212369
Hochwasserschutz in der Stadt Bonn
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Sammeldokument öffentlich
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Mitteilungsvorlage öffentlich 212369 Die Oberbürgermeisterin —— Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Hochwasserschutz in der Stadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 20.01.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Nach dem Beschluss des Hauptausschusses vom 28.01.2014 ist dem für Umwelt zuständigen Ausschuss einmal jährlich ein Bericht über die umgesetzten und geplanten Maßnahmen im Bereich des Hochwasserschutzes in Bonn sowie ein zugehöriger Zeit- und Kostenplan vorzulegen (DS-Nr. 1313713NV5 – Beschlusspunkt 2). Der letztjährige Bericht ist im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz am 20.05.2020 erfolgt (DS-Nr. 1313713NV13). Gegenüber dem damaligen Sachstand sind nachfolgende Veränderungen bzw. Entwicklungen eingetreten. Ergänzend zum Sachstand wird ein Ausblick auf weitere Bearbeitungsschritte gegeben. Angaben zu zukünftigen zeitlichen Verläufen stehen unter dem Vorbehalt der personellen Ressourcen, der Bereitstellung der Haushaltsmittel, der Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigungen, der Zustimmung der politischen Gremien und, wo erforderlich, des Grunderwerbs. Es wird zudem auf die Stellungnahme DS-Nr. 211270-01 ST betreffend Erfahrungen aus dem Starkregenereignis im Juli 2021 hingewiesen. Hochwasserschutz Mehlemer Bach Die restlichen Nachbesserungsarbeiten sowie Neuberechnung der Warnstufen zum installierten Alarmpegel wurden im letzten Jahr fertiggestellt. Bei der Unwetterkatastrophe im Juli hat der Kanal sich bewährt. Große Wassermengen wurden über den Entlastungskanal in den Rhein abgeleitet und eine Überflutung des Mehlemer Ortskerns verhindert. Sanierung Kanal und Aufweitung Bachquerschnitt Mainzer Straße Mehlemer Bach Die Aufweitung des Bachquerschnitts und der Neubau bzw. die Erweiterung von Hochwasserschutzmauern zwischen der B9 und der Mainzer Straße wird im Jahr 2022 erfolgen. Die Sanierung des Bachkanals zwischen der Mainzer Straße und der Mündung in den Rhein wird ebenfalls im Jahr 2022 erfolgen. Die Sanierung des Durchlasses Mainzer Straße ist für den Sommer 2023 Seite 1 von 5 Seite 2 —— geplant. Hochwasserrückhaltebecken Holzlarer See (inkl. Beseitigung der ökologischen Defizite am Holtorfer Bach) Die Aufstellung des Leistungsverzeichnisses zur Ausschreibung der Arbeiten und die Vergabe der Bauleistungen erfolgte in 2020 und die Baumaßnahme wurde Ende 2020 begonnen. Die Renaturierung des Holtorfer Bachs sowie die Ertüchtigung des Rückhaltebeckens Holzlarer See sind aktuell weit vorangeschritten. Die Beendigung der Baumaßnahme wird für Mai 2022 angestrebt. Während der gesamten Bauzeit wird der derzeitige Hochwasserschutz gewährleistet und nach Abschluss der Maßnahme deutlich verbessert. Hochwasserschutz Graurheindorf Die weitergehenden Untersuchungen sowie Aktualisierungen der älteren Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Artenschutzprüfung für den Hochwasserschutz am Rhein als auch die Bachumlegung Rheindorfer Bach wurden in 2021 fertiggestellt. Die Genehmigungsplanung für die Bachumlegung wurde im September 2021 bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht. Das zur Bachumlegung notwendige Flurbereinigungsverfahren wird von Seiten der Bezirksregierung Köln vorbereitet und erst mit Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses durchgeführt. Die Genehmigungsplanung für den technischen Hochwasserschutz am Rhein zur Vorlage bei der Bezirksregierung Köln kann erst nach Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens zur Umlegung des Rheindorfer Bachs durch die Untere Wasserbehörde erfolgen. Renaturierung Lengsdorfer Bach Die Renaturierungsmaßnahme für den Abschnitt des Lengsdorfer Bachs zwischen „An der Ohligsmühle“ und der Bundesautobahn A565 wurde abgeschlossen und entsprechende standorttypische Pflanzen angesiedelt. Die Maßnahme wurde zu 80% von der Bezirksregierung Köln gefördert. Alarmmeldesystem an kleineren Gewässern Die Messstellen für das Alarmmeldesystem wurden auf das Endenicher und Rheindorfer Bachsystem sowie das Vilicher Bachsystem ausgeweitet. Ebenso wurden weitere Messstellen, beispielsweise an Gittern vor Bachdurchlässen oder auch Grundwassermessstellen, in das System aufgenommen. Das Alarmmeldesystem wurde in die Einsatzplanung der Leitstelle der Feuerwehr integriert. Die Feuerwehr kann die Bevölkerung somit im Falle einer herannahenden Hochwasserwelle über Sirenen, Durchsagen und die Warn- App NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)) informieren. Mit Blick auf die schweren Unwetter im Juli 2021 hat sich das Seite 2 von 5 Seite 3 —— Alarmpegelsystem in der Einsatzkoordination der Feuerwehr bewährt. Derzeit werden weitere mögliche Standorte an überflutungsgefährdeten Stellen insbesondere im Hinblick auf die Eignung für Kamerabeobachtungen durch Feuerwehr und Rufbereitschaften des Tiefbauamts geprüft. Es ist vorgesehen, mittelfristig weitere Bäche mit entsprechenden Mess- und Beobachtungsstellen auszustatten. Der Möglichkeit der Videobeobachtung der neuralgischen Stellen kommt hierbei besondere Bedeutung zu, da eine erste Lageeinschätzung möglich ist, ohne vor Ort zu sein. Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach Die Genehmigungsplanung zur Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach wurde in 2021 von der Unteren Wasserbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt. Ebenso wurde der Förderantrag zur Maßnahme durch die Bezirksregierung Köln positiv beschieden. Die Möglichkeit, besonders höhere Abflüsse über den Bonner Randkanal zu führen, vergrößert den Handlungsspielraum für eine effektive Umsetzung der Ziele der WRRL für den Unterlauf, da nach Möglichkeit dem Gewässer mehr Raum gegeben und vorhandener Sohl- und Uferverbau entfernt wird (geringere Abflüsse führen zu geringerer Erosion). Das Hochwasserrisiko im Unterlauf wird durch die Entlastung erheblich reduziert. Das derzeitige gesetzliche Überschwemmungsgebiet betrifft neben größeren Wohn- und Gewerbeflächen die Bundesautobahn A565, die Stadtbahnlinie 18 sowie den gesamten Stadtbahnbetriebshof in Dransdorf. Im Schadensfall ist mit dem Austritt von erheblich wassergefährdenden Stoffen zu rechnen. Die Ausschreibung wurde im November 2021 abgeschlossen, der Baubeginn ist für Januar 2022 avisiert. Godesberger Bach, Grundlagenermittlung und Studie zu Möglichkeiten des Hochwasserschutzes Die Ergebnisse der von der Bezirksregierung beauftragten Ermittlung des Gesamtüberschwemmungsgebietes wurden im vergangenen Jahr nochmals überprüft. Die Ergebnisse wurden Ende Februar 2020 erneut vorgestellt und sind nun nachvollziehbar. Das neue gesetzlich festgelegte Überschwemmungsgebiet wurde durch die Bezirksregierung Köln im Frühjahr 2021 veröffentlicht und damit vorläufig gesichert, sodass weitergehende Untersuchungen möglich sind. Auf Basis der neuen Berechnungsergebnisse wurde gemeinsam mit der Gemeinde Wachtberg eine Studie zu möglichen Verbesserungsmaßnahmen des Hochwasserschutzes beauftragt. Die Arbeiten dazu dauern aktuell noch an. Die Verwaltung wird über die Ergebnisse berichten. Umbauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Wittgesbach Der Dauerstau vor dem Hochwasserrückhaltebecken war ursprünglich als See angelegt und verlandete über die Jahre. Um den Hochwasserschutz zu verbessern und die eigendynamische Entwicklung des Bachs im Hauptschluss durch das Becken wiederherzustellen, werden Umbauarbeiten erforderlich. Seite 3 von 5 Seite 4 —— Das Becken soll zukünftig gesteuert betrieben werden. Dazu erfolgt eine Anpassung an die DIN 19700 (neue Regel- und Messtechnik). Auch das Vorbecken bachaufwärts wird aufgegeben und stattdessen dort ein Grobrechen installiert. Die Voruntersuchungen wurden abgeschlossen und für den Umbau des Hochwasserrückhaltebeckens wird aktuell die Entwurfsplanung erstellt. Überarbeitung Hochwasserschutzkonzept Rhein Die Aktualisierung des Hochwasserschutzkonzeptes Rhein wurde in 2021 begonnen und dauert aktuell noch an. Überarbeitung Katastrophenschutzplan Rheinhochwasser Die Überarbeitung des Katastrophenschutzplans Rheinhochwasser in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde Ende 2020 abgeschlossen. Umbau Hochwasserrückhaltebecken Katzenlochbach Vorarbeiten zur Vermessung und Grundlagenermittlung wurden begonnen und befinden sich aktuell in Bearbeitung. Ziel ist eine Anpassung an die verschärften technischen Regeln für den Betrieb des Beckens und eine Verbesserung des Hochwasserschutzes. Gleichzeitig wird die Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit betrachtet. Renaturierung Rheindorfer Bach Für das Teilstück des Rheindorfer Bachs zwischen Dorotheenstraße und Kölnstraße wurde die Planung erstellt und die Durchführung eines vereinfachten Genehmigungsverfahrens beantragt. Es ist vorgesehen, die Sohlschalen im Bach zu entnehmen und eine Abflachung der steilen Ufer vorzunehmen, um die eigendynamische Entwicklung des Bachs zu fördern. Die Hochwassergefährdung des angrenzenden Robert-Wetzlar-Berufskollegs wird mit der Maßnahme verringert. Zusammen mit der Entlastung im Oberlauf (s. unter „Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach“) wird das Schulgelände künftig nicht mehr in einem gesetzlichen Überschwemmungsgebiet liegen. Die weitere Planung unterhalb der Kölnstraße wurde zurückgestellt, da die Planung sinnvollerweise mit einer Sanierung der Mondorfer Straße kombiniert werden soll. Hochwasserschutz Vilicher Bach - Kläranlage Beuel Durch die Anpassung des Hochwasserschutzdeiches auf der Beueler Rheinseite an ein 100-jährliches Hochwasserereignis wurde eine Erneuerung des Hochwasserpumpwerkes I auf dem Kläranlagengelände in Beuel erforderlich, um das Wasser des Vilicher Baches zukünftig im Hochwasserfall auf einem höheren Niveau dem Rhein zuführen zu können. Die Arbeiten sind abgeschlossen und das Hochwasserpumpwerk wieder vollständig in Betrieb. Seite 4 von 5 Seite 5 —— Rheindeich und Siegdeich Für die Deichanlagen am Rhein und an der Sieg wurden Statusberichte erstellt und Standsicherheitsuntersuchungen durchgeführt. Hierbei wurden keine hochwasserrelevanten Beeinträchtigungen an den Deichanlagen festgestellt. Hardtbach Am Hardtbach kam es beim Starkregenereignis am 14.07.2021 in der Ortslage Lessenich und auf Alfterer Gemeindegebiet zu erheblichen Ausuferungen des Hardtbachs. Perspektivisch sind hier insbesondere, aber nicht nur, am Durchlass Bahnhofstraße Optimierungen vorgesehen, die das Hochwasserrisiko minimieren, was allerdings vergleichsweise langwierige Genehmigungsverfahren erfordert. Anlage/n Keine Seite 5 von 5
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (6)
- Mainzer Straße
- Dorotheenstraße
- Kölnstraße
- An der Ohligsmühle
- Mondorfer Straße
- Bahnhofstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 212369
- Typ
- Mitteilungsvorlage
- Datum
- 23.12.2021
- Erstellt
- 18.01.2026 04:40