V/0366/2013
Trägerausschreibung für die Kindertageseinrichtungen Auf dem Dorn (Roxel), Gildenstraße (Handorf) und York-Kaserne (Gremmendorf)
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5_Bewerbungsschreiben ISS Mehsprachige Kita gGmbH für Kita Auf dem Dorn, Gildenstraße und York-Kaserne
1189 Zeichen
I DPRNLEN Wr zw RS pt 54.10.069 Fe, u Mehrsprachige Kindertagesstätten 2 u MEHRSPRACHIGE-KITA 1$- Mehrsprachige-kita gGmbH Genovevastr. 94 81083 Köln Stadt Münster Genovevastr. 94 51063 Köln Amt für Kinder, Jugendliche und Ag Sala Tel.: 0221/9777480 . Familien 48217 Münster kita@iss-netzwerk.de www.iss.netzwerk.de Köln, 15.05.2013 Bewerbung um die Trägerschaft für die neuen Kindertageseinrichtungen in Münster Handorf, Roxel und Gremmendorf Sehr geehrte Frau Pohl, vielen Dank für das freundliche Gespräch am 13.5. 2013. Wie besprochen, möchten wir nun verbindlich erklären, dass wir die Trägerschaft für die oben genannten Einrichtungen, bei Zusage durch den Rat der Stadt Münster, mit einem Trägeranteil von 5% übernehmen werden. Wir möchten als sozialer Akteur in Münster tätig werden. Deshalb wäre die Trägerschaft für zunächst eine oder zwei Einrichtungen für uns möglich. Mittelfristig sind wir an einer engen Zusammenarbeit bei der Übernahme von weiteren Kitaträgerschaften, als auch im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe interessiert und würden uns gerne mit unserem Angebot in Münster etablieren. p) Mit freundlichen Grüßen Ali Kdban Geschäftsführer
1_Konzeptunterlagen CVJM für Kita Auf dem Dorn
56597 Zeichen
01
Konzeption
der Kindertageseinrichtung
im Familienzentrum Janusz-Korczak-Haus
02
Familienhäuser Hiltrup
Böttcherstr. 3
48165 Münster
Anne-Jakobi-Haus
Im Seihof 16
48161 Münster
hafen
hil trup
amelsbüren
mecklenbeck
albachten
gievenbeck
kinderhaus
nienberge
geist
münster
roxel
a 1
a 43
51
54
219
54
03
hafen
mauritz
coerde
gremmendorf
Johannes-Busch-Haus
Merschkamp 23
48155 Münster
Janusz-Korczak-Haus
Zwi-Schulmann-Weg 25
48167 Münster
münster
gremmen-
dorf
51
Janusz-Korczak-Haus
Das Janusz-Korczak-Haus (JaKo),
mitten im Neubaugebiet Loddenbach in Münster
Gremmendorf, ist mit der Buslinie 8 Richtung
Wolbeck, Haltestelle Ehrenmal, zu erreichen.
Von hier geht Ihr, gehen Sie, noch ca. 50 Meter
und dann links in den Zwi-Schulmann-Weg.
04
JaKoInhalt
1. Vorstellung der Kindertageseinrichtung im Familienzentrum Janusz-Korczak-Haus _ 06
1.1. Öffnungszeiten _ 06
1.2. Personal _ 06
1.3. Räumliche Bedingungen _ 06
1.4. Anmeldung und Aufnahmeverfahren _ 07
2. Janusz Korczak _ 08
2.1. Wer war Janusz Korczak? _ 08
2.2. Die Rechte der Kinder nach Janusz Korczak _ 08
3. Auftrag der Kindertageseinrichtung und Ziele der pädagogischen Arbeit _ 09
3.1. Ziele der pädagogischen Arbeit _ 09
3.2. Pädagogisches Selbstverständnis _ 10
3.3. Unser Bildungsverständnis und die Grundsätze unserer Bildungsarbeit _ 10
3.3.1. Sprache und Kommunikation _ 12
3.3.2. Bewegung _ 12
3.3.3. Körper, Gesundheit und Ernährung _ 13
3.3.4. Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung _ 13
3.3.5. Musisch-ästhetische Bildung _ 14
3.3.6. Religiöse und ethische Bildung _ 14
3.3.7. Mathematische Bildung _ 14
3.3.8. Naturwissenschaftlich-technische Bildung _ 15
3.3.9. Ökologische Bildung _ 15
3.3.10. Medien _ 16
4. Gestaltung der Tagesstruktur in den Gruppen der drei- bis sechsjährigen Kinder _ 17
4.1. Ankommen – Erleben – Verabschieden _ 17
4.2. Spiele im Stuhlkreis _ 18
4.3. Projektarbeit und Freispiel _ 18
4.4. Mahlzeiten _ 18
4.5. Rituale und Regeln _ 19
5. Gestaltung der Tagesstruktur in der U3-Gruppe _ 20
6. Zusammenarbeit mit Eltern _ 21
7. Das Janusz-Korczak-Haus als Familienzentrum – Mitten im Leben _ 22
8. Fundraising _ 24
Konzeption
der Kindertageseinrichtung
im Familienzentrum
Janusz-Korczak-Haus
05
JaKo
Vorwort
Der CVJM Münster e.V. (Christlicher Verein junger
Menschen) hat es sich als ökumenischer Träger zur
Aufgabe gemacht, in verschiedenen Stadtteilen die-
ser Stadt modellhafte Angebote für Kinder, Jugend-
liche und Familien zu entwickeln.
In Gremmendorf, Hiltrup, Mauritz und Roxel haben
wir „eigene“ Häuser, in anderen Stadtteilen arbeiten
wir in Kooperation mit Kirchengemeinden.
Mehr als zehn Jahre gibt es das Janusz-Korczak-Haus
als Stadtteilhaus in Münster-Gremmendorf.
Als Zentrum für Kinder, Jugendliche und Familien
hat es seine Arbeit mit einem weit über das Angebot
eines traditionellen Kindergartens hinausgehenden
konzeptionellen Ansatz begonnen.
Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sind eine
Kernaufgabe, die Betreuung der Kinder unter drei
Jahren, die Bis-Mittag-Betreuung der Schulkinder,
Ferienbetreuung, Beratungs- und Bildungsangebote
für die ganze Familie in Kooperation mit der Evan-
gelischen Familienbildungsstätte und den Evange -
lischen Beratungsdiensten, Gruppenstunden für
Kinder und Jugendliche, Feste und Feiern – das alles
sind ebenfalls feste Bestandteile unseres Angebotes
für den Stadtteil Gremmendorf.
Zwischenzeitlich wurden wir vom Land NRW zertifi-
ziert und sind nun anerkanntes „Familienzentrum“ .
Dieser Bezeichnung wollen wir in der Arbeit unseres
Alltages immer wieder neu gerecht werden. Darum
möchte unser Mitarbeiterteam unter Leitung von
Hildegard Fischer für Sie und Ihre Kinder da sein und
Ihnen professionell zur Seite stehen.
Mit der vorliegenden Konzeption laden wir Sie ein,
uns kennenzulernen und sich über unsere Angebote
zu informieren.
Gerne sind wir darüber mit Ihnen im Gespräch.
Stephan Degen
Geschäftsführung, Koordination, Beratung
06
1.1. Öffnungszeiten
Unsere Kindertageseinrichtung ist von montags
bis freitags von 7.15 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Die
Eltern haben die Möglichkeit zwischen zwei ver -
schiedenen Stundenkontingenten zu wählen.
Für die Drei- bis Sechsjährigen ist die Einrichtung
von montags bis freitags von 7.15 Uhr bis 13.00 Uhr
und nachmittags von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr ge-
öffnet (35 Stunden – geteilte Öffnungszeit).
Ebenso ist es für Ihr Kind möglich, die Einrichtung
an allen Wochentagen von 7.15 Uhr bis 16.30 Uhr
(45 Stunden) zu besuchen.
Die Unterdreijährigen werden von uns sowohl von
7.30 Uhr bis 14.30 Uhr (35 Stunden) als auch von 7.30
Uhr bis 16.30 Uhr (45 Stunden) betreut.
1.2. Personal
Das Familienzentrum Janusz-Korczak-Haus wird von
Hildegard Fischer in Funktion der freigestellten
Leitung geführt.
In jeder Gruppe unserer Kindertageseinrichtung
sind drei pädagogische Fachkräfte tätig. Wobei wir
unter pädagogischen Fachkräften ErzieherInnen,
HeilpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und Dip -
lom-PädagogInnen verstehen.
Im Rahmen der Aufnahme von Kindern mit beson-
derem Förderbedarf stellen wir für die gemeinsame
Erziehung zusätzlich eine integrative Fachkraft ein.
Bei Bedarf werden unsere pädagogischen Fachkräfte
gruppenübergreifend und flexibel eingesetzt.
Das aktuelle Personal des Janusz-Korczak-Hauses
finden Sie im beigefügten Einlegeblatt.
1.3. Räumliche Bedingungen
Das Janusz-Korczak-Haus ist im August 2001 fertig-
gestellt worden und feiert dieses Jahr sein 10-jähri-
ges Bestehen.
Tritt man in unser Haus ein, wird man in der großen
Eingangshalle willkommen geheißen. Hier befindet
sich ein Café, das zum Verweilen einlädt und für viele
Veranstaltungen genutzt wird.
In der unteren Etage sind zwei Gruppenräume mit
jeweils einem Nebenraum, einem Schlafraum, einem
Materialraum und einem Waschraum. Zudem sind in
dieser Etage eine Küche, ein WC für Erwachsene mit
Dusche und ein Putzraum.
In der oberen Etage befindet sich ein weiterer Grup-
penraum mit einem Nebenraum, einem Schlafraum,
einem Materialraum und zwei Waschräumen für die
Kinder. Ein weiterer Raum steht für die Betreuung
Vorstellung der
Kindertageseinrichtung
im Familienzentrum
Janusz-Korczak-Haus1
Die Kindertageseinrichtung im Familienzentrum
Janusz-Korczak-Haus befindet sich in der Träger -
schaft des CVJM Münster (Christlicher Verein jun-
ger Menschen). Sie liegt in einem neuen Wohnge -
biet in Gremmendorf, einem Stadtteil von Münster.
In diesem Wohngebiet stehen größtenteils Einfa-
milienhäuser, die von viel Natur umgeben sind.
In unserer Kindertageseinrichtung bieten wir in
drei Gruppen Platz für insgsamt 60 Kinder im Alter
von 0 bis 6 Jahren.
07
der Schulkinder und die Spielgruppe zur Verfügung.
Nebenan liegt unser großer Mehrzweckraum. Zu-
dem gibt es hier noch das Büro, den Personalraum,
Werkbänke und einen Kicker.
Jeder Gruppenraum hat große Fenster, die bis auf
den Boden reichen, dadurch wirken die Räume sehr
hell und freundlich und die Kinder haben die Mög-
lichkeit ihre Umwelt gut zu beobachten.
Unser Haus ist ein Passivhaus. Durch die besondere
Bauweise ist unser Energieverbrauch nicht viel hö -
her als der eines Einfamilienhauses.
Durch das Flachdach mit quadratischem Grundriss
wird Wärmeenergie gespart, da eine geringe Abküh-
lungsfläche und eine gute Wärmedämmung vorhan-
den sind. Massive Innenwände und die Fußböden
vom Erd- und Obergeschoss sind Wärmespeicher.
Das Passivhaus ist mit einer Lüftungstechnik mit
Wärmerückgewinnung ausgestattet. In den Eingän-
gen sind Windfänge, damit während der Heizpe-
riode nicht so viel warme Luft entweicht und in den
Sommermonaten die Hitze außen gehalten wird.
Auf dem Dach des Hauses stehen Solarkollektoren
für die Warmwassererzeugung.
1.4. Anmeldung
und Aufnahmeverfahren
Zur Aufnahme der Kinder stellt der Rat der Tagesein-
richtung Kriterien auf, die die Aufnahme der neuen
Kinder beschließt.
Dabei werden sowohl das Einzugsgebiet, Geschwis-
terkinder, das Alter des Kindes als auch soziale Grün-
de und das gewünschte Stundenkontingent berück-
sichtigt.
Die Kinder können bis zum 1. März eines Jahres
angemeldet werden. Ab Ende März werden die Zu-
bzw. Absagen verschickt.
08
2.1. Wer war Janusz Korczak?
Janusz Korczak wurde 1878 in Warschau geboren.
Als Arzt, Schriftsteller und Erzieher widmete er sein
Leben den Ausgestoßenen und Aufgegebenen, vor
allem den Hilflosen, den „abgegebenen“ Kindern.
1942 wurde er in Treblinka getötet – gemeinsam mit
den Kindern des Waisenhauses, das er gegründet
hatte und bis zuletzt leitete.
Janusz Korczak war eine religiöse Persönlichkeit, ein
Mensch, der sein Leben lang darüber nachdachte,
was den Menschen, abgesehen vom Hunger, um-
treibt.
Im Glauben sah er Hoffnung und Halt, die existen-
tielle menschliche Einsamkeit ertragen zu können.
Seine Religiosität war nicht konfessionell eingeengt.
Der Menschenfreund Janusz Korczak lebte Liebe,
eine Liebe, die ihr Leben hingibt für die anderen.
2.2. Die Rechte der Kinder
nach Janusz Korczak
„Recht des Kindes auf den heutigen Tag“
Janusz Korczak betont den absoluten Wert der Kind-
heit als Teil des wirklichen Lebens und nicht als Vor -
bereitung auf das Leben der Erwachsenen.
Wer die Kindheit überspringen will, wird sein Ziel
verfehlen. Als Eltern und ErzieherInnen glauben wir
zu wissen, was unsere Kinder in der Zukunft brau-
chen. Wir wollen sie vorbereiten, damit sie den An-
forderungen des Lebens gewachsen sind. Kinder
haben jedoch Bedürfnisse im Hier und Jetzt. Sie le -
ben, entscheiden und handeln heute und nicht erst
morgen, wenn sie „groß“ sind.
Mit diesem Recht des Kindes macht Korczak uns
deutlich, dass wir als Eltern und ErzieherInnen ver -
antwortlich für den heutigen Tag sind, für jede Stunde.
Janusz Korczak
2
„Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist“
Nicht elterliche Wünsche oder der Ehrgeiz von Erzie-
herInnen dürfen Maßstab für den Entwicklungsweg
des Kindes sein, sondern die ihm vorgegebenen
körperlichen und seelischen Möglichkeiten.
Das Kind ist in seiner äußeren Erscheinung zu achten
und in dem, was es denkt.
Kinder sind Menschen, keine Puppen. Sie haben das
Recht auf Mittelmäßigkeit.
Es geht nicht darum, wie das Kind sein SOLL, son-
dern wie es sein KANN.
Mit diesem Recht fordert Korczak Eltern und
Erzieher In nen auf, das Kind zunächst einmal ken-
nenzulernen und ihre trügerische Sehnsucht nach
vollkommenen Kindern aufzugeben, um dafür das
Kind in seiner Einmaligkeit zu sehen.
„Recht des Kindes auf seinen Tod“
Dieses Recht mag schockieren. Hier kommt Korczaks
Wertschätzung der kindlichen Erfahrung im Hinblick
auf die Entwicklung zum Ausdruck.
Kinder benötigen Freiräume für eigene Erfahrun-
gen, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit, auch
wenn dies gewisse Risiken mit sich bringt.
Mit diesem Recht zeigt Korczak auf, dass Kinder oft
Gefangene der Ängste ihrer Eltern und ErzieherIn-
nen sind und warnt davor, dass auch ein Übermaß
an Fürsorge einengend wirken kann.
Diese Grundrechte des Kindes können Erwachsenen
helfen, eine Haltung aufzubauen, die sich auf die
Prinzipien von Achtung und Vertrauen gründet. Die
Kinderrechte schützen Erwachsene und Kinder glei-
chermaßen vor Überbehütung, vor einer Verschie -
bung der Gegenwart in die Zukunft und davor, dem
Kind überhöhte Ideale aufzubürden.
Das Recht des Kindes auf Achtung und die uneinge-
schränkte Liebe sind Korczaks pädagogisches Credo.
09
Auftrag der Kindertages-
einrichtung und Ziele der
pädagogischen Arbeit3
Kindertageseinrichtungen haben einen gesetz-
lichen Auftrag und fördern die Entwicklung des
Kindes zu einer selbständigen, eigenverantwort -
lichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
Diese Aufgabe umfasst die Betreuung, Bildung
und Erziehung des Kindes und unterstützt die
Erziehung des Kindes in der Familie.
Auf der Grundlage des gesetzlichen Auftrages
und ausgehend von den Leitgedanken der
Pädagogik Janusz Korczaks entwickelten wir die
Zielsetzung der pädagogischen Arbeit unserer
Kindertageseinrichtung.
3.1. Grundlegende Ziele der
pädagogischen Arbeit
Als grundlegendes Ziel unserer pädagogischen
Arbeit wollen wir Kinder, mit und ohne Behinderung,
bestärken, ihr Leben selbständig zu gestalten und zu
bewältigen. Dazu stehen wir ihnen als vertrauensvolle
Bezugspersonen zur Seite, bieten ihnen eine liebe -
volle Atmosphäre und begleiten sie in der Erkun-
dung ihrer selbst, anderer und den Dingen der Welt.
In dieser Auseinandersetzung erlangen die Kinder
sogenannte Basiskompetenzen, die die Vorausset -
zung für ihre kompetente Entwicklung und den wei-
teren Verlauf ihrer Bildung sind.
So helfen wir den Kindern, ihre Fähigkeiten und
Stärken zu erkennen, zu lernen damit umzugehen
und ihre eigene Identität zu entwickeln (Selbst-
kompetenz).
Gleichsam leben wir in einem Miteinander. Wir för -
dern die Kinder darin, die Bedürfnisse, die Wünsche,
die Interessen und die Erwartungen anderer zu er -
kennen und in ihrem eigenen Verhalten zu berück -
sichtigen (Sozialkompetenz).
Wir leben in einer großen Welt, die voller Erfahrun-
gen und Entscheidungen steckt. Hier wollen wir die
Kinder unterstützen, sachbezogen zu urteilen, ent -
sprechend zu handeln und Wissen auf unterschied-
liche Situationen übertragen zu können (Sach- und
Methodenkompetenz).
Das heißt für uns, dass wir die Kinder darin unter -
stützen,
- die Welt und sich mit allen Sinnen wahrzunehmen.
- sich selbst, ihren Körper, ihre Interessen und ihre
Fähigkeiten zu entdecken.
- ihre Neugierde und ihren Wissensdrang auszule -
ben.
- Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu ent -
wickeln.
- Bindungen und Vertrauen aufzubauen.
- Verantwortung für sich und andere zu überneh-
men.
- die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen,
auszudrücken und die anderer wahrzunehmen.
- Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen zu
erleben und zu erlernen.
- sich Wissen und Fertigkeiten in allen Entwick -
lungsbereichen anzueignen.
KIND
WELT
ANDERE ICH
Sozialkompetenz Selbst-
kompetenz
Sach- und
Methodenkompetenz
10
3.2. Selbstverständnis und Haltung
der pädagogischen Fachkräfte
Janusz Korczak macht nicht nur Aussagen im Hin-
blick auf die Kinder, er hinterfragt auch die Haltung
der ErzieherInnen und gibt auf diese Weise hilfreiche
Hinweise zur eigenen Auseinandersetzung.
Auf dieser Grundlage entwickeln wir unser Selbst -
verständnis als pädagogische Fachkräfte.
Das bedeutet für uns:
- Kinder als gleichwertiges Gegenüber zu betrach-
ten.
- das Kind als Mensch mit seiner eigenen Persön-
lichkeit zu sehen, die es in ihrer Entfaltung nicht zu
formen, sondern zu unterstützen gilt.
- das Kind zu achten und zu lieben und so anzuneh-
men, wie es ist.
- den Kindern zahlreiche Möglichkeit zu bieten, ihre
Welt selbst zu entdecken und ihre Erfahrungen zu
machen.
- eine Vorbildfunktion für die Kinder einzunehmen.
- eine umfassende Beobachtung der Kinder und die
Reflexion der eigenen Handlungen.
- durch regelmäßige Fortbildung und fachlichen
Austausch ein fundiertes Fachwissen zu erwerben
und zu pflegen.
- den Kindern Raum zu schaffen sich mit dem Glau-
ben an Gott auseinanderzusetzen.
- ein kooperierendes Miteinander zwischen Familie
und Kindertageseinrichtung.
3.3. Unser Bildungsverständnis und
die Grundsätze unserer Bildungsarbeit
Kinder eignen sich die Welt an – wir gehen mit!
Kinder sind die Akteure ihrer eigenen Entwicklung
und bilden sich nicht, in dem sie fertiges Wissen und
Können von anderen übernehmen. Sie bilden sich
aktiv durch das, was sie mit ihren eigenen Sinnen
wahrnehmen und in ihrer sozialen Welt erfahren.
Die Auseinandersetzung und Verarbeitung der
Wahrnehmung und Erfahrung des Kindes ist ein
selbständiger innerer Prozess, der als Selbstbildung
des Kindes zu verstehen ist.
Unsere Aufgabe als pädagogische Fachkräfte in die-
sem Prozess der Bildung ist es, die Lernbegeisterung
der Kinder zu unterstützen und ihnen als Begleiter
und Impulsgeber zur Seite zu stehen. Dabei orien-
tieren wir uns an den (Alltags-)Erfahrungen und
dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder und
schaffen daraus eine differenzierte und strukturierte
Erfahrungswelt für die Kinder. So ermöglichen wir
ihnen, auf vielfältige Weise die Welt zu entdecken
und zu erforschen. Sie können ihre Fähigkeiten und
Fertigkeiten entwickeln, ihr Wissen erweitern und als
starke, selbstbewusste und selbständige Persönlich-
keiten in ihr weiteres Leben gehen.
Neben der Begleitung des Bildungsprozesses legen
wir großen Wert auf die Beobachtung und Dokumen-
tation der Entwicklung der Kinder. Auf dieser Grund-
lage tauschen wir uns regelmäßig aus, um ein umfas-
sendes Bild von den Kindern zu erhalten und das wei-
tere pädagogische Handeln gemeinsam zu erarbeiten.
Zur Strukturierung unserer pädagogischen Bildungs-
arbeit und dem Ziel folgend, dem Kind ausreichende
Möglichkeiten zu bieten, umfassende und grundle -
gende Bildungs- und Erfahrungsprozesse zu erle -
ben, orientieren wir uns an zehn Bildungsbereichen.
Diese Bildungsbereiche sind inhaltlich strukturiert
und in der Grafik voneinander abgegrenzt. In un-
serer pädagogischen Praxis überschneiden sich die
Bildungsbereiche und lassen sich nicht voneinander
trennen. So spricht eine Aktivität immer verschiedene
Bildungsbereiche an.
„Bildung ist etwas Wunderbares.
Doch sollte man sich von Zeit zu Zeit
daran erinnern,
dass wirklich Wissenswertes
nicht gelehrt werden kann. “
Oskar Wilde
11
Leitidee
Bildungsmöglichkeiten
Materialien/Settings als Denkanstöße
Leitfragen zur Unterstützung und Gestaltung
von Bildungsmöglichkeiten
Naturwissen-
schaftlich-
technische
Bildung
Bewegung
Ökologische
Bildung
Musisch-
ästhetische
Bildung
Religiöse
und ethische
Bildung
Körper,
Gesundheit
und Ernährung
Medien
Mathematische
Bildung
Sprache
und
Kommunikation Soziale,
kulturelle und
interkulturelle
Bildung
Befähigung zur
gesellschaftlichen
Teilhabe
Sach-/Methodenkompetenz Sozialkompetenz Selbstkompetenz
12
3.3.1. Sprache und Kommunikation
„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“
Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel,
um uns mit anderen Menschen zu verständigen, uns
mitzuteilen, unsere Gefühle, Erfahrungen und Ge -
danken auszutauschen. Sie ist das Instrument unse -
res Denkens, Fühlens und unserer Fantasie.
Vor allem für die frühkindliche Entwicklung ist Spra-
che von großer Bedeutung. Eine gut entwickelte
Sprachkompetenz ist der Schlüssel für erfolgreiche
Bildungs-, Entwicklungs- und Lernprozesse.
Der Bildungsbereich Sprache ist Bestandteil aller
Bildungsbereiche und findet in unserer Einrichtung
jeden Tag statt. Jedes Handeln, egal ob beim Memory-
Spiel, beim Betrachten von Bilderbüchern oder im
Stuhlkreis, wird von uns sprachlich begleitet. Wir ste-
hen den Kindern alltäglich als GesprächspartnerInnen
und Sprachvorbild zur Seite. Wir fördern ihre Sprech-
freude, die Erweiterung ihres Wortschatzes und mo-
tivieren die Kinder zum Sprechen in ganzen Sätzen.
Neben dieser Sprachförderung im Alltag werden in
unserer Kindertageseinrichtung zwei Sprachstand-
erhebungen mit anschließenden Sprachförderange-
boten durchgeführt. BISC („Bielefelder Screening“)
und Delfin 4 (Diagnostik, Elternarbeit, Förderung
der Sprachkompetenz In NRW bei 4-jährigen).
BISC umfasst ein Screening zur Feststellung von
einer Lese-Rechtschreibschwäche bei Kindern.
Dieses Screening wird mit dem Einverständnis der
Eltern 10 Monate vor Einschulung bei den „Maxis“
von geschulten pädagogischen MitarbeiterInnen
durchgeführt. Bei Bedarf kann das Kind am HLL-
Programm („Hören, Lauschen, Lernen“) teilnehmen
und 20 Wochen lang täglich für 10 - 15 Minuten in
einer Kleingruppe (bei uns den „Lauschis“) spiele -
risch sprachliche Übungen vertiefen.
Delfin 4 ist eine verpflichtende schulische Sprach-
standerhebung. Das Programm prüft die Sprach-
kompetenz von Kindern zwei Jahre vor der Ein-
schulung. Bei Bedarf finden wöchentlich gezielte
Sprachförderangebote in den Gruppen statt.
Zudem findet derzeit einmal wöchentlich eine
Sprachförderung für nicht deutsch-sprachige Kinder
statt, um sie intensiver an die deutsche Sprache
heranzuführen.
Ebenfalls ist uns sehr wichtig, dass die Kinder in Kon-
takt mit Fremdsprachen kommen. Wir bieten einmal
wöchentlich einen Englischkurs an, der den Kindern
die ersten englischen Wörter, meist durch Spiele
und Lieder, näher bringt und die Freude an anderen
Sprachen weckt.
3.3.2. Bewegung
„Die Kindheit ist eine bewegte Zeit“
Die Kindheit ist stark geprägt von sinnlichen und
motorischen Erfahrungen. Sie sind Grundlage der
kindlichen Entwicklungs- und Lernprozesse und
aus diesem Grund stellen Bewegung und Wahrneh-
mung ein grundlegendes Fundament unserer päda-
gogischen Arbeit dar.
In unserer Turnhalle können die Kinder ihrem
Bedürfnis nach Bewegung täglich im Freispiel und
dreimal wöchentlich bei Bewegungsangeboten wie
z. B. Bewegungsbaustellen oder Tänzen nachgehen.
Sie können dabei ihre Grenzen austesten, um neue
Entwicklungsschritte zu machen und neue Fähig-
keiten an sich zu entdecken.
Auf unserem Außengelände können die Kinder ihrem
Bewegungsdrang an frischer Luft zu jeder Tages-
und Jahreszeit gerecht werden. Dem Kind bietet das
Außengelände verschiedene Möglichkeiten, seinem
13
Drang nach Bewegung nachzugehen, ob rutschen,
klettern, schaukeln, buddeln im Sand oder ein Wett-
rennen mit Fahrzeugen.
Zudem finden regelmäßig Ausflüge wie z. B. in den
Wald oder zur Kletterspinne statt, um den Kindern
neue Anreize zu bieten, damit sie vielfältige Bewe -
gungs- und Wahrnehmungserfahrungen sammeln
können. Oft ist Bewegung eine Grundvoraussetzung
für das Kind, um sich auf andere Spiel- und Lern-
inhalte zu konzentrieren.
3.3.3. Körper, Gesundheit
und Ernährung
Das körperliche Wohlbefinden ist ein grundlegender
Baustein für die Entwicklung und Bildung der Kinder.
Deshalb unterstützen wir sie darin, mit sich selbst
und ihrem Körper verantwortlich umzugehen. Dazu
bieten wir den Kindern unterschiedliche Impulse
und Angebote, bei denen sie ihren Körper durch
verschiedenste Sinneserfahrungen kennenlernen
können. Beispielsweise stellen wir Materialien im All-
tag bereit wie Kleister oder bieten Entspannungsge-
schichten, Massagen oder Bewegungsspiele an, bei
denen die Kinder ihren Körper intensiv wahrnehmen
können.
Haben die Kinder Wünsche, Bedürfnisse, Probleme
oder Ängste, stehen wir als vertrauensvolle Ge -
sprächspartnerInnen zur Seite, trösten und unter -
stützen die Kinder. Wir greifen die Themen der Kin-
der auf und geben ihnen Raum ihre Gefühle und
Erfahrungen auszudrücken. Dabei helfen wir ihnen
die Signale ihres Körpers zu erkennen und sich auch
mit dem Thema Krankheit auseinanderzusetzen.
Durch die Erfahrung von unterschiedlichen Befind-
lichkeiten kann sich das Kind ganzheitlich mit
seinem Körper beschäftigen.
Unsere ganzheitliche präventive Gesundheitsbil-
dung umfasst natürlich auch die Körperpflege, das
tägliche Zähneputzen und reicht bis zu einer gesun-
den Ernährung (siehe Punkt 4.4 Mahlzeiten). Es gibt
immer wieder Projekte zu diesen Themen. Beispiels-
weise „gesunde Ernährung“ , bei denen wir gemein-
sam kochen bzw. backen oder regelmäßige Besuche
durch die „Jugendzahnpflege“ der Stadt Münster.
Wir achten auf uns. Unser Körper, unsere Gesundheit
und unsere Ernährung sind uns wichtig.
3.3.4. Soziale, kulturelle und
interkulturelle Bildung
Kinder brauchen Selbstvertrauen, um offen und
tolerant gegenüber anderen Menschen, Kulturen
und Lebenswelten zu sein. Wir bringen ihnen Wert -
schätzung entgegen, damit sie Selbstvertrauen und
eine Vorstellung ihrer eigenen Identität entwickeln
können. Bei diesem Prozess begleiten wir sie und
geben ihnen Sicherheit.
Gerade in der Kindertageseinrichtung treffen sie
auf die unterschiedlichsten Menschen außerhalb
ihrer vertrauten Umgebung, der Familie. Wir bilden
eine Gemeinschaft aus verschiedenen Kulturen,
unterschiedlichsten Meinungen, Einstellungen und
Bedürfnissen. Wir wollen die Kinder darin unterstüt -
zen, zu lernen sich abzustimmen, zu respektieren,
ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu vertre -
ten und Konflikte besonnen zu lösen.
Dazu greifen wir ihre Themen auf, beispielsweise
warum ein Kind kein Schweinefleisch isst, und füh-
ren Projekte durch, die die Kinder mit anderen Kul-
turen und Traditionen in Kontakt bringen sollen, um
die Andersartigkeit zu entdecken.
Zudem sind wir ihre Vorbilder. Demokratische Struk-
turen, gemeinsam aufgestellte Regeln, ein werte-
orientiertes Verhalten und Toleranz helfen den
Kindern, verantwortungsbewusste Menschen zu
werden. Wir wollen, dass die Kinder sich schon in
unserer Kindertageseinrichtung auf unsere vielfäl-
tige Gesellschaft vorbereiten können.
14
3.3.5. Musisch-ästhetische Bildung
Mit viel Spaß und Intensität drücken Kinder beim
Malen, Basteln, Gestalten, Musizieren und Werken
ihre Erfahrungen aus, verarbeiten Erlebtes und ent -
falten ihre Kreativität. Wir geben den Kindern Zeit
und Freiraum, um sich in sinnliche Erlebnisse zu
vertiefen und ihre Wahrnehmungen gestalten zu
können. Sie entdecken die Welt und sich durch diese
sinnlichen Erfahrungen und bilden ihre eigene
Ästhetik von den Dingen.
Alltäglich unterstützen wir die Kinder durch anspre -
chende Geschichten und Impulse und durch die
Bereitstellung von Spiel- und Bastelmaterialien
sowie von verschiedensten Musikinstrumenten.
Gezielte Angebote wie zum Beispiel das Lauschen
und Hören lernen, das Mischen von Farben, Freude
an Rhythmus und Bewegung durch Tanz oder die
Wahrnehmung des eigenen Körpers als Klangkörper
fördert die Kinder kreativ zu werden und mit Freude
Ideen zu entwickeln.
In jedem Kind steckt ein kleiner Künstler.
3.3.6. Religiöse und ethische Bildung
Kinder aus verschiedenen Ländern besuchen unsere
Kindertageseinrichtung. Sie begegnen anderen
Religionen, Kulturen und Traditionen. Wir geben
ihnen die Möglichkeit, unterschiedliche Formen von
Weltanschauungen, Glaube und Religion wahrzu-
nehmen und Feste und Rituale aus eigenen und
anderen Kulturkreisen zu entdecken. Dabei ist es
uns wichtig, dass die Kinder die kirchlichen Feste im
Jahreslauf und ihre Bedeutung kennenlernen.
In diesem Miteinander verschiedener Religionen
erleben die Kinder Vielfältigkeit und Unterschiede,
aber auch viele Gemeinsamkeiten und übereinstim-
mende Werte.
Diese übereinstimmenden Werte, wie zum Beispiel
die Achtung und der Respekt vor dem anderen
Menschen und der Schöpfung und den Glauben an
einen Gott wollen wir den Kindern vorleben. Durch
die Entdeckung der Gemeinsamkeiten lernen die
Kinder, im Fremden etwas Bekanntes zu entdecken,
um offen und tolerant anderen Menschen und Reli-
gionen entgegenzutreten.
Dabei spricht die ethische und religiöse Bildung und
Erziehung alle Lern- und Entwicklungsebenen der
Kinder an, besonders wenn es um Einstellungen und
Haltungen geht. Hier wollen wir den Kindern Grund-
sätze christlichen Glaubens vermitteln: Vertrauen,
Vergebung, Hoffnung, Liebe. In unserer Einrichtung
erfahren sie Geborgenheit, finden Verlässlichkeit
und Sicherheit. Sie erleben jedoch auch Traurigkeit
und Enttäuschung. Wir nehmen uns Zeit und beglei-
ten die Kinder, um ihnen bei ihren vielfältigen Erfah-
rungen zur Seite zu stehen. Sie sollen Zutrauen im
Umgang mit sich selbst aufbauen.
Dabei brauchen Kinder Hoffnung. Die Geschich-
ten der Bibel erzählen von der Hoffnung der Men-
schen und sie erzählen von dem bedingungslosen
Angenommensein des Menschen durch Gott. Diese
Botschaft, die wir Kindern mit auf den Weg geben
möchten, ist nicht katholisch oder evangelisch, son-
dern christlich.
Wir möchten Kinder bei der Suche nach Antworten
zu Fragen des Lebens und des Glaubens begleiten.
3.3.7. Mathematische Bildung
Unsere Welt steckt voller Mathematik. Nicht nur die
Welt von uns Erwachsenen, sondern auch die der
Kinder. Im Zählen und im Dinge nach Größe ordnen
drückt sich u.a. Mathematik aus. Genau diese „All-
täglichkeit der Mathematik“ für die Kinder bewusst
erlebbar zu machen, darin besteht unsere Aufgabe.
Dabei geht es nicht darum, nur richtige Lösungen
zuzulassen oder gar Regeln einzuüben. Das sind
15
Ziele der Schule. Es geht vielmehr darum, Spaß am
Zählen, am Entdecken von Mustern oder am Ver -
gleich von Gewichten zu entwickeln.
Die Kinder lernen Mathematik in für sie interessan-
ten und bedeutsamen Zusammenhängen kennen.
In alltäglichen Situationen begegnen sie allen Berei-
chen der Mathematik:
- Wie viele Kinder sind heute in der Gruppe?
(Idee der Zahl)
- Wo liegt der Kreis und wo das Dreieck?
(Idee der Form)
- Muster erfinden mit verschiedenen Legematerialien
(Idee der Gesetzmäßigkeit und Muster)
- Wir zerteilen einen Apfel
(Idee von Teilen und Ganzem)
- Entdeckungen mit einem Spiegel
(Idee der Symmetrie)
Dies sind nur einige wenige Beispiele, in denen die
Kinder erste mathematische Erfahrungen sammeln
können. Das Wichtigste aber ist, den Kindern einen
positiven Zugang zur Mathematik zu ermöglichen.
3.3.8. Naturwissenschaftlich-
technische Bildung
Kinder sind Forscher und Entdecker. Sie probieren
sich und die Dinge aus, um sich alltägliche Dinge zu
erklären. In unserer Einrichtung unterstützen wir die
Kinder in ihrer Neugier und ihrem Forscherdrang. Oft
sind es bereits einfache Naturphänomene, die eine
große Faszination auslösen. Dies kann beispielswei-
se eine Hand voll schmelzendem Schnee sein.
Die Kinder vermitteln sich die gemachten Erfahrun-
gen und Erkenntnisse untereinander, so dass ein
reger Wissensaustausch stattfindet. Dabei geht es
nicht um das Ansammeln von wissenschaftlichen
Fakten, sondern darum, selbständig zu forschen,
Erfahrungen zu machen und sich kreativ und aktiv
mit Problemen und Fragestellungen auseinander -
zusetzen. Das „Experimentieren“ gehört daher seit
einigen Jahren als gruppenübergreifendes Angebot
zum festen Bestandteil unserer pädagogischen Ar -
beit. Hier werden von den Kindern Versuche zu den
verschiedene Bereichen (Luft, Elektrizität, Magnetis-
mus, Farben, Wasser) durchgeführt. Auch außerhalb
dieses Angebotes fordern wir den Forscherdrang
der Kinder heraus. Dies kann z.B. beim Spiel mit
verschiedenen Konstruktions- und Baumaterialien
geschehen. Wer baut den stabilsten Turm?
Kurzum: die Kinder werden in ihrer Kompetenz
gestärkt, sich neugierig auf Fragen und Probleme
einzulassen, sowie die dafür zur Verfügung stehen-
den Möglichkeiten zu nutzen.
3.3.9. Ökologische Bildung
Wir sind als Menschen neben den Tieren und Pflan-
zen Bewohner und Teil dieser Erde. Wir tragen die
Verantwortung für sie. Daher ist es uns wichtig, dass
Kinder in einen bewussten, verantwortungsvollen
und achtsamen Umgang mit der Natur hineinwach-
sen.
Kinder sind geborene „Naturbeschützer“ . Sie bewun-
dern und lieben die Natur und alles, was sie lieben,
wollen sie auch beschützen. Darin unterstützen und
stärken wir sie. Sie sollen ihre ökologischen Lebens-
räume erobern und ihre Umwelt spielerisch mit allen
Sinnen erschließen. Wir stehen ihnen als behutsam
begleitende Ansprechpersonen und Vorbilder zur
Seite, geben ihnen Hilfe bei der Beschreibung von
natürlichen Vorgängen und bei der Erklärung von
Gefahren in der Natur. Aus sich selbst heraus lernen
sie Zusammenhänge herzustellen, Übertragungen
abzuleiten und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen.
Dies unterstützen wir durch die Bereitstellung viel-
fältiger Medien und Materialien, damit die Kinder
16
experimentell arbeiten können. Beispielsweise
trennen wir gemeinsam Müll, pflanzen Samen und
beobachten ihr Wachstum und machen sie für die
Veränderungen der Natur empfänglich, so dass sie
durch die vielfältigen Natur- und Umwelterfahrungen
ihren sorgsamen Umgang mit der Natur erhalten.
3.3.10. Medien
In der heutigen Zeit ist unser Alltag zunehmend
durch den Umgang mit bzw. den Einsatz von Medien
geprägt. Fernseher, Computer, Kassettenrekorder,
Bücher und Spiele gehören zu unserem Leben.
Unser pädagogischer Auftrag ist daher, die von Kin-
dern gemachten Medienerfahrungen aufzugreifen,
mit den Kindern zu reflektieren und ihnen Raum und
Möglichkeiten zur Verarbeitung zu geben.
So suchen wir oft mit den Kindern in unserer Bi-
bliothek nach Antworten auf ihre Fragen, erobern
interessante Sachverhalte oder unterhalten uns
gemeinsam über ihre Lieblingsserien. Dies stärkt ihre
Medienkompetenz, welche die Kinder benötigen,
um ein (kritisches) Medienverständnis aufbauen
zu können und um zu lernen Medien, sinnvoll
und produktiv einsetzen zu können.
Wir wollen sie für ein souveränes Leben mit Medien
stark machen.
17
Voraussetzung für die Erreichung unserer pädago -
gischen Zielsetzung ist eine vertrauensvolle, gebor-
gene und liebevolle Umgebung, in der die Kinder
sich wohl und angenommen fühlen können. Die
Gestaltung der Situationen und Beziehungen im All-
tag unserer Kindertageseinrichtung ist für uns daher
genauso wichtig wie die Durchführung pädagogi-
scher Angebote und Aktivitäten zu den Bildungs-
bereichen. Wir begegnen den Kindern mit Achtung
und Respekt und verstehen uns als BegleiterIn,
Vertrauensperson und SpielpartnerIn des Kindes.
Im Alltag haben die Kinder die Möglichkeit, vielfäl-
tige Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, aus
denen sie Schlussfolgerungen ziehen. Spielerisch
erarbeiten wir in verschiedenen Angeboten die Bil-
dungsbereiche.
Dabei teilen wir den Tag nicht in pädagogisch wich-
tige und unwichtige Abschnitte ein, da Begegnung
und Kommunikation, Lernen und Erfahrungen
machen in allen Phasen des Tages in unserer Einrich-
tung stattfinden. So bietet der ganze Tagesablauf
den Kindern viele Möglichkeiten zum selbständigen
Handeln, welches zur Selbstbildung beiträgt.
Diese Lernerfahrungen haben eine nachhaltige Wir -
kung auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
4.1. Ankommen – Erleben
– Verabschieden
Am Morgen werden die Kinder von 7.15 Uhr bis
9.00 Uhr in das Janusz-Korczak-Haus gebracht. Wir
begrüßen jedes Kind und signalisieren ihm: hier bist
du willkommen, wir nehmen dich wahr, so wie du
bist und begleiten dich in diesen Tag.
Natürlich ist ein späteres Bringen in bestimmten
Situationen verständlich, es sollte aber auf das Ein-
halten dieser Zeit geachtet werden, um den Kindern
einen gemeinsamen Start zu ermöglichen. Es ist für
einige Kinder schwer ins Spiel zu finden, wenn sich
die übrigen Kinder bereits ihre Spielbereiche und
Gestaltung der alltäglichen
Situationen und Beziehungen4
Spielpartner gesucht haben und sich feste Spiel-
gruppen gebildet haben. In der Vormittagszeit ha-
ben die Kinder verschiedene Möglichkeiten, ihren
Tag selbständig mitzugestalten. Sie können sich zwi-
schen dem Freispiel, Angeboten zum Projektthema
innerhalb der Gruppe und gruppenübergreifenden
Angeboten zu verschiedenen Bildungsbereichen
entscheiden.
Der erlebnisreiche Vormittag endet für die Kinder ei-
ner Gruppe mit dem gemeinsamen Sing- und Spiel-
kreis. Anschließend beginnt für einige Kinder die
Abholphase auf dem Außengelände. Das Abholen
der Kinder ist von 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr möglich
(12.30 Uhr – 13.00 Uhr für berufstätige Eltern). Wird
ein Kind abgeholt, ob vormittags oder nachmittags,
ist es uns wichtig, dass wir uns von jedem Kind per -
sönlich verabschieden. Für die verbleibenden Kinder
beginnt das Mittagessen mit einer anschließenden
Ruhe-/ Schlafphase (13.30 Uhr – 14.00 Uhr).
Die Kinderbetreuung am Nachmittag findet täglich
von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt. Unsere Tore stehen
sowohl für die Kinder der Einrichtung als auch für
ihre Geschwister und Freunde nach Absprache offen.
Hier starten nun tolle Aktivitäten und Projekte. Wir
bieten verschiedene Workshops an, d.h. über mehre-
re Wochen können die Kinder nachmittags z.B. zum
Kochen und Backen, Turnen, Englisch oder zum Mär-
chenprojekt wieder in die Einrichtung kommen.
Für die Kinder, die im folgenden Jahr zur Schule ge -
hen, unsere sogenannten „Maxis“ , findet vierzehntä-
gig montags nachmittags ein Programm (siehe ei-
genen Flyer) statt, indem wir die Kinder intensiv auf
die Grundschule vorbereiten. Um diese Übergänge
leichter für die Kinder zu gestalten, kooperieren wir
eng mit den Grundschulen. Wir tauschen uns über
unsere Arbeit aus und nehmen gemeinsam an Fort -
bildungen teil.
18
4.2. Spiele im Stuhlkreis
Der Stuhlkreis oder Sitzkreis (auf einem Teppich)
findet in den Gruppen jeden Vormittag statt. Für
die Kinder ist es schon zu einem Ritual geworden,
nach dem Aufräumen einen Stuhlkreis zu stellen. Sie
freuen sich auf die gemeinsame Runde, die 15 bis 30
Minuten dauern kann und bei deren Gestaltung die
Kinder aktiv beteiligt sind.
So werden Lieder gesungen, Kreisspiele gemacht,
Geschichten erzählt, über eigene Erlebnisse berich-
tet oder auch über Gruppenregeln und besondere
Vorkommnisse in der Gruppe gesprochen. Die Kin-
der kennen viele Lieder und Spiele schon gut und
finden Sicherheit und Geborgenheit in dieser Runde.
Sie lernen vor einer Gruppe laut und deutlich zu
sprechen und zu erzählen, was sie bewegt. Hier ge -
winnen Kinder Selbstbewusstsein; sie lernen aber
auch zuzuhören, Andere ausreden zu lassen und sich
für die Geschichten der Anderen zu interessieren.
Der Stuhlkreis ist der Ort, an dem Geburtstage der
Kinder gefeiert werden. An diesem ganz besonderen
Tag steht das Kind im Mittelpunkt, darf sich Spiele
und Lieder aussuchen und bringt für alle Kinder
eine kleine Überraschung, wie zum Beispiel einen
Geburtstagskuchen, Quarkspeise oder Obstspieße,
mit. Insgesamt wird das Gruppengefühl der Kinder
in einer solchen Runde gestärkt.
4.3. Projektarbeit
Der Begriff „Projekt“ oder „Projektarbeit“ begegnet
uns in der Arbeit mit Kindern immer wieder. Kin-
der und Erwachsene beschäftigen sich über einen
längeren Zeitraum mit einem Thema, erschließen
es aus verschiedenen Perspektiven und lernen mit-
einander.
Die Durchführung eines Projektes schließt das Ein-
gehen auf aktuelle Ereignisse wie die veränderte
Lebenssituation eines Kindes, z.B. die Geburt eines
Geschwisterkindes oder einen Umzug der Familie,
nicht aus. Projekte finden nicht nach einem festge -
legten Zeitplan statt. Sie entwickeln sich, manchmal
über Wochen oder Monate und können unterbro -
chen oder auch abgebrochen werden.
Voraussetzung für eine gute Projektarbeit ist die
Beobachtungsfähigkeit und Flexibilität der pädago -
gischen Fachkräfte. Nur wenn diese das Gruppen-
geschehen, aber auch einzelne Kinder gut im Blick
haben und ihre Interessen und Bedürfnisse wahr -
nehmen, können sie Projekte planen, mit den Kin-
dern erarbeiten und durchführen.
Im Rahmen von Projekten werden auch Ausflüge,
Bastelnachmittage oder andere kleine Veranstaltun-
gen angeboten, bei denen die Mitarbeit der Eltern
besonders hilfreich ist. Wenn z.B. beim Thema „Tiere“
eine Mutter in den Kindergarten kommt und den
Hund der Familie vorstellt, ist das für alle Kinder ein
nachhaltiges Erlebnis.
4.4. Mahlzeiten
Mahlzeiten in der Kindertageseinrichtung sind mehr
als Nahrungsaufnahme. Sie sind ein Gemeinschafts-
erlebnis und bieten Gelegenheit für Gespräche und
Begegnung von Kindern und Erwachsenen.
Jeden Morgen können die Kinder ab 7.15 Uhr früh-
stücken. Sie bringen ein Brot mit Wurst oder Käse
mit und bekommen im Kindergarten Milch, Mineral-
wasser oder Tee.
19
Wir haben in unserer Einrichtung die Aktion „Obst -
korb“ . Alle Eltern der Gruppe füllen einen Korb mit
Obst und Gemüse und die pädagogischen Fachkräfte
schälen und schneiden dieses als zusätzliches Ange-
bot im Rahmen des gleitenden Frühstücks.
In den Gruppen gibt es an manchen Tagen ein
gemeinsames Frühstück, das gemeinsam mit den
Kindern in der Gruppe durch Brot- oder Brötchen-
backen vorbereitet wird. Es ist für die Gruppe immer
ein Höhepunkt, die Kinder unterhalten sich ange -
regt.
Jeden Donnerstagvormittag gibt es in unserer Ein-
gangshalle ein Müslicafe, das von Eltern vorbereitet
wird. Kinder aus allen drei Gruppen können nach
Herzenslust Müsli, Obst und andere Leckereien ver -
speisen.
Um 13.00 Uhr essen die Kinder in ihrem Gruppen-
raum zu Mittag, wobei sie von zwei pädagogischen
Fachkräften begleitet werden. Hier ist es uns wichtig,
mit den Kindern vor dem gemeinsamen Essen zu be-
ten oder eine kurze christliche Geschichte vorzule -
sen. Es ist schön, wenn man diese Form der Gemein-
schaft mit einem Gespräch über Jesus verbindet,
das sammelt die Kinder und führt oft zu angeregten
Unterhaltungen.
Das Mittagessen wird in Wärmebehältern aus einer
nahe gelegenen Küche angeliefert. Hier haben wir
die Möglichkeit, die Gerichte selber zusammen zu
stellen, wobei uns die gesunde Ernährung der Kinder
auch hier sehr am Herzen liegt. Nach dem Essen ge -
hen wir gemeinsam mit allen Kindern Zähneputzen.
Gegen 15.00 Uhr kommen alle Kinder zusammen
und stärken sich für den Nachmittag mit einem
kleinen Nachmittagssnack wie zum Beispiel einem
Quark oder frischem Obst.
4.5. Rituale und Regeln
Kinder brauchen und lieben Rituale, die Orientie -
rung geben und den Tag, die Woche oder das Jahr
strukturieren. Zu den täglichen Ritualen gehören für
uns die Begrüßung, der Morgenkreis und die Ruhe -
phase in der Mittagszeit. Höhepunkte im Jahreslauf
sind die Geburtstagsfeiern der Kinder sowie kirchli-
che Feste wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten.
Durch ein wiederkehrendes Fest und die Art dieses
zu feiern wird bei den Kindern Vorfreude geweckt,
gemeinsames Tun und Gruppengefühl gefördert.
Rituale müssen für alle Beteiligten einen Sinn haben
und dürfen nicht erzwungen werden, da sie sonst
ihre positive Wirkung und ihren Zweck verlieren.
Kindern mit Achtung und Respekt zu begegnen
bedeutet für uns, sie an der Gestaltung der Rituale
zu beteiligen und ihre Wünsche zu berücksichtigen.
Rituale sollten also regelmäßig überdacht werden,
damit sie keinen Zwang darstellen. So kann ein
Morgenkreis, wenn die Kinder in ihre Spielprozesse
vertieft sind, sicher auch mal am Mittag stattfinden.
Oder ein Fest in einer anderen Weise gefeiert wer -
den.
Das Zusammenleben in einer Gruppe braucht die
Entwicklung, Festlegung und Einhaltung gemein-
samer Regeln. Regeln dienen nicht der Machtaus-
spielung Erwachsener oder der Disziplinierung der
Kinder, sondern der sozialen Gerechtigkeit.
Damit Regeln Sinn haben und Sicherheit und Ori-
entierung geben, kommunizieren wir die Regeln
mit den Kindern. Viele Regeln entwickeln und ver -
ändern sich und werden immer wieder gemeinsam
mit den Kindern erarbeitet. So kann z.B. die Anzahl
der Kinder, die in einem bestimmten Raum spielen,
festgelegt werden oder die Zeit, nach der die Spiel-
gruppe wechselt. Bei einem Regelverstoß zeigen wir
die Konsequenzen für die Kinder auf und stellen sie
in einen nachvollziehbaren Zusammenhang.
20
Die Arbeit in der U3-Gruppe unseres Familienzent -
rums wird von Anfang an in sehr enger Zusammen-
arbeit mit den Familien der in der Regel zehn zu be -
treuenden Kindern gestaltet. Vor allem der Verlauf
der Eingewöhnungsphase, der an das Berliner Ein-
gewöhnungsmodell angelehnt ist, wird gemeinsam
mit den Eltern erarbeitet und durchgeführt.
In der gesamten frühpädagogischen Arbeit legen
wir großen Wert auf diese Erziehungspartnerschaft.
Auf deren Basis wollen wir dem Kind das Gefühl der
Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Dies führt
zum Aufbau einer verlässlichen Bindung (zwischen
Kind und ErzieherIn), die das Wohlbefinden des Kin-
des ermöglicht. Diese daraus entstehenden positi-
ven Gefühle sind die Voraussetzung für die frühkind-
lichen Entwicklungs- und Lernprozesse, bei denen
in dieser Altersgruppe die Sinneswahrnehmung im
Fokus steht. Denn die Sinne sind das Fenster zur
Welt. Das Kind lernt über seine motorische Hand-
lung und die sinnliche Aufnahme von Informationen
aus der Umwelt.
Dazu braucht das Kind eine vorbereitete Umge -
bung, die sich flexibel seinen individuellen Bedürf-
nissen anpasst. Hierbei ist es uns wichtig, dem Kind
ein Spektrum von Anreizen und Möglichkeiten zu
bieten, sich, seinen Körper und seine Umwelt ganz-
heitlich zu erkunden und zu erfahren. Wir wollen
das Kind mit viel Sensibilität und Professionalität in
seinem Tun als einfühlsame PartnerInnen und Anlei-
terInnen begleiten.
Aus diesem Grund passen wir den Tagesablauf der
Kinder nicht an den Rhythmus der Einrichtung
an, sondern orientieren uns an den elementaren
Bedürfnissen der Kinder selbst. Erfahrungsgemäß
hat es sich als sinnvoll herausgestellt, um 9.00 Uhr
gemeinsam zu frühstücken.
Danach beginnt eine Phase, in der wir ein vielfältiges
Angebot an Spielmaterialien, Bewegungsmöglich-
keiten, Impulsen und Aktivitäten anbieten. Dabei
achten wir darauf, alle Bildungsbereiche anzuspre -
chen und altersorientiert umzusetzen.
Nach dieser Phase folgt um ca. 11.00 Uhr – 11.30 Uhr
das Mittagessen. Kinder bis zu zwei Jahren können
das von den Eltern mitgebrachte Mittagessen ver -
zehren. Ab zwei Jahren essen alle Kinder das von der
Einrichtung bestellte Mittagessen. So fällt die Zeit
für die individuelle Essenszubereitung weg und die
Kinder und wir haben mehr Zeit und Ruhe für das
gemeinschaftliche Essen. Mit vielen Kindern gehen
wir bereits Zähne putzen, um sie mit Freude an das
tägliche Ritual zu gewöhnen.
Anschließend folgt die Schlafenszeit, in der wir die
Kinder beim Einschlafen liebevoll begleiten.
Nach dem Aufstehen gibt es für die Kinder einen
Nachmittagssnack, mit anschließend beginnender
Abholphase. Die Nachmittagsbetreuung gestalten
wir situationsorientiert und individuell nach den
Kindern.
Gestaltung
der Tagesstruktur
in der U3-Gruppe5
21
Ohne Eltern geht es nicht. Die Zusammenarbeit mit
Eltern hat in unserer Einrichtung einen hohen Stel-
lenwert. Eltern sind unsere direkten Ansprechpart -
ner, wenn es darum geht, optimale Entwicklungs-
bedingungen für ihr Kind zu schaffen.
Die pädagogischen Fachkräfte bieten jederzeit
Elterngespräche an. Eltern sind Experten für ihr
Kind. Durch das Gespräch mit den Eltern kann sich
das kindliche Verhalten für uns verdeutlichen und
umgekehrt ermöglicht es auch den Eltern einen an-
deren Blick auf ihr Kind. Der jeweilige Entwicklungs-
stand des Kindes hebt sich für beide Seiten klarer ab,
als dies sonst im Alltag wahrgenommen wird.
Elternabende oder -nachmittage bieten die Mög-
lichkeit, Informationen auszutauschen und über
Erfahrungen und Einschätzungen zu berichten.
Die Eltern können die Kindertageseinrichtung und
unsere Arbeit gerne bei Hospitationen kennenler -
nen.
Zudem veranstalten wir Bastelnachmittage, Vater-
Kind-Aktionen, Feiern zu den entsprechenden Fes-
ten im Jahresablauf, Flohmärkte, Gruppenfeste und
verschiedene Themenelternabende.
An „Gartentagen“ oder „Fensterputzaktionen“ laden
wir alle Eltern herzlich dazu ein, unsere Arbeit zu un-
terstützen. Hier benötigen wir keine externen Kräf-
te und können das eingesparte Geld den Kindern
zugutekommen lassen. Wir haben die Erfahrung
gemacht, dass diese gemeinsamen Aktionen den
Eltern und vor allem den Kindern sehr viel Spaß
machen. Aus diesen Elternaktionen entwickeln sich
immer wieder neue Ideen, so dass eine lebhafte
Elternarbeit entstanden ist. Es sind zum Beispiel
Gerätehäuschen gebaut, Weidentipis gepflanzt und
alljährlich große Silvesterfeiern veranstaltet worden.
Dabei bringen sich auch gerne ehemalige Eltern und
die Nachbarschaft mit ein.
Gemeinsam machen wir uns auf den Weg.
Einmal im Jahr findet die Elternvollversammlung
statt, die den Elternrat wählt. Die gewählten Eltern-
vertreterInnen haben die Aufgabe, die Zusammen-
arbeit zwischen Träger, pädagogischem Personal
und Eltern zu fördern und die Interessen der Eltern
für die Einrichtung zu beleben. Der Elternrat hat ein
Informationsrecht und ist über alle wichtigen Belange
der Einrichtung informiert.
Mehrmals im Jahr trifft sich der Rat der Tagesein-
richtung. Dieser Rat wird gebildet aus den Eltern-
vertreterInnen, drei pädagogischen Fachkräften und
drei TrägervertreterInnen. In diesem Gremium wer -
den neben der beratenden und unterstützenden
Funktion z.B. die Kriterien zur Aufnahme der neuen
Kinder festgelegt.
Zusammenarbeit
mit Eltern6
22
Das Janusz-Korczak-Haus
als Familienzentrum
– mitten im Leben7
Seit Bestehen unserer Einrichtung haben wir in
Kooperation mit der Ev. Familienbildungsstätte
(FABI) als „Stadtteilhaus“ gearbeitet. Im Sommer
2007 haben wir aufgrund unserer familienfreund-
lichen Angebote und Dienste das Gütesiegel „Fami-
lienzentrum NRW“ verliehen bekommen.
Im Familienzentrum sind die „vier B“ von wichtiger
Bedeutung, die für Bildung, Begegnung, Betreuung
und Beratung stehen. In den Jahren unserer Arbeit
wird immer wieder deutlich, dass das Zusammen-
spiel von genau diesen „vier B“ unser Familienzen-
trum ausmachen, wobei die Gewichtung bei jeder
Familie und jedem Einzelnen sehr unterschiedlich ist
und auch immer von der ganz persönlichen jewei-
ligen Lebenssituation abhängt.
An vielen Aktionen, die teilweise parallel zu den Öff-
nungszeiten der Kindertageseinrichtung, vor allem
aber auch außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden,
macht sich bemerkbar, dass wir nicht nur Kinderta-
geseinrichtung, sondern auch Familienzentrum sind.
In unserem Haus ist immer Leben und mit unseren
Angeboten wollen wir Kinder, Jugendliche und
Erwachsene in verschiedenen Lebenssituationen
ansprechen und einladen.
Für Tageseltern und ihre zu betreuenden Kinder
aus der Umgebung bieten wir jeden Mittwochvor -
mittag die Möglichkeit, unseren Bewegungs- und
Spielgruppenraum bei einem „Tageselterntreff“ zu
nutzen. Die Tageseltern können sich untereinander
austauschen und gelegentlich werden Fortbildun-
gen für sie angeboten.
Für Familien, Nachbarn und Interessierte bieten wir
jeden ersten Freitagnachmittag im Monat in unse -
rem Haus unser Nachbarschaftscafé an. Bei Kaffee
und Kuchen können sie einen gemütlichen Nachmit-
tag verbringen, sich kennenlernen, sich austauschen
und ihre Kinder gemeinsam in der Kinderbetreuung
spielen lassen.
Für Kinder und Jugendliche bieten wir drei Jugend-
gruppen an. Mittwochnachmittags kommt die
Jungschargruppe. Kinder im Alter von 8 bis 12 Jah-
ren finden Zeit und Raum, gemeinsam zu spielen,
kreativ zu sein und verschiedene Unternehmungen
zu starten. Jeden Freitagnachmittag findet die Kin-
dergruppe statt. Hier treffen sich Kinder im Alter von
6 bis 8 Jahren zu Spiel, Spaß und tollen Aktivitäten.
Für Jugendliche ab 13 Jahren wird freitagabends ein
Teenie-Treff veranstaltet. Hier besteht kein festes
Programm, sondern interessante Angebote werden
nach den Bedürfnissen der Gruppe individuell
gestaltet.
Alle Termine, das jeweilige Programm und ein Foto
unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter-
Innen finden Sie in unseren Flyern der Kinder- und
Jugendarbeit. Hier ist engagiertes Ehrenamt immer
gerne gesehen.
Für Grundschulkinder bieten wir in unserer Einrich-
tung die Bis-Mittag-Betreuung (BMB) an. Von mon-
tags bis freitags werden die Kinder um 11.30 Uhr von
unseren Honorarkräften an der Ida-Schule abgeholt
und bis 13.20 Uhr in unseren Räumen oder auf dem
nahegelegenen Spielplatz betreut. Die Kinder haben
die Möglichkeit zu spielen, kreativ zu sein oder auch
ihre Hausaufgaben zu erledigen.
In den Schulferien bieten wir eine Schulferienbe -
treuung an. Sowohl die BMB als auch die Schul-
ferienbetreuungen werden von uns in Kooperation
mit der Ida-Schule organisiert.
Eine enge Zusammenarbeit pflegen wir auch mit
den in unmittelbarer Nähe gelegenen Kindertages-
einrichtungen St. Ida und Loddengrund. Es werden
Anmeldungen abgeglichen und Termine abge -
stimmt.
Mit der kath. Pfarrgemeinde St. Ida und der ev. Frie -
denskirchengemeinde stehen wir in Kontakt, so dass
wir gemeinsam Gottesdienste und Kirchenbesuche
gestalten und Firmlinge und Konfirmanden zu
Hospitationen einladen.
23
Jeden Donnerstag in der Zeit von 14.10 Uhr bis 16.10
Uhr ist Frau Hesse von der Westfälischen Schule für
Musik in unserem Haus und bietet den Kurs „Musika-
lische Früherziehung“ an.
Eine weitere Kooperation mit dem Gesundheitsamt,
neben der „Jungzahnpflege“ , besteht, wenn die Kin-
der vor Beginn der Schule untersucht werden. Diese
Untersuchung zur Schulfähigkeit bieten wir in unse-
ren Räumen an. Das ist für die Kinder eine vertraute
Umgebung und für die Eltern entfallen lange Wege.
In Kooperation mit der Ev. Familienbildungsstätte
bieten wir viele Kurse und Angebote für die ganze
Familie an. Diese reichen von Malen für Kinder über
Tanzkurse für Paare bis hin zum Patengroßeltern-
Familien-Treffen. Für alle diese Angebote, die in
unserem Familienzentrum stattfinden, erstellen wir
halbjährlich einen Programmflyer.
Neben diesen Angeboten und Kursen findet jährlich
im Janusz-Korczak-Haus ein „Family“ Projekt statt.
Dieses Projekt unterstützt Familien an vier Nachmit-
tagen darin, sich und unsere Einrichtung kennen-
zulernen, sich auszutauschen und gemeinsam Zeit
zu erleben. Wir geben Raum für Eltern und Kinder,
gemeinsam zu spielen, bieten thematische Eltern-
runden mit Kinderbetreuung an und schließen den
Nachmittag mit einer gemeinsamen Mahlzeit ab.
Inzwischen bieten wir „Family“ auch für die neuen
Familien unserer Kindertageseinrichtung an, dieses
Programm heißt „Family – sich (aus)kennen macht’s“
und ist ähnlich aufgebaut wie unser bestehendes
Familienprogramm.
Für Eltern wird durch unseren Kooperationspartner,
dem Kinderschutzbund, der Kurs „Starke Eltern –
Starke Kinder“ angeboten. Dieser unterstützt die
Stärkung der Elternkompetenz und greift aktuelle
Erziehungsfragen auf.
Eine enge Kooperation besteht ebenfalls mit den Ev.
Bildungs- und Beratungsdiensten (EBD). Vierzehn-
tägig bietet ein Psychologe donnerstags in unserer
Einrichtung eine offene Sprechstunde an. Zudem
steht dieser dem Team der Kindertageseinrichtung
zur Teamberatung und -fortbildung zur Verfügung.
Ein Flyer mit weiteren Informationen und Angebo -
ten liegt in unserer Tageseinrichtung aus.
Haben Sie Fragen zu unseren Kooperationen, stehen
wir Ihnen selbstverständlich als Ansprechpartner zur
Verfügung.
Durch unser vielfältiges Angebot steckt unser Haus
voller Leben und bietet für jeden etwas. Sie können
es sogar mieten!
Sprechen Sie uns an, wir geben Ihnen gerne Informa-
tionen über unsere Einrichtung und unsere Arbeit.
24
JaKo
Was ist der CVJM?
Der CVJM ist als eine Vereinigung junger Männer
entstanden. Heute steht die Mitgliedschaft allen
offen. Frauen und Männer, Mädchen und Jungen aus
allen Völkern, Konfessionen und sozialen Schichten
bilden eine Gemeinschaft im CVJM. Die sogenannte
„Pariser Basis” ist die Grundlage der CVJM-Arbeit in
den verschiedensten Ländern dieser Erde.
So ist der CVJM eine weltweite Gemeinschaft von
und für junge Menschen. Der Glaube an Jesus
Christus wird hier auf vielfältige Weise erfahren
und gelebt. Dieses Selbstverständnis bestimmt
Leben und Arbeit mit jungen Menschen auch in den
verschiedenen Arbeitszweigen in unserem CVJM in
Münster.
Anne-Jakobi-Haus – das Familienzentrum in Roxel
Familienhäuser für Flüchtlinge in Hiltrup
Jugendarbeit in Everswinkel
Schulsozialarbeit in der Fürstin-von-Gallitzin-Schule
Stadtteilhaus Johannes-Busch-Haus
Gestaltung: www.margo.eu
Janusz-Korczak-Haus
Zwi-Schulmann-Weg 25
48167 Münster
www.cvjmmuenster.de
Fundraising
Kindertagesstätten werden in NRW nicht zu 100%
durch Land, Kommune und Elternbeiträge finan-
ziert. Das heißt, dass für das Janusz-Korczak-Haus
jährlich eine Deckungslücke von ca. 18.000,- Euro
geschlossen werden muss.
Ein Arbeitskreis in unserem CVJM beschäftigt sich
darum mit dem Thema ‚Fundraising‘ .
Fundraising – so kann man im Lexikon lesen – sind
alle Aktivitäten der Mittelbeschaffung für Non-
Profit-Organisationen.
Dazu gehören im Janusz-Korczak-Haus die folgen-
den Aktionen:
- „Ein Tag im JaKo“ – Einzel-Spender erhalten eine
Urkunde für den Betrag, mit dem sie den Eigenan-
teil für einen Öffnungstag im JaKo finanzieren
- „JaKo-Card“ – die Mitgliedskarte für Eltern von
Kindertagesstättenkindern und Jugendlichen, die
unsere Angebote nutzen – der Beitrag beläuft sich
auf 8,33 Euro im Monat
- Sponsoren-Fahrrad-Aktion beim Sommerfest –
viele Menschen geben einen bestimmten Betrag
pro geradeltem Kilometer
- „Diese Einrichtung wird unterstützt von…“ –
Firmen, die 300 Euro pro Jahr geben, werden auf
einer besonderen Wand im Eingangsbereich ge -
nannt. Aber auch Elternaktionen, Flohmärkte,
Kuchenverkauf und vieles mehr helfen, damit am
Ende eines Jahres der Haushalt für die Einrichtung
gedeckt ist.
Danke allen, die dazu mit ihrem Geld beitragen.
3_Konzeptunterlagen DRK für Kita Yorkkaserne
32759 Zeichen
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Zumsandestraße 25/27
48145 Münster
www.DRK-muenster.de
Mai 2013
Pädagogische Konzeption
zur Bewerbung als Träger der
Kindertageseinrichtung York-Kaserne,
Gremmendorf
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 2
Die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen in NRW erfolgt auf der Grundlage des
Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (KiBiz). Die dort genannten
Anforderungen bilden die rechtliche Basis für die Arbeit in den Kindertagesei nrichtungen des
Deutschen Roten Kreuzes. Neben den gesetzlichen Bemühungen bilden die Grundsätze des
Roten Kreuzes eine Leitlinie in unserer pädagogischen Arbeit. Die Auseinandersetzung mit
diesen Grundsätzen wirkt sich zum einen auf die Persönlichkeit, d as Selbstverständnis und das
Verhalten der Erzieherin / des Erziehers aus, zum anderen ergeben sich Konsequenzen für die
inhaltliche Arbeit.
Unsere pädagogische Arbeit ist auf die ganzheitliche Entwicklung des Kindes angelegt, um ihre
Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen, das Sprach- und Sachvermögen sowie ihre Kreativität
zu fördern. Dabei werden die individuellen Kompetenzen jedes Kindes berücksichtigt werden.
Zum Erlangen dieser Kompetenzen bieten wir umfassende Entwicklungsmöglichkeiten auch im
weiteren Umfeld der Familie an. Für unter dreijährige Kinder stellt die Kindertageseinrichtung oft
der Ort für erste Erfahrungen außerhalb des Elternhauses dar.
Erziehung, Bildung und Betreuung gehören zum familienergänzenden und
familienunterstützenden An gebot einer jeden DRK -Kindertageseinrichtung. Die DRK-
Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft des DRK -Kreisverbandes Münster e.V. kooperieren
mit allen Institutionen und Personen, die bei der Erfüllung der Ziele und Aufgaben hilfreich s ind.
Die Öffnung der Einrichtung zum Gemeinwesen spiegelt die Einstellung wider, dass sich die
Lebenswelten der Kinder und ihrer Familien in allen ihren Facetten in der Einrichtung
wiederfinden sollen.
Leitbild und Konzeption
der DRK-Kindertageseinrichtungen
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 3
Die Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes in der pädagogischen Arbeit
Menschlichkeit Der Grundsatz der Menschlichkeit hat für die pädagogische Arbeit und ihre
Umsetzung die größte Bedeutung. Kinder sind von Beginn an unverwechselbare individuelle
und soziale Persönlichkeiten. Sie haben alle Kompetenzen, die sie brauchen, um die nächsten
ihnen wichtigen Entwicklungsschritte zu initiieren. Auf ihrem Entwicklungsweg brauchen sie
immer wieder Hilfestellungen. Das Maß der Hilfe können sie jedoch selbst artikulieren. Alle
Kinder sind neugierig und wollen die Welt, die sie umgib t, erfahren und begreifen. Dabei legen
sie selbst fest, was ihre Neugierde, ihr Interesse weckt. Unsere Aufgabe ist es, ihnen dafür
Raum und Sicherheit zu geben, ihnen Erfahrungsräume zu öffnen und sie in ihrer Entwicklung
begleitend und ermutigend zu unt erstützen. Akzeptanz und Wertschätzung prägen dabei die
pädagogische Grundhaltung. Die Kindertageseinrichtung bietet den Ort, Achtung und
Verständnis für andere zu entwickeln und freundschaftliche Beziehungen aufzubauen.
Unparteilichkeit Die Vielfalt der Lebensentwürfe von Familien, die geprägt sind von kulturellen
Einflüssen, aber auch durch ihre sozialen Bedingungen, bieten große Chancen für die
pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Hier treffen viele Kinder zusammen, die
aufgrund ihrer körpe rlichen und geistigen Verfassung, aber auch durch unterschiedliche
Familienkulturen individuelle Bedingungen mitbringen. Es gehört zur Aufgabe des Teams,
dieses Zusammenleben als wechselseitiges Lernen aller Beteiligten aktiv zu unterstützen.
Neutralität Die Vielfalt der Lebensbedingungen und der Wertevorstellungen, an denen sich
Familien orientieren, werden durch die Mitarbeiterinnen in unseren Einrichtungen beobachtend
und bewertungsfrei wahrgenommen. Die Einnahme einer neutralen Position macht es mögli ch,
Vertrauen zu bilden, Vermittlungsversuche zu initiieren und Konfliktlösungen zu erarbeiten.
Diese neutrale Haltung bildet die Grundlage dafür, dass alle Kinder und Erwachsenen, die
unsere Einrichtung besuchen oder in ihr arbeiten, das Gefühl entwickeln können, ernst
genommen zu werden.
Unabhängigkeit Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen
bewahren wir uns das Maß an Eigenständigkeit, das uns gestattet, jeweils nach den
Grundsätzen des Roten Kreuzes Erziehungs - und Bildungsarbeit zu gewährleisten. Eigene
Aufnahmekriterien und ein selbst entwickeltes Konzept dokumentieren dies.
Freiwilligkeit Wir ermöglichen den Kindern Partizipation: das heißt, Kinder werden
entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Fragen u nd Entscheidungen
beteiligt.
Einheit Unser Team besteht aus vielen pädagogischen Mitarbeitern, die ihre eigene
Persönlichkeit und Individualität einbringen. Diese Vielseitigkeit wird in gemeinsame Ziele
gefasst. Das von uns erstellte Konzept dient als Grundlage für unser einheitliches
pädagogisches Handeln. Zwischen Eltern und Erzieherinnen besteht eine
Erziehungspartnerschaft, bei der sie sich gegenseitig als Erziehungsexperten akzeptieren und
in der die jeweiligen Unterschiede ihre Wertschätzung finden.
Universalität Wir sind durch unsere Konzeption ideell und aktiv in die universelle Gemeinschaft
des DRK eingebunden. Lebensbedingungen anderer Menschen werden den Kindern in
geeigneter Form nahe gebracht und sie werden zu Offenheit, Akzeptanz und Hil fsbereitschaft
motiviert.
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 4
Der situationsorientierte Ansatz
Unter den derzeit praktizierten methodischen Richtungen in der Pädagogik der
Kindertageseinrichtungen biete n sich zur Verwirklichung unserer Grundwerte und der
formulierten pädagogischen Ziele die Grundaussagen des situationsorientierten Ansatzes an.
Den pädagogischen Fachkräften der Einrichtung fällt in diesem Zusammenhang die Aufgabe
zu, ausgehend von ihren Beobachtungen und Schlussfolgerungen, das, was die Kinder an
Fragen, Problemen und Inf ormationen einbringen, aufzugreifen und die darin enthaltenen
Lernmöglichkeiten und Erfahrungsräume zu erschließen. Die Ziel - und Inhaltsfindung dieser
sozialpädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen erfolgt aus der Alltagspraxis und ist
lebensnahes Lernen in und aus alltäglichen Situationen. Der Grundsatz des
situationsorientierten Ansatzes lautet: „Lernen in Zusammenhängen“. Hierbei werden alle
Dimensionen des Wahrnehmens und Erlebens (kognitiv, sinnlich, körperlich, psychisch -
emotional, individuel l und sozial) und des Ausdrucks (sprachlich, motorisch, musisch und
kreativ) einbezogen. Kinder können sich freiwillig, selbst - und auch fremdmotiviert ohne
Leistungsdruck mitgestaltend einbringen. Dieses soll durch ein individuelles Betreuungskonzept
ermöglicht werden. Unser Betreuungskonzept basiert auf dem grundlegenden Erziehungs -,
Betreuungs- und Bildungsauftrag und ermöglicht eine modulare Erweiterung des Angebots.
Dazu zählen beispielsweise:
Modulare Angebote des DRK-Kreisverbandes Münster e.V.:
Das Betreuungsangebot der Kindertageseinrichtung York-Kaserne
In der heutigen Zeit müssen die Angebote in der Kinderbetreuung den Bedürfnissen der Eltern
angepasst werden, um junge Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu
unterstützen. Die Betreuungszeiten richten sich nach diesem Grundsatz und werden in
Kooperation mit den Eltern und den Mitarbeitern festgelegt.
Bei der Kindertageseinrichtung York-Kaserne in Gremmendorf wird es sich um ein DRK -
Familienzentrum für einen stark anwac hsenden und sich verändernden Stadtteil in Münster
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 5
handeln. Die Einbeziehung von sich verändernden Stadtteilstrukturen wird bei der Planung der
Einrichtung fortlaufend eine wesentliche Rolle spielen.
Die Kindertageseinrichtung York-Kaserne verfügt zu Beginn (voraussichtlich ab 1.9.2013)
insgesamt über 3 Gruppen mit 50 Plätzen für Kinder im Alter von 0 -6 Jahren. Zu einem
späteren Zeitpunkt bzw. nach ca. 2 Jahren ist eine Erweiterung der Einrichtung als
Neubau an diesem Standort oder in der näheren Umgebung in Gremmendorf um weitere
3 Gruppen mit Unterstützung der Stadt Münster geplant.
Zwei Gruppen haben jeweils 20 Plätze für 2 -6 jährige Kinder. In einer weiteren Gruppe werden
insgesamt 10 Kinder im Alter von 0-3 Jahren betreut.
Alle 50 Kita-Plätze verfügen über eine Betreuungszeit von 45 Stunden.
Tägliche Regel-Öffnungszeiten und flexible erweiterte Betreuungszeiten:
Die Kernbetreuungszeiten richten sich nach den Grundlagen des Kinderbildungsgesetz es und
liegen in der Zeit zwischen 07:15 bis 16:30 Uhr. Darüber hinaus wird eine tägliche Öffnung von
6:00 bis 19:00 Uhr angeboten, wenn der Elternbedarf besteht. Die Planung von möglichen
flexiblen und erweiterten Öffnungszeiten erfolgt unter Berücksichtigung der Bedarfe der Kinder,
Eltern und ortsansässiger Betriebe.
Jahresöffnungszeiten:
Mögliche Schließungszeiten in den Schulferienzeiten bzw. eine durchgängige jährliche
Öffnungszeit der Kindertageseinrichtung werden ebenfalls mit den jeweiligen Eltern über
Bedarfsabfragen ermittelt und abgestimmt werden.
Das DRK kann durch seine vielfältigen bereits bestehenden Angebotsstrukturen bei Bedarf den
Eltern weitere Betreuungsmöglichkeiten anbieten, beispielsweise durch die Vermittlung unserer
DRK Partner-Kindertageseinrichtung in Münster. Außerdem streben wir Partnerschaften mit den
Kindertageseinrichtungen in Gremmendorf an, wie wir es auch bereits mit unseren bestehenden
Kindertageseinrichtungen in den anderen Stadtteilen in Münster erfolgreich umsetzen.
Bei Bedarf werden die Öffnungszeiten der Kinderta geseinrichtung York -Kaserne flexibel
erweitert. Ein dadurch entstehender zusätzlicher Personalbedarf kann zeitnah be dient werden,
so dass die Vereinbarkeit von F amilie und Beruf unterstützt werden kann . Der Einsatz von
qualifiziertem Betreuungspersonal ist für uns von besonderer Bedeutung , um in der
pädagogischen Arbeit zum Wohle des Kindes, insbesondere des Kleinstkindes
Beziehungsaufbau, Betreuungsqualität und Bildungsansprüche sicherstellen zu können.
Eine gute Balance zwischen der von den Eltern gewünschten Flexibilität, dem Recht des Kindes
auf eine gesunde Entwicklung und der Kindertageseinrichtung, die
Betreuungs- und Bildungsansprüche garantiert, ist Grundvoraussetzung für eine gute Qualität
der pädagogischen Arbeit.
Pädagogische Ziele
Als wicht igste Basis in unserer pädagogischen Arbeit sehen wir eine vertrauensvolle und
liebevolle Beziehung zu jedem Kind.
Jedes Kind soll sich in seiner Einzigartigkeit angenommen fühlen und sich in unserer
Einrichtung wohl fühlen.
Als grundlegende Ziele sehen wir darüber hinaus:
Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 6
Förderung zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln
Vermittlung von Lebensfreude
Förderung des Sozialverhaltens, wie z.B. Rücksichtnahme
Förderung und Weiterentwicklung der kognitiven und kreativen Fähigkeiten
Förderung der motorischen Entwicklung
Förderung und Weiterentwicklung des Sprach- und Sprechverhaltens
Unsere formulierten Ziele finden sich in den vorgeschriebenen Bildungsbereichen wieder:
1. Bewegung
2. Spielen und Gestalten
3. Sprache und Sprachförderung
4. Musischer Bereich
5. Natur und Umwelt
6. Interkulturelle Erziehung
Bewegung
Wir möchten die Kinder in ihrer natürlichen Bewegungsfreude
stärken. Die Kinder bekommen täglich die Möglichkeit und den
Raum sich im Innen- und Außenbereich zu bewegen.
Im angeleiteten Turnangebot in der Turnhalle unserer Kita, können
die Kinder verschiedene Turngeräte ausprobieren und kennen
lernen.
Im Außenbereich haben die Kinder die Möglichkeit, verschiedene
Spielgeräte und Fahrzeuge zu nutzen.
Dadurch werden die Kinder in ihrer Körperwahrnehmung gefördert
und bekommen die Möglichkeit, ihren Körper besser zu spüren und
einzuschätzen.
Spielen und Gestalten
Durch eine offene Raumgestaltung und ein vielfältiges Angebot von
anregenden Spielmaterialien möchten wir das freie, kreative Spielen
fördern und unterstützen.
Besonders das freie Spiel bietet Raum für die Verwirklichung und
Entwicklung eigener Ideen und Kreativität der Kinder.
Beim angeleiteten Spielen wie zum Beispiel Stuhlk reisspiele und
Gesellschaftsspiele werden Regeln erlernt und Sozialkompetenzen
vermittelt.
Genauso wie beim freien Spiel wollen wir den Kindern beim
bildnerischen Gestalten durch vielseitige Materialien kreatives
Schaffen ermöglichen. Kinder malen, kritze ln und matschen nach
ihren eigenen individuellen Vorstellungen und Fertigkeiten.
Für uns steht nicht das Produkt im Vordergrund, sondern die Freude
kreativ tätig zu sein und sich auszudrücken. Vorgegebene
Schablonen werden von uns bewusst selten eingesetzt.
Sprache und Sprachförderung
Eine Sprache zu erlernen ist für jedes Kind eine wichtige
Herausforderung in seiner Persönlichkeitsentwicklung, denn
Sprache ist das wichtigste Werkzeug im Umgang mit anderen
1.2
1.1
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 7
Menschen. Mit Sprache äußern Kinder ihre Wüns che, sie stellen
Fragen, geben Antworten, sie treten in Kontakt mit anderen Kindern
und bauen Beziehungen auf. Sprache ermöglicht jedem einzelnen
Kind sich weiterzuentwickeln und seine sozialen Kompetenzen
auszubauen.
In der Kindertageseinrichtung York-Kaserne wollen wir die
Sprachentwicklung eines jeden Kindes positiv beeinflussen. Dies
passiert in jeder Alltagssituation und im täglichen Miteinander - bei
gemeinsamen Aktionen, beim Singen und Vorlesen, Erzählen von
Geschichten und Erlebnissen, im Dialog in der Klein -und
Gesamtgruppe. Besonders das vorbildhafte Sprechverhalten der
Erzieherin ist hier von großer Bedeutung.
Folgende Ziele stehen dabei im Vordergrund:
die Freude am Sprechen wecken
den Grundwortschatz zu erweitern
das Sprachverständnis der Kind er und die
Ausdrucksfähigkeit zu fördern
die Sprache als Kommunikationsmittel zu erleben
das grammatikalische Verständnis erweitern
Diese geschieht durch Bewegungs - und Rollenspiele, Kreisspiele
und Lieder, bei kreativen angeboten, Bild - und
Bilderbuchbetrachtungen, Tastspielen usw..
Musischer Bereich
Durch rhythmisches Sprechen, Spielen in Verbindung mit Musik und
Singen von Liedern im täglichen Stuhlkreis fördern wir die
Musikalität.
Die Freude an Geräuschen und Klängen fördern wir durch den
Einsatz von verschiedenen Musikinstrumenten.
Natur und Umwelt
Kinder entdecken täglich ihr unmittelbares Umfeld.
Wir unterstützen die Kinder in ihrer kindlichen Neugier, indem wir
ihnen Raum und Materialien zum Entdecken, Beobachten und
Experimentieren geben. Die Kinder werden so vertraut gemacht mit
naturwissenschaftlichen Phänomenen. Durch Ausflüge in den Wald,
in die Bücherei, zur Polizei, zur Bäckerei usw. erkunden die Kinder
ihre nähere und weitere Umgebung und werden so mit
verschiedenen Themen vertraut und erweitern ihr Sachwissen.
Interkulturelle Erziehung
Da unsere Einrichtung von Kindern unterschiedlicher Kulturen
besucht wird, deren Eltern aus unterschiedlichen Ländern kommen,
lernen wir häufig neue Sitten und Bräuche kennen. Wir versuchen
täglich diese verschiedenen Kulturen mit einzubeziehen und zu
berücksichtigen. Zudem lernen auch wir immer wieder gerne in
gemeinsamen Gesprächen etwas über die Muttersprache der
Kinder, ihre religiösen Feste und Esskulturen.
1.5
1.6
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 8
Integrative Erziehung
In der gemei nsamen Erziehung behinderter (von Behinderung
bedrohter) und nicht behinderter Kinder werden Kinder mit
Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen und/ oder sozialen
Auffälligkeiten betreut und unterstützt. Ein Ziel der integrativen
Arbeit im Kindergarten ist die Vermittlung von sozialen, emotionalen,
kognitiven und motorischen Fertigkeiten/ Fähigkeiten.
Die Kinder erleben im Kindergartenalltag wie sie sich gegenseitig
unterstützen und ergänzen können damit ein soziales miteinander
entsteht. Sie sind Spielpartner und geben sich wichtige Lernimpulse.
Ein wichtiges Anliegen in der integrativen Arbeit besteht darin, Kinder zu befähigen, mit
unterschiedlichen Fähigkeiten einander zu respektieren. Die Kinder nehmen
Entwicklungsauffälligkeiten, Behinderungen abe r auch Ressourcen wahr und lernen damit
umzugehen. In diesem Zusammenhang sollen alle Kinder ihre eigenen Stärken und Schwächen
und die der Anderen erfahren. Wir möchten die Vorurteilslosigkeit der Kinder nutzen, um
Toleranz und Akzeptanz zu fördern und zu stärken.
Die Integrationskinder erfahren in der Kindergartengruppe eine kontinuierliche konsequente
Spielbegleitung von der Integrationskraft und den Erzieherinnen.
Bei Aktivitäten wie z.B. Psychomotorik, Bilderbuchbetrachtungen in der Gruppe und anderen
Projekten entsteht ein gemeinsamer Prozess von behinderten und nicht behinderten Kindern.
Alle Kinder sollen gestärkt werden und wichtige Entwicklungsreize bekommen, damit sie ihr
Potenzial entfalten können.
Die pädagogische Arbeit mit schulpflichtigen Kindern
Die gesamte Kindergartenzeit ist auch Vorbereitung auf die
Schulzeit und führt die Kinder in ihrer Entwicklung zur
Schulfähigkeit. Die Fähigkeit zu sozialem Verhalten und zur
Selbstständigkeit wird ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert.
Diese Förderung findet individuell im Freispiel und in Kleingruppen
auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt statt.
Durch gezielte Beobachtungen wird die Entwicklung jedes Kindes
eingeschätzt und in Elterngesprächen besprochen.
Im letzten Kindergartenjahr w ird bei diesen Beobachtungen dann
besonders auf die Entwicklung der Fähigkeiten geachtet, die für die
Einschulung notwendige Voraussetzung sind, wie zum Beispiel
Konzentration, Aufgabenverständnis, Sprachverhalten,
Durchsetzungsvermögen, etc..
Durch ein ge meinsames Übernachtungsfest mit den Vorschulkindern und Erzieherinnen wird
der Ausklang der Kindergartenzeit deutlich.
Zusätzlich arbeiten wir eng mit den umliegenden Gru ndschule zusammen. Diese Aktivitäten
werden in regelmäßigen Abständen reflektiert und neu geplant.
3
2
3
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 9
Bildungsdokumentation und Portfolio
Zum Ende der Kindergartenzeit bekommen die Eltern für ihre Kinder eine
Bildungsdokumentation ausgehändigt. Inhalt dieser Dokumentation ist eine Zusammenfassung
der Entwicklung in den verschiedenen Bere ichen, wie kognitiver, motorischer, sozialer und
sprachlicher Bereich. In diesem Bericht geben wir Empfehlungen für die weitere Förderung, die
individuell für jedes Kind als sinnvoll gesehen wird. Durch die Miteinbeziehung des einzelnen
Kindes in sein eigenes Portfolio, können die Kinder ihre eigene Entwicklung verfolgen und ihre
Ich-Kompetenz damit stärken. Zum Ende der Kindergartenzeit bekommen die Kinder den
Ordner mit nach Hause.
Mahlzeiten
Frühstück
Jedes Kind bringt von zu Hause sein eigenes F rühstück mit. Hierbei wird auf ein gesundes und
ausgewogenes Frühstück wertgelegt. Getränke wie Wasser und Früchtetee stehen in den
Gruppen zur Verfügung.
Bis 10.00 Uhr können die Kinder das offene Frühstücksangebot wahrnehmen. So haben sie
täglich die Mög lichkeit zu entscheiden wann und mit welchen Freunden sie gemeinsam essen
möchten.
Mittagessen
Unsere Hauswirtschaftskraft bereitet täglich ein ausgewogenes
Mittagessen für die Tagesstättenkinder zu was zum größten Teil
frisch zubereitet wird. An einigen Tagen wird es durch vorbereitete
Tiefkühlkost ergänzt.
Die 3 Gruppen essen in der Zeit von 11.30 bis 13.00 Uhr Die Kinder
werden in den jeweiligen Gruppen von zwei Erzieherinnen beim
Essen begleitet. An einem von den Kindern schön gedeckten Tisch
werden die Mahlzeiten eingenommen.
Die Mahlzeiten werden mit frischem Salat, Rohkost oder Gemüse
ergänzt. Zum Nachtisch erhalten die Kinder frisches Obst, Joghurt
oder Quarkspeise.
Ruhephasen
Nach dem Mittagessen und dem Zähneputzen beginnt für die Kinder
die Ruhephase.
In dieser Zeit werden in der Gruppe oder dem Nebenraum
Geschichten und Musik zur Entspannung gehört. Die Kinder können
sich auf Decken und Kissen ausruhen und zwei Erzieherinnen
begleiten die Phase, um eine gemütliche und ruhige Atmosphäre zu
schaffen.
Raumkonzept
Die Räume sind hell und bewegungsfreundlich für die Kinder eingerichtet.
In großen Nebenräumen befinden sich z.B. ein Bällebad, sowie eine Sprossenwand und eine
Hängematte.
4
3
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 10
Zur Förderung der Wahrnehmung steht im Nebenraum eine Sa ndwanne, in der die Kinder
ungestört experimentieren können, bereit.
Im Gruppenraum befinden sich Bau- und Konstruktionsbereich e, sowie Rollenspielbereich e
und Kreativbereiche.
In allen Bereichen der Gruppe n können die Kinder durch spielen, ausprobieren und
wahrnehmen Erfahrungen mit Material, Formen und Größe sammeln.
Im Schlafraum befinden sich Kinderbetten, die jedes Kind individuell mit Kissen, Stofftieren,
Spieluhren etc., einrichten kann. Garderobe, Eigentumsfächer, sowie Bereiche des
Waschraumes sind mit Fotos der Kinder gekennzeichnet, so dass sie sich stets eigenständig
zurecht finden.
Geplant sind für diese drei Gruppen- Einrichtung folgende Räumlichkeiten:
- 3 Gruppenräume, incl. Garderobenbereiche
- 3 Nebenräume
- 3 Wasch-WC-Räume mit Wickelbereiche
- 1 Duschbereich
- 3 Abstellräume
- 5 Schlaf- bzw. Differenzierungsräume
- 1 Mehrzweckraum
- 1 Personalraum
- 1 Büro
- 1 Küche
- weitere Räumlichkeiten
- eine Gesamtfläche von 555 qm
- mehrere Außengelände mit insgesamt 1750 qm Gesamtfläche
- ein Innenspielgelände in Form eines Atriums
- ein Indoorspielplatz
Elternarbeit
In den Gruppen ist gegenseitiges Vertrauen zwischen Eltern und Erzieherinnen von großer
Bedeutung. Auch der stetige Austausch über die heutige Schlaf - oder Essensituationen ist
besonders wichtig. Da gerade die jüngeren Kinder ihren Gemütszustand aufgrund ihres Alters
nicht immer verbal äußern können, ist es uns wichtig, über für das Kind bedeutende
Geschehnisse informiert zu werden.
Eingewöhnungszeit
Bei der Aufnahme von Kindern unter 3 J ahren bedarf es einer besonders behutsamen und
individuellen Eingewöhnungszeit. Dabei spielt das langsame Heranführen an den Gruppenalltag
und die Unterstützung der Eltern eine wichtige Rolle.
In unserer Einrichtung bekommen die Kinder keine „Bezugserzieh erin“ zugewiesen, da die
Kinder die Möglichkeit haben sollen, sich ihre Bezugspersonen selbst
auszuwählen. Dies wird meist nach sehr kurzer Zeit deutlich. Die nun ausgewählte Erzieherin
des Kindes ist ab jetzt für die weitere Eingewöhnungszeit und als Hau ptansprechpartnerin der
Eltern zuständig.
In kleinen, weiteren Schritten wird das Kind durch die Anfangszeit begleitet, dabei werden die
einzelnen Schritte der Eingewöhnungsphase individuell auf das Kind abgestimmt.
Dies bedeutet, dass Tageszeit, Dauer de r Anwesenheit usw. am Anfang der Kindergartenzeit
jeden Tag neu abgesprochen wird.
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 11
Besonders wichtig ist der Austausch zwischen Eltern und Erzieherinnen gerade in der
Anfangsphase. Nach Abschluss der Eingewöhnungsphase erfolgt eine behutsame Entwicklung
der Selbstständigkeit des Kindes.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und dem Kindergartenteam schafft eine optimale
Basis für gutes pädagogisches Handeln, die Offenheit und gegenseitiges Vertrauen mit
einschließt. Dadurch wird eine vertrauensvolle Zusa mmenarbeit zugunsten der Kinder
ermöglich.
Elternarbeit bedeutet für uns, Eltern zu begleiten, ihnen ggf. Erziehungshilfen anzubieten und
sensibel zu sein für ihre jeweilige Situation. Die Mitarbeiterinnen sind Ansprechpartner für
Fragen zur Entwicklung des Kindes.
In einer aktiven Zusammenarbeit mit den Eltern ist es uns daher sehr wichtig, eine ganzheitliche
Erziehung und Förderung zum Wohle des Kindes zu gewährleisten, in der die familiäre
Situation und die Stärken und Defizite des Kindes berücksichtigt werden.
Um eine möglichst umfangreiche gemeinsame Grundlage für die Erziehung der Kinder zu
gewährleisten, informieren wir die Eltern umfassend über unsere Arbeit.
Dies geschieht durch:
Aufnahmegespräche
Hospitationen
Elternsprechtage / Elternabende
Tür- und Angelgespräche
Hausbesuche
Wir ermöglichen den Eltern einen Einblick in unsere
pädagogische Arbeit durch:
Infowände im Eingangsbereich
Infowände vor den Gruppen
Elternbriefe
Fotodokumentationen über einzelne
Projekte / Ausflüge
Faltblatt mit Informa tionen über die
jeweilige Gruppe
Gemeinsam erleben wir:
Elternnachmittage
Feste
Ausflüge
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in unserer Elternarbeit liegt in der engen Zusammenarbeit
mit den gewählten Elternvertretern, die im Elternrat und im Elternbeirat vertreten sind. Hierzu
werden zu Beginn des Kindergartenjahres jeweils zwei Elternvertreter pro Gruppe in der
Elternvollversammlung gewählt. In diesen Gremien werden Eltern über unsere aktuellen Inhalte
und die pädagogische Arbeit informiert. Zusätzl ich bekommen die Eltern die Möglichkeit aktiv
das Kindergartenleben mitzugestalten.
Zusammenarbeit des Teams
Unsere Arbeit basiert auf den 7 Grundsätzen des Deutschen Roten Kreuzes, die in den
Statuten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung enthalten sind:
Menschlichkeit
Unparteilichkeit
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 12
Neutralität
Unabhängigkeit
Freiwilligkeit
Einheit
Universalität
Diese Leitlinie bestimmt sowohl unser pädagogisches Handeln als auch das Miteinander im
Team.
Teamarbeit ist die Grundlage für eine gute pä dagogische Arbeit innerhalb der Einrichtung.
Gegenseitige Unterstützung, Flexibilität, Offenheit, Verlässlichkeit, genaue Absprachen und
gegenseitige Akzeptanz halten wir für unerlässlich.
Wöchentlich treffen sich alle Mitarbeiterinnen zu einer gemeinsam en Teamsitzung. Alles
Wichtige, die Vor - und Nachbereitung sämtlicher Aktivitäten, Fallanalysen und das Abstimmen
von Terminen werden dann besprochen.
Regelmäßig werden 2 -3 Konzeptionstage im Jahr durchgeführt. An diesen Tagen ist die
Einrichtung für die Kinder geschlossen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, im Gesamtteam
wesentliche Grundlagen pädagogischer Arbeit zu planen oder unter Beteiligung eines
Referenten ( Fachberatung ) relevante Themen zu erarbeiten.
Regelmäßig finden einmal wöchentlich Klei nteamsitzungen in den einzelnen Gruppen statt.
Diese dienen dem Austausch und der Reflexion des Gruppengeschehens und der weiteren
Planung.
Fortbildungen und Fachtagungen werden regelmäßig von den Mitarbeiterinnen
wahrgenommen.
Zusammenarbeit mit dem Träger und anderen Institutionen
In Übereinstimmung mit geltendem Landesrecht sorgt der Träger für die Einhaltung
quantitativer und qualitativer Standards auch bei der Besetzung des Personals. Er ist
verantwortlich für die Einstellung, Weiterqualifizierung, Fortbildung, Fachberatung und
Supervision der pädagogischen Mitarbeiter.
In Zusammenhang mit dem Träger erfolgt die Abstimmung der pädagogischen und
organisatorischen Arbeit. Dazu ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Leitung und Träger
über wichtige Be lange der Arbeit in der Einrichtung notwendig. Auch Hilfestellungen bei
administrativen Aufgaben sowie bei der Unterstützung und Förderung des Personals gehören
zur gemeinsamen Zusammenarbeit.
Selbstverständlich profitieren wir auch von weiteren Arbeitsfeldern des Kreisverbandes wie zum
Beispiel der ärztlichen Kinderschutzambulanz oder des Autismus -Therapiezentrums, deren
Dienste wir bei Bedarf in Anspruch nehmen.
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Als übergeordnete Behörde unterstützt uns das örtliche Jugendamt bei der Einhaltung aller
gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzung des Bildungsauftrages.
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 13
Zusammenarbeit mit anderen DRK Kindertageseinrichtungen
Die DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster stehen im regelmäßigen Dialog miteinander. Sie
unterstützen sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihres pädagogischen Angebotes.
Hilfestellungen erfahren sie dabei durch die Fachberatung des DRK Landesverbandes.
Stadtteilbezogene Zusammenarbeit
Auch die im Stadtteil vertretenen Kindertageseinrichtungen ar beiten trägerübergreifend
zusammen. Das geschieht zum einem in einem Arbeitskreis auf Leitungsebene und zum
anderen im pädagogischen Arbeitskreis, wo alle Institutionen vertreten sind, die im Stadtteil in
pädagogischer Hinsicht zusammenarbeiten. Dabei wer den die kulturellen, sozialen uns alle
anderen Einrichtungen im Umfeld der Kita als Erfahrungsorte für die Kinder genutzt.
Zusammenarbeit mit Fachdiensten
Wir arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Fachdiensten zusammen, die wir als wertvolle
Unterstützung unserer Arbeit ansehen:
den Kinderärzten
den Logopäden
den Ergotherapeuten
der Frühförderstelle
dem Kommunalen Sozialdienst ( KSD )
Hebammensprechstunde
der Ärztlichen Kinderschutzambulanz
Bezirkspolizei
und weiteren
Unsere DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster präsentieren sich gemeinsam mit unserem
DRK- Kreisverband Münster e.V. und den dazugehörigen Einrichtungen auf einer Homepage
im Internet (www.DRK-muenster.de).
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf, York-Kaserne 14
Unsere Zielsetzungen für die Kindertageseinrichtung York-Kaserne in
Gremmendorf
(Fotos: DRK)
Familien-
nahe
Beratungs-
angebote
selbstbe-
wusst
agierende
Kinder
multipro-
fessionelles
Team
fördernde
Bildungs-
angebote
alters-
gerechte
päd.
Konzepte
flexible
Betreuungs-
angebote
Zielsetzungen
der DRK-Kita York-Kaserne
familien-
unter-
stützende
Netzwerke
Vereinbar-
keit von
Familie und
Beruf
2_Konzeptunterlagen DRK für Kita Gildenstraße
32633 Zeichen
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Zumsandestraße 25/27
48145 Münster
www.DRK-muenster.de
Mai 2013
Pädagogische Konzeption
zur Bewerbung als Träger der
Kindertageseinrichtung Gildenstraße,
Handorf
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Handorf, Gildenstraße 2
Die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen in NRW erfolgt auf der Grundlage des
Gesetzes zur frühe n Bildung und Förderung von Kindern (KiBiz). Die dort genannten
Anforderungen bilden die rechtliche Basis für die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen des
Deutschen Roten Kreuzes. Neben den gesetzlichen Bemühungen bilden die Grundsätze des
Roten Kreuzes eine Leitlinie in unserer pädagogischen Arbeit. Die Auseinandersetzung mit
diesen Grundsätzen wirkt sich zum einen auf die Persönlichkeit, das Selbstverständnis und das
Verhalten der Erzieherin / des Erziehers aus, zum anderen ergeben sich Konsequenzen fü r die
inhaltliche Arbeit.
Unsere pädagogische Arbeit ist auf die ganzheitliche Entwicklung des Kindes angelegt, um ihre
Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen, das Sprach- und Sachvermögen sowie ihre Kreativität
zu fördern. Dabei werden die individuel len Kompetenzen jedes Kindes berücksichtigt werden.
Zum Erlangen dieser Kompetenzen bieten wir umfassende Entwicklungsmöglichkeiten auch im
weiteren Umfeld der Familie an. Für unter dreijährige Kinder stellt die Kindertageseinrichtung oft
der Ort für erste Erfahrungen außerhalb des Elternhauses dar.
Erziehung, Bildung und Betreuung gehören zum familienergänzenden und
familienunterstützenden Angebot einer jeden DRK -Kindertageseinrichtung. Die DRK-
Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft des DRK -Kreisverbandes Münster e.V. kooperieren
mit allen Institutionen und Personen, die bei der Erfüllung der Ziele und Aufgaben hilfreich s ind.
Die Öffnung der Einrichtung zum Gemeinwesen spiegelt die Einstellung wider, dass sich die
Lebenswelten der Kinder und ihrer Famil ien in allen ihren Facetten in der Einrichtung
wiederfinden sollen.
Leitbild und Konzeption
der DRK-Kindertageseinrichtungen
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Handorf, Gildenstraße 3
Die Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes in der pädagogischen Arbeit
Menschlichkeit Der Grundsatz der Menschlichkeit hat für die pädagogische Arbeit und ihre
Umsetzung die größte Bede utung. Kinder sind von Beginn an unverwechselbare individuelle
und soziale Persönlichkeiten. Sie haben alle Kompetenzen, die sie brauchen, um die nächsten
ihnen wichtigen Entwicklungsschritte zu initiieren. Auf ihrem Entwicklungsweg brauchen sie
immer wied er Hilfestellungen. Das Maß der Hilfe können sie jedoch selbst artikulieren. Alle
Kinder sind neugierig und wollen die Welt, die sie umgibt, erfahren und begreifen. Dabei legen
sie selbst fest, was ihre Neugierde, ihr Interesse weckt. Unsere Aufgabe ist es , ihnen dafür
Raum und Sicherheit zu geben, ihnen Erfahrungsräume zu öffnen und sie in ihrer Entwicklung
begleitend und ermutigend zu unterstützen. Akzeptanz und Wertschätzung prägen dabei die
pädagogische Grundhaltung. Die Kindertageseinrichtung bietet de n Ort, Achtung und
Verständnis für andere zu entwickeln und freundschaftliche Beziehungen aufzubauen.
Unparteilichkeit Die Vielfalt der Lebensentwürfe von Familien, die geprägt sind von kulturellen
Einflüssen, aber auch durch ihre sozialen Bedingungen, b ieten große Chancen für die
pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Hier treffen viele Kinder zusammen, die
aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Verfassung, aber auch durch unterschiedliche
Familienkulturen individuelle Bedingungen mitbringen . Es gehört zur Aufgabe des Teams,
dieses Zusammenleben als wechselseitiges Lernen aller Beteiligten aktiv zu unterstützen.
Neutralität Die Vielfalt der Lebensbedingungen und der Wertevorstellungen, an denen sich
Familien orientieren, werden durch die Mi tarbeiterinnen in unseren Einrichtungen beobachtend
und bewertungsfrei wahrgenommen. Die Einnahme einer neutralen Position macht es möglich,
Vertrauen zu bilden, Vermittlungsversuche zu initiieren und Konfliktlösungen zu erarbeiten.
Diese neutrale Haltung bildet die Grundlage dafür, dass alle Kinder und Erwachsenen, die
unsere Einrichtung besuchen oder in ihr arbeiten, das Gefühl entwickeln können, ernst
genommen zu werden.
Unabhängigkeit Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen
bewahren wir uns das Maß an Eigenständigkeit, das uns gestattet, jeweils nach den
Grundsätzen des Roten Kreuzes Erziehungs - und Bildungsarbeit zu gewährleisten. Eigene
Aufnahmekriterien und ein selbst entwickeltes Konzept dokumentieren dies.
Freiwilligkeit Wir ermöglichen den Kindern Partizipation: das heißt, Kinder werden
entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Fragen und Entscheidungen
beteiligt.
Einheit Unser Team besteht aus vielen pädagogischen Mitarbeitern, die ihre eigene
Persönlichkeit und Individualität einbringen. Diese Vielseitigkeit wird in gemeinsame Ziele
gefasst. Das von uns erstellte Konzept dient als Grundlage für unser einheitliches
pädagogisches Handeln. Zwischen Eltern und Erzieherinnen besteht eine
Erziehungspartnerschaft, bei der sie sich gegenseitig als Erziehungsexperten akzeptieren und
in der die jeweiligen Unterschiede ihre Wertschätzung finden.
Universalität Wir sind durch unsere Konzeption ideell und aktiv in die universelle Gemeinschaft
des DRK eingebunden . Lebensbedingungen anderer Menschen werden den Kindern in
geeigneter Form nahe gebracht und sie werden zu Offenheit, Akzeptanz und Hilfsbereitschaft
motiviert.
DRK-Kreisverband Münster e.V.
Bewerbung für die Kindertageseinrichtung in Handorf, Gildenstraße 4
Der situationsorientierte Ansatz
Unter den derzeit praktizierten methodischen Richtungen in der Pädagogik der
Kindertageseinrichtungen biete n sich zur Verwirklichung unserer Grundwerte und der
formulierten pädagogischen Ziele die Grundaussagen des situationsorientierten Ansatzes an.
Den pädagogischen Fachkräften der Einrichtung fällt in diese m Zusammenhang die Aufgabe
zu, ausgehend von ihren Beobachtungen und Schlussfolgerungen, das, was die Kinder an
Fragen, Problemen und Informationen einbringen, aufzugreifen und die darin enthaltenen
Lernmöglichkeiten und Erfahrungsräume zu erschließen. Die Ziel- und Inhaltsfindung dieser
sozialpädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen erfolgt aus der Alltagspraxis und ist
lebensnahes Lernen in und aus alltäglichen Situationen. Der Grundsatz des
situationsorientierten Ansatzes lautet: „Lernen in Zusam menhängen“. Hierbei werden alle
Dimensionen des Wahrnehmens und Erlebens (kognitiv, sinnlich, körperlich, psychisch -
emotional, individuell und sozial) und des Ausdrucks (sprachlich, motorisch, musisch und
kreativ) einbezogen. Kinder können sich freiwillig, selbst- und auch fremdmotiviert ohne
Leistungsdruck mitgestaltend einbringen. Dieses soll durch ein individuelles Betreuungskonzept
ermöglicht werden. Unser Betreuungskonzept basiert auf dem grundlegenden Erziehungs -,
Betreuungs- und Bildungsauftrag und e rmöglicht eine modulare Erweiterung des Angebots.
Dazu zählen beispielsweise:
Modulare Angebote des DRK-Kreisverbandes Münster e.V.:
DRK-Kreisverband Münster e.V.
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Das Betreuungsangebot der Kindertageseinrichtung Gildenstraße
In der heutigen Zeit müssen die Angebote in der Kinderbetreuung den Bedürfnissen der Eltern
angepasst werden, um junge Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu
unterstützen. Die Betreuungszeiten richten sich nach diesem Grundsatz und werden in
Kooperation mit den Eltern und den Mitarbeitern festgelegt.
Bei der Kindertageseinrichtung Gildenstraße in
Handorf wird es sich um ein DRK -
Familienzentrum mit dem Schwerpunkt der
besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
handeln.
Die Kindertageseinrichtung verfügt insgesamt über
3 Gruppen mit 50 Plätzen für Kinder im Alter von
0-6 Jahren.
Zwei Gruppen haben jeweils 20 Plätze für 2 -6
jährige Kinder. In einer weiteren Gruppe werden
insgesamt 10 Kinder im Alter von 0 -3 Jahren
betreut.
Alle 50 Kita -Plätze verfügen über eine
Betreuungszeit von 45 Stunden.
Tägliche Regel-Öffnungszeiten und flexible erweiterte Betreuungszeiten:
Die Kernbetreuungszeiten richten sich nach den Grundlagen des Kinderbildungsgesetzes und
liegen in der Zeit zwischen 07:15 bis 16:30 Uhr. Darüber hinaus wird eine tägliche Öffnung von
6:00 bis 19:00 Uhr angeboten, wenn der Elternbedarf besteht. Die Planung der flexiblen und
erweiterten Öffnungszeiten erfolgt unter Berücksichtigung der Bedarfe der Kinder, Eltern u nd
ortsansässiger Betriebe.
Jahresöffnungszeiten:
Mögliche Schließungszeiten in den Schulferienzeiten bzw. eine durchgängige jährliche
Öffnungszeit der Kindertageseinrichtung werden ebenfalls mit den jeweiligen Eltern über
Bedarfsabfragen ermittelt und abgestimmt werden.
Das DRK kann durch seine vielfältigen bereits bestehenden Angebotsstrukturen bei Bedarf den
Eltern weitere Betreuungsmöglichkeiten anbieten, beispielsweise durch die Vermittlung unserer
DRK Partner-Kindertageseinrichtung in Münster. Außerdem streben wir Partnerschaften mit den
Kindertageseinrichtungen in Handorf an, wie wir es auch bereits mit unseren bestehenden
Kindertageseinrichtungen in den anderen Stadtteilen in Münster erfolgreich umsetzen.
Im Rahmen der möglichen Errichtung von betrieblichen Betreuungsplätzen für das benachbarte
Handorfer Gewerbegebiet werden Öffnungszeiten auf die Bedarfe der Betriebe abgestimmt. Ein
dadurch entstehender zusätzlicher Personalbedarf kann zeitnah bedient werden, so dass das
Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht wird. Der Einsatz von qualifiziertem
Betreuungspersonal ist für uns von besonderer Bedeutung, um in der pädagogischen Arbeit
zum Wohle des Kindes, insbesondere des Kleinstkindes Beziehungsaufbau, Betreuungsqualität
und Bildungsansprüche sicherstellen zu können.
Eine gute Balance zwischen der von den Eltern gewünschten Flexibilität, dem Recht des Kindes
auf eine gesunde Entwicklung und der Kindertageseinrichtung, die
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Betreuungs- und Bildungsansprüche garantiert, ist Grundv oraussetzung für eine gute Qualität
der pädagogischen Arbeit.
Pädagogische Ziele
Als wichtigste Basis in unserer pädagogischen Arbeit sehen wir eine vertrauensvolle und
liebevolle Beziehung zu jedem Kind.
Jedes Kind soll sich in seiner Einzigartigkeit a ngenommen fühlen und sich in unserer
Einrichtung wohl fühlen.
Als grundlegende Ziele sehen wir darüber hinaus:
• Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins
• Förderung zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln
• Vermittlung von Lebensfreude
• Förderung des Sozialverhaltens, wie z.B. Rücksichtnahme
• Förderung und Weiterentwicklung der kognitiven und kreativen Fähigkeiten
• Förderung der motorischen Entwicklung
• Förderung und Weiterentwicklung des Sprach- und Sprechverhaltens
Unsere formulierten Ziele finden sich in den
vorgeschriebenen Bildungsbereichen wieder:
1. Bewegung
2. Spielen und Gestalten
3. Sprache und Sprachförderung
4. Musischer Bereich
5. Natur und Umwelt
6. Interkulturelle Erziehung
Bewegung
Wir möchten die Kinder in ihrer natürlichen Bewegungsfreude stärken. Die Kinder bekommen
täglich die Möglichkeit und den Raum sich im Innen- und Außenbereich zu bewegen.
Im angeleiteten Turnangebot in der Turnhalle unserer Kita, können die Kinder verschiedene
Turngeräte ausprobieren und kennen lernen.
Im Außenbereich haben die Kinder die Möglichkeit, verschiedene Spielgeräte und Fahrzeuge
zu nutzen.
Dadurch werden die Kinder in ihrer Körperwahrnehmung gefördert und bekommen die
Möglichkeit, ihren Körper besser zu spüren und einzuschätzen.
Spielen und Gestalten
Durch eine offene Raumgestaltung und ein vielfältiges Angebot von anregenden
Spielmaterialien möchten wir das freie, kreative Spielen fördern und unterstützen.
Besonders das freie Spiel bietet Raum für die Verwirklichung und Entwicklung eigener Ideen
und Kreativität der Kinder.
Beim angeleiteten Spielen wie zum Beispiel Stuhlkreisspiele und Gesellschaftsspiele werden
Regeln erlernt und Sozialkompetenzen vermittelt.
Genauso wie beim freien Spiel wollen wir den Kindern beim bildnerischen Gestalten durch
vielseitige Materialien kreatives Schaffen ermöglichen. Kinder malen, kritzeln und matschen
nach ihren eigenen individuellen Vorstellungen und Fertigkeiten.
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Für uns steht nicht das Produkt im Vordergrund, so ndern die Freude kreativ tätig zu sein und
sich auszudrücken. Vorgegebene Schablonen werden von uns bewusst selten eingesetzt.
Sprache und Sprachförderung
Eine Sprache zu erlernen ist für jedes Kind eine wichtige Herausforderung in seiner
Persönlichkeitsentwicklung, denn Sprache ist das wichtigste Werkzeug im Umgang mit anderen
Menschen. Mit Sprache äußern Kinder ihre Wünsche, sie stellen Fragen, geben Antwo rten, sie
treten in Kontakt mit anderen Kindern und bauen Beziehungen auf. Sprache ermöglicht jedem
einzelnen Kind sich weiterzuentwickeln und seine sozialen Kompetenzen auszubauen.
In der Kindertageseinrichtung Gildenstraße wollen wir die Sprachentwicklu ng eines jeden
Kindes positiv beeinflussen. Dies passiert in jeder Alltagssituation und im täglichen Miteinander-
bei gemeinsamen Aktionen, beim Singen und Vorlesen, Erzählen von Geschichten und
Erlebnissen, im Dialog in der Klein -und Gesamtgruppe. Besonde rs das vorbildhafte
Sprechverhalten der Erzieherin ist hier von großer Bedeutung.
Folgende Ziele stehen dabei im Vordergrund:
• die Freude am Sprechen wecken
• den Grundwortschatz zu erweitern
• das Sprachverständnis der Kinder und die
Ausdrucksfähigkeit zu fördern
• die Sprache als Kommunikationsmittel zu erleben
• das grammatikalische Verständnis erweitern
Diese geschieht durch Bewegungs - und Rollenspiele,
Kreisspiele und Lieder, bei kreativen angeboten, Bild - und
Bilderbuchbetrachtungen, Tastspielen usw..
Musischer Bereich
Durch rhythmisches Sprechen, Spielen in Verbindung mit
Musik und Singen von Liedern im täglichen Stuhlkreis fördern
wir die Musikalität.
Die Freude an Geräuschen und Klängen fördern wir durch
den Einsatz von verschiedenen Musikinstrumenten.
Natur und Umwelt
Kinder entdecken täglich ihr unmittelbares Umfeld.
Wir unterstützen die Kinder in ihrer kindlichen Neugier, indem wir ihnen Raum und Materialien
zum Entdecken, Beobachten und Experimentieren geben. Die Kinder werden so vertrau t
gemacht mit naturwissenschaftlichen Phänomenen. Durch Ausflüge in den Wald, in die
Bücherei, zur Polizei, zur Bäckerei usw. erkunden die Kinder ihre nähere und weitere
Umgebung und werden so mit verschiedenen Themen vertraut und erweitern ihr Sachwissen.
Interkulturelle Erziehung
Da unsere Einrichtung von Kindern unterschiedlicher Kulturen besucht wird, deren Eltern aus
unterschiedlichen Ländern kommen, lernen wir häufig neue Sitten und Bräuche kennen. Wir
versuchen täglich diese verschiedenen Kulturen mit einzubeziehen und zu berücksichtigen.
Zudem lernen auch wir immer wieder gerne in gemeinsamen Gesprächen etwas über die
Muttersprache der Kinder, ihre religiösen Feste und Esskulturen.
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Integrative Erziehung
In der gemeinsamen Erziehung behinderter
(von Behinderung bedrohter) und nicht
behinderter Kinder werden Kinder mit
Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen
und/ oder sozialen Auffälligkeiten betreut und
unterstützt. Ein Ziel der integrativen Arbeit im
Kindergarten ist die Vermittlung von sozialen,
emotionalen, kognitiven und motorischen
Fertigkeiten/ Fähigkeiten.
Die Kinder erleben im Kindergartenalltag wie
sie sich gegenseitig unterstützen und
ergänzen können damit ein soziales
miteinander entsteht. Si e sind Spielpartner
und geben sich wichtige Lernimpulse.
Ein wichtiges Anliegen in der integrativen Arbeit besteht darin, Kinder zu befähigen, mit
unterschiedlichen Fähigkeiten einander zu respektieren. Die Kinder nehmen
Entwicklungsauffälligkeiten, Behind erungen aber auch Ressourcen wahr und lernen damit
umzugehen. In diesem Zusammenhang sollen alle Kinder ihre eigenen Stärken und Schwächen
und die der Anderen erfahren. Wir möchten die Vorurteilslosigkeit der Kinder nutzen, um
Toleranz und Akzeptanz zu fördern und zu stärken.
Die Integrationskinder erfahren in der Kindergartengruppe eine kontinuierliche konsequente
Spielbegleitung von der Integrationskraft und den Erzieherinnen.
Bei Aktivitäten wie z.B. Psychomotorik, Bilderbuchbetrachtungen in der Gruppe u nd anderen
Projekten entsteht ein gemeinsamer Prozess von behinderten und nicht behinderten Kindern.
Alle Kinder sollen gestärkt werden und wichtige Entwicklungsreize bekommen, damit sie ihr
Potenzial entfalten können.
Die pädagogische Arbeit mit schulpflichtigen Kindern
Die gesamte Kindergartenzeit ist auch Vorbereitung auf die Schulzeit und führt die Kinder in
ihrer Entwicklung zur Schulfähigkeit. Die Fähigkeit zu sozialem Verhalten und zur
Selbstständigkeit wird ganzheitlich in ihrer Entwicklung geför dert. Diese Förderung findet
individuell im Freispiel und in Kleingruppen auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt statt.
Durch gezielte Beobachtungen wird die Entwicklung jedes Kindes eingeschätzt und in
Elterngesprächen besprochen.
Im letzten Kindergart enjahr wird bei diesen Beobachtungen dann besonders auf die
Entwicklung der Fähigkeiten geachtet, die für
die Einschulung notwendige Voraussetzung
sind, wie zum Beispiel Konzentration,
Aufgabenverständnis, Sprachverhalten,
Durchsetzungsvermögen, etc..
Durch ein gemeinsames Übernachtungsfest
mit den Vorschulkindern und Erzieherinnen
wird der Ausklang der Kindergartenzeit
deutlich.
Zusätzlich arbeiten wir eng mit den
umliegenden Grundschule zusammen. Diese
Aktivitäten werden in regelmäßigen Abständen
reflektiert und neu geplant.
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Bildungsdokumentation und Portfolio
Zum Ende der Kindergartenzeit bekommen die Eltern für ihre Kinder eine
Bildungsdokumentation ausgehändigt. Inhalt dieser Dokumentation ist eine
Zusammenfassung der Entwicklung in den verschiede nen Bereichen, wie kognitiver,
motorischer, sozialer und sprachlicher Bereich.
In diesem Bericht geben wir Empfehlungen für die weitere Förderung, die individuell für jedes
Kind als sinnvoll gesehen wird . Durch die Miteinbeziehung des einzelnen Kindes in sein
eigenes Portfolio, können die Kinder ihre eigene Entwicklung verfolgen und ihre Ich -Kompetenz
damit stärken. Zum Ende der Kindergartenzeit bekommen die Kinder den Ordner mit nach
Hause.
Mahlzeiten
Frühstück
Jedes Kind bringt von zu Hause sein eigenes Frühstück mit. Hierbei wird auf ein gesundes und
ausgewogenes Frühstück wertgelegt. Getränke wie Wasser und Früchtetee stehen in den
Gruppen zur Verfügung.
Bis 10.00 Uhr können die Kinder das offene Frü hstücksangebot wahrnehmen. So haben sie
täglich die Möglichkeit zu entscheiden wann und mit welchen Freunden sie gemeinsam essen
möchten.
Mittagessen
Unsere Hauswirtschaftskraft bereitet täglich ein ausgewogenes Mittagessen für die
Tagesstättenkinder zu w as zum größten Teil frisch zubereitet wird. An einigen Tagen wird es
durch vorbereitete Tiefkühlkost ergänzt.
Die 3 Gruppen essen in der Zeit von 11.30 bis 13.00 Uhr Die Kinder werden in den jeweiligen
Gruppen von zwei Erzieherinnen beim Essen begleitet. A n einem von den Kindern schön
gedeckten Tisch werden die Mahlzeiten eingenommen.
Die Mahlzeiten werden mit frischem Salat, Rohkost oder Gemüse ergänzt. Zum Nachtisch
erhalten die Kinder frisches Obst, Joghurt oder Quarkspeise.
Ruhephasen
Nach dem Mittagessen und dem Zähneputzen beginnt für le Kinder die Ruhephase.
In dieser Zeit werden in der Gruppe oder dem Nebenraum Geschichten und Musik zur
Entspannung gehört. Die Kinder können sich auf Decken und Kissen ausruhen und zwei
Erzieherinnen begleiten die Phase, um eine gemütliche und ruhige Atmosphäre zu schaffen.
Raumkonzept
Die Räume sind hell und bewegungsfreundlich für die Kinder eingerichtet.
In großen Nebenräumen befinden sich z.B. ein Bällebad, sowie eine Sprossenwand und eine
Hängematte.
Zur Fö rderung der Wahrnehmung steht im Nebenraum eine Sandwanne, in der die Kinder
ungestört experimentieren können, bereit.
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Im Gruppenraum befinden sich Bau - und Konstruktionsbereiche, sowie Rollenspielbereiche
und Kreativbereiche.
In allen Bereichen der Gruppen können die Kinder
durch spielen, ausprobieren und wahrnehmen
Erfahrungen mit Material, Formen und Größe
sammeln.
Im Schlafraum befinden sich Kinderbetten, die jedes
Kind individuell mit Kissen, Stofftieren, Spieluhren
etc., einrichten kann. Garderobe, Eigentumsfächer,
sowie Bereiche des Waschraumes sind mit Fotos der
Kinder gekennzeichnet, so dass sie sich stets
eigenständig zurecht finden.
Geplant sind für diese drei Gruppen - Einrichtung
folgende Räumlichkeiten:
- 3 Gruppenräume, incl. Garderobenbereiche
- 3 Nebenräume
- 3 Wasch-WC-Räume mit Wickelbereiche
- 1 Duschbereich
- 3 Abstellräume
- 5 Schlaf- bzw. Differenzierungsräume
- 1 Mehrzweckraum
- 1 Personalraum
- 1 Büro
- 1 Küche
- weitere Räumlichkeiten
- eine Gesamtfläche von 555 qm
- Außengelände mit ca. 900 qm
Elternarbeit
In den Gruppen ist gegenseitiges Vertrauen zwischen Eltern und Erzieherinnen von großer
Bedeutung. Auch der stetige Austausch über die heutige Schlaf - oder Essensituationen ist
besonders wichtig. Da gerade die jüngeren Kinder ihren Gemütszustand aufgrund ihres Alters
nicht immer verbal äußern können, ist es uns wichtig, über für das Kind bedeutende
Geschehnisse informiert zu werden.
Eingewöhnungszeit
Bei der Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren bedarf es einer besonders behutsamen und
individuellen Eingewöhnungszeit. Dabei spielt das langsame Heranführen an den Gruppenalltag
und die Unterstützung der Eltern eine wichtige Rolle.
In unserer Einrichtung b ekommen die Kinder keine „Bezugserzieherin“ zugewiesen, da die
Kinder die Möglichkeit haben sollen, sich ihre Bezugspersonen selbst auszuwählen. Dies wird
meist nach sehr kurzer Zeit deutlich. Die nun ausgewählte Erzieherin des Kindes ist ab jetzt für
die weitere Eingewöhnungszeit und als Hauptansprechpartnerin der Eltern zuständig.
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In kleinen, weiteren Schritten wird das Kind durch die Anfangszeit begleitet, dabei werden die
einzelnen Schritte der Eingewöhnungsphase individuell auf das Kind abgestimmt.
Dies bedeutet, dass Tageszeit, Dauer der Anwesenheit usw. am Anfang der Kindergartenzeit
jeden Tag neu abgesprochen wird.
Besonders wichtig ist der Austausch zwischen Eltern und Erzieherinnen gerade in der
Anfangsphase. Nach Abschluss der Eingewöhnungs phase erfolgt eine behutsame Entwicklung
der Selbstständigkeit des Kindes.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und dem Kindergartenteam schafft eine optimale
Basis für gutes pädagogisches Handeln, die Offenheit und gegenseitiges Vertrauen mit
einschließt. Dadurch wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zugunsten der Kinder
ermöglich.
Elternarbeit bedeutet für uns, Eltern zu begleiten, ihnen ggf. Erziehungshilfen anzubieten und
sensibel zu sein für ihre jeweilige Situation. Die Mitarbeiterinnen sind An sprechpartner für
Fragen zur Entwicklung des Kindes.
In einer aktiven Zusammenarbeit mit den Eltern ist es uns daher sehr wichtig, eine ganzheitliche
Erziehung und Förderung zum Wohle des Kindes zu gewährleisten, in der die familiäre
Situation und die Stärken und Defizite des Kindes berücksichtigt werden.
Um eine möglichst umfangreiche gemeinsame Grundlage für die Erziehung der Kinder zu
gewährleisten, informieren wir die Eltern umfassend über unsere Arbeit.
Dies geschieht durch:
• Aufnahmegespräche
• Hospitationen
• Elternsprechtage / Elternabende
• Tür- und Angelgespräche
• Hausbesuche
Wir ermöglichen den Eltern einen Einblick in unsere pädagogische Arbeit durch:
• Infowände im Eingangsbereich
• Infowände vor den Gruppen
• Elternbriefe
• Fotodokumentationen über einzelne Projekte / Ausflüge
• Faltblatt mit Informationen über die jeweilige Gruppe
Gemeinsam erleben wir:
• Elternnachmittage
• Feste
• Ausflüge
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in unserer Elternarbeit liegt in der engen Zusammenarbeit
mit den gewählten Elternvertretern, die im Elternrat und im
Elternbeirat vertreten sind. Hierzu werden zu Beginn des Kindergartenjahres jeweils zwei
Elternvertreter pro Gruppe in der Elternvollversammlung gewählt.
In diesen Gremien werden Eltern über unsere aktuellen Inhalte und die pädagogische Arbeit
informiert. Zusätzlich bekommen die Eltern die Möglichkeit aktiv das Kindergartenleben
mitzugestalten.
Zusammenarbeit des Teams
Unsere Arbeit basiert auf den 7 Grundsätzen des Deutschen Roten Kreuzes, die in den
Statuten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung enthalten sind:
• Menschlichkeit
• Unparteilichkeit
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• Neutralität
• Unabhängigkeit
• Freiwilligkeit
• Einheit
• Universalität
Diese Leitlinie bestimmt sowohl unser pädagogisches Handeln als auch das Miteinander im
Team. Teamarbeit ist die Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit innerhalb der
Einrichtung. Gegenseitige Unterstützung, Flexibilität, Offenheit, Verlässlichkeit, genaue
Absprachen und gegenseitige Akzeptanz halten wir für unerlässlich.
Wöchentlich treffen sich alle Mitarbeiterinnen zu einer gemeinsamen Teamsitzung. Alles
Wichtige, die Vor - und Nachbereitung sämtlicher Aktivitäten, Fallanalysen und das Abstimmen
von Terminen werden dann besprochen.
Regelmäßig werden 2 -3 Konzeptionstage im Jahr durchgeführt. An diesen Tagen ist die
Einrichtung für die Kinder geschlossen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, im Gesamtteam
wesentliche Grundlagen pädagogischer Arbeit zu planen oder unter Beteiligung eines
Referenten ( Fachberatung ) relevante Themen zu erarbeiten.
Regelmäßig finden einmal wöchentlich Kleinteamsitzungen in den einzelnen Gruppen statt.
Diese dienen dem Austausch und der Reflexion des Gruppengeschehens und der weiteren
Planung.
Fortbildungen und Fachtagungen werden regelmäßig von den Mitarbeiterin nen
wahrgenommen.
Zusammenarbeit mit dem Träger und anderen Institutionen
In Übereinstimmung mit geltendem Landesrecht sorgt der Träger für die Einhaltung
quantitativer und qualitativer Standards auch bei der B esetzung des Personals. Er ist
verantwortlich für die Einstellung, Weiterqualifizierung, Fortbildung, Fachberatung und
Supervision der pädagogischen Mitarbeiter.
In Zusammenhang mit dem Träger erfolgt die Abstimmung der pädagogischen und
organisatorischen Arbeit. Dazu ist ein regelmäßiger Aus tausch zwischen Leitung und Träger
über wichtige Belange der Arbeit in der Einrichtung notwendig. Auch Hilfestellungen bei
administrativen Aufgaben sowie bei der Unterstützung und Förderung des Personals gehören
zur gemeinsamen Zusammenarbeit.
Selbstverständlich profitieren wir auch von weiteren Arbeitsfeldern des Kreisverbandes wie zum
Beispiel der ärztlichen Kinderschutzambulanz oder des Autismus -Therapiezentrums, deren
Dienste wir bei Bedarf in Anspruch nehmen.
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Als übe rgeordnete Behörde unterstützt uns das örtliche Jugendamt bei der Einhaltung aller
gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzung des Bildungsauftrages.
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Zusammenarbeit mit anderen DRK Kindertageseinrichtungen
Die DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster stehen im regelmäßigen Dialog miteinander. Sie
unterstützen sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihres pädagogischen Angebotes.
Hilfestellungen erfahren sie dabei durch die Fachberatung des DRK Landesverbandes.
Stadtteilbezogene Zusammenarbeit
Auch die im Stadtteil vertretenen Kindertageseinrichtungen arbeiten trägerübergreifend
zusammen. Das geschieht zum einem in einem Arbeitskreis auf Leitungsebene und zum
anderen im pädagogischen Arbeitskreis, wo all e Institutionen vertreten sind, die im Stadtteil in
pädagogischer Hinsicht zusammenarbeiten. Dabei werden die kulturellen, sozialen uns alle
anderen Einrichtungen im Umfeld der Kita als Erfahrungsorte für die Kinder genutzt.
Zusammenarbeit mit ortsansässigen Betrieben in Handorf und Umgebung
Als zukünftiges Familienzentrum ist es uns ein besonderes Anliegen, die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf bedarfs- und kindgerecht umsetzen zu können. Eine genaue Bedarfsanalyse
im Sozialraum in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen vor Ort ist die Grundlage für die
weitere Planung eines passgenauen Betreuungsangebotes für berufstätige Eltern in Handorf
und Umgebung.
Zusammenarbeit mit Fachdiensten
Wir arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Fachdiensten z usammen, die wir als wertvolle
Unterstützung unserer Arbeit ansehen:
• den Kinderärzten
• den Logopäden
• den Ergotherapeuten
• der Frühförderstelle
• dem Kommunalen Sozialdienst ( KSD )
• Hebammensprechstunde
• der Ärztlichen Kinderschutzambulanz
• Bezirkspolizei
• und weiteren
Unsere DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster präsentieren sich gemeinsam mit unserem
DRK- Kreisverband Münster e.V. und den dazugehörigen Einrichtungen auf einer Homepage
im Internet (www.DRK-muenster.de).
DRK-Kreisverband Münster e.V.
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Unsere Zielsetzungen für die Kindertageseinrichtung Gildenstraße in Handorf
(Fotos: DRK)
Familien-
nahe
Beratungs-
angebote
selbstbe-
wusst
agierende
Kinder
multipro-
fessionelles
Team
fördernde
Bildungs-
angebote
alters-
gerechte
päd.
Konzepte
flexible
Betreuungs-
angebote
Zielsetzungen
der DRK-Kita Gildenstraße
familien-
unter-
stützende
Netzwerke
Vereinbar-
keit von
Familie und
Beruf
2_Bewerbungsschreiben DRK für Kita Gildenstraße
1176 Zeichen
Deutsches Rotes Kreuz Avs Liebe zum Menschen. DRK-Kreisverband DRK-Kreisverband Münster e.V. Zumsandestraße 25/27 48145 Münster Münster e.V. Die Kreisgeschäftsführerin Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien... Zumsandestraße 25/27 7 48145 Münster Frau Anna Pohl t Tel. 0251 37 880 Hafenstraße 30 Fax 0251 37 8855 48127 Münster N www.DRK-muenster.de & info@DRK-muenster.de Bearbeiterin ! Gudrun Sturm Ein Tel. 0251.37 88.27 Fax 0251 37 88 55 g.sturm@DRK-muenster.de Münster, 17.05.2013 ram Vereinsregister 5VR1456 Amtsgericht Münster Ausschreibung der Trägerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung apaasse Minsterland-Ost in Handorf, Gildenstraße Konto 57 109 Angebot zur Übernahme der Trägerschaft Sehr geehrte Frau Pohl, für Ihr Interesse an unserer Bewerbung und das freundliche Gespräch am 15.05.2013 herzlichen Dank. Der DRK-Kreisverband Münster e.V. ist gerne bereit, die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung in Handorf, Gildenstraße, zu übernehmen und einen Trägeranteil von 1 % zu leisten. Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundliche 7 J, N Spa N Stür, Kyeisgeschäfte gri ar
5_Konzeptunterlagen ISS für Kita Auf dem Dorn, Gildenstraße und York-Kaserne
41544 Zeichen
Köln, 16.04.2013 Konzeption der ISS-Mehrsprachigen Kindertagesstätten „Weltkinder“ Interkultureller Sozialer Service ISS-Mehrsprachige Kita gGmbH Interkultureller Sozialer Service Genovevastraße 94, 51063 Köln Tel +49 (0)221 / 97 77 48 – 0 Fax +49 (0)221 / 97 77 48 – 29 info@iss-netzwerk.de www.iss-netzwerk.de Seite 2 von 15 |Konzept zur ersten integrativen „Weltkinder“ Kindertagesstätte der ISS Mehrsprachige Kita gGmbH| |Mehrsprachigkeit durch Immersion| |Integration ab dem ersten Lebensjahr| |Familienzentrum| |Bewegungsfreiräume| Partizipation – Gleichbehandlung – Inklusion: Mit diesem Dreiklang stellt sich die ISS Mehrsprachige Kita gGmbH den Herausforderungen eines grundlegenden und wei t- reichenden Wandels hin zu einer inklusiven Gesellschaft in Deutschland. Dazu leistet neben einer Willk ommens- und Anerkennungskultur auch eine Veran t- wortungskultur einen wichtigen Beitrag und gelingt, wenn sich aller Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt identifizieren; Identifikation wiederum gelingt durch Chancengleichheit, Anerkennung und gleichberechtigte Teilhabe in der Stadtgesellschaft; Diese Haltung rückt den Menschen in den Mittelpunkt und lässt nicht zu, dass sowohl neu Ankommende als auch bereits hier Lebende Ent -Individualisiert werden, sondern begreift sie mit ihren Potentialen als wichtige Ressource für unsere gemeinsame gesellschaftliche Entwicklung; Dieses Selbstverständnis zeigt auf, dass in einer Stadtg esellschaft Frieden, Respekt, gegenseitiges Verständnis und Solidarität auf der Grundlage einer gemeinsamen Werteordnung möglich sind, wenn dem Gegenüber Vertrauen, Akzeptanz und das aufrichtige Angebot der Partizipation zur aktiven Gesta l- tung entgegen gebracht wird. Ein Handeln, das sein Selbstverständnis in dem Ausdruck „Verantwortungskultur“ findet. Wegweisend hierfür ist der Grundsatz der ISS Mehrsprachigen Kita, der davon aus- geht, dass nur eine integrative und für Veränderung offe ne Gesellschaft für alle g e- winnbringend die Herausforderungen der globalisierten Zukunft bewältigen kann. Seite 3 von 15 Im Sinne des Inklusions - und Genderansatzes berücksichtigen alle integrationsfö r- dernden Maßnahmen der ISS Mehrsprachigen Kita , dass Verschiedenheit der No r- malfall ist. Jeder einzelne Mensch soll in seiner Besonderheit akzeptiert werden und seine Potentiale einbringen können. Integrati on verstanden als gleichberechtigte Teilhabe an allen Lebensbereichen erfordert die gemeinsame Auseinanderset zung der Gesellschaft mit den Chancen, Herausforderungen und Problemen, die mit Z u- wanderung verbunden sind. Sprachliche Kompetenzen – gemeint sind diejenigen in der deutschen und herkunfts- bzw. familienbezogenen Sprache – sind der entscheidende Schlüssel im Bildungs - und Integrationsprozess hierzulande. Gerade die frühen Jahre haben für die weitere Entwicklung von Sprach- und Lesekompetenzen eine entscheidende Bedeutung. Der Elementarbereich bildet dabei das zentrale Fundament aller Bildungsprozesse. Viele Menschen aus der ganzen Welt sind in den letzten 60 Jahren aus verschied e- nen Gründen nach Deutschland gekommen. Sie suchten hier ein besseres Leben in Freiheit und Sicherheit, gesellschaftliche n und b eruflichen Aufstieg. Sie wurden als Arbeitskräfte gebraucht und haben entscheidend zum Wohlstand des Landes beig e- tragen. Viele, die zunächst nur vorübe rgehend kamen, haben hier eine neue Heimat gefunden. Sie und ihre Kinder gehören zu Deutschland, g enau wie ihre Herkunft s- sprachen auch. Heimat ist nicht mehr nur eine Schicksalsgemeinschaft, die sich aus einer gemei n- samen Vergangenheit definiert, sondern eine Gemeinschaft der Zukunft. Wir hoffen sehr, dass unsere mehrsprachige Kita „Weltkinder“ hier zu einen Beitrag leisten kann – als ein Ort der Begegnung, des interkulturellen Lernens und Dialogs. I n h a l t : 1. Bedarfs- und Situationsanalyse 2. Trägerprofil, Ziele, Leitlinien 3. Mehrsprachigkeit durch Immersion 3.1 Förderung der nicht-deutschen Muttersprache 3.2 Einführung der Zweitsprache 3.3 Literalitätsansatz 3.4 Elternarbeit 3.5 Überprüfen der Sprachentwicklung 4. Integration ab dem ersten Lebensjahr 5. Familienzentrum mit Familienberatung und Familienbildung 6. Rahmenbedingungen (Öffnungszeiten, Gruppenzahl, Binnendifferenz) 7. Bewegungsfreiräume durch moderner Raumgestaltung 8. Pädagogischer Ansatz 9. Beobachtung und Dokumentation durch Portfolio 10. Teamarbeit 11. Kooperation mit dem Träger 12. Verantwortlichkeit des Trägers Seite 4 von 15 1. Bedarfs- und Situationsanalyse Die Ergebnisse der Pisa -Studien zeigen wiederkehrend, dass rund 40% aller Kinder mit einer Migrationsgeschichte in Deutschland geringe bis kaum Chancen auf einen guten Schulabschluss und eine Berufsausbildung haben. Diese Kinder liegen gegen- über gleichaltrigen deutschen Kindern in ihren Leistungen im D urchschnitt 2 Jahre zurück. Ein entscheidender Grund für die schlechten Ergebnisse sind häufig sprac h- liche Defizite. Wenn die Eltern dieser Kinder ein nur mangelndes Bildungsinteresse haben, fällt es ihnen schwer, ihre Kinder sprachlich zu fördern. So sind Kindergarten und Schule gefragt in der Sprachförderung bei mehrsprachigen Kindern. Bei deu t- schen Kindern ist zu beobachten, dass sie trotz des langjährigen Fremdsprachenu n- terrichts in den weiterführenden Schulen selten über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen. Die Europäische Union hat eine 3 -Sprachenformel als Ziel vorgabe definiert . De m- nach sollen alle Kinder in der EU die Chance bekommen, wenigstens 3 Spra chen sicher sprechen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das immersive Lernen (detaillierte Darstellung weiter unten) schon im Kindergarten einzuführen. Hier lernen alle Kinder, ob sie von Behinderung betroffen sind oder nicht, ob sie eine Migration s- biographie haben oder nicht spielerisch und selbstverständlich eine fremde Sprache, die vor allem Flexibilität und Toleranz im Denken und Handeln fördert. In Gesprächen mit dem Jugendamt der Stadt Köln und unter Berücksichtigung des städtischen Jugendhilfeplanes ist der Bedarf für eine Kita mit 6 Gruppen und Plä tzen für insgesamt 42 Kinder unte r drei Jahren im Bezirk Rodenkirchen/ Stadtteil Marie n- burg gegeben. Ebenfalls gibt es den Bedarf für 10 integrative Plätze. Gleichzeitig mit dem Kitaneubau entstehen um die Kita herum 500 neue Wohnungen für Familien. 2. Trägerprofil – Ziele – Leitlinien – gesetzlicher Auftrag Träger der Kindertagesstätte „Weltkinder“ ist die ISS Mehrsprachige Kita gGmbH, eine Toc htergesellschaft des ISS Netzwerkes. Der „Interkulturelle Soziale Service“ (kurz ISS Netzwerk) ist seit 2003 als gemeinnütziger Träger in den Ber eichen „Kin- der- und Jugendhilfe“, „ambulante Erziehungshilfe“ „Sozialpädagogische Familienhil- fe“ sowie zu den Querschnittsthemen „Integratio n – Migration – Partizipation – Inklu- sion“ in Köln und NRW tätig. Im Jahre 2008 wurde die ISS-Netzwerk gGmbH als Dachgesellschaft der ISS Kinder- und Jugendhilfe gGmbH sowie der ISS Bildungsakademie gegründet. Erst jüngs t – im Jahre 2011 – kam die ISS Mehrsprachige Kindertagesstätten gGmbH als weitere Tochtergesellschaft hinzu. Die ISS Hilfs - und Betreuungsangebote richten sich in ihrer interkulturellen Schwe r- punktsetzung an Familien mit und ohne Migrationsgeschichte , Kinder, Jugendliche und derer Familien und an Einzelpersonen, die bei der Bewältigung von Krisen, E r- ziehungsschwierigkeiten sowie konkreten Alltagsprobleme n sozialpädagogische U n- terstützung und Hilfen benötigen. Dabei sollen vor all em die Selbsthilfepotentiale der Klienten gestärkt und gefördert werden. Seite 5 von 15 ISS arbeitet im Rahmen von Leistungsvereinbarung en mit unterschiedlichen J u- gendämtern (Köln, Bonn, Erftstadt, Remscheid, Wuppertal etc.) in Nordrhein - Westfalen zusammen. Zusätzlich engagiert sich ISS im schulischen sowie auße r- schulischen Bereich. Hierzu gehören auch Kooperationen mit Behörden, Schulen, Jugendeinrichtungen, interkulturellen Diensten, im Migrati onsbereich tätigen Vere i- nen und Institutionen. Mit zwei EU-Projekten engagiert sich ISS im Bereich der Berufswahlorientierung und Sprachförderung von Jugendl ichen und ihren El tern mit Migrationsgeschichte. Ein Ziel des Trägers ist es, Menschen mit Migratio nsgeschichte in Köln zu integrieren. Dies g elingt ihm durch Akzeptanz und Anerkennung der kulturellen Unterschiede, aber auch durch die Begleitung und Heranführung an das deutsche Schul - und Bil- dungssystem. Alle Gliederungen des ISS Netzwerkes, so auch die ISS Mehrsprachige Kita gGmbH arbeiten: systemisch: Auf der Basis einer offenen und wertschätzenden Grundh altung nehmen wir Wechselwirkungen und Beziehungsdynamik en – im interkulturellen Kontext – in den Blick. ressourcen- und lebensweltorientiert: Respektvoll gegenüber „anderen" Lebenswirklichkeiten und Verhaltensweisen verfolgen wir das Ziel, die Interessen, Fähigkeiten und Stärken unserer Klienti n- nen und Klienten als Kundinnen und Kunden zu entdecken und zu aktivieren. integrativ und vernetzend: Kulturelle Vielfalt fassen wir als Ressource und Bereicherung auf und fördern den (interkulturellen) Austausch und die Zusammenarbeit im Sozialraum. orientiert an universellen Werten: Wir arbeiten politisch und konfessionell neutral auf der Basis der freiheitlich de- mokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, der UN -Kinder- rechtskonvention, der UN - Behindertenrechtskonvention und des Gender - Mainstreaming-Prinzips. Diese Herang ehensweise eröffnet eine diffe renzierte und individuelle Integration s- möglichkeit und verhindert konfliktbeladene Formen der Selbstethnisierung. In der interkulturellen Arbeit setzt ISS folgende Schwerpunkte: Stärkung von Selbsthilfepotentialen und Erschließung lebensweltbezogener Ressourcen; Förderung sozialer Kompetenzen und Nutzb armachung spezieller Ressou r- cen im Zusammenhang mit Migration; Verbesserung der Lebensqualität durch Eingliederung in bedarfsorientierte Angebote im Sozialraum; Förderung des lebenslangen Lernens zur Erschließung, Nutzbarmachung und Erhaltung individueller Kompetenzen Alle Mitarbeitenden der ISS verfügen über eine fundierte fachliche Ausbildung und bilden sich permanent weiter. Sowohl die Kommunikation als auch die Zusammenar- Seite 6 von 15 beit sind von einer transparenten, verlässli chen, wertschätzenden und respektvollen Haltung geprägt. Um die Qualität der Arbeit zu sichern, sind die Arbeitsabläufe, Qualitätskri terien und Bewertungsverfahren in einem Qualitätsmanagementsystem festgeschrieben. Die stetige Überprüfung der Arbeit hilft Arbeitsabläufe zu optimieren und dien t d er Qualitätsentwicklung der angebotenen Dienstleistung. Wir wollen, dass unsere Ku n- den (Kl ienten und Auftraggeber) zufrieden sind. Ihre Zufriedenheit ist Maßstab für unsere Quali tätsziele. Die mit dem Qualitätsmanagement -Prozess zusammenhä n- gende st etige Optimierung der angebo tenen Leistungen soll darüber hinaus neue Kundenbedarfe ermitteln und unsere Offenheit zur Einführung und Umsetzung neuer innovativer Hilfeangebote sicherstellen. Die kulturelle Vielfalt sowohl der Fachkräfte der ISS Mehrsprachige Kita als auch der von ihnen betreuten Menschen verstehen wir als Ressource und Bereicherung der pädagogischen ( Bildungs-) Arbeit. Sie ist wesentlicher Bestandteil des Selbstve r- ständnisses und des pädagogischen Profils der ISS Mehrsprachige Kita. Mit unseren Handlungsansatz tragen wir im gesellschaftlichen Kontext zur interkultureller Öffnung und Integration bei. Die transkulturelle Zusammensetzung des Teams des Leistungserbringers spielt im Kontext einer durch Vielfalt geprägten Gesellschaft und Klientelgrup pe eine zentrale Rolle. Indem Menschen of Color und mit Migrationshintergrund als Hauptamtliche nach innen (Träger, Team) und nach außen (Klientel, Institutionen, Gremien) auftr e- ten, wird ihre Sichtbarkeit und Hörbarkeit konsequent vergrößert. Es ist ein p oliti- sches Signal, da hierdurch Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe geschaffen we r- den. Zudem ist dies in der Praxis oftmals Ausdruck eines qualifizierten multiperspe k- tivischen Beratungs- und Betreuungsangebotes. ISS Netzwerk möchte bilingualen und mehrs prachigen Familien und Familien mit Migrationsgeschichte neben den ambulanten Hilfen zur Erziehung und den Integrat i- onskursen auch mehrsprachige Kindertagesstätten anbieten. Sie sollen diesen Fami- lien und ihren Kindern helfen, den Anschluss an das deutsche Bildungssystem zu finden. Nur so kann das Recht auf Bildung für jedes Kind gewährleistet werden. Bi l- dung wiederum ist Grundlage für die Entwicklung zu einem selbstständigen Leben in Deutschland. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass hier eine wic htige Vo- raussetzung für Integration in Deutschland ist liegt. Der ISS wählt dabei einen Ansatz, der sich von der gängigen monolithischen B e- trachtungsweise nationaler Kulturen löst, die sozial bedingte unterschiedliche No r- men und Wertvorste llungen von Angeh örigen der gleichen Nation ignoriert. Der ISS geht davon aus, dass die Normen, Werte und Bräuche in gesellschaftlicher Koopera- tion g eschaffen werden und von den jeweiligen konkreten Lebensumständen und Umweltbedingungen der Menschen abhängig sind. Sie könn en als Orientierungssys- tem im Zusammenleben der Menschen ihren Sinn verlieren. Diese Herangehenswe i- se eröffnet u.E. eine differenzierte und individuelle Integrationsmöglichkeit und ve r- hindert konfliktbeladene Formen der Selbstethnisierung. Kulturelle Unterschiede im Hinblick auf Erziehungsziele, geschlechtsspezifische Ro l- lenerwartungen und den zwischenmenschlichen Umgang finden in der pädagog i- schen Arbeit von ISS besondere Beachtung. Kulturspezifische Umgangsformen we r- den grundsätzlich respektiert. Dies gil t allerdings nur, sofern die betreffenden kultu r- spezifischen Umgangsformen mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind. Die Rechte eines Kindes dürfen nicht kulturell relativiert werden. Wesentlicher Bestan d- teil der fachl ichen Arbeit ist es, die eigene Sozialisation zu reflektieren und eigene verinnerlichte Werte und No rmen im Hinblick darauf kritisch zu hinterfragen, ob sie der Benachteiligung eines Kindes Vorschub leisten können. Seite 7 von 15 Der ISS hat in dem Kooperationsprojekt MiBoCap (Migration und Handicap) mit der Gesamtschule Hol weide über mehrere Jahre mit Jugendlichen gearbeitet, die von Behinderung betroffen waren und auf dem Weg von der Schule in den Beruf begleitet wurden. Der ISS hat in diesem Projekt sehr gute Erfahrungen gesammelt in der Z u- sammenarbeit mit betroffenen Kindern, ihren Eltern und beteiligten Institutionen. Es ist dem ISS gelungen, jugendlichen MigrantInnen und ihren Familien bei der Integra- tion zu unterstützen und ihnen zu einer höchstmöglichen Selbstständigkeit zu verhel- fen. Dieses Zie l will auch diese mehrsprachige und integrative/inklusive Kita erre i- chen. Der ISS arbeitet überkonfessionell und überparteilich. Der Träger orientiert sich au s- schließlich am deutschen Grundgesetz, an der Kinderrechtskonvention und am e u- ropäischen Recht auf Bildung (darin enthalten die 3 -Sprachenformel, die besagt, dass jedes Kind ein Recht auf das Erlernen von 3 Sprachen haben soll). Desweiteren ergeben sich die Aufgaben für den Betrieb der ISS Kitas aus dem Kinderbildungsg e- setz NRW (Kibiz) und der Bildungs vereinbarung zwischen der nordrhein- westfälischen Landesregierung und den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege. Kindertageseinrichtungen haben gem. § 3 Abs. 1 KiBiz einen eigenständigen Bi l- dungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. In der Bildungsvereinb arung zwischen der Landesregierung und den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege heißt es: „J e- des Kind hat Anspruch auf E rziehung und Bildung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuerst ihnen obliegenden Pflicht [...] Er- gänzend führen die Tageseinrichtungen für Kinder die Bildungsarbeit mit Kindern aller Altersgruppen im Rahmen des eigenständigen Erziehungs - und Bildungsau f- trags […] durch […] Das Kind ist während seines gesamten Aufenthaltes in der T a- geseinrichtung bildungsfördernd zu begleiten […].“ In der vorliegenden Konzeption sind die gesetzlichen Vorgaben und die in der Bi l- dungsvereinbarung enthaltenen Grundsätze berücksichtigt. 3. Mehrsprachigkeit durch Immersion („Sprachbad“) Damit die Integration von Kinder n mit Migrationsgeschichte gelingen kann, wurden wissenschaftliche Untersuchungen aus Skandinavien, Canada, dem Elsaß und aus Norddeutschland (an der dänischen Grenze) hinzugezogen und dem vorliegenden Konzept zugrunde gelegt (nach: Wode: Frühes Fremdsprac henlernen in Kindergä r- ten und Grundschulen, 2009). Die Immersionsmethode (kurz: IM) im Sinne von „Eintauchens in eine Sprache“, wird seit den 1960er Jahren an verschiedenen Orten der Welt praktiziert. Es gibt ausre i- chend viele und gute wissenschaftliche B elege für ihren beispiellosen Erfolg. „Sie ist weltweit als das mit Abstand erfolgreichste Sprac hlehrverfahren“ (Wode, S. 18) und wird in Deutschland zurzeit in mehr als 100 Kindertagesstätten angewendet. Die IM „erfordert keine zusätzlichen Stunden und L ehrkräfte, ist also in diesen Pun k- ten kostenneutral“ (Wode, S. 18). So wie die 3-Sprachenformel der EU vorsieht, dass jedes Kind drei Sprachen lernen soll, so will ISS auch den deutschsprachigen Ki n- dern schon im Kindergarten eine weitere Sprache anbieten. Sie haben die Möglic h- keit englisch, französisch, spanisch oder andere Sprachen zusätzlich zum Deutschen zu lernen. Dieses Sprachenlernen geschieht immersiv. Es spricht eine Erzieherin deutsch und eine spricht die zweite Sprache. Seite 8 von 15 3.1 Förderung der nicht-deutschen Muttersprache Zunächst ist wichtig zu verstehen, dass Kinder eine Zweitsprache erst lernen, wenn ihre Muttersprache altersgemäß ausgebildet ist. Ein neuer Begriff kann erst in eine fremde Sprache übersetzt werden, wenn er in der Muttersprache vers tanden wird. Diese Transferleistung muss insbesondere Kindern mit Migrationsbiographie ermö g- licht werden, indem sie Gelegenheit bekommen, ihre Muttersprache altersgemäß auszubilden. Außerdem müssen die Kinder erfahren, dass ihre Muttersprache wic h- tig, wertvoll und ausdrücklich erlaubt ist. Wenn sie in der Kita von Anfang an au s- schließlich mit Deutsch konfrontiert werden, entwickeln sie häufig Widerstände g e- gen die alte und die neue Sprache. Die Kinder sollen also deshalb zunächst intensiv ihre Muttersprache sprechen und sie sicher beherrschen lernen. So wie gleichaltrige deutsche Kinder die deutsche Sprache beherrschen. Zur Unterstützung werden Ki n- derbücher in die Muttersprache übersetzt und als Hörspiel aufgenommen. Auch Li e- der in der Muttersprache gehören dazu. Wenn Kinder ihre Muttersprache sicher b e- herrschen und ein natürliches Interesse an Sprache und Bildung entwickeln, sind sie bereit für das Erlernen einer zwe iten Sprache. Um die sprachliche Entwicklung zu fördern und das Interesse an Literatur zu wec ken, gibt es in der Kita eine Literatu r- ecke mit zahlreichen Büchern und dazugehörigen Hörspielen in beiden Sprachen. Erfahrungsgemäß sind die Bücher in beiden Sprachen von Anfang an interessant für die Kinder und erfreuen sich großer Beliebtheit auch bei d en Eltern, die sich Bücher und CDs ausleihen können. Einige Eltern mit Migrationsgeschichte leben in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland. Sie sprechen ihre Muttersprache oft nur rudimentär und bevorzugen im Kontakt mit ihren Kindern die deut sche Sprache als Verkehrssprache. Sie können wählen, ob ihr Kind die Muttersprache altersgemäß sprechen lernen soll. Wichtig ist für alle Kinder, dass sie und auch ihre Eltern Int eresse an Bildung entwickeln. Dann gelingen das Sprachenlernen und auch die spätere Schulentwicklung. Für die deutschsprachigen Kinder bedeutet Immersion, in eine zweite Sprache „ei n- zutauchen“. In ihrer Gruppe wird deutsch und eine Fremdsprache gleichzeitig g e- sprochen. Jeweils eine Erzieherin spricht eine Sprache. Das frühe Fremdsp rachen- lernen führt dazu, dass die Kinder am Ende ihrer Kindergartenzeit für die fremde Sprache das gleiche Hörverständnis entwickelt haben wie für die deutsche Sprache. Die Vorstellung, dass die Muttersprache bei der Methode der Immersion zu kurz kommt, wurde als unhaltbares Vorurteil entlarvt. Solange die Kinder weiterhin in ihrer Muttersprache sprechen und hören dürfen, entwickelt sich ihre Sprache weiterhin altersgemäß. Hierzu sagt Prof. Wode: „…die inzwischen vorliegenden wissenschaf t- lichen Studien inklusive der Studien zur IM (zeigen) überdeutlich, das bei früher (und späterer) Mehrsprachigkeit die Entwicklung der L1 (Muttersprache) nicht nur nicht beeinträchtigt, sondern in der Regel sogar gefördert wird. Das gilt für die mündliche Entwicklung genauso wie für die schriftliche.“ (ebd., 2009, S. 51) 3.2 Einführung der Zweitsprache Sobald die Kinder ihre Muttersprache hörbar gut entwickelt haben, wird die zweite Sprache immersiv eingeführt. Dabei wird die neue Sprache zum besseren Verstän d- nis immer mit ei nem Tun und/oder mit Gesten begleitet. Nur langsam wird von der gewohnten in die neue Sprache gewechselt. Jetzt , wo die Kinder in der Mutterspr a- che auf dem altersgemäßen Sprachniveau angekommen sind, gelingen ihnen Trans- ferleistungen in die neue Sprache le ichter. Immersiv deutsch oder eine andere Zweitsprache lernen gelingt da, wo eine Erzieherin die Muttersprache der Kinder und eine weitere Erzieherin die zweite Sprache spricht. Seite 9 von 15 3.3 Literalitätsansatz Erzieherinnen die gleiche Kultur - und Spracherfahrungen haben wie die Eltern der Kindergartenkinder, erleben oft eine höhere Akzeptanz als deutschsprachige Erzi e- herinnen. Es ist ihnen eher möglich, die Eltern von der Notwendigkeit einer Zusa m- menarbeit zum Wohle der Sprachentwicklung und schulischen Entwicklung ihrer Kin- der zu überzeugen. Die Eltern werden ermutigt mit den Kindern zu Hause nur die Muttersprache zu sprechen und ihnen Bilderbücher in derselben vorzulesen. Die Bücher und Hörspiele der Kita ermöglichen den Kindern eine frühe Bildung, die sie in Thema und Tempo selbstständig in die Hand nehmen können. Die Erfahrungen be i- spielsweise in der Kita Mosaik in Kiel haben gezeigt, dass die Kinder auf diesem Weg ein immer stärkeres Interesse an Bildung entwickeln. Von diesem Literalitätsansatz haben dort in zwischen hunderte von Kindern pro fitiert. Er hat sich bewährt. (nachzulesen bei Prof. Apeltauer Publikationen, Uni Flensburg). Kinder mit Deutsch als Erstsprache, die immersiv eine Zweitsprache im Kindergarten lernen, werden ebenfalls durch den Literalitä tsansatz gefördert. Auch sie verfügen in ihrer Gruppe über eine Literatur - und Hörwerkstatt, in der Bücher und Hörspiele in beiden Sprachen angeboten werden. Die Literalität baut wie alle Angebote im Ki n- dergarten auf die Neugier und das Interesse der Kinde r an Geschichten, Phänom e- nen und Projektionsflächen für eigene Anliegen, Bedürfnisse und Phantasien. Kinder haben ein sicheres Gespür für Themen, die ihrem Alter entsprechen. Sie suchen sich Bücher und Geschichten, die ihnen hier und heute etwas bedeuten, selbst aus. Sie werden nicht in die Bücherecke geschickt oder zum Lernen angehalten. 3.4 Elternarbeit Um die Sprachentwicklung der Kinder optimal fördern zu können und auch um dem Bildungsinteresse der Kinder und dem ihrer Eltern zu entsprechen oder dies es noch zu steigern, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern unerlässlich. Ohne die Unterstüt- zung der Eltern werden die Kinder nur schwerlich Bildungsangebote annehmen kön- nen. Der Lernerfolg für eine Zweitsprache ist längerfristig größer, wenn zunächst die stär- kere Sprache (Herkunfts- bzw. Familiensprache) gefördert wird. Dadurch geschieht zum einen die notwendige Sozialisation und zum anderen kann nur so eine altersg e- rechte kognitive Entwicklung in Gang gesetzt werden. Das müssen zunächst die E l- tern – wie auch die ErzieherInnen – erfassen und nachvollziehen können. Elterna r- beit in Form von regelmäßigen Elternabenden und Elterngesprächen ist deshalb u n- erlässlich. Für deutschsprachige Familien ist von Anfang an wichtig zu verstehen, dass die mehrsprachige Kita den Kindern spielerisch eine neue Sprache vermittelt. Die Kita ist keine vorgezogene Schule. Eltern, die für ihre Kindern den frühen Zweitspracherwerb nicht wünschen, weil sie eine Überforderung für die Kinder fürchten, können ihre Kinder für die nur deutschsprachige Gruppe anmelden. Wenn Eltern sich für eine Fremdsprachengruppe entscheiden, dann werden sie d a- rauf hingewiesen, dass sich das Sprachenlernen langsam vollzieht. Erst in der Grundschule, wo die Kinder schreiben lernen und die Zweitsprache gezielt einsetzen, werden sie auch die Zweitsprache benutzen. Das ist im Kindergartenalter noch weni- ger zu erwarten. Hier entwickelt sich zunächst das Hörverständnis. 3.5 Überprüfen der Sprachentwicklung Um die Sprachentwicklung zu beobachten und die Qualität d er Immersion und die Wirkung der Literalität sicher zu stellen, werden regelmäßige Überprüfungen vorg e- nommen. Dazu bedarf es neuer Kontrollsysteme, ähnlich derer, die in bilingualen Seite 10 von 15 (englisch-deutschen) Kitas mit Muttersprache Deutsch seit Jahren eingesetz t we r- den. Um die Entwicklung genau beobachten zu können, wurde in einer anderen ISS- Kita die Zusammenarbeit mit dem Sprac hwissenschaftler Professor Apeltauer aus Flensburg durchgeführt. Die Ergebnisse und das Ve rfahren zur Sprachförderung dieser Kita werden in die Kita in der Gaedestraße übertragen und angewendet. 4. Integration/Inklusion ab dem ersten Lebensjahr Diese Kita wird wie oben beschrieben nicht nur Integration auf der sprachlichen Eb e- ne fördern, sondern auch Integration der von Behinderung betroffenen Menschen mit und ohne Migrationsbiographie. Es ist ISS ein großes Anliegen, an Inklusion und Integration mitzuwirken. Sie sieht in der Kombination beider Aufgaben eine Herau s- forderung der modernen Gesellschaft die Chancengleichheit und Solidarität k onse- quent erfahrbar macht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das jedes Kind die Möglichkeit erhält, sich vollstä n- dig und gleichberechtigt am alltäglichen Leben in der Kita zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von seinen individuellen Fähigk eiten, seiner ethn i- scher wie sozialer Herkunft oder seines Geschlechtes. Sämtliche pädagogische Aktivitäten und Leistungen, die in dieser Konzeption b e- schrieben werden, beziehen immer auch die individuellen Fertig - und Fähigkeiten des beteiligten Kindes mi t ein, sind fallbezogen in der Arbeit mit dem Kind, der D o- kumentation, aber auch fallübergreifend, wenn es z.B. um Weiterbildung, Kooperat i- on und Weiterentwicklung der inklusiven Konzeption geht. Da in der Entwicklung der von Behinderung betroffenen Kinder ein großes Verände- rungspotential liegt, sollten diese Kinder möglichst in einer Kita aufwachsen, die auf jede Behinderungsform, räumlich und personell vorbereitet ist. Der Grad der Behi n- derung ändert sich zu keiner Zeit mehr, als im Kleinkindalter. Hier k önnen Behinde- rungen auftreten und überwunden werden, hier können Störungen auftreten, die sich wieder auflösen. Im Kleinkindalter sind unglaubliche Entwicklungen möglich, die aufmerksam wahrgenommen und optimal begleitet und gefördert werden sollen. Kinder ab dem ersten Lebensjahr werden seltener in Kitas betreut, wenn sie von B e- hinderung betroffen sind. Eltern wollen den Kindern nicht zu früh eine Fremdbetre u- ung zumuten. Manche Familien haben ein ausgeprägtes soziales Netzwerk von F a- milienangehörigen und F reunden, das es ihnen ermöglicht, trotz der besonderen Aufgabe der Betreuung noch Freir äume zu schaffen. Manche Kinder, die von Behin- derung betroffen sind, werden z.B. von den Großeltern mit betreut oder von hilfre i- chen Freu nden. Nicht alle Familien haben diese Netzwerke und können mit ihnen eine optimale Förderung ihres Kindes gewährleisten. Deshalb kann es schon früh notwendig sein, die Kinder in einer Kindertagesstätte betreuen zu lassen. Hier arbe i- ten kompetente PädagogInnen und TherapeutInnen, die sowo hl die alltägliche B e- treuung als auch die besonderen Therapien sicher stellen. Wenn die Kinder am Nachmittag nach Hause gehen, müssen die Eltern nicht noch externe Therapeuten aufsuchen, sondern haben Zeit für „das ganz normale Familienleben.“ In der Kita a rbeiten zwei MitarbeiterInnen aus den Fachbereichen: Logopädie und Physiotherapie (Krankengymnastik oder Motopädie) und evt l. Ergotherapie. Sie sind neben dem übrigen Fachpersonal dafür verantwortlich, dass alle Kinder am alltägl i- chen Leben vollständig und gleichberechtigt teilnehmen können. Gleichzeitig sind sie Teil eines Netzwerkes von Fachleuten, innerhalb und außerhalb der Kita, die die i n- dividuelle Förderung des Kindes koordinieren und/ oder durchführen. Seite 11 von 15 5. Familienzentrumsarbeit durch Familienberatung und Fa- milienbildung ISS plant in der neu zu errichtenden integrativen und mehrsprachigen Kita ein Fam i- lienzentrum einzurichten. Die Mitarbeitenden des Trägers sind in wichtigen Bere i- chen der Hilfen zur Erziehung und der sozialen Beratung bereits tätig. Sie sind Teil der sozialen Netzwerke in Köln. Die Familienzentrumsarbeit ist ihnen und dem Tr ä- ger vertraut. Der ISS verfügt hier personell, inhal tlich und fachlich über Ressourcen, die eine qualifizierte Arbeit im Familienzentrum möglich machen. 6. Rahmenbedingungen (Öffnungszeiten, Gruppenzahl, Bin- nendifferenz) Die integrative und mehrsprachige 6 -gruppige Kita hat die üblichen Öffnungszeiten (07:30 – 16:30 Uhr). Die Betreuungszeiten werden mit den Eltern gemäß den Vorg a- ben des KiBiz vertraglich festgeleg t. Die Eltern können 35 oder 45 Wochenstunden buchen. Die B etreuungszeiten sind entsprechend von 07:30 -14:30 bzw. bis 16:30 Uhr. In immer mehr Familien gehen Vater und Mutter einer Vollzeitbeschäftigung nach. Weil sie es wollen und/oder weil sie es aus fi nanziellen Gründen müssen. Demg e- genüber stehen immer noch zu wenig flexible Arbeitszeitmodelle. Die Kita versucht zum einen, durch rege lmäßige Abfragen bei den Eltern einen Überblick über den Betreuungsbedarf zu erhalten und die vorhandenen Zeit- und Personalressourcen so effektiv wie möglich einzusetzen, zum anderen, bei der Lösung individueller, manchmal nur zeitlich begrenzter Betreuungsprobleme zu he lfen. Maßgabe ist hier immer, dass der Personaleinsatz zuerst der pädagogischen Arbeit mit den Kindern dient und nicht der reinen Betreuung. Wenn von den Eltern eine Randbetreuung (von 16:30-18:00 Uhr) gewünscht wird, dann wird diese Betreuungszeit in Kooperation mit Tagesmüttern in den Räumen der Kindertagesstätte angeboten. Die Gruppenformen der Kita-Gaedestraße entsprechend der KiBiz- Vorgaben: 2 Gruppen GT I: mit jeweils zwei Plätzen für Kinder mit Behinderung 3 Gruppen GT II : 10 Kinder von 0-3 Jahre mit jeweils zwei Plätzen für Kinder mit Behinderung 1 Gruppe GT III: 25 Kinder von 3- 6 Jahre Insgesamt werden in der Kita 95 Kinder betreut, davon sind 10 Plätze integrativ. 7. Bewegungsfreiräume durch moderner Raumgestaltung In unserer mehrsprachigen und integrativen Kita wird besonderen Wert gelegt auf ganzheitliches Lernen sowie ganzheitliche Entwicklung der Kinder. Dazu sind Bew e- gung und Kreativität zwei wichtige Bestandteile. Seite 12 von 15 Es wird Bildungsräume geben, wie sie durch Pikler, Reggio und von der Beek vorg e- stellt und erfahrbar gemacht wurden.Der Gru ppenraum dient als Basisstation, in dem Spiel, Wahrnehmung, Sprache und Rückzug angesiedelt sind. Hier haben die Kinder Gelegenheit, sich ihre „Bewegungsanlässe selbst zu bauen“ (vg l. von der Beek u.a., 2007). D en Kindern stehen Bauelemente zur Verfügung, die sich beliebig zusa m- menfügen lassen. So entstehen k indgerechte Bewegungsbaustellen, die zum Schaukeln, Schwingen, Schleudern und Gedreht -Werden anregen. Sie entsprechen dem kindlichen Bedürfnis nach vestibulären Bewegungsreizen. Die schon fertigen Hochetagen im Gruppenraum si nd so gesichert, dass auch die ganz kleinen Kinder sie erklettern und bespielen können. Die Hochetagen best ehen fast ausschließlich aus verschiedenen Naturmaterialien (Holz, Kork, Stein, Stoff, Se i- len) wie sie von verschiedenen Schreinern schon erfolgreich gebaut wurden. Ein zusätzlicher Atelierraum, der gruppenübergreifend genutzt wird, ermöglicht, Kunst und Kreativität zu erleben und zum Ausdruck zu bringen. In diesem Raum gibt es flexible Tische, keine Stühle. An den niedrigen Tischen und wahlweise auf dem leicht waschbaren Boden malen und basteln auch die Kleinsten der Kita. Der Raum bietet genauso reichlich Platz für Theater und musikalische Angebote. Im Speise - und Mehrzweckraum werden zu festen Zeiten gemeinsame Mahlzeiten eingenommen. Hier stehen Tische und Stühle, die auch für and ere Zwecke genutzt werden können. Die Sanitärräume sind sehr groß und ermöglichen ausgiebiges Waschen, Planschen und Matschen. Die Waschbecken sind größer als herkömmliche Becken. Es gibt eine Wasserrinne, um sich beim und nach dem Matschen leicht sauber m achen zu kö n- nen. Es gibt eine Dusche ohne Wannenrand. Alle Gefahrenstellen werden reduziert und es wird dem kindlichen Bedürfnis nach basalen Körpererfahrungen Rechnung getragen. Der geplante große Garten wird von allen Kitakindern genutzt. Er ermöglicht B ewe- gung und Entdeckungen, wie sie für Kindergartenkinder notwendig sind. Es befinden sich ausreichend Sand- und Grünflächen (die bei Bedarf umgeformt werden können), sowie Klettergerüste und liegende Baumstämme. Auch ein kleiner Nutzgarten, sowie ein Blumenbeet gehören in die Nähe der Kinder, damit die Kinder etwas wachsen lassen und ernten können. Für die Kinder unter drei Jahren ist ein optisch abgetrenn- ter Bereich vorgesehen um Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe zu bieten. 8. Pädagogischer Ansatz Das zugrunde gelegte Menschenbild in dieser Kita ist geprägt von Respekt und Ac h- tung vor dem Kind und seinen Bedürfnissen. Ein Entwicklungsbün dnis mit dem Kind als autonomes Subjekt ist notwendig, um das Kind nicht zum Objekt von Erzi e- hungsbemühungen werden zu lassen. Wir beteiligen alle Kinder so früh wie möglich an Entscheidungsprozessen und übe r- geben ihnen ihrem Alter, ihrem Entwicklungsstand und ihren individuellen körperl i- chen und kognitiven Fähigkeiten entsprechend, Verantwortung. So lernen sie Kreat i- vität, Ausdauer und Weitsicht. Indem sie als eigenständige Wesen respektiert we r- den, stärken wir ihr Selbstbewusstsein. Auch im Sinne der Inklusion, verinnerlichen sie demokratische Prozesse und lernen, Rüc ksicht zu nehmen, Kompromisse zu schließen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Die Kinder machen die Erfahrung, dass man sich engagieren muss, um etwas zu bewirken, und lernen, mit Seite 13 von 15 Frustration umzugehen . Die ErzieherInnen sind verlässliche B ezugspersonen und BegleiterInnen, die klare Regeln aufstellen und für deren Einhaltung Sorge tragen. Die ErzieherInnen verstehen sich als Erweiterung der Herkunftsfamilie und respektie- ren kulturelle Unterschiede. Sie verstehen sich als ErziehungspartnerInnen, erke n- nen die Erziehungsleistung der Eltern an und bemühen sich um eine dialogische, prozessorientierte und lebensweltorientierte Beziehung zu den Eltern. Um mit den Eltern ein gelungenes Arbeitsbündnis herzustellen ist es erforderlich, dass Informat i- onen fließen und dass Eltern Mitbestimmungsrechte bekommen und Mitarbeitsmög- lichkeiten. Dazu ist die Gründung eines Fördervereins denkbar. Wie bedeutend Eltern für die Kindergartenzeit der Kinder sind, erlebt man in der Ei n- gewöhnungsphase. Hier sollen die Erwachsenen zugunsten der kle inen Einsteiger behutsam und in gu ter Absprache zusammenarbeiten. Die Kinder kommen anfangs mit den Eltern in die Kita und werden von ihnen unterstützt. Oft ist es erst nach ein i- gen Tagen möglich, dass die Mutter oder der Vater, der das Kind in der Eingewö h- nungsphase begleitet, den Gruppenraum für kurze Zeit verlässt. Manchmal dauert es einige Wochen, bis ein Kind das angestrebte Ziel von 35 oder 45 Stunden pro Woche gut schaffen kann. Ein festes Gruppengefüge ist in dieser mehrsprachigen Kita (deutsch, englisch, itali- enisch) mit den unters chiedlichen sprachlichen Erfordernissen angebracht. So we r- den zwar einige Räume von allen genutzt (Atelierraum und Garten) und es wird auch wöchentlich im großen Kitakreis gesungen und musiziert, dennoch arbeiten die Gruppen s eparat. Die Kinder können sich untereinander besuchen, sie wechseln aber nicht die Gruppe. Nur in einer festen Gruppe kann sich eine psychosoziale D y- namik entwickeln, die dem ei nzelnen Kind soziale Kompetenzen abverlangt und sie damit fördert. Wenn die Kinder keiner festen Gruppe und G ruppenstruktur angehö- ren, verlieren sie leicht die Übersicht und damit Sicherheit. Um den Horizont der Kinder frühzeitig zu erweitern sind Ausflüge und E xkursionen geplant, sowohl in nahe Naturschutzgebiete als auch in Einric htungen wie Museen, Zoologische Gärten und Theater . Von dort werden M aterialien mitgebracht, die ein Nacharbeiten, Wiederholen und Vertiefen des Erlebten unterstützen. Die Kinder so l- len auf diesem Weg frühzeitig Interesse an Naturwissenschaften entwickeln und i h- ren Forschergeist entfalten können. 9. Beobachten und dokumentieren durch Portfolio Bei Portfolio geht es um die dokumentierte Entwicklung des Kindes. Mit Hilfe eines Fragebogens beschäftigt sich die/der ErzieherIn mit dem einzelnen Kind beobac h- tend und notiert seine momentanen E rfahrungen und seine Lernprozesse. Dazu f o- tografiert der Erziehende das Kind, wann immer er eine besondere oder neue Han d- lung beim Kind beobachtet. Gemalte Bilder und Bastelergebnisse werden in die Portfoliomappe oder in einen dazugehörigen Schuhkarton gel egt (der z.B. mit dem Kind verschönert werden kann). Zweimal jährlich wird die Dokumentation mit dem Kind und seinen Eltern bespr o- chen. Diese Dokumentation soll dem Erziehenden helfen, den Entwic klungsstand des Kindes immer wieder neu zu erfassen und für die Eltern nachvollziehbar zu m a- chen. Auch das Kind selbst bekommt so die Möglic hkeit, eigene Veränderungen zu sehen und deren Wertschätzung durch die Erwachsenen zu e rleben. Hier ist nicht entscheidend, was das Kind gelernt hat und was es schon alles kann oder auch nicht. Es geht darum, Entwicklungen sichtbar zu machen. Wenn Entwicklungsdefizite Seite 14 von 15 und Entwicklungsstörungen vorliegen, können sie auf diesem Weg rechtzeitig wah r- genommen und behandelt werden. In der Regel verhilft Portfolio auch zur Gelasse n- heit. Denn Eltern und manche ErzieherInnen wundern sich hin und wieder über Ve r- haltensweisen, Auffälligkeiten oder scheinbare Fixierungen beim Kind, die nach lä n- gerem Beobachten doch nur als vorübergehende Phase erkannt werden. Um Missverständnissen vorzubeugen sei erklärt, dass Behinderungen nicht relativiert oder positiv umformuliert werden. Sie sind können aber nicht von Anfang an und für immer festgelegt werden, weil das Entwicklungspotential sonst keine Chance hat sich zu entfalten. 10. Teamarbeit Das mu ltiprofessionelle Team besteht aus insgesamt 16 Mitarbeitenden aus den Berufsgruppen: Diplom Pädagogik, Logopädie, Physiotherapie, Elementarerziehung und Kinderpflege. Das Team tagt wöchentlich, um pädagogische und organisator i- sche Themen zu besprechen. Üb er die Kinder, die von Behinderung betroffen sind, wird regelmäßig eine professionelle „Fallbesprechung“ zusammen mit den Therapeu- tInnen durchgeführt. Für das gesamte Team gibt es regelmäßig Fortbildungen und Supervisionen, die den Mitarbeitenden helfen so llen, ihre Arbeit zu reflektieren und noch sicherer im Umgang mit den besonderen Herausford erungen ihrer Gruppe und der Kinder zu werden. 11. Kooperations- und Netzwerkarbeit Mit dem Bekenntnis zur integrativen/ inklusiven Arbeit erweitern sich die Aufgab en der pädagogischen Fachkräfte im Bereich der Kooperation mit externen Fachkräften, der interdi sziplinären Zusammenarbeit und der Bereitschaft, sich fachliche Hilfe zu erschließen. Der angemessene Kontakt zu Beratungsstellen, Ärzten, Frühdiagnostikzentren, Früh- förderstellen usw. und die Zusammenarbeit mit anderen integrativ arbeitenden Ei n- richtungen werden als selbstverständlich vorausgesetzt und vom ISS als Träger b e- gleitet und gefördert. Ebenfalls beabsichtigen wir einen guten und regelmäßigen Kontakt z u den Grun d- schulen in der Umgebung herzustellen, um den Übergang zwischen Kita und Schule zu erleichtern. 12. Verantwortlichkeit des Trägers Der ISS als Träger der Kita hält Kontakt zum Stadtteil, in dem sich die Kita befindet. Der Träger bespricht sich rege lmäßig mit seinem Dachverband, um seine Arbeit transparent zu machen und um auf Veränderungen und Anfragen von städtischer Seite eingehen zu können. Seite 15 von 15 ISS wacht als Träger über die Ziele und Einhaltung der Vorgaben und ist verantwor t- lich für Personalangelegenheiten. ISS bestimmt über Absprachen und Entscheidungsbefugnisse. K ö l n , i m J u n i 2 0 1 2
4_Konzeptunterlagen Regenbogen Kita Wolbeck eV für Kita Gildenstraße
52173 Zeichen
REGENBOGEN KINDERTAGESSTÄTTE WOLBECK
e.V.
Pädagogisches Konzept
Wir möchten
Stärken stärken – Schwächen
schwächen
1
Inhalt
1 Vorwort
2 Umfeld Einrichtung
3 Kurzprofil der Einrichtung
4 Pädagogisches Rollenverständnis
4.1 Die Rolle der Erzieherin
4.2 Menschenbild, Bild vom Menschen
4.3 Pädagogischer Wertekonsens des Teams
5 Gruppenorientierte Ansätze
5.1 Die Kindertagestättengruppe
5.1.1 Unser pädagogischer Ansatz in der Kindergruppe
5.1.2 Die Bedeutung der Erziehung in der Kita/insbesondere des Spiels
5.1.3 Die Vorschulerziehung
5.1.4 Spracherziehung
5.1.5 Bewegungserziehung
5.1.6 Gesundheitserziehung
5.1.7 Musikalische Früherziehung
5.1.8 Medienerziehung
5.1.9 Umwelterziehung
5.2.Konzeption der Kleinkindgruppe
Gliederung
1. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
2. Die begleitete Eingewöhnungszeit - Der elternbegleitende Start
3. Natur Erleben - Draußen Sein
4. In Bewegung sein - sich erproben
5. Soziales Lernen - Gruppe Erleben
6. Sprache erfahren - Eine eigene Stimme entwickeln
7. Räumlichkeiten lebendig gestalten - Erlebniswelten schaffen
8. Tagesablauf
9. Elternarbeit
6 Team
7 Eltern
7.1 Ziele der Elternarbeit, Verpflichtungen gegenüber den Kindern
7.2 Formen der Elternarbeit
7.3 Elterngespräche
7.4 Elternabende und Mitgliederversammlungen
8 Rolle des Vorstands
9 Kooperation mit dem Träger
9.1 Rolle des Trägers, Rechte und Pflichten
9.2 Ziele und Vorgaben des Trägers
9.3 Informationsaustausch
10 Öffnung nach außen
11 Öffentlichkeitsarbeit
2
1 Vorwort
Mit dieser Konzeption stellen wir unsere pädagogisc he Arbeit dar. Wir machen deutlich,
dass unser Handeln nicht zufällig zustande kommt, s ondern dass wir eine klare
Zielsetzung in der Arbeit mit Kindern haben. Unsere Konzeption dient als Fundament
um angemessen auf die ständigen Veränderungen unser er Zeit zu reagieren. Sie ist
unsere Antwort auf die pädagogischen Fragen, Lebens entwürfe und Zusammenhänge,
die uns im Alltag mit den Kindern und Eltern begegn en. Wir glauben, dass dieses
Konzept Antworten auf viele Fragen gibt (unser Konz ept ist auf die räumlichen
Gegebenheiten unserer bestehenden Einrichtung zugeschnitten).
2 Umfeld der Einrichtung
Münster Handorf ist ein Stadtteil von Münster und h at trotz seiner Nähe und Anbindung
an Münster`s Innenstadt einen dorfähnlichen Charakt er. Die neue Kindertagesstätte
bietet die Möglichkeit zu einer modernen und freund liche Einrichtung; ergänzt durch
großzügige Außenanlagen, so dass viel Freiraum und eine angenehme Atmosphäre für
die Kinder geschaffen wird.
3 Kurzprofil der Einrichtung
• Historie - Die Elterninitiative Regenbogen Kita Wolbeck e. V. wurde 1988 von
Eltern aus Wolbeck gegründet. Sitz des Vereins ist die Münsterstrasse 76B - am
Rande Wolbeck mit der bereits bestehenden Kindertag esstätte „Regenbogen –
Kindertagesstätte e.V.“.
• Gruppenstruktur - Die Kindertagesstätte bietet Platz für 50 Mädchen und
Jungen im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren. Die Kinder werden in drei Gruppen
der Gruppentypen I und II betreut.
• Personaleinsatz
Gruppe 2
Gruppenform I
Gruppenleitung
(native Speaker)
Fachkräfte
Gruppe 1
Gruppenform I
Gruppenleitung
(stell.Einrichtung
sleitung)
Fachkräfte
Verbundleitung für
beide
Einrichtungen
39.0 Std (+Verw.St.)
Gruppe 3
Gruppenform II
Gruppenleitung
Fachkräfte
3
• Räumliche Situation
Die räumliche Stituation ist durch den öffentlichen Beschluss der Stadt Münster
vorgegeben.
• Trägerschaft und Organisation
Der Dachverband der Elterninitiative ist der Verein „ Eltern helfen Eltern“, er
übernimmt eine beratende Funktion bei pädagogischen , konzeptionellen und
verwaltungstechnischen Fragen. Die Einrichtung wird von der Stadt Münster und
dem Land NRW gefördert und finanziell unterstützt. Die Förderung beläuft sich
auf 96% für die Kindertagesstätte, der Eigenanteil (Trägeranteil) der Eltern auf
4%.
Die Elterninitiative setzt auf die aktive Mitarbeit der Eltern in der Einrichtung, im Jahr
werden zwölf Stunden Elternarbeit pro Familie gelei stet. Jedes Elternteil bzw. jeder
Sorgeberechtigte ist Mitglied des Vereins. Vier Elt ernabende pro Gruppe und zwei
Mitgliederversammlungen für die gesamte Einrichtung im Jahr sind festgelegt.
Der Vorstand setzt sich aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern zusammen, die von
der Mitgliederversammlung gewählt werden und für di e wirtschaftliche, personelle
und organisatorische Geschäftsführung zuständig sind.
Die Geschäftsführung übernimmt die Verbundleitung m it zusätzlichen
Verwaltungsstunden.
Das Jugendamt der Stadt Münster schreibt eine Einha ltung von zwanzig
Schließungstagen vor. Der größte Anteil dieser Schl ießungstage liegt in den
Sommerferien.
• Geplante Öffnungszeiten der Einrichtung
Montag bis Donnerstag 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Freitags 7:30 Uhr bis 16:30 U hr
4 Pädagogisches Rollenverständnis
Die Elterninitiative der Regenbogen-Kita-Wolbeck e. V. ist Träger der Einrichtung. Die
Einrichtung wird gemäß § 45 SGB VIII (KJHG) betrieb en und gefördert. Unser
gemeinsamer pädagogischer Ansatz unterteilt sich in drei Bereiche:
4.1 Die Rolle der pädagogischen Mitarbeiter
Als Erzieher/innen nehmen wir die Rolle eines verlässlichen, vertrauensvollen und
unterstützenden Partners der Kinder ein.
Unsere Aufgabe ist es, für einen geregelten Tagesab lauf zu sorgen, der den
unterschiedlichen körperlichen und sozialen Entwick lungsbedürfnissen der Kinder –
unter Berücksichtigung der jeweiligen Altersstufe – entspricht. Dazu schaffen wir
entsprechende Bedingungen und Erfahrungsräume.
Unsere Aufmerksamkeit ist gerichtet auf die Anliege n, Wünsche und Bedürfnisse der
4
Kinder. Als Erzieher/innen nehmen wir in der Kita e ine Vorbildfunktion ein und
entwickeln ein Miteinander, das von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt
ist.
Aufgrund eines geregelten Tagesablaufes bieten wir den Kindern Orientierung und
Sicherheit.
Wir motivieren die Kinder, ihre Wünsche sowie ihre Einfälle und Ideen zu äußern. So
nehmen sie aktiv am Zusammenleben in der Kita teil. Wir unterstützen die Kinder in
Konfliktsituationen, hier können sie lernen, sich z u artikulieren und gemeinsam
Kompromisse zu schließen. Wir regen die Kinder zum gegenseitigen Helfen, zum
Vorzeigen, Vormachen und Nachahmen an. Sie lernen H ilfe zu suchen und
anzunehmen.
Durch gezieltes Beobachten finden wir heraus, welch e Fragen und Probleme die Kinder
beschäftigen. Auf der Suche nach Antworten ermutige n wir sie Fragen zu stellen und
sich mit ihnen auseinander zu setzen. Wir erschließ en mit den Kindern immer wieder
neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten sowohl inner halb als auch außerhalb der
Einrichtung.
Auch Spaß und Freude an körperlicher Bewegung werde n unterstützt; ebenso wie
motorische Fertigkeiten. Die Kinder haben die Mögli chkeit, Naturmaterialien und
vielfältiges Spielzeug zu nutzen.
4.2 Menschenbild, Bild vom Menschen
„Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung“ (Jean Piaget)
In unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind im Mittelpunkt. Wir sehen es in seiner
Einzigartigkeit, mit all seinen Gefühlen wie Freude , Angst, Wut, Trauer, seinen
Bedürfnissen, seinen Träumen, seiner Lebendigkeit, seiner Neugierde und allem
anderen, was sein Wesen ausmacht. Die Akzeptanz jed es einzelnen mit seinen Stärken
und Schwächen bestimmt das Leben und Lernen in der Kita. Für dieses gemeinsame
Leben sind Platz, Raum und Zeit wichtige Faktoren.
Neben dem Platz brauchen Kinder auch den Raum, das heißt die Möglichkeiten
Kontakte zu anderen Kindern aufzubauen, Freundschaf ten zu schließen, sich zu
streiten, Geheimnisse miteinander zu haben, sich zu bewegen, sich in Ruhe
zurückzuziehen und natürlich um zu spielen. Für die se Aktivitäten benötigen Kinder
ausreichend Zeit. Im Bezug auf die eigenen Bedürfni sse, Rechte und Pflichten des
Kindes gibt es besprochene Regeln und Grenzen .
Wir sehen das Kind als eigenständige Persönlichkeit . Es hat das Recht auszuprobieren,
zu experimentieren, neugierig zu sein, Fragen zu stellen, Fehler zu machen, wütend und
traurig sowie fröhlich, nachdenklich oder ängstlich zu sein. Darüber hinaus ist es wichtig,
das Lebensumfeld des Kindes mit einzubeziehen. Geme int sind hier in erster Linie die
Familie, in der das Kind aufwächst, aber auch das w eitere Umfeld. Die Kinder sollen
sich bei uns wohl und geborgen fühlen, soziale Kontakte knüpfen und pflegen.
Abschließend lassen sich folgende Punkte für unsere pädagogische Arbeit
zusammenfassen:
• das Kind wird anerkannt als aktiver Mitgestalter von Entwicklung und Bildung
• das wesentliche Potential für die kindliche Entwi cklung steckt im Kind selbst
• es ist ein vollwertiges menschliches Wesen mit ei gener Identität
5
• das Kind ist ein Entdecker und Forscher - in ihm steckt viel verborgene
schöpferische Kreativität
• Bewegung und Tätigkeit sind der Motor seiner Entw icklung
4.3 Pädagogischer Wertekonsens des Teams
„Das ist uns wichtig“
Wertschätzung
• die Stärken und nicht die Schwächen anderer hervo rheben
• Gefühle und Gedanken anderer akzeptieren können
• andere so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte
• unsoziales Verhalten anderer sachlich beurteilen und nicht verurteilen
• nicht andere für eigene Affekthandlungen verantwo rtlich machen
• fremde Affekthandlungen nicht persönlich nehmen
• positiver sprachlicher Umgang
Soziale Wahrnehmung
• Kontakte knüpfen können
• Störungen wahrnehmen und darauf reagieren können
• eigene und fremde Gefühle wahrnehmen und akzeptier en
• die Wirkung des eigenen Verhaltens auf andere wahr nehmen
Ich Bewusstsein & Selbstständigkeit
• Erfahrung und Einsatz des eigenen Körpers
• eigene Wünsche und Gefühle wahrnehmen und benenne n können
• Grenzen erkennen
• Bewusstsein über soziale Position in der Gruppe
• Regeln akzeptieren und ungerechtfertigte in Frage stellen
• sich angemessen gegen Unterdrückung wehren können
• Misserfolge ertragen und daraus lernen können
Konfliktbewältigung
• gewaltloser Umgang
• gegenseitiges Zuhören
• Konflikte wahrnehmen und darüber berichten können
• sich in andere hineinversetzen können
• Konfliktlösungen finden, vorschlagen und zwischen mehreren Lösungen
entscheiden
• sich mit Schwächeren solidarisieren
• manche Konflikte als nicht lösbar akzeptieren
Hilfsbereitschaft
• selbst Hilfe annehmen können
• sich nicht aufdrängen
• Schwächen anderer nicht ausnutzen
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5 Gruppenorientierte Ansätze
5.1 Die Kindertagesstättengruppe
Die frühpädagogische Betreuung in unserer Einrichtu ng soll die in der Familie
begonnene Erziehung unterstützen und ergänzen. Eine wichtige Voraussetzung ist der
regelmäßige Erfahrungsaustausch mit den Eltern. Er bietet die Chance einer
Übereinstimmung des Erziehungsstils. Darin sehen wi r eine wesentliche Grundlage für
die Entwicklung einer selbstbestimmten, schöpferisc hen und eigenverantwortlichen
Persönlichkeit des Kindes.
5.1.1 Unser pädagogischer Ansatz in der Kindergruppe
Die Grundrichtung unserer pädagogischen Planung und Zielsetzung ist die
lebensweltorientierte Pädagogik, ein ganzheitlicher Ansatz in großer Nähe zum
situationsorientierten Ansatz.
Dabei stellen wir die Kinder und ihre unmittelbaren täglichen Erlebnisse-, Lern- und
Lebenswelt in den Mittelpunkt unserer Betrachtung, so dass dem einzelnen Kind eine
allgemeine, umfassende Entwicklung ermöglicht wird. Ein wichtiger Grundsatz in Bezug
auf die methodische Vorgehensweise ist es, ein Zus ammenleben zu ermöglichen, das
in gegenseitige Akzeptanz und Achtung vor der jewei ligen Eigenart, Stärke, Schwäche
und dem Temperament erlebt wird.
Klare und konsequente Regeln, welche für alle Kinde r einsehbar sind bzw. werden
können, ermöglichen den Kindern ein breites Handlun gsspektrum und viele Freiräume.
In diesem Zusammenhang spielt das gegenseitige Vert rauen eine große Rolle. Den
Wert und die daraus resultierenden Möglichkeiten ei nes unbeschwerten und
vertrauensvollen Umgangs miteinander im Alltag zu v ermitteln, ist eines der
wesentlichen Ziele des methodischen Vorgehens unserer pädagogischen Arbeit.
Die Erzieher als aktive Beobachter und positives Vo rbild der Gruppe setzen zudem Lob
und Verstärkung als Mittel zur Förderung von Selbst sicherheit, Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen bewusst und gezielt ein.
In unserer pädagogischen Arbeit sehen wir die Mögli chkeit und Notwendigkeit, flexibel
auf die Bedürfnisse und Interessen des Kindes bzw. der Gruppe einzugehen d. h.:
• aktuelle Ereignisse spontan aufzugreifen und zu ve rarbeiten
• individuell den unterschiedlichen Entwicklungsstan d des Kindes bezüglich seiner
Erlebnis -, Gedanken- und Handlungsbezogenen Erfahrungen zu berücksichtigen
• den bereits vorhandenen Erfahrungsbereich des Kind es zu erweitern
• dem einzelnen Kind einerseits Anregungen anzubiete n, ihm andererseits den
Freiraum
• zu gewähren, seine Absichten im Rahmen seiner Fähi gkeiten und Interessen zu
• verwirklichen
• Defizite (Verhaltens-, Entwicklungsstörungen) durc h entsprechende gezielte
• Förderung zu kompensieren
• Sozialverhalten in der Gruppe zu fördern
• sowie den Kindern altersgerechte Hilfen zur Verarb eitung und Lösung von
Konflikten zu geben
7
5.1.2 Bedeutung der Erziehung in der Kita (insbesondere des Spiels)
Die Grundlage für unser pädagogisches Konzept in der Kindertagesstättengruppe ist die
Orientierung am Erziehungs- und Bildungsauftrag der Kindertagesstätte allgemein.
Dabei sollen Erziehungs-, Bildungs-, Betreuungs- un d Versorgungsauftrag in einem
ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen; so dass eine ganzheitliche und
umfassende Förderung des einzelnen Kindes in der Gruppe gewährleistet wird.
Die (früh-)pädagogische Betreuung in unserer Einric htung soll die in der Familie
begonnene Erziehung unterstützen und ergänzen.
Als Grundform kindlichen Lernens hat dabei das Spie len in unserer Erziehungsarbeit
eine besondere Bedeutung. Im Spiel erwirbt und vera rbeitet das Kind sein Wissen von
der Welt, entwickelt Fähigkeiten Probleme zu lösen, gestaltet soziale Beziehungen und
erfindet eigene Phantasiewelten. Die Kinder drücken im Spiel ihre Gedanken, Gefühle,
Probleme und Ängste aus. Im Rollenspiel werden inte raktiv viele Teilbereiche der
kindlichen Persönlichkeit gefördert und unterstützt:
• ein Verständnis sozialer Rollen wird erworben und das Selbstbild entwickelt
• der Erfahrungs- und Handlungsspielraum wird erweit ert
• Selbstwertgefühl wird gestärkt
• Ausdauer geübt
• Phantasie und Kreativität gefördert
• neue Wege für Lösungsmöglichkeiten werden erlebt
• motorische Fähigkeiten werden ausgebaut und verfei nert
Kinder müssen nicht zum Spielen angeregt werden, si e erkunden aus eigenem Antrieb
ihre Umwelt spielerisch. Damit sich die im Spiel li egenden Chancen für Lernen und
Entwicklung entfalten können, bieten wir den Kinder n die nötigen Voraussetzungen in
unserer Einrichtung:
• speziell abgetrennte Bereiche abseits der Laufwege
• eine Vielfalt an Requisiten für den Innen- und Auß enbereich
• angemessene Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Rol lenspielmaterialien
• der Tagesablauf ist so geplant, dass alle Kinder t äglich ausreichend Zeit und
Gelegenheit zum Spielen haben
5.1.4 Die Vorschulerziehung
Unsere Vorschulgruppe hat einen besonderen Stellenw ert. Die Förderung der Kinder
setzt früh ein um beste Startchancen für den Schula nfang zu schaffen. Die
Vorschulgruppe konzentriert sich dabei verstärkt auf verschiedene Bildungsbereiche wie
Motorik, Wahrnehmung, soziale Kompetenzen und elementares Wissen.
8
Da heißt es zum Beispiel für den Bereich
• Motorik
Das Kind greift kleine Gegenstände sicher, schneidet einfache Formen aus. Für
den Bereich Wahrnehmung bedeutet dies, dass das Kind Formen und Farben
unterscheiden kann, Geräusche seiner Umwelt ortet und erkennt, selbständig
Räume in seiner vertrauten Umgebung wieder findet.
• Kommunikation
Das Kind geht auf andere zu, hält Regeln ein, geht kleinere Probleme aktiv an,
beschäftigt sich für eine Zeit lang alleine.
• Sprache
Es erzählt eine kurze Geschichte treffend wieder, wendet richtig
grammatikalische Grundregeln an, gliedert Worte in Silben, versteht Symbole im
Alltag, z.B.: Verkehrszeichen. Die Kinder befinden sich in ruhiger Atmosphäre.
Sie werden im letzten Kindergarten-Jahr Zahlen und Buchstaben kennen lernen.
Außerdem finden spezielle Malaktivitäten, sowie Koch- und Backaktivitäten statt.
Ebenfalls werden Ausflüge mit den Vorschulkindern unternommen, die auf dieses
spezielle Alter ausgerichtet sind, z.B. ein Besuch im Landesmuseum mit
geschulten Museumspädagogen, Besuch auf dem Wochenmarkt in Münster,
usw.
5.1.5 Spracherziehung
„Guten Morgen…“so fängt ein Kindergartentag in unserer Einrichtung an. Damit ist der
Grundstein, nämlich die Kommunikation, für die Spracherziehung schon gelegt. Doch für
Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bedarf es mehr Förderung als die schnelle
Kommunikation von Erwachsenen. Es ist wichtig, dass Kinder was sie sagen auch
verstehen und das was sie verstehen auch sagen könn en. Eine kindgerechte Art der
Kommunikation ist das aktive Zuhören. Der Erwachsen e hört dem Kind zu, meldet völlig
wertfrei zurück was er verstanden hat und stellt ge zielte Fragen bei Unklarheiten. Auch
das Vorlesen von Büchern, welches unsere Kinder seh r begeistert, dient der
Spracherziehung.
Kindertexte vorlesen und durch sie weiter- oder nac herzählen lassen, ist förderlich für
den Ausbau des Wortschatzes und der richtigen Aussp rache. Da Kinder am besten
durch eine Handlung lernen, setzen wir uns häufig i m Stuhlkreis zusammen und singen
Lieder und bewegen uns zu dem dazugehörigen Text. S omit haben es auch die ganz
Kleinen leichter Tätigkeiten zu benennen und es sic h gut zu merken, da Lieder oft
wiederholt werden. Uns ist es für unsere Gruppe wic htig, dass unsere Kinder auch
untereinander kommunizieren. Dazu gibt es die Rolle nspielphase, in der die Kinder
dieses angeregt tun, aber auch die Kinderkonferenz, die ca. einmal wöchentlich
stattfindet. An dieser Konferenz sind alle Kinder b eteiligt. Dort haben sie die Möglichkeit
sich zu einem, aus ihrer Sicht, wichtigem Thema der Gruppe mitzuteilen. Um aber auch
die Kinder altersgerecht zu fördern, findet für jed es Kind ein altershomogenes
Gruppenangebot statt. In dieser Gruppe haben die Er zieher die Möglichkeit die
altersentsprechenden Fähigkeiten zu überprüfen und sie gezielt zu fördern.
Durch die Besetzung der Gruppenleitung in der Grupp e 2 durch einen englischen bzw.
spanischen native Speaker soll diese Gruppe nach ei nem bilingualen Konzept
9
ausgerichtet werden.
5.1.6 Bewegungserziehung
Kinder brauchen Bewegung um sich wohl zu fühlen. Um sich selbst und die Dinge ihrer
Umwelt kennen zu lernen und um mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen zu
können. Bewegung ist aber auch Grundlage ihrer geis tigen Entwicklung. Bevor sie sich
einen Begriff von der Welt machen können, müssen si e sie mit allen Sinnen erfassen
und begreifen. Kinderwelt ist Bewegungswelt: Wenn K inder unser Außengelände
betreten, stürzen sie sich in der Regel als erstes auf die Fahrzeuge. Doch nach einiger
Zeit kann man beobachten das Kinder sich nicht nur mit Geräten, die zur Bewegung
einladen beschäftigen, sondern auch auf einer Sandk astenkante balancieren oder mit
viel Ausdauer die Pflastersteinfugen ablaufen.
Unser Außengelände bietet, durch seine Größe, noch viel mehr
Bewegungsmöglichkeiten als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Natürlich wird in
unserer Einrichtung auch geturnt. Dieses geschieht einmal in der Woche in
altershomogenen Gruppen die in unserem Bewegungsraum stattfinden. Dieser Raum ist
ausgestattet mit vielen Turnmatten, geometrisch gef ormten Polsterkissen und weiteren
motorischen Materialien die zur Bewegung dienen.
5.1.7 Gesundheitserziehung
Die Gesundheitserziehung muss eingebettet sein in d ie allgemeine Erziehung des
Kindes, gesetzliche Vorgaben werden umgesetzt.
Positive Werte wie Selbstverwirklichung, Selbstwert gefühl, Lebensfreude und
Leistungsfähigkeit sind oberstes Leitziel. Dazu geh ört auch, für eine möglichst
störungsfreie Entwicklung der Persönlichkeit Sorge zu tragen.
Schwerpunkte der Gesundheitserziehung in unserer Einrichtung sind:
• Unfallverhütung
• körperliche Aktivität im Spiel
• Vermittlung eines Körper- und Organbewusstseins
• Zahngesundheitserziehung
• hygienische Fertigkeiten und Gewohnheiten
• gesunde Ernährung, Ernährungsverhalten
• Umwelterziehung
• Vermittlung positiver Werte wie Lebensfreude, Selb stverwirklichung,
Leistungsfähigkeit
• Austausch mit den Eltern
Diese Schwerpunkte werden in unserer Gruppe in Spielen, Projekten, im alltäglichen
Umgangmiteinander oder durch unsere Vorbildfunktion umgesetzt.
5.1.8 Musikalische Früherziehung
Es gilt als erwiesen, dass Musik den Menschen beein flusst. Für Kinder allerdings, ist es
aber auch ein wichtiges Medium sich auszudrücken od er sich anderen mitzuteilen.
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Durch Lieder wird die Umwelt kreativ und spielerisc h auf der Gefühlsebene vermittelt.
So bieten alle Spiele, in denen Musik, Sprache und Bewegung vereint sind, dem Kind
eine ausgezeichnete und ganzheitliche Förderung der Sinneswahrnehmung und der
Gesamtpersönlichkeit. Immer wieder können wir bei A ktivitäten beobachten, wie
unterschiedlich Kinder auf dieselbe Musik reagieren . z. B. wenn sie in einer Kleingruppe
bei gemütlicher Atmosphäre zu klassischer Musik mal en oder sich einfach frei dazu
bewegen. Es finden regelmäßig Projekte statt, wie z. B. Instrumente selber basteln oder
Klanggeschichten aufnehmen. Im Gruppenraum stehen d en Kindern verschiedene
Rhythmusinstrumente zur Verfügung. Diese werden von ihnen häufig genutzt um in der
Freispielphase mit einer Kleingruppe Musik zu mache n, oder wir singen im Stuhlkreis
ein Lied und einige Kinder begleiten dieses mit den Instrumenten. Um die Kinder
außerhalb unserer Stuhlkreise zum Singen zu motivie ren, steht ihnen im Gruppenraum
ein Kassettenrecorder zur Verfügung.
5.1.9 Medienerziehung
Die Entwicklung der bunten Welt der Medien scheint in immer schneller werdendem
Tempo vorwärts zu gehen. Es gibt endlose Medien die wir heutzutage nutzen können
oder müssen.
Um unsere Kinder darauf und auf den richtigen Umga ng damit vorzubereiten, nutzen
wir in unserer Gruppe altersentsprechende Medien wi e z. B. Bücher, Spiele, Kassetten
und Dias. Die Kinder sollen im Umgang sicher werden , damit sie sich anschließend mit
anderen Medien auseinander setzen. So fördern wir die Medienkompetenz der Kinder.
In unserer Gruppe gibt es eine Vielzahl an Büchern, die den Kindern den ganzen Tag
zur Verfügung stehen. Für die Kinder ist es das mei st genutzte Medium. Als
Besonderheit haben wir ein Kinderkino in unserer Ei nrichtung, dieses sind Dias von
einem Buch, deren Geschichte beim Anschauen erzählt wird. Für die Kinder ist es sehr
schön in gemütlicher Atmosphäre und mit der gesamte n Gruppe ein Buch zu sehen und
zuhören. Doch eines der spannendsten Medien für die Kinder ist das Foto oder der Film.
Es ist etwas sehr besonderes, zu sehen wie Kinder d arauf reagieren sich selber zu
sehen. Daher ist es uns immer ein Anliegen, Feste, Projekte oder Dinge im Alltag zu
fotografieren oder zu filmen. Anschließend werden d iese Fotos für die Kindern
aufzuhängt, um sie gemeinsam anzusehen.
5.1.10 Umwelterziehung
Erhaltung und Schutz der natürlichen Umwelt sind an gesichts der zunehmenden
Umweltbelastungen der letzten Jahrzehnte ein wichti ges gesellschaftliches Anliegen. In
der heutigen Zeit gewinnt daher auch schon bei den jüngeren Kindern das Thema
Umwelterziehung zunehmend an Bedeutung. Zielrichtun g unserer diesbezüglichen
pädagogischen Arbeit ist es daher, den Kindern durc h spielerisches Erleben bereits in
jungen Jahren ein Bewusstsein für die Natur und dam it einhergehend einen
verantwortungsvollen Umgang mit ihren Ressourcen zu vermitteln.
Da sich unsere Einrichtung in sehr ländlicher Lage befindet, haben wir glücklicherweise
vielfältige Möglichkeiten, den Kindern die Natur ni cht nur theoretisch, sondern auch in
spielerischer Form praktisch nahe zu bringen. So be steht im Rahmen der
Freispielphase für die Kinder beispielsweise die Gelegenheit Forscher zu spielen, indem
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sie Regenwürmer oder Käfer näher untersuchen und ih nen ein eigenes Terrarium
einrichten. Durch den direkten Kontakt mit Pflanzen und Tieren lernen die Kinder die
Natur als etwas positives und lebendiges kennen und schätzen. Des weiteren findet
einmal wöchentlich ein Ausflug in den örtlichen Wald statt. Dort können die Kinder direkt
erfahren, wie der Wald sich im Laufe der Jahreszeit en verändert und die einheimische
Tier- und Pflanzenwelt näher kennen lernen. Die Kin der haben zudem Gelegenheit den
Wald näher zu erkunden (z.B. Blätter sammeln) und s o zu erleben, welche
Spielmöglichkeiten der Wald bietet. Daneben werden auch regelmäßig gezielt
umweltbezogene Einzelprojekte umgesetzt. Hierzu ste hen den Kindern neben den
praktischen Möglichkeiten selbstverständlich auch e ntsprechende Bücher zur
Verfügung, wie zum Beispiel „B. woher das Brot kommt“ oder „Wer wohnt im Bach“.
5.2.Konzeption der Kleinkindgruppe
Gliederung
1. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
2. Die begleitete Eingewöhnungszeit - Der kindorientierte, elternbegleitende Start
3. Natur Erleben - Draußen Sein
4. In Bewegung sein - sich erproben
5. Soziales Lernen - Gruppe Erleben
6. Sprache erfahren - Eine eigene Stimme entwickeln
7. Räumlichkeiten lebendig gestalten - Erlebniswelten schaffen
8. Tagesablauf
9. Elternarbeit
1. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
Die Entwicklung von Babys und Kleinkindern geht in den ersten Lebensjahren sehr
schnell vor sich. Jedes Kind macht dabei in seinem eigenen Tempo individuelle
Entwicklungsschritte, die von uns begleitet, unterstützt und gefördert werden.
Im Rahmen unserer Betreuung sollen sich die Kinder sicher, geborgen und
wertgeschätzt fühlen. Wir sehen darin die Basis für eine erfolgreiche pädagogische
Arbeit. Eine warmherzige und unterstützende Beziehu ng zum Kind spielt hierbei eine
zentrale Rolle für uns.
Jedes Kind bekommt Zeit und Möglichkeiten, sich sel bst zu erproben, seine Umwelt zu
erobern und spielerisch die Kinder seiner Gruppe zu entdecken. Durch einen
Tagesablauf mit immer wiederkehrenden Ritualen geben wir den Kindern Sicherheit und
Vertrauen.
Wir sehen unsere Arbeit mit Babys und Kleinkindern als eine komplexe und fordernden
Aufgabe, in der wir uns in einer ständigen Auseinan dersetzung mit den aktuellen
Bildungsprozessen befinden.
Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass die Qu alität unserer Arbeit ganz
entscheidend die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft unserer U3-Kinder beeinflusst.
12
2. Die begleitete Eingewöhnungszeit –
Der kindorientierte, elternbegleitende Start
Mit dem Eintritt in die KiTa beginnt für jede Famil ie ein neuer wichtiger Lebensabschnitt
mit eigener Bedeutung für die Entwicklung des Kinde s. Für Eltern und Kind findet in
dieser Zeit die erste längere Trennung voneinander statt.
Um in der neuen Umgebung und bei den neuen großen u nd kleinen Menschen in der
KiTa-Gruppe ankommen und sich wohlfühlen zu können, braucht jedes Kind eine
Eingewöhnungszeit. Es wird dabei von Mama oder Papa begleitet, die so mit ihrem Kind
gemeinsam den Kindergruppenalltag kennenlernen können.
In der Eingewöhnungszeit baut eine Erzieherin behut sam eine warmherzige und
unterstützende Beziehung zu dem Kind auf, die ihm S icherheit und Geborgenheit gibt.
Auch die Eltern erhalten durch diesen Beziehungsauf bau Vertrauen und können damit
ihrerseits dem Kind die nötige Sicherheit geben: „H ier bist du gut aufgehoben!“ Das ist
die Basis für eine gelungene Trennung von Mama oder Papa für die Zeit des KiTa-
Tages. Nun kann individuell eine zunehmende Ablösun g von dem begleitenden
Elternteil stattfinden.
Das Kind erlebt bewusst zuerst kürzere Trennungen ( z.B.: Mama geht für eine halbe
Stunde einkaufen), die dann schrittweise erhöht werden.
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn jedes einz elne neu angekommene Kind
den Tag in der Kleinkindgruppe ohne seine Bezugsperson verbringt.
3. Natur Erleben - Draußen Sein
Schon für unsere kleinsten Kinder ist naturnahes Le ben und Umgang mit der Natur
einer der wichtigsten Bausteine in ihrer Entwicklun g. Da unsere KiTa mitten in der Natur
am Ortsrand liegt, verbringen wir so oft wie möglic h die Zeit mit den Kindern draußen
auf unserem Außengelände sowie bei Ausflügen und Spaziergängen. Dabei können die
Kinder intensiv ihre Umgebung kennenlernen.
Sie erleben Regen - Sonne, Wind - Schnee, Matsche, Pfützen und Eis, warm - kalt,
nass - trocken, und schulen damit ganz direkt ihre Sinneswahrnehmung. Wir laufen
durch Pfützen, über warme Sandwege, durch Gebüsche und über Wiesen. So lernen
die Kinder durch direktes Tun und Erfühlen, sich in der Umgebung zurechtzufinden.
Wir erleben gemeinsam den Lauf der Jahreszeiten, zu m Beispiel auf der großen
Spielwiese mit der Baumblüte und dem Reifen des Obs tes, das begeistert
aufgesammelt, gepflückt und dann genüsslich verspei st wird. Auf den Feldern ringsum
können die Kinder das Wachsen und Reifen von Feldfr üchten erleben und über
Anschauen, Riechen und Fühlen zum Beispiel Getreide oder Mais kennenlernen.
Bei den Ziegen und Hühnern auf unserem KiTa-Bauernh of sind gesammelte Körner
hoch willkommen und schon die kleinsten Kinder samm eln mit großer Begeisterung und
üben sich im Umgang mit den Tieren.
Auf Ausflügen in die nähere Umgebung mit den Buggie s, den Dreirädern oder zu Fuß,
ergeben sich ganz selbstverständlich kontinuierlich e Lauferprobungen und
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Ausdauerschulung. Die Kinder lernen verschiedene Wege kennen - zum Spielplatz, zum
Bäcker, zum nächsten Bauernhof. Häufige Wiederholun gen geben viel Selbstvertrauen
in die eigene Leistungsfähigkeit („Ich schaffe scho n den ganzen Weg!“) und Sicherheit
(„Ich kenne den Weg!“). So geben wir durch einfache s „Miteinander Wege Gehen“ den
Kindern die Möglichkeit, sich in vielfältiger Weise in ihrer Umwelt zu erleben und zu
erproben.
4. In Bewegung sein - sich erproben
Ein weiterer wichtiger Baustein für die Entwicklung unserer Kinder stellt Bewegung in
jeglicher Form dar. Da Kinder in vielen Bereichen ü ber Bewegung lernen, bieten wir
ihnen ein großes Spektrum an Bewegungs- und Übungsmöglichkeiten an.
Ein großer Bewegungs- und Toberaum mit eingebauter Kletterebene bietet den Kindern
viele Möglichkeiten sich auszuprobieren und zu üben : Große Bauelemente und Matten
zum Buden- und Burgenbauen mit schrägen Ebenen zum raufkrabbeln und
runterrutschen, klettern, springen und für Bewegung sbaustellen aller Art. Eine
Sprossenwand zum Klettern und Bänke zum Balancieren , ein großes Bällebad,
Schaukeln, Trampolin und Rutsche sowie ein vielfält iges Angebot an kleinen
Fahrzeugen und Hüpfepferden. In diesem Raum bewegen sich schon unsere Kleinsten
mit Begeisterung und üben sich in ihren motorischen Fähigkeiten.
Unser großer Außenspielplatz stellt ebenfalls einen wichtigen Bewegungs- und
Erfahrungsbereich für unsere Kinder dar. Der Mittel punkt unseres Spielplatzes ist ein
großer Sandkasten mit Wasserstelle, in dem das ganz e Jahr gebuddelt und gematscht
wird. Zwei Schaukeln, eine breite Rutsche auf einem Kletterberg und ein Klettergerüst
bieten weitere vielfältige Bewegungsanreize. Viel P latz gibt es auch für die Fahrzeuge,
Dreiräder, Rutscheautos und Laufräder, die gerade a uch von unseren Kleinsten mit viel
Ausdauer und Spaß gefahren werden. Zwei Holzkletter türme mit einer Brücke, ein
kleines Holzhäuschen und eine Holzeisenbahn werden für beginnende Rollenspiele
gerne genutzt. In einer großen Nestschaukel sind be sonders die kleinen Kinder gerne,
da sie hier sicher und geborgen sind und trotzdem „ganz hoch“ schaukeln können.
Auf unserem Gelände befindet sich auch ein großer W asserlauf der fast das ganze Jahr
mit viel Begeisterung bespielt wird. Mithilfe diese r vielfältigen Angebote können wir die
Kinder in ihrer motorischen Entwicklung jeden Tag aufs Neue anregen und unterstützen.
5. Soziales Lernen - Gruppe erleben
„Den Tag in der Gruppe verbringen, mit anderen zusa mmen sein“ ist der
Ausgangspunkt vielfältiger sozialer Beziehungen. Gemeinsam erfahren die Kinder in der
Gruppe Geborgenheit und fühlen sich sicher und besc hützt. Das erlaubt ihnen, auch
Gefühle wie Traurigkeit, Frustration und Angst zum Ausdruck zu bringen und hilft ihnen,
schwierige Situationen zu meistern.
Dazu gehört im Alltag, Grenzen wahrzunehmen, sich m it Regeln auseinanderzusetzen
und zu lernen, wann es wichtig ist, „Nein“ zu sagen und ein „Nein“ zu akzeptieren. Die
Kinder lernen, Entscheidungen zu treffen, individuelle Vorlieben zu zeigen und sich ihrer
eigenen Bedürfnisse und der Bedürfnisse der anderen Kinder bewusst zu werden.
Sich in der Gruppe erleben bedeutet für jedes Kind, dass es Anerkennung, Akzeptanz
und Beistand erfährt. So kann es verlässliche Bezie hungen mitgestalten,
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Freundschaften schließen und sich sicher und unters tützt fühlen. Wir unterstützen diese
Erfahrungsfelder durch viele gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel:
• Gemeinsame Spaziergänge
• Wir sind als Gruppe unterwegs und fühlen uns star k
• Sing-, Tanz- und Bewegungsspiele
• Wir tanzen und singen gemeinsam und jeder zeigt, was er kann
• Gemeinsame Mahlzeiten
• Wir helfen beim Tischdecken und genießen das Esse n
• Basteln, Backen und Kneten gemeinsam oder als Kle ingruppe
• Wir sind kreativ und gestalten etwas
• Bücher anschauen und vorlesen
• Wir hören zu und kommunizieren
• Spielen in der Gruppe drinnen und draußen
• Wir sind im Kontakt und lernen uns kennen
Ich-Stärke und Gruppenerfahrung werden so ganz selbstverständlich gelebt und erlernt.
Viele Dinge erlebe, trainiere, übe, entdecke, probiere ich alleine, manche Dinge machen
zu zweit mehr Spaß und gemeinsam sind wir unschlagbar.
6. Sprache erfahren - Eine eigene Stimme entwickeln
Warmherzige und liebevolle Beziehungen bilden die G rundlage für Kommunikation. Für
das Entstehen von Freundschaften, dem Mitteilen von Gefühlen und dem Teilen von
Erfahrungen ist Sprache das wichtigste Kommunikationsmittel.
Um unsere Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu unte rstützen, setzen wir Sprache in
vielen Situationen ein. Dabei ist unsere Aufmerksam keit auch ständig darauf gerichtet,
die Kinder zu Wort kommen zu lassen und ihre Mittei lungen, ob verbal oder nonverbal,
zu hören und zu entschlüsseln.
Sprache begleitet uns durch den ganzen Tag, das bed eutet für uns im Alltag die Kinder
bei jeder Gelegenheit sprachlich zu begleiten. Wir sprechen mit ihnen über alles was sie
gerade interessiert und beschäftigt. Möglichst oft schaffen wir Gelegenheiten, bei denen
die Kinder sich über ihre Gedanken und Gefühle aust auschen können, zum Beispiel
beim Betrachten von Bilderbüchern oder den eigenen Fotobüchern. Auch Lieder, Sing-,
und Tanzspiele, Fingerspiele, Reime und Geschichten setzen wir im Alltag regelmäßig
ein. Hierbei lernen unsere jungen Kinder zuzuhören, Wortbedeutungen und
Zusammenhänge zu erkennen und entsprechend darauf z u reagieren. Dabei helfen
ihnen häufige Wiederholungen, Rhythmus und altersentsprechende Wörter und Sätze.
Das Zusammensein in der Gruppe bietet vielfältige M öglichkeiten der Entwicklung von
Sprachkompetenz, zum Beispiel:
• Aufmerksamkeit erlangen und Kontakt herstellen
• Gedanken, Gefühle und Ideen mitteilen
• Aufmerksam zuhören, wenn andere etwas sagen
• Sich selbst bewusst Gehör verschaffen
• Gestik, Mimik und Körperhaltung entschlüsseln ler nen
Daraus entsteht, dass Kinder verstehen, was etwas b edeutet, und verständlich machen
können, was sie selbst meinen.
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7. Räumlichkeiten lebendig gestalten - Erlebniswelten schaffen
Der Alltag unserer jungen Kinder ist geprägt vom sp ielerischen „Unterwegssein“ in
vielen Räumen. In unserem Gruppenraum mit seinen be iden Nebenräumen bieten wir
den Kindern unterschiedliche Spielbereiche an. Um d en Kindern immer wieder neue
Erlebniswelten anzubieten, nutzen wir unsere Räumli chkeiten flexibel und
multifunktional. So können wir jederzeit auf die mo mentanen Bedürfnisse der Kinder
eingehen.
So wird zum Beispiel mal die Bauecke zum Bällebad, die Küchen- und Puppenecke zur
Bewegungsbaustelle und der Nebenraum zum Tanz- und Hopspalast umgestaltet.
An unserem großen Tisch in der Mitte des Gruppenrau mes können die Kinder mit
verschiedenen Materialien ihre feinmotorischen Fähi gkeiten erproben und festigen. Hier
wird geknetet, gemalt, geschnipselt, gebacken, geklebt, gepuzzelt und vieles mehr.
Ein abgegrenzter Baubereich bietet den Kindern eine n Raum, in dem sie sich in Ruhe
mit Bau- und Konstruktionsmaterial beschäftigen kön nen. Mit Duplosteinen, großen
Magnetstäben und -kugeln, Steckperlen, Mosaikplatten, Steckwürfeln können die Kinder
hier bauen. Ganz nebenbei schulen hier auch schon d ie Kleinsten im konzentrierten
Spiel Ausdauer, Wahrnehmung und Kreativität.
In unserer Küchen- und Puppenecke mit einer Spielkü che, Puppenlaufstall,
Puppenbuggies und Verkleidungssachen können sich di e Kinder im kreativen
Rollenspiel erproben.
Die Kuschelecke mit Kindersofa und -sesseln ist ein gemütlicher Rückzugsort. Hier
können sich die Kinder allein oder gemeinsam ausruh en und Bilderbücher anschauen
oder diese vorgelesen bekommen.
Eine Hochebene, die über eine Treppe zu erklimmen i st, gibt den Kindern die
Möglichkeit, ihren Gruppenraum aus einer anderen Pe rspektive wahrzunehmen: „Du
bist unten, ich bin oben!“ Situationsbedingt wird d iese Hochebene immer wieder neu
gestaltet: Krankenstation, Puppenschlafzimmer, etc.
Ein kleiner und ein großer Nebenraum dienen uns als Schlafräume, in denen jedes Kind
seinen festen Schlafplatz im Babybett oder auf der Kindermatratze hat.
Unser Kindersanitärbereich besteht aus zwei Räumen. Der Wickelraum ist ausgestattet
mit einem großen Wickeltisch mit Treppenaufgang und Regalen für Wechselkleidung
und Wickelutensilien. Neben dem Wickeltisch gibt es eine Kleinkindertoilette. Der
Waschraum ist ausgestattet mit zwei Kindertoiletten und zwei Waschbecken in
kindgerechter Höhe. Neben der allgemeinen Hygiene wie Toilettengang,
Händewaschen und Zähneputzen finden hier auch aller lei Wasserspiele und
Planschereien statt.
8. Der Tagesablauf in unserer Kleinkindgruppe
Ein strukturierter Tagesablauf mit regelmäßig wiederkehrenden Ritualen ist für unsere
Kleinsten wichtig, um sich wohl und sicher zu fühlen.
16
Unser Kindergruppentag beginnt um 07:30 Uhr. Bis 09:00 Uhr haben sich alle Kinder in
der Gruppe eingefunden. Wir begrüßen in dieser Zeit jede Familie und unterstützen mit
einem Abschiedsritual das Tschüss-Sagen von den Eltern.
08:00 - 09:00 Uhr Zeit für einzelne Aktivitäten/Spi ele und ein Frühstück
09:00 - 11:00 Uhr
Jetzt haben wir Zeit, gemeinsam etwas zu unternehm en!
• Ausflüge in die nähere Umgebung
• Draußen spielen
• Toben und spielen im Bewegungsraum
• Gezielte Angebote (z.B. Backen, Malen, Basteln) m it der Gruppe oder mit
einzelnen Kindern
• Freies Spielen in unserem Gruppenraum
11:00 - 12:00 Uhr • Aufräumen
• Gemeinsames Mittagessen (Sing- und Fingerspiele)
• Zähneputzen
12:00 - 14:00 Uhr Schlafens- und Ruhezeit
14:00 - 16:00 Uhr Jetzt ist noch mal Zeit zum Spiel en...
• Drinnen und draußen
• Im Toberaum
• In der „großen“ Gruppe
16:00 Uhr Ende der Kleinkindergruppe
16:00 – 17.00 Uhr Wenn Kinder länger als 16:00 Uhr in der Einrichtung bleiben,
werden sie bis 17.00 Uhr in einer der Kitagruppe betreut.
9. Elternarbeit
Als familienergänzende Einrichtung ist uns eine off ene und vertrauensvolle
Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern sehr wi chtig. Unser Ziel ist es, dass sich
das Kind und seine Eltern ernstgenommen, verstanden und willkommen fühlen.
Elterngespräche
Der Austausch von individuellen und situationsbedin gten Informationen findet in
täglichen Tür- und Angelgesprächen statt. Zweimal jährlich bieten wir unseren Eltern an,
in einem Elterngespräch anhand von Entwicklungsberi chten und Beobachtungen
umfassende Informationen über den Entwicklungsstand ihres Kindes zu erhalten. Bei
anstehenden Wünschen und Problemen haben die Eltern jederzeit die Möglichkeit, mit
uns zusätzliche Gesprächstermine zu vereinbaren.
Elternabende
Unsere Elternabende finden vierteljährlich statt. H ierbei werden regelmäßig die aktuelle
Gruppensituation, anstehende Termine, besondere The men und Dokumentationen aus
dem Gruppenalltag vorgestellt und besprochen.
Gemeinsame Aktionen und Feste
Wertvoll für eine gute Zusammenarbeit sind für uns auch das Feiern von Festen wie
17
zum Beispiel ein Sommerfest, Weihnachtsfeiern, etc. und gemeinsame Aktionen wie
zum Beispiel Backen in der Weihnachtszeit.
6 Team
Die Teams arbeiten schwerpunktmäßig in ihrer Gruppe , aber auch gruppenübergreifend
z.B. in Projekten.
7 Eltern
7.1 Ziele der Elternarbeit und die Verpflichtungen den Kindern
gegenüber
Die Basis unserer Arbeit ist die ständig Unterstütz ung der Eltern bei der Erziehung der
Kinder. Wichtig ist, die Eltern als Partner bei der Erziehung der Kinder anzusprechen.
Die Einrichtung ist für das Elternhaus ergänzend be i der Erziehung und in
Erziehungsfragen tätig. Wichtig ist es hierbei, die Lebenswelt der Familie kennen zu
lernen und in der Arbeit zu berücksichtigen. Fachli ches pädagogisches Wissen bringen
wir in die Elternarbeit ein. Dabei respektieren wi r die Autonomie der Lebensgestaltung
der Eltern. Eine intensive, strukturierte und verpf lichtende Zusammenarbeit zwischen
Elternhaus und der Einrichtung ist Voraussetzung.
In unserer Rolle als Verantwortliche für die Kinder , haben die Erzieherinnen und die
Eltern die Aufgabe, ihre Rolle verantwortungsvoll a uszuüben und den Kindern ein
Vorbild zu sein.
7.2 Formen der Elternarbeit
Die Eltern sind jederzeit eingeladen, in die Gruppe zu kommen und aktiv an der
Gruppenarbeit teilzunehmen. Ein Hospitationsbesuch der Eltern in den Gruppen macht
die pädagogische Arbeit transparent und hilft bei E ntwicklungsfragen, so dass eine
optimale Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes erreicht wird.
Das Einbringen von Ideen zur Gestaltung des Alltags in der Gruppe ist erwünscht und
stellt einen hohen Stellenwert für die Kinder dar. Je intensiver die Zusammenarbeit
zwischen Elternhaus und der Einrichtung stattfindet, je umfangreicher und tief greifender
sind die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder.
Aktive Beteiligung der Eltern bei Projekten und Vor haben der Gruppe haben für das
Kind eine besonders positive Bedeutung.
In welchem Umfang Aktivitäten mit den Elternstunden verrechnet werden können, ist in
der jeweiligen Situation mit der Einrichtungsleitung zu klären.
Es wäre wünschenswert, wenn nicht nur die Abrechnun g von Elternstunden die
Motivation zu gemeinsamen Aktionen darstellt.
Elternstunden werden wie folgt eingebracht:
Montagsdienst – Gruppendienst bei Teamsitzungen – Gemeinsame Gartenaktionen
– Renovierungsarbeiten – Fahrdienste bei Ausflügen der Gruppe - Feste
7.3 Elterngespräche
Um den Belangen der Kinder und Eltern nachzukommen, finden in regelmäßigen
Abständen sowie auf Wunsch, Elterngespräche statt. In diesen Gesprächen besteht die
18
Möglichkeit, den Entwicklungsstand des Kindes, Wüns che wie auch Probleme von
Kindern, Eltern und Erzieherinnen zu erörtern.
Terminabsprachen finden individuell statt. Die Eltergespräche werden nach 17 Uhr
geführt.
7.4 Elternabende und Mitgliederversammlungen
In jedem Jahr ist für die Eltern die Teilnahme an z wei Elternabenden verpflichtend,
sowie die zusätzliche Teilnahme an zwei Mitgliederversammlungen.
Auf Mitgliederversammlungen und Elternabenden werde n Protokolle geführt. Bei
Nichtanwesenheit sind die Eltern dazu verpflichtet, sich über die Inhalte der Protokolle
zu informieren. Die Eltern sind dazu aufgerufen auf Aushänge zu ihrer Information
wahrzunehmen und sie zu lesen. Es ist nicht die Auf gabe des Teams, auf Aushänge
und Elternbriefe aufmerksam zu machen. Über geleistete und verbliebene Elternstunden
können sich die Eltern am Aushang oder bei der Einrichtung erkundigen.
Neben den Elternabenden, an denen organisatorische Dinge oder die Planung von
längeren
und größeren Aktionen im Vordergrund stehen, kommt den „Tür- und Angelgesprächen“
eine besondere Bedeutung zu: Es sind kurze, aber se hr wichtige Gespräche, in denen
ein Austausch über die Befindlichkeiten der Kinder bessere Erkenntnisse für die Eltern
und Erzieherinnen bringen kann.
Für das Team liegen in diesen kurzen Begegnungen gute Ansatzmöglichkeiten
für die weitere Zusammenarbeit. Zusammenhänge könne n besser verstanden und
Rückfragen gestellt werden.
8 Rolle des Vorstands
Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte des Vere ins ehrenamtlich und vertritt ihn
nach außen.
Er besteht aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern und wird aus der Elternschaft der
Einrichtung auf der Mitgliederversammlung gewählt.
Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ der Einrichtung, somit ist stets
gewährleistet, dass der Vorstand auch die Interessen der Eltern vertritt.
Die Hauptaufgaben des Vorstandes liegen darin, dass entsprechend der Konzeption die
positiven Rahmenbedingungen für eine optimale pädagogische Arbeit
garantiert werden.
Der Vorstand übt in personeller Hinsicht auch Aufga ben aus, die ein Arbeitgeber
innehat.
Dazu gehören u.a. die Lohn- und Gehaltsauszahlung.
Die Einstellung und ggf. die Kündigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die
Sorge um ein gutes Arbeitsklima wird in Zusammenarbeit mit der Leitung umgesetzt.
Die fachliche, pädagogische und wirtschaftliche Füh rung der einzelnen
Beschäftigugsfeder delegiert der Vorstand an die Verbund Leitung.
9.1 Rolle des Trägers, Rechte und Pflichten
Der Verein Regenbogen-Kindertagesstätte ist eine Elterninitiative. Der Dachverband des
Vereines bildet die Organisation „Eltern helfen Eltern“. Der Verein der Regenbogen- Kita
hat die Aufgabe, mit dem Dachverband Kindertagesst ätten und KleinKindgruppen zu
betreiben (§2 der Satzung). Der Verein arbeitet gem einnützig. Die Aufgabe des Trägers
ist die Finanzierung mit 4 % der Gesamtkosten. 96 % der Kosten werden durch die
19
Förderung der Stadt Münster und des Landes NRW übernommen.
Die Rechte und Pflichten des Vereins sind ausführli ch in der Satzung beschrieben. Sie
wurde am 15.03.2006 verabschiedet und in das Verein sregister beim Amtsgericht der
Stadt Münster eingetragen.
9.2 Ziele und Vorgaben des Trägers
In der Satzung vom 15.03.2006 der Regenbogen Kita w urden die Aufgaben und
Pflichten des
Vereins definiert und schriftlich festgelegt.
Die Hauptaufgabe ist der Betrieb von Kindertagesstätten. Der Träger hat die
Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit zu schaffen, die Eltern
als Mitglieder und Arbeitgeber heranzuziehen und Au fgaben und Ämter zu verteilen.
Anliegen, Wünsche und Vorstellungen von pädagogisch er Arbeit werden entgegen
genommen, und an die pädagogischen Mitarbeiter weitergeben.
9.3 Informationsaustausch
Der Vorstand des Vereins tritt regelmäßig mit der pädagogischen Leitung der
Einrichtung zusammen, um Kenntnisse über Entwicklungen und Inhalte der
pädagogischen Arbeit in den Gruppen einzuholen sowie die geschäftlichen Inhalte zu
besprechen. Weiterhin gibt es einen regelmäßigen Austausch mit dem Dachverband
Eltern helfen Eltern und der Stadt Münster.
Aufgabe des Vorstands ist es, zwei Mitgliederversammlungen pro Kalenderjahr
einzuberufen.
Für die Mitglieder sind mindestens zwei Mitgliederversammlungen pro Kalenderjahr
verpflichtend.
Die Aufgaben der Mitgliederversammlung sind:
• Inhalte und Ziele der Vereinsarbeit
• Wahl und Abberufung des Vorstandes
• die Geschäftsordnung
• Rechnungsprüfung
• Entlastung des Vorstandes
• Mitgliedsbeiträge
• Satzungsänderungen
• Auflösung des Vereins
Unter § 9 der Satzung sind die Mitgliederversammlung, sowie die Beschlussfähigkeit
geregelt.
In jeder Gruppe finden vier Elternabende pro Kalenderjahr statt. Die pädagogischen
Mitarbeiter führen die Elternabende durch.
Elterngespräche finden auf Wunsch und Bedarf der Eltern oder Erzieher statt.
20
10 Öffnung nach außen
Dem Ziel folgend den institutionellen Charakter so gering wie möglich zu halten,
versuchen wir entsprechend eines „familiären Lebensraumes“ das Umfeld der
Einrichtung mit einzubeziehen.
Wir setzen uns weiterhin zum Ziel, an sozialen, versorgenden und gestaltenden
Netzwerken des Ortsviertel`s Handorf teil zu haben. Wir versuchen die
Zusammenarbeit mit der Pfarrei in Handorf auszubauen. Wir besuchen mit den Kindern
die Eisdiele im Dorf, oder wir nutzen die ortsansässigen Dienstleister wie z. B.
Supermärkte, Schreibwarengeschäfte usw.. Dadurch möchten wir unsere Präsenz im
Stadtteil erhöhen.
Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Schulen in der nähren Umgebung erscheint
uns als außerordentlich wichtig. Für die Kinder der Kitagrupp sind diese Institutionen ein
Teil ihres späteren Lebens, unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit, aber auch im
Hinblick auf eine vernetzte Arbeit suchen wir den Kontakt zu Lehrern.
Durch den Austausch von Informationen, bezüglich der Entwicklungsprozesse der
Kinder, können wir unseren Wahrnehmungshorizont erweitern. Dieses Vorgehen hat
den Vorteil, dass bei auftauchenden Schwierigkeiten unverzüglich lösungsorientierte
Wege gesucht werden und ein fachliches Handeln möglich wird. Ein solch
professionelles Handeln kann sich auf die Förderungsmöglichkeiten beziehen, die uns in
der Kindertagesstätte zur Verfügung stehen z. B. in Form von gezielten
Kleingruppenarbeiten oder einer Einzelförderung.
Für einen Förderungsbedarf, der über die fachlichen Möglichkeiten der Einrichtung
hinausgeht, streben wir einen engen Kontakt zu anderen und weiterführenden
Fachstellen an.
Dazu gehören beispielsweise Beratungsstellen, psychosoziale Dienste, Frühförderstelle
und verschiedene Therapieangebote ( z. B. Spieltherapie, Ergotherapie usw. ).
Unter dem Aspekt der „ Öffnung nach außen “ verstehen wir, ergänzend zu den bisher
genannten Bemühungen uns für Anregungen, Hilfen und Möglichkeiten von außen zu
öffnen,
An dieser Stelle möchten wir die Leser / innen motivieren sich mit eigenen Vorschlägen,
Ideen und Projekten an uns zu wenden.
11 Öffentlichkeitsarbeit
In der heutigen Zeit, in der eine Vielzahl von Betreuungsformen und
Betreuungsangebote für Kinder vorhanden sind, ist es notwendig ein konkretes und
transparentes Einrichtungsprofil zu entwickeln. Die Entwicklung eines / dieses
spezifischen Konzeptes ist für uns unerlässlich, um unsere Einrichtung mit ihren
Besonderheiten in der Öffentlichkeit darzustellen. Es soll insbesondere auch Eltern
helfen, einen ersten Eindruck zu bekommen und ein Wegweiser sein.
Wir präsentieren uns auf der Hompage http:// www.RegenbogenKita.de .
1_Bewerbungsschreiben CVJM für Kita Auf dem Dorn
1132 Zeichen
314 cvjmmünster Sozialwerk gGmbH CVJM Münster Christlicher Verein junger Menschen Frau Pohl, . Sozialwerk gGmbH Frau Kratz Trutti ; Merschkamp 23 Herr Philipp 48155 Münster Tel. 0251/31 43 83 Hafenstraße 30 www.cvjimmuenster.de 48153 Münster Freitag, 17. Mai 2013 Übernahme der Trägerschaft für die Kita ‚Auf dem Dom‘ Roxel Sehr geehrte Frau Pohl, sehr geehrte Frau Kartz-Trutti, sehr geehrter Herr Philipp, für das Gespräch und die gemeinsame konzeptionelle Erörterung am 15.05.2013 möchten wir uns mit diesem Schreiben herzlich bedanken. Das Gespräch hat uns in der Auffassung bestärkt, die Bewerbung aufrecht zu erhalten und Ihnen diese Entscheidung mit diesem Schreiben zu bekunden. Die Sozialwerk gGmbH ist zur Übernahme der Trägerschaft bereit und wird die Zahlung eines Trägeranteiles von 1% dauerhaft sichern. Wir würden uns freuen, wenn uns die Trägerschaft übertragen wird und stehen Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung. Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für die Pfingsttage, Degen, Geschäftsführer Bankverbindung: KD-Bank Dortmund, BLZ 350 601 90 Seite 1 von 1 Sozialwerk 2 100 139 017
3_Bewerbungsschreiben DRK für Kita York-Kaserne
1405 Zeichen
Deutsches Rotes Kreuz Aus Liebe zum Menschen. DRK-Kreisverband DRK-Kreisverband Münster e.V. Zumsandestraße 25/27 48145 Münster Münster e.V, Die Kreisgeschäftsführerin Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Anna Pohl Hafenstraße 30 48127 Münster Zumsandestraße 25/27 48145 Münster Tel. 0251 37 880 Fax 0251 37 88 55 www.DRK-muenster.de info@DRK-muenster.de Stadt Münster Tagesı ni für Kinder :23 MAI 28 nn T rmauf Kopie Bearbeiterin Gudrun Sturm Tel. 0251 37 88 27 Fax 0251 37 88 55 9.sturm@DRK-muenster.de Münster, 17.05.2013 . . Vereinsregister 5SVR1456 Amtsgericht Münster Ausschreibung der Trägerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung are Kasse Münsterlang-Ost in Gremmendorf, York-Kaserne Konto 57 109 Angebot zur Übernahme der Trägerschaft Sehr geehrte Frau Pohl, wir freuen uns über die positiven Entwicklungen im Bereich der Kindertages- stätten in Münster und beteiligen uns gerne an der Ausschreibung der Trägerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung in Gemmendorf, York- Kaserne. Grundlage unserer Bewerbung ist eine Perspektive für die Trägerschaft über die zurzeit ausgeschrieben 2 Jahre hinaus, etwa als Träger dieser Einrichtung oder eines Neubaus mit jeweils 3 bis 6 Gruppen. Wir sind bereit, einen Trägeranteil von 1 % zu leisten. Für weiterführende Gespräche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Gudrun Sturi Kreiägeschäftsführerin ar
Beschlussvorlage
16269 Zeichen
V/0366/2013
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Betrifft
Trägerausschreibung für die Kindertageseinrichtungen Auf dem Dorn (Roxel), Gildenstraße
(Handorf) und York-Kaserne (Gremmendorf)
Beratungsfolge
20.06.2013 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
25.06.2013 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung
27.06.2013 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
03.07.2013 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
10.07.2013 Hauptausschuss Vorberatung
10.07.2013 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaften für die oben genannten Kindertagesein-
richtungen wie folgt (siehe Begründung zu Ziffer 3):
1.1. Dem Kinder- und Jugendhilfeträger Christlicher Verein Junger Menschen Münster e. V.
(CVJM) wird die Betriebsträgerschaft für die Kindertageseinrichtung „Auf dem Dorn“ in Roxel im
Stadtbezirk Münster West übertragen.
Voraussichtlicher Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist im Frühjahr 2014.
1.2. Dem Kinder- und Jugendhilfeträger Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wol-
beck e. V. wird die Betriebsträgerschaft für die Kindertageseinrichtung „Gildenstraße“ in Handorf
im Stadtbezirk Münster Ost übertragen.
Voraussichtlicher Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist der 01.09.2013.
1.3. Dem Kinder- und Jugendhilfeträger Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Münster (DRK)
wird die Betriebsträgerschaft für die Kindertageseinrichtung „York-Kaserne“ in Gremmendorf im
Stadtbezirk Münster Südost übertragen.
Voraussichtlicher Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist der 01.09.2013.
Vorlagen-Nr.:
V/0366/2013
Auskunft erteilt:
Frau Gerick, Herr Niehues, Herr
Philipp, Frau Kratz-Trutti
Ruf:
492-5528, 492-5151
E-Mail:
Gerick@stadt-muenster.de
Niehues@stadt-muenster.de
Datum:
13.06.2013
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0366/2013
2. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten werden folgende vertragliche Vereinba-
rungen entsprechend der nachfolgenden Punkte getroffen:
2.1. Für die Kindertageseinrichtung „Auf dem Dorn“ in Roxel werden vertragliche Regelungen
zur Trägerschaft (Leistungsvereinbarung) zwischen dem Träger Christlicher Verein Junger
Menschen Münster e. V. und der Stadt Münster getroffen.
Mietvertragliche Regelungen werden zwischen dem Träger Christlicher Verein Junger Men-
schen Münster e. V. und der Stadt Münster getroffen.
2.2. Für die Kindertageseinrichtung „Gildenstraße“ werden vertragliche Regelungen zur Trä-
gerschaft (Leistungsvereinbarung) zwischen dem Träger Elterninitiative Regenbogen Kinderta-
gesstätte Wolbeck e. V. und der Stadt Münster getroffen.
Mietvertragliche Regelungen zwischen dem Eigentümer Herrn Schlotmann als Investor und
dem Träger Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. getroffen.
2.3. Für die Kindertageseinrichtung „York -Kaserne“ in Gremmendorf werden vertragliche Rege-
lungen zur Trägerschaft (Leistungsvereinbarung) zwischen dem Träger Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Münster und der Stadt Münster getroffen.
Mietvertragliche Regelungen werden zwischen dem Träger Deutsches Rotes Kreuz Kreisve r-
band Münster und der Stadt Münster getroffen.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Im Verhältnis zur Vorlage V/0171/2013 und V/0171/2013/1. Erg. sind die Gruppenstrukturen den
Bedarfen entsprechend angepasst mit dem Ziel, dass alle Kinder dort auch in den Folgejahren
verbleiben können.
1.1. Kindertageseinrichtung „Auf dem Dorn“ in Roxel (Stadtbezirk Münster West)
Die Kosten und Folgekosten sind in den vorangegangenen Vorlagen bzw. Entscheidungen
V/0171/2013 und V/0171/2013/1. Erg. (Errichtungsbeschluss) dargelegt und beschlossen worden.
Da die Inbetriebnahme der Einrichtung voraussichtlich im Frühjahr 2014 erfolgt, belaufen sich die
Kosten für die Einrichtung in folgender Höhe:
Anteilig für 2014 Jährlich ab 2015 ff.
Betriebskosten 406.000 € 487.000 €
Betriebskostenzuschüsse 370.000 € 444.000 €
Da der Kinder- und Jugendhilfeträger CVJM einen Trägeranteil unterhalb dem gesetzlichen Tr ä-
geranteil anbietet, entstehen für die Stadt Münster zusätzliche Aufwendungen in folgender Höhe:
Anteilig für 2014 Jährlich ab 2015 ff.
Gesetzlicher Trägeranteil 9% 36.000 € 43.000 €
Angebotener Trägeranteil CVJM 1% 3.600 € 4.300 €
Städtischer Zuschuss zum Trägeranteil 8% 32.400 € 38.700 €
1.2. Kindertageseinrichtung „Gildenstraße“ in Handorf (Stadtbezirk Münster Ost)
Die Kosten und Folgekosten sind in den vorangegangenen Vorlagen bzw. Entscheidungen
V/0171/2013 und V/0171/2013/1. Erg. (Errichtungsbeschluss) dargelegt und beschlossen worden.
- 3 -
V/0366/2013
Da die Inbetriebnahme der Einrichtung voraussich tlich ab dem 01.09.2013 erfolgt, belaufen sich
die Kosten für die Einrichtung in folgender Höhe:
Anteilig für 2013 Jährlich ab 2014 ff.
Betriebskosten 161.000 € 482.000 €
Betriebskostenzuschüsse 155.000 € 463.000 €
Da der Kinder- und Jugendhilfeträger Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V.
einen Trägeranteil entsprechend dem gesetzlichen Trägeranteil anbietet, entstehen für die S tadt
Münster keine zusätzlichen Aufwendungen:
Anteilig für 2013 Jährlich ab 2014 ff.
Gesetzlicher Trägeranteil 4% 6.000 € 19.000 €
Angebotener Trägeranteil Elterninitiat i-
ve Regenbogen Kindertagesstätte
4% 6.000 € 19.000 €
Städtischer Zuschuss zum Trägeranteil 0% 0 € 0 €
1.3. Kindertageseinrichtung „York-Kaserne“ in Gremmendorf (Stadtbezirk Münster Südost)
Die Kosten und Folgekosten sind in den vorangegangenen Vorlagen bzw. Entscheidungen
V/0171/2013 und V/0171/2013/1. Erg. (Errichtungsbeschluss) dargelegt und beschlossen worden.
Da die Inbetriebnahme der Einrichtung voraussichtlich ab dem 01.09.2013 erfolgt, belaufen sich
die Kosten für die Einrichtung in folgender Höhe:
Anteilig für 2013 Jährlich ab 2014 ff.
Betriebskosten 161.000 € 482.000 €
Betriebskostenzuschüsse 147.000 € 439.000 €
Da der Kinder- und Jugendhilfeträger DRK Kreisverband Münster einen Trägeranteil unterhalb
dem gesetzlichen Trägeranteil anbietet, entstehen für die Stadt Münster zusätzliche Aufwendu n-
gen in folgender Höhe:
Anteilig für 2013 Jährlich ab 2014 ff.
Gesetzlicher Trägeranteil 9% 14.000 € 43.000 €
Angebotener Trägeranteil DRK 1% 1.400 € 4.300 €
Städtischer Zuschuss zum Trägeranteil 8% 12.600 € 38.700 €
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung wird durch freiwillige städtische Zuschüsse (FwZ) zum Trägeranteil an
den Betriebskosten wie folgt finanziert:
Teilergebnisplan - Aufwendungen
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 0601 Förderung von Kind ern in T a-
gesbetreuung
Zeile 15 Transferaufwendungen
- 4 -
V/0366/2013
1.1 FwZ Kita Auf dem Dorn 2014
2015ff.
32.400
38.700
Deckung der
FwZ aus
Ansatz 2013:
65.636.090 €
Ansatz 2014:
67.996.340 €
1.2 FwZ Kita York-Kaserne 2013
2014ff.
12.600
38.700
Insgesamt
2013
2014
2015ff.
12.600
71.100
77.400
Begründung:
1. Ausgangslage
Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung dieser drei neuen Kindertagesein-
richtungen beschlossen (siehe V/0171/2013 und V/0171/2013/1. Erg.)
Diese Kindertageseinrichtungen beginnen zunächst mit folgenden Gruppen.
Kindertageseinrichtung Auf dem Dorn, Roxel:
1 Gruppe für je 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren (G1)
2 Gruppen für je 10 Kinder im Alter von 0-3 Jahren (G2)
Kindertageseinrichtung Gildenstraße, Handorf:
2 Gruppen für je 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren (G1)
1 Gruppe für je 10 Kinder im Alter von 0-3 Jahren (G2)
Kindertageseinrichtung York-Kaserne, Gremmendorf:
2 Gruppen für je 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren (G1)
1 Gruppe für je 10 Kinder im Alter von 0-3 Jahren (G2)
Die jeweiligen Gruppenstrukturen werden auf der Grundlage der jährlich zu vereinbarenden Rah-
menstrukturen bedarfsgerecht weiterentwickelt.
Im Rahmen der oben genannten Errichtungsbeschlüsse hat der Rat der Stadt Münster beschlos-
sen, die Trägerschaft für diese Einrichtungen an einen geeigneten freien Träger der Kinder- und
Jugendhilfe zu vergeben.
2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft
Entsprechend der Mitteilung im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien vom 17.04.2013
ist am 23.04.2013 mit dem Ausschreibungsverfahren für die Betriebsträgerschaft der neuen Ein-
richtungen begonnen worden.
Die Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster sowie die in der Arbeitsgemeinschaft gem.
§ 78 SGB VIII (AG 5 – Kindertagesbetreuung) tätigen Träger wurden über die Planungen der Stadt
Münster zum Neubau dieser Einrichtungen informiert und gebeten bis zum 04.05.2013 ihr Interes-
se an einer Übernahme der Trägerschaft mitzuteilen. Diesbezüglich erfolgte eine Pressemitteilung
am 26.04.2013.
Ihr Interesse bekundet haben (in alphabetischer Reihenfolge):
Christlicher Verein Junger Menschen Münster e.V., Merschkamp 20-22, 48155 Münster
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Münster, Zumsandestraße 25/27, 48145 Münster
- 5 -
V/0366/2013
Elterninitiative Regenbogenkindertagesstätte Wolbeck e.V., Münsterstraße 76b,
48167 Münster
ISS Mehrsprachige-Kita gGmbH, Genovevastraße 94, 51063 Köln
Mit diesen Trägern wurden am 13. und 15.05.2013 Gespräche geführt.
Die Frist zur Abgabe einer daran anschließenden, verbindlichen Bewerbung war der 24.05.2013.
Die folgenden Träger haben sich nach der Interessenbekundung und den Gesprächen für die
Übernahme der Trägerschaft für die jeweilige Kindertageseinrichtung verbindlich beworben:
Christlicher Verein Junger Menschen Münster e.V., Merschkamp 20-22, 48155 Münster
○ für die Kindertageseinrichtung Auf dem Dorn im Stadtbezirk Münster West
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Münster, Zumsandestraße 25/27, 48145 Münster
○ für die Kindertageseinrichtung Gildenstraße im Stadtbezirk Münster Ost
○ für die Kindertageseinrichtung York-Kaserne im Stadtbezirk Münster Südost
Elterninitiative Regenbogenkindertagesstätte Wolbeck e.V., Münsterstraße 76b,
48167 Münster
○ für die Kindertageseinrichtung Gildenstraße im Stadtbezirk Münster Ost
ISS Mehrsprachige-Kita gGmbH, Genovevastraße 94, 51063 Köln
○ für die Kindertageseinrichtung Auf dem Dorn im Stadtbezirk Münster West
○ für die Kindertageseinrichtung Gildenstraße im Stadtbezirk Münster Ost
○ für die Kindertageseinrichtung York-Kaserne im Stadtbezirk Münster Südost
3. Trägerauswahl: Kriterien und Bewertung für den Entscheidungsvorschlag
Mit der Bewerbung haben die Träger Konzeptionen übersandt, die der Anlage 1-5 zu entnehmen
sind.
Die Verwaltung hat mit allen Bewerbern umfangreiche Trägergespräche an Hand der nachfolgen-
den Kriterien geführt und ist zu entsprechenden Bewertungen gekommen.
3.1 Kriterium: Referenzen der Träger bezüglich vergleichbarer Einrichtungen
Erfahrungen des Trägers auf dem Gebiet der Kindertagesbetreuung
Betrieb von Kindertageseinrichtungen durch den Träger
Bewertung: Alle Träger besitzen Erfahrungen auf dem Gebiet der Kindertagesbetreuung. Sie be-
treiben weitere Kindertageseinrichtungen
3.2 Kriterium: Fachliches Konzept:
Geeignete und fachliche Konzepte für die Kindertagesbetreuung
Aussagen zu flexiblen Kindertagesbetreuungsangeboten
Bewertung: Mit Übersendung der Konzepte und deren Darlegung in den Bewerbungsgesprächen
wurden von allen Trägern geeignete Konzepte dargelegt.
- 6 -
V/0366/2013
3.3 Kriterium: Einbeziehung der Stadtteilakteure und ihrer Ressourcen
Kooperationsbezüge im Stadtteil,
Einbeziehung gewachsener Strukturen und anderer Anbieter aus dem Stadtteil,
Bedarfsgerechte und abgestimmte Weiterentwicklung der stadtteilbezogenen Angebote
Bewertung: Alle Träger planen Kooperationen im Stadtteil und wollen Synergieeffekte nutzen. Ins-
besondere sind hier die räumlich Nähe folgender Träger zu bereits bestehenden Trägerschaften
hervorzuheben:
CVJM zur bestehenden Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Anne-Jakobi-Haus
(Die geplante Kindertageseinrichtung Auf dem Dorn soll als Dependance geführt werden und somit
eine organisatorische Einheit mit dem Familienzentrum Anne-Jakobi-Haus bilden, um Synergieef-
fekte noch besser nutzen zu können. Außerdem besteht die Trägerschaft der OGS an der benach-
barten Grundschule.)
DRK Kreisverband Münster zur bestehenden Trägerschaft der Kindertagesein-
richtung Meerwiese in Coerde und zur bestehenden Trägerschaft der Kindertageseinrichtung
Lummerland in Hiltrup
Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. zur bestehenden
Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Regenbogen Kindertagesstätte in Wolbeck
Träger ISS Mehrsprachige-Kita gGmbH verfügt als nicht-münsteraner Träger nicht über
entsprechende Stadtteilressourcen und kann somit keine vergleichbaren Synergieeffekte erzielen.
3.4 Kriterium: Wirtschaftlichkeit:
verbindliche Aussagen über den zu erwartenden Trägeranteil für den Betrieb der Einrichtung.
Bewertung:
Bezüglich des gesetzlichen Trägeranteils gibt es für die Trägerschaft folgende Angebote:
CVJM bietet einen Trägeranteil von 1% für die Kindertageseinrichtungen „Auf dem
Dorn“ an.
DRK Kreisverband Münster bietet einen Trägeranteil von 1 % für die Kindertages-
einrichtungen „Gildenstraße“ und „York-Kaserne“ an.
Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. bietet einen Trä-
geranteil von 4 % für die Kindertageseinrichtung „Gildenstraße“ an.
ISS Mehrsprachige-Kita gGmbH bietet einen Trägeranteil von 5 % für die Kinder-
tageseinrichtungen „Auf dem Dorn“, „Gildenstraße“ und „York-Kaserne“ an.
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V/0366/2013
4. Abschließende Begründung der Trägerschaftsvorschläge
Aus den o.g. Bewertungen ergeben sich somit wichtige entscheidungsleitende Differenzierungen
hinsichtlich der Kriterien.
Neben dem Gebot der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit des Haushaltes der Stadt Münster nach
fiskalischen Gesichtspunkten ist auch die Berücksichtigung der besonderen Nutzung von Syne r-
gieeffekten zu bestehenden Kindertageseinrichtungen in Münster wichtig.
Dies sind vordringlich Einrichtungen, die für einen gut funktionierenden Sozialraum bede utend
sind. Durch eine gut funktionierende Vernetzung mit bestehenden, eigenen Einrichtungen des
freien Trägers können im Sozialraum bestmögliche Synergieeffekte genutzt werden (siehe Kriteri-
um: Einbeziehung der Stadtteilakteure und ihrer Ressourcen).
Demnach schlägt die Verwaltung vor:
4.1 Dem Träger Christlicher Verein Junger Menschen e. V. wird die Trägerschaft für die Ki n-
dertageseinrichtung „Auf dem Dorn“ übertragen.
Sowohl durch die Nutzung der Einrichtung als Dependance zur bestehenden Kindertagesei n-
richtung Anne -Jakobi-Haus, als auch durch die bestehende Trägerschaft der OGS der b e-
nachbarten Grundschule ergeben sich trotz eines Trägeranteils von 1% sehr gute Synergiee f-
fekte in Roxel.
4.2 Dem Träger Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. wird die Tr ä-
gerschaft für die Kindertageseinrichtung „Gildenstraße“ übertragen.
Durch die Übernahme ihres gesetzlichen Trägeranteils von 4% und der bereits bestehenden
Kindertageseinrichtung in Wolbeck können fachliche und finanzielle Synergien genutzt werden.
4.3 Dem Träger Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Münster wird die Trägerschaft für die
Kindertageseinrichtung „York-Kaserne“ übertragen.
Hier ergeben sich wichtige Synergieeffekte in Zusammenarbeit mit der bestehenden Kindert a-
geseinrichtung Lummerland in Hiltrup.
Neben einem Trägeranteil von 1 % können die neu gewonnenen Erfahrungen dieser Interim s-
maßnahme im Stadtteil Gremmendorf auch hervorragend in eine dauerhafte Lösung einer Ki n-
dertageseinrichtung im Zusammenhang mit den Konversionsflächen einfließen.
Mit diesem Beschluss wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtungen ein Träger gefunden,
so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden
können.
I. V.
Gez.
Dr. Andrea Hanke
Beigeordnete
Anlagen: Bewerbungsschreiben und Konzeptunterlagen der Träger
4_Bewerbungsschreiben Regenbogen Kita Wolbeck eV für Kita Gildenstraße
910 Zeichen
REGENBOGEN KINDERTAGESSTÄTTE WOLBECK E.V. Br B- enbor en a = Er Münsterstraße 76 b@ 48167 Münster-Wolbeck © 02506/7833 Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. Mitglied bei Eltern heifen Eltern e.V. Münsterstraße 76 b @ 48167 Münster-Wolbeck Münster 14.05.2013 Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Pohl, hiermit bewerben wir uns um die Trägerschaft für die geplante neue Kindertagesstätte in Münster Handorf (Gildenstrasse). Bei der Finanzierung der Kindertagesstätte bieten wir einen Trägeranteil von 4%. Alle weiteren Unterlagen für diese Bewerbung liegen ihnen bereits vor. Wir würden uns sehr freuen, die Trägerschaft für die neue Einrichtung zu übernehmen und haben dafür ein solides und gut geeignetes Konzept entwickelt. Mit freundlichen Grüßen u (4 uud Sr REGENBOGEN KINDERTAGESSTÄTTE Der Vorstand WOLBECKEN. MÜNSTERSTRASSE 76 B 4867 MÜNSTER-WOLBECK TELEFON 02506-- 7833 ale
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (10)
- Gildenstraße 2
- Münsterstraße 76b
- Zumsandestraße 25
- Hafenstraße 30
- Zwi-Schulmann-Weg 25
- Merschkamp 20
- Auf dem Dorn 2014
- Böttcherstraße 3
- Im Seihof 16
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0366/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.06.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37