Mandari Insight

V/0550/2019

Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge

Vorlagen 29.05.2019

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.07.2019, TOP 33

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

16190 Zeichen

V/0550/2019 
V/0550/2019 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende 
männliche Flüchtlinge 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   12.06.2019 Integrationsrat Vorberatung 
   26.06.2019 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit,  
Verbraucherschutz und Arbeitsförderung 
Vorberatung 
02.07.2019 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und 
E-Government 
Vorberatung 
   03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
   03.07.2019 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Rat nimmt den Bericht zum „Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsför-
dernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge“ zur Kenntnis. 
 
2. Das Projekt für alleinstehende männliche Flüchtlinge wird entsprechend der in der Begründung 
dargestellten Handlungsansätze und Zielsetzungen verstetigt. 
 
3. Zur weiteren Umsetzung werden 0,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ), max. EGr. S 12, (Sozialarbeiter/-
innen bzw. Sozialpädagogen/-innen), die bis zum 30.6.2019 überplanmäßig eingerichtet sind, 
bis 31.12.2019 weiterhin überplanmäßig bereitgestellt und zum Stellenplan 2020 zur Versteti-
gung angemeldet. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen jährlich Aufwendungen im Umfang von bis zu 0,50 Vollzeitäquivalenten (VZÄ, Vollzeit-
stellen) max. EGr. S 12 für Sozialarbeiter/-innen bzw. Sozialpädagogen/-innen.  
 
Sozialamt 
 
06.06.2019 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Ketteler 
Telefon: 492-5981 
KettelerN@stadt-muenster.de

- 2 - 
V/0550/2019 
 
Teilergebnisplan 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen 
 
Produktgruppe 0502 Sicherung des  
Lebensunterhalts 
   
Zeile 11 Personalaufwendungen 2019 15.910 € 0,5 VZÄ S12 für 
6 Monate 
  Personalaufwendungen 2020 ff. 31.820 € 0,5 VZÄ S12 für 
12 Monate 
Aufwand gesamt   2019 15.910 €  
   2020 ff. 31.820 €  
 
Die notwendigen Finanzierungsbedarfe werden vollständig aus den Mitteln für die Projektaufwen-
dungen gedeckt. Die Mittel sind bislang in der Produktgruppe 0502, Sicherung des Lebensunter-
halts, Zeile 16 „Sonstige ordentliche Aufwendungen“, veranschlagt. 
 
Die angegebenen Vollzeitäquivalente sollen zum Stellenplanentwurf 2020 angemeldet werden. Es 
wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung ab 2020 unter dem Vorbehalt steht, 
dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2020 bzw. der mittelfristigen Ergebnis- und Finanz-
planung die Ermächtigungen bereitstellt. 
 
 
Begründung: 
 
1. Ausganglage und Zielsetzung 
 
Am 06.05.2015 hat der Rat die Verwaltung damit beauftragt, ein Projekt zur Tagesstrukturierung 
und qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge modellhaft zu 
entwickeln, umzusetzen und dessen Wirkungen zu ermitteln (vgl. Vorlage V/0267/2015/1). Mit 
dem Modellprojekt verfolgt die Stadt Münster das Ziel, die Integration alleinstehender männlicher 
Flüchtlinge zu fördern und die Situation dieser Zielgruppe in den städtischen Flüchtlingseinrich-
tungen zu verbessern. Das Modellprojekt sollte zunächst modellhaft für eine Unterkunft entwickelt 
werden. Eine Evaluation bzw. Messung der Wirksamkeit sollte Bestandteil des Projekts sein. 
 
Im Anschluss an den Beschluss stiegen die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Münster kamen, 
dramatisch an. Es bestanden in dieser Situation keine Möglichkeiten, den Ratsbeschluss zum 
Modellprojekt zeitnah umzusetzen. 
 
Mit Rückgang der Zuweisungszahlen wurden im Jahr 2017 die Arbeiten zur Konkretisierung der 
Vorüberlegungen für das Modellprojekt zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden Be-
gleitung abgeschlossen. Die Umsetzung des Projekts konnte in Verantwortung des Sozialdienstes 
für Flüchtlinge des Sozialamtes beginnen. Die Laufzeit des Projekts wurde orientiert an den ver-
fügbaren Mitteln zunächst auf 21 Monate festgelegt. Als personelle Ausstattung wurden im Mo-
dellprojekt 0,50 Vollzeitäquivalente (VZÄ, Vollzeitstellen) eingesetzt. 
 
Zu Beginn des Projekts im Herbst 2017 lebten in den kommunalen Flüchtlingseinrichtungen 
ca. 500 geflüchtete alleinstehende Männer (am 01.02.2019 zählte die Gruppe der allein geflüchte-

- 3 - 
V/0550/2019 
ten Männer in Übergangseinrichtungen 304 Personen), sodass zunächst eine Eingrenzung der 
Zielgruppe erforderlich war. Bei nahezu 50 % der alleinstehenden geflüchteten Männer in den 
Einrichtungen handelt es sich um junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahre. Diese 
Gruppe hat spezifische Potentiale und Bedarfe, die vom Sozialdienst für Flüchtlinge besonders in 
den Fokus genommen werden sollten. Daher lag es nahe, im Rahmen des Projekts für diese Ziel-
gruppe Unterstützungsangebote zu entwickeln und durchzuführen. 
 
2. Schwerpunkte und Ergebnisse der ersten Projektlaufzeit 
 
Umsetzung des Projekts 
 
Im September 2017 startete das Projekt mit vier Teilnehmern in der Flüchtlingsunterkunft am An-
gelsachsenweg (in Münster-Gremmendorf). Da Ende September 2017 die Schließung des Stan-
dortes Angelsachsenweg erforderlich wurde, musste zunächst ein neuer geeigneter Standort für 
das Modellprojekt gefunden werden. Ausgewählt wurde die Flüchtlingsunterkunft am Borghorst-
weg  in Münster-Gievenbeck, die bis zu diesem Zeitpunkt als Familienunterkunft für Flüchtlinge 
genutzt wurde. Nach Renovierungsarbeiten erfolgten Ende November 2017 die ersten Einzüge 
von Projektteilnehmern in die Flüchtlingsunterkunft am Borghorstweg.  
 
Seit Beginn des Projekts wurden insgesamt 31 alleinstehende, junge, geflüchtete Männer im 
Rahmen des Modellprojekts betreut. 
 
Aktuell werden im Rahmen des Modellprojekts 27 junge Männer begleitet. Hiervon wohnen 24 
junge Männer in der Unterkunft am Borghorstweg. Drei Männer leben aktuell in weiteren Unter-
künften im Stadtteil Gievenbeck und werden ambulant von der Projektleitung betreut. Die 27 Be-
wohner kommen aus verschiedensten Herkunftsländern. Ein Großteil der Bewohner 
(17 Personen) kommt aus den afrikanischen Ländern. 
 
 
 
Die Gruppe der alleinstehenden, jungen, geflüchteten Männer ist in Bezug auf Bildungsgrad und 
Berufserfahrung sehr heterogen, was einen differenzierten Blick und individuelles Vorgehen mit 
integrierten Beratungs- und Qualifizierungsangeboten von Beginn des Projekts an notwendig 
machte.

- 4 - 
V/0550/2019 
Erprobung eines Case Managementansatzes zur Förderung der alleinstehenden, jungen, 
geflüchteten Männer 
 
Der Case Managementansatz wird als ein Begleit- und Unterstützungsinstrument zur ganzheitli-
chen Förderung der jungen allein geflüchteten Männer verstanden. Die Projektteilnehmer erhalten 
durch die Methode des Case Managements eine frühzeitige, gezielte und kontinuierliche Unter-
stützung und Förderung.  
 
Das Case Management ist an den konkreten Unterstützungsbedarfen der Projektteilnehmer aus-
gerichtet und unterstützt diese systematisch und zielorientiert in ihrem Integrationsprozess. Eine 
gemeinsame Vereinbarung zur Zusammenarbeit (Kontrakt) ist die Basis für den Begleit- und Un-
terstützungsprozess und soll Verbindlichkeit signalisieren. 
 
Zu Beginn jedes Case Managementprozesses steht eine individuelle Analyse (Sozialanamnese) 
der derzeitigen Lebenssituation (Beschreibung des Ist-Zustandes). Eine Vielzahl von Einflussfak-
toren, beispielsweise individuelle aufenthaltsrechtliche Rahmenbedingen, gesundheitliche Vo-
raussetzungen, schulische und berufliche Vorbildung, (fehlende) Partizipationsmöglichkeiten an 
Integrationsangeboten, (fehlende) familiäre Bedingungen sowie Kontakte ins Heimatland, belas-
tende (Flucht-) Schicksale usw., gilt es für die Projektleitung zu beachten. Während der Projekt-
laufzeit hat es sich als hilfreich erwiesen, die Anamnese systematisch nach einem im Projekt ent-
wickelten Raster durchzuführen und die Informationen zu dokumentieren. 
 
Auf Grundlage der Anamnese werden Bedarfe benannt und Problemlagen besprochen. Bishe-
rige Lösungsansätze und Lösungsstrategien werden betrachtet und vorhandene persönliche Po-
tentiale der Projektteilnehmer werden anhand einer Ressourcenkarte herausgearbeitet. Auf Basis 
der individuellen Analyse sowie der herausgearbeiteten Bedarfe und Problemlagen definiert der 
Projektteilnehmer gemeinsam mit der Projektleitung erste Ziele. 
 
Die persönlichen Ziele berücksichtigen die unterschiedlichen Lebensbereiche, wie etwa Gesund-
heit, Freizeit und Sport, soziale Teilhabe, Bildung, Qualifizierung und Spracherwerb, Ausbildung 
und Arbeit, Unterkunft und Wohnen, Lebensunterhalt usw. Je mehr persönliche Ziele der Projekt-
teilnehmer für sich darlegt, desto wichtiger ist es, dass die Projektleitung bei der Priorisierung und 
Gewichtung der persönlichen Ziele unterstützend einhakt, um eine Überforderung und anschlie-
ßende Resignation der Projektteilnehmer nach Möglichkeit zu verhindern. Transparenz über An-
gebote, Aufgaben und Rollen der beteiligten Institutionen, Beratungsstellen und Unterstützungs-
akteure herzustellen, stellt in diesem Zusammenhang eine zentrale Aufgabe der Projektleitung 
dar. 
 
Eine weitere wichtige Aufgabe der Projektleitung besteht darin, alle vom Modellprojekt / Case Ma-
nagement direkt oder indirekt betroffenen Institutionen und Akteure in den Blick zu nehmen, zu 
beteiligen und sie je nach Bedarf und Situation in den Unterstützungsprozess miteinzubeziehen 
und Entscheidungen abzustimmen. Die Einbindung der beteiligten Institutionen und Akteure ist 
ein fortlaufender Prozess und erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise. Die folgende Grafik stellt 
die Einbeziehung der projektrelevanten Institutionen und Akteure dar:

- 5 - 
V/0550/2019 
 
 
 
3. Bildungsbiographie - schulische und berufliche (Vor-) Bildung, Qualifizierung  
 
Etwa 65 % der Projektteilnehmer verfügten zu Beginn des Projekts über keinen formal anerkann-
ten Schulabschluss. Außerdem hatten 97 % der jungen Männer keine abgeschlossene Berufs-
ausbildung. Keiner der Projektteilnehmer verfügte über einen anerkannten Hochschulabschluss, 
allerdings hatten 3 Projektteilnehmer (10 %) in ihrem Heimatland ein Studium begonnen. Bei den 
Sprachkenntnissen verfügten 32 % der jungen Männer über gar keine Kenntnisse der deutschen 
Sprache. Über Sprachkenntnisse auf dem B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Re-
ferenzrahmen für Sprachen, die Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung darstellen, 
verfügten lediglich 20 % (6 Projektteilnehmer).  
 
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangsituation ist die individuelle Begleitung der Pro-
jektteilnehmer beim Spracherwerb sowie bei der Orientierung zur schulischen und / oder be-
ruflichen Bildung und Qualifizierung  essentieller Baustein des Modellprojekts. Das Modellpro-
jekt verfolgt einen aufsuchenden, motivierenden und aktivierenden Ansatz (Beteiligung, Em-
powerment). 
 
Die Projektleitung steht in regelmäßigem Kontakt mit den Lehrer/-innen und Schulsozialarbeiter/-
innen der Berufsschulen und Internationalen Förderklassen sowie den Sprachkurs- und Maßnah-
meträgern sowie Ausbildungsbetrieben. Der Eintritt in Unterstützungs- und Qualifizierungsmaß-
nahmen wird durch dei Projektleitung aktiv befördert. 
 
Bis auf einen sehr geringen Anteil der Bewohner (2 Projektteilnehmer), der zum derzeitigen 
Standpunkt des Projekts arbeitssuchend ist, befinden sich alle jungen Männer in einer schuli-
schen Ausbildung, Qualifizierungsmaßnahme oder gehen einer beruflichen Tätigkeit nach.

- 6 - 
V/0550/2019 
1 2
2
4
7
11
Aktuelle Tätigkeit
Schule
arbeitssuchend
Qualifizierungsmaßnahmen
Ausbildung
Arbeit
Sprachkurs/Integrationskurs
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bei den zwei Projektteilnehmern in der Qualifizierungsmaßnahme handelt es sich um berufliche 
Maßnahmen eines Bildungsträgers mit dem Schwerpunkt Altenpflege. Die vier Projektteilnehmer, 
die eine Ausbildung absolvieren, arbeiten in verschiedenen Berufsbereichen (Maler- und Lackie-
rer, KFZ-Mechatroniker, Friseur, Fachkraft für Vulkanisierungstechnik). Die sieben Bewohner, die 
einer Vollzeitarbeit nachgehen, arbeiten als ungelernte Kräfte bei verschiedenen Zeitarbeitsfir-
men. Dort werden sie in verschiedensten Bereichen (Paketlieferdienste, Lagerarbeit usw.) einge-
setzt.  
 
4. Tagesstrukturierende Maßnahmen 
 
Da nahezu alle Projektteilnehmer tagsüber gut eingebunden sind, ist der Bedarf an tagesstruktu-
rierenden Maßnahmen eher gering. Ein sehr erfolgreiches Angebot wird von Ehrenamtlichen der 
Studenteninitiative „Welcome Münster“ wöchentlich in der Einrichtung durchgeführt. Hierbei han-
delt es sich um ein Kochangebot. Gemeinsam mit den Bewohnern des Projekts erfolgt der Einkauf 
und die Zubereitung des gemeinsamen Essens. Die Projektteilnehmer kommen im Rahmen die-
ses ehrenamtlichen Angebotes in guten Kontakt mit anderen jungen Leuten aus Münster und ver-
bringen über das Kochprojekt hinaus, bei verschiedenen Events oder anderen Aktivitäten, ihre 
Freizeit miteinander. 
 
Die Unterstützung bei der Integration in hiesige bestehende Regelsysteme freizeitpädagogischer, 
kultureller und sportlicher Angebote wird durch das  Projekt auch über dieses Angebot hinaus ak-
tiv befördert. 
 
Darüber hinaus charakterisiert die Durchführung von Anleitungsgesprächen und Gruppenangebo-
ten zum Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten, beispielsweise selbständiges Kochen, Waschen, 
Einkaufen, Putzen, Aufräumen, verantwortungsvoller Umgang mit finanziellen Mitteln, praktische 
und angefragte Unterstützungsleistungen der Projektleitung. 
 
Die Projektleitung wird seit Anfang 2019 außerdem von einer Praktikantin der Fachhochschule 
Münster unterstützt. Im Rahmen ihres sechsmonatigen Praxissemesters steht sie den Projektteil-
nehmern regelmäßig bei Fragen rund um das Thema „Bewerbungsschreiben“ zur Verfügung.

- 7 - 
V/0550/2019 
Für die weitere Projektarbeit sind die Umsetzung eines Gartenprojekts sowie ein Projekt zur Wer-
tevermittlung geplant. 
 
5. Fazit und Ausblick auf die weitere Projektarbeit 
 
In der weiteren Projektarbeit wird es darum gehen, die erarbeiteten individuellen (Projekt-) Erfolge 
aller Projetteilnehmer zu erhalten, auszubauen und zu verstetigen. Zu diesem Zweck ist es wich-
tig, dass die Projektleitung auch weiterhin den Integrationsprozess der Projektteilnehmer als Gan-
zes im Blick hat, integrationsfördernde Impulse gibt und das Erreichen angestrebter und verein-
barter Integrationsfortschritte regelmäßig „überprüft“. Eine verlässliche Kontinuität im Betreuungs-
prozess - welche Vertrauen und tragfähige Beziehungen ermöglicht - ist hierfür von entscheiden-
der Bedeutung. 
 
Die Fülle an schulischen, sprachlichen und beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten sichert eben-
so wie die ausdifferenzierte Struktur an Zuständigkeiten eine hohe Qualität und Fachlichkeit in 
den unterschiedlichen Bildungsbereichen, führt allerdings gleichwohl für viele Geflüchtete zu einer 
Überforderung im Entscheidungs- und Auswahlprozess. 
 
Das erste Projektjahr hat deutlich gemacht, dass eine gut vernetzte und aufeinander abgestimmte 
Arbeit der unterschiedlichen Fachämter, Institutionen, Maßnahmeträger und Akteure den „Qualifi-
zierungsdschungel“ und die hiermit einhergehende Unsicherheit für die Projektteilnehmer minimie-
ren kann. Ein gemeinsames und strategisch abgestimmtes Vorgehen stellt daher eine entschei-
dende Komponente für einen erfolgreichen Integrationsprozess der Projektteilnehmer dar und 
trägt zum positiven Verlauf des Projekts wesentlich bei. Der Ausbau und die Verstetigung der äm-
ter- und institutionsübergreifenden Zusammenarbeit soll im weiteren Projektverlauf ausgebaut 
werden. 
 
Perspektivisch sind für die weitere Projektarbeit - begleitend zur Einzelfallarbeit - institutionsüber-
greifende Fallkonferenzen angedacht. 
 
Die systematische Erhebung und Evaluation erfolgreicher Handlungsansätze und spezifischer 
Herausforderungen dieser Zielgruppe beschreibt ein weiteres Ziel für die kommende Projektarbeit. 
Die im Rahmen des bisherigen Verlaufs des Männermodellprojekts gewonnenen Erkenntnisse 
sollen auf weitere allein geflüchtete Männer übertragen werden und so die erforderlichen Voraus-
setzungen für eine dauerhafte Verstetigung der Projektansätze schaffen. 
 
 
I. V. 
 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin

Anlage A

3376 Zeichen

Anlage A zur V/0550/2019 
 
Kurzüberblick 
Der Rat hat die Verwaltung am 06.05.2015 beauftragt, ein Projekt zur Tagesstrukturierung und 
qualifikationsfördernden Begleitung für alleinstehende männliche Flüchtlinge modellhaft zu entwi-
ckeln, umzusetzen und dessen Wirkungen zu ermitteln. Ziel des Projekts ist es, die Situation der 
alleinstehenden männlichen Flüchtlinge zu verbessern, indem sinnvolle und Ressourcen erhal-
tende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. 
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Mit der Vorlage wird folgendes Ziel aus dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketing-
konzept Münster  (ISM) verfolgt:  
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi-
ckeln mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtge-
sellschaft 
Mit der Umsetzung des Projekts wird das Ziel verfolgt, die Situation der alleinstehenden männli-
chen Flüchtlinge in städtischen Flüchtlingseinrichtungen zu verbessern. Die Projektteilnehmer 
werden im Rahmen eines intensivierten Betreuungssettings und mit Hilfe des Case Management-
Ansatzes - unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen und rechtlicher Möglichkeiten - 
in der Bewältigung ihres Integrationsprozesses unterstützt. 
Die Durchführung des Projekts soll darüber hinaus der Isolation männlicher alleinstehender  
Flüchtlinge entgegenwirken, destruktive Verhaltensweisen verhindern, einen positiven Einfluss 
auf das soziale Klima und den Abbau von Konflikten innerhalb der Einrichtungen haben und so 
auch ein verändertes positiveres Bild der männlichen Geflüchteten in der Öffentlichkeit ermögli-
chen. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0502 Sicherung des Lebensunterhaltes 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im Haushaltsplan 2019 enthalten? X Ja  Nein   
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja  Nein   
Bereits veranschlagt? X Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig X überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
Die Stadt Münster ist gesetzlich zur Aufnahme von Asylsuchenden verpflichtet. Sie übernimmt die  
Aufgabe, die ihr zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen und in ihrem Integrationsprozess zu bel-
geiten. Die Umsetzung des Modellprojekts zur Tagesstrukturierung und qualifikationsfördernden 
Begleitung für alleingeflüchtete männliche Flüchtlinge fokussiert die Unterstützung und Betreuung 
einer - in der Öffentlichkeit wiederholt kritisch wahrgenommene Personengruppe - innerhalb der 
Gesamtgruppe der Geflüchteten. Grundlage für die Umsetzung des Modellprojekts ist ein Ratsbe-
schluss aus Mai 2015.

Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Mit der Vorlage wird das Querschnittsthema Migration behandelt. Die geflüchteten, alleinstehen-
den, männlichen jungen Erwachsenen sind zumeist unter extrem schwierigen Bedingungen aus 
ihren Heimatländern geflohen. In Deutschland müssen sie sich mit Erreichen des 18. Lebensjah-
res aufgrund fehlender familiärer Unterstützungssysteme eigenständig in einem für sie fremden 
System zurechtfinden. Die jungen alleingeflüchteten Männer erhalten im Rahmen des Projekts 
die Unterstützung, die sie auf ihrem Weg zur Selbständigkeit benötigen.

Beratungsverlauf (5)

12.06.2019 Integrationsrat
TOP 4.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
26.06.2019 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 8 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
02.07.2019 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 34 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
03.07.2019 Rat
TOP 33 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Angelsachsenweg
  • Borghorstweg

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0550/2019
Typ
Vorlagen
Datum
29.05.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37