V/0821/2021
Jubiläum 375 Jahre Westfälischer Frieden - Konzept für ein Veranstaltungsprogramm Mai bis Oktober 2023
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Beschlussvorlage
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V/0821/2021 V/0821/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Jubiläum 375 Jahre Westfälischer Frieden - Konzept für ein Veranstaltungsprogramm Mai bis Oktober 2023 Beratungsfolge 16.11.2021 Kulturausschuss Vorberatung 07.12.2021 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 15.12.2021 Hauptausschuss Vorberatung 15.12.2021 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt das vom Arbeitskreis „1648 – Dialoge zum Frieden“ erarbeitete Grundkonzept für das Veranstaltungsprogramm für 2023 zum Jubiläum „375 Jahre Westfälischer Frieden“ (s. Anlage) zur Kenntnis. 2. Der Rat beschließt die Durchführung eines Veranstaltungsprogramms, welches sich an diesem Konzept orientiert und das Profil Münsters als Stadt des Westfälischen Friedens schärft, mit Partnerinnen und Partnern das Profilthema „Frieden durch Dialog“ kommuniziert und durch vielfältige Programmbausteine erlebbar macht. Das Programm zum Jubiläumsjahr soll zu einem über die Stadtgrenzen hinaus wahrnehmbaren Ereignis gemacht werden. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit dem Arbeitskreis 1648 – Dialoge zum Frieden und weiteren Partnerinnen und Partnern sowie mit der Zivilgesellschaft ein Veranstaltungsprogramm gemäß dem vorliegenden Grundkonzept weiter zu konkretisieren und umzusetzen. II. Finanzielle Auswirkungen: Die Gesamtfinanzierung beträgt 1.273.950 EUR. Aus dem Wirtschaftsplan von Münster Marketing werden 237.500 EUR finanziert. Hiervon werden 200.000 EUR aus den Gewinnrücklagen des Eigenbetriebs entnommen (siehe 1.). Münster Marketing 12.11.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Spinnen T elefon:492-2700 spinnen@stadt-muenster.de - 2 - V/0821/2021 Aus dem Wirtschaftsplan Theater werden 400.000 EUR finanziert. Aus dem Haushaltsplan der Stadt, Produktgruppe 10.02. „Denkmalschutz und Denkmalpflege“, werden 86.450 EUR finanziert. Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haushaltsjahr Betrag (€) Bemerkungen Produktgruppe 10.02 Denkmalschutz und -pflege 2022 f. 86.450 EKS-Mittel (Europäisches Kulturerbesiegel) Das vorgelegte Programm lässt sich ohne die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel aus vorhandenem Budget der beteiligten Produktgruppe „Denkmalschutz und Denkmalpflege“ sowie aus Rücklagen der beteiligten Eigenbetriebe (Theater Münster, Münster Marketing) umsetzen (siehe 1.). Die für weitere Programmbausteine erforderlichen Mittel in Höhe von 550.000 Euro sind durch Drittmittel (Sponsoren, Fördermittel etc.) zu finanzieren (siehe 2.). Gesamtkonzept: 1. Projekt Betrag Zu finanzieren durch Eröffnungsfest 100.000 EUR Münster Marketing Bundesweite Eröffnung zum T ag des offenen Denkmals 40.000 EUR Münster Marketing Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens 7.500 EUR Münster Marketing Programmwoche „1648 Dialoge zum Frieden – 2023“ 40.000 EUR Münster Marketing: 30.000 EUR Amt 61: 10.000 EUR (EKS-Mittel) Verleihung des Historikerpreises Stadtarchiv s. V/0810/2021 Die Europäische Debatte 136.450 EUR Münster Marketing: 60.000 EUR Amt 61: 76.450 EUR (EKS-Mittel) An Münsters Friedensdenkmal erinnern Stadtarchiv s. V/0809/2021 Theater Münster „Krieg und Frieden“ 400.000 Euro Theater Münster Summe 723.950 EUR Für die Finanzierung der Verleihung des Historikerpreises und Münsters Friedensdenkmale wird auf die Vorlagen V/0810/2021 und V/0809/2021 verwiesen. 2. Folgende Schlüsselprojekte sind geplant, aber nicht aus dem städtischen Haushalt finanzierbar. Hierfür sollen Sponsoren- und Fördergelder akquiriert werden. Friedensfonds für Projekte von Bürgerinnen und Bürgern 100.000 EUR Kommunikations- und Partizipationsrahmen für Projekte der Zivilgesellschaft 80.000 EUR Programm Theater im Pumpenhaus 100.000 EUR Wolfgang Borchert Theater 90.000 EUR Stadtmuseum Ausstellung „Das Nachleben des Westfälischen 80.000 EUR - 2 - V/0821/2021 Friedens“ Gemeinsame Projekte mit Osnabrück (u.a. Friedenswanderweg, Radweg Friedensroute, größere Kooperationsprojekte) 100.000 EUR Summe 550.000 EUR Die Veranstaltung der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster/Exzellenzcluster Religion und Politik, wird mit Mitteln der Allianz für Wissenschaft, dem institutionellen Zusammenschluss der Hochschulen und der Stadt, unterstützt. Die Veranstaltung der FH Münster, Ruhr-Universität Bochum und Aktion Deutschland Hilft (ADH) wird ebenfalls mit Mitteln der Allianz für Wissenschaft unterstützt. Begründung: Wie kaum ein anderes Ereignis ist der Westfälische Frieden mit der Stadt Münster verbunden. Zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 wurden in Münster und Osnabrück eine Reihe von Friedensverträgen geschlossen und sowohl der 80jährige Unabhängigkeitskrieg in den Niederlanden als auch der dreißigjährige Krieg in Europa beendet. Fünf Jahre lang waren Münster und Osnabrück Orte von Verhandlungen, Dialog und Vermittlung zwischen den Kriegsparteien. Mehr noch als der Westfälische Frieden als staats- und völkerrechtliches Vertragswerk mit den bis heute reichenden Wirkungen versteht die Stadt Münster die historisch richtungsweisenden Ereignisse der Friedensverhandlungen und der Friedenssicherung, also den Mediations- und Moderationsprozess als dauerhafte Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft. Die Stadt Münster prägt vor diesem Hintergrund auf vielfältige Weise ihr Stadtprofil „Frieden durch Dialog“ (s. Vorlage V/0113/2007). Mit der Verleihung des Europäischen Kulturerbesiegels im Jahr 2015 an die Rathäuser Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ wurde die europäische Bedeutung zuletzt in besonderer Weise gewürdigt. 2023 jährt sich zum 375. Mal der Friedensschluss von 1648. Im Jubiläumsjahr richtet die Stadt Münster den Blick auch auf die Zeit nach der Vertragsunterzeichnung: Die Nach-Geschichte von Kriegen. Was geschieht, wenn die Verhandlungen beendet und der Frieden geschlossen ist? Mit dem Frieden leben lernen ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die uns heute in der Welt, in Europa, in Deutschland und in Münster begegnet und tagtäglich bewältigt werden muss. Dies gilt vor allem in Zeiten, die wie unsere weltweit von zahlreichen Konflikten und auch kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt sind und in der die europäische Idee und das stabilisierende europäische Bündnis immer wieder vor Zerreißproben gestellt sind. Verhandlung und Diplomatie, Moderation und Mediation, Partizipation und Beteiligung sind mehr denn je erforderlich, um die Konflikte der Gegenwart und der Zukunft zu lösen und den Frieden weltweit, aber auch in unserer Gesellschaft zu sichern. Der Westfälische Frieden ist dafür ein optimistisches Symbol und für Münster ein historischer Auftrag, dem das Jubiläum auf vielfältige Weise Ausdruck verleihen soll. Für die Städte Münster und Osnabrück sollte es selbstverständlich sein, dieses Jubiläum zu einem auch über die Stadtgrenzen hinaus wahrnehmbaren Ereignis werden zu lassen. In Osnabrück hat der Rat bereits im letzten Jahr ein Budget von 4,5 Mio Euro und zusätzlich die Einrichtung eines eigenen 5-köpfigen Projektbüros mit einem renommierten und auch international bestens vernetzten künstlerischen Leiter beschlossen. Dort sind die Arbeiten bereits angelaufen. Osnabrück will im September 2022 das Programm mit allen seinen Bausteinen finalisieren. Die Fördermittel sollen eine Hebelwirkung erreichen und zahlreiche wichtige Institutionen zur Kooperation motivieren. In Münster hat in enger Abstimmung mit Osnabrück der Arbeitskreis „1648 – Dialoge zum Frieden“ in der Allianz für Wissenschaft erste Überlegungen zum Jubiläum angestellt und ein Grundgerüst für das Veranstaltungsjahr erarbeitet, das allerdings, anders als Osnabrück, im Kern aus vorhandenen Budgets gespeist und für das zusätzlich Sponsoren- und Fördermittel eingeworben werden sollen. - 2 - V/0821/2021 I.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlage: Veranstaltungsprogramm Jubiläum 375 Jahre Westfälischer Frieden 2023 (Grundkonzept)
Anlage A
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Anlage A zur V/0821/2021 Kurzüberblick Wie kaum ein anderes Ereignis ist der Westfälische Frieden mit der Stadt Münster verbunden. 2023 jährt sich zum 375. Mal der Friedensschluss von 1648. Im Jubiläumsjahr wird die Stadt Münster sich mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm präsentieren und über die Grenzen Münsters hinaus ihr Profilthema „Frieden durch Dialog“ kommunizieren. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „T oleranzdurch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln (eine der Leitorientierung aus dem ISM- Prozess). Finanzierung Produktgruppe: 1502 0407 1002 Stadtmarketing Theater Münster Denkmalschutz und Denkmalpflege Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im Entwurf des (Haushaltsplan 2022 enthalten? Ja Nein x teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Verbindung zum Klimaschutz über die Themen Frieden und Nachhaltigkeit. Migration ist eine Folge von Konflikten, Kriegen und Krisen. Alle diese Themen sind auch im Jubiläumsprogramm relevant.
Anlage zur Vorlage V-0821-2021
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1 Anlage der Vorlage V/0821/2021 Jubiläum 375 Jahre Westfälischer Frieden Veranstaltungsprogramm 2023 (Grundkonzept) 1. Die „Säulen“ des Programms Im Veranstaltungszeitraum vom 15. Mai bis zum 24. O ktober (unmittelbar im Anschluss an das Theaterfestival „Flurstücke“) bilden einige überregional strahlkräftige Veranstaltungen mit klarem Stadtbezug die „Säulen“ des Programms: Eröffnungsfest (13. Mai bis 14. Mai) Das Eröffnungsfest für die Stadtgesellschaft und ihre Gäste wird als zweitägige Veranstaltung auf das Jubiläum einstimmen. Das Fest für alle findet statt im inneren Kern der Stadtmitte und besteht aus Elementen wie dem Diskurs über gesellsc hafts- und geopolitische Fragen, zu großen Teilen aber aus künstlerischen Aktionen im öffentlichen Raum und aus Projekten, die mit unterschiedlichen Gruppen der Stadtgesellschaft erarbeitet werden. In Kooperation mit dem Theater im Pumpenhaus wird d as „Friedensmahl/Bürgermahl“ als soziale Skulptur in Anlehnung an das Bürgermahl zum 1200jährigen Stadtjubiläum Münsters Bezug auf die Kongresssituation von 1648 nehmen. Ebenfalls in Beziehung zum Kongress 1648 seht die O pen Air Performance: „Dancing in the streets“, eine Outdoor Performance, die von der ersten Ballettaufführung in Münster während des Friedenskongresses - eingeladen von der französ ischen Delegation - inspiriert wird. Lokale Produzenten wie BodyTalk in Kooperation mit Pumpenhaus und Theater Titanick sind vorstellbar. Bundesweite Eröffnung zum Tag des offenen Denkmals (10.9.2023) Schon 2020 hat die Stadt Münster ihr Interesse an d er Ausrichtung der bundesweiten Eröffnung zum Tag des offenen Denkmals gegenüber der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geäußert und eine positive Einschätzung erhalten. D iese Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten eröffnet alle deutschlandweiten Aktionen und bringt ein interessantes, hochkarätiges Bühnenprogramm, za hlreiche prominente Besucher/innen und eine große Öffentlichkeitswirksamkeit in die St adt. Die Bewerbung Münsters als Eröffnungsstadt 2023 erfolgt 2022 durch die städtische Denkmalbehörde. Verleihung des Internationalen Preises des Westfäli schen Friedens und begleitende Veranstaltungen (Live-Übertragung, Beteiligung am Münster Summit der WWU) Mit der Wirtschaftlichen Gesellschaft von Westfalen und Lippe, der Ausrichterin des Friedenspreises ist verabredet, dass die nächste Pr eisverleihung nicht turnusgemäß erfolgt, sondern parallel zum Friedensjubiläum im Jahr 2023 stattfinden wird. Auch diese 2 Veranstaltung sichert mediale Aufmerksamkeit und bietet sich für ein vielfältiges städtisches „Zukunft der Erinnerung“ Arbeitstitel Begleitprogramm an. Programmwoche „1648 Dialoge zum Frieden – 2023“ mit a) Schülerakademie: Digitales Labor 375JWF 2023 In einer Workshop-Reihe entwickeln Schülerinnen und Schüler (ab 15 Jahren) für Jugendliche einen digitalen Zugang zum Thema „Westfälischer Fri eden“. Das kann ein Twitter-Account, ein (digital) Zine, ein Video oder auch ein Veranstaltungsformat sein. Im Zentrum stehen die Jugendlichen als Expertinnen und Experten ihrer eig enen Lebenswelt. Sie erhalten Input durch Fachleute u.a. aus den Themenfeldern Public History, Social Media, Storytelling, Video Content Creation. b) Ausweitung des Formats „Schülerakademie“ durch n eue Jugend-Formate (Schul- Aktionswoche mit 10 Einzelveranstaltungen) Schüler*innen aus Münster begeben sich auf die Such e nach Konflikten in Münsters Stadtgeschichte und stellen sich der Frage, was wir aus diesen Ereignissen für ein friedlicheres Zusammenleben lernen können, getreu d em Stadtprofil „Frieden durch Dialog, Krisenprävention, Konfliktlösung durch Verhandlung, Mediation und Austausch“. Während eines Rundgangs durch die Stadt setzen sich die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen mit unterschiedlichen Krisen und Konflikten der Münsteraner Stadtgeschichte und den daraus abgeleiteten Dialogformaten auseinander. Zum Beispiel: Syndikatplatz: Vernichtung der ersten jüdischen Gemeinde Münsters - Gedenktafel von 2007, Gedenkveranstaltung zum 27. Januar; Prinzipalmarkt/ Lambertikirche: Das Täuferreich von Münster – Körbe, Drei Irrlichte r“, „Wasser in Münster“; Historisches Rathaus/ Friedensaal: Der Dreißigjährige Krieg – „T oleranz durch Dialog“; Domplatz: Bücherverbrennung Münster 1933 – Gedenktafel Bücher verbrennung; Promenade: Eisenman-Brunnen, Dein Brunnen für Münter e.V.; Promenade: Kriegerdenkmäler, Zwinger – Kriegerdenkmäler-Debatte, Zwinger-Installation, Gedenkveranstaltungen. Mögliche Kooperationspartner: Dein Brunnen für Münster e.V., Organisatorinnen des Kinder- Friedenstreffens, Villa ten Hompel/ mobim, Stadtarc hiv, Religionsgemeinschaften, Büro für Internationales Stadt Münster, Bibelmuseum, Streitschlichter. c) Internationale Tagung über Denkmäler im öffentli chen Raum im 21. Jahrhundert „Zukunft der Erinnerung“ (Arbeitstitel) Die internationale wissenschaftliche Tagung über De nkmäler im öffentlichen Raum im 21. Jahrhundert, soll - mit dem Blick auf Münster - den Horizont in der Auseinandersetzung mit der „Zukunft der Erinnerung“ um einen internationale Perspektive erweitert werden. In Münster ist es u.a. das Traindenkmal, anhand dessen der Umg ang mit der Erinnerungskultur als die zentrale gesellschaftspolitische Debatte bis heute geführt wird. Die aktuellen Bemühungen um Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, d er Greueltaten in Namibia, der Widergutmachung und der Restitutionsverhandlungen m it den Herero und Nama, können einen Fokus der Tagung bilden, in denen neben Rupre cht Polenz, als Namibia- Sonderbeauftragter der Regierung, insbesondere auch Vertreter von NGO aus Namibia einbezogen werden sollen. 3 Die Diskussion umfasst auch weitere Denkmäler und Skulpturen als Symbole von Erinnerung im öffentlichen Raum, in Münster und darüber hinaus. Die Veranstaltung soll idealerweise im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals stattfinden. d) Treffen der Religionsgemeinschaften MS/OS Seit vielen Jahren organisiert die Stadt Münster jä hrlich ein Treffen der Religionsgemeinschaften. Seit 2015 wird das Treffen gemeinsam mit der Stadt Osnabrück gestaltet. Im Jubiläumsjahr 2023 soll das Format in Münster eine Erweiterung erfahren: Neben dem Treffen der Vertreter*innen der Religionsgemeinschaften und Konfessionen wird es ein spezielles Angebot für die Jugendgruppen der jeweiligen Glaubensrichtungen geben. Neben der Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch u nd Kennenlernen ist zusätzlich ein inhaltlicher Input beispielsweise in Form eines Vor trages und anschließenden Workshops geplant. Dies soll in Zusammenarbeit mit jungen aktiven und engagierten Menschen, wie – je nach thematischem Schwerpunkt – z. B. den Mitgliedern des Jugendrates, Fridays for Future, Streitschlichtern etc. erfolgen. e) Der Westfälische Frieden – digital Die digitalen Präsentationen zum Westfälischen Frieden, wie das digitale Vermittlungskonzept in der Bürgerhalle und die aktuell entwickelte Augm ented Reality App werden um weitere Tools ergänzt. Das könnten neben Außenaufnahmen (u.a. von oben) ein digitaler Rundgang durch Bürgerhalle und Friedenssaal sein. Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster Der „Historikerpreis“ der Stadt Münster wurde letzt malig 2017 verliehen. Mit Blick auf das Jubiläum 2023 soll der bisherige 5-jährige Turnus d er Preisverleihung angepasst und verändert werden. Es ist geplant, den Historikerpre is und den begleitenden Förderpreis für junge Historiker und Historikerinnen im Rahmen eine r wissenschaftlichen Tagung des Exzellenzclusters Religion und Politik der WWU zum Thema „Gesellschaften nach dem Krieg“ zu verleihen und so die Wahrnehmung in der Fachwelt als auch in der Stadtbevölkerung zu verstärken. Siehe hierzu auch V/0810/2021 des Stadtarchivs. „Die Europäische Debatte“, gemeinsames Abschluss-Pr ojekt der mit dem EKS ausgezeichneten Städte Münster und Osnabrück „Die Europäische Debatte“: ein Gespräch hochrangiger europäischer Denker/Denkerinnen in den Friedenssälen von Münster und Osnabrück, den vo n der EU ausgezeichneten Stätten des europäischen kulturellen Erbes. 375 Jahre nachdem Europa sich in Münster und Osnabr ück versammelt hat, um in einer beispiellosen Friedensverhandlung eine europäische Katastrophe zu beenden, treffen in den Friedenssälen (erneut) europäische Denker*innen aufeinander, um über die Zukunft Europas zu diskutieren, einer Gemeinschaft, die eines der g rößten Friedensprojekte der Geschichte darstellt und die zurzeit mehr denn je einer lebend igen und ehrlichen Auseinandersetzung bedarf. 4 Mit diesem großen Kooperationsprojekt soll die Verb indung der beiden Städte weiter ausgebaut und die überstädtische und europäische Di mension des Westfälischen Friedens über die Grenzen der beiden Städte hinaus erfahrbar werden. In den „Europäischen Debatten/ Gesprächen“ sollen an zwei aufeinander folgenden Tagen in den Friedensälen (als die historischen Orte, die no ch heute für den erfolgreichen Abschluss der Friedensverhandlungen stehen) hochrangige europ äische Intellektuelle, Künstler*innen, Politiker*innen in intimer Atmosphäre in einer Art Kamingespräch aufeinandertreffen und sich mit Europa und den damit verbundenen historischen u nd aktuellen Wertefragen und der Zukunft Europas auseinandersetzen. Es soll die Brüc ke geschlagen werden von den historischen Meilensteinen, die für die Entwicklung des heutigen Europas entscheidend waren, hin zu den Herausforderungen vor denen die EU heute steht: die Folgen der Corona- Pandemie, die Klimakrise, Migrations- und Asylpolit ik, der Brexit, Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit innerhalb der EU, aber auch Fra gen von Gemeinschafts-, Zugehörigkeitsgefühl, Idealen und zukünftigen Visionen. Durch Public Viewing live direkt in den beiden Städ ten Münster und Osnabrück und per Stream in ganz Europa werden internationale Reichwe iten erzielt. Das Netzwerk der Europäischen Kulturerbe-Siegel-Stätten soll hierfür aktiviert und der Stream über deren Kanäle geteilt werden. Angestrebt wird die Zusammen arbeit mit einem Fernsehsender (wie z.B. phoenix oder Arte), um die Reichweite des Programms zu erweitern. Friedensfonds für Projekte von Bürgerinnen und Bürger Die Erinnerungs- und Zukunftsarbeit zum (Westfälisc hen) Frieden liegt in unserer Stadt selbstverständlich ganz maßgeblich in den Händen de r engagierten Zivilgesellschaft und zahlreicher freier Gruppen, Institutionen und Verei nigungen. Allen Akteuren soll die Möglichkeit gegeben werden zu zeigen, welchen Beitr ag sie zur Gestaltung einer friedlichen Gesellschaft auch in Zukunft leisten können und wollen. Die Aktivierung der Zivilgesellschaft und die Ermöglichung der Umsetzung eigener Ideen un d Projekte gehört zur Münster-DNA, wie der Westfälische Frieden selber. Es ist daher geplant, über das Budget des Friedensbüros hinaus, einen nennenswerten Betrag (angestrebt sind 100.000 Euro) durch die Einwerbung von Drittmitteln zu generieren und es nach dem Beis piel von „Gutes Morgen Münster“ durch eine Jury an zivilgesellschaftliche Akteure und Kulturprojekte zu vergeben. An Münsters Friedensdenkmal erinnern Zum 250jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens lobte der Verband deutscher Geschichts- und Altertumsvereine 1898 bei seiner Ja hresversammlung in Münster einen Gestaltungswettbewerb aus, der zum Ziel hatte, auf dem Hügel am Kanonengraben ein Friedensdenkmal zu errichten. Der Münsteraner Bildh auer Wilhelm Bolte gewann den Preis und so konnte es am 1. Juli 1905 eingeweiht werden. Das Denkmal war eine Besonderheit seiner Zeit, denn nirgendwo anders wurde im Kaiserr eich ein Friedensdenkmal errichtet. Bereits 1942 wurde das Bronzedenkmal im Zuge der „M etallspenden“ für die Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg wieder eing eschmolzen. Anders als einige Kriegerdenkmäler, die ebenfalls der Kriegsführung z um Opfer fielen, wurde das Friedensdenkmal nach 1945 nicht wiederaufgebaut. Es wird geprüft, wie ein Gedenkort an der Promenade geschaffen werden kann, der zur Reflexion über den wechselhaften Umgang mit 5 Denkmalen im Allgemeinen und mit dem historischen F riedensdenkmal Münsters im Speziellen anregt. Begleitet wird dieser Prozess durch eine internatio nale wissenschaftliche Tagung über Denkmäler im öffentlichen Raum im 21. Jahrhundert, die vom Arbeitskreis „1648 – Dialoge zum Frieden (Allianz für Wissenschaft) ausgerichtet wird (s. o). Siehe hierzu auch V/0809/2021 des Stadtarchivs. Theater Münster „Krieg und Frieden“ Das Theater Münster stellt die Spielzeit 2023/24 in sgesamt unter das Motto „Krieg und Frieden“ (Arbeitstitel); bereits am Ende der Spielzeit 2022/23 führen erste Projekte ins Thema ein. Dies könnten sein: Eine Musiktheateruraufführung „Klagen über den Frieden“ (Arbeitstitel) mit historischen und zeitgenössischen Texten, Petit ionen und Klageschriften; ein spartenübergreifendes Friedens-Triptychon, das den Blick auf politische Dimensionen der Krieg-Frieden-Thematik in Geschichte und Gegenwart lenkt. Während der erste Teil im Theater Münster stattfindet und der zweite Teil den Weg zwischen Münster und Osnabrück in Szene setzt, wird der dritte Teil eine Inszenierung im Theater Osnabrück sein. Nach Möglichkeit werden zusätzlich die Rathäuser beider Städte phasenweise bespielt und durch eine App vernetzt sowie zugänglich gemacht. Unter der Leitung der Tanzsparte stellt ein partizipatives, interdisziplinäres Projekt „Peace of my heart“ (Arbeitstitel), das choreographische Expe rtise mit Methoden aus dem Konfliktmanagement verbindet, den versöhnenden Brüc kenschlag zwischen Kunst, Wissenschaft und Praxis auf der Großen Bühne des Theater Münster her. Insgesamt werden rund um den Spielplan umfassende Vermittlungsprojekte mit besonderem Augenmerk auf Diversität und Inklusion, zusammen mi t Partner-Institutionen in Münster entstehen. Eine zentrale Rolle spielt der Einsatz d igitaler Medien (Stichwort „Friedensbote Internet") u.a. für internationale Vernetzung und u mfassend barrierefreie Teilhabemöglichkeiten. 2. Weitere Projekte von und mit Partnern: Stadtmuseum Ausstellung „Das Nachleben des Westfälischen Friedens“ Eine Sonderausstellung zur Rezeption des Westfälisc hen Friedens in der Schausammlung des Stadtmuseums In der geplanten Präsentation im Stadtmuseum in den Kabinetten 21 und 22 der Schausammlung werden die wichtigsten Aspekte der Re zeptionsgeschichte für die Stadt Münster in der Zeit um 1900 aufgegriffen. Im Mittel punkt sollen vor allem das großformatige Gemälde zu den Friedensverhandlungen von Fritz Grot emeyer sowie das münsterische Friedensdenkmal – das seinerzeit einzige in ganz Eu ropa – stehen, die beide um 1900 entstanden. Das Gemälde, das Grotemeyer im Auftrag der Stadt für das Rathaus anfertigte, soll durch eine lichttechnische Inszenierung mit Co mputerbildschirm und sich bewegenden Scheinwerfern inhaltlich und didaktisch besonders e rfahrbar gemacht werden. Das im Jahr 6 1903 eingeweihte Friedensdenkmal wurde im Zweiten W eltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Anhand alter Fotografien wird das Denkmal rekonstruiert und in Form einer Installation zu sehen sein. Theater im Pumpenhaus Programm mit ausgewählten zeitgenössischen Elementen für den öffentlichen Raum: Internationales Open Air Highlight Uraufführung: Eine „Friedensreiter“ Großproduktion mit der international führenden Objekttheater Gruppen: Hand spring Puppet Company Südafrika, Snuff Puppet Australien, Steffi Oberhof Deutschland und Theater Titanic. Als 12 Stündige Parade können damit mehrere tausend Zuschauer erreicht werden. Theater Indoor: Lamenti, kuratiert von dem stilbildenden Theaterregisseur Europas und Leiter des in Athen beheimateten Attis-Theaters, Theodorous Terzopoulos. Terzopoulos arbeitet an dem Motiv der klagenden Mütter in den griechischen Tragödien. Avisiert ist eine internationale Koproduktion mit Partnertheatern aus drei europäisc hen Ländern, der Türkei und Russland. Ergänzt werden soll dieses Programm durch herausrag ende Solistinnen, der involvierten Partnertheater. Wolfgang Borchert Theater Welche Bedeutung hat die erste europäische Verfassung, der Westfälische Friedensschluss, heute, 375 Jahre später für den politischen Dialog? Was den Kongress 1641 - 48 auszeichnete, war nicht nur die Gleichberechtigung der späteren Vertragsunterzeichner, sondern auch die Bildung einer Kompromissbereitscha ft im offenen Dialog. Heute ist der europäische Staatenbund entzweit, der politische Di alog aufgrund von Polarisierungen auf vielen Seiten erschwert, nicht zuletzt durch die Veränderung der Kommunikation aufgrund der digitalen Transformation unserer Gesellschaft. Der demokratischen Gesellschaft droht die Spaltung, Extremisten wird der Nährboden bereitet. Das Wolfgang Borchert Theater wird ein Theaterstück entwickeln, in dem Zuschauer:innen die Möglichkeit haben, damals wie heute relevante T hemen im Sinne einer experimentellen Geschichtsschreibung partizipativ zu erforschen, vo r allem: demokratische Teilhabe und Dialogfähigkeit. Für dieses Projekt ist eine Auftragsarbeit an eine/n Autoren/in vorgesehen. Exzellenzcluster Religion und Politik, WWU Münster Transfer- und Dialogformate Wissenschaft /Gesellschaft Fokus Transfer: In Anknüpfung an die Thematik des P rogramms von Theater (Schwerpunkt „Krieg und Frieden“ in der Spielzeit 2023/2024) ode r Stadtarchiv (Krieger-Denkmäler, Denkmal-Debatte) veranstaltet der Exzellenzcluster Religion und Politik der WWU wissenschaftliche Transferveranstaltungen und Austauschformate mit der Stadtgesellschaft. Fokus Forschung: Ein im Bereich der Frühen Neuzeit in Kooperation mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) angesiedelter Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit „Städten nach der Krise“. Auf den Zeitraum nach 1648 gerichtet bietet sich hier ein großes Potenzial für die Anknüpfung an das Jubiläum. 7 Angestrebt werden: eine international besetzte Tagung „Gesellschaften nach dem Krieg“ in Kooperation mit dem IStG und dem Stadtarchiv und ein Podiumsgespräch „Mit dem Frieden leben lernen“ . Die Veranstaltung der WWU Münster/Exzellenzcluster Religion und Politik wird mit Mitteln der Allianz für Wissenschaft unterstützt. Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe, FH Münster Internationale Gründungs-Konferenz der Academy for Humanitarian Action (aha) Die academy for humanitarian action (aha) ist eine Einrichtung zur Weiterbildung im humanitären Bereich. Sie arbeitet an der Schnittstelle von humanitärer Praxis und Forschung und bündelt das Fachwissen aus über 25 Jahren Arbei t im humanitären Kontext. Getragen wird die Akademie von drei Partnern: Institut für F riedenssicherungsrecht und humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum, dem Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe (KHH) der Fachhochschule Münster und Aktion Deutsch land Hilft (ADH). Die feierliche Unterzeichnung zur Gründung der aha fand im Jahr 20 20 im Friedenssaal in Münster statt. Die eigentlich zu diesem Anlass geplante Gründungsk onferenz musste Corona bedingt verschoben werden und soll nun 2023 mit prominenten internationalen Experten der humanitären Konflikt- und Katastrophenhilfe stattfinden. Die Veranstaltung der FH Münster, Ruhr-Universität Bochum und Aktion Deutschland Hilft (ADH) wird mit Mitteln der Allianz für Wissenschaft unterstützt. Friedenswanderweg X1648 und Radweg Friedensroute Zusammen mit den Städten Lengerich und Osnabrück sowie dem Münsterland e.V. und evtl. dem ADFC wird ein Angebot für organisierte und nicht organisierte Friedenswandertouren und Friedensfahrradtouren zusammengestellt. Erste Gespräche mit dem Münsterland e.V. haben bere its stattgefunden und gemeinsam sollen im Jubiläumsjahr die beiden Friedensrouten v erstärkt beworben werden und auf das besondere Jubiläumsjahr Bezug nehmen. 3. Entwicklung eines Kommunikations- und Partizipationsrahmens zum Jubiläumsjahr Möglichst viele Institutionen wie die Hochschulen, die Schulen, die Theater, die Friedensinitiativen, die freie Kulturszene und viel e mehr, sind eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen im Jubiläumsjahr zu engagieren. Das Angeb ot eines gemeinsamen Kommunikationsrahmens (z. B. Internetplattform, Pro grammflyer, Logo, Pressearbeit, Plakatierung) bietet ihnen eine breite Öffentlichkeit und Wahrnehmung über die Stadtgrenzen hinaus. Die gemeinsame Kommunikation wird die Akteu re und Akteurinnen in Münster noch stärker untereinander verbinden und nach außen ausstrahlen.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Syndikatplatz
- Am Kanonengraben
- Prinzipalmarkt
- Domplatz
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Details
- Aktenzeichen
- V/0821/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.10.2021
- Erstellt
- 29.10.2021 10:18