V/0563/2016
Integrationsmonitoring 2015
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Berichtsvorlage
4173 Zeichen
V/0563/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten Betrifft Integrationsmonitoring 2015 Beratungsfolge 04.10.2016 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 05.10.2016 Sportausschuss Bericht 24.10.2016 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 25.10.2016 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 26.10.2016 Integrationsrat Bericht 27.10.2016 Kulturausschuss Bericht 27.10.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 02.11.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 02.11.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 03.11.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht 08.11.2016 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government Bericht 09.11.2016 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 16.11.2016 Rat Bericht Bericht: Die Beschlussvorlage „Migrationsleitbild der Stadt Münster“ (V/0026/2008), sieht unter Punkt 4.1 und 4.2 vor, dass eine nach Maßgabe der Daten - und Erkenntnislage mögliche und auf die Ve r- hältnisse der Stadt Münster zugeschnittene Situationsanalyse (Zielgruppen, Potentiale, Problem- lagen, Hilfe - und Unterstützungsangebote der Ämter, Institutionen, Einric htungen und Träger) unter Zugrundelegung der Bewertungskriterien des Migrationsleitbildes zu erstellen und dem Rat wiederkehrend vorzulegen ist. 2014 wurde mit der Beschlussvorlage „Aktualisiertes Migrations- leitbild 2014“ (V/0193/2014) dieser Auftrag bestätigt. Die koordinierende Federführung für den gesam ten Prozess der Umsetzung des Migrationslei t- bildes o bliegt der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten. Die fachspezifischen Zuständigkeiten der jeweiligen Dezernate und Ämter bleiben davon unberührt. Vorlagen-Nr.: V/0563/2016 Auskunft erteilt: Frau Meza Correa-Flock Ruf: 492-7061 E-Mail: Meza-Correa-Flock@stadt- muenster.de Datum: 06.07.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0563/2016 Der "Bericht zur U msetzung des Migrationsleitbildes" vom August 2010 (V/0543/2010) ordnete die qualitative Vielfalt der Integrations- und Migrationsthematik und veranschaulichte die Komple- xität verwaltungsinterner und -externer Initiativen und Programme im Hinblick auf einz elne As- pekte der Integrationsarbeit und schuf somit die Ausgangslage für das erste Integrationsmonit o- ring 2012 (V/0136/2013) der Stadt Münster. In diesem stellt die Verwaltung anhand zuvor def i- nierter Indikatoren integrationsspezifische Daten und Prozesse dar. Das „Integrationsmonitoring 2015“ versteht sich als Fortschreibung des Berichtes 2012. Es wurde gemeinsam mit Ämtern der Stadtverwaltung unter der Fede rführung der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten erstellt. Die G rundlage des Berichtes sind die for t- geführten Zielsetzungsgespräche und Vereinbarungen mit den Fachämtern und das von den jeweiligen Ämtern gelieferte Datenmaterial aus dem Zeitraum 2013 bis 2015. Damit liefert das „Integrationsmonitoring 2015“ einen Über blick über die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Umsetzung des Migrationsleitbildes und der entsprechenden Datengrun d- lage in den verschiedenen Handlungsfeldern bis Ende 2015. Auf diese Weise wird eine wicht ige Grundlage gelegt, um den Erfolg des In tegrationsprozesses nachhaltig zu sichern und dem Rat sowie den entsprechenden Fachausschüssen Planungs- und Steuerungspotentiale aufzuzeigen. Die Struktur des Berichtes folgt weitgehend dem Aufbau des letzten Integrationsmonitorings. Ein Großteil der Ind ikatoren aus dem Jahr 2012 wurde fortgeschrieben. Es wurden zudem weit ere Indikatoren hinzugefügt, die eine differenziertere Abbildung der Lebensrealität von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster ermöglichen. Das Integrationsmonitoring folgt nach wie vor den Beispielen einer Vielzahl anderer ko mmunaler Bestrebungen auf nationaler und europäischer Ebene. I.V. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlage: Bericht
IM Bericht 2015 V-0563- 2016 Final 22.09.2016
328222 Zeichen
BERICHT ZUM INTEGRATIONSMONITORING DER STADT MÜNSTE R 2015
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 2
INTEGRATIONSBERICHT 2015
erstellt von der Koordinierungsstelle für Migration
und Interkulturelle Angelegenheiten der Stadt Münster
1
Münster 2016
Kontakt:
Stadt Münster
Der Oberbürgermeister
Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten
Ludgeriplatz 4-6
48151 Münster
Tel: 0251 492-7054
Fax: 0251 492-7788
Internet:
www.muenster.de/stadt/zuwanderung
________________________
1 Wissenschaftliche Bearbeitung: PD Dr. Uwe Hunger (U niversität Münster und Universität Siegen) unter Mi tarbeit von Sascha Krannich und
Stefan Metzger (beide Universität Münster) .
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 3
1. INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung......................................... ................................................... ............................ 5
2 Rahmenbedingungen .................................................................................... ................. 7
2.1 Definitionen grundlegender Begriffe .................................................................. ............ 7
2.2 Indikatorenauswahl und Datenquellen .................................................................. ......... 8
2.3 Demographische Grunddaten ............................................................................ ..........12
3 Handlungsfelder ...................................................................................... ......................16
3.1 Politische Partizipation ............................................................................. ....................17
3.1.1 Partizipation in politischen Gremien ............................................................................... 17
3.1.2 Integrationsrat ................................................................................................................. 18
3.1.3 Migrantenselbstorganisationen (MSO) ........................................................................... 20
3.2 Rechtliche Integration ............................................................................... ...................21
3.2.1 Aufenthaltsstatus ............................................................................................................ 21
3.2.2 Ausländische Studierende und Wissenschaftler/innen ................................................... 23
3.2.3 Einbürgerungen .............................................................................................................. 24
3.2.4 Integrationskurse ............................................................................................................ 25
3.3 Bildung und Sprache .................................................................................. ..................27
3.3.1 Sprachförderbedarfe in Kindertagesstätten .................................................................... 27
3.3.2 Sprachförderbedarfe zwei Jahre vor der Einschulung (Delfin 4-Untersuchungen) ........ 29
3.3.3 Sprachförderbedarfe ein halbes Jahr vor dem Schuleintritt
(Schuleingangsuntersuchung) ........................................................................................ 29
3.3.4 Sprachförder- und Integrationsmassnahmen der Stadt Münster.................................... 34
3.3.5 Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an
allgemeinbildenden Schulen ........................................................................................... 36
3.3.6 Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an Grundschulen .................. 37
3.3.7 Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an weiterführenden Schulen 39
3.3.8 Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an Förderschulen ................. 41
3.3.9 Schulabschlüsse von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte ......... 43
3.3.10 Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse ......... 44
3.3.11 Herkunftssprachlicher Unterricht .................................................................................... 45
3.3.12 Sprachförderangebote der Volkshochschule .................................................................. 47
3.4 Arbeit und Wirtschaft ................................................................................ ....................48
3.4.1 Beteiligung am Erwerbsleben ......................................................................................... 49
3.4.2 Arbeitslosigkeit ................................................................................................................ 53
3.4.3 Förderung migrantischer Unternehmen .......................................................................... 60
3.5 Wohnen und sozialräumliche Stadtentwicklung .......................................................... ..61
3.5.1 Verteilung der wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte über die
Stadtbezirke .................................................................................................................... 61
3.5.2 Ausgabe von Wohnberechtigungsscheinen ................................................................... 66
3.5.3 Grundeigentum ............................................................................................................... 69
3.6 Kinder- und Jugendhilfe, soziale Leistungen und Dienste ............................................70
3.6.1 Kinder und Jugendhilfe ................................................................................................... 70
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 4
3.6.2 Exkurs: Angebote für Flüchtlinge im Kindes- und Jugendalter ....................................... 71
3.6.3 soziale Dienste und Leistungen ...................................................................................... 73
3.6.4 Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung ..................................................... 76
3.7 Gesundheit und Sport ................................................................................. .................77
3.7.1 Gesundheitliche Situation und Versorgung von Kindern mit Migrationsvorgeschichte bei
Schulbeginn .................................................................................................................... 78
3.7.2 Wahrnehmung von Frühförderangeboten und Frühen (Gesundheits-)Hilfen ................. 81
3.7.3 Inanspruchnahme des Sozialpsychiatrischen Dienstes ................................................. 83
3.7.4 Schwimmfähigkeit von Schulanfängerinnen und Schulanfängern ................................. 85
3.7.5 Ausländische Sportvereine ............................................................................................. 87
3.8 Flüchtlinge .......................................................................................... ..........................87
3.8.1 Zahl der Zuzüge und Herkunftsländer ............................................................................ 88
3.8.2 Unterbringung in dauerhaften und temporären Einrichtungen ....................................... 90
3.8.3 Sprachkurse .................................................................................................................... 92
3.8.4 Ehrenamtliches Engagement sowie Informations- und Mediationsveranstaltungen zur
Vermittlung des Münsteraner Flüchtlingskonzepts ......................................................... 93
3.9 Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung .................................................. ....95
3.9.1 Beschäftigte mit Migrationsvorgeschichte bei der Stadtverwaltung ............................... 95
3.9.2 Umfrage bei städtischen Tochtergesellschaften und Kammern ..................................... 96
3.9.3 Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz .............................................................. 100
3.10 Kultur ............................................ ................................................... .......................... 101
3.10.1 Landesprogramm „Kultur und Schule“ .......................................................................... 102
3.10.2 Landesprogramm „Kulturrucksack NRW“ ..................................................................... 104
3.10.3 Städtische Programme ................................................................................................. 105
3.11 Presse und Öffentlichkeitsarbeit ..................................................................... ............ 106
4 Fazit und Ausblick ................................................................................... .................... 111
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis .................................................................. ............... 115
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 5
1 EINLEITUNG
Der vorliegende, zweite Integrationsbericht der Stadt Münster informiert über Fortschritte der
politischen, rechtlichen und sozialen Integration v on Menschen mit Migrationsvorgeschichte
in der Stadt Münster. Er knüpft dabei an die erste Berichterstattung aus dem Jahr 2012 an
und zeichnet die wesentlichen Entwicklungsschritte bei der Integration in den letzten drei
Jahren nach. Unter Integration wird dabei in diesem Bericht „die gleichberechtigte Teilhabe
aller an den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft“ verstanden, wie es im Migrations-
leitbild der Stadt Münster aus dem Jahr 2014 formul iert wurde: „Neuzugewanderte und be-
reits ansässige Menschen mit Migrationsvorgeschicht e [sollen] die Möglichkeit haben, am
wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Leben unter Gewährung gleicher Rech-
te und Pflichten teilzunehmen, ohne ihre heterogene n mitgebrachten Gewohnheiten und
Traditionen aufgeben zu müssen. Integration kann da bei nicht verordnet werden. Sie erfor-
dert Anstrengungen vom Staat und von der Gesellschaft. Da es sich dabei um einen beidsei-
tigen Prozess handelt, ist sowohl die Mitwirkung de r Zugewanderten als auch der ansässi-
gen Bevölkerung notwendig.“ 1
Bereits im Jahr 2008 verabschiedete der Rat der Sta dt Münster das Leitbild „Migration und
Integration Münster“, das seitdem mehrmals, zuletzt im Jahr 2014, überarbeitet und aktuali-
siert wurde. An der Er- und Überarbeitung des Leitbildes beteiligten sich mehr als 90 Akteure
aus der gesamten Stadtgesellschaft in einem umfasse nden, partizipativen Prozess, darunter
Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, respektive Migran-
tenselbstorganisationen (MSOs), Glaubensgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden und ande-
re Vereine. Als Vorläufer des ersten Integrationsmo nitorings gab es bereits im Jahr 2010
einen „Bericht zur Umsetzung des Migrationsleitbild es“ (V/0543/2010), der erstmals die Le-
benssituationssituation von Menschen mit Migrations vorgeschichte in der Stadt Münster er-
fasste und die Vielfalt der Integrations- und Migrationsthematik in der Stadt aufzeigte. Hierbei
wurde zum ersten Mal auch die Komplexität der verwa ltungsinternen Initiativen und Pro-
gramme im Hinblick auf einzelne Aspekte der Integrationsarbeit sichtbar gemacht.
Wie im letzten Bericht soll der Fortschritt der Int egrationsprozesse in der Stadt Münster an-
hand verschiedener Indikatoren gemessen und veransc haulicht werden. Die Indikatoren-
Auswahl, die wesentliche Bereiche der oben angespro chenen politischen, rechtlichen und
sozialen Integration umfasst, orientiert sich an de m Indikatoren-Set des Ministeriums für Ar-
beit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein -Westfalen 2 sowie dem Bericht der
Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanag ement (KGSt) 3. Ein Großteil der
Indikatoren aus dem Jahr 2012 wurde fortgeschrieben . Es wurden aber auch eine Reihe
weitere Indikatoren hinzugefügt, die eine noch diff erenziertere Abbildung der Lebensrealität
von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster ermöglichen.
Die Struktur des Berichtes folgt weitgehend dem Auf bau des letzten Integrationsberichtes.
Die einzelnen Handlungsfelder sind weiterhin nicht isoliert voneinander zu betrachten. Viel-
mehr gibt es zwischen fast allen Handlungsfeldern V erbindungen und Überschneidungen,
auf die in dem Bericht auch jeweils hingewiesen wird.
Überall dort, wo es möglich ist, werden die Daten z udem differenziert nach Geschlecht und
Alter ausgewiesen. Außerdem wird an den thematisch relevanten Stellen in hervorgehobener
Weise auf „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ un d „Flüchtlinge“ hingewiesen. Ab-
1 Leitbild Migration und Integration Münster, überarbeitete Auflage 2014, S. 4.
2 http://www.integrationsmonitoring.nrw.de/integrationsberichterstattung_nrw/indikatoren/index.php
3 Vgl. KGSt-Bericht Nr. 7/2005 „Management kommunaler Integrationspolitik: Strategie und Organisation.“
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 6
schließend werden die wesentlichen Ergebnisse des B erichts noch einmal in einem Fazit
zusammengefasst und ein Ausblick auf die weitere In tegrationsarbeit in der Stadt Münster
gegeben. Im Vergleich zum Monitoringbericht 2012 wu rden in Anpassung an das überarbei-
tete Migrationsleitbild damit nur kleinere Änderung en vorgenommen, so dass eine möglichst
große Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet ist. So wurde das Handlungsfeld
„Sport“, das im letzten Bericht noch zusammen mit dem Thema „Kultur“ behandelt wurde, in
dem aktuellen Bericht dem Kapitel „Gesundheit“ zuge ordnet. Zudem wurden zwei Kapitel
analog an das geänderte Migrationsleitbild 2014 umb enannt: das Kapitel „Wohnen und sozi-
alräumliche Stadtentwicklung“ (früher „Wohnen und Stadtentwicklung“) und das Kapitel „In-
terkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung“ (früher „Personalentwicklung und Fortbil-
dung“). Der Entwicklung im Flüchtlingsbereich wurde mit ein em eigenen Handlungsfeld
Rechnung getragen.
Auch in den nächsten Jahren wird nicht nur aufgrund der großen Migrationsbewegungen
nach Europa, respektive Deutschland, das Thema „Zuwanderung und Integration“ auch von
großer Bedeutung sein. In der Stadt Münster leben f ast 70.000 Menschen
4, die eine Migrati-
onsvorgeschichte aufweisen und die ihre Wurzeln in über 140 Ländern haben. Dies ent-
spricht fast einem Viertel an der gesamten Stadtbevölkerung.
Um diesem Umstand in der täglichen Politikgestaltun g Rechnung zu tragen, sind zunächst
detaillierte Kenntnisse der Fakten und der Bedürfni sse notwendig. Das Integrationsmonito-
ring stellt ein geeignetes Instrument dazu dar. Bereits die Erarbeitung des ersten Monitoring-
berichts hat in der Verwaltung die Wahrnehmung für migrationsspezifische Sachverhalte
geschärft. Für den zweiten Bericht liegen nun vielm ehr und auch detailliertere Informationen
vor, so dass die Darstellung angewachsen ist. Das z eigt, dass alle involvierten Stellen das
Instrument des Monitorings akzeptiert haben und dur ch entsprechende Ausrichtung der täg-
lichen Arbeit nunmehr selbst anreichern. Es ist der intendierte wertvolle integrationspolitische
Prozess zwischen den Fortschreibungsintervallen der Monitoring-Berichte in Gang gesetzt
worden.
4 Lt. SMS Migration 2015 des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Fachstelle Informationsmanagement
und Statistikdienststelle der Stadt Münster wiesen unter der wohnberechtigten Bevölkerung 69.098 von den insgesamt 305.235
Menschen eine Migrationsvorgeschichte auf.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 7
2 RAHMENBEDINGUNGEN
In diesem Kapitel werden die für die Berichterstatt ung wichtigen Rahmenbedingungen wie
Definitionen, Indikatoren-Auswahl und Datenlage (Pu nkt 2.1) sowie die Bedeutung grundle-
gender Begriffe, wie Migrationsvorgeschichte und Mi grationshintergrund (Punkt 2.2), erläu-
tert. Zudem wird die aktuelle demographische Entwicklung dargestellt (Punkt 2.3).
2.1 DEFINITIONEN GRUNDLEGENDER BEGRIFFE
Die Stadt Münster hat sich auf Initiative des Integ rationsrates dafür entschieden, entgegen
dem weit verbreiteten Begriff „Migrationshintergrund“ von einer „Migrationsvorgeschichte “ zu
sprechen. In den Statistiken der Stadt Münster wird daher auch größtenteils mit dem Begriff
„Migrationsvorgeschichte“ gearbeitet, wobei zwischen Deutschen mit persönlicher oder ver-
erbter Migrationsvorgeschichte unterschieden wird (vgl. T ab. 1). Die von Information und
Technik NRW 5 als Synonym zu „Migrationshintergrund“ verwendete „Zuwanderungsge-
schichte“ erscheint in diesem Bericht hauptsächlich in den Statistiken der Schuldaten.
Je nachdem, welche Datenquelle im Folgenden zugrund e gelegt wird, ändert sich die
Grundgesamtheit der jeweils betrachteten Gruppen le icht. Daher ist bei allen Indikatoren
immer auch auf die Quellenangabe zu achten. Weitere wichtige Begriffe, die in dem Bericht
Verwendung finden, sind die Begriffe „Deutsche“, „A usländerinnen und Ausländer“ sowie
„Eingebürgerte“. In dem Vorgängerbericht verwendete Begriffe, wie Aussiedlerinnen und
Aussiedler sowie Heimatvertriebene werden in den St atistiken dieses Berichtes nicht mehr
gesondert aufgeführt. Die folgende Tabelle fasst di e Definitionen der wichtigsten Begriffe
noch einmal kurz zusammen.
Tabelle 1: Definitionen grundlegender Begriffe
Begriffe
Menschen mit Migrationsvorgeschichte sind solche mit eigenen Migrationserfahrungen sowie de-
ren Nachfahren bis zur zweiten Generation. Zum Personenkreis mit Migrationsvorgeschichte zählen:
• alle Personen mit ausländischer Staatsangehörigkei t, unabhängig davon, ob sie im Ausland oder
bereits in Deutschland geboren sind.
• Spätaussiedler und deren Nachfahren: Aussiedler, d ie heute überwiegend aus den Nachfolgestaa-
ten der ehemaligen Sowjetunion stammen und Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des
Grundgesetzes sind, werden in der öffentlichen Wahr nehmung wie in der administrativen Praxis
zu einer Migrantengruppe unter anderen. Dies ist in sofern nachvollziehbar, als dass sich ihre Ein-
wanderungssituation und ihre Integrationsprobleme n icht grundsätzlich von denen ausländischer
Zuwanderer unterscheiden. Da das Einwohnermelderegi ster keine Angaben zum Aussiedler-
Status enthält, wird die Identifizierung von Spätau ssiedlerinnen und Spätaussiedlern anhand be-
stimmter Merkmale vorgenommen.
• eingebürgerte Ausländer: Die Migrationsvorgeschich te bleibt auch nach Annahme der deutschen
Staatsbürgerschaft bestehen. Allerdings gehört das Merkmal „‚frühere Staatsangehörigkeit“ nicht
zum Inhalt des Einwohnermelderegisters. Um trotzdem eine Größenordnung abschätzen zu kön-
nen, werden alle Deutschen mit einem ausländischen Geburtsland als eingebürgert klassifiziert.
Gewisse Unschärfen bleiben bestehen und müssen in K auf genommen werden (etwa bei Deut-
schen, die „zufällig“ im Ausland geboren wurden sowie bei eingebürgerten Ausländern, die bereits
in Deutschland auf die Welt kamen).
5 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, ASDPC-Eintragungshilfen (Stand: 24.08.2015), S.
46.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 8
Zu den Menschen mit Migrationsvorgeschichte gehören auch „die deutschen Kinder (Nachkommen
der ersten Generation) von Spätaussiedlern und Eing ebürgerten und zwar auch dann, wenn nur ein
Elternteil diese Bedingungen erfüllt, während der a ndere keinen Migrationshintergrund aufweist. Au-
ßerdem gehören zu dieser Gruppe seit 2000 auch die (deutschen) Kinder ausländischer Eltern, die die
Bedingungen für das Optionsmodell erfüllen, d.h. mi t einer deutschen und einer ausländischen
Staatsangehörigkeit in Deutschland geboren wurden“ (Statistisches Bundesamt (2012): Bevölkerung
und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshin tergrund, Ergebnisse des Mikrozensus 2011.
Wiesbaden, S. 380).“6
Menschen mit Migrationshintergrund sind
1. Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikel 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind oder
2. außerhalb des heutigen Gebietes der Bundesrepubl ik Deutschland geborene und seit dem 1. Janu-
ar 1950 nach Deutschland zugewanderte Personen oder
3. Personen, bei denen mindestens ein Elternteil die Kriterien der Nummer 2 erfüllt. 7
Ausländer und Ausländerinnen sind die Personen, die eine fremde Staatsbürgersch aft besitzen,
staatenlos sind oder deren Staatsangehörigkeit nich t geklärt ist. Personen, die neben der deutschen
noch eine ausländische Staatsangehörigkeit haben, zählen als Deutsche. 8
Eingebürgerte sind alle Menschen, die ursprünglich eine ausländi sche Staatsangehörigkeit besessen
haben oder Staatenlos waren und im Laufe ihres Lebe ns in Deutschland eingebürgert wurden, also
jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.
Zur Gruppe der Deutschen zählen alle Personen mit deutscher Staatsangehörigk eit – also auch Per-
sonen mit doppelter Staatsangehörigkeit.
2.2 INDIKATORENAUSWAHL UND DATENQUELLEN
In diesem Bericht werden in der Mehrzahl Indikatore n herangezogen, die bereits im ersten
Integrationsbericht der Stadt Münster aus dem Jahr 2012 Verwendung gefunden haben 9, so
dass die Ergebnisse aus beiden Berichten möglichst vergleichbar sind.
Die folgende Tabelle zeigt, welche Indikatoren in d en einzelnen Handlungsfeldern herange-
zogen werden. Insgesamt sind es 50 Indikatoren, verteilt auf zehn Handlungsfelder.
Im Handlungsfeld „Politische Partizipation“ werden wie im Bericht 2012 zwei Indikatoren her-
angezogen: der „Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte, die in politischen Gremi-
en der Stadt Münster aktiv sind und die Wahlbeteili gung bei den Integrationsratswahlen“.
Diese Indikatoren sollen in den verschiedenen Berei chen aufzeigen, ob die Beteiligung von
Menschen mit Migrationsvorgeschichte in den letzten Jahren größer oder kleiner geworden
ist.
Im Handlungsfeld „Rechtliche Integrationsbegleitung“ werden drei Indikatoren zugrunde ge-
legt: "Einbürgerungsquote", die "Zahl der Ausländer innen und Ausländer differenziert nach
Aufenthaltsstatus" sowie die "Zahl der Integrations kurse und Teilnehmenden". Diese Indika-
toren sollen den Fortschritt der rechtlichen Integr ation aufzeigen. So sind mit unterschiedli-
chen Aufenthaltsstatus auch unterschiedliche Rechte verbunden. Eine vollständige rechtliche
Gleichstellung erfolgt durch die Einbürgerung. Inte grationskurse geben u. a. auch über die
verschiedenen Rechte und Pflichten bei einem Leben in Deutschland Auskunft.
6 Leitbild Migration und Integration Münster, überarbeitete Auflage 2014, S. 3.
7 Ab 2011 wird in NRW die Definition des Migrationsh intergrundes in § 4 Abs.1 des Teilhabe- und Integra tionsgesetzes vom
14.2.2012 verwendet (GV.NRW.S.97). Diese Definition entspricht der Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung des Bundes
vom 29. September 2010 (BGBl. I S. 1372).
8 SMS Migration 2014 des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Fachstelle Informa tionsmanagement
und Statistikdienststelle der Stadt Münster, S. 8.
9 Vgl. Einleitung Fn. 2 und 3.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 9
Im Handlungsfeld „Bildung und Sprache“ hat es die m eisten Änderungen im Vergleich zu
2012 gegeben. Dies zeigt sich bereits an der Anzahl der neu hinzugezogenen Indikatoren.
Im Bereich „Bildung“ kamen neu hinzu: "Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsge-
schichte an allgemeinbildenden Schulen", an "weiter führenden Schulen", sowie an "Förder-
schulen", "Schulabschlüsse von Schülerinnen und Sch üler mit Zuwanderungsgeschichte"
und "neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse". Im
Bereich „Sprache“: "Sprachentwicklung von Kindern m it Migrationsvorgeschichte und Be-
suchsdauer eines Kindergartens" sowie "Sprachentwic klung von Kindern mit Migrationsvor-
geschichte und Deutschkenntnisse der Eltern". Nicht mehr dabei ist der Indikator „Anteil der
Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei mit Migratio nsvorgeschichte“. Verschoben aus
dem Handlungsfeld „Gesundheit“ wurde zudem der Indikator „Deutschkenntnisse des Kindes
im Vorschulalter in Abhängigkeit von der Sprachfähigkeit der Mutter“.
Im Handlungsfeld „Arbeit und Wirtschaft“ gibt es eb enfalls eine Reihe von Veränderungen.
Neu sind in diesem Handlungsfeld die Indikatoren „B eteiligung am Erwerbsleben“, „Vertei-
lung auf Wirtschaftszweige“, „Stellung im Beruf“ und „Anzahl migrantischer Unternehmen, die
bei der Wirtschaftsförderung Münster registriert si nd“. Diese Indikatoren wurden aufgenom-
men, um die Produktivkräfte, die Menschen mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster
entfalten, besser abzubilden. Zudem konnten in dies em Handlungsfeld viele Daten nicht nur
in Bezug auf die Staatsangehörigkeit (deutsch/auslä ndisch) dargestellt werden, wie es zu
weiten Teilen noch im Monitoringbericht 2012 der Fa ll war, sondern auch in Bezug auf die
Migrationsvorgeschichte. Auch konnten hier weitere Differenzierungen der Altersgruppen
realisiert werden.
Im Handlungsfeld „Wohnen und sozialräumliche Stadte ntwicklung“ (früher: „Wohnen und
Stadtentwicklung“) ist der Indikator „Grundeigentum nach Migrationsvorgeschichte“ neu hin-
zugekommen.
Im Handlungsfeld „Kinder- und Jugendhilfe, soziale Leistungen und Dienste“ wurde der Indi-
kator „Auslastung der Flüchtlingseinrichtungen im V erhältnis zur realen Platzkapazität“ ins
neue Handlungsfeld „Flüchtlinge“ verschoben. Die weiteren Indikatoren wurden fortgeschrie-
ben.
Im Handlungsfeld „Gesundheit und Sport“ (früher nur „Gesundheit“) ist der Indikator „Wahr-
nehmung von Frühförderangeboten und Frühen (Gesundh eits-)Hilfen“ neu. Im Bereich
„Sport“ sind die beiden Indikatoren lediglich fortgeschrieben worden.
Das neu integrierte Kapitel „Flüchtlinge“ weist als Indikatoren aus: „Zahl der Zuzüge und
Herkunftsländer“, „Auslastung der Flüchtlingseinrichtungen im Verhältnis zur realen Platzka-
pazität“, „Sprachkurse“, „ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge“ sowie „Informations-
und Mediationsveranstaltungen zur Vermittlung des Münsteraner Flüchtlingskonzepts“.
Im Handlungsfeld „Kultur" (früher: „Kultur und Spor t") wurde der im Integrationsmonitoring
2012 angestrebte „sozialräumliche" Zugang konkretisiert. Hierzu wurden zwei Indikatoren bei
Angeboten der Kulturellen Bildung aufgenommen.
Im Handlungsfeld „Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung“ (früher: „Personal und
Fortbildung“) wurden die zwei neuen Indikatoren „Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte
bei städtischen Tochtergesellschaften und Kammern“ sowie „Fortbildungen zur interkulturel-
len Kompetenz“ ergänzt.
Im Handlungsfeld „Presse und Öffentlichkeitsarbeit“ wird der Indikator „Mehrsprachigkeit von
Informationsangeboten“ zugrunde gelegt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 10
Tabelle 2: Integrationspolitische Handlungsfelder und zugrunde gelegte Indikatoren
Handlungsfelder
Indikatoren
1. Politische Partizipation
• Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte an allen Mitgliedern
der politischen Organe
• Wahlbeteiligung bei den Integrationsratswahlen in NRW und Münster
im Vergleich
2. Rechtliche Integration
• Zahl der Ausländer/innen differenziert nach Geschl echt, EU-
Bürger/innen und Aufenthaltsstatus
• Einbürgerungsquote
• Zahl der Integrationskurse und Teilnehmenden
3. Bildung und Sprache
• Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte, die einen Sprachförder-
bedarf aufweisen
• Familiensprache der Kinder mit Sprachförderbedarf nach dem DELFIN
4-Test
• Anteil der einzuschulenden Kinder mit Migrationsvo rgeschichte, die
bei der Schuleingangsuntersuchung die deutsche Spra che beherr-
schen
• Sprachentwicklung und Kindergartenbesuchsdauer
• Deutschkenntnisse im Vorschulalter und Sprachfähig keit der Mutter
• Entwicklung der Deutschkenntnisse der Mütter von K indern mit Migra-
tionshintergrund
• Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrat ionsvorgeschich-
te an allgemeinbildenden Schulen
• Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschicht e an weiterfüh-
renden Schulen
• Schülerinnen und Schüler an Förderschulen nach Sta atsangehörigkeit
• Schulabschlüsse von ausländischen Schülerinnen und Schülern
• Anteil der ausländischen Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss
• Neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler ohne deut sche Sprach-
kenntnisse
• Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die am herkun ftssprachlichen
Unterricht teilnehmen
4. Arbeit und Wirtschaft
• Beteiligung am Erwerbsleben
• Verteilung auf Wirtschaftszweige
• Stellung im Beruf
• Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
• Geringfügige Beschäftigung
• Arbeitslosenquote
• Arbeitslosigkeit nach Bildungsabschluss
• Kunden und Kundinnen des Jobcenters
• Migrantische Unternehmen in der Wirtschaftsförderu ng Münster
5. Wohnen und sozial-
räumliche Stadtentwick-
lung
• Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken
• Wohnberechtigungsscheine
• Anteil der ausländischen Antragsteller/innen nach Haushaltsgröße
• Versorgungsquote
• Grundeigentum nach Migrationsvorgeschichte
6. Kinder- und Jugendhil-
fe, soziale Leistungen
und Dienste
• Bezieherinnen und Bezieher von Sozialhilfeleistung en nach SGB XII
• Anteil von schwerbehinderten Menschen ohne deutsch e Staatsange-
hörigkeit
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 11
7. Gesundheit und Sport
• Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen
• Impfbereitschaft von Kindern mit Migrationsvorgesc hichte
• Wahrnehmung von Frühförderangeboten und Frühen (Ge sundheits-)
Hilfen
• Inanspruchnahme des Sozialpsychiatrischen Dienstes durch Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte
• Schwimmfähigkeit von Schulanfängerinnen und Schula nfängern mit
Migrationsvorgeschichte
• Anteil der ausländischen Sportvereine
8. Flüchtlinge
• Zahl der Zuzüge und Herkunftsländer
• Auslastung der Flüchtlingseinrichtungen und reale Platzkapazität
• Sprachkurse
• ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge
• Informations- und Mediationsveranstaltungen
9. Interkulturelle Öffnung
der Verwaltung
• Anteil der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschich te in der Stadt
Münster
• Anteil der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschich te bei städtischen
Tochtergesellschaften und Kammern
• Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz
10. Kultur
• Beteiligung aus/in Stadtteilen bei Angeboten der K ulturellen Bildung
• Anteil der Projektanträge und geförderten Projekte mit interkulturellem
Merkmal bei Maßnahmen der Kulturellen Bildung.
11. Presse und Öffent-
lichkeitsarbeit • Mehrsprachigkeit der Informationsangebote
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
Die Daten dieses Berichtes stammen dabei größtenteils aus der amtlichen Statistik der Stadt
Münster sowie aus eigenen Erhebungen einzelner Ämter. Weitere Daten lieferten das Statis-
tische Bundesamt, verschiedene Ministerien und Ämte r des Landes Nordrhein-Westfalen,
der Landesbetrieb Information und Technik des Lande s Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), die
Statistikdienststelle West, das Bundesamt für Migra tion und Flüchtlinge (BAMF), das Aus-
länderzentralregister, die Agentur für Arbeit sowie die Stichprobenerhebungen des ZENSUS
2011 und des Mikrozensus 2014. Im Hinblick auf die Datenqualität lässt sich sagen, dass es
sich insgesamt um sehr verlässliche Daten handelt, da bei Daten der amtlichen Statistik zu-
meist eine Auskunftspflicht besteht. Die meisten in diesem Bericht herangezogenen Daten
beziehen sich auf die Jahre 2013 bis 2015, schließe n also unmittelbar an das Berichtsjahr
2012 an. Ein Teil der Daten liegt allerdings nur fü r das Jahr 2014 vor. Eine Besonderheit
besteht zudem darin, dass verschiedene Datenquellen unterschiedliche Definitionen von
Menschen mit Migrationsvorgeschichte bzw. Migrationshintergrund zugrunde legen, oder nur
nach Staatsangehörigkeit, also zwischen Deutschen u nd Nicht-Deutschen, differenzieren.
Dies ist z.B. zu großen Teilen bei Daten der Bundes agentur für Arbeit der Fall. Die unter-
schiedlichen Definitionen müssen bei der Interpreta tion der Daten stets berücksichtigt wer-
den.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 12
2.3 DEMOGRAPHISCHE GRUNDDATEN
Zum 31. Dezember 2015 lebten in der Stadt Münster i nsgesamt 305.235 Menschen. Das
waren rund 7.500 Menschen mehr als zum Ende des Jah res 2012. Damit wiesen nach den
Zahlen der Statistikdienststelle der Stadt Münster 22,6% eine Migrationsvorgeschichte auf,
davon besaßen wiederum 42,8% eine ausländische und 57,2% eine deutsche Staatsbürger-
schaft. Von den deutschen Staatsangehörigen hatten 70,5% eine persönliche Migrationsvor-
geschichte und 29,5% eine sog. vererbte Migrationsv orgeschichte. Insgesamt ist damit der
Anteil der Personen mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster im Vergleich zum letz-
ten Bericht etwas angestiegen. Im Jahr 2011 lag der Anteil von Münsteranerinnen und Müns-
teranern mit Migrationsvorgeschichte noch unter 21%.
Tabelle 3: Wohnberechtige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Migrationsvorge-
schichte 2015
Migrationsvorgeschichte Anteil an der Gesamtbevölkerung
Ohne Migrationsvorgeschichte 77,4%
Ausländerinnen und Ausländer 9,7%
Deutsche mit persönlicher Migrationsvorgeschichte 9,1%
Deutsche mit vererbter Migrationsvorgeschichte 3,8%
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung – Statistikdienststelle der
Stadt Münster
Ein Blick auf die Altersstruktur der in der Stadt Münster wohnberechtigten Bevölkerung zeigt,
dass insbesondere in den jüngeren Alterskohorten de r Anteil an Menschen mit Migrations-
vorgeschichte besonders hoch ist. So lag nach den D aten der Statistikdienste der Stadt
Münster bei Kindern unter zehn Jahren der Anteil mi t Migrationsvorgeschichte im Jahr 2015
bei 39,7%. Konkret hatten von den 26.129 unter 10-J ährigen ca. 10.371 Kinder eine Migrati-
onsvorgeschichte.
Bei Kindern und Jugendlichen von 10 bis 19 Jahren lag der Anteil mit Migrationsvorgeschich-
te bei 28,8%. Dabei hatte der überwiegende Teil (ca . 80%) der Kinder und Jugendlichen un-
ter 20 Jahren keine eigene, sondern eine vererbte M igrationsvorgeschichte. Bei der Alters-
gruppe der 20 bis 29-Jährigen wiesen 18,1% eine Migrationsvorgeschichte auf.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 13
Abbildung 1: Wohnberechtigte Bevölkerung der Stadt Münster mit Migrationsvorge-
schichte am 31.12.2015 nach Altersgruppen und Geschlecht
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung – Fachstelle Informati-
onsmanagement Statistikdienststelle der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 14
Tabelle 4: Anteile der wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte
nach Altersgruppen am 31.12.2015
ohne
Migrationsvorgeschichte
mit
Migrationsvorgeschichte
Anteil mit
Migrationsvorgeschichte
0-9 Jahre 15.758 10.371 39,7%
10-19 Jahre 19.806 8.022 28,8%
20-29 Jahre 48.837 10.800 18,1%
30-39 Jahre 31.604 11.334 26,4%
40-49 Jahre 30.720 8.880 22,4%
50-59 Jahre 34.230 7.358 17,7%
60-69 Jahre 23.728 4.424 15,7%
70-79 Jahre 18.637 5.067 21,4%
80-89 Jahre 10.568 2.359 18,2%
90 Jahre und älter 2.249 483 17,7%
Insgesamt 236.137 69.098 22,6%
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung – Fachstelle Informati-
onsmanagement der Stadt Münster
Blickt man auf die Geschlechterverteilung, so stell t man fest, dass der Anteil an Frauen und
Männern in allen Alterskohorten der wohnberechtigte n Bevölkerung mit Migrationsvorge-
schichte fast ausgeglichen ist (insgesamt: 50,7% Fr auen zu 49,3% Männer). Lediglich bei
der ältesten Altersgruppe überwiegen Frauen deutlich, was aber für die Bevölkerung generell
typisch ist. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte
etwas niedriger als in der Gesamtbevölkerung, wo er 52,5% beträgt. Mit den Daten des Mi-
krozensus des Statistischen Bundesamts lassen sich weitere Strukturmerkmale der Bevölke-
rung mit Migrationsvorgeschichte – bzw. ab hier mus s man von Migrationshintergrund spre-
chen analysieren. Differenziert man die Bevölkerung nach Migrationshintergrund (Definition
des Statistischen Bundesamts) und Familienstand, so stellt man fest, dass in der Stadt
Münster relativ mehr Menschen mit Migrationshinterg rund verheiratet sind als Menschen
ohne Migrationshintergrund (vgl. Tab. 5). Auch lebe n in der Stadt Münster relativ gesehen
mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Familien mit Kindern als Menschen ohne Mig-
rationshintergrund. Entsprechend größer ist die dur chschnittliche Haushaltsgröße bei Men-
schen mit Migrationshintergrund (2,3 zu 1,6, vgl. T ab. 6).Insgesamt leben nach den Daten
des Mikrozensus zudem rund 17.000 Kinder mit Migrationshintergrund in Privathaushalten in
der Stadt Münster. 15.000 sind davon unter 18 Jahre alt.
Tabelle 5: Bevölkerung in der Stadt Münster nach Mi grationshintergrund und Fami-
lienstand 2014
Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
gesamt weiblich männlich gesamt weiblich männlich
ledig 27.000 14.000 10 12.000 128.000 65.000 63.000
verheiratet 24.000 12.000 12.000 82.000 40.000 42.000
verwitwet 11 / / / 18.000 14.000 /
geschieden / / / 17.000 10.000 6.000
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
10 Kursive Ziffern bedeuten, dass der Aussagewert eingeschränkt ist, da der Wert Fehler aufweisen kann.
11 Das Symbol „/“ bedeutet, dass keine Angabe möglich ist, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 15
Tabelle 6: Größe der Haushalte in der Stadt Münster nach Migrationshintergrund 2014
Haushalte mit
Migrationshintergrund
Haushalte ohne
Migrationshintergrund
1 Person 10.000 86.000
- darunter Frauen 5.000 49.000
2 Personen 8.000 45.000
3 Personen / 9.000
4 und mehr Personen / 11.000
Durchschnittliche Haushaltsgröße ... Personen 2,3 1,6
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Tabelle 7: Zahl der in Privathaushalten lebenden Ki nder in der Stadt Münster nach
Migrationshintergrund 2014
gesamt
davon mit
Migrationshinter-
grund
davon ohne
Migrationshinter-
grund
Insgesamt 51.000 17.000 34.000
- darunter unter 18 Jahren 44.000 15.000 29.000
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Die Zuwanderungs- und Abwanderungsstatistik der Sta dt Münster zeigt, dass die Bevölke-
rungsstruktur in Münster zudem sehr dynamisch ist. Allein im Jahr 2015 wanderten rund
24.000 Menschen nach Münster zu und rund 19.000 wie der ab. Etwa 23,6% aller Zuwande-
rungen erfolgten dabei aus dem Ausland (rund 5.700 Menschen). Die große Flüchtlingszu-
wanderung spiegelt sich in den Zahlen wider.
Tabelle 8: Hauptherkunftsländer von Zuwanderinnen u nd Zuwanderern in die Stadt
Münster aus dem Ausland 2015
Herkunftsland Anzahl
Syrien 592
Polen 436
Italien 280
Spanien 270
Rumänien 218
Bulgarien 194
Serbien 189
Frankreich 150
Irak 143
Russische Föderation 143
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung – Fachstelle Informati-
onsmanagement Statistikdienststelle der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 16
Tabelle 9: Hauptzielländer von Abwanderinnen und Ab wanderern aus der Stadt Müns-
ter ins Ausland 2015
Land Anzahl
Polen 224
Spanien 174
Vereinigtes Königreich 158
Italien 138
Vereinigte Staaten 117
Frankreich 115
Schweiz 104
Serbien 99
China 88
Türkei 84
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung – Fachstelle Informati-
onsmanagement Statistikdienststelle der Stadt Münster
3 HANDLUNGSFELDER
Um einen nachhaltigen Fortschritt zu erreichen, wir d Integration auch im kommunalen Han-
deln nicht mehr als einzelne Fachaufgabe verstanden , sondern ist als übergreifendes und
handlungsanleitendes Ziel umfassend im Verwaltungsa lltag verankert. Die in den letzten
Jahren gewonnenen Erkenntnisse spiegeln sich in der Überarbeitung wider. Das Handlungs-
feld „Bildung & Sprache“ wurde nicht nur aufgrund der veränderten Gewichtung umbenannt
sondern auch erweitert. Die Handlungsfelder „Kultur und Sport“ wurden getrennt. Dafür sind
"Gesundheit" und "Sport" verknüpft worden und der B ereich "Pflege“ neu hinzugekommen.
Ergänzungen und Umbenennungen fanden in den Bereich en „Wohnen und sozialräumliche
Stadtentwicklung“ sowie „Interkulturelle Öffnung de r öffentlichen Verwaltung“ statt. Ange-
sichts der aktuellen Entwicklung rund um die Flüchtlingszuwanderung wurde mit dem Kapitel
„Flüchtlinge“ (Punkt 3.8) ein neues Handlungsfeld in den Bericht aufgenommen.
Auf die weiteren „doppelten Querschnittsfelder“ wie „Gleichstellung von Mann und Frau“ und
der „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ wurde auch diesmal an den thematisch rele-
vanten Stellen in hervorgehobener Weise hingewiesen . Bei der Gender-Thematik fordert die
„Europäische Charta zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene“ eben-
falls differenzierte Handlungsansätze auch bezüglic h integrativer Maßnahmen sowie eine
grundsätzliche interkulturell sensible Vorgehenswei se. Sechs der 37 Maßnahmen und Pro-
jekte im Jahr 2014 und 2015 haben einen explizit interkulturellen Ansatz gehabt. 12
Wie im letzten Bericht wird bei den „klassischen“ Handlungsfeldern das jeweilige Leitziel aus
dem Integrationsleitbild vorangestellt.
12 S.hierzu auch den Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 15.05.2013, der dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit
eine größere Bedeutung beimisst, indem in den zukünftigen Berichten die migrationsspezifischen Daten so weit wie möglich
geschlechterdifferenziert dargestellt werden. Dazu sind alle Querschnitts- und Fachämter in ihren Zust ändigkeitsbereichen
gehalten, die von ihnen erhobenen und bearbeiteten Daten geschlechterspezifisch aufzubereiten bzw. bei m Rückgriff auf
externe Daten auf eine differenzierte Aufbereitung hinzuwirken. Das Frauenbüro bietet dazu fachliche B eratung und
Unterstützung an.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 17
3.1 POLITISCHE PARTIZIPATION
LEITZIEL:
„Wir wollen in der Integrationsarbeit ehrenamtliche Initiativen und bürgerschaftliches Enga-
gement aus der Stadtgesellschaft heraus stärken und diese durch hauptamtliche Kräfte und
entsprechende Stellen unterstützen. Das freiwillige Engagement von Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte soll wertgeschätzt und durch gezielte Qualifizierung gefördert werden.“
Ein wichtiger Indikator einer erfolgreichen Integra tion ist die politische Partizipation. Hierbei
geht es um Fragen der Selbst- und Mitbestimmung. Dieser Abschnitt nimmt daher die Mitwir-
kung der Menschen mit Migrationsvorgeschichte in den politischen Gremien der Stadt Müns-
ter in den Blick. Zunächst wird in Punkt 3.1.1 auf die allgemeinen politischen Gremien - u.a.
Rat der Stadt Münster, Bezirksvertretungen, sachkun dige Bürger/innen, Jugendrat - einge-
gangen. Anschließend werden der Integrationsrat der Stadt (Punkt 3.1.2), als besonderes
Partizipationsgremium speziell für Menschen mit Mig rationsvorgeschichte, sowie deren Or-
ganisationen, sog. Migrantenselbstorganisationen (MSO) in Punkt 3.1.3 dargestellt.
3.1.1 PARTIZIPATION IN POLITISCHEN GREMIEN
Bei den allgemeinen politischen Gremien der Stadt hatten von den insgesamt 645 Personen,
die sich im Jahr 2015 in Münster in mindestens einem Gremium der Stadt engagierten, 13 52
eine Migrationsvorgeschichte. Dies entspricht einem Anteil von 8,1%. Von diesen 52 politisch
engagierten Personen mit Migrationsvorgeschichte wa ren 37 Männer und 15 Frauen. Insge-
samt besaßen 42 die deutsche Staatsbürgerschaft.
Die Partizipationsquote ist insgesamt recht untersc hiedlich verteilt. So lag der Prozentanteil
von Vertreterinnen und Vertretern mit Migrationsvor geschichte an allen Mitgliedern des Ra-
tes mit knapp 7% etwas unter dem Gesamtdurchschnitt . Von den insgesamt 73 Mitgliedern
des Rates im Jahr 2015 hatten fünf Personen eine Mi grationsvorgeschichte. Dies bedeutete
im Vergleich zum Jahr 2012 jedoch eine deutliche St eigerung. Damals waren drei Personen
mit Migrationsvorgeschichte von 81 Ratsmitgliedern aktiv (3,7%). In den Bezirksvertretungen
war die Beteiligungsquote deutlich niedriger. Hier hatten im Jahr 2015 von den insgesamt
113 aktiven Personen nur drei eine Migrationsvorges chichte, was einem Anteil von 2,7%
entsprach. Im Jahr 2012 waren unter den 107 Mitglie dern in den Bezirksvertretungen noch
sechs Menschen mit Migrationsvorgeschichte (5,6%) vertreten. Unter den 471 sachkundigen
Bürgerinnen und Bürgern wiesen im Jahr 2015 21 Pers onen eine Migrationsvorgeschichte
auf, was einem Prozentanteil von 4,5 entspricht. Im Jahr 2012 hatten von den 458 sachkun-
digen Bürgerinnen und Bürgern 8,5% eine Migrationsv orgeschichte. Von den 29 Mitgliedern
des Jugendrates engagierten sich drei Jugendliche m it Migrationsvorgeschichte und damit
mehr als 10%. 20 Personen mit Migrationsvorgeschich te waren im Integrationsrat der Stadt
Münster aktiv (vgl. hierzu Punkt 3.1.2).
13 115 der 645 Personen waren Mitglied in mehr als ei nem politischen Gremium. Diese Zahl ergibt sich aus 873 Einträgen in
kommunalen Datensätzen zu Mitgliedern aller politischen Gremien, wovon allerdings nur 760 Einträge im Melderegister identifi-
ziert werden konnten. Denn: Nicht immer wurde die M eldeadresse als postalische Adresse angegeben und d ie weiteren Infor-
mationen reichten nicht aus, um eine eindeutige Ide ntifizierung zu ermöglichen. Ebenfalls stehen der S tatistikdienststelle nicht
alle Namen aus dem Melderegister zur Verfügung, da bei einigen Personen aus unterschiedlichen Gründen ein besonderer
Schutz des Namens die Übermittlung verhindert. Bei den „sachkundigen Bürger/inne/n“ etwa wurde teilwei se nur die Ar-
beitsadresse angegeben. Da dieser Personenkreis nicht ausschließlich in Münster wohnhaft ist, konnten hier ebenfalls nicht alle
Personen identifiziert werden.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 18
Tabelle 10: In politischen Gremien der Stadt Münste r aktive Personen nach Migrati-
onsvorgeschichte und Staatsangehörigkeit 2015
Anzahl Anteil
In politischen Gremien der Stadt Münster aktive Personen insgesamt 645 100,0%
- davon ohne Migrationsvorgeschichte 593 91,9%
- davon mit Migrationsvorgeschichte 52 8,1%
- davon Ausländerinnen und Ausländer 10 19,2%
- davon Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 42 80,8%
Quelle: Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster
Die Geschlechterverteilung zeigt, dass mehr Männer als Frauen in der Stadt Münster poli-
tisch aktiv sind. Von den 52 aktiven Personen mit M igrationsvorgeschichte waren 37 männ-
lich und 15 weiblich. Damit war die Beteiligungsquote von Frauen mit Migrationsvorgeschich-
te geringer als bei Frauen ohne Migrationsvorgeschi chte. Bei der Gruppe der Ausländerin-
nen und Ausländer war das Geschlechterverhältnis dagegen ausgewogen (vgl. Tab. 11).
Tabelle 11: In politischen Gremien der Stadt Münste r aktive Personen nach Migrati-
onsvorgeschichte, Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2015
gesamt männlich weiblich
Personen insgesamt 645 424 221
Anteil 100% 65,7% 34,3%
- davon Personen ohne Migrationsvorgeschichte 593 387 206
Anteil 100% 65,3% 34,7%
- davon Personen mit Migrationsvorgeschichte 52 37 15
Anteil 100% 71,2% 28,8%
- davon Ausländerinnen und Ausländer 10 5 5
Anteil 100% 50,0% 50,0%
- davon Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 42 32 10
Anteil 100% 76,2% 23,8%
Quelle: Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster
3.1.2 INTEGRATIONSRAT
Der Integrationsrat ist die direkt gewählte parlame ntarische Interessenvertretung der in der
Stadt Münster lebenden Menschen mit Migrationsvorge schichte. Er engagiert sich für deren
gleichberechtigte Teilhabe und Chancengleichheit in Bereichen des politischen, gesellschaft-
lichen sowie kulturellen Lebens. Entsprechend der G emeindeordnung Nordrhein-Westfalens
kann sich der Integrationsrat mit sämtlichen Angele genheiten der Stadt Münster befassen
und ist zudem bei allen Angelegenheiten, die von be sonderer Bedeutung für Menschen mit
Migrationsvorgeschichte sein können, von den Fachau sschüssen und Bezirksvertretungen
anzuhören. Darüber hinaus ist der Integrationsrat b erechtigt, dem Rat und seinen Gremien
Stellungnahmen oder Anregungen vorzulegen. In der S tadt Münster hat der Integrationsrat
darüber hinaus Mittel zur Verfügung, Projekte von u nd für Menschen mit Migrationsvorge-
schichte zu fördern. Dies geschieht vor allem in Fo rm von Zuschüssen an die Institutionen
und Vereine, die Integrationsarbeit leisten.
Der aktuelle Integrationsrat wurde am 25. Mai 2014 gewählt und setzt sich aus 18 direkt ge-
wählten sowie neun durch den Rat der Stadt Münster entsandten Mitgliedern zusammen.
Alle 18 direkt gewählten Mitglieder haben eine Migr ationsvorgeschichte. Die Wahlbeteiligung
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 19
lag im Jahr 2014 bei rund 20% und war damit deutlic h höher als in der Vergangenheit. Dies
ist nicht zuletzt das Ergebnis einer gezielten Kamp agne, bei der zahlreiche Informationsver-
anstaltungen durchgeführt, die Internetpräsenz erhö ht, Radiowerbung geschaltet, Postkar-
tenaktionen gestartet, Plakate geklebt und Zeitungs anzeigen aufgegeben wurden, so dass
die Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte stärker als zuvor auf die Wahlen aufmerksam
gemacht worden war. Insgesamt konnte die Wahlbeteil igung damit mehr als verdoppelt wer-
den. Die Stadt Münster lag damit auch weit über dem landesweiten Durchschnitt von 13,8%.
Insgesamt rangierte sie im landesweiten Vergleich a uf Platz 5. Die Kampagne war vom In-
tegrationsrat angeregt worden und wurde durch den Rat der Stadt Münster unterstützt.
Tabelle 12: Wahlbeteiligungen zu den Integrationsratswahlen in der Stadt Münster und
in Nordrhein-Westfalen 2004, 2010 und 2014
Jahr Münster Nordrhein-Westfalen
2004 12,3% 8,1%
2010 9,3% 11,2%
2014 19,8% 13,8%
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
Der Integrationsrat hat das Recht, dem Rat und sein en Gremien Stellungnahmen oder Anre-
gungen vorzulegen. Wie aus der nachfolgenden Tabell e hervorgeht, hat der Integrationsrat
von diesem Recht in den letzten Jahren mehrfach Geb rauch gemacht. Im Jahr 2015 wurden
dem Rat zwei Anregungen unterbreitet. Die erste Anr egung zu dem Thema „Kommunales
Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten in NRW“ wurde vom Rat unter dem Vorbehalt
einer vorhergehenden Änderung des Grundgesetztes, d ie eine entsprechende Erweiterung
des Wahlrechts ermöglicht, unterstützt.
Die zweite Anregung mit dem Ziel der „Erhöhung der Haushaltsmittel des Integrationsrates“
wurde vom Rat nicht aufgegriffen. Neben den Anregun gen an den Rat der Stadt legte der
Integrationsrat in den letzten Jahren auch vereinze lte Anträge an die Verwaltung und den
Oberbürgermeister vor. Bei den Anregungen aus dem Jahr 2014 an den Rat der Stadt Müns-
ter handelte es sich etwa um die Themengebiete „Ver fahrensänderungen für zukünftige
Wahlen des Integrationsrates“ sowie die „Entsendung von sachkundigen Einwohnerinnen
und Einwohner in die Ausschüsse des Rates“.
Tabelle 13: Anregungen und Anträge des Integrationsrates an den Rat der Stadt Müns-
ter, die Stadtverwaltung und/oder den Oberbürgermeister 2013-2015
Jahr Anregungen an den Rat Anträge an die Verwaltung/
den Oberbürgermeister
2013 6 0
2014 2 1
2015 2 -
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
Darüber hinaus werden jährlich viele Anträge an den Integrationsrat selbst gestellt, in denen
es um Förderungen von Projekten von Menschen und Or ganisationen mit Migrationsvorge-
schichte geht. In der folgenden Tabelle werden sämtliche Anträge, die an den Integrationsrat
gestellt worden sind und die jeweils bewilligten Mittel aufgelistet.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 20
Im Jahr 2015 wurden etwa 86 Förderanträge an den In tegrationsrat herangetragen und ins-
gesamt 18.200 Euro an Fördergeldern bewilligt.
Tabelle 14: Anträge und Anregungen an den Integrati onsrat und Bewilligung von Zu-
schüssen für Projektförderungen
Jahr
Gesamtzahl der
Anträge bzw.
Anregungen an
den Integrationsrat
davon
Förderanträge
Bewilligte
Gesamtmittel für
Projektförderungen
(in Euro)
Durchschnittlich
bewilligte Mittel pro
Projekt (in Euro)
2010 60 55 23.230 413
2011 82 73 20.200 277
2012 79 76 18.322 241
2013 101 101 19.953 198
2014 69 69 20.225 293
2015 86 86 18.200 212
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
3.1.3 MIGRANTENSELBSTORGANISATIONEN (MSO)
Migrantenselbstorganisationen (MSO) sind Zusammensc hlüsse von und für Menschen mit
Migrationsvorgeschichte, die sich vor allem mit den Themen „Migration“ und „Integration“
befassen. Die Landschaft der in Münster ansässigen Migrantenselbstorganisationen ist in-
zwischen so vielfältig wie die Vereinslandschaft vo n Menschen ohne Migrationsvorgeschich-
te auch. Bisher trägt die Stadt Münster dieser Vielfalt insbesondere dadurch Rechnung, dass
die MSOs maßgeblich in die Konzeptentwicklung des M igrationsleitbildes eingebunden wer-
den, wodurch die kommunale politische Partizipation der MSOs und ihrer Mitglieder gefördert
wird.
In diesem Kontext wurde 2011 eine Datenbank der MSO s in Münster eingerichtet, die konti-
nuierlich gepflegt und aktualisiert wird. Sie ist e ine wichtige Informations-Plattform für Neu-
zuwandernde, soziale Träger und die Verwaltung selb st. In dieser Datenbank sind aktuell 89
Migrantenselbstorganisationen mit Sitz in der Stadt Münster erfasst. Die erfassten Organisa-
tionen variieren dabei sehr stark hinsichtlich ihre r Mitglieder, Ziele und Ausrichtungen. So
existieren neben politischen Organisationen viele religiöse, kulturelle, sportliche sowie karita-
tive Vereine in Münster. Viele der Vereine engagier en sich auch in mehreren Bereichen
gleichzeitig, wie etwa im Bereich der Religionsausü bung, der Bildung und/oder der Freizeit-
gestaltung. 16 der registrierten 89 MSOs werden von Frauen als Vorsitzende geleitet.
Grundlage dieser Erfassung war ein Aufruf aus dem J ahr 2011, in dessen Rahmen sich Or-
ganisationen mit Migrationsvorgeschichte bei der St adt Münster melden und in die Daten-
bank eintragen konnten.
Das Interesse der Bevölkerung an Informationen über die MSOs in der Stadt Münster ist in
den letzten Jahren stetig angestiegen, was sich an den verzeichneten Aufrufen der Internet-
seite
14 ablesen lässt. So haben sich seit 2012 die Aufrufz ahlen der Seite jährlich erhöht.
Wurden im Jahr 2013 noch insgesamt 1.611 sog. „Klic ks“ gezählt, waren es im Jahr 2014
bereits 2.346. Insbesondere die Suchfunktion der MSO-Datenbank wurde stark genutzt.
14 Homepage: www.stadt-muenster.de/zuwanderung/startseite.html
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 21
In der Datenbank können die Nutzerinnen und Nutzer unter der Kategorie „Herkunft“ MSOs
aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Herkunft sregionen, unter der Kategorie „Spra-
che“ mit unterschiedlicher Sprache oder Sprachen, die in der Organisation gesprochen wer-
den, und unter der Kategorie „Arbeitsschwerpunkt“ mit unterschiedlichen Zielen und Aufga-
ben suchen.
Die Stadt Münster versucht die politische Partizipa tion der MSOs kontinuierlich zu fördern
und sie in die Integrationsarbeit der Stadt einzubi nden, etwa bei der Weiterentwicklung des
Migrationsleitbildes der Stadt. Ein zentrales Eleme nt in der Zusammenarbeit mit MSOs sind
die jährlichen Tagungen, die von der Stadt Münster in Zusammenarbeit mit den MSOs orga-
nisiert werden und zu denen alle integrationspoliti schen Akteure eingeladen werden. Ziel
dieser Veranstaltungen ist es, mit und für die Orga nisationen aktuelle Themen aufzugreifen
und zu diskutieren und sich mit anderen Akteuren in der Stadt zu vernetzen. Themen der
MSO-Tagungen waren in den letzten Jahren:
• „Migrationsleitbild der Stadt Münster“ (2009),
• „Professionalisierung – Vernetzung und Netzwerkbil dung“ (2010),
• „Qualifizieren, Informieren, Vernetzen, Migrantens elbstorganisationen im Bildungsbe-
reich“ (2011),
• „Mitwirkung von Eltern und Migrantenselbstorganisa tionen in Kita und Schule“ (2012),
• „Zugangsmöglichkeiten der Migrantenselbstorganisat ionen in die Strukturen der In-
tegrationsförderung“ (2013),
• „Qualifizieren, Vernetzen, Handeln - nachhaltige S trategien“ (2014) und
• „Migrantenselbstorganisationen und „Willkommenskul tur“ - Vielfalt als Herausforde-
rung: Stärkung der MSOs durch strukturelle Absicher ung und Professionalisierung“
(2015).
3.2 RECHTLICHE INTEGRATION
LEITZIEL
„Wir setzen uns zum Ziel, die Menschen mit Migratio nsvorgeschichte unabhängig von ihrem
rechtlichen Aufenthaltsstatus so früh, langfristig, umfassend und geschlechtersensibel wie
möglich zu beraten.“
Rechtliche Integration ist eine wesentliche Voraussetzung für jede weitere Form gesellschaft-
licher Teilhabe (z. B. politische Partizipation, Zu gang zum Arbeitsmarkt etc.). In diesem Be-
richt werden die Aspekte „Aufenthaltsstatus“ (Punkt 3.2.1), sowie „Einbürgerung“ (Punkt
3.2.3) und „Integrationskurse“ (Punkt 3.2.4) behand elt. Sie stellen wesentliche Kategorien
und Instrumente einer erfolgreichen rechtlichen Integration dar.
3.2.1 AUFENTHALTSSTATUS
Fragen der rechtlichen Integration betreffen vor al lem ausländische Staatsangehörige. Deut-
sche, ob mit oder ohne Migrationsvorgeschichte besitzen in der Regel weitergehende Rechte
als Ausländerinnen und Ausländer. Dies gilt in Bezu g sowohl auf zivile Rechte als auch in
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 22
Bezug auf soziale und politische Rechte. Ein wichti ger Unterschied besteht zudem zwischen
EU-Staatsangehörigen und Nicht-EU-Staatsangehörigen (sog. Drittstaatenangehörigen).
Bürgerinnen und Bürger eines EU-Staates besitzen in der Regel umfassendere zivile, soziale
und politische Rechte als Bürgerinnen und Bürger au s Drittstaaten. So dürfen EU-
Staatsangehörige z.B. als einzige ausländische Staa tsangehörige in Deutschland an Kom-
munalwahlen teilnehmen.
Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, waren im Jahr 2 015 fast 40% aller in Münster ansässi-
gen Ausländerinnen und Ausländer (rund 11.500) EU-S taatsangehörige sowie 60% (rund
18.000) sog. Drittstaatler. Dabei war das Geschlech terverhältnis relativ ausgewogen, wobei
Männer in allen Gruppen etwas überwogen.
Tabelle 15: Ausländische Staatsangehörige in Münste r nach EU-Staatszugehörigkeit
und Geschlecht 2008-2015
Jahr Gesamt davon mit
EU-Staatsangehörigkeit
davon ohne EU-
Staatsangehörigkeit
gesamt männlich weiblich gesamt männlich weiblich gesamt männlich weiblich
2008 20.562 10.123 10.439 7.669 3.710 3.959 12.893 6.413 6.480
2009 20.805 10.244 10.561 7.879 3.825 4.054 12.926 6.419 6.507
2010 21.355 10.479 10.876 8.114 3.920 4.194 13.241 6.559 6.682
2011 22.739 11.112 11.627 8.839 4.309 4.530 13.900 6.803 7.097
2012 23.827 11.694 12.133 9.341 4.591 4.750 14.486 7.103 7.383
2013 25.203 12.536 12.667 10.590 5.312 5.278 14.613 7.224 7.389
2014 26.367 13.219 13.148 10.957 5.509 5.448 15.410 7.710 7.700
2015 29.501 15.035 14.466 11.502 5.804 5.698 17.999 9.231 8.768
Quelle: Rechts- und Ausländeramt der Stadt Münster
Von den Drittstaatsangehörigen hatten im Jahr 2015 rund 35% (6.393) eine unbefristete und
knapp 60% eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, w eitere 5% besaßen eine Duldung
15
(vgl. Tab.16). Ausländische Staatsangehörige mit ei ner unbefristeten Aufenthaltsgenehmi-
gung können grundsätzlich unbefristet in Deutschlan d bzw. Münster bleiben. Damit sind
auch umfassendere zivile, soziale und politische Rechte verbunden als bei einem befristeten
Aufenthaltsrecht. Zuwanderinnen und Zuwanderer mit einem befristeten Aufenthaltsrecht
müssen grundsätzlich zu einem bestimmten Zeitpunkt aus Deutschland ausreisen. Dies trifft
etwa auf temporäre Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsm igranten, internationale Studierende
oder Flüchtlinge zu. Die befristete Aufenthaltsgene hmigung kann jedoch unter bestimmten
Voraussetzungen verlängert oder in einen unbefriste ten Aufenthaltstitel umgewandelt wer-
den.
Die im Jahr 2015 knapp 1.000 geduldeten Menschen in der Stadt Münster hatten einen unsi-
cheren Aufenthaltstitel. Ihre Aufenthaltsgenehmigun g wird oftmals nur um wenige Monate
verlängert (in Abhängigkeit von der Sicherheitslage in ihrem Herkunftsland, in das sie zu-
rückkehren sollen). Insgesamt ist die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen in der Stadt
Münster im Zeitraum von 2008 bis 2015 von über 20.000 auf fast 30.000 angestiegen.
15 Bei der Duldung wird eine eigentlich bestehende Ausreisepflicht für eine befristete Zeit ausgesetzt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 23
Tabelle 16: Aufenthaltsrecht von Nicht-EU-Staatsang ehörigen nach Geschlecht 2008-
2015
Jahr
Unbefristetes
Aufenthaltsrecht
Befristetes
Aufenthaltsrecht
Geduldete
Anteil
der
Gedul-
deten gesamt män n-
lich
wei b-
lich gesamt män n-
lich
wei b-
lich gesamt män n-
lich
wei b-
lich
2010 5.895 3.014 2.881 6.715 3.184 3.531 631 361 270 3,0%
2011 6.009 3.032 2.977 7.283 3.435 3.848 608 336 272 2,7%
2012 6.053 3.069 2.984 7.775 3.669 4.106 658 365 293 2,8%
2013 6.233 3.153 3.080 7.649 3.679 3.970 731 392 339 2,9%
2014 6.214 3.157 3.057 8.333 4.076 4.257 863 477 386 3,3%
2015 6.393 3.237 3.156 10.636 5.424 5212 970 570 400 3,3%
Quelle: Rechts- und Ausländeramt der Stadt Münster
3.2.2 AUSLÄNDISCHE STUDIERENDE UND WISSENSCHAFTLER/ INNEN
Innerhalb der Gruppe der Menschen mit befristeter A ufenthaltserlaubnis spielen die auslän-
dischen Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine zunehmend
wichtige Rolle für die Stadt Münster. Im Folgenden wird exemplarisch die Zahl der internatio-
nalen Studierenden an der Westfälischen Wilhelms-Un iversität Münster analysiert. 3.489
Studierende von den insgesamt 43.790 im Wintersemes ter 2015/16 eingeschriebenen Stu-
dierenden hatten eine ausländische Staatsangehörigk eit. Dies entspricht einem Anteil von
knapp 8%. Der überwiegende Teil (fast 60%) der ausl ändischen Studierenden waren Frau-
en. Bei über einem Viertel (946 Studierende) handel te es sich dabei zudem um sog. Bil-
dungsinländerinnen und -inländer, also ausländische Staatsangehörige, die aber ihren
Schulabschluss in Deutschland erworben haben. Demen tsprechend waren fast Dreiviertel
(2.543) sog. Bildungsausländerinnen und -ausländer, die ihren Schulabschluss also nicht in
Deutschland erworben haben. Von den gesamten auslän dischen Studierenden kamen etwa
37% aus EU-Ländern (1.291), der überwiegende Teil m it 63% aus Nicht-EU-Ländern. 16
Knapp 500 waren Austauschstudierende (ca. 15%) und 669 waren Doktoranden und Dokto-
randinnen (rund 20%). Genau zwei Drittel aller ausl ändischen Studierenden strebten einen
Abschluss an der Universität Münster an (sog. „Degree Seekers“). Nach einem erfolgreichen
Abschluss können Studierende aus dem Ausland (genau er gesagt aus Drittstaaten) eine
Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche für 18 Monate beantragen.
Tabelle 17: Studierende an der Westfälischen Wilhel ms-Universität Münster nach
Staatsangehörigkeit, Bildungsausländerstatus und Studienart im WS 2015/16
Status der Studierenden Anzahl Anteil
Studierende insgesamt 43.790 100,0%
- davon Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit 3.489 8,0%
- davon Bildungsausländerinnen und -ausländer 2.543 5,8%
- davon Bildungsinländerinnen und -inländer 946 2,2%
- davon weiblich 2.053 4,7%
- davon männlich 1.436 3,3%
- davon EU-Ausländerinnen und -ausländer 1.291 2,9%
- davon Nicht-EU 2.198 5,0%
16 Bildungsausländer/innen, die nicht aus der EU komm en, verfügen in den meisten Fällen über eine Aufent haltserlaubnis zum
Zwecke des Studiums (§ 16 AufenthG).
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 24
- davon Austauschstudierende 509 1,2%
- davon „Degree Seekers“ 2.311 5,3%
- davon Doktorandinnen und Doktoranden 669 1,5%
Quelle: Interne Studierendenstatistik der WWU Münster
Zugenommen hat auch die Anzahl der internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler an der Westfälischen Wilhelms-Universität . 17 Sie ist in den Jahren 2007 bis 2013
von 360 auf 524, und damit um rund 45% angestiegen . Hinzu kommen zahlreiche Stipendia-
tinnen und Stipendiaten aus vielen verschiedenen Lä ndern. Eine besondere Entwicklung
betrifft die Hochqualifizierten aus Nicht-EU-Länder n, die durch die neuen Aufenthaltsrichtli-
nien seit 2012 mit Blue Card immer häufiger auch Da ueraufenthalte in Münster anstreben
und verwirklichen können. Zu diesem Themenkomplex w erden auch regelmäßige Informati-
onsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Rechts- und Ausländeramt der Stadt Müns-
ter angeboten.
Abbildung 2: Anzahl ausländischer Wissenschaftlerin nen und Wissenschaftler an der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 2007-2013
Quelle: Interne Studierendenstatistik der WWU Münster
3.2.3 EINBÜRGERUNGEN
Einen weiteren wichtigen Indikator für die rechtlic he Integration ausländischer Bürgerinnen
und Bürger stellt die Zahl der Einbürgerungen dar. Alle in der Stadt Münster lebenden Aus-
länderinnen und Ausländer, die einen rechtmäßigen A ufenthaltsstatus 18 haben, bereits acht
Jahre in Deutschland leben19 , ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern können, über aus-
17 Gezählt wurden nur die, die einen Arbeitsvertrag mit der Universität hatten.
18 Erforderlich ist entweder ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine befristete Aufenthaltserlaubnis , die ihrem Zweck nach zu
einem dauerhaften Aufenthalt führen kann, wie etwa die EU-Blue-Card (vgl. die Angaben auf der Internet seite des BAMF:
http://www.bamf.de/DE/Einbuergerung/InDeutschland/indeutschland-node.html).
19 Bei erfolgreichem Bestehen eines Integrationskurse s kann diese Frist auf sieben Jahre verkürzt werden , bei „besonderen
Integrationsleistungen“ auf sechs (vgl. ebd.).
360 373 394 417 424
462
523
0
100
200
300
400
500
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 25
reichende Deutschkenntnisse verfügen, sich zur frei heitlichen demokratischen Grundord-
nung bekennen, keine Verurteilung wegen einer Straf tat aufweisen und einen Einbürge-
rungstest bestanden haben, 20 haben das Recht, einen Antrag auf Einbürgerung zu stellen.
Im Jahr 2015 haben knapp 500 Menschen in der Stadt Münster von diesem Recht Gebrauch
gemacht und erfolgreich einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung gestellt. Ge-
messen an allen Ausländerinnen und Ausländern mit e inem rechtmäßigen Aufenthalt ent-
spricht dies einer Quote von 1,68%. In den Vorjahren lag die Quote bei 2,16% (2014), 2,45%
(2013) und 2,02% (2012). Der NRW-Landesdurchschnitt lag bei 1,97%. Die Einbürgerungs-
quote lag im Jahr 2015 bei Männern bei 1,42% und bei den Frauen bei 1,96%.
Für Einbürgerungswillige bestehen dabei zahlreiche Einbürgerungserleichterungen.
So ist es im Rahmen der Ermesseneinbürgerung für de n Personenkreis der Deutschverhei-
rateten/-Lebenspartnerschaften sowie für anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte mög-
lich, die Einbürgerung bereits nach 3 bzw. 6 Jahren zu erwerben. Zugleich sind die zeitlichen
Anforderungen für die Miteinbürgerung von Kindern u nd Ehepartnern verkürzt auf drei bzw.
vier Jahre. Ebenso haben auch Personen Anspruch auf die Einbürgerung, wenn sie im
Rahmen des gesetzlichen Ermessens vom Nachweis der Unterhaltsfähigkeit und/oder der
Deutsch- und staatsbürgerlichen Kenntnisse befreit sind. Von den Einbürgerungen 2015
(497) wurden 152 Personen unter diesen erleichterten Voraussetzungen eingebürgert.
Tabelle 18: Einbürgerungen in der Stadt Münster 2010-2015
Jahr
Einbürge-
rungen
insgesamt
Einbürge-
rungsquote
insgesamt 21
Einbür-
gerungen
von Frauen
Einbürge-
rungsquote
von Frauen
Einbürge-
rungen von
Männern
Einbür-
gerungs-
quote von
Männern
2010 429 2,01% 211 1,94% 218 2,08%
2011 485 2,13% 242 2,08% 243 2,19%
2012 482 2,02% 252 2,08% 230 1,97%
2013 617 2,45% 318 2,51% 299 2,39%
2014 570 2,16% 313 2,38% 257 1,94%
2015 497 1,68% 284 1,96% 213 1,42%
* Die Zahlen enthalten nur abschließende positive En tscheidungen durch die Stadt Münster; gestellte Antr äge
oder andere Verfahrensschritte (wie Ablehnung oder Einbürgerungszusicherung) sind nicht enthalten.
Quelle: Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster
3.2.4 INTEGRATIONSKURSE
Ein weiteres wichtiges Instrument zur Förderung der Integration ist die Teilnahme an einem
sog. Integrationskurs. Integrationskurse werden in Deutschland seit 2005 regelmäßig für
ausländische Staatsangehörige, die in Deutschland l eben möchten, angeboten. 22 In den
Kursen werden die deutsche Sprache sowie grundlegen de Kenntnisse zum Leben in
20 Grundsätzlich ist mit der Einbürgerung der Verlust beziehungsweise die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit verbunden. Es
gibt aber Ausnahmen je nach Herkunftsland (vgl. ebd.).
21 Die Einbürgerungsquote ist definiert als Zahl der Einbürgerungen je 100 Ausländer und Ausländerinnen mit rechtmäßigem
Aufenthalt.
22 Grundsätzlich haben nur ausländische Staatsangehörige einen Anspruch auf einen Integrationskurs. Keinen Anspruch haben
jedoch Ausländerinnen und Ausländer, die schon gut sprechen und kaum Integrationsprobleme aufweisen. Deutsche mit Migra-
tionsvorgeschichte und EU-Staatsangehörige dürfen z u den Kursen zugelassen werden, haben aber keinen g esetzlichen An-
spruch.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 26
Deutschland, wie Geschichte, Kultur und Rechtsordnu ng, vermittelt. 23 Seit der Einführung
der Kurse im Jahr 2005 haben knapp 5.000 Menschen i n der Stadt Münster entsprechende
Integrationskurse besucht (vgl.Tab.19).
Das Angebot der Kurse reichte dabei über allgemeine Integrationskurse für Neuzugewander-
te über spezielle Integrationskurse für Eltern, För derkurse für bereits länger in Deutschland
lebende Zugewanderte sowie Integrationskurse mit Al phabetisierung und sog. Jugendinteg-
rationskurse. Insbesondere die allgemeinen Integrat ionskurse sowie die Integrationskurse
mit Alphabetisierung und der Jugendintegrationskurs wurden seit 2005 stark besucht.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Z ahl der Teilnehmenden an den Integrati-
onskursen nach Kurs-Art und Geschlecht seit ihrer E inführung im Jahr 2005 bis zum ersten
Halbjahr 2015. Von den knapp 5.000 Menschen, die in sgesamt an den Integrationskursen
bis Juni 2015 teilnahmen, besuchten über 3.000 Menschen allgemeine Integrationskurse. An
den angebotenen Kursen nahmen insgesamt mehr Frauen als Männer teil (57% zu 43%).
Insgesamt zeigt sich eine steigende Tendenz bei der Teilnahme. Die Integrationskurse wur-
den in den Jahren von 2012 bis 2015 von fünf Bildun gsträgern angeboten. Im Jahr 2016 sol-
len weitere Bildungsträger hinzukommen.
Tabelle 19: Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Integ rationskursen der Stadt Münster
nach Kurs-Art und Geschlecht 2005 bis 2015*
Neu Teilnehmende
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015*
Insge-
samt
Allgemeiner
Integrationskurs 260 299 281 356 268 260 282 295 319 345 183 3.148
davon Frauen (in %) 52,3 62,9 58,4 62,1 64,1 60,8 61,3 55,6 53,3 51,9 54,1 57,9
Elternintegrationskurs
** ** ** ** **
18 60
** ** **
13 79
davon Frauen (in %) 88,9 60 76,9 65,8
Förderkurs
** ** **
42
**
17 13
** ** ** **
72
davon Frauen (in %) 54,8 64,7 69,2 59,7
Integrationskurs mit
Alphabetisierung ** **
53 140 134 88 62 69 102 90 83 478
davon Frauen (in %) 62,3 72,1 59,7 58 59,7 58 52,9 11,9 16,4 63,4
Jugendintegrationskurs 19
** **
12 36 61 60 72 116 120 73 569
davon Frauen (in %) 47,4 91,7 58,3 44,3 48,3 47,2 45,7 45,8 49,3 48,3
Sonstige Kurse
** ** ** **
9 24
** ** ** ** **
39
davon Frauen (in %) 55,6 62,5 64,1
Insgesamt 281 301 337 553 450 468 481 442 537 565 352 4.767
davon Frauen (in %) 52,3 62,8 59,1 64,6 62,4 59,4 59,9 54,8 51,6 50,4 49,7 57,0
Kurswiederholer/innen
0 0 0
25 96 131 95
k.A. k.A. k.A. k.A.
347
davon Frauen (in %) 60,0 65,6 57,3 66,3 62,2
* für 2015 nur Daten für das erste Halbjahr; ** = Zahl kleiner fünf
Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
23 Vgl. die entsprechenden Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf seiner Internetseite :
http://www.bamf.de/SharedDocs/FAQ/DE/Integrationskurse/002-was-ist-ein-integrationskurs.html.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 27
3.3 BILDUNG UND SPRACHE
LEITZIEL
„Wir fördern die Potenziale von Menschen mit Migrat ionsvorgeschichte unabhängig von ih-
rem Aufenthaltsstatus. Dafür werden gezielt Angebot e im Bereich Sprache, Bildung, Arbeit
und Beruf vorgehalten und Förderprogramme konzipier t, die im Vorschulalter beginnen und
bis ins Erwachsenen- und Seniorenalter fortgesetzt werden.“
„Wir fördern die Alltags- und die Bildungssprache.“
Bildung und Sprache sind wichtige Schlüssel für ein e erfolgreiche Teilhabe am sozialen Le-
ben. Je früher die emotionalen, kognitiven und sozi alen Fähigkeiten von Kindern und ihren
Familien gefördert werden, desto größer sind die sp äteren Chancen im Beruf und anderen
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Die Stadt Münster hält daher eine Reihe von ge-
zielten Angeboten vor, um die sprachlichen und sozi alen Kompetenzen von Kindern und
Familien mit Migrationsvorgeschichte möglichst früh zu fördern und ihnen damit einen erfolg-
reichen Weg in die Gesellschaft zu ebnen.
Dieses Monitoring gibt nun zusätzlich einen Überbli ck zum Stand der Bildungsbeteiligung
und des Bildungserfolgs von Münsteraner Schülerinne n und Schüler mit Migrationsvorge-
schichte sowie über die ergänzenden Sprachförderangebote.
3.3.1 SPRACHFÖRDERBEDARFE IN KINDERTAGESSTÄTTEN
Ein altersgerechter Spracherwerb sowie ausreichende Kommunikationskompetenzen in der
Alltags- und Bildungssprache sind wesentliche Ziele frühkindlicher Entwicklung und Förde-
rung. Dabei betrifft diese Entwicklungsaufgabe grundsätzlich jedes Kind unabhängig von der
vorherrschenden Familiensprache. Gründe für eine Be einträchtigung dieser zentralen Ent-
wicklungsbedarfe sind vielfältig. Nicht nur der Erw erb der deutschen Sprache für Kinder aus
zugewanderten Familien, auch eine altersgerechte Sp rachentwicklung bei Kindern aus
deutschsprachigen Familien kann die Fachkräfte der frühkindlichen und Elementarbildung
erheblich herausfordern. Wird die Gesamtheit der Ki ndertagesstätten in der Stadt Münster
betrachtet, besteht bei etwa einem Drittel der Einrichtungen ein erhöhter Sprachförderbedarf.
Konkret lag der Anteil der Kinder mit Migrationsvor geschichte in Münsteraner Kindertages-
einrichtungen (ohne Kindertagespflege) im Kindergar tenjahr 2012/13 stadtweit bei 35,9%. 24
Bei Kindern ohne Migrationsvorgeschichte spricht ma n von einem allgemeinen Sprachför-
derbedarf, bei Kindern mit Migrationsvorgeschichte von einem speziellen Deutschförderbe-
darf. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, sind Ki ndertageseinrichtungen mit erhöhten
Sprachförderbedarfen zwar relativ breit über die St adt verteilt, es findet sich aber eine Häu-
fung solcher Einrichtungen vor allem in den Stadtte ilen bzw. Quartieren, für die auch sonst
ein allgemeiner Entwicklungsbedarf bekannt ist (vgl. nachstehende Abb. 3).
Auch wenn in den einzelnen Einrichtungen über die J ahre die Sprachförderbedarfe insge-
samt dauerhaft eher hoch oder eher nicht erhöht sind, so kann dennoch belegt werden, dass
sich die Förderbedarfe zwischen den Quartieren offenbar zunehmend ausgleichen. Während
in den sprachlich besonders belasteten Einrichtunge n in den letzten Jahren tendenziell eher
eine leichte Entspannung zu beobachten ist, betriff t eine entsprechende Zunahme der Her-
ausforderung eher Einrichtungen, die in der Vergang enheit sprachlich weniger belastet wa-
ren (vgl. nachstehende Abbildung).
24 Gemäß Geburtsortcodierung, durchgeführt vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 28
Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass diese Entwickl ung auch einen Erfolg der strukturge-
steuerten dezentralen Unterbringung neu zugewandert er Familien darstellt: Neu zugewan-
derte Familien werden vornehmlich in Quartieren ang esiedelt, in denen der Anteil zugewan-
derter Familien auch in der Vergangenheit nicht seh r hoch war. Soweit diese angenommene
Ursache für die beschriebene positive Entwicklung z utrifft, sollte dieses Konzept der Ansied-
lung zugewanderter Familien in Münster auch in Zuku nft konsequent weiter verfolgt werden,
um diesen Effekt weiterhin für eine positive Integr ation der Menschen in Münster nutzen zu
können. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass – unter der geschilderten Annahme
– die Zunahme der Sprachförderquote in den einzelne n Kitas nicht im Sinne einer Ver-
schlechterung der dortigen pädagogischen Arbeit gew ertet werden darf. Vielmehr führt pri-
mär die vermehrte Aufnahme nicht deutschsprechender Kinder zu einem Anstieg der För-
derquote.
Abbildung 3: Sprachförderbedarfe in Kindertagesstätten in der Stadt Münster 2013 (a)
und 2014 (b)
a) Kindertagesstätten mit „normalem“ (grün) b) Veränderungen im Sprachförderbedarf
und „hohem“ (rot) Sprachförderbedarf (grün: rückläufig, gelb: gleich, rot: gestiegen)
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 29
3.3.2 SPRACHFÖRDERBEDARFE ZWEI JAHRE VOR DER EINSCH ULUNG
(DELFIN 4-UNTERSUCHUNGEN)
Bis zum Jahr 2014 wurden alle zukünftigen Schulanfä ngerinnen und -anfänger in NRW im
Alter von 4 Jahren einem Sprachtest unterzogen, um ihre Sprachkompetenzen zu messen
und ggf. Sprachförderbedarfe festzustellen (sog. DE LFIN 4-Test) 25 . Von den 2.512 zukünfti-
gen Schulanfängerinnen und-anfängern im Jahr 2014 h atte diese Testung bei 518 Kindern
(20,6%) einen sprachlichen Förderbedarf ergeben. Fü r 99 (19,1%) dieser Kinder war
Deutsch als Familiensprache angegeben worden, 127 Kinder (24,5%) wuchsen zweisprachig
mit Deutsch als einer der Familiensprachen auf. 119 Kinder (23,0%) sprachen kein Deutsch
zu Hause. Für 173 Kinder (33,4%) wurden hierzu kein e Angaben gemacht. Betrachtet man
die „DELFIN 4-Daten“ der Vierjährigen in der Stadt Münster der letzten Jahre, so wird deut-
lich, dass der Anteil derjenigen, die einer Sprachf örderung bedürfen, relativ konstant gewe-
sen ist. Die Werte aus dem Jahr 2011 waren z. B. fa st identisch mit dem Wert aus 2015
(20,8%).
Tabelle 20: Schulanfängerinnen und Schulanfänger, d ie eine DELFIN 4-Förderung er-
halten haben, in der Stadt Münster 2013-2015
Insgesamt
davon
keine
DELFIN-
Förderung
erhalten
Anteil
davon
DELFIN-
Förderung
erhalten
Anteil
2013 2.232 1.702 76,3% 530 23,7%
2014 2.405 1.835 76,3% 570 23,7%
2015 2.445 2.138 87,4% 307 12,6%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Die Sprachstandsfeststellung wurde im Rahmen des DE LFIN 4-Verfahrens 2014 letztmals
durchgeführt. Die bisherigen sog. „DELFIN-Mittel“ d es Landes fließen seit dem 1. August
2014 - im Rahmen der neuen „Alltagsintergrierten Sprachbildung“ - in sog. „plusKITAs“ (ins-
gesamt 26 Einrichtungen in der Stadt Münster) und i n sog. „Kitas mit zusätzlichem Sprach-
förderbedarf“ (insgesamt 74 Einrichtungen). Die Aus wahl dieser Kitas erfolgt entsprechend
den landespolitischen Vorgaben auf der Basis sozialräumlicher Indikatoren (V/0482/2014).
3.3.3 SPRACHFÖRDERBEDARFE EIN HALBES JAHR VOR DEM S CHULEIN-
TRITT (SCHULEINGANGSUNTERSUCHUNG)
Die Sprachstandstestungen im Rahmen der Schuleingan gsuntersuchung, ein halbes Jahr
vor der Einschulung, zeigen ähnliche Ergebnisse wie die DELFIN 4-Tests. So lag der Anteil
der Kinder mit einem Deutschförderbedarf im Jahr 20 10 noch bei gut 55%.Im Jahr 2015 lag
dieser Anteil dagegen bei 33%. Etwa ein Drittel all er Schulanfängerinnen und Schulanfänger
mit Migrationsvorgeschichte weist einen Deutschförderbedarf auf (vgl. Abb. 4). Dieser positi-
ve Trend kann sicher (auch) als Folge der intensive n Integrations- und Sprachförderarbeit
der Stadt (Sprachkurse für Kinder, besonders aber auch Sprachkurse für Eltern, insbesonde-
re Mütter, vgl. hierzu Punkt 3.3.4) angesehen werden.
25 Diese Tests und die Untersuchungen im Rahmen der s og. Schuleingangsuntersuchung (vgl. hierzu den folg enden Punkt)
werden vom Gesundheitsamt der Stadt Münster durchgeführt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 30
Die aktuelle Zuwanderungsdynamik macht jedoch auch deutlich, dass die Herausforderun-
gen auf diesem Feld in den nächsten Jahren sicher n icht kleiner werden. Zudem zeigen die
Daten der Schuleingangsuntersuchung auch, dass der allgemeine Sprachförderbedarf bei
Kindern ohne Migrationsvorgeschichte ebenfalls nich t gering ist. Seit 2010 beläuft sie sich
konstant auf rund ein Viertel aller Schulanfängerinnen und Schulanfänger.
Ein weiteres Ergebnis, das sich aus den Schuleingangsuntersuchungen entnehmen lässt, ist,
dass die Sprachentwicklung eng mit dem Besuch bzw. der Besuchsdauer einer Kindertages-
stätte zusammenhängt. Je länger ein Kindergarten od er eine Kindertagesstätte von den Kin-
dern besucht wird, desto geringer ist ihr Sprachför derbedarf bei der Einschulung. Der Be-
such einer Kindertagesstätte bzw. eines Kindergarte ns scheint daher eine der besten Mög-
lichkeiten zu sein, die deutsche Sprache zu erwerbe n. Dieser Effekt lässt sich im Übrigen
auch bei Kindern ohne Migrationsvorgeschichte erken nen. 26 Bei einer Kindergartenbesuchs-
dauer von mehr als vier Jahren zeigen Kinder mit Mi grationsvorgeschichte so gut wie gar
keinen Deutschförderbedarf mehr auf. Während Kinder mit Migrationsvorgeschichte, die we-
niger als ein Jahr den Kindergarten besucht haben, zu über 60% einen Deutschförderbedarf
aufweisen. Dieser positive Effekt des Kindergartenb esuchs wird ab einem Kindergartenbe-
such von zwei Jahren besonders sichtbar (vgl. Abb. 5).
Abbildung 4: Sprach- und Deutschförderbedarfe bei Schulanfängerinnen und Schulan-
fängern - Daten der Schuleingangsuntersuchung 2002-2015*
* 2010 hat das Verfahren der Spracheinschätzung gewec hselt, so dass die Daten vor und nach 2010 nicht 1: 1
vergleichbar sind.
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
26 Laut Auskunft des Gesundheitsamtes betrifft der po sitive Effekt der Kindergartenbesuchsdauer auf den Sprachstand auch
Kinder, die wegen einer echten angeborenen oder erworbenen Sprachstörung eine Logopädie erhalten haben.
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2002
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2006
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2010
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2012
2013
2014
2015
Mit
Migrations-
vorgeschichte
und mit
Deutsch-
förderbedarf
Ohne
Migrations-
vorgeschichte
und mit
Sprach-
förderbedarf
Mit
Migrations-
vorgeschichte
und ohne
Deutsch-
förderbedarf
Ohne
Migrations-
vorgeschichte
und ohne
Sprach-
förderbedarf
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 31
Abbildung 5: Sprachbefund bei der Schuleingangsunte rsuchung in Abhängigkeit von
Migrationsvorgeschichte der Familie und Kindergartenbesuchsdauer vor der Einschu-
lung 2010-2015
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Auch wenn in der Auswertung der Sprachkompetenzen d ie Bedeutung eines vorschulischen
Kindergartenbesuchs besonders deutlich wird, darf a ber nicht außer Acht gelassen werden,
dass der Einfluss der familiären Sprachlichkeit für sich genommen mindestens ebenso hoch
ist, wie die Sprachförderung in der professionellen Betreuung. Auch für diesen Zusammen-
hang zeigen sich in den Daten der Schuleingangsuntersuchung eindrückliche Hinweise:
Von 2001 bis 2015 konnten sich insbesondere die Kin der (mit Migrationsvorgeschichte) gute
Deutschkenntnisse aneignen, deren Eltern selber übe r gute Deutschkenntnisse verfügten
bzw. die Sprache schnell lernten.
27 Zu diesem Zusammenhang lassen sich allerdings nur
Daten zur Sprachfähigkeit der Mütter auswerten, da es zumeist die Mütter sind, die ihre Kin-
der zur Schuleingangsuntersuchung begleiten. Die Sp rachkompetenzen der Väter kann der
untersuchende Schularzt daher in der Regel nicht ei nschätzen. Dennoch kann auch bei den
Münsteraner Schulanfängerinnen/Schulanfängern davon ausgegangen werden, dass es
auch tatsächlich überwiegend der sprachliche und kommunikative Einfluss der Mutter ist, der
die Sprachentwicklung des Kindes wesentlich beeinfl usst.28 So konnte bei der Schulein-
gangsuntersuchung im Jahr 2015 festgestellt werden, dass Kinder mit Zuwanderungsge-
schichte, deren Mütter gute Deutschkenntnisse aufwi esen, kaum Sprachprobleme mit dem
Deutschen hatten. Zu über 90% war auch ihr Deutsch gut, während nur etwas mehr als 20%
der Kinder mit Zuwanderungsgeschichte, deren Mütter geringe Deutschkenntnisse aufwie-
sen, über gute Deutschkenntnisse verfügten (vgl. Ab b. 6). Dieser Zusammenhang ist über
die letzten fünf Jahre relativ stabil geblieben, wi e sich aus der Abbildung 6 ersehen lässt. In
Deutschland geborene Kinder mit Migrationsvorgeschi chte, deren Mütter nicht gut Deutsch
sprechen, gelingt es nur in geringem Umfang, selbst gute Deutschkenntnisse zu erwerben.
27 Es liegen leider keine Erkenntnisse vor, wie die D eutschkenntnisse der Kinder und ihrer Eltern bei Aufnahme in die Kinderta-
gesstätten sind.
28 Es wird im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung immer erfasst, inwieweit das begleitende Elternteil in der Lage ist, in der
deutschen Sprache zu kommunizieren.
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10%
20%
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bis 1
Jahr
bis 2
Jahre
bis 3
Jahre
bis 4
Jahre
mehr
als 4
Jahre
Mit MVG, mit
Deutsch-
förderbedarf
Mit MVG,
kein Deutsch-
förderbedarf
Ohne MVG,
mit Sprach-
förderbedarf
Ohne MVG,
kein Sprach-
förderbedarf
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 32
Das gilt selbst, wenn die Kinder lange den Kinderga rten besucht haben, den Eltern bzw. den
Müttern es aber nicht gelungen ist, in dieser Zeit ausreichend Deutsch zu lernen.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich aus diesen Zusammenhangsdarstellungen
nicht automatisch auch ursächliche Zusammenhänge ab leiten lassen. Die sichtbaren Zu-
sammenhänge machen aber deutlich, dass in der zukün ftigen Klärung von „guten Gelingens
Bedingungen“ für eine altersgerechte Sprach- und Kommunikationsfähigkeit gerade bei Kin-
dern mit Zuwanderungsgeschichte ein wesentlicher Sc hlüssel für eine gute frühkindliche
Integration der Kinder und ihrer Familien in die Stadtgesellschaft liegen dürfte.
Abbildung 6: Deutschkenntnisse von in Deutschland g eborenen Kindern mit Migrati-
onsvorgeschichte in Abhängigkeit von den Deutschkenntnissen der Mutter - Daten der
Schuleingangsuntersuchung 2001-2015
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Insgesamt zeigt sich, dass die Quote der Mütter, di e über (ausreichend) gute Deutschkennt-
nisse verfügen, in den letzten 15 Jahren deutlich a ngestiegen ist. Ihr Anteil ist von rund 55%
im Jahr 2002 auf rund 80% im Jahr 2015 angewachsen. Dass dies unter Umständen auch
auf die Integrationsbemühungen der Stadt (z. B. Müt tersprachkurse in Kindertagesstätten)
zurückgeführt werden kann, erscheint plausibel.
Auch diese „Erfolgsmeldung“ gilt aber nicht uneingeschränkt: Auch wenn die Quote der Müt-
ter, die über (ausreichend) gute Deutschkenntnisse verfügen, gestiegen ist, so ist doch der
Anteil von Müttern, die kaum oder nur sehr gering d eutsch verstehen und sprechen (geringe
Deutschkenntnisse), im gleichen Zeitraum nahezu konstant bei 10% geblieben. Diese Tatsa-
che lässt vermuten, dass es unter den Familien mit Migrationsvorgeschichte über die Jahre
eine konstante Gruppe gibt, die durch die Integrati onsangebote der Gesellschaft bisher nicht
oder auf jeden Fall nicht ausreichend erreicht werd en können. Auch hier wird daher ein gro-
ßer Bedarf gesehen, diese Gruppe zu identifizieren und die Ursachen für dieses (sprachli-
che) Integrationshemmnis zu klären.
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10%
20%
30%
40%
50%
60%
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90%
100%
gute Deutschkenntnisse
der Mutter
mäßige
Deutschkenntnisse der
Mutter
geringe
Deutschkenntnisse der
Mutter
geringe
Deutschkenntnisse
des Kindes
mäßige
Deutschkenntnisse
des Kindes
gute
Deutschkenntnisse
des Kindes
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 33
Denn auch wenn diese Gruppe verhältnismäßig klein i st, muss vermutet werden, dass die
Integration dieser Familien auch in anderen Bereich en erheblich hinter den Ansprüchen der
Stadtgesellschaft zurückbleibt. Auch für diese Grup pe passende und nachhaltige Unterstüt-
zungs- und Förderangebote anzubieten, dürfte eine besondere Herausforderung darstellen.
Abbildung 7: Deutschkenntnisse von in Deutschland g eborenen Kindern mit Migrati-
onsvorgeschichte, deren Mutter nicht gut Deutsch sp richt - Daten der Schuleingangs-
untersuchung 2001-2015*
* 2010 hat das Verfahren der Spracheinschätzung gewec hselt, so dass die Daten vor und nach 2010 nicht 1: 1
vergleichbar sind.
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
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geringe
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des Kindes
mäßige
Deutschkenntnisse
des Kindes
gute
Deutschkenntnisse
des Kindes
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 34
Abbildung 8: Deutschkenntnisse von Müttern von in D eutschland geborenen Kindern
mit Migrationsvorgeschichte 2001-2015
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
3.3.4 SPRACHFÖRDER- UND INTEGRATIONSMASSNAHMEN DER STADT
MÜNSTER
Die Schuleingangsuntersuchungen belegen, dass die E inbeziehung der Eltern eine Schlüs-
selrolle bei der Sprachförderung im frühkindlichen Stadium spielt. Vor diesem Hintergrund
hat das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien im Kindergartenjahr 2014/2015 zusätzlich
22 Sprachförder- und Integrationsmaßnahmen in 16 Ki ndertageseinrichtungen für Eltern von
Kita-Kindern gefördert. Davon waren 21 Maßnahmen für Mütter und eine für Väter konzipiert.
Insgesamt profitierten von diesen Maßnahmen rund 15 0 Eltern. Die überwiegende Mehrheit
der Maßnahmen wird dabei in Kooperation mit den Fam ilienbildungsstätten umgesetzt und
orientiert sich konzeptionell an der Sprachvermittl ung in Alltagssituationen. Die Maßnahmen
sollen somit nicht nur spracherwerbsfördernd, sonde rn auch in sozialer, kultureller und le-
benspraktischer Hinsicht integrativ wirken. Dabei e rfolgt auch eine muttersprachliche Stabili-
sierung, die die Kompetenzen der Eltern beim Erlern en der deutschen Sprache zusätzlich
fördern und sich positiv auf die Sprachbildung der Kinder auswirken soll. Drei dieser Maß-
nahmen für Mütter wurden deshalb in ausgewählten St adtteilen in den Familiensprachen
Arabisch, Kurdisch und Tamil umgesetzt und über das „Maßnahmenprogramm einer kind-
und jugendbezogenen Armutsprävention 29 in Münster“ gefördert. Zudem wurden in diesem
Rahmen weitere Maßnahmen wie z. B. sog. Schulvorber eitungskurse für Kita-Kinder und
Eltern unterstützt, um Kinder unter Einbeziehung ihrer Eltern bzw. Erziehungsberechtigten im
Übergang von der Kita in die Schule zu fördern. Im Folgenden wird auf einige ausgewählte
Beispielprojekte zur Sprach- und Bildungsförderung von Familien mit Migrationsvorgeschich-
te eingegangen.
29 Vgl. Zwischenbericht zur Umsetzung des "Maßnahmenp rogramms einer kindbezogenen Armutsprävention in Mü nster" Be-
schlussvorlage V/0158/20013.
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30%
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50%
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2015
geringe
Deutschkenntnisse
der Mutter
mäßige
Deutschkenntnisse
der Mutter
gute
Deutschkenntnisse
der Mutter
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 35
3.3.4.1 INITIATIVE „OFFENSIVE FRÜHE CHANCEN“
Im Rahmen der Initiative „Offensive Frühe Chancen“ des Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend wurden Kindertageseinri chtungen in Münster zusätzliches
Personal und zusätzliche Sachmittel zur Verfügung g estellt, um die sprachliche Bildung der
Kinder zu fördern. Zielgruppe waren insbesondere Ki nder mit einem hohen Sprachförderbe-
darf, die durch eine alltagsintegrierte, frühe Spra chförderung nachhaltig unterstützt werden
sollten. Im Rahmen dieser Initiative wurden in Müns ter 21 Einrichtungen als „Schwerpunkt
Kita Sprache & Integration“ gefördert. Kitas mit entsprechenden Voraussetzungen (z.B. Quo-
te der Kinder mit Sprachförderbedarf liegt über dem Landesdurchschnitt) erhielten pauschal
25.000 Euro pro Jahr zur Finanzierung einer zusätzl ichen qualifizierten Sprachförderkraft in
der Kita. Bisher konnte jedem Kind mit einem besond eren Sprachförderbedarf ein Platz in
einer Kindertageseinrichtung vermittelt werden.
3.3.4.2 SCHULVORBEREITUNGSKURSE FÜR KITA-KINDER UND ELTERNBE-
GLEITKURS
Seit dem Schuljahr 2009 findet an der Eichendorffgr undschule in Angelmodde ein sog.
Schulvorbereitungskurs mit ca. 23 bis 30 Vorschulki ndern pro Schuljahr statt. In den Kursen
werden die Kinder auf die Herausforderungen an der Schule vorbereitet. 30 Begleitend zu den
Schulvorbereitungskursen wurden pro Schuljahr vier Elternbegleitkurse mit jeweils bis zu 20
Müttern und Vätern durchgeführt. In den vergangenen drei Schuljahren haben insgesamt
205 Eltern das Angebot in Anspruch genommen. Darübe r hinaus wurden weitere 214 Mütter
und Väter über die Elternschule erreicht. Von den i nsgesamt 78 teilnehmenden Kindern hat-
ten 56 eine Migrationsvorgeschichte.
Erste Projektergebnisse zeigen, dass die am Schulvo rbereitungskurs teilnehmenden Kinder
erfolgreich im Anfangsunterricht lernen und dass die Eltern besser über das deutsche Schul-
system informiert sind und ihren Kindern Unterstütz ung geben können. Aufgrund dieser Er-
folge wurde das Projekt inzwischen auch auf die Lud gerusschule Hiltrup-West übertragen.
Pro Schuljahr wurde ein Schulvorbereitungskurs mit jeweils zehn bis 13 Kindern durchge-
führt. Insgesamt nahmen hier 46 Kinder an dem Schul vorbereitungskurs teil, davon 89% mit
Migrationsvorschichte. Zudem besuchten 109 Eltern d ie Elternschule bzw. den Elterninfor-
mationsnachmittag.
Der Erfolg der Schulvorbereitungskurse an beiden Sc hulen wurde durch Befragungsbögen
und Gesprächen mit Kitas bzw. im Rahmen von Entwick lungsgesprächen mit Eltern und
Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern ca. sechs Woc hen nach Schulbeginn evaluiert. Bei-
de Schulen berichten, dass der Übergang von der Kin dertagesstätte auf die Grundschule
durch die Schulvorbereitungskurse für die Kinder er heblich erleichtert wird und auch die El-
tern eine wichtige Unterstützung in dieser Übergang sphase erfahren. Die pädagogischen
Fachkräfte in Kita und Schule stellten eine kontinu ierliche Steigerung der Lernfreude bei den
Kindern fest. Sie erwarben mehr Selbstbewusstsein und Kompetenzen für den Einstieg in die
Schuleingangsphase. Darüber hinaus lernen sowohl Ki nder als auch Eltern die schulischen
Abläufe und Strukturen kennen und fühlen sich im Um gang mit der Institution Schule siche-
rer. Weitere positive Effekte waren die frühzeitige Erkennung des individuellen Förderbedarfs
der Kinder sowie die verstärkten Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen.
30 Das Projekt wurde zunächst 2009 als Modellprojekt entwickelt und mit Unterstützung der Sparkasse Müns terland Ost finan-
ziert.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 36
Beide Schulvorbereitungskurse werden seit Beginn de s Schuljahres 2011/2012 aus Mitteln
des „Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention“ finanziert.
3.3.4.3 SPRACHHELFERINNEN UND -HELFER IM BILDUNGSBE REICH
Das „Kommunale Integrationszentrum“ (KI) betreut des Weiteren einen Pool von ehrenamtli-
chen Sprachhelferinnen und Sprachhelfern. Dies sind Menschen sowohl mit als auch ohne
Migrationsvorgeschichte, die neben Deutsch eine (od er mehrere) andere Sprachen beherr-
schen. Ihre Aufgabe ist es, Eltern mit geringen ode r keinen Deutschkenntnissen bei unter-
schiedlichen Veranstaltungen wie Elternabenden, Spr echstunden oder Infoveranstaltungen
zu begleiten. Sie sollen die Eltern unterstützen un d dabei helfen, Sprachbarrieren abzubau-
en. Bis März 2014 war der Pool der Sprachhelferinne n und -helfer im Rahmen eines Bunde-
sprojektes bei der Freiwilligen Agentur Münster ang esiedelt. Seither wird er vom Kommuna-
len Integrationszentrum koordiniert. Von März bis D ezember 2014 waren hier insgesamt 37
Sprachhelferinnen und Sprachhelfer registriert, die zusammen 22 verschiedene Sprachen
sprechen. Im Jahr 2015 konnte die Zahl der Sprachhe lferinnen und Sprachhelfer auf 47, mit
insgesamt 26 Sprachen, ausgebaut werden. Einen groß en Bedarf gibt es derzeit für die
Sprachen Albanisch und Serbisch.
3.3.5 GESAMTZAHL DER SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER MIT Z UWANDE-
RUNGSGESCHICHTE AN ALLGEMEINBILDENDEN SCHULEN
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderu ngsgeschichte an allgemeinbildenden
Schulen in der Stadt Münster hat in den letzten dre i Jahren ebenfalls weiter zugenommen.
Besuchten im Schuljahr 2012/13 rund 6.700 Schülerin nen und Schüler mit Zuwanderungs-
geschichte eine allgemeinbildende Schule, so waren es im Schuljahr 2013/14 bereits knapp
über 7.000 und im Schuljahr 2014/15 schließlich sog ar knapp 7.500. Diese Entwicklung ist
umso bemerkenswerter, als dass im selben Zeitraum d ie Gesamtzahl der Schülerinnen und
Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Münster ge sunken ist, und zwar von knapp
33.000 auf 31.390. Damit hat die Zahl von Schülerin nen und Schülern mit Zuwanderungsge-
schichte nicht nur absolut zugenommen, auch der Prozentanteil von Schülerinnen und Schü-
lern mit Zuwanderungsgeschichte ist gestiegen, von 20,3% im Schuljahr 2012/13 auf 23,8%
im Schuljahr 2014/15 (vgl. Tab. 21).
Tabelle 21: Schülerinnen und Schüler an allgemeinbi ldenden Schulen in der Stadt
Münster nach Zuwanderungsgeschichte in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15
Insgesamt
davon
ohne Zuwanderungs-
geschichte
davon
mit Zuwanderungs-
geschichte
Anteil mit
Zuwanderungs-
geschichte
2012/13 32.891 26.205 6.686 20,3%
2013/14 31.650 24.469 7.181 22,7%
2014/15 31.390 23.924 7.466 23,8%
Quelle: Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 37
3.3.6 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER MIT ZUWANDERUNGSGESC HICHTE
AN GRUNDSCHULEN
Die größte Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte in der Stadt
Münster machen Grundschülerinnen und Grundschüler a us. Zu Beginn des Schuljahrs
2014/15 betrug ihre Zahl 2.999 und damit ihr Anteil an dieser Schulform 31,8%. Er lag damit
also noch einmal deutlich über dem Gesamtanteil bez ogen auf alle allgemeinbildenden
Schulen. Von den insgesamt 2.999 Grundschülerinnen und Grundschülern mit Zuwande-
rungsgeschichte waren knapp 1.000, also etwa ein Drittel, nicht in Deutschland geboren (vgl.
Tab. 22). Von den Eltern der Grundschülerinnen und -schüler mit Zuwanderungsgeschichte
waren über zwei Drittel im Ausland geboren. Bei übe r der Hälfte der Familien der Grund-
schülerinnen und Grundschüler mit Zuwanderungsgesch ichte war Deutsch zudem nicht die
Verkehrssprache. Des Weiteren hatten von allen Schü lerinnen und Schülern mit Zuwande-
rungsgeschichte an Grundschulen in Münster im Schul jahr 2014/15 knapp 800 eine auslän-
dische Staatsangehörigkeit, was einem Anteil von mehr als 25% entspricht.
Tabelle 22: Grundschülerinnen und -schüler mit Zuwanderungsgeschichte in der Stadt
Münster nach ausgewählten Merkmalen im Schuljahr 2014/15
Insgesamt 1
davon
nicht in Deutschland
geboren (Fälle)2
davon mit nicht
in Deutschland
geborenem/
geborenen
Elternteil(en)
(Fälle)2
davon mit
nicht-
deutscher
Verkehrs-
sprache
in der
Familie
(Fälle)2
davon aus-
ländische
Schülerin-
nen und
Schüler
davon mit
Zuzug vor
der Einschu-
lung
davon mit
Zuzug wäh-
rend der
Grund-
schulzeit
ein
Eltern-
teil
beide
Eltern-
teile
Anzahl 2.999 859 142 877 2.065 1.670 799
Anteil 100,0% 28,6% 4,7% 29,2% 68,9% 55,7% 26,6%
1) Jede(r) Schüler/-in mit Zuwanderungsgeschichte w ird nur einmal gezählt; 2) Fallzählung: Für eine(n) Schüler/-in können
gleichzeitig mehrere der aufgeführten „davon“-Kategorien zutreffen.
Quelle: IT.NRW
Betrachtet man die Gruppe der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, so lag der Anteil der
Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte sogar noch höher, nämlich bei
knapp 40%, was die wachsende Bedeutung dieser Grupp e im Münsteraner Schulsystem
noch einmal unterstreicht (vgl. Tab. 23). Hier zeigt sich zudem, dass der Anteil der im Aus-
land geborenen Väter größer ist als der der Mütter.
Tabelle 23: Anteil der Schulanfängerinnen und Schul anfänger, deren Eltern bzw. Müt-
ter nicht in Deutschland geboren sind, 2012-2015
Elternpaare
insgesamt
davon mind.
ein Elternteil
im Ausland
geboren
Anteil Mütter
insgesamt
davon
im Ausland
geboren
Anteil
2012 2.435 957 39,3% 2.435 744 30,6%
2013 2.363 927 39,2% 2.363 739 31,3%
2014 2.421 912 37,7% 2.421 738 30,5%
2015 2.464 982 39,9% 2.464 768 31,2%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 38
Ein Blick auf den Übergang von Grundschulen auf wei terführende Schulen ist ebenfalls auf-
schlussreich. Dies obgleich sich diese Daten derzei t nur nach Staatsangehörigkeit und nicht
nach Zuwanderungsvorgeschichte darstellen (vgl. Tab . 24). Es zeigen sich hier sehr deutli-
che Unterschiede, die sich dann in der späteren Sch ullaufbahn durchziehen. Während zum
Schuljahr 2014/15 fast 56% der Schülerinnen und Schüler mit deutscher Staatsangehörigkeit
in der Stadt Münster von der Grundschule auf ein Gymnasium wechselten, waren es bei aus-
ländischen Schülerinnen und Schülern fast 31%. Stat tdessen wechselten 16,4% der auslän-
dischen Schülerinnen und Schüler auf die Hauptschul e, während es bei deutschen Schüle-
rinnen und Schülern 3,4% waren. Bei den Realschulen ist mit rund 23% der ausländischen
und runden 21% der deutschen Schülerinnen und Schül er das Verhältnis dagegen relativ
ausgewogen. Auf Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler unabhängig von der Grund-
schulempfehlung aufgenommen werden und die mehrere Abschlussoptionen bieten, wech-
seln nur sehr wenige Schülerinnen und Schülern mit ausländischer Staatsangehörigkeit (Ge-
samtschule unter 1%). Anders sah es dagegen bei der neuen PRIMUS-Schule und mit Ab-
strichen bei der neuen Sekundarschule aus. Hier war der Anteil der ausländischen Schüle-
rinnen und Schüler, die an diese Schule wechselten, deutlich höher als bei Deutschen. Aller-
dings sind die Schülerinnen- und Schülerzahlen hier insgesamt noch sehr gering. Die Se-
kundarschule befindet sich noch im Aufbau und hatte im Schuljahr 2014/2015 insgesamt nur
239 Schülerinnen und Schüler, das Gymnasium im Vergleich dazu 12.264. Seit dem 2. Halb-
jahr 2014/2015 wird die Neukonzeption zur Beschulung von neu zugewanderten Kindern und
Jugendlichen umgesetzt, so dass eine Verschiebung z ugunsten „höherer“ Schulformen zu
erwarten ist.
Tabelle 24: Übergang von Schülerinnen und Schülern von Grundschulen auf weiter-
führende Schulen in der Stadt Münster zum Schuljahr 2014/15
Anteil insgesamt Anteil bei deutschen
Staatsangehörigen
Anteil bei ausländischen
Staatsangehörigen
Hauptschulen 4,1% 3,4% 16,4%
Realschulen 21,7% 21,6% 23,3%
PRIMUS-SCHULE 2,9% 1,9% 19,8%
Sekundarschule 2,9% 2,5% 8,6%
Gymnasien 55,0% 56,3% 31,0%
Gesamtschulen 13,4% 14,1% 0,9%
Insgesamt 100,0% 100,0% 100,0%
Quelle: IT.NRW
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 39
3.3.7 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER MIT ZUWANDERUNGSGESC HICHTE
AN WEITERFÜHRENDEN SCHULEN
Die Verteilung von Schülerinnen und Schülern mit Zu wanderungsgeschichte auf weiterfüh-
rende Schulen in der Stadt Münster unterscheidet sich deutlich vo n Schülerinnen und Schü-
lern ohne Zuwanderungsgeschichte. So ist zwar inzwi schen das Gymnasium sowohl für
Schülerinnen und Schüler mit als auch ohne Zuwander ungsgeschichte die wichtigste weiter-
führende Schulform in der Stadt Münster geworden, d ennoch bestehen hier noch bedeutsa-
me Unterschiede. Der Anteil der Schülerinnen und Sc hüler ohne Zuwanderungsgeschichte,
die ein Gymnasium besuchten, lag bei knapp 66%, wäh rend er sich bei Schülerinnen und
Schülern mit Zuwanderungsgeschichte auf rund 43% be lief. Noch deutlicher sind die Unter-
schiede beim Hauptschulbesuch. Hier beträgt der Ant eil der Hauptschülerinnen und Haupt-
schüler mit Zuwanderungsgeschichte knapp 20%, währe nd er bei Schülerinnen und Schü-
lern ohne Zuwanderungsgeschichte bei etwas über 5% liegt (vgl. Tab. 25). Auch der Anteil
von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgesch ichte an der Realschule ist doppelt
so hoch wie bei Schülerinnen und Schülern ohne Zuwa nderungsgeschichte. Die Gesamt-
schule hat für Schülerinnen und Schüler mit Zuwande rungsgeschichte in der Stadt Münster
nur eine ganz geringe Bedeutung. Weniger als drei P rozent der Schülerinnen und Schüler
mit Zuwanderungsgeschichte haben sie als weiterführ ende Schule ausgewählt. Dass Se-
kundarschule und PRIMUS-Schule zurzeit ebenfalls re in quantitativ noch keine große Be-
deutung haben, liegt daran, dass beide Schulen erst im Aufbau begriffen sind.
Tabelle 25: Schülerinnen und Schüler an weiterführe nden Schulen nach Zuwande-
rungsgeschichte in der Stadt Münster im Schuljahr 2014/15
Schulform Insgesamt Anteil
davon
ohne Zu-
wande-
rungsge-
schichte
Anteil
davon
mit Zuwan-
derungs-
geschichte
Anteil
Hauptschule 1.614 8,0% 813 5,1% 801 19,6%
Realschule 3.875 19,3% 2.578 16,1% 1.297 31,7%
PRIMUS-Schule 121 0,6% 96 0,6% 25 0,6%
Sekundarschule 239 1,2% 133 0,8% 106 2,6%
Gesamtschule 1.988 9,9% 1.871 11,7% 117 2,9%
Gymnasium 12.264 61,0% 10.513 65,7% 1.751 42,7%
Summe 20.101 100,0% 16.004 100,0% 4.097 100,0%
Quelle: IT.NRW
Die nachstehende Tabelle zeigt, dass viele Schüleri nnen und Schüler mit Zuwanderungsge-
schichte an Hauptschulen eine ausländische Staatsan gehörigkeit besitzen. Interessant ist
zudem, dass die Verkehrssprache in Familien der Sch ülerinnen und Schüler mit Zuwande-
rungsgeschichte auf Gymnasien mehrheitlich Deutsch ist, während sie bei Hauptschülerin-
nen und Hauptschülern überwiegend nicht Deutsch ist (vgl. ebd.).
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 40
Tabelle 26: Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderun gsgeschichte an weiterführen-
den Schulen in der Stadt Münster nach ausgewählten Merkmalen im Schuljahr 2014/15
Insge-
samt 1
davon nicht in Deutsch-
land geboren (Fälle)2
mit Zuzug
davon mit nicht in
Deutschland gebo-
renem/ geborenen
Elternteil(en) (Fälle)2
davon mit
nicht-
deutscher
Verkehrs-
sprache
in der
Familie
(Fälle)2
davon
ausländi-
sche
Schülerin-
nen und
Schüler in
dieser
Schulform
vor
der
Ein-
schu-
lung
während
der
Grund-
schul-
zeit
nach
der
Grund-
schul-
zeit
ein
Eltern-
teil
beide El-
ternteile
Hauptschule 100,0% 19,2% 28,6% 3,6% 19,7% 79,5% 76,9% 61,2%
Realschule 100,0% 34,5% 2,3% 0,8% 24,1% 72,6% 52,2% 21,2%
Gymnasium 100,0% 21,2% 4,2% 2,3% 34,3% 63,3% 37,1% 17,8%
1) Jede(r) Schüler/-in wird nur einmal gezählt; 2) Für eine(n) Schüler/-in können gleichzeitig mehrere der aufgeführten „davon“-
Kategorien zutreffen.
Quelle: IT.NRW
Die Anteile von Schülerinnen und Schülern mit Zuwan derungsgeschichte an den verschie-
denen Schulformen in der Stadt Münster sind insgesamt an Hauptschulen am höchsten. Hier
beträgt er mittlerweile fast 50%. Am Gymnasium lieg t der Anteil unter 15%, ist aber in den
letzten Jahren etwas angestiegen. Positiv ist zu vermerken, dass der Anteil von Schülerinnen
und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte an Fördersc hulen in den letzten Jahren gesun-
ken ist (vgl. Abb. 9).
Abbildung 9: Anteile von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte an
den verschiedenen Schulformen in der Stadt Münster in den Schuljahren 2012/13 bis
2014/15 (in %)
Quelle: IT.NRW
29,5
33,5
21,2
32,1
0,0
39,8
3,2
10,3
30,3
45,6
20,5
34,3
0,0
39,5
4,7
12,9
31,8
49,6
19,9
33,5
20,7
44,4
5,9
14,3
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
Grundschule
Hauptschule
Förderschule
Realschule
PRIMUS-Schule
Sekundarschule
Gesamtschule
Gymnasium
2012/13 2013/14 2014/15
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 41
3.3.8 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER MIT ZUWANDERUNGSGESC HICHTE
AN FÖRDERSCHULEN
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Förderschulen in der Stadt Münster besuchen, ist
in den letzten Jahren insgesamt deutlich zurückgega ngen. Besuchten noch im Jahr 2012
mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler diese Schul form, so lag die Zahl der Schülerinnen
und Schüler im Jahr 2015 nur noch bei 1.858, also r und 10% weniger. Die Anzahl der Schü-
lerinnen und Schüler mit ausländischer Staatsangehö rigkeit sank sogar unter 20%. Aller-
dings ist die Wahrscheinlichkeit für ausländische S chülerinnen und Schüler in Münster an
einer Förderschule beschult zu werden, deutlich höh er als in vergleichbaren NRW-
Kommunen. Der sog. „Relative Risiko-Index“ 31 (RRI) ist bezogen auf bestimmte Herkunfts-
länder (wie Albanien, Serbien, Libanon = 5,6 Mal höher) statistisch auffällig.
Tabelle 27: Entwicklung der Zahl der Schülerinnen u nd Schüler auf Förderschulen in
der Stadt Münster nach Staatsangehörigkeit in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15
insgesamt davon mit ausländischer
Staatsangehörigkeit Anteil
2012/13 2.073 268 12,9%
2013/14 1.951 215 11,0%
2014/15 1.858 209 11,2%
Quelle: IT.NRW
Die meisten Schülerinnen und Schüler besuchen eine Förderschule mit dem Förderschwer-
punkt „Lernen“, gefolgt vom Förderschwerpunkt „Hören und Kommunikation“ sowie „Spra-
che“. Bei Schülerinnen und Schülern mit ausländisch er Staatsangehörigkeit ist auffallend,
dass viele eine Schule mit dem Förderschwerpunkt „E motionale und soziale Entwicklung“
besuchen. Der Anteil ist hier doppelt so hoch wie b ei Schülerinnen und Schülern mit deut-
scher Staatsangehörigkeit. Dass im Schuljahr 2014/1 5 zudem eine Häufung beim Schwer-
punkt „Sehen“ feststellbar ist, könnte eine einmalige Ausnahme darstellen.
Tabelle 28: Schülerinnen und Schüler an Förderschul en in der Stadt Münster nach
Staatsangehörigkeit und Förderschwerpunkt in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15*
Förder-schwer-
punkt
2012/2013 2013/2014 2014/2015
Gesamt
davon
ausländisch
Anteil
Gesamt
davon
ausländisch
Anteil
Gesamt
davon
ausländisch
Anteil
Lernen 519 133 25,6% 459 111 24,2% 389 87 22,4%
Emotionale und
soziale Entwicklung 154 23 14,9% 135 18 13,3% 128 16 12,5%
31 Der sogenannte „Relative Risikoindex“ (RRI), mit dem die Über- bzw. Unterrepräsentation einzelner Gruppen von Schüler/-
innen auf Förderschulen errechnet und dargestellt werden kann, errechnet sich als Quotient zweier Prozentzahlen (Anteile von
nichtdeutschen Förderschüler/-innen geteilt durch den Anteil deutscher Förderschüler/-innen). Werte größer als 1 bedeuten eine
Überrepräsentation nichtdeutscher Schüler/-innen, Werte kleiner als 1 bedeuten hingegen eine Unterrepräsentation dieser
Schülergruppe. Er ist regional stark unterschiedlich ausgeprägt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 42
Sprache 312 10 3,2% 318 10 3,1% 299 5 1,7%
Sehen 129 6 4,7% 109 5 4,6% 103 34 33,0%
Hören/ Kommuni-
kation 344 67 19,5% 337 15 4,5% 350 25 7,10%
Körperliche u. mo-
torische Entwick-
lung
265 20 7,5% 264 19 7,2% 267 25 9,4%
Geistige Entwick-
lung 182 24 13,2% 176 21 11,9% 176 23 13,1%
Schule für Kranke 176 14 8,0% 152 11 7,2% 151 11 7,3%
* ohne Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht.
Quelle: Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster
Abbildung 10: Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an Förderschulen
in der Stadt Münster
*ohne Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht
Datenquelle: Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster
0,0%
5,0%
10,0%
15,0%
20,0%
25,0%
30,0%
35,0%
2012/2013 2013/20142014/2015
Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler
an Förderschulen in der Stadt Münster*
Lernen
Emotionale und soziale
Entwicklung
Sehen
Hören und Kommunikation
Körperliche und motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Helen-Keller-Schule
Gesamt
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 43
3.3.9 SCHULABSCHLÜSSE VON SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN MIT ZU-
WANDERUNGSGESCHICHTE
Die Überrepräsentation in den „unteren" Schulformen bzw. Unterrepräsentation in den „höhe-
ren“ Schulformen, spiegelt sich bei den Schulabschlüssen wider: Deutlich mehr Schülerinnen
und Schüler mit ausländischer Staatsangehörigkeit v erlassen die Schule ohne Abschluss,
während gleichzeitig deutlich weniger die Hochschul reife erreichen (vgl. Tab. 29). Daten zur
Zuwanderungsgeschichte liegen hier bislang nicht vo r. Insgesamt erreichten im Jahr 2014
die meisten ausländischen Schulabgängerinnen und Sc hulabgänger die Fachoberschulreife
(36,6%), gefolgt vom Hauptschulabschluss (30,7%). 1 6% verließen die Schule ohne Haupt-
schulabschluss und knapp 14% mit der allgemeinen Hochschulreife.
Tabelle 29: Ausländische Schulabgängerinnen und Sch ulabgänger von allgemeinbil-
denden Schulen in der Stadt Münster 2014
ohne
Haupt-
schul-
ab-
schluss
mit
Haupt-
schul-
ab-
schluss
mit
Fach-
ober-
schul-
reife
mit
Fach-
hoch-
schul-
reife
mit
Hoch-
schul-
reife
insge-
samt
insgesamt 164 441 1.007 98 1.799 3.509
- davon ausländisch 38 73 87 7 33 238
- Anteil ausländischer Staats-
angehöriger an der
Abschlussart 23,2% 16,6% 8,6% 7,1% 1,8% 6,8%
- Anteil der Abschlussart an
allen Abschlüssen ausländi-
scher Staatsangehöriger 16,0% 30,7% 36,6% 2,9% 13,9% 100,0%
Quelle: IT.NRW
Abbildung 11: Schulabgängerinnen und -abgänger von allgemeinbildenden Schulen in
der Stadt Münster mit Hochschulreife und ohne Haupt schulabschluss nach Staatsan-
gehörigkeit in den Schuljahren 2011/12 bis 2013/14 (in %)
Quelle: IT.NRW
49,6
16,1
3,6
15,4
61,4
21,3
2,7
20,1
53,9
14,1
3,9
15,8
0
10
20
30
40
50
60
70
Deutsche
SchulabgängerInnen
mit Hochschulreife
Ausländische
SchulabgängerInnen
mit Hochschulreife
Deutsche
SchulabgängerInnen
ohne
Hauptschulabschluss
Ausländische
SchulabgängerInnen
ohne
Hauptschulabschluss
2011/12 2012/13 2013/14
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 44
3.3.10 NEU ZUGEWANDERTE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER OH NE DEUT-
SCHE SPRACHKENNTNISSE
Eine wachsende Herausforderung für die Schulen in d er Stadt Münster stellen die neu zu-
gewanderten Schülerinnen und Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse dar. Zum Stichtag
01. März 2015 waren dies stadtweit 717 Schülerinnen und Schüler. 302 davon besuchten
eine Grundschule und 415 Schülerinnen und Schüler e ine weiterführende Schule. Von den
Grundschülerinnen und -schülern gingen dabei nahezu alle (290) in den Regelunterricht,
wobei sie darüber hinaus individuell in der deutsch en Sprache gefördert wurden. Nur ein
kleiner Teil der Schülerinnen und Schüler (12) besuchte eine sogenannte Vorbereitungsklas-
se, deren Schwerpunkt in der Vermittlung der deutschen Sprache liegt. Von den 415 Schüle-
rinnen und Schülern, die eine weiterführende Schule besuchten, wurde dagegen der Großteil
(322) in Vorbereitungsklassen (insgesamt 22) unterr ichtet, während die übrigen 93 Schüle-
rinnen und Schüler in den Regelunterricht mit zusät zlicher Förderung in deutscher Sprache
integriert wurden. Die nachfolgende Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung auf alle
Schulformen in der Stadt Münster.
Abbildung 12: Verteilung von Schülerinnen und Schül ern ohne deutsche Sprach-
kenntnisse auf die verschiedenen Schulformen in der Stadt Münster am 01.03.2015
Quelle: Datenquelle IT. NRW
Der Rat der Stadt Münster hat sich mit dem Beschlus s vom Dezember 2014 (vgl.
V/0697/2014) für die Neukonzeption der Beschulung v on neu zugewanderten Kindern und
Jugendlichen in Regelschulen ausgesprochen und das Amt für Schule und Weiterbildung mit
der Umsetzung beauftragt. Mit der Vorlage V/0759/2015 befürwortete der Rat auch den Aus-
bau und die Weiterentwicklung dieser Konzeption. Di e Stadt Münster verfügt dadurch über
ein modernes Konzept, welches die Integration der K inder und Jugendlichen in das Bil-
dungssystem nachhaltig unterstützt.
Grundschulen
42%
Hauptschulen
39%
Realschulen
2%
Sekundarschulen
1%
Förderschulen
1%
Gymnasien
9%
Berufskollegs
6%
Gesamtschulen
0%
Weiterbildungskollegs
0%
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 45
Das Amt für Schule und Weiterbildung steuert den In tegrationsprozess durch zahlreiche Un-
terstützungsangebote. So besuchen für eine potenzialorientierte Eingliederung ins Schulsys-
tem alle neu zugewanderten Schulpflichtigen zunächst die Anlauf-, Beratungs- und Clearing-
stelle/Bildungsberatung des Amtes für Schule und We iterbildung. Erfahrene Bildungsberate-
rinnen stellen mit Unterstützung geschulter Dolmets cherinnen und Dolmetschern bzw.
Sprach- und Kulturmittlerinnen eine möglichst treff ende Prognose für die geeignete Schul-
form. Dies strukturiert gleichzeitig auch den Zuwei sungsprozess im Sinne der Schulen.
Mobile Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sind als Fallscouts an Grund- und weiter-
führenden Schulen in Münster ressort- und ämterüber greifend im Einsatz. Sie unterstützen
die zugewanderten Eltern, Ihre Kinder, sowie die Lehrkräfte an Schulen.
Zudem werden „MitSprache-Intensiv-Kurse“ für verschiedene Alters- und Zielgruppen als Teil
eines additiven Sprachförderkonzepts für verschiede ne Alters- und Zielgruppen kostenlos
angeboten.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung „Bil dungsplanung/-beratung, Schulsozialpä-
dagogik“ beteiligen sich außerdem regelmäßig als Vortragende an Fortbildungsveranstaltun-
gen für Lehrkräfte und Studierende zum Thema der potenzialorientierten Beschulung.
Aufgrund der Umsetzung des Konzeptes sind bereits a b Juni 2015 Veränderungen und
Trends in der Beschulung von zugewanderten Kindern erkennbar geworden. Eine Evaluation
erfolgt im Sommer 2016. Mit diesem Konzept wurde di e Stadt Münster zu einer Beispiel-
kommune in NRW und überregional.
Um den wachsenden Herausforderungen bei der Integra tion von Neuzugewanderten in Zu-
kunft besser gewachsen zu sein, bietet das Kommunal e Integrationszentrum Münster (KI)
zusammen mit dem Kompetenzteam Münster
seit dem 2. Halbjahr 2014/15 eine berufsbe-
gleitende Schulungsreihe „Unterricht für neuzugewan derte Kinder“ an, die sich speziell an
Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer und weit ere pädagogische Fachkräfte in der
offenen Ganztagsschule richtet. An der Schulungsrei he haben mittlerweile 26 Personen teil-
genommen, darunter 9 Fachkräfte aus dem (sozial-)pädagogischen Bereich und 16 Lehrkräf-
te.
3.3.11 HERKUNFTSSPRACHLICHER UNTERRICHT
Eine wichtige Rolle bei der Sprachentwicklung spiel t nach wie vor die Pflege der Herkunft-
sprachen der Schülerinnen und Schüler mit Migration svorgeschichte. Daher wird an vielen
Schulen in der Stadt Münster herkunftssprachlicher Unterricht (HSU) angeboten. Ziel dieses
Unterrichts ist es, die Heimatsprache und -schrift der Schülerinnen und Schüler zu erhalten
und zu erweitern sowie wichtige Aspekte ihres Herkunftslands zu vermitteln (Landeskunde).
Der Unterricht wird zumeist von ausgebildeten Lehrk räften erteilt. Der herkunftssprachliche
Unterricht wird in der Stadt Münster zurzeit an 10 Schulen und in 13 Sprachen angeboten.
Im Schuljahr 2014/2015 nahmen insgesamt 994 Schüler innen und Schüler dieses Angebot
wahr. Im Vergleich zu den Vorgängerjahren haben dam it das Angebot und die Zahl der Teil-
nehmenden insgesamt zugenommen. Im Jahr 2011 waren es noch 7 Schulen und 11 Spra-
chen bei insgesamt 982 Teilnehmenden. Als neue Spra chen sind Albanisch und Kurdisch
und als Schulen die Geschwister-Scholl-Realschule, die Clemensschule Hiltrup und das
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hinzugekommen.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 46
Der herkunftssprachliche Unterricht findet sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstu-
fe unabhängig von der besuchten Schulform statt. Da bei kann er unter Umständen eine
Pflichtfremdsprache ersetzen. Dann wird die Herkunf tssprache ganz normal als Fremdspra-
che im Zeugnis aufgeführt. Ansonsten werden die Lei stungen im Zeugnis unter der Rubrik
„Bemerkungen“ eingetragen. Alle Schülerinnen und Sc hüler müssen am Ende der Sekun-
darstufe I eine Sprachprüfung ablegen, deren Niveau sich an dem angestrebten Abschluss
ihres Bildungsgangs orientiert. Die Teilnahme an dieser Sprachprüfung ist verbindlich.
Tabelle 30: Anzahl der am herkunftssprachlichen Unt erricht teilnehmenden Schülerin-
nen und Schüler in der Stadt Münster nach Stammschule und unterrichteten Sprachen
in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15
Schule Unterrichtete Sprachen 2012/13 2013/14 2014/15
Geschwister-Scholl-Realschule Albanisch - 22 20
Hauptschule Wolbeck Arabisch 140 165 145
Martinischule Italienisch 51 67 58
Kroatisch/Bosnisch/Serbisch 37 - -
Clemensschule Hiltrup Kurdisch - 35 23
Gymnasium Paulinum Griechisch 38 43 52
Hauptschule Coerde Portugiesisch 189 167 172
Polnisch 136 142 144
Waldschule Kinderhaus Russisch 133 140 148
Overbergschule Spanisch 105 15 99
Geistschule Türkisch 115 94 111
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Kroatisch/Bosnisch/Serbisch - - 22
Insgesamt: 10 Schulen 13 Sprachen 944 890 994
Quelle: Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 47
3.3.12 SPRACHFÖRDERANGEBOTE DER VOLKSHOCHSCHULE
Eine wichtige Rolle in der Sprachförderung spielt a uch das Angebot der Volkshochschule
Münster. Seit 2004 wird hier das ergänzende Sprachf örderangebot „Club D“ angeboten, das
sich an Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsge schichte ohne oder nur mit geringen
Deutschkenntnissen richtet. Speziell sog. Schulseit eneinsteigerinnen und -seiteneinsteiger
sollen von diesem Angebot profitieren. In der Regel werden hierbei zunächst einfache
Sprachniveaus (Stufen A1 bis B1 des europäischen Re ferenzrahmens für Sprache) ange-
strebt. Pro Schulhalbjahr bietet die VHS 6 bis 7 Ku rse an, die sich auf unterschiedliche
Sprachniveaus und Altersgruppen beziehen. Im Schulj ahr 2014/2015 wurde mit der Einrich-
tung zweier zusätzlicher Gruppen für sog. Null-Anfä nger auf den wachsenden Bedarf rea-
giert. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist in diesem Jahr sprunghaft von 94 auf
175 angestiegen. Alle Teilnehmenden erhalten bei re gelmäßiger Teilnahme einen positiven
Vermerk auf ihrem Schulzeugnis.
Tabelle 31: Anzahl der Kurse und angemeldete Teilne hmerinnen und Teilnehmer im
ergänzenden Sprachförderangebot „Club D“ der Volksh ochschule Münster in den
Studienjahren 2011/12-2014/15
Studienjahr Anzahl der Kurse Angemeldete
Teilnehmende Bemerkungen
2011/12 6 107 Jahreskurse
2012/13 7 90 Jahreskurse
2013/14 6 94 Jahreskurse
2014/15 14 175 Stand 30.04.2015*
* Zum Studienjahr 2014/15 Umstellung von Jahres- auf Semesterkurse
Quelle: Volkshochschule der Stadt Münster
Im Bereich „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ bietet die VHS ein weite-
res wichtiges Angebot für zuwandernde Menschen in d er Stadt Münster an. Das Angebot
reicht insofern weiter als das des „Club D“, als dass hierüber auch höhere Sprachstufen er-
reicht werden können (Stufen A1-C2 des Europäischen Referenzrahmens für Sprache). Die
Kurse sind systematisch aufeinander aufgebaut und d as Angebot gliedert sich in Grundstu-
fen-, Mittelstufen- und Oberstufenkurse. Die Kurse laufen sowohl vormittags als auch
abends. Da die VHS als akkreditiertes Prüfungszentr um des Goethe-Instituts und des
Sprachtestanbieters „The European Language Certific ates“ (telc) anerkannt wurde, können
hier auch Zertifikate erworben werden, die internat ional anerkannt sind und vielfach als Vo-
raussetzung für Einbürgerung, Ausbildung, Beruf ode r Studium verlangt werden. Wie die
nachfolgende Tabelle zeigt, ist auch die Zahl der A nmeldungen in den letzten Jahren stetig
gestiegen.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 48
Tabelle 32: Anzahl der Kurse und angemeldete Teilne hmerinnen und Teilnehmer im
Bereich „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweit sprache“ der Volkshochschule
Münster in den Studienjahren 2012/13-2014/15
Studienjahr Anzahl der Kurse Angemeldete
Teilnehmende Bemerkungen
2012/13 130 2.644 Jahreskurse
2013/14 138 3.104 Jahreskurse
2014/15 130 1.968 32 bis 05.05.2015
Quelle: Volkshochschule der Stadt Münster
3.4 ARBEIT UND WIRTSCHAFT
Leitziel
„Wir wollen die Potentiale von Menschen mit Migrationsvorgeschichte besser erkennen, indi-
viduell fördern und für ihre berufliche Entwicklung nutzbar machen.“
Die Teilhabe von Menschen mit Migrationsvorgeschich te am Arbeitsmarkt ist aus integrati-
onspolitischer Sicht von zentraler Bedeutung. Sie e rmöglicht eine selbstbestimmte Gestal-
tung des eigenen Lebens und fördert die Teilhabe an der Gesellschaft. Eine erfolgreiche
Partizipation am Arbeitsmarkt ist nicht nur unter i ntegrationspolitischen Gesichtspunkten
wichtig. Angesichts der Alterung der Gesellschaft i nfolge des demographischen Wandels ist
es aus Sicht der heimischen Wirtschaft ebenso entscheidend, verstärkt Menschen mit Migra-
tionsvorgeschichte in die Produktionsprozesse einzu beziehen und die Partizipation dieser
Gruppe zu erhöhen.
Im Folgenden wird zunächst die allgemeine Erwerbsbe teiligung von Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte in der Stadt Münster aufgezeigt, w elcher Art der Erwerbsbeteiligung sie
nachgehen, welche Stellung im Beruf sie haben und auch welches Einkommen sie durch die
Erwerbsarbeit erzielen (Punkt 3.4.1). Anschließend folgen die Arbeitslosenstatistik und eine
Analyse der sozio-ökonomischen Merkmale von Leistungsbezieherinnen und -beziehern des
Jobcenters Münster (3.4.2). Den Abschluss bildet ei n kurzes Schlaglicht auf die Situation
migrantischer Unternehmen in der Stadt Münster (3.4.3).
Die für diesen Bericht zur Verfügung gestellten Arb eitsmarktdaten nehmen dabei – anders
als noch im ersten Monitoring 2012 – vermehrt Bezug auf das Merkmal des Migrationshin-
tergrundes (Mikrozensus/IT.NRW) bzw. der Migrations vorgeschichte (Jobcenter Münster).
Weiterhin erfolgt die Erfassung in der offiziellen Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für
Arbeit nach dem Kriterium „deutsch/ausländisch“.
32 Davon waren 1.151 männlich und 810 weiblich. Bei sieben Personen wurde das Geschlecht nicht erfasst.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 49
3.4.1 BETEILIGUNG AM ERWERBSLEBEN
Von den im Jahr 2014 rund 300.000 in der Stadt Müns ter lebenden Menschen zählten rund
164.000 zur Gruppe der Erwerbspersonen, d.h. gingen als abhängig Beschäftigte, Selbstän-
dige oder mithelfende Familienangehörige einer Arbe it nach oder waren als arbeitssuchend
gemeldet. Etwa 30.000 hiervon (also rund 18%) hatte n einen Migrationshintergrund. Damit
ist der Anteil der Erwerbspersonen mit Migrationshi ntergrund im Vergleich etwas niedriger
als in der Gesamtbevölkerung, was aber auch mit der jüngeren Altersstruktur der Bevölke-
rung mit Migrationsvorgeschichte insgesamt zusammen hängt, d.h. viele von ihnen gehen
noch zur Schule (vgl. oben Punkt 2.3). Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die Zahl und der
Anteil der Erwerbspersonen mit Migrationshintergrun d leicht zurückgegangen (vgl. Tab. 33).
Damals lag der Anteil der Erwerbspersonen mit Migra tionshintergrund bei rund 20% und die
Zahl bei etwas über 32.000. Der Anteil der Erwerbst ätigen, also ohne Arbeitssuchende, ist
mit 17,4% noch etwas niedriger (knapp 28.000). Fast die Hälfte (48,5%) der erwerbstätigen
Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat eine ausl ändische Staatsangehörigkeit. Davon
wiederum ist knapp die Hälfte Frauen (vgl. Tab. 34).
Tabelle 33: Bevölkerung der Stadt Münster nach Bete iligung am Erwerbsleben und
Migrationshintergrund 2011 und 2014
2011 2014
Erwerbspersonen 162.170 165.000
davon mit Migrationshintergrund 32.480 30.000
Anteil 20,0% 18,2%
Erwerbstätige 154.020 158.000
davon mit Migrationshintergrund 29.630 28.000
Anteil 19,2% 17,4%
Quelle: ZENSUS 2011; Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Tabelle 34: Erwerbstätige in der Stadt Münster nach Migrationshintergrund und
Staatsangehörigkeit 2014
Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
gesamt davon Frauen gesamt davon Frauen
Erwerbstätige 132.029 47,7% 27.738 49,4% (13.702)
darunter Ausländer/-innen 0 0 13.447 45,8% (6.165)
Anteil Ausländer/-innen 0,0% 0,0% 48,5% 45,0%
Kursiv = Aussagewert eingeschränkt, da der Wert Fehler aufweisen kann.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Unter der erwerbstätigen Bevölkerung mit Migrations hintergrund arbeiten in der Stadt Müns-
ter knapp 18% im produzierenden Gewerbe, 32% im Han del, Gastgewerbe und Verkehr und
50% in sonstigen Dienstleistungsgewerben (vgl. Tab. 35). Davon arbeiten über 60% als An-
gestellte und über 21% als Arbeiterinnen und Arbeit er. Im Vergleich zur erwerbstätigen Be-
völkerung ohne Migrationshintergrund fällt auf, das s der Anteil der im produzierenden Ge-
werbe sowie im Handel, Gastgewerbe und Verkehr arbeitenden Menschen mit Migrationshin-
tergrund deutlich höher ist, wohingegen Menschen oh ne Migrationshintergrund vor allem in
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 50
sonstigen Dienstleistungsberufen (ohne Handel, Gast gewerbe und Verkehr) arbeiten, inzwi-
schen zu fast zwei Dritteln.
Aus den Daten des Mikrozensus 2014 gibt es keine In formationen dazu, um welche Dienst-
leistungsberufe es sich hierbei handelt (Kredit- un d Versicherungsgewerbe, öffentliche Ver-
waltung oder Unternehmen). Diese Informationen stehen lediglich für Menschen ohne Migra-
tionshintergrund zur Verfügung. Auch lässt sich aus den Daten des Mikrozensus nicht er-
kennen, wie viele Menschen mit Migrationshintergrun d in der Stadt Münster selbstständig
sind,
33 sich in der Ausbildung befinden oder als Beamte ar beiten. Lediglich durch die ZEN-
SUS-Befragung 2011 ist bekannt, dass im Jahr 2011 m ehr als 2.500 Menschen mit Migrati-
onshintergrund als Selbständige ohne Beschäftigte g earbeitet haben (vgl. Tab. 37). Damals
entsprach das 8,5% aller Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund in Münster.
Tabelle 35: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Wirtschaftsberei-
chen bzw. -abschnitten und Migrationshintergrund 2014
Bevölkerung
ohne Migrationshinter-
grund
Bevölkerung
mit Migrationshinter-
grund
insg. Frauenan-
teil insg. Frauenan-
teil
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei / / - -
Produzierendes Gewerbe 12,1% / 17,9% /
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 22,7% 43,3% 32,1% /
Sonstige Dienstleistungen 64,4% 52,9% 50,0% 64,3%
- davon im Kredit- und Versicherungsgewerbe 6,9% 42,2% / /
- davon in Dienstleistungen für Unternehmen 20,3% 36,1% / /
- davon in der öffentlichen Verwaltung u. ä. 13,9% 49,5% / /
- davon in öffentl. u. privaten Dienstleistungen 58,8% 60,9% 69,8% 67,8%
- = nichts vorhanden (genau null), / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Tabelle 36: Stellung im Beruf der Erwerbstätigen in der Stadt Münster nach Migrati-
onshintergrund 2014
Bevölkerung
ohne Migrationshinter-
grund
Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
gesamt Frauenanteil gesamt Frauenanteil
Selbstständige (einschl. Mithelfender) 12,1% 31,3% / /
Beamte, Zeit- und Berufssoldaten 9,1% 50,0% / /
Angestellte 71,2% 53,2% 60,7% 58,8%
Arbeiterinnen und -arbeiter 5,3% / 21,4% /
Auszubildende / / / /
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
33 Zudem werden auch keine Zahlen für Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft bzw. Fischerei angegeben, was an der zu
kleinen Fallzahl in der Stadt Münster liegt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 51
Tabelle 37: Stellung im Beruf der Erwerbstätigen in der Stadt Münster nach Migrati-
onshintergrund 2011
Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
Anzahl Anzahl Anteil
Angestellte/Arbeiter/-innen 93.060 25.240 85,2%
Beamt/-inn/en 13.000 / /
Selbstständige mit Beschäftigten 7.240 / /
Selbstständige ohne Beschäftigte 9.880 2.510 8,5%
Mithelfende Familienangehörige / / /
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: ZENSUS 2011
Ungefähr 60% der erwerbstätigen Personen mit Migrat ionshintergrund sind vollzeitbeschäf-
tigt, ca. 40% teilzeitbeschäftigt. Dabei sind fast drei Viertel aller Teilzeitbeschäftigten Frauen,
unter den Vollzeitbeschäftigten sind es nur 35% (vg l. Tab. 38). Im Vergleich zur erwerbstäti-
gen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist die Erwerbsbeteiligung insgesamt etwas
geringer, insbesondere bei Frauen. Insgesamt haben drei Viertel aller erwerbstätigen Perso-
nen mit Migrationshintergrund ein unbefristetes Bes chäftigungsverhältnis, ein Viertel ein be-
fristetes. Unter der erwerbstätigen Bevölkerung ohn e Migrationshintergrund ist das Verhält-
nis rund 80% zu 20% (vgl. Tab. 39).
Tabelle 38: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Vollzeit- und Teilbe-
schäftigung und Migrationshintergrund 2014
Erwerbstätige Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
Erwerbstätige Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
gesamt Frauenanteil gesamt Frauenanteil
vollzeitbeschäftigt 69,7% 40,2% 60,7% 35,3%
teilzeitbeschäftigt 30,3% 65,0% 39,3% 72,7%
Kursiv = Aussagewert eingeschränkt, da der Wert Fehler aufweisen kann, / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Tabelle 39: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Befristung des Be-
schäftigungsverhältnisses und Migrationshintergrund 2014
Erwerbstätige Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
Erwerbstätige Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
gesamt Frauenanteil gesamt Frauenanteil
unbefristet 72,0% 50,5% 75,0% 55,6%
befristet 15,9% 47,6% 25,0% /
Kursiv = Aussagewert eingeschränkt, da der Wert Fehler aufweisen kann, / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
Daten in Bezug auf die Sozialversicherungspflicht l iegen nicht im Hinblick auf den Migrati-
onshintergrund, sondern nur auf die Staatsangehörig keit vor. Im Dezember 2014 waren von
den insgesamt 156.144 in der Stadt Münster sozialve rsicherungspflichtig Beschäftigten
9.713 Ausländerinnen und Ausländer. Dies entspricht einem Prozentsatz von 6,2%, mithin
etwas unter dem Anteil ausländischer Staatsangehöri ger an der Gesamtbevölkerung von
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 52
8,6%. Leicht überdurchschnittlich ist dagegen der Anteil ausländischer Staatsangehöriger bei
den geringfügig entlohnten Beschäftigten (GeB). Hie r liegt er bei 8,8%. Die Mehrheit der ge-
ringfügig entlohnten Beschäftigten geht ausschließl ich einer geringfügig entlohnten Beschäf-
tigung nach (vgl.Tab.40).
Abbildung 13: Sozialversicherungspflichtig Beschäft igte in der Stadt Münster (Ar-
beitsort) nach Staatsangehörigkeit 2010-2014 (Quartalszahlen)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Tabelle 40: Geringfügig entlohnte Beschäftigte (GeB ) in der Stadt Münster nach
Staatsangehörigkeit und anderen ausgewählten Merkmalen 2010-2014
2012 2013 2014
Insge-
samt
davon
aus-
schlie
ßlich
davon
im
Ne-
benjob
Insge-
samt
davon
aus-
schlie
ßlich
davon
im
Ne-
benjob
Insge-
samt
davon
aus-
schlie
ßlich
davon
im
Neben
ben-
job
Insgesamt 39.224 27.533 11.691 38.502 26.777 11.725 38.946 27.535 11.411
Anteil ausländische
Staatsangehörige 9,0% 8,9% 9,1% 9,0% 8,9% 9,1% 8,8% 8,8% 9,0%
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
In Bezug auf die Höhe des Einkommens können mit Bli ck auf den Migrationshintergrund nur
grobe Aussagen gemacht werden. Es liegen Daten des Mikrozensus 2014 vor; sie sind aber
aufgrund teilweise zu geringer Fallzahlen unvollstä ndig. Insgesamt kann man sagen, dass
Personen mit Migrationshintergrund durchschnittlich weniger verdienen als Personen ohne
Migrationshintergrund.
0
50.000
100.000
150.000
März 2010
Juni 2010
Sept. 2010
Dez. 2010
März 2011
Juni 2011
Sept. 2011
Dez. 2011
März 2012
Juni 2012
Sept. 2012
Dez. 2012
März 2013
Juni 2013
Sept. 2013
Dez. 2013
März 2014
Juni 2014
Sept. 2014
Dez. 2014
ausländische
Staatsangehörige
deutsche
Staatsangehörige
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 53
Tabelle 41: Bevölkerung in der Stadt Münster nach monatlichem Nettoeinkommen und
Migrationshintergrund 2014
Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund
Bevölkerung
mit Migrationshintergrund
insg. Frauenanteil insg. Frauenanteil
unter 700 Euro 15,1% 59,5% 23,5% 61,5%
700 bis unter 900 Euro 7,4% 61,1% 10,8% /
900 bis unter 1.100 Euro 7,4% 72,2% / /
1.100 bis unter 1.500 Euro 13,5% 60,6% 10,8% /
1.500 bis unter 2.000 Euro 14,3% 51,4% 9,0% /
2.000 bis unter 2.600 Euro 11,9% 44,8% / /
2.600 und mehr Euro 14,7% 30,6% / /
kein Einkommen/keine Angabe 16,0% 53,8% 30,7% 58,8%
Kursiv = Aussagewert eingeschränkt, da der Wert Fehler aufweisen kann, / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Quelle: Mikrozensus 2014 bereitgestellt durch IT.NRW
3.4.2 ARBEITSLOSIGKEIT
Im Jahr 2015 waren von den 165.000 Erwerbspersonen in der Stadt Münster 9.267 Men-
schen arbeitslos 34 gemeldet. Damit lag die Arbeitslosenquote in der S tadt Münster bei 5,6%.
In der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit werden keine Daten nach Migrati-
onshintergrund bzw. -vorgeschichte erhoben, sondern nur nach Staatsangehörigkeit. Daher
können Aussagen auch nur für inländische und auslän dische Arbeitslose in der Stadt Müns-
ter getroffen werden. Nach diesen Daten waren im Ja hresdurchschnitt 2015 20,5% aller Ar-
beitslosen in der Stadt Münster ausländisch. Damit lag der Anteil der Ausländerinnen und
Ausländer bei den Arbeitslosen (im Jahresdurchschni tt) mehr als doppelt so hoch als der an
der Gesamtbevölkerung in der Stadt Münster (vgl. Abb. 14). Insgesamt ist der Anteil der aus-
ländischen Arbeitslosen in den letzten Jahren steti g angestiegen, und zwar von 17,4% im
Jahr 2012 über 17,8% im Jahr 2013, 18,4% im Jahr 2014, im Jahr 2015 20%.
34 Arbeitslose sind Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine weniger als 15
Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung ausübe n, eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stun den wöchentlich
umfassende Beschäftigung suchen, den Vermittlungsbe mühungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zur Verfügung
stehen, also arbeitsfähig und -bereit sind, in der Bundesrepublik Deutschland wohnen, nicht jünger als 15 Jahre sind und die
Altersgrenze für den Renteneintritt noch nicht erre icht haben sowie sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem
Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 54
Abbildung 14: Entwicklung der Anteile einzelner Gru ppen an der Arbeitslosigkeit in
Münster
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Da das Jobcenter Münster seit 2012 im Rahmen seiner eigenen Befragungen von Kundin-
nen und Kunden regelmäßig das Merkmal „Migrationsvorgeschichte“ erfasst, können im Fol-
genden auch Aussagen über die Arbeitslosigkeit von Menschen mit und ohne Migrationsvor-
geschichte in der Stadt Münster gemacht werden.
35 Die nachfolgenden Daten beziehen sich
dabei auf eine Auswertung der Kundendaten vom Januar 2016, also einem Monat in dem die
Arbeitslosigkeit in der Regel auch höher ist als im Jahresdurchschnitt. Die Analyse umfasst
dabei die Kundendaten aller Leistungsbezieherinnen und -bezieher, die zum Stichtag der
Datenerhebung (14.01.2016) als Kunde bzw. Kundin im Jobcenter gemeldet waren. Im Fol-
genden wird insbesondere a) auf die Struktur der Ar beitslosen nach Migrationsvorgeschich-
te, b) die Schul- und Berufsabschlüsse, c) das erwi rtschaftete Einkommen und d) den Grad
der Behinderung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten eingegangen sowie e) auf weite-
re Strukturdaten von Leistungsbezieherinnen und -be ziehern, wie Leben in sog. Bedarfsge-
meinschaften, Altersstruktur, Erziehungssituation und Verteilung auf die Stadtbezirke.
a) Struktur der Arbeitslosen nach Migrationsvorgeschichte
Die Daten des Jobcenters Münster zeigen, dass über den hohen Anteil an ausländischen
Staatsangehörigen an allen Arbeitslosen auch Person en mit Migrationsvorgeschichte über-
proportional häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Wies die Arbeitslosenstatistik für die
Stadt Münster einen Ausländerinnen- und Ausländeran teil von etwas mehr als 20% (im Jah-
resdurchschnitt 2015) aus, so betrug der Anteil bei der Kundinnen- und Kundenbefragung
35 Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es s ich hierbei um eine Auswertung des eigenen Fallbest ands und nicht um
eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit handelt.
0,00%
10,00%
20,00%
30,00%
40,00%
50,00%
60,00%
70,00%
80,00%
2012 2013 2014 2015
Entwicklung der Anteile einzelner Gruppen an
der Arbeitslosigkeit in Münster
davon Männer
davon Frauen
davon Ausländerinnen und
Ausländer
davon unter 25 Jahre
davon 55 Jahre und älter
davon Langzeitarbeitslose
davon Arbeitslose im
Rechtskreis SGB III
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 55
des Jobcenters Münster im Januar 2015 rund 25%. Die ser höhere Wert ist mit der saisonal
bedingt höheren Arbeitslosigkeit im Winter zu erklä ren. Aus der Befragung wird aber auch
deutlich, dass von den restlichen 75% der deutschen Arbeitslosen ein Drittel eine Migrati-
onsvorgeschichte haben, Menschen mit einer Migratio nsvorgeschichte also insgesamt über-
proportional häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Insgesamt waren es bei der Befra-
gung des Jobcenters Münster im Januar 2016 rund 46% bei einem Anteil an der Gesamtbe-
völkerung von 22,6%.
Tabelle 42: Im Jobcenter Münster gemeldete Arbeitslose nach Migrationsvorgeschich-
te im Dezember 2015
Migrationsvorgeschichte Anteil
Deutsche ohne Migrationsvorgeschichte 54,0%
Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 21,0%
Ausländer 25,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Die Anteile von Leistungsbezieherinnen und -beziehe rn waren dabei sowohl bei Bezieherin-
nen und Bezieher mit als auch ohne Migrationsvorgeschichte nahezu gleich verteilt.
Tabelle 43: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerbsfähige Leistungsbezieherinnen
und -bezieher mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach Geschlecht im Dezember
2015
Geschlecht ohne
Migrationsvorgeschichte
mit
Migrationsvorgeschichte
weiblich 50,0% 52,0%
männlich 50,0% 48,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Betrachtet man die Leistungsberechtigten nach ihrer Erwerbsfähigkeit, so stellt man fest,
dass beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbere chtigte mit Migrationsvorgeschichte
deutlich weniger häufig erwerbsfähig sind als Leist ungsberechtigte ohne Migrationsvorge-
schichte.
Tabelle 44: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistu ngsbezieherinnen/-bezieher
nach Migrationsvorgeschichte und Erwerbsfähigkeit im Dezember 2015
Migrationsvorgeschichte erwerbsfähig 36 nicht
erwerbsfähig 37
Deutsche ohne Migrationsvorgeschichte 51% 35%
Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 22% 47%
Ausländerinnen und Ausländer 27% 18%
Summe 100,0% 100,0%
Quelle: Jobcenter Münster
36 Als erwerbsfähige Leistungsberechtigte gelten alle Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet und das Renteneintrittsalter
noch nicht erreicht haben, erwerbsfähig und nicht h ilfebedürftig i.S.d. SGB II sind sowie ihren gewöhn lichen Aufenthalt in der
Bundesrepublik Deutschland haben.
37 Alle Personen innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft, die noch nicht im erwerbsfähigen Alter sind (unter 15 Jahre), aufgrund
ihrer gesundheitlichen Leistungsfähigkeit oder evtl . rechtlicher Einschränkungen nicht in der Lage sin d, mindestens 3 Stunden
täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemei nen Arbeitsmarktes zu arbeiten, können als nicht er werbsfähige Leis-
tungsberechtigte einer Bedarfsgemeinschaft bei Hilfebedürftigkeit Leistungen erhalten.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 56
b) Schul- und Berufsabschlüsse
Aufschluss über die Gründe der Arbeitslosigkeit gib t die Betrachtung der Schul- und Berufs-
abschlüsse der Arbeitslosen. Hier zeigt sich, dass sowohl Arbeitslose mit als auch ohne Mig-
rationsvorgeschichte häufig über keinen Berufsabsch luss und/oder einen (höheren) Schul-
abschluss verfügen. Dies fällt insbesondere bei Arb eitslosen mit Migrationsvorgeschichte
auf, die deutlich häufiger über keinen Schulabschlu ss (vgl. Tab 45.) und/oder keine abge-
schlossene Berufsausbildung (vgl. Tab 45) verfügen als Arbeitslose ohne Migrationsvorge-
schichte.
38 Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit M igrationsvorgeschichte ver-
fügen z.B. rund 76% über keine abgeschlossene Beruf sausbildung. Dazu kommen noch
einmal 9%, die zwar über eine Berufsausbildung verf ügen, die allerdings auf dem deutschen
Arbeitsmarkt nicht anerkannt wird. Der Anteil der e rwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit
Migrationsvorgeschichte, die über keinen Schulabsch luss verfügen, ist mit 57% mehr als
doppelt so hoch wie bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ohne Migrationsvorgeschichte
(24%). Dennoch verfügen ähnlich viele erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit Migrations-
vorgeschichte (10%) über einen Schulabschluss der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) wie
erwerbsfähige Leistungsberechtigte ohne Migrationsvorgeschichte (12%).
Tabelle 45: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerb sfähige Leistungsberechtigte
mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach höchstem erworbenen Schulabschluss
im Dezember 2015
Schulabschluss ohne
Migrationsvorgeschichte
mit
Migrationsvorgeschichte
kein Schulabschluss 24,0% 57,0%
Abschluss der Förder-/Sonderschule 3,0% 1,0%
Hauptschulabschluss 30,0% 15,0%
Qualifizierter Hauptschulabschluss 3,0% 2,0%
Mittlere Reife 19,0% 10,0%
Ohne Fachhochschulreife 1,0% 1,0%
Fachhochschulreife 7,0% 3,0%
Allgemeine Hochschulreife (Abitur) 12,0% 10,0%
Ohne Fachhochschul-/Hochschulreife 1,0% 0,0%
Hochschulabschluss 1,0% 1,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Tabelle 46: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerb sfähige Leistungsberechtigte
mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach höchstem erworbenen Berufsabschluss
im Dezember 2015
Berufsabschluss ohne
Migrationsvorgeschichte
mit
Migrationsvorgeschichte
ohne abgeschlossene Berufsausbildung 56,0% 76,0%
Betriebliche / außerbetriebliche Ausbildung 34,0% 10,0%
Berufsfachschule 2,0% 1,0%
Fachschule 1,0% 0,0%
38 Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass einige erwerbsfähige Leistungsberechtigte aufgrund ihres Alters (über 15 Jährige)
noch über keinen Schul- oder Berufsabschluss verfügen können.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 57
Fachhochschule 2,0% 1,0%
Hochschulabschluss 5,0% 3,0%
in Deutschland nicht anerkannte Berufsaus-
bildung 0,0% 9,0%
Quelle: Jobcenter Münster
c) Erwirtschaftetes Einkommen von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
Im Hinblick auf das erwirtschaftete Einkommen von e rwerbsfähigen Leistungsberechtigten
mit und ohne Migrationsvorgeschichte bestehen nur g eringe Unterschiede. Der Anteil der
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ohne Migration svorgeschichte, der kein Einkommen
erzielt (73%), liegt nur geringfügig über dem Anteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
mit Migrationsvorgeschichte (69%), der kein Einkomm en erzielt. Auch die anderen Einkom-
mensklassen sind ähnlich besetzt (vgl. Tabelle 47).
Tabelle 47: Höhe des erwirtschafteten Einkommens vo n beim Jobcenter Münster ge-
meldeten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit und ohne Migrationsvorgeschich-
te im Dezember 2015
Einkommen ohne
Migrationsvorgeschichte
mit
Migrationsvorgeschichte
kein Einkommen 73,0% 69,0%
bis 450 Euro 14,0% 16,0%
über 450 bis 850 Euro 6,0% 6,0%
über 850 Euro 7,0% 9,0%
Quelle: Jobcenter Münster
d) Grad der Behinderung
Etwas anders verhält es sich bei der Betrachtung de s Grads der Behinderung.
39 Der Anteil
der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ohne Migra tionsvorgeschichte, die eine Behinde-
rung aufweisen, liegt mit 11% fast doppelt so hoch wie bei den erwerbsfähigen Leistungsbe-
rechtigten mit Migrationsvorgeschichte (6%). Ein Gr und für den geringeren Anteil der er-
werbsfähigen Leistungsberechtigten mit Migrationsvo rgeschichte mit Behinderung könnte
darin liegen, dass die Möglichkeit, sich eine Behin derteneigenschaft anerkennen zu lassen,
bei Menschen mit Migrationsvorgeschichte noch nicht so bekannt ist wie bei Menschen ohne
Migrationsvorgeschichte.
e) Weitere Strukturdaten von Leistungsbezieherinnen und -beziehern: Leben in sog. Be-
darfsgemeinschaften, Altersstruktur, Erziehungssituation und Verteilung auf die Stadtbezirke
Weitere Strukturanalysen können in Bezug auf das Le ben in sog. Bedarfsgemeinschaften,
die Altersstruktur, die Erziehungssituation und die Verteilung auf die Stadtbezirke gemacht
werden. Die folgende Tabelle zeigt zunächst den Ant eil der Personen, die in sog. Bedarfs-
gemeinschaften
40 leben, im Hinblick auf ihre Migrationsvorgeschicht e. Leistungsbezieherin-
nen und -bezieher mit Migrationsvorgeschichte leben relativ häufiger in einer solchen Be-
darfsgemeinschaft als Leistungsbezieherinnen und -bezieher ohne Migrationsvorgeschichte.
39 Die Daten unterliegen einer großen Unsicherheit, da Untererfassungen möglich sind.
40 Eine Bedarfsgemeinschaft bezeichnet eine Konstella tion von Personen, die im selben Haushalt leben und gemeinsam wirt-
schaften. Bei den Personen, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben, kann es sich um erwerbsfähige und nicht erwe rbsfähige
Leistungsberechtigte handeln.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 58
Der Anteil der Alleinerziehenden mit Migrationsvorg eschichte entspricht demgegenüber dem
Anteil der Arbeitslosen mit Migrationsvorgeschichte an allen Arbeitslosen (44%). Auch der
Anteil von Alleinerziehenden mit einer ausländische n Staatsangehörigkeit ist mit 22% exakt
auf dem Niveau aller Arbeitslosen (vgl. Tab. 49).
Tabelle 48: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbezieherinnen und -bezieher,
die in einer Bedarfsgemeinschaft leben, im Dezember 2015
Migrationsvorgeschichte Leben in einer Bedarfsgemeinschaft
Deutsche ohne Migrationsvorgeschichte 46,0%
Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 30,0%
Ausländerinnen und Ausländer 24,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Tabelle 49: Beim Jobcenter Münster gemeldete allein erziehende Leistungsbezieherin-
nen und -bezieher nach Migrationsvorgeschichte im Dezember 2015
Migrationsvorgeschichte Anteil
Deutsche ohne Migrationsvorgeschichte 54,0%
Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 25,0%
Ausländer 21,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Bei der Betrachtung der Altersstruktur lässt sich f eststellen, dass bei den Leistungsbeziehe-
rinnen und -beziehern mit Migrationsvorgeschichte m ehr Kinder Leistungen beziehen als bei
Leistungsbezieherinnen und -beziehern ohne Migratio nsvorgeschichte. So macht die Alters-
gruppe bis 14 Jahre mit 35% auch den größten Anteil bei den Bezieherinnen und Beziehern
mit Migrationsvorgeschichte aus, während sie sich b ei Bezieherinnen und Beziehern ohne
Migrationsvorgeschichte nur auf 22% beläuft. Hier s tellt die Altersgruppe der 25-bis 49-
Jährigen mit 42% die mit Abstand größte Gruppe dar. Den kleinsten Anteil macht bei beiden
Gruppen die Kohorte der 15- bis 24-Jährigen aus (12% bei Bezieherinnen und Beziehern mit
und 15% bei den Bezieherinnen und Beziehern ohne Migrationsvorgeschichte).
Tabelle 50: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistu ngsbezieherinnen und -bezieher
mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach Alter im Dezember 2015
Alter ohne Migrationsvorgeschichte mit Migrationsvorgeschichte
0-14 Jahre 22,0% 35,0%
15-24 Jahre 15,0% 12,0%
25-49 Jahre 42,0% 38,0%
50 Jahre und älter 21,0% 15,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Im Hinblick auf die Verteilung auf die Stadtbezirke und -teile, lässt sich feststellten, dass die
Leistungsberechtigten insgesamt auf das gesamte Sta dtgebiet verteilt sind. Generell entfal-
len die meisten Leistungsberechtigten auf die Stadt bezirke Nord und Ost, wobei hier der An-
teil bei Leistungsberechtigten mit Migrationsvorgeschichte mit 47% noch größer ist. Rund die
Hälfte aller Leistungsberechtigten mit Migrationsvo rgeschichte wohnt also in diesen beiden
Bezirken, während es bei den Leistungsberechtigten ohne Migrationsvorgeschichte nur 36%
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 59
sind, also rund ein Drittel. Auf die Altstadt entfä llt nur jeweils 1% der Leistungsberechtigten
(vgl. Tab 51).
Tabelle 51: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistu ngsbezieherinnen und -bezieher
mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach Stadtbezirken im Dezember 2015
Stadtbezirk ohne Migrationsvorgeschichte mit Migrationsvorgeschichte
Mitte – Altstadt 1,0% 1,0%
Mitte – Innenstadtring 11,0% 5,0%
Mitte – Süd 10,0% 7,0%
Mitte – Nordost 10,0% 7,0%
West 13,0% 18,0%
Nord 23,0% 29,0%
Ost 7,0% 4,0%
Südost 10,0% 12,0%
Hiltrup 15,0% 17,0%
Quelle: Jobcenter Münster
Um die Integration von Menschen mit Migrationsvorge schichte in den Arbeitsmarkt weiter zu
fördern, werden vom Jobcenter eine Reihe von Maßnah men angeboten. Fünf dieser Maß-
nahmen sollen hier kurz vorgestellt werden, da sie eine herausgehobene Bedeutung haben:
1. Zur Stärkung der beruflichen Qualifikation wird in Münster ein besonderes Augenmerk
auf solche Personen gerichtet, die im Ausland berei ts eine Qualifikation bzw. einen
Berufsabschluss erworben und nach Deutschland mitge bracht haben. Die Möglichkeiten
einer Anerkennung werden, soweit es geht, ausgeschö pft und fehlende (Teil-) Qualifika-
tionen, möglichst passgenau und an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet,
nachgeholt. Hierzu wurde 2015 erstmals eine Bildungsmesse für Kundinnen und Kunden
des Jobcenters Münster organisiert.
2. Ein weiterer Bestandteil bei der Vorbereitung au f eine Beschäftigung ist der Erwerb von
Deutschkenntnissen. Hier gibt es ein breit gefächer tes Angebot, das von Integrationskur-
sen bis zu berufsbezogener Sprachförderung reicht. Diese speziellen Angebote zielen
insbesondere auf die Stärkung der Spracherwerbskomp etenz, um den Teilnehmenden
ein selbstständiges Weiterlernen zu ermöglichen. Di e Angebote umfassen auch berufli-
che Orientierung und Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt.
3. Darüber hinaus ist das Jobcenter Münster bestreb t, die interkulturelle Kompetenz seiner
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern, um ein e kultursensible Beratung im Ar-
beitsalltag zu garantieren. Erste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits das Fort-
bildungsangebot der Stadt Münster wahrgenommen. Zuk ünftig ist eine zweitägige Fort-
bildung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jobcenter vorgesehen.
4. Anfang März 2015 startete am Standort Münster da s Projekt „Early Intervention – NRW
+“,
41 das eine frühzeitige Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt zum Ziel
hat. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind qualifizierte Flüchtlinge mit einer hohen
Bleibewahrscheinlichkeit 42 in Deutschland, die im Besitz einer Aufenthaltsgen ehmigung
oder Duldung sind.
41 Das Programm ist eine Weiterführung des bundesweit en Projektes „Early Intervention“. Hintergrund des Programms ist die
Verkürzung der Zulassungsfrist für Flüchtlinge bzw. Asylsuchende zum Arbeitsmarkt. Durch die seit Nove mber 2014 geltenden
Gesetzesänderungen im Aufenthaltsrecht haben Flüchtlinge bzw. Asylsuchende nun ab dem 4. Monat nach ih rer Einreise nach
Deutschland das Recht, eine Beschäftigung aufzunehmen.
42 Die Bleibeerwartung orientiert sich an der Schutzq uote der Herkunftsländer, da es weitere individuell e Gründe geben kann,
um in Deutschland bleiben zu dürfen. Nach einer Einzelfallbetrachtung ist ggf. eine Aufnahme ins Projekt möglich.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 60
Als Partner im Projekt „Early Intervention“ unterst ützen die Kommunen – wie die Stadt
Münster – die Agentur für Arbeit bei der Rekrutieru ng von Projektteilnehmerinnen und -
teilnehmern. Auch die Handwerkskammer Münster, die IHK Münster und die Kreishand-
werkerschaften kooperieren als Projektpartnerinnen. Die Integration der Flüchtlinge in
den Arbeitsmarkt soll letztlich auch einem Fachkräftemangel in einigen Berufsfeldern, wie
z.B. dem Handwerk, vorbeugen. Mit dem Integration P oint, der in der Kommunalen Erst-
aufnahme in der ehemaligen Oxfordkaserne eröffnet w urde, wurde das Programm Early
Intervention weiterentwickelt, in dem das JobCenter, das Sozialamt, die Ausländerbehör-
de und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam an de r Integration in den Arbeitsmarkt
arbeiten. Zugleich bildet der Integration Point ein e wichtige Säule für das Arbeitsmarkt-
programm für Flüchtlinge, welches durch den Rat im Sommer 2016 verabschiedet wurde
(V/0021/2016).
5. In dem Projekt „Stark im Beruf (SiB) – Zukunft w agen“ der Gesellschaft für Berufsförde-
rung und Ausbildung mbH (GEBA) 43 , das durch den Europäischen Sozialfond (ESF) ge-
fördert wird, stehen zudem Mütter mit Migrationsvor geschichte im Mittelpunkt. In Koope-
ration mit dem Jobcenter Münster, der Gemeinnützige n Gesellschaft zur Unterstützung
Asylsuchender e.V. (GGUA e.V.) und dem Mehrgenerati onenhaus und Mütterzentrum
e.V. (MuM) werden interessierte Mütter (mit oder oh ne ALG II-Bezug) von Coaches der
GEBA beraten. Sie werden insbesondere beim Arbeitsm arkteinstieg unterstützt, aber
auch alltägliche Herausforderungen wie Sprachprobleme, Gesundheits- oder Erziehungs-
fragen sind Gegenstand der Besprechungen.
3.4.3 FÖRDERUNG MIGRANTISCHER UNTERNEHMEN
Neben ihrer Eigenschaft als beschäftigte Arbeitnehm erinnen und Arbeitnehmer sowie als
Arbeitssuchende nehmen Menschen mit Migrationsvorge schichte auch als Selbständige am
Wirtschaftsleben in der Stadt Münster teil. Wie obe n schon ausgeführt sind Tausende Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte als Unternehmerin nen und Unternehmer tätig, mit und
ohne Beschäftigte. Die Stadt Münster hat daher in d en letzten Jahren, insbesondere durch
die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WMF), ihre B emühungen intensiviert, sog. Migran-
tinnen- und Migrantenunternehmen stärker in ihre Ar beit einzubinden und sie in ihrer Unter-
nehmenstätigkeit zu unterstützen. Hierfür werden se it 2012 Unternehmen mit Migrationsvor-
geschichte gezielt zu Veranstaltungen der Wirtschaf tsförderung eingeladen und auf die Ar-
beit des Netzwerks für migrantische Unternehmen hin gewiesen. Zu den Informationsveran-
staltungen der Wirtschaftsförderung, bei denen nebe n der Vermittlung von wirtschaftlich re-
levanten Inhalten die Vernetzung der Unternehmen im Mittelpunkt steht, zählen insbesonde-
re die sog. „Scout“-Veranstaltungen für junge Unternehmerinnen und Unternehmer, das sog.
„Fast Forward“-Forum für etablierte Unternehmen sow ie die Veranstaltungen von „Focus
Handel“ für Handelsunternehmen. Dabei werden die Veranstaltungen der Reihe „Scout“, die
jeweils 3 bis 4 Mal im Jahr stattfinden, am besten von Unternehmerinnen und Unternehmer
mit Migrationsvorgeschichte angenommen. Hier lag der Anteil der Teilnehmenden mit Migra-
tionsvorgeschichte im Jahr 2015 bei knapp 10%. Etwas weniger werden die Veranstaltungen
der Reihe „Fast Forward“ von Menschen mit Migration svorgeschichte besucht. Hier lag der
Anteil bei unter 3%. Noch geringer war der Anteil b ei Veranstaltungen der Reihe „Focus
Handel“ (vgl. Tab. 52). Im Jahr 2012 waren in dem System der Wirtschaftsförderung Münster
insgesamt 430 Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationsvorgeschichte gelistet.
43 Die GEBA wurde im Jahr 1991 gegründet. Ihr Hauptsitz befindet sich in Münster.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 61
2015 waren es 472. Es ist aber davon auszugehen, da ss noch mehr Unternehmer und Un-
ternehmerinnen mit Migrationsvorgeschichte zu den Kundinnen und Kunden der Wirtschafts-
förderung Münster zählen, jedoch bisher nicht als solche identifiziert wurden.
Tabelle 52: Von der Wirtschaftsförderung Münster er fasste Unternehmen nach Migra-
tionsvorgeschichte (MVG) 2012 und 2015
Scout besucht Fast Forward besucht bei Focus Handel gelistet
insge-
samt
davon
mit
MVG
Anteil insge-
samt
davon
mit
MVG
Anteil insge-
samt
davon
mit MVG Anteil
2012 k.A. 130 - k.A. 60 - k.A. 44 -
2015 1.600 152 9,5% 2.250 64 2,8% 1.100 6 0,5%
Quelle: Wirtschaftsförderung Münster
Im Mai 2014 wurde zudem eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Migrationsgesellschaftliche Öff-
nung von KMUs“
45 gegründet, um die unterschiedlichen Projekte und F achveranstaltungen
zur migrantischen Ökonomie besser zu vernetzen und eine Gesamtstrategie zu entwickeln.
Im ersten Jahr standen dabei Themen wie „Fachkräfte bedarf/Fachkräftemangel“ und die
passgenaue Vermittlung auf offene Arbeitsstellen au f der Tagesordnung. Inzwischen gibt es
eine erste Bestandsanalyse.
3.5 WOHNEN UND SOZIALRÄUMLICHE STADTENTWICKLUNG
LEITZIEL
„Unser Ziel ist es, eine ausgeglichene und selbstbestimmte (Durch-) Mischung in den Stadt-
teilen zu fördern, um aktiv gegen Ausgrenzungsprozesse zu arbeiten.“ [...]
„Wir wollen Chancengleichheit auf dem Wohnungsmarkt schaffen und Diskriminierung ver-
meiden.“
3.5.1 VERTEILUNG DER WOHNBERECHTIGTEN BEVÖLKERUNG M IT MIG-
RATIONSVORGESCHICHTE ÜBER DIE STADTBEZIRKE
Die Anteile an Menschen mit Migrationsvorgeschichte sind in den einzelnen Stadtbezirken
unterschiedlich hoch. So betrug der Anteil der Mens chen mit Migrationsvorgeschichte in
Münster-Nord im Jahr 2015 39,3%, während er in Mitt e und Ost nur bei 16,5% bzw. 16,2%
lag. Im Mittelfeld lagen die Stadtbezirke Hiltrup u nd Münster-West und Südost, wo jeweils
ungefähr ein Viertel der Bevölkerung eine Migrationsvorgeschichte aufweist (vgl. Tab. 53).
44 2012 keine Erfassung.
45 Beteiligte der Arbeitsgruppe sind die Fachhochschu le Münster mit dem Fachbereich Wirtschaft und dem I nternational Office,
„Die Brücke“ - Internationales Zentrum der WWU Münster, der Verband Internationaler Unternehmen in Münster und Umgebung
(VIU) e.V., der Münsterland e.V., die Gesundheitsre gion Münsterland, die Technologieförderung Münster GmbH, die Hand-
werkskammer Münster, die Wirtschaftsförderung Münst er, die Regionalagentur Münsterland, das Jobcenter der Stadt Münster
sowie die Agentur für Arbeit Ahlen – Münster „early Intervention“ und das Kommunale Integrationszentrum, dem die Federfüh-
rung obliegt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 62
Tabelle 53: Anteil der wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an
der wohnberechtigten Gesamtbevölkerung in den Stadt bezirken der Stadt Münster
(nach Geschlecht) 2015
Stadtbezirk
Anteil der wohnberechtigten Bevölkerung mit
Migrationsvorgeschichte an der
wohnberechtigten Gesamtbevölkerung
(Anteile nach Geschlecht)
Stadt Münster 22,64% (♂: 23,3% - ♀:22,0%)*
überdurchschnittlich
Nord 39,3% (♂: 39,9% - ♀:38,7%)*
Hiltrup 27% (♂: 27,2% - ♀:26,7%)*
West 25,7% (♂: 26,1% - ♀:25,3%)*
Südost 25,1% (♂: 25,8% - ♀:24,4%)*
unterdurchschnittlich
Mitte 16,5% (♂: 17,2% - ♀:15,9%)*
Ost 16,2% (♂: 16,6% - ♀:15,9%)*
* Die geschlechterspezifischen Anteile beziehen sich auf die wohnberechtigte Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte .
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung. Abteilung Stadt- Regio-
nalentwicklung, Fachstelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
Die nachfolgenden Diagramme zeigen, dass sich in de n letzten fünf Jahren in allen Stadttei-
len der Stadt Münster sowohl die Zahl der wohnberec htigten Bevölkerung mit Migrationsvor-
geschichte (vgl. Abb. 15) als auch die Zahl der Aus länderinnen und Ausländer kontinuierlich
erhöht haben. Interessant ist dabei zu sehen, dass innerhalb der Gruppe der Bevölkerung
mit Migrationsvorgeschichte die Menschen mit persönlicher Migrationsvorgeschichte weniger
geworden sind, während die Zahl der Menschen mit ve rerbter Migrationsvorgeschichte deut-
lich angewachsen ist (vgl. Abb. 16).
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 63
Abbildung 15: Entwicklung der Wohnberechtigten Bevö lkerung mit Migrationsvorge-
schichte in der Stadt Münster am 31.12.2015
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung. Abteilung Stadt- Regio-
nalentwicklung, Fachstelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 64
Abbildung 16: Wohnberechtigte Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt
Münster am 31.12.2015
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung. Abteilung Stadt- Regio-
nalentwicklung, Fachstelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 65
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen sind noch deutlicher. So weist der
Stadtteil Kreuz den geringsten (11,0%) und der Stadtteil Coerde den höchsten (50,4%) Anteil
an Menschen mit Migrationsvorgeschichte auf (vgl. T ab. 55). Insgesamt hat sich die räumli-
che Verteilung der migrantischen Bevölkerung in der Stadt Münster im Vergleich zum letzten
Bericht aber nur leicht verändert.
Tabelle 54: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Migrat ionsvorgeschichte und Staats-
angehörigkeit in ausgewählten Stadtteilen der Stadt Münster 2015
Stadtteile
Bevölkerung ohne
Migrations-
vorgeschichte
Ausländerinnen
und Ausländer
Deutsche mit per-
sönlicher Migrati-
onsvorgeschichte
Deutsche mit ver-
erbter Migrations-
vorgeschichte
Kreuz 11231/ 89,04% 633/ 5,02% 593/ 4,70% 156/ 1,24%
Bahnhof 957/ 75,00% 204/ 15,99% 91/ 7,13% 24/ 1,88%
Coerde 5336/ 49,56% 2144/ 19,91% 2222/ 20,64% 1064/ 9,88%
Sprakel 2538/ 79,94% 200/ 6,30% 286/ 9,01% 151/ 4,76%
Berg Fidel 2927/ 50,60% 1243/ 21,49% 1155/ 19,97% 460/ 7,95%
Hiltrup Ost 5192/ 82,77% 293/ 4,67% 565/ 9,01% 223/ 3,55%
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung. Abteilung Stadt- Regio-
nalentwicklung, Fachstelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
Tabelle 55: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Migrationsvorgeschichte in den Stadt-
teilen der Stadt Münster 2015
Bevölkerung insgesamt
mit Migrationsvorg e-
schichte Anteil
Aegidii 1.445 227 15,7%
Überwasser 1.382 219 15,8%
Dom 2.256 381 16,9%
Buddenturm 2.549 471 18,5%
Martini 1.392 216 15,5%
Pluggendorf 4.560 728 16,0%
Josef 8.795 1.211 13,8%
Bahnhof 1.276 319 25,0%
Hansaplatz 6.952 1.034 14,9%
Mauritz-West 6.434 871 13,5%
Schlachthof 5.353 969 18,1%
Kreuz 12.613 1.382 11,0%
Neutor 4.542 932 20,5%
Schloss 2.211 328 14,8%
Aaseestadt 5.597 1.173 21,0%
Geist 9.020 1.530 17,0%
Schützenhof 7.940 1.751 22,1%
Düesberg 7.133 1.074 15,1%
Hafen 1.029 193 18,8%
Herz-Jesu 5.199 755 14,5%
Mauritz-Mitte 10.278 1.380 13,4%
Rumphorst 8.210 1.522 18,5%
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 66
Uppenberg 8.743 1.937 22,2%
Gievenbeck 21.826 7.137 32,7%
Sentrup 7.727 1.512 19,6%
Mecklenbeck 9.310 1.863 20,0%
Albachten 6.414 1.757 27,4%
Roxel 9.184 2.144 23,3%
Nienberge 6.904 1.337 19,4%
Coerde 10.766 5.430 50,4%
Kinderhaus-Ost 5.047 1.396 27,7%
Kinderhaus-West 10.364 4.068 39,3%
Sprakel 3.175 637 20,1%
Mauritz-Ost 10.547 1.534 14,5%
Gelmer-Dyckburg 3.730 679 18,2%
Handorf 8.000 1.402 17,5%
Gremmendorf-West 5.582 1.900 34,0%
Gremmendorf-Ost 6.509 1.122 17,2%
Angelmodde 8.204 2.713 33,1%
Wolbeck 9.213 1.663 18,1%
Berg Fidel 5.785 2.858 49,4%
Hiltrup-Ost 6.273 1.081 17,2%
Hiltrup-Mitte 9.934 2.166 21,8%
Hiltrup-West 9.416 2.579 27,4%
Amelsbüren 6.417 1.517 23,6%
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver kehrsplanung. Abteilung Stadt- Regio-
nalentwicklung, Fachstelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
3.5.2 AUSGABE VON WOHNBERECHTIGUNGSSCHEINEN
Ein weiterer wichtiger Indikator für die gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit Mig-
rationsvorgeschichte an der sozialen Stadtentwicklu ng ist die Teilnahme am sozialen Woh-
nungsbauprogramm der Stadt. Dies lässt sich unter a nderem an der Erteilung von Wohnbe-
rechtigungsscheinen ablesen. Der Wohnberechtigungsschein (WBS) wird vom Amt für Woh-
nungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münst er an Personen ausgestellt, die auf-
grund ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage bere chtigt sind, eine mit öffentlichen Mitteln
geförderte Wohnung zu mieten. Der Wohnberechtigungsschein kann in Nordrhein-Westfalen
nur an Menschen mit einem dauerhaften Aufenthalt au sgestellt werden. Dabei sind die Zah-
len über die Jahre hinweg kontinuierlich angestiege n. Wurden im Jahr 2009 noch 2.489
Scheine ausgestellt, waren es im Jahr 2015 bereits 2.870 Scheine (vgl. Abb. 17).
Mehr als ein Viertel der Wohnberechtigungsscheine wurden dabei im Jahr 2015 an auslän-
dische Antragstellerinnen und Antragsteller ausgest ellt (vgl. Tab. 56). Damit war der Anteil
der ausländischen WBS-Inhaberinnen und -inhaber als o deutlich höher als der Anteil der
ausländischen Bevölkerung insgesamt (9,7%). Zudem waren ausländische Staatsangehörige
die größte soziale Gruppe, die bei der Ausstellung der Wohnberechtigungsscheine durch die
Stadt erfasst wurden, gefolgt von älteren Menschen (19%), Menschen mit Behinderung
(18%), Studierenden (15%), Schwangeren (5%) sowie R ollstuhlfahrerinnen und -fahrern
(1%) (vgl.Tab.56). Wie viele Wohnberechtigungsschei ne an Menschen mit Migrationsvorge-
schichte ausgestellt werden, wird bisher nicht erhoben.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 67
Aus den Statistiken des Amtes für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung wird zudem
deutlich, dass ausländische WBS-Inhaberinnen und -inhaber vor allem in großen Haushalten
leben. Von allen WBS-Inhaberinnen und -inhabern aus Haushalten mit fünf oder mehr Per-
sonen waren im Jahr 2015 fast zwei Drittel mit ausl ändischer Staatsangehörigkeit, bei Haus-
halten mit drei Personen lag der Anteil bei 52% und mit einer Person bei nur 14%. Je kleiner
der Haushalt ist, desto geringer ist also der Anteil der ausländischen Personen im Haushalt.
Abbildung 17: Anzahl der von der Stadt Münster ausg estellten Wohnberechtigungs-
scheine 2009-2015
Quelle: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster
Tabelle 56: Wohnberechtigungsscheine nach besondere n Zielgruppen (Doppelnen-
nung möglich) 2012-2015
Jahr
Menschen
mit Behin-
derung*
Rollstuhl-
fahrer-
Innen
Ältere
Menschen
Allein-
erziehen-
de
Schwange-
re
Studie-
rende
Auslän-
derInnen
2012 17 % 2 % 14 % 14 % 5 % 15 % 17 %
2013 14 % 1 % 18 % 11 % 5 % 17 % 26 %**
2014 15 % 1 % 17 % 11 % 5 % 19 % 25 %
2015 18 % 1 % 19 % 12 % 5 % 15 % 28 %
* Grad der Behinderung ab 50%, ** Ab 2013 werden alle Haushalte gezählt, in denen ein Haushaltsmitglied nicht
die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Zuvor wurde nur von den Antragstellenden ausgegangen.
Quelle: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster
2.489
2.633 2.668 2.782
2.962 3.059
2.870
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 68
Tabelle 57: Anteil der Anträge auf Wohnberechtigung sscheine von ausländischen An-
tragstellenden in der Stadt Münster nach Haushaltsgröße 2013 und 2015
Haushaltsgröße 2013 2014 2015
1 Person 14,0% 14,0% 14 %
2 Personen 30,0% 27,0% 33 %
3 Personen 47,0% 49,0% 52 %
4 Personen 63,0% 54,0% 58 %
5 und mehr Per-
sonen 65,0% 63,0% 64 %
Insgesamt 26,0% 25,0% 28 %
Quelle: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster
Ein weiterer wichtiger Indikator in diesem Zusammen hang ist die Quote der Inhaberinnen
und Inhaber von Wohnberechtigungsscheinen, die auch tatsächlich mit öffentlich geförder-
tem Wohnraum in der Stadt Münster versorgt werden k onnten (sog. Versorgungsquote). Ins-
gesamt stieg diese Quote unter allen Wohnberechtigungsschein-Inhaberinnen und -Inhabern
in den letzten fünf Jahren leicht von 39% (2010) auf 41% (2013) an sank im Jahr 2015 rapide
auf 32% ab. Differenziert man aber wieder nach der Staatsangehörigkeit, so sieht man, dass
die Versorgungsquote von ausländischen Wohnberechti gungsschein-Inhaberinnen und -
Inhabern in den Jahren 2012 bis 2015 insgesamt gesu nken ist, und zwar von 31% auf 20%,
bzw. bei den Haushalten mit zwei und drei Personen sogar um jeweils 17 Prozentpunkte. Bei
den ausländischen Ein- und Fünfpersonenhaushalten ist sie um zehn bzw. fünf Prozentpunk-
te gesunken.
Tabelle 58: Versorgungsquote aller Wohnberechtigung sschein-Inhaberinnen und-
Inhaber in der Stadt Münster mit Wohnraum nach Haushaltsgröße 2010-2015
Haushaltsgröße
(in Personen) 2010 2011 2012 2013 2014 2015
1 34,0% 35,0% 35,0% 46,0% 46,0% 34 %
2 45,0% 45,0% 42,0% 39,0% 34,0% 29 %
3 49,0% 49,0% 42,0% 38,0% 39,0% 36 %
4 43,0% 43,0% 39,0% 29,0% 29,0% 30 %
5 und mehr 31,0% 34,0% 16,0% 12,0% 16,0% 15 %
Insgesamt 39,0% 39,0% 36,0% 41,0% 40,0% 32 %
Quelle: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 69
Tabelle 59: Versorgungsquote ausländischer Wohnberechtigungsschein-Inhaberinnen
und -Inhaber in der Stadt Münster mit Wohnraum nach Haushaltsgröße 2012-2015
Haushaltsgröße
(in Personen) 2012 2013 2014 2015
1 27,0% 32,0% 27,0% 17 %
2 46,0% 33,0% 36,0% 29 %
3 41,0% 38,0% 29,0% 24 %
4 25,0% 27,0% 26,0% 25 %
5 und mehr 13,0% 11,0% 15,0% 8 %
Insgesamt 31,0% 29,0% 27,0% 20 %
Quelle: Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster
3.5.3 GRUNDEIGENTUM
Ein weiterer wichtiger Indikator für die gleichbere chtigte Partizipation am Wohnungsmarkt ist
die Quote einzelner Bevölkerungsgruppen an Grundeigentum (sog. Eigentümerquote). Diese
Quote gibt den Anteil in der Bevölkerung an, der üb er Grundeigentum verfügt. Sie kann ei-
nerseits Aufschluss über die wirtschaftliche Leistu ngsfähigkeit von Personen geben, ande-
rerseits kann sie ein Indikator für eine dauerhafte Aufenthaltsorientierung sein, d. h. Men-
schen, die sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen, sehen wahrscheinlich ihren Lebensmit-
telpunkt langfristig in der Stadt, in der sie Grundeigentum erworben haben. Dabei darf jedoch
nicht übersehen werden, dass der Erwerb von Eigentum auch ein Indiz für Barrieren auf dem
freien Wohnungsmarkt sein kann, wenn z. B. aufgrund von Diskriminierungen keine Miet-
wohnungen bekommen werden können (sog. „Flucht ins Eigentum“).
Wohneigentum bei Menschen mit Migrationsvorgeschich te ist bisher deutlich weniger ver-
breitet als in der Gesamtbevölkerung bzw. der Bevöl kerung ohne Migrationsvorgeschichte.
Von den insgesamt 47.648 Personen, die von der Stadt Münster „mit Grundeigentum“ erfasst
wurden, hatten im Jahr 2014 nur 5.216 eine Migratio nsvorgeschichte. Dies entspricht einem
Anteil von rund 11% (knapp 56% davon sind männlich, etwas über 44% weiblich), also etwa
nur die Hälfte des generellen Anteils der Bevölkeru ng mit Migrationsvorgeschichte in der
Stadt Münster. Damit liegt die Stadt Münster auch d eutlich unter dem Landesdurchschnitt in
Nordrhein-Westfalen, der 25,7% beträgt 46 (vgl. Abb. 18).
46 Vgl. http://www.integrationsmonitoring.nrw.de/inte grationsberichterstattung_nrw/indikatoren/G_Wohnen/G2_ Wohnflaeche
/index.php.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 70
Abbildung 18: Personen mit Grundeigentum in der Sta dt Münster und im Land NRW
nach Migrationsvorgeschichte 2014 (in %)
Quelle: Katasteramt der Stadt Münster
3.6 KINDER- UND JUGENDHILFE, SOZIALE LEISTUNGEN UND DIENSTE
LEITZIEL
„Wir wollen bedarfs- und kulturgerechte, geschlechts- und altersspezifische Unterstützungs-
und Fördermöglichkeiten professioneller und ehrenam tlicher Art ausbauen. Damit wollen wir
die gleichberechtigte Teilhabe aller in allen gesel lschaftlichen Bereichen fördern und Kon-
fliktsituationen entgegenwirken.“
Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld ist die Kinder- und Jugendhilfe, die über die eigentliche
Zielgruppe hinaus ausstrahlt und integrationspolitische Wirkung entfaltet sowie die Bereitstel-
lung sozialer Leistungen und Dienste, auch und insb esondere für Menschen mit Migrations-
vorgeschichte.
3.6.1 KINDER UND JUGENDHILFE
Viele Inhalte aus dem Bereich der Kinder- und Jugen dhilfe sind in diesem Bericht aufgrund
ihrer fachlichen Nähe sowie ausdrücklicher Zuordnun g der Ämter v. a. im Kapitel „Bildung
und Sprache“. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe können wertvolle Akzente für die jun-
gen Menschen mit Migrationsvorgeschichte selbst als auch für deren Umfeld gesetzt werden.
Für den vorliegenden Berichtszeitraum ist das Proje kt „Erziehungs- und Bildungspartner-
schaften“ beispielhaft dargestellt. Bei dieser Initiative ist die enge Verbindung zu dem Hand-
lungsfeld „Bildung und Sprache“ offensichtlich .
10,9
25,7
89,1
74,3
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Stadt Münster Land NRW
mit Migrationsvorgeschichte ohne Migrationsvorgeschichte
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 71
Das Projekt „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften – Bildung gemeinsam gestalten“ soll
die Bildungschancen von Kindern mit Migrationsvorgeschichte in Münster erhöhen, indem es
die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungsi nstitutionen verbessert. Es ist bei
dem Kommunalen Integrationszentrum Münster (KI) ang esiedelt. Dabei soll nicht nur die
partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Elternhä usern und Bildungseinrichtungen ver-
bessert werden, sondern auch eine engere Vernetzung zwischen Kitas, Schulen und ande-
ren Akteuren im Sozialraum unterstützt werden. 47 Die „Erziehungs- und Bildungspartner-
schaften“ folgen damit einem ganzheitlichen Bildungsverständnis (vom Elementarbereich bis
zum Schulübergang). Das Projekt wurde im Februar 20 15 im Stadtteil Nienberge mit zwei
Kitas, einer Grundschule sowie deren offenen Ganzta g mit insgesamt 15 Vertreterinnen und
Vertretern aus diesen Institutionen gestartet. Im S chuljahr 2015/2016 kam der Stadtteil Wol-
beck als zweites Quartier hinzu. Projektpartner sin d hier vier Kitas im Verbundfamilienzent-
rum mit einer Grundschule sowie deren offenen Ganztag.
3.6.2 EXKURS: ANGEBOTE FÜR FLÜCHTLINGE IM KINDES- U ND JUGEND-
ALTER
Auch die Zahl der nach Münster kommenden Flüchtling e im Kindes- und Jugendalter ist seit
2012 deutlich angestiegen. Zum Stichtag 14. Februar 2016 lebten insgesamt 1.786 geflüch-
tete Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in den Flüchtlingseinrichtungen der Stadt Müns-
ter. 48 In den ersten Wochen des Jahres 2016 wurden rund 200 unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge registriert. Diese Entwicklung stellt d ie Stadtpolitik vor neue Herausforderungen,
insbesondere im Hinblick auf ihre soziale, gesundhe itliche und schulische Versorgung (vgl.
hierzu die Punkte 3.3 und 3.7), aber auch außerhalb der entsprechenden Institutionen, um
ihnen entsprechende Lern- und Erfahrungsräume in ih rem Sozialraum zu geben und ihre
Integrations- und gesellschaftliche Teilhabechancen zu verbessern. Die Stadt Münster hat
daher eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die sich speziell an Flüchtlingskinder richten. Im
Folgenden soll auf die wichtigsten dieser Maßnahmen kurz eingegangen werden.
3.6.2.1 MASSNAHMEN FÜR KINDER UNTER SECHS JAHREN
Für Kinder aus Flüchtlingsfamilien besteht wie für alle anderen Kinder grundsätzlich ein
Rechtsanspruch auf einen Kindertagesbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr. Dieser
Grundsatz wurde bei der Ausbauplanung der Kindertag esbetreuung in der Stadt Münster
berücksichtigt, und zwar sowohl hinsichtlich der benötigten Kapazitäten als auch mit Blick auf
die inhaltliche pädagogische Ausrichtung. Entsprech end liegt ein Konzept zu Grunde, das
vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien erarbe itet und umgesetzt worden ist. Im Mit-
telpunkt des Konzeptes „Tagesbetreuung für Flüchtli ngskinder“ steht ein mit dem Sozial-
dienst für Flüchtlinge eng abgestimmtes Anmelde- un d Aufnahmeverfahren für Kinder aus
Flüchtlingsunterkünften. Das Konzept geht auch auf sozialräumliche Vernetzungs- und Qua-
lifizierungsaspekte ein.
Für Kinder aus Flüchtlingsfamilien unter sechs Jahr en stellt das Land seit Mitte 2015 zudem
Projektmittel zur Kinderbetreuung in besonderen Fäl len zur Verfügung, die insbesondere für
niedrigschwellige Betreuungsangebote eingesetzt wer den sollen. In Kooperation mit freien
Trägern und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fam ilien wurden entsprechende Mittel für
mehrere Projekte in Münster beantragt. Ziel der Pro jekte in der Stadt Münster ist es, für Kin-
47 Das Projekt „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften“ wird in Absprache mit dem Sozialamt, dem Amt für Kinder, Jugendli-
che und Familien, dem Amt für Schule und Weiterbildung und der unteren Schulaufsichtsbehörde durchgeführt.
48 Im Oktober 2014 lag die Zahl bei 546 und im Februar 2015 bei 755.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 72
der, die mit ihren Eltern unter ungewissen und unst eten Bedingungen auf der Flucht sind,
Angebote zu schaffen, bei denen die vertrauten Bind ungspersonen mit einbezogen werden,
um den Kindern, insbesondere wenn sie unter drei Ja hre sind, das nötige Vertrauen zu ver-
mitteln. Eltern-Kind-Gruppen bieten den Eltern die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern aus-
zutauschen. Sie können in diesem Rahmen zudem bei d er Suche nach einem regulären
Kitaplatz unterstützt und mit weiteren Informationen zu gesundheitlichen und pädagogischen
Unterstützungssystemen in Münster versorgt werden. Dies können wichtige Bausteine für
eine gelungene erste Integrationsphase für Eltern und Kinder sein.
3.6.2.2 MASSNAHMEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE AB SE CHS JAHREN
Für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren ist es bei der außerschulischen pädagogischen
Begleitung und Unterstützung durch die Einrichtunge n der Stadt Münster vor allem das Ziel,
den jungen Menschen aus den Flüchtlingseinrichtunge n den Zugang zur offenen und mobi-
len Jugendarbeit sowie den Übergang von Flüchtlings einrichtungen in Jugendeinrichtungen
zu ermöglichen. Hierzu sollen die Kinder und Jugend lichen aktiv angesprochen werden und
zudem niedrigschwellige Angebote erhalten, damit auch die geflüchteten Kinder und Jugend-
lichen von den Angeboten im Stadtteil profitieren und sich in ihrem Lebensumfeld integrieren
können. Seit Beginn des Jahres 2015 wurde dieser An satz im Rahmen eines Modellprojekts
an insgesamt sieben Standorten von Flüchtlingseinri chtungen in der Stadt Münster auspro-
biert. Es geht auf eine gemeinsame Initiative der ö ffentlichen Jugendhilfe mit den freien Trä-
gern der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der St adt Münster zurück, die mit einem ent-
sprechenden Konzept im November 2014 an den Rat der Stadt Münster herangetreten ist
(vgl. die Vorlage „Ausbau und Weiterentwicklung der pädagogischen Angebote für Kinder
und Jugendliche in Flüchtlingseinrichtungen“). Das Modellprojekt hat sich inzwischen als
Standard etabliert und zu einer Neuausrichtung der Angebote für Kinder und Jugendliche
aus Flüchtlingseinrichtungen geführt. Ende des Jahr es 2015 wurden 24 Standorte und bis
Ende 2016 werden voraussichtlich 53 Flüchtlingseinr ichtungen durch die Einrichtungen der
offenen Kinder- und Jugendarbeit betreut.
Gleichzeitig wird jede Flüchtlingseinrichtung an ei ne möglichst in der Nähe liegende Einrich-
tung der offenen Kinder- und Jugendarbeit angebunden und pädagogisch betreut. Für dieses
Angebot stehen pro Flüchtlingseinrichtung 11.000 € zur Verfügung, was in der Umsetzung
die Betreuung durch zwei Fachkräfte mit jeweils 2 mal 3 Stunden pro Woche bedeutet.
Die offene Kinder- und Jugendarbeit leistet durch d ie ungezwungene und informelle Vermitt-
lung von Wissen und Sprache einen wichtigen Beitrag zur Integration und Inklusion von Kin-
dern und Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen. Di ese wird durch das beschriebene An-
gebot ausgebaut.
3.6.2.3 EINSATZ VON „SPRACH- UND KULTURMITTLERINNEN “ IN DEN KITAS
Ein weiterer Ansatz zur Unterstützung von Flüchtlin gskindern und geflüchteten Jugendlichen
ist die Ausbildung und der Einsatz von sog. „Sprach- und Kulturmittlerinnen“, die geflüchteten
Familien bei ihrer Orientierung in Münster helfen s ollen. Die „Sprach- und Kulturmittlerinnen“
sind in der Regel mehrsprachig und verfügen oftmals selbst über eine Migrationsvorge-
schichte, so dass sie den neu ankommenden Eltern un d Kindern sowohl bei Sprachproble-
men als auch bei kulturellen Fragen helfen können. Bei den „Sprach- und Kulturmittlerinnen“
handelt es sich um Frauen unterschiedlicher Herkunf t und Religionen. Sie verfügen über
gute Deutschkenntnisse und unterschiedliche berufli che Kompetenzen. Sie sollen insbeson-
dere Familien mit Flüchtlingshintergrund auf ihrem Weg in die Kindertageseinrichtungen be-
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 73
gleiten und unterstützen. Sie betreuen aber auch an dere Familien mit Migrationsvorge-
schichte. Die Qualifizierung der „Sprach- und Kulturmittlerinnen“ erfolgt durch das „Lernhaus
für Frauen“ (im „Haus der Familie“). Ziel ist es, Menschen aus unterschiedlichen Herkunfts-
ländern miteinander in einen Dialog zu bringen. Die Qualifizierung und der Einsatz der
Sprach- und Kulturmittlerinnen wurden 2015 aus Mitteln des Landesmodellprojektes
„Kein Kind zurücklassen!“ finanziert und findet in enger Kooperation mit der Abteilung „Kin-
dertagesbetreuung“ im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und der Abteilung „Kinder-
und Jugendgesundheit“ im Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten
statt . So werden beispielsweise auch die Fortbildungsmodu le durch eine Referentin des
„Hauses der Familie“ sowie einer Fachkraft aus der Abteilung „Kindertagesbetreuung“ ge-
meinsam durchgeführt. Zudem wird ein Modul durch di e Abteilung „Kinder- und Jugendge-
sundheit“ im Amt für Gesundheit, Veterinär- und Leb ensmittelangelegenheiten angeboten.
Die „Sprach- und Kulturmittlerinnen“ stellen eine wichtige Ergänzung der Arbeit in der Kinder-
tagesbetreuung im Sinne einer gleichberechtigten Er ziehungspartnerschaft dar und leisten
damit wertvolle Arbeit hinsichtlich der Prävention.
3.6.3 SOZIALE DIENSTE UND LEISTUNGEN
Bei der Bereitstellung sozialer Leistungen und Dien ste, auch und insbesondere für Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte geht es im Einzelnen um die Grundsicherung im Alter und
bei dauerhaft voller Erwerbsminderung (3.6.3.1), die Hilfe zum Lebensunterhalt (3.6.3.2) und
die Hilfe zur Pflege (3.6.3.3) sowie um Eingliederu ngshilfen für Menschen mit Behinderung
(3.6.4). In den nachfolgenden Ausführungen werden die Empfängerinnen und Empfänger der
verschiedenen Leistungsarten jeweils im Hinblick au f ihre Migrationsvorgeschichte, ihre
Staatsangehörigkeit und ihr Geschlecht dargestellt.
3.6.3.1 GRUNDSICHERUNG IM ALTER UND BEI DAUERHAFT V OLLER ER-
WERBSMINDERUNG
Grundsicherung im Alter und bei dauerhaft voller Er werbsminderung nach dem Vierten Kapi-
tel SGB XII erhalten ältere Menschen nach § 41 Abs. 2 SGB XII und dauerhaft voll erwerbs-
geminderte Personen, die ihren notwendigen Lebensun terhalt nicht aus eigenem Einkom-
men und Vermögen sichern können. Wie aus der folgen den Tabelle zu ersehen ist, erhielten
im Jahr 2014 insgesamt knapp 3.500 Menschen eine en tsprechende Hilfe. Davon hatten
rund 1.400 Personen eine Migrationsvorgeschichte, was einem Anteil von über 40% an allen
Hilfeempfangenden entsprach. Damit war der Anteil a n Menschen mit Migrationsvorge-
schichte fast doppelt so hoch wie bei der Gesamtbev ölkerung. Insgesamt erhielten mehr
Frauen mit Migrationsvorgeschichte als Männer mit M igrationsvorgeschichte diese Hilfe.
Auch hatte jeder dritte Hilfeempfangende eine auslä ndische Staatsangehörigkeit. Insgesamt
ist der Anteil an Menschen mit Migrationsvorgeschic hte in diesem Bereich relativ stabil ge-
blieben, wenngleich die Gesamtzahl der Hilfeempfang enden von 2012 bis 2014 doch recht
deutlich angestiegen ist: von 1.188 auf 1.406 bei Menschen mit Migrationsvorgeschichte und
von 2.992 auf 3.479 insgesamt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 74
Tabelle 60: Empfängerinnen und Empfänger von Grunds icherung im Alter bei dauer-
haft voller Erwerbsminderung der Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte,
Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2012-2014
2012 2013 2014
Insgesamt 2.992 3.258 3.479
- davon mit Migrationsvorgeschichte 1.188 1.297 1.406
- Anteil 39,7% 39,8% 40,4%
- davon männlich 45,1% 45,4% 46,4%
- davon weiblich 54,9% 54,6% 53,6%
- davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit 35,5% 35,0% 35,3%
- davon mit deutscher Staatsangehörigkeit 64,5% 65,0% 64,7%
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
3.6.3.2 HILFE ZUM LEBENSUNTERHALT
Der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger mit Mig rationsvorgeschichte, die Hilfe zum
Lebensunterhalt (HzL) nach dem Dritten Kapitel des SGB XII bekommen, 49 ist nur geringfü-
gig geringer. Hier lag der Anteil im Jahr 2014 bei knapp 33%, also etwas niedriger als bei der
Hilfe zur Grundsicherung, aber ebenfalls noch deutl ich höher als es dem Anteil an der Ge-
samtbevölkerung entspricht. Wie bei der Grundsicher ung erhielten auch hier mehr Frauen
mit Migrationsvorgeschichte als Männer mit Migratio nsvorgeschichte Hilfe, wenngleich das
Geschlechterverhältnis deutlich ausgeglichener war. Auffallend ist auch hier, dass der Anteil
der Hilfeempfangenden mit ausländischer Staatsangeh örigkeit überproportional hoch ist. Er
lag in den Jahren zwischen 2012 und 2014 konstant b ei über 40%, bei einem Anteil an der
Gesamtbevölkerung von 8%. Insgesamt ist auch hier der Anteil an Menschen mit Migrations-
vorgeschichte an allen Hilfeempfangenden relativ st abil, wenngleich sowohl die Anzahl als
auch der Anteil der Hilfeempfangenden zwischen 2012 bis 2014 jedes Jahr ein wenig ange-
stiegen ist (von 202 Menschen mit Migrationsvorgesc hichte im Jahr 2012 auf 243 im Jahr
2014 bzw. von 30,4% in 2012 auf 32,8% in 2014).
Tabelle 61: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt in der
Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte, Staatsa ngehörigkeit und Geschlecht
2012-2014
2012 2013 2014
Insgesamt 665 702 740
- davon mit Migrationsvorgeschichte 202 221 243
- Anteil 30,4% 31,5% 32,8%
- davon männlich 48,5% 48,0% 49,8%
- davon weiblich 51,5% 52,0% 50,2%
- davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit 40,6% 43,4% 41,6%
- davon mit deutscher Staatsangehörigkeit 59,4% 56,6% 58,4%
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
49 HzL bekommen ausschließlich Menschen, die vorüberg ehend erwerbsgemindert sind, ihren Lebensunterhalt nicht aus eige-
nem Einkommen und Vermögen sicherstellen können und keinen Anspruch auf Sozialgeld nach SGB II haben. Außerdem
erhalten auch Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren HzL, die keinen Anspruch auf Sozialgeld haben.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 75
3.6.3.3 HILFE ZUR PFLEGE
Ganz ähnlich sieht es auch bei der Hilfe zur Pflege aus, die Menschen erhalten, die in ihrer
Häuslichkeit auf hauswirtschaftliche oder pflegeris che Unterstützung angewiesen sind oder
in einer Pflegeeinrichtung wohnen und die Pflegekosten nicht aus eigenem Einkommen oder
Vermögen beziehungsweise durch Leistungen der Pfleg eversicherung aufbringen können.
Menschen, die Hilfe zur Pflege bekommen, können auc h Hilfe zum Lebensunterhalt oder
Grundsicherung im Alter oder bei dauerhafter Erwerbsminderung erhalten. In diesem Bereich
beträgt der Anteil an Menschen mit Migrationsvorges chichte im Jahr 2012 noch 32,21%, um
2013 auf 31% und im Jahr 2014 auf 30,57% zu sinken. Auffällig ist hier, dass deutlich mehr
Frauen als Männer diese Hilfe erhalten. Dies liegt zum einen an der deutlich höheren Pfle-
geprävalenz von Frauen im Alter. Es kann zum andere n aber auch auf eine Versorgungslü-
cke insbesondere bei Frauen hindeuten. Insgesamt ist die Zahl der Pflegehilfeempfangenden
innerhalb von Einrichtungen deutlich niedriger als außerhalb von Einrichtungen.
Tabelle 62: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege außerhalb von Ein-
richtungen der Stadt Münster nach Migrationsvorgesc hichte, Staatsangehörigkeit und
Geschlecht 2012-2014
2012 2013 2014
Insgesamt 642 647 703
- davon mit Migrationsvorgeschichte 290 269 290
- Anteil 45,17% 41,58% 41,25%
- davon männlich 37,6% 36,8% 39,3%
- davon weiblich 62,4% 63,2% 60,7%
- davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit 43,1% 43,1% 42,1%
- davon Deutsche mit Migrationsvorgeschichte 56,9% 56,9% 57,9%
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
Tabelle 63: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege innerhalb von Ein-
richtungen der Stadt Münster nach Migrationsvorgesc hichte, Staatsangehörigkeit und
Geschlecht 2012-2014
2012 2013 2014
Insgesamt 727 727 720
- davon mit Migrationsvorgeschichte 151 157 145
- Anteil 20,77% 21,6% 20,14%
- davon männlich 25,8% 28,7% 28,3%
- davon weiblich 74,2% 71,3% 71,7%
- davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit 15,2% 14,6% 11,0%
- davon mit deutscher Staatsangehörigkeit 84,4% 85,4% 89,0%
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 76
3.6.4 EINGLIEDERUNGSHILFEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDE RUNG
In Bezug auf Menschen mit Behinderungen liegen mit Blick auf die Migrationsvorgeschichte
weniger differenzierte Zahlen vor. Dies liegt daran , dass die Schwerbehindertenstatistik des
Landes bisher noch nicht Auskunft über die Anzahl u nd Situation von Menschen mit Behin-
derungen und Migrationsvorgeschichte gibt. Hier ist aber eine Neukonzeption der Berichter-
stattung des Landes im Rahmen des Aktionsplans „Ums etzung der UN-
Behindertenrechtskonvention. Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ zu erwarten. Sie
sieht dann eine systematische Erhebung der Lebenssi tuation von Menschen mit Behinde-
rungen und Migrationsvorgeschichte in Nordrhein-Westfalen vor.
Bis dahin können Aussagen zu Menschen mit einer schweren Behinderung nur auf Basis der
Staatsangehörigkeit gegeben werden. Demnach hatten von den zum 31. Dezember 2013 in
der Stadt Münster registrierten 27.307 schwerbehind erten Menschen 929 keine deutsche
Staatsangehörigkeit, was einem Anteil von 3 Prozent entspricht (vgl. Tab. 64). Hiervon waren
539 Männer und 390 Frauen; von allen in Münster leb enden schwerbehinderten Menschen
waren 12.591 männlich und 14.716 weiblich. Von den ausländischen schwerbehinderten
Menschen stammten 647 (358 Männer, 289 Frauen) aus Ländern der Europäischen Union,
171 kamen aus der Türkei (102 Männer, 69 Frauen).
Tabelle 64: Schwerbehinderte Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in der
Stadt Münster am 31.12.2013
Insgesamt davon
weiblich
davon
männlich
Insgesamt 929 390 539
davon aus
- Ländern der Europäischen Union 647 289 358
- der Türkei 171 69 102
- Afrika 47 9 38
- Amerika 9 5 4
- Asien 169 67 102
- ungeklärt 6 2 4
- ohne Angabe 46 18 28
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
Die Stadt Münster bemüht sich, strukturelle Barrier en für Menschen mit Behinderung weiter
abzubauen. Dies gilt auch insbesondere für Menschen , die eine Migrationsvorgeschichte
haben. Ein Mittel dazu stellt die sog. Eingliederungshilfe dar. Aufgabe der Eingliederungshilfe
ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten, eine vorhandene Behinderung und deren
Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behind erten Menschen besser in die Gesell-
schaft einzugliedern. Ein Blick in die Statistik de r Empfängerinnen und Empfänger von Ein-
gliederungshilfe in der Stadt Münster zeigt, dass M enschen mit Migrationsvorgeschichte in-
zwischen überproportional zu ihrem Bevölkerungsanteil an dieser Hilfe partizipieren. Im Jahr
2014 gingen fast 30% der Eingliederungshilfe an Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Die
Empfangenden waren zu 60% Männer und zu 40% Frauen. Etwa jeder fünfte Empfangende
hatte eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 77
Tabelle 65: Empfängerinnen und Empfänger von Eingli ederungshilfe in der Stadt
Münster nach Migrationsvorgeschichte, Geschlecht un d Staatsangehörigkeit 2012-
2014
2012 2013 2014
Insgesamt 196 229 250
- davon mit Migrationsvorgeschichte 54 65 71
- Anteil 27,6% 28,4% 28,4%
- davon männlich 64,8% 63,1% 60,6%
- davon weiblich 35,2% 36,9% 39,4%
- davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit 16,7% 18,5% 21,1%
- davon mit deutscher Staatsangehörigkeit 83,3% 81,5% 78,9%
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
Um die Eingliederung von Menschen mit Migrationsvor geschichte weiter zu verbessern,
wurde im Jahr 2013 zudem zum ersten Mal eine Verans taltung zu dem Thema „Menschen
mit Behinderung und Migrationsvorgeschichte in Müns ter“ durchgeführt. Bei der Veranstal-
tung haben Menschen mit und ohne Behinderung, Mensc hen mit und ohne Migrationsvorge-
schichte und Fachkräfte aus Beratungsstellen erörte rt, welche Unterstützung Menschen mit
Behinderung und Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster benötigen und wie die unter-
schiedlichen Dienste ihr Angebot auf diese Zielgrup pe besser ausrichten können, so dass
bestehende Zugangsbarrieren zu den Angeboten abgebaut werden.
50
3.7 GESUNDHEIT UND SPORT
LEITZIEL
„Wir wollen für alle Zugewanderten einen gleichwert igen Zugang zu Gesundheits- und Pfle-
geeinrichtungen erreichen und entsprechende Vorsorg e-, Beratungs- und Betreuungsange-
bote im Gesundheitsbereich ermöglichen. Ziel ist es , durch die Teilnahme am Sport gegen-
seitige Berührungsängste abzubauen, Toleranz und An erkennung zu stärken und gegen
Diskriminierungen vorzugehen.“
Im Bereich Gesundheit wird wie im letzten Bericht d er Schwerpunkt auf die ärztliche Schu-
leingangsuntersuchung des Gesundheitsamtes gelegt ( Punkt 3.7.1). Diese Untersuchung,
die bei allen Kindern eines Einschuljahrgangs erfolgt, dient der Beurteilung des Gesundheits-
und Entwicklungsstandes des Kindes und der gesundhe itlich ausgerichteten Schullaufbahn-
beratung. Sie liefert wertvolle Informationen bei d er Beratung der Eltern bzw. der Schule bei
etwaigen gesundheitlichen Besonderheiten und Entwic klungsauffälligkeiten. Ein ebenso
wichtiger Indikator ist die Inanspruchnahme von Frü hförderangeboten und Frühen (Gesund-
heits-) Hilfen der Stadt (Beratungsstelle „Frühe Hilfen“), die allen Münsteraner Familien offen
stehen, die aber als niedrigschwelliges Angebot ins besondere Familien in prekären Lebens-
lagen helfen sollen. Angesichts der Zunahme der Zuw anderung von Flüchtlingen infolge der
zahlreichen internationalen humanitären Krisen gewi nnt diese Form der subsidiären oder
kompensatorischen Gesundheitsversorgung zunehmend a n Bedeutung und fordert das Ge-
sundheitssystem der Stadt Münster auf besondere Wei se heraus. Nachfolgend wird deswe-
gen besonders auf die Wahrnehmung dieser Angebote d urch Familien mit Migrationsvorge-
schichte geachtet (Punkt 3.7.2).
50 Die Dokumentation zu dieser Veranstaltung kann auf der Homepage des Kommunalen Integrationszentrums a bgerufen wer-
den: http://www.muenster.de/stadt/zuwanderung/pdf/Bericht_Tueren_oeffnen.pdf.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 78
Weitere Indikatoren des Integrationsmonitorings im Handlungsfeld „Gesundheit“ sind die
Inanspruchnahme der Angebote und Leistungen des Soz ialpsychiatrischen Dienstes der
Stadt Münster (3.7.3) sowie im Bereich „Sport“ die Schwimmfähigkeit von Schulanfängerin-
nen und -anfängern (3.7.4) sowie die Situation und Einbindung von migrantischen Sportver-
einen (3.7.5).
3.7.1 GESUNDHEITLICHE SITUATION UND VERSORGUNG VON KINDERN
MIT MIGRATIONSVORGESCHICHTE BEI SCHULBEGINN
Aus der allgemeinen schulärtzlichen Untersuchung lä sst sich ableiten, dass der Gesund-
heitszustand aller in den letzten Jahren in der Stadt Münster eingeschulten Kinder als gut bis
sehr gut beschrieben werden kann. Schwere oder chro nische Erkrankungen, die die Ent-
wicklung der Kinder allgemein bzw. die Integration in Kindergarten und Schule im Besonde-
ren gefährden, sind sowohl in der Gruppe der Kinder mit als auch ohne Migrationsvorge-
schichte selten. Die betroffenen Kinder sind in der Regel im gesundheitlichen Regelversor-
gungssystem versorgt. Dies zeigt, dass das gut ausg ebaute gesundheitliche Regelversor-
gungssystem und die Schulgesundheitspflege in der S tadt Münster einschließlich der Bera-
tungsstelle „Frühe Hilfen“ des Gesundheitsamtes seh r wirkungsvoll sind und dafür sorgen,
dass Krankheiten oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen bei den meisten Kindern frühzei-
tig erkannt und behandelt werden können.
Ein wichtiger Indikator hierfür ist die Teilnahme a n den gesetzlich empfohlenen Früherken-
nungsuntersuchungen beim Kinderarzt (sog. U-Untersu chungen). Hier zeigt sich, dass Kin-
der mit Migrationsvorgeschichte in den letzten Jahren deutlich häufiger diese Vorsorgeunter-
suchungen mitgemacht haben als in früheren Zeiten. Im Jahr 2015 lag der Anteil der in
Deutschland geborenen Kindern mit Migrationsvorgeschichte,
51 die alle 9 U-Untersuchungen
des Vorsorgekalenders durchlaufen haben, bei fast 8 0%. Anfang der 2000er Jahre betrug
der Anteil noch ca. 60%. 52 Die gestiegene Quote der Teilnahmen ist neben vers chiedenen
Einzelaktionen, wie beispielsweise die Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklä-
rung (BzgA) „Ich geh‘ zur U, und Du?“ auf die zwischenzeitlich eingeführte ärztliche Melde-
pflicht durchgeführter Früherkennungsuntersuchungen und auf die seit 2008 flächendecken-
den Familienbesuche durch das Präventionsteam „Fami lienbesuche“ zurückzuführen. Er-
gänzend ermöglichen die aufsuchenden Hilfen bei Fam ilien mit besonderen Bedarfen und
die niederschwellige Unterstützung durch eine Famil ien-Kinder-Krankenschwester den Fa-
milien die Anbindung an das Regelgesundheitssystem, was auch zu einer höheren Teilnah-
me an den U-Untersuchungen beiträgt. Dennoch werden weiterhin nicht alle Kinder an allen
Untersuchungspunkten erreicht. Kinder ohne Migratio nsvorgeschichte haben im Jahr 2015
zu 90% alle Vorsorgeuntersuchungen aufgewiesen, Kin der mit Zuwanderung nur in knapp
80% (vgl. Abb. 19). Dieser Unterschied darf aber ni cht überinterpretiert werden, da die in
Deutschland geborenen Kinder mit Migrationsvorgeschichte (nur diese werden in dieser Dar-
stellung betrachtet) zwischen Geburt und Einschulun g bisweilen längere Zeiten im Ausland
verbringen. „Lücken im Vorsorgekalender“ bestehen in diesen Fällen, weil sich das Kind zum
Vorsorgezeitpunkt lediglich nicht in Deutschland aufgehalten hat.
51 Es werden im Folgenden deswegen nur Kinder, die in Deutschland geboren sind, betrachtet, um Verzerrungen der Analysen
durch späteren „Einstieg“ in das deutsche Früherkennungssystem zu vermeiden.
52 Die U7a wurde zwischenzeitlich neu eingeführt und bleibt für diese Analyse daher unberücksichtigt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 79
Abbildung 19: Vollständigkeit des Vorsorgestatus (U-Untersuchungen) bei in Deutsch-
land geborenen Kindern mit und ohne Migrationsvorge schichte (MVG) in der Stadt
Münster 2002-2015
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Ein weiterer wichtiger Indikator des Gesundheitszus tands von Kindern mit und ohne Migrati-
onsvorgeschichte ist die Vollständigkeit des Impfsc hutzes. Hier lässt sich zunehmend fest-
stellen, dass Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationsvorgeschichte in den
letzten Jahren immer mehr verschwinden bzw. sich um kehren. So war im Jahr 2015 die
Quote des vollständigen Impfschutzes bei Kindern mit Migrationsvorgeschichte höher als bei
Kindern ohne Migrationsvorgeschichte. Dies gilt sog ar unabhängig davon, ob das Kind in
Deutschland geboren wurde oder erst im Laufe des Le bens nach Deutschland eingewandert
ist. Dies verdeutlicht, wie gut Kinder mit Migratio nsvorgeschichte inzwischen in das gesund-
heitliche Regelversorgungssystem in der Stadt Münster eingebunden sind. Insgesamt lag die
Quote der nach dem Impfplan der Ständigen Impfkommi ssion am Robert-Koch-Institut
(STIKO) vollständig geimpften Schulanfängerinnen un d -anfänger im Jahr 2015 bei über
80%. Dies spiegelt einen bundesweiten Trend wider, dass Impfangebote von den meisten
Eltern gerne und sehr umfassend angenommen werden.
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2002 ohne MVG
2002 mit MVG
2003 ohne MVG
2003 mit MVG
2004 ohne MVG
2004 mit MVG
2005 ohne MVG
2005 mit MVG
2006 ohne MVG
2006 mit MVG
2007 ohne MVG
2007 mit MVG
2008 ohne MVG
2008 mit MVG
2009 ohne MVG
2009 mit MVG
2010 ohne MVG
2010 mit MVG
2011 ohne MVG
2011 mit MVG
2012 ohne MVG
2012 mit MVG
2013 ohne MVG
2013 mit MVG
2014 ohne MVG
2014 mit MVG
2015 ohne MVG
2015 mit MVG
7
Vorsorgen
und
weniger
8
Vorsorgen
9
Vorsorgen
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 80
Tabelle 66: Kinder ohne Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster nach Vollstän-
digkeit des Impfschutzes 2001-2015
Insgesamt
davon mit
vollständigem
Impfschutz
Anteil
davon mit
geringen
Lücken
Anteil
davon mit
großen
Lücken
Anteil
2001 1293 58 4,5% 704 54,4% 531 41,1%
2002 1844 216 11,7% 1057 57,3% 571 31,0%
2003 1857 686 36,9% 838 45,1% 333 17,9%
2004 1739 922 53,0% 574 33,0% 243 14,0%
2005 1679 1132 67,4% 330 19,7% 217 12,9%
2006 1603 1187 74,0% 248 15,5% 168 10,5%
2007 1605 1227 76,4% 202 12,6% 176 11,0%
2008 1526 1262 82,7% 137 9,0% 127 8,3%
2009 1564 1278 81,7% 120 7,7% 166 10,6%
2010 1476 1230 83,3% 128 8,7% 118 8,0%
2011 1421 1156 81,4% 144 10,1% 121 8,5%
2012 1466 1186 80,9% 156 10,6% 124 8,5%
2013 1414 1189 84,1% 132 9,3% 93 6,6%
2014 1488 1235 83,0% 153 10,3% 100 6,7%
2015 1445 1218 84,3% 138 9,6% 89 6,2%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Tabelle 67: Kinder mit Migrationsvorgeschichte in d er Stadt Münster nach Vollstän-
digkeit des Impfschutzes 2001-2015
Insgesamt
davon mit
vollstän-
digem
Impf-
schutz
Anteil
davon mit
geringen
Lücken
Anteil
davon mit
großen
Lücken
Anteil
2001 273 17 6,2% 164 60,1% 92 33,7%
2002 350 63 18,0% 197 56,3% 90 25,7%
2003 432 181 41,9% 199 46,1% 52 12,0%
2004 507 313 61,7% 163 32,1% 31 6,1%
2005 491 332 67,6% 123 25,1% 36 7,3%
2006 599 455 76,0% 102 17,0% 42 7,0%
2007 592 504 85,1% 55 9,3% 33 5,6%
2008 696 616 88,5% 56 8,0% 24 3,4%
2009 758 665 87,7% 59 7,8% 34 4,5%
2010 752 687 91,4% 42 5,6% 23 3,1%
2011 820 726 88,5% 61 7,4% 33 4,0%
2012 859 767 89,3% 66 7,7% 26 3,0%
2013 800 705 88,1% 53 6,6% 42 5,3%
2014 753 668 88,7% 64 8,5% 21 2,8%
2015 807 719 89,1% 62 7,7% 26 3,2%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 81
3.7.2 WAHRNEHMUNG VON FRÜHFÖRDERANGEBOTEN UND FRÜHE N (GE-
SUNDHEITS-)HILFEN
Ein weiteres Element der bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung in der Stadt ist die Nähe
der Gesundheitsangebote zu den Quartieren, so dass insbesondere Kinder und Familien mit
besonderen Unterstützungsbedarfen schnell und niedr igschwellig Hilfen und Beratungsstel-
len aufsuchen können. Eine wichtige Anlaufstelle für Eltern in diesem Zusammenhang ist die
Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ am Gesundheitsamt. Hierbei handelt es sich um eine multidis-
ziplinäre Fachstelle, bei der Entwicklungsdiagnosti k und -beratung sowie Frühförderung und
aufsuchende Hilfen „aus einer Hand“ angeboten werden. Im Gegensatz zu den grundsätzlich
verpflichtenden Untersuchungen des Schulgesundheitsdienstes handelt es sich bei der Bera-
tungsstelle „Frühe Hilfen“ jedoch um eine Fachstell e mit Angebotscharakter, d. h. Eltern –
bzw. Kinder aber auch alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die noch eine Schule
besuchen – können sich an die Beratungsstelle wenden. Diese Freiwilli gkeit macht es erfor-
derlich, dass dieses Angebot den berechtigten Perso nen auch durch andere Fachstellen wie
Kitas, Schulen, Ärzte oder Beratungsstellen immer w ieder angeboten wird. Durch wiederhol-
te diesbezügliche Beratung vor allem durch Kitas un d Kinderärzte gelingt diese Anbindung
häufig aber doch nicht in allen Fällen, wo dies wün schenswert wäre. Insofern ist es beson-
ders wichtig zu sehen, wie dieses Beratungsangebot der Stadt von verschiedenen Gruppen
angenommen wird und wie insbesondere Familien, Kind er und Jugendliche mit Migrations-
vorgeschichte an diesem Angebot partizipieren.
Der Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte i st in den Beratungsstellen der Stadt in
den vergangenen drei Jahren, also seitdem die Migra tionsvorgeschichte bei den Kundinnen
und Kunden erfasst wird, in den meisten Beratungs- und Unterstützungskategorien ange-
stiegen. Insgesamt lag der Anteil der betreuten Kin der und Familien mit Migrationsvorge-
schichte im ersten Halbjahr 2015 bei 64%. 2012 ware n es 49% (vgl. Tab. 68). Für die Arbeit
der Beratungsstelle ist es ein Hinweis darauf, dass die Familien mit Migrationsvorgeschichte
immer besser erreicht werden.
Tabelle 68: Inanspruchnahme der Beratungsstelle Frü he Hilfen im Gesundheitsamt
2012 - 2014
2012 2013 2014
In der Beratungsstelle vorgestellte Kinder 752 717 721
- davon mit Migrationsvorgeschichte 49% 54% 60%
Kinder, die Frühförderung erhalten haben 145 149 149
- davon mit Migrationsvorgeschichte 44% 48% 58%
Durch eine Logopädin betreute Kinder 43 61 64
- davon mit Migrationsvorgeschichte 65% 70% 67%
Durch eine Familienkinderkrankenschwester betreute Kinder 62 76 87
- davon mit Migrationsvorgeschichte 75% 84% 78%
Betreuungstermine für Schwangere und junge Mütter 1.129 1.348 1.293
-
Von Familienhebammen betreute Frauen 141 152 160
- davon mit Migrationsvorgeschichte 63% 59% 74%
Andere aufsuchende Gesundheitshilfen* 388 115 215
* ab 2013 Anzahl betreuter Familien Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 82
Ähnliches lässt sich insgesamt auch aus den Daten der Schuleingangsuntersuchung heraus-
lesen, wenngleich die Zahlen hier etwas schwanken. Hier werden regelmäßig Eltern, deren
Kinder, die zu Schulbeginn offensichtlich einen besonderen Unterstützungsbedarf aufweisen,
gefragt, ob sie bereits Kontakt zur Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ haben. Dabei geben seit
2007 regelmäßig mehr als 50% der Eltern mit Migrati onsvorgeschichte an, dass sie entspre-
chenden Kontakt gehabt hätten. Im Jahr 2001 lag der Wert noch unter 15%.
Abbildung 20: Anteil der in Deutschland geborenen Kinder mit Migrationsvorgeschich-
te mit „erheblichen Auffälligkeiten“ bei der schulä rztlichen Untersuchung, die nach
eigenen Angaben Kontakt zur Beratungsstelle „Frühe Hilfe“ der Stadt Münster haben,
2001-2015
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Ein Grund für die relativ gute Versorgungslage von Familien mit Migrationsvorgeschichte
wird in der guten Vernetzung der Beratungsstellen m it den für die Stadt Münster tätigen Fa-
milienhebammen und anderen Einrichtungen der „Frühen Hilfen“ gesehen. Insbesondere die
aufsuchende Tätigkeit von sog. Familienkinderkranke nschwestern, die Familien und Mütter
bei der Versorgung ihrer Kinder unterstützen, wird als ausschlaggebend angesehen, dass
Berührungsängste mit kommunalen Institutionen abgeb aut werden. Nicht selten bestehen
bei Familien aufgrund ihrer anderen soziokulturelle n Erfahrungen große Hemmschwellen,
Hilfen von öffentlichen Stellen anzunehmen. Hier ha t sich bewährt, dass die Beratungsstelle
niedrigschwellig arbeitet und eng mit anderen Angeb oten der Stadt Münster vernetzt ist. Ins-
gesamt wird in der täglichen Arbeit der Fachstelle deutlich, dass das Angebot inzwischen im
gesamten Stadtgebiet recht gut bekannt ist. Dennoch sieht es die Beratungsstelle als ihre
Aufgabe an, ihre Angebote immer weiter bekannt zu m achen und dabei auch an veränderte
Bedarfe anzupassen. Eine besondere Herausforderung für die Beratungsstelle „Frühe Hilfen“
wird in den nächsten Jahren vor allem darin gesehen , dass auch diejenigen Familien mit
entwicklungsauffälligen Kindern erreicht werden, di e erst im späteren Kleinkindalter nach
Münster kommen.
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2001-2003 2004-2007 2008-2011 2012-2015
Kontakt zur Beratungsstelle Kein Kontakt zur Beratungsstelle
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 83
Hier wird der Vernetzungsbedarf der Beratungsstellen mit den Kindertagesstätten und Schu-
len bzw. Kinderarztpraxen und Ämtern (vor allem mit dem Amt für Kinder und Jugend, Schu-
le und Soziales) weiter steigen.
Ein Teil der Arbeit der Beratungsstelle erfolgt zud em mobil, d. h. bei den Familien zu Hause.
Dies setzt voraus, dass sich die Mitarbeitenden der Beratungsstelle mit dem Thema „Kultur-
sensibilität“ auseinandersetzen und sensibel im Umg ang mit Familien mit Migrationsvorge-
schichte sind. Aus diesem Grund nehmen sie regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil
und nutzen dabei unter anderem auch die Fortbildung sangebote der Stadt Münster zum
Thema „Kulturelle Vielfalt“.
3.7.3 INANSPRUCHNAHME DES SOZIALPSYCHIATRISCHEN DIE NSTES
Der Sozialpsychiatrische Dienst im Amt für Gesundhe it, Veterinär- und Lebensmittelangele-
genheiten ist eine Beratungsstelle für Menschen mit Hinweisen auf psychische Störungen
und/oder Suchterkrankungen sowie in seelischen Kris en. Seit 2009 gibt es im Sozialpsychi-
atrischen Dienst den Schwerpunkt „Migration & seelische Gesundheit“, in dem gezielt migra-
tionsspezifische Themen behandelt werden. In diesem Rahmen werden zahlreiche Work-
shops, Fortbildungen und Arbeitskreise in Anspruch genommen, was den Prozess der inter-
kulturellen Öffnung innerhalb des Teams des Gesundheitsamts fördert und die kultursensible
und individuelle Hilfeplanung und -vermittlung unte rstützt. In Kooperation mit dem Sozialamt
der Stadt Münster veranstaltete der Sozialpsychiatr ische Dienst im Jahr 2014 in diesem Zu-
sammenhang z. B. den Fachtag „Migration und seelisc he Gesundheit“. Seit 2011 werden
zudem migrationsspezifische Daten erhoben und ausge wertet, um den Zugang für Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte zu erleichtern un d eventuell bestehende Barrieren zu
erkennen. Die Ergebnisse werden regelmäßig an die P olitik und entsprechende Stellen in
der Verwaltung (Psychiatriekoordination, Arbeitskre ise, Gesundheitskonferenz, Koordinie-
rungsstelle für Migration und Interkulturelle Angel egenheiten) weitergegeben. Im Folgenden
wird eine kleine Auswahl der Ergebnisse aus der Auswertung 2014 vorgestellt.
Insgesamt zeigen die Daten, dass das Angebot des So zialpsychiatrischen Dienstes im Jahr
2014 in etwa zu gleichen Teilen von Männern und Fra uen genutzt wurde (vgl. Tab. 69). Den
Hauptanteil der Klientinnen und Klienten mit Migrat ionsvorgeschichte (rund 60%) machten
erwachsene Menschen im Alter zwischen 30 und 59 Jah re aus. Etwa 20% waren junge Er-
wachsene zwischen 18 und 29 Jahre, jeweils etwa 10% waren Kinder und Jugendliche unter
18 Jahre sowie Seniorinnen und Senioren über 59 Jahre (vgl. Tab. 70).
Tabelle 69: Inanspruchnahme des sozialpsychiatrisch en Dienstes der Stadt Münster
durch Menschen mit Migrationsvorgeschichte (n=288) nach Geschlecht 2014
Geschlecht Anteil
männlich 50,7%
weiblich 49,3%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 84
Tabelle 70: Inanspruchnahme des sozialpsychiatrisch en Dienstes der Stadt Münster
durch Menschen mit Migrationsvorgeschichte (n=288) nach Alter 2014
Alter Anzahl Anteil
0-17 Jahre 28 9,7%
18-29 Jahre 58 20,1%
30-59 Jahre 173 60,1%
60 Jahre und älter 29 10,1%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Die häufigsten diagnostizierten Störungen der Klien tinnen und Klienten mit Migrationsvorge-
schichte (n=393) waren dabei neurotische, Belastung s- und somatoforme Störungen (92
Fälle) wie z. B. Posttraumatische Belastungsstörungen sowie Affektive Störungen (90 Fälle),
wie z.B. Depressionen. Mit recht deutlichem Abstand folgen Diagnosen zur Schizophrenie
bzw. Schizothyme und Wahnhafte Störungen (63 Fälle) , Abhängigkeitserkrankungen (62
Fälle) sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörung en (31 Fälle). Auffallend ist, dass Ab-
hängigkeitserkrankungen vor allem bei Männern auftr aten, während bei allen anderen Diag-
nosen in der Mehrheit Frauen betroffen waren (vgl. Abb. 21).
Abbildung 21: Häufigste Diagnosen bei Klientinnen u nd Klienten mit Migrationsvorge-
schichte (n=393) im Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Münster 2014
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Häufigste, den Gesundheitszustand beeinflussende Fa ktoren waren für Klientinnen und Kli-
enten mit Migrationsvorgeschichte schwere familiäre Probleme (40 Fälle), soziale Isolation
31 Fälle) und mangelnde Compliance, d. h. mangelnde Mitwirkung in der Hilfeplanung und–
vermittlung (27 Fälle). Zudem spielten bei einigen Menschen auch finanzielle Proble-
me/Schulden (23 Fälle) und ausgeprägte sprachliche Schwierigkeiten (17 Fälle) eine Rolle.
Genannt wurden auch Selbstversorgungsprobleme (15 F älle)und häusliche Gewalt (13 Fäl-
le).
14
17
35
51
47
17
45
28
39
45
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F6)
Abhängigkeitserkrankungen (F1)
Schiziphrenie, schizotype und wahnhafte
Störungen (F2)
Affektive Störungen (F3)
Neurotische-, Belastungs- und somatoforme
Störungen (F4)
Frauen (n=186) Männer (n=207)
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 85
Aufgrund der anwachsenden Zahl von Klientinnen und Klienten mit Migrationsvorgeschichte
gewinnt auch in diesem Handlungsfeld die interkultu relle Kompetenz der Mitarbeitenden im-
mer mehr an Bedeutung. Daher bedarf es auch in dies em Bereich weiterhin interkultureller
Fortbildungen, um eine effektive und kultursensible Hilfeplanung und Hilfevermittlung zu ge-
währleisten und ggf. bestehende Integrationshemmnis se und Zugangsbarrieren schneller zu
erkennen und abzubauen.
Abbildung 22: Häufigste den Gesundheitszustand beei nflussende Faktoren bei Klien-
tinnen und Klienten mit Migrationsvorgeschichte (n= 233) im Sozialpsychiatrischen
Dienst der Stadt Münster 2014
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
3.7.4 SCHWIMMFÄHIGKEIT VON SCHULANFÄNGERINNEN UND S CHULAN-
FÄNGERN
Ein gesundes Aufwachsen von Kindern und ihren Famil ien ist aber nicht allein von Umfang
und Qualität der Anbindung an das Gesundheitssystem abhängig. Eine altersgerechte Ent-
wicklung von Kindern ist auch abhängig von der Part izipation der Familien am gesellschaftli-
chen Leben, so auch an Freizeitaktivitäten außerhal b von Kindergarten und Schule. Gerade
in der Nutzung von Sportangeboten liegt eine große Chance für ein gutes Einleben der „Zu-
wandererfamilien“. Zu diesem Themenkomplex liegen der Stadt Münster jedoch nur wenige
Daten vor. Einen gewissen Hinweis geben die Zahlen zum vorschulischen Erwerb des See-
pferdchens. Diese Information wird – als ein Indikator für die gesellschaftliche Teilhabe – seit
vielen Jahren im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung erhoben. Hierbei ist festzustellen,
dass der Anteil von Kindern, bei denen die Eltern b ei der Einschulung den Erwerb des See-
pferdchens angeben, in den letzten Jahren kontinuie rlich zurückgegangen ist, zuletzt auf
unter 30%. Die „Schwimmerinnen- und Schwimmerquote“ bei Kindern mit Migrationsvorge-
schichte war dabei stets geringer als bei Kindern o hne Migrationsvorgeschichte. Im Jahr
2015 lag sie lediglich bei 15,5%. Hierbei ist jedoc h zu berücksichtigen, dass in den letzten
Jahren eine Vorverlegung des Einschulungsalters stattgefunden hat.
13
15
18
23
27
31
40
0 10 20 30 40
Häusliche Gewalt
Selbstversorgungs
probleme
Ausgeprägte
sprachliche
Schwierigkeiten
Finanzielle
Probleme/Schulden
Mangelnde
Compliance
Soziale Isolation
Schwere familiäre
Probleme
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 86
Zugleich findet die Schuluntersuchung und damit auc h die Befragung nach der Schwimmfä-
higkeit in Quartieren mit besonders hohem Unterstüt zungsbedarf früher statt, um eventuelle
Unterstützungsbedarfe möglichst frühzeitig zu erken nen. Insofern sind auch an dieser Stelle
systematische Verzerrungen der Statistik nicht auszuschließen.
Die grundsätzlichen Unterschiede lassen sich allein e durch diese Verzerrungsmöglichkeiten
aber nicht erklären. Insofern kann vermutet werden, dass „echte“ Faktoren zu einer Verände-
rung des Freizeitverhaltens und damit zu einem Rück gang der Schwimmfähigkeit geführt
haben. So ist beispielsweise die Zunahme der Kinder betreuung außerhalb der Familie in
ihrer Bedeutung für das Freizeitverhalten der Kinde r nicht ausreichend bekannt. Ob die Ver-
änderungen in der Bäderlandschaft (zuletzt die Zers törung des Bades in Kinderhaus durch
die „Jahrhundertflut“ 2014) einen Einfluss auf das Schwimmverhalten haben, lässt sich aus
den Schuleingangsdaten nicht ableiten.
Tabelle 71: Schulanfängerinnen und Schulanfänger in der Stadt Münster, die im Vor-
schulalter das Seepferdchen erworben haben, nach Mi grationsvorgeschichte 2001-
2015
Alle Schulanfängerinnen
und -anfänger
Schulanfängerinnen und
-anfänger mit Migrations-
vorgeschichte
Schulanfängerinnen und
-anfänger ohne Migrations-
vorgeschichte
mit See-
See-
pferd-
chen
ohne
See-
pferd-
chen
Anteil
mit See-
See-
pferd-
chen
mit See-
See-
pferd-
chen
ohne
See-
pferd-
chen
Anteil
mit See-
See-
pferd-
chen
mit See-
See-
pferd-
chen
ohne
See-
pferd-
chen
Anteil
mit See-
See-
pferd-
chen
2001 448 895 33,4% 26 232 10,1% 422 663 38,9%
2002 847 1482 36,4% 60 333 15,3% 787 1149 40,7%
2003 868 1637 34,7% 100 413 19,5% 768 1224 38,6%
2004 923 1458 38,8% 107 427 20,0% 816 1031 44,2%
2005 805 1555 34,1% 92 474 16,3% 713 1081 39,7%
2006 800 1578 33,6% 125 546 18,6% 675 1032 39,5%
2007 890 1442 38,2% 126 528 19,3% 764 914 45,5%
2008 800 1443 35,7% 120 576 17,2% 680 867 44,0%
2009 839 1549 35,1% 148 636 18,9% 691 913 43,1%
2010 830 1432 36,7% 132 639 17,1% 698 793 46,8%
2011 769 1507 33,8% 144 682 17,4% 625 825 43,1%
2012 759 1588 32,3% 148 720 17,1% 611 868 41,3%
2013 676 1566 30,2% 145 663 17,9% 531 903 37,0%
2014 688 1587 30,2% 105 661 13,7% 583 926 38,6%
2015 688 1615 29,9% 129 701 15,5% 559 914 37,9%
Quelle: Gesundheitsamt der Stadt Münster
Derzeit wird in der Stadt Münster eine Reihe von Pr ojekten durchgeführt, die die Schwimme-
rinnen- und Schwimmerquote wieder anheben soll. Ein gezieltes Projekt zur Förderung der
Schwimmaktivität der Kinder ist das Schwimmprojekt für Schülerinnen und Schüler der vier-
ten und fünften Klassen der Münsteraner Schulen, da s seit fünf Jahren jeweils in den Oster-
bzw. Herbstferien durchgeführt wird. An dem Angebot des Sportamtes nahmen mit 77% (697
Kinder) überdurchschnittlich viele Kinder mit Migrationsvorgeschichte teil.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 87
3.7.5 AUSLÄNDISCHE SPORTVEREINE
Ein weiterer Indikator zur Partizipation von Menschen mit Migrationsvorgeschichte am Sport-
angebot in der Stadt Münster ist die Zahl der migra ntischen Sportvereine und ihre Partizipa-
tion im Stadtsportbund. Vereine mit Migrationsvorge schichte sind inzwischen ein fester Be-
standteil des Münsteraner Sportbetriebs und spielen eine wichtige Rolle für die Integration,
insbesondere auch weil sie viele Menschen mit Migra tionsvorgeschichte erreichen. Die Ver-
eine mit Migrationsvorgeschichte sind im Vergleich mit den etablierten Münsteraner Vereinen
jedoch deutlich weniger im Stadtsportbund organisie rt und kommen infolgedessen nicht in
den Genuss vieler Vergünstigungen. So garantiert di e Mitgliedschaft im Stadtsportbund z.B.
die kostenlose Nutzung von Sportstätten. Insbesonde re Vereine, die nicht über eigene
Sportstätten verfügen, werden daher immer wieder da zu aufgefordert, dem Stadtsportbund
beizutreten. Blickt man auf die „ausländischen“ Sportvereine 53 in der Stadt Münster, so stellt
man fest, dass diese Vereine nach wie vor mehrheitl ich nicht im Stadtsportbund organisiert
sind, auch wenn in den letzten Jahren zwei weitere der insgesamt neun ausländischen
Sportvereine in Münster dem Stadtsportbund beigetre ten sind. Im Jahr 2014 waren aber
noch fünf Vereine nicht Mitglied. Insgesamt wurden in der Stadt Münster in den Jahren 2012
und 2014 230 Sportvereine registriert, davon waren jeweils 30 Vereine nicht Mitglied im
Stadtsportbund.
Tabelle 72: Sportvereine im Stadtsportbund der Stadt Münster 2012 und 2014
2012 2014
Sportvereine insgesamt 230 230
davon ausländische Vereine 9 9
Mitglieder im Stadtsportbund 200 200
davon ausländische Vereine 2 4
keine Mitglieder im Stadtsportbund 30 30
davon ausländische Vereine 7 5
Quelle: Sportamt der Stadt Münster
3.8 FLÜCHTLINGE
Die Kommune ist eine tragende Säule für die Aufnahm e und Integration von Flüchtlingen.
Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen sind auch in Münster Politik und Gesellschaft im
vorliegenden Berichtszeitraum in besonderer Weise v or große Herausforderungen gestellt
worden. Die Kommunen müssen kurzfristig erhebliche Unterbringungskapazitäten für die
Zuweisung der Flüchtlinge durch das Land NRW bereit stellen, denn die Aufnahme von
Flüchtlingen ist eine Pflichtaufgabe der Kommune. Mit dem vorgelegten Überblick werden
die Situation und – soweit es möglich ist – ein Teil der Maßnahmen sowie die Wichtigkeit der
Einbeziehung des bürgerschaftlichen Engagements dargestellt, die in Münster für die Flücht-
lingsarbeit nicht mehr wegzudenken sind. Um auch zu künftig sicherzustellen, dass die Maß-
nahmen zur Integration von Flüchtlingen ineinanderg reifen, wird im zweiten Halbjahr 2016
ein neues Flüchtlingskonzept erstellt 54 .
53 Es werden hier nur Vereinsgründungen nach der Staa tsangehörigkeit ihrer Gründerinnen und Gründer bzw. Vorstände er-
fasst, nicht nach ihrer Migrationsvorgeschichte.
54 Der Entwurf des Flüchtlingskonzepts kann unter fol gendem Link abgerufen werden:
https://www.muenster.de/fuer_fluechtlinge.html
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 88
3.8.1 ZAHL DER ZUZÜGE UND HERKUNFTSLÄNDER
Die Zahl der Zuzüge von Flüchtlingen in die Bundesr epublik Deutschland ist in den letzten
Jahren stark angestiegen. Allein im Jahr 2015 waren im bundesweiten Erfassungssystem für
Flüchtlinge mehr als eine Millionen Menschen regist riert. Hiervon haben knapp die Hälfte,
exakt 476.649 einen Asylantrag gestellt. Im Jahr 20 11 waren es noch 53.347, d. h. die Zah-
len der Asylsuchenden haben sich innerhalb von fünf Jahren fast verzehnfacht .
Auf Bundesebene war das Hauptherkunftsland der neu anko mmenden Flüchtlinge 2015 Sy-
rien. Hohe Zuzüge waren zudem aus dem Irak und Afgh anistan zu verzeichnen . Bis zur Jah-
resmitte waren noch Zuzüge aus den Westbalkanstaate n stark vertreten, bis einschließlich
August 2015 machten sie durchschnittlich knapp zwei Drittel aus. Mit der Deklaration dieser
Länder als „sichere Herkunftsstaaten“ gingen die Za hlen ab September 2015 jedoch stark
zurück. In der folgenden Tabelle 63 sind die Haupth erkunftsländer der Erstantragsstellerin-
nen und -steller von Asylverfahren auf Bundesebene im Januar 2016 dargestellt. An der
Spitze liegt mit 53,7% das Herkunftsland Syrien, ge folgt vom Irak mit 13% und Afghanistan
mit einem Anteil von 9,7%.
Tabelle 73: Hauptherkunftsländer der Erstantragstel lerinnen und -antragsteller auf
Asylverfahren auf Bundesebene im Januar 2016
Herkunftsland Bund Anteil
Syrien 27.146 53,7%
Irak 6.567 13,0%
Afghanistan 4.917 9,7%
Albanien 1.202 2,4%
Iran 1.061 2,1%
Pakistan 744 1,5%
Eritrea 627 1,2%
Serbien 473 0,9%
staatenlos 594 1,2%
ungeklärt 2.799 5,5%
sonstige 4.402 8,8%
Insgesamt 50.523 100,0%
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
In Münster hat sich von 2014 auf 2015 die Zahl der Zuzüge von Flüchtlingen mehr als ver-
dreifacht. Im Jahr 2015 sind der Stadt Münster fast 3.000 Flüchtlinge zugewiesen worden.
Parallel dazu hat auch das Land NRW in Münster Flüc htlinge untergebracht. Es wurden im
Laufe des Jahres 2015 drei Landesnotunterkünfte erö ffnet, deren Kapazitäten bis zum
31.12.2015 sukzessive auf 1.610 Plätze erhöht wurde n. Diese Plätze wurden auf die kom-
munale Aufnahmeverpflichtung angerechnet.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 89
Abbildung 23: Zuzüge von Flüchtlingen - Stadt Münster 2010-2015
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
Wie auf Bundesebene war das Hauptherkunftsland der neu in Münster ankommenden
Flüchtlinge 2015 Syrien. Die Zuzüge aus den Westbalkanstaaten waren vor allem in der ers-
ten Jahreshälfte stark, bis einschließlich August 2 015 lag ihr Anteil bei durchschnittlich fast
2/3. Die Zahlen gingen ab September jedoch drastisc h zurück. Im Oktober 2015 lag der An-
teil der Personen aus den Westbalkanstaaten nur noc h bei 11%, im Dezember kamen be-
reits weniger als 2% der zuziehenden Menschen aus d en Westbalkanstaaten. Hohe Zuzüge
waren aus dem Irak und Afghanistan zu verzeichnen.
Abbildung 24: Herkunftsländer Münster
Quelle: Sozialamt der Stadt Münster
181 221
426
703
955
2.962
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
2010 2011 2012 2013 2014 2015
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 90
In dem 20-Jahresvergleich heben sich von den 30 grö ßten ausländischen Nationalitäten in
Münster am 31.12.2015 mit der größten prozentualen Veränderung gegenüber 2010 die
Flüchtlingsländer Syrien, Irak und Afghanistan deutlich ab.
Abbildung 25: Ausgewählte, ausländische Staatsangeh örigkeiten der Wohnberechtig-
ten Bevölkerung in Münster
Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, S tadtplanung, Verkehrsplanung - Fach-
stelle Informationsmanagement und Statistikdienststelle
3.8.2 UNTERBRINGUNG IN DAUERHAFTEN UND TEMPORÄREN E INRICH-
TUNGEN
Eine der wichtigsten Herausforderungen des Flüchtli ngszuzugs ist die menschenwürdige
Unterbringung der Flüchtlinge. Die Stadt Münster ha t bereits in den Jahren 2000/01 ein
„Konzept zur Unterbringung und Betreuung von Flücht lingen“ in kommunalen Einrichtungen
entwickelt, das einen Umgang mit Flüchtlingen und e ine sozialverträgliche Integration in die
Stadtgesellschaft ermöglichen soll. Tragende Säulen dieses Konzeptes sind
• die möglichst gleichmäßige Verteilung der Einricht ungen über das gesamte Stadtge-
biet und eine möglichst gute bauliche Integration in das örtliche Wohnumfeld,
• Überschaubare Wohneinheiten bis zu 8 Personen und insgesamt 50 pro Standort mit
Gemeinschafts- und Kinderbetreuungsraum
• Intensive Einbindung von Ehrenamtlichen aus dem je weiligen Wohnumfeld.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 91
Nach diesem Konzept, das über die Stadtgrenzen von Münster hinaus Beachtung gefunden
hat, wurden in den letzten Jahren die Flüchtlinge g leichmäßig über die Stadtgebiete verteilt
und in die jeweiligen Wohnumfelder integriert. Ange sichts des starken Zuzugs weiterer
Flüchtlinge in den letzten Jahren wurden im Rahmen des Mediationsprozesses 2014 unter
Federführung der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten mit
Vertreter/inn/en der Politik, Verwaltung und der Mi grantenselbstorganisationen sowie aller in
diesem Handlungsfeld partizipierenden Organisationen Standorte für dauerhafte Flüchtlings-
einrichtungen verteilt über das Stadtgebiet ausgewä hlt und in Bezug auf ihre Geeignetheit
und Umsetzbarkeit kategorisiert.
Aufgrund des starken Zuzugs von Flüchtlingen im letzten Jahr und den sich daraus ergeben-
den Notwendigkeiten zu ihrer kurzfristigen Unterbri ngung wurden 2015 auch verstärkt vo-
rübergehende Unterbringungslösungen gesucht, die ni cht alle Grundsätze des Münsteraner
Flüchtlingskonzepts berücksichtigen konnten. So wur den beispielsweise zur Vermeidung
ansonsten drohender Obdachlosigkeit Standorte mit b is zu 200 Plätzen geplant. Allein im
Jahr 2015 wurden vor diesem Hintergrund in recht ku rzer Zeit rund 2.400 zusätzliche Plätze
geschaffen – einige davon in neu gebauten Einrichtu ngen in Massiv- oder Modulbauweise,
aber auch in Wohncontainern, ehemaligen Kasernen un d militärisch genutzten Liegenschaf-
ten sowie in früheren Büro-, Verwaltungs- oder Gew erbeimmobilien. Eine Unterbringung in
Sammelunterkünften konnte damit vermieden werden. I nsgesamt konnte die Stadt Münster
in ihren dauerhaften und temporären Einrichtungen z um 31.12.2015 exakt 3.885 Unterbrin-
gungsplätze zur Verfügung stellen. Damit hat sich auch die Zahl der Unterbringungsplätze im
Vergleich zum Jahr 2011 mehr als versiebenfacht.
Abbildung 26: Auslastungsquoten der Flüchtlingsunte rkünfte* in der Stadt Münster
1991-2015
* bei einer vertretbaren Belegungsquote von 85%.
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
Durch den rapiden Zuzug von Flüchtlingen ist die Au slastungskapazität in Münster im vorlie-
genden Berichtszeitraum an ihre Grenzen gestoßen. A m 31.12.2015 waren die Einrichtun-
gen zu 99% ausgelastet. Mit dem Rückgang der Zuweis ungszahlen ist die Auslastung der
Einrichtungen in der ersten Jahreshälfte 2016 wieder gesunken.
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
4000
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Platzkapazität 85 % Auslastung
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 92
3.8.3 SPRACHKURSE
Grundsätzlich können seit dem 1. November 2015 alle Personen, die in einem Asylverfahren
sind, also eine sog. Aufenthaltsgestattung oder ein er Bescheinigung über die Meldung als
Asylsuchender (BüMA) haben, und „bei denen ein rech tmäßiger und dauerhafter Aufenthalt
zu erwarten ist“, an Sprachkursen, sog. Einstiegskursen, teilnehmen, deren Kosten durch die
Arbeitsagenturen übernommen werden. 55 Das gilt auch für Asylsuchende, die noch keine
drei Monate in Deutschland sind. Unter Asylsuchende n, „bei denen ein rechtmäßiger und
dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist“, werden nur Personen aus den Ländern Syrien, Iran,
Irak und Eritrea verstanden. Alle anderen Flüchtlin ge, deren Asylverfahren noch nicht ent-
schieden wurden bzw. deren Asylverfahren abgelehnt wurde, die aber eine Duldung erhalten
haben, müssen die Kosten für Sprachkurse des Bundes (sog. Bundesintegrationskurse) sel-
ber tragen, was aber aufgrund ihrer finanziellen Si tuation in der Regel nicht möglich ist. Vor
diesem Hintergrund hat sich die Stadt Münster berei ts im Jahr 2005 entschieden, auch bei
Flüchtlingen, deren Bleibeperspektive unklar ist, d ie Vermittlung von Grundkenntnissen in
der deutschen Sprache zu fördern. Hintergrund hierf ür ist der Beschluss der Stadt, dass alle
in der Stadt wohnenden Menschen wenigstens basale S prachkompetenzen aufweisen soll-
ten, um eine Verständigung zu ermöglichen. Die Koor dinierungsstelle für Migration und In-
terkulturelle Angelegenheiten hat daher seit 2005 i n Kooperation mit verschiedenen Träge-
rinnen und Trägern sowie vielen Ehrenamtlichen Spra chkurse für Flüchtlinge in den Flücht-
lingseinrichtungen angeboten 56 . Das Angebot wurde in den letzten Jahren angesicht s des
großen Zuzugs stark ausgeweitet. Im Jahr 2015 belie f sich die Gesamtzahl der Sprachkurse
für Flüchtlinge auf 40. Im Jahr 2005 waren es nur vier.
Tabelle 74: Sprachkurse für Flüchtlinge der Stadt Münster 2005-2015
Jahr Anzahl der
Kurse
Geleistete Stunden
je Kurs oder pro Woche
Gesamtzahl der
Teilnehmenden
davon
Frauen
2005 4 720 (180 je Kurs) 71 49
2007 1 180 19 19
-2008 2 180 16 4
2009 1 180 21 7
2010 2 360 (180 je Kurs) 32 14
2011 4 2-3 x wöchentlich 40 17
2012 3 2-3 x wöchentlich 26-28 11-13
2013 8 durchschnittlich 2 x 2 Std.
pro Woche und Ehrenamtliche(r)* 32 11
2014 19 durchschnittlich 2 x 2 Std.
pro Woche und Ehrenamtliche(r)* 123 40
2015 40 Ehrenamtliche unterrichten
ein- bis fünfmal wöchentlich 347 148
* Zusätzlich ein Kurs im „Wuddi“ in Kinderhaus fünfmal wöchentlich 5 Monate.
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
55 Diese Änderung geht auf den neu eingeführten § 421 SGB III zurück.
56 Auf die nicht kommunalen Integrationskursen wird im Handlungsfeld „Rechtliche Integrationsbegleitung“ eingegangen.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 93
Die Kurse laufen dabei überwiegend ganzjährig. In 2015 (Stand Dezember 2015) unterrichte-
ten mehr als 40 Ehrenamtliche in den Flüchtlingsein richtungen „Deutsch als Fremdsprache“.
Angesichts der wachsenden Zahl der Unterbringungsqu artiere steigt auch die Zahl der Eh-
renamtlichen immer stärker an (vgl. hierzu auch noc h weiter unten Punkt 3.8.6). Im Jahr
2014 nahmen insgesamt mehr Männer an den Sprachkursen teil. Zudem werden Sprachkur-
se auch speziell für Frauen angeboten, etwa in der Flüchtlingseinrichtung in der Theißing-
straße (die auch nur für Frauen ausgerichtet ist), in der Flüchtlingseinrichtung am Sundern
und in der Friedrich-Ebert-Straße.
3.8.4 EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT SOWIE INFORMATIONS- UND ME-
DIATIONSVERANSTALTUNGEN ZUR VERMITTLUNG DES MÜNSTER A-
NER FLÜCHTLINGSKONZEPTS
Die Stadt Münster verfolgt seit mehr als zehn Jahre n ein dezidiertes Flüchtlingskonzept, das
bewusst auf frühzeitige Integration und einen breit en gesellschaftlichen Konsens setzt. Die-
ses Konzept wird seit vielen Jahren auf Information sveranstaltungen im gesamten Stadtge-
biet immer wieder erläutert und beworben. Ein Eckpu nkt des Konzepts war von Beginn an
der aktive Einbezug der Stadtgesellschaft und die F örderung des bürgerschaftlichen Enga-
gements aller Münsteranerinnen und Münsteraner. In der aktuellen „Flüchtlingskrise“ kann
die Stadt – auch dank dieser Vorarbeit – auf viele engagierte Ehrenamtliche setzen, die die
Arbeit der Stadt tatkräftig unterstützen.
Die Zahl der Ehrenamtlichen, die sich in der Flücht lingshilfe engagieren, ist mit der Zahl der
Flüchtlinge gewachsen von ca. 200 Personen im Jahr 2014 auf über 800 im Jahr 2015 und
über ca. 2000 bis Februar 2016. Das ist für die Sta dt Münster ein sehr positives Signal für
die Aufnahmebereitschaft in die hiesige Stadtgesellschaft. Die Unterstützung der Ehrenamtli-
chen reicht dabei von der Hilfe bei den Hausaufgabe n der Kinder über die Übermittagsbe-
treuung in den Schulen und die Freizeitgestaltungen in den Flüchtlingseinrichtungen – ge-
meinsames Spielen, Sporttreiben, Gartenarbeit in den Wohnanlagen – bis hin zur Begleitung
bei Behördengängen. In vielen Stadtteilen haben sic h Flüchtlingsnetzwerke und –initiativen
gegründet, die die Arbeit der Ehrenamtlichen koordi nieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter des Sozialdienstes für Flüchtlinge sind Ansp rechstelle für das bürgerschaftliche Enga-
gement in den Flüchtlingsunterkünften.
Die anschließende Tabelle gibt eine Übersicht aller Veranstaltungen seit 2013. In den Media-
tionsveranstaltungen der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenhei-
ten ging es darum, Standorte für Flüchtlingseinrich tungen auszuwählen und abzustimmen.
Denn diese sollen sozial gerecht auf das Stadtgebie t verteilt werden. Darüber hinaus führt
das Sozialamt vor der Eröffnung neuer Flüchtlingseinrichtungen Informationsveranstaltungen
durch. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Gele genheit, die Unterkünfte vor Bezug zu
besichtigen, die zuständigen Fachkräfte des Soziald ienstes für Flüchtlinge und des Haus-
dienstes kennenzulernen und sich zum Beispiel über die Möglichkeiten des ehrenamtlichen
Engagements zu informieren.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 94
Tabelle 75: Mediationsveranstaltungen der Koordinie rungsstelle für Migration und In-
terkulturelle Angelegenheiten und Informationsveran staltungen des Sozialamtes der
Stadt Münster nach Stadtteilen 2013 - 2015.
Mediationsveranstaltungen
Stadtteil Anzahl
der Veranstaltungen
2013 2014
Roxel 1 2
Nienberge 2 2
Albachten 1 0
Wolbeck 1 0
Angelmodde 2 0
Gelmer 1 1
Sprakel 0 1
Mitte 0 2
Informationsveranstaltungen des Sozialamtes
Stadtteil Anzahl
der Veranstaltungen
2014 2015
Albachten 1 0
Gremmendorf 3 1
Gievenbeck 1 2
Mitte 1 3
Amelsbüren 1 1
Roxel 1 1
Sprakel 1 1
Mauritz-Ost 1 1
Handorf 0 1
Hiltrup 0 1
Mecklenbeck 0 1
Quelle: Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten der Stadt
Münster
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 95
3.9 INTERKULTURELLE ÖFFNUNG DER ÖFFENTLICHEN VERWAL TUNG
LEITZIEL
„Die Leistungen, Aufgabenerfüllung und Strukturen der öffentlichen Verwaltung sollen inter-
kulturell geöffnet werden. Die Verwaltung soll für die Themen und Probleme im Bereich der
Integration aufgeschlossen sein.
Wir setzen uns zum Ziel, eine gleichberechtigte Tei lhabe und Integration aller Menschen in
verwaltungsbezogenen Arbeits- und Bildungsprozessen voranzutreiben.“
Ziel der Stadtverwaltung Münster ist es, ihre Struk turen weiter interkulturell zu öffnen und zu
mehr Toleranz im Umgang mit Diversität beizutragen. Hierzu sollen zum einen der Personal-
anteil von Menschen mit Migrationsvorgeschichte erh öht und Aufstiegsprozesse von Mitar-
beiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationsvorgeschichte befördert werden, zum anderen soll
die Kompetenz bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bezug auf das Thema „Interkul-
turalität“ erhöht werden. Der nachfolgende Fortschrittsbericht beschreibt den Anteil von Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationsvorges chichte in der Stadtverwaltung und den
städtischen Betrieben (Punkt 3.9.1 und 3.9.2), und gibt Auskunft über die Anzahl der Fortbil-
dungen, die in den letzten Jahren zum Thema „Interk ulturelle Kompetenz“ von der Stadt
Münster angeboten wurden (Punkt 3.9.3).
3.9.1 BESCHÄFTIGTE MIT MIGRATIONSVORGESCHICHTE BEI DER STADT-
VERWALTUNG
Grundsätzlich ist zu diesem Handlungsfeld eine fläc hendeckende statistische Erhebung der
Migrationsvorgeschichte aller bei der Stadtverwaltu ng Münster Beschäftigten bislang noch
nicht erfolgt. Eine vom Verwaltungsvorstand beschlo ssene Eckpunktevereinbarung sieht
jedoch vor, dass noch im Jahr 2016 durch eine groß angelegte Mitarbeiterinnen- und Mitar-
beiterumfrage eine verbesserte Datengrundlage gesch affen werden soll, aus der dann zu
erkennen ist, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarb eiter der Stadt Münster eine Migrations-
vorgeschichte aufweisen. 57 Gegebenenfalls sollen auch weitere Daten zur Struk tur der Mig-
rationsvorgeschichte erhoben werden. Derzeit stehen aber immerhin schon zu 72% der Be-
schäftigten statistische Daten zum Geburtsort zur V erfügung. Demnach sind 8,1% der Be-
schäftigten der Stadt Münster nicht in Deutschland geboren.
Aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen Nachwuch skräften und der Ausbildungslei-
tung sind Informationen über Migrationshintergründe bekannt, die zum Teil nicht aus den
Bewerbungsunterlagen hervorgehen. Bei einer Auswert ung dieser Informationen ergaben
sich folgende Zahlen: Zum Stichtag 31.12.2014 hatten von insgesamt 126 Nachwuchskräften
(Auszubildende nach TVAöD, Beamtenanwärterinnen und -anwärter bzw. Studierende an
der FHöV) mindestens 13 (knapp 10%) eine Migrationsvorgeschichte. Der tatsächliche Anteil
ist jedoch wahrscheinlich deutlich höher anzusetzen , da viele volljährige Bewerberinnen und
Bewerber oftmals keine Angaben mehr zu ihren Eltern machen. Es deutet zudem einiges
darauf hin, dass der Anteil von Auszubildenden der Stadt Münster mit Migrationsvorge-
schichte deutlich ansteigt. Von 46 neueingestellten Nachwuchskräften im Sommer 2015 wie-
sen 8 eine Migrationsvorgeschichte auf. Dies entspricht fast 18%. Zudem hatten ca. 8 von 27
Erzieherinnen und Erziehern im Berufsanerkennungsja hr, die zum Stichtag 31. Dezember
57 Weitere Maßnahmen sind eine Sensibilisierung der M itarbeiterinnen und Mitarbeiter und Führungskräfte, weitere gezielte
Fortbildungsmaßnahmen und Aktivitäten im Ausbildungsbereich.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 96
2014 bei der Stadt Münster beschäftigt waren, eine Migrationsvorgeschichte, was einem
Anteil von knapp 30% entspricht. Gegenwärtig wird a uch die Einführung eines anonymisier-
ten Bewerbungsverfahrens diskutiert. Hierüber und ü ber weitere Maßnahmen zur Förderung
der interkulturellen Vielfalt in der Stadtverwaltun g gibt die Ratsvorlage V/0169/2015 vom 02.
März 2015 Auskunft.
3.9.2 UMFRAGE BEI STÄDTISCHEN TOCHTERGESELLSCHAFTEN UND
KAMMERN
Ein weiterer Bestandteil des Integrationsmonitorings in der Stadtverwaltung ist seit neuestem
die Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern städtischer Tochtergesellschaften und
diverser Kammern. Eine solche systematische Befragu ng fand erstmalig 2014 durch das
Kommunale Integrationszentrum statt. Hierbei wurde nach dem Anteil der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter bzw. Auszubildenden mit und ohne Mi grationsvorgeschichte gefragt. Dabei
wurde deutlich, dass nur ein Teil der Tochtergesell schaften und Kammern systematisch die
Migrationsvorgeschichte ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfasst. Teilweise wurde nur
die Staatsangehörigkeit erhoben, teilweise konnten keine Daten nur bezogen auf die Stadt
Münster herausgegeben werden (insbesondere bei Kamm ern). In diesem Zusammenhang
strebt die Stadt an, die Kooperation mit den Kammer n und der städtischen Statistik-
Dienstelle zu verbessern und die statistischen Stan dards der Datenerfassung anzupassen.
Dennoch hat die Befragung bei einigen Tochtergesell schaften und den Kammern bemer-
kenswerte Einsichten in die Beschäftigungsstruktur von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
gebracht. Im Folgenden wollen wir kurz auf die Situ ation von Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern mit Migrationsvorgeschichte bei den Stadtwerke n Münster, der Messe und Congress
Centrum Halle Münsterland GmbH und der Ärztekammer Westfalen-Lippe (in Bezug auf die
Stadt Münster) eingehen.
3.9.2.1 STADTWERKE
Die Grundlage der Ermittlung der „Migrationsvorgeschichte“ bei den Stadtwerken ist das Ge-
burtsland bzw. der Geburtsort der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hiernach betrug die Quo-
te der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „mit Migrationsvorgeschichte“ 4,7% im Jahr 2012 und
5,3% im Jahr 2014. Rund jeder zwanzigste Mitarbeite r bzw. jede zwanzigste Mitarbeiterin
wurde demnach im Ausland geboren. Insgesamt scheint der Anteil leicht anwachsend zu
sein (vgl. Tab. 76). Insgesamt ist der Frauenanteil bei den Stadtwerken Münster relativ ge-
ring. Er betrug im Jahr 2014 insgesamt 28,2%. Bei i m Ausland geborenen Mitarbeiterinnen
lag er etwas höher (29,8%) (vgl. Tab. 77). Ein Blic k auf die Herkunftsgebiete der Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter zeigt, dass die meisten im A usland geborenen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus Russland bzw. der ehemaligen Sowjet union stammen (über 50%) (vgl. Tab.
78).
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 97
Tabelle 76: Im Ausland geborene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Stadtwerken
Münster 2012 und 2014
2012 2014
Anzahl der Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter 1.088 1.085
davon im Ausland geboren 51 57
Anteil der im Ausland geborenen Mitarbeiterinnen 4,7% 5,3%
Quelle: Stadtwerke Münster
Tabelle 77: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St adtwerke Münster nach Migrations-
vorgeschichte und Geschlecht 2014
gesamt davon
Frauen Anteil
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt 1.085 306 28,2%
davon in Deutschland geboren 1.028 289 28,1%
davon im Ausland geboren 57 17 29,8%
Quelle: Stadtwerke Münster
Tabelle 78: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Mi grationsvorgeschichte der Stadt-
werke Münster nach Herkunftsgebieten und Geschlecht 2012 und 2014
2012 2014
Herkunftsgebiete gesamt davon Frauen
Russland bzw. ehem. UdSSR 28 30 9
Afrika 2 2 1
Naher Osten 1 1 0
Asien 8 9 2
Nordamerika 1 1 1
Südamerika 3 3 1
Südeuropa 2 4 2
Westeuropa 6 7 1
Gesamt 51 57 17
Quelle: Stadtwerke Münster
Interessant ist auch ein Blick auf die Verteilung d er Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die
Funktionsbereiche (hier eingeteilt in Leitungskräft e, Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellte
und Azubis). Hierbei zeigt sich, dass der Löwenante il der im Ausland geborenen Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter der Gruppe der Arbeiterinnen und Arbeiter zuzuordnen ist, während
nur ein kleiner Teil Leitungsaufgaben ausübt. Dies unterscheidet sich recht deutlich von in
Deutschland geborenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hier waren im Jahr 2014 weniger
als 40% als Arbeiterinnen und Arbeiter eingruppiert . Bei im Ausland Geborenen waren es
fast 60%. Insgesamt hat der Anteil der im Ausland g eborenen Arbeiterinnen und Arbeitern
nur leicht abgenommen. Der Anteil an Leitungskräfte n ist bei im Ausland Geborenen etwa
halb so groß wie bei in Deutschland Geborenen.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 98
Tabelle 79: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St adtwerke Münster nach Funktions-
bereichen und Migrationsvorgeschichte 2012 -2014
2012 2014
Funktionsbe-
reich
In
Deutsch
land
geboren
Vertei-
lung auf
die
Funkti-
onsbe-
reiche
Im
Ausland
geboren
Vertei-
lung auf
die
Funkti-
onsbe-
reiche
In
Deutsch
land
geboren
Vertei-
lung auf
die
Funkti-
onsbe-
reiche
Im
Ausland
geboren
Vertei-
lung auf
die
Funkti-
onsbe-
reiche
Leitungskräfte 69 6,7% 2 3,9% 81 7,9% 2 3,5%
Arbeiterinnen
und Arbeiter 442 42,6% 33 64,7% 409 39,8% 34 59,6%
Angestellte 487 47,0% 15 29,4% 490 47,7% 19 33,3%
Azubis 39 3,8% 1 2,0% 48 4,7% 2 3,5%
Quelle: Stadtwerke Münster
Interessant ist auch, dass der Frauenanteil bei Lei tungskräften bei den Stadtwerken eben-
falls recht gering ist. Er lag im Jahr 2014 insgesa mt bei 12,0%. Keine der Frauen in Füh-
rungspositionen bei den Stadtwerken war dabei im Au sland geboren (vgl. Tab. 80). Auffal-
lend hoch ist der Anteil der Frauen bei den im Ausl and geborenen Arbeiterinnen und Arbei-
tern. 2014 betrug er 14,7%. Bei in Deutschland geborenen Frauen lag er unter 6%.
Tabelle 80: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St adtwerke Münster nach Funktions-
bereichen, Geburtsland und Geschlecht 2014
Funktionsbereich gesamt davon
Frauen Frauenanteil
Leitungskräfte insgesamt 83 10 12,0%
Arbeiterinnen und Arbeiter insgesamt 443 26 5,9%
Angestellte insgesamt 509 251 49,3%
Azubis insgesamt 50 19 38,0%
Im Ausland geborene Leitungskräfte
2
0
0,0%
Im Ausland geborene Arbeiterinnen und Arbeiter 34 5 14,7%
Im Ausland geborene Angestellte 19 10 52,6%
Im Ausland geborene Azubis 2,0 2 100,0%
Quelle: Stadtwerke Münster
3.9.2.2 MESSE UND CONGRESS CENTRUM HALLE MÜNSTERLAN D GMBH
Während bei den Stadtwerken also nur das Geburtslan d (Inland oder Ausland) erfasst wird,
wird bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der „Messe und Congress Centrum Halle Münster-
land GmbH“ explizit nach einem Migrationshintergrun d gefragt, und zwar nach dem Ver-
ständnis des Statistischen Bundesamtes. Somit könne n hier Aussagen nicht nur über das
Geburtsland, sondern auch über den Migrationshinter grund gemacht werden. Hiernach hat-
ten im Jahr 2015 von den insgesamt 56 Mitarbeiterin nen und Mitarbeitern (inkl. Auszubilden-
der) sechs eine Migrationsvorgeschichte, was einem Anteil von gut 10% entsprach. Die Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshinterg rund verteilten sich hier zu einem Drittel
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 99
auf die Leitungsebene, zur Hälfte auf die Gruppe de r Arbeiterinnen und Arbeiter und zu rund
einem Sechstel auf die Gruppe der Angestellten (vgl . Tab. 81). Gefragt nach den Herkunfts-
gebieten wurde deutlich, dass zwei Drittel aus Euro pa und der Rest aus Asien bzw. dem
Nahen Osten stammte (vgl. 82).
Tabelle 81: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Me sse und Congress Centrum Halle
Münsterland GmbH mit Migrationsvorgeschichte nach Funktionsbereichen 2015
Funktionsbereich
Mitarbeiterin-
nen und Mitar-
beiter insge-
samt
Verteilung auf
die Funktions-
bereiche
mit Migrations-
vorgeschichte
Verteilung auf
die Funktions-
bereiche
Leitungskräfte 8 16,0% 2 33,3%
Arbeiterinnen und Arbeiter 25 50,0% 3 50,0%
Angestellte 9 18,0% 1 16,7%
Azubis 8 16,0% 0 0,0%
Quelle: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH
Tabelle 82: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Mi grationsvorgeschichte der Messe
und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH nach Herkunftsgebieten 2015
2015
Naher Osten 1
Asien 1
Osteuropa 2
Südeuropa 2
Quelle: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH
3.9.2.3 ÄRZTEKAMMER
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe erfasst ihre Mitgli eder inzwischen auch nach ihrer Migra-
tionsvorgeschichte und ihrer Staatsangehörigkeit, so dass auch hier Aussagen über die Mig-
rationsvorgeschichte gemacht werden können. Danach weisen inzwischen mehr als 13% der
in Münster tätigen Ärztinnen und Ärzte eine Migrati onsvorgeschichte auf. 58 Knapp zwei Drit-
tel von ihnen besitzen die deutsche Staatsbürgersch aft, etwas mehr als ein Drittel eine aus-
ländische (vgl. Tab. 83). Rund 40% aller in der Sta dt Münster tätigen Ärztinnen und Ärzte
sind Frauen. Dies gilt für Ärztinnen mit Migrations vorgeschichte wie ohne (vgl. Tab. 84). Die
überwiegende Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte (mehr als drei Viertel) stammt dabei aus
Ländern der Europäischen Union (vgl. Tab. 85).
Tabelle 83: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen u nd Ärzte nach Migrationsvorge-
schichte und Staatsangehörigkeit 2012, 2013
Mitglieder der
Ärztekammer
insgesamt
davon
mit Migrations-
vorgeschichte
Anteil davon Einge-
bürgerte
davon Auslän-
derInnen
2012 2.780 381 13,7% 60,9% 39,1%
2013 2.738 371 13,6% 62,8% 37,2%
Quelle: Ärztekammer Westfalen-Lippe
58 Die Daten beziehen sich auf in Münster tätige Ärztinnen und Ärzte, Kammerangehörige ohne ärztliche Tätigkeit werden nicht
berücksichtigt.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 100
Tabelle 84: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen u nd Ärzte nach Migrationsvorge-
schichte und Geschlecht 2013
gesamt davon
Frauen Anteil
In der Stadt Münster tätige Ärztinnen und Ärzte insgesamt 2.738 1.118 40,8%
davon ohne Migrationsvorgeschichte 2.367 967 40,9%
davon mit Migrationsvorgeschichte 371 151 40,7%
Quelle: Ärztekammer Westfalen-Lippe
Tabelle 85: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen und Ärzte mit Migrationsvorgeschich-
te nach Herkunftsländern 2012, 2013
Jahr
Länder der Europäischen Union Türkei
gesamt Davon
Frauen Frauenanteil gesamt Davon
Frauen Frauenanteil
2012 137 60 43,8% 45 18 40,0%
2013 135 59 43,7% 43 18 41,9%
Quelle: Ärztekammer Westfalen-Lippe
3.9.3 FORTBILDUNGEN ZUR INTERKULTURELLEN KOMPETENZ
Neben der Erhöhung der Anteils der Beschäftigten mi t Migrationsvorgeschichte in der Stadt-
verwaltung und bei den städtischen Tochtergesellsch aften sowie der Verbesserung ihrer
Stellung im Beruf, ist es ein Anliegen der Stadtver waltung die interkulturelle Kompetenz und
Sensibilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen. Hierfür hält die Stadt ein um-
fangreiches Fortbildungsprogramm für ihre Bedienste ten bereit, das neben Kursen zu „Bür-
gerorientierung“, „Kommunikation“, „Neues Kommunales Finanzmanagement“, „Führungs-
kompetenz“, „Gesundheit und Prophylaxe“, „Recht und Informationstechnologie“ auch Fort-
bildungen zur Förderung der interkulturellen Offenh eit und Kompetenz umfasst. Hierbei wer-
den regelmäßig Fortbildungen zu Grundlagen interkul tureller Kompetenz sowie Vertiefungen
angeboten. Außerdem sollen, bei starker Nachfrage z usätzliche Schulungen organisiert wer-
den. Bei der Auswahl der Dozentinnen und Dozenten für interkulturelle Fortbildungen werden
Menschen mit Migrationsvorgeschichte bevorzugt eingesetzt. Über die speziellen Fortbildun-
gen zur interkulturellen Kompetenz hinaus ist der U mgang mit Menschen unterschiedlicher
Herkunft, Weltanschauung und Religion auch Bestandt eil von Fortbildungen im Bereich
„Bürgerorientierung und Kommunikation“. Weitere Fortbildungsangebote zur interkulturellen
Kompetenz organisieren die Fachämter in Eigenregie. Die nachfolgende Tabelle fasst die
angebotenen Fortbildungen und die Teilnahmezahlen im Bereich „Interkulturelle Kompetenz“
für den Zeitraum von 2007 bis 2014 zusammen. Demnac h haben zwischen 2007 bis 2014
insgesamt 23 Fortbildungen im Bereich „Interkulturelle Kompetenz“ stattgefunden, an denen
über 250 Beschäftigte teilgenommen haben.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 101
Tabelle 86: Angebotene Fortbildungen der Stadt Müns ter im Bereich „Interkulturelle
Kompetenz“ und Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2007-2014
Jahr Anzahl der Fortbildungen zur
interkulturellen Kompetenz
Anzahl der Teilnehmerinnen
und Teilnehmer
2007 4 31
2008 5 58
2009 2 23
2010 3 52
2011 2 21
2012 3 33
2013 3 23
2014 1 13
Quelle: Personal- und Organisationsamt der Stadt Münster
3.10 KULTUR
LEITZIEL
“Wir wollen kulturelle Vielfalt, internationale Imp ulse und die interkulturelle Begegnung in
Münster fördern. Möglichst früh und unabhängig vom Bildungsgrad sollen eine gleichberech-
tigte Teilhabe aller an den kulturellen Angeboten, sowie der Austausch und Dialog ermöglicht
werden“
Das Kulturamt hat in den Jahren 2012 bis 2015 erneu t mit zahlreichen Projektförderungen
dazu beigetragen, die Eigeninitiative von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in der Kul-
turarbeit zu unterstützen und die (inter-)kulturelle Vielfalt in der Stadt Münster zu fördern. Ziel
dabei ist auch, die Kulturschaffenden noch besser z u vernetzten und den interkulturellen
Austausch weiter auszubauen. Die Projektförderungen reichten dabei von der Unterstützung
des aserbaidschanischen Kulturfests über die Förderung einer literarischen Reise der „Alevi-
tischen Gemeinde Münster und Umgebung“ bis hin zur erfolgreichen Durchführung des
„Fests der Vielfalt“ im Begegnungszentrum Meerwiese durch den neu gegründeten afrikani-
schen Verein „Iribia-Brunnen e. V“ im Jahr 2015. Zudem wird seit 2013 jedes Jahr das Film-
festival „chalo India“ des noch jungen Indischen Filmclub Münster gefördert.
Das Kulturamt koordinierte und beteiligte sich dabe i vor allem an Maßnahmen, die in beson-
derer Weise die soziale und kulturelle Teilhabe all er Menschen unabhängig von ihrer (ethni-
schen) Herkunft fördern, und zwar zu einem möglichs t frühen Zeitpunkt. 59 Dabei folgt das
Kulturamt vornehmlich einem sozialräumlichen Ansatz , nach dem die kulturelle Teilhabe
nicht vorwiegend von der ethnischen Herkunft abhäng t, sondern vielmehr von der sozialen
Lage, d.h. der Bildung, den Einkommensverhältnissen , dem Wohnumfeld usw. Deswegen
werden die nachfolgenden Daten in Bezug zu den Stad tbezirken/Stadtteilen gesetzt, in de-
nen die Förderung stattfand und die sich durch eine unterschiedliche Sozialstruktur und ei-
nen unterschiedlich hohen Anteil an Menschen mit Mi grationsvorgeschichte auszeichnen. 60
Eine entsprechende Erfassung erfolgt für die Projek tförderung im Rahmen der Landespro-
59 Eine Übersicht über die Aktivitäten der können in der Vorlage V/0422/2016 „Münsters Kulturschaffende eröffnen Willkom-
mensräume“ abgerufen werden.
60 Hier muss allerdings angemerkt werden, dass derzeit für die Stadt Münster nicht so kleinräumige Daten zu den Einkommens-
verhältnissen vorliegen, um eine differenzierte an sozial(räumliche) “Milieus“ (im Sinne der Sinusstudien) angelegte Kulturförde-
rung im Stadtgebiet durchführen zu können. Entspre chende kleinräumige Lohn- und Einkommenssteuerstati stiken wurden
letztmalig – gegen Kostenerstattung – im Jahr 2007 für die Stadt erstellt. 2001 und 2004 erfolgten ent sprechende Analysen
noch auf Grundlage gesetzlicher Sonderregelungen, die heute jedoch nicht mehr gelten.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 102
gramme „Kultur und Schule“ sowie „Kulturrucksack NRW“, die federführend vom Kulturamt
koordiniert werden.
3.10.1 LANDESPROGRAMM „KULTUR UND SCHULE“
An dem Landesprogramm „Kultur und Schule“ beteiligt sich die Stadt Münster seit dem
Schuljahr 2006/2007. Ziel des Förderprogramms ist e s, Projekte zu unterstützen, bei denen
Schulkinder schuljahrbegleitend mit Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten können.
Die Projekte können in allen Sparten oder spartenüb ergreifend realisiert werden. Sie finden
in den Schulen statt und dürfen den Unterricht nich t ersetzen. Die geförderten Projekte wur-
den im Rahmen eines kommunalen Ausschreibungsverfah rens von einer Fachjury ausge-
wählt. Das Kulturamt erfasst dabei jährlich die Anz ahl der Bewerbungen und Förderungen
sowie weitere differenzierende Angaben, wie z. B. d ie Zahl der Projektanträge mit einem
sog. interkulturellen Merkmal 61 (vgl. Tab. 87). Dies sind Anträge bzw. Projekte, d ie in beson-
derer Weise die multiethnische Zusammensetzung der Zielgruppe berücksichtigen.
Auf die Möglichkeit bzw. den Wunsch, dass die Proje kte eine interkulturelle Dimension auf-
weisen können, wird im Rahmen des jährlichen Aussch reibungsverfahrens hingewiesen.
Hierdurch konnte der Anteil an Projektanträgen, die eine interkulturelle Ausrichtung aufwei-
sen, seit dem Jahr 2007/08 verdoppelt werden. Auch der Anteil der geförderten Projekte mit
interkultureller Ausrichtung hat sich entsprechend erhöht.
Tabelle 87: Projektanträge und geförderte Projekte im Rahmen des Landesprogramms
„Kultur und Schule“ in der Stadt Münster in den Schuljahren 2006/07-2014/15
Projekt-
anträge
insgesamt
davon mit
inter-
kulturellem
Merkmal
Anteil
Geförderte
Projekte
insgesamt
davon mit
inter-
kulturellem
Merkmal
Anteil
2006/07 45 k. A. 29 k. A.
2007/08 75 18 24,0% 20 9 45,0%
2008/09 37 17 45,9% 24 9 37,5%
2009/10 49 15 30,6% 25 8 32,0%
2010/11 53 31 58,5% 27 19 70,4%
2011/12 60 34 56,7% 31 18 58,1%
2012/13 55 33 60,0% 30 17 56,7%
2013/14 47 28 59,6% 31 18 58,1%
2014/15 46 23 50,0% 31 15 48,4%
2015/16 44 21 47,7% 29 14 48,3%
Quelle: Kulturamt der Stadt Münster
Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird auch die Beteilig ung der 23 Stadtteile aus den Stadtbe-
zirken West, Nord, Ost, Südost und Hiltrup in Relat ion zu den 23 Stadtteilen im Stadtbezirk
Mitte (Altstadt, Innenstadtring, Mitte-Süd, Mitte-N ordost) differenziert erfasst und ausgewer-
tet. Insgesamt werden gut ein Drittel der Projektanträge von Schulen aus den verschiedenen
Stadtteilen der Außenstadtbezirke gestellt. Auch de r Anteil der geförderten Projekte in den
Stadtteilen der Außenstadtbezirke gemessen an der Gesamtzahl geförderter Projekte beträgt
gut ein Drittel. Der Anteil geförderter Projekte in den Außenstadtbezirken in Relation zu den
gestellten Projektanträgen aus den Außenstadtbezirken liegt zwischen 50% (2011/2012) und
61 Projekte mit einem „interkulturellem Merkmal“ zeic hnen sich durch einen multinationalen Teilnehmerkre is und ein dement
sprechendes inhaltliches und/oder methodisches Vorgehen aus.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 103
70% (2014/2015) und ist damit deutlich ausgeprägter als der Anteil der geförderten Projekte
bei Projektanträgen aus den Stadtteilen des Stadtbezirks Mitte (vgl. Tab. 88, letzte Spalte).
Tabelle 88: Anteil der Projektanträge und gefördert en Projekte aus den Stadtteilen im
Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ in d er Stadt Münster in den
Schuljahren 2009/10-2014/15
Projektan-
träge ins-
gesamt
davon
aus den
Stadtteilen
der Stadt-
bezirke
West,
Nord, Ost,
Südost,
Hiltrup
Anteil
Geförderte
Projekte
insgesamt
davon aus
den Stadt-
teilen der
Stadtbezir-
ke West,
Nord, Ost,
Südost,
Hiltrup
Anteil
Verhältnis
Förderung
zu Antrag-
stellung in
den Au-
ßenstadt-
bezirken
(Spalte 6
zu 3)
2009/10 49 15 30,6 % 25 9 36 % 60,0%
2010/11 53 20 37,7 % 27 11 40,7 % 55,0%
2011/12 60 12 20,0 % 31 6 19,3% 50,0%
2012/13 55 23 41,8 % 30 13 43,3 % 56,5%
2013/14 47 15 31,9 % 31 9 29 % 60,0%
2014/15 46 17 36,9 % 31 12 38,7 % 70,6%
2015/16 44 16 36,3 % 29 10 34,4% 62,5%
Quelle: Kulturamt der Stadt Münster
Wie Tabelle 89 zeigt, ist bei nahezu allen diesen g eförderten Projekten der beteiligten Schu-
len in den Stadtteilen dieser Außenstadtbezirke ein e multiethnische Gruppenzusammenset-
zung bzw. eine interkulturelle Ausrichtung gegeben.
Tabelle 89: Geförderte Projekte mit interkulturelle m Merkmal in den Stadtteilen der
Stadtbezirke West, Nord, Ost, Südost und Hiltrup
Geförderte Projekte in
den Stadtteilen der
Stadtbezirke West,
Nord, Ost, Südost,
Hiltrup
Beteiligte Schulen
in den Stadtteilen
dieser Außen-
stadtbezirke
Beteiligte Schulen in
den Stadtteilen dieser
Außenstadtbezirke
und interkulturelles
Merkmal
2009/10 9 9 9
2010/11 11 14 13
2011/12 6 10 10
2012/13 13 12 12
2013/14 9 9 9
2014/15 12 10 10
2015/16 10 8 8
Quelle: Kulturamt der Stadt Münster
Die differenzierte Erfassung der Anträge bzw. der r ealisierten Projekte nach Stadtteilen (s.
Tabelle 90) außerhalb des Stadtbezirks Mitte im Abg leich mit der Migration-Statistik der
Stadt Münster verdeutlicht, dass diese Chance gerad e auch in denjenigen Stadtteilen er-
kannt und genutzt wird, in dem der Anteil an Mensch en mit Migrationsvorgeschichte beson-
ders hoch ist. Gemäß der Migrationsstatistik im März 2015 weisen insbesondere die Stadttei-
le Coerde (49,7 %), Berg Fidel (47,8 %), Kinderhaus -West (39,4 %), Angelmodde (32,1 %),
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 104
Gievenbeck (31,1 %) und Hiltrup-West (27,1 %) einen hohen Anteil an wohnberechtigter
Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte auf. Differ enziert nach Altersgruppen leben am
meisten Kinder (0 – 9 Jahre) und Jugendliche (10 – 19 Jahre) mit Migrationsvorgeschichte
ebenfalls in den Stadtteilen Gievenbeck, gefolgt von Coerde, Kinderhaus-West, Angelmodde
und Berg Fidel sowie Hiltrup-West. Tabelle 90 verde utlicht, dass überdurchschnittlich viele
Anträge aus den Stadtteilen Kinderhaus und Hiltrup gestellt wurden, die aufgrund ihrer künst-
lerisch-kulturellen Qualität auch zu mehr als 50% g efördert werden konnten. Eine relativ
starke Beteiligung ist auch in den Stadtteilen Coer de, Roxel, Wolbeck und Berg Fidel zu er-
kennen. Das Programm „Kultur und Schule erweist sich damit insgesamt als wahrgenomme-
ner Ansatz, um in dem jeweiligen Sozialraum eine möglichst frühe Partizipation und kulturelle
Teilhabe zu erreichen.
Tabelle 90: Anträge und durchgeführte Projekte im R ahmen des Landesprogramms
„Kultur und Schule“ in der Stadt Münster nach Stadt teilen in Außenstadtbezirken seit
2006
Stadtteil Projekt-
anträge
Geförderte
Projekte
Wohnberechtig-
te Bevölkerung
in Münster mit
Migrations-
vorgeschichte
Davon im Alter
von 0 – 9 Jahren
(in absoluten
Zahlen)
Davon im Alter
von 10 – 19 Jah-
ren (in
absoluten Zah-
len)
Amelsbüren 1 0 22,0 % 249 234
Albachten 1 1 26,1 % 301 272
Angelmodde 7 2 32,1 % 454 336
Berg Fidel 9 6 47,8 % 427 364
Coerde 14 10 49,7 % 926 708
Gievenbeck 7 3 31,1 % 1012 795
Gremmen-
dorf 1 1 West: 25,9 %
Ost:17,2 %
West: 197
Ost: 173
West: 172
Ost: 125
Hiltrup 23 13
Ost: 16,9 %
Mitte: 21,2 %
West: 27,1%
Ost: 132
Mitte: 294
West: 403
Ost: 126
Mitte: 212
West: 332
Kinderhaus 43 23 Ost: 26,7 %
West: 39,4 %
Ost: 194
West: 648
Ost: 148
West: 564
Roxel 15 12 22,2 % 331 275
Wolbeck 16 7 16,9 % 272 192
Quelle: Kulturamt der Stadt Münster und „SMS-Statis tik für Münsters Stadtteile“ der Stadt
Münster, März 2015
3.10.2 LANDESPROGRAMM „KULTURRUCKSACK NRW“
Neben dem Programm „Kultur und Schule“ koordiniert das Kulturamt auch das Landespro-
gramm „Kulturrucksack NRW“, mit dem in der Stadt Mü nster weitere künstlerisch-kulturelle
Projekte im Rahmen der kulturellen Bildung geförder t werden können. 62 Zielgruppe sind hier
speziell 10- bis 14-Jährige, die trotz ihres hohen kreativen Potenzials und ihres oftmals aus-
geprägten Wunsches nach eigener künstlerisch-kultur eller Aktivität in den Kultureinrichtun-
62 Hierfür erhält die Stadt jährlich gut 50.000 Euro.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 105
gen noch häufig unterrepräsentiert sind. Auch hier werden die qualitativ hochwertigsten Pro-
jekte jährlich im Rahmen eines kommunalen Ausschrei bungsverfahrens durch eine unab-
hängige Fachjury ermittelt. Neben der künstlerisch- kulturellen Qualität der Projekte ist die
Lebensweltorientierung außerhalb der Schulsituation ein zentrales Förderkriterium.
Dezidiert wird in der Antragstellung und Umsetzung die Zusammenarbeit mit den Stadtteil-
häusern sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen begrü ßt. Seit dem Jahr 2013 wurden im
Rahmen des Programms „Kulturrucksack Münster“ insgesamt 62 Projekte gefördert und es
fanden rund 300 Veranstaltungen statt. Der räumlich e Schwerpunkt des Programms lag im
Anfangsjahr 2013 in dem Stadtbezirk Mitte sowie in den Stadtteilen Coerde und Kinderhaus.
Ab 2013 wurden die Aktivitäten auch auf die Stadtte ile Hiltrup, Berg Fidel, Mecklenbeck,
Gievenbeck, Wolbeck, Sprakel und Roxel ausgedehnt. In diesen Jahren waren Kinderhaus
und Coerde aber weiterhin stark beteiligt.
3.10.3 STÄDTISCHE PROGRAMME
Wie bei den beiden Landesförderprogrammen wurde auc h im Rahmen anderer Maßnahmen
der Stadt die oben angesprochene sozialräumliche Pe rspektive besonders berücksichtigt.
Dies galt etwa auch bei der Umsetzung des Festivals „HALBSTARK – Internationales Thea-
terfestival für 9- bis 13-Jährige“, an dem neben de n Schulen aus der Innenstadt in den Ver-
anstaltungsjahren 2010, 2012 und 2014 regelmäßig au ch Schulen aus den Stadtteilen
Hiltrup, Kinderhaus, Coerde, Gievenbeck, Gremmendor f, Angelmodde und Roxel teilnah-
men. Seit der ersten Ausgabe des Festivals im Jahr 2010 wurde das Angebot für die Schu-
len im Rahmen der „Festivalpakete“ immer weiter verbessert, etwa indem neben dem eigent-
lichen Festivalbesuch ergänzend theaterpädagogisches Material zur Verfügung gestellt wur-
de, ein theaterpädagogischer Workshop angeboten und /oder ein Bustransfer zum Festival
organisiert wurde.
Über diese Maßnahmen hinaus wurde auch versucht, Mi grantenselbstorganisationen und
international ausgerichtete Vereine besser in die I nformationskanäle des Kulturamts der
Stadt Münster einzubinden und sie auf kulturelle Ve ranstaltungen und Projekte aufmerksam
zu machen, etwa durch Newsletter und die Website de s Kulturamtes. Hierfür wurde auf die
bestehenden Kontaktdaten aus der Datenbank der Koor dinierungsstelle für Migration und
Interkulturelle Angelegenheiten zurückgegriffen. Da bei wurden die Vereine auch immer wie-
der auf die Möglichkeiten hingewiesen, die von der Stadt zur Verfügung gestellten Medien
auch für die Ankündigung eigener Kulturveranstaltungen zu nutzen.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 106
3.11 PRESSE UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
LEITZIEL
„Unser Ziel ist es, die Lebenswirklichkeiten von Me nschen mit Migrationsvorgeschichte in
öffentlichen Diskussionen und in den Medien im Rahm en unserer Möglichkeiten angemes-
sener darzustellen. Dabei sollen insbesondere auch die Erfolge von Integration kommuniziert
und keine Stigmatisierungen zugelassen werden.“
In diesem Handlungsfeld wollen die verschiedenen Fa chämter durch Informationsangebote
für mehr Transparenz städtischer Leistungen sorgen und damit den Integrationsprozess von
Menschen mit Migrationsvorgeschichte unterstützen. Dies geschieht vor allem durch die
Herausgabe mehrsprachiger Broschüren und durch mehr sprachige Internetauftritte. Eine
verwaltungsübergreifende Anfrage, welche Broschüren und Informationsmaterialien 2014
herausgegeben wurden, ergab, dass mittlerweile viel e Angebote der Stadt in mehreren
Sprachen zur Verfügung stehen. Insbesondere das Pre sse- und Informationsamt hat inzwi-
schen viele Internetauftritte der Fachämter mehrsprachig übersetzen lassen und sie auf dem
aktuellen Stand gehalten. Nachfolgend wird eine Übe rsicht über die wichtigsten Informati-
onsbroschüren und Internetauftritte der verschieden en Stadtämter und Einrichtungen gege-
ben.
Abfallwirtschaftsbetriebe: Hier gibt es ein Informa tionsblatt mit Hinweisen, wie Müll korrekt
sortiert wird, in acht verschiedenen Sprachen: Deut sch, Englisch, Türkisch, Serbo-Kroatisch,
Russisch, Spanisch, Arabisch und Französisch. Der K alender mit den Terminen der Müllent-
sorgung ist auch in den Sprachen Englisch und Französisch erhältlich.
Amt für Bürger- und Ratsservice und Rechts- und Aus länderamt: englischsprachiger Inter-
netauftritt.
Frauenbüro: Die Broschüre „Kein Mann hat das Recht eine Frau zu schlagen“ wurde 2014 in
den Sprachen Deutsch, Arabisch, Russisch, Türkisch und Englisch veröffentlicht. Des Weite-
ren ist auch die sog. Notfallkarte des Frauenbüros neben Deutsch in sieben weiteren Spra-
chen erhältlich (Englisch, Französisch, Spanisch, A rabisch, Russisch, Türkisch und Kroa-
tisch). Das Frauenbüro gibt jährlich zum GirlsDay e in Mädchen-Info in einfacher Sprache
heraus. Die Elternbriefe zum GirlsDay, die bundeswe it vom Kompetenzzentrum in Bielefeld
herausgegeben werden, werden auf Anfrage in den Spr achen Deutsch, Englisch, Franzö-
sisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch , Russisch, Serbisch, Türkisch und Vietna-
mesisch verschickt.
Gesundheitsamt: Der vom Gesundheitsamt entwickelte Gesundheitswegweiser für Migran-
tinnen und Migranten wurde in sieben Sprachen übers etzt: Albanisch (seit Februar 2015),
Arabisch, Englisch, Polnisch, Serbisch, Russisch un d Türkisch (aktualisiert im Mai 2015).
Alle Broschüren sind jeweils zweisprachig, d.h. in Deutsch und einer der genannten anderen
Sprachen erhältlich. Auf der Internetseite des Gesu ndheitsamtes sind die Texte als einspra-
chige barrierearme PDFs 63 verfügbar.
63 Abkürzung für englisch "Portable Dokument Format".
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 107
Jobcenter: Internetpräsentation in den Sprachen Deu tsch, Englisch, Französisch, Türkisch,
Spanisch, Griechisch und Russisch. Außerdem sind In formationen zur Ombudsstelle des
Jobcenters in sechs Sprachen erhältlich. Schließlic h bietet auch die Bundesagentur für Ar-
beit sog. Ausfüllhilfen für die verschiedenen Formu lare der Jobcentren in verschiedenen
Sprachen an.
Kommunales Integrationszentrum: Im März 2015 wurden Postkarten mit Comics entwickelt,
die Sprachhelferinnen und Sprachhelfer werben und ü ber ihren Einsatz in Bildungseinrich-
tungen unterrichten sollen. Zudem wurde in Kooperat ion mit dem Jobcenter und dem Frau-
enbüro die Broschüre ‚Mini-Job’ in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch und Rus-
sisch herausgegeben, die zahlreiche Informationen z u den rechtlichen Rahmenbedingungen
bei der Aufnahme eines Minijobs enthält.
Kulturamt: Hier besteht teilweise ein englischsprac higer Internetauftritt des Festivals „HALB-
STARK – Internationales Theaterfestival für 9- bis 13-Jährige“ sowie der Jubiläumsausgabe
zum 25. Internationalen Jazzfestival.
Münster Marketing: Mehrsprachige Internetinhalte au f www.tourismus-muenster.de (verfüg-
bare Sprachen: Arabisch, Chinesisch, Englisch, Nied erländisch, Italienisch, Französisch,
Russisch, Spanisch und Japanisch) werden angeboten. Die einzelnen Online-Angebote, vor
allem im Bereich Kultur und Freizeit können der folgenden Tabelle entnommen werden.
Tabelle 91: Mehrsprachige Informationsangebote von Münster-Marketing 2015
Informationsangebot Verfügbare
Sprachen* Link
Stadtplan
Münster Innenstadt Englisch http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/stadtplan_2015.pdf
Adventsflyer Englisch
Niederländisch
http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muenster/80_weihnachtsmarkt/pdf/adventsflyer2014_en glisch.pdf
http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muenster/80_weihnachtsmarkt/pdf/adventsflyer2014_ni ederlaendisch.pdf
Advent: Informationen
für Busunternehmen Niederländisch http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/adventsflyer_Busfahrer_nl-2014.pdf
Touristischer
Stadtführer
Englisch
Niederländisch
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/stadtfuehrer_2014_d.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/stadtfuehrer_gb_2015.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/stadtfuehrer_nl_2015.pdf
Angebotskatalog
„Kurzurlaub in Münster“ Englisch
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/angebotskatalog_2014-15.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/angebotskatalog_2014-15-en.pdf
Mehrsprachige
Imagebroschüre
Arabisch
Chinesisch
Französisch
Italienisch
Japanisch
Polnisch
Russisch
Spanisch
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/flyer-arabisch.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_chin_2014.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_francais_2011.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_italiano_2011.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_japan _2014.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_polnisch_2013.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/mm_russi sch_2013.pdf
Skulpturen-Führer Englisch http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/skulpturen2009_d.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/skulpturen2009_en.pdf
Münster historisch –
Rathaus des Westfäli-
schen Friedens
Englisch
Niederländisch
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/friedensaalflyer_d_2010.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/friedensaalflyer_en_2010.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/friedensaalflyer_nl_2010.pdf
Stadtspiel Münster Englisch http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/stadtspiel_muenster.pdf
http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/muenster_city_game.pdf
* außer Deutsch.
Quelle: Münster Marketing
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 108
Presse- und Informationsamt: englischsprachiger Int ernetauftritt (www.muenster.de/en/) mit
wichtigen Informationen für Neubürgerinnen und Neub ürger und solche, die es werden wol-
len, sowie für touristisch oder sonst an Münster In teressierte. Wesentlicher Inhalt der eng-
lischsprachigen Version des Stadtportals ist die On line-Ausgabe der mehrfach aktualisierten
Publikation „Welcome to Münster“. Wahlmünsteranerinnen und -münsteraner und ihre Fami-
lien, die auf Zeit oder auf Dauer hier leben wollen , finden darin alle für den Start und das
Leben in Münster notwendigen Informationen. Hier finden sich u. a. auch wichtige Internetad-
ressen mit weiterführenden Informationen, Ansprechp artnerinnen und Ansprechpartnern
sowie Online-Vordrucken. Zudem lädt das Presse- und Informationsamt zu einem englisch-
sprachigen Online-Stadtrundgang ein, der 2014 zuletzt aktualisiert wurde.
Amt für Schule und Weiterbildung: Im Jahr 2013 wurd e in Kooperation mit den Fachberei-
chen des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien , des Sozialamtes und des Jobcenters
das Faltblatt „Das Bildungs- und Teilhabepaket – Za hlt sich aus“ in den Sprachen Deutsch,
Englisch, Französisch, Türkisch, Kroatisch, Polnisc h, Tamilisch, Russisch und Arabisch ver-
öffentlicht. Zudem klärt das Amt für Schule und Wei terbildung im November jeden Jahres
Eltern von Grundschulkindern in sog. Elternbriefen über Informationsveranstaltungen und
Tage der offenen Tür der weiterführenden Schulen in der Stadt Münster auf. Die Elternbriefe
erscheinen in den Sprachen Deutsch, Arabisch, Serbi sch, Englisch, Französisch, Polnisch,
Russisch, Spanisch und Türkisch. Des Weiteren ist i m Jahr 2014 die Broschüre „Lernen in
Münster“ in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisc h, Türkisch, Russisch und Arabisch
erschienen. Die Broschüren wurden im Juni 2015 aktu alisiert. Sie enthalten die vielfältigen
Leistungen, die von dem Amt zu den Themen Schule un d Bildung angeboten werden, inklu-
sive der Bildungsberatung für neu zugewanderte Fami lien. Im Februar 2015 wurde vom Amt
für Schule und Weiterbildung weiterhin die Informat ionsbroschüre „Gute Bildung von Anfang
an – Informationen für neu zugezogene Eltern in Mün ster“ veröffentlicht. Dieser Flyer soll
Familien, die neu nach Münster kommen, die Orientie rung in der Kita- und Schullandschaft
erleichtern. Dieser Flyer ist auf Anregung des Inte grationsrates der Stadt Münster und in
Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien entstanden. Er wurde in die
Sprachen Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch , Persisch, Russisch, Serbisch, Spa-
nisch und Türkisch übersetzt. Das Faltblatt funktio niert dabei wie ein Wegweiser in viele
Richtungen und klärt über die wichtigsten Rahmenbed ingungen auf, wenn es um Kita- und
Schulbesuch, Sprachförderung und weitere Hilfen geh t. Es nennt Anlaufstellen und An-
sprechpersonen und lädt dazu ein, die vielen Angebo te zur persönlichen Beratung zu nut-
zen. Zudem ist im Jahr 2014 eine Informationskarte für „Sprach- und Kulturmittlerinnen“ und
-mittler erschienen, die für die interkulturelle El ternarbeit in Schulen in der Stadt Münster
eingesetzt wird. Diese Karte ist in Kooperation mit dem Haus der Familie entstanden. Seit
dem Schuljahr 2014/2015 führt das Amt für Schule un d Weiterbildung entsprechende Quali-
fizierungen für angehende Sprach- und Kulturmittler innen und -mittler durch. Schließlich hat
das Amt für Schule und Weiterbildung im Mai 2015 de n Flyer „MitSprache – Deutsch-
Intensiv-Kurse“ / „Mitsprache - Intensive German Courses“ für neu zugewanderte Kinder und
Jugendliche in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüc htlinge in der ehemaligen Oxford-
Kaserne in Gievenbeck erstellt. Die Flyer sind auf Deutsch und Englisch erschienen.
Sozialamt: Im Rahmen seines Begrüßungspakets für Fl üchtlinge in der ehemaligen Oxford-
Kaserne in Gievenbeck gibt das Sozialamt den oben b ereits erwähnten Flyer „Gute Bildung
von Anfang an – Informationen für neu zugezogene El tern in Münster“ an neu zugewanderte
Familien, um ihnen die Orientierung zu erleichtern. Zudem wird der Brief „In Münster zur
Schule gehen“ in der jeweiligen Herkunfts- bzw. Verkehrssprache ausgegeben, aktuell ist der
Brief auf Englisch, Französisch, Serbisch, Albanisc h, Arabisch, Persisch, Tigrinisch erhält-
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 109
lich. Zudem wird ausdrücklich auf die Möglichkeit e iner persönlichen Erst- und Orientie-
rungsberatung durch die Bildungsberatung hingewiesen.
Volkshochschule Münster: Die VHS Münster bietet ein en Feriensprachkurs „Deutsch als
Fremdsprache“ an. Dieser Kurs wird mit einem Flyer sowohl in deutscher als auch in engli-
scher Sprache beworben. Zudem ist die Informationsb roschüre der Volkshochschule zum
„Club D“, ein Angebot für Schülerinnen und Schüler mit anderen Muttersprachen, in den
Sprachen Deutsch, Russisch, Englisch, Arabisch, Türkisch und Spanisch verfügbar.
Die nachfolgende Tabelle visualisiert das umfangreiche, mehrsprachige Informationsangebot
der Stadt Münster
Tabelle 92: Mehrsprachige Informationsangebote von der Stadt Münster 2015
Herausgebende Stelle Art des Informationsangebots Verfügbare Sprachen*
Abfallwirtschaftsbetriebe Informationsblatt
„Wie Müll korrekt sortiert wird“
Englisch, Türkisch, Serbo-Kroatisch,
Russisch, Spanisch, Arabisch,
Französisch
Müllentsorgungskalender Englisch, Französisch
Amt für Bürger- und
Ratsservice / Rechts- und
Ausländeramt
Internetangebot Englisch
Amt für Stadtentwicklung,
Stadtplanung,
Verkehrsplanung
Faltblatt
„Münster im Spiegel der Zahlen“ Englisch
Frauenbüro Broschüre „Kein Mann hat das
Recht eine Frau zu schlagen“
Arabisch, Russisch, Türkisch,
Englisch
Mädcheninfo und Elternbriefe
zum GirlsDay
Englisch, Französisch, Griechisch,
Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rus-
sisch, Serbisch, Türkisch,
Vietnamesisch
Notfallkarte Englisch, Französisch, Spanisch, Ara-
bisch, Russisch, Türkisch, Kroatisch
Gesundheitsamt Gesundheitswegweiser
für Migrantinnen und Migranten
*Albanisch, Arabisch, Englisch, Pol-
nisch, Serbisch, Russisch, Türkisch
Jobcenter Internetangebot Englisch, Französisch, Türkisch, Spa-
nisch, Griechisch, Russisch
Ausfüllhilfe für verschiedene
Formulare der Jobcentren *Englisch, Französisch
Information zur
Ombuds-
stelle des Jobcenters
Englisch, Französisch, Türkisch,
Russisch, Griechisch, Spanisch
Kommunales
Integrationszentrum
Postkarte
„ehrenamtliche
Übersetzer/innen“
Deutsch
Broschüre ‚Mini-Job’ Arabisch, Englisch, Französisch,
Russisch *
Kulturamt Internetangebot teilweise Englisch
Münster Marketing Siehe: Tabelle 91
Presse- und
Informationsamt
Internetauftritt
„www.muenster.de/en/“ Englisch
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 110
Broschüre
„Welcome to Münster“ Englisch
Online-Stadtrundgang Englisch
Amt für Schule und
Weiterbildung
Faltblatt „Das Bildungs- und
Teilhabepaket – Zahlt sich aus“
Deutsch, Englisch, Französisch,
Türkisch, Kroatisch, Polnisch, Tami-
lisch, Russisch, Arabisch
Elternbriefe
*Arabisch, Serbisch, Englisch,
Französisch, Polnisch, Russisch,
Spanisch, Türkisch
Broschüre
„Lernen in Münster“
Englisch, Spanisch, Türkisch,
Russisch, Arabisch
Informationsbroschüre „Gute
Bildung von Anfang an – Infor-
mationen für neu zugezogene
Eltern“
Albanisch,
Arabisch, Bulgarisch, Deutsch, Eng-
lisch, Französisch, Persisch, Rus-
sisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch
Informationskarte für Sprach-
und KulturmittlerInnen Deutsch
Flyer „MitSprache – Deutsch-
Intensiv-Kurse / MitSprache –
Intensive German courses“
Englisch*
Flyer „Gute Bildung von Anfang
an – Informationen für neu zu-
gezogene Eltern in Münster“
Arabisch, Deutsch, Englisch, Rus-
sisch, Spanisch
Brief
„In Münster zur Schule gehen“
Jeweilige Herkunfts- bzw. Verkehrs-
sprache (aktuell: Englisch, Franzö-
sisch, Serbisch, Albanisch, Arabisch,
Persisch, Tigrinisch)
Volkshochschule Flyer
„Deutsch als Fremdsprache“ *Englisch
Informationsbroschüre „Club D“ Russisch, Englisch, Arabisch,
Türkisch, Spanisch
* neben Deutsch.
Quelle: Eigene Zusammenstellung aus den Angaben ver schiedener Ämter - Koordinierungs-
stelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 111
4 FAZIT UND AUSBLICK
Der Integrationsbericht 2015 der Stadt Münster hat einen breiten Überblick über den Stand
und die Entwicklung der Integration der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte seit 2012
gegeben. Die steigende Zahl von Menschen mit Migrat ionsvorgeschichte und deren zuneh-
mend prägende Rolle in der Stadtgesellschaft sowie die zahlreichen städtischen Maßnah-
men, die konkret an Menschen mit Migrationsvorgesch ichte gerichtet sind, zeigen, dass das
Thema Migration und Integration auch auf kommunaler Ebene weiter an Relevanz gewonnen
hat.
Der Anteil, der in Münster lebenden Menschen mit Mi grationsvorgeschichte ist mittlerweile
auf knapp 22% angestiegen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren liegt er sogar bei
über 30% (bei den unter 9-Jährigen bei knapp 40%). Allein im Jahr 2014 sind Menschen aus
über 140 Ländern nach Münster gekommen. Dies zeigt, dass die Stadt Münster als weltoffen
wahrgenommen wird und für viele Menschen eine neue Heimat geworden ist.
Die Stadt Münster unternimmt auf vielen Feldern int ensive Anstrengungen, um den neu zu-
gewanderten und bereits seit längerer Zeit hier leb enden Menschen mit einer Migrationsvor-
geschichte eine Perspektive zu geben und sie tatkrä ftig auf ihrem Weg zu einer gleichbe-
rechtigten Teilhabe in den unterschiedlichen Bereic hen der Gesellschaft zu unterstützen.
Dabei konnten in den letzten Jahren eine Reihe von Erfolgen erzielt werden. Abschließend
sollen noch einmal die wichtigsten Punkte, die sich aus der Darstellung wichtiger Integration-
sindikatoren in den einzelnen Handlungsfeldern erge ben haben, zusammengefasst und mit
Blick auf das, was zukünftig getan werden muss, bewertet werden:
1) Politische Partizipation: Die Steigerung der politischen Partizipation der Bevölkerung mit
Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster bleibt weiterhin ein wichtiges Handlungsfeld.
Positiv ist, dass bei der letzten Integrationsratswahl die Wahlbeteiligung doppelt so hoch war
wie bei der vorherigen Wahl. Das Interesse an der p olitischen Partizipation auf Seiten der
Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte wächst und sollte in Zukunft weiter gefördert wer-
den. Der Vergleich der Partizipation der Bevölkerun g mit Migrationsvorgeschichte mit der
allgemeinen Bevölkerung zeigte, dass die Partizipat ionsmöglichkeiten bei weitem noch nicht
ausgeschöpft sind. Nur knapp 7% der Stadträte hatte n im Jahr 2015 einen Migrationshinter-
grund. Die erfolgreiche Kampagne zur Integrationsra tswahl belegt, dass durch gezielte In-
formations- und Aufklärungsmaßnahmen die politische Beteiligung von Menschen mit Migra-
tionsvorgeschichte durchaus gesteigert werden kann. Migrantenselbstorganisationen
(MSOs) spielen dabei weiterhin eine wichtige Rolle. Der Bericht ergibt, dass auch das Inte-
resse an ihnen in Münster weiter wächst.
2) Rechtliche Integration: Die rechtliche Integration bleibt ebenfalls ein wi chtiges Hand-
lungsfeld. Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer in der Stadt Münster ist in den letzten
Jahren stetig angestiegen. Die Mehrheit der Ausländ er und Ausländerinnen haben nur ein
befristetes oder geduldetes Aufenthaltsrecht, das i hre politischen und gesellschaftlichen
Teilnahmechancen einschränkt. Insbesondere der Aufe nthaltsstatus von Geduldeten stellt
eine Herausforderung für die Integrationspolitik der Stadt dar. Das Thema Einbürgerung wird
in den nächsten Jahren ebenfalls wichtig bleiben. I n den letzten Jahren sank die Quote der
Einbürgerungen in Münster. Durch gezielte Kampagnen könnte auch hier eine höhere Wahr-
nehmung der Rechte von Ausländerinnen und Ausländern erzielt werden.
3) Sprache und Bildung: Im Handlungsfeld „Sprache und Bildung“ konnten in den letzten
Jahren Erfolge erzielt werden. So haben insbesonder e die Sprachkompetenzen von Kindern
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 112
mit Migrationsvorgeschichte in den letzten Jahren zugenommen, die Sprachförderbedarfe im
Deutschen sind dementsprechend zurückgegangen. Aufg rund der aktuellen Zuwanderung,
insbesondere von Flüchtlingen, wird der Handlungsbe darf in diesem Feld in den nächsten
Jahren nicht abnehmen. Hier kann die Stadt Münster aber auf vielen positiven Erfahrungen
und gewachsenen Netzwerkstrukturen aufbauen. Ein wi chtiges Handlungsfeld bleibt auch
die schulische Integration von Schülerinnen und Sch ülern mit Migrationsvorgeschichte. Ins-
gesamt ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationsvorgeschichte an den Schu-
len in der Stadt Münster weiter angestiegen. In den allgemeinbildenden Schulen liegt er
durchschnittlich bei 24%, bei Grundschulen bereits über einem Drittel. Hier wird es wichtig
sein, die schulische Integration dieser Schülerinne n- und Schülergruppe in den nächsten
Jahren weiter mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Der Bericht hat gezeigt, dass hier
zwar Fortschritte zu erkennen sind (so gehen die meisten Schülerinnen und Schüler mit Mig-
rationsvorgeschichte bereits nach der Grundschule a uf das Gymnasium), es besteht aber
immer noch eine gehörige Differenz zur Gruppe der S chülerinnen und Schüler ohne Migrati-
onsvorgeschichte. Auch ist der Anteil der (ausländi schen) Schülerinnen und Schüler, die
ohne jeden Abschluss die Schule verlassen, mit über 15% sehr hoch.
4) Arbeit und Wirtschaft: Knapp ein Fünftel aller erwerbstätigen Personen in der Stadt
Münster haben mittlerweile eine Migrationsvorgeschi chte. Davon waren die allermeisten als
Arbeiterinnen und Arbeiter sowie als Angestellte be schäftigt (über 85%). Arbeitslosigkeit und
ALG II-Bezug (Hartz IV) sind unter Personen mit Mig rationsvorgeschichte deutlich höher als
bei Menschen ohne Migrationsvorgeschichte. Wie im B ericht aber deutlich wurde, liegt dies
auch daran, dass diese Gruppe oftmals einen geringe n Schulabschluss oder eine geringe
Berufsausbildung aufweisen kann. Teilweise werden a usländische Berufsabschlüsse auch
nicht in Deutschland anerkannt. Hier bleibt ein wic htiges Handlungsfeld auch für die Kom-
mune. Auch das migrantische Unternehmertum in der Stadt wächst weiter und wird näher an
die städtischen Förderstrukturen herangeführt. Zurz eit hat die Wirtschaftsförderung Münster
zu rund 470 Unternehmern und Unternehmerinnen mit Migrationsvorgeschichte Kontakt. Hier
wächst für die Zukunft ein weiteres wichtiges Handl ungsfeld für die kommunale Wirtschafts-
förderung heran.
5) Wohnen und sozialräumliche Stadtentwicklung: In der Stadt Münster gibt es nach wie
vor keine ausgeprägten „Einwanderer-Stadtteile“, Pe rsonen mit Migrationsvorgeschichte
leben vielmehr relativ gut verteilt über das gesamt e Stadtgebiet. Dennoch sind mehr oder
weniger deutliche Unterschiede zwischen einzelnen S tadtteilen zu erkennen. So haben in
Coerde und Berg Fidel rund die Hälfte aller Bewohne rinnen und Bewohner eine Migrations-
vorgeschichte, wohingegen es im Kreuzviertel nur ca . 10% sind. Zudem hat der Bericht ge-
zeigt, dass Menschen mit Migrationsvorgeschichte we niger häufig Grundeigentum erwerben
als Menschen ohne Migrationsvorgeschichte. Im Jahr 2014 waren es nur 10%. Damit liegt
Münster weit unter dem nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt von über 25%.
6) Kinder- und Jugendhilfe, soziale Leistungen und Dienste: Menschen mit Migrations-
vorgeschichte sind umfangreich in das System der Ki nder- und Jugendhilfe , sozialen Leis-
tungen und Dienste der Stadt Münster eingebunden. I nsgesamt liegt der Anteil der Sozial-
leistungsbezieherinnen und -bezieher mit Migrations vorgeschichte oberhalb ihres Anteils an
der Gesamtbevölkerung.
7) Gesundheit und Sport: Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Mi grations-
vorgeschichte hat sich in den letzten Jahren deutli ch verbessert. Inzwischen werden städti-
sche Gesundheitsleistungen wie Beratungsstellen, Fr ühförderung oder der Sozialpsychiatri-
sche Dienst deutlich häufiger von Menschen mit Migr ationsvorgeschichte in Anspruch ge-
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 113
nommen als in früheren Jahren. Die Daten in dem Ber icht konnten belegen, dass das ge-
sundheitliche Regelversorgungssystem und die Schulgesundheitspflege in der Stadt Münster
gut greifen und dafür sorgen, dass Krankheiten oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen bei
Kindern frühzeitig erkannt und behandelt werden. In sgesamt nehmen weniger Kinder mit
Migrationsvorgeschichte an den empfohlenen sog. U-U ntersuchungen teil als Kinder ohne
Migrationsvorgeschichte, was jedoch auch daran lieg en kann, dass ein Teil der Kinder nach
ihrer Geburt in Deutschland eine längere Zeit im Au sland verbracht hat und nur deswegen
„Lücken im Vorsorgekalender“ aufweist. Beim Impfsch utz z. B. ist die Versorgung bei Kin-
dern mit Migrationsvorgeschichte höher als bei Kind ern ohne Migrationsvorgeschichte. An-
gesichts der aktuellen Zuwanderung von Flüchtlingen wird dieses Handlungsfeld aber auch
in Zukunft wichtig bleiben, gerade angesichts der s chwierigen Erfahrungen, die viele Neuzu-
gewanderte mitbringen.
Eine wichtige Rolle bei der Integration kann auch d er Sport spielen. Inzwischen sind mehr
ausländische Vereine dem Stadtsportbund beigetreten als beim letzten Bericht.
8) Flüchtlinge: Die Flüchtlingszuzüge in die Stadt Münster sind in den letzten Jahren stark
angestiegen. In den letzten fünf Jahren haben sich die Zahlen mehr als verzehnfacht. Allein
von 2014 auf 2015 haben sich die Zuweisungszahlen von rund 1.000 auf etwa 3.000 verdrei-
facht. Die Stadt Münster hat in relativ kurzer Zeit viele neue Unterbringungsmöglichkeiten
geschaffen. Dennoch stießen die Unterbringungskapaz itäten in der zweiten Jahreshälfte
2015 an ihre Grenzen. Insgesamt profitiert die Stad t Münster in diesem Handlungsfeld aber
von der jahrelangen Vorarbeit, die für einen breite n gesellschaftlichen Konsens bei der Auf-
nahme von Flüchtlingen gesorgt hat. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der großen Zahl an Eh-
renamtlichen, die im Jahr 2015 noch einmal sprungha ft angestiegen ist, und die aus der
Flüchtlingsarbeit der Stadt auch nicht mehr wegzude nken sind. Die Versorgung und Integra-
tion der neuen Zuwanderinnen und Zuwanderer wird in den nächsten Jahren eine der wich-
tigsten Aufgaben der Integrationsarbeit in der Stad t darstellen und auf viele andere Hand-
lungsfelder der städtischen Integrationsarbeit ausstrahlen.
9) Kultur: Auch die Kulturarbeit spielt für die Stadt Münster im Kontext ihrer Integrationsar-
beit eine wichtige Rolle. Im Zentrum der Aktivitäte n steht hier die Förderung von Projekten
von und für Menschen mit Migrationsvorgeschichte un d ihren Organisationen durch das Kul-
turamt der Stadt Münster sowie insbesondere der mög lichst frühe Zugang zur (inter-) kultu-
rellen Bildung. In diesem Bericht wurden insbesonde re zwei Landesprogramme näher unter-
sucht. Hierbei zeigte sich, dass sich die Partizipa tion in Stadtteilen, in denen ein großer An-
teil von Menschen mit Migrationsvorgeschichte besteht, in den letzten Jahren deutlich erhöht
hat. Insgesamt wurden auch mehr Projekte mit interk ultureller Ausrichtung realisiert. Im
Rahmen des Landesprogramms "Kultur und Schule" hat sich die Zahl der Projekte seit dem
Jahr 2010 sogar verdoppelt. Diese Programme sind insbesondere im Hinblick auf die zu ver-
bessernde Bildungspartizipation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsvorgeschichte
von enormer Wichtigkeit.
10) Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwal tung: Ein weiteres wichtiges Hand-
lungsfeld bleibt die interkulturelle Öffnung der öf fentlichen Verwaltung. Die Stadt Münster
versucht in diesem Handlungsfeld zum einen den Pers onalanteil von Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte in der Verwaltung und in ihren Toc htergesellschaften zu erhöhen und Auf-
stiegsprozesse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationsvorgeschichte zu ermög-
lichen. Zum anderen soll die Kompetenz bei allen Mi tarbeiterinnen und Mitarbeitern durch
Fortbildungen zum Thema „Interkulturalität“ erhöht werden. Insgesamt ist die Datenlage in
diesem Bereich aber noch unzureichend.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 114
Lediglich bei Auszubildenden wird bisher bei der Ei nstellung nach der Migrationsvorge-
schichte gefragt. Nach diesen Daten ist von einem A nteil von Auszubildenden mit Migrati-
onsvorgeschichte von mindestens 10% auszugehen. In Zukunft soll die Datenlage durch
eine systematische Befragung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Stadt Münster
verbessert werden.
11. Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Im Kontext der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit d er
Stadt Münster ist festzustellen, dass immer mehr In formationsangebote der Stadt Münster
mehrsprachig herausgegeben werden. Alleine in diese m Bericht finden 35 mehrsprachige
Publikationen der Stadt Münster Erwähnung. Die Beri chte, Flyer, Internetangebote etc. sind
eine wichtige Hilfe insbesondere für Neuzugewandert e, aber auch für Menschen, die schon
länger in Münster leben und sich hier engagieren wo llen. Viele Ehrenamtliche werden z. B.
über die mehrsprachigen Flyer und Informationsbrosc hüren von der Stadt Münster gewor-
ben. In Zukunft ist hier eine Ausweitung der Angebote weiter zu erwarten.
Insgesamt zeigen die zahlreichen Maßnahmen, dass di e Stadt Münster sehr bestrebt ist,
Menschen mit Migrationsvorgeschichte weiter erfolgr eich in die städtische Gesellschaft zu
integrieren. Trotz der rasant steigenden Zahlen, vo r allem von Flüchtlingen, und den damit
verbundenen Herausforderungen, konnten in den letzt en Jahren wichtige Fortschritte erzielt
werden. Angesichts der weiterhin anzunehmenden Zuwa nderung in den nächsten Jahren
wird es wichtig sein, bei den Anstrengungen nicht n achzulassen und auch diejenigen nicht
zu vernachlässigen, die seit vielen Jahren in der S tadt leben und weiterhin unserer Unter-
stützung bedürfen. Angesichts des demografischen Wa ndels wird die Stadt Münster auch in
Zukunft auf Zuwanderung von außen angewiesen sein. Deswegen ist es gut, wenn viele jun-
ge Menschen nach Münster ziehen, darunter viele Studierende, junge Arbeitskräfte und eben
auch Flüchtlinge.
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 115
ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
Abbildung 1: Wohnberechtigte Bevölkerung der Stadt Münster mit Migrationsvorgeschichte
am 31.12.2015 nach Altersgruppen und Geschlecht ............................................ 13
Abbildung 2: Anzahl ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 2007-2013 ...................................... 24
Abbildung 3: Sprachförderbedarfe in Kindertagesstätten in der Stadt Münster 2013 (a) und
2014 (b) ............................................................................................. .................. 28
Abbildung 4: Sprach- und Deutschförderbedarfe bei Schulanfängerinnen und
Schulanfängern - Daten der Schuleingangsuntersuchung 2002-2015* ................ 30
Abbildung 5: Sprachbefund bei der Schuleingangsuntersuchung in Abhängigkeit von
Migrationsvorgeschichte der Familie und Kindergartenbesuchsdauer vor der
Einschulung 2010-2015 ................................................................................ ....... 31
Abbildung 6: Deutschkenntnisse von in Deutschland geborenen Kindern mit
Migrationsvorgeschichte in Abhängigkeit von den Deutschkenntnissen der Mutter -
Daten der Schuleingangsuntersuchung 2001-2015 .............................................. 32
Abbildung 7: Deutschkenntnisse von in Deutschland geborenen Kindern mit
Migrationsvorgeschichte, deren Mutter nicht gut Deutsch spricht - Daten der
Schuleingangsuntersuchung 2001-2015* ............................................................. 33
Abbildung 8: Deutschkenntnisse von Müttern von in Deutschland geborenen Kindern mit
Migrationsvorgeschichte 2001-2015 .................................................................... . 34
Abbildung 9: Anteile von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte an den
verschiedenen Schulformen in der Stadt Münster in den Schuljahren 2012/13 bis
2014/15 (in %)..................................... ................................................... .............. 40
Abbildung 10: Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an Förderschulen in der
Stadt Münster ..................................... ................................................... .............. 42
Abbildung 11: Schulabgängerinnen und -abgänger von allgemeinbildenden Schulen in der
Stadt Münster mit Hochschulreife und ohne Hauptschulabschluss nach
Staatsangehörigkeit in den Schuljahren 2011/12 bis 2013/14 (in %) .................... 43
Abbildung 12: Verteilung von Schülerinnen und Schülern ohne deutsche Sprachkenntnisse
auf die verschiedenen Schulformen in der Stadt Münster am 01.03.2015 ............ 44
Abbildung 13: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt Münster (Arbeitsort)
nach Staatsangehörigkeit 2010-2014 (Quartalszahlen) ........................................ 52
Abbildung 14: Entwicklung der Anteile einzelner Gruppen an der Arbeitslosigkeit in Münster54
Abbildung 15: Entwicklung der Wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte
in der Stadt Münster am 31.12.2015 ................................................................... . 63
Abbildung 16: Wohnberechtigte Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt
Münster am 31.12.2015 ................................................................................ ....... 64
Abbildung 17: Anzahl der von der Stadt Münster ausgestellten Wohnberechtigungsscheine
2009-2015 ............................................................................................ ................ 67
Abbildung 18: Personen mit Grundeigentum in der Stadt Münster und im Land NRW nach
Migrationsvorgeschichte 2014 (in %) .................................................................. . 70
Abbildung 19 : Vollständigkeit des Vorsorgestatus (U-Untersuchungen) bei in Deutschland
geborenen Kindern mit und ohne Migrationsvorgeschichte (MVG) in der Stadt
Münster 2002-2015 .................................................................................... .......... 79
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 116
Abbildung 20: Anteil der in Deutschland geborenen Kinder mit Migrationsvorgeschichte mit
„erheblichen Auffälligkeiten“ bei der schulärztlichen Untersuchung, die nach
eigenen Angaben Kontakt zur Beratungsstelle „Frühe Hilfe“ der Stadt Münster
haben, 2001-2015 ..................................................................................... ........... 82
Abbildung 21: Häufigste Diagnosen bei Klientinnen und Klienten mit Migrationsvorgeschichte
(n=393) im Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Münster 2014 ........................ 84
Abbildung 22: Häufigste den Gesundheitszustand beeinflussende Faktoren bei Klientinnen
und Klienten mit Migrationsvorgeschichte (n=233) im Sozialpsychiatrischen Dienst
der Stadt Münster 2014 ............................................................................... ......... 85
Abbildung 23: Zuzüge von Flüchtlingen - Stadt Münster 2010-2015 ..................................... 89
Abbildung 24: Herkunftsländer Münster ................................................................ ................ 89
Abbildung 25: Ausgewählte, ausländische Staatsangehörigkeiten der Wohnberechtigten
Bevölkerung in Münster ............................................................................... ........ 90
Abbildung 26: Auslastungsquoten der Flüchtlingsunterkünfte* in der Stadt Münster 1991-
2015 91
Tabelle 1: Definitionen grundlegender Begriffe ....................................................... ................ 7
Tabelle 2: Integrationspolitische Handlungsfelder und zugrunde gelegte Indikatoren ........... 10
Tabelle 3: Wohnberechtige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte
2015 12
Tabelle 4: Anteile der wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte nach
Altersgruppen am 31.12.2015 .......................................................................... .... 14
Tabelle 5: Bevölkerung in der Stadt Münster nach Migrationshintergrund und Familienstand
2014 14
Tabelle 6: Größe der Haushalte in der Stadt Münster nach Migrationshintergrund 2014 ...... 15
Tabelle 7: Zahl der in Privathaushalten lebenden Kinder in der Stadt Münster nach
Migrationshintergrund 2014............................................................................ ...... 15
Tabelle 8: Hauptherkunftsländer von Zuwanderinnen und Zuwanderern in die Stadt Münster
aus dem Ausland 2015 ................................................................................. ....... 15
Tabelle 9: Hauptzielländer von Abwanderinnen und Abwanderern aus der Stadt Münster ins
Ausland 2015 ......................................................................................... .............. 16
Tabelle 10: In politischen Gremien der Stadt Münster aktive Personen nach
Migrationsvorgeschichte und Staatsangehörigkeit 2015 ....................................... 18
Tabelle 11: In politischen Gremien der Stadt Münster aktive Personen nach
Migrationsvorgeschichte, Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2015 ................... 18
Tabelle 12: Wahlbeteiligungen zu den Integrationsratswahlen in der Stadt Münster und in
Nordrhein-Westfalen 2004, 2010 und 2014 .......................................................... 19
Tabelle 13: Anregungen und Anträge des Integrationsrates an den Rat der Stadt Münster,
die Stadtverwaltung und/oder den Oberbürgermeister 2013-2015 ....................... 19
Tabelle 14: Anträge und Anregungen an den Integrationsrat und Bewilligung von
Zuschüssen für Projektförderungen .................................................................... . 20
Tabelle 15: Ausländische Staatsangehörige in Münster nach EU-Staatszugehörigkeit und
Geschlecht 2008-2015 ................................................................................. ........ 22
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 117
Tabelle 16: Aufenthaltsrecht von Nicht-EU-Staatsangehörigen nach Geschlecht 2008-201523
Tabelle 17: Studierende an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster nach
Staatsangehörigkeit, Bildungsausländerstatus und Studienart im WS 2015/16 .... 23
Tabelle 18: Einbürgerungen in der Stadt Münster 2010-2015 ............................................... 25
Tabelle 19: Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Integrationskursen der Stadt Münster nach
Kurs-Art und Geschlecht 2005 bis 2015*.............................................................. 26
Tabelle 20: Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die eine DELFIN 4-Förderung erhalten
haben, in der Stadt Münster 2013-2015 ............................................................... 29
Tabelle 21: Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in der Stadt Münster
nach Zuwanderungsgeschichte in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15............. 36
Tabelle 22: Grundschülerinnen und -schüler mit Zuwanderungsgeschichte in der Stadt
Münster nach ausgewählten Merkmalen im Schuljahr 2014/15 ............................ 37
Tabelle 23: Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, deren Eltern bzw. Mütter nicht
in Deutschland geboren sind, 2012-2015 ............................................................. 37
Tabelle 24: Übergang von Schülerinnen und Schülern von Grundschulen auf weiterführende
Schulen in der Stadt Münster zum Schuljahr 2014/15 .......................................... 38
Tabelle 25: Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen nach
Zuwanderungsgeschichte in der Stadt Münster im Schuljahr 2014/15 ................. 39
Tabelle 26: Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an weiterführenden
Schulen in der Stadt Münster nach ausgewählten Merkmalen im Schuljahr
2014/15 .............................................................................................. .................. 40
Tabelle 27: Entwicklung der Zahl der Schülerinnen und Schüler auf Förderschulen in der
Stadt Münster nach Staatsangehörigkeit in den Schuljahren 2012/13 bis 2014/1541
Tabelle 28: Schülerinnen und Schüler an Förderschulen in der Stadt Münster nach
Staatsangehörigkeit und Förderschwerpunkt in den Schuljahren 2012/13 bis
2014/15* .......................................... ................................................... ................. 41
Tabelle 29: Ausländische Schulabgängerinnen und Schulabgänger von allgemeinbildenden
Schulen in der Stadt Münster 2014 .................................................................... .. 43
Tabelle 30: Anzahl der am herkunftssprachlichen Unterricht teilnehmenden Schülerinnen und
Schüler in der Stadt Münster nach Stammschule und unterrichteten Sprachen in
den Schuljahren 2012/13 bis 2014/15 .................................................................. 46
Tabelle 31: Anzahl der Kurse und angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer im
ergänzenden Sprachförderangebot „Club D“ der Volkshochschule Münster in den
Studienjahren 2011/12-2014/15 ........................................................................ ... 47
Tabelle 32: Anzahl der Kurse und angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Bereich
„Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ der Volkshochschule
Münster in den Studienjahren 2012/13-2014/15 ................................................... 48
Tabelle 33: Bevölkerung der Stadt Münster nach Beteiligung am Erwerbsleben und
Migrationshintergrund 2011 und 2014 .................................................................. 49
Tabelle 34: Erwerbstätige in der Stadt Münster nach Migrationshintergrund und
Staatsangehörigkeit 2014 ............................................................................. ....... 49
Tabelle 35: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Wirtschaftsbereichen bzw.
-abschnitten und Migrationshintergrund 2014 ...................................................... 50
Tabelle 36: Stellung im Beruf der Erwerbstätigen in der Stadt Münster nach
Migrationshintergrund 2014............................................................................ ...... 50
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 118
Tabelle 37: Stellung im Beruf der Erwerbstätigen in der Stadt Münster nach
Migrationshintergrund 2011............................................................................ ...... 51
Tabelle 38: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Vollzeit- und
Teilbeschäftigung und Migrationshintergrund 2014 .............................................. 51
Tabelle 39: Erwerbstätige Bevölkerung in der Stadt Münster nach Befristung des
Beschäftigungsverhältnisses und Migrationshintergrund 2014 ............................. 51
Tabelle 40: Geringfügig entlohnte Beschäftigte (GeB) in der Stadt Münster nach
Staatsangehörigkeit und anderen ausgewählten Merkmalen 2010-2014.............. 52
Tabelle 41: Bevölkerung in der Stadt Münster nach monatlichem Nettoeinkommen und
Migrationshintergrund 2014............................................................................ ...... 53
Tabelle 42: Im Jobcenter Münster gemeldete Arbeitslose nach Migrationsvorgeschichte im
Dezember 2015 ........................................................................................ ........... 55
Tabelle 43: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerbsfähige Leistungsbezieherinnen und -
bezieher mit und ohne Migrationsvorgeschichte nach Geschlecht im Dezember
2015 55
Tabelle 44: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbezieherinnen/-bezieher nach
Migrationsvorgeschichte und Erwerbsfähigkeit im Dezember 2015 ...................... 55
Tabelle 45: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit und
ohne Migrationsvorgeschichte nach höchstem erworbenen Schulabschluss im
Dezember 2015 ........................................................................................ ........... 56
Tabelle 46: Beim Jobcenter Münster gemeldete erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit und
ohne Migrationsvorgeschichte nach höchstem erworbenen Berufsabschluss im
Dezember 2015 ........................................................................................ ........... 56
Tabelle 47: Höhe des erwirtschafteten Einkommens von beim Jobcenter Münster
gemeldeten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit und ohne
Migrationsvorgeschichte im Dezember 2015 ........................................................ 57
Tabelle 48: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbezieherinnen und -bezieher, die in
einer Bedarfsgemeinschaft leben, im Dezember 2015 ......................................... 58
Tabelle 49: Beim Jobcenter Münster gemeldete alleinerziehende Leistungsbezieherinnen
und -bezieher nach Migrationsvorgeschichte im Dezember 2015 ........................ 58
Tabelle 50: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbezieherinnen und -bezieher mit
und ohne Migrationsvorgeschichte nach Alter im Dezember 2015 ....................... 58
Tabelle 51: Beim Jobcenter Münster gemeldete Leistungsbezieherinnen und -bezieher mit
und ohne Migrationsvorgeschichte nach Stadtbezirken im Dezember 2015 ......... 59
Tabelle 52: Von der Wirtschaftsförderung Münster erfasste Unternehmen nach
Migrationsvorgeschichte (MVG) 2012 und 2015 ................................................... 61
Tabelle 53: Anteil der wohnberechtigten Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an der
wohnberechtigten Gesamtbevölkerung in den Stadtbezirken der Stadt Münster
(nach Geschlecht) 2015 ............................................................................... ........ 62
Tabelle 54: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Migrationsvorgeschichte und
Staatsangehörigkeit in ausgewählten Stadtteilen der Stadt Münster 2015 ........... 65
Tabelle 55: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Migrationsvorgeschichte in den Stadtteilen
der Stadt Münster 2015 ............................................................................... ......... 65
Tabelle 56: Wohnberechtigungsscheine nach besonderen Zielgruppen (Doppelnennung
möglich) 2012-2015 ................................................................................... .......... 67
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 119
Tabelle 57: Anteil der Anträge auf Wohnberechtigungsscheine von ausländischen
Antragstellenden in der Stadt Münster nach Haushaltsgröße 2013 und 2015 ...... 68
Tabelle 58: Versorgungsquote aller Wohnberechtigungsschein-Inhaberinnen und-Inhaber in
der Stadt Münster mit Wohnraum nach Haushaltsgröße 2010-2015 .................... 68
Tabelle 59: Versorgungsquote ausländischer Wohnberechtigungsschein-Inhaberinnen und -
Inhaber in der Stadt Münster mit Wohnraum nach Haushaltsgröße 2012-2015 ... 69
Tabelle 60: Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter bei dauerhaft
voller Erwerbsminderung der Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte,
Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2012-2014 .................................................. 74
Tabelle 61: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt in der Stadt
Münster nach Migrationsvorgeschichte, Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2012-
2014 74
Tabelle 62: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege außerhalb von
Einrichtungen der Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte,
Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2012-2014 .................................................. 75
Tabelle 63: Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege innerhalb von
Einrichtungen der Stadt Münster nach Migrationsvorgeschichte,
Staatsangehörigkeit und Geschlecht 2012-2014 .................................................. 75
Tabelle 64: Schwerbehinderte Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in der Stadt
Münster am 31.12.2013 ................................................................................ ....... 76
Tabelle 65: Empfängerinnen und Empfänger von Eingliederungshilfe in der Stadt Münster
nach Migrationsvorgeschichte, Geschlecht und Staatsangehörigkeit 2012-2014 . 77
Tabelle 66: Kinder ohne Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster nach Vollständigkeit
des Impfschutzes 2001-2015 ........................................................................... .... 80
Tabelle 67: Kinder mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt Münster nach Vollständigkeit des
Impfschutzes 2001-2015 ............................................................................... ....... 80
Tabelle 68: Inanspruchnahme der Beratungsstelle Frühe Hilfen im Gesundheitsamt 2012 -
2014 81
Tabelle 69: Inanspruchnahme des sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt Münster durch
Menschen mit Migrationsvorgeschichte (n=288) nach Geschlecht 2014 .............. 83
Tabelle 70: Inanspruchnahme des sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt Münster durch
Menschen mit Migrationsvorgeschichte (n=288) nach Alter 2014 ......................... 84
Tabelle 71: Schulanfängerinnen und Schulanfänger in der Stadt Münster, die im
Vorschulalter das Seepferdchen erworben haben, nach Migrationsvorgeschichte
2001-2015 ............................................................................................ ................ 86
Tabelle 72: Sportvereine im Stadtsportbund der Stadt Münster 2012 und 2014 ................... 87
Tabelle 73: Hauptherkunftsländer der Erstantragstellerinnen und -antragsteller auf
Asylverfahren auf Bundesebene im Januar 2016 ................................................. 88
Tabelle 74: Sprachkurse für Flüchtlinge der Stadt Münster 2005-2015 ................................. 92
Tabelle 75: Mediationsveranstaltungen der Koordinierungsstelle für Migration und
Interkulturelle Angelegenheiten und Informationsveranstaltungen des Sozialamtes
der Stadt Münster nach Stadtteilen 2013 - 2015. ................................................. 94
Tabelle 76: Im Ausland geborene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Stadtwerken
Münster 2012 und 2014 ................................................................................ ....... 97
Tabelle 77: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster nach
Migrationsvorgeschichte und Geschlecht 2014 .................................................... 97
Stadt Münster-Integrationsbericht 2015 120
Tabelle 78: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationsvorgeschichte der Stadtwerke
Münster nach Herkunftsgebieten und Geschlecht 2012 und 2014........................ 97
Tabelle 79: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster nach
Funktionsbereichen und Migrationsvorgeschichte 2012 -2014 ............................. 98
Tabelle 80: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster nach
Funktionsbereichen, Geburtsland und Geschlecht 2014 ...................................... 98
Tabelle 81: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Messe und Congress Centrum Halle
Münsterland GmbH mit Migrationsvorgeschichte nach Funktionsbereichen 2015 99
Tabelle 82: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationsvorgeschichte der Messe und
Congress Centrum Halle Münsterland GmbH nach Herkunftsgebieten 2015 ....... 99
Tabelle 83: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen und Ärzte nach Migrationsvorgeschichte
und Staatsangehörigkeit 2012, 2013 ................................................................... . 99
Tabelle 84: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen und Ärzte nach Migrationsvorgeschichte
und Geschlecht 2013 .................................................................................. ....... 100
Tabelle 85: In der Stadt Münster tätige Ärztinnen und Ärzte mit Migrationsvorgeschichte nach
Herkunftsländern 2012, 2013 .......................................................................... ... 100
Tabelle 86: Angebotene Fortbildungen der Stadt Münster im Bereich „Interkulturelle
Kompetenz“ und Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2007-2014 ........ 101
Tabelle 87: Projektanträge und geförderte Projekte im Rahmen des Landesprogramms
„Kultur und Schule“ in der Stadt Münster in den Schuljahren 2006/07-2014/15 .. 102
Tabelle 88: Anteil der Projektanträge und geförderten Projekte aus den Stadtteilen im
Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ in der Stadt Münster in den
Schuljahren 2009/10-2014/15 .......................................................................... .. 103
Tabelle 89: Geförderte Projekte mit interkulturellem Merkmal in den Stadtteilen der
Stadtbezirke West, Nord, Ost, Südost und Hiltrup .............................................. 103
Tabelle 90: Anträge und durchgeführte Projekte im Rahmen des Landesprogramms „Kultur
und Schule“ in der Stadt Münster nach Stadtteilen in Außenstadtbezirken seit
2006 104
Tabelle 91: Mehrsprachige Informationsangebote von Münster-Marketing 2015 ............... 107
Tabelle 92: Mehrsprachige Informationsangebote von der Stadt Münster 2015 ................. 109
Beratungsverlauf (13)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (7)
- Friedrich-Ebert-Straße
- Ludgeriplatz 4
- Hansaplatz 6
- Kinderhaus 43
- Pluggendorf 4
- Neutor 4
- Düesberg 7
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0563/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.07.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37