V/0550/2019
Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge
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Beschlussvorlage
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V/0550/2019 V/0550/2019 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge Beratungsfolge 12.06.2019 Integrationsrat Vorberatung 26.06.2019 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 02.07.2019 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government Vorberatung 03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 03.07.2019 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt den Bericht zum „Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsför- dernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge“ zur Kenntnis. 2. Das Projekt für alleinstehende männliche Flüchtlinge wird entsprechend der in der Begründung dargestellten Handlungsansätze und Zielsetzungen verstetigt. 3. Zur weiteren Umsetzung werden 0,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ), max. EGr. S 12, (Sozialarbeiter/- innen bzw. Sozialpädagogen/-innen), die bis zum 30.6.2019 überplanmäßig eingerichtet sind, bis 31.12.2019 weiterhin überplanmäßig bereitgestellt und zum Stellenplan 2020 zur Versteti- gung angemeldet. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen jährlich Aufwendungen im Umfang von bis zu 0,50 Vollzeitäquivalenten (VZÄ, Vollzeit- stellen) max. EGr. S 12 für Sozialarbeiter/-innen bzw. Sozialpädagogen/-innen. Sozialamt 06.06.2019 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Ketteler Telefon: 492-5981 KettelerN@stadt-muenster.de - 2 - V/0550/2019 Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0502 Sicherung des Lebensunterhalts Zeile 11 Personalaufwendungen 2019 15.910 € 0,5 VZÄ S12 für 6 Monate Personalaufwendungen 2020 ff. 31.820 € 0,5 VZÄ S12 für 12 Monate Aufwand gesamt 2019 15.910 € 2020 ff. 31.820 € Die notwendigen Finanzierungsbedarfe werden vollständig aus den Mitteln für die Projektaufwen- dungen gedeckt. Die Mittel sind bislang in der Produktgruppe 0502, Sicherung des Lebensunter- halts, Zeile 16 „Sonstige ordentliche Aufwendungen“, veranschlagt. Die angegebenen Vollzeitäquivalente sollen zum Stellenplanentwurf 2020 angemeldet werden. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung ab 2020 unter dem Vorbehalt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2020 bzw. der mittelfristigen Ergebnis- und Finanz- planung die Ermächtigungen bereitstellt. Begründung: 1. Ausganglage und Zielsetzung Am 06.05.2015 hat der Rat die Verwaltung damit beauftragt, ein Projekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge modellhaft zu entwickeln, umzusetzen und dessen Wirkungen zu ermitteln (vgl. Vorlage V/0267/2015/1). Mit dem Modellprojekt verfolgt die Stadt Münster das Ziel, die Integration alleinstehender männlicher Flüchtlinge zu fördern und die Situation dieser Zielgruppe in den städtischen Flüchtlingseinrich- tungen zu verbessern. Das Modellprojekt sollte zunächst modellhaft für eine Unterkunft entwickelt werden. Eine Evaluation bzw. Messung der Wirksamkeit sollte Bestandteil des Projekts sein. Im Anschluss an den Beschluss stiegen die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Münster kamen, dramatisch an. Es bestanden in dieser Situation keine Möglichkeiten, den Ratsbeschluss zum Modellprojekt zeitnah umzusetzen. Mit Rückgang der Zuweisungszahlen wurden im Jahr 2017 die Arbeiten zur Konkretisierung der Vorüberlegungen für das Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Be- gleitung abgeschlossen. Die Umsetzung des Projekts konnte in Verantwortung des Sozialdienstes für Flüchtlinge des Sozialamtes beginnen. Die Laufzeit des Projekts wurde orientiert an den ver- fügbaren Mitteln zunächst auf 21 Monate festgelegt. Als personelle Ausstattung wurden im Mo- dellprojekt 0,50 Vollzeitäquivalente (VZÄ, Vollzeitstellen) eingesetzt. Zu Beginn des Projekts im Herbst 2017 lebten in den kommunalen Flüchtlingseinrichtungen ca. 500 geflüchtete alleinstehende Männer (am 01.02.2019 zählte die Gruppe der allein geflüchte- - 3 - V/0550/2019 ten Männer in Übergangseinrichtungen 304 Personen), sodass zunächst eine Eingrenzung der Zielgruppe erforderlich war. Bei nahezu 50 % der alleinstehenden geflüchteten Männer in den Einrichtungen handelt es sich um junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahre. Diese Gruppe hat spezifische Potentiale und Bedarfe, die vom Sozialdienst für Flüchtlinge besonders in den Fokus genommen werden sollten. Daher lag es nahe, im Rahmen des Projekts für diese Ziel- gruppe Unterstützungsangebote zu entwickeln und durchzuführen. 2. Schwerpunkte und Ergebnisse der ersten Projektlaufzeit Umsetzung des Projekts Im September 2017 startete das Projekt mit vier Teilnehmern in der Flüchtlingsunterkunft am An- gelsachsenweg (in Münster-Gremmendorf). Da Ende September 2017 die Schließung des Stan- dortes Angelsachsenweg erforderlich wurde, musste zunächst ein neuer geeigneter Standort für das Modellprojekt gefunden werden. Ausgewählt wurde die Flüchtlingsunterkunft am Borghorst- weg in Münster-Gievenbeck, die bis zu diesem Zeitpunkt als Familienunterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde. Nach Renovierungsarbeiten erfolgten Ende November 2017 die ersten Einzüge von Projektteilnehmern in die Flüchtlingsunterkunft am Borghorstweg. Seit Beginn des Projekts wurden insgesamt 31 alleinstehende, junge, geflüchtete Männer im Rahmen des Modellprojekts betreut. Aktuell werden im Rahmen des Modellprojekts 27 junge Männer begleitet. Hiervon wohnen 24 junge Männer in der Unterkunft am Borghorstweg. Drei Männer leben aktuell in weiteren Unter- künften im Stadtteil Gievenbeck und werden ambulant von der Projektleitung betreut. Die 27 Be- wohner kommen aus verschiedensten Herkunftsländern. Ein Großteil der Bewohner (17 Personen) kommt aus den afrikanischen Ländern. Die Gruppe der alleinstehenden, jungen, geflüchteten Männer ist in Bezug auf Bildungsgrad und Berufserfahrung sehr heterogen, was einen differenzierten Blick und individuelles Vorgehen mit integrierten Beratungs- und Qualifizierungsangeboten von Beginn des Projekts an notwendig machte. - 4 - V/0550/2019 Erprobung eines Case Managementansatzes zur Förderung der alleinstehenden, jungen, geflüchteten Männer Der Case Managementansatz wird als ein Begleit- und Unterstützungsinstrument zur ganzheitli- chen Förderung der jungen allein geflüchteten Männer verstanden. Die Projektteilnehmer erhalten durch die Methode des Case Managements eine frühzeitige, gezielte und kontinuierliche Unter- stützung und Förderung. Das Case Management ist an den konkreten Unterstützungsbedarfen der Projektteilnehmer aus- gerichtet und unterstützt diese systematisch und zielorientiert in ihrem Integrationsprozess. Eine gemeinsame Vereinbarung zur Zusammenarbeit (Kontrakt) ist die Basis für den Begleit- und Un- terstützungsprozess und soll Verbindlichkeit signalisieren. Zu Beginn jedes Case Managementprozesses steht eine individuelle Analyse (Sozialanamnese) der derzeitigen Lebenssituation (Beschreibung des Ist-Zustandes). Eine Vielzahl von Einflussfak- toren, beispielsweise individuelle aufenthaltsrechtliche Rahmenbedingen, gesundheitliche Vo- raussetzungen, schulische und berufliche Vorbildung, (fehlende) Partizipationsmöglichkeiten an Integrationsangeboten, (fehlende) familiäre Bedingungen sowie Kontakte ins Heimatland, belas- tende (Flucht-) Schicksale usw., gilt es für die Projektleitung zu beachten. Während der Projekt- laufzeit hat es sich als hilfreich erwiesen, die Anamnese systematisch nach einem im Projekt ent- wickelten Raster durchzuführen und die Informationen zu dokumentieren. Auf Grundlage der Anamnese werden Bedarfe benannt und Problemlagen besprochen. Bishe- rige Lösungsansätze und Lösungsstrategien werden betrachtet und vorhandene persönliche Po- tentiale der Projektteilnehmer werden anhand einer Ressourcenkarte herausgearbeitet. Auf Basis der individuellen Analyse sowie der herausgearbeiteten Bedarfe und Problemlagen definiert der Projektteilnehmer gemeinsam mit der Projektleitung erste Ziele. Die persönlichen Ziele berücksichtigen die unterschiedlichen Lebensbereiche, wie etwa Gesund- heit, Freizeit und Sport, soziale Teilhabe, Bildung, Qualifizierung und Spracherwerb, Ausbildung und Arbeit, Unterkunft und Wohnen, Lebensunterhalt usw. Je mehr persönliche Ziele der Projekt- teilnehmer für sich darlegt, desto wichtiger ist es, dass die Projektleitung bei der Priorisierung und Gewichtung der persönlichen Ziele unterstützend einhakt, um eine Überforderung und anschlie- ßende Resignation der Projektteilnehmer nach Möglichkeit zu verhindern. Transparenz über An- gebote, Aufgaben und Rollen der beteiligten Institutionen, Beratungsstellen und Unterstützungs- akteure herzustellen, stellt in diesem Zusammenhang eine zentrale Aufgabe der Projektleitung dar. Eine weitere wichtige Aufgabe der Projektleitung besteht darin, alle vom Modellprojekt / Case Ma- nagement direkt oder indirekt betroffenen Institutionen und Akteure in den Blick zu nehmen, zu beteiligen und sie je nach Bedarf und Situation in den Unterstützungsprozess miteinzubeziehen und Entscheidungen abzustimmen. Die Einbindung der beteiligten Institutionen und Akteure ist ein fortlaufender Prozess und erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise. Die folgende Grafik stellt die Einbeziehung der projektrelevanten Institutionen und Akteure dar: - 5 - V/0550/2019 3. Bildungsbiographie - schulische und berufliche (Vor-) Bildung, Qualifizierung Etwa 65 % der Projektteilnehmer verfügten zu Beginn des Projekts über keinen formal anerkann- ten Schulabschluss. Außerdem hatten 97 % der jungen Männer keine abgeschlossene Berufs- ausbildung. Keiner der Projektteilnehmer verfügte über einen anerkannten Hochschulabschluss, allerdings hatten 3 Projektteilnehmer (10 %) in ihrem Heimatland ein Studium begonnen. Bei den Sprachkenntnissen verfügten 32 % der jungen Männer über gar keine Kenntnisse der deutschen Sprache. Über Sprachkenntnisse auf dem B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Re- ferenzrahmen für Sprachen, die Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung darstellen, verfügten lediglich 20 % (6 Projektteilnehmer). Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangsituation ist die individuelle Begleitung der Pro- jektteilnehmer beim Spracherwerb sowie bei der Orientierung zur schulischen und / oder be- ruflichen Bildung und Qualifizierung essentieller Baustein des Modellprojekts. Das Modellpro- jekt verfolgt einen aufsuchenden, motivierenden und aktivierenden Ansatz (Beteiligung, Em- powerment). Die Projektleitung steht in regelmäßigem Kontakt mit den Lehrer/-innen und Schulsozialarbeiter/- innen der Berufsschulen und Internationalen Förderklassen sowie den Sprachkurs- und Maßnah- meträgern sowie Ausbildungsbetrieben. Der Eintritt in Unterstützungs- und Qualifizierungsmaß- nahmen wird durch dei Projektleitung aktiv befördert. Bis auf einen sehr geringen Anteil der Bewohner (2 Projektteilnehmer), der zum derzeitigen Standpunkt des Projekts arbeitssuchend ist, befinden sich alle jungen Männer in einer schuli- schen Ausbildung, Qualifizierungsmaßnahme oder gehen einer beruflichen Tätigkeit nach. - 6 - V/0550/2019 1 2 2 4 7 11 Aktuelle Tätigkeit Schule arbeitssuchend Qualifizierungsmaßnahmen Ausbildung Arbeit Sprachkurs/Integrationskurs Bei den zwei Projektteilnehmern in der Qualifizierungsmaßnahme handelt es sich um berufliche Maßnahmen eines Bildungsträgers mit dem Schwerpunkt Altenpflege. Die vier Projektteilnehmer, die eine Ausbildung absolvieren, arbeiten in verschiedenen Berufsbereichen (Maler- und Lackie- rer, KFZ-Mechatroniker, Friseur, Fachkraft für Vulkanisierungstechnik). Die sieben Bewohner, die einer Vollzeitarbeit nachgehen, arbeiten als ungelernte Kräfte bei verschiedenen Zeitarbeitsfir- men. Dort werden sie in verschiedensten Bereichen (Paketlieferdienste, Lagerarbeit usw.) einge- setzt. 4. Tagesstrukturierende Maßnahmen Da nahezu alle Projektteilnehmer tagsüber gut eingebunden sind, ist der Bedarf an tagesstruktu- rierenden Maßnahmen eher gering. Ein sehr erfolgreiches Angebot wird von Ehrenamtlichen der Studenteninitiative „Welcome Münster“ wöchentlich in der Einrichtung durchgeführt. Hierbei han- delt es sich um ein Kochangebot. Gemeinsam mit den Bewohnern des Projekts erfolgt der Einkauf und die Zubereitung des gemeinsamen Essens. Die Projektteilnehmer kommen im Rahmen die- ses ehrenamtlichen Angebotes in guten Kontakt mit anderen jungen Leuten aus Münster und ver- bringen über das Kochprojekt hinaus, bei verschiedenen Events oder anderen Aktivitäten, ihre Freizeit miteinander. Die Unterstützung bei der Integration in hiesige bestehende Regelsysteme freizeitpädagogischer, kultureller und sportlicher Angebote wird durch das Projekt auch über dieses Angebot hinaus ak- tiv befördert. Darüber hinaus charakterisiert die Durchführung von Anleitungsgesprächen und Gruppenangebo- ten zum Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten, beispielsweise selbständiges Kochen, Waschen, Einkaufen, Putzen, Aufräumen, verantwortungsvoller Umgang mit finanziellen Mitteln, praktische und angefragte Unterstützungsleistungen der Projektleitung. Die Projektleitung wird seit Anfang 2019 außerdem von einer Praktikantin der Fachhochschule Münster unterstützt. Im Rahmen ihres sechsmonatigen Praxissemesters steht sie den Projektteil- nehmern regelmäßig bei Fragen rund um das Thema „Bewerbungsschreiben“ zur Verfügung. - 7 - V/0550/2019 Für die weitere Projektarbeit sind die Umsetzung eines Gartenprojekts sowie ein Projekt zur Wer- tevermittlung geplant. 5. Fazit und Ausblick auf die weitere Projektarbeit In der weiteren Projektarbeit wird es darum gehen, die erarbeiteten individuellen (Projekt-) Erfolge aller Projetteilnehmer zu erhalten, auszubauen und zu verstetigen. Zu diesem Zweck ist es wich- tig, dass die Projektleitung auch weiterhin den Integrationsprozess der Projektteilnehmer als Gan- zes im Blick hat, integrationsfördernde Impulse gibt und das Erreichen angestrebter und verein- barter Integrationsfortschritte regelmäßig „überprüft“. Eine verlässliche Kontinuität im Betreuungs- prozess - welche Vertrauen und tragfähige Beziehungen ermöglicht - ist hierfür von entscheiden- der Bedeutung. Die Fülle an schulischen, sprachlichen und beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten sichert eben- so wie die ausdifferenzierte Struktur an Zuständigkeiten eine hohe Qualität und Fachlichkeit in den unterschiedlichen Bildungsbereichen, führt allerdings gleichwohl für viele Geflüchtete zu einer Überforderung im Entscheidungs- und Auswahlprozess. Das erste Projektjahr hat deutlich gemacht, dass eine gut vernetzte und aufeinander abgestimmte Arbeit der unterschiedlichen Fachämter, Institutionen, Maßnahmeträger und Akteure den „Qualifi- zierungsdschungel“ und die hiermit einhergehende Unsicherheit für die Projektteilnehmer minimie- ren kann. Ein gemeinsames und strategisch abgestimmtes Vorgehen stellt daher eine entschei- dende Komponente für einen erfolgreichen Integrationsprozess der Projektteilnehmer dar und trägt zum positiven Verlauf des Projekts wesentlich bei. Der Ausbau und die Verstetigung der äm- ter- und institutionsübergreifenden Zusammenarbeit soll im weiteren Projektverlauf ausgebaut werden. Perspektivisch sind für die weitere Projektarbeit - begleitend zur Einzelfallarbeit - institutionsüber- greifende Fallkonferenzen angedacht. Die systematische Erhebung und Evaluation erfolgreicher Handlungsansätze und spezifischer Herausforderungen dieser Zielgruppe beschreibt ein weiteres Ziel für die kommende Projektarbeit. Die im Rahmen des bisherigen Verlaufs des Männermodellprojekts gewonnenen Erkenntnisse sollen auf weitere allein geflüchtete Männer übertragen werden und so die erforderlichen Voraus- setzungen für eine dauerhafte Verstetigung der Projektansätze schaffen. I. V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin
Anlage A
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Anlage A zur V/0550/2019 Kurzüberblick Der Rat hat die Verwaltung am 06.05.2015 beauftragt, ein Projekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge modellhaft zu entwi- ckeln, umzusetzen und dessen Wirkungen zu ermitteln. Ziel des Projekts ist es, die Situation der alleinstehenden männlichen Flüchtlinge zu verbessern, indem sinnvolle und Ressourcen erhal- tende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird folgendes Ziel aus dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketing- konzept Münster (ISM) verfolgt: Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtge- sellschaft Mit der Umsetzung des Projekts wird das Ziel verfolgt, die Situation der alleinstehenden männli- chen Flüchtlinge in städtischen Flüchtlingseinrichtungen zu verbessern. Die Projektteilnehmer werden im Rahmen eines intensivierten Betreuungssettings und mit Hilfe des Case Management- Ansatzes - unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen und rechtlicher Möglichkeiten - in der Bewältigung ihres Integrationsprozesses unterstützt. Die Durchführung des Projekts soll darüber hinaus der Isolation männlicher alleinstehender Flüchtlinge entgegenwirken, destruktive Verhaltensweisen verhindern, einen positiven Einfluss auf das soziale Klima und den Abbau von Konflikten innerhalb der Einrichtungen haben und so auch ein verändertes positiveres Bild der männlichen Geflüchteten in der Öffentlichkeit ermögli- chen. Finanzierung Produktgruppe: 0502 Sicherung des Lebensunterhaltes Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplan 2019 enthalten? X Ja Nein Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Die Stadt Münster ist gesetzlich zur Aufnahme von Asylsuchenden verpflichtet. Sie übernimmt die Aufgabe, die ihr zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen und in ihrem Integrationsprozess zu bel- geiten. Die Umsetzung des Modellprojekts zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleingeflüchtete männliche Flüchtlinge fokussiert die Unterstützung und Betreuung einer - in der Öffentlichkeit wiederholt kritisch wahrgenommene Personengruppe - innerhalb der Gesamtgruppe der Geflüchteten. Grundlage für die Umsetzung des Modellprojekts ist ein Ratsbe- schluss aus Mai 2015. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Mit der Vorlage wird das Querschnittsthema Migration behandelt. Die geflüchteten, alleinstehen- den, männlichen jungen Erwachsenen sind zumeist unter extrem schwierigen Bedingungen aus ihren Heimatländern geflohen. In Deutschland müssen sie sich mit Erreichen des 18. Lebensjah- res aufgrund fehlender familiärer Unterstützungssysteme eigenständig in einem für sie fremden System zurechtfinden. Die jungen alleingeflüchteten Männer erhalten im Rahmen des Projekts die Unterstützung, die sie auf ihrem Weg zur Selbständigkeit benötigen.
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (2)
- Angelsachsenweg
- Borghorstweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0550/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.05.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37