V/0892/2017
Aa - Hochwasserschutz Kanalstraße nördlich Lublinring - ökologische Verbesserung der Aa und Schaffung von Retentionsraum - Baubeschluss -
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Beschlussvorlage
5549 Zeichen
V/0892/2017
DER OBERBÜRGERMEISTER
Tiefbauamt
Betrifft
Aa - Hochwasserschutz Kanalstraße nördlich Lublinring - ökologische Verbesserung der Aa und
Schaffung von Retentionsraum - Baubeschluss -
Beratungsfolge
14.11.2017 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
21.11.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der vom Tiefbauamt der Stadt Münster aufgestellten Planung (Lageplan Nr. WL 10 (P) 2015 Blatt 1,
3.1 – 3.5, 4.1 u. 4.2 vom 09.09.2016) und der baulichen Ausführung wird zugestimmt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es wird zur Kenntnis genommen, dass der Sta dt Münster Baukosten in Höhe von ca. 1.600.000 €
entstehen. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von ca. 1.280.000 €.
Zusätzliche Folgekosten fallen nicht an, da es sich um eine Ersatzinvestition handelt.
Die v.g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Teilfinanzplan
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€ Bemerkungen
Produktgruppe 1304 Fließende Gewässer
Hochwasser-
schutz
Investitionsmaßnah-
me
0010 „Gewässer Umbau/ökologische
Verbesserung“
Auszahlungen
2018 1.600.000
Einzahlungen
2018 1.280.000
Saldo 320.000
Vorlagen-Nr.:
V/0892/2017
Auskunft erteilt:
Herr Grimm
Ruf:
492 66 00
E-Mail:
Grimm@stadt-muenster.de
Datum:
20.10.2017
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0892/2017
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan-Entwurf 2018 bei der o. g.
Produktgruppe veranschlagt. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung unter
dem Vorbeha lt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2018 bzw. der mittelfristigen
Ergebnis- und Finanzplanung die Ermächtigungen bereitstellt.
Begründung:
Der Baubeschluss für die Umgestaltung der Münsterschen Aa nördlich Lublinring wurde mit der Vo r-
lage V/0140/2017 am 04.04.2017 im AUKB eingeholt. Im Verlauf der Ausschreibung haben sich e r-
hebliche Kostensteigerungen gegenüber den im Baubeschluss genannten Kosten in Höhe von
950.000,00 € ergeben.
Eine der größten Kostenfaktoren bei der Renaturierung der Aa ist der Aushub und die Entsor-
gung von rd. 15.000 m³ Boden. Im Zuge der Bauvorbereitung der Maßnahme wurden Mitte März
2017 eine umfangreiche entsorgungstechnische Erkundung der anstehenden Böden durch das
Büro ACB durchgeführt. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war, dass ca. 2/3 der anstehen-
den Böden belastet sind. Gemäß der durchgeführten Analysen sind die belasteten Böden nach
LAGA 2004 zwischen Z1.1 und Z 2 einzustufen.
Als Grundlage für die AUKB-Vorlage diente die Kostenschätzung des Ingenieurbüros Sönnich-
sen & Partner. Das Ingenieurbüro ist von unbelasteten Böden ausgegangen und hat für den Bo-
denaushub und die -entsorgung Kosten von rd. 23 €/m³ angesetzt. Die Erfahrungswerte aus den
Submissionsergebnissen der im Sommer 2017 ausgeschriebenen Maßnahme „Aa Westerholt-
sche Wiese“ haben gezeigt, dass die Aushub- und Entsorgungskosten je m³ belasteter Boden
bei zur Zeit rd. 54 €/m³ liegen.
Hieraus ergeben sich Mehrkosten in Höhe von ca. 15.000 m³ x 2/3 x 31 €/m³ = 310.000 €.
Die Überprüfung der Massen- und der Kostenansätze für die geplanten Strukturelemente (Fa-
schinenwände, Profilschablonen, Totholzstämme, Wurzelstubben) ergaben, dass zur damaligen
Kostenschätzung des Ingenieurbüros Sönnichsen und Partner diese Positionen zu niedrig ange-
setzt wurden.
Auch hier basieren die aktualisierten Kostenansätze auf Grundlage der Submissionsergebnisse
der Ausschreibung „ Aa Westerholtsche Wiese“.
Hieraus ergeben sich Mehrkosten in Höhe von ca. 260.000 €.
Des Weiteren ist aufgrund der derzeitigen sehr guten wirtschaftlichen Auslastung der Baufirmen in s-
gesamt mit erhöhten Angebotspreisen zu rechnen.
Aufgrund der Kostenerhöhungen wurde nochmals geprüft, ob insbesondere im Bereich der geplanten
Strukturelemente Kosteneinsparungen möglich sind:
Mit Profilschablonen aus Holzriegeln, die quer zum Gewässerlauf angeordnet sind, wird die
zwingend erforderliche Sicherung der Silhouette der Aa sowie die Höhenlage der Aa-Sohle ge-
währleistet und ein längendeckendes seitliches Ausbrechen verhindert.
Durch Totholzeinbau (Stämme, Baumstubben) wird eine Strukturanreicherung erzielt, die die
Strömungsdiversität im Gewässer erhöht und Lebensraum für die in der Aa lebenden Organsi-
men bietet.
Zusätzlich erforderliche Böschungssicherungen werden durch Faschinenwände hergestellt. Die-
se ingenieurbiologische Sicherungsbauweise hat sich bewährt und sichert nach Maßnahmenfer-
tigstellung die aufgrund fehlenden Bewuchses und Durchwurzelung sehr erosionsanfälligen Bö-
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schungen.
Totholzelemente sind ein wesentlicher Bestandteil der Planung zur ökologischen Verbesserung
der Aa und ein wichtiges Element der Sohl- und Böschungssicherung. Es ist keine wesentliche
Reduzierung der Totholzelemente und damit Reduzierung der Baukosten möglich.
Durch die Aufsummierung dieser Mehrkostenanteile entstehen der Stadt Münster nun, abzüglich der
Zuwendungen, Kosten in Höhe von 320.000 € (vorher 190.000 €).
Der Zuwendungsgeber ist über die Kostens teigerung informiert und hat einer erhöhten Förderung
zugestimmt.
Ausschreibung und Bau
Die Ausschreibung der Maßnahme erfolgt umgehend nach dem Baubeschluss. Die Gesamtbauzeit
wird voraussichtlich abhängig von der Witterung ca. 8 Monate betragen.
i. V.
gez.
Denstorff
Stadtbaurat
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Lublinring
- Kanalstraße
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Details
- Aktenzeichen
- V/0892/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.10.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37