V/0620/2025
Innenstadt stärken: Umgestaltung und -nutzung Apostelgarten - Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses
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Beschlussvorlage
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Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. V/0620/2025 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Innenstadt stärken: Umgestaltung und -nutzung Apostelgarten - Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses Beratungsfolge 18.02.2026 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 23.02.2026 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 25.02.2026 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderung Vorberatung 04.03.2026 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 10.03.2026 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 10.03.2026 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 12.03.2026 Ausschuss für Wohnen, Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 25.03.2026 Hauptausschuss Vorberatung 25.03.2026 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster würdigt den partizipativen Planungsprozess für den Apostelgarten mit breitem Beteiligungsangebot sowie das darin eingebrachte hohe Engagement der Evangelischen Apostelkirchen- gemeinde, des Kiepenkerl e. V., der weiteren Anliegerinnen und Anlieger und der Stadtgesellschaft. 2. Der Rat der Stadt Münster nimmt das Konzept zur Umnutzung und -gestaltung des Apostelgartens als Leitlinie für die weiteren Planungsschritte zur Kenntnis. 3. Der Rat der Stadt Münster nimmt zur Kenntnis, dass für die weiteren Planungsschritte sowie die bauliche Umsetzung der Umgestaltung des Apostelgartens Städtebaufördermittel des Landes NRW bewilligt wurden. 4. Der Rat der Stadt Münster beauftragt die Verwaltung damit, die für die weitere Beantragung von Städte- baufördermitteln erforderlichen nächsten Planungsschritte zu veranlassen und durchzuführen. Stadtplanungsamt 26.01.2026 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Thiesing Telefon: 492-6136 Thiesing@stadt -muenster.de - 2 - Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilfinanzplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1301 Grün- und Freiflächen Investitionsmaßnahme 6020 Umgestaltung und -nutzung Apostelgarten INSEK Auszahlungen 2025 2026 2027 2028 2029 2030 100.000 100.000 50.000 0 2.000.000 975.000 Einzahlungen 2025 2026 2027 2028 2029 2030 60.000 60.000 30.000 0 1.200.000 585.000 Investitionsmaßnahme 5970 Sanierung Brunnen STEP2 Anteil Neubrü- ckenstraßen- brunnen Auszahlungen 2026 2027 2028 36.840 0 191.160 Einzahlungen 2026 2027 2028 22.104 0 114.696 Saldo 1.381.200 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan-Entwurf 2026/2027 bei den o. g. Investitionsmaßnahmen veranschlagt. Begründung: Zum Hintergrund Im Sommer 2024 wurde mit dem partizipativen Planungsprozess zur Umnutzung und -gestaltung des heutigen Parkplatzes an der Neubrückenstraße, dem sogenannten Apostelgarten, begonnen. Im Fokus steht eine zukunftsgerechte Weiterentwicklung dieser Fläche , vor allem bezüglich der Umgestaltung und -nutzung der bisherigen Parkplatzflächen, der Schaffung von nicht- kommerziellen Aufenthalts- und neuen Nutzungsangeboten, der Barrierefreiheit, Klimagerechtig- keit und Wassersensibilität sowie einer stadtgestalterischen Verbesserung. Die Durchführung des partizipativen Planungsprozesses wurde aus dem Bundesprogramm „Zu- kunftsfähige Innenstädte und Zentren“ finanziell unterstützt. Bei dem Vorhaben „Umnutzung und -gestaltung des Apostelgartens“ handelt es sich um eine vom Rat der Stadt Münster priorisierte Maßnahme aus dem INSEK Münster -Innenstadt (M3.3 4) (s. V/0042/2023), für deren weitere Planung und bauliche Umsetzung erste Städtebaufördermittel eingeworben werden konnten. - 3 - Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. Zu Beschlussvorschlag 1: Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Der partizipative Planungsprozess für den Apostelgarten wurde gemeinschaftlich mit zahlreichen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren und unter ausdrücklicher Einbeziehung der Stadtge- sellschaft durchgeführt. Besonders hervorzuheben sind hier die Evangelische Apostel - Kirchengemeinde Münster und der Kiepenkerl e. V. , die den gesamten Prozess als Projekt- partner/-innen von Beginn an eng begleitet und sich intensiv darin eingebracht haben. In verschiedenen Einzel- und Fachgesprächen sowie Werkstätten wurde ein Konzept inklusive Entwurfsskizze gemeinsam entwickelt und diskutiert. Im Mai 2025 fand zudem eine öffentliche fünftägige Beteiligungsveranstaltung, der Apostelgarten -Dialog, im Apostelgarten statt. Hierbei wurden die Planungen präsentiert und zur Diskussion gestellt und die Gestaltungsidee temporär in einem Ausprobierformat umgesetzt und getestet. Einbezogen waren in den Prozess neben Fachleuten aus der Verwaltung , Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Apostel -Kirchengemeinde und dem Kiepenkerl e. V. auch die Initia- tive Starke Innenstadt Münster e. V., Akteure und Immobilienbesitzende aus dem Kiepenkerl - Viertel und der Innenstadt, Expertinnen und Experten, politische Vertreterinnen und Vertreter sowie die Stadtgesellschaft. Im beiliegenden Ergebnisbericht sind das partizipative Planungsverfahren und dessen Ergebnis- se umfassend dargestellt (s. Anlage 1). Die Anregungen betreffen im Wesentlichen die Themen- felder „Lösung für das Anwohnenden-Parken“, „Sicherheit und Ordnung“, „Barrierefreiheit“, „Ur- banes Grün“ sowie „Ausstattung“ und „Gestaltung“. Im Zuge der partizipativen Arbeit an diesem Vorhaben wurden auch Hinweise und Anregungen eingebracht, die Aspekte betreffen, die aufgrund des frühen Planungsstandes der hier vorgeleg- ten Entwurfsidee noch nicht im Detail ausgearbeitet sind. Alle diese Hinweise sind in einem The- menspeicher gesammelt worden und fließen in die weiteren Planungsarbeiten ein. Zu Beschlussvorschlag 2: Das Konzept zur Umnutzung und -gestaltung des Apostelgar- tens Mit dem vorliegenden Ergebnisbericht zum partizipativen Planungsprozess Apostelgarten (s. An- lage 1) liegt ein gestalterisches und funktionales Gesamtkonzept inklusive Entwurfsskizze, textli- chen Erläuterungen, Visualisierungen und Detaildarstellungen für den Apostelgarten vor. Dieses soll als Leitlinie für die weiteren Planungsarbeiten und -schritte bis hin zur baulichen Um- setzung dienen. Deshalb wird es mit dieser Vorlage in die politische Beratung eingebracht und dem Rat der Stadt Münster zur Beschlussfassung vorgelegt. Kurz zusammengefasst sind folgende wesentliche Maßnahmen für die zukunftsgerechte Umnut- zung und -gestaltung des Apostelgartens vorgesehen: • Umgestaltung und -nutzung des bisherigen Parkplatzes hin zu einem neuen, vielfältigen Auf- enthaltsort mit Quartiersidentität • funktionale und gestalterische Verbindung von (heutigem) Parkplatz und Apostelkirchenum- feld zum gesamtheitlichen Apostelgarten • Integration der Gastronomie in den Platz • mehr Grün und Klimagerechtigkeit durch Erhalt der Bäume, Neupflanzung und Ergänzung von mit insektenfreundlichen Stauden und Gräsern ausgestattete Pflanzinseln • einladender, von Drubbel und Bogenstraße aus sichtbarer Entreebereich mit Wasserspiel in Verbindung mit der Modernisierung des Neubrückenstraßenbrunnens • „Apostelkirchplatz“ mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten und einigen Tischen, zum nicht - kommerziellen Aufenthalt, Spielen und für Quartiersveranstaltungen • Geschichtsband mit historischen Informationen und zum Sitzen und Balancieren • „Kirchgarten“ mit Schatten- und Sonnenbereichen und niedriger Hecke als Rahmung - 4 - Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. • Sicherstellung der verkehrlichen Erschließungsfunktion und Lieferbereich • geordnetes Fahrradparken • einheitliche, barrierefreie Bodenbeläge • ausreichende Abfallbehälter und ressourcensparende, arten - und insektenfreundliche Be- leuchtung. Zum Beschlussvorschlag 3: Städtebauförderung Das Vorhaben „Apostelgarten“ ist eine Teilmaßnahme der Städtebauförder -Gesamtmaßnahme „Zukunftsgerechte Innenstadt-Plätze“. Zu dieser Gesamtmaßnahme gehört die Umgestaltung von insgesamt fünf Innenstadtplätzen (Apostelgarten, Domplatz/ -quartier, Umfeld Ludgerikirche, Ber- liner Platz/Hamburger Tunnel, Grünanlage Hansaplatz) (s. Ratsbeschluss zu V/0377/2024). Mit Antrag vom 30.09.2024 hat die Stadt Münster hierfür einen Städtebauförderantrag beim Land NRW eingereicht, der im Sommer 2025 bewilligt wurde . Damit wurde der Stadt Münster die grundsätzliche Förderung der Gesamtmaßnahme bestätigt und ein erster Anteil an Fördergeldern gewährt. Die Städtebauförderrichtlinie NRW sieht vor, dass nun bis zum Sommer 2027 die Planungen für die Umgestaltung der fünf „Zukunftsgerechten Innenstadtplätze“ auszuarbeiten sind (bis Leis- tungsphase 6 HOAI, Vorbereitung Vergabe Bauleistungen). Auf der Basis der dann vorliegenden sog. Ausführungsplanungen ist dann ein zweiter Förderantrag beim Land NRW für die Gesamt- maßnahme einzureichen. Auf dieser Basis erfolgt die vollständige Festlegung der Gesamtförde- rung (inkl. baulicher Umsetzung). Es ist zu berücksichtigen, dass zur Zielerreichung der Förderung alle Teilmaßnahmen der Ge- samtmaßnahme „Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ (d. h. Umgestaltung der fünf Plätze) umzu- setzen sind. Zu Beschlussvorschlag 4: Nächste Umsetzungsschritte Nach Abschluss des partizipativen Planungsprozesses und Vorliegen eines ersten Bescheids über Städtebaufördermittel, gilt es nun, die nächsten Planungsschritte zur Umnutzung und -gestaltung des Apostelgartens auszuführen. Wie im Vortext erläutert, ist gemäß den Vorgaben der Städtebauförderrichtlinie NRW bis zum Som- mer 2027 die Ausführungsplanung bzw. die Vorbereitung der Vergabe der Bauleistungen (Leistungs- phase 6 HOAI) für den Apostelgarten umzusetzen. Die Aufgabe der Verwaltung ist es nun, die für die weitere Beantragung von Städtebaufördermitteln erforderli- chen nächsten Planungsschritte zu veranlassen und durchzuführen. i. V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Dokumentation Apostelgarten Entwurf
Anlage A
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Anlage A zur V/0620/2025 Kurzüberblick Im Rahmen eines partizipativen Planungsprozesses „Apostelgarten“ wurde ein Konzept zur zu- kunftsgerechten Umnutzung und -gestaltung des heutigen Parkplatzes an der Neubrückenstraße inklusive Umfeld der Apostelkirche erarbeitet. Das Konzept inklusive Entwurfsidee, Erläuterungen und Visualisierungen wird dem Rat zum Beschluss und zur Würdigung des breiten Partizipations- prozesses und hohen Engagements der Anlieger/-innen und Bürgerschaft vorgelegt. Es wird dar- über informiert, dass für die weiteren Planungsschritte sowie die bauliche Umsetzung des Vorha- bens erste Städtebaufördermittel bewilligt wurden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Maßnahme wird die Umsetzung des vom Rat der Stadt Münster beschlossenen INSEK Münster-Innenstadt (2023) verfolgt. Die Maßnahme wurde vom Rat der Stadt Münster als priori- tär beschlossen. Grundsätzlich verfolgt die Maßnahme das Ziel, zu einer zukunftsgerechten Innenstadt beizutra- gen. Folgende Teilziele sind zu nennen: - Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken. - Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: o mit hoher Umwelt- und Naturqualität o mit breitem Freizeitangebot o mit hoher Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft. - Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln. Nach heutigem Stand ist eine Realisierung bis zum Jahr 2030 vorgesehen. Finanzierung Produktgruppe: 1301 Grün- und Freiflächen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im Entwurf des Haushaltsplans 2026/2027 enthalten? x Ja Nein Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine per Ratsbeschluss priorisierte Maßnahme aus dem INSEK Münster-Innenstadt (2023), für die Städtebaufördermittel beantragt und bewilligt wurden. Verschiedene Ratsbeschlüsse liegen hierfür vor (s. V/0723/2021, V/0041/2023, V/0202/2024, V/0377/2024) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Sowohl bei der Ausgestaltung des partizipativen Planungsprozesses „Apostelgarten“ sowie im erarbeiteten Konzept wurden die Aspekte „Demographie“, „Gleichstellung/ Geschlechter- sensibilität“, „Inklusion“, „Klimaschutz“, „Barrierefreiheit“ und „Migration“ inhaltlich und prozessual einbezogen. Auch bei den partizipativen Beteiligungsformaten fanden sie Berücksichtigung.
Dokumentationt Apostelgarten Entwurf
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1 Entwurf November 2025 Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 Anlage 1 zu V/0620/2025 Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 2 Entwurf November 2025 Impressum Herausgeberin Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stadtplanungsamt Albersloher Weg 33 48155 Münster Bearbeitung Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stadtplanungsamt Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt Ansprechpartnerin: Simone Thiesing Stabsstelle Projektsteuerung Innere Stadt/Häfen Ansprechpartner: Peter Fritze, Lukas Fiegen SAL Landschaftsarchitektur GmbH Hansaring 25 48155 Münster Ansprechpartner/-innen: Franziska Hahlbohm, Stephan Bracht, Scott Wigglesworth Gestaltung SAL Landschaftsarchitektur GmbH Stadt Münster Bildnachweis SAL Landschaftsarchitektur GmbH und Stadt Müns- ter, wenn nicht anders benannt Münster, im November 2025 Aktuelle Informationen zum Zukunftsprozess für die In- nenstadt „Stadt. Raum. Leben. #münsters mitte machen“ unter www.muensters-mitte-machen.de Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 3 Inhalt Vorspann – Das INSEK Münster-Innenstadt und die Schlüsselräume 4 1. Umgestaltung und -nutzung Apostelgarten: Ein partizipativer Planungsprozess 6 1.1 Mit wem und wie? – Schritte der partizipativen Konzeptentwicklung 6 1.2 Welches Resultat? – Die Ergebnisse der Partizip ation 9 2. Vom Parkplatz zum Apostelgarten: Das Potenzial dieses Ortes 11 2.1 Der „Apostelgarten“ heute 11 2.2 Herausforderungen und Potenziale 13 3. Der Apostelgarten: Das Zukunftskonzept 15 3.1 Die neue Nutzung des Ortes 15 3.2 Gastronomie, Fahrradparken, Liefer- und Erschlie ßungsbereich 16 3.3 Apostelkirchplatz und Kirchgarten 17 3.4 Gestalterische Details 20 4. Resumee: Der Apostelgarten im Ganzen 22 5. Zukunftsbilder 24 6. Die nächsten Schritte zur Umsetzung 27 Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 4 Entwurf November 2025 Vorspann – Das INSEK Münster-Innenstadt und die Schlüsselräume Die Stadt Münster arbeitet kontinuierlich daran, die Zukunftsentwicklung der Innenstadt positiv zu ge- stalten. Dies geschieht bereits seit vielen Jahren im engen Schulterschluss zwischen Stadt Münster und zahlreichen öffentlichen und privaten Akteurinnen und Akteuren, die sich hierfür engagieren und ge- meinsam einsetzen. Mit diesem Anspruch wurde unter intensiver Einbe- ziehung der Stadtgesellschaft ein Zukunftskonzept für die Innenstadt erarbeitet, das sogenannte „Inte- grierte städtebauliche Entwicklungskonzept Müns- ter-Innenstadt“ (INSEK Münster-Innenstadt), das vom Rat der Stadt Münster im März 2023 beschlossen wurde. Es dient als Leitorientierung für die Zukunfts- entwicklung der Innenstadt und definiert unter ande- rem auch einen Rahmen für zahlreiche städtebauli- che Schlüsselräume und -maßnahmen (s. Abbildung Stadträumliches Konzept). Die Zielsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) besteht unter anderem darin, langfristig zu- kunftsgerechte, vielfältige Innenstadtbereiche für alle Menschen zu schaffen. Im Zuge der Erarbeitung des Innenstadtkonzeptes wurden gemeinsam von Stadt- verwaltung, Politik, Fachplanerinnen und -planern, den Münsteranerinnen und Münsteranern und auch Gästen der Stadt Orte definiert, die ein besonders großes Potential hierzu haben. Dazu gehören einige Straßenzüge, Plätze sowie auch der heutige Parkplatz Neubrückenstraße mit seinem direkten Umfeld, der sogenannte Apostelgarten. Eine vom Rat der Stadt Münster priorisierte Maß- nahme des INSEK Münster-Innenstadt ist somit die Umgestaltung und -nutzung des Bereichs „Apostel- garten“ (M3.34 im INSEK Münster-Innenstadt, 2023). Dieser Parkplatz an der Neubrückenstraße ist den meisten Menschen noch eher unbekannt. Im Wesent- lichen dominieren dort die Pkw-Stellplätze für Anlie- gerinnen und Anlieger mit Bewohnerparkausweis. Der Ort bietet kaum Nutzungsqualitäten für die All- gemeinheit. Dabei hat die Fläche durch die Lage im Kiepenkerlviertel inmitten der Altstadt und direkt be- nachbart zur historisch bedeutenden Apostelkirche das Potential, ein attraktiver Aufenthaltsort für alle Menschen zu werden. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2024 ein par- tizipativer Planungsprozess gestartet. Im Ergebnis liegt nun eine Konzeptskizze für eine Umgestaltung des Apostelgarten-Areals inklusive benachbartem Kirchenumfeld als Grundlage für nachfolgende kon- krete Entwurfsplanungen vor. Sie wurde von Beginn an in einem engen Dialog mit der Evangelischen Apostelkirchengemeinde und dem Kiepenkerl e. V. sowie unter Einbindung der Anraine- rinnen und Anrainer, von Fachleuten, der Politik, wei- teren Akteurinnen und Akteuren der Innenstadtent- wicklung sowie der Bürgerschaft gemeinschaftlich er- arbeitet. Der partizipative Planungsprozess wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ durch Fördermittel finanziell unter- stützt. Dieser Endbericht dokumentiert den Prozess und ins- besondere dessen Ergebnisse zur Umgestaltung des Apostelgartens. Er dient damit als erster wichtiger Meilenstein der Gesamtmaßnahme „Umgestaltung und -nutzung des Bereichs Apostelgarten“ und als Leitlinie für die sich anschließenden noch nötigen de- taillierten Planungs- und Entwurfsarbeiten bis hin zur baulichen Umsetzung. INSEK Münster-Innenstadt (2023) Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 5 Apostel- garten Apostel- garten Lage des Apostelgartens in der Altstadt Münsters Stadträumliches Konzept INSEK Münster-Innenstadt (2023) (Quelle: s+w plus u. Junker Kruse Stadtforschung, Planung) Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 6 Entwurf November 2025 1. Umgestaltung und -nutzung Apostelgarten: Ein partizipativer Planungsprozess Eine aktive Zukunftsgestaltung der Innenstadt kann nur gemeinsam von und mit der gesamten Stadtge- sellschaft gelingen. Daher verfolgt die Stadt Münster das Ziel, die bereits seit vielen Jahren gelebte produk- tive Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichem, pri- vatwirtschaftlichem und öffentlichem Engagement weiter zu stärken und auszubauen. 1.1 Mit wem und wie? – Schritte der partizi- pativen Konzeptentwicklung So wurden im Rahmen dieses partizipativen Pla- nungsprozesses für den Apostelgarten neben ver- schiedenen Fachämtern der Stadtverwaltung auch die Nachbarinnen und Nachbarn des Apostelgartens, weitere Anliegerinnen und Anlieger und Akteure im Kiepenkerlviertel und der Innenstadt, Expertinnen und Experten, politische Vertreterinnen und Vertre- ter und auch alle Bürgerinnen und Bürger Münsters aktiv eingeladen, an der Zukunftsgestaltung mitzu- wirken. Die vorliegende Konzeption ist somit das Er- gebnis einer gemeinsamen Arbeit vieler unterschied- licher Gruppen und Menschen. Die Leitidee des Apostelgartens umfasst auch die Apostelkirche mit der sie umgebenden Grünanlage, so dass der Planungsprozess von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde erfolgte. Ebenso unverzichtbar ist die Einbindung der Nutze- rinnen und Nutzer des Platzes und der Nachbarinnen und Nachbarn im Quartier. Deshalb sind als enge Pro- jektpartnerinnen bzw. -partner die Evangelische Apostelkirchengemeinde und der Kiepenkerl e. V. be- sonders hervorzuheben. Die Steuerung des gesamten Planungsprozesses ob- liegt bei der Stadt Münster dem Stadtplanungsamt, das bei diesem Vorhaben durch ein externes Land- schaftsarchitekturbüro fachlich begleitet wurde. Von zentraler Bedeutung ist auch das bereits langjäh- rig etablierte „Zentrenmanagement“, ein Zusammen- schluss von Münster Marketing, Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung Münster GmbH und dem Initia- tive Starke Innenstadt e. V., mit dem diese Maß- nahme im engen Schulterschluss ausgeführt wird. Da ein Platz viele verschiedene Aufgaben erfüllt und auch der laufenden Pflege und Unterhaltung bedarf, sind unterschiedliche Fachgebiete wie Grünplanung, Klimagerechtigkeit, Wasserwirtschaft, Mobilität und Tiefbau, Sicherheit und Ordnung, Barrierefreiheit oder Stadtgestaltung bei einer Planung einzubinden. So wurden Gespräche mit verschiedenen Fachämtern und -stellen der Stadt Münster und beispielsweise auch mit Polizei und Feuerwehr geführt, um so wich- tige Grundlagen für die Konzeptionserarbeitung zu- sammenzutragen. Nach dieser Umfangreichen Sammlung verschiedens- ter Grundlagen und Anregungen wurde in einer Ver- waltungswerkstatt mit den thematisch betroffenen Fachämtern und städtischen Dienststellen an einer ersten Konzeptidee und Entwurfsfassung gearbeitet. Die so entstandenen Planungen wurden in der Ar- beitsgruppe 5 „Stadtplanung und Verkehr“ der Kom- mission zur Förderung der Inklusion von Men- Akteurinnen und Akteure im Planungsprozess Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 7 schen mit Behinderungen der Stadt Münster (KIB) vorgestellt und diskutiert, so dass auch deren Be- lange in die Entwurfsarbeit einfließen konnten. Der nächste partizipative Schritt bestand darin, die Konzeptskizze in einer Werkstatt den Anliegerinnen und Anliegern und den Quartiersakteurinnen und -akteuren zur Diskussion zu stellen und weiter- zuentwickeln. Anforderungen an die tägliche Funkti- onalität des Apostelgartens und Ideen und Anregun- gen aus dem Kiepenkerlviertel konnten so gesam- melt und in die Konzepterstellung integriert werden. Nach diesen vielfältigen Partizipationsschritten lag ein vorabgestimmter Entwurf einer Konzeptskizze mit Plandarstellungen soweit ausgearbeitet vor, dass er der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Mit dem „Apostelgarten-Dialog“ fand im Mai 2025 im Apostelgarten eine fünftägige, vielfältig ausgestaltete Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger statt. An einem Beteiligungsmarktstand wurden das Konzept und die Gestaltungsideen präsentiert. Alle Interes- sierten konnten mit Expertinnen und Experten der Verwaltung und des Landschaftsarchitekturbüros täglich ins Gespräch kommen und eigene Anregungen und Vorschläge einbringen. Auch bestand die Gelegenheit, sich die Entwürfe vor Ort rund um die Uhr anzusehen und sich mittels Online- Portal zu beteiligen. Um die Konzeptideen beispielhaft zu veranschau- lichen und aufzuzeigen, welche neuen Qualitäten der Apostelgarten zukünftig entwickeln kann, wurde der Parkplatz für den Apostelgarten-Dialog von den parkenden Autos befreit und umgestaltet: Ein Teil der Pkw-Stellplätze verwandelte sich in ein großes Hortensienbeet, auf dessen Einfassung Menschen Platz nehmen konnten. Zusätzliche Bänke, Tische und Stühle luden zum Sitzen und Verweilen unter den Bäumen ein. Die benachbarte Kita sorgte mit einem Sandkasten und einer Bobby-Car-Rennstrecke für Spiel- und Bewegungsangebote für Kinder. Begleitet wurde der Apostelgarten-Dialog von einem in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Münster angebotenen Kinderprogramm, das leider wegen schlechten Wetters auf ein kleineres Angebot mit Ballonkünstler, Parkcour-Angebot, Kinderschminken und Glücksrad reduziert werden musste. Auch die Evangelische Kirchengemeinde brachte sich aktiv in die Programmgestaltung mit ein. So boten Jugendliche des Jugendtreffs Bonni der Kirchen- gemeinde Waffeln an und luden zu Spielen auf dem Platz ein. Durch das vielfältige Programm konnten verschie- dene Zielgruppen in die Beteiligungsaktion einge- bunden werden. Gleichzeitig wurde so die Vielfalt an neuen potenziellen Nutzungsmöglichkeiten dieses Ortes veranschaulicht. Die gesammelten Anregungen dieser Beteiligungs- und Ausprobieraktion flossen soweit möglich in die Entwurfserarbeitung der Konzeptskizze ein oder wurden in einen “Anregungspool” für die folgende detailliertere Planungsarbeit aufgenommen. Zum Abschluss des partizipativen Planungsprozesses wird die entstandene Planungskonzeption dem Rat der Stadt Münster vorgelegt. Prozessablauf mit Arbeitsschritten und Partizipationsformaten Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 8 Entwurf November 2025 Impressionen aus der Anlieger/-innen-Werkstatt und vom Apostelgarten-Dialog Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 9 1.2 Welches Resultat? – Die Ergebnisse der Partizipation Alle bisher durchgeführten Beteiligungsveranstaltun- gen zum Projekt verliefen sehr positiv und zeichneten sich durch einen offenen, konstruktiven Austausch mit den Teilnehmenden aus. Insgesamt stießen die Planungsideen und der „tem- poräre Apostelgarten“ auf eine positive Resonanz und fanden viel Zustimmung. Die eingebrachten Anregungen lassen sich vor allem folgenden Fokus-Themenfeldern zuordnen: Anwohnenden-Parken, verkehrliche Erschlie- ßung Gestaltung und Ausstattung Grün und Pflanzen Barrierefreiheit und Inklusivität Sicherheit und Ordnung Hinsichtlich der verkehrlichen Erschließung wurde gemeinsam mit Betroffenen intensiv über notwen- dige Anlieferzonen, Feuerwehr- und Wartungszufahr- ten sowie geeignete Wendemöglichkeiten gespro- chen. Diese Anforderungen wurden in die Entwurfs- idee integriert. Sehr konträr wurde die zukünftige Pkw-Parksituation diskutiert: Einerseits begrüßten zahlreiche Personen das Verschwinden der abgestellten Autos. Vor allem die Anliegerinnen und Anlieger äußerten aber ihre große Sorge darüber, dass die Stellplätze zum Parken mit Bewohnerparkausweis zukünftig entfallen wür- den. Die Anwohnerparkmöglichkeiten in der Innen- stadt würden stets weiter reduziert. Gefordert wurde hier eine tragfähige Alternativlösung. Die geplante Integration der Gastronomieflächen so- wie des Raumes vor dem Apostelkirchenportal in die Platzgestaltung wurde sehr positiv aufgenommen. Besonders geschätzt wurden die zahlreichen geplan- ten nicht-kommerziellen, teils mit Tischen ausgestat- teten Sitzgelegenheiten, die allen Menschen einen Aufenthalt in der Altstadt ermöglichen und Raum für Begegnung, Mittagspausen oder Schachspiel bieten. Aufgefallen ist bei der temporären Apostelgarten-Ak- tion, dass vor allem die dort angebotene mobile Be- stuhlung zum freien Anordnen der Sitzmöglichkeiten bei den Besuchenden einen großen Anklang fand. Zu- dem wurden Vorschläge für weitere Ausstattungs- möglichkeiten, wie beispielsweise weitere Spiel- und Bewegungsangebote für Kinder oder Erwachsene, un- terbreitet. Kontrovers bewertet wurde das vorgese- hene Wasserfontänenfeld. Als kühlendes Element, das entspannend wirkt und Kinder zum Spielen ein- lädt, ist es vielen Menschen sehr willkommen. Andere wiesen auf den damit verbundenen hohen Pflegeauf- wand hin und stellten in Frage, ob neben dem derzei- tig nicht funktionstüchtigen bereits vorhandenen Brunnen an der Neubrückenstraße ein zweites Was- serelement wirklich nötig sei. Weitere gestalterische Hinweise bezogen sich auf die Ausgestaltung der Wegeführung, die Anzahl und Aus- stattung der Fahrrad- und E-Scooter-Stellplätze, die Fassadengestaltung des Transformatorengebäudes oder den gesamten (Garten-)Charakter der Konzep- tion. Begrüßt wird ausdrücklich der Erhalt des wertvollen Baumbestandes sowie die geplante Ausweitung von Grünflächen. Einige Teilnehmende wünschten sich eine noch großflächigere Entsiegelung der Fläche. Auch wurde angeregt, bei der Bepflanzung nachhal- tige, pflegearme und klimaangepasste Konzepte mit Verwendung naturnaher, regionaler und insekten- freundlicher Pflanzenarten umzusetzen. Wichtig ist vielen Menschen die Nutzbarkeit des Apostelgartens für alle Menschen. Die Barrierefreiheit der Bodenbeläge sei ebenso wichtig wie die der Sitz- möglichkeiten, die mit Arm- und Rückenlehnen aus- zustatten seien. Auch sollten ein Trinkbrunnen und eine öffentliche Toilette vorhanden sein. Im Hinblick auf die Sicherheit und Ordnung bestehen einige Be- denken dahingehend, dass es durch die Umgestal- tung und das Angebot an nicht-kommerziellen Sitz- möglichkeiten zu nächtlichen Ruhestörungen und ei- ner Abfallverschmutzung kommen oder sich ein Angstraum entwickeln könnte. Die eingebrachten Anregungen und Verbesserungs- vorschläge wurden, soweit zum jetzigen Zeitpunkt bereits möglich, in die Konzeption integriert. Viele Hinweise beziehen sich auf eine spätere detaillierte Ausführungsplanung und wurden zur späteren Einbe- ziehung in einen Themenspeicher aufgenommen. Positive Stimmen zur Apostelgarten-Planung Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 10 Entwurf November 2025 Pkw-Parken Verknappung Anwohnenden- parkplätze in Zone C Umnutzung grds. positiv, aber Anwoh- nerpark- alternative schaffen Parkplätze z. B. am Spiekerhof für Anwohner- parken umwidmen alternativ günstige Anwohnenden- Stellplätze z. B. im Theater- Parkhaus Parkzone E auch für C nutzbar machen Parkplatz erhalten Anwohnende können vorhandene Parkhäuser nutzen Carsharing, Bus und Fahrrad als Alternative für Anwohnenden- parken nutzbar weniger Pkw- Parken ist super Barriere- freiheit, Inklusivität gute Beleuchtung, keine Dunkel- räume Leuchten als Wege- führung behinderten- gerechte Toilette Sitzbänke mit Rückenlehne und Arm- stützen Kinderfreund- lichkeit, inklusive Spiel- elementebarriere- freie Boden- beläge und -gestaltung histori- sche Infos auch auf Sitzhöhe lesbar Eingänge kontrastreich gestalten Regenrinnen als Leitelement alle Menschen mitdenken Trinkwasser- brunnen Grün, Pflanzen Baumbestand erhalten, klima- resistente Bäume möglichst wenig versiegelte Flächen insekten- freundliche, trocken- heitsresistene Bepflanzung regionales Saatgut, Wildblumen Hochbeet, Kräuterspirale Grün statt Parken ist gut Hortensien sind schön, benötigen aber zu viel Wasser Fassaden- begrünung Trafohaus stärker als Naturgarten gestalten Sitzen, Spielen, Ausstattung nicht- kommerzielle Sitzmöglich- keiten (inklusive) Spielgeräte u. Sitzmöbel für Kinder (u. Erwach- sene) Bänke mit Rückenlehnen u. Armstützen, Liegestühle(ausschließlich) mobile Bestuhlung, nur tagsüber Beetein- fassungen alle vs. nicht mit Holzauflagen ausstatten Sonnen-/ Regensegel Klangspiel, Vogelhäuser in den Bäumen, Hängematten „Erzählbänke“ Klettergerüst/ -wand, Calestanics- Geräte überdachter Pavillon Gestaltung, Struktur, Wasser gute Vernetzung zur Stadt und ins Viertel Verkehrs- fläche z. Wegesende breiter, Rangier- bereich Fassaden- gestaltung Trafohaus mitdenken direkte Wege, gestalterisch einfach halten, mehr Sicht- achsen mehr Garten- Charakter, organische Strukturen Park und Parkplatz kombinieren Wasserspiel ist toll Bestands- brunnen sanieren, zwei Brunnen nötig? zu hoher Pflegeaufwand für Wasserspiel genügend Fahrrad-/ Lastenrad/-E- Scooter- ständer, auch überdachte Klima- angepasste Entwässerung mitdenken Sicherheit, Ordnung gute Beleuchtung vorsehen Platz für Mülltonnen, z. B. Unterflur genügend Abfallbehälter einplanen Glasverbot (ab 23 Uhr) Gastronomie nur bis 22 Uhr draußen öffnen Hunde- toilette und Kotbeutel nächt- liche Lärm- belästigung vermeiden nur variable Stühle, die nachts weggeräumt werden Videoüber- wachung nachts Parkordnung und Kontrollen Tauben- und Rattenproblem beheben Anregungen aus dem Apostelgarten-Dialog und der Online-Beteiligung Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 11 2. Vom Parkplatz zum Apostelgarten: Das Potenzial dieses Ortes Der heutige „Apostelgarten“ ist ein eher unbekannter Ort inmitten der Altstadt Münsters. Als Platz zwischen den Rückseiten der Gebäude an Bergstraße und Bo- genstraße auf der einen Seite und der Apostelkirche auf der anderen tritt er kaum in Erscheinung. Trotz des attraktiven alten Baumbestandes dominiert die Park- platznutzung. Als Grundlage für die Entwicklung eines Zukunftskon- zeptes für diesen Raum wurden in verschiedenen Ar- beits- und Beteiligungsformaten die heutige Nutzung und Gestaltung untersucht und die Potenziale und Schwächen dieses Raumes herausgearbeitet. 2.1 Der “Apostelgarten” heute Jeder Entwurfsprozess fußt auf einer umfangreichen Bestandsaufnahme des zu entwickelnden Ortes. So wurden zu Beginn des Planungsprozesses verschie- denste Aspekte betrachtet, wie beispielsweise die heutigen Nutzungen auf der Fläche und in der Umge- bung, dort vorhandene Infrastrukturen wie Leitungen und Kanalsysteme, die Beleuchtung, die bestehende Vegetation sowie Alltagsanforderungen wie Lieferzo- nen oder Sicherheitserfordernisse. Ebenso bedeu- tend ist der historische Hintergrund dieses Ortes an der Apostelkirche. Folgende Grundlagen bilden eine wichtige Basis für die konzeptionelle Idee des zukünftigen Apostelgar- tens. Heutige Nutzungen Als Teil des Kiepenkerlviertels inmitten der Münstera- ner Altstadt ist das Umfeld des Apostelgartens durch ein umfangreiches Spektrum an unterschiedlichen Nutzungen charakterisiert. Handel, Gastronomie, Wohnen und Liefer- und Verkehrszonen prägen die- sen Ort genauso, wie die Apostelkirche als bedeuten- des historisches Gebäude und der alte Platanenbe- stand. Dominierend ist heute die Parkplatznutzung der Fläche. Es sind 43 Pkw-Stellplätze für Anwoh- nende mit einem Bewohnerparkausweis für die Zone C, sieben Stellplätze für Besuchende der Apostelkir- che sowie 82 Fahrradstellplätze vorhanden. Neben ungeordnet abgestellten weiteren Fahrrädern wer- den ebenfalls E-Scooter und Motorroller dort ge- parkt. Flankiert wird der Parkplatz an seiner West- und Südseite durch die Rückseitenlage einiger Han- dels- und Gastronomiebetriebe, teils mit Biergärten bzw. Außencafés. Im Osten schließt sich die Evangelische Apostelkirche mit einer sie umgebenden Grünfläche, dem benach- barten Gemeindezentrum inklusive Café und Jugend- treff an. Im gleichen Gebäudekomplex befindet sich auch eine Kindertageseinrichtung. Der rückseitige Hof der Apostelkirche ist geprägt durch den Außenbereich der Kita und einige Mitarbeitendenstellplätze der Kir- chengemeinde. Entlang der Neubrückenstraße sind einige Dienstleis- tungen, Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebe- triebe angesiedelt. Dominierend ist hier auch das Ge- bäude des Stadttheaters Münster. Am südlichen Ende der Neubrückenstraße befindet sich neben einer Gastronomiefläche ein Brunnen, der aktuell nicht be- triebsfähig ist. Infrastruktur, Erschließung, Beleuchtung Da sich am nördlichen Rand des Parkplatzes ein Transformatorengebäude der Stadtwerke Münster befindet, verlaufen im Planungsbereich neben übli- chen Versorgungsleitungen zudem zahlreiche Strom- leitungen. In Bezug auf die Entwässerung ist festzustellen, dass der hohe Versiegelungsgrad die Versickerung von Niederschlagswasser weitestgehend verhindert, so dass es der Vegetation nicht als Wasserressource zur Verfügung steht, sondern über die Kanalisation abge- führt wird. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 12 Entwurf November 2025 Hinsichtlich der Beleuchtung ist die Fläche entlang der Neubrückenstraße durch die Ausleuchtung der dortigen Gebäude, aber auch durch die Straßenbe- leuchtung sehr hell. Dunkle Bereiche durch dichten Bewuchs und fehlende Leuchten fallen vor allem im hinteren Parkplatzbereich und auch im Hinterhof der Apostelkirche auf. Der Apostelgarten übernimmt verschiedene wichtige Erschließungsfunktionen. So wird die in der Nachbar- schaft befindliche Straße „Wegesende“ über den Apostelgarten verkehrlich erschlossen. Auch das Transformatorengebäude muss für Wartungsarbeiten durch größere Fahrzeuge erreichbar sein. Ebenso sind Bedarfe der Feuerwehr und auch Lieferzonen für Gastronomie und Handel zu berücksichtigen. Bäume und Stadtgrün Der Ort ist geprägt von einem großen, vitalen Baum- bestand aus verschiedenen Arten wie Kastanien, Pla- tanen und Buchen. Alle Parkplätze sowie die Grenze des Parkplatzes zur Kirche werden durch einen dich- ten, teils hohen Strauchbestand gerahmt. Auf dem Kirchengrundstück selbst befinden sich größere Ra- senflächen. Geschichtlicher Hintergrund Das Gelände der heutigen Apostelkirche weist eine vielschichtige historische Entwicklung auf. Im 13. Jh. erbaut war die evangelische Apostelkirche ursprüng- lich die Klosterkirche des münsterschen Minoriten- konvents, des einzigen in Münster ansässigen mittelalterlichen Männerordens. Zwischen Domberg und Aa gelegen ist sie zum Teil auf Pfählen gegründet, während die nördlich anschließende Klosteranlage bereits in der eigentlichen Aa-Niederung lag. Be- grenzt wurde die Anlage durch einen kleinen Bach, die Lilienbeke, die in die Aa floss. Anlässlich der Säkularisation wurde das Kloster 1804 aufgehoben und dessen Gebäude samt Kirche dem preußischen Militärfiskus überwiesen. Konventsge- bäude und Kirchenchor erfuhren eine Umgestaltung zur Kaserne, während das Kirchenlanghaus als Kirche für Lutheraner und Reformierte diente. Im Jahr 1840 ging die Apostelkirche in das Eigentum der evangelischen Zivilgemeinde über, der sie bis heute als Gotteshaus dient. Die baufälligen sie umge- benden Klostergebäude wurden nach der Räumung durch das Militär in den 1850er Jahren abgerissen. Erst im Jahr 1922 erhielt die Kirche ihren heutigen Namen „Apostelkirche“. Im zweiten Weltkrieg wurde die Apostelkirche stark beschädigt. Bereits im Oktober 1949 wurde sie wie- der eingeweiht und ein erster Gottesdienst konnte gefeiert werden. Bis in die 1950er Jahre hinein er- folgte dann ein abschnittsweiser Wiederaufbau in der alten Form, gefolgt von weiteren baulichen Ergänzun- gen und Restaurierungen in den Folgejahren. Bis heute wird die Evangelische Apostelkirche als Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft genutzt. Heutige Nutzungen im Umfeld des Apostelgartens Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 13 2.2 Herausforderungen und Potenziale Die wesentlichen Herausforderungen beziehungs- weise Schwächen dieses Stadtraumes liegen in fol- genden Aspekten. Parkplatznutzung, fehlende Aufenthaltsquali- tät und hoher Versiegelungsgrad Der größte Teil der inmitten der Innenstadt befindli- chen Freifläche wird heute als Parkplatz für Anwoh- nende mit Bewohnerparkausweis genutzt. Trotz des attraktiven Baumbestandes ist eine Aufenthaltsquali- tät ebenso wie eine stadtgestalterische Qualität an diesem zentralen Ort in der historischen Altstadt nicht gegeben. Durch den hohen Versiegelungsgrad der vorhandenen Asphaltflächen wird das anfallende Regenwasser vollständig in die Kanalisation abgelei- tet. Dies erhöht das Risiko von Überflutung bei Stark- regen, nur wenig Wasser wird der vorhandenen Ve- getation zugeführt. Der Stadtraum ist nur wenig was- ser- und klimagerecht. Unsortiert abgestellte Fahrräder Viele Fahrräder werden derzeit unsortiert abgestellt und als räumliche Barriere wahrgenommen. Entlang der Wegeführung können sie Passantinnen und Pas- santen, vor allem mobilitätseingeschränkte Personen oder Eltern mit Kinderwagen, den Durchgang er- schweren. Der unstrukturierte Fahrradabstellplatz wirkt visuell störend und mindert die Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes, so- wohl funktional als auch gestalterisch. Unzureichende Beleuchtung Während der vordere Bereich des heutigen Parkplat- zes durch die Straßenbeleuchtung der Neubrücken- straße auch nachts ausreichend hell erscheint, gibt es vor allem im Umfeld der Apostelkirche und im hinte- ren Bereich des Parkplatzes in Richtung Kita-Innenhof schlecht beleuchtete Zonen. Hierdurch kann ein Un- sicherheitsgefühl entstehen. Räumliche Trennung, Sichtbarrieren, fehlen- den Wahrnehmbarkeit der Apostelkirche Der Parkplatz und das Kirchenumfeld sind stark sepa- riert. Verschiedene Elemente wie Hecken, Geländer und unsortiert abgestellte Fahrräder bilden zusätzlich räumliche und visuelle Barrieren. Diese tragen dazu bei, dass der Apostelgarten nicht als gesamtheitlicher öffentlicher Raum wahrgenommen wird. Vorhan- dene schwer einsehbare Nischen erzeugen ein nega- tives Aufenthaltsgefühl. Auch rückt die Apostelkirche, vor allem auch ihr Portal, als ein identitätsstiftendes Bauwerk visuell in den Hintergrund und verliert an Präsenz im Stadtbild. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 14 Entwurf November 2025 Dem stehen folgende Stärken dieses Stadtraumes gegenüber. Erhaltenswerter Baumbestand Auf dem Platz befindet sich ein besonders erhaltens- werter Baumbestand unter anderem aus Platanen, Kastanien und Buchen. Diese alten Bäume leisten ei- nen wertvollen Beitrag zum lokalen Ökosystem: Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten, filtern die Luft und tragen maßgeblich zur Klimaregulierung bei. Durch ihre dichten Kronen sorgen sie im Som- mer für angenehmen Schatten und mildern Hitze spürbar ab. Zudem verdunsten sie große Mengen Wasser über ihre Blätter, was den Wasserhaushalt stabilisiert und zur natürlichen Abkühlung beiträgt. Lage inmitten Altstadt und Kiepenkerlviertel Der Ort bietet ein großes Entwicklungspotenzial im Herzen der Altstadt: Umgeben von lebendiger Gast- ronomie, vielfältigem Handel, einem breiten Dienst- leistungsangebot und der Apostelkirche kann hier ein neuer Ort für alle Menschen entstehen, beispiels- weise zum nicht-kommerziellen Aufenthalt, zum Ent- spannen und zur Kommunikation. Es besteht die Chance, einen neuen, identitätsstiftenden Quartiers- platz im Kiepenkerlviertel zu schaffen, der lokale Ge- meinschaft und Urbanität verbindet. Wertvolle Architektur der Apostelkirche Die Apostelkirche als denkmalgeschütztes, sorgfältig saniertes Bauwerk mit hochwertiger Architektur und starker historischer Präsenz eröffnet ein besonderes Potenzial: Durch eine gestalterisch-funktionale Ver- knüpfung des Kirchenareals mit dem Parkplatzbe- reich kann ein neuer, gesamtheitlicher und identi- tätsstiftender Raum entstehen. Eine Sichtbarma- chung und Öffnung des westlichen Kirchenportals bieten gleichermaßen eine Chance für Platz und Kir- che. So kann der Apostelgarten auch für kirchliche Veranstaltungen genutzt werden, die wiederum zur Belebung des Ortes beitragen können. Schatten- und Sonnenorte Die vor der Kirche gelegenen Rasenflächen bilden mit ihren sonnigen und schattigen Bereichen einen reiz- vollen Kontrast: Während das Lichtspiel unter den Baumkronen angenehmen Schatten spendet, laden die offenen, sonnigen Zonen wärmeliebende Men- schen zum Verweilen ein. Diese Grünflächen bieten ein großes Potenzial für eine vielseitige Nutzung, ob mit Sonnenliegen zum Entspannen, als Picknickplatz oder als offener Ort für kleinere Outdoor-Aktivitäten. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 15 3. Der Apostelgarten: Das Zukunftskonzept Das Zukunftskonzept für den Apostelgar- ten folgt zum einen den übergeordneten strategischen Entwicklungsziele für die gesamte Innenstadt Münsters, die im INSEK Münster-Innenstadt (2023) festge- schrieben sind. Gleichermaßen ist es so ausgestaltet, dass die offenen individuel- len Potenziale dieses ausgewählten Alt- stadtteilraumes gehoben und die aufge- deckten bestehenden Probleme und Män- gel beseitigt werden können. Die Maßnahmen der Umgestaltung des Apostelgartens lassen sich folgenden we- sentlichen Zielsetzungen zuordnen: • Umgestaltung und -nutzung des bis- herigen Parkplatzes hin zu einem neuen, vielfältigen Aufenthaltsort mit Quartiersidentität • räumlich-funktionale Einbeziehung der Apostelkirche und des Kirchen- umfeldes • neue nicht-kommerzielle Verweil- möglichkeiten, Spiel- und Bewe- gungsangebote • Nutzbarkeit des Ortes für alle Men- schen, Barrierefreiheit • Erhöhung der Klimagerechtigkeit, mehr Grün, wasserbewusste Gestaltung • räumlich-gestalterische Einbindung der vorhan- denen Gastronomie • Bezugnahme auf die Historie des Ortes • Berücksichtigung von verkehrlichen Erschlie- ßungserfordernissen sowie von Ordnungs- und Sicherheitsaspekten 3.1 Die neue Nutzung des Ortes Der neu konzipierte Apostelgarten gliedert sich in un- terschiedliche Nutzungsbereiche, die jeweils eigene Qualitäten aufweisen und sich gemeinsam zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen. Die westliche Teilfläche des Apostelgartens umfasst einen Gastronomiebereich mit angrenzenden Fahr- radabstellmöglichkeiten. Auch sind hier die verkehrli- che Erschließung der benachbarten Straße „Weges- ende“ sowie nötige Lieferbereiche weiterhin vorgese- hen. Zentral gelegen ist der sogenannte „Apostelkirch- platz“, der als offene Fläche für vielfältige Nutzungs- möglichkeiten sowohl zum ruhigen nicht-kommer- ziellen Verweilen als auch für Aktivitäten im Quartier geeignet sein wird. Verbunden mit dem Apostelkirchplatz ist der Bereich des sogenannten „Kirchgartens“, dem direkten Um- feld der Apostelkirche. Dieser heute vom Parkplatz stark separierte Teilraum soll zukünftig in den Apos- telgarten integriert und zu einer einladenden Erho- lungsfläche entwickelt werden. Der gesamte Apostelgarten erhält seine Prägung als grüner, klimagerechter Stadtraum durch mehrere polygonale, dem wertvollen Baumbestand folgende Pflanzinseln, die eine ökologische Aufwertung bewir- ken, sich positiv auf das Klima auswirken, als raumbil- dende Elemente fungieren und wesentlich zur hohen Aufenthaltsqualität beitragen werden. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 16 Entwurf November 2025 3.2 Gastronomie, Fahrradparken, Liefer- und Erschließungsbereich Integration der Gastronomie in den Apostelgarten Schon heute befindet sich am westlichen Rand des Apostelgarten-Areals ein Angebot an Außengastro- nomie. Aktuell sind diese Bereiche jedoch durch He- cken oder Pflanzkübel vom übrigen Platz abgegrenzt, was zu einer räumlichen Trennung mit Barrierewir- kung führt und den Ort zergliedert wirken lässt. Im Zuge der Neugestaltung ist angedacht, die Gastro- nomiebereiche optisch wie funktional in den zukünf- tigen Apostelgarten zu integrieren. Bestehende He- cken und Abgrenzungen weichen einer gesamtheitli- chen Offenheit, die durch die Verwendung einer ein- heitlichen Pflasterung unterstrichen wird. Gleichzei- tig trägt der Biergarten- und Café-Betrieb zur Bele- bung des gesamten neuen Ortes im Kiepenkerlviertel bei. Ein weiteres zentrales Element der Umgestaltung die- ses Teilbereiches besteht in der Anlage einiger Pflan- zinseln mit der Neupflanzung von Bäumen. Neben der Entsiegelung von heute asphaltierten Flächen entstehen attraktive, vor direkter Sonne geschützte Bereiche für die Außengastronomie, die gleichzeitig das Mikroklima verbessern. Lieferbereich, Erschließung und Fahrradparken Der südliche Platzbereich dient der verkehrlichen Er- schließung der benachbart im Kiepenkerlviertel gele- genen Straße „Wegesende“. Auch zu Fuß Gehenden und Radfahrenden bietet sich hier eine Verbindung zum nahen Kiepenkerlplatz und zur Bergstraße. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 17 Weiterhin findet hier eine rückwärtige Belieferung der dort befindlichen Gastronomie- und Handelsge- schäfte statt. Diese wichtige verkehrliche Funktion bleibt erhalten, jedoch erhält die Verkehrsfläche einen neuen Boden- belag, der im angrenzenden Kiepenkerlviertel bereits Verwendung findet. Durch das sogenannte „Kiepen- kerl-Pflaster“ entsteht eine gestalterische Vernetzung im Quartier, die dazu beiträgt, dass Passantinnen und Passanten intuitiv auch in Richtung des Apostelgar- tens geleitet werden. Ein Teil der Verkehrsfläche wird mit einem auf die Belastungen des Lieferverkehrs ausgelegten Bodenbelag ausgestattet. Die Breite der Verkehrsfläche erlaubt dabei sowohl beispielsweise die Durchfahrt von Feuerwehrfahrzeugen als auch eine Begegnung von Lieferfahrzeugen. Vis-à-Vis der Gastronomieflächen und am Transfor- matorengebäude entsteht eine klar strukturierte Fahrradabstellfläche mit Anlehnbügeln, die einen An- reiz und ausreichend Raum für ein geordnetes Fahr- radparken im Apostelgarten bietet. 3.3 Apostelkirchplatz und Kirchgarten Im Zentrum des Apostelgartens entsteht mit dem so- genannten Apostelkirchplatz ein lebendiger, vielsei- tig nutzbarer Freiraum, der sowohl funktional als auch atmosphärisch das Herzstück der Anlage bildet. Bereits der Entreebereich an der Neubrückenstraße wird durch ein modernes Wasserspiel aus ebenerdig eingebauten Fontänen als „Blickfang“ gestaltet. Das Fontänenfeld erhält seinen technischen An- schluss am bereits an der Neubrückenstraße neben der Gastronomiefläche vorhandenen Brunnen, der gleichzeitig modernisiert und instandgesetzt wird. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 18 Entwurf November 2025 Gemeinsam laden diese Wasserelemente Passantin- nen und Passanten bereits von Drubbel und Bogen- straße aus dazu ein, den Apostelgarten zu entdecken und zu besuchen. Bewegt man sich weiter in den Platz hinein, öffnet sich der Raum und bietet neue Nutzungsmöglichkei- ten: Ein mittig angeordneter, gestalterisch leicht ab- gesetzter Bereich wird mit einer wassergebundenen Wegedecke ausgestattet. Damit wird nicht nur die heutige Asphaltfläche ent- siegelt und durch ein klimagerechteres Material er- setzt, sondern gleichzeitig ein flexibler Frei- und Be- wegungsraum geschaffen, ideal etwa für Boulespiele, als Treffpunkt von Kirchengästen oder als Veranstal- tungsfläche für zukünftige Quartiersfeste, Nachbar- schaftsflohmärkte oder gemeinschaftliche Treffen. Die westlich rund um die vorhandenen Bäume und Gehölze angeordneten Pflanzinseln werden großzü- gig angelegt und mit einer regionalen, blütenreichen Mischung aus Stauden und Gräsern bepflanzt. Diese Inseln werden durch Betonsitzkanten gefasst, die teils mit Holzauflagen sowie inklusiven Rücken- und Armlehnen ausgestattet sind. An ausgewählten Stel- len ergänzen Tische mit integrierten Spielfeldern, etwa für Schach, das Angebot. Der Apostelkirchplatz wird zu einem offenen, identi- tätsstiftenden lebendigen Ort, der nicht-kommerziel- len Aufenthalt für alle Menschen, Aktivitäten der Kir- chen- und Quartiersgemeinschaft und Spiel in einem grünen klimagerechten Stadtbaustein miteinander verbindet. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 19 Auf der östlichen Seite des Kirchplatzes befindet sich ein besonderes gestalterisches Element: das individu- ell aus der Historie dieses Ortes abgeleitete Ge- schichtsband. Es besteht aus unterschiedlich hohen Natursteinblöcken, die auf ihrer Oberfläche Informa- tionen zur Geschichte der Kirche und des Ortes ent- halten. Die Elemente mit ihren variierenden Höhen bieten dabei nicht nur einen informativen Mehrwert, sondern laden auch zum Sitzen, Verweilen oder, für Kinder, zum spielerischen Klettern ein. Für den Teilbereich des „Kirchgartens“, das unmittel- bare Umfeld der Apostelkirche, stehen drei wesentli- che Zielsetzungen im Fokus. Zum einen gilt es, die heute starke funktionale und optische Trennung des Kirchenumfelds vom heutigen Parkplatz aufzuheben und beide Teile zu einem gestalterisch und funktional gesamtheitlichen Apostelgarten zusammenzuführen. Das zweite zentrale Ziel ist die stärkere Inwertset- zung des Westportals der Kirche, das heute kaum wahrnehmbar ist. Als Drittes wird eine sanfte Umge- staltung der vor der Apostelkirche befindlichen Grün- fläche in einen einladenden grünen Freiraum mit ho- her Aufenthaltsqualität verfolgt. Zur Aufhebung der Trennung von Parkplatz und Kir- chenumfeld und um das Westportals der Apostelkir- che sichtbar zu machen, wird die dort vorhandene Heckenstruktur entfernt. Dies schafft nicht nur eine neue visuelle Verknüpfung von Kirche und neu ent- stehendem Kirchplatz, sondern ermöglicht es auch, das Westportal künftig für Feierlichkeiten wie Trau- ungen oder Gemeindeveranstaltungen zu öffnen und den davor befindlichen Platz dafür ebenfalls zu nut- zen. Die bestehende Zufahrt zum rückwärtigen Innenhof- bereich der Evangelischen Apostelkirchengemeinde bleibt erhalten. Es ist sichergestellt, dass Anliegerin- nen und Anlieger oder beispielsweise auch Einsatz- fahrzeuge der Feuerwehr weiterhin einen Zugang zu den dort befindlichen Nachbargebäuden des Apos- telgartens erhalten. Der übrige Bereich des Kirchgartens, in dem sich heute der Eingang der Apostelkirche befindet, ist heute vorwiegend ein Transferraum mit Rasenfläche. Er soll künftig als offene und einladende Erholungsflä- che gestaltet sein, die sowohl die Bedürfnisse der Kir- chengemeinde als auch die der Öffentlichkeit berück- sichtigt. Der grüne Charakter bleibt dabei gewahrt: Die Bestandsbäume sowie die große Rasenfläche werden erhalten und bieten Platz für Picknicks, kleine Gemeinde-Veranstaltungen oder ruhige Aufenthalte im Schatten oder in der Sonne. Neue Sitzgelegenhei- ten wie Bänke und Sonnenliegen sorgen für eine at- traktive Aufenthaltsqualität. Um die visuelle Präsenz der Apostelkirche im Stadt- raum zu stärken, ist angedacht, das heute stark ab- schirmende Geländer zu entfernen und die bestehen- den Hecken zurückzuschneiden oder durch eine niedrigere, transparente Bepflanzung zu ersetzen. So entsteht ein überschaubares, einladendes Bild, das den Bezug zwischen Kirche und öffentlichem Raum betont. Neue Fahrradabstellbügel an der Neubrückenstraße und am Kreuzungsbereich gegenüber dem Theater bieten künftig eine geordnete und komfortable Ab- stellmöglichkeit der Räder für Kirchenbesuchende sowie für Gäste der Innenstadt. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 20 Entwurf November 2025 3.4 Gestalterische Details Die Pflanzinseln Ein wesentliches Element des Apostelgartens sind die vorgesehenen Pflanzinseln. Die wertvollen Bestands- bäume verfügen heute über sehr kleine Baumschei- ben und damit schlechte Standortbedingungen. Diese Baumscheiben sollen zu großzügigen mit einer regionalen, insektenfreundlichen Mischung aus Stau- den und Gräsern ausgestatteten Pflanzinseln erwei- tert werden. Die Pflanzenauswahl ist so zu treffen, dass sie über das Jahr hinweg zu unterschiedlichen Zeiten blüht und damit ein kontinuierliches Angebot an Nektar und Lebensraum für Insekten bietet. Die neuen grünen Inseln schaffen nicht nur mehr Raum für die Bäume, sondern tragen auch zur Entsie- gelung der Asphaltfläche, zur ökologischen Aufwer- tung und auch zur Erhöhung der Klima- und Wasser- gerechtigkeit dieses Stadtraumes bei. Die Bauminseln sollen eine etwas erhöhte hochwer- tige Betoneinfassung erhalten, die dazu dient, beste- hende Höhenunterschiede im Gelände auszuglei- chen, ohne dabei die empfindlichen Baumwurzeln zu beschädigen. Gleichzeitig dienen sie, mit Holzaufla- gen ausgestattet, als Sitzmöglichkeit. So bleiben die alten Gehölze auch langfristig unver- sehrt und können gemeinsam mit der neuen Stau- denbepflanzung ihre wichtige Funktion erfüllen: Sie sorgen in den Sommermonaten durch Verschattung und Transpiration für eine spürbare Abkühlung und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas im Apostel- garten bei. Die Möblierung Eine wichtige Aufgabe des Apostelgartens besteht darin, ein einladender und angenehmer Aufenthalts- ort für alle Menschen zu sein. Deshalb sollen unterschiedliche nicht-kommerzielle Möblierungsangebote zum Sitzen, Verweilen und Spielen einladen, offen für alle Altersgruppen und Be- dürfnisse. Die Möblierung des Apostelgartens gestal- tet sich vielfältig und inklusiv. So dienen die Betoneinfassungen der Pflanzinseln als Sitzmöglichkeit. Holzauflagen verwandeln sie in Bänke, unterstützende Rücken- und Armlehnen er- leichtern insbesondere älteren Menschen oder Perso- nen mit Mobilitätseinschränkungen das Aufstehen und Hinsetzen. An verschiedenen Stellen im Apostelgarten sind fest installierte Tische vorgesehen. Dazugehörige mobile Stühle, wie in der Domplatz-Oase bereits erprobt, er- lauben eine flexible Nutzung. Besucherinnen und Be- sucher können sich gegenüber platzieren, miteinan- der ins Gespräch kommen oder gemeinsam Schach spielen. Die Tische sind zudem so gestaltet, dass sie auch für Rollstuhlfahrende gut nutzbar sind. Im Bereich des Kirchgartens bieten Sonnenliegen eine Möglichkeit zum entspannten Rückzug. Sie bie- ten einen ruhigen Ort zum Lesen, Ausruhen oder ein- fach zum Genießen des grünen Stadtraumes. Das Geschichtsband Das Geschichtsband besteht aus einer linearen Ab- folge von unterschiedlich hohen Natursteinblöcken. Es ist so positioniert, dass es dem ursprünglichen Ver- lauf der Lilienbeke, einem früheren Bachlauf, der einstmals den heutigen Apostelgarten durchfloss, folgt. Der Bach war Teil einer naturräumlichen Struktur, zu- nächst sichtbar, später überbaut und in Vergessen- heit geraten. Das durchlaufende Geschichtsband verbindet die his- torischen Schichten miteinander und vermittelt Hin- tergründe dazu. Eingearbeitet finden sich auf den Blöcken Informationen, die den geschichtlichen Kon- text spielerisch und anschaulich vermitteln, als visu- elle Spur der Zeit. Reliefartige Wellenmuster, die sich regelmäßig in den Steinelementen wiederholen, symbolisieren den Verlauf der Lilienbeke und lassen die einstige Wasserführung erahnen. Mit seinen unterschiedlich hohen Elementen lädt das Geschichtsband gleichzeitig zum Sitzen, spieleri- schen Klettern und Balancieren ein und ist somit multifunktional nutzbar. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 21 Die Wasserelemente Schon von Drubbel und Bogenstraße aus lädt das im Eingangsbereich positionierte Wasserfontänenfeld dazu ein, den Apostelgarten zu betreten und zu ent- decken. Dieses Wasserelement dient nicht nur der attraktiven Gestaltung, sondern schafft auch einen lebendigen Treffpunkt für Menschen jeden Alters. Kinder nutzen die sprudelnden Fontänen gerne als Spielmöglich- keit. Besonders im Sommer sorgen sie für eine will- kommene Abkühlung, sei es durch die kühlende Ver- dunstung oder den spielerischen Kontakt mit dem Wasser. Gleichzeitig verbessert sich das Mikroklima in versiegelten Innenstadtbereich. Die Fontänenanlage wird dabei so ausgestaltet, dass sie von Menschen mit Sehbehinderungen erkannt, bei Bedarf temporär abgeschaltet und die Fläche, etwa für Wartungsfahrzeuge des benachbarten Transformationsgebäudes, problemlos befahren oder anderweitig genutzt werden kann. Benachbart befindet sich der Neubrückenstraßen- brunnen, der aktuell nicht im Betrieb ist. Dieser wird modernisiert und in Stand gesetzt. Das Wasserfontä- nenfeld wird an die Technik dieses Brunnens ange- schlossen, so dass sowohl die Errichtungskosten als auch der spätere Wartungsaufwand der Anlage mini- miert werden kann. Zusätzlich ist angedacht, im Apostelgarten einen Trinkwasserbrunnen zu installie- ren. Beleuchtung, Sicherheit und Ordnung Ein bedeutender Aspekt bei der Erarbeitung eines neuen Konzeptes für den Apostelgarten besteht da- rin, diesen Ort so zu gestalten, dass sich Menschen dort wohlfühlen. Hierfür sind unter anderem auch die Themen Sicherheit und Ordnung von Bedeutung. Generell gilt es, die Beleuchtung so anzulegen, dass Angsträume vermieden und auch die Barrierefreiheit gewährleistet werden. Die gezielte Positionierung der Beleuchtung sorgt auch in den Abend- und Nachtstunden für eine angenehme Atmosphäre. Da- bei wird eine energie- und ressourcensparende sowie arten- und insektenfreundliche Lichttechnik einge- setzt. Ein weiterer Beitrag dazu, dass sich die Menschen im Apostelgarten wohlfühlen, besteht darin, die Nutzun- gen dieses Ortes so auszugestalten, dass er zu ver- schiedensten Tageszeiten belebt sein wird. Hierzu trägt nicht nur die Außengastronomie bei, sondern auch das vielfältige nicht-kommerzielle Aufenthalts- angebot, das den Garten zu einem belebten und at- traktiven Treffpunkt für verschiedenste Nutzergrup- pen macht. Kirchliche und Quartiersveranstaltungen, kulturelle Formate sowie familien- und kinderfreund- liche Angebote sorgen dafür, dass der Garten zu ver- schiedenen Tageszeiten besucht und genutzt wird und eine lebendige Atmosphäre entsteht. Mit der stärkeren Präsenz von Menschen und Aktivitäten steigt automatisch das Sicherheitsgefühl. Gut platzierte Abfallbehältern in ausreichender Zahl stehen für eine geregelte Entsorgung von Weggewor- fenem bereit. Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 22 Entwurf November 2025 4. Resumee: Der Apostelgarten im Ganzen Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 23 Im Herzen der Münsteraner Altstadt bietet der Apos- telgarten ein großes Potenzial, sich zu einer grünen Stadtoase für alle Menschen zu entwickeln. Das aus- gewogene Zusammenspiel aus Bäumen und Pflan- zen, der historischen Apostelkirche, nicht-kommerzi- ellen Aufenthaltsmöglichkeiten, genügend Raum für Quartiers- und andere Aktivitäten und das gastrono- mische Angebot schafft einen vielfältigen Mix für un- terschiedliche Nutzungsgruppen. Die Verbesserung der Klimagerechtigkeit, der Barrie- refreiheit, der Nutzungs- und Angebotsvielfalt und Aufenthaltsqualität werden mit der Umgestaltung ebenso verfolgt, wie eine stadtgestalterische Verbes- serung. Die wesentlichen Eckpunkte der Umgestaltung sind: Umgestaltung und -nutzung des bisherigen Parkplatzes hin zu einem neuen, vielfältigen Aufenthaltsort mit Quartiersidentität funktionale und gestalterische Verbindung von (heutigem) Parkplatz und Apostelkirchen- umfeld zum gesamtheitlichen Apostelgarten Integration der Gastronomie in den Apostel- garten mehr Grün und Klimagerechtigkeit durch Er- halt der Bäume, Neupflanzung und Ergänzung von mit insektenfreundlichen Stauden und Gräsern ausgestatteten Pflanzinseln einladender, von Drubbel und Bogenstraße aus sichtbarer Entreebereich mit Wasserspiel in Verbindung mit der Modernisierung des Neubrückenstraßenbrunnens „Apostelkirchplatz“ mit verschiedenen Sitz- möglichkeiten und einigen Tischen, zum nicht-kommerziellen Aufenthalt, Spielen und für Quartiersveranstaltungen Geschichtsband mit historischen Informatio- nen und zum Sitzen und Balancieren „Kirchgarten“ mit Schatten- und Sonnenberei- chen und niedriger Hecke als Rahmung Sicherstellung der verkehrlichen Erschlies- sungsfunktion und Lieferbereich geordnetes Fahrradparken einheitliche, barrierefreie Bodenbeläge ausreichende Abfallbehälter und ressour- censparende, arten- und insektenfreundli- che Beleuchtung Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 24 Entwurf November 2025 5. Zunftsbilder Umgestaltungsaspekte für den westlichen Bereich des Apostelgartens mit Gastronomie Lieferbereich und Fahrradparken: Umnutzung und -gestaltung der heuti- gen Pkw-Stellplätze Integration der Gastronomie in den Apostelgarten Arrondiertes, sortiertes Fahrradparken einheitlicher Bodenbelag mit barriere- freien Zugängen im gesamten Apostel- garten Pflanzinseln mit Bäumen, Gräsern und Stauden Neupflanzungen eines Baumes Verbesserung der Beleuchtung mit energie- und ressourcensparenden so- wie arten- und insektenfreundlichen Leuchten Installation eines Trinkwasserbrun- nens Ausstattung mit einer ausreichenden Anzahl an Abfallbehältern Erhalt der verkehrlichen Erschließung der Straße „Wegesende“ Liefer- und Ladebereiche für Gastrono- mie und Handel Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 25 Umgestaltungsaspekte für den zentralen südlichen Bereich des Apostelgartens mit Entree und Kirchplatz: Umnutzung und -gestaltung der heuti- gen Pkw-Stellplätze in einen grünen Auf- enthaltsort für alle Menschen Schaffung einer offenen Platzfläche für verschiedene Aktivitäten im Quartier mehr Grün und Klimagerechtigkeit durch Pflanzinseln mit Bäumen, Grä- sern und Stauden versickerungsoffenerer, barrierefreier Bodenbelag Sitzkanten mit Holzauflagen inklusive Arm- und Rückenlehnen Wasserfontänenfeld zur Kühlung, als Spielelement und als Blickfang, tech- nisch verbunden mit dem Neubrü- ckenstraßen-Brunnen Modernisierung und Wiederinbetrieb- nahme des Neubrückenstraßenbrun- nens Geschichtsband mit historischen In- formationen, zum Sitzen und Klettern Verbesserung der Beleuchtung mit energie- und ressourcensparenden so- wie arten- und insektenfreundlichen Leuchten Ausstattung mit einer ausreichenden Anzahl an Abfallbehältern Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten 26 Entwurf November 2025 Umgestaltungsaspekte für den nördlichen zentralen Bereich des Apostelgartens mit Kirchplatz und Übergang zum Kirchgarten: Umnutzung und -gestaltung der heuti- gen Pkw-Stellplätze Beseitigung der optischen und räum- lich-funktionalen Trennung zwischen heutigem Parkplatzbereich und Kirchen- umfeld Öffnung des Platzes zum Westportal der Apostelkirche, Integration der Kirche in den Apostelgarten Schaffung einer offenen Fläche für ver- schiedene Aktivitäten im Quartier und zur Nutzung als „Kirchenplatz“ versickerungsoffenerer, barrierefreier Bodenbelag, geeignet z. B. auch zum Boulespielen mehr Grün und Klimagerechtigkeit durch Pflanzinseln mit Bäumen, Grä- sern und Stauden Sitzkanten mit Holzauflagen inklusive Arm- und Rückenlehnen, (Spiel-)Ti- sche Geschichtsband mit historischen In- formationen, zum Sitzen und Klettern Sonnenliegen im Bereich des Kirchgar- tens und Zurückschneiden der Hecken zur höheren Wahrnehmbarkeit der Kir- che Verbesserung der Beleuchtung mit energie- und ressourcensparenden so- wie arten- und insektenfreundlichen Leuchten Ausstattung mit einer ausreichenden Anzahl an Abfallbehältern Partizipativer Planungsprozess Apostelgarten Entwurf November 2025 27 6. Die nächsten Schritte zur Umsetzung Mit diesem im Rahmen des partizipativen Planungs- prozesses gemeinschaftlich von vielen Akteurinnen und Akteuren entwickelten Konzeptentwurf liegt nun eine erste Grundlage für die angestrebte zukunftsge- rechte Umgestaltung des Apostelgartens vor. Als Meilenstein wird dieser dem Rat der Stadt Müns- ter zur Beschlussfassung vorgelegt. Parallel zum Planungsprozess wurden bereits Städte- baufördermittel des Bundes und des Landes NRW für die weiteren Planungsschritte sowie für die bauliche Umsetzung der Maßnahme beantragt und in ersten Teilen bewilligt. Die weitere Aufgabe besteht darin, auf der Grundlage des vom Rat der Stadt Münster beschlossenen Kon- zeptentwurfs die nächsten erforderlichen Planungs- arbeiten auszuführen. Dies umfasst Arbeitsschritte wie die Erstellung einer detaillierten Entwurfs- und Ausführungsplanung, Kostenkalkulationen und eine gesicherte Finanzierung sowie spätere Unterhaltung, die Durchführung archäologischer und weiterer fach- licher Untersuchungen und schließlich die Vorberei- tung der Vergabe der Bauleistungen und deren Aus- führung. Viele Anregungen, die in den Beteiligungsformaten dieses Planungsprozesses gesammelt werden konnten, werden erst bei diesen konkreteren Arbeitsschritten relevant. Deshalb wurden sie in einen “Anregungspool” für die folgende detailliertere Planungsarbeit aufgenommen. Auch ist vorgesehen, diese Arbeiten wie im bisheri- gen Planungsprozess in bewährter Weise weiterhin in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Projektpartnerinnen und -partnern, den Anrainerin- nen und Anrainern und den weiteren eingebundenen Akteurinnen und Akteuren fortzuführen, um gemein- sam zu einem optimalen Ergebnis zu gelangen.
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (12)
- Neubrückenstraße
- Albersloher Weg 33
- Hansaring 25
- Kirchplatz
- An der Apostelkirche
- Bergstraße
- Bogenstraße
- Kiepenkerl
- Spiekerhof
- Domplatz
- Hansaplatz
- Drubbel
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Details
- Aktenzeichen
- V/0620/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.11.2025
- Erstellt
- 10.11.2025 16:53