V/0110/2006
Fortführung des Projektes "Von Mensch zu Mensch" der Stiftung Magdalenenhospital
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Anlage
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Anlage zur Vorlage V/0110/2006 gm von Menschkd zu'viensch „Förderung stadtteilorientierter Beratung und Betreuung hilfe- und . pflegebedürftiger Menschen“ (Öffentliche Beschlussvorlage an den Rat 76/2003 vom 27.02.2003) Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ Zeitraum der Zusammenfassung: Oktober 2003 - Januar 2006 Laufzeit des Projekts: Oktober 2003 — September 2006 Träger des Projektes: Stiftung Magdalenenhospital Paul Claahsen, Projektleiter Stiftungswesen Sozialamt der Stadt Münster Raoul Termath, Sozialplaner bis 03/2004 Thomas Schulze aufm Hofe, Sozialplaner ab 10/2004 Projektleiterin: Ulrike Henrich Diplom-Sozialpädadogin Einleitung Inhaltliches Konzept des Projektes Träger Zielsetzungen Zielsetzungen laut Vorlage 76/2003 Ziele der praktischen Arbeit der Initiativen zwischen 10/03 und 01/06 Zielgruppe Zielgruppe laut Vorlage 76/2003 Zielgruppen bei den Initiativen zwischen 10/03 und 01/06 Stadtteilorientierung laut Vorlage 76/2003 Die Stadtteile im Einzelnen . Stadtteil-Initiativen 10/03 — 01/06: Übersicht Entwicklung der Stadtteil-Initiativen Vorgaben durch die Vorlage 76/2003 Verlauf der Entwicklung in den Initiativen von 10/03 — 01/06: Übersicht Allgemeine Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung von Initiativen Schwerpunkte in den Angeboten laut Vorlage 76/2003 Demenz Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige Menschen mit Behinderungen Qualifikation der Ehrenamtlichen Übersicht über die Qualifikationsveranstaltungen im Jahr 2004 Gremien Das Kompetenznetzwerk laut Vorlage 76/2003 Die Funktion des Kompetenznetzwerkes zwischen 10/03 und 01/06 Weitere Planung für den Einsatz des Kompetenznetzwerkes Der Beirat Die Steuerungsgruppe Fachkräfte in ihrer Funktion laut Vorlage 76/2003 Fachkräfte in den Initiativen zwischen 10/03 und 01/06 Evaluation und Dokumentation Modellförderung laut Vorlage 76/2003 Landesmittel Evaluation des bisherigen Projektverlaufs durch die Fachhochschule Münster Dokumentation durch die Projektleitung Dokumentation durch die Initiativen Veranstaltungen Fachkräftetreffen/ Beirat : 30.3.04 Referentin aus dem Netzwerk Düsseldorf Dankeschön-Veranstaltung: 02.11.05 Rathaus-Festsaal 11. Finanzierung Fördermittel Vorgabe für die Verwendung der Fördermittel in der Vorlage 76/2003 Antrags- und Verwendungsverfahren Verwendung der Fördermittel zwischen 10/03 und 01/06: Übersicht Gesamtbudget Die Kostenaufstellung im Gesamtbudget in der Vorlage 76/2003 Die Gesamtkosten von 10/03 — 01/06: Übersicht Erstattung der Kosten laut Vorlage 76/2003 Realisierung dieses Vorschlags Niedrigschwellige Betreuungsangebote laut Vorlage 76/2003 Realisierung der niedrigschwelligen Betreuungsangebote Ausblick Perspektiven des Projekts „Von Mensch zu Mensch“ Einleitung Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ startete im Oktober 2003 unter der gemeinsamen Trägerschaft der Stiftung Magdalenenhospital und des Sozialamtes der Stadt Münster. Dem Projektgedanken zugrunde lagen das Konzept „Verantwortung übernehmen für die Menschen in unserer Stadt, ein stadtweites und stadtteilorientiertes Angebots- und Struktur- konzept für ältere, hilfe- und pflegebedürftige sowie demenzkranke Menschen“ (vgl. Vorlagen 20/2002 und 847/2002) " In politischen Anträgen von CDU und Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL sowie der Kom- mission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen werden hier die Weiterentwicklung und Verbesserung der häuslichen Pflege in Münster, Hilfen für Demenzkranke und ihre Angehörigen sowie eine Stärkung des ehrenamtlichen bür- gerschaftlichen Engagements gefordert. " Die demografische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte lässt auch in Münster statis- tisch einen bedeutenden Anstieg der Zahl älterer Menschen erwarten. Aufgrund des sozialen Wandels und der Veränderungen in den familiären Strukturen wird ein gro- ßer Prozentsatz älterer Menschen in Singlehaushalten leben und auch im Alter auf sich selbst gestellt sein. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Heimplätze entspricht nicht dem anzunehmenden Bedarf, zudem geht der Trend immer mehr dahin, so lan- ge wie möglich selbstständig in der eigenen Wohnumgebung leben zu können oder sich auf neue Wohnformen einzulassen, die ebenfalls ein hohes Maß an Selbststän- digkeit beinhalten. " Inder Freiwilligenagentur Münster und im Informationsbüro Pflege und gab es häufig Anfragen von hilfebedürftigen Menschen oder deren Angehörigen nach ehrenamtli- cher Unterstützung über die bezahlten Dienstleistungen professioneller Anbieter hin- aus, auch dies diente als Anlass für das Projekt. " In einigen Stadtteilen existierten bereits Paradebeispiele, in denen in Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen Besuchsdienste organisiert wurden. " Aus diesen damals bestehenden und gut etablierten Einrichtungen wurde der Stadt- teilgedanke begründet: kurze Wege für die Hilfebedürftigen, eine niedrige Hemm- schwelle durch bekannte Gesichter und Räume, gute Kenntnisse der Ehrenamtlichen über die Infrastruktur im eigenen Stadtteil. Die genannten verschiedenen Bausteine ergaben die Vision des Projektes: In jedem Stadtteil sollen durch gut erreichbare Hilfestrukturen für ältere und hilfebedürftige Menschen Bedingungen geschaffen werden, die es erleichtern, in der eigenen Häuslichkeit bleiben zu können. Die fachliche Begleitung wurde wie in den bisher bekannten Einrichtungen als Vorausset- zung gewählt. Damit soll eine Überforderung der Ehrenamtlichen verhindert und der Quali- tätsanspruch des Projektes gewährleistet werden. Um schließlich die Idee auch durch finanzielle Förderung aus Mitteln der Stiftung Magdale- nenhospital und des Sozialamtes zu begleiten, wurde ein Maximal-Förderbetrag von 4.500 € für jeden Stadtteil für jedes Förderjahr festgelegt. Für die Gesamtkooperation des Projektes wurde eine halbe Stelle für eine Sozialpädagogin eingerichtet. Die ersten zwei Projektjahre bis zum Berichtszeitpunkt verliefen in folgenden Phasen: Werbung der bestehenden Einrichtungen für das Projekt, Werbung neuer Stadtteile zum Aufbau einer Initiative, Begleitung der neuen Initiativen beim Aufbau, Beratung bei Fragen zur Gewinnung Ehrenamtlicher und zur Qualifizierung, Kooperation mit innerstädtischen Einrichtungen, Koordination der Stadtteil-Angebote, Aufbau eines gemeinsamen Arbeitskreises der Fachkräfte. A. Inhaltliches Konzept des Projektes 1. Träger (Die in Grau unterlegten Teile des Berichtes nennen die Ziele und konzeptionellen Bedingung, wie sie in der Ratsvorlage 76/2003 beschrieben sind. Der Bericht geht auf die jeweilige konkrete Umsetzung der Vorgaben im Projektzeitraum ein) Von Oktober 2003 bis Dezember 2005 haben die Stiftung Magdalenenhospital und das So- zialamt der Stadt Münster in gemeinsamer Verantwortung und finanzieller Beteiligung das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ durchgeführt. (siehe 10.1) Aus dem Spar- und Konsolidierungsprogramm der Stadt Münster 2006 — 2009, Nr. 92 vom Januar 2006 geht hervor: „...Die Finanzierung wird ab dem Jahr 2006 zur Stiftungsverwal- tung verlagert. Bei einer jährlichen Einsparung von 35.000 € werden die verbleibenden Restmittel zur Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben benötigt.“ Somit wird die bisherige Trägerkooperation ab Januar 2006 aufgelöst, der finanzielle Anteil des Sozialamtes wird vollständig von der Stiftung Magdalenenhospital übernommen und von dort im Nachtragswirtschaftplan 2006 und über die Wirtschaftpläne 2007 bis 2009 finanziert. Die Liquidität der Stiftung Magdalenenhospital ist laut Wirtschaftsplan 2006 für den Zeitraum einer möglichen zweiten Projektphase gesichert, so dass eine Gewährleistung für diese Trä- gerschaft weiterhin besteht. Die beratende Funktion des Sozialamtes in der Steuerungsgruppe soll punktuell erhalten bleiben. 2. Zielsetzungen 2.1 Zielsetzungen der Vorlage 76/2003 Die vorgegebenen Zielsetzungen der Beratung und Betreuung älterer Menschen in den Stadtteilen zur Förderung des Verbleibs in ihrer gewohnten Umgebung werden durch das Projekt erfüllt. In allen Stadtteil-Initiativen werden hilfebedürftige Menschen durch die ehren- amtlichen Angebote erreicht und bei der Bewältigung kleinerer Alltagsprobleme unterstützt. Auch im Bereich der Entlastung pflegender Angehöriger gibt es einige Angebote (siehe 5.4.2). Um eine Messbarkeit der erbrachten Hilfeleistungen und des tatsächlichen Effekts der eh- renamtlich erbrachten Dienste herstellen zu können, wäre eine Standardisierung von Doku- mentationsbögen für die Initiativen erforderlich. Diese Dokumentationen müssten dann in Zusammenarbeit mit Pflegeheimen/Aufnahmeanträgen ausgewertet werden (siehe 8.5 Eva- luation). Ein weiteres Ziel bestand in der Erleichterung der Zugänge zu ehrenamtlichen und professi- onellen Dienstleistungen rund um die Häuslichkeit. Durch die Etablierung der Initiativen rü- cken die ehrenamtlichen und die professionellen Angebote im Stadtteil näher zusammen. Dieser Drehtüreffekt kann langfristig zu einer gut ausgelasteten Nutzung der Dienste aller im Stadtteil arbeitenden Einrichtungen führen. Die Initiativen erstellen in vielen Stadtteilen Über- sichten über alle Angebote für Senioren und treten im Zusammenhang mit ihren ehrenamtli- chen Unterstützungen immer wieder auch in Kontakt zu professionellen Einrichtungen. Auch hier könnte eine Messbarkeit der Effektivität der Stadtteil-Initiativen und der Kooperation mit professionellen Diensten durch standardisierte Dokumentation beider Bereiche erzielt wer- den (siehe 8.5 Evaluation). Exkurs: Eine oft geäußerte Befürchtung der Überschreitung der ehrenamtlichen Grenzen und damit des Übergriffs in die Professionalität (bis hin zum Gedanken, dass hauptamtliche Beratungs- einrichtungen durch den Einsatz der Initiativen dauerhaft überflüssig werden könnten) hat sich bislang nicht bestätigt. Es ist eher im Gegenteil so, dass durch eine gute Kooperation und Vernetzung beide Bereiche voneinander profitieren können. Die professionellen Dienste sind aufgrund ihres Einblicks in die Probleme von Familien in der Lage, an Initiativen zu ver- weisen und damit ein Stück ihrer Verantwortung zu teilen und die Initiativen können bei um- fassender Kenntnis der Infrastruktur bei schwierigen Fällen direkt an die Fachdienste vermit- teln. 2.2 Ziele der praktischen Arbeit der Initiativen Die Zielsetzungen in den einzelnen Initiativen lagen im oben angegebenen Zeitraum stadt- teilbezogen in unterschiedlichen Bereichen: " Bereits etablierte Einrichtungen unter hauptamtlicher Leitung haben es sich zur Auf- gabe gemacht, ihre Angebote auszubauen (Gesprächskreise für pflegende Angehöri- ge z.B.), für neue Angebote zu werben (Gruppenangebote z.B.), neue Ehrenamtliche zu finden oder Ehrenamtliche zu Fortbildungsangeboten zu motivieren. " Initiativen, die sich aus privatem Engagement heraus gegründet haben, sahen ihr Hauptziel darin, im Stadtteil bekannt zu werden, ein eigenes Profil zu entwickeln, eine stabile Gruppe von Ehrenamtlichen zu aufzubauen, Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen für ihre Angebote und Kontakte zu anderen Einrichtungen im Stadtteil herzustellen. Hier war es für die Initiativen wichtig, Konkurrenzbefürchtungen zu zerstreuen und durch Analyse der bestehenden Angebote Dopplungen zu vermeiden. " Einrichtungen, die bereits hauptamtlich im Seniorenbereich tätig sind und sich nun mit dem Aufbau einer Ehrenamtlichengruppe dem Projekt angeschlossen haben, entwickelten zwei unterschiedliche Zielsetzungen für die ersten beiden Jahre: Einer- seits den Aufbau von Ehrenamtsstrukturen neben ihrem hauptamtlichen Bereich und andererseits ihren Bekanntheitsgrad im Stadtteil mit dieser neuen Gruppe zu erhö- hen. In einigen Fällen ist auch dies besonders schwierig, wenn z.B. die Initiative nicht selbst vor Ort tätig und bekannt ist, sondern sich erst im Stadtteil neu „niederlassen“ muss. 3. Zielgruppe 3.1 Zielgruppe laut Vorlage 76/2003 Als Zielgruppe für das Projekt wurde aren angesprochen. 3.2 Zielgruppen der Stadtteil-Initiativen In allen Stadtteil-Initiativen stellen ältere Menschen die Hauptadressaten für die Hilfsange- bote dar. Es sind in der Regel Menschen ab 70 Jahren, die — oft auch als Folge von Kran- kenhausaufenthalten oder überhaupt einer Reihe von Erkrankungen - ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können. " Pflegende Angehörige gehören insoweit zur Zielgruppe, als sie sich in zunehmender Zahl in Gesprächskreisen treffen und — dies aber seltener - sich auch zu Hause stundenweise durch Ehrenamtliche Entlastung holen (siehe auch 5.4.2). =» Demenz- oder Alzheimererkrankte treffen sich in regelmäßigen wöchentlichen Betreuungsnachmittagen oder anderen Gruppenangeboten in einigen Stadtteil- Initiativen, auch diese Stunden bieten den Angehörigen eine Möglichkeit der Entlas- tung (siehe auch 5.4.2). = Menschen mit Behinderungen werden in Einzelfällen auch durch Ehrenamtliche un- terstützt (siehe auch 5.4.3). 4. Stadtteilorientierung laut Vorlage 76/2003 4.1 Die Stadtteile im Einzelnen 1. Aaseestadt Von Mensch zu Mensch in Aaseestadt Die mobilen e.V. bauen hier mit Hilfe einer Gruppe von Ehrenamtlichen eine Anlaufstelle auf. Eine interne Koope- ration mit Kirchengemeinden von Aaseestadt und dem Südviertel und dem Südviertelbüro wird angestrebt, die ersten Gespräche dazu sind bereits gelaufen. 2. Albachten Das Netz der kleinen Hilfen Eine große Gruppe Ehrenamtlicher hat sich aus dem Pfarrcaritas St. Ludgerus heraus gebildet und sich später dem Projekt angeschlossen. Der Schwerpunkt liegt auf den kurzfristigen und spontanen Hilfen. 3. Amelsbüren Miteinander — Füreinander Diese ehrenamtliche Gruppe aus der kath. Kirchengemeinde St. Sebastian bietet Hilfen im Sinne des Projektes an, möchte ihren Einsatz aber bislang noch auf die Gemeinde beschränken. Die Initiative wird in den Listen ge- führt, damit auch bei Anfragen an sie weiter vermittelt werden kann, sie wird aber nicht durch das Projekt geför- dert. 4. Angelmodde Eventuell wird hier in Verbindung der Überlegungen für Wolbeck eine neue Initiative aufgebaut. Der Arbeiter Samariter Bund hatte hier seine Versuche nach einem Jahr aufgegeben, weil von Seiten der bereits aktiven Gruppen damals kein weiterer Bedarf gesehen wurde. 5. Bahnhof In diesem Gebiet besteht zwar großer Hilfebedarf, bisher aber keine Möglichkeit, Ehrenamtliche zu finden oder das Projekt an eine bestehende Einrichtung anzuschließen 6. Berg Fidel Von Mensch zu Mensch Berg Fidel Hier baut der Arbeiter-Samariter-Bund eine Initiative auf. Durch Plakataktionen, Stadtteilgespräche, Veranstaltun- gen und persönliche Kontakte wird auf die Initiative aufmerksam gemacht, um die Menschen zu erreichen. Auf- grund der sozialen und kulturellen Problematik ist dies für eine Einrichtung, die von außen kommt, besonders schwer. 7. Coerde Cafe Nostalgie Eine Mitarbeiterin der katholischen Kirchengemeinde St. Norbert hat in Zusammenarbeit mit einem Sozialarbeiter des SKM Coerde die Initiative übernommen. Nach einjähriger Vorbereitung gibt es seit September 2005 eine Betreuungsgruppe für acht Demenzerkrankte. An einem Nachmittag in der Woche werden sie von einer Fachkraft mit einer Gruppe Ehrenamtlicher begleitet. 8. Geistviertel Caritas-Büro Heilig Geist Das Caritas Büro Heilig Geist arbeitet schon seit Jahren mit einer Ehrenamtlichen und einem Zivildienstleistenden zusammen. Durch die Einbeziehung in das Projekt sind nun neue Ehrenamtliche hinzugekommen, die im Begleit- und Besuchsdienst mitarbeiten. 9. Gievenbeck Von Mensch zu Mensch Gievenbeck Eine private Initiative, entstanden aus Kontakten zum Sozialbüro und zur St. Michaelgemeinde, hat nach einjähri- ger Vorlaufzeit im September 2005 mit 13 Ehrenamtlichen offiziell angefangen. 10. Gremmendorf Haus der Begegnung, St. Ida Das seit mehreren Jahren unter professioneller Leitung arbeitende Haus hat sich mit seinem Angebot, Schwer- punkt Demenz, dem Projekt angeschlossen. 11. Handorf/ Sudmühle/ Mariendorf Nach Gesprächen mit den verschiedenen bestehenden Einrichtungen gibt es aufgrund der hohen Zahl schon eingesetzter Ehrenamtlicher zurzeit keine Kapazitäten, um ein neues Projekt aufzubauen oder in ein bestehendes Angebot zu integrieren. 12. Hiltrup Gemeindediakonie e.V. Die Gemeindediakonie arbeitet mit einer hauptberuflichen Kraft und vielen Ehrenamtlichen schon seit Jahren im Besuchs- und Begleitdienst, außerdem bietet sie eine Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige an. Das Pro- jekt wurde in diese Arbeit mit aufgenommen. 12. Hiltrup Seniorenberatung St. Clemens Die Seniorenberatung wird von einer hauptamtlichen Kraft geleitet, Ehrenamtlichen sind vorwiegend im Marien- heim eingesetzt. Im Cafe Marie (ab Mai 05) im Haus des neuen Demenz-Wohn-Projekts an der Marktallee, das durch Ehrenamtliche geführt wird, könnte eine Anlaufstelle für ältere Menschen im Stadtteil entstehen. 13, Innenstadt Seniorenbüro Apostelkirche Das Seniorenbüro arbeitet mit einer hauptamtlichen Kraft in enger Kooperation mit dem Seniorenbüro St. Mauritz schon langjährig in Besuchs- und Begleitdiensten. Auch Gruppenarbeit mit Senioren und Ehrenamtlichen steht hier auf dem Programm. Das Seniorenbüro hat sich dem Projekt angeschlossen. 14. Kinderhaus In Kinderhaus engagiert sich eine hohe Zahl Ehrenamtlicher bereits in mehreren Organisationen. Auch die Kir- chengemeinden sind sehr aktiv vor Ort beteiligt, um die Bedürfnisse sowohl der Gemeinden als auch der speziel- len Problemgruppen des Stadtteils aufzufangen. In der Vergangenheit gab es daher keine Möglichkeit, noch am Projekt mitzuarbeiten. Eventuell werden in absehbarer Zeit neue Gespräche dazu geführt. 15. Kreuzviertel Alzheimer Gesellschaft e.V. Die Alzheimer Gesellschaft e.V. bietet zwei Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte an. Die Gruppen werden geleitet von einer professionellen Kraft und einer Reihe von Ehrenamtlichen. Die Nachfrage nach Hilfen direkt aus dem Kreuzviertel hat sich seit dem Anschluss der Alzheimer Gesellschaft an das Projekt verstärkt. 16. Mauritz Seniorenbüro St. Mauritz und Erlöser Kirchengemeinde Das Seniorenbüro unter der Leitung zweier Hauptamtlicher hat sich dem Projekt angeschlossen. Hier gibt es einen Besuchsdienst, Gruppenangebote und einen handwerklichen Dienst durch Ehrenamtliche. Es besteht eine Kooperation mit dem Seniorenbüro der Apostelkirchengemeinde. 17. Mecklenbeck Von Mensch zu Mensch Mecklenbeck Eine stabile Gruppe von Ehrenamtlichen hat sich aus privater Initiative heraus gebildet. Durch gute Kooperation im Stadtteil mit Vereinen, Kirchengemeinden und der Caritas Konferenz hat die Initiative im Stadtteil inzwischen Fuß gefasst. 18. Nienberge Von Mensch zu Mensch Nienberge e.V. Dieser Verein, entstanden durch private Initiative in Kooperation mit dem Sozialbüro und den Kirchengemeinden, arbeitet mit einem großen Stamm an aktiven Ehrenamtlichen und Vereinsmitgliedern und erreicht durch persönli- che Ansprache immer mehr Hilfebedürftige. Die Vorstellung der Initiative in den meisten Nienberger Vereinen hat zu einem großen Bekanntheitsgrad geführt. 19. Roxel Nach einem großen Runden Tisch gibt es hier zurzeit konkrete Planungen für eine Initiative, die in den nächsten Monaten starten wird. 20. Rumphorst . Sozialbüro Heilige Edith Stein Mehrere Jahre gab es die „Initiative Netzwerk Nachbarschaftshilfe“, die sich zunächst dem Projekt angeschlossen hatte. Im Mai 2005 wurde die Initiative aufgelöst. Die Ehrenamtlichen haben sich in die Gruppe des Sozialbüros integriert und arbeiten nun auch in diesem Rahmen weiter im Projekt mit. 21. Schlossviertel Seniorentreff Hansahof e.V. Das Begegnungszentrum wurde mit der Option in das Projekt aufgenommen, dass es sich zu einer Anlaufstelle für Hilfeanfragen ausweitet. Durch die bereits hohe Zahl an mitarbeitenden Ehrenamtlichen und die starke Fre- quentierung durch ältere Menschen aus der Innenstadt/ dem Schlossviertelbereich ist die Chance gegeben, diese Menschen auch in Zeiten der Hilfsbedürftigkeit erreichen zu können, um sie zu unterstützen. Es gibt zudem eine Kooperation mit den umliegenden Kirchengemeinden Überwasser, Liebfrauen, Aegidii und Lamberti. 22. Sentrup Stadtteilagentur für Soziales und Freiwilligkeit Aus dem Verein Stadtteilkultur hat sich ein Pendant zu den Sozialbüros herausgebildet. Durch die Kooperation mit den beiden Kirchengemeinden, durch Veranstaltungen und persönliche Ansprache gibt es ein breites Hilfsan- gebot durch Ehrenamtliche. 23. Sprakel Siehe Kinderhaus 24. Südviertel Südviertelbüro Das ehrenamtlich geleitete Büro übernimmt die telefonische und persönliche Vermittlung bei Hilfeanfragen in ooperation mit den mobilen e.V. Zusätzlich gibt es ein regelmäßiges Cafeangebot und eine wöchentliche Sprechstunde. 24. Südviertel Von Mensch zu Mensch Südviertel Die mobilen e.V. haben in Zusammenarbeit mit dem Südviertelbüro die Aufgabe übernommen, die Besuchs- und Begleitdienste zu organisieren und durchzuführen. Viele Hilfebedürftige sind den mobilen durch ihre professionel- e Sozialpflege bekannt. 25. Uppenberg n dieser Wohngegend gibt es aktuelle Vorüberlegungen für eine Initiative. Sie wird sich aus dem Verein Lincoin- quartier e.V. herausbilden und mit dem AK Uppenberg und den Kirchengemeinden zusammenarbeiten. 26. Wolbeck n Wolbeck finden demnächst konkrete Gespräche statt, in denen eine Beteiligung des Stadtteils am Projekt dis- utiert wird. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die Etablierung der bestehenden Initiativen in der Stadt Münster eine Sogwirkung entstehen kann. Nachbarstadtteile informieren über ihren Weg des Aufbaus, Erfahrungen werden an andere Stadtteile weitergegeben. So kann die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass bei einer neuen Projektphase die verbleiben- den Stadtteile noch eine eigene Initiative aufbauen werden. Es gibt in den noch nicht am Projekt beteiligten Stadtteilen bereits eine sehr große Zahl von ehrenamtlich tätigen Menschen in den Bereichen der Seniorenarbeit, sowohl kirchlich als auch überkonfessionell orientiert, ebenso gibt es Hauptamtliche, die über ihr Zeitmaß hinaus auch ehrenamtlich mitarbeiten. In diesen Stadtteilen kann aus diesen schon überlasteten Organisationen heraus nicht noch ein neues Projekt übernommen werden. Hier müssen an- dere Wege gefunden und neue Kräfte mobilisiert werden. Bei kontinuierlicher Zusammenar- beit und Vernetzung könnten damit auch die überbeanspruchten Stellen Entlastung erfahren. 5. Entwicklung der Stadtteil-Initiativen 5.1 Vorgaben durch die Vorlage 76/2003 5.2 _ Verlauf der Entwicklung der Initiativen zwischen Oktober 2003 und Januar 2006 Vor Beginn des Projektes gab es in der Stadt Münster in einigen Stadtteilen „Vorreiter“. Dies sind Einrichtungen, die durch professionelle Kräfte Beratung und Information für ältere Men- schen und für pflegende Angehörige anbieten und die mit Hilfe Ehrenamtlicher das gemein- nützige Engagement fördern. Die Tätigkeiten der Ehrenamtlichen liegen hier in der Teilnah- me an Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte, an allgemeinen Gruppenangeboten, an Besuchs- und Begleitdiensten. Diese „Vorreiter“ haben sich dem Projekt angeschlossen, als Bedingungen galten die Stadt- teilorientierung, die begleitende Fachkraft, die Beteiligung Ehrenamtlicher und die Versiche- rungsleistungen für die Ehrenamtlichen. Im Laufe der nächsten beiden Projektjahre sind in einigen Stadtteilen auch aus privatem En- gagement heraus Initiativen entstanden. Hier müssen ebenfalls für eine Förderung die ge- nannten Bedingungen erfüllt sein, besonders wichtig ist die begleitende Fachkraft. Die Pluralität der Anbieter kennzeichnet wie in der Vorlage beschrieben das Projekt, denn es gibt eine vielseitige Trägerlandschaft: Privatpersonen in Kooperation mit beiden Kirchenge- meinden des Stadtteils, Privatpersonen in Kooperation mit dem Sozialbüro, ambulante Pfle- gedienste, die einen Stadtteil in der Nähe ihres Standortes übernommen haben, Seniorenbü- ros in Verbindung mit Kirchengemeinden, gemeindenahe Beratungseinrichtungen, Begeg- nungsstätten. 5.3 Allgemeine Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung von Initiativen Für die zufrieden stellende Inanspruchnahme der Angebote ist eine fortdauernde Öffentlich- keitsarbeit maßgeblich für die ersten beiden Jahre. Die Hauptansprechpartner der Initiativen müssen sich im Stadtteil bekannt machen, um die Schwellenangst zu verringern, sich Hilfe zu holen. Zwei Hürden müssen erst überwunden werden, bevor das Angebot gut angenommen wird und bevor die Zahl der Ehrenamtlichen in etwa der Zahl der Hilfeanfragen entspricht: Die Initiative muss allgemein im Stadtviertel so bekannt sein, dass sich das Angebot durch Mundpropaganda allein weiter trägt. Dafür sind Plakate, Flyer, Berichte in der Presse, Be- richte in den Pfarrnachrichten, Stände auf dem Markt und bei anderen Veranstaltungen und sehr häufige persönliche Ansprache von Menschen erforderlich. Durch diese Bemühungen erreicht eine Initiative, dass sie bekannt wird und dass sie Vertrauen erweckt. Die zweite Hürde betrifft die Hemmung vieler hilfebedürftiger Menschen, um Hilfe zu bitten. Auch hierfür gilt die Devise: Auf die Menschen zugehen, Kontakt aufnehmen, Verständnis für die Situation zeigen. Durch Mundpropaganda und durch einfaches Erfahren schwindet auch diese Schwelle nach und nach. Wenn man die gesamte Zeit berücksichtigt, die eine neue Initiative — sei es mit Trägerschaft durch einen Pflegedienst oder durch Privatpersonen oder durch eine Begegnungsstätte oder ähnliche - benötigt, um ihre ehrenamtlichen Hilfsangebote zu etablieren, muss man zwei Jahre einplanen. Nach dieser Zeit ist eine stabile Grundlage vorhanden. Die Initiative ist be- kannt, es gibt auch bei Wegfall von Ehrenamtlichen immer wieder neue Interessierte, die mitarbeiten möchten, „man weiß, wer das ist und was die machen“. Die Initiative hat eine Gruppenkultur entwickelt mit regelmäßigen Besprechungen, es ist Routine entstanden bei der Dokumentation der Arbeit und bei der Verteilung der verschiedenen Aufgaben. Es gibt einen verlässlichen Überblick über die entstehenden Kosten. 5.4 Schwerpunkte in den Angeboten der Initiativen laut Vorlage 76/2003 5.4.1 Demenz Die Begleitung und Betreuung von an Demenz und Alzheimer erkrankten Menschen ge- schieht in Einzelfällen. Viele Ehrenamtliche fühlen sich damit überfordert. Hier besteht die Möglichkeit, an Initiativen weiterzuvermitteln, die z.B. Betreuungsnachmittage anbieten oder die ihren Schwerpunkt in die Begleitung von Menschen mit diesen Erkrankungen gesetzt haben. 5.4.2 Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige Obwohl die Belastungssituation pflegender Angehöriger in vielen Fällen unermesslich hoch ist, besteht dennoch eine große Scheu, Hilfe zu erbitten, um für wenige Stunden entlastet zu werden, indem der oder die Angehörige in der Zeit von Ehrenamtlichen betreut wird. Diese Anfrage wird noch sehr selten an die Initiativen gerichtet. 11 Besser angenommen werden dagegen Gesprächskreise für pflegende Angehörige, die es mittlerweile in 5 Initiativen gibt. Diese Gesprächskreise dienen auch als Entlastung dadurch, dass die Angehörigen sich regelmäßig austauschen können und so vielleicht auch neue I- deen erhalten, um sich sicherer zu fühlen im Umgang mit den erkrankten Menschen und um sich auch von anderen Einrichtungen Hilfe zu holen (Tagespflege etc.). 5.4.3 Menschen mit Behinderungen In der Niederschrift über die 19. Sitzung der „Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen“ (KIB) vom 15.05.2003 wurde angeregt, In der bisherigen Projektzeit gab es in zwei Stadtteilen eine Nachfrage nach einer Betreuung für einen Menschen mit Behinderungen. Die Konzentration der im Projekt ehrenamtlich Täti- gen liegt größtenteils auf den Alltagshilfen für ältere Menschen. 5.5 Qualifikation der Ehrenamtlichen Ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm wurde erstellt. Hier gibt es Angebote aus 15 unterschiedlichen Sachgebieten speziell für Ehrenamtliche, und 5 weitere Themen, die sich eher an Multiplikatoren und Fachkräfte wenden (siehe auch 7.1). Nach der Anfangsphase einer neuen Initiative ergeben sich durch die ersten Kontakte mit hilfebedürftigen Menschen in der Regel auch die ersten Wünsche nach Weiterbildung und Information, besonders in Gesprächsführung und im Wissen darüber, welche Stellen für wel- che Belange zuständig sind. Veranstaltungen für das Thema Demenz werden verstärkt von Initiativen angefragt, die ihre Schwerpunkte auch in diesem Gebiet setzen. Auch andere Stadtteile, die mit ihren Angeboten bekannter werden, werden inzwischen häufiger mit dem Krankheitsbild der Demenz konfrontiert und werden zukünftig wahrscheinlich infolgedessen auch das Bedürfnis haben nach intensiveren Kenntnissen über den Umgang mit dieser Er- krankung. Einige Träger bieten intern und in Kooperation mit anderen Einrichtungen für ihre ehrenamt- lichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Qualifikationsmöglichkeiten an. Eine verbindliche Teilnahme an Einführungsveranstaltungen für alle Initiativen ist diskutiert worden, wurde bislang aber noch nicht als erforderlich angesehen. 5.5.1 Übersicht über die Qualifikationsveranstaltungen im Jahr 2004 Insgesamt nahmen an den Veranstaltungen ca. 220 Ehrenamtliche und Fachkräfte teil. Im Jahr 2005 waren es 10 Termine, teilweise mit Folgeterminen. Hier lagen die Schwerpunkte bei den Themen Ehrenamt, Demenz, Gesprächsführung und Beratung zu Pflegefragen. Thema/ Veranstalter Datum Initiative Sozialamt, Fachstelle Hilfe in 31.03.04 Gemeindediakonie Hiltrup Einrichtungen, Informationsbüro Pflege: Beratung zu Pflegefragen 12 dito. 08.06.04 Sentrup dto. 05.07.04 Südviertelbüro dto. 10.11.04 Mauritz/ Apostelkirche Sozialamt, Fachstelle Hilfe in 08.06.04 Sentrup Einrichtungen, Informationsbüro Pflege: Wohnraumanpassungsbera- tung dto. 30.06.04 Südviertelbüro u.a. Amt für Wohnungswesen: 30.08.04 Südviertelbüro u.a. Hilfen beim Umzug | Sozialamt, Fachstelle für Grund- | 22.06.04 Sentrup sicherung: Unterhalt und Grundsicherung dto. 25.10.04 Südviertelbüro u.a. Grundsicherung Sozialamt, Fachstelle Hilfe in 13.10.04 Südviertelbüro u.a. Einrichtungen, Heimaufsicht: Pfiegebeschwerden Amt für Kinder, Jugendliche und | 02.09.04 Südviertelbüro u.a Familien, Kommunaler Sozial- dienst: Bezirkssozialarbeit Amt für Kinder, Jugendliche und | 10.11.04 Südviertelbüro u.a. Familien, Betreuungsstelle: Betreuungsrecht Gerontopsychiatrische Bera- 13.07.04 ASB tungsstelle: Niedrigschwellige Angebote Dto. 18.11.04 Coerde Niedrigschwellige Angebote dto 04.02.04 Gremmendorf Demenz - Bausteine: dto. 03.11.04 | Sremmendorf dto. 26.05.04 Alzheimer dto. 09.06.04 Alzheimer dto. 23.08.04 Alzheimer Freiwilligenagentur Münster 29.07.04 Verschiedene Initiativen Ehrenamt dto. 22.10.04 Verschiedene Ehrenamt Externe Referentin 29.09.04 Mauritz/ Apostelkirche Gesprächsführung 6. Begleitende Gremien des Projektes 6.1 Fachliche Unterstützungsleistungen laut Vorlage 76/2003 6.1.1 Zusammensetzung und Funktion des Kompetenznetzwerkes Zu diesem Gremium, das im Projekt „Von Mensch zu Mensch“ als Kompetenznetzwerk fun- giert, gehören folgende Einrichtungen: Gerontopsychiatrische Beratungsstelle, Infobüro Pflege, Sozialamt mit Sozialplanung, Kom- munaler Sozialdienst, Hospizbewegung Münster, Freiwilligenagentur Münster. 13 Zu Beginn des Förderprogramms im Oktober 2003 wurde ein Katalog mit verschiedenen Themen vorgelegt, die zur Qualifizierung der Ehrenamtlichen, Fachkräfte und Multiplikatoren dienen. Das Themenangebot wurde später noch erweitert um „Gesprächsführung“ und das Thema „Alt werden“. Den Initiativen und den leitenden Fachkräften liegen die Programme mit den Angeboten vor. Sie haben die Möglichkeit, stadtteilintern oder stadtteilübergreifend Termine mit den Referen- ten und Referentinnen zu vereinbaren. 6.1.2 Zukünftige Planung für den Einsatz des Kompetenznetzwerks Um Angebot und Nachfrage zwischen dem Kompetenznetzwerk und den Stadtteil-Initiativen effektiv aufeinander abstimmen zu können, wird für das Jahr 2006 ein neues Konzept entwi- ckelt. Dieses Konzept wird sich an den aktuellen Themenwünschen der Initiativen orientie- ren. Des Weiteren wird verstärkt daran gearbeitet, dass in den Initiativen die jeweiligen Fachstel- len für Demenz, finanzielle Unterstützung, Pflegefragen etc. bekannt sind, um auch kurzfris- tig in problematischen Einzelfällen direkt weiter vermitteln zu können. 6.2 Der Beirat Im November 2003 wurde in einem ersten Treffen ein Projektbeirat gegründet. Hierzu gehö- ren namentlich Vertreter folgender Organisationen: Freiwilligenagentur, Informationsbüro Pflege, Sozialplanung, Gerontopsychiatrische Bera- tungsstelle, Hospizbewegung e.V., pro cura e.V., der Paritätische, Diakonisches Werk, Cari- tasverband Münster, Arbeiterwohlfahrt und Fachhochschule Münster. Im März 2004 wurde der Beirat erneut eingeladen (siehe 10.1). Der Beirat hat beratende Funktion und wird über die laufende Entwicklung des Projektes informiert. 6.3 Die Steuerungsgruppe Hauptverantwortlich für die Entwicklungen und Weichenstellungen im Projekt war bis Ende 2005 die begleitende Steuerungsgruppe, bestehend aus der Projektleiterin, dem Projektlei- ter/Stiftungswesen und dem Sozialplaner. Auch Anträge, Verwendungsnachweise und die laufenden Themen wurden in diesem Gremium diskutiert. Ab 2006 wird die Stiftungsverwal- tung alleinige Steuerungsverantwortung für das Projekt übernehmen. 6.4 Die Fachkräfte in ihrer Funktion laut Vorlage 76/2003 6.4.1 Fachkräfte in den Initiativen Jede Initiative wird von mindestens einer Fachkraft begleitet. Folgende Professionen sind in den Stadtteilen bei den Fachkräften vertreten: 14 Pastoralreferenten, Altenpflegerin, Krankenschwester, Sozialpädagogin, Sozialarbeiter, Dip- lom-Pädagogin, Pflegedienstleitung, Familienpflegerin, Sozialwirtin. Im Jahr 2004 gab es im Juli ein halbtägiges Treffen der Fachkräfte von neu gegründeten Initiativen, im September ein ganztägiges Treffen aller Fachkräfte. Diese beiden Begegnun- gen waren überwiegend vorgesehen zum Kennen lernen und Vorstellen der jeweiligen Initia- tiven, der Problembereiche und der Erfahrungen. Im Jahr 2005 gab es im September und im November je ein halbtägiges Treffen aller Fach- kräfte mit den Schwerpunktthemen Öffentlichkeitsarbeit, Kooperation und Vernetzung. Die Fachkräfte erfüllen in den Initiativen unter anderem diese Aufgaben: e Auswahl und Begleitung der Ehrenamtlichen für die Initiative, «e Auswahl der Ehrenamtlichen für die hilfebedürftigen Menschen (Überforderung, Fä- higkeiten etc. bedenken), « Erstbesuche bei den hilfebedürftigen Menschen zur Feststellung des Bedarfs, Wei- tervermittlung an andere Fachstellen und Beratungseinrichtungen, « regelmäßiger Austausch in der Gesamtgruppe, e Planung und Durchführung von Öffentlichkeitsarbeit mit den Ehrenamtlichen, «e Unterstützung bei Gruppenangeboten für Demenzerkrankte. 7. Evaluation und Dokumentation 7.1 Modellförderung laut Vorlage 76/2003 7.2 Landesmittel Auf Anfrage teilte das MGSFF mit, dass Landesmodellmittel lediglich in ausgewählte Modell- projekte fließen. Landesmodellmittel im Rahmen des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes sind für wissenschaftliche Evaluationen von Programmen/ Projekten nicht vorgesehen. Da die Kosten einer umfassenden Evaluation die bereitgestellten Projektmittel übersteigen, muss in der ersten Projektphase auf eine Evaluation der bisherigen Ergebnisse im Projekt verzichtet werden. Für eine mögliche zweite Projektphase wird empfohlen, eigene Projekt- mittel für eine Evaluation mit einzuplanen. 7.3 Evaluation des bisherigen Projektverlaufs durch die Fachhochschule Münster Mit der Fachhochschule Münster, Fachbereich Pflege, wurden verschiedenen Abstimmungs- gespräche für eine Evaluation geführt. Es liegt ein 10-seitiges Konzept der Fachhochschule für die Evaluation vor, bei dem u.a. folgende Unterziele im Rahmen des evaluierten Prozesses geplant wurden: 1) Analyse der Aufbauphase des Projekts 2) Analyse der laufenden Aktivitäten im Gesamtprojekt 15 3) Klärung der Rahmenbedingungen in den Stadtteilen 4) Ist-Analyse der einzelnen Stadtteilprojekte 5) Einzelfallanalysen: Zufriedenheit und Erwartungen von Adressaten 6) Erarbeitung von vorläufigen Empfehlungen Mit den Methoden der Dokumentenanalyse, Experteninterviews, Analyse der Gesprächspro- tokolle und der statistischen Daten sollte die Evaluation durchgeführt werden. Der Kostenplan für eine Evaluation der ersten Projektphase Oktober 2003 — September 2006 belief sich auf 35.000 €, da die notwendigen qualitativen Analysen sehr personalintensiv aus- fallen. Auf das Evaluationsangebot der Fachhochschule konnten aus finanziellen Gründen (siehe 7.2) nicht eingegangen werden. 7.4 Dokumentation durch die Projektleitung Die Projektleitung führt folgende Aufzeichnungen: Protokolle über: Sitzungen aller Gremien des Projektes Teilnahme an Arbeitskreisen, Veranstaltungen in den Stadtteilen zum Projekt, stadtweite Veranstaltungen, in denen das Projekt vorgestellt wurde alle Gespräche mit Stadtteil-Vertretern alle Gespräche und Telefonate mit Fachkräften Telefonate mit Angehörigen oder Hilfebedürftigen und über die Vermittlung an Initiativen " die Entwicklung der Initiativen in den einzelnen Stadtteilen Übersicht über: " das Budget " die Verwendung der Fördermittel, inhaltlich und finanziell " die Qualifikationsveranstaltungen Sammlung von: " Pressenotizen über das Projekt " Presseartikeln und Informationsmaterial über ähnlich gelagerte Projekte und Einrichtungen in anderen Städten 7.5 Dokumentation durch die Initiativen Die inhaltlichen Schwerpunkte des ersten Förderjahres waren: « Gewinnung Ehrenamtlicher « Bekanntmachung der Initiative im Stadtteil durch Veranstaltungen und Informationsmaterial, Qualifikation der Ehrenamtlichen « Qualifikation der Fachkräfte (Thema „Ehrenamt“) ® Kontaktaufbau zu bestehenden Einrichtungen Der Verwendungsnachweis wurde gegen Ende des ersten Förderjahres um detaillierte An- gaben über die inhaltliche Arbeit erweitert. So werden erst nach Beendigung des zweiten Förderjahres aller Initiativen (ca. Juni 2006) aufschlussreichere Übersichten über folgende Bereiche vorliegen: Anzahl der Ehrenamtlichen, Zahl der neu hinzugewonnenen Ehrenamtlichen, 16 wie viele Ehrenamtliche haben welche Qualifikationsveranstaltungen besucht, Anzahl der geleisteten Stunden der Fachkraft für die Initiative, Zahl der Teamsitzungen der Initiative, Art der Anerkennung für die Ehrenamtlichen. Die meisten Initiativen führen mittlerweile auch eigene Aufzeichnungen über ihre Hilfseinsät- ze. So wird es im Verlauf des zweiten und dritten Förderjahres möglich sein, einen Überblick zu erhalten über die Zahl der Anfragen nach Hilfe, über die Zahl der Vermittlungen an Eh- renamtliche, über die Zahl der Vermittlungen an Fachstellen, über das Alter der Hilfebedürfti- gen, über die Dauer des Einsatzes etc. e. Veranstaltungen im Projekt 81 Fachkräftetreffen/ Beiratsitzung 30.03.2004 Gesundheitshaus Am 30. März 2003 gab es eine zweiteilige Veranstaltung im Gesundheitshaus. Zunächst berichtete eine Referentin der Netzwerke Düsseldorf von ihren Erfahrungen im Aufbau eh- renamtlicher Stadtteilarbeit. Diese Stadtteilprojekte in Düsseldorf werden begleitet durch mehrere hauptamtliche Kräfte und finanziert durch Trägerkooperationen verschiedener Wohlfahrtsverbände. Die anwesenden Fachkräfte der bis dahin bestehenden Initiativen und neuer Interessierter diskutierten über die Gedankenanstöße der Referentin. Im Anschluss daran fand die zweite Sitzung des Beirates statt. Hierbei ging es um konkrete Fragen nach Qualifikation der Ehrenamtlichen und Abgrenzung der Einsätze gegenüber den Aufgaben hauptamtlicher Kräfte. 82 Dankeschön-Veranstaltung 02.11.2005 Rathaus Am 2. November 2005 wurden alle am Projekt beteiligten Ehrenamtlichen zu einer Danke- schön-Veranstaltung ins Rathaus eingeladen. Nach Grußworten durch die Bürgermeisterin Frau Reismann und einem musikalischen Begleitprogramm gab es einen kleinen Imbiss mit der Möglichkeit, sich auszutauschen. B Finanzierung 9. Fördermittel für die Stadtteile 9.1 Vorgabe für die Verwendung der Fördermittel in der Vorlage 73/2003 17 9.2 Antrags- und Verwendungsverfahren Zu Beginn eines jeden Förderjahres stellen die Initiativen einen Förderantrag. In diesem An- trag geben sie Auskunft über die geplante Verwendung der Mittel, über die Qualifikation der begleitenden Fachkraft und über die inhaltlichen Ziele für das neue Förderjahr. Nach Ablauf des Förderjahres erbringen sie einen ausführlichen inhaltlichen Nachweis über die geleistete Arbeit und einen detaillierten finanziellen Nachweis mit Originalbelegen über die Ausgaben (und evtl. Einnahmen, z.B. durch Spenden). Erst nach Prüfung dieses Ver- wendungsberichts erfolgt die Bewilligung des neuen Folge-Förderantrages. 9.3 Verwendung der Fördermittel zwischen Oktober 2003 und Januar 2006 Zehn Initiativen weisen nach, dass Fördermittel (Programmmittel) anteilig als Honorar für die Begleitung der Fachkraft eingesetzt wurden (siehe *). Folgende Aufwendungen werden in diesen Initiativen zusätzlich durch die Fördermittel fi- nanziert: Büromaterial, Öffentlichkeitsarbeit (Faltblätter, Plakate), Fortbildungen zu Themen, die nicht im Programm des Projektes stehen (Rhetorik, langfristige Gesprächsführung z.B.), Referen- ten, Versicherung, Telefonkosten, Dankeschön-Veranstaltungen für die Ehrenamtlichen, Aufwendungen für Betreuungsnachmittage mit Demenzerkrankten. Fünf Initiativen verwenden die Fördermittel ausschließlich für Personalkosten. Hier kann nicht im Einzelnen der Einsatz der Fachkräfte speziell für die Stadtteil-Initiative nachgewie- sen werden (siehe *?). Übersicht über die Verwendung: (WICHTIG INTERN: die Angaben von Coerde fehlen noch) Gesamtsumme 15 Initiativen 1. Förderjahr 72.000 € Fachkraft 22.403 € mit Nachweis * Fachkraft 21.091 € ohne Nachweis * Öffentlichkeits- 3.264 € arbeit Fortbildung/ 3.043 € Externe Referenten Büromaterial/ 4.120€ Ausstattung Miete 914€ Versicherung 6389 € Auslagen 2.639 € Bewirtung Anerkennung 4.363 € Ehrenamtliche Fahrtkosten 280 € Porto/ Telefon 1.349 € 18 Wie aus der Übersicht erkennbar ist, stellen die Aufwendungen der Initiativen für die Beglei- tung durch professionelle Kräfte den größten Anteil dar. Um einerseits bei den Ehrenamtlichen Überforderung und Grenzverletzungen zu vermeiden und andererseits die Qualität der Hilfsangebote durch die Ehrenamtlichen zu sichern, kann auf diese Fachkräfte auch in der zweiten Projektphase nicht verzichtet werden. Auch um den kontinuierlichen Kontakt zu stadtteilübergreifenden Organisationen zu halten und in Problem- fällen weiterzuvermitteln, sind die Fachkräfte dringend erforderlich für die Initiativen. 10. Finanzierung des Projekts 10.1 Die Kostenaufstellung im Gesamtbudget in der Vorlage 76/ 2300 10.2 Die Gesamtkosten von Oktober 03 bis Januar 06 Aufteilung: 317.550,00 € Stiftung Magdalenenhospital 122.700,00 € Stadt Münster Übersicht über die Personal-, Programm- und Sachmittel, die zwischen Okt. 03 und Dez. 05 für das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ verausgabt wurden: Personalmittel Jahr/ Ansatz Ausgaben 2003 8.250,00 € 7.030,46 € 2004 25.000,00 € 28.874,59 € 2005 25.000,00 € Programmmittel Jahr! Ansatz Ausgaben 2003 29.250,00 € 27.300,00 € 2004 76.100,00 € 50.657,32 € 2005 76.100,00 € 77.571,98€ _ Sachmittel Jahr! Ansatz Ausgaben 2003 3.973,50 € 468,55 € 19 2004 3.750,00 € 5.128,95 € 2005 3.750,00 € 1.775,69 € 10.2.1 Personeller Aufwand für das Projekt - Ankopplung an die Freiwilligenagentur Aufgrund der inhaltlichen Bezüge wurde die halbe Stelle organisatorisch an die Freiwilligen- agentur angekoppelt. Dies hat sich als sinnvoll erwiesen, denn: - bei Beratungsgesprächen können die Stadteil-Initiativen als mögliche Einsatzfelder für Ehrenamtliche genannt werden - bei Hilfeanfragen von Einzelpersonen oder Angehörigen kann direkt über die jeweiligen Ansprechpartner der Stadtteile informiert werden - bei allen Informationen, Fortbildungsangeboten etc., die mit dem Thema Ehrenamt in Verbindung stehen, werden die Stadtteil-Initiativen durch die Verteiler der Freiwilligenagentur mit berücksichtigt. 10.3 Erstattung der Aufwandskosten der Helfer laut Vorlage 76/2003 10.3.1 Realisierung dieses Vorschlags Dieser Vorschlag konnte bislang in den Initiativen nicht umgesetzt werden. Als Richtlinie für die zu übernehmenden Kosten müssten Grenzen festgelegt werden, sowohl des Einkom- mens der Hilfebedürftigen als auch des Beitrags. Wenn ausschließlich von den pflegenden Angehörigen der Aufwand erstattet werden müsste, wäre eine Voraussetzung der Nachweis über den tatsächlichen Erhalt von Pflegegeld. Diese Aufwandsentschädigungen abzurech- nen wäre eine Zusatzaufgabe der Fachkräfte, die zeitlich nicht zu leisten ist. Es wäre zu überlegen, ob in einer zweiten Projektphase hierzu einheitliche und verbindliche Werte aufgestellt werden können, die zum Auslaufen des Projekts hin dann von allen Initiati- ven übernommen werden. 10.4 Niedrigschwellige Betreuungsangebote laut Vorlage 76/ 2003 20 10.4.1 Realisierung der niedrigschwelligen Betreuungsangebote Das Pflegeleistungsergänzungsgesetz $ 45 c SGB XI sieht seit dem Inkrafttreten am 01.01.2002 ein „Bündel von Maßnahmen zur Stärkung und Förderung der häuslichen Pflege von Pflegebedürftigen mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreu- ung“ vor. Dabei sollen sowohl für die pflegenden Angehörigen zusätzliche Entlastungsmög- lichkeiten als auch für die Pflegebedürftigen aktivierende und qualitätsgesicherte Betreu- ungsangebote zur Verfügung gestellt werden. Ein Pool geschulter Laienhelfer und Laienhelferinnen soll nach Vorgaben des oben genann- ten Gesetzes mit einem Umfang von 33 Unterrichtsstunden ausgebildet werden, um danach im Rahmen eines Helferkreises Demenzerkrankte in deren häuslicher Umgebung oder in anerkannten Betreuungsgruppen zu begleiten. Die offizielle Anerkennung eines niedrig- schwelligen Angebotes, das dann die Leistungen der Pflegekassen abrechnen darf, erfolgt durch das Versorgungsamt Düsseldorf, das jährlich sowohl die Qualifikation der Ehrenamtli- chen als auch die Übereinstimmung des niedrigschwelligen Angebotes mit den zu erfüllen- den Voraussetzungen neu überprüft. Wichtig ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die niedrigschwelligen Betreuungs- angebote lediglich für Erkrankte ab Pflegestufe 1 gelten. Die 460 Euro, die pro Jahr für die Inanspruchnahme an eine Familie gezahlt werden, belaufen sich auf 1,26 € pro Tag, was bei weitem die Kosten für die tatsächliche Annahme eines niedrigschwelligen Angebotes nicht deckt. Im genannten Projektzeitraum hat bislang eine neu gegründete Initiative mit ihren Ehrenamt- lichen die erforderlichen Schulungsvoraussetzungen erfüllt. Diese Ehrenamtlichen betreuen zusammen mit ihrer Fachkraft 8 Demenzerkrankte in einem regelmäßigen Betreuungsnach- mittag. Die Anerkennung als niedrigschwelliges Angebot kann in der nächsten Zeit beantragt werden. Zwei weitere Initiativen, die schon seit mehreren Jahren in Münster Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte anbieten, sind bereits als niedrigschwellige Angebote anerkannt und erhal- ten auch die Leistungen der Pflegekassen sowie Fördermittel des Landes NW. c Ausblick 11. Perspektiven des Projektes Der bisherige Verlauf des Projektes hat gezeigt, dass neue Initiativen von den Anfangspla- nungen bis zur Etablierung in den Stadtteilen im Durchschnitt zwei Jahre benötigen. Nach diesen zwei Jahren ist die Initiative so bekannt, dass die Werbung neuer Ehrenamtlicher durch Mundpropaganda funktioniert, dass somit der Bestand der Initiative relativ gesichert ist. Die Bevölkerung eines Stadtteils inklusive Ärzten, Apotheken und anderen wichtige An- laufstellen sind aufgrund der guten Vernetzung über die Angebote informiert und vermitteln an die Ehrenamtlichen weiter. Auch zwischen den älteren Menschen in den Stadtteilen wird durch Mundpropaganda über die Hilfseinsätze gesprochen. Es wird empfohlen, diese bislang 19 Initiativen noch durch weitere Projektbegleitung zu un- terstützen und Mittel für weitere Initiativen in noch nicht angeschlossenen Stadtteilen bereit- zuhalten. Das Projekt braucht ferner Mittel für die umfassende Qualifikation der Mitarbei- ter/innen, für die Förderung der Vernetzung untereinander (Austausch zwischen den einzel- 21 nen Initiativen z.B. bei gemeinsamen Veranstaltungen, Referentenvorträgen, Fortbildungen, Planungen), für die Beratung bei Verwendung der Mittel etc. Eine weitere finanzielle Förderung durch die Stiftung Magdalenenhospital sollte möglichst erfolgen, damit die dringend erforderliche Koordination und Unterstützung durch die Fach- kräfte weiterhin finanziert werden kann. Von den noch verbleibenden sieben Stadtteilen werden (siehe 4.1) voraussichtlich in den nächsten Monaten noch drei bis fünf eine neue Initiative aufbauen. Hierfür ist unbedingt eine Startbegleitung erforderlich, um sie bei der Planung und der Durchführung zu unterstützen und um einen Anschluss an die anderen Initiativen zu gewährleisten. Die Evalutationsschwerpunkte der zweiten Projektphase (bis 2009) könnten wie folgt ausse- hen: " Auswertung der finanziellen Verwendungsnachweise mit daraus folgender Feststel- lung des Mindestbedarfes der einzelnen Initiativen " Auswertung der inhaltlichen Verwendungsnachweise mit daraus folgender Zielrich- tung eines Profils der jeweiligen Initiative " Analyse der bisherigen Qualifizierungsveranstaltungen mit daraus folgender Konzent- ration auf unbedingt notwendige Angebote " Analyse der bisherigen Fachkräftetreffen mit daraus folgender Einrichtung eines re- gelmäßigen, selbstständig arbeitenden Gremiums = Überprüfung, ob eventuell bestimmte Standards in der Dokumentation der Arbeit der Initiativen verbindlich angelegt werden können. Wichtig wäre eine Ausarbeitung von Empfehlungen, Standards und Instrumenten zur Quali- tätssicherung. (siehe Ausarbeitung der Fachhochschule Münster, 7.3) In der zweiten Projektphase könnten darauf hingewirkt werden, in allen Initiativen eine Identi- fikation mit dem Gesamtprojekt zu schaffen, was dann auch in der Öffentlichkeit zu einer allgemeinen Bekanntheit führen kann. Jeder beteiligte Stadtteil sollte eine eigenständige und selbstständige Initiative haben, die sowohl im Stadtteil selbst mit anderen Angeboten ver- netzt ist als auch im übergeordneten Zusammenschluss des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ Bestand hat. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Koordination durch eine Projektleitung dauerhaft nicht mehr erforderlich. Eventuell könnte darüber hinaus ver- sucht werden, eine neue Trägerkooperation zu gründen, die die Kosten für die fachliche Be- gleitung übernimmt und die Sachkosten weiterhin aus Mitteln der Stiftung Magdalenenhospi- tal zu finanzieren. Eine andere Möglichkeit läge darin, in den Stadtteilen durch gezielte Öf- fentlichkeitsarbeit einen großen Teil der anfallenden Kosten durch Sponsoring zu erzielen. 22
Beschlussvorlage
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V/0110/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER V/Stift Betrifft Fortführung des Projektes "Von Mensch zu Mensch" aus Mitteln der Stiftung Magdalenenhospital Beratungsfolge 30.03.2006 Stiftungskommission Vorberatung 04.04.2006 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 25.04.2006 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 27.04.2006 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 27.04.2006 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen Vorberatung 02.05.2006 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 02.05.2006 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 02.05.2006 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Vorberatung 04.05.2006 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 04.05.2006 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 17.05.2006 Hauptausschuss Vorberatung 17.05.2006 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Die Stiftung Magdalenenhospital finanzie rt im Wirtschaftsjahr 2006 den durch die Haushaltskonsolidierung 2006 bei der Haushaltstelle 4140.730.5000.1 „Altenhilfe a.v.E.“ eingesparten städtischen Anteil am Projekt „Von Mensch zu Mensch“ in Hö- he von 40.900 €. 2. Die Stiftung Magdalenenhospital wird bea uftragt, das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ (Förderung stadtteilorientierter Beratung und Betreuung hilfe- und pflege- bedürftiger Menschen) ab dem 01.10.2006 bis zum 31 .12.2009 aus den Erträgen der Stiftung analog der 2003 beschloss enen Fördergrundsätze (vgl. Vorlage 76/2003, Ziffer 3 und 4 der Begründung) fortzusetzen. Kosten/Folgekosten Vorlagen-Nr.: V/0110/2006 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 10.02.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0110/2006 Es wird zur Kenntnis genommen, dass im oben angegebenen Projektzeitraum Kosten in Höhe von insgesamt bis zu 561.195 € entstehen. Zeitraum Kosten (bis zu) 01.01.2006 bis 31.12.2006 86.193 € (zu ersetzender städt. Anteil 40.900 € + Stiftungsmittel Okt. bis Dez. 2006 in Höhe von 45.293 €) 2007 157.750 € (Personalkostenanpassung 2%) 2008 158.330 € (Personalkostenanpassung 2%) 2009 158.922 € (Personalkostenanpassung 2%) Gesamt 561.195 € Finanzierung/Mittelbereitstellung Stiftung Magdalenenhospital Wirtschaftsjahr Programm- mittel Personalmittel Sachmittel Evaluation/ Dokumentation Gesamt 2006 70.150 € 7.105 € 938 € 8.000 € 86.193 € 2007 117.000 € 29.000 € 3.750 € 8.000 € 157.750 € 2008 117.000 € 29.580 € 3.750 € 8.000 € 158.330 € 2009 117.000 € 30.172 € 3.750 € 8.000 € 158.922 € Gesamt 421.150 € 95.857 € 12.188 € 32.000 € 561.195 € Befristung 01.10.2006 bis 31.12.2009 Begründung: 1. Ausgangslage Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ startete im Oktober 2003 in gemeinsamer Trägerschaft der Stiftung Magdalenenhospital und des Sozialamtes der Stadt Münster. Dem Projektgedanken zugrunde lagen das Konzept „Verantwortung übernehmen für die Men- schen in unserer Stadt, ein stadtweites und stadtteilorientiertes Angebots- und Strukturkonzept für ältere, hilfe- und pflegebedürftige sowie demenzkranke Menschen“ (vgl. Vorlagen 20/2002 und 847/2002) In politischen Anträgen von CDU und Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL sowie der Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen wurden die Weiterentwicklung und Verbesserung der häuslichen Pflege in Münster, Hilfen für Demenzkranke und ihre Angehörigen sowie eine Stärkung des ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements gefordert. In jedem Stadtteil sollten durch gut erreichbare Hilfestrukturen für ältere und hilfebedürftige Men- schen Bedingungen geschaffen werden, die es erleichtern, in der eigenen Häuslichkeit bleiben zu können. - 3 - V/0110/2006 2. Durchführung des Projektes Von Oktober 2003 bis Dezember 2005 haben die Stiftung Magdalenenhospital und das Sozialamt der Stadt Münster in gemeinsamer Verantwortung und finanzieller Beteiligung das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ durchgeführt. Um die Stadtteil-Initiativen auch mit finanzieller Förderung auszustatten, wurde ein Maximal- Förderbetrag von 4500,00 € für jeden Stadtteil pro Förderjahr festgelegt. Für die Gesamtkoordina- tion des Projektes wurde eine halbe Stelle für eine Sozialpädagogin eingerichtet. Die ersten Projektjahre bis zum Berichtszeitpunkt (ausführlicher Bericht siehe Anlage 1) verliefen in folgenden Phasen: • Werbung der bestehenden Einrichtungen für das Projekt, • Werbung neuer Stadtteile zum Aufbau einer Initiative, • Begleitung der neuen Initiativen beim Aufbau, • Beratung bei Fragen zur Gewinnung Ehrenamtlicher und zur Qualifizierung, • Kooperation mit innerstädtischen Einrichtungen, • Koordination der Stadtteil-Angebote, • Aufbau eines gemeinsamen Arbeitskreises der Fachkräfte. Die vorgegebenen Zielsetzungen der Beratung und Betreuung älterer Menschen in den Stadtteilen zur Förderung des Verbleibs in ihrer gewohnten Umgebung werden durch das Projekt erfüllt. In allen Stadtteil-Initiativen werden hilfebedürftige Menschen durch die ehrenamtlichen Angebote erreicht und bei der Bewältigung kleinerer Alltagsprobleme unterstützt. Auch im Bereich der Entlas- tung pflegender Angehöriger gibt es einige Angebote. (siehe Bericht Anlage 1, Ziffer 5.4.2) 3. Perspektive des Projektes Der bisherige Verlauf des Projektes hat gezeigt, dass neue Initiativen von den Anfangsplanungen bis zur Etablierung in den Stadtteilen im Durchschnitt zwei Jahre benötigen. Nach diesen zwei Jah- ren ist die Initiative so bekannt, dass die Werbung neuer Ehrenamtlicher durch Mundpropaganda funktioniert, dass somit der Bestand der Initiative relativ gesichert ist. Die Bevölkerung eines Stadt- teils inklusive Ärzten, Apotheken und anderen wichtige Anlaufstellen sind aufgrund der guten Ver- netzung über die Angebote informiert und vermitteln an die Ehrenamtlichen weiter. Auch zwischen den älteren Menschen in den Stadtteilen wird durch Mundpropaganda über die Hilfseinsätze ge- sprochen. Es wird empfohlen, diese bislang 19 Initiativen noch durch weitere Projektbegleitung zu unterstüt- zen und Mittel für weitere Initiativen in noch nicht angeschlossenen Stadtteilen bereitzuhalten. Das Projekt braucht ferner Mittel für die umfassende Qualifikation der Mitarbeiter/innen, für die Förde- rung der Vernetzung untereinander (Austausch zwischen den einzelnen Initiativen z.B. bei ge- meinsamen Veranstaltungen, Referentenvorträgen, Fortbildungen, Planungen), für die Beratung bei Verwendung der Mittel etc. Eine weitere finanzielle Förderung durch die Stiftung Magdalenenhospital sollte möglichst erfolgen, damit die dringend erforderliche Koordination und Unterstützung durch die Fachkräfte weiterhin finanziert werden kann. Von den noch verbleibenden sieben Stadtteilen werden (siehe 4.1) voraussichtlich in den nächsten Monaten noch drei bis fünf eine neue Initiative aufbauen. Hierfür ist unbedingt eine Startbegleitung erforderlich, um sie bei der Planung und der Durchführung zu unterstützen und um einen An- schluss an die anderen Initiativen zu gewährleisten. Die Evalutationsschwerpunkte der zweiten Projektphase (bis 2009) könnten wie folgt aussehen: - 4 - V/0110/2006 Auswertung der finanziellen Verwendungsnachweise mit daraus folgender Feststellung des Mindestbedarfes der einzelnen Initiativen Auswertung der inhaltlichen Verwendungsnachweise mit daraus folgender Zielrichtung ei- nes Profils der jeweiligen Initiative Analyse der bisherigen Qualifizierungsveranstaltungen mit daraus folgender Konzentration auf unbedingt notwendige Angebote Analyse der bisherigen Fachkräftetreffen mit daraus folgender Einrichtung eines regelmä- ßigen, selbstständig arbeitenden Gremiums Überprüfung, ob eventuell bestimmte Standards in der Dokumentation der Arbeit der Initia- tiven verbindlich angelegt werden können. Wichtig wäre eine Ausarbeitung von Empfehlungen, Standards und Instrumenten zur Qualitätssi- cherung. (siehe Ausarbeitung der Fachhochschule Münster, 7.3) In der zweiten Projektphase könnten darauf hingewirkt werden, in allen Initiativen eine Identifikati- on mit dem Gesamtprojekt zu schaffen, was dann auch in der Öffentlichkeit zu einer allgemeinen Bekanntheit führen kann. Jeder beteiligte Stadtteil sollte eine eigenständige und selbstständige Initiative haben, die sowohl im Stadtteil selbst mit anderen Angeboten vernetzt ist als auch im ü- bergeordneten Zusammenschluss des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ Bestand hat. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Koordination durch eine Projektleitung dauerhaft nicht mehr erforderlich. Eventuell könnte darüber hinaus versucht werden, eine neue Trägerkooperation zu gründen, die die Kosten für die fachliche Begleitung übernimmt und die Sachkosten weiterhin aus Mitteln der Stiftung Magdalenenhospital zu finanzieren. Eine andere Möglichkeit läge darin, in den Stadtteilen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit einen großen Teil der anfallenden Kosten durch Sponsoring zu erzielen. 4. Trägerschaft und Finanzierung des Projektes ab 2006 Aus dem Spar- und Konsolidierungsprogramm der Stadt Münster 2006 – 2009, Nr. 92 vom Januar 2006 geht hervor: „…Die Finanzierung wird ab dem Jahr 2006 zur Stiftungsverwaltung verlagert.“ Somit wird die bisherige Trägerkooperation ab Januar 2006 aufgelöst, der finanzielle Anteil des Sozialamtes wird vollständig von der Stiftung Magdalenenhospital übernommen und von dort im Nachtragswirtschaftplan 2006 und über die Wirtschaftpläne 2007 bis 2009 finanziert. Die Liquidität der Stiftung Magdalenenhospital ist laut Wirtschaftsplan 2006 für den Zeitraum einer möglichen zweiten Projektphase gesichert, so dass eine Gewährleistung für diese Trägerschaft weiterhin be- steht. I. V. Dr. Klein Stadträtin
Beratungsverlauf (12)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Marktallee
- Kinderhaus 24
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0110/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 10.02.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37