V/0156/2012
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Städtischen Bühnen Münster für das Wirtschaftsjahr 2010/2011
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Beschlussvorlage
4293 Zeichen
V/0156/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Städtische Bühnen Betrifft Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Städtischen Bühnen Münster für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 Beratungsfolge 15.03.2012 Kulturausschuss Vorberatung 15.03.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 21.03.2012 Hauptausschuss Vorberatung 21.03.2012 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Jahresabschluss 2010/2011 der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Städtische Bü h- nen Münster, bestehend aus der Bilanz, der Gewinn - und Verlustrechnung sowie dem L a- gebericht der Betriebsleitung, wird zur Kenntnis genommen. 2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 nebst Anhang und dem Lagebericht der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Städtische Bühnen Münster am 15.02.2012 d urch die Concunia GmbH Wirtschaftspr ü- fungsgesellschaft, Münster, der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 weist einen Jahre s- überschuss von 3.348,83 € aus. Der Jahresüberschus s wird in die Gewinnrücklage eing e- stellt. 4. Der Betriebsleitung der Städtischen Bühnen Münster wird für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 Entlastung erteilt. 5. Zur Prüfung des Jahresabschlusses 2011/2012 der Städtischen Bühnen Münster wird die Concunia GmbH Wirt schaftsprüfungsgesellschaft, Grevener Straße 105, 48159 Münster, bestellt. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Kosten der Prüfung des Jahresabschlusses 2011/2012 im Wirtschaftsplan 2011/2012 berücksichtigt sind. Vorlagen-Nr.: V/0156/2012 Auskunft erteilt: Herr Braun Ruf: 59 09 121 E-Mail: Braun@stadt-muenster.de Datum: 27.02.2012 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0156/2012 Begründung: Die Concunia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Münster hat im Auftrag der Städtischen Bühnen Münster mit Zustimmung der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein -Westfalen den Jahres- abschluss und Lagebericht des Wirtschaftsjahres 2010/2011 geprüft . Die geprüften Unterlagen sind gemäß gem. § 13 der Betriebssatzung der Städtischen Bühnen dem Betriebsausschuss und dem Rat vorzulegen. Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung NRW in Verbindung mit den handelsrechtlichen Bestimmungen aufgestellt worden. Zum Lagebericht wurde seitens der Concunia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgestellt, dass dieser entsprechend § 25 EigVO aufgestellt worden ist, im Einklang mit dem Jahresabschluss steht und die sonstigen Angaben im Lagebericht keine falsche Vorstellung von der Lage des E i- genbetriebes vermitteln und die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend darg e- stellt sind. Die Concunia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilt den Städtischen Bühnen Münste r für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die weiteren Einzelheiten zum Jahresabschluss 20 10/2011 können den beigefügten Unterlagen entnommen werden. Darüber hinaus werden die Abschlussergebnisse vom Prüfungsleiter, Herrn Diplom -Betriebswirt Christian Trost, der Concunia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Betriebsausschusssit- zung am 15.03.2012 im Einzelnen erläutert. Die Prüfung des Jahresabschlusses der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Städtische Bühnen Münster obliegt gem. §106 Abs. 2 GO NW der Gemeindeprüfungsanstalt. Diese bedient sich zur Durchführung der Jahresabschlussprüfung eines Wirtschaftsprüfers oder einer Wirtschaftspr ü- fungsgesellschaft. Die Städtischen Bühnen Münster können einen Vorschlag unterbreiten, dem die Gemeindeprüfungsanstalt folgen soll. Gem. § 5 EigVO benennt der Betriebsausschuss die Prüferin oder den Prüfer für den Jahresa b- schluss. In Abstimmung mit dem Amt für Finanzen und Beteiligungen und dem AWR wird vorgeschlagen, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gemeindeprüfungsanstalt, die Concunia GmbH Wir t- schaftsprüfungsgesellschaft mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2011/2012 zu beauftragen. Gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlage: Jahresabschluss 2010/2011 Städtische Bühnen Münster
Anhang Lagebericht
48672 Zeichen
Eigenbetriebsähnliche Einrichtung
Städtische Bühnen Münster
Jahresabschluss
für das
Wirtschaftsjahr 2010/2011
2
Bilanz zum 31.08.2011
A K T I V A 31.08.2011 Vorjahr
=========== € €
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 13.367,41 9.149,19
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.611.348,73 3.705.017,02
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 243.692,51 606.659,08
Summe Sachanlagen 4.855.041,24 4.311.676,10
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 111.542,40 111.542,40
Sonstige Ausleihungen 19.895,21 25.379,49
Summe Finanzanlagen 131.437,61 136.921,89
Summe Anlagevermögen 4.999.846,26 4.457.747,18
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 67.263,00 113.935,00
Summe Vorräte 67.263,00 113.935,00
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Forderung aus Lieferungen und Leistungen 734.778,99 34.578,07
Forderungen gegen die Stadt Münster
davon Forderungen gegen die Stadt Münster mit einer Laufzeit von über einem Jahr 1.299.871,16 1.299.871,16
Übrige Forderungen gegen die Stadt Münster 17.289,78 2.648.568,13
Summe Forderungen gegen die Stadt Münster 1.317.160,94 3.948.439,29
Sonstige Vermögensgegenstände 35.609,17 29.092,14
Summe Forderungen 2.087.549,10 4.012.109,50
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.518.614,24 21.492,95
Gesamtsumme Umlaufvermögen 3.673.426,34 4.147.537,45
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 85.116,43 88.695,70
S U M M E A K T I V A 8.758.389,03 8.693 .980,33
=======================
P A S S I V A 31.08.2011 Vorjahr
============= € €
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklagen 4.244.893,79 4.244.893,79
III. Gewinnrücklage 44.708,00 39.878,71
IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 3.348,83 4.829,29
Summe Eigenkapital 4.342.950,62 4.339.601,79
B. Sonderposten für Zuwendungen 130.404,44 157.157,30
C. Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.600.811,00 1.436.490,00
II. Sonstige Rückstellungen 1.321.187,92 1.274.707,00
Summe Rückstellungen 2.921.998,92 2.711.197,00
D. Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.232.767,37 1.111.280,64
Verbindlichkeiten a. Lieferung u. Leistung 365.692,57 355.811,84
Davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 365.692,57 355.811,84
Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Münster 838.634,03 297.023,58
Sonstige Verbindlichkeiten 28.440,77 458.445,22
davon Steuerverbindlichkeiten 819,83 627,91
Verbindlichkeiten der sozialen Sicherheit 2.386,95 2.114,62
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.206,78 2.742,53
andere sonstige Verbindlichkeiten 25.233,99 455.702,69
Summe sonstige Verbindlichkeiten 28.440,77 458.445,22
Summe Verbindlichkeiten 1.232.767,37 1.111.280,64
E. Passive Rechnungsabgrenzungsposten 130.267,68 374.743,60
S U M M E P A S S I V A 8.758.389,03 8.693.980,33
=========================
3
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. September 2010 bis 31. August 2011
2010/2011 Vorjahr
€ €
1. Umsatzerlöse 2.630.506,70
2.453.373,65
2. Betriebskostenzuschüsse 20.054.013,11
19.371.242,32
3. Aktivierte Eigenleistungen 249.295,00 0,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.089.625,64
817.085,30
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 692.534,01
597.849,12
und bezogene Ware
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.930.334,7 7
3.495.735,49
Summe Materialaufwand 4.622.868,78 4.093.584,61
6. Personalaufwand
a) Löhne, Gehälter und Honorare 13.085.931,29
12.885.731,36
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersvorsorgung und Unterstützung
davon für Altersversorgung 829.119,21
724.741,80
für soziale Abgaben und Unterstützung 2.430.087 ,97 2.328.533,78
Summe soziale Abgaben und Aufwendungen für 3.259.2 07,18 3.053.275,58
Altersvorsorgung und Unterstützung
Summe Personalaufwand 16.345.138,47
15.939.006,94
Zwischenergebnis 3.055.433,20
2.609.109,72
7. AFA auf immaterielle Vermögensgegenstände 709.13 4,98
740.242,46
des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf
aktivierte Aufwendungen für Ingangsetzung/
Erweiterung des Geschäftsbetriebs
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.358.056,24
1.886.982,55
Zwischenergebnis -11.758,02
- 18.115,29
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon von der Stadt Münster
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 22.146,40
28.993,50
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 305,80
2,97
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 10 .082,58
10.875,24
13. Außerordentliche Erträge
0,00
14. Außerordentliche Aufwendungen
0,00
Summe außerordentliches Ergebnis 0,00
15. Sonstige Steuern 6.733,75
6.045,95
Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 3.348,83
4.829,29
=============================================
4
Anhang für das Wirtschaftsjahr 2010/11
1. Allgemeine Angaben zur Bilanzierung
1.1. Der Jahresabschluss zum 31.8.2011 ist unter Be achtung der einschlägigen Vor-
schriften des Handelsgesetzbuches (§ 238 ff.), und den Grundsätzen ordnungsmä-
ßiger Buchführung aufgestellt worden.
1.2. Die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Städtisc he Bühnen Münster ist zum Ab-
schlussstichtag eine kleine Gesellschaft i.S. von § 267 Abs. 1 HGB und gem. Be-
triebssatzung der Stadt Münster für die Städtischen Bühnen Münster und § 21 Ei-
genbetriebsverordnung NRW aufgestellt nach den Vors chriften für eine große Kapi-
talgesellschaft.
1.3. Die Rückstellungen für die Pensionsverpflichtu ngen (Altfälle) sind wie im Vorjahr
durch die Einbuchung einer Forderung an die Stadt Münster neutralisiert.
1.4. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurd en wie im Vorjahr angewandt mit
nachfolgenden Ausnahmen und richten sich nach Punkt 1.1. Die Bewertung der Al-
tersteilzeit entspricht grundsätzlich der Bewertun g gemäß HGB und folgt der Auf-
fassung des IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer). D er Aufwand für Statisten und Ext-
rachor wird nicht mehr unter bezogene Leistungen, s ondern als Personalaufwand
ausgewiesen. Der Urlaubzeitanspruch und der Überstu ndenanfall wurden nach den
tatsächlichen angefallenen Tagen ermittelt. Infolge dessen gibt es eine Verringerung
bei dieser Rückstellung. Außerdem wurden Gehaltsans prüche für die Zeit bis zum
30.08.2011, welche erst nach dem 01.09.2011 ausgeza hlt wurden, genauer ermit-
telt und als Rückstellung ausgewiesen. Erträge durc h Sponsoringeinnahmen stehen
nicht mehr bei den Betriebskostenzuschüssen, sonder n werden bei den sonstigen
betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Da vom Land die Geldmittel später als im Vor-
jahr gezahlt wurden, stehen die anteiligen Beträge für den 1.1.2011 bis 31.08.2011
unter den Forderungen. Der aktive Rechnungsabgrenzu ngsposten ist dadurch, wie
im Vorjahr, entfallen. Die Verringerung der Forderu ngen gegen die Stadt Münster
erklärt sich durch die Auszahlung eines Sonderzusch usses aus dem Konjunkturpa-
ket II für die Erneuerung der Tonanlage im Großen H aus. Dies erklärt auch die hö-
heren Kosten bei den Mieten und Reparaturkosten für Ausstattung und Technik.
Außerdem wird eine Festgeldanlage unter den Bank un d Kassenbeständen darge-
stellt. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenübe r der Stadt Münster resultiert
aus der periodengerechten Abgrenzung von Aufwendungen, die im Vorjahr noch als
Rückstellungen ausgewiesen wurden. Die Veränderung auf dem Transferkonto der
Geldmittel zwischen der Stadt Münster und den Städt ischen Bühnen resultiert aus
der Geldanlage.
1.5. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte gemäß § 275 Abs. 2 HGB
in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren. Wie im Vorjahr sind in der Bilanz
und GuV die Zahlen des Vorjahres als Vergleichszahl en enthalten. Durch die ge-
setzliche Verpflichtung zur Inventur ist der Festwe rt des Kostümfundus alle 3 Jahre
neu zu ermitteln. In der Spielzeit 2010/2011 erfolg te die Neubewertung im Rahmen
der körperlichen Bestandsaufnahme. Dies hatte ein Z uschreibung i.H.v. 231.522,37
€ zur Folge. Des Weiteren wurden aktivierte Eigenle istungen i.H.v. 249.295,00 € für
die Schneiderei berücksichtigt.
5
2. Bewertungs- und Abschreibungsgrundsätze
2.1. Die Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstel-
lungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen unter Berücksichtigung
der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt.
Die im Wirtschaftsjahr neu angeschafften geringwert igen Anlagegüter wurden wie
im Vorjahr nach der Neuregelung von 2008 dargestell t und innerhalb von fünf Jah-
ren abgeschrieben.
Bei den geleisteten Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Ingenieurleis-
tungen und Erstellungskosten für den Austausch der Lichtsteuerung im Großen und
Kleinen Haus, Trockenbauarbeiten Schallschutz Orche stergraben und der Klima-
technik im Tonstudio.
Der Investitionskostenzuschuss durch die Stadt Müns ter wird seit dem Geschäfts-
jahr 2009/2010 ff. als Betriebskostenzuschuss gebuc ht. Diese Umbuchung ist erfor-
derlich, um die Auswirkungen des Tarifabschlusses 2 010 und die Erhöhung der
Rückstellungsbeträge für Altersteilzeitfälle auszugleichen.
2.2. Bei dem Finanzanlagevermögen handelt es sich u m Mitarbeiterdarlehen mit einer
Laufzeit von über einem Jahr abzüglich der Tilgung und um Wertpapiere zur Absi-
cherung der Pensionsbezüge ab dem 1.9.2008. Die Anl age der Wertpapiere erfolg-
te bei der Deka Investment Bank.
2.3. Die Vorräte sind durch körperliche Bestandsauf nahme ermittelt und zu Anschaf-
fungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB bewertet worden. Das Niederstwertprinzip ist
beachtet.
2.4. Die Wertansätze der Forderungen aus Lieferunge n und Leistungen, der Forderun-
gen gegen die Stadt Münster und der sonstigen Vermö gensgegenstände entspre-
chen ihren Nominalbeträgen. Bonitätsrisiken sind für kleinere Beträge erkennbar, so
dass bei einigen Forderungen eine Wertberichtigung vorgenommen wurde.
2.5. Sämtliche Verbindlichkeiten der Städtischen Bü hnen Münster sind zum Rückzah-
lungsbetrag angesetzt. Rückstellungen wurden in Höhe des Betrages passiviert, der
nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwen dig ist. Die Passivierung der
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflich tungen erfolgte gemäß § 22
Abs. 3 EigVO NRW i. V. m. § 36 Abs. 1 GemHVO NRW.
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1. Zur Entwicklung der einzelnen Posten des Anlag evermögens wird auf den separat
dargestellten Anlagenspiegel verwiesen (vgl. Anlage zum Anhang). Im Anlagen-
spiegel sind, ausgehend von den gesamten Anschaffun gs- und Herstellungskosten,
die Zugänge, Abgänge und Abschreibungen des Geschäf tsjahres gesondert aufge-
führt.
Für die Folgejahre bis 2017 sind insbesondere folgende Baumaßnahmen
geplant:
- Beschallung Großes Haus
- Erneuerung drahtlose Mikrofonanlage Großes und Kl eines Haus
- Bestuhlung Großes Haus
Die Anlagen in Bau beinhalten geleistete Anzahlungen für folgende Maßnahmen:
- Austausch der Lichtsteuerung Großes und Kleines Haus
- Trockenbauarbeiten Schallschutz Orchestergraben
6
- Klimatechnik Tonstudio
- Schnittstellenprogrammierung CTS Eventim – SAP
3.2. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenst ände haben in Höhe von
787.677,94 € eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von 1.299.871,16
€ eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
3.3. Das Stammkapital beträgt 50.000,00 €. Es ist v oll eingezahlt. Im Zuge der Ausglie-
derung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung wurde wertmäßig höheres Vermö-
gen als Schulden abzüglich des Stammkapitals überno mmen. Daher bildet sich als
Gegenposten eine Kapitalrücklage von 4.244.893,79 € . Gegen die Stadt Münster
(im Punkt 3.2 enthalten) gibt es außerdem Forderung en in Höhe von 1.317.160,94
€, davon 1.299.871,16 € mit einer Laufzeit von über einem Jahr. Sowie Verbindlich-
keiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr aus Lieferung und Leistungen
mit einem Wert von 838.634,03 €.
3.4. Das Eigenkapital und die Sonderposten für Zuwendung en haben sich im Wirt-
schaftsjahr wie folgt entwickelt:
Stand
01.09.2010
Zuführung Entnahmen Stand
31.08.2011
T€ T€ T€ T€
Stammkapital 50 0 0 50
Kapitalrücklage 4.245 0 0 4.245
Gewinnrücklage 40 5 0 45
Jahresüberschuss 5 3 5 3
Sonderposten Zuwendungen 157 0 27 130
Summen 4.497 8 32 4.473
3.5. Die Rückstellungen haben sich im Wirtschaftsjahr 2010/2011 wie folgt entwickelt
Stand
01.09.2010
Inanspruch-
nahme /
Auflösung
Zuführung Stand
31.08.2011
T€ T€ T€ T€
Pensionsrückstellungen
Pension Aktive Beamte 1.187 0 143 1.330
Pension Versorgungsempfänger 12 12 0 0
Beihilfe 237 0 34 271
1.436 12 177 1.601
Sonstige Rückstellungen
Mehrarbeit und ausstehender Ur-
laub 313 313 287 287
Anteilige Sonderzahlungen 241 241 227 227
Sondervergütung Orchester/Pers. 78 78 3 3
Leistungsabhängige Vergütung 77 77 88 88
Altersteilzeit 218 0 106 324
Unterlassene Instandhaltung 190 10 0 180
Archivierungskosten 47 5 5 47
Ausstehende Rechnungen 86 33 0 53
Beratungs- und Prüfungskosten 15 15 17 17
Prozesskosten 10 10 0 0
7
Nebenkostenabrechnung 0 0 95 95
Summe sonstige Rückstellungen 1.275 782 828 1321
Gesamt Rückstellungen 2.711 794 1005 2922
3.6. Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkei ten haben eine Restlaufzeit von bis
zu einem Jahr und wurden mit den Einzelpositionen gesondert ausgewiesen.
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1. Umsatzerlöse, Eintrittspreise, Statistik:
Umsatzerlöse T€
Einnahmen aus Vorstellungen 2.187
Auswärtige Gastspiele und Gastkonzerte 371
Nebeneinnahmen aus Vorstellungen 63
Sonstige Umsatzerlöse 10
2.631
Preise im Großen Haus
Platzgattung/Reihe
Musiktheater,
Schauspiel, Tanz-
theater
Gastspiele, sofern
nicht Sonderpreise
€
Kinder- und
Jugendtheater
€
Preisgruppe A B C E
Parkett, Reihe 1-14 33,00 29,00 24,00 9,00
1. Rang Mitte, Reihe 1-3 28,00 24,00 20,00 6,50
1. Rang Seite, Reihe 1
2. Rang Mitte, Reihe 1 24,50
21,00 17,00 5,50
1. Rang Seite, Reihe 2-3
2. Rang Seite, Reihe 1
2. Rang Mitte, Reihe 2-3
20,00 17,00 13,50 5,00
2. Rang Seite, Reihe 2-3
3. Rang Mitte, Reihe 1 13,00
10,00 8,00 4,50
3. Rang Mitte, Reihe 2
3. Rang Seite, Reihe 1-2 5,00 5,00 5,00 4,00
Preise im Kleinen Haus
Platzgattung
Musiktheater,
Schauspiel,
Tanztheater
Gastspiele, so-
fern nicht Son-
derpreise
€
Kinder- und
Jugendtheater
€
Preisgruppe F G H
Parkett 17,00 12,00 7,00
Rang 13,00 9,50 5,50
8
Besucherzahlen
2007/08 2008/09 2009/2010 2010/2011
Theater 138.509 145.231 145.367 158.876
Konzert 34.888 39.282 38.316 36.964
Besucher insgesamt 173.397 184.513 183.683 195.840
Anzahl der Vorstellungen 527 569 599 630
Besucher je Vorstellung 329 324 307 311
Theater Stücke
Aufführungen
insgesamt Besucher
Platzaus-
nutzung
Premieren
Musiktheater 7 76 35.879 61,33%
Schauspiel 15 181 53.359 66,28%
Tanztheater 4 34 7.091 58,68%
Kinder- und Jugendtheater 11 121 32.423 76,56%
Gesamt 37 412 128.752 66,56%
Wiederaufnahmen
Schauspiel 3 5 767 35,43%
Kinder- und Jugendtheater 1 5 873 67,83%
Gesamt 4 10 1.640 46,16%
Sonderveranstaltungen 7 61 6.389 72,05%
fremde Gastspiele 22 61 22.095 68,32%
Gesamt Theaterbereich 70 544 158.876 66,70%
Konzert
Sinfoniekonzerte 10 29 19.505 71,06%
Kinderkonzerte 5 26 7.112 90,73%
Rathauskonzerte 6 6 944 65,56%
Erbdrostenhofkonzerte 5 5 933 99,26%
taktlos 3 3 582 41,75%
Gesamt 29 69 29.076 74,44%
Sonderveranstaltungen 9 9 2.523 71,68%
fremde Gastkonzerte 3 8 5.365 96,58%
Gesamt Konzertbereich 41 86 36.964 76,79%
Gesamt Städtische Bühnen 111 630 195.840 68,40%
Aufführungszahlen nach Spielstätten
2007/08 2008/09 2009/2010 2010/2011
Veränderung
zum Vorjahr
Theater
Grosses Haus 189 185 199 182 -17
Kleines Haus 180 181 183 177 -6
Fremde Spielstätten 50 80 83 124 41
Fremde Gastspiele 26 28 43 61 18
Gesamt 445 474 508 544 36
9
Konzert
Grosses Haus 39 34 43 31 -12
Kleines Haus 20 28 21 28 7
Fremde Spielstätten 13 20 17 19 2
Fremde Gastkonzerte 10 13 10 8 -2
Gesamt 82 95 91 86 -5
Gesamt Städtische Bühnen 527 569 599 630 31
Abonnementsentwicklung
Veränderung Stand
2008/2009 2009/2010 2010/2011 Gegenüber 2011/2012
Vorjahr
Theater
Großes Haus
Premieren-Abo 200 206 191 -15 212
Großes Abo
Dienstag A 105 119 147 28 183
Mittwoch 201 207 206 -1 206
Donnerstag 159 152 144 -8 146
Freitag A 168 172 155 -17 145
Wochenend-Abo
Freitag C 225 260 242 -18 232
Samstag A 214 201 198 -3 202
Dienstag B 510 508 473 -35 459
Schauspiel-Abo 310 350 314 -36 356
Schnupper Abo I 351 357 380 23 402
Schnupper Abo II 409 491 492 1 435
So.-Nachmittag 162 172 173 1 205
Kleines Haus
Premieren- Abo 84 84 84 0 79
Mittwoch 95 89 89 0 91
Freitag 100 88 94 6 111
Schnupper Kl.Haus 165 144 182 38 189
Samstag 48 45 49 4 54
Tanztheater 22 41 34 -7 28
Gesamt Theater 3.528 3.686 3.647 -39 3.738
Konzert
Sinfoniekonzerte
Abo A 463 449 420 -29 383
Abo B 476 425 407 -18 394
Abo C 413 423 396 -27 417
Abo K 63 81 69 -12 77
Rathauskonzerte 35 31 33 2 22
Erbdrostenhofkonzerte 108 109 106 -3 104
Gesamt Konzerte 1.558 1.518 1.431 -87 1.397
Gesamt Städtische Bühnen 5.086 5.204 5.078 -126 5.1 35
10
Entwicklung der Besucherorganisationen
Veränderung
2007/08 2008/09 2009/2010 2010/2011 Gegenüber
Vorjahr
Theaterring Volksbühne 704 694 687 710 23
Christl. Theatergemeinde 1.031 989 926 740 -186
ver.di 473 495 583 658 75
Theaterjugendring 1.720 1.620 1.755 1.783 28
Gesamt 3.928 3.798 3.951 3.891 -60
4.2. Zusammensetzung der Betriebskostenzuschüsse:
T€
Stadt Münster 18.999
Land NRW 1.055
Sonstige Zuschüsse 0
20.054
4.3. Aktivierte Eigenleistung
T€
Fundus – Bewertung neu ermittelt, alle 3 Jahre 249
4.4. Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
T€
Zuweisung der Stadt Münster als AFA-Zuschuss 676
Vermietung des Theaters 29
Werbedrucke, Inserate 7
Erstattungen 11
Sponsoring 55
Kantine 71
Übrige Erträge 10
Zuschreibung Anlagevermögen 231
1.090
4.5. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen:
T€
Bürobedarf 39
Porto und Fernsprechgebühren 55
Beiträge, Gebühren und Versicherungen 272
Sachkosten Kantine 38
Rechts- und Beratungsgebühren 27
11
T€
Programmheftkosten 77
Werbung 342
Repräsentationskosten 6
Reisekosten 52
Mieten und Reparaturkosten der Instrumente 64
Mieten und Reparaturkosten für Ausstattung Technik 683
Wartung EDV-Software 270
Dienstleistungen durch die Stadt Münster 311
Kraftfahrzeugkosten 9
Verlust aus Abgang von Vermögensgegenständen
Sonstige Zuführungen zu den Rückstellungen (Beratungsgebühren)
20
-42
Kosten Unterhaltung Spielfertiges Haus 67
Aus- und Fortbildungskosten Personal 26
Sonstige Ausgaben 42
2.358
4.6. Bei den sonstigen Steuern handelt es sich um Kraftfahrzeugsteuer, Grundsteuer
und Körperschaftssteuer.
5. Ergänzende Angaben
5.1. Wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB sowie
Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht.
5.2. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im Geschäftsjahr 2010/2011 betrug:
Angestellte 303,0
Beamte 7,0
310,0
Die Beschäftigten verteilen sich auf folgende Funktionsbereiche innerhalb der Städ-
tischen Bühnen:
Verwaltung 13,0
Kasse 4,5
Hausdienste 20,0
Bühnentechnischer Dienst 79,0
Werkstätten 28,0
Schauspieler 17,0
Sänger 9,0
Chor 26,0
Orchester 67,0
Tanz 12,0
Künstlerisches Funktionspersonal 34,5
Die einzelnen Arbeitsverhältnisse werden durch nach stehende Regelungen be-
stimmt:
Beamtenrecht
Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TvÖD)
Normalvertrag Bühne ( NV Bühne )
Tarifvertrag für Musiker in Kulturorchestern (TVK) .
12
Zusätzlich zu den fest angestellten Mitarbeitern, sind bei den nicht ständig Beschäf-
tigten (Ersatz für abwesende eigene Kräfte, Aushilf en, Gastverpflichtungen etc.) rd.
3.500 Abrechnungsfälle angefallen.
5.3. Die Betriebsleitung bildeten die Verwaltungsdi rektorin Rita Feldmann und Generalin-
tendant Wolfgang Quetes. Die Vergütung erfolgt bei der Verwaltungsdirektorin nach
Besoldungsgruppe A15 und beim Generalintendanten nach Sondervertrag.
Gemäß § 24 Abs. 1 EigVO NRW i. V. m. § 285 Nr. 9 HG B sind für die Mitglieder der
Betriebsleitung die Gesamtbezüge für das jeweilige Wirtschaftsjahr anzugeben. Für
die Verwaltungsdirektorin sind im Wirtschaftsjahr V ergütungen i.H.v. 68.900,66 €
und für den Generalintendanten i.H.v. 130.116,87 € angefallen.
5.4 Mit der Prüfung des Jahresabschlusses wurde nac h Beschluss des Kulturschusses
am 30.03.2011 und erteilter Zustimmung der Gemeinde prüfungsanstalt Nordrhein-
Westfalen (GPA) vom 06.04.2011 die Wirtschaftsprüfu ngsgesellschaft Concunia
GmbH, Münster beauftragt. Im Wirtschaftsjahr 2010/2 011 wurden Aufwendungen
für die Prüfung des Jahresabschlusses 2009/2010 in Höhe von 11.900,00 € und Be-
ratungsleistungen in Höhe von 4.477,38 € erfasst.
Für die Beratungs- und Prüfungskosten der Jahresabs chlussprüfung 2010/2011
wurde eine Rückstellung i.H.v. 17.000 € gebildet.
5.5 Der Betriebsausschuss setzte sich zum Bila nzstichtag wie folgt zusammen:
Ratsherr Dr. Dietmar Erber (CDU)
Ratsherr Franz-Pius Graf von Merveldt (CDU)
Ratsfrau Helga Welker (CDU)
Ratsherr Jürgen Ohm (CDU)
Ratsfrau Dr. Renate Düttmann-Braun (CDU)
Berthold Socha (CDU)
Alfred Holtmann (CDU)
Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson (SPD)
Ratsherr Philipp Gabriel (SPD)
Ratsherr Robert von Olberg (SPD)
Renate Weidenfeller (SPD)
Dr. Michael Werner (SPD)
Ratsherr Tim Rohleder (Bündnis 90/Die Grünen/GAL)
Dr. Ludwig Schipmann (Bündnis 90/Die Grünen/GAL)
Martin Schulte (Bündnis 90/Die Grünen/GAL)
Ratsfrau Anne Maria Naegels (Bündnis 90/Die Grünen/GAL)
Ratsherr Hartmut Viehoff (FDP)
Christoph Jauch (FDP)
Lorenz Müller-Morenius (DIE LINKE)
Die Mitglieder des Betriebsausschusses erhalten für ihre Tätigkeit von den Städti-
schen Bühnen keine Bezüge.
Münster, 15.02.2012
Rita Feldmann Wolfgang Quetes
Verwaltungsdirektorin Generalintendant
Städtische Bühnen Münster
Entwicklung des Anlagevermögens 2011
Bezeichnung Anschaffungs-/ Anschaffungs-/ Buchwerte Buchwer te Abschreibung
Herstellungs- Herstellungs- Abschreibung Abschreibung A bschreibung Abschreibung
kosten Brutto Brutto Brutto kosten Brutto kummulie rt
01.09.2010 Zugänge Abgänge 31.08.2011 01.09.2010 Zu gänge Abgänge 31.08.2011 31.08.2011 01.09.2010 01.0 9.2010
I. Immaterielle Vermögengsgegenstände 11.329,74 8.477,56 0,00 19.807,30 -2.180,55 -4.259,34 0,00 -6.439,89 13.367,41 9.149,19 -2.180,55
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.136. 007,78 1.631.568,59 -262.678,44 6.504.897,93 -1.430.990,76 -704.875,64 242.317,20 -1.893.549,20 4.611.348,73 3.705.017,02 -1.430.990,76
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 606.659,08 243.692,51 -606.659,08 243.692,51 0,00 0,00 0,00 0,00 243.692,51 606.659,08 0,00
Summe Sachanlagen 5.742.666,86 1.875.261,10 -869.337,52 6.748.590,44 -1.430.990,76 -704.875,64 242.317,20 -1.893.549,20 4.855.041,24 4.311.676,10 -1.430.990,76
III. Finanzanlagen
Werpapiere 111.542,40 0,00 0,00 111.542,40 0,00 0,00 0,00 0,00 111.542,40 111.542,40 0,00
Ausleihungen 25.379,49 11.642,57 -17.126,85 19.895,21 0,00 0,00 0,00 0,00 19.895,21 25.379,49 0,00
Summe Finanzanlagen 136.921,89 11.642,57 -17.126,85 131.437,61 0,00 0,00 0,00 0,00 131.437,61 136.921,89 0,00
Summe Anlagevermögen 5.890.918,49 1.895.381,23 -886.464,37 6.899.835,35 -1.433.171,31 -709.134,98 242.317,20 -1.899.989,09 4.999.846,26 4.457.747,18 -1.433.171,31
Lagebericht zum 31. August 2011
1. Geschäftsgrundlagen
Die Städtischen Bühnen Münster sind seit dem 01.09. 2008 eine eigenbetriebsähnliche Ein-
richtung der Stadt Münster entsprechend den Vorschr iften der Gemeindeordnung für das
Land Nordrhein-Westfalen. Sie werden gemäß der Eige nbetriebsverordnung sowie nach den
Bestimmungen der Betriebssatzung für die Städtischen Bühnen Münster geführt.
Satzungsmäßiger Zweck und Gegenstand einschließlic h etwaiger Hilfs- und Nebenbetriebe
ist die Förderung des kulturellen Lebens durch den Betrieb der Städtischen Bühnen Münster.
Das Sinfonieorchester Münster ist Bestandteil des B etriebes. Die Einrichtung kann zur Erfül-
lung des Betriebszwecks sowohl eigene Leistungen er stellen, als auch die Bestrebungen
und Aktivitäten Dritter unterstützen. Der Betriebsz weck ist im Rahmen der gesamtstädti-
schen Zielsetzung der Stadt Münster, individueller Zielvereinbarungen sowie unter Beach-
tung einer wirtschaftlichen Leistungserbringung zu erfüllen .
Die Einrichtung verfolgt ausschließlich und unmitte lbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des
Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenor dnung. Sie ist selbstlos tätig und ver-
folgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel der Einrichtung dürfen nur für die
satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Es darf ke ine Person durch Ausgaben, die
dem Zweck der Einrichtung fremd sind, oder durch un verhältnismäßig hohe Vergütungen
begünstigt werden. Bei Auflösung oder Aufhebung der Einrichtung oder bei Wegfall ihres
bisherigen Zwecks hat die Stadt Münster ihr Vermöge n, soweit es den Wert der Sach- und
Kapitaleinlagen übersteigt, ausschließlich für die Förderung der Kunst und Kultur zu verwen-
den.
Die Städtischen Bühnen Münster umfassen folgende Sparten:
• Musiktheater
• Sprechtheater
• Tanztheater
• Kinder- und Jugendtheater
• Konzerte
Die Betriebsleitung im Sinne der EigVO NW bilden de r Generalintendant Wolfgang Quetes
und die Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann.
2. Ertragslage
Das Geschäftsjahr 2010/2011 war sowohl in finanziel ler als auch künstlerischer Hinsicht ins-
gesamt durch einen positiven Geschäftsverlauf geken nzeichnet. Der vorliegende Jahresab-
schluss weist einen Jahresüberschuss von 3.348,83 € aus. Die wirtschaftliche Situation der
Städtischen Bühnen Münster stellt sich insgesamt als stabil dar.
15
Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um rd. 177.000 € gestiegen. Gründe hierfür
sind in erster Linie das gestiegene Besucheraufkomm en und die erhöhte Anzahl an Auffüh-
rungen.
Die Gesamtzuschüsse (Stadt, Land) zum Betrieb des T heaters und Orchesters sind im Ver-
gleich zum vergangenen Wirtschaftsjahr entsprechend der festgelegten, gültigen Beschlüsse
und Bewilligungsbescheide gestiegen. Sie bilden nac h wie vor eine verlässliche Größe im
Finanzierungskonzept der Städtischen Bühnen.
Durch die Neubewertung des Kostümfundus im Rahmen d er körperlichen Bestandsaufnah-
me wurden aktivierte Eigenleistungen für die Schneiderei von ca. 250.000 € berücksichtigt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gestiegen, dies liegt u.a. an der Anpassung des
Festwertes des Kostümfundus von ca. 249.000 € und a n den gestiegenen Sponsoringein-
nahmen von ca. 55.000 €.
Die zusätzlichen Belastungen aus der Tarifrunde 201 0 sind in der Spielzeit 2010/2011 zum
einen durch den einmaligen Sonderzuschuss der Stadt Münster und zum anderen durch
Umwandlung des Investitionszuschusses zum Betriebsk ostenzuschuss ausgeglichen wor-
den. Der Etat für die Personalbewirtschaftung war i nsgesamt ausreichend. Innerhalb des
Personaletats haben sich die üblichen vom Spielplan abhängigen Verschiebungen ergeben.
Die Steigerung bei den Aufwendungen ist in erster L inie auf die Erneuerung der Tonanlage
im Großen Haus zurückzuführen. Die Finanzierung die ser Aufwendungen erfolgte in fast
gleicher Höhe durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Die in vielen Bereichen gestiegenen
Kosten konnten im Rahmen der dezentralen Etatverwal tung innerhalb der Städtischen Büh-
nen durch Einsparungen in anderen Positionen kompensiert werden.
3. Spielzeitüberblick
Das Besucheraufkommen hat sich im Vergleich zum Vor jahr deutlich erhöht. Insgesamt be-
suchten 195.840 Theater- und Konzertinteressierte d ie Vorstellungen der Städtischen Büh-
nen. Dies ist ein Steigerung um 12.157 Besuchern gegenüber der Spielzeit 2009/2010.
Im Verlauf der Spielzeit wurden im Musiktheater, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater
und Tanztheater 37 Premieren und 4 Wiederaufnahmen gezeigt. Im Konzertspielplan des
Sinfonieorchesters standen neben 10 Sinfoniekonzert en zahlreiche weitere Auftritte in den
einzelnen Konzertreihen. Das Programm der Städtisch en Bühnen wurde ergänzt durch die
Produktionen der Niederdeutschen Bühne, zahlreiche Gastspiele und –konzerte, Lesungen,
Vorträge und Ausstellungen. Die Anzahl der Aufführu ngen hat sich mit 630 im Vergleich zur
vorherigen Spielzeit nochmals um 31 Vorstellungen erhöht.
Bei der Entwicklung der Abonnements im Theater- und Konzertbereich ist eine Veringerung
zu beobachten. Es wurden 5.078 Abonnements abgeschl ossen. Damit wurden 126 Abon-
nements (- 2,4 %) weniger verkauft.
Die Entwicklung bei den Besucherorganisationen ist ebenfalls leicht rückläufig. Hier kam es
zu einer Verringerung um 60 Abonnements (- 1,5 %) im Vergleich zur Vorsaison.
Die Städtischen Bühnen nutzen für die Veranstaltung en neben den eigenen Spielstätten,
Großes und Kleines Haus, Theatertreff, eine Vielzahl externer Aufführungsorte.
16
Musiktheater
Als besonderer Höhepunkt darf im Bereich des Musikt heaters die Neuinszenierung von
Francis Poulencs Oper „Gespräche der Karmeliterinnen – Die Letzte am Schafott“ gelten, die
erstmals in Münster zu sehen war. Das zwischen 1953 und 1956 entstandene musikalische
Meisterwerk, eine Auftragsarbeit für die Mailänder Scala, thematisiert das Schicksal von 16
Klosterfrauen aus Compiègne, die während der Revolu tionsjahre von den Jakobinern der
Verschwörung bezichtigt und 1794 hingerichtet wurde n, 1906 aber durch Papst Pius X. eine
Seligsprechung erfuhren.
Hoch in der Publikumsgunst stand Giuseppe Verdis Op er „Nabucco“ – weltberühmt durch
den Gefangenenchor („Va, pensiero – Flieg, Gedanke“), die der Komponist als eigentlichen
Beginn seiner künstlerischen Laufbahn bezeichnet ha tte und die ihn zum führenden Ton-
künstler Italiens machte.
Leoš Janá eks eindringliches musikalisches Frauenporträt „Kat ja Kabanova“ setzte in einer
Inszenierung von John Dew einen triumphalen Schlussakkord zum Jahresende.
Begleitet von einem mehrtägigen Festival und in Anw esenheit des Komponisten hob sich
zum Ende der Spielzeit der Vorhang für Hans Werner Henzes selten gespielte Oper „Die
englische Katze“, eine Gesellschaftssatire, die – einer Tierfabel gleich – lustvoll die Doppel-
moral der bürgerlichen Gesellschaft anprangert.
Freunde der leichten Muse kamen mit der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß auf
ihre Kosten; das Theaterjugendorchester brillierte in Wilfried Hillers Singspiel „Das Traum-
fresserchen“ nach einer Vorlage von Erfolgautor Michael Ende.
Schauspiel
Den Spielplan im Sprechtheater bereicherten neben K lassikerinszenierungen wie Shakes-
peares „King Lear“ und Goethes „Iphigenie auf Tauris“, die sich gerade beim jüngeren Publi-
kum großer Beliebtheit erfreuten, komödiantische Sc hauspiele wie „Der nackte Wahnsinn“
von Michael Frayn, eine Persiflage auf die Welt des Theaters hinter den Kulissen. Bewegen-
de Einzelschicksale standen im Mittelpunkt von Geor g Büchners Sozialdrama „Woyzeck“
und in Anton echovs Schauspiel um den melancholischen, von Selbs tzweifeln zermürbten
Gutsverwalter „Onkel Vanja“.
Eindringliche Momente bescherte eine dramatische Be arbeitung von Joseph Roths Roman
„Hiob“, der das Schicksal eines galizischen, in die USA emigrierten Juden schildert. Die
Klassikerpflege an den Städtischen Bühnen wurde mit der Inszenierung von Goethes
Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ fortgesetzt. Die Kriminalkomödie „Die 39 Stufen“ nach ei-
ner Stoffvorlage von Alfred Hitchcock setzte demgeg enüber im Kleinen Haus humorvolle
Akzente und erfreute sich außerordentlicher Nachfrage beim Publikum.
Kinder- und Jugendtheater
Die Tradition der Kinderoper, die in der Intendanz von Wolfgang Quetes eine besondere
Förderung erfährt, wurde mit „Jojo und das Geheimnis der Oper“ fortgesetzt. Im Musiktheater
für Kinder und Jugendliche feierte außerdem die Ope r „Moses muss singen“, deren Libretto
in den Städtischen Bühnen entstand, eine gefeierte Uraufführung. Als traditionelles Weih-
nachtsmärchen kam im Jahr 2010 das Familienstück „P eterchens Mondfahrt“ mit rund 30
Aufführungen und mehr als 20.000 Besuchern zur Aufführung.
Eine klassische Vorlage, für Kinder aufbereitet, bo t im Theater für Heranwachsende das
Stück „Die große Erzählung – Die Odyssee in einer S tunde“ von Bruno Stori, der die sagen-
haften Irrfahrten des Odyseus eigenwillig, spannend und kindgerecht erzählt. Mit drei Kin-
deropern „Jojo und das Geheimnis der Oper“, “Moses muss singen“ und „Das Traumfesser-
17
chen“ bewiesen die Städtischen Bühnen erneut ihr En gagement im Bereich des
Musiktheaters für Kinder und Jugendliche.
Im Bereich des Jugendtheaters gastierte das bewegen de Stück „20. November“ von Lars
Norén, das als Monologdrama das Schicksal eines jug endlichen Amokläufers schildert, an
verschiedenen Schulen in Münster und der Region. Al s Kooperation mit der freien Szene
wurde in Zusammenarbeit mit Cactus Junges Theater d ie Produktion „Umsteigen“ als Ab-
schluss des Projekts „SpurweXel 2010“ verwirklicht. Im Rahmen des „Kulturgebiets Münster“
fand zum Jahresende das internationale Theaterfesti val „Halbstark“ mit ausgesuchten Pro-
duktionen für 9- bis 13-Jährige statt.
Tanztheater
Daniel Goldins Vorliebe, klassische Kompositionen c horeographisch zu interpretieren, be-
wies sich wieder einmal eindringlich in dem Tanzthe aterabend „Dichter. Liebe“, der eine in-
tensive Auseinandersetzung mit dem Gesangszyklus vo n Robert Schumann darstellte. In
„ISOLA“ entließ Goldin seine Tänzer in eine Enklave der Sehnsucht und des Rückzugs. Als
Gastkünstler konnte für das Tanztheater Daniel Gold in in der zweiten Jahreshälfte der Cho-
reograph Mark Sieczkarek gewonnen werden, der mit „ Common Tones“ ein bildgewaltiges
Tanzstück entwickelte.
Theater Extra
Im Rahmenprogramm der Städtischen Bühnen Münster wu rde im Oberen Foyer die Ausstel-
lungsreihe „in situ“ fortgesetzt, die zeitgenössisc hen Künstlern die Gelegenheit gibt, einen
Flügel des Theaters mit installativen Arbeiten neu zu definieren. In Kooperation mit der Uni-
versität und dem Stadtmuseum Münster widmete sich d ie Vortragsreihe „Gelehrte im Thea-
ter“ dem Thema „Europäische Salons“. Die „Theatergespräche“ luden zu einer mehrmonati-
gen Veranstaltungsreihe über die „Frauen um Goethe“ ein, stellten die großen Diven der
Theater- und Filmgeschichte vor und gedachten dem 200. Todestag Heinrich von Kleists.
Sinfonieorchester Münster
Mit seinen mehr als 80 Konzerten und der Mitwirkung bei sämtlichen Musiktheaterproduktio-
nen der Städtischen Bühnen Münster erwies sich das Sinfonieorchester Münster 2011 unter
seinem Leiter, Generalmusikdirektor Fabrizio Ventur a, als wichtiger Impulsgeber für Müns-
ters Musikleben. Neben der Pflege des traditionelle n Repertoires galt ein großes Engage-
ment der Musik der Gegenwart, das sich vor allem in dem zweiwöchigen Festival „Henze!“,
zum 85. Geburtstag des Komponisten Hans Werner Henz e dokumentiert. Ferner trug das
Sinfonieorchester Münster populäre Konzerte zu den „Aasee-Serenaden“ bei. Es bespielte
mit Kinokonzerten erfolgreich das Cineplex Münster. Und mit seinen zahlreichen Konzerten
für Kinder, Jugendliche und Einsteiger in die klass ische Musik widmete es sich erneut enga-
giert der Musikvermittlung.
4. Finanzlage
Durch die festgelegten Zuschusszahlungen der Stadt Münster, die kontinuierlichen Einnah-
men aus dem Verkauf von Eintrittskarten und die Bet riebskostenzuweisungen des Landes
NRW, ist die Liquidität im Wirtschaftsjahr 2010/2011 jederzeit gesichert gewesen.
Im Wirtschaftsjahr 2010/2011 sind neben den normale n Instandhaltungs- und Wartungsar-
beiten folgende Maßnahmen im investiven Bereich bes onders zu erwähnen: Mit Beginn der
Spielzeit wurden die Arbeiten an den neuen Orcheste rpodien im Großen Haus, sowie den
Nebenbedienpulten (Beleuchtung) im Großen und Klein en Haus abgeschlossen, so dass
pünktlich zum Start der neuen Spielzeit die Inbetr iebnahme erfolgen konnte. Im Bereich der
Unterhaltungsarbeiten wurden wie in jedem Jahr zahl reiche Instandsetzungen und Renovie-
rungen vorgenommen. Durch Mittel aus dem Konjunktur paket II wurde die Instandsetzung
der Tonanlage Großes Haus finanziert.
18
Von den Städtischen Bühnen werden im Wesentlichen E rsatzinvestitionen getätigt. Investiti-
onen in Erweiterungen des Gebäudebestandes sind nic ht vorgesehen. In der Spielzeitpause
2011 standen als wesentliche Investitionen der Austausch der Lichtsteuerung im Großen und
in 2012 im Kleinen Haus, die Erneuerung der Seilwin den der Panaromazugeinrichtungen im
Kleinen Haus, Schallschutzmaßnahmen im Orchestergra ben und der Einbau von Klimatech-
nik in das Tonstudio Großes Haus an.
In den darauf folgenden Jahren ist neben der Erneue rung der drahtlosen Mikrofonanlage im
Großen und Kleinen Haus, der Austausch eines Leistu ngsschranks und die Erneuerung der
Beschallung im Großen Haus geplant. Weitere Maßnahm en werden entsprechend einer Pri-
oritätenliste kurzfristig geplant und umgesetzt. Di ese Maßnahmen werden jeweils aus eige-
nen Mitteln finanziert. Ab der Spielzeit 2014/2015 ist dann die Umsetzung der Erneuerung
der Bestuhlung im Großen Haus geplant. Für die Fina nzierung dieser Investition wird ab der
Spielzeit 2011/2012 auf jede Eintrittskarte ein San ierungseuro erhoben, der mit dem Zweck
„Erneuerung der Bestuhlung Großes Haus“ verbunden ist und über mehrere Spielzeiten an-
gespart wird (Ratsbeschluss V/0308/2010 Managementk ontrakt mit der eigenbetriebsähnli-
chen Einrichtung Städtische Bühnen Münster, inkl. 5 . Finanzformel für die Spielzeiten
2011/2012 bis 2013/2014).
Durch die genannten Maßnahmen wird auch für die Zuk unft sichergestellt, dass sich die Auf-
führungen in den Städtischen Bühnen adäquat darstel len lassen und die Sicherheit in allen
Bereichen gewährleistet ist.
Die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Städtische Bü hnen ist nicht Eigentümerin der Gebäu-
de. Die direkt an den Gebäuden anstehenden Investit ionen und Instandsetzungen werden
von der Eigentümerin Stadt Münster in enger Abstimm ung mit den Städtischen Bühnen vor-
genommen.
5. Vermögenslage
Die Bilanzsumme beziffert sich zum 31.08.2011 auf 8.758.389,03 €.
Auf der Aktiva wird ein Anlagevermögen i.H.v. 4.999 .846,26 € und ein Umlaufvermögen, ein-
schließlich Rechnungsabgrenzungsposten i.H.v. 3.758 .542,77 € geführt. Die Städtischen
Bühnen Münster sind auf Grundlage einer Rahmenverei nbarung über die Bereitstellung ge-
bäudewirtschaftlicher Leistungen durch das Amt für Immobilienmanagement Münster Mieter
des genutzten Gebäudebestandes. Zum Anlagevermögen gehören vorwiegend als Sachan-
lagen geführte betriebsspezifische Anlagegüter, die mit Gründung der eigenbetriebsähnli-
chen Einrichtung den Städtischen Bühnen übertragen wurden. Das Umlaufvermögen besteht
vorwiegend aus Forderungen gegenüber der Stadt Münster.
Die Passiva weisen ein Eigenkapital i.H.v. 4.342.95 0,62 € auf. Die Eigenkapitalquote beträgt
damit 49,59 %. Ein weiterer größerer Posten der Pa ssiva sind Rückstellungen mit einer Ge-
samthöhe von 2.921.998,92 €.
6. Nachtragsbericht
Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Wirtschaftsjahres
2010/2011 eingetreten, die eine Auswirkung auf die im Jahresabschluss dargestellte Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage haben.
7. Risiko- und Prognosebericht
Die aktuelle 4. Finanzformel, die vom Rat der Stadt Münster am 17.05.2006 V/0295/2006
beschlossen worden ist, war noch bis zum Ende der S pielzeit 2010/2011 gültig und garan-
tierte den Städtischen Bühnen eine finanzielle Plan ungssicherheit. Eine Fortsetzung dieser
Vereinbarung auf der Grundlage eines Managementkont rakts, inkl. 5. Finanzformel, wurde
im April 2010 durch die Vorlage V/0308/2010 beschlo ssen. Mit diesem Beschluss sind die
19
finanziellen Rahmenbedingungen für die Spielzeiten 2011/2012 bis 2013/2014
festgelegt worden.
Der Managementkontrakt, inkl. 5. Finanzformel, bein haltet darüber hinaus Festlegungen zur
Finanzierung tarifbedingter Mehraufwendungen, die d urch kommende Tarifrunden entste-
hen. Das Ergebnis der Tarifverhandlungen 2010 hat a uf die Spielzeit 2010/2011 ff. Auswir-
kungen, die sich wie folgt beschreiben lassen:
• Das Gesamtergebnis der Tarifrunde 2010 führte in d er Spielzeit 2010/2011 zu einem
Fehlbetrag von 418.000 €. Diese Unterdeckung wurde zum einen durch einen Son-
derzuschuss i.H.v. 218.000 € der Stadt Münster und durch die dauerhafte Umwand-
lung des Investitionszuschusses zum Betriebskostenzuschuss ausgeglichen.
• Ab der Spielzeit 2011/2012 ergibt sich ein tarifbe dingter jährlicher Fehlbetrag von
307.000 €, der neben der Umwandlung des Investition szuschusses darüber hinaus
durch die zeitliche Streckung und Reduzierung von I nvestitionsmaßnahmen und
Verschiebungen innerhalb der Wirtschaftspläne der S tädtischen Bühnen finanziert
wird.
Die Übernahme dieser Tarifsteigerung engt den finan ziellen Spielraum der Städtischen Büh-
nen immer weiter ein. Zusätzlich belasten weitere P reissteigerungen, insb. im Energiesektor
den wirtschaftlichen Handlungsspielraum, da auch di ese innerhalb des Etats selbständig
ausgeglichen werden müssen.
Trotz der erbrachten Konsolidierungsbeiträge halten die Städtischen Bühnen Münster an
ihrer Zielsetzung fest, ein künstlerisch leistungsfähiges und anspruchvolles Mehrspartenhaus
(Musik-, Sprech-, Tanz-, Kinder- und Jugendtheater, Konzerte) anzubieten. Der Erhalt aller
Sparten erscheint unter den reduzierten finanzielle n Rahmenbedingungen aber immer
schwieriger.
Bei einer weiteren deutlichen Absenkung der Zuschus shöhe oder durch Übernahme weiterer
zusätzlicher Aufwendungen innerhalb des Zuschussbud gets, sind jedoch einschneidende
Konsequenzen, bis hin zur Schließung von Sparten, nicht mehr auszuschließen. Gleiches gilt
für die Bewilligung von Zuschüssen durch das Land N RW. Eine Kürzung der in den letzten
Jahren konstanten und somit verlässlichen Landesför derung hätte ebenfalls Auswirkungen
auf die Struktur der Städtischen Bühnen.
Mit der neuen 5. Finanzformel werden die Zuschussbe träge an die Städtischen Bühnen für
die Spielzeiten 2011/2012 bis 2013/2014 auf jährlic h 18.964.300 € festgesetzt. Mit diesem,
dem neuen Managementkontrakt, inkl. 5. Finanzformel , sind die Städtischen Bühnen in der
Lage, in den nächsten beiden Spielzeiten, mit der E inschätzung eines konstanten Besucher-
aufkommens, einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vorzulegen.
Durch das Auslaufen der bestehenden Vergütungstarif e nach dem Tarifvertrag für den öf-
fentlichen Dienst (TVöD) zum 29.02.2012, ergeben si ch jedoch bereits zum jetzigen Zeit-
punkt Planungsunsicherheiten bezüglich der Höhe der Personalkosten. Für die sich daran
anschließende Tarifrunde wird mit einer durchschnit tlichen Entgelterhöhung um 1,5 % ge-
rechnet. Unter Berücksichtigung der Tarifsteigerung (TVöD) ab dem 01.03.2012 und den
daraus zu berücksichtigenden tariflichen Auswirkung en auf den künstlerischen Bereich, wird
sich bereits in der Spielzeit 2011/2012 der Persona laufwand um rd. 115.000 € erhöhen. Die-
se Erhöhung ist im Zuschuss der Stadt Münster, Vorl age V/0308/2010 Managementkontrakt
mit der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Städtisc he Bühnen Münster, inkl. 5. Finanzformel
für die Spielzeiten 2011/2012 bis 2013/2014, nicht berücksichtigt und führt zu einem ent-
sprechenden Jahresfehlbetrag. Nach Abschluss des ne uen Tarifvertrags für den öffentlichen
Dienst (TVöD) ist gem. des Managementkontrakts die Finanzierung dieser tarifbedingten
Personalmehraufwendungen rechtzeitig, d.h. bis zum Ende der Spielzeit 2011/2012 im Juli
diesen Jahres, eine Klärung mit der Stadt Münster zur Finanzierung dieser tarifbedingten
Personalmehraufwendungen herbei zu führen.
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Auf diese Entwicklung eines laufenden Jahresfehlbet rages ab der Spielzeit
2011/2012 wird im Rahmen der Vorlage V/0054/2011 – Wirtschaftsplan 2011/2012 der Städ-
tischen Bühnen Münster bzw. ab der Spielzeit 2012/2 013 Vorlage V/0133/2012– Wirt-
schaftsplan 2012/2013 der Städtischen Bühnen Münster hingewiesen.
Im Rahmen einer Projektarbeit mit Studierenden der Fachhochschule Münster, Fachbereich
Wirtschaft, ist die Kosten- und Leistungsrechnung d er Städtischen Bühnen weiter entwickelt
worden. Dies ermöglicht zukünftig eine Verbesserung bei der Bereitstellung steuerungsrele-
vanter Informationen.
Als Oberzentrum nimmt Münster in wirtschaftlicher u nd kultureller Hinsicht eine wichtige Rol-
le für die Städte und Gemeinden im Umland ein. Die Städtischen Bühnen prägen mit ihrem
Theater- und Konzertangebot das kulturelle Niveau M ünsters wesentlich mit und strahlen mit
ihren Aktivitäten weit über die lokalen Grenzen hin aus. Aufgabe der Städtischen Bühnen ist
es, nicht nur für die eigene Einwohnerschaft, sonde rn auch für die Bewohner in der Region
ein umfassendes Theater- und Konzertangebot vorzuha lten. Unter Berücksichtigung der vor-
handenen Standortfaktoren in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Ver-
waltung und dem gegenläufigen demografischen Wandel mit wachsenden Bevölkerungszah-
len sind die Voraussetzungen für die Städtischen Bü hnen gegeben, zukünftig die hohe An-
ziehungskraft zu steigern und neue Besucher anzusprechen.
Mit Beginn der Spielzeit 2012/2013 wird es eine Neu besetzung der Position des Generalin-
tendanten geben. Das Besetzungsverfahren ist im Frü hjahr 2011 mit der Wahl des neuen
Generalintendanten Dr. Ulrich Peters abgeschlossen worden. Der Wechsel bietet die Mög-
lichkeit mit einem neuen künstlerischem Konzept und einem attraktiven Programm den posi-
tiven Trend bei den Vorstellungs- und Besucherzahle n fortzusetzen und weitere Einnahme-
steigerungen zu ermöglichen.
8. Angabe zu den Feststellungen der Prüfung nach § 53 HGrG für 2010/2011
Der mit der Prüfung des Jahresabschlusses und Lageb erichtes für das Wirtschaftsjahr
2010/2011 beauftragte Abschlussprüfer hat seine Prü fung auftragsgemäß um die Prüfung
nach § 53 HGrG erweitert und die wesentlichen Fests tellungen in seinem Prüfungsbericht
dargestellt. Es ergaben sich keine Feststellungen, aus denen sich für die Betriebsleitung die
Notwendigkeit zum Handeln ergeben hätte.
Münster, 15.02.2012
Rita Feldmann Wolfgang Quetes
Verwaltungsdirektorin Generalintendant
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Grevener Straße 105
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0156/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.02.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37