V/0942/2007
Fortschreibung des kommunalen Abfallwirtschaftskonzeptes für die Stadt Münster
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage
61734 Zeichen
1 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die kreisfreie Stadt Münster ist öffentlich-rechtlicher
Entsorgungsträger gemäß §§ 13 und 15 Kreislaufwirt-
schafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG). Die Aufgaben
umfassen insbesondere
• das Einsammeln und Befördern der ihr in ihrem
Gebiet überlassenden Abfälle,
• Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung
von Abfällen und
• die Beseitigung von Abfällen.
Zur Erfüllung der Aufgaben hat die Stadt Münster die
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) als Eigenbe-
triebsähnliche Einrichtung gebildet.
Gemäß § 19 KrW-/AbfG sind die öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger verpflichtet, Abfallwirtschaftkonzepte
über die Verwertung und Beseitigung der ihr überlas-
senden Abfälle zu erstellen. Die Anforderungen an das
Abfallwirtschaftkonzept werden im Abfallgesetz für das
Land Nordrhein-Westfalen geregelt.
Das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept gibt eine
Übersicht über den Stand der Abfallentsorgung in der
Stadt Münster. Es enthält insbesondere
• Angaben über Art, Menge und Verbleib der im
Entsorgungsgebiet der Stadt Münster anfallen-
den und den
• Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster
überlassenden Abfälle,
• die Darstellung der getroffenen und geplanten
Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung
der überlassenden Abfälle,
• den Nachweis einer zehnjährigen Entsorgungs-
sicherheit,
• die Darstellung der Zusammenar-
beit/Kooperationen mit anderen öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgern.
Es ist die Fortschreibung des Abfallwirtschaftkonzeptes
aus dem Jahre 2002 und gilt für die Jahre 2008 bis
2012.
Veranlassung und Zielsetzung
2 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Allgemeine Übersicht
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) sind seit
1996 eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt
Münster. Sie werden gemäß der Eigenbetriebsverord-
nung sowie nach den Bestimmungen der Betriebssat-
zung für die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster geführt.
Den AWM obliegen die Stadtreinigung und Abfallwirt-
schaft im gesamten Stadtgebiet der Stadt Münster.
Hierzu zählen insbesondere die Sammlung, der Trans-
port, die Verwertung und Entsorgung von Abfällen im
Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes.
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster orientieren sich
umfassend an den vom Rat der Stadt Münster be-
schlossenen ökologischen Zielsetzungen der Abfallwirt-
schaft und an den Belangen der Nutzer und Gebühren-
zahler im Hinblick auf die Gestaltung des Leistungsan-
gebotes.
Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme
Die Abfallwirtschaftbetriebe Münster wurden erstmalig
im Jahre 1997 nach der Entsorgungsfachbetriebsver-
ordnung zertifiziert. Im Jahre 2002 kam die Zertifizie-
rung nach dem Qualitätsmanagementsystem DIN EN
ISO 9001:2000 hinzu. 2005 wurde die Zertifizierung
nach dem Umweltmanagementsystem nach DIN EN
ISO 14001:2004 vorgenommen. Durch diese Zertifizie-
rungssysteme werden die Unternehmensprozesse der
AWM kontinuierlich einer objektiven Prüfung unterzo-
gen.
Um darüber hinaus die Leistungen auf dem Gebiet der
Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes konti-
nuierlich zu verbessern, wurde als vorerst letzter Bau-
stein eines integrierten Managementsystems das Ar-
beitsschutzmanagementsystem eingeführt. Die Erst-
ausstellung des Zertifikats gemäß OHSAS 18001 da-
tiert auf den 12.09.2006.
Risikomanagement
Um frühzeitig und wirksam bestehende und zukünftige
Risiken für das Unternehmen AWM begegnen zu kön-
nen, erfolgte im Jahre 2001 die Einführung eines Risi-
komanagements. Dieses entspricht den Maßgaben des
am 01. Mai 1998 in Kraft getretenen Gesetzes zur Kon-
trolle und Transparenz im Unternehmensbereich
(KonTraG) sowie dem § 10 der mit Wirkung vom
24.11.2004 in Kraft getretenen EigVo NRW.
Beschwerdemanagement
Um langfristig Fehler zu vermeiden und die Qualität der
Dienstleistungen kontinuierlich zu optimieren, wurde
2002 das Beschwerdemanagement bei den AWM ein-
geführt.
Alle eingehenden Beschwerden werden mit einem ein-
heitlichen System erfasst und ausgewertet.
Die Bearbeitung von Beschwerden und das Beheben
von Fehlern sind ein wichtiges Anliegen der AWM und
ein bedeutender Faktor für die Kundenzufriedenheit
Die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Münster (AWM)
3 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Allgemeines
Die Stadt Münster gilt als Oberzentrum des Münster-
landes. Die Münsteraner Wirtschaftsstruktur wird insbe-
sondere geprägt durch den hohen Anteil öffentlicher
und privater Dienstleistungsunternehmen und der öf-
fentlichen Verwaltung.
Die Anzahl der wohnberechtigten Bevölkerung lag Ende
2005 bei 278.925 Einwohnern. Diese leben in 144.856
Haushalten. Die durchschnittliche Anzahl von Personen
pro Haushalt liegt statistisch somit bei 1,9 Personen.
Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 302,87 km², daraus
resultiert eine Einwohnerdichte von 920 E/km².
Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäf-
tigten lag im Jahre 2006 bei 130.117 Personen. Zu den
Hauptwirtschaftszweigen zählen das Dienstleistungs-
gewerbe mit 54,4 %, Handel und Instandsetzung mit
13,7 %, verarbeitendes Gewerbe mit 11,7 % und das
Kredit- und Versicherungsgewerbe mit 8,1 %.
Beschreibung des Entsorgungsgebietes (Stadt Münster)
4 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Das in Deutschland geltende Abfallrecht ist bundes-,
landesrechtlich und in Satzungen der kommunalen
Entsorgungsträger geregelt.
Das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und
Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von
Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, KrW-
AbfG) vom 07.10.1996 gilt als Leitgesetz der Abfallwirt-
schaft.
Zweck des Gesetzes ist die Förderung der Kreislauf-
wirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen
und die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung
von Abfällen.
Folgerichtig sind durch den Erzeuger und Besitzer von
Abfällen diese in erster Linie durch z.B. anlageninterne
Kreislaufführung zu vermeiden, in zweiter Linie stofflich
oder energetisch zu verwerten und erst dann ord-
nungsgemäß zu beseitigen.
Ergänzt wird das Bundesabfallrecht durch weitere un-
tergesetzliche Regelungen, wie z.B. die Deponiever-
ordnung, Abfallablagerungsverordnung und Deponie-
verwertungsverordnung.
Große Bedeutung haben hierbei insbesondere auch die
Technischen Anleitungen Abfall und Siedlungsabfall.
Die Anforderungen an eine umweltverträgliche Ablage-
rung werden in der Abfallablagerungsverordnung gere-
gelt.
Für das Land Nordrhein-Westfalen werden darüber
hinaus weitere Bestimmungen im Abfallgesetz (Lande-
sabfallbesetz - LAbfG) geregelt.
Im Folgenden werden weitere wesentliche Verordnun-
gen und Gesetze vorgestellt, die wesentlichen Einfluss
auf die Aufgabenerfüllung und die tägliche Arbeit der
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) haben.
Verpackungsverordnung (VerpackV)
Um den ständigen Anstieg der Verpackungsmengen
entgegen zu wirken, wurde im Juni 1991 die Verord-
nung über die Vermeidung von Verpackungsabfällen
(VerpackV) erlassen. Mit dieser Verordnung wurde eine
Regelung im Sinne einer Produktverantwortung ge-
schaffen, danach sind Hersteller und Vertreiber von der
Herstellung bis zu dessen umweltgerechter Entsorgung
für ihr Produkt verantwortlich und müssen diese vom
Endverbraucher zurück nehmen und verwerten. Für die
Rücknahme und die Verwertung der Verkaufsverpa-
ckungen sind im Gesetz entsprechende Quoten festge-
schrieben. Die Verpflichtung zur Rücknahme entfällt,
wenn durch ein System besteht, das gewährleistet, das
die gebrauchten Verpackungen beim Endverbraucher
abholt werden.
Zum Zeitpunkt der Fortschreibung dieses AWK´s wird
von Seiten der Bundesregierung an der fünften Verord-
nung zur Änderung der Verpackungsverordnung gear-
beitet.
Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)
Die Verordnung über die Entsorgung von gewerblichen
Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau- und Ab-
bruchabfällen trat am 01. Januar 2003 in Kraft. Ziel der
Verordnung ist die schadlose und möglichst hochwerti-
ge Verwertung der von der Verordnung erfassten Abfäl-
le. Die Verordnung bestimmt Anforderungen an die
Getrennthaltung und an die Vorbehandlung von Gemi-
schen.
Gewerbliche Abfälle, die nicht verwertet werden, sind
den zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträ-
gern zu überlassen. Gem. § 7 GewAbfV haben Erzeu-
ger und Besitzer Abfallbehälter im angemessenen Um-
fang nach den näheren Festlegungen des öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgers, mindestens aber einen
Behälter, zu nutzen.
Rechtliche Grundlagen
5 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Elektro- und Elektronik-Geräte-Gesetz (ElektroG)
Durch das am 24. März 2005 in Kraft getretene Gesetz
über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die
umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elekt-
ronikgeräten (ElektroG) haben Verbraucherinnen und
Verbraucher in Deutschland die Möglichkeit, alte
Elektro- oder Elektronikgeräte kostenlos bei kommuna-
len Sammelstellen abzugeben. Die Hersteller sind ver-
pflichtet, die dort gesammelten Altgeräte zurückzuneh-
men und zu verwerten.
Mit dem Gesetz soll verhindert werden, dass durch die
gängige Entsorgung dieser Geräte über den Restabfall
(Hausmüll) die Umwelt belastet wird. Die Altgeräte wer-
den in folgende 10 Kategorien eingeteilt:
• Haushaltsgroßgeräte – auch weiße Ware ge-
nannt – z. B. Waschmaschine, Kühl- und Ge-
frierschrank oder Herd
• Haushaltskleingeräte - auch zur weißen Ware
gehörend – z. B. Staubsauger, Kaffeemaschi-
ne, Fön
• Informations- und Kommunikationstechnik-
Geräte – z. B. Computer, Monitore, Drucker,
Schreibmaschinen, etc.
• Unterhaltungselektronikgeräte – auch braune
Ware genannte – z. B. Fernseher, Videorecor-
der, HiFi Anlagen, etc.
• Beleuchtungskörper
• Elektrische Werkzeuge
• Spielzeug, sowie Sport- und Freizeitgeräte
• Medizinprodukte
• Überwachungs- und Kontrollinstrumente
• Automatische Ausgabegeräte
Altholzverordnung (AltholzV)
Die Verordnung über die Anforderungen an die Verwer-
tung und Beseitigung von Altholz (AltholzV) regelt die
Verwertung (stofflich und energetisch) und die Beseiti-
gung von Altholz in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Verordnung trat am 01. März 2003 in Kraft.
Die Altholzverordnung teilt Altholz in verschiedene Ka-
tegorien ein, die hinsichtlich der Entscheidung für eine
Verwertung und Beseitigung wichtig sind:
• A I Naturbelassenes oder mechanisch be-
arbeitetes Altholz, praktisch nicht verunreinigt
• A II Verleimtes, beschichtetes, lackiertes
Altholz ohne halogenorganische Verbindungen
und ohne Holzschutzmittel
• AIII Altholz mit halogenorganischen Verbin-
dungen in der Beschichtung ohne Holzschutz-
mittel
• A IV Mit Holzschutzmitteln behandeltes Alt-
holz und Altholz, das aufgrund seiner Schad-
stoffbelastung nicht den zuvor genannten Kate-
gorien zugeordnet werden kann
Althölzer der Kategorien AI und AII können einer stoffli-
chen Verwertung zugeführt werden. Althölzer der Kate-
gorien A III und AIV sind in einer geeigneten Anlage
einer thermischen Verwertung zuzuführen.
Erzeuger und Besitzer von Althölzern haben diese nach
den Kategorien getrennt zu halten, soweit es für die
weitere Verwertung erforderlich ist.
Rechtliche Grundlagen
6 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Eine funktionierende Abfallwirtschaft ist auf die Beteili-
gung aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Ihr
abfallbewusstes Verhalten ist ausschlaggebend für
Menge und Art der Abfälle, die in Münster entsorgt wer-
den müssen. Die Verwertungsanlagen können nur dann
störungsfrei betrieben werden, wenn Abfallbehälter und
Recyclinghöfe richtig genutzt werden. Die Präsentation
von Recyclingprodukten schafft zusätzliche Motivation
zur Beteiligung am Gesamtsystem. Aus diesen Grün-
den ist die Öffentlichkeitsarbeit zur Transparenz der
Abfallwirtschaft ein wichtiger Baustein im AWK der
Stadt Münster.
Broschüren und Informationsmaterial
Unverändert wichtig für die Information der Münsteraner
Bürger und Bürgerinnen sind Broschüren zu allen The-
men der Abfallvermeidung und Abfalltrennung.
Zum Ende jeden Jahres erhalten alle Bürgerinnen und
Bürger einen Entsorgungskalender mit den Abfuhrter-
minen für Biotonne, Gelben Sack, Restabfalltonne und
Papiertonne, der aber auch andere wichtige Informatio-
nen enthält.
Weitere Flyer:
„Tonne, Sack und Co.“ (Abfalltrennung),
„Zu groß für die Tonne" (Sperrgut)
„Wo geht es zum Recyclinghof"“
„Sortiertafel“ in 7 verschiedenen Sprachen
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Veröffentli-
chungen der AWM in Kooperation mit dem Presse- und
Informationsamt der Stadt Münster zu verschiedenen
Abfallthemen.
Auf einer DVD erhältlich ist, werden die verschiedenen
Bereiche (Abfuhr, Stadtreinigung) der Abfallwirtschaft in
Münster vorgestellt. Aufgezeigt werden die unter-
schiedlichen Wege der Abfälle, von der Sammlung bis
zur Verwertung bzw. Entsorgung.
Abfalltelefon
Am Abfalltelefon werden allgemeine und übergeordnete
Fragen zur Abfallwirtschaft, richtiger Abfalltrennung und
-entsorgung beantwortet. Jährlich entstehen auf diesem
Weg ungefähr 20.000 Kundenkontakte.
Abfallpädagogik
Zur Unterstützung von Schulen und Kitas, Vereinen und
Verbänden und anderen Multiplikatoren, die zum The-
ma Abfall Wissen vermitteln möchten, stellen die AWM
verschiedene Angebote zur Verfügung. Neben der per-
sönlichen oder telefonischen Beratung gibt es Informa-
tionen im Klassensatz und eine Bibliothek mit Fachlite-
ratur. Außerdem können Materialkisten zu verschiede-
nen Themengebieten ausgeliehen werden. Sie enthal-
ten für alle Altersgruppen Spiele, Bücher oder Video-
kassetten zum Einsatz im Unterricht.
Für Projektwochen oder Aktionstage werden Aktionshil-
fen zum Verleih angeboten.
Entsorgungszentrum- und Recyclinghofführungen
Für Schulklassen, Vereine, Verbände und interessierte
Gruppen bietet die AWM Führungen durch abfallwirt-
schaftliche Anlagen an. Je nach Alter und Interessens-
lage werden hier die unterschiedliche Anlagen besich-
tigt und dabei verschiedene didaktische Mittel einge-
setzt, um den Teilnehmern das Thema möglichst ein-
fach und verständlich, für jüngere auch spielerisch,
nahe zu bringen.
Abfallvermeidung und Abfallberatung
Öffentlichkeitsarbeit
7 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Internet
Das Internet ist inzwischen für viele Bürger und Bürge-
rinnen unverzichtbares Informationsmedium. Die AWM
sind seit September 2001 mit einem umfangreichen
Internet-Auftritt (
www.awm.muenster.de ) vertreten, der
kontinuierlich ausgebaut und aktualisiert wird.
Initiativ-Kampagnen
Im Rahmen von zwei Kampagnen greifen die AWM das
Thema Stadtsauberkeit auf und versuchen die Bürge-
rinnen und Bürger mit Humor und Information zu mehr
Verantwortlichkeit für die Stadtsauberkeit zu bewegen.
Eine dritte Kampagne ist für 2008 in Vorbereitung.
Der breiten Öffentlichkeit soll deutlich gemacht we rden,
dass eine saubere Stadt nicht nur von der -
gebührenfinanzierten- Straßenreinigung und Abfallwi rt-
schaft abhängt, sondern auch vom Verhalten jedes
einzelnen Bürgers. In erster Linie soll mit der Kam pag-
ne die Eigeninitiative der Bevölkerung wieder neu m oti-
viert werden, damit eine weitere ggf. gebührenfinanzier-
te Verstärkung der AWM-Aktivitäten nicht erfolgen
muss.
Aufgegriffen werden die häufigsten Problemfelder im
Bereich der Stadtsauberkeit von Münster:
1. Littering
2. Gelbe Säcke: falsche Befüllung
3. Gelbe Säcke: Herausstellen zum falschen Ab-
holtermin
4. Sperrmüll: falsche Gegenstände werden her-
ausgestellt Wilde Müllkippen
5. Hundekot
6. Wilde Müllablagerungen
7. Großveranstaltungen (Weihnachtsmarkt, Ro-
senmontag)
In einer weiteren Kampagne sollen vor allem diejenigen
erreicht werden, die bisher eher aus Unachtsamkeit und
Gedankenlosigkeit Verunreinigungen verursacht haben.
Eine dritte Kampagne ist für das Jahr 2008 in Planung.
Auch hier steht die Stadtsauberkeit im Mittelpunkt.
Abfallvermeidung und Abfallberatung
Öffentlichkeitsarbeit
8 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Papier, Pappe (PPK)
Papier und Pappe
0,0
5.000,0
10.000,0
15.000,0
20.000,0
25.000,0
30.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassungssysteme
Papier und Pappe wird im Stadtgebiet der Stadt Müns-
ter über die blaue Altpapiertonne flächendeckend in
Privathaushalten erfasst. Die Erfassungsquote liegt
damit bei ca. 85 %. Die Abfuhr erfolgt 14-täglich durch
die AWM über die Behältergröße 120 l – 1.100 l.
Die Nutzung der Altpapiertonne erfolgt auf freiwilliger
Basis. Für die Nutzung wird keine separate Gebühr
erhoben.
Für gewerbliche Kunden besteht zusätzlich die Mög-
lichkeit Altpapier über Container in den Größe 1,1 – 34
m³ sowie über Presscontainer zu entsorgen.
Verwertung
Das erfasste Altpapier wird derzeit von zwei ortsansäs-
sigen Firmen angenommen und einer weitergehenden
stofflichen Verwertung zugeführt.
Entwicklung 2008 – 2012
Die blaue Altpapiertonne wird von der Bevölkerung der
Stadt Münster sehr gut angenommen. Es ist daher auch
nicht beabsichtigt, das Erfassungssystem vor dem Hin-
tergrund der aktuellen Rahmenbedingungen zu ändern.
Bioabfall
Bioabfall
0,0
2.500,0
5.000,0
7.500,0
10.000,0
12.500,0
15.000,0
17.500,0
20.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassungssysteme
Für das gesamte Stadtgebiet Münster wird von den
AWM aus hygienischen Gründen eine wöchentliche
Bioabfuhr angeboten. Biotonnen sind in den Größen 35
l, 60 l, 90 l, 120 l, und 240 l verfügbar. Gegen Gebühr
kann ein Biofilterdeckel zur Verfügung gestellt werden.
Der Anschlussgrad liegt derzeit bei ca. 77 % der an der
Restabfallentsorgung angeschlossenen Grundstücke.
Die Abfuhr erfolgt durch AWM in der Innenstadt über
Zweikammerfahrzeuge und in den Außenbezirken über
Einkammerfahrzeuge. Die AWM setzen für die Reini-
gung der Behälter zwei Biotonnenwaschfahrzeuge ein.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2007
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
9 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Verwertung
Für die Behandlung der in Münster getrennt erfassten
Bioabfälle ist ein Vertrag mit den Stadtwerken Münster
abgeschlossen worden. Diese betreiben am Standort
Zum Heidehof 87 eine Bioabfallvergärungsanlage mit
einer Kapazität von ca. 18.000 Mg/a.
In der Anlage werden die Bioabfälle zunächst von Stör-
stoffen befreit und anschließend in einem Faulturm
anaerob, d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff, zu Bio-
gas und dem Gärrest umgewandet. Das Biogas wird im
benachbarten Blockheizkraftwerk (BHKW) energetisch
genutzt. Der Gärrest wird in der Grünabfallkompostie-
rungsanlage zu Kompost weiter verarbeitet.
Entwicklung 2008 – 2012
Auf Grund der guten Erfahrung soll an der separaten
Erfassung der Bioabfälle festgehalten werden. Der Ver-
trag mit den Stadtwerken Münster hat eine Laufzeit bis
zum Jahr 2015, so dass eine Behandlung der Mengen
sicher gestellt ist.
Grünabfälle
Grünabfälle
0,0
2.500,0
5.000,0
7.500,0
10.000,0
12.500,0
15.000,0
17.500,0
20.000,0
22.500,0
25.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassungssysteme
Grünabfälle werden in Münster sowohl über ein Hol- als
auch über ein Bringsystem erfasst.
Über die monatliche Sperrmüllsammlung erfolgt die
haushaltsnahe Erfassung der Grünabfälle gebündelt
oder über Gartenabfallsäcke im Holsystem.
Zusätzlich werden auf jedem Recyclinghof Grünabfälle
in Container angenommen.
Verwertung
Für die Behandlung der in Münster erfassten Grünabfäl-
le betreiben die AWM am Standort Zum Heidehof 87
eine Grünabfallkompostierungsanlage.
In dieser Anlage werden die Grünabfälle gemeinsam
mit dem Gärrückstand der Bioabfallvergärungsanlage
zu hochwertigen, gütegesicherten Kompost verarbeitet.
Anschließend erfolgt die Vermarktung des Kompostes.
Der Absatz erfolgt bürgernah über die Recyclinghöfe
der Stadt Münster und über eine Direktvermarktung in
die Bereiche Garten- und Landschaftsbau, Landwirt-
schaft und Privathaushalte.
Entwicklung 2008 – 2012
Aufgrund der guten Erfahrung mit der getrennten Erfas-
sung der Grünabfälle und Verwertung des erzeugten
Kompostes ist keine Änderung an dem bestehenden
Verwertungsweg geplant.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
10 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Restabfall aus Haushaltungen
Restabfall aus Haushaltungen
0,0
7.500,0
15.000,0
22.500,0
30.000,0
37.500,0
45.000,0
52.500,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die Restabfallabfuhr erfolgt im Regelfall 14-tägig durch
die AWM. Es werden Behältergrößen von 35l, 60l, 90l,
120l, 240l 660l und 1.100l angeboten. Damit ist eine
weitgehende Anpassung der Behältergröße an das
individuelle Abfallaufkommen möglich. Die Abfuhr der
Restabfallbehälter erfolgt im Innenstadtbereich mit
Zweikammerfahrzeugen und in den anderen Gebieten
mit Einkammerfahrzeugen.
Für gewerbliche Kunden stehen darüber hinaus Contai-
ner für Restabfälle in den Größen 1 – 34 m³ und Press-
container zur Verfügung.
Entsorgung
Für die anfallenden Restabfälle hat die Stadt Münster
mit der Firma Remondis GmbH & Co. KG einen Vertrag
über die Errichtung und den Betrieb einer mechanisch-
biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBRA)
abgeschlossen. Die Restabfälle werden in dieser Anla-
ge gemäß den gesetzlichen Anforderungen behandelt
und aufbereitet.
Entwicklung 2008 – 2012
Der Vertrag mit der Firma Remondis GmbH & Co. KG
hat eine Laufzeit bis zum Jahre 2015, so dass die Ent-
sorgung der anfallenden und den AWM angedienten
Restabfällen sicher gestellt ist.
Restabfall aus dem Gewerbe
Gewerbeabfall
0,0
2.000,0
4.000,0
6.000,0
8.000,0
10.000,0
12.000,0
14.000,0
16.000,0
18.000,0
20.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die Gewerbebetriebe in Münster entsorgen ihre Rest-
abfälle ebenfalls über die Behälter der Systemabfuhr.
Alternierend kann die Entsorgung über gesonderte
Abroll- und Absetzkippercontainer erfolgen.
Entsorgung
Die Entsorgung der den AWM angedienten Abfälle aus
dem Gewerbe erfolgt über die MBRA der Stadt Müns-
ter.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2007
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
11 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
Entwicklung 2008 – 2012
Die Liberalisierung des Entsorgungsmarktes durch die
in der Vergangenheit erfolgte Gesetzgebung und
Rechtssprechung führte insbesondere bei den Gewer-
beabfällen zu erheblichen Problemen bei der Zuord-
nung und Abgrenzung der Entsorgungszuständigkeit
dieses Abfallstromes. Dies spiegelt sich auch in der
oben dargestellten Mengenentwicklung für die Jahre
2002 – 2006 wieder. Die aktuelle Entwicklung weist
eine Stagnation im Rückgang der Mengen aus, so dass
für die Folgejahre mit einem Aufkommen ähnlich wie in
2006 gerechnet wird.
Die Entsorgung der den AWM angedienten Abfälle ist
über die MBRA der Stadt Münster sichergestellt.
Leichtverpackungen (LVP)
LVP Verpackungen
0,0
2.500,0
5.000,0
7.500,0
10.000,0
12.500,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Zu den Leichtverpackungen zählen Verkaufsverpa-
ckungen aus Verbundmaterialien, Kunststoff und Metall,
die mit dem grünen Punkt versehen sind. Die Samm-
lung führen die AWM im Auftrag der DSD AG bis zum
31.12.2007 durch. Die Erfassung erfolgt bei
den Haushaltungen und Gewerbebetrieben 14-tägig
über Gelbe Säcke. Im Bedarfsfall werden auch größere
Behälter (1.100 l) bereitgestellt.
Verwertung
Die erfassten Leichtverpackungen werden in Münster
am Standort Zum Heidehof 52 umgeschlagen und zur
Firma Stenau nach Ahaus zur weiteren Aufbereitung
gebracht. Die Firma Stenau ist durch die DSD AG mit
der Sortierung der Leichtverpackungen aus der Stadt
Münster beauftragt.
Entwicklung 2008 – 2012
Die DSD AG hat im Jahre 2007 eine Neuausschreibung
für die Dienstleistungen Sammlung und Sortierung für
die Leichtverpackungen aus dem Stadtgebiet der Stadt
Münster vorgenommen.
Demnach soll die Sammlung der Leichtverpackungen
ab dem 01.01.2008 für einen Zeitraum von 3 Jahren
durch die Firma Remondis GmbH & Co. KG erfolgen.
12 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Sperrmüll
Sperrmüll
0,0
1.000,0
2.000,0
3.000,0
4.000,0
5.000,0
6.000,0
7.000,0
8.000,0
9.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die AWM führen im gesamten Stadtgebiet der Stadt
Münster eine flächendeckende monatliche Sperr- und
Wertstoffsammlung durch. Im Rahmen dieser Samm-
lung werden Sperrmüll, Grünabfälle, Elektronikschrott
und Kühl- und Gefriergeräte getrennt abgefahren.
Entsorgung/Verwertung
Die getrennt erfassten Sperrmüll- und Wertstoffmengen
werden den entsprechenden Anlagen zur weiteren Be-
handlung bzw. Verwertung zugewiesen. Der Sperrmüll
gelangt zu MBRA Münster, Grünabfälle zur Grünabfall-
kompostierung. Elektronikschrott und Kühl- und Ge-
friergeräte werden im Rahmen des ElektroG der Ver-
wertung zugeführt.
Entwicklung 2008 – 2012
Die AWM beabsichtigen grundsätzlich an dem System
der Sperrmüll- und Wertstoffabfuhr festzuhalten. Ledig-
lich für den Anteil des Elektronikschrotts und der Kühl-
und Gefriergeräte wird ab 2008 die monatliche Regel-
abfuhr auf ein Abrufsystem umgestellt.
Altholz
Altholz
0,0
500,0
1.000,0
1.500,0
2.000,0
2.500,0
3.000,0
3.500,0
4.000,0
4.500,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Althölzer der Kategorie AI bis AIII werden in Münster
durch die AWM über die Recyclinghöfe getrennt erfasst.
Zusätzlich können am Recyclinghof im Entsorgungs-
zentrum Althölzer der Kategorie AIV abgegeben wer-
den.
Verwertung/Entsorgung
Die Aufbereitung und Verwertung der erfassten Althöl-
zer erfolgt durch ein von Seiten der AWM beauftragtem
Unternehmen. Die Verwertung erfolgt stofflich und e-
nergetisch.
Entwicklung 2008 - 2012
An der getrennten Erfassung und Einsammlung von
Althölzern über die Recyclinghöfe soll festgehalten
werden.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
13 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Altmetall
Altmetalle
0,0
500,0
1.000,0
1.500,0
2.000,0
2.500,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die Erfassung der Altmetalle erfolgt in Containern über
die Recyclinghöfe der AWM.
Verwertung/Entsorgung
Mit der Verwertung der getrennt erfassten Altmetalle
haben die AWM zwei ortsansässige Unternehmen der
Metall- und Recyclingbranche in Münster beauftragt.
Entwicklung 2008 – 2012
Für die Erfassung der Altmetalle sind keine Änderungen
geplant.
Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheits-
dienstes
Krankenhausabfälle
0,0
1.000,0
2.000,0
3.000,0
4.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die im Stadtgebiet der Stadt Münster anfallenden kran-
kenhausspezifischen Abfälle aus Einrichtungen des
Gesundheitsdienstes werden im Rahmen der regelmä-
ßigen Restabfallabfuhr den AWM zur Beseitigung über-
lassen.
Die Erfassung erfolgt i.d.R. über 22 m³ Presscontainer.
Diese werden über eine Umladestation der AWM am
Standort Zum Heidehof 52 zu einer Transporteinheit
zusammengestellt und entsorgt.
Entsorgung
Die AWM haben für die ordnungsgemäße Entsorgung
der ihr überlassenen Krankenhausabfälle einen Vertrag
mit der EGW Borken abgeschlossen. Auf Basis einer
öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen der Stadt
Münster und dem Kreis Borken entsorgt die EGW die
Mengen über eine thermische Beseitigungsanlage. Eine
Genehmigung der Bezirksregierung Münster über die
öffentlich-rechtl. Vereinbarung liegt vor (Akt.-Z.:31.1.6-
Ms-01/2007).
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
14 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Entwicklung 2008 - 2012
Um die ordnungsgemäße und schadlose Beseitigung
der Krankenhausabfälle (ASN 180104) auch
zukünftig sicherstellen zu können, beabsichtigen die
AWM mit der EGW für den Zeitraum der nächsten 5
Jahre zu kooperieren bzw. zusammen zu arbeiten.
Altglas
Altglas
0,0
1.000,0
2.000,0
3.000,0
4.000,0
5.000,0
6.000,0
7.000,0
8.000,0
9.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die Erfassung der Altglasmengen erfolgt im Stadtgebiet
der Stadt Münster über 616 Depotcontainer im Auftrag
der DSD AG. An insgesamt 336 Containerstandorten
befindet sich mindestens je ein Depotcontainer für
Weißglas und Buntglas (Grün- und Braunglas). An ca.
91 Standorten stehen 3-Kammer-Depotcontainer, in
denen die 3 Glasfraktionen Weiß-, Grün- und Braunglas
farblich getrennt erfasst werden.
Pro Containerstandort sind somit ca. 850 Einwohnern
angeschlossen.
Verwertung
Die Verwertung des in Münster getrennt erfassten Alt-
glases erfolgt über ein durch die DSD AG beauftragtes
Unternehmen. In einer Aufbereitungsanlage werden die
Mengen gebrochen, gesiebt und von Fremdstoffen be-
freit. Anschließend erfolgt die Wiederverwertung in ei-
ner Glashütte.
Entwicklung 2008 – 2012
Die AWM beabsichtigen, an dem zuvor beschriebenen
Erfassungsweg fest zu halten.
Straßenkehrricht
Straßenkehrricht
0,0
1.000,0
2.000,0
3.000,0
4.000,0
5.000,0
6.000,0
7.000,0
2002 2003 2004 2005 2006
Jahr
Menge in Mg
Erfassung
Die Reinigung von Straßen, Rinnsteinen und Radwe-
gen erfolgt durch die Stadtreinigung der AWM im wö-
chentlichen oder 14 tätigem Rhythmus. Hierbei werden
jährlich ca. 1,5 Mio. Kehrmeter gesäubert.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
15 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Entsorgung
Die im Stadtgebiet der Stadt Münster durch die Stra-
ßenreinigung erfassten Mengen werden in der MBRA
Münster verarbeitet. Aufgrund der organischen Belas-
tung gelangen die Mengen in den biologischen Aufbe-
reitungsteil der Anlage. Nach entsprechender Behand-
lung erfolgt die Ablagerung auf dem 3. BA der Zentral-
deponie II.
Entwicklung 2008 – 2012
Die AWM haben mit dem Betreiber der MBRA einen
Vertrag über die Mitbehandlung der in Münster anfal-
lenden Straßenkehrrichtmengen abgeschlossen. Da-
durch ist die ordnungsgemäße Entsorgung der Mengen
in den nächsten Jahren gesichert.
Sonstige Sammelsysteme
Problemabfallsammlung
Die Sammlung von Problemabfällen aus privaten
Haushaltungen erfolgt über das flächendeckende Netz
der Recycling- und Wertstoffhöfe. Während der Öff-
nungszeiten erfolgt die Annahme über ein mobiles
Schadstoffsammelsystem (außer Eulerstraße und Zum
Heidehof). Für das Kleingewerbe gibt es zusätzlich eine
Abgabemöglichkeit auf dem Betriebsgelände der AWM
an der Rösnerstraße.
Auf dem Betriebsgelände Rösnerstraße werden dar-
über hinaus die erfassten Problemabfälle bis zur end-
gültigen Entsorgung in zwei Zwischenlager gemäß den
gesetzlichen Bestimmungen zwischengelagert.
Die Entsorgung bzw. Wiederverwertung der einzelnen
Problemabfälle erfolgt in Zusammenarbeit mit privaten
Entsorgungsunternehmen.
Elektronikschrott
Mit dem Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikgeräte-
gesetzes sind die Hersteller mobiler Altgeräte zur kos-
tenlosen Rücknahme verpflichtet.
Besitzer von Altgeräten aus privaten Haushaltungen
können diese an den Recyclinghöfen der Stadt Münster
abgeben.
An den Übergabestellen werden die Geräte in fünf Ge-
rätegruppen separat angenommen und für die Abho-
lung bereitgestellt:
1. Haushaltsgroßgeräte, wie z. B. Waschmaschi-
nen, Elektroherde, usw.
2. Haushaltskleingeräte, wie Toaster, Staubsau-
ger, elektrische Zahnbürsten, Wecker, usw.
3. Geräte der Unterhaltungselektronik, Informati-
ons- und Telekommunikationstechnik, wie z. B.
Radio- und Fernsehgeräte, Videogeräte, Kame-
ras, Laptops, Telefone, Anrufbeantworter,
Rechner und Drucker.
4. Kühlgeräte
5. Gasentladungslampen (Leuchtstoffröhren)
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
16 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die Haushaltsgroßgeräte der Gruppe 1 werden durch
die AWM über eine Eigenvermarktung direkt verwertet.
Die Vermarktung der übrigen Geräte werden zentral
über die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) ge-
steuert und dem Hersteller nach der Sammlung zur
Verwertung übergeben.
Altbatterien
Mit dem Inkrafttreten der Batterieverordnung im Jahre
1998 besteht für die Verkaufsstellen die Verpflichtung
zur Rücknahme von Altbatterien und Akkumulatoren.
Die AWM erfassen zusätzliche Mengen über die Recyc-
linghöfe und auf städtischen/öffentlichen Einrichtungen.
Die Altbatterien werden hier nach Bedarf abgeholt. Eine
von den Herstellern gegründete Stiftung Gemeinsames
Rücknahme System (GRS) gewährleistet eine einheitli-
che und flächendeckende Rücknahme verbrauchter
Batterien und übernimmt dabei auch die von AWM ge-
sammelten Mengen.
Altkleider
Die Erfassung von Altkleidern und –schuhen geschieht
in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Verbänden in
Münster. Die Verbände, unter Federführung des Deut-
schen Roten Kreuzes, übernehmen die alleinige Ver-
marktung der gesammelten Mengen.
Zweiradreifen
Gemeinsam mit dem Zweiradhandel initiierte die AWM
ein Erfassungssystem für gebrauchte Schläuche und
Reifen von Fahrrädern, Mofas, Mopeds und Rollstüh-
len. Derzeit beteiligen sich 33 Zweiradhändler am Ent-
sorgungsring Zweiradreifen. Sie nehmen in ihren Ge-
schäften Reifen und Schläuche an und bringen sie zur
zentralen Sammelstelle am Recyclinghof Eulerstraße.
Die AWM lassen diese über einen Altreifenhändler ver-
werten.
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
Wertstoff- und Abfallmengen
Jahre 2002 - 2006
17 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Abfallmengenentwicklung
Die Abfallmengenentwicklung für die Jahre 2002 – 2006
ist in der folgenden Tabelle detailiert dargestellt.
Dabei zeigt sich, dass sich die aus den privaten Haus-
haltungen stammenden Abfälle in den vergangenen 5
Jahren nicht wesentlich geändert haben.
Lediglich im Bereich der erfassten hausmüllähnlichen
Gewerbeabfälle ist ein starker Rückgang der Mengen
zu verzeichnen. Ursache hierfür dürfte die Einführung
und Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung im Jahre
2005 sein.
Erfreulich ist die Entwicklung im Wertstoffbereich. Ins-
besondere konnte im Bereich Papier/Pappe ein kontinu-
ierlicher Anstieg festgestellt werden. Ansonsten
schwanken die erfassten Siedlungsabfallmengen über
den Zeitraum 2002 -2006 im üblichen Rahmen.
Mit der Inbetriebnahme der biologischen Stufe der me-
chanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage
(MBRA) zum 01. Juni 2005, wird der gesamte in Müns-
ter anfallende Restabfall vorbehandelt, so dass der
abzulagernde Anteil für die Deponie sich weiter verrin-
gert hat.
Zum anderen erhöht die MBRA den Anteil der zu ver-
wertenden Abfälle nochmals deutlich. Dies führt dazu,
dass insgesamt ca. 84 % der in Münster erfassten Sied-
lungsabfälle einer Verwertung zugeführt werden.
Siedlungsabfallbilanz Abfallaufkommen Stadt Münster 2002 - 2006
Nr.
Abfallbezeichnung 2006 2005 2004 2003 2002
1 Hausmüll 43.511 42.662 43.063 42.842 42.346
2 hausmüllähnl. Gewerbeabf. 7.648 8.181 8.023 11.580 17.556
3 Sperrmüll 7.673 7.956 8.438 8.037 7.174
4 Marktabfälle 68 64 61 53 37
5 Straßenkehricht 5.968 5.366 5.552 5.491 5.796
6 gemischte Bau- und Abbruchabfälle 400 426 455 459 2.127
7 Abfälle aus der Kanalreinigung 46 34 13 110
8 Krankenhausabfälle 2.736 2.728 2.666 2.627 2.977
9 Problemabfälle 330 286 230 245 232
10 Bioabfälle 17.883 18.339 18.537 17.857 18.053
11 Grünabfabfälle 20.740 22.312 22.640 20.483 23.039
12 Papier und Pappe 25.691 21.740 21.604 20.220 19.120
13 Glas 7.366 6.932 7.295 8.002 8.515
14 Verpackungen 10.491 10.234 9.145 8.927 9.252
15 Andere Metalle 1.362 1.386 1.347 1.366 1.961
16 Altholz 3.966 3.733 3.246 3.036 3.353
17 Geräte die FCKW enthalten in Stk. 10.005 9.598 9.096 8.074 6.053
18 Elektrische Geräte 1072 743 629 531 501
19 Bekleidungen, Textilien 994 953 850 781 759
20 sonstige Wertstoffe 124 125 186 119 140
21 Summe sonstige Abfälle 1.804 2.304 2.167 1.405 1.563
22 Erde und Steine 16.211 12.154 44.916 54.033 40.624
Gesamtaufkommen der Abfallmengen Stadt Münster
2002 - 2006
18 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die nachfolgende Statistik weist das Abfallmengen-
aufkommen für das Jahr 2006 und eine Mengenprog-
nose für das Jahr 2012 für die Stadt Münster aus.
Auf der Basis der Einwohnerzahlen werden als Ver-
gleichsgröße die Abfallmengen pro Einwohner und
Jahr ausgewiesen.
Prognose Abfallmengen
Abfallart Menge in t Menge in kg/E X a
Menge in t Menge in kg/E X a
Jahr 2006 Jahr 2006 Jahr 2012 Jahr 2012
278.925 E 280.242 E
Hausmüll 43.510,91 156,00 43.728,46 156,04
Sperrmüll 7.673,24 27,51 7.711,61 27,52
Gewerbeabfall 8.116,60 29,10 8.157,18 29,11
Krankenhausabfälle 2.736,00 9,81 2.749,68 9,81
sonstige Abfälle 1.805,02 6,47 1.814,05 6,47
Bioabfall 17.883,43 64,12 17.972,85 64,13
Grünabfall 20.739,57 74,36 20.843,27 74,38
Papier/Pappe (PPK) 25.690,78 92,11 25.819,23 92,13
Glas 7.365,58 26,41 7.402,41 26,41
Leichtverpackungen (LVP) 10.491,47 37,61 10.543,93 37 ,62
Altholz 3.965,91 14,22 3.985,74 14,22
Altmetall 1.361,58 4,88 1.368,39 4,88
sonstige Wertstoffe 123,70 0,44 124,32 0,44
Straßenkehrricht 5.967,96 21,40 5.997,80 21,40
Abfälle aus Sandfängen 356,00 1,28 357,78 1,28
Klärschlamm 27.288,00 97,83 27.424,44 97,86
Sieb- und Rechenrückstände 380,00 1,36 381,90 1,36
E-Schrott 1.072,28 3,85 1.077,64 3,82
Kühlgeräte 424,20 1,52 426,32 1,51
Problemabfälle 329,56 1,18 331,21 1,18
Siedlungsabfallmengen Stadt Münster
Abfallaufkommen - und Abfallentwicklung 2002 - 2006
Abfallmengenaufkommen Stadt Münster 2006
und Abfallmengenprognose 2012
19 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Abfallmengenprognose 2012
Für die Prognose der Abfallmengen im Jahre 2012
wurde zunächst die Bevölkerungsprognose der Stadt
Münster herangezogen.
Demnach weist die Prognose für das Jahr 2012 eine
Gesamteinwohnerzahl in Höhe von 280.242 Personen
aus. Diese Zahl drückt die Wohnberechtigte Bevölke-
rung der Stadt Münster aus, d. h., Erst und Zweit-
wohnsitze sind hierin enthalten.
Im Vergleich zur Einwohnerzahl im Jahre 2006 be-
deutet dies eine geringe Steigerung von 1.317 Perso-
nen oder ca. 0,05 %.
Die Abfallwirtschaft war in den vergangenen Jahren
von zahlreichen Gesetzesänderungen und neuen
Verordnungen geprägt. In der Entsorgungsstruktur
führte dies insbesondere bei den privaten Haushalten
zu einer Änderung in der Sammellogistik mit dem
Ergebnis einer erhöhten Wiederverwertung durch die
Getrennthaltung von Abfällen.
Weitere umfangreiche Anpassungen bzw. Änderun-
gen in der Gesetzgebung auf Bundes- und Landes-
ebene sind für die kommenden 5 Jahre nicht zu er-
warten.
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre und vor dem
Hintergrund der Prognose der Einwohnerentwicklung
muss daher davon ausgegangen werden, dass die
Menge der den AWM angedienten Siedlungsabfällen
sich im Jahre 2012 auf einem ähnlich hohen Niveau
befinden wird wie heute.
Abfallmengenaufkommen Stadt Münster 2006
und Abfallmengenprognose 2012
20 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Mit dem Inkrafttreten der Technischen Anleitung
Siedlungsabfall (TASi) im Jahre 1993 begannen in
Münster die Planungen für die Vorbehandung von
Restabfällen. Im Juni 1994 stellte das damalige Amt
für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft ein Konzept
vor, mit dem ohne eine Müllverbrennungsanlage die
gesetzlichen Bestimmungen der TASi erfüllt werden
sollten. Der Rat der Stadt Münster fasste den
richtungsweisenden Entschluss, die Restabfälle in
Münster zukünftig in einem sogenannten kalten
Verfahren zu behandeln. Ziel dieses Verfahrens
sollte es sein, durch verschiedene Behandlungsstufen
möglichst viele Inhaltsstoffe des Restabfalls einer
stofflichen und energetischen Verwertung zuzuführen
und lediglich einen geringfügigen Rest in Über-
einstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben
abzulagern.
Damit begann für die Stadt und die AWM ein umfang-
reicher Prozess. Zunächst wurde von Juni 1996 bis
Sommer 1997 eine Pilotanlage für eine mechanisch-
biologische Restabfallbehandlungsanlage in Coerde
betrieben und ein Anlagenkonzept entwickelt. Ende
1998 wurden die Ergebnisse der Testphase
umfangreich ökonomisch, ökologisch und technisch
bewertet.
Parallel wurde auch das gesamte Abfallwirtschafts-
konzept der Stadt Münster überarbeitet. Die
Abfallwirtschaft in Münster musste den Rahmen-
bedingungen der zukünftigen Anlage angepasst
werden und es wurden weitere wichtige
Entscheidungen für eine qualitativ hochwertige und
ökologische Abfallwirtschaft getroffen. Wichtige
Meilensteine dieser Entwicklung waren auch die
Inbetriebnahme der Sickerwasserhandlungsanlage
1996, die stadtweite Einführung von Bio- und Papier-
tonnen bis 1998 und die Fertigstellung der Bio-
abfallvergärungsanlage in den Jahren 1996 (1.
Ausbaustufe) und 1999 (2. Ausbaustufe).
Im März 1999 stimmte der Rat dem Konzept der
AWM für die mechanisch-biologische Rest-
abfallbehandlung abschließend zu und es folgte die
Ausschreibung für den Bau und Betrieb der
zukünftigen Anlage.
Nachdem die heutige Firma Remondis GmbH &
Co.KG Anfang 2001 den Zuschlag erhielt, wurde im
Mai 2002 mit dem Bau der Anlage begonnen.
Am 01.01.2003 ging der mechanische Teil der Anlage
in Betrieb und im Verlauf des Jahres wurde der 3.
Bauabschnitt der Zentraldeponie II, der später die
Reststoffe aus der mechnisch-biologischen Restab-
fallbehandlungsanlage aufnehmen soll, gebaut. Die
biologische Anlagenstufe und somit die gesamte
Anlage gingen zum 01. Juni 2005 (TASI Termin) in
den Vollbetrieb.
Verwertungs- und Behandlungsanlagen
Mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage
(MBRA) Stadt Münster
21 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die in der Stadt Münster erfassten Restabfälle werden
vor dem Entladen zunächst verwogen. Anschließend
werden im Anlieferungsbereich der mechanischen
Sortieranlage durch Sichtkontrolle Störstoffe aussor-
tiert. Die so vorbereiteten Abfälle werden mit einem
Radlader mit Sortiergreifer einem Vorzerkleinerer zu-
geführt bzw. direkt in die Anlage geleitet.
Über Förderbänder gelangt das Material zur 1. Sieb-
stufe. Der Siebüberlauf fällt zurück in den Annahme -
bereich. Das Material mit einer Größe unter 220 mm
gelangt in die 2. Siebtrommel. Hier wird das Feingu t
(< 50 mm) abgeschieden. Es passiert anschließend
die Metallabscheider und wird der Vergärung und der
Nachrotte in der biologischen Stufe zugeführt.
Der Stoffstrom von 50 bis 220 mm durchläuft eine
Windsichtung. Die so erfassten Leichtstoffe werden
über einen Luftkanal zur weiteren Aufbereitung tran s-
portiert.
Durch eine Nah-Infrarot-Spektroskopie werden ver-
wertbare Kunststoff- und Papieranteile in der Leicht-
fraktion erkannt und automatisch aussortiert, um sie
für die stoffliche bzw. energetische Verwertung bereit
zu stellen.
Der Rest, die sogenannte Schwerfraktion, wird zu-
nächst über einen Metallscheider das Eisen-Metall
und anschließend über einen Kunststofftrenner ein
Teil der Kunststoffe
entnommen. Der verbleibende Materialstrom wird als
heizwertreiche Fraktion der thermischen Verwertung
zugeleitet.
Die verunreinigte Abluft der Anlage wird über eine
Flächen- und Quellenabsaugung erfasst. Insgesamt
können bis zu 75.000 m 3 /h abgesaugt werden. Die
Nutzung und Weiterbehandlung der Abluft erfolgt
anlagenintern in der biologischen Stufe und anschli e-
ßend in der RTO (Regenerative Thermische Oxidati-
on).
MBRA Münster
Anlagenbeschreibung
Mechanischer Aufbereitungsteil
22 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Das biologische Behandlungsverfahren der MBRA
Münster besteht aus einer anaeroben und aeroben
Behandlungsstufe. Ziel des Verfahrens ist die Herstel-
lung eines ablagerungsfähigen Endproduktes, wel-
ches die Anforderungen der Abfallablagerungsverord-
nung einhält und auf der Zentraldeponie II der Sta dt
Münster abgelagert werden kann.
Behandelt wird die aus der mechanischen Behand-
lungsstufe abgetrennte Feinfraktion < 50 mm. Ca. 65
% (24.000 Mg/a) dieser Mengen gelangen in die Tro-
ckenvergärung. Anschließend werden die verblei-
benden unbehandelten 35 % (13.000 Mg/a) mit dem
Gärrest vermischt und die Mischung einer 6-wöchigen
Tunnelrotte zugeführt.
Zum Abbau und zur Stabilisierung von organischen
Abfällen wird das sogenannte Dranco-Verfahren ein-
gesetzt. Durch die anaerobe Vergärung gewinnt man
aus dem organischen Abfall Energie in Form von
Biogas, sowie einen hygienisch einwandfreien und
stabilen Gärrest. Das Dranco-Verfahren ist ein eins tu-
figer Prozess, der unter thermophilen Bedingungen
bei ca. 48–55 ° C stattfindet.
Das entstandene Biogas wird in einem Gasspeicher
gesammelt und anschließend der Regenerativen
Thermischen Oxidation (RTO) oder dem Blockheiz-
kraftwerk (BHKW) zugeleitet. In der RTO wird ein Te il
des Biogases als Stützgas eingesetzt und ersetzt
hierbei die für die Abluftbehandlung erforderliche Pri-
märgasmenge, der verbleibende Rest wird in einer
Motor-/Generatoreinheit in Elektrizität und Wärmeum -
gewandelt.
Die gesamte Elektrizitätsproduktion beträgt ca.
1.750.000 kWh pro Jahr. Die nutzbare Wärme wird für
die Dampfproduktion zur Erwärmung des Vergä-
rungsverfahrens verwendet. Ein weiterer Teil wird z ur
Produktion von Heißwasser für die Erwärmung des
Sozialgebäudes verwendet.
Nach der Vergärung, die bis zu 21 Tage dauert, wir d
der Gärrest mit der unbehandelten Feinfraktion ver-
mischt und die Mischung einer Tunnelrotte zuge-
führt. Hier finden unter Sauerstoffzuführung (aer ob)
weitere Zersetzungsprozesse statt. Nach 6 Wochen
hat sich das ursprüngliche Abfallgewicht um ca. 35 %
verringert und das erdähnliche Material wird im 3.
Bauabschnitt der ZDM II abgelagert.
Die Abluft aller Tunnelreaktoren wird in einem ge-
meinsamen Abluftkanal zusammengeführt und an das
Abluftbehandlungssystem, bestehend aus Saurem
Wäscher und RTO, übergeben.
MBRA Münster
Anlagenbeschreibung
Biologischer Behandlungsteil
23 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Seit der Stilllegung der ZDM I im Jahre 1980, wird in
unmittelbarer Nähe die Zentraldeponie II (ZDM II) als
verdichtete Hochdeponie betrieben. Das Deponievo-
lumen beläuft sich insgesamt auf 7,3 Mio. Kubikmeter,
das sich auf drei Bauabschnitte verteilt. Die Verfüllung
der ersten beiden Bauabschnitte erfolgte von 1980 bis
2005.
Im Juli 2007 wurde mit der Abdichtung und Rekultivie-
rung in Teilabschnitten begonnen. Die Arbeiten für
die Rekultivierungsabschnitte I und II werden im Ok-
tober 2008 abgeschlossen.
Diese beiden Abschnitte umfassen eine Abdichtungs-
fläche von ca. 5,0 ha. Das technische Konzept sieht
für das Oberflächenabdichtungssystem den Einsatz
einer Kunststoffdichtungsbahn (KDB) und einer dar-
über liegenden Kapillarsperre als alternatives minera-
lisches Dichtungselement vor.
Durch die Abdichtung werden das Eindringen von
Niederschlägen sowie der freie Gasaustritt verhindert.
Die Rekultivierung schafft durch die Anpflanzung
verschiedener Gehölze neue Lebensräume für Pflan-
zen und Tiere. Das entstehende Deponiegas wird
über Gasbrunnen erfasst und im Blockheizkraftwerk
zur Energiegewinnung genutzt.
Das Sickerwasser wird, über ein Pumpwerk in die
Behandlungsanlage geleitet und gereinigt.
Seit dem 01. Juni 2005 wird im 3. Bauabschnitt nur
noch vorbehandelter Restabfall aus der mechanisch-
biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBRA)
eingebaut.
In diesem Bauabschnitt sind zunächst 2,0 ha mit ei-
nem nutzbaren Verfüllvolumen von ca. 285 000 Ku-
bikmeter für die Ablagerung vorgesehen. Die Laufzeit
beträgt bei einer jährlichen Ablagerungsmenge von
20.000-25.000 Mg ca. 15 Jahre.
Durch die alleinige Ablagerung des vorbehandelten
Restabfalls, kann im 3. Bauabschnitt auf eine Gaser-
fassung verzichtet werden.
Entsorgungszentrum Münster
Die Zentraldeponie II der Stadt Münster
24 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die Bioabfallvergärungsanlage
Seit Dezember 1996 betreibt die Stadtwerke Münster
GmbH im Entsorgungszentrum eine Vergärungsanla-
ge für die über die Biotonne in Münster erfassten
Bioabfälle. Durch die Erweiterung der Anlage im Jah-
re 1999 können insgesamt ca. 18.000 Mg Bioabfälle
pro Jahr verarbeitet werden.
Nach der mechanischen Vorbereitung der Bioabfälle,
bei der magnetische Störstoffe abgetrennt und die
Abfälle zerkleinert werden, gelangen die Abfälle in die
Suspenser. Hier wird der Bioabfall unter Zugabe von
Wasser aufbereitet, die organischen Stoffe zerfasert
und in eine pumpfähige Suspension überführt.
Schwerstoffe wie z. B. Steine, Glas, Metalle oder Kno-
chen sinken im Suspenser ab und werden über ein
Doppelschleusensystem abgezogen. Mit Hilfe eines
Rechens werden Leicht- und Schwimmstoffe von der
Oberfläche entfernt. Anschließend wird die Suspen-
sion über ein Sieb abgezogen und einem Faulturm
zugeführt.
Unter anaeroben, thermophilen Bedingungen mit
einer Temperatur von ca. 60° C, erfolgt die biologi-
sche Umsetzung. Bei diesem 3- wöchigen Vorgang
entsteht Biogas, welches im benachbarten Blockheiz-
kraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt wird. Der
Gärrückstand aus dem Prozess gelangt zur weiteren
Verarbeitung in die Grünabfallkompostierungsanlage.
Die Masse des Endproduktes beträgt ca. 45 % der
Eingangsmasse an Bioabfall.
Die Grünabfallkompostierung
1989 wurde im Entsorgungszentrum Münster die
Grünabfallkompostierung in Betrieb genommen. Hier
werden die Grünabfälle sowie die Gärreststoffe aus
der Bioabfallvergärungsanlage (insgesamt 26.000
Mg/a) verarbeitet.
Die Grünabfälle werden zunächst zerkleinert, mit Gär-
resten vermischt und zu Rottemieten aufgesetzt. Die
Abfälle werden einmal wöchentlich umgesetzt und bei
Bedarf bewässert.
Um die für diesen Prozess notwendige Sauerstoffver-
sorgung zu gewährleisten und die freigesetzte Wärme
abführen zu können, wird das Material zunächst über
eine Intensivrotte technisch belüftet. Dazu ist die Flä-
che mit 25 Belüftungsrinnen ausgestattet. Die entste-
hende Abluft wird von einem Ventilator abgesaugt und
einem Biofilter zugeführt. Hier werden die luftverun-
reinigenden Stoffe aus der Abluft auf der Oberfläche
des Filtermaterials sorbiert und durch Mikroorganis-
men abgebaut. Mit dem Abbau der organischen Sub-
stanz durch Mikroorganismen nimmt das Volumen um
26 % ab.
Die anschließende Nachrotte des Grünabfall-
Frischkompostes erfolgt wiederum in Form von Drei-
ecksmieten auf einer befestigten, unbelüfteten Fläche
und dauert rund 10 Wochen. Jetzt müssen die Mieten
nur noch alle 2 Wochen umgesetzt werden.
Nach Beendigung des Rotteprozesses wird der güte-
gesicherte Kompost in einer Siebanlage abgesiebt, im
Kompostlager zwischengelagert und anschließend im
Garten- und Landschaftsbau sowie in der Landwirt-
schaft eingesetzt. Der Siebüberlauf wird in den Rotte-
prozess zurückgeführt. Störstoffe aus dem Windsich-
ter (Folien) gelangen in die MBRA Münster.
Betreiber der Anlage sind die Abfallwirtschaftsbetriebe
Münster.
Entsorgungszentrum Münster
Bioabfallvergärungsanlage und Grünabfallkompostierung
25 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Wertstoffsortieranlage
Seit dem Jahre 1989 betreibt die Firma Reiling MS –
Recycling GmbH eine Wertstoffsortieranlage am
Standort Zum Heidehof 87. Durch die geänderten
gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der
Gewerbeabfallverordnung, kam es in der Vergangen-
heit zu Veränderungen in der Sammlung und Erfas-
sung von Gewerbeabfällen aus Handel und Dienst-
leistung innerhalb der Stadt Münster. Dies führte zu
erheblichen Verschiebungen der Abfallmengen mit
der Konsequenz, dass der ursprüngliche Ansatz, Ge-
werbeabfälle in der beschriebenen Anlage zu sortie-
ren, wegfällt und somit vom Betreiber der Anlage ein-
gestellt wurde.
Derzeit werden in der Anlage Wertstoffe, wie Pa-
pier/Pappen, Holz, Metalle und Styropor, angenom-
men und für die Verwertung/Vermarktung vorbereitet.
Die Jahreskapazität der Anlage beträgt 30.000 Mg.
Umschlaghalle Zum Heidehof 52
Die AWM betreiben am Standort Zum Heidehof 52, in
der ehemaligen Pilotanlage für Restabfallbehandlung,
einen Umschlagplatz für die Abfallfraktionen Bioabfall
(bei Ausfall Bioabfallvergärungsanlage), Pa-
pier/Pappe, Leichtverpackungen und Krankenhausab-
fall (ASN 180104).
Da die Abfälle außerhalb von Münster zur Verwertung
bzw. Entsorgung kommen, dient der Umschlag der
Zusammenstellung wirtschaftlicher Einheiten für den
Transport der Mengen.
Zwischenlager für überwachungsbedürftige Abfälle
Die Abfallwirtschaftsbetriebe betreiben seit 2003 am
Standort der ehemaligen Bodensanierungsanlage
Zum Heidehof 89 ein Zwischenlager für gefährliche
Abfälle.
Daneben können an diesem Standort getrennt ge-
sammelte Elektro- und Elektronikgeräte und belastete
Althölzer (A IV-Holz) bis zur Zusammenstellung einer
Transporteinheit zwischengelagert werden.
Recyclinghöfe
Zur Sammlung von anfallenden Wertstoffen, Garten-
und Problemabfällen sowie Sperrmüll aus Haushal-
tungen werden in Münster derzeit insgesamt 10 Re-
cycling- und Wertstoffhöfe durch die Abfallwirtschafts-
betriebe der Stadt Münster betrieben. Die Höfe sind
personell an bis zu 6 Tagen pro Woche besetzt und
geöffnet.
Auf den Höfen stehen Container und Behälter für
verschiedene Abfallarten und Problemabfälle bereit.
Neben den oben genannten Abfallarten können zu-
sätzlich Holz, Metalle, Korken. Papier, Styropor, Texti-
lien, Elektronikschrott ebenso wie Problemabfälle
(z.B. Farben, Lacke, Batterien) abgegeben werden.
Jährlich sind bis zu 500.000 Anlieferungen durch die
Bürger- und Bürgerinnen der Stadt Münster zu ver-
zeichnen. Neben der Annahme von Abfällen und
Wertstoffen besteht die Möglichkeit, Kompost und
Blumenerde aus eigener Herstellung zu erwerben.
Entsorgungszentrum Münster
Wertstoffsortieranlage, Umschlaghalle, Zwischenlager
Recyclinghöfe
26 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Das Blockheizkraftwerk
Seit 1990 betreiben die Stadtwerke Münster GmbH
auf dem Gelände des Entsorgungszentrums ein
Blockheizkraftwerk zur Verwertung von Deponiegas
und Klärgas der benachbarten Hauptkläranlage.
Durch biologisch-chemische Abbauprozesse im De-
poniekörper entsteht Gas, das sich zu etwa gleichen
Teilen aus Kohlendioxid (CO2) und dem brennbaren
Methan (CH 4) zusammensetzt. Dieses Gasgemisch
ist mit Erdgas vergleichbar, auch wenn der Energie-
gehalt nur halb so hoch ist. Die Gasproduktion von
Deponien setzt bereits nach einem Jahr ein und kann
über Jahrzehnte andauern.
Auf den Deponien I und II erfolgt die Gasfassung über
Gasbrunnen, die über Sammelleitungen an das
Blockheizkraftwerk angeschlossen sind.
Neben dem Deponiegas und Klärgas wird auch das
Biogas aus der Bioabfallvergärungsanlage verwertet
und in Strom und Wärme umgewandelt. Der entstan-
dene Strom wird ins Ortsnetz eingespeist, die Wärme
dient zur Versorgung der Hauptkläranlage, dem Be-
triebsgebäude des Entsorgungszentrums sowie der
Bioabfallvergärungsanlage.
Die Sickerwasserbehandlungsanlage
Auf den Zentraldeponien I und II fällt Sickerwasser an,
dass beim Durchsickern von Niederschlagswasser
durch die Abfälle und deren Eigenfeuchte entsteht.
Aufgrund der angereicherten Schadstoffe ist eine
Vorreinigung vor der Ableitung erforderlich. Daher
wird das Sickerwasser mit Drainageleitungen gefasst
und über ein Speicherbecken zur Sickerwasserbe-
handlungsanlage gepumpt.
Dort wird das Sickerwasser einer vierstufigen Be-
handlung unterzogen, bevor es zur Endreinigung zur
Hauptkläranlage geleitet wird.
In der ersten Stufe, der biologischen Stufe, findet eine
Umwandlung von organischem Kohlenstoff und Stick-
stoff statt. Dieses erfolgt mit Hilfe von Mikroorganis-
men (Belebtschlamm). Die adsorbierten Stoffe wer-
den mit dem Überschussschlamm aus dem System
ausgetragen.
In der zweiten Behandlungsstufe werden die festen
Inhaltstoffe des aus der biologischen Vorreinigung
kommenden Sickerwassers abgeschieden. In einem
Nachklärbecken erfolgt die Abtrennung der Biomasse
durch einen Absetzvorgang. Die Mehrschichtfiltration
besteht aus parallel geschalteten Strängen, in denen
sich zur Biomassenrückhaltung und zur Abtrennung
ungelöster Verunreinigungen großflächige Filter-
stränge befinden.
Bei der chemischen Nachbehandlung (Nassoxidation)
in der dritten Stufe werden schwer abbaubare In-
haltsstoffe durch Zugabe von starken Oxidationsmit-
teln (z. B. Ozon) oxidiert und damit deren Verbindun-
gen zerstört. Endprodukte dieser Stufe sind überwie-
gend CO 2 und H 2O.
Die in der Nassoxidation aufgespalteten Inhaltsstoffe
werden in einer nachgeschalteten Biologie (Stufe 4)
abgebaut.
Die Sickerwasserbehandlungsanlage wird im Auftrag
der AWM vom Tiefbauamt der Stadt Münster
betrieben.
Entsorgungszentrum Münster
Blockheizkraftwerk und Sickerwasserbehandlung
27 Abfallwirtschaftskonzept 2007
Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben aus der
Technischen Anleitung Siedlungsabfall und dem
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz zum
01.06.2005 führten zu erheblichen Veränderungen in
der Abfallwirtschaft.
Die Stadt Münster hat mit der Errichtung der mecha-
nisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage
(MBRA Münster) und der Fertigstellung des 3. Bau-
abschnittes der ZDM II die erforderlichen Schritte
eingeleitet bzw. umgesetzt.
Die aktuelle Abfallbilanz weist die Stoffströme der in
Münster anfallenden und den AWM als öffentlich-
rechtlicher Entsorgungsträger angedienten Abfälle zur
Beseitigung und Verwertung aus. Die Bilanz zeigt,
dass mit stärkeren Veränderungen für die kommen-
den Jahre nicht zu rechnen ist.
Die Stadt Münster hat mit der Firma Remondis
GmbH & Co. KG einen Betreibervertrag über 10 Jahre
abgeschlossen. Die Vertragslaufzeit endet im Jahre
2015. Ein Weiterbetrieb der MBRA über diesen Zeit-
raum hinaus ist geplant.
Mit Datum 09.06.2000 wurde die Plangenehmigung
zur Errichtung des 3. Bauabschnittes erteilt. Der A us-
bau ist in 2 Abschnitten vorgesehen. Der Bauab-
schnitt 3.1 wurde in 2005 in Betrieb genommen. Der
Bauabschnitt 3.1 hat eine Aufstandsfläche von ca. 1,0
ha und ein Verfüllvolumen von ca. 136.000 m³. Das
geschätzte Verfüllende wird ungefähr für 2011 erwar -
tet. Um einen überganslosen Weiterbetrieb zu ge-
währleisten, sollen in 2008 die Ausführungsplanungen
für den Bauabschnitt 3.2 aufgenommen werden. Bei
einer Bauzeit von ca. 1 bis 11/2 Jahren ist mit ein er
Fertigstellung im Sommer 2010 zu rechnen.
Die Gesamtlaufzeit für den 3. Bauabschnitt der ZDM II
der Stadt Münster beträgt ca. 17 Jahre. Das Verfül-
lende ist somit im Jahre 2022 erreicht.
Mit dem Ausbau der Zentraldeponie II der Stadt
Münster wird für die kommenden Jahre ein ausrei-
chendes Verfüllvolumen für die Ablagerung der vor-
behandelten Feinfraktion aus der MBRA Münster
vorgehalten.
Die Entsorgungssicherheit ist vor dem Hintergrund
dieser Maßnahmen für die nächsten 10 Jahre sicher
gestellt.
Wertstoff- und Abfallmengen 2002 - 2007
Nachweis der Entsorgungssicherheit
Inhaltsverzeichnis der Anlage
2196 Zeichen
Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Münster 2007 Herausgeber: Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Rösnerstraße 10 48155 Münster Telefon: 0251 – 6052-0 E-Mail: awm@stadt-muenster.de Erscheinungsdatum: November 2007 Seite Veranlassung und Zielsetzung 1 Die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Münster 2 Beschreibung des Entsorgungsgebietes 3 Rechtliche Grundlagen 4 Abfallvermeidung und Abfallberatung 6 Wertstoff- und Abfallmengen 2002 - 2006 8 Papier, Pappe 8 Bioabfall 8 Grünabfälle 9 Restabfall aus Haushaltungen 10 Restabfall aus dem Gewerbe 10 Leichtverpackungen 11 Sperrmüll 12 Altholz 12 Altmetall 13 Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes 13 Altglas 14 Straßenkehricht 14 Sonstige Sammelsysteme 15 Aufkommen der Abfallmengen Stadt Münster 17 Abfallmengenprognose 18 Verwertungs- und Behandlungsanlagen 20 MBRA Stadt Münster 20 Zentraldeponie II der Stadt Münster 23 Bioabfallvergärungsanlage 24 Grünabfallkompostierung 24 Wertstoffsortieranlage 25 Umschlaghalle 25 Zwischenlager für überwachungsbedürftige Abfälle 25 Recyclinghöfe 25 Blockheizkraftwerk 26 Sickerwasserbehandlungsanlage 26 Nachweis der Entsorgungssicherheit 27 Abfallwirtschaftskonzept Stadt Münster Inhaltsverzeichnis AbfAblV Abfallablagerungsverordnung AWK Abfallwirtschaftskonzept AWM Abfallwirtschaftsbetriebe Münster BHKW Blockheizkraftwerk DepV Deponieverordnung DSD Duales System Deutschland E Einwohner EZM Entsorgungszentrum Münster KrW-/AbfG Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz LAbfG NW Landesabfallgesetz Nordrhein-Westfalen LVP Leichtverpackungen MBRA Mechanisch-biologische Restabfallbehandlungs anlage Mg Megagramm (1 Mg = 1.000 kg) TASI Technische Anleitung Siedlungsabfall ZDM II Zentraldeponie II der Stadt Münster Abfallwirtschaftskonzept Stadt Münster Abkürzungsverzeichnis
Beschlussvorlage
5922 Zeichen
V/0942/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Betrifft Fortschreibung des kommunalen Abfallwirtschaftskonzeptes für die Stadt Münster Beratungsfolge 27.11.2007 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung 04.12.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 12.12.2007 Hauptausschuss Vorberatung 12.12.2007 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Das Abfallwirtschaftskonzept (AWK) der Stadt Münster (s. Anlage) für die Jahre 2008 bis 2012 wird beschlossen. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass keine Kosten/Folgekosten anfallen. Begründung: Die kreisfreie Stadt Münster ist öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger gemäß §§ 13 und 15 Kreis- laufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG). Die Aufgaben umfassen insbesondere • das Einsammeln und Befördern der ihr in ihrem Gebiet überlassenden Abfälle, • Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen und • die Beseitigung von Abfällen. Zur Erfüllung der Aufgaben hat die Stadt Münster die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) als eigenbetriebsähnliche Einrichtung gegründet. Vorlagen-Nr.: V/0942/2007 Auskunft erteilt: Herr Wöstmann Ruf: 60 52 45 E-Mail: WoestmannW@awm.stadt- muenster.de Datum: 12.11.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0942/2007 Gemäß § 19 KrW-/AbfG sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger verpflichtet, Abfallwirt- schaftkonzepte über die Verwertung und Beseitigung der ihr überlassenden Abfälle zu erstellen. Die Anforderungen an das Abfallwirtschaftkonzept werden im § 5a Landesabfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen geregelt. Das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept gibt eine Übersicht über den Stand der Abfallentsorgung in der Stadt Münster. Es enthält insbesondere • Angaben über Art, Menge und Verbleib der im Entsorgungsgebiet der Stadt Münster anfal- lenden und • den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster überlassenen Abfälle, • die Darstellung der getroffenen und geplanten Maßnahmen zur Vermeidung und Verwer- tung der überlassenen Abfälle, • den Nachweis einer zehnjährigen Entsorgungssicherheit, • die Darstellung der Zusammenarbeit/Kooperationen mit anderen öffentlich-rechtlichen Ent- sorgungsträgern. Es ist die Fortschreibung des Abfallwirtschaftkonzeptes aus dem Jahre 2002 und gilt für die Jahre 2008 bis 2012. War die Fortschreibung des Abfallwirtschaftkonzeptes im Jahre 2002 insbesondere noch von der notwendigen Umsetzung der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TA Siedlungsabfall) geprägt, so sind nunmehr die gesetzlichen Anforderungen an die Ablagerung von Restabfällen umgesetzt und erfüllt worden. Durch die Errichtung und den Betrieb der Me chanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBRA) in Münster werden seit dem 01.06.2005 die den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster angedienten Restabfälle gesetzeskonform vorbehandelt, verwertet und Reste aus der Behandlung auf der Zentraldeponie II der Stadt Münster (3. Bauabschnitt) abgelagert. Mit der Gesamtinbetriebnahme der MBRA der Stadt Münster zum 01.06.2005 wurde gleichzeitig die Annahme unvorbehandelter Restabfälle auf dem 2. Bauabschnitt der Zentraldeponie II der Stadt Münster eingestellt. Im Juli 2007 wurde mit der Abdichtung und Rekultivierung in Teilabschnitten begonnen. Die Arbei- ten für die Rekultivierungsabschnitte I und II werden im Oktober 2008 abgeschlossen. Diese bei- den Abschnitte umfassen eine Abdichtungsfläche von ca. 5,0 ha. Abfallmengenbilanz und Abfallmengenprognose Die aktuelle Abfallbilanz im Abfallwirtschaftskonzept weist die Stoffströme der in Münster anfallen- den und den AWM als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger angedienten Abfälle zur Beseiti- gung und Verwertung aus. Die Abfallbilanz weist insgesamt eine positive Entwicklung im Anstieg der verwertbaren Abfälle aus. Diese, durch die Gesetzgebung umweltpolitisch gewollte Änderung in der Abfallwirtschaft, führt jedoch gleichzeitig zu einer Verringerung der zu beseitigenden und somit den AWM überlas- senden Abfällen. - 3 - V/0942/2007 Für die Prognose der Abfallmengen im Jahre 2012 wurde zunächst die Bevölkerungsprognose der Stadt Münster herangezogen. Demnach ist für das Jahr 2012 mit einer Gesamteinwohnerzahl in Höhe von 280.242 Personen in Münster zu rechnen. Diese Zahl drückt die Gesamtzahl der wohn- berechtigten Bevölkerung der Stadt Münster aus, d. h., Erst und Zweitwohnsitze sind hierin enthal- ten. Im Vergleich zur Einwohnerzahl im Jahre 2006 bedeutet dies eine geringe Steigerung von 1.317 Personen oder ca. 0,05 %. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre und vor dem Hintergrund der Prognose der Einwohner- entwicklung kann daher davon ausgegangen werden, dass die Menge der den AWM angedienten Siedlungsabfällen sich im Jahre 2012 auf einem ähnlich hohen Niveau befinden wird wie heute. Entsorgungssicherheit Die Stadt Münster hat mit der Errichtung der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsan- lage (MBRA Münster) und der Fertigstellung des 3. Bauabschnittes der ZDM II die erforderlichen Schritte zur Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an eine zukunftsweisende Abfallwirtschaft in Münster eingeleitet bzw. umgesetzt. Die Stadt Münster hat mit der Firma Remondis GmbH & Co. KG einen Betreibervertrag über 10 Jahre abgeschlossen. Die Vertragslaufzeit endet im Jahre 2015. Mit dem Ausbau der Zentraldeponie II der Stadt Münster wird für die kommenden Jahre ein ausrei- chendes Verfüllvolumen für die Ablagerung der vorbehandelten Feinfraktion aus der MBRA Müns- ter vorgehalten. Die Entsorgungssicherheit ist vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen für die nächsten 10 Jahre sichergestellt. I. V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin Anlage: Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Münster 2007
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Eulerstraße
- Rösnerstraße 10
- Zum Heidehof 87
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0942/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.11.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37