V/0513/2017
Ehrenamt würdigen - Ehrenamtskarte NRW in Münster einführen
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Anlage 2 Antrag A-R-0037-2016
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0037/2016 FDP-Ratsfraktion Geringhoffstraße 48 48163 Münster Tel. 0251 - 987 30 60 Fax: 0251 - 987 30 61 Email: fraktion@fdp-ms.de www.fraktion.fdp -ms.de Münster, 21.06.2016 Antrag Das Ehrenamt stärker würdigen Der Rat möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und wi e in Münster das bürgerschaftliche Ehrenamt über die bestehenden Auszeichnungen hinaus noch stärker gewürdigt werden kann. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die F rage einer möglichen Einführung der „Ehrenamtskarte“ gelegt werden. Begründung: Münsters Stadtgesellschaft zeichnet sich durch ein breites ehrenamtliches Engagement aus, das die Stadt besonders lebens- und liebenswer t macht. Gerade im Sport, aktuell in der Unterstützung von Geflüchteten, aber auch in Ku ltur, Kinder- und Jugendarbeit oder in Stadtteil-Initiativen basieren viele Angebote auf d em Einsatz von Münsteranerinnen und Münsteranern, die Freizeit, Wissen und Liebe zu Men schen und zur Sache einbringen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Die Stadt würdigt bekanntlich durch Auszeichnungen wie die Münster-Nadel oder den Nord-Süd-Preis ehrenamtliches Engagement, ähnlich w ie andere Institutionen, so zum Beispiel der Stadtsportbund oder die Stiftung Bürge r für Münster. Die Geehrten stehen dann stellvertretend für die große Zahl der im Hintergrund Aktiven. Auch der Bund gewährt mit der Ehrenamtspauschale über das Steuerrecht bestimmte Vorteile. Zu prüfen soll deshalb sein, ob und wie die Stadt – die zu einem erheblichen Teil vom Ehrenamt lebt und profitiert – ein Stückchen Dank u nd Anerkennung zurückgeben kann. Die Ehrenamtskarte, in mehr als 200 Städten und Gem einden in NRW bereits im Umlauf und nach durchaus strengen Kriterien vergeben, wird immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern auch für Münster ins Spiel gebracht. Als Be ispiel kann aktuell Duisburg dienen, wo innerhalb des Einführungsjahres bereits 50 Koope rationen mit der privaten Wirtschaft generiert werden konnten, die den Kartenbesitzern g ewisse Nachlässe oder Vergünstigungen auf Eintritts- oder Kaufpreise gewä hrt. Solche „Bonus-Geber“ aus lokalen Unternehmen könnte man durchaus mit der Wer bewirkung überzeugen, die eine Win-Win-Situation für Bonusgeber und -nehmer bring t. Bei einer überzeugenden Vielfalt wäre das dann sicherlich kein „Sammelsurium“ an Ver günstigungen mehr, sondern durchaus ein attraktives und spürbares Dankeschön für die Kartenbesitzer. - 2 - Dass das Interesse der lokalen Wirtschaft vorhanden ist, kann man an der „Stadtwerke- Card“ sehen, die immer neue Unternehmen beteiligt u nd jedem Besitzer der Kundenkarte – ganz ohne Ehrenamtsleistungen – solche Boni anbietet Ob Vorbilder aus anderen Städten wie ein Aktionstag in Aachen („Ehrenwert“), ein Ehrenamtswettbewerb („KölnEngagiert“), prominente E hrenamtspaten (Köln) oder eine Ehrenamtsmesse (Düsseldorf) auch in Münster Ideen f ür eine verstärkte öffentliche Würdigung und Förderung des Ehrenamtes sein könnten , sollte auch Teil dieses Prüfauftrags sein. gez. Carola Möllemann-Appelhoff Hans Varnhagen Jörg Berens Jürgen Reuter FDP-Fraktion im Rat
Beschlussvorlage
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V/0513/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen Amt für Bürger- und Ratsservice Betrifft Ehrenamt würdigen - Ehrenamtskarte NRW in Münster einführen Beratungsfolge 10.10.2017 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government Vorberatung 11.10.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 18.10.2017 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 18.10.2017 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster würdigt ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bü rger Münsters in besonderem Maße. Um diesem besonderen Engagement Rechnung zu tragen, wird ab dem Jahr 2018 die Ehrenamtskarte NRW in Münster eingeführt. Die Akzeptanz der Karte wird zunächst in einer dreijährigen Pilotphase erprobt. 2. Die fachlich–konzeptionelle Steuerung liegt bei der FreiwilligenAgentur der Stiftung Sive rdes, die Ausgabe von Anträgen und Karten erfolgt zentral wie dezentral in den Bürgerbüros des Amtes für Bürger- und Ratsservice. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Verwaltung im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2018 den relevanten Personal - und Sachkostenaufwand über ein Veränderungsblatt zum Haushalt 2018 einbringen wird. 4. Damit sind die Anträge A-R/0028/2015 und A-R/0037/2016 (Anlage 1 und 2) erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0102 GF für poli tische Gremien, Städtepartnerschaften Zeile 15 Transferaufwendungen 2018 2019 2020 40.000 40.000 40.000 Vorlagen-Nr.: V/0513/2017 Auskunft erteilt: Frau Woldt / Herr Kupferschmidt Ruf: 492-5900 / -3300 E-Mail: Woldt@stadt-muenster.de Kupferschmidt@stadt-muenster.de Datum: 26.09.2017 Öffentliche Beschlussvorlage Stand 7.6.17 - 2 - V/0513/2017 Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0204 Bürgerangelegenheiten Zeile 11 13 Personalaufwendungen Aufwendungen für Sach - und Dienstleistungen Je 2018- 2020 3.000 2.000 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan -Entwurf 2018 nicht ve r- anschlagt. Sie werden über Veränderungsblätter in die Haushaltsberatungen eingebracht. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Maßnahme unter dem Vorbehalt steht, das s der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2018 die Haushaltsmittel bereitstellt. Begründung: 1. Ausgangslage Zwei Anträge an den Rat der Stadt Münster zielen auf die Anerkennung bürgerschaftlichen Engage- ments in Münster ab: Antrag der CDU-Fraktion „Ist doch Ehrensache – Besondere Leistungen anerkennen, Ehren- amtspass einführen“ (A-R/0028/2015) und Antrag der FDP-Fraktion „Das Ehrenamt stärker würdigen“ (A-R/0037/2016). Die wesentlichen Anliegen aus den Anträgen sind die Einführung einer Ehrenamtskarte als Teil der Anerkennungskultur, welche Vergünstigungen von kommunalen Einrichtungen und Unternehmen aus Münster gewährt. Anders als der FDP-Antrag favorisiert der CDU-Antrag einen eigenen kommunalen Ehrenamtspass. Zur Einführung einer Ehrenamtskarte/eines Ehrenamtspasses gibt es nicht nur die oben genannten Ratsanträge, sondern seit Jahren wiederholt Anfragen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie gemeinnützigen Organisationen und Initiativen bei der Stadt Münster und an die Freiwilligen- Agentur. Viele Bürgerinnen und Bürger zeigen sich verwundert, dass es in Münster keine Ehrenamts- karte gibt und wünschen sich die Einführung einer solchen Karte. Die Stadt Münster vergibt insgesamt vier Auszeichnungen für Ehrenamtliche - mehr oder weniger regelmäßig. Die Paulusplakette ist die höchste Auszeichnung für Bürgerinnen und Bürger in Münster. Durchschnittlich alle zwei Jahre wird meist nur eine Person für besondere Verdienste um die Stadt ausgezeichnet. Mit der Münster-Nadel werden jedes Jahr 10 bis 15 Bürgerinnen und Bürger „für vor- bildlichen bürgerschaftlichen Einsatz“ ausgezeichnet. Daneben gibt es noch den Umweltpreis sowie den Nord-Süd-Preis der Stadt Münster, der unregelmäßig für ehrenamtliche entwicklungspolitische Arbeit verliehen wird. 2. Lösung Verwaltungsintern hat sich eine kleine Arbeitsgruppe aus dem Dezernat OB, dem Amt für Bürger- und Ratsservice, den Kommunalen Stiftungen und der FreiwilligenAgentur mit dem Anliegen einer Ehren- amtskarte für Münster befasst und schlägt deren Einführung vor. Eine Ehrenamtskarte ist eine Form der Anerkennung besonderen Engagements im Gesamtportfolio der Auszeichnungen, die es für Eh- renamtliche gibt. Sie hat für die Ehrenamtlichen in erster Linie einen symbolischen Wert. Für die Stadt Münster wird hiermit das „Anerkennungsportfolio“ sinnvoll und öffentlichkeitswirksam erweitert. Mehr - 3 - V/0513/2017 ehrenamtlich Tätige kommen damit in den Genuss der Wertschätzung durch die Stadt Münster. Gleichzeitig hat die Karte aber auch einen praktischen Nutzen für die ehrenamtlich Tätigen. Men- schen, die in besonderem Umfang ehrenamtlich Zeit schenken, können mit der Karte die Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen vergünstigt nutzen. 2.1 Die wesentlichen Eckpunkte Anschluss an die Ehrenamtskarte NRW In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits in 216 Städten und Gemeinden die Ehrenamtskarte NRW. Es handelt sich um eine Rabattkarte, deren Vergünstigungen landesweit gelten. Welche Vergün- stigungen die Kommunen vor Ort den Ehrenamtlichen anbieten möchten, entscheiden die Kommunen selbst. I. d. R. handelt es sich um Preisnachlässe bei Gewerbetreibenden und Nachlässe auf kom- munale Leistungen und Angebote. Die Vergünstigungen liegen oft bei 5 % bis 20 % Nachlass oder Einlass zu Schüler/Studierenden-Tarifen. Darüber hinaus gibt es lokale und überregionale Sonderak- tionen nur für Karteninhaber oder die unter den Karteninhabern verlost werden. Zwei Voraussetzungen gibt das Land für die Vergabe der Karte vor: Die ehrenamtlich Tätigen müssen durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr, zum Beispiel in einem Verein, in einer sozialen Einrichtung oder freien Vereinigung, freiwillig tätig sein und die ehrenamtliche Arbeit darf ausschließlich für Dritte geleistet werden, ohne Aufwandsent- schädigung, die über Erstattung von Kosten hinausgeht. Damit ist gewährleistet, dass die Karte etwas Besonderes ist und bleibt. Weitere Rahmenbedingungen, z. B. die Dauer des bisherigen Engagements, die Laufzeit der Karten oder ggf. Altersuntergrenzen der Karteninhaber, legen die Kommunen selbst fest. Inhaltlich und sachlich ist es sinnvoll, sich in Münster der Ehrenamtskarte NRW anzuschließen. Der mittlerweile hohe Bekanntheitsgrad der Karte in NRW und damit auch in Münster ist nützlich für die Gewinnung von Vergünstigungsgebern und Sponsoren vor Ort. Darüber hinaus gibt es eine kleine Anschubfinanzierung durch das Land. Das Layout und die Druckdaten der Karten liegen bereits vor, ebenso die Formulare für die Anträge. Zudem kann in einem Netzwerk der Kommunen von den Er- fahrungen anderer profitiert werden. Für die Ehrenamtlichen gewinnt die Karte dadurch an Wertigkeit, dass sie ihre Ehrenamtskarte in ganz NRW einsetzen können und außerdem von landesweiten Son- deraktionen profitieren. Münster selbst sorgt dafür, dass die Angebote vor Ort attraktiv sind und zeigt auch damit den besonderen Stellenwert, den bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement in Münster genießt. Im Vorfeld wurde das Anliegen einer Ehrenamtskarte für Münster in der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege in Münster und im Beirat der Freiwilli- genAgentur vorgestellt. Beide Gremien sehen in einer Ehrenamtskarte eine wirkungsvolle Form der Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements und begrüßen es ausdrücklich, die Ehrenamtskarte NRW auch in Münster einzuführen. Jugendehrenamtskarte Von der Einführung der im CDU-Antrag geforderten separaten Jugendehrenamtskarte wird abgese- hen, da die Ehrenamtskarte NRW grundsätzlich auch Jugendlichen verliehen werden kann. Eine all- gemeine Altersuntergrenze gilt zwar nicht, in Münster sollte diese aber auf 16 Jahre festgelegt wer- den. Die Hürde für junge Menschen ist allerdings mit fünf Stunden pro Woche relativ hoch. Deshalb verfahren viele Kommunen so, dass die Inhaber einer Juleica direkt auch die Ehrenamtskarte NRW bekommen können. Dabei wird dann auf den Nachweis der notwendigen Stundenzahl verzichtet. Im Prozess der Einführung der Karte in Münster werden dazu entsprechende Verabredungen getroffen. Für unter 16-Jährige ist die Ehrenamtskarte NRW nicht zu empfehlen, da das Engagement dieser Altersgruppe eher kurzfristiger Natur ist, häufiger wechselt und damit wenig kompatibel mit einer Kar- - 4 - V/0513/2017 te ist, die eine Gültigkeitsdauer von zwei bis drei Jahren haben wird. Auch ist das Einkaufsverhalten und der Bezug zu Rabattkarten von Kindern und Jugendlichen deutlich anders. Zudem gilt: Ermäßi- gungen bei kommunalen Einrichtungen bekommen Kinder und Jugendliche ohnehin schon. Andere Formen der Anerkennung wie zum Beispiel die thx-Party, die sich in Münster bereits etabliert hat, sind für diese Gruppe der jüngeren Engagierten deutlich sinnvoller. Portfolio von Vergünstigungen der Ehrenamtskarte in Münster Damit die Karte auch wirklich eine besondere Wertschätzung darstellt, das zeigen die Erfahrungen aus anderen Kommunen, müssen die örtlichen Vergünstigungen qualitativ hochwertig sein. Demge- mäß sind Preisnachlässe bei kommunalen Angeboten wie Theater, Schwimmbad, Museum, Halle Münsterland, Allwetterzoo oder Stadtwerke ein Muss. Außerdem bedarf es Sonderaktionen und Er- lebnisse, die man nicht kaufen kann, beispielsweise das Erleben des Rosenmontagszugs vom Stadt- weinhausbalkon oder einmal im Jahr ein besonderes Meeting mit dem Oberbürgermeister. Des Weiteren sind Geschäfte und Unternehmen aus der Privatwirtschaft aufgerufen, sich anzuschlie- ßen. Wichtig ist auch hier, dass diese Aktionen und Rabatte eine gewisse Wertigkeit haben und nicht den Eindruck einer „Resterampe“ für Ehrenamtliche vermitteln. Die Akquise der Vergünstigungen in Münster sollte in zwei Schritten erfolgen. Zunächst werden öf- fentliche Vergünstigungen eingeworben, danach Vergünstigungen von Unternehmen. 3. Umsetzung des Vorhabens Die Verwaltung schlägt vor, die fachlich-konzeptionelle Steuerung in der FreiwilligenAgentur Münster (FA) zu verorten. Die FA ist seit über 15 Jahren Kompetenzzentrum und Netzwerkknoten für alle Fra- gen rund um freiwilliges Engagement in Münster. Ihre Aufgaben sind Koordination, Vernetzung, Un- terstützung, Beratung und Weiterbildung im Ehrenamt. Die FA tut dies in Kooperation mit einer Viel- zahl von Partnern. Dabei bespielt die FA trägerübergreifend alle Ehrenamtsfelder. Durch ihr Netzwerk hat die FreiwilligenAgentur nicht nur Zugänge zu Ehrenamtlichen und zum Non-Profit-Bereich, son- dern auch Erfahrungen in der Kooperation mit Unternehmen, der Akquise sowie dem Projekt- und Veranstaltungsmanagement und der Öffentlichkeitsarbeit. Da sich die FA in Trägerschaft der kommu- nalen Stiftung Siverdes befindet, ist sie zudem eng mit der Stadt Münster verbunden. Die fachlich-konzeptionelle Steuerung umfasst: das Festlegen der Rahmenbedingungen, die Akquise der Vergünstigungsgeber und die Verwaltung der Angebote, die Öffentlichkeitsarbeit und das Beschwerdemanagement, das Veranstaltungsmanagement für die öffentliche Vergabe der Karten sowie die Entwicklung von lokalen Sonderaktionen. Die administrative Umsetzung obliegt dem Amt für Bürger- und Ratsservice. Die Antragstellung, die Bearbeitung der Anträge (bei zu definierenden Standardfällen) und die Ausgabe der Karten wird or- ganisatorisch in den Bürgerbüros und damit gut erreichbar verortet. 4. Aufwand und Finanzierung Für die Einführung, Erprobung und Etablierung der Karte in Münster sind 3 Jahre zu veranschlagen, um von Beginn an die Qualität der Karte zu gewährleisten und diese öffentlichkeitswirksam einzufüh- ren. Das stützen auch Erfahrungen aus anderen Städten. Die Personal- und Sachkosten basieren auf der Annahme von 600 - 800 Anträgen pro Jahr in den ersten drei Jahren und sind wie folgt kalkuliert: In der FA müsste die fachliche Steuerung durch eine Teilzeitkraft (EG-Gruppe 10 bei 20 Stunden pro Woche) geleistet werden (rund 40 000 € pro Jahr; incl. Arbeitsplatz). Im Amt für Bürger- und Ratsservice ist von einem personellen Mehraufwand von ca. 2,5 Wochen- stunden (EG 8/A 8) auszugehen. Der Personal- und Sachkostenaufwand ist hier auf ca. 5000 € p.a. zu beziffern. Insgesamt ergibt sich hier eine finanzieller Mehrbedarf in Höhe von 45.000,00 €. - 5 - V/0513/2017 Nach drei Jahren wird Bilanz gezogen und festgelegt, welche Personal- und Sachressourcen für den Dauerbetrieb notwendig sind. Mindereinnahmen durch kommunale resp. öffentliche Vergünstigungen (z. B. falls die Museen des LWL sich beteiligen würden) sind kaum zu erwarten, da das Nutzerverhalten zeigt, dass ein großer Teil der Ehrenamtlichen, der die Karte nutzt, andere Vollzahler mitbringt. Das belegt auch die landes- weite Nutzerbefragung zur Ehrenamtskarte NRW aus dem Jahre 2016. Eine Kompensation von Ra- battierungen durch städtische Zuschüsse ist nicht vorgesehen. Die Ehrenamtskarte ist als ergänzendes Instrument der Wertschätzung der Stadt Münster systema- tisch dem Bereich der Münster-Nadel zuzuordnen, da sie ebenfalls allen in besonderer Weise ehren- amtlich Engagierten zukommen soll. Eine Zuordnung zu einem Fachdezernat – anders als bei den Preisen der Stadt Münster – ist nicht sinnvoll und könnte auch kontraproduktiv wirken, da ehrenamtli- ches, freiwilliges oder bürgerschaftliches Engagement für unsere Stadtgesellschaft grundsätzlich als Mehrwert gesehen wird - unabhängig vom Engagementfeld. gez. Markus Lewe Oberbürgermeister Anlagen: A-R/0028/2015 - Antrag der CDU-Fraktion „Ist doch Ehrensache – Besondere Leistungen anerken- nen, Ehrenamtspass einführen“ und A-R/0037/2016, Antrag der FDP-Fraktion „Das Ehrenamt stärker würdigen“
Anlage 1 Antrag A-R-0028-2015
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2015 Cpl, 28.04.2015 Der Rat möge beschließen: Die Stadt Münster führt einen Ehrenamtspass als eine besondere Anerkennung für überdurchschnittlich ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger ein. Mit dem Pass bekommen diese Menschen als Dankeschön für ihren Einsatz Vergünstigungen bei einer Reihe von Münsteraner Institutionen und Einrichtungen. Die Vergabekriterien werden in Kooperation mit den Ratsfraktionen, der Freiwilligen- Agentur, der Bürgerstiftung und Vertretern der Kirchen, Hilfsorganisationen und Vereine erarbeitet. Dazu werden Erfahrungen aus anderen Städten wie Berlin, Dresden, Aachen, Leipzig, Hilden, Olsberg, Oldenburg hinzugezogen, die bereits Ehrenamtspässe in unterschiedlichsten Varianten für ihre überdurchschnittlich engagierten Bürgerinnen und Bürger anbieten. Für engagierte Jugendliche, die unter 18 Jahre alt sind, wird ein Jugendehrenpass eingeführt, der dann speziell auf die Jugendlichen zugeschnittene Vergünstigungen anbietet. Die Organisation und Verwaltung des Ehrenamtspasses liegt bei der Stadt in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Agentur. Die Einführung des Ehrenamtspasses wird im Zuge der Entwicklung einer kommunalen Engagementstrategie, die das gesamte Spektrum bürgerschaftlichen Engagements berücksichtigt, geprüft. Begründung Das Ziel des Ehrenamtspasses ist eine ideelle und materielle Würdigung von ehrenamtlichem Engagement, die den Bedürfnissen der verschiedenen Altersgruppen gerecht wird und damit die Verwirklichung einer konkreten Anerkennungskultur. In Zeiten einer verstärkten Individualisierung der Gesellschaft und eines immer geringeren Bindungswillens der Bürger an Organisationen muss die Stadt neue Anreize setzen, um ehrenamtliches Engagement für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu machen. Mit der Freiwilligenagentur Münster und der Verleihung der Münsternadel hat die Stadt bereits Förder- und Anerkennungsmaßnahmen getroffen. Dass alle diesen Maßnahmen heute nicht mehr ausreichend sind, spüren die ehrenamtlich betriebenen Organisationen und Vereine seit vielen Jahren. Auch die Ehrenamtskarte des Landes NRW kann mit ihren Vorteilen den Ehrenamtspass in der Kommune selbst nicht als gleichwertig ersetzen. Um hier einen zusätzlichen Anreiz zu verleihen, setzen wir uns für die Einführung eines Ehrenamtspasses in Münster ein. Die Einführung des Ehrenamtspasses ist nur konsequent und drückt eine Wertschätzung der Stadt für die Tätigkeit der Bürgerinnen und Bürger aus. Die Kriterien für die Vergabe von Ehrenamtspässen in Münster sollen von einer Arbeitsgruppe unter städtischer Federführung mit Beteiligung der Ratsfraktionen, der Freiwilligenagentur, der Bürgerstiftung und Vertretern der Kirchen, Hilfsorganisationen und ehrenamtlichen Vereinen erarbeitet und festgelegt werden. Wie in anderen Städten auch, sollen auch in Münster nur die Personen berücksichtigt werden, die für die ehrenamtliche Arbeit keine Aufwandsentschädigung erhalten. Um eine Rechtmäßigkeit der Nutzungsberechtigung sicherzustellen ist es sinnvoll, den Ehrenamtspass jedes Jahr neu zu beantragen (das wäre aber ein großer bürokratischer Aufwand). Bei den Vergünstigungen handelt es sich um Rabatte bei Firmen und Dienstleistern sowie kulturellen Einrichtungen. Den angesprochenen Unternehmen wird die Möglichkeit aufgezeigt, auf der Preisliste die Vergünstigungen für Ehrenamtliche gesondert nachzuweisen. Junge Menschen spielen im Ehrenamt eine besonders wichtige Rolle. Zum einen bringt eine frühe Entscheidung für das Ehrenamt in der Regel eine vertiefte Identifikation mit der jeweiligen Organisation und viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung mit sich. Zum anderen ist eine Stadtgesellschaft auf die Multiplikatorenrolle jüngerer Menschen in ihrer Generation besonders angewiesen, um auch eine künftige Akzeptanz und Unterstützung des Ehrenamtes sicherzustellen. Um diese Arbeit der jungen Ehrenamtlichen zu unterstützen, gibt es bereits seit mehreren Jahren die bundesweite Juleica (Jugendleitercard). Diese ist aber ausschließlich auf die Leitungstätigkeit ausgelegt, andere engagierte junge Ehrenamtliche profitieren nicht davon. Daher ist es besonders wünschenswert, dass zusätzlich zu der Juleica ein eigener Ehrenamtspass für Jugendliche eingeführt wird, der sich an alle jungen Ehrenamtlichen unter 18 wendet. Dafür müssten dann speziell auf die Jugendlichen zugeschnittene Vergünstigungen eingeworben werden. Mit der V/0992/2014 hat die Verwaltung zentrale Ergebnisse einer Bürgerumfrage zum bürgerschaftlichen Engagement in Münster präsentiert. Um aus den Umfrageergebnissen Schlussfolgerungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements abzuleiten, wurde die Einrichtung einer ressortübergreifenden stadtinternen Arbeitsgruppe unter Federführung der Geschäftsstelle Kommunale Stiftungen beschlossen. Diese soll Empfehlungen für die Entwicklung einer kommunalen Engagementstrategie geben sowie organisatorische Rahmenbedingungen und erforderliche Ressourcen beschreiben. Es bietet sich in diesem Zusammenhang an, die Einführung des Ehrenamtspasses zu prüfen. Die Erfahrungswerte aus anderen Städten zeigen, dass die finanzielle Belastung sich auf weniger als 40.000 Euro belaufen wird. Der positive Effekt, der für das Ehrenamt, die ehrenamtlich tätigen Organisationen und die Bürgergesellschaft entsteht, ist unbezahlbar. Gleichzeitig entsteht für die unterstützenden Firmen und Einrichtungen ein Werbeeffekt, der zu neuer Kundschaft führen kann und somit die entstandenen Kosten wieder einspielen kann. gez. Stefan Weber Frank Baumann Horst Beitelhoff Georg Berding j Dieter von den Berg Olaf Bloch Peter Börgel Heinz-G. Buddenbäumer Olaf Dreßen Dr. Dietmar Erber Sven Gotthal Walter von Göwels Richard Halberstadt Gilbert Hartmann Jens Christian Heinemann Bruno Kleine Borgmann Jan Leiße Stefan Leschniok Christel Loschelder Hans Neumann Andreas Nicklas Karin Reismann Josef Schliemann Angela Stähler Manfred Wenzel ‚Punkt 30.6. der Tagesstaning A-RI/0028/2015 43 Ratgeber für die Kinder, Jugendlichen und Eltern enthalten sowie Hinweise zum Sorgentelefon. Mit einem entsprechenden Link werden Jugendliche auf eine neue Seite zum Jugendportal weitergeleitet, die ihren Bedürfnissen nach organisiert ist und Tipps zur Schule und Beruf, Kultur, Freizeit, Jugendhilfe u. ä. enthält. Die Gestaltung des Internetauftritts ist altersgerecht, übersichtlich, ansprechend bunt und unter Einhaltung von Sicherheitsstandards organisiert. Als Vorbild kann: hier das Osnabrücker Kinderportal dienen.“ Ist doch \ anerkennen, Ehre : Folgender Antrag der CDU-Fraktion wurde an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen: „CDU-Fraktion Antrag Nr. A-R/0028/2015 im Rat der Stadt Münster vom 28.04.2015 Antrag Ist doch Ehrensache - Besondere Leistungen anerkennen, Ehrenamtspass einführen Der Rat möge beschließen: 1. Die Stadt Münster führt einen Ehrenamtspass als eine besondere Anerkennung für überdurchschnittlich ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger ein. Mit dem Pass bekommen diese Menschen als Dankeschön für ihren Einsatz Vergünstigungen bei einer Reihe von Münsteraner Institutionen und Einrichtungen. Die Vergabekriterien werden in Kooperation mit den Ratsfraktionen, der Freiwilligen- Agentur, der Bürgerstiftung und Vertretern der Kirchen, Hilfsorganisationen und Vereine erarbeitet. Dazu werden Erfahrungen aus anderen Städten wie Berlin, Dresden, Aachen, Leipzig, Hilden, Olsberg, Oldenburg hinzugezogen, die bereits Ehrenamtspässe in unterschiedlichsten Varianten für ihre überdurchschnittlich engagierten Bürgerinnen und Bürger anbieten. Für engagierte Jugendliche, die unter 18 Jahre alt sind, wird ein Jugendehrenpass eingeführt, der dann speziell auf die Jugendlichen zugeschnittene Vergünstigungen anbietet. Die Organisation und Verwaltung des Ehrenamtspasses liegt bei der Stadt in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Agentur. Die Einführung des Ehrenamtspasses wird im Zuge der Entwicklung einer kommunalen Engagementstrategie, die das gesamte Spektrum bürgerschaftlichen Engagements berücksichtigt, geprüft.“ Rat 06.05.2015 öffentlich
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (1)
- Geringhoffstraße 48
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Details
- Aktenzeichen
- V/0513/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.06.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37