.10 Fazit Infrastruktur Wohnen / Städtebau Der Wohnungsbau im Stadtteil ist gekennzeichnet von einer Durchmischung verschiedener Wohnformen. Es gibt keine großflächigen, einheitlichen Quartiere mit vergleichbaren Wo h- nungsbautypen. Die privaten Auß enflächen machen in einigen Quartieren einen ungepfle g- ten, durch die unterschiedlichsten Arten von Müll verunstalteten Eindruck. Im Nord -Westen des Untersuchungsgebietes und in den Hochhäusern muss die Belegungspolitik der Vermi e- ter bzw. der Wohnungsgesell schaften überdacht und verändert werden, damit die Bildung von Parallelgesellschaften nicht die Integrationsbemühungen der Sozialverwaltung der Stadt Münster und der freien Träger erschwert. Für die meist kinderreichen Familien mit Migrationshintergrund f ehlen im Stadtteil große Wohnungen mit mehreren Kinderzimmern – eine Voraussetzung für ungestörtes Lernen und den Ausstieg aus der Armutsspirale. Mobilität Der Stadtteil Coerde ist vom Münsteraner Stadtzentrum mit allen Verkehrsmitteln gut zu e r- reichen. Er ist durch den ÖPNV über den Hohen Heckenweg gut angebunden, mit dem Fahr- rad kann in ca. 25 Minuten die Innenstadt Münsters erreicht werden. Die Bahntrasse stellt eine Barriere am westlichen Rand des Stadtteils dar. Die Königsberger Straße ist durch den Kraftfahrzeugverkehr stark be lastet. Besonders negativ wirken sich der Schwerlastverkehr der Abfallwirtschaft zur Zentraldeponie und der Zulieferverkehr zu den Gewerbegebieten am „Schifffahrter Damm“ aus. Gefahrenpunkte ergeben sich durch die unmittelbar a n den Str a- ßenraum angrenzenden Nutzungen durch Schulen und Kindertagesstätten. Die Möglichkeit einer alternativen Verkehrsführung zu den stark belasteten Straßenzügen ist nicht gegeben. Bildung / Betreuung / Erziehung Die Analyseergebnisse (vgl. Kap. 4.3) und der Bildungsindex (vgl. Kap. 3.5) stützen die bis- her vor Ort wahrgenommenen Problemla gen und untermauern die Notwendigkeit, die Zie l- gruppe der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil mit ihren besonderen Herausforderungen kontinuierlich durch individuellen und strukturellen Maßnahmen zu fördern. Damit sind nicht nur die Möglichkeiten im Rahmen der Kinder- / Jugendhilfe, Kitas und Schulen gefragt, son- dern auch der Aufbau weitreichender Handlungsfelder mit stabilen, niedrigschwelligen Ange- bots- und Kooperationsstrukturen. Nur so kann es gelingen, die Startbedingungen der Kinder im Stadtteil Coerde mit einer besseren Ausgangslage für ihre Schullaufbahn zu optimieren. Freizeit / Kultur / Sport / Sowohl die Stadt Münster, die sozialen Träger, Kirchengemeinden als auch die Vereine bie- ten für alle Alters gruppen Möglichkeiten sich z u bilden, Sport zu treiben und Freizeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Dennoch hat die Befragung der Bürgerschaft ergeben, dass das Angebot für bestimmte Zielgruppen erweitert werden sollte. Besonders finanziell benach- teiligte Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Sprachbarriere finden kaum Zugang zu den bestehenden Angeboten. Hierzu gehören Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund und Jugendliche allgemein. Die Beantragung von fin anziellen Zuschüssen zur Nutzung der kostenpflichtigen Angebote – z.B. über d as Bildungs - und Teilhabegesetz – stellt oftmals aufgrund der formalen Anforderungen eine Überforderung dar. Der Sportverein Teutonia, ein 72 wichtiger Partner in der Bewältigung von Integrationsaufgaben, bedarf dringend personeller Unterstützung. Gesundheit Medizinische Untersuchungsergebnisse von Coerderaner Kindern machen die gesundheitl i- che Chancenungleichheit im Stadtteil deutlich. Zwar gibt es eine gute hausärztliche Verso r- gung und unterschiedliche Beratungs - und Unterstützungsstrukturen. Vor allem hinsichtlich der gesunden Entwicklung von Kindern, fehlt allerdings ein stark vernetztes, umfassendes und niederschwelliges Beratungs- und Hilfsangebot. Ziel sollte es sein, die Entstehung eines solchen Netzwerks zu unterstützen, um eine frühe und gute Gesundheitsförderung für alle Altersgruppen im Stadtteil zu gewährleisten. Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung Im Untersuchungsgebiet sind viele, private wie auch öffentliche Grün - und Freiflächen vo r- handen, die zum Verweilen einladen. Auch die Nähe zu Erholungsgebieten oder dem DEK machen den Stadtteil hinsic htlich seiner Naturqualität attraktiv. Innerhalb der Quartiere b e- stehen zahlreiche vom Verkeh r abgewandte Fuß - und Radwegverbindungen. Insbesondere die privaten Grünflächen sind weitge hend wenig attraktiv gestaltet. Auch für die öffentlichen Spielplätze und Grünflächen besteht Aufwertungspotenzial. Unter dem Motto „ Coerde – ein Stadtteil in Bewegu ng“ gilt es bei der Neugestaltung der Grün - und Freiflächen die Bürge r- schaft aktiv in die Planungsüberlegungen mit einzubeziehen und ein besonderes Augenmerk auf Bewegungsangebote für alle Altersgruppen zu richten. Sauberkeit / Sicherheit Nicht nur die fehlende Grüngestaltung und das unattraktive Mobiliar im Stadtteil wirken sich negativ auf die Aufenthaltsqualität und das Image d es Stadtteils aus, sondern auch Themen wie Sauberkeit und Siche rheit. In Coerde besteht ein großes Problem hinsichtlich der Müllentsorgung an den privaten Müllsammelplätzen , aber auch im öffentlichen Raum. Meh r- mals die Woche sind große (Sperr-)Müllansammlungen entlang der Hauptstraßen, aber auch in den Wohnquartieren zu finden. Zudem herrscht im Stadtteil ein großes Unsicherheitsg e- fühl beim Aufenthalt im öffentlichen Raum – vor allem in der Dunkelheit. Räume wie der H a- mannplatz oder der Waldspielplatz werden, wenn möglich, in den frühen Abendstunden von einigen Bevölkerungsgruppen aus Angst gemieden. Der übermäßige Konsum von Alkoh ol und Drogen im öffentlichen Raum ist kein seltenes Bild. Nahversorgung Das Nahversorgungsangebot in Coerde bündelt sich zur Zeit auf dem zentral gelegenen Hamannplatz und besteht aus zwei Nahversorgern und kleineren Versorgungseinrichtungen. Die ein- bis zwei geschossigen Gebäude mit Waschbetonverblen dung stammen aus den 60ger Jahren und wirken unattraktiv. Darüber hinaus gibt es vereinzelt leerstehende Lade n- lokale. Die weitläufigen Außenflächen werden zwar bei entsprechenden Wetterlagen genutzt, weisen jedoch eine geringe Attraktivität auf und bieten somit ein großes Gestaltungspotenzi- al. Durch die geplanten baulichen Erweiterungen am Hamannplatz und am Kiesekampweg (vgl. Kap. 4.8) verbessert sich die Versorgungsstruktur im Stadtteil erheblich. 73 Miteinander / Integration In Coerde leben über 100 verschiedenen Nationalitäten teilweise auf engem Raum zusa m- men. Diese in den Stadtteil zu integrieren und ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen , stellt eine große Herausforderung dar. Sprach- und Kulturbarrieren untereinander treten häu- fig auf . Beim Eintritt in die Kita sprechen bzw. verstehen Kinder mit Migrationshintergrund vielfach nur schlecht Deutsch. Die Arbeit aller Träger in Coerde ist insofern integrativ ausge- richtet. Ergänzend zu den genannten Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen im Stadtteil bestehen unterschiedliche thematische Arbeitskreise und -gruppen, die aktiv das Stadtteill e- ben und das Miteinander im Stadtteil unterstützen. 74 5 Multifunktionales Stadtteilhaus am Hamannplatz Im Februar 2019 wurde die Verwaltung von den parlamentarischen Gremien mit der Prüfung beauftragt, im derzeit in der Entwicklung befindlichen Wohnbauprojekt Kiesekampweg ein Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche unterzubringen. Ziel ist die ganzheitliche Versorgung von Familien durch ein ressortübergreifendes, vernetztes Kinder- und Jugend- gesundheitsangebot. Hilfe bei Problem en in den unterschiedlichsten Alltags situationen – aber auch in speziellen Einzelfallproblemlagen – sollen so ermöglicht werden. Auf kommunaler Ebene sind vor allem das Gesundheitswesen und die Kinder - und Jugend- hilfe gefordert, ein gesundes Aufwachsen, die Förderung und den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Im Mittel punkt aller Bemühungen stehen dabei die Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen sowie der Abbau von Bildungsbenachteiligungen und die Stärkung der sozialen Teilhabe. Die bereits vorhandene, familienunterstützende Angebotslandschaft der verschiedenen Tr ä- ger – vorgehalten an unterschiedlichen Adressen im Stadtteil bzw. in unterschiedlichen Inst i- tutionen – erschließt sich leider häufig nicht den Stadtteilbewohner/ -innen und erfordert auf Seiten der Akteure entsprechend starke Vernetzungsbemühungen. Hierfür bedarf es entsprechender Rahmenbedingungen, damit die Akteure und die Angebote in der Praxis nicht „unverknüpft“ nebeneinander bestehen. In den letzten Jahren erhielt die Vernetzung und d ie Zusammenarbeit der Systeme zune h- mend mehr Bedeutung – im Sinne einer ganzheitliche n Betrachtung der Bedarfe von Fam i- lien und frühestmöglicher Unterstützungsangebote von Jugend- und Gesundheitshilfe. Alternativ zum Standort a m Kieskampweg hat die Verwaltung deshalb als Ergebnis des i n- tensiven Dialogs im Rahmen der Erstellung des InSEKs m it den beteiligten Fachämtern, den Sozialen Trägern und dem Interfraktionellen Arbeitskreis vorgeschlagen, dieses Gesund - heitszentrum als Baustein in einem multifunktionalen Stadtteilhaus an zentraler Stelle im Stadtteil am Hamannplatz unterzubringen. Ein entsprechender Ratsbeschluss konnte im Dezember 2019 gefasst werden (V/ 0957/2019, V/1006/2019). Das somit geplante, breitgefächerte Angebot, angegliedert an weitere soziale Handlungsfelder und an die Stadtteilbücherei mit ihrer „Ankerfunktion“ im Stadtteil, wird auch von den beteiligten Akteuren im Stadtteil positiv bewertet. Die städtische Baugesellschaft WBI konnte in jüngster Vergangenheit, die ca. 1 .000 Quad- ratmeter große Erdgeschosszone der Gebäude Hamannplatz Nr. 36 bis 40 erwerben. Der Ankauf weiterer Gebäudeanteile, z.B. in dem Obergeschoss, ist vorgesehen. Dieser Ankauf und die geplante Erweiterungsmöglichkeit auf der Grundlage des rechtskräftigen Beba u- ungsplans Hamannplatz Nr. 557 eröffnet die Möglichkeit, das multifunktionale Stadtteilhaus mit weiteren, über die Jugend- und Gesundheitshilfe hinausgehenden, vielfältigen, im Stad t- teil nachgefragten Nutzungen zu errichten. Da sich die Bestandsimmobilie in einem desol a- ten Zustand befindet, ist ein Abriss und Neubau vorgesehen. Aus Sicht der WBI ist die Voraussetzung für den Baubeginn die Fertigstellung der Umgestal- tung des Coerdemarktes, um die Beeinträchtigungen durch die umfassenden Baumaßna h- men (Neubau EDEKA, ALDI, Stadtteilhaus) für die Stadtteilbewohner zu minimieren. 75 Ausschnitt aus dem Bebau ungsplan Nr. 557 Hamannplatz (Plan : Stadt Münster) Die Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses am Hamannplatz hat die Rolle eines „Leuchtturmprojektes“ mit einer Vielzahl, synerge tisch verknüpfter, niederschwel liger Ang e- bote. Dieses geplan te Nutzungsspektrum baut auf d en Erkenntnissen aus dem breitgef ä- cherten Beteiligungsverfahren des InSEK-Prozesses auf. Unattraktive Lage der Bezirksverwaltung Nord – Bürgerbüro Coerde (Bild: Stadt Münster) Die zu erwartenden Synergieeffekte beziehen sich nicht nur auf eine bessere Flächen - und Raumausnutzung innerhalb des Stadtteilhauses, sondern insbesondere auf eine größere Bandbreite professioneller Handlungsspielräume mit Stadtteilorientierung und Adressate n- nähe. Das Nutzungskonzept ist auf die spezifis chen Lebenslagen und Probleme der Bewoh- nerschaft im Stadtteil Coerde zugeschnitten und soll als offene, barrierefreie Anlaufstelle wahrgenommen und dementsprechend auch in Anspruch genommen werden. Diese Chance gilt es nun im Stadtteil Coerde zu nutzen. 76 6 Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse) Aufbauend auf den E rgebnissen der vorangestellten Analysen sowie der ergänzenden Au s- sagen aus der Bürgerbeteiligung und der Beteiligung der Akteure vor Ort , werden nachfol- gend die wesentlichen Stärken (Strengths), Sc hwächen (Weakness), Chancen (Opportun i- ties) und Risiken (Threads / Trends) für einzelne Themenfelder für das Untersuchungsgebiet Coerde zusammengefasst. Aus den Erkenntnissen der SWOT-Analyse leiten sich die in Ka- pitel 7 dargestellten Zielsetzungen ab sowie die dazugehörigen Maßnahmen, die in Kapitel 8 beschrieben werden. Im weiteren Verlauf des Berichts werden die ehemals neun Themenfelder (vgl. Kap 4) auf- grund ihrer inhaltlichen Zusammengehörigkeit auf sieben komprimiert. Wohnen / Wohnumfeld Stärken Schwächen Gartenstadtcharakter Nähe zur Innenstadt / zu Erholungsge- bieten Fußläufig erreichbare Infrastruktur im Stadtteil Wohnumfeld mit hohem Grünanteil Ruhiges Wohnen in Ein- und Mehrfamili- enhausgebieten Nachbarschaftskontakte sorgen für Si- cherheit Großzügige private Grundstücksstruktu- ren Vielfältiges Wohnraumangebot Erscheinungsbild einzelner Hochhäuser Vandalismus / Vermüllung der privaten Grünflächen und Wohngebäude Tlw. ungepflegtes Wohnumfeld Wohnstandort mit schlechtem Image Tlw. Segregierende Belegungspolitik der (privaten) Wohnungsunternehmen Einseitige Bevölkerungsstruktur in ein- zelnen Quartieren Hohe Wohnungsnachfrage Auslaufen der Bindungen im sozialen Wohnungsbau Geringer Anteil an Wohnungen für kin- derreiche Familien, genossenschaftli- chem Wohnen, Mehrgenerationenhäu- sern, betreuungsbedürftige Senioren und sozial gefördertem Wohnungsbau Modernisierung / Sanierungsbedarf von Wohngebäuden Tlw. fehlende Investitionsbereitschaft Fehlende barrierefreie Zugänge zum Haus / zur Wohnung Mangel an Hausmeisterbetreuung 77 Chancen Risiken Gestaltungspotenzial großzügiger priva- ter Grundstücke Erweiterungspotenzial am Kiese- kampweg Verbesserung der Mietersituation durch geeignete Maßnahmen und Mieter- schutzberatung Möglichkeit der energetischen Sanierung Zukünftig keine weiteren Wohnbaugebie- te möglich Weitere ethnische / soziale Segregierung einzelner Quartiere Mangelnde Kooperations- / Investitions- bereitschaft von einzelnen privaten Woh- nungsunternehmen Mobilität Stärken Schwächen Hierarchisches Verkehrserschließungs- konzept mit ruhigen Wohnquartieren Gute Anbindung an Innenstadt und Erho- lungsgebiete Begrüntes Fuß- und Radwegenetz inner- halb des Stadtteils Fußgängerzone am Hamannplatz als au- tofreie Mitte Hohe Verkehrsbelastung durch Durch- gangs- und Lieferverkehr Keine alternative Verkehrsführung zur Königsberger Straße Barrierewirkung der Bahnlinie mit langen Rückstaus Tlw. fehlende Querungsmöglichkeiten Geschwindigkeitsüberschreitungen in- nerhalb des Stadtteils Unzureichendes ÖPNV-Angebot nach Kinderhaus / Sprakel Unpünktlichkeit und Überfüllung der Bus- se unzureichendes Nachtbusangebot Radwegeachsen fehlen (Nord-Süd / West-Ost) Radverkehr auf Hamannplatz trotz Ver- bot Häufig zu schmale Rad- / Fußwege ent- lang der Hauptverkehrsstraßen Fehlende Barrierefreiheit der Fußwege und Zugänge zu Plätzen Chancen Risiken Geplante barrierefreie Gestaltung der Haltestellen Optimierung der Radwegesituation durch Velorouten / Radroutenkonzept Erhöhung der Verkehrssicherheit auf dem Hamannplatz durch Neukonzeption Zunahme des Individualverkehrs durch Bevölkerungswachstum Steigender Zulieferverkehr Längere Wartezeiten am Bahnübergang durch Taktverdichtung des Schienenver- kehrs 78 Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit Stärken Schwächen Acht Kitas; fünf Familienzentren Zwei Grundschulen mit offenen Ganztag Realschulabschluss an der Hauptschule möglich Integrationsangebote in Kitas Weitreichendes Angebot an integrativen Förderprogrammen Angebote durch Sprach- und Kulturmittle- rinnen in den Bildungseinrichtungen Stadtteilbücherei als Anlaufpunkt im Zentrum mit Bildungs- und Freizeitange- boten für alle Altersgruppen Angebote der Erwachsenenbildung und für Menschen im Ruhestand Kooperation von Anbietern wie dem BGZ und dem Anna-Krückmann-Haus Streetworker (aufsuchende Sozialarbeit) Farids Qualifighting mit „pädagogischem“ Konzept Bewegungs- und Sportangebote im Stadtteil Vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- und Informationsangebote Gute allgemeinmedizinische Versorgung Logopädische und physiotherapeutische Praxen Bestehende ineinandergreifende Ange- bote der Jugend- und Gesundheitshilfe Fehlende weitere Kitaplätze Keine zusätzlichen weiterführenden Schulen (Gymnasium, Gesamtschule, Realschule) Schlechtes Image als Schulstandort Sprach- und Kulturbarrieren beim Zu- gang zu Bildungsangeboten Armut als Hürde zum Bildungs- und Kul- turzugang Bürokratische Hürde bei der Beantra- gung von „Bildungs- und Teilhabemitteln“ Fehlende Unterstützung durch Familien (Sprachbarriere, Familiengröße, finanzi- elle Ressourcen, ethnische Strukturen) Fehlende Rückzugsorte zum ruhigen Le- sen und Lernen Zu wenig Bildungsangebote für Erwach- sene / Migranten Konkurrenzdenken zwischen den Anbie- tern Fehlende mehrsprachige Informations- materialien Fehlende Sport- und Bewegungsangebo- te für Mädchen / Frauen / Menschen mit Migrationshintergrund Organisationsstruktur Sportverein (SV Teutonia) Trainer- / Betreuermangel Kein Schwimmbad Fehlende Angebote zum Thema „Gesun- de Ernährung“ Keine ergotherapeutische Praxis Chancen Risiken Ausbau von Kitaplätzen durch Neubau / Erweiterung Bündelung von Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitsangeboten im multifunk- tionalen Stadtteilhaus Erweiterung der Schulgebäude Erweiterung des Bildungsangebotes der Zu wenige Kitaplätze durch Bevölke- rungswachstum Geringe Bildungschancen durch familiä- ren und kulturellen Hintergrund Weitere Abwanderung an Schulen in an- dere Stadtteile (negatives Image von Co- erde) 79 Stadtteilbücherei im geplanten Stadtteil- haus Ausbaumöglichkeiten / Optimierung des pädagogischen Programms in verschie- denen Themenbereichen Kooperation mit Bildungsträgern (u.a. Westfälische Schule für Musik) Zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten und Vernetzungen zwischen den Akteu- ren Zusätzliche Schulung als Müllscout an Schulen / Kitas durch AWM Erweiterung der Aufklärungsarbeit bzgl. der Müllentsorgung Steigerung der Übersicht der Sport- und Bewegungsangebote durch virtuelle Kar- te Personalressourcen für einen Sport- und Bewegungskoordinator Steigende Zahl der Schulverweigerer Bezahlbarkeit der Angebote durch wach- sende Armut sinkt Unterbindung von Emanzipationsbewe- gungen in Bezug auf Sport / Bewegung / Freizeit Sprach- / Kulturbarriere Bewegungsmangel durch neue Medien Geringe Nutzung von Informationsme- dien Konkurrenzdenken von Anbietern Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung Stärken Schwächen Nähe zu Naherholungsgebieten viele Grün- und Freiflächen Vernetzung der Grünstrukturen über ru- hige, begrünte Wegebeziehungen mit tlw. wertvollem Baumbestand Regelmäßige Straßenreinigung Hohe Qualität des Waldspielplatzes Spielplatzgestaltung an der Meerwiese mit Kinderbeteiligung Wasserspiel am Hamannplatz Bürgeraktion „Sauberes Münster“ Bürgerschaftliche Pflanzaktionen am Ho- hen Heckenweg im Rahmen von „Clean up Coerde“ Gute Durchlüftungssituation durch Frischluftschneisen Kleingartenanlage Privates Waldgebiet „Großer Busch“ Polizeipräsenz erhöht die Aufenthalts- qualität des öffentlichen Raumes Teilweise Anbindung ans Fernwärmenetz Tlw. Schlechter Pflege- und Sauberkeits- zustand der privaten und öffentlichen Grünflächen Wenig abwechslungsreiche Platzgesta l- tung am Hamannplatz Geringe Anzahl (überdachter) Aufent- haltsflächen im Freien Fehlende Sitzmöglichkeiten im Stadtteil Quantitativ und qualitativ ausbaufähige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum (z.B. für Senioren, ältere Kinder, etc.) Schlechte Beleuchtung des öffentlichen Raumes Wenig innovative Gestaltung der Spiel- plätze Spielplätze als Drogenumschlagspunkte Verunreinigungen der Plätze und Grün- flächen durch Hundekot Drogenhandel / -konsum im öffentlichen Raum Angsträume / Unsicherheitsgefühl im Dunkeln (Vandalismus / hohes Gewaltpo- 80 tenzial) Hoher Anteil an hitzeempfindlicher Be- völkerung Energetisch schlechter Zustand einiger Gebäudebestände aus den 60er und 70er Jahren Gegenüber Starkregen gefährdete Infra- struktureinrichtungen Kein stadtteilbezogenes Klimaschutz- oder Energiekonzept Kein stadtteilbezogenes Handlungskon- zept zur Anpassung an den Klimawandel Chancen Risiken Hohe Siedlungsdichte mit vielen unver- siegelten Außenflächen Potenziale zur Erhöhung der Aufent- haltsqualitäten im öffentlichen Raum, auf den Grün- und Freiflächen Partizipative Platz- und Freiraumgestal- tung am Hamannplatz Weitere potenzielle Baumstandorte Umnutzung des Geländes des ehemali- gen Heizkraftwerkes zur lokalen Energie- versorgung Großes Ausbaupotential zur Nutzung von Solarenergien / Dachbegrünung Weitere Budgetkürzungen für die Pflege der öffentlichen Grünflächen Mangelnde Pflegebereitschaft (öffentlich / privat) Weiter sinkende Aufenthaltsqualität durch mangelnde Instandhaltung und Pflege der öffentlichen Räume Ausdehnung der Angsträume Vermehrte Müllansammlung Fehlende Bereitschaft bei der Maßnah- menumsetzung zur Klimaanpassung Nahversorgung Stärken Schwächen Zwei Nahversorger im Stadtteil Fußläufige Erreichbarkeit von Versor- gungseinrichtungen Hamannplatz als belebtes, autofreies Zentrum mit Stellplätzen in den Randbe- reichen Preiswerte Gastronomieangebote Derzeit beschränktes Sortiment zur De- ckung des täglichen Bedarfs Unpassende Zuschnitte der Ladenlokale Sanierungsbedürftige Gebäude Kein Drogeriemarkt Leerstand von Ladenlokalen Einseitiges Gastronomieangebot Chancen Risiken Erweiterung des Angebotes durch Edeka und Aldi / Ansiedlung eines Drogerie- marktes Anreiz zur Ansiedlung neuer Ladenlokale Verdrängung bestehender Versorgungs- angebote Zunahme des Anlieferverkehrs Weitergehender Strukturwandel durch 81 durch Attraktivitätssteigerung des Ha- mannplatzes Neubau eines zusätzlichen Discounters am Kiesekampweg Zunahme des Online-Handels Miteinander / Integration Stärken Schwächen Vielfältige Bevölkerungsstruktur Breite Kultur- und Freizeitangebote für al- le Altersgruppen durch Vereine / Kirchen / öffentliche Träger etc. Bestehende Netzwerke, Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften Ehrenamtliches Engagement Vernetzung zwischen Politik und Trägern vor Ort Vielfältiges Angebot in sozialen Einrich- tungen von verschiedenen Trägern Aktive Integrationsarbeit im Stadtteil Unterstützung durch Sprach- und Kul- turmittler/-innen Begegnungsmöglichkeiten für Bevölke- rungsgruppen unterschiedlicher Herkunft Hoher Anteil von SGB II - Empfängern Hoher Anteil an Kinderarmut Soziale Segregation einzelner Bevölke- rungsgruppen Optimierungsbedarf des Austausches und der Zusammenarbeit der Akteure Wiederkehrender Personalmangel durch zeitlich begrenzte Projektfinanzierungen Unzureichende Angebote für ältere Ju- gendliche im Stadtteil Beratungsangebote tlw. nicht ausrei- chend Fehlender Respekt gegenüber anderen Ethnien / Kulturen Fehlende Information über bestehende Angebote Fehlender barrierefreier Zugang zu Ein- richtungen Fehlen von anlassfreien Treffpunkten und Räumen für private Feierlichkeiten Fehlender interkultureller Austausch (Sprach- / Kulturbarriere) Probleme bei der Integration von älteren Jugendlichen mit Migrationshintergrund Fehlender Zugang zu ethnischen Grup- pen Fehlende kultursensible Pflege (alte Menschen mit Migrationshintergrund) Chancen Risiken Wachsendes bürgerschaftliches Enga- gement Erweiterung und Optimierung der beste- henden Angebote durch das multifunkti- onale Stadtteilhaus am Hamannplatz Mögliche Personalaufstockung bei Anbie- Zunehmende Armut Rückgang der Angebote durch mangeln- de Nachfrage, Informationsmangel, kultu- rellen und finanzielle Begrenzungen Vereinsamung durch Rückzug von Per- sonengruppen (insbesondere alte Men- 82 tern Nutzung neuer Medien zur Sicherung des Informationsflusses schen) Segregation der Ethnien Zunahme von Fremdenfeindlichkeit Fazit SWOT-Analyse Die SWOT-Analyse stellt eine Übersicht der herausgearbeiteten Stärken und Schwächen in den einzelnen Handlungsfeldern, die gemeinsam mit der Bürgerschaft, den Akteuren vor Ort und den Fachämtern erarbeitet worden sind, dar. Im Erarbeitungsprozess wurden alle einge- gangenen Anregungen berücksichtigt. Die eingehende Prüfung durch die jeweils zuständi- gen Fachämter ergab jedoch, dass einzelne Anregungen au f Grund b eispielsweise planeri- scher, baulicher oder finanzieller Restriktionen im Rahmen di eses InSEKs nicht umsetzbar sind. Diese Anregungen werden im weiteren Verfahren deshalb nicht mehr berücksichtigt. Die SWOT-Analyse macht deutlich, dass die Probleme im Stadtteil Coerde in erster Linie im sozialen Bereich liegen, d. h. im Handlungsfeld „Soziales - Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit“ sowie im Handlungsfeld „Miteinander / Integration“. Grundlegender Handlung s- bedarf besteht aber auch im Handlungsfeld „Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Kl i- maschutz und Klimaanpassung“. Die Entwicklung vo n Neubauflächen beschränkt sich im Stadtteil auf das Bauvorhaben am Kiesekampweg. Somit liegt der Fokus im Handlungsfeld „Wohnen“ zum einen auf der Steige- rung der allgemeinen Wohnzufriedenheit und dem nachbarschaftlichen Zusammenleben (Veränderung der Belegungspolitik in den Geschosswohnungsbauten), zum anderen auf der (energetischen) Sanierung der Bestandgebäude. Derzeit besteht eine große Unzufriedenheit hinsichtlich der Nahversorgungssituation im Stadtteil (Handlungsfeld „Nahversorgung“), welche sich im Zuge der bevorstehenden Ange- botserweiterungen am Hamannplatz und am Kiesekampweg auf der Grundlage der o. g. B e- bauungspläne (vgl. Kap. 4.8) positiv verändern wird. Einzelne Aspekte aus dem Handlungsfeld „Mobilität“ , wie z.B. der Ausbau des Radverkehrs, werden im weiteren Verlauf des InSEKs in das Handlungsfeld „Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung “ integriert. Hinsichtlich der in der SWOT - Analyse genannten Schwächen bezüglich der bestehende n Verkehrsführung, können zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösungsansätze aufgezeigt werden . Dies bezieht sich beispielswei- se auf den Verzicht auf die sogenannte ehemalige III. Nordtangente zur Entlastung der Kö- nigsberger Straße und des Hohen Heckenweges durch den Liefer - und Durchgangsverkehr sowie die Barrierewirkung der Bahn. Jedoch werden im Zuge von Neubauprojekten bzw. Sanierungsmaßnahmen in Coerde verkehrliche Belange so weit möglich Berücksichtigung finden. 83 7 Zielsystem Aus dem vorangegangenen Prozess mit den dazugehörigen Analyseschritten wurden für das Untersuchungsgebiet Coerde vielfältige Maßnahmen in unterschiedlichen Handlungsfeldern abgeleitet. Diese Maßnahmen werden in dem folgenden Zielsystem dargestellt und dienen als Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte zur Aufwertung des Stadtteils. Handlungsfeld 2: Soziales Nr. Maßnahmen Erziehung 2.1 Ausbau der Kindertagesbetreuung 2.2 Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßigen Kitabesuches 2.3 Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ 2.4 Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas 2.5 Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder 2.6 Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meerwiese“ 2.7 Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ 2.8 Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grundschule – „Rückenwind“ Handlungsfeld 1: Wohnen Nr. Maßnahmen 1.1 Erhebung der Wohn(raum)situation 1.2 Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ 1.3 Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Wohnen 1.4 Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern 1.5 Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“ 1.6 Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (Alte n- gerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderreiche Familien, etc.) 84 Bildung 2.9 Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil 2.10 Angebotserweiterung der musikalischen (Früh-)Erziehung (Lehre) 2.11 Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikalische (Früh-)Erziehung 2.12 Ausbau der Kooperation mit Sport- und Musikvereinen 2.13 Bereitstellung eines Spielmobils 2.14 Instandhaltung des Spielmobils 2.15 Abfall-Coaches 2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche 2.17 Aufstockung des Nachhilfeangebotes 2.18 Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ 2.19 Ausweitung des Angebotes der Sprach- und Kulturmittler/-innnen 2.20 Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen Sport und Gesundheit 2.21 Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators 2.22 Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaan- passung Nr. Maßnahmen 3.1 Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpassung 3.2 Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelne Quartiere 3.3 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffentliche Gebäude) 3.4 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (private Gebäude) 3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 3.7 Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes 3.8 Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 3.9 Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 3.10 Ausbau der Radwegeverbindungen 85 3.11 Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen 3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 3.13 Partizipatives Konzept zur Einrichtung öffentlicher Picknickplätze Handlungsfeld 4: Nahversorgung Nr. Maßnahmen 4.1 Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamannplatz 4.2 Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kiesekampweg Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration Nr. Maßnahmen 5.1 Durchführung von Internationalen Kulturfesten 5.2 Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 5.3 Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung 5.4 Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteilbücherei 5.5 Trommelworkshop 5.6 Jobcafé 5.7 Familientheater 5.8 Integrativer Theaterjugendclub 5.9 Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte 5.10 Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil 5.11 Nationworker 5.12 Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“ Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus Nr. Maßnahmen 6.1 Erarbeitung einer Mac hbarkeitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der potenziellen Nutzer 6.2 Durchführung eines Architekturwettbewerbs 6.3 Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses 86 Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation Nr. Maßnahmen 7.1 Einrichtung eines Verfügungsfonds 7.2 Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement 7.3 Monitoring und Evaluation 7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ 87 8 Maßnahmenübersicht Die Liste der umzusetzenden Maßnahmen baut auf dem vorangegangenen Zielsystem auf. Aus den Handlungserfordernissen abzuleitenden Projekte , die ggf. mit Mitteln der Städt e- bauförderung förderfähig sind , stehen dabei neben Bedarfen, die durch andere Förderpr o- gramme förderfähig oder ohne Förderperspektiven de r Landes- oder Bundespr ogramme realisiert werden sollen . Die Bedarfe zur Be hebung der im Stadtteil vielfältig vorhandenen, sozialen Defizite werden in der Umsetzung des In SEKs eine hohe Priorität haben . Für den anstehenden Umsetzungsprozess werden die Maßnahmen entsprechend der dargestellten Handlungsfelder konkretisiert und in Einzelprojekten dargestellt, um anschließend möglichst zeitnah umgesetzt zu werden. Auf Basis einer begleitenden Evaluation erfolgt bei Bedarf eine regelmäßige Zielanpassung, die sich dann in der Liste der Handlungsfelder oder auch in den einzelnen Maßnahmen w i- derspiegeln wird. Insgesamt sieben Handlungsfelder zur Strukturierung des Maßnahmenprogramms wurden im Laufe des Erarbeitungsprozesses (insbesondere nach der SWOT -Analyse und der Rück- kopplung zur Politik, Bürgerschaft und Fachverwaltung) definiert, die für die Attraktivitätsstär- kung im Stadtteil und die Aufwertung des Stadtteilimages relevant sind. Dadurch wird eine positive Entwicklung der Lebensqualität für alle Coerder Bürger/-innen ermöglicht. Die einzelnen Maßnahmen sind jeweils mit einer Prioritätsstufe versehen, wobei Priorität eins die höchste Stufe darstellt und Priorität drei, die niedrigste. Diese Priorisierung wurde gemeinsam mit dem IFAK vorgenommen. 88 Handlungsfeld 1: Wohnen Kurzbeschreibung Als Wohnstandort zeichnet sich Coerde vor allem durch die städtebauliche Idee der Durc h- mischung unterschiedlicher Wohnformen aus. Neben verschiedenen Ausprägungen des Ge- schosswohnungsbaus befinden sich im Stadtteil auch Einfamilienhäuser in Form von Re i- hen-, Doppel - und freist ehenden H äusern. Insofern ist die Wohnzufriedenheit im Stadtteil überwiegend hoch und die Fluktuation, auf Grund des bestehenden Mangels an günstigem Wohnraum in Münster, gering. Problematisch stellt sich jedoch die Belegungs politik in eini- gen großen Mehrfamilienhäusern dar, da auf kleinstem Raum viele Menschen verschiedener Ethnien und in unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenleben, die unter Umständen nicht miteinander harmonieren. Zudem ist dort die Aufenthaltsqualität der Gemeinschaftsflä- chen und des Wohnumfeldes gering, da die Flächen entweder sehr unattraktiv gestaltet oder durch Vandalismus geprägt sind. Der private und öffentliche Außenraum in diesen Quarti e- ren ist regelmäßig durch „wilde“ Müllentsorgung unabhängig von den Terminen der Abfal l- wirtschaft Münster (AWM) und den Vorschriften einer geordneten Mülltrennung geprägt. Be- sonders an den Hochhäusern und den dazu gehörigen Vorrichtungen zur privaten Müllen t- sorgung befinden sich dauerhaft größere Mengen von Müll, der darüber hinaus Ungeziefer anzieht. Dieses sich häufig bietende Bild in den Quartieren trägt wesentlich zu dem schlec h- ten Image des Stadtteils bei. Mieter/-innen identifizieren sich auf Grund dieser Missstände häufig nicht mit ihrem Wohnstandort, was zur Verstärkung von Vandalismus und Vermüllung innerhalb der Wohnanlagen führt. Weiterhin führen Berichte der Medien über kriminelle Handlungen im Stadtteil dazu, dass Menschen, die finanz iell dazu in der Lage sind , bei der Wohnungssuche einige Quartiere in Coerde ausschließen. Ziel Bedarfsgerechte Ergänzung des Wohnraumangebotes Aufwertung des Wohnstandortes Coerde durch energetische Maßnahmen Veränderung der Belegungspolitik Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens Höhere Identifikation der Bewohnerschaft mit ihrem Wohnstandort Aufwertung des Images von Coerde als lebenswerter Stadtteil Verringerung von Vandalismus Lösung der Müllprobleme 89 Maßnahmen im Handlungsfeld 1: Wohnen (Karte: Stadt Münster) 1.1 Erhebung der Wohn(raum)situation 1.2 Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ 1.3 Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Wohnen 1.4 Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern 1.5 Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“ 1.6 Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (Alte n- gerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderreiche Familien, etc.) 90 Maßnahme 1.1: Erhebung der Wohn(raum)situation Beschreibung: Um die Wohnsituation der Mieter und Eigentümer zu erheben, wird eine Befragung im Stadt- teil durchgeführt. Dabei wird die Vor -Ort-Situation durch ein extern es Büro analysiert. Mit erhoben werden ebenfalls mögliche Wanderungsmotive, aber auch der quantitative und qua- litative Bedarf an den Wohnraum nach Zielgruppen. Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ( 64), Exter- nes Büro Kosten: ca. 30.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 Maßnahme 1.2: Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barriere- freiheit“ Beschreibung: Für ausgewählte Gebäude i m Stadtteil w erden Modellgutachten zur e nergetischen Sani e- rung und Herstellung der Barrierefreiheit erstellt. Diese Gutachten soll en den Wohnungsun- ternehmen und Privateigentümern als Grundlage zu etwaigen Modernisierungs - und Sanie- rungsvorhaben dienen. Zie l der Maßnahme ist es , den Stadtteil energetisch zu modernisi e- ren, den Energieverbrauch der Gebäude zu senken, den CO2 -Ausstoß zu reduzieren und die Gebäudezugänge, sowie die Wohnungen barrierefrei / barrierearm zu gestalten (siehe auch Maßnahme 3.7) Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ( 64), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (6 7), Wohnung s- wirtschaft Kosten: ca. 50.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 f. Priorität: 2 91 Maßnahme 1.3: Erweiterung des Beratungsangebotes im Bereich Woh- nen Beschreibung: Seitens verschiedener Träger g ibt es bereits vereinzelt e Beratungsangebote zum Thema „Wohnen“ in Coerde. Im Zuge des Neubaus des multifunktionalen Stadtteilhauses am H a- mannplatz (vgl. Handlungsfeld 6) ist vorgesehen, Räumlich keiten für wöchentliche Sprec h- stunden der Mieterschutzvereine zur Ve rfügung zu stellen. Zudem sind auch aufsuchende Angebote für Coerde vorgesehen , um die Hemmschwelle möglichst gering zu halten, Bera- tungsangebote zu beanspruchen. Die Ausgabe von Mieterberatungsscheinen für die Bewoh- ner des Stadtteils ist vorgesehen. Neben der Beratung hinsichtlich mietrechtlicher Fragen sollen aber auch Workshops organisiert werden, um die Mieter b eispielsweise bei der fac h- gerechten Mülltrennung zu unterstützen. Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Freie Träger, Wohnungswirtschaft Kosten: 15.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 Maßnahme 1.4: Schulung / Einsatz von Nachbarschaftsvermittlern Beschreibung: In vielen Mehrfamilienhäusern entstehen häufig n achbarschaftliche Konflikte, z. B. durch Lärmbelästigung oder das Nichteinhalt en von Ruhezeiten. Vor allem in Wohngebäuden, in denen unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinandertreffen, treten nachbarschaftl i- che Konflikte gehäuft auf. Oft wird dann der Vermieter/ -in mit der Konfliktlösung beauftragt. Um bei der Auflösung von Konfliktsituation in der Miete rschaft zu unterstützen, sollen nach einem niederländischen Vorbild, ehrenamtliche Nachbarschaftsvermittler eingesetzt werden. Ziel der Maßnahme ist es, vertrauenswürdige Nachbarn unterschiedlichen Alters und He r- kunft als Vor-Ort-Unterstützung für Nachbarschaftskonflikte einzusetzen. Beteiligte: Stadtteilkümmerin / Quartiersmanagerin, Wohnungswirtschaft, Freie Träger Kosten: 23.000 € Umsetzungszeitraum: 2022 Priorität: 2 92 Maßnahme 1.5: Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Co- erde“ Beschreibung: Die Intensität der Bewirtschaftung der Wohnungsbestände richtet sich nach dem jeweiligen Geschäftsmodell der Vermieter. Während viele Vermieter verantwortungsvoll mit ihren B e- ständen umgehen, fallen einzelne Wohnungsbestände auf, die in einem schlechten Erha l- tungszustand sind. Oft wird das Wohnumfeld nicht gepflegt und wirkt deshalb verwahrlost. Die Mieter beschweren sich über die schwierige Erreichbarkeit verantwortlicher Ansprech - partner. Für einige Wohnungsbestände verfestigt sich der Eindruck, dass die Vermieter eine einseitige Belegungspolitik vornehmen, die zu sozial instabilen Bewohnerstrukturen führen. Dies alles konterkariert das Engagement der Vermieter, die sich verantwortungsvoll um ihre Wohnungsbestände k ümmern und damit einen wertvollen Beitrag zur positiven Quartiers - entwicklung leisten. Analog zum Aufbau von guten Kooperationsbeziehungen im Rahmen der Umsetzung des Handlungskonzeptes für das ehemalige Programmgebiet „Soziale Stadt Kinderhaus – Brüningheide“ sollen Netzwerke zwischen den privaten Vermietern und Wohnungsunte r- nehmen aufgebaut werden, in denen von guten Beispielen einer Bestandsverwaltung und erfolgreichen wohnungsrelevanten Projekten berichtet wird sowie Problemlagen und deren Lösungsmöglichkeiten erörtert werden können. Ziel ist es, in gemeinsamer Kooperation der Stadt Münster mit den Vermietern und unter gelegentlicher Hinzuziehung von externer Ber a- tung durch beispielsweise Mieterschutzvereinen und freien Trägern, die Wohnverhältnisse in den prekären Beständen zu verbessern. Aufgrund der Vielzahl der Wohnungseigentümer in Coerde ist davon auszugehen, dass mehrere Arbeitskreise „Wohnungswirtschaft“ durch das Amt für Wohnungswesen und Quartiersmanagement zu gründen sind. Die Arbeitskreise h a- ben die Aufgabe, die Vermieter miteinander zu vernetzen, eine Austauschplattform zu scha f- fen und auch gemeinsame Workshops für die Mieter /-innen zu planen (z.B. Müllentsorgung, Pflege der Gemeinschaftsflächen). Beteiligte: Sozialamt (50), Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwick- lung (64), Wohnungswirtschaft, Freie Träger Kosten: ca. 25.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 93 Maßnahme 1.6: Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (altengerechter Wohnraum, Wohnraum für kinderrei- che Familien, etc.) Beschreibung: Auf der jahrelang durch Leerstand geprägten , desolaten 1,5 Hektar großen Fläche am Ki e- sekampweg wird in naher Zukunft ein neues Wohnquartier entstehen. Aktuell befindet sich der rechtskräftige Bebauungsplan N r. 134 II in einem Änderungsverfahren und wird vorau s- sichtlich noch in diesem Jahr als Satzung beschlossen. Das Areal soll einer kompletten Neu- gestaltung unterzogen werden, um neuen Wohnraum und eine neue Eingangssituation in den Stadtteil von Westen kommend zu realisieren. Der Eigentümer der Fläche hat bereits im Jahr 2018 einen Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Die Umsetzung des Entwurfes sieht vorm, mehrere Wohnblöcke unterschiedlicher Geschossigkeit zu errichten. Durch die Schaf- fung von Stellplätzen im Randbereich und in Tiefgaragen wird das Quartier autofrei gestaltet und schafft damit zwischen den Baukörpern attraktive Begegnungs- und Bewegungsflächen. Rund 170 neue Wohneinheiten sollen unterschiedliche Zielgruppen, wie z.B. Senioren oder kinderreiche Familien , ansprechen. Die Hälfte der entstehenden Nettowohnfläche wird ö f- fentlich gefördert. Durch den dadurch entstehenden deutlichen Bevölkerungszuwachs wird auch die Infrastruktur am Kiesekampweg an die Veränderungen angepasst. Neben der A n- siedlung von Einzelhandel und Dienstleistungsangeboten im Quartier (vgl. Maß nahme 4.2) wird zudem eine neue Kindertagesstätte mit mehreren Betreuungsgruppen errichtet. Beteiligte: Stadtplanungsamt (61), Amt für Wohnungswesen und Quartie r- sentwicklung (64), Investoren Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 94 Handlungsfeld 2: Soziales ERZIEHUNG UND BILDUNG Beschreibung: Schwierigen Erwerbsverläufen gehen oftmals s chwierige Bildungskarrieren voraus. Bil- dungsdefizite lassen sich oftmals bereits in der Kita feststellen und entwickeln sich bei fe h- lender Unterstützung zu schwerwiegenden Lern- und Bildungsproblemen in der Grundschule und den weiterführenden Schulen. Das allgemeine Bildungs - und Betreuungsangebot in Coerde besteht aus zwei Grundsch u- len, einer Hauptschule sowie acht Kindertageseinrichtungen. Die Verschiedenheiten der Kin- der und Jugendlichen aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Herkunft stellen das Bi l- dungs-, Betreuungs- und Erziehungsprogramm der pädagogischen Einrichtungen vor große Herausforderungen. Dabei haben Bildungseinrichtungen vor allem in sozialen Brennpunkten wie Coerde eine tragende Rolle hinsichtlich der Förderung von Fähig - und Fertigkeiten, der Wissensaneignung und dem Abfedern von Armutsfolgen bei Kindern. Dass eine V ielzahl der Kinder im Untersuchungsgebiet aus bildungsfernen Haushalten stammt, macht vor allem der Bildungsindex (vgl. Kap. 3.5) deutlich. Dieser weist „sehr belas- tete Startbedingungen“ für die Kinder in den beiden Grundschulen im Stadtteil auf. Um die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil zu erhöhen und gleichzeitig die Integration der einzelnen Ethnien zu unterstützen , werden mit vielfältigen Maßnahmen die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote unterstützt oder ausgebaut. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Sprachförderung, individuelle Förderung und Integration. Ziel Verbesserung des Bildungsniveaus Bildungsförderung als Armutsprävention Frühzeitige Integration Konfliktbewältigung 95 –– Maßnahmen im Handlungsfeld 2: Sozial es (Karte: Stadt Münster) Erziehung Nr. Maßnahme 2.1 Ausbau der Kindertagesbetreuung 2.2 Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßigen Kitabesuches 2.3 Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ 2.4 Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas 2.5 Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder 2.6 Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meerwiese“ 2.7 Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ 2.8 Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grundschule –„Rückenwind“ Bildung Nr. Maßnahme 2.9 Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil 2.10 Angebotserweiterung der musikalischen Erziehung (Lehre) 96 2.11 Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikalische Erziehung 2.12 Ausbau der Kooperation mit Sport- und Musikvereinen 2.13 Bereitstellung eines Spielmobils 2.14 Instandhaltung des Spielmobils 2.15 Abfall-Coaches 2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche 2.17 Aufstockung des Nachhilfeangebotes 2.18 Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ 2.19 Ausweitung des Angebotes der Sprach- und Kulturmittler/-innnen 2.20 Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen 97 Maßnahme 2.1: Ausbau der Kindertagesbetreuung Beschreibung: Die Versorgungsquote zum Kindergartenjahr 2019 / 2020 betrug in Coerde für die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren 97,8 Prozent, für Kinder unter drei Jahren 3 6,1 Prozent. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sieht hier einen weiteren Ausbau vor, um insb e- sondere die Versorgungsquote für die unter Dreijährigen zu erhöhen. Auch für Coerde gilt das stadtweite Ausbauziel von 50 Prozent für unter Dreijährige. Konkret geplant sind eine neue fünfgruppige Kita im neuen Wohnquartier Kiesekampweg sowie die Erweiterung der Kita am Edelbach. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51) Kosten: 1. Erweiterung Kita Edelbach: 1.400.000 € 2. Neubau Kiesekampweg: NN Umsetzungszeitraum: 2021ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.2: Konzepterarbeitung zur Sicherstellung eines regelmäßi- gen Kitabesuches Beschreibung: Mit der Erarbeitung eines Konzeptes durch die Fachabteilungen der „Kindertagesbetreuung“ und Netzwerkkoordination „Frühe Hilfen / Prävention“ des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien wird das Ziel verfolgt, dass bildungsbenachteiligte Eltern ihre Kinder bei dem r e- gelmäßigen Kitabesuch unterstützen und gleichzeitig die Bedeutung der Institution „Kita“ im Bildungssystem in Deutschland verstehen lernen. Eine Maßnahme im Rahmen dieses Ge- samtkonzeptes kann beispielsweise die Etablierung eines „Walkingbusses“ sein. Dabei ha n- delt es sich um eine Gehgemeinschaft, in der die Kinder gemeinsam, unter Aufsicht einer Betreuungsperson, zur Kita gehen. Dabei werden die Kinder von der Haustür abgeh olt, was einen geregelten Kitabesuch gewährleisten soll. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (51), Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 98 Maßnahme 2.3: Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ Beschreibung: Als erste Bildungsinstitution trägt die Kita wesentlich dazu bei, herkunftsbedingte Benachtei- ligungen von Kleinkindern auszugleichen. Es besteht ein Prüfauftrag von Seiten der parl a- mentarischen Gremien an die Verwaltung, dieses Anliegen im Wissen um die Bedeutung der frühkindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozesse und im Tenor der Prävent ionskonferenz 2018 zu den Übergä ngen von der Familie in die erste institutionelle Betreuung aufzugreifen und mit einem Konzept b zw. einer Maßnahmenplanung von der Fachabteilung Kindertage s- betreuung in Kooperation mit der Netzwerkkoordination „Frühe Hilfen“ zu entwickeln. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 Maßnahme 2.4: Gesundes, kostenfreies Frühstück in Kitas Beschreibung: Viele Kinder in Coerde erhalten aus unterschiedlichen Gründen kein oder kein ausreichend gesundes Frühstück bevor sie in die Kita gehen. Damit die Kinder besser in den Tag starten können, Fehlernährung vermieden werden kann und ein Bewusstsein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung bei Kindern und Eltern geweckt wird, ist es erstrebenswert, für alle Kinder in den Coerder Kitas ein gesundes u nd kostenloses Frühstück anzubieten und kom- plett zu finanzieren. Aktuell erhalten ausgewählte Kitas in Coerde , in denen überdurc h- schnittlich viele Kinder sind, die in SGB II Bezug leben, je nach Einrichtungsgröße für ein gesundes Frühstück einen städtische n Zuschuss aus dem kommunalen Maßnahmenpr o- gramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Kitas Kosten: 57.500 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 99 Maßnahme 2.5: Einführung von Resilienz-Kursen für Vorschulkinder Beschreibung: In mindestens einer Kit a in Coerde wird ein Resilienz-Kurs nach dem Programm PRiK (Pr ä- vention und Resilienzförderung in Kitas) eingerichtet. Dieser fördert gezielt die Resilienzfa k- toren (psychische Widerstandskraft), wobei d ie Kinder in ihren sozialen Kompe tenzen g e- stärkt und in die Lage versetzt werden, besser mit Misserfolgen und Krisen umzugehen. Die Eltern werden mit einer "Eltern-Ratgeberveranstaltung" eingebunden. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (51), Ausgewählte Fa- milienzentren Kosten: ca. 3.600 € pro Kurs Umsetzungszeitraum: 2022 Priorität: 2 Maßnahme 2.6: Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meerwiese“ Beschreibung: Die Lernspielgruppe Coerde ist ein offenes Kursangebot im Rahmen der Eltern -Kind- Angebote der Familienbildungsstätte „Anna-Krückmann-Haus“. Angesprochen werden Mü t- ter mit Kindern im Alter von null bis sieben Jahren. Ein besonderer Fokus liegt auf der En t- wicklung der Erziehun gskompetenz der Mütter, die aus komplex belasteten Familien ko m- men. Die Lernspielgruppe dient zudem der Vorbereitung auf die Kita und den Übergang von der Kita in die Grundschule. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Bildungsstätte Anna-Krückmann-Haus Kosten: ca. 8.400 € Umsetzungszeitraum: 2021 f. Priorität: 2 100 Maßnahme 2.7: Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ Beschreibung „Griffbereit“ ist ein Familienbildungsprogramm für Fam ilien mit und ohne Einwanderungsg e- schichte und ihre Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Das Programm wird in Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Familienbildungsstätten und Migrantenorganis a- tionen angeboten. Auf diese Weise werden die Familien früh an das deutsche Bildungssys- tem herangeführt. „Griffbereit“ fördert die frühkindliche Entwicklung durch konkrete kleinkind- gerechte Aktivitäten und schafft eine wichtige Grundlage zum Erwerb von Sprachkompetenz. Das Programm ermöglicht Familien bzw. Eltern erste Sprachvorbilder mit engstem Bezug zu ihren Kindern im Alltag zu sein. In den „Griffbereit-Gruppen“ erfahren die Eltern, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung stärken können. Dabei werden sie von geschulten, meist mehrsprachigen Elternbegleiter/-innen unterstützt. Kleinkinder mit und ohne Einwanderungsgeschichte kommen so schon sehr früh mit der deutschen Sprache und mit weiteren Sprachen in Kontakt. Somit bietet „Griffbereit“ die Möglichkeit, die Mehrspr a- chigkeit als Potenzial der Kinder aufzugreifen. In Coerde wird das Programm „Griffbereit“ bereits heute im Begegnungszentrum „An der Meerwiese“, in der Andreas Kita und zukünftig in dem AWO Stadtteilbüro durchgeführt. Das darauf aufbauende Programm „Ruck sack Kita“ wiederum wird in der evangelischen Andreas Kind ertagesstätte und in der AWO Kit a am Marderweg durchgeführt. Das Programm soll an den bestehenden und an neuen Standorten ausgebaut bzw. geschaffen werden. Voraussichtlich ab Herbst 2021 wird das Program m „Rucksack Schule“ in den Grundschulen im Stadtteil angeboten. Beteiligte: Kommunales Integrationszentrum (KI), Bildungsstätte Anna- Krückmann-Haus, Evangelische Andreas Kirchengemeinde, AWO Kosten: ca. 10.445 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 Maßnahme 2.8: Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grund- schule – „Rückenwind“ Beschreibung: Zur Optimierung der Übergangsgestaltungsprozesse zwischen den Bereichen Kindertage s- einrichtung und Grundschule werden an der Nahtstelle Kindertagese inrichtung-Grundschule vernetzte und aufeinander aufbauende Bildungs- und Betreuungsangebote entwickelt. Eine zusätzliche Unterstützung stellt das im Herbst 2019 initiierte Projekt „Rückenwind“ dar. Dabei unterstützten ausgewiesene Fachkräfte der Schulsozi alarbeit die Kinder und ihre E l- tern, um sie zu befähigen, den Übergang von der Kita zur Schule erfolgreich umzusetzen. Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erhalten individuelle Förderangebote sowie Gru p- penangebote zur Verbesserung der emotionalen und s ozialen Entwicklung sowie zu den Themen Wahrnehmung, Achtsamkeit und Konzentration. Die Eltern können auf ein nie d- rigschwelliges Beratungsangebot zurückgreifen, bekommen bedarfsbezogene Hilfsangebote für ihre Kinder vermittelt und erhalten Informationen rund um das deutsche Schulsystem. 101 Beteiligte: Amt für Schule und Weiterbildung (40), Amt für Kinder, Jugend- liche und Fami lien (51), Kita, Freie Träger der Kinder - und Ju- gendhilfe Kosten: 1.002.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.9: Evaluation der Bildungschancen im Stadtteil Beschreibung: Um bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungsangebote für die Kinder und Jugendliche aber auch für Erwachsene zu schaffen, werden die Bildungschancen im Stadtteil durchgehend auf Basis eines Monitorings evaluiert. Anhand der Ergebnisse findet dann die Weiterentwicklung eines konkreten Bildungs- und Maßnahmenpakets für den Stadtteil statt. Bereits bestehende Analysen sowie laufende Untersuchungen werden dabei berücksichtigt. Beteiligte: Amt für Schule und Weiterbildung (40), Amt für Kinder, Jugen d- liche und Familien (51) Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.10: Angebotserweiterung der musikalischen Erziehung (Lehre) Beschreibung: Die musikalische Erziehung in den Schulen wird durch die Kooperation mit der Westfälischen Schule für Musik aktiv ausgebaut. Dabei werden je nach Schulform und Jahrgangsstufe u n- terschiedliche musikalische Programme angeboten, die wöchentlichen Gesangs - oder I n- strumentalunterricht in den Sc hulen umfassen. Die Lehrkräfte werden im ersten Jahr der Maßnahme entsprechend der Voraussetzungen der unterschiedlichen Programme geschult. Mehrmals jährlich finden Aufführungen der einzelnen Gruppen in den Schulen statt. Angeb o- ten werden folgende Programme: JEKISS in der Melanchthonschule JeKITS an der Melanchthonschule JEKISS DaZ OKUBU an der Melanchthonschule Coerde rockt in der Hauptschule Bläserklassen an der Hauptschule Streicherspielkreis Hauptschule 102 Beteiligte: Westfälische Schule für Musik (44) Kosten: ca. 267.210 € Umsetzungszeitraum: 2022 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.11: Anschaffung von Musikinstrumenten für die musikali- sche Erziehung Beschreibung: Um das Angebot der musikalischen Erziehung in der Melanchthonschule und in der Haup t- schule erweitern zu können, werden entsprechende Instrumente erworben und durch die Westfälische Schule für Musik bereitgestellt. Beteiligte: Westfälische Schule für Musik (44) Kosten: Melanchthonschule: 3.000 € Hauptschule: 32.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.12: Ausbau der Kooperationen mit Sport- und Musikverei- nen Beschreibung: Die Kooperation des ortsansässigen SV Teutonia mit den übrigen Anbietern für Bewegungs- angebote wird verstärkt, um für die Kinder und Jugendlichen auch ü ber den traditionellen Schulsport hinaus Bewegungsmöglichkeiten in der Freizeit anzubieten. Ziel der Kooperation ist die bessere Vernetzung der Akteure, die Vermeidung von Überschneidungen bzw. Do p- pelung von Angeboten, die Verbesserung der Auslastung der Sportstätten und die Schaffung eines vielfältigeren sportlichen Angebotes. Das musikalische Freizeitangebot wird in der Kooperation mit der Westfälischen Schule für Musik ausgebaut. Das Instrumental - und Vokalunterrichtsangebot wird regelmäßig einzeln oder in Gruppen in dem Begegnungszentrum Meerwiese angeboten. 103 Beteiligte: Westfälische Schule für Musik (44), Sportamt (52), SV Teutonia Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 Maßnahme 2.13: Bereitstellung eines Spielmobils Beschreibung: Für den Stadtteil wird ein voll ausgestattetes Spielmobil zur Verfügung gestellt, welches so- wohl an freie Träger vor Ort , als auch an Vereine bzw. Privatpersonen des Stadtteils verlie- hen und an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden kann . Die Verwaltu ng des Spielm o- bils wird von einem freien Träger vor Ort übernommen. Beteiligte: Amt für Schule und Weiterbildung (40), Schule, Freie Träger der Jugendhilfe, Stadtteilwerkstatt Nord Kosten: Anschaffung Spielmobil ca. 3.250 € Anschaffung Spielzeug ca. 8.000 € gesamt ca. 11.250 € Umsetzungszeitraum: 2021 f. Priorität: 1 Maßnahme 2.14: Instandhaltung des Spielmobils Beschreibung: Das Spielmobil muss ggf. jährlich Instand gehalten und ergänzt werden. Zudem falle n je nach Trägerschaft ggf. Verwaltungskosten an. Beteiligte: Schule, Freie Träger der Jugendhilfe, Stadtteilwerkstatt Nord Kosten: laufende Kosten ca. 750 € pro Jahr (Verwaltungs-/Erhaltungs- /Instandhaltungskosten) Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 104 Maßnahme 2.15: Abfall-Coaches Beschreibung: Ziel der pädagogischen Angebote der AWM ist es, alle Bürger/-innen für die Abfallvermei- dung, für das sortenreine Trennen von Abfällen und für das Thema Ressourcenschonung und Stadtsauberkeit zu sens ibilisieren und zum Mitmachen zu motivieren. Der nachhaltige Erfolg solcher Maßnahmen hängt maßgeblich von einer zielgruppengerechten Ansprache und einer stadtteilbezogenen Ausrichtung durch fach - und sachkundiges Personal , soge- nannte „Abfall-Coaches“, ab. Angesiedelt in einem Büro vor Ort, können die Abfall-Coaches die unterschiedlichen Zielgruppen im Stadtteil erreichen. Sie gestalten eigenständig Work- shops, Veranstaltungen und Projekte zum Thema und führen diese im Stadtteil selbstständig durch. Die Abfall-Coaches sind dabei als aktives Bindeglied zwischen den AWM und den Akteuren und Zielgruppen vor Ort zu verstehen und fördern entsprechend auch die Netzwerkarbeit. Die Rolle der AWM -Mitarbeitenden liegt dabei in der Unterstützung und Begleitung der A b- fall-Coaches von Beginn an. Die AWM übernehmen die fachliche und zielgruppenspezifische Schulung der Coaches und unterstützen mit abteilungsübergreifenden Fachpersonal im Hin- tergrund bei der Planung und in der Umsetzung. Regelmäßige Rücksprachen zwischen AWM und den Abfall-Coaches werden etabliert. Ein Abfall-Coach initiiert spezifische abfallpädagogische Angebote in Schulen und Kitas (z.B. beginnend mit einer Projekt-Kita und einer Projekt-Schule) und unterstützt bei Projekten und Workshops. Er ist verantwortlich für die Ausbildung und Betreuung von sog. „Müll -Scouts“ in den Schulen und Kitas des Stadtteils (u.a. unter Einbezug des außerschulischen Lernang e- bots der AWM „Deponie-Erlebnispfad“). Für die Ansprache erwachsener Bürger/-innen initiie- ren Abfall-Coaches zielgruppengerechte Aktionen und planen Veranstaltungen, unter ande- rem um Bürger/-innen als Multiplikator en für die Thematik in ihrem unmittelbaren Wohnu m- feld zu gewinnen. Abfall-Coaches treiben die Vernetzung von Akteuren und Entscheidern im Themen bereich „Sauberkeit und Abfall“ im Stadtteil Coerde voran (z.B. durch die Netzwerkarbeit mit dem/der Stadtteilkümmerin, Quartiersmanagerin, Quartiershausmeister/in, Sozialarbeiter/in). Bei Fe s- ten und Veranstaltungen können Abfall -Coaches in Organisationspr ozesse eingebunden werden, um beispielsweise über abfallarme Festgestaltung zu beraten. Ebenfalls unterstüt- zen und koordinieren sie auf den Stadtteil ausgerichtete Sauberkeitsaktionen („Sauberes Coerde“), in Anlehnung an die Aktion „Sauberes Münster“. Um Bürger/-innen mit Migrations- hintergrund zu erreichen, organisieren Abfall -Coaches interkulturelle Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten mit Fokus auf das Thema Abfall und /oder Stadtsauberkeit, z.B. in Form von Mieter- oder Stadtteilfesten. Oder sie un terstützen beispielsweise Beratungsange- bote in Familienzentren mit Schulungen zur Abfalltrennung in Bildsprache. Beteiligte: AWM, Stadtteilkümmerin / Quartiersmanagerin, Kitas, Schulen, Akteure aus Coerde Kosten: 372.000 € (zwei Vollzeitstellen) Umsetzungszeitraum: 2021 - 2024 Priorität: 1 105 Maßnahme 2.16: Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder- und Jugendli- che Beschreibung: Der Bedarf an verlässlichen, ganztägigen Ferienbetreuungsangeboten sowie an allgemeinen Angeboten in den Ferien ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Um die steigende Nachfrage an Plätzen in der Ferienbetreuung decken zu können, w urden die Angebote der ganztätigen Ferienbetreuung für Kinder im offenen Ganztag 2019 in die Strukturförderung überführt. Im Zuge dessen wird die ganztätige Ferienbetreuung des HOT Coerde ab dem Sommer 2020 um zwei Wochen in den Sommerferien erweitert, der DRK Jugendtreff bietet erstmals ab 2020 in drei Ferienwochen eine ganztätige Ferienbetreuung in den Sommerfer i- en an. Zusätzlich können in den Oster - und Herbstferien die Kinder das Ferienprogramm im HOT Coerde besuchen. Das Programm „MitSprache“, eine Ferienbetreuung im Rahmen e i- nes Sprachprogrammes, stellt eine Ergänzung dar. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Freie Träger der offenen Kinder - und Jugendarbeit, Evangelische Kircheng e- meinde Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.17: Aufstockung des Nachhilfeangebotes Beschreibung: Das Amt für Schule und Weiter bildung organisiert über die schulpsychologische Beratung s- stelle die BuT-Lernförderung an nahezu allen Schulstandorten. Ein freier Träger der offenen Kinder- u. Jugendarbeit (OKAJ) wird zudem dreimal in der Woche für je zwei Stunden ein schulisches Unterst ützungsangebot in Kleingruppen unterschiedlicher Alterszusammense t- zung anbieten. Träger der OKAJ sind auf Grund ihrer Strukturprinzipien, ihrem besonderen Bildungsauftrag und ihrem niedrigschwelligen Zugang zur Zielgruppe hierfür besonders g e- eignet. Zielgruppe sind vorrangig Kinder und Jugendliche, die nicht in der offenen Ganztags- schule bzw. der Ganztagsschule angebunden sind. Beteiligte: Amt für Schule und Weiterbildung (40) Kosten: 15.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 106 Maßnahme 2.18: Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ Beschreibung: Das HOT Coerde ist eine Einrichtung der offenen Kinder - und Jugendarbeit im Stadtteil C o- erde mit der Zielgruppe der Sechs- bis 20-Jährigen. Hier wird ein vielfältiges Begegnungs- und Freizeitangebot für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen zur Verfügung gestellt. Um die Angebote, vor allem für die älteren Jugendlichen, weiterhin durchführen zu können, wer- den die Planstellen durch ein bedarfsorientiertes Steuerungs- und Förderkonzept der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit der Stadt abgesichert. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (51) Kosten: LGV Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 2.19: Ausweitung des Angebotes an Sprach- und Kulturmitt- ler/-innen Beschreibung: Die Sprach- und Kulturmittler/-innen bieten Eltern und pädagogischen Fachkräften die Mö g- lichkeit, die interkulturelle Kommunikation zu gestalten, zwischen verschiedenen Sichtweisen zu vermitteln, in Konfliktsituationen zu moderieren und interkulturelle Begegnungen zu be- gleiten. Das Angebot besteht für Kitas, Schulen und die städtische Schwangerschaftsber a- tung und soll auf die Bereiche der frühen Hilfen (Familienbesuche und Stadt teilkoordination) ausgeweitet werden. Die Qualifizierungsangebote zum Sprach- und Kulturmittler / -in sollen in Kooperation mit dem Haus der Familie und den Fachämtern durchgeführt werden. Beteiligte: Sozialamt (50), Gesundheitsamt (53), Jobcenter Münster (59), Kommunales Integrationszentrum (KI), Haus der Familie, Stadt- teilkoordination „Frühe Hilfen“ Kosten: 8.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 107 Maßnahme 2.20: Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen Beschreibung: Sprachkurse zum Erlernen der deutschen Sprache sind in einem Stadtteil wie Coerde mit über 100 Nationalitäten unabdingbar. Die Kitas und Familienzentren in Coerde halten in K o- operation mit den Anbietern der Familienbildung aktuell zehn Sprachförder- und Integrati- onsangebote sowie muttersprachliche Sprachförderangebote mit Kinderbetreuung vor. Jedoch ist die Nachfrage nach a lltagsnahen Sprachkursen mit angegliederter Kinderbetreu- ung höher als das Angebot. Um die Integration voranzutreiben , werden alltagsnahe Deutschkurse für unter schiedliche Zielgruppen aus gebaut, insbesondere für Männer bzw. Väter. Unterstützend ist die Stadtteilbücherei in Coerde tätig, die ihr Vorleseangebot ausbaut und gleichzeitig ihre Räumlichkeiten für Sprachkurse anbietet. Zudem führt das Amt für Schule und Weiterbildung – unterstützt durch zahlreiche Kooperati- onspartner/-innen – mit dem Projekt „MitSprache“ erlebnispädagogisch orientierte Sprachi n- tensivkurse für zugewanderte Schüler/-innen in den Ferien durch. Beteiligte: VHS (40), Kulturamt (41), Stadtteilbücherei (42), BGZ, MSO, Schulen, Akteure aus den Bereichen Sport und Kultur Kosten: 250.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 108 SPORT UND GESUNDHEIT Beschreibung: Seit jeher werden dem Sport vielfältige Funktionen für die Gesellschaft zugeschrieben. So dienen Sport und Bewegung nicht nur als Möglichkeit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, der Gesundheitsförderung oder der Prävention , sondern erfüllen gleichzeitig sozial - integrative Funktionen. Sport vermittelt wichtige Werte, Orienti erungs- und Verhaltensmuster wie Teamgeist, Respekt, Solidarität, Selbstbewusstsein, Regelakzeptanz und Fair Play. Da Sport Menschen unterschiedlicher Generationen sowie sozialer und kultureller Herkunft z u- sammen bringt, Hemmungen sowie Sprachbarrieren abb aut, stellt die Förderung von Sport - und Bewegungsangeboten hinsichtlich des Themenfeldes Integration für einen jungen S tadt- teil wie Coerde, in dem über 100 verschiedene Nationalitäten leben, einen wichtigen Beitrag dar. Das Angebot muss daher unterschiedl ichen Anforderungen und Bedürfnissen von Kin- der, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlichen Alters und Nationalität en gerecht wer- den. Gemäß dem Motto des Stadtentwicklungskonzeptes „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“ soll ein vielfältiges Sport - und Be wegungsangebot für die Bewohner /-innen des Stadtteil s geschaffen werden, welches diese dazu motiviert, sich im Außenraum, geeigneten Sport - oder Gymnastikhallen bzw. Bewegungsräumen regelmäßig sportlich zu betätigen. Neben dem aktiven Beitrag zur individue llen Prävention und Gesundheitsförderung sollen dabei auch neue Kontakte geknüpft werden können, Zusammengehörigkeitsgefühle entstehen und die Lebensqualität gesteigert werden. Im Stadtteil Coerde weisen im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlich viele Kinder Auffälligkeiten bzgl. verschiedener Gesundheitsindikatoren auf: „Übergewicht und Adipos i- tas“, „schlechte Zahngesundheit“. Im prozentualen Vergleich zur Gesamtzahl liegt auch der Anteil an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die A ngebote der Abteilung „Psychische Gesundheit“ des Gesundheitsamtes in Anspruch nehmen, in Coerde deutlich höher (20 %) als durchschnittlich auf gesamtstädtischer Ebene (15 %). Der Stadtteil Coerde leidet darüber hinaus aufgrund des hohen Anteils von Alkoho l- / Drogenkonsumenten und Drogenhandel unter einem schlechten Image. Daher ist es unabdingbar ein breitgefächertes Präventions- und Beratungsangebot zu den verschiedenen Gesundheitsthemen im Stadtteil zu platzieren. Ziel Nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes der Stadtteilbevölkerung Ausbau des Gesundheits- und Präventionsangebotes Verbesserung des Sport- und Bewegungsangebotes Integration unterschiedlicher Zielgruppen 109 Sport und Gesundheit Nr. Maßnahme 2.21 Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators 2.22 Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ Maßnahme 2.21: Einstellung eines Sport- und Bewegungskoordinators Beschreibung: Entsprechend dem Motto des InSEK „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“ soll die Bürge r- schaft über Sp ort- und Bewegungs angebote zu einer besseren Gesamtkonstitution gela n- gen. Dieser Ansatz soll möglichst auf unterschiedlichen Ebenen und bereits in der Kindheit greifen. Eltern sollen das Bewusstsein erlangen, dass durch Bewegung (auch im Freien) eine bessere Lebensqualität erlangt werden kann und sie als Vorbild für ihre Kinder fungi e- ren. Auch Senio ren/-innen erhalten durch entsprechende sportliche Betätigung ihren G e- samtgesundheitszustand länger aufrecht und beugen durch Bewegung in der Gemeinschaft einer Vereinsamung vor. Für Sport- und Bewegungsangebote stehen die schulischen Sport- hallen, das BGZ „An der Meerwiese“ und das Sportgelände des SV Teutonia Coerde 60 e.V. zur Verfügung. Um das Angebot an Sport - und Bewegungsangeboten bedarfsgerecht zu optimier en, die Anbieter aus den Themenbereichen Sport, Bewegung und Gesundheit miteinander zu ve r- netzen und um Synergien zu schaffen , bedarf es der Organisation durch einen Sport - und Bewegungskoordinator. Hinsichtlich der Entwicklung neuer Angebote sind beispiel haft der Walking-Bus und der Ausbau der Kursangebote für Mädchen und Frauen zu nennen. Dar- über könnten die Optimierung der Nutzung der Sporthallen sowie die Suche nach neuen Kurs- / Übungsleitern (ggf. in Kooperation mit der WWU Münster) Aufgaben sein. Die Unter- stützung beim Ausbau der ehrenamtlichen Vereinsa rbeit und d er Öffentlichkeitsarbeit gehö- ren ebenfalls zum Aufgabenfeld. Durch partizipative Prozesse werden die Zielgruppen mit in die Planungen eingebunden. Beteiligte: Sportamt (52), Gesundheitsamt (53), Verbund sozialtherapeuti- sche Einrichtungen (VSE), Verein für Mototherapie und Psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. Kosten: ca. 252.000 € zzgl. Sachmittelbudget Umsetzungszeitraum: 2021 - 2023 Priorität: 1 110 Maßnahme 2.22: Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ Beschreibung: Der Stadtsportbund Münster organisiert für ausgewählte Kitas 40 Wochen lang je eine Stu n- de pro Woche ein kostenlose Bewegungsförderungsangebot für überwiegend adipöse Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren . Das Angebot findet unter Anleitung zweier Übungsleiter statt, möglichst mit einer Zusatzqualifikation im Bereich Bewegungsförderung. Ziel des Pro- jektes ist es, die Kinder zu sportlicher Bewegung zu motivieren, die motorischen Grundfertig- keiten zu verbessern und gleichzeitig die Erzieher/ -innen für die Problematik der Bew e- gungsarmut zu sensibilisieren. Um einen nachhaltigen Effekt erzielen zu können, müsste bei den Projektkindern für umliegende Vereinsangebote und bei Vereinen für die poten ziellen „Neuzugänge“ geworben werden. Beteiligte: Amt für Kind er, Jugendliche und Familien (51 ), Sportamt (52), Stadtsportbund, Kita Kosten: ca. 7.500 € Umsetzungszeitraum 2021 ff. Priorität 1 111 Beschreibung: Coerde ist ein grüner Stadtteil mit unmittelbar angrenzenden weitläufigen Erholungsgebieten. Die Versorgung mit Spielplätzen ist im städtischen Vergleich gut , die Gestaltung der Spie l- plätze auf den privaten Grundstücken der Mehrfamilienhäuser ist jedoch vielfach unattraktiv. Coerde ist ein dicht besiedelter Stadtteil, so dass den Freiräumen mit Bewegungsangeboten ein besonderer Stellenwert zukommt. Gleichzeitig ist die Anpassung der Plätze, Grünflächen und Gebäude sowie Infrastrukturen an den Klimawandel notwendig, dementsprechend ist die energetische Sanierung der älteren Wohngebäude im Rahmen des Klimaschutzes vers tärkt in die Wege zu leiten. Die derzeitige teilweise mangelhafte Gestaltung und Pflege der privaten und öffentlichen Grünflächen – z.B. durch Ablagerung von Sperrmüll – trägt zum schlechten Image des Stadt- teils bei und soll verbessert werden. Auch der zentralgelegene Hamannplatz bedarf dringend einer Aufwertung, die aber bereits durch die Beauftragung eines Landschaftsarchitekturbüros zur Neugestaltung des Platzes eingeleitet wurde. Ein weiterer Aspekt, der sich auch auf die Außenwahrnehmung des Stadtteil s auswirkt, ist die gefühlte Unsicherheit durch Kriminalität, Drogen - und Alkoholkonsum im öffentlichen Raum. Besonders ältere Menschen, Frauen und Mädchen benennen eine Reihe von „Angs t- räumen“ im Stadtteil. Ziel: Bewegungsangebote für alle Altersgruppen im öffentlichen Raum Stärkung des Stadtteilzentrums durch Attraktivitätssteigerung des Hamannplatzes Stärkung der Resilienz des Stadtteils gegenüber den Folgen des Klimawandels Klimaschutz durch energetische Gebäudesanierung Maßnahmen zur Klimaanpassung Abbau von Angsträumen Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klima- anpassung 112 Maßnahmen im Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume, Parks, Grünflächen, Klimaschutz (Karte: Stadt Münster) Nr. Maßnahmen 3.1 Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpassung 3.2 Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelne Quartiere 3.3 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffentliche Gebäude) 3.4 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (private Gebäude) 3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 3.7 Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes 3.8 Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 3.9 Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 3.10 Ausbau der Radwegeverbindungen 3.11 Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen 3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 3.13 Partizipatives Konzept zur Einrichtung öffentlicher Picknickplätze 113 Maßnahme 3.1: Stadtteilbezogenes Handlungskonzept zur Klimaanpas- sung Beschreibung: Geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung sind im Stadtteil Coerde auf Grund der zu er- wartenden Zunahme von außergewöhnlichen Starkregenereignissen und Belastungen durch Wärme/Hitze zu entwickeln und umzusetzen. D ies erfordert eine stärkere funktionale Ve r- knüpfung von Gewässern und Grünstrukturen. Darüber hinaus müssen Plätze und verdichte- te Strukturen mikroklimatisch verbessert werden. Die Umsetzung des Handlungskonzepte s wird durch eine intensive Kampagne zur Information der Bürgerschaft begleitet. Beteiligte: Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) Kosten: 250.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 3.2: Energiekonzept für den Stadtteil oder einzelner Quartiere Beschreibung: Durch die Erstellung eines stadtteilweiten Energiekonzeptes sollen Energieeinsparpotenziale im Gebäudebereich identifiziert und sinnvolle Maßnahmen ermittelt werden, die zu einer er- heblichen Reduktion der CO 2-Emissionen führen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der ene r- getischen Sanierung von Gebäuden oder ganzen Quartieren , sowie der klimafreundlichen und lokalen Versorgung mit Wärme und Strom. Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) , Stadtwerke Münster Kosten: 500.000 € Umsetzungszeitraum: 2021- 2023 Priorität: 1 Maßnahme 3.3: Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffentliche Gebäude) Beschreibung: Auf Basis des erarbeiteten Energiekonzeptes für den Stadtteil bzw. einzelner Quartiere we r- den möglic herweise energetische Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden (z.B. Schulen, Kitas, etc.) durchgeführt werden. 114 Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Inves- toren Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021- 2023 Priorität: 2 Maßnahme 3.4: Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (private Gebäude) Beschreibung: Auf Basis des erarbeiteten Energiekonzeptes für den Stadtteil bzw. einzelner Quartiere we r- den möglicherweise energetische Sanierungsmaßnahmen an privaten Gebäuden durchge- führt werden. Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Private Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 3 Maßnahme 3.5: Pflanzung zusätzlicher Bäume Beschreibung: Im Verlauf des InSEK -Prozesses ist wiederholt der Wunsch nach weiteren Straßenbäumen im Stadtteil sowohl aus der Politik , als auch von der Bürgerschaft benannt worden. Es wu r- den zahlreiche potenzielle Standorte, insbesondere entlang der Königsberger Straße identifi- ziert. Auch hinsichtlich der Verbesserung des Mikroklimas, als Verdunster und Schatte n- spender, sind Straßenbäume ein wichtiger Baustein zur Klimaanpassung . Die eingegange- nen Anregungen werden zurzeit in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse und bestehenden Leitungstrassen geprüft. Beteiligte: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), AK Star- kes Coerde Kosten: 20.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 - 2023 Priorität: 1 115 Maßnahme 3.6: Aufwertung des Wohnumfeldes Beschreibung: Das Wohnumfeld ist für die Wohnzufriedenheit genauso relevant , wie der Wohnraum selbst. Je attraktiver das Wohnumfeld gestaltet ist und das A ngebot an Bewegungs - und Begeg- nungsflächen dem Bedarf der Bewohner schaft entspricht, desto mehr wird das Wohnumfeld genutzt. Rund um die Mietwohnungsanlagen bestehen vereinzelt großzügige private Freiflä- chen, die jedoch kaum angenommen werden, auch weil di ese teilweise starke Verunreini- gungen aufweisen. Um das Wohnumfeld der privaten Wohnungsunternehmen aufzuwerten und die Wohnzufriedenheit zu erhöhen, sollen die Grünflächen gemeinsam mit den Mieter /- innen gestaltet werden. Dabei sollen neben der Aufwertung der Grünflächen auch die Bewe- gungsangebote vor Ort aufgewertet bzw . geschaffen werden, damit die Bevölkerung sich auch außerhalb der Wohnung aufhalten kann. Auch die Schaffung von Begegnungsmöglich- keiten und die Überarbeitung der Lichtkonzepte tragen zur Aufwertung des Wohnumfeldes und zum Abbau von Angsträumen bei. Beteiligte: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) , Wohnung s- wirtschaft Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 3.7: Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes Beschreibung: Viele Bürger/-innen klagen auf Grund mangelnder Beleuchtung über ein fehlendes Siche r- heitsgefühl im öffentlichen Raum vor allem in den späten Abendstunden und nachts. Zur Steigerung des Sicherheitsgefühls wurde auf Initiative der AWO Coerde gemeinsam mit der Verwaltung und den Bürger/ -innen eine Begehung in den Abendstunden durchgeführt. Dort wurden Straßen und Plätze identifiziert, in denen die Beleuchtung nicht ausreichend ist und ergänzt bzw. verbessert werden muss. Diese Ergebnisse stellen die Grundlage für ein extern zu vergebenes Beleuchtungskonzept dar. Beteiligte: Stadtplanungsamt (61), Amt für Mobilität und Tiefbauamt (66), AWO, Externes Büro Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 116 Maßnahme 3.8: Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz Beschreibung: Der Hamannplatz ist als Stadtteilzentrum die zentrale Anlaufstelle in Coerde. Neben Verso r- gungsmöglichkeiten hat der Platz eine wichtig e Aufenthalts- und Wegefunktion. Neben den Zufahrten und den Parkflächen für den Kfz -Verkehr sind Flächen für Rad - und Fußverkehr ausgewiesen, ebenso wie Aufenthalts- und Spielbereiche; auf diesen Flächen gilt aktuell ein Radfahrverbot. Diese vielfältigen Nutzungsansprüche führen oftmals zu Unsicherheit seitens der Fußgänger. Durch die Festsetzung en des neu aufgestellten B-Plans Nr. 557 ist nun die Möglichkeit geschaffen worden, die Wegebeziehungen und die Verkehrsflächen auf dem gesamten Platzbereich neu zu ordnen und zu gestalten, um die Sicherheit aller Verkehrsteil- nehmer zu erhöhen. Ziel ist es, das bestehende Konzept der räumlichen Trennung von Au f- enthaltsbereichen und Flächen für den Kfz -Verkehr beizubehalten, dies spiegelt sich in der Anordnung der Kf z-Stellplätze an den Randbereichen des Hamannplatzes wider. Die Fuß- wegeführung über die Parkplatzzonen soll sicherer gestaltet und die Anbindung der angre n- zenden Wohngebiete an den Hamannplatz verbessert werden. Auch die Prüfung der Bela n- ge des Radverkehrs ist Bestandteil des Konzeptes. Ein externes Landschaftsarchitekturbüro ist damit beauftrag t, ein Konzept zur Aufwertung des Platzes mit Bewegungsangeboten, Wasserspiel und Begrünung unter intensiver Beteiligung der Bürgerschaft zu erarbeiten. Beteiligte: Sportamt (52), Gesundheitsamt (53), Stadtplanungsamt (61), Amt für Tiefbau und Mobilität (66), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Externes Büro, Bürgerschaft Kosten: ca. 40.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 Maßnahme 3.9: Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz Beschreibung: Auf der Grundlage des Konzeptes aus Maßnahme 3.8 wird der Hamannplatz unter Berüc k- sichtigung der umfangreichen B auvorhaben (Neubau Edeka, Aldi und multifunktionales Stadtteilhaus) umgestaltet. Beteiligte: Amt für Tiefbau und Mobilität (66), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Externes Büro Kosten: 1.680.000 € Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 3 117 Maßnahme 3.10: Ausbau der Radwegeverbindung Beschreibung Als Fahrradstadt verfügt Münster über ein ei genständiges Radverkehrskonzept, dessen Ziel es ist, den Radverkehr zukunftsgerecht zu entwickeln, um auch unter Umweltgesichtspunk- ten mehr Radverkehr zu generieren. Dabei gilt es nicht nur neue Radwege zu schaffen, so n- dern auch die Bestandsinfrastruktur an heutige Anforderungen anzupassen. Die Radweg e- anbindung von Coerde wird vor allem durch den Ausbau der Velorouten und der Kanalpr o- menade deutlich verbessert. Der Ausbau der Veloroute zwischen Münster und Greven ve r- bessert die Anbindung an die Innenstadt, aber auch an das überregionale Radwegenetz. Das Konzept allgemein dient der Entlastung des Straßennetzes durch den Ausbau des Ra d- verkehrs. Der Ausbau der Kan alpromenade, entlang des Dortmund -Ems-Kanals, dient als zusätzliche Anbindung an die Innenstadt und zeichnet sich b eispielsweise durch eine Ra d- wegeverbreiterung und ein adaptives Beleuchtungskonzept aus. Beteiligte: Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Wasserstraßen- und Schiff- fahrtsverwaltung des Bundes Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 3.11: Ausweisung von Wegebeziehungen / Spazierwegen Beschreibung: Nach dem Motto „Coerde – ein Stadtteil in Bewegung“ soll d ie Bewohnerschaft angeregt werden, die bereits vorhandene Infrastruktur wie Fuß- und Radwegverbindungen und Nah- erholungsgebiete intensiver zu nutzen. Mehrs prachige Übersichtsmarkierungen, Wegweiser und Pläne werden im Stadtteil angebracht. Beteiligte: Amt für Grünfl ächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Münster Marketing (MM) Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 - 2022 Priorität: 2 118 Maßnahme 3.12: Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche Beschreibung: Den Jugendlichen im Stadtteil soll ein weiterer überdachte r, gut erreichbarer Treffpunkt a u- ßerhalb ihrer häufig beengten Wohnverhältnisse angeboten werden. Angedacht ist dabei der Standort am Spielplatz Samlandufer am Dortmunder-Ems-Kanal. Beteiligte: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67), Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW e.V. (VSE) Kosten: 25.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 Maßnahme 3.13: Einrichtung öffentlicher Picknickplätze Beschreibung: Vor allem auf den Grün- und Spielflächen am Hamannplatz, am B GZ „An der Me erwiese“ und an den Spielplätzen im Stadtteil sollen Bank -Tisch-Kombinationen aufgestellt werden, damit die Eltern bzw. betreuenden Personen vor Ort bequeme Sitzmöglichkeiten haben, ihre Kinder beaufsichtigen und mit anderen ins Gespräch kommen können. Beteiligte: Amt für Mobilität und Tiefbau (66), Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit (67) , Stadtteilkümmerin / Quartiersmanag e- rin Kosten: ca. 6.400 € (1.600 € / Stück) Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 119 Handlungsfeld 4: Nahversorgung Beschreibung: Am Hamannplatz befindet sich das Nahversorgungszentrum von Coerde, der Coerdemarkt ; dort sind Versorgungsangebote zur Deckung des täglichen Bedar fs sowie gastronomische Angebote und Dienstleistungen vorhanden. Durch die kleinteilige Struktur der Ladenlokale, die sich in ein- bis zweigeschossige Flachbauten in „Waschbeton-Optik“ befinden, strahlt der Hamannplatz den „Charme der 60er Jahre“ aus. Doch eben diese Kleinteiligkeit entspricht nicht mehr den heutigen Flächenansprüchen des Einzelhandels. Die Gesamtheit der „in die Jahre gekommenen“ Gebäudesubstanz, die geringen Verkaufsflächengröße und die ungüns- tigen Ladenzuschnitte führen unter anderem dazu, dass die Kaufkraft aus de m Stadtteil ab- wandert. Ein zeitgemäßer und konkurrenzfähiger Marktauftritt ist unter diesen Umständen nicht möglich. Aus Sicht der Bürgerschaft im Stadtteil fehlt vor allem ein Drogeriemarkt. Wichtig für eine zukunftsfähige Entwicklung des Stadtteils hinsichtlich der Versorgung ist die Ansiedlung einer Nutzungsvielfalt, die neben dem unverzichtbaren Einzelhandel , eine aus- geglichene Mischung aus Gastronomie, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen, kulturellen, öffen t- lichen und sozialen Angeboten sowie Wohnnutzung bereitstellt. Diese Aspekte wurden bei der Aufstellung des neuen Bebauungsplans „Coerde-Hamannplatz Nr. 557 “, unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit, berücksichtigt. Zudem bedarf es einer zeitgemäßen und bedarfsgerechten Anpassung des öffentlichen Raumes, um die Aufenthaltsqualität am Hamannplatz durch Bewegun gsangebote, Stadtmo- biliar und einer ansprechenden Grüngestaltung zu steigern. Um die Nutzer/-innen der Fläche mit in den Umgestaltungsprozess einzubeziehen, ist auch in diesem Verfahren eine intensive Bürgerbeteiligung geplant. Ziel: Bauliche und gestalterische Aufwertung des Coerdemarktes Ergänzung des Nahversorgungsangebotes Attraktivitätssteigerung von Coerde als Nahversorgungszentrum 120 Maßnahmen im Handlungsfeld 4: Nahversorgung (Karte: Stadt Münster) Maßnahme 4.1: Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamann- platz Beschreibung: Um den Coerdemarkt als starkes Stadtteilzentrum in Coerde zu sichern und den weiteren Abzug der Kunden und ihrer Kaufkraft in die benachbarten Stadtteile zu bremsen, wurde ein Bebauungsplanverfahren „Coerde – Hamannplatz Nr. 557“ durchgeführt, mit der Zielsetzung die Fläche baulich und gestalterisch aufzuwerten. Durch ein breit angelegtes Beteiligung s- verfahren der Bürgerschaft, der Akteure vor Ort sowie der Bezirksvertretung – u.a. in Form einer Planungswerkstatt – wurden die Anforderungen an ei n intaktes Stadtteilzentrum aus der Sicht der Stadtteilbewohner verdeutlicht. Der Bebauungsplan wurde Ende 2019 als Sa t- zung beschlossen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit auf dem Hamannplatz die Bau - und Parkplatzflächen neu zu strukturieren, die Verkauf sflächen der bestehenden Einzelhändler zu erweitern, einen Drogeriemarkt anzusiedeln, die Fläche der nördlichen und östlichen L a- denzeilen zu erweitern und die großzügige Freifläche auf dem Platz neu zu gestalten und somit aufzuwerten. Die Verwaltung steht in engmaschigen Verhandlungen mit den Investoren, u.a. mit der West- fälischen Bauindustrie (WBI) , einer Tochtergesellschaft der Stadt Münster, um eine zügige Realisierung der angestrebten Angebotserweiterung zu erreichen. Für die Gestaltung der Nr. Maßnahmen 4.1 Erweiterung des Einzelhandelangebotes am Hamannplatz 4.2 Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kiesekampweg 121 Freiflächen wurde vom Stadtplanungsamt ein externes Landschaftsarchitekturbüro mit der Vorgabe einer intensiven Beteiligung der Bürgerschaft beauftragt. Beteiligte: Stadtplanungsamt (61), Investoren Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 Maßnahme 4.2: Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kie- sekampweg Beschreibung: Im Bereich Kiesekampweg / Holtmannsweg, in 1,5 km Entfernung zum Hamannplatz, wird in naher Zukunft ein neues Wohnquartier auf einer Fläche von 1,5 Hektar entstehen. Neben der Erweiterung des Wohnraumangebotes (vgl. Maßnahme 1.6) wird auch das Nahversorgungs- angebot für Coerde auf der Fläche erweitert. Vorgesehen ist die Ansiedlung eines Leben s- mittelmarktes mit einer Verkaufsfläche von ca. 1 .000 qm, aber auch die Unterbringung von kleineren Dienstleistungseinheiten, wie einer Bäckerei und/oder einem Café. Durch die Vo r- haben am Hamannplatz und am Kiesekampweg wird sich die quantitative und qualitative Nahversorgung im Stadtteil Coerde signifikant verbessern. Nach der Realisieru ng der geplanten Vorhaben sind weitere Maßnahmen zur Erweiterung der Nahversorgung, die über die Bestandssicherung der zukünftig bestehenden Lebensmit- telmärkte hinausgehen, nicht zu empfehlen und nicht vorgesehen. Beteiligte: Stadtplanungsamt (61), Investoren Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 122 Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration Beschreibung: Im Stadtteil Coerde leben derzeit über 100 verschiedene Nationalitäten. Einige Ethnien woh- nen bevorzugt gemeinschaftlich in bestimmte n Quartieren und bilden zum Teil Parallelge- sellschaften. Dadurch wird die Integration – besonders von Frauen und Mädchen – erheblich erschwert. Insbesondere in den mehrgeschossigen Wohngebäuden im Stadtteil kommt es verstärkt zu Problemen innerhalb der Bew ohnerschaft. Ein in diesem Aufgabenbereich en- gagiertes Netz von Akteu ren kooperiert regelmäßig in Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Diese Kooperation muss jedoch intensiviert werden, um die weitrei- chenden sozialen Probleme nachhaltig bewältigen zu können. Durch ein breites, niede r- schwelliges Angebot an zusätzlichen, außerschulischen Bildungsmöglichkeiten sollen Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern verstärkt die Chance der sozialen Teilha- be erhalten. Ziel: Integration von Menschen mit Migrationshintergrund durch gemeinschaftliche, e thnien- übergreifende, kulturelle und bildungsfördernde Veranstaltungen Optimierung des Zusammenlebens im Stadtteil durch Schaffung offener, positiver Rah- menbedingungen, um Vorurteile gegenüber anderen Nationalitäten, Lebensstilen und Re- ligionszugehörigkeiten abzubauen Intensivierung der Zusammenarbeit der Akteure im Stadtteil Schaffung von Transparenz über bestehende Angebote Integration durch Verbesserung der schulischen und außerschulischen Teilhabe 123 Maßnahmen im Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration (Karte: Stadt Münster) Nr. Maßnahmen 5.1 Durchführung von Internationalen Kulturfesten 5.2 Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 5.3 Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung 5.4 Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteilbücherei 5.5 Trommelworkshop 5.6 Jobcafé 5.7 Familientheater 5.8 Theaterjugendclub 5.9 Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte 5.10 Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil 5.11 Nationworker 5.12 Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“ 124 Maßnahme 5.1: Durchführung von internationalen Kulturfesten Beschreibung: Verschiedene Akteure veranstalten jährlich Feste mit kulturellen Darbietungen – wie z.B. Tanz, Musik, Theater – für alle Bewohner/-innen im Stadtteil (z.B. auf dem Hamannplatz, im multifunktionalen Bewegungsraum mit Café im Stadtteilhaus oder im BGZ „An der Meerwie- se“). Damit soll die Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen und Ethnien gefördert werden. Beteiligte: Kulturamt (41 ), Münster Marketing (MM), Stadtteilkümmerin / Quartiersmanagerin, Begegnungszentrum „An der Meerwiese “, Sozialverbände, Vereine, Freie Träger, Religionsgemeinschaf- ten, etc. Kosten: 25.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 5.2: Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus Beschreibung: In dem Stadtteilhaus wird eine Lernküche mit vier Arbeitsplätzen (für je 2-3 Personen) einge- richtet. Beteiligte: AWO Kosten: 20.000 € Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 2 125 Maßnahme 5.3: Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung Beschreibung: Zur Förderung der Toleranz für andere kulturelle Hintergründe und Lebensgewohnheiten werden Kochkurse für die im Stadtteil vertr etenen Ethnien und deutsche Bewohner/ -innen angeboten. Aufgrund der hohen Quote an Adipositas -Betroffenen und schlechter Zah n- gesundheit wird mehrsprachige Aufklärungslektüre zum Thema gesunde Ernährung angebo- ten. Beteiligte: Gesundheits- und Veterinäramt (53), AWO, Bildungsstätte A n- na-Krückmann-Haus, Tafel Münster Coerde, Familienzentren der Kirchengemeinden Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 2 Maßnahme 5.4: Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteilbücherei Beschreibung: Durch die Bereitstellung von geeigneten Räumlichkeiten in dem geplanten multifunktionalen Stadtteilhaus am Hamannplatz könnte die derzeit beengte Stadtteilbücherei ihr Angebot er- heblich ausgebauen. Der Schwerpunkt liegt in der kulturellen, schulischen und außerschuli- schen Bildungsförderung unter Einbeziehung unterschiedlicher Medien (Haus für Digitales). Um ungestört alleine und /oder in Kleingruppen zu lernen, was in vielen (kinderreichen) Haushalten im familiären Umfeld erschwert bzw. nicht möglich is t, müssen entsprechende Räume angeboten werden. Das eröffnet die Chance frühzeitig durch Bildung der Armutssp i- rale zu entgehen. Insofern hat die Stadtteilbücherei am Hamannplatz eine „Ankerfunktion“. Für Jugendliche und Erwachsene werden Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen durchgeführt, Lesungen und Diskussionsforen zu den unterschiedlichsten Lebens- bereichen angeboten. Damit sich größere Gruppen treffen können – z. B für gemeinsame Spiele, Kino und Theatervorführungen – muss ein Raum mit ent sprechender Größe berei t- gestellt werden. Beteiligte: Stadtbücherei (42), Freie Träger Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 2 126 Maßnahme 5.5: Trommelworkshop Beschreibung: Aufgrund guter Erfahrungen mit die sem Format werden in Zusammenarbeit mit den Kitas, Schulen und den Bildungs - und Betreuungseinrichtungen kostenlose und regelmäßige Trommelkurse für die Kinder und Jugendlichen angeboten werden. Die Trommelkurse finden entweder als Tagesprojekte oder in regelmäßigen Abständen statt. Beteiligte: Kitas, Schulen, Externes Fachpersonal Kosten: 1.400 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 5.6: Jobcafé Beschreibung: Um den Zugang zum Jobcenter und den Weg aus der Arbeitslosigkeit zu erleichtern, wird ein Jobcafé an das geplante Jobcenter angegliedert (vgl. Maßnahme 6.3).Dieses soll im geplan- ten, niederschwelligen und multifunktional en Stadtteilhaus zum Austausch der Betroffenen, insbesondere aus den unterschiedlichsten Kulturen, untergebracht werden. Beteiligte: Jobcenter Münster (59) Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2023 ff. Priorität: 2 127 Maßnahme 5.7: Familientheater Beschreibung: Familien mit Kindern ab sechs Jahren spielen gemeinsam Theater und erleben Freude am kreativen Miteinander. Unter professioneller Anleit ung werden Ausdrucksmöglichkeiten en t- deckt, Geschichten und Rollen entwickelt, bei denen die Teilnehmer ihre individuellen Ideen ausprobieren und mitgestalten können. Es soll ein Stück zu einem Thema entstehen, über das jede Generation nachdenkt; ein Stück für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Beteiligte: Kulturamt (41), Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ Kosten: 12.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 Maßnahme 5.8: Theaterjugendclub Beschreibung: In dem Theaterkurs werden Grundkenntnisse des Schauspiels, wie Körperausdruck, Stimm- arbeit, Ensemblebildung und die Improvisation geschult und vertieft. Die The atergruppe ist für alle spielbegeisterten Jugendlichen ab 13 Jahren geeignet, dabei dient d as Projekt der Integration, der kulturellen Bildung und zur Stärkung des Selbstbewuss tseins von Kindern und Jugendlichen. Beteiligte: Kulturamt (41), Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ Kosten: 6.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 2 128 Maßnahme 5.9: Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte Beschreibung: Um Transparenz über die vielfältigen Angebote im Stadtteil hinsichtlich der Themen Sport, Integration und Sprache für Neuzugewanderte zu schaffen, wird eine niederschwellige, inter- aktive Karte für den Stadtteil Coerde erstellt. Diese erfasst Sportvereine, Anbieter der Inte g- rations- und der berufsbezogenen Deutschsprachkurse. Anhand einer bedarfsgerechten Suchfunktion können Sprachkurse und/oder Sportangebote und deren Anbieter ausfindig gemacht werden. Neuzugewanderte können anhand der integrierten Routingfunktion von ihrem aktuellen Standpunkt aus zum Angebot gelotst werden. Zudem enthält die visuelle Verortung der Angebote Informationen zu diesen, sowie Kontaktdaten zu den Anbietern und Weblinks. Die App soll allgemein zugänglich sein. Beteiligte: Amt für Schule und Weiterbildung (40), Katasteramt (62), Müns- ter Marketing (MM), Stadtsportbund Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 5.10: Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil Beschreibung: Das kommunale Integrationszentrum (KI) führt eine Veranstaltungsreihe zum Thema „ Bil- dungsteilhabe und Bildungserfolg von Sinti und Roma“ im Stadtteil durch, um die Kompetenz der Verantwortlichen im Umgang mit dieser ethnischen Gruppe im Stadtteil zu stärken. Beteiligte: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (51), Jobcenter Müns- ter (59), Kommunales Integrationszentrum (KI) Kosten: 3.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 Priorität: 1 129 Maßnahme 5.11: Nationworker Beschreibung: Die Jugendlichen im Stadtteil werden durch einen engagierten Streetworker über den „Ve r- bund der sozialtherapeutischen Einrichtungen“ (VSE) betreut. Im Wohnquart ier Meerwiese besteht ein Anlaufpunkt mit angegliedertem Aufenthaltsbereich. Eine weitere Vollzeitstelle für eine/n Sozialarbeiter /in mit Migrationshintergrund, der /die die demokratischen Grundwerte und die deutsche Kultur der Stadtteilbevölkerung auf Augenhöhe nahebringt, ist einzurichten. Besonderer Handlungsbedarf besteht vor allem im Umgang mit dem arabischen Kulturkreis. Regelmäßige Sprechzeiten sind im Quartier in der Meerwiese (Büro des VSE) oder / und in Räumlichkeiten im geplanten, multifunktional en Stadtteilhaus am Hamannplatz niede r- schwellig unterzubringen. Beteiligte: Verband therapeutischer Einrichtungen (VSE) Kosten: 335.500 € (ohne Ausstattung und Materialien) Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 5.12: Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“ Beschreibung: Die Institution „coerde mittendrin“ ist seit geraumer Zeit eine fest etablierte Instanz im Stad t- teil Coerde, initiiert vom AK „Älter werden in Coerde“. Die große Nachfrage aus den unte r- schiedlichsten Bevölkerungsgruppen aus dem Stadtteil belegt den hohen Stellenwert dieser Stadtteilarbeit, die die AWO mit ihren vielfältigen Angeboten im „coerde mittendrin“ erfüllt. Angesprochen werden neben den Nationalitäten auch unterschiedliche Altersgruppen , wie z.B. Kinder, Jugendliche und Senioren. Beteiligte: Sozialamt (50), AWO Kosten: 406.530 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 130 Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus Beschreibung: Der Rat der Stadt Münster hat am 11.12.2019 einstimmig beschlossen, am Hamannplatz Nr. 36-40 in zentraler Lage ein multifunktionales Stadtteilhaus zu errichten (Grundsatzbeschluss V/1006/2019). Das städtische Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) wurde mit der Planung und Umsetzung d ieses ressortübergreifenden, integrierten Bege g- nungs-, Beratungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums beauftragt. Ein grundlegendes Ziel dieser niederschwelligen, zentral gelegenen Einrichtung ist die Verbesserung der Kooperat i- onsmöglichkeiten der im Stadtteil vertretenen Akteure. Die WBI erarbeitet derzeit eine Wirtschaftlichkeits - und Machbarkeitsstudie und wird auf di e- ser Grundlage einen Architekturwettbewerb durchführen. Geplant sind der Abbruch der b e- stehenden, desolaten Bausubstanz aus den 60er Jahren und die erweiterte Neubebauung in mehreren Bauabschnitten. Ziel Schaffung eines zentralen Anlaufpunktes mit vielfältigem Nutzungsspektrum Bündelung bestehender Angebote an zentraler Stelle Verbesserung der Kooperation der Akteure vor Ort Nutzung von Synergieeffekten 131 Maßnahmen im Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus (Karte: Stadt Münster) Nr. Maßnahmen 6.1 Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der potenziellen Nutzer 6.2 Durchführung eines Architekturwettbewerbs 6.3 Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses 132 Maßnahme 6.1: Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der potenziellen Nutzer Beschreibung: Die Notwendigkeit der Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungs - und Diskussionsprozesses mit der Bürgerschaft, der Politik und den Akteuren vor Ort, sowie den freien Trägern und der Fachverwaltung. An diese zen t- ralgelegene Einrichtung am Hamannplatz sind hohe Erwartungen geknüpft. Die sozialen Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern erfordern ein a n- spruchsvolles Raumprogramm, um effektiv und synergetisch arbeiten zu können. Beteiligte: Dezernat OB, WBI, Externes Büro Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 6.2: Durchführung eines Architekturwettbewerbs Beschreibung: Um d as multifunktionale Stadtteilhaus sowohl für die Bewohnerschaft, die sozialen Träger als auch für die Dienstleister optimal zu strukturieren und zu gestalten, sollen Planungsalter- nativen im Rahmen eines Architekturwettbewerbes erstellt werden. Viele verschiedene Mög- lichkeiten, diese Aufgabe in hoher Qualität zu realisieren, sind denkbar. Für Fragen zur Funktion, zum Städtebau, zur Gestaltung, zur Ökonomie und nicht zuletzt zur Nachhaltigkeit und zur Sozialverträglichkeit soll die beste Lösung gefunden werden. Beteiligte: WBI, Externes Büro Kosten: 77.400 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 133 Maßnahme 6.3: Errichtung eines multifunktionalen Stadtteilhauses Beschreibung: Durch den neuen Bebauungsplan Nr. 557 – Hamannplatz wird im Bereich der Gebäude Nr. 36-40 eine erweiterte Bruttogeschossfläche von ca. 3.000 qm ermöglicht, die zur Errichtung eines barrierefrei zugänglichen mult ifunktionalen Stadtteilhauses in dieser zentralen Lage verwendet werden soll. Das zu erstellende Raumprogramm für eine Vielzahl von zukünftigen Nutzern soll eine ve r- netzte Zusammenarbeit für stadtteilorientierte, niederschwellige und bedarfsgerechte Ang e- bote, insbesondere der Gesundheits - und Jugendhilfe, für Soziales, Beratung , Begegnung und Bildung unter einem Dach umfassen und somit die Kooperation der Akteure vor Ort aktiv stärken. Mit dem Stadtteilhaus wird das Ziel verfolgt , bereits bestehenden Angeb oten, wie z.B . der Stadtbücherei, im Stadtteil die Möglichkeit zu geben sich räumlich zu erweitern. Dabei soll grundsätzlich die Möglichkeit für alle Anbieter geschaffen werden, die Räumlichkeiten syner- getisch zu nutzen. Zudem werden Angebote, insbesondere zu den Themen Begegnung, Mit- einander und Integration , eine hohe Priorität haben. Da es sich auch um freie Träger bzw. Anbieter mit temporären Dienstleistungen handelt, die Nutzungsinteresse an den Räumlic h- keiten im Stadtteilhaus haben, sollten die Raummieten möglichst moderat ausfallen, um eine dauerhafte Auslastungsgarantie für das Stadtteilhaus zu gewährleisten. Der zu erwartende, zeitintensive Bauprozess zur Erstellung des Stadtteilhauses (Abriss der bestehenden, maroden Bausubstanz und Neubau) macht es erforderlich, geeignete S trate- gien für bedarfsgerechte Übergangslösungen zu entwickeln . Damit soll die Kon tinuität der bestehenden Angebote gewährleistet und das Auflösen bestehender Gruppen und Angebote verhindert werden. Im Zuge der derzeit laufenden Abstimmung zur Nutzungsmischung und zur zukünftigen Nu t- zerstruktur können außer der Kostenschätzung zu den allgemeinen Baukosten noch keine weiteren wirtschaftlichen Rahmendaten benannt werden. Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Nutzungsflächen im St adtteilhaus förderfähig sein werden, da je nach Nutzung s- zweck eigenwirtschaftlich darstellbare Einheiten nicht berücksichtigt werden. Im Folgenden sind die potenziellen Nutzer aufgeführt, die nach derzeitigem Verfahrensstand (März 2020) bei der Erstellung des Raumprogramms für das Stadtteilhaus am Hamannplatz berücksichtigt werden sollen . Im laufenden Abstimmungsprozess werden die potenziellen Nutzer/-innen und ihre jeweiligen Bedarfe konkretisiert. Nr. Nutzer Ziel Kontakt Zentrum für Begegnung, Beratung und Bildung 1 Stadtteilbücherei, Stadt Münster Erweiterung des Angebots, ruhige Lern- und Lesebereiche für Einzelpersonen und Grup- pen, Raum für Veranstaltungen (Lesungen, Vorträge etc.), evtl. Lesegarten Frau Dobberke 0251 492 4200 DobberkeS@stadt- muenster.de 2 Bezirksverwaltung, Stadt Münster Attraktive, niederschwellig, barrierefreie Räum- lichkeiten Frau Remmers 0251 492 1650 Remmers@stadt- muenster.de 134 3 Polizei, Stadt Münster Niederschwellige, attraktive Büroräume mit datengeschützten Besprechungsbereichen, Anlaufstelle für die Bürgerschaft Herr Hanke 0251 275 4851 Andre- as01.Hanke@polizei.nrw. de 4 Kommunaler Ordnungsdienst Herr Schulze-Werner 0251 492 3200 SchuWe@stadt- muenster.de 5 „coerde-mittendrin“ AWO Attraktiver, niederschwelliger, barrierefreier Treffpunkt für Freizeit-, Kultur- und Bildungsak- tivitäten, Räumlichkeiten für organisatorische Aufgaben Frau Al-Daghistani „coerde-mittendrin“ 0251 246 263 m.al-daghistani@awo-ms- re.de 6 DRK – Kreisverband Münster e. V. Beratung, Bildung, Betreuung für alle Alters- gruppen, Räume für Verwaltungstätigkeiten (alternativ oder in Kooperation) Frau Müller 0151 75022 685 isabel.mueller@drk- muenster.de 7 VSE – Verbund Sozialtherapeuti- scher Einrichtun- gen Herr Griese 0251 60246 jhemsnord@vse-nrw.de 8 Caritasverband für die Stadt Müns- ter e. V. Frau Reismann 0251 132 1589 9 Diakonie Münster – Beratungs- und Bildungszentrum Herr Kriegeskorte 0251 490 1528 j.kriegeskorte@diakonie- muenster.de 10 Kommunale Seniorenvertretung Treffpunkt für kleinere Seniorengruppen Herr Viehoff-Heithorn 0251 492 6080 seniorenvertre- tung@stadt-muenster.de 11 VHS, Stadt Münster Räume für Bildungs- und Kreativangebot in Kleingruppen, Bildungsveranstaltungen in grö- ßerem Rahmen Frau Schild 0251 492 4314 SchildC@stadt- muenster.de 12 Westfälische Schule für Musik Musikalische Bildungsangebote, Räume für Vorführungen Herr Motel 0251 492 4415 Motel@stadt-muenster.de 13 Jobcenter, Stadt Münster Dependance zum Standort Münster- Kinderhaus, Einzelberatung, Sich-Treffen, Sich-Austauschen im Job-Café Herr Debus 0251 492 9030 Debus@stadt- muenster.de Frau von Bischopink 0251 492 9067 vonBischopink@stadt- muenster.de 14 Haus der Familie Bildungsangebote, Kreatives, Beratung Frau Thier 0251 41866013 135 Thier-e@bistum- muenster.de 15 Bildungseinrich- tung Anna-Krückmann- Haus Angebote zur Bildung, Bewegung, Unterstüt- zung und Kreatives Frau Weichelt 0251 3929 825 weichelt@anna- krueckmann-haus.de 16 Stadtteilkümmerin / Quartiersmanage- rin/ Beirat „Sozialer Zusammenhalt“, Stadt Münster Anlauf-/Kontaktstelle für Akteure, Bürger und Verwaltung, Organisation und Initiative zur Aufwertung des Stadtteils, Begleitung der Um- setzung der Ziele des InSEKs, Evaluation, Zielanpassung, Geschäftsstelle Beirat „Sozia- ler Zusammenhalt“ Frau Harenbrock 0251 492 1263 harenbrock@stadt- muenster.de Frau Schmidt 0251 492 2709 SchmidtViola@stadt- muenster.de 17 Jugendcafé Niederschwelliger Treffpunkt mit kostengünsti- gen Angeboten für Coerderaner Jugendliche NN 18 Seniorentreff Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“ Treffpunkt für regelmäßigen Informationsaus- tausch und Planung gemeinsamer Aktivitäten Frau Hopmann 0251 247978 marianne@hopmanns.de Frau Seiling 0251 396 7955 margret.seiling@gmx.de 19 Bewegungsraum / Multifunktions- raum / Saal zum Feiern Raumangebot für Sport, Spiele, Lesungen, Informationsveranstaltungen u.ä. NN 20 Mieterberatung Räumlichkeiten zur Beratung, Unterstützung und Information für Mieter/-innen Mieterschutzverein 0251 51 17 59 info@msv-muenster.de Frau Hirsch 0251 779 428 m.hirsch@awo-ms-re.de Gesundheitszentrum 21 Kinderarztpraxis Barrierefrei zugängliche Behandlungsräume, Vermittlung an weiterführende Gesundheits- einrichtungen 0251 246 891 Kinderärztin Dr. Paschke (demnächst in Ruhe- stand) 22 Hebamme / Kinderkranken- schwester des Ge- sundheitsamtes/, Stadt Münster Treffpunkt für die Beratung und Betreuung für Schwangere mit regelmäßiger Sprechstunde Frau Heitkötter 0251 492 53 88 heitkoetter@stadt- muester.de 23 Schwangerschafts- beratung NN 24 Verein für Motothe- rapie Räumlichkeiten zur Beratung und Behandlung Frau Blume-Ulmer 0251 295 640 c.blume@mototherapie- muenster.de 25 Logopädie / Ergotherapie NN 136 26 Physiotherapie NN 27 Ernährungsbera- tung NN 28 Jugendhilfe, Stadt Münster Räume für Unterstützung, Beratung, Informati- on, Organisation, Vermittlung, KSD, Familien- bildung, Erziehungsberatung, etc. Frau Herdes 0251 492 5808 Herdes@stadt- muenster.de 29 Psychologische Beratung Treffpunkt für Beratung, Behandlung, Informa- tion, Unterstützung, Vermittlung NN 30 Sozialpsychiatri- scher Dienst Frau Heitkötter 0251 492 53 88 heitkoetter@stadt- muenster.de 31 KSD, Stadt Münster 0251 492 5671 Kommunaler- Sozialdienst-Nord@stadt- muenster.de 32 Sport- und Bewe- gungskoordinator Anlaufstelle zur Koordinierung von Sport- und Bewegungsangeboten, Information, Beratung NN 33 Amt für Schule und Weiterbildung Bildungsberatung Frau Czepok 0251 492 4042 czepok@stadt- muenster.der Beteiligte: WBI, Externe, Fachämter der Verwaltung, Behörden, Akteure im Stadtteil Kosten: 7.000.000 € Umsetzungszeitraum: 2022 ff. Priorität: 1 137 Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation Beschreibung: Der Erneuerungsprozess in Coerde bedarf aufgrund der großen Anzahl von zu bearbeiten- den Handlungsfeldern und einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen einer gut strukturierten und transparenten Organisation. Die vorhandenen Vernetzungsstrukturen in Coerde sind aufzu- greifen und zu optimieren . Dabei kommt der Stadtteilkümmerin (Amt 61) und der Quartier s- managerin (MM) der Stadt Münster eine Schlüsselfunktion zu. Die lokalen Akteure und die Politik vor Ort sind in die Arbeitsprozesse engmaschig einzubinden. Ziel: Aufbau von nachhaltigen, langfristigen, umsetzungsorientierten Kommunikationsstrukt u- ren Vorbereitung und Begleitung des Programmfortschrittes durch Monitoring und Evaluation und der Möglichkeit einer zeitnahen Zielanpassung Befähigung von Akteuren zur Kooperation Nr. Maßnahmen 7.1 Einrichtung eines Verfügungsfonds 7.2 Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement 7.3 Monitoring und Evaluation 7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ 138 Maßnahme 7.1: Einrichtung eines Verfügungsfonds Beschreibung: Im Rahmen der F örderkulisse des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ soll auch das bü r- gerschaftliche Engagement vor Ort aktiviert werden. Dazu soll ein Verfügungsfonds für den Stadtteil eingerichtet werden, der vor allem für Förderungen von kleineren, stadtkul turellen und nachbarschaftlichen Projekten seitens der Bürgerschaft in Anspruch genommen werden kann. Antragsberechtigt sind Bürger /-innen, Vereine, Institutionen und Einrichtungen aus dem Stadtteil. Ziel der Maßnahmen sollen die Stärkung der Nachbarschaft , die Steigerung der Identifikation mit dem Stadtteil und die Aufwertung des öffentlichen Raumes sein. Dazu können kleine Maßnahmen wie Mitmachaktionen, Imagekampagnen, Veranstaltungen oder Workshops beantragt werden. Die Stadtteilkümmerin und die Quartiersmanagerin überneh- men die Erarbeitung der konkreten Förderrichtlinien des Verfügungsfonds sowie die Ber a- tung und Unterstützung bei der Entwicklung von Projektideen und der Beantra gung der Mit- tel. Beteiligte: Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiermanagerin (MM) Kosten: ca. 20.000 € Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 7.2: Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement Beschreibung: Der Stadtteil Coerde hat vor allem aus gesamtstädtischer Sicht ein schlechtes Image, o b- wohl die Rahmenbedingungen innerhalb der Quartiere nicht durchweg grundsätzlich negativ zu bewerten sind. Der Realisierungsprozess der Maßnahmen aus dem InSEK soll durch eine regelmäßige Berichterstattung über Umsetzungserfolge und Aktivitäten dazu beitra gen, die- ses Negativ-Image zu verbessern und die Umsetzung der Maßnahmen transparent zu ge- stalten. Gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Starkes Coerde“, dem „Arbeitskreis Coerde“, der Internet Plattform „Coerde-Pur“, der Wohnungswirtschaft, den Vereinen, Kirchengemeinden und we i- teren Akteuren vor Ort sind gezielte Imagekampagnen unter Anleitung der Quartiersmanage- rin der Stadt Münster gebündelt und effektiv durchzuführen. Beispielsweise sollen die Infor- mationen über Sport - und Bewegungsangebote im Stadtteil in mehreren Sprachen zur Ve r- fügung gestellt werden, um die unterschiedlichen Nationalitäten zu erreichen. Auch auf Info- tafeln und Aushängen sollen mehrsprachige Informationen bereitgestellt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenbereiches der Stadtteilkümmerin / Quartiersma- nagerin ist die Zusammenarbeit mit den betreffenden städtischen Ämtern und Behörden so- wie den Akteuren vor Ort . Regelmäßige Sprechzeiten in gut zugänglichen Räumlichkeiten (voraussichtlich im multifunktionalen Stadtteilhaus) als Anlaufstelle für die Bewohne rschaft und die Akteure sind einzurichten und regelmäßige Arbeitstreffen zu vereinbaren. Zum T ä- tigkeitsspektrum gehören darüber hinaus Pressearbeit, Aufbau und Pflege einer Internetpr ä- senz in Zusammenarbeit, Vorbereitung von Informationsmaterial sowie die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Beteiligungsverfahren in Kooperation mit den beteiligten Fachämtern. 139 Beteiligte: Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiermanagerin (MM), Externe Kosten: Laufendes Geschäft der Verwaltung Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 Maßnahme 7.3: Monitoring und Evaluation Beschreibung: Das InSEK Coerde bildet einen Rahmen für die weitere strategische Quartiers- bzw. Stadttei- lentwicklung. Dieser Prozess muss sich ggf. wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und ist mit den dargestellten Maßnahmen nicht abschließend beschrieben. Vielmehr ist das InSEK auf Fortschreibung angelegt. In regelmäßigen Zeitabständen muss der Grad der Zielerreichung ermittelt und hinterfragt werden. Durch ein Monitoring wird der Umsetzun gsprozess derart gelenkt, dass das form u- lierte Ziel erreicht bzw. inhaltlich oder zeitlich angepasst werden kann. Folgende Leitfragen stehen im Vordergrund: Wurden die Maßnahmen entsprechend der Prioritätensetzung und der zeitlichen Abfolge umgesetzt? Welche Gründe haben zu einer zeitlichen Verschiebung geführt? Waren Einzelmaßnahmen nicht realisierbar – und welche Gründe waren ausschlagg e- bend? Gab es Veränderungen der Rahmenbedingungen, die zu berücksichtigen waren? Konnte(n) die Bürgerschaft sowie die Akteure vor Ort entsprechend der Zielsetzung betei- ligt werden? Zur Konkretisierung des Monitorings ist es wichtig, die definierten Ziele messbar zu machen und einen entsprechenden Indikatorenkatalog zu erstellen. Nur so kann die Erfassung und Überwachung der Erneuerung kritisch begleitet und erfolgreich umgesetzt werden. Das ko n- tinuierliche Monitoring bildet die Grundlage für die Gesamtevaluation des Prozesses. Die Vorbereitung der Evaluation muss zeitnah zu Beginn der Umsetzung getroffen werden. Zu beachten i st, dass das Gelingen der Gesamtmaßnahme nicht nur über die Auswertung von Daten und Zahlen zu ermitteln ist, sondern auch qualitative Einschätzungen als Erfolg bewertet werden können. 140 Beteiligte: Sozialamt (50), Stadtplanungsamt (61), Stadtteilkümmerin (61), Quartiersmanagerin (MM), Fachämter, Vertreter der Bezirksver- tretung Münster-Nord, u.a. Kosten: Laufendes Geschäft der Verwaltung Umsetzungszeitraum: 2022 ff. Priorität: 3 Maßnahme 7.4: Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ Beschreibung: Der Beirat stellt ein lokales Gremium dar, in dem die Stadtteilkümmerin / Quartiersmanage- rin, Mitglieder der Verwaltung, Bewohner und ausgewählte Akteure aus dem Stadtteil g e- meinsam über die Entwicklung des Stadtteils beraten. Dabei gilt es die Entscheidungen des Beirates an den grundsätzlichen Zielen des InSEKs zu orientieren. Neben dem allgemeinen Austausch über den Stand der Entwicklung entscheidet der Beirat zudem auch über die Verwendung der Finanzen aus dem Verfügungsfonds. In den gemeinsamen Sitzungen we r- den die Anträge der Antragsberechtigten vorgestellt und gemeinsam über deren Umsetzung diskutiert. Die Stadtteilkümmerin und die Quartiersmanagerin organisieren und moderieren die Zusammenkünfte des Beirates. Beteiligte: Sozialamt (50), Stadtteilkümmerin (Amt 61), Quartiersmanage- rin (MM), Bürgerschaft, Freie Träger, etc. Kosten: NN Umsetzungszeitraum: 2021 ff. Priorität: 1 C2 141 9 Finanzierungs-/ Zeitplan Die in der Tabelle verwendeten Abkürzungen befinden sich in der Legende am Tabellenende. Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestition in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 1: Wohnen 1.1 Erhebung der Wohn(raum)situation 1 64, Externe 30.000 18.000 12.000 - x 1.2 Modellgutachten „Energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ 2 64, 67, WoWi 50.000 30.000 20.000 - x x 1.3 Erweiterung des Beratungsan- gebotes im Bereich Wohnen 2 64, Freie Träger, WoWi 15.000 9.000 6.000 - x x x x x 1.4 Schulung / Einsatz von Nach- barschaftsvermittlern 2 SK / QM, WoWi, Freie Träger 23.000 13.680 9.320 - x 142 1.5 Initiierung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“ 1 50, 64, WoWi, Freie Träger 25.000 - 25.000 - x x x x x 1.6 Bedarfsgerechte Erweiterung des Wohnraumangebotes am Kiesekampweg (Altengerechter Wohnraum, Wohnraum für kin- derreiche Familien, etc.) 1 61, 64, Investo- ren NN - - NN x x x Summe Handlungsfeld 1: Wohnen 143.000 70.680 72.320 NN 143 Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 2: Soziales Erziehung 2.1 Ausbau der Kindertagesbetreu- ung 1. Erweiterung Kita Edel- bach 2. Neubau Kiesekampweg 1 51 1. 1.440.000 2. NN - 1. 630.000 2. NN NN x x 2.2 Konzepterarbeitung zur Sicher- stellung eines regelmäßigen Kitabesuch 1 51, Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe NN - - - x x 2.3 Entwicklung eines Konzeptes „Früher Kitaeinstieg“ 1 51, Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe NN - - - x 2.4 Gesundes, kostenfreies Früh- stück in Kitas 1 51, Kitas 57.500 - 57.500 NN x x x x x 2.5 Einführung von Resilienz- Kursen für Vorschulkinder 1 51, Ausgewählte Familienzentren 3.600 - 3.600 - x 2.6 Langfristige Absicherung der Lernspielgruppe „An der Meer- wiese“ 2 51, Bildungsstät- te Anna- Krückmann-Haus 8.400 - 8.400 - x 144 2.7 Intensivierung der Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“ 2 KI, Bildungsstät- te Anna- Krückmann- Haus, Ev. Kir- chengemeinde, AWO 10.445 - 10.445 - x 2.8 Unterstützung beim Übergang von der Kita zur Grundschule – „Rückenwind“ 1 51, Kita, Freier Träger der Kin- der- und Ju- gendhilfe 1.002.000 1.002.000 x x x x x Bildung 2.9 Evaluation der Bildungschan- cen im Stadtteil 1 40, 51 NN - - - x 2.10 Angebotserweiterung der musi- kalischen (Früh-)Erziehung (Lehre) 1 44 267.210 - 267.210 - x x x x 2.11 Anschaffung von Musikinstru- menten für die musikalische (Früh-)Erziehung 1 44 35.000 - 35.000 - x 2.12 Ausbau der Kooperation mit Sport- und Musikvereinen 2 44, 52, SV Teu- tonia NN - - - x x x x x 2.13 Bereitstellung eines Spielmobils 1 40, Schule, Stadtteilwerkstatt Nord 11.750 - 11.750 - x 2.14 Instandhaltung des Spielmobils 1 Schulen, Freie Träger der Ju- gendhilfe, Stadt- teilwerkstatt Nord 3.000 - 3.000 - x x x x 145 2.15 Abfall-Coaches 1 AWM, SK / QM, Kitas, Schule, Akteure aus Co- erde 372.000 223.200 148.800 - x x x x 2.16 Ausbau der Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche 1 51, Freie Träger der offenen Kin- der und Jugend- arbeit, Ev. Kir- chengemeinde NN - - - x x x x x 2.17 Aufstockung des Nachhilfean- gebotes 2 40 75.000 - 75.000 - x x x x x 2.18 Fortführung der Angebote für ältere Jugendliche im „HOT“ 1 51 NN - - - x x x x x 2.19 Ausweitung des Angebotes der Sprach- und Kulturmittler/- innnen 1 50, 53, 59, KI, Haus der Fami- lie, Stadtteilkoor- dination „Frühe Hilfen“ 8.000 - 8.000 - x x 2.20 Erweiterung des Angebotes an Deutschkursen 1 40, 41, 42, BGZ, MSO, Schule, Akteure aus den Bereichen Sport und Kultur 250.000 - 250.000 - x x x x x Sport und Gesundheit 2.21 Einstellung eines Sports- und Bewegungskoordinators 1 52, 53, VSE, Verein für Moto- therapie und Psychomotori- sche Entwick- lungsförderung e.V. 252.000 - 252.000 - x x x 146 2.23 Kooperationsprojekt „Coerdes Kinder in Bewegung“ 1 51, 52, SSB, Kita 7.500 - 7.500 - x x x x x Summe Handlungsfeld 2: Soziales 3.803.405 223.200 2.770.205 NN Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung 3.1 Stadtteilbezogenes Handlungs- konzept zur Klimaanpassung 1 66, 67 250.000 150.000 100.000 - x 3.2 Energiekonzept für den Stadt- teil 1 64, 67, Stadt- werke 500.000 300.000 200.000 - x 3.3 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (öffent- liche Gebäude) 2 64, Investoren NN - - - x x x 3.4 Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (pri- vate Gebäude) 3 64, 67, Private NN - - - x x x 3.5 Pflanzung zusätzlicher Bäume 1 67, AK Starkes Coerde 20.000 12.000 8.000 - x x x 147 3.6 Aufwertung des Wohnumfeldes 1 64, 67, WoWi NN NN NN NN x x x x x 3.7 Erstellung eines Beleuchtungs- konzeptes 1 61, 66, AWO, Externes Büro NN - - - x x 3.8 Konzept zur Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 1 52, 53, 61, 66, 67, Externes Büro, Bürger- schaft 40.000 24.000 16.000 - x 3.9 Neugestaltung des öffentlichen Raums auf dem Hamannplatz 1 61, 66, 67, Ex- ternes Büro 1.680.000 1.008.000 672.000 - x x x 3.10 Ausbau der Radwegeverbin- dungen 1 66, Wasserstra- ßen- und Schiff- fahrtsverwaltung des Bundes NN - NN - x x x x x 3.11 Ausweisung von Wegebezie- hungen / Spazierwegen 2 67, MM NN - - - x x 3.12 Zusätzlicher Outdoor-Point für Jugendliche 1 67, VSE 25.000 - 25.000 - x 3.13 Einrichtung öffentlicher Pick- nickplätze 1 66, 67, SK / QM 6.400 - 6.400 - x Summe Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume, Parks, Grünflächen, Klimaschutz und Klimaanpassung 2.521.400 1.494.000 1.027.400 NN 148 Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 4: Nahversorgung 4.1 Erweiterung des Einzelhandel- angebotes am Hamannplatz 2 61, Investor NN - - NN x x 4.2 Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern am Kiese- kampweg 2 61, Investor NN - - NN x x Summe Handlungsfeld 4: Nahversorgung NN - - NN 149 Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 5.1 Durchführung von Internationa- len Kulturfesten 1 41, MM, SK / QM, BGZ, Sozi- alverbände, Ver- eine, Freie Trä- ger, Religions- gemeinschaften, etc. 25.000 - 25.000 - x x x x x 5.2 Einrichtung einer Lernküche im Stadtteilhaus 2 AWO 20.000 - - 20.000 x 5.3 Internationale Kochkurse mit Ernährungsberatung 2 53, AWO, Bil- dungsstätte An- na-Krückmann- Haus, Tafel Münster Coerde, Familienzentren der Kirchenge- meinde NN - - NN x x x 5.4 Erweiterung des Bildungs- und Kulturangebotes der Stadtteil- bücherei 2 42, Freie Träger NN - NN - x x x 150 5.5 Trommelworkshop 1 Kitas, Schulen, Externes Fach- personal 1.400 - 1.400 - x x 5.6 Jobcafé 2 59 NN - NN - x x x 5.7 Familientheater 2 41, BGZ 12.000 - 12.000 - x x 5.8 Theaterjugendclub 2 41, BGZ 6.000 - 6.000 - x x 5.9 Niederschwelliger Zugang im Bereich Sprache und Sport für Neuzugewanderte 1 40, 62, MM, SSB NN - NN - x x x x x 5.10 Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Akteure im Stadtteil 1 51, 59, KI 3.000 - 3.000 - x 5.11 Nationworker 1 VSE 335.500 - - 335.500 x x x x x 5.12 Internationaler Treffpunkt mit Bildungsangeboten „coerde mittendrin“ 1 50, AWO 406.530 - 406.530 - x x x x x Summe Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 809.430 - 453.930 355.500 151 *Fördererwartung und Investionen Dritter sind in Abhängigkeit zur Nutzungsmischung und der zukünftigen Nutzungsstruktur zu sehen (eigenwirtschaflich dargestellte Nutzungen werden im Rahmen einer möglichen Förderung nicht berücksichtigt) Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 6.1 Erarbeitung einer Machbar- keitsstudie / Moderation des Beteiligungsprozesses der po- tenziellen Nutzer 1 Dezernat OB, WBI, Externe NN NN NN - x 6.2 Durchführung eines Architek- turwettbewerbs 1 WBI, Externe 77.400 46.440 30.960 - x 6.3 Errichtung eines multifunktiona- len Stadtteilhauses 1 WBI, Externe, Fachämter der Verwaltung, Be- hörden, Akteure im Stadtteil 7.000.000 2.600.000* - 4.400.000* x x Summe Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 7.077.400 2.646.440 30.960 4.400.000 152 Nr. Maßnahme Priorität Verantwortliche / Beteiligte für die Umsetzung Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / In- vestitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro 2021 2022 2023 2024 2025 Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 7.1 Einrichtung eines Verfügungs- fonds 1 SK / QM 20.000 12.000 8.000 - x x x x x 7.2 Öffentlichkeitsarbeit / Quar- tiersmanagement 1 SK / QM, Exter- ne LGV - - - x x x x x 7.3 Monitoring und Evaluation 3 50, 61, SK / QM, Fachämter, Ver- treter der Be- zirksvertretung Münster-Nord, etc. LGV - - - x x x x 7.4 Beirat „Sozialer Zusammenhalt“ 1 50, SK / QM, Bürgerschaft, Freie Träger, etc. 0 - - - x x x x x Summe Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 20.000 12.000 8.000 - 153 Legende: AWM Abfallwirtschaft Münster BGZ Begegnungszentrum „An der Meerwiese“ KI Kommunales Integrationszentrum der Stadt Münster LGV Laufendes Geschäft der Verwaltung MM Münster Marketing MSO Migrantenselbstorganisation NN kann noch nicht beziffert werden QM Quartiersmanagerin SK Stadtteilkümmerin Übersicht Handlungsfelder gesamt - geschätzte Kosten in Euro Geschätzte Kosten in Euro (gesamt) Fördererwartung Kommunaler Anteil / Investitionen in Euro Investitionen / Anteil Dritter in Euro Summe Handlungsfeld 1: Wohnen 143.000 70.680 72.320 - Summe Handlungsfeld 2: Soziales 3.803.405 223.200 2.770.205 - Summe Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume, Parks, Grünflächen, Klimaschutz und Klimaanpassung 2.521.400 1.494.000 1.027.400 - Summe Handlungsfeld 4: Nahversorgung - - - NN Summe Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration 809.430 - 453.930 355.500 Summe Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus 7.077.400 2.646.440 30.960 4.400.000 Summe Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation 20.000 12.000 8.000 - Summe Handlungsfelder 1 bis 7: 14.374.635 4.446.320 4.362.815 4.755.500 154 SSB Stadtsportbund SV Teutonia SV Teutonia Coerde 60 e.V. VSE Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen WBI Westfälische Bauindustrie Münster WoWi Wohnungswirtschaft 155 10 Ausblick Für den Stadtteil Coerde sind folgende Schwerpunkte von besonderer Relevanz, um den Stadtteil für die Bewohner – und auch bezüglich der Außenwahrnehmung – aufzuwerten: Verbesserung der Bildungschancen, der gesundheitlichen Chancengleichheit und der In- tegration Enge Kooperation der örtlichen sozialen Träger Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit Etablierung von einer Stadtteilkümmerin und einer Quartiersmanagerin Verbesserung der Bildungschancen, gesundheitlichen Chancengleichheit und der Integration Coerde ist geprägt von einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und einer hohen Arbeitslosigkeit. Die Konzentration der Bildu ngs-, Gesundheits- und Beratungs- einrichtungen und deren Erweiterung u.a. im geplanten Stadtteilhaus am Hamannplatz und deren Kooperation untereinander sollen dazu beitragen, dass die Bewohnerschaft – und ins- besondere Kinder und Jugendliche – die Chance erhalten, der Armutsspirale zu entkommen und sich in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Die Zusammenfassung breitgefächerter A n- gebote unter einem Dach, niederschwellig und zentral im Stadtteil gelegen, soll diesem Ziel nachhaltig entsprechen. Einen wesentlichen Beitrag soll die Erweiterung der Stadtteilbüch e- rei u.a. mit ruhigen Lernräumen beitragen. Aber auch die Kitas und Schulen im Stadtteil ste- hen hinsichtlich des hohen Anteils an bildungsfernen Familien vor einer anspruchsvollen Aufgabe, die Bildungschancen der zukünftigen Generationen positiv zu entwickeln und die Kinder und Jugendlichen aktiv zu begleiten und zu fördern. Enge Kooperation der örtlichen sozialen Träger Im Stadtteil ist das Engagement einer Vielzahl von Akteuren für die Bewohnerschaft be reits zum jetzigen Zeitpunkt hoch. Dennoch gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf in der K o- ordinierung der einzelnen Beratungs - und Bildungseinrichtungen, sowie der Angebote im Rahmen d er Gesundheitsvorsorge. So fehlen z. B. eine Dependa nce des Jobcenters und eine gut erreichbare, attraktive Kinderarztpraxis im Stadtteil . Das multifunktionale Stadttei l- haus mit entsprechenden Synergien soll hier einen entscheidenden Beitrag zu der Entwic k- lung einer zentralen Anlaufstelle im Stadtteil leisten. Das Engagement, die jeweilige fachliche Kompetenz und die Erfahrungen sind gewinnbringend in die Gesamtkonzeption des Stad t- teilhauses einzubinden. Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Umsetzung des InSEK Coerde ist die Einbeziehung der örtlichen Wohnungswirtschaft. Zwar gibt es im Stadtteil keine zusammenhängende n Großwohnsiedlungen, wie z.B. im benachbarten Stadtteil Kinderhaus, dennoch ist es für das Image der betreffenden Wohngebäude und Quartiere von Bedeutung, d ass sich die Wo h- nungsmarktakteure auf eine gemeinsame Vorgehensweise, z.B. in Bezug auf die Bel e- gungspolitik und die Betreuung der Mieterschaft , abstimmen. Die Bildung von Arbeitskreisen „Wohnungswirtschaft Coerde“ ist hier ein erster, für alle Beteiligten gewinnbringender Schritt. 156 Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten Die Auswertung der Gewichtsdaten der S chuleingangsuntersuchung zeigt, dass der Anteil an Kindern mit Übergewicht und Adipositas in Coerde im Vergleich zum gesamtstädtische n Durchschnitt deutlich höher ist. Der ortsansässige Sportverein hat im Verhältnis zu anderen Stadtteilen eine geringe Mitgliederzahl und soll te personell und in Bezug auf ein bedarfsge- rechtes Kursangebot aufgestockt werden. Ein externes Büro für Landschaf tsarchitektur wur- de für die Gestaltung der weitläufigen Außenflächen des Hamannplatzes beauftragt und b e- rücksichtigt den bisher oftmals vernachlässigten Bewegungsaspekt im öffentlichen Raum. Bei der laufenden Instandhaltung und Ergänzung der Bewegungs - und Spielangebote auf den öffentlichen Grün - und Erholungsflächen durch die Verwaltung wird diese Zielsetzung zukünftig verstärkt berücksichtigt. Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit Die ungeordnete Müllentsorgung, insbesondere rund um die Hochhäuser und auf den priva- ten und öffentlichen Grünflächen, trägt neben der Kriminalitätsrate zu dem schlechten Image des Stadtteils bei. Um zu einer verbesserten Außenraumgestaltung und einem geringeren Müllaufkommen beizutragen, werden z.B. Schulungen durch die Abf allwirtschaftsbetriebe in den Kitas und Schulen sowie Informationsveranstaltungen zur geordneten Müllentsorgung und zur Ernährung mit verpackungsarmen Lebensmitteln durchgeführt. Im multifunktionalen Stadtteilhaus soll eine niederschwellige Anlaufstelle de r Kontaktbeam- ten der Polizei /des KOD unter Berücksichtigung des Datenschutzes untergebracht werden. Räumlichkeiten für Präventionskurse, Anleitung zu mehr Respekt und Extremismus - Prävention werden bereitgestellt. Etablierung von einer Stadtteilkümmerin und einer Quartiersmanagerin Die Einrichtung eines Quartiersmanagements ist ein wesentlicher Schritt im Rahmen der Programmumsetzung. In den vergangenen Monaten konnten bei der Stadt Müns ter im Stadtplanungsamt und bei Münster Marketing neu geschaffene Stell en in diesem Aufgabe n- bereich besetzt werden, die bereits engmaschig in die Erstellung des InSEKs eingebunden wurden. Sie werden eine verbindliche Rolle als Kontaktperson en zwischen Bewohnerschaft, Akteuren und Politik vor Ort, sowie der Fachverwaltung einnehmen. Ein zentraler Aufgaben- bereich ist dabei die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. in Form der Koordination von Beteiligungspr o- zessen, aber auch die Vernetzung der betreffenden Fachbereiche innerhalb der Verwaltung bei der Umsetzung der konkreten Maßnahmen. Umsetzung des InSEKs als Gemeinschaftsaufgabe Damit die Aufwertung von Coerde zu einem lebenswerten Stadtteil erfolgreich umgesetzt werden kann, muss kooperativ gedacht und gehandelt werden. Die Programmumsetzung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Verwal tung, Politik und den Akteuren im Stadtteil. Die Maßnahmen sind darüber hinaus nur umsetzbar, wenn es gelingt, privates Engagement und eine entsprechende Investitionsbereitschaft herzustellen. Transparenz des Umsetzungsprozesses Zur Einbindung der Bürgers chaft muss der Umsetzungsprozess auf der Grundlage des In- SEKs transparent und offen gestaltet sein. Informationsveranstaltungen und Presseberichte (verständliche Gestaltung für die beteiligungsungeübte und bildungsferne Stadtteilbevölk e- rung), sowie städtebauliche und freiraumplanerische Wettbewerbe mit intensiver Einbindung 157 der interessierten Öffentlichkeit (mit Unterstützu ng von Kultur-und Sprachmittler/-innen) stel- len wichtige Bausteine dar. Die Bewohner /-innen des Stadtteils sind die Quartiersexperten; ihre „Bürgersicht“ ist entscheidende Grundlage für die Akzeptanz der konkreten Maßnahmen aus dem InSEK-Prozess. 158 11 Impressum Herausgeberin: Stadt Münster, Stadtplanungsamt Text: Frauke Popken, Nora Harenbrock, Stadtplanungsamt Layout: Brigitte Zumdick, Stadtplanungsamt Grafik: Stadtplanungsamt Redaktion: Frauke Popken, Nora Harenbrock, Stadtplanungsamt Druck: Stadt Münster, Druckerei 159 Juni 2020 (Auflage XXX)
A-R_0008_2019_a-r-0008-2019-Ein_Kinder-_und_Jugendgesundheitszentrum_Kiesekampweg_in_Coerde_entwickeln
11783 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0008/2019
Rat
santrag 04.02.2019
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. zeitnah ein Konzept für ein „Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“)
zu entwickeln. Das Konzept soll vorsehen, dass unter einem Dach in der Nähe von
zwei Kitas am Kiesekampweg in Coerde
• ein/e Kinderarzt/ärztin
• eine (Familien)Hebamme
• ein/e KulturmittlerIn
• ein/e ErnährungsberaterIn
• ein/e Fachkraft des KSD mit regelmäßiger Sprechstunde sowie
• ein/e BeraterIn aus Erziehungsberatung und/oder
Schwangerschafts(konflikt)beratung mit regelmäßiger Sprechstunde
interdisziplinär zusammenarbeiten. Ergänzt um eine Elternschule für die gesunde
Ernährung von Kindern und Jugendlichen (hierfür könnte man evtl. den MZR der Kita
nutzen). Ziel ist die ganzheitliche Versorgung der Familien durch eine vernetzte
Jugend- und Gesundheitshilfe;
2. Kontakt zur praktizierenden Kinderärztin aufzunehmen mit dem Ziel, sie für das
Modellprojekt zu gewinnen;
3. Kontakt zum Investor Holtz aufzunehmen, der das Gelände am Kiesekampweg
bebaut, auf, um die Umsetzungsmöglichkeiten und Modalitäten eines Kinder- und
Jugend gesundheitszentrums Kiesekampweg zu eruieren bzw. zu verhandeln;
4. Kontakt zur kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen mit dem Ziel, Möglichkeiten
auszuloten, die ggf. vorhandenen „Standortnachteile“ (kaum oder keine
Privatpatientinnen) auszugleichen und hierdurch die Attraktivität der
KinderarztInStelle zu steigern.
5. Die Verwaltung prüft, ob Mittel aus dem Projekt der aktuellen Landesregierung
„Zusammen im Quartier - Kinder stärken - Zukunft sichern“ oder Mittel aus anderen
Förderprogrammen des Landes akquiriert werden können.
https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/esf_programmaufruf_zusam
men_im_quartier.pdf
Anlage 5 zur Vorlage Nr. V/0224/2020
2
Das Konzept erfüllt mehrere Kriterien für eine erfolgreiche Antragsstellung beim Land
NRW:
• Verminderung sozialbedingter sowie geschlechtsbezogener Ungleichheit von
Gesundheitschancen
• Fortführung, Weiterentwicklung und Ausbau bewährter Ansätze und
Kooperationen sowie auch neue Maßnahmen oder Initiativen zu vereinbaren
und gemeinsam voranzubringen
• Gemeinsame Ziele und Handlungsfelder
• Koordinierung der Leistungen
• Zusammenarbeit der Partner
• Schaffung von transparenten Strukturen durch regelmäßige Festlegung von
Handlungsschwerpunkten
• Vor allem integrierte Konzepte im kommunalen Raum / Quartier
• lebensweltübergreifenden Präventionsketten und Bündelung von Aktivitäten
• Qualifizierung, Befähigung und Teilhabe unter Berücksichtigung
interkultureller Kompetenz im Sinne des Empowerments und der
Nachhaltigkeit
6. Die Verwaltung prüft parallel die Transferpotentiale in andere Stadtteile mit einem
hohen Grad an Kinderarmut, wie z.B. Kinderhaus, Berg-Fidel, Angelmodde. Bei
positiver Prüfung werden für die in Frage kommenden Stadtteile ebenfalls parallele
Förderanträge gestellt.
Begründung:
Elternarmut bedeutet immer Kinderarmut und damit ein hohes Risiko der
Ausgrenzung von der Teilhabe an dem, was ein Leben lebenswert macht oder
Bildungs- und Aufstiegschancen ermöglicht.
Hauptgründe sind Arbeitslosigkeit der Eltern, niedrige Einkommen durch prekäre
Beschäftigungsverhältnisse, häufig die Teilzeitarbeit Alleinerziehender und auch Familien mit
drei oder mehr Kindern sowie Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit Migrationsbezug
sind überproportional von Kinderarmut betroffen .
Bei der kind- und jugendbezogenen Armutsprävention geht es um die Folgen familiärer
Einkommensarmut für Kinder und Jugendliche in den vier zentralen
Lebenslagedimensionen:
1. Materielle Lage (materielle Ausstattung und Möglichkeit zur Teilhabe am
altersspezifischen Konsum),
2. Soziale Lage (soziale Interaktion und deren Verfügbarkeit sowie Qualität),
3. Kulturelle Lage (formale Bildung sowie non-formale und informelle Lern- und
Erfahrungsmöglichkeiten) und
4. Gesundheitliche Lage (physische und psychische Gesundheit, gesundheitsbezogene
Verhaltensweisen).
Das „soziale Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“ nimmt
insbesondere die Lebenslage Gesundes Aufwachsen in den Blick.
3
Gesundheitliche Lebenslage armer Kinder und Jugendlicher
Die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen beschreibt neben dem
physischen und psychischen Gesundheitszustand auch gesundheitsrelevante
Verhaltensweisen. Beide Gesichtspunkte sind substantiell für das gelingende Aufwachsen und
die zukünftige Teilhabe.
Arme Kinder und Jugendliche verfügen tendenziell über einen schlechteren
Gesundheitszustand
Kinderarmutsstudien belegen negative Auswirkungen von materieller Armut und
andauernden Armutserfahrungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von
Kindern. Ferner beeinflussen Armut bzw. ein niedriger sozialökonomischer Status die
körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen negativ.
Arme Kinder und Jugendliche zeigen häufiger riskantes Gesundheitsverhalten
Arme Kinder und Jugendliche sind seltener sportlich aktiv als Gleichaltrige aus finanziell
gesicherten Verhältnissen
1; im Zusammenhang damit ist auch die geringere Teilnahme an
Vereinsangeboten zu sehen. Darüber hinaus schauen arme Kinder und Jugendliche deutlich
häufiger fern – mit zum Teil problematischer und mit dem Älterwerden ansteigender Dauer. 2
Auch im Hinblick auf die Ernährung kann bei armen Kindern und Jugendlichen ein
ungesünderes Verhalten festgestellt werden: beispielsweise nimmt die armutsbetroffene
Gruppe der 11- bis 15-Jährigen seltener ein tägliches Frühstück an Schultagen zu sich, isst
seltener Obst, Gemüse und Salat. Bereits im Alter von zehn Jahren kommen arme Kinder
häufiger mit Alkohol oder Tabak in Kontakt; 3 mit zunehmendem Alter unterscheidet sich das
Konsumverhalten je nach Sozialstatus: Jugendliche aus Familien mit niedrigem
sozioökonomischen Hintergrund rauchen deutlich häufiger und trinken öfter Alkohol als
Gleichaltrige. 4
Im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für das Gesundheitsverhalten im späteren
Leben gestellt. Aufgrund der bereits früh im Lebenslauf ausgeprägten sozialen Unterschiede
im Gesundheitsverhalten sind Maßnahmen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
und ihre Lebensbedingungen besonders wichtig. Das zeigen u.a. die Ergebnisse der KIGGS-
Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. 5
Sie weisen zum Beispiel nach, dass Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozio-
ökonomischen Status sich häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien
ungesund ernähren, seltener Sport treiben und häufiger übergewichtig oder adipös sind.
Erfasst wurden die Angaben der Eltern zu ihrem Bildungsstand, ihrer beruflichen Stellung und
der Einkommenssituation.
Für die Gesundheit der Bevölkerung ist es von zentraler Bedeutung, dass bereits die Kinder
und Jugendlichen an eine gesundheitsbewusste Lebensweise herangeführt werden. Eltern
bestimmen zum Beispiel durch ihr Einkaufsverhalten und gemeinsame Mahlzeiten das
Ernährungsverhalten ihrer Kinder. Auch den natürlichen Bewegungsdrang ihres Nachwuchses
1 vgl. AWO-ISS-Studie 2012
2 vgl. HBSC-Studienverbund 2015d
3 vgl. AWO-ISS-Studie 2006
4 Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung
5 KIGGS Studie
4
beeinflussen sie durch Fördern oder Bremsen. Wie häufig sich Kinder und Jugendliche im
Freien bewegen, hängt aber auch maßgeblich von den Wohnverhältnissen ab, von
Grünflächen, Sportangeboten und dem Verkehrsaufkommen. Die Verhältnisse spielen auch
bei der Ernährung eine wichtige Rolle. So steigt die Wahrscheinlichkeit einer ungesunden
Ernährung, wenn in der Nachbarschaft vor allem Fast-Food-Angebote dominieren.
Fast jedes zweite Kind in Coerde wächst in Armut auf. Der "Münsteraner
Sozialressourcen-Score" Münsteraner Kompetenz Indikator Der Schulanfänger (KIDS-
Indikator) hat sich für die Gesundheitsberichterstattung der Schuleingangsuntersuchung als
sehr hilfreich und aussagekräftig herausgestellt. Er setzt sich aus vier Dimensionen zusammen
und fasst Facetten aus verschiedenen relevanten Teilbereichen der Lebensbedingungen des
Kindes zusammen:
• Elterliche vorschulische Förderung des Kindes (durch Sport, Schwimmen oder Musik)
• Familienkonstellation (Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen)
• Migrationsvorgeschichte und Deutschkenntnisse
• Sozialgefüge des Wohnbezirkes (gemessen an der Sozialhilfequote des Wohnbezirks).
Nachfolgend sieht man die Ergebnisse der Auswertungen der Schuleingangsuntersuchungen
in Coerde 2016 von Dr. Axel Iseke (s. Abbildungen im Anhang)
Fazit:
Vorschulisch (familiär) erworbene Kompetenzen bestimmen die Startbedingungen für
die Schulkinder
Die Kompetenzen der Kinder in den Wohnbezirken sind ungleich verteilt
Coerderaner Kinder haben bei Schuleingang besonders niedrige Kompetenzwerte
Je höher die Kompetenzwerte eines Coerderaner Kindes, umso höher die
Wahrscheinlichkeit, dass das Kind eine Grundschule außerhalb des Bezirks besucht.
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg würde die aktuellen
Herausforderungen gesundheitlicher Ungleichheit durch ein innovatives Konzept aktiv
aufgreifen indem es niedrigschwellig und gebündelt vernetzte Hilfen an einem Ort anbietet.
Das gesunde Aufwachsen würde damit erstmals durch eine bestmögliche Einbindung der
Gesundheitsversorgung in die Strukturen öffentlicher Jugend- und Gesundheitshilfen
unterstützt. Damit würden Forderungen sowohl der Ottawa-Charta als auch des 13. Kinder-
und Jugendberichts der Bundesregierung umgesetzt. Ein erheblich positiver „Social Return Of
Invest“ dürfte sich bei dieser nachhaltigen Investition ab der frühen Kindheit rasch einstellen
und damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Münster und vor allem in Coerde
nachhaltig verbessern und den Stadtteil Coerde insgesamt nachhaltig stärken.
Ebenso könnte man auch eine solche Einrichtung in andere Stadtteile transferieren, wie z.B.
Kinderhaus, Berg-Fidel oder Angelmodde Waldsiedlung. Hierbei soll mit den örtlichen
Trägern der Freien Kinder- und Jugendhilfe das kommunale Netzwerk für Präventionsarbeit
weiter gemeinsam gestärkt werden.
Stefan Weber Otto Reiners
und Fraktion und Fraktion
5
Abb.1: KIDS Indikator
Abb. 2: KIDS-Wert nach Wohnbezirk
Abb. 3: Grundschulbesuch der Kinder, die im Bezirk Coerde leben
Münster,
gesamt
Coerde
KIDS =
110
KIDS =
162
Coerde
6
Literatur
Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung
https://www.bertelsmann-
stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_WB_Armutsfolgen_f
uer_Kinder_und_Jugendliche_2016.pdf
Kinder- und Jugendgesundheitsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC)
http://www.gbe-
bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_spr
ache=D&p_suchstring=14467
KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder
und Jugendlichen in Deutschland.
https://www.kiggs-studie.de/deutsch/home.html
Holz/Laubstein/Sthamer (2012): Lebenslagen und Zukunftschancen von (armen) Kindern und
Jugendlichen in Deutschland 15 Jahre AWO-ISS-Studie
http://www.iss-ffm.de/m_106
Beschlussvorlage
17164 Zeichen
V/0224/2020
V/0224/2020
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde
Beratungsfolge
28.05.2020 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung
Vorberatung
09.06.2020 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
16.06.2020 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung
17.06.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen
Vorberatung
24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
24.06.2020 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat legt das in Anlage 1 abgegrenzte Gebiet im Stadtteil Münster -Coerde als
Maßnahmengebiet gem. § 171 e (3) BauGB fest und beauftragt die Verwaltung, die Aufnahme
in das Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ zu beantragen.
2. Der Rat stimmt dem in Anlage 2 dargestellten Integrierten Stadtteilentwi cklungskonzept /
Städtebaulicher Maßnahmenplan gem . § 171 e (4) BauGB als handlungsleitendem
Orientierungsrahmen für die weitere En twicklung des Stadtteils Coerde gem. räumlichem
Bezug der Anlage 1 zu.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen, für die
Umsetzung der in Anlage 2 enthaltenen Maßnahmen und Projekte eigenständig Anträge auf
Städtebauförderung aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ zu stellen.
4. Die notwendigen Finanzmittel werden entsprechend der Zuständigkeit bei den Projekten und
Maßnahmen im Rahmen der in Anlage 2 dargestellten Maßnahmen- und Zeitplanung (Kap. 8)
bereitgestellt. Dabei steht die konk rete jährliche Mittelbereitstellung unter dem Vorbehalt der
Zustimmung des Rates zum jeweiligen Haushaltsplan.
Stadtplanungsamt
09.03.2020
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Popken
Telefon: 492-6182
PopkenF@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0224/2020
Die Veranschlagung der Haushaltsmittel erfolgt über die jeweils zuständig en Fachämter der
Stadt Münster im Rahmen ihrer eigenen Haushaltsplananm eldungen in den kommenden
Jahren entsprechend der Maßnahmentabelle im InSEK (siehe Anlage 2, Kap. 9).
5. Die folgenden von 2016 bis 2019 gestellten Anträge zum Stadtteil Coerde (siehe Anlage 3 - 7)
sind damit erledigt:
a. R/0015/2016 der SPD -Fraktion vom 07.04.2016 (V/0929/2016) „Münster für alle -
Städtebauförderung für Coerde beantragen“
b. R/0023/2016 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 03.05.2016
(V/0929/2016) „Starke Quartiere - starke Menschen“
c. R/0008/2019 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 04.02.2019
(V/0957/2019) „Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum in Coerde entwickeln“
d. R/0013/2019 der SPD -Fraktion vom 20.03.2019 „Gute Perspektiven für Münster -Coerde
schaffen“
e. R/0014/2019 der CDU -Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 04.05.2019
„Starke Quartiere - Starke Menschen, Soziales Miteinander fördern - Quartiere im Stadtteil
stärken - Ordnungspartnerschaften schaffen“
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es ergibt sich folgende Finanzierungsübersicht für den Zeitraum 2020-2025:
Gesamtausgaben 14.374.635 ,- €
Davon erwartete Einnahmen aus der Landesförderung 4.446.320 ,- €
Davon vereinbarte Beteiligung Dritter/Träger 4.755.500 ,- €
Es verbleiben zur städtischen Finanzierung 4.362.815 ,- €
Begründung:
In Kenntnis der im Jahr 2016 gestellten Anträge an den Rat und auf der Grundlage des dazu von der
Verwaltung formulierten H andlungsvorschlages (vgl. V/0929 /2016), hat der Ausschuss für
Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen am 24.11.16 die Verwaltung beauftragt, ein
Entwicklungskonzept für den Stadtteil Münster Coerde, insbesondere für die Aufwertung der Lebens-,
Wohn- und Arbeitsbedingungen, zu erstellen. Basis dieser Entscheidung war insbesondere die
Auswertung und Analyse eines Indikatoren-Vergleichs von sechs auffälligen Münsteraner Stadtteilen.
Die Indikatoren zeigen beispielsweise in Coerde vielfach herausfallende W erte auf, z. B. der hoh e
Anteil von Menschen mit Migrationsvorgeschichte (103 Nationalitäten). Soziale Probleme ergeb en
sich aus einem hohen Jugendanteil sowie einem hohen Arbeitslosenanteil mit hoher
Jugendarbeitslosigkeit. Alle Quartiere im Stadtteil (Stadtzelle n 611 bis 615) zeigen hinsichtlich der
oben genannten Indikatoren statistische Auffälligkeiten auf und weisen im Vergleich zu den anderen
analysierten Stadtteilen auf einen dringenden Handlungsbedarf in Coerde hin.
In der Bürgerumfrage 2015 schnitt der Stadtteil im gesa mtstädtischen Vergleich insbesondere in
Bezug auf die Einschätzung zur Attraktivität des Stadtteils durch die Bewohnerschaft
unterdurchschnittlich ab. Ein entscheidender Grund la g in der Angebotssituation im Stadtteilzentrum,
dem Coerdemarkt am Hamannplatz . Mit seinen ein - bis zweigeschossigen Flachbauten, einer
Fassadenverkleidung aus „Waschbeton“ und einigen leerstehenden Ladenlokalen sowie seinen
weitläufigen und wenig gestalteten Freiflächen von ca. 6 .000 qm ist der Coerdemarkt - trotz
- 3 -
V/0224/2020
mehrfacher Erneuerungsmaßnahmen – noch immer vom „Charme der 60er Jahre“ geprägt.
Den in den letzten Jahren deutlich gewachsenen Flächenansprüchen des Einzelhandels wird die
bestehende, kleinteilige Struktur in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht. Die „in die Jahre
gekommene“ Gebäudesubstanz, zu geringe Flächengrößen und ungünstige La denzuschnitte
entsprechen nicht mehr den Anforderungen des Handels an einen zeitgemäßen Marktauftritt. Eine
Aufwertung dieser von der Bevölkerung negativ beurteilten Situation, kann nun jedoch durch eine
Neustrukturierung und Ausweitung der überbaubaren F lächen, im gemeinsamen Bemühen mit den
Ladenbetreibern/-besitzern erreicht werden. Die Grundlage dazu bietet der Bebauungsplans Nr. 557 „
Coerde - Stadtteilzentrum am Hamannplatz“, welcher im Dezember 2019 vom Rat der Stadt
beschlossen wurde.
Die Erarbeitung des vorgelegten Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (InSEK) für den Stadtteil
Coerde erfolgte in der Zeit zwischen Dezember 2016 bis März 2020. Besonders im Fokus standen
dabei die Beteiligung der Bewohnerschaft, der verschiedenen Akteure vor O rt, der Institutionen und
Vereine sowie der betroffenen Fachverwaltung. Zur intensiven Begleitung des Verfahrens wurde ein
Interfraktioneller Arbeitskreis aus Mitgliedern der Bezirksvertretung Münster -Nord gebildet, um einen
kontinuierlichen, informellen Dialog mit der Politik vor Ort zu gewährleisten.
Als identitätsstiftendes „Leuchtturmprojekt“ kann die geplante Errichtung eines neu zu errichtenden
multifunktionalen Stadtteilhauses mit einem breit gefächerten Angebot sozialer Einrichtungen und
vielfältiger Dienstleistungen unter einem Dach am Hamannplatz Nr. 36 -40 bezeichnet werden
(V/1006/2019). Ein wesentlicher Bestandteil dieses Stadtteilhauses ist das geplante
ressortübergreifende, integrierte Begegnungs -, Bildungs - und Gesundheitszentrum, welches
insbesondere der strukturellen Vernetzung und interdisziplinären Zusammenarbeit von Gesundheits -
und Jugendhilfe dient und weitere Partner aus den Bereichen Soziales und Bildung umfassen wird
(V/0957/2019).
Mit dem multifunktionalen Stadtteilhaus werden umfa ssend die im Rahmen des integrierten
Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde benannten Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger, der Akteure
vor Ort, der Politik und der Verwaltung aufgegriffen.
Durch einen Grundsatzbeschluss hat der Rat der Stadt im Dezember 2019 das städtische
Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) als Investor mit der umfassenden
Aufgabe der Planung und Umsetzung des Vorhabens beauftragt.
Um das multifunktionale Stadtteilhaus sowohl für die Dienstleister und Sozialen Träger als auch für
die Bewohnerschaft von Coerde optimal zu strukturieren und zu gestalten, sollen im Rahmen eines
Architekturwettbewerbes Planungsalternativen, für die zukünftig zur Verfügung stehenden rund 3 .000
qm Bruttogeschossfläche, gemeinsam erstellt werden.
Ergänzend wurde für die weitläufigen, derzeit wenig attraktiv gestalteten Freiflächen des
Hamannplatzes, die auch nach den Um - und Neubauvorhaben weiterhin zur Verfügung stehen, im
Dezember letzten Jahren beschlossen, ein externes Büro für Landschaftsarch itektur mit der
Neugestaltung des Hamannplatzes zu beauftragen. Wie schon beim Integrierten
Stadtteilentwicklungskonzept, wird auch die Planung zum Hamannplatz unter Einbeziehung der
Bürgerschaft und der Akteure vor Ort erfolgen, so dass ein gemeinsam abge stimmter und tragfähiger
Entwurf entstehen wird, der nach dem Abschluss der Hochbauvorhaben umgesetzt werden kann.
Für die Erstellung des Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde wurden im Wesentlichen folgende
Verfahrensschritte durchgeführt:
Startgespräch, Ermittlung von Basisdaten, Abgleich vorhandener Daten zu den Indikatoren
Befragung von Schlüsselpersonen, Akteuren, Initiativen, Institutionen, Vereinen, Kirchen,
Bildungseinrichtungen
Auswertung der Interviews und Festlegung von Handlungsschwerpunkten
Intensive Abstimmung mit den städtischen Fachämtern
Öffentliche Auftaktveranstaltung mit Themenstationen
Beteiligung von ca. 230 Hauptschüler/-innen im Rahmen eines Projekttages
- 4 -
V/0224/2020
Beteiligung der sechs im Stadtteil am stärksten vertretenen, ethni schen Gruppen anhand von
Themenstationen
Zwischenberichte an die Bezirksvertretung Münster-Nord und die beteiligten Fachämter
Erstellung einer Stärken -Schwächen-Analyse und Herleitung erster, fac hübergreifender
Handlungsfelder
Entwicklung eines Maßnahmenprogramms mit der Festlegung von Handlungsschwerpunkten
Umfangreiche Abstimmung der Inhalte des Maßnahmenprogramms mit den Fachämtern, den
lokalen Akteuren, der Bewohnerschaft und der Politik
Erarbeitung einer konkreten Maßnahmen- und Projektliste mit Zeit- und Finanzierungsplan
Konkretisierung einzelner Projekte (multifunktionales Stadtteilhaus, Freiraumgestaltung des
Hamannplatzes)
Auf der Grundlage der Recherchen vor Ort, der intensiven Beteiligungsverfahren, des Austausches
der Akteure und der Politik vo r Ort und der Verwaltung wurde eine Stärken -Schwächen-Analyse
erstellt, woraus sich folgende Handlungsfelder für den Stadtteil Coerde als besonders zielführend und
wichtig erwiesen haben:
Handlungsfeld 1: Wohnen
Handlungsfeld 2: Soziales (Erziehung, Bildung, Sport und Gesundheit)
Handlungsfeld 3: Öffentliche Räume / Parks / Grünflächen / Klimaschutz und Klimaanpassung
Handlungsfeld 4: Nahversorgung
Handlungsfeld 5: Miteinander / Integration
Handlungsfeld 6: Multifunktionales Stadtteilhaus
Handlungsfeld 7: Umsetzung / Organisation
Das InSEK Coerde enthält eine mit allen Akteuren erarbeite te Maßnahmenliste, deren Realisierung
eine Aufwertung und deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse im Stadtteil erwarten lässt.
Unterstützend wurde mehrfach das B eratungsangebot des „Netzwerkes Soziale Stadt NRW“ in
Anspruch genommen, um das InSEK zielführend für eine mögliche Städtebauförderung aufzustellen.
Dementsprechend strebt die Verwaltung eine Aufnahme in das Programm „Sozialer Zusammenhalt“
mit entspreche nder Förderung durch das Land NRW an. Zur Sicherung einer nachhaltigen
Finanzierung und zur Darstellung des verbleibenden Eigenanteils werden die Stadt oder auch Dritte
einen finanziellen Beitrag leisten.
Die aufgeführten Projekte haben im Wesentlichen das Ziel, mit städtebaulichen, sozialen und
integrativ wirkenden Maßnahmen die Bewohnerschaft in ihren Belangen zu unterstützen und zu
fördern sowie insbesondere die Zugänge zu den bereits vorhandenen Potenzialen zu verbessern und
weiterzuentwickeln.
Dies geschieht umfassend in allen Handlungsfeldern und Maßnahmen durch die differenzierte
Betrachtung und Berücksichtigung verschiedener Lebenssituationen wie z.B. Alter, Nationalität,
Familienstand etc. . Ein besonderer Schwerpun kt liegt im Stadtteil Coerde in der Abwendung von
Armut und Benachteiligung durch die Stärkung und Erweiterung der Unterstützungsangebote, um
damit einhergehend die Bildungschancen zu verbessern.
Durch geplante bauliche Veränderungen an den vorhandenen Woh ngebäuden kann, je nach
Intensität der geplanten Maßnahmen, auch ein erheblicher Beitrag zur energetischen
Gebäudesanierung bei den überwiegend privaten Gebäuden geleistet werden. Bei den geplanten
neuen Geschäftsgebäuden am Hamannplatz, einschließlich des multifunktionalen Stadtteilhauses, ist
dies im Rahmen der Baudurchführung bereits standardmäßig vorgesehen.
Die Umgestaltung und Weiterentwicklung der Grün - und Freiflächen am Hamannplatz mit der
Anbindung an die angrenzenden Quartiere und der Anbindung an die vorhandenen Grünstrukturen
schafft neue Aufenthaltsqualitäten und trägt mit der Erweiterung der Durchgrünung zur Verbesserung
des lokalen Klimas und der Abmilderung schädlicher Klimaauswirkungen bei. Die Verbesserung des
lokalen Fuß - und Radwegenetz es bildet einen ersten Baustein für eine stadtteilbezogene,
- 5 -
V/0224/2020
klimafreundliche Mobilität, die im Gesamtzusammenhang mit den geplanten Velorouten eine
deutliche Verbesserung der Umweltbilanz erwarten lässt.
Im InSEK sind Maßnahmen aufgelistet, die sowohl ein zeln als auch im Zusammenhang positive
Auswirkungen auf den Stadtteil und die dort lebenden Menschen haben werden. In diesem Sinne
empfiehlt die Verwaltung, die schrittweise Umsetzung der dargestellten Projekte entsprechend der
Maßnahmenliste entweder durch die entsprechend zuständigen Fachämter, Institutionen, Träger und
andere Organisationen oder projektbezogen gemeinsam.
Durch dieses gemeinsame Engagement kann es gelingen, Coerde in den nächsten Jahren zu einem
lebenswerteren, bunteren, sozialeren und ansprechenderen Stadtteil in Münsters Norden zu machen.
Bearbeitungsstand der vorliegenden Anträge
Zu den unter Punkt 5 genannten Anträgen dieser Vorlage wird wie folgt Stellung genommen:
a.
Mit der Erstellung des InSEKs, dem dazugehörigen Maßnahmenkonze pt (vgl. Anlage 2, Kap. 8)
und der gem. Beschlusspunkt 3 dieser Vorlage beauftragen Beantragung von Städtebaufördermit-
teln im Rahmen des Bund -Länder-Programms „Sozialer Zusammenhalt“ ist der Antrag A -
R/0015/2016 (Anlage 3) erledigt.
b.
Den im Antrag A -R/0023/2016 (Anlage 4) formulierten Aspekten in Bezug auf den Stadtteil
Coerde („Potentielles Fördergebiet Münster -Coerde“) wurden mit der Erstellung des InSEKs
gefolgt.
c.
Dem Antrag A -R/0008/2019 (Anlage 5) wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anhang 2,
Kap. 8) gefolgt. Nach intensiver Diskussion mit den zuständigen Fachämtern, dem
Interfraktionellen Arbeitskreis der Bezirksvertretung Münster -Nord, den freien Trägern und
sonstigen Akteuren vor Ort wurde entschieden, das Kinder - und Jugendgesundheitszen trum
unter anderem mit einer Kinderarztpraxis in dem neu zu errichtenden, multifunktionalen
Stadtteilhaus nicht am Kiesekampweg, sondern in zentraler Lage am Hamannplatz
unterzubringen.
Der ASSVW hat mit der Vorlage V/0929/2016 zudem beschlossen, ein Integ riertes
Entwicklungskonzept auch für den Stadtteil Berg Fidel zu erarbeiten und ggf. Förderanträge
gem. Städtebauförderrichtlinie NRW zu stellen.
d.
Dem Antrag A-R/0013/2019 (Anlage 6) wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anlage 2, Kap.
8) gefolgt. Der Anregung einen Abenteuer -/Bauspielplatz als freizeitpädagogisches Angebot für
Kinder und Jugendliche im Stadtteil Coerde einzurichten, konnte allerdings auf Grund der Nähe
zu einer bereits im benachbarten Stadtteil Kinderhaus bestehenden, vergleichbaren Einrichtung
nicht gefolgt werden.
Die Möglichkeit zum gemeinschaftlichen, interkulturellen Gärtnern konnte im Rahmen der
Erarbeitung des InSEKs auf Grund von Mangel an geeigneten, öffe ntlichen Flächen nicht in die
Maßnahmenliste aufgenommen werden. Die diesbezügliche Aufwertung privater Flächen
hingegen wird Thema in den geplanten wohnungswirtschaftlichen Arbeitskreisen sein.
e.
Dem Antrag A-R/0014/2019 (Anlage 7) wurde mit der Erstellung des InSEKs (vgl. Anlage 2, Kap.
8) gefolgt. Nach intensiver Diskussion mit den zuständigen Fachämtern, dem Interfraktionellen
Arbeitskreis der Bezirksvertretung Münster-Nord, den freien Trägern und sonstigen Akteuren vor
Ort wurde entschieden, ein multi funktionales Stadtteilhaus durch das städtische Unternehmen
Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) in zentraler Lage am Hamannplatz errichten zu lassen.
Hier soll u.a. auch die Möglichkeit geschaffen werden, ein temporär zu besetzendes
Stadtteilbüro für eine Stadtteilkümmerin bzw. eine Quartiersmanagerin einzurichten.
- 6 -
V/0224/2020
I.V.
gez.
Robin Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage 1: Abgrenzung des Untersuchungsgebiets (Gebietsbezug)
Anlage 2: Integriertes Entwicklungskonzept Coerde mit Übersicht der Maßnahmen
+ Finanzierungs- und Zeitplan
Anlagen 3 - 7: Anträge der Jahre 2016 – 2019 betreffend die Stadtteilentwicklung von
Coerde
20200429_Untersuchungsgebiet
338 Zeichen
Anlage 1 zur Vorlage Nr. V/0224/2020 Plangebiet / Maßstab ohneGebietsabgrenzung Integriertes Entwicklungskonzept Coerde© Stadt MünsterPfad: K:\61_2\07_Stadtteilplanung\Coerde\06_CAD\Gebietsabgrenzung_Soziale-Stadt\Untersuchungsgebiet.dwgMünsterInnenstadt Abgrenzung Untersuchungsgebietca. 270 ha BahnlinieZentraldeponie Dortmund-Ems-Kanal
Anlage A
4349 Zeichen
Anlage A zur V/0224/2020 Kurzüberblick Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen der Stadt Münster hat am 24.11.2016 die Verwaltung beauftragt, ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) für den Stadtteil Coerde zu erarbeiten. Das Ziel ist es mit einem thematisch breit aufgestellten Maßnahmenkatalog den bestehenden, durch zahlreiche Indikatoren belegten, Missständen ent- gegenzuwirken. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er- lebnisqualität weiterentwickeln: mit hohem Wohnwert und Familienfreundlichkeit mit niedrigschwelligen Integrations- und Begegnungsangeboten zur Schaffung einer sozia- len Balance in der Stadtgesellschaft mit vielfältigen und bedarfsgerechten Bildungs-, Beratungs- und Gesundheitsangeboten mit breiten Freizeit-, Sport- und Bewegungsangeboten mit hoher Umwelt- und Naturqualität“ verfolgt. Durch verschiedene Maßnahmen und Projekte sollen perspektivisch die Lebens- und Wohnquali- tät im Stadtteil Coerde erheblich verbessert werden. Im Fokus der Umsetzung des InSEKs stehen Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Bildung, der Gesundheit und der Armutsbekämp- fung sowie des Miteinanders der verschiedenen Nationalitäten im Stadtteil. Auf Basis dieser Beschlussvorlage sollen Fördermaßnahmen gemäß Städtebauförderrichtlinien NRW beantragt werden. Unter Berücksichtigung der bestehenden Umwelt- und Naturpotenziale im Stadtteil soll das Frei- zeit-, Sport- und Bewegungsangebot für alle Ethnien ausgebaut werden. Die Integration von Menschen mit Migrationsvorgeschichte soll durch Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsangebo- te gefördert werden. Durch eine Verbesserung der Vernetzung der Akteure im Stadtteil sollen Synergien geschaffen werden, die die bereits vorhandenen Potenziale stärken. Dadurch soll das negative Image des Stadtteils im Sinne des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ durch Begeg- nungsangebote zwischen den im Stadtteil zahlreich lebenden Ethnien abgebaut werden. Ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung dieser grundsätzlichen Zielsetzung für die weitere Stadtteilentwicklung von Coerde ist die Errichtung eines „multifunktionalen Stadtteilhauses“ am Hamannplatz Nr. 36 – 40, zu der die WBI mit einem Grundsatzbeschluss beauftragt wurde, alle erforderlichen Schritte zu dessen Realisierung einzuleiten (V/1006/2019). Finanzierung Produktgruppe: 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Zur Umsetzung der Projekte und Maßnahmen aus dem integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) für Coerde sind weitere Anträge und Beschlüsse aus den parlamentarischen Gremien er- forderlich. Über deren genaue Realisierungszeiträume sowie über damit verbundene konkrete Kos- ten und deren Finanzierung werden die zuständigen Gremien zum gegebenen Zeitpunkt mittels se- parater Vorlagen informiert bzw. werden dann entsprechende Beschlüsse zu fassen sein. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Das integrierte Stadtteilentwicklungskonzept stellt die langfristige Entwicklung von Coerde für alle Bereiche der Grunddaseinsfunktion (Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Bildung, Gesundheit, Erholung etc.) dar. Damit ist dieses Konzept eine wichtige Grundlage dafür, den Anforderungen des § 171 e BauGB Rechnung tragen zu können und damit gleichzeitig die Voraussetzung für mögliche För- dermittel zu schaffen. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Mit der Vorlage werden insbesondere die Querschnittsthemen Demographie, Migration, Integrati- on und Klimaschutz im Sinne der weiteren Stadtteilentwicklung von Coerde positiv aufgegriffen. Die in der Anlage 2 dargestellten Maßnahmen und Projekte des integrierten Stadtteilentwick- lungskonzeptes für Coerde dienen dieser Zielsetzung.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (26)
- Breslauer Straße
- Königsberger Straße
- Bahnhofstraße 9
- Windthorststraße 7
- Kemperweg
- Heckenweg
- Kiesekampweg 121
- Holtmannsweg
- Schifffahrter Damm
- Hoher Heckenweg
- Nerzweg
- Marderweg
- An der Meerwiese
- Gleiwitzer Straße
- Kanalpromenade
- Brüningheide
- Hoppengarten
- Coerdestiege
- Hacklenburg
- Samlandufer
- Edelbach 25
- Eichhornweg
- Coerheide
- Kinderhaus
- Promenade
- Dachsleite
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0224/2020
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.05.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37