V/0538/2022
Kommunaler Pflegebedarfsplan 2022-2025
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Anlage A
1680 Zeichen
Anlage A zur V/0538/2022 Kurzüberblick Der kommunale Pflegebedarfsplan 2022-2025 gibt einen Überblick über den Bestand der Pfle- geinfrastruktur in Münster und bewertet den kommenden Bedarf. Für die vollstationäre Dauerpflege wird kein weiterer Bedarf festgestellt. Es werden keine Be- darfsbestätigungen erteilt, die Grundlage für eine Förderung nach dem APG NRW sind. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem kommunalen Pflegebedarfsplan 2022-2025 wird folgendes Ziel aus dem ISM-Prozess verfolgt: Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Das Teilziel lautet: Sicherstellung einer den örtlichen Bedarfen entsprechenden pflegerischen Angebotsstruk- tur Finanzierung Produktgruppe: 0503 Sicherung besonderer sozialer Bedarfe Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig § 7 Abs. 6 APG NRW; § 11 Abs. 7 APG NRW Beschluss des Rates vom 11.02.2015, Vorlage V/0006/2015 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Sicherstellung der pflegerischen Infrastruktur steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung der Gesellschaft.
Kommunaler Pflegebedarfsplan 2022-2025
194625 Zeichen
Kommunale Pflegeplanung
Sozialamt
Kommunaler
Pflegebedarfsplan
2022 - 2025
Publication name: Broschüre DIN A4 hoch - KOPIE generated:
2022-09-01T14:27:46+02:00
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster, Sozialamt
September 2022
Redaktion: Karin Stritzke, Kommunale Pflegeplanung
Kontakt: StritzkeK@stadt-muenster.de
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 3
Inhalt
1 Grundlagen und Ziele der Pflegebedarfsplanung ............................................................... 4
2 Demographische Entwicklung in Münster ........................................................................... 6
3 Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung ............................................... 9
4 Pflegende An- und Zugehörige ........................................................................................... 18
5 Pflegeinfrastruktur in Münster ........................................................................................... 21
Einrichtungen und Dienste in Münster .............................................................................. 22
5.1.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen ...................................................................... 22
5.1.2 Kurzzeitpflege ......................................................................................................... 27
5.1.3 Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften............................................... 33
5.1.4 Tagespflege ............................................................................................................. 38
5.1.5 Ambulante Pflege ................................................................................................... 42
5.1.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen) .................................................................. 44
5.1.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI .................................. 48
Die Vielfalt der pflegebedürftigen Menschen ................................................................... 52
5.2.1 Junge Pflegebedürftige .......................................................................................... 53
5.2.2 Ältere Menschen mit Behinderung ....................................................................... 54
5.2.3 Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf ........................................ 55
6 Pflege(fach)kräfte in Münster ............................................................................................ 56
7 Bedarfsfeststellung für die vollstationäre Dauerpflege 2022 -2025 ................................ 60
Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Pflegebedarfsplanung ........ 60
Auslastung der Angebote mit umfassender Pflege in Münster ....................................... 62
Prognose der zukünftigen Inanspruchnahme von Pflegeleistungen ............................... 64
Bewertung ........................................................................................................................... 67
8 Ausblick ................................................................................................................................ 68
Anhang: Sozialräumliche Darstellung der Angebote .................................................................. 71
1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Mitte ........................................................... 73
2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -West ........................................................... 80
3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Nord............................................................ 85
4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Ost .............................................................. 88
5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Südost ......................................................... 91
6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Hiltrup ........................................................ 95
4 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
1 Grundlagen und Ziele der Pflegebedarfsplanung
Die kommunale Pflegebedarfsplanung ist verankert im § 7 des Alten- und Pflegegesetzes NRW
(APG NRW). Sie umfasst eine Bestandsaufnahme, die Feststellung ob quantitativ und qualita-
tiv ein ausreichendes Angebot besteht und welche Maßnahmen zur Herstellung, Sicherung
und Weiterentwicklung von Maßnahmen notwend ig sind. Der Absatz 6 des Paragraphen zur
verbindlichen Bedarfsplanung im stationären und/oder teilstationären Bereich gibt den Kom-
munen zusätzlich dazu eine Steuerungsmöglichkeit mit dem Instrument der Bedarfsbestäti-
gung. Hat sich die Kommune für diese Möglichkeit entschieden, ist eine solche Bedarfsbestä-
tigung Voraussetzung für die Landesförderung der betreffenden Einrichtungen bzw. zusätzlich
geschaffener Plätze. Mit diesem Zusatzinstrument können Kommunen in die Gestaltung der
lokalen Pflegeinfrastruktur regulierend eingreifen, was die weiteren Möglichkeiten wie die In-
formation und Beratung von Trägern wesentlich ergänz t. Die Gestaltungsrolle der Stadt , ge-
meinsam mit anderen Akteuren - vor allem mit der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege -
wird dadurch gestärkt.
Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2015 die Einführung der verbindlichen Bedarfsplanung
für die vollstationäre Dauerpflege nach dem APG NRW beschlossen. Die Kurzzeitpflege sowie
die Tagespflege sind hiervon explizit ausgenommen und Teil der allgemeinen Pflegeplanung.
Über Investitionsvorhaben für diese Bereiche berät die Konferenz Alter und Pflege und trifft
eine entsprechende Einschätzung zum Bedarf. Hierfür bietet der vorliegende Bericht eine
Grundlage, indem er einen Überblick über die bestehenden Angebote der pflegerischen Ver-
sorgung insgesamt sowie deren Entwicklung und Inanspruchnahme gibt.
Im Rahmen der Quartiersentwicklung sollen mittel - bis langfristig in allen Teilgebieten Müns-
ters Bedingungen geschaffen werden, die die Anforderungen an altengerechte Quartiere er-
füllen. Ziel ist die Abkehr von einem weiteren Ausb au von großen (Spezial -)Einrichtungen,
stattdessen die Hinwendung zu individuellen Unterstützungsmodulen für das Leben zu Hause
sowie zu quartiersbezogenen Wohn - und Pflegeangeboten, wozu auch die sog enannten
neuen Wohnformen zählen. Die für ein lebenslang es Wohnen im Quartier relevante Infra-
struktur soll in Zusammenarbeit der Träger und Anbieter von Dienstleistungen, der bürger-
schaftlichen Akteure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Mit der verbindlichen Bedarfs-
planung für stationäre Pflegeplätze werden daher wichtige Rahmenbedingungen geschaffen,
die die Entwicklung auch der pflegerischen Infrastruktur im Rahmen von Quartiersentwicklung
begünstigen.
Leitbild ist eine vielseitige, bedarfs - wie nachfragegerechte Angebotslandschaft, die den ver-
schiedenen Präferenzen Pflegebedürftiger Rechnung trägt, gegenüber geänderten Bedarfen,
Struktur- und Qualitätsanforderungen anpassungsfähig ist und deren Angebote finanzierbar
sind. Durch die Verzahnung des Pflegebedarfsplans mit dem Masterplan altengerechte, inklu-
sive Quartiere für Münster soll die Pflegeplanung kleinräumigere Betrachtungen einbeziehen
und die Pflege mit allen Sektoren in die altengerechte Quartiersentwicklung eingebunden
werden.
Der Pflegebedarfsplan gibt einen Überblick über die Situation von pfl egebedürftigen Men-
schen in Münster und das Angebot von pflegerischen Leistungen. Die Kapitel 2 und 3 stellen
den demographischen Wandel in Münster sowie die Statistik zur bisherigen Inanspruchnahme
von Leistungen der Pflegeversicherung dar. In Kapitel 4 geht es um pflegende An - und Zuge-
hörige, bevor in Kapital 5 die aktuellen professionellen Angebote dargestellt sowie der Bedarf
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 5
und die Möglichkeit des Ausbaus betrachtet werden. Auch wenn zur besseren Übersicht die
einzelnen Angebotsformen se parat betrachtet werden, sind diese miteinander verzahnt. Die
Angebotsformen können zum Teil nebeneinander in Anspruch genommen werden , um eine
bestmögliche Betreuung und pflegerische Versorgung zu organisieren. Gleichzeitig gibt es
auch Schnittstellen, Wechselwirkungen und Synergien. Bei Veränderungen in einem Bereich,
hat dies immer auch Auswirkungen auf die anderen Bereiche, z.B. bei Personalveränderungen
oder bei hohen Auslastungen.
Der Personalmangel im Bereich Pflege wird in den kommenden Jahren alle Kommunen weiter
beschäftigen und Auswirkungen auf die Entwicklung der Pflegeinfrastruk tur haben. Das Kapi-
tel 6 geht auf die Situation der Pflege(fach)kräfte und die Ausbildungssituation in Münster ein.
Das Kapitel 7 bietet eine überprüfbare Entscheidungsgr undlage für die verbindliche Bedarfs-
planung der vollstationären Dauerpflegeplätze. Inhaltliche Maßgaben für die zu verwendende
Methodik oder die zu nutzenden Instrumente gibt das Alten - und Pflegegesetz nicht vor. Auf
der Grundlage der vorliegenden statistischen Daten können lediglich Orientierungswerte zur
weiteren Entwicklung abgeleitet werden, die allerdings, je nach den zugrundeliegenden An-
nahmen, erhebliche Bandbreiten aufzeigen. Es ist demnach erforderlich, die tatsächliche Ent-
wicklung regelmäßig zu beobachten und mit den Prognosen abzugleichen. Gemäß den recht-
lichen Vorgaben ist jeweils ein prospektiver Planungszeitraum von drei Jahren ab der Be-
schlussfassung in den Blick zu nehmen. Dies ist durch die jährliche Fortschreibung des Pflege-
bedarfsplans gegeben.
Der Ausblick (Kapitel 8) fasst wesentliche Ergebnisse zusammen und gibt einen kurzen Über-
blick über aktuelle Entwicklungen. Im Anhang erfolgt eine sozialräumliche Darstellung der An-
gebote in Münster mit Informatione n zur Bevölkerungsstruktur und -entwicklung.
Aktuelle Bedarfseinschätzungen und konkrete Projekte/Entwicklungen werden in dem Pflege-
bedarfsplan durch diesen Rahmen hervorgehoben.
6 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
2 Demographische Entwicklung in Münster
Hohes Alter und Pflegebedürftigkeit sind nicht gleichzusetzen, d ennoch nimmt das Risiko,
pflegebedürftig zu werden, mit dem Alter deutlich zu. Vor diesem Hintergrund spielt die Ent-
wicklung der älteren und hochaltrigen Bevölkerung im Rahmen der Pflegebedarfsplanung eine
wichtige Rolle.
Münsters Bevölkerungszahl ist in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. Die städtische
Statistik weist zum Stichtag 31.12.202 1 exakt 314.332 Einwohnerinnen und Einwohner aus.
Das sind 1.363 mehr als ein Jahr zuvor. Die Bevölkerung wächst weiter.
Die Anzahl der älteren Menschen und ihr Anteil an der Bevölkerung hat sich dabei in den ver-
gangenen Jahren kontinuierlich erhöht . Betrachtet man die zahlenmäßige Entwicklung, lässt
sich dabei jedoch ein Unterschied zwischen den Altersgruppen zu beobachten ist. Die nach-
folgende Grafik zeigt, dass sich die sowohl die Zahl der 60- bis 69-Jährigen als auch der Gruppe
der Menschen ab 80 Jahren deutlich vergrößert hat, während die Zahl der 70 - bis 79-Jährigen
zurückgegangen ist.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
19.410 Menschen der Generation 80 plus lebten am Jahresende 202 1 in Münster. In den ver-
gangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Hochbetagten damit um 33 Prozent gestiegen. In den
45 Stadtteilen Münsters variiert der Bevölkerungsanteil im Alter von 80 und mehr Jah ren zwi-
schen 2 Prozent im Bahnhofsviertel und 13, 7 Prozent im Stadtteil Buddenturm. Aber auch in
Hiltrup-Mitte und Herz-Jesu ist jeder Zehnte 80 Jahre oder älter.
Gesamtstädtisch macht die Generation 80 plus 6 ,2 Prozent der Bevölkerung aus. Knapp zwei
Drittel dieser Alter sgruppe sind weiblich (63, 14 Prozent), gut ein Drittel ist männlich (36, 85
Prozent).
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster
ab 60 Jahren
60 bis 69 70 bis 79 80 bis 89 90 und mehr
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 7
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
2,5 Prozent der münsterschen Bevölkerung im Alter von 80 und mehr Jahren sind Ausländer ,
über eine Migrationsvorgeschichte verfügen knapp 20 Prozent (Stand 31.12.2021) .
Die Bevölkerungsgruppe mit Migrationsvorgeschichte ist nach wie vor jünger als der Bevölke-
rungsdurchschnitt. Gleichwohl steigt auch hier die Zahl älterer Menschen und damit die Wahr-
scheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, kontinuierlich an. Auch in dieser Gruppe sind inzwi-
schen 5 Prozent der Menschen 80 Jahre und älter.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
0-19 Jahre
17,4 %
20-39 Jahre
33,9 %40-59 Jahre
24,8 %
60-79 Jahre
17,7 %
80 und mehr Jahre
6,2 %
Wohnberechtigte Bevölkerung am 31.12.2021 in Münster
nach Altergruppen
0-19 Jahre
27%
20-39 Jahre
30%
40-59 Jahre
25%
60-79 Jahre
13%
80 und mehr Jahre
5%
Wohnberechtigte Bevölkerung am 31.12.2021
mit Migrationsvorgeschichte nach Altersgruppen
8 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Das Verhältnis der Altersgruppen zueinander ist im Rahmen der Pflegeplanung ein wichtiger
Indikator, da dieses einen maßgeblichen Einfluss auf die Versorgungsmöglichkeiten hat.
Münster ist nach wie vor eine vergleichsweise junge Stadt . Dies hängt natürlich insbesondere
auch mit der hohen Zahl der Studierenden zusammen. Der sogenannte Altenquotient, der die
Anzahl der über 65-Jährigen ins Verhältnis zur erwerbstätigen Bevölkerung (20-65 Jahre) setzt,
liegt deutlich unter dem Landesschnitt in NRW . Der Altenquotient beträgt in Münster laut
IT.NRW im Jahr 2020 23,1; dies bedeutet, dass auf 100 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren
in Münster rechnerisch 23 Personen im Alter ab 66 Jahren entfallen. Der Altenquotienten in
NRW liegt mit 30,5 deutlich höher.
Wie in der nachfolgenden Abbildung zu sehen ist, wird di e Gruppe der Seniorinnen und Seni-
oren in Münster in den kommenden Jahren weiter deutlich anwachsen. Bei Berücksichtigung
der Gruppe der 65 bis 80 -Jährigen insgesamt, gibt es ein Wachstum von 33,6 Prozent. Eine
Ausnahme bildet die Gruppe der 80 bis 89 -Jährigen, die etwas zurückgehen wird. Die Anzahl
der Hochbetagten Menschen ab 90 Jahre steigt jedoch wieder stark an.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Eine weitere wichtige Kennzahl ist der Anteil der Single -Haushalte. Zwar lässt d ie Tatsache,
dass eine Person im Alter allein lebt, an sich noch keinen Rückschluss darauf zu, ob soziale
Unterstützungsnetzwerke vorhanden sind. Gleichwohl kann dies aber ein Hinweis auf einen
steigenden Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen und formeller Pflege sein.
Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte ist in den letzten Jahren landesweit deutlich angestie-
gen. Nach der städtischen Auswertung liegt dieser insgesamt bei 53,85 Prozent. Der Anteil der
Senioren-Single-Haushalte (Personen ab 75 Jahre) liegt bei 11 ,08 Prozent ( Stadt Münster,
SMS, Bevölkerungsindikatoren – Haushalte, 2020). Dabei reicht der Anteil von 3,26 Prozent im
Stadtteil Bahnhof bis zu 27,02 Prozent in Handorf. In den Senioren-Single-Haushalten in Müns-
ter leben mit 75,6 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer.
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
45 000
60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030
2020
2025
2030
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 9
3 Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung
Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein -Westfalen, IT.NRW, erstellt alle zwei
Jahre eine Statist ik der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversi-
cherung. Im Februar 2021 erfolgte die Veröffentlichung der neuesten Zahlen auf Basis der Da-
tenerhebung zum 15. bzw. 31.12.201 9.
Für den aktuellen Pflegebedarfsplan liegen keine neuen Zahlen vor. Neue Erkenntnisse im Ver-
gleich zum Pflegebedarfsplan 2021 -2024 gibt es bei der Begründung der hohen stationären
Versorgungsquote (siehe Ende des Kapitels).
In Münster erhielten Ende Dezember 2019 insgesamt 10.653 Menschen Leistungen der Pfle-
geversicherung. Aus der nachfolgenden Abbildung ist zu erkennen, dass die Inanspruchnahme
von Leistungen der Pflegeversicherung in Münster in den vergangenen Jahren insgesamt deut-
lich gestiegen ist. Dabei ist die Steigerung fast ausschließlich auf den ambulanten Bereich zu-
rückzuführen. Insbesondere die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Pflegegeld hat
sich in Münster deutlich erhöht.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
(Personen mit Pflegegrad 1 und anderen Leistungen wurden bei der Grafik nicht mit einbezogen)
Ursächlich für die deutliche Ausweitung der ambulanten Leistungen sind im Wesentlichen die
Effekte des dritten Pflegestärkungsgesetztes, das im Jahr 2017 in Kraft getreten ist. Die damit
verbundene Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs führte insbesondere zu einer
Verbesserung des Leistungsanspruches für Menschen mit Demenz.
2.280 2.365 2.553 2.640 2.649
1.686 1.941 1.844
2.400 2.784
2.154
2.322 2.536
3.426
4.518
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
10.000
11.000
2011 2013 2015 2017 2019
Entwicklung der Zahl der Leistungsempfänger/-innen nach Leistungsart
2011 - 2019
stationäre Pflege ambulante Pflege Pflegegeld
10 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Der Anteil der pflegebedürftigen Menschen insgesamt liegt in Münster deutlich unter dem
landesweiten Durchschnitt. Während in NRW 5,38 Prozent der Bevölkerung Pflegeleistungen
erhalten, sind dies in Münster lediglich 3,38 Prozent. Dies hängt sicherlich insbesondere mit
der vergleichsweise jungen Bevölkerung zusammen. Gleichzeitig lässt sich aber auch feststel-
len, dass sich die Altersverteilung der Leistungsempfängerinnen und -empfänger in Münster
etwas anders darstellt als in NRW insgesamt. Der Anteil der Menschen unter 80 Jahren an
allen pflegebedürftigen Personen ist niedriger, der Anteil über 8 0 Jahren höher. Hieraus lässt
sich schlussfolgern, dass die Münsteraner statistisch länger gesund bleiben und später pflege-
bedürftig werden.
Nahezu 60 Prozent der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger sind älter als 80
Jahre. Betrachtet man die Empfängerinnen und Empfänger von Pflegeversicherungsleistungen
nach Altersstufen (siehe nachfolgende Abbildung), so zeigt sich, dass die absolute Zahl der
Menschen mit Pflegebedarf zwischen 80 und 90 Jahren am größten ist.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
Die Zahl der Pflegebedürftigen unter 65 Jahre wirkt auf den ersten Blick sehr hoch. Gemessen
am Anteil an der Bevölkerung, ist der Anteil pflegebedürftiger Menschen in diesem Alter mit
0,7 Prozent jedoch am niedrigsten. Die folgende Abbildung zeigt, dass das Risiko, pflegebe-
dürftig zu werden, mit zunehmendem Alter stark ansteigt.
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
1.600
1.800
2.000
2.200
2.400
unter 65
Jahre
65 - 69
Jahre
70 - 74
Jahre
75 - 79
Jahre
80 - 84
Jahre
85 - 89
Jahre
90 - 94
Jahre
95 Jahre
und älter
Leistungsempfänger/-innen nach Alter
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 11
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019;
Bevölkerungsdaten der Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Bis zum 79. Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit , pflegebedürftig zu werden, mit 8,6 Prozent
noch eher gering. In der Altersgruppe 80 -89 Jahre sind dann bereits ein Viertel der Menschen
betroffen. Bei de n 90 -Jährigen und älter erhöht sich die Wahrsche inlichkeit sprunghaft auf
67,2 Prozent.
Die meisten Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversicherung wa-
ren, wie der nachfolgenden Grafik zu entnehmen ist, dem Pflegegrad 2 zugeordnet.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
75 Prozent der pflegebedürftigen Menschen wurden im häuslichen Bereich versorgt, davon
4.518 Personen ausschließlich durch Angehörige und 2.784 Personen d urch bzw. in Zusam-
0,7% 2,6%
8,6%
27,8%
67,2%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
unter 60 Jahre 60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und
älter
Pflegequote nach Alter
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5 noch keine
Zuordnung
Leistungsempfänger/-innen nach Pflegegraden
12 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
menarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst (siehe nachfolgende Grafik). Die Pflege-Wohn-
gemeinschaften sind ambulante Angebote, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner dieser
Wohnformen im Bereich der ambulanten Pflege erfasst werden.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
* Personen mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege plus Personen mit Pflegegrad 1 und ausschließlich landes-
rechtlichen bzw. ohne Leistungen
Die Nutzerinnen und Nutzer von Tagespflegeleistungen werden in der Grafik nicht dargestellt,
da diese in der Regel auch Pflegegeld oder ambulante Pflege erhalten, sodass es hier zu Dopp-
lungen käme. Insgesamt 408 Personen haben Tagespflegeleistungen in Anspruch geno mmen.
Bei der Differenzierung der Leistungsarten nach Alter in der nachfolgenden Abbildung wird
deutlich, dass sich der Anteil der stationären Versorgung mit steigendem Alter stark erhöht.
Hier ist davon auszugehen, dass Angehörige selbst aufgrund des eigenen Alters oft die Versor-
gung nicht mehr leisten können oder die Partner bereits verstorben sind. Gleichzeitig steigt
der Grad der Pflegebedürftigkeit. Nichtsdestoweniger wird auch in der Gruppe der Menschen
über 95 Jahre noch immer gut die Hälfte der Menschen im häuslichen Umfeld versorgt.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
4.518
2.784
2.649
705
Leistungsempfänger/-innen nach Leistungsarten
mit Pflegegeld
in ambulanter Pflege
in vollstationärer Pflege
mit Pflegegrad 1 und
anderen Leistungen*
0
200
400
600
800
1000
1200
0 - 64 65 - 69 70 - 74 75 - 79 80 - 84 85 - 89 90 - 94 95 Jahre
und älter
Leistungsarten nach Altersstufen
Pflegegeld ambulante Pflege vollstationäre Pflege
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 13
Betrachtet man die Inanspruchnahme vollstationärer Pflegeleistungen genauer (siehe nach-
folgende Abbildung), so zeigt sich, dass die stationäre Pflege eindeutig weiblich geprägt ist: 71
Prozent der Menschen, die in Einrichtungen leben, sind Frauen. Außerdem sind die meisten
Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen hochaltrig. 43 Prozent der Bewohnerinnen
und Bewohner sind zwischen 80 und 89 Jahre alt, 30 Prozent der Bewohnerinnen und Bewoh-
ner sind über 90 Jahre alt. Die Struktur der Bewohnerinnen und Bewohner, welche Auswir-
kungen auf das Zusammenleben und das Angebot in den stationären Einrichtungen hat, h at
sich in den letzten Jahren verändert. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden im Durch-
schnitt immer älter. Im Vergleich der Altersstruktur von 2011 bis 2019 ergibt sich bei den über
90-Jährigen eine Steigerung um 29 Prozent.
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
*Personen mit der Geschlechtsangabe „divers“ oder „ohne Angabe“ (Geschlecht nach § 22 Abs. 3 PStG) sind
zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Wenn man davon ausgeht, dass pflegebedürftige Personen heute länger ambulant zu Hause
gepflegt werden und erst sehr spät in eine stationäre Einrichtung umziehen, so müsste sich
dies am Pflege- und Unterstützungsbedarf der Bewohnerinnen und Bewohner messen lassen.
Aufgrund der Umstellung von früher drei Pflegestufen auf zwischenzeitlich fünf Pflege grade,
lässt sich die Entwicklung allerdings nur für die letzten beiden Erhebungszeiträume verglei-
chen. Hier zeigt sich eine leichte Abnahme der Anzahl von Personen mit Pflegegrad 2 und eine
Steigerung bei den Personen mit Pflegegrad 3. In den übrigen Pflegegraden zeigen sich kaum
Änderungen. Diese Entwicklung bleibt weiter zu beobachten.
0
200
400
600
800
1000
unter 60 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Pflegebedürftige in vollstationärer Dauerpflege
nach Alter und Geschlecht*
Männlich Weiblich
14 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
Die nachfolgende Tabelle zeigt noch einmal zusammenfassend die Auswertung für das Land
NRW, den Regierungsbezirk und die Stadt Münster. Hier zeigt sich, dass die stationäre Versor-
gungsquote in Münster mit 24,87 Prozent deutlich über dem Durchschnitt des Landes und des
Regierungsbezirkes Münster liegt. Umgekehrt verhält es sich beim ausschließlichen Bezug von
Pflegewohngeld. Hier liegt Münster mit einer Quote von 42,41 Prozent nahezu 12 Prozent
unter dem landesweiten Durchschnitt. Im Vergleich zum Land NRW ist die Steigerung beim
Pflegegeld zwischen den Jahren 2017 und 2019 in Münster jedoch überdurchschnittlich hoch
gewesen (Münster: plus 31,87 Prozent, NRW: plus 24,98 Prozent).
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1 2 3 4 5 noch nicht
zugeordnet
Leistungsempfänger/-innen in der vollstationären Dauerpflege nach
Pflegegrad
2017 2019
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 15
Tabelle: Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Nordrhein -Westfalen
(im Dezember 2019)
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegestufe1)
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
insgesamt
davon
in ambulan-
ter Pflege
in voll-
stationärer
Pflege
mit
Pflegegeld
mit Pflege-
grad 1 und
anderen
Leistungen 1
Nordrhein-Westfalen
Pflegegrad 1 65 578 18 213 587 - 48 778
Pflegegrad 2 430 738 105 236 29 848 295 654 -
Pflegegrad 3 278 551 65 828 57 608 155 115 -
Pflegegrad 4 129 882 25 808 51 589 52 485 -
Pflegegrad 5 57 915 10 421 29 173 18 321 -
noch keine Zuordnung 323 – 323 – -
Insgesamt 964 987 225 506 169 128 521 575 48 778
100 % 23,37 % 17,53 % 54,05 % 5,05 %
Reg.-Bez. Münster
Pflegegrad 1 10 332 3 345 114 - 6 873
Pflegegrad 2 61 968 17 448 5 133 39 387 -
Pflegegrad 3 36 579 9 594 8 943 18 042 -
Pflegegrad 4 16 212 3 447 7 041 5 721 -
Pflegegrad 5 7 029 1 359 3 588 2 079 -
noch keine Zuordnung 54 – 54 – -
Insgesamt 132 171 35 199 24 873 65 229 6 873
100 % 26,63 % 18,82 % 49,35 % 5,20 %
Münster, Stadt
Pflegegrad 1 1 023 288 30 - 705
Pflegegrad 2 4 680 1 401 621 2 658 -
Pflegegrad 3 2 949 705 939 1 305 -
Pflegegrad 4 1 410 282 720 408 -
Pflegegrad 5 579 105 324 150 -
noch keine Zuordnung 12 – 12 – -
Insgesamt 10 653 2 784 2 649 4 518 705
100 % 26,13 % 24,87 % 42,41 % 6,62 %
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
1) Personen mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege plus Personen mit Pflegegrad 1 und ausschließlich lan-
desrechtlichen bzw. ohne Leistungen
Ende 2019 lebten 2.649 pflegebedürftige Menschen - und damit etwa genauso viele Personen
wie im Jahr 2017 - in einer vollstationären Pflegeeinrichtung. Ihr Anteil an allen Pflegeleis-
tungsempfängerinnen und -empfängern ist allerdings deutlich gesunken. Dies ist allein auf die
massive Steigerung der Zahl der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger im ambu-
lanten Bereich zurückzuführen. In NRW insgesamt gibt es in der Tendenz die gleiche Entwick-
lung; die stationäre Versorgung ist von 22,1 Prozent auf 17,53 Prozent gesunken. Die statio-
näre Versorgungsquote liegt in Münster jedoch weiterhin , wie oben bereits erwähnt, deutlich
über dem landesweiten Durchschnitt.
16 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Im Vergleich zu ähnlich großen Städten stellt sich die stationäre Versorgungsquote in Münster
wie folgt dar:
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
Im April 2021 wurde durch die Kommunalen Konferenz Alter und Pflege eine Arbeit sgruppe
gegründet, die sich insbesondere mit der Berechnung des Bedarfs an stationären Dauerpfle-
geplätzen beschäftigt hat (s. Kapitel 7.1). Nach der Diskussion verschiedener Thesen zur Be-
gründung der im Vergleich zu anderen Städten hohe n stationäre Versorgungsquote in Müns-
ter hat die Arbeitsgruppe angeregt, die konkreten Aufnahmeanlässe in stationären Pflegeein-
richtungen für einen Zeitraum von 6 Monaten abzufragen .
Die Erhebung wurde vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022 durchgeführt. 26 Einrichtungen be-
teiligten sich. Vier Einrichtungen wurde aufgrund ihrer Spezialisierung auf die Zielgruppe der
Pflegebedürftigen mit Behinderung von der Abfrage ausgenommen, da sich die Aufnahme-
gründe sehr unterscheiden. Von den beteiligten Einrichtungen mit insgesamt 2 .242 Plätzen
wurden für den Zeitraum von einem halben Jahr insgesamt 514 Aufnahmen dokumentiert. 23
Prozent der Gesamtplätze dieser Einrichtungen wurden somit innerhalb von 6 Monaten neu
vergeben. Im Rahmen der Abfrage sollte jeweils nur d er Hauptgrund für die stationäre Auf-
nahme angegeben werden. Als solcher wurde mit 63 Prozent der hohe Pflegebedarf der neuen
Bewohnerinnen und Bewohner genannt. In diesen Fällen wurde eine ambulante Versorgung
in der eigenen Häuslichkeit, z.B. aufgrund von nächtlichem Pflege-/Betreuungsbedarf, erheb-
lichen kognitiven Einschränkungen oder einem sehr hohen Versorgungsintervall, nicht mehr
als ausreichend erachtet . Mit 23 Prozent wurde das fehlende soziale Umfeld u nd fehlende
Angehörige benannt und mit 8 Prozent der ausdrückliche Wunsch des Pflegebedürftigen , in
einer stationären Einrichtung zu wohnen. Fehlende ambulante Versorgungsmöglichkeiten wa-
ren bei 4 Prozent der wesentliche Aufnahmegrund und von 3 Prozent wurde ein fehlender
angemessener Wohnraum angegeben.
Die Auswertung gibt einen Hinweis darauf , dass die meisten Menschen erst dann in eine sta-
tionäre Einrichtung ziehen, wenn der Pflegebedarf so hoch ist, dass eine häusliche Versorgung
nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann. Eine große Rolle bei der Entscheidung für
eine stationäre Unterbringung spielt auch die Frage, ob An - und Zugehörige vor Ort sind und
24,87%
16,01%
17,92%
19,91%
14,20%
20,77%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Münster Bielefeld Bochum Bonn Mönchengladbach Wuppertal
Stationäre Versorgungsquote im Vergleich
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 17
Unterstützung leisten können. Eine fehlende ambulante Verso rgungsmöglichkeit durch Pfle-
gedienste wurde dagegen im Erhebungszeitraum nur in wenigen Fällen als ausschlaggebende
Grund für eine Aufnahme angegeben.
In einem Workshop der Arbeitsgruppe im März 2022, gemeinsam mit Vertreterinnen und Ver-
tretern der kommunalen Seniorenvertretung und der Kommission zur Förderung der Inklusion
von Menschen mit Behinderung (s. Kapitel 7.1), stellte Prof. Dr. Isfort vom Deutschen Institut
für angewandte Pflegeforschung im Rahmen seiner Analyse der Münsteraner Pflegebedarfs-
planung heraus, dass die Gründe für die hohe stationäre Versorgungsquote insbesondere in
der Bevölkerungsstruktur der Stadt zu suchen seien. Es lebten viele gut qualifizierte Menschen
in Münster, die Abiturientenquote sei hoch und ein hoher Bevölkerungsanteil v erorte sich im
linken und grünen politischen Spektrum. Hier gebe es überwiegend das Verständnis, dass
Pflege eine staatliche Fürsorgeaufgabe sei und keine rein private Sorgeaufgabe. Auch Spiegel,
Klie und Rischard weisen in Ihrer Forschung auf den Zusammen hang zwischen den Wertevor-
stellungen der Bevölkerung und der Inanspruchnahme professioneller Hilfe bei der Pflege hin.
Präferenzen für eine stationäre Versorgung s eien vor allem in Bevölkerungskreisen mit eher
modernen Wertvorstellungen und hohem sozioökomischen Status zu finden. Hier sehen An-
gehörige ihre Aufgabe in der Begleitung und in der Organisation der Versorgung, seltener in
der pflegerischen Unterstützung selbst (Vgl. Spiegel, J., Klie,T. & Rischard, P. (2021). Monito-
ring Pflegepersonalbedarf in Bayern: Langzeitpflege in den Landkr eisen und kreisfreien Städ-
ten; Pflegekulturelle Orientierungen und ihre Bedeutung für Pflegearrangements. Freiburg im
Breisgau, FIFAS e.V. und FIVE e.V.) .
Ein Grund für die höhere stationäre Versorgungsquote könn te auch in der Rolle Münsters als
Oberzentrum für die angrenzenden Landkreise liegen. Durch IT.NRW wurden 2021 erstmalig
Daten zur Leistungsinanspruchnahme nach Postleitzahlen zur Verfügung gestellt, so das Wan-
derungsbewegungen in die stationäre Pflege sic htbar werden. Hieraus ergibt sich, dass 20,4
Prozent der Nutzerinnen und Nutzer einer stationären Pflegeeinrichtung vor Aufnahme nicht
in Münster gewohnt haben und somit zugezogen sind. Es ist anzunehmen, dass dabei in vielen
Fällen verwandtschaftliche Bez üge nach Münster ausschlaggebend sind. Bei einem Vergleich
mit den Nachbarkreisen wird deutlich, dass auch der Anteil der Münsteranerinnen und Müns-
ter, die in eine stationäre Pflege außerhalb von Münster gezogen sind, nicht unerheblich ist.
Im direkten Vergleich sind im Jahr 2019 288 Münsteranerinnen und Münsteraner in stationäre
Einrichtungen der Nachbarkreise gezogen und 213 Personen wurden in die stationäre Pflege
in Münster aufgenommen. Der Saldo ist demnach negativ und kann die höhere stationäre
Versorgungsquote nicht erklären.
18 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
Neben den Münsterlandkreisen spielen aber natürlich auch andere Herkunftsorte eine Rolle.
Insgesamt lebten 20,4 Prozent der P ersonen, vor einer Aufnahme in eine stationäre Einrich-
tung nicht in Münster. Im Vergleich zu den Umlandkreisen ist dieser Wert nicht außergewöhn-
lich. Hier liegt der Anteil bei durchschnittlich 19,2 Pro zent und variiert zwischen 14,4 Prozent
(Kreis Steinfurt) und 24,4 Prozent (Kreis Coesfeld).
4 Pflegende An- und Zugehörige
Ein Großteil der pflegerischen Versorgung und der Betreuung von pflegebedürftigen Personen
wird nicht von Pflegefachkräften, sondern von An - und Zugehörigen geleistet. Sie sind die
zentrale Säule zur Sicherstellung der Pflege und Versorgung von pflege - und hilfsbedürftigen
Menschen. In Münster beziehen mehr als 4.500 Personen ausschließlich Pflegegeld, das heißt,
sie werden im eigenen Haushalt alleine von An - und Zugehörigen versorgt. Dies entspricht
einem Anteil von 42,41 Prozent aller pflegebedürftigen Personen. Rund 1.750 Personen erhal-
ten Pflegegeld als Kombination von Geld - und Sachleistung oder nehmen ergänzend Leistun-
gen der Verhinderungs- bzw. Kurzzeitpflege in Anspruch.
Der nachfolgenden Abbildung kann man entnehmen, dass mehr als die Hälfte der Personen
über 60 Jahre, die ausschließlich von An- und Zugehörigen versorgt wird, den Pflegegrad 2 hat.
Es werden jedoch auch noch schwer pflegebedürftige Personen der Pflegegrade 4 und 5 a us-
schließlich von An- und Zugehörigen versorgt. Ihr Anteil beträgt immerhin noch 12 % der Pfle-
gegeldempfänger/-innen.
0 20 40 60 80 100 120 140
Kreis Borken
Kreis Coesfeld
Kreis Steinfurt
Kreis Warendorf
Stationäre Versorgung - Zu- und Fortzüge ins Umland
Zuzug in Münsteraner Einrichtungen Fortzug in Einrichtungen im Umland
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 19
Quelle: Information und Technik NRW (2021), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2019
Der Sozialverband VdK hat eine große Studie zum Thema „Nächstenpflege: Alleingelassen und
in Bürokratie erstickt“ durch die Hochschule Osnabrück durchführen lassen, die im Mai 2022
veröffentlicht wurde. Hier wurden die Mitglieder des VdK befragt. Die zentralen Ergebnisse
lassen sich wie folgt zusammenfassen: Pflegende Personen sind - mit einem Anteil von 72 Pro-
zent – ganz überwiegend weiblich und mit der pflegebedürftigen Person verwandt. Nächsten-
pflege ist eine Familienangelegenheit und in der Regel ein langfristiger Prozess. 30 Prozent der
Befragten pflegen schon seit mehr als 6 Jahren. Auf dem Land findet deutlich mehr Nächsten-
pflege statt. Ihr Anteil verringert sich, je größer eine Stadt ist. Pflegende entscheiden sich in
der Regel bewusst für die Pflege eines Angehörigen und sehen ei nen positiven Effekt für sich
und die Beziehung zueinander. Die Belastung durch die Pflege von An - und Zugehörigen ist
jedoch gleichzeitig in vielen Fällen hoch. Pflegende haben zum Teil selbst bereits das Renten-
alter erreicht und eigene gesundheitliche Pr obleme, die sich durch die Belastungssituationen
verschärfen. 80 Prozent der befragten pflegenden Personen geben an, dass die Sorge um die
eigene Gesundheit, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie um weitere Familienmitglie-
der sie belastet (VdK Sozia lverband 2022: Nächstenpflege: Alleingelassen und in Bürokratie
erstickt. Zentrale Studienergebnisse und Forderungen des Sozialverbands VdK) .
Zur Unterstützung der Pflege im häuslichen Umfeld sieht die Pflegeversicherung unterschied-
liche Leistungen vor. Ei n wichtiges begleitendes Angebot kann neben der ambulanten Pflege
durch Pflegedienste die Tagespflege darstellen, die eine Betreuung tagsüber ermöglicht und
einen Fahrdienst bereitstellt. Auch Angebote der Verhinderungs - und Kurzzeitpflege sind be-
sonders für Pflegebedürftige, die von An- und Zugehörigen gepflegt werden, notwendig. Dort
kann die pflegerische Versorgung sichergestellt werden, wenn die pflegende Person für einen
begrenzten Zeitraum abwesend ist oder plötzlich ausfällt. Hinzu kommen Angebote zu r Ent-
lastung im Alltag nach § 45a SGB XI oder niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach
§ 45a SGB XI (siehe Kapitel 5.1.7).
Der VdK hat in seiner Studie festgestellt, dass trotz der hohen Belastung nur wenig e dieser
Entlastungsangebote genutzt werden. Die Hälfte der Befragten gibt an, aufgrund der notwen-
digen Zuzahlung bzw. der mit der Inanspruchnahme der professionellen Pflegeleistungen ver-
58%30%
10% 2%
Pflegegeldempfänger/-innen ab 60 Jahren nach Pflegegrad in %
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
20 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
bundenen Kürzung des Pflegegeldes von Angeboten abzusehen. Weitere Faktoren seien feh-
lende Angebote der Tages- und Kurzzeitpflege sowie das Antragsverfahren, welches abschre-
ckend wirke. Erhält eine pflegende Person Beratung zu den Pflegeversicherungsleistungen
und –angeboten, steige die Inanspruchnahme um ein Vielfaches.
Die Pflegeberatung ist schlussfolgend eine extrem w ichtige Komponente bei der Frage, wie
pflegende An- und Zugehörige Entlastung und Unterstützung erfahren können. Die Beratung
und Vermittlung von Unterstützungsleistungen kann wesentlich dazu beitragen, die häusliche
Versorgung zu stabilisieren und aufrechtzuerhalten.
In Münster gibt es etablierte Angebote der Beratung, die gleichwohl nicht allen Betroffenen
bekannt sind. Neben dem Infobüro Pflege im Sozialamt, das zugleich auch Pflegestützpunkt
ist, steht Ratsuchenden der Pflegestützpunkt im Hause der AOK NordWest zur Verfügung. Jede
pflegebedürftige - bzw. auf deren Wunsch auch pflegende – Person hat einen Rechtsanspruch
auf individuelle Pflegeberatung durch die Pflegekassen. Auch die Wohlfahrtsverbände , Ver-
eine und Träger von pflegerischen und unterstützenden Leistungen bieten Beratung an. Wich-
tige Akteure sind hier auch die Krankenhaussozialdienste, die beim Übergang vom Kranken-
haus in die eigene Häuslichkeit oder eine andere Wohn - und Betreuungsform unterstützen.
Die Beratungsangebote gilt es bedarfsger echt weiterzuentwickeln und durch kontinuierliche
Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit bekannter zu machen.
Ein wichtiges Thema für viele pflegende An - und Zugehörige ist die Vereinbarkeit von Pflege
und Beruf. Eine Unterstützung des Arbeitgebers zum Beispi el durch Verständnis, Flexibilität
oder Anpassung der Arbeitszeiten erleichtert die Organisation der Abläufe und Betreuung Zu-
hause. Gleichzeitig wird aber auch eine pflegebewusste Personalpolitik für viele Unternehmen
notwendig, um für die Arbeitnehmenden, besonders in Bereichen mit Fachkräftemangel, at-
traktiv zu bleiben. Das Land NRW setzt hier mit einem Programm zur Aufklärung für Arbeitge-
bende und pflegende Angehörige an ( www.berufundpflege-nrw.de). Das Kuratorium Deut-
scher Altershilfe ist Träger des Ser vicezentrum Pflegevereinbarkeit und koordiniert die Um-
setzung.
Unterstützung erfahren Betroffene auch im Austausch mit anderen Pflegenden bei Gesprächs-
kreisen oder in Selbsthilfegruppen. Die „Pflege Selbsthilfe NRW“, gefördert vom Land NRW
und den Pflegekassen, bieten durch die Kontaktbüros der Pflegeselbsthilfe (KoPs) ein großes
Netzwerk, welches Interessierte über bestehende Angebote informiert, Gruppen berät und
Personen bei einer Neugründung begleiten. Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe in Münster ist
in der Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft Münster e.V.. Es begleitet bestehende Selbst-
hilfegruppen von Pflegenden An - und Zugehörigen und unterstützt bei Neugründun gen wie
beispielsweise in Hiltrup -Ost. Eine Übersicht von Gesprächskreisen befindet sich auf der
Homepage des Infobüro Pflege der Stadt Münster unter „Hilfen im Alltag und Pflege zu
Hause“.
In diesem Jahr hat sich der Arbeitskreis Pflege, Demenz und Selbs thilfe gegründet. Die Koor-
dination und Trägerschaft liegt bei der Alzheimer Gesellschaft Münster e.V. . Es ist ein Unter-
stützungsnetzwerk aus pflegenden Angehörigen, haupt - und ehrenamtlichen Fachkräften aus
den Bereiche Altenhilfe und Pflege sowie der komm unalen Pflegeplanung des Sozialamtes.
Wünsche und Bedarfe von An- und Zugehörigen werden hier gemeinsam diskutiert und Ideen
zur Entlastung und Unterstützung entwickelt. Aktuell wird eine Weiterbildung für pflegende
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 21
Angehörige im Umgang mit Krisen und eine Literatur-Lesung diskutiert, welche die Öffentlich-
keit für das Thema sensibilisieren soll.
Für das selbstständige Leben in der eigenen Häuslichkeit auch im Falle von Hilfs - und Pflege-
bedürftigkeit sind unterstützende soziale Netzwerke von immenser Bedeutu ng. Durch die zu-
nehmende Vereinzelung, die gesteigerte Mobilität und sich ändernde Familienmodelle sinkt
das familiäre Unterstützungspotential. Dies kann durch niedrigschwellige Angebote in den
Quartieren sicherlich nicht aufgefangen werden; gleichwohl wer den diese aber zur Förderung
des Verbleibs in der eigenen Häuslichkeit zunehmend wichtiger. Die Gruppe der pflegenden
An- und Zugehörigen soll verstärkt in den Blick genommen werden, um Möglichkeiten der
Unterstützung und Stärkung zu erkennen und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umzuset-
zen. Niedrigschwellige Kontakt- und Unterstützungsangebote in den Quartieren sollen weiter
ausgebaut werden.
5 Pflegeinfrastruktur in Münster
In Münster gibt es ein ausdifferenziertes Angebot an pflegerischen und pflegeergänz enden
Angeboten. Im Folgenden werden die vorhandenen stationären, teilstationären und ambulan-
ten Angebote sowie deren Entwicklung dargestellt. Die benannten Angebote sind der Daten-
bank PfAD.wtg, dem elektronischen Anzeigeverfahren für Wohn - und Betreuungsa ngebote
nach dem Wohn- und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen, sowie der Datenbank des Infobü-
ros Pflege des Sozialamtes (www.stadt -muenster.de/pflege) entnommen. In der Anlage sind
die Angebote darüber hinaus noch einmal sozialräumlich auf der Ebene der Stadtbezirke dar-
gestellt.
Bei der Entwicklung neuer Unterstützun gsangebote we rden nach Aussagen von Trägern die
hohen Miet- und Grundstückspreise in Münster zunehmend zu einer Hürde für die Schaffung
von Tagespflegeeinrichtungen oder ambulant betreuten Pflege-Wohngemeinschaften. Es
werde insbesondere immer schwieriger, Plätze in Pflege -Wohngemeinschaften im Rahmen
der sozialhilferechtlich angemessenen Kosten der Unterkunft anzubieten. Des Weiteren wirkt
sich gerade im Pflegesektor der Fachkräftemangel immer spürbarer aus. Neue Angebote kön-
nen oftmals nur sukzessive belegt werden, da zuerst die Personalkapazitäten erweitert wer-
den müssen. Ein Ausbau der Strukturen wird immer von der Frage begleitet, ob die erforder-
lichen Fachkräfte für ein Angebot gewonne n werden können.
Im September 2017 startete in Münster das Projekt „Starke Pflege in Münster“ , zu dem sich
Arbeitgeber der Pflegebranche, Pflegeschulen und die Stadt Münster, vertreten durch das So-
zialamt und das Jobcenter, zusammengeschlossen haben. Das ursprüngliche Ziel Vorurteile
über Pflegeberufe abzubauen und zukünftige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anzu-
werben, wurde ergänzt durch das Ziel eine „Model lregion“ zu werden. Gemeinsam wird u.a.
die Umstellung zur generalistischen Ausbildung reflektiert, und es werden Ansätze zur Unter-
stützung der Auszubildenden entwickelt. Im Bereich der Langzeitpflege wird das zukünftige
Personalbemessungsverfahren diskutiert und der Frage nachgegangen, wie sich die einzelnen
Träger darauf vorber eiten können. Mitglieder geben Einblicke in ihre Arbeitsorganisationen
und ermöglichen so einen Austausch der unterschiedlichen Ideen und Ansätze.
22 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Einrichtungen und Dienste in Münster
5.1.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Aktuell stehen in Münster 32 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 2.6 03 Dauer-
pflegeplätzen zur Verfügung. Ergänzend kommt eine stationäre Einrichtung für Menschen mit
Intensivpflegebedarf mit 24 Plätzen hinzu.
Viele der stationären Pflegeeinrichtungen bieten auch Kurzzeit pflege (siehe Kapitel 5.1.2) und
weitere Unterstützungsleistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an. Hierzu ge-
hören zum Teil auch offene Angebote wie ein Mittagstisch oder ein Café, das auch Bewohne-
rinnen und Bewohnern des Stadtteils zur Verfügung steht. Unterstützt werden die Einrichtun-
gen oftmals von Ehrenamtlichen und Angehörigen , die einzelne Personen betreuen und/oder
weitere Freizeitangebote in der Einrichtung oder im Quartier ermöglichen.
Die stationären Pflegeeinrichtungen entwickel n sich weiter zu Kompetenzzentren in der
Pflege. Durch Teilhabeangebote im Quartier gelingt der Zugang zu Beratungs - und Informati-
onsangebote fließend und trägerübergreifend. Ältere Menschen, die erste Unterstützungs-
leistungen benötigen, aber auch pflegende An- und Zugehörige haben einen Ansprechpartner
vor Ort. Aktuell werden z.B. der Handorfer Hof und das Haus vom guten Hirten über das För-
derprogramm des Landes „Miteinander und nicht allein“ dabei unterstützt, die Strukturen und
Angebote vor Ort auszubauen.
Der nachstehenden Abbildung ist zu entnehmen, dass di e Zahl der vorhandenen Plätze nach
einem zunächst kontinuierlichen Anstieg seit dem Jahr 2012 nahezu stabil geblieben ist. Auf
der Grundlage der verbindlichen Pflegebedarfsplanung wurden seit dem Jahr 2015 keine Be-
darfsbestätigungen für die Errichtung neu er Pflegeeinrichtungen erteilt.
Im Jahr 2021 erhöhte sich die Anzahl der Pflegeplätze um insgesamt 8 Plätze. Das Haus Au-
gustinus eröffnete mit 24 Plätzen und das Klarastift stellte zum 30.09.2021 den Betrieb der
Casa Vitae mit 16 Plätzen für Menschen mit einem Intensivpflegebedarf ein.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
-
500
1 000
1 500
2 000
2 500
3 000
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
Anzahl der vollstationären Pflegeplätze in Münster
(jeweils am 31.12.)
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 23
Die stationäre Pflege steht vor großen strukturellen Veränderungen. Um die Personalsituation
in der Langzeitpflege zu verbessern, soll ein bundesweit ein heitliches Personalbemessungs-
verfahren eingeführt werden. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Rothgang wurde bis Mitte
2020 ein Projekt zur Entwicklung und Erprobung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens
zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Im Ab-
schlussbericht wird ein Verfahren empfohlen, mit dem für jede Einrichtung - in Abhängigkeit
von der Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner in einem bestimmten Pflegegrad - die Anzahl
und Qualifikation des erforderlichen Personals er mittelt werden kann. Zielrichtung ist ein ein-
richtungsindividueller Personalmix aus Pflegefachkräften und (qualifizierten) Pflegehilfs - und
Assistenzpersonen auf vier unterschiedlichen Qualifikationsstufen. Dabei sollen Pflegende
vorrangig die Aufgaben übernehmen, die ihrer jeweiligen Qualifikatio n entsprechen. Bei An-
wendung des Verfahrens zeigt sich ein erheblicher personeller Mehrbedarf, ganz überwiegend
allerdings im Bereich von Assistenzkräften. Im Rahmen einer sogenannten „Roadmap“ wur-
den verschiedene Umsetzungsschritte beschlossen, darunter d ie zweite Personalausbaustufe
zum 01.07.2023, mit der die Pflegeeinrichtungen zusätzliche Personalbedarfe abrechnen kön-
nen. Zur modellhaften Einführung des Algorithmus zur Personalbemessung wird ein Modell-
programm durchgeführt, für das bundesweit jedoch insgesamt nur 10 Einrichtungen vorgese-
hen sind. Weitere Personalausbaustufen sind von den Ergebnissen einer Evaluation bis Ende
des Jahres 2024 abhängig. Um eine Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens zu ermög-
lichen, ist die Gewinnung von weiteren Pflege kräften, insbesondere der Hilfs - und Assistenz-
kräfte, Voraussetzung.
Die Träger stationärer Einrichtungen befassen sich bereits intensiv mit der kommenden Ver-
änderung und erarbeiten neue Organisations strukturen, welche z.B. die Zuschreibung von
Aufgaben anhand der Qualifikation beinhalten. In der „Starken Pflege Münster. Die Pflegemo-
dellregion“ fand ein Austausch mit Herrn Kalwitzki, wissenschaftlicher Mitarbeiter im o.g. Pro-
jekt, zur „Personalbemessung in der Langzeitpflege“ statt. Die Idee , als Erprobungsregion zu
fungieren, konnte leider nicht umgesetzt werden, da insgesamt nur zehn Einrichtungen bun-
desweit ausgewählt werden. Aktuell findet eine Diskussion innerhalb der Gruppe zu Umstruk-
turierungsmöglichkeiten und Organisationsmodellen statt . Gemeinsame Ansätze z.B. zur Wei-
terqualifizierung von Pflegepersonal sind denkbar.
Eine Einschätzung zum Bedarf an vollstationären Dauerpflegeplätzen in den kommenden
drei Jahre erfolgt aufgrund der Besonderheit der verbindlichen Planung in Kapite l 7.
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen , Stand: 30.06.2022
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 66
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 138
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 52
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 92
24 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
5 Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
60
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 123
7 Altenzentrum Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 103
8 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 83
9 Alwine-Lauterbach-
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 66
10 Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Mitte Aegidii 82
11 DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 49
12 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
171
13 Friederike-Fliedner-Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 80
14 Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gievenbeck 81
15 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 78
16 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg-Fidel 146
17 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 54
18 Haus vom Guten Hirten -
Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 20
19 Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Nord Kinderhaus
West
65
20 Johanniter-Stift Münster Johanniter Seniorenhäu-
ser GmbH Regionalzent-
rum West
Mitte Geist 80
21 Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 66
22 LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirchner-
Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Mitte Uppenberg 80
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 25
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
23 Marienheim Altenhilfe-Zentrum
St. Clemens Münster
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-Mitte 83
24 Martin-Luther-Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 151
25 Meyer-Suhrheinrich-Haus Altenhilfe-Zentrum
St. Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-Mitte 42
26 Papst-Johannes-Paul-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 72
27 Perthes-Haus Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 87
28 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Resi-
denzen Zehnte SE & Co.
KG
Mitte Schloss 80
29 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
59
30 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der
III Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz-Jesu 80
31 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 40
32 Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 74
Plätze in vollstationären Einrichtungen gesamt 2.603
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Intensivpflegebedarf
(Finanzierung über Leistungen der Krankenversicherung (GKV-IPReG))
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
33 Haus Augustinus Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 24
26 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 27
5.1.2 Kurzzeitpflege
Das Angebot der Kurzzeitpflege ermöglicht eine vorübergehende stationäre Versorgung und
ist damit ein wichtiger Baustein zur Sicherung der häuslichen Pflege. Sie bietet pflegenden An-
und Zugehörigen die Möglichkeit für einige Tage den Pflegealltag zu verlassen und die pflege-
bedürftige Person gut versorgt zu wissen. Die Kurzzeitpflege ist jedoch auch ein Angebot, das
bei Akutsituationen zum Einsatz kommt, wenn z.B. die pflegende Person ad hoc ausfällt oder
die gesundheitliche Situation des Betroffenen eine Rund-um-die-Uhr Betreuung erforderlich
macht. Langzeit-Pflegeplätze stehen oftmals nicht direkt zur Verfügung, so dass für die Suche
Zeit benötigt wird. N ach Krankenhausaufenthalten, wenn eine Behandlung nicht weiter not-
wendig ist, ein erhöhter Versorgungsbedarf jedoch weiterhin über einen befristeten Zeitraum
besteht, bietet die Kurzzeitpflege eine Überbrückung bis zur Rückkehr ins eigene Zuhause .
Solitäre und eingestreute Kurzzeitpflegeplätze sind voneinander zu unterscheiden. Solitäre
Kurzzeitpflegeplätze stehen ausschließlich zu diesem Zweck zur Verfügung. Eingestreute Kurz-
zeitpflegeplätze können variabel für die Dauer - oder Kurzzeitpflege genutzt werden. Sie wer-
den von den meisten Pflegeeinrichtungen angeboten. Durch die Abfrage der Aufnahmean-
lässe in den stationären Dauerpflegeplätzen wurde festgestellt, dass im ersten Halbjahr 2022
insgesamt 233 Personen i m Rahmen von Kurzzeitpflege (eingestreute Plätze) aufgenommen
wurden, bei insgesamt 182 zur Verfügung stehenden eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze der
Einrichtungen, die an der Abfrage teilgenommen haben. 64 Prozent der Aufnahmen erfolgte
direkt vor der Aufnahme in die Dauerpflege. 20 Prozent der Aufnahmen erfolgten nach einem
Krankenhausaufenthalt und 17 Prozent dienten der Ent lastung pflegender An- und Zugehöri-
gen. Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze können demnach nur begrenzt genutzt werden. Sie
stehen nur dann zur Verfügung, wenn die Plätze nicht im Rahmen der Dauerpflege belegt sind.
Vorrangig werden sie dafür genutzt Leistungsansprüche gegenüber der Pflegekasse geltend
zu machen, bevor die Dauerpflege beginnt. Der eigentliche Zweck der Kurzzeitpflege wird
durch dieses Angebot nur nachrangig erfüllt.
Das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen hat sich in den letzten Jahren nur geringfügig geändert.
Aktuell gibt es in Münster insgesamt 289 Kurzzeitpflegeplätze, davon 76 solitäre und 213 ein-
gestreute Plätze.
28 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Die Alexianer Haus Heidhorn GmbH hat angekündigt, dass die solitäre Kurzzeitpflege im Cle-
menshospital schließt. Aus diesem Grund soll die solitäre Kurzzeitpflege „Haus Ludgera“ in der
Raphaelsklinik um 11 Plätze erweitert werden. Es kommt damit in diesem Jahr zu einer Redu-
zierung von insgesamt 7 Plätzen.
Die Kurzzeitpflege ist in Münster nicht von der verbindlichen Bedarfsplanung umfasst. Die Fi-
nanzierung dieses Angebotes gestaltet sich jedoch aus Sicht der Träger unattraktiv, so dass
wenig Interesse an einem Ausbau dieses Angebotes besteht. Aufgrund der hohen Fluktuation
und der kurzen Verweildauer ergibt sich für die Einrichtungen ein hoher Koordinations - und
Verwaltungsaufwand durch Aufnahme, Pflegeprozessplanung und die Überleitung zurück in
die häusliche Versorgung. Zudem ist die Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen im Jahresver-
lauf starken Schwankungen unterworfen, so dass eine kontinuierliche Auslastung nicht sicher-
gestellt ist.
Auf Landes- und Bundesebene gibt es vielfältige Diskussionen zur Finanzierung und einzelne
Programme, die bisher jedoch nur geringe Auswirkungen gezeigt haben, z.B. die Fix/Flex -Re-
gelung für eingestreute Kurzzeitpflegeplätze und das Modellprojekt „Kurzzeitpflege in Kran-
kenhäusern“. Positiv ist die Absenkung der Mindest -Belegungsquote von 80 auf 70 Prozent
für solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen bei der Anerkennung von Investitionskosten zu be-
werten. Hierdurch verbessern sich die Refinanzierungsmöglichkeiten. Mit dem Gesundheits-
versorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) wurde geregelt, dass „zur Sicherstellung einer
wirtschaftlich tragfähigen Vergütung in der Kurzzeitpflege “ Bundesempfehlungen zu entwi-
ckeln sind. Die Verhandlungen werden vermutlich im Herbst 2022 zum Abschluss kommen.
Ziel ist, die Kurzzeitpflege für die Leistungsanbieter attraktiver zu machen. Darüber hinaus
wurde mit dem GVWG ein Anspruch auf Übergangspflege nach einer Krankenhausbehandlung
verankert. Wenn die erforderlichen Leistungen der häuslichen Krankenpflege, Kurzzeitpflege,
medizinischer Rehabilitation oder der Pflegeleist ung nur unter erheblichen Aufwand organi-
siert werden können, übernimmt die Krankenkasse eine Übergangspflege von bis zu 10 Tagen
im Krankenhaus. Außerdem wurde das Kurzzeitpflegebudget der Pflegekassen ab dem
-
50
100
150
200
250
300
350
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
Anzahl der Kurzzeitpflegeplätze in Münster
(jeweils am 31.12.)
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 29
01.01.2022 um 10 Prozent erhöht. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Unter-
stützung insbesondere beim Ausbau der solitären Kurzzeitpflege vorgesehen. Die weitere Ent-
wicklung bleibt abzuwarten.
In der Arbeitsgruppe der Konferenz Alter und Pflege zur Weiterentwicklung der Pflegebedarf-
splanung wurde das Angebot der Kurzzeitpflege mit den bestehenden Schwierigkeiten disku-
tiert. Ein Ausbau der Kapazitäten ist dringend erforderlich, jedoch sind die Handlungsmöglich-
keiten auf kommunaler Ebene sehr begrenzt. Eingebracht wurde das Thema auch i n die kom-
munale Gesundheitskonferenz aufgrund der Schnittmenge zum K rankenhaussektor.
In Münster gibt es einen zusätzlichen Bedarf an solitären Kurzzeitpflegeplätzen. Träger wer-
den in Beratungen auf die fehlenden Kapazitäten aufmerksam gemacht . Es wird gemeins am
überlegt, wie ein Ausbau von Plätzen gelingen kann.
Tabelle: Eingestreute Kurzzeitpflege, Stand : 30.06.2022
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 6
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 8
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 6
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
West Gievenbeck 5
5 Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
2
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 12
7 Altenzentrum Klarastift Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 11
8 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 8
9 Alwine-Lauterbach-
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 10
10 Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Mitte Aegidii 3
11 DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 5
12 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
15
13 Friederike-Fliedner-Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 10
14 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 8
30 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
15 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg-Fidel 8
16 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 4
17 Johanniter-Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 10
18 Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 6
19 LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirchner-
Haus"
Landschaftsverband West-
falen-Lippe
Mitte Uppenberg 2
20 Marienheim Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
9
21 Martin-Luther-Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 8
22 Meyer-Suhrheinrich-Haus Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
5
23 Papst-Johannes-Paul-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 7
24 Perthes-Haus Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 6
25 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Residen-
zen Zehnte SE & Co. KG
Mitte Schloss 15
26 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
8
27 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der III
Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz-Jesu 5
28 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 4
29 Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 7
Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze gesamt 213
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Solitäre Kurzzeitpflege, Stand: 30.06.2022
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
30 Altenhilfe-Zentrum der Missi-
onsschwestern Kurzzeitpflege
"Haus Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
20
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 31
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
31 Pflegezentrum des Clemens-
hospitals - Kurzzeitpflege -
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Mitte Düesberg 18
32 Fritz-Krüger-Seniorenzentrum
Solitäre KZP
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gieven-
beck
15
33 Kurzzeitpflegestation der
Raphaelsklinik
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Mitte Dom 23
Solitäre Kurzzeitpflegeplätze gesamt 76
Quelle: PfAD.wtg
32 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Kurzzeitpflege in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 33
5.1.3 Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften ermöglichen ein Leben in häuslicher Ge-
meinschaft mit umfassender Versorgungssicherheit. Die Nutzerinnen und Nutzer mieten ein
Zimmer in einer Wohngemeinschaft und schließen eine n weiteren Vertrag über allgemeine
Betreuungsleistungen (Rund-um-die-Uhr-Betreuung) ab. Die gesondert zu vereinbarende
pflegerische Versorgung erfolgt über einen ambulanten Pflegedienst. Perspektivisch soll in je-
dem Quartier ein solches Wohn - und Versorgun gsarrangement umgesetzt werden, um den
pflegebedürftigen Menschen einen Verbleib im vertrauten Sozialraum zu ermöglichen.
Das Angebot an Pflege-Wohngemeinschaften wurde in den vergangenen 20 Jahren stetig aus-
gebaut. Im Jahr 2021 ha ben die Wohngemeinschaften „Beim Erdelbach“ in Ang elmodde mit
16 Plätzen eröffnet und die „Pflegewohngruppen Landois-Gärten“ mit insgesamt 22 Plätzen.
Aktuell gibt es in Münster 2 7 ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften mit insgesamt
281 Plätzen. Im Januar 2022 eröffnete die Wohngemeinschaft „Böckmannplatz“ in Sprakel mit
12 Plätzen . Das Angebot der „Landois -Gärten“ musste aufgrund eines Insolvenzverfahrens
zum 01.03.2022 schließen. Zum 01.08.2022 ist nach einem Trägerwechsel die Neueröffnung
geplant unter dem Namen „Wohngemeinschaft Hüfferstraße“.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Es besteht in Münster grundsätzlich ein Bedarf an weiteren Pflege -Wohngemeinschaften. Ei-
nige Stadtteile und Stadtbezirke sind bereits gut versorgt, in anderen gibt es noch kein Ange-
bot. Bei der Planung ist eine individuelle Beratung zur Situation vor Ort notwendig. Die Dar-
stellung der einzelnen Stadtbezirke im Anhang können bereits erste Hinweise geben.
-
50
100
150
200
250
300
350
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
Anzahl der Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften in Münster
(jeweils am 31.12.)
34 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften, Stand 30.06.2022
Pflege-Wohngemeinschaften für ältere Menschen mit dem Schwerpunkt Demenz
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Annette
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägerges. Münster
mbH; Ambulante Pflege
West Nienberge 7
2 Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Sebastian
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägerges. Münster
mbH; Ambulante Pflege
West Nienberge 7
3 Demenz-Wohngemeinschaft
Mehrgenerationenhaus
Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
4 DRK-Wohngemeinschaft
Erphobogen
DRK Münster -
gemeinnützige Pflege und
Service GmbH
Mitte Schlachthof 12
5 Haus Elisabeth Alexianer Münster GmbH Südost Wolbeck 12
6 Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Mitte Buddenturm 9
7 Hof Schultmann Alexianer Münster GmbH West Mecklen-
beck
12
8 Irmgard Buschmann Haus (1) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 11
9 Irmgard Buschmann Haus (2) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 8
10 Selbstverwaltete Senioren-
gemeinschaft Villa Kahmann
Cathamed Pflegedienst Südost Gremmen-
dorf-Ost
11
11 Taubenstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Herz-Jesu 8
12 Villa Hittorfstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Schloss 10
13 Villa Mauritz Alexianer Münster GmbH Mitte Mauritz-
Mitte
10
14 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (1)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz-Ost 10
15 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (2)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz-Ost 10
16 Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
12
17 Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
12
18 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (1)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
19 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (2)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 35
Pflege-Wohngemeinschaften für ältere Menschen mit dem Schwerpunkt Demenz
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
20 Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 12
21 Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 15
22 Wohngemeinschaft
Schulstraße (1)
Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Mitte Kreuz 10
Pflege-Wohngemeinschaften für junge Pflegebedürftige
23 Haus Margareta (1) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz-Ost 12
24 Haus Margareta (2) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz-Ost 12
Pflege-Wohngemeinschaften für Menschen mit Intensivpflegebedarf/Dauerbeatmung
25 Außerklinische Intensivpflege
Mehrgenerationenhaus
Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
26 Christopher Haus air vital Kranken- und
Intensivpflege GmbH
Hiltrup Hiltrup-Mitte 17
Pflege-Wohngemeinschaft für somatisch oder psychisch erkrankte ältere Menschen
27 Wohngemeinschaft
Schulstraße (2)
Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Mitte Kreuz 8
Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften insgesamt 281
Quelle: PfAD.wtg
Aktuell gibt es, neben der Eröffnung der „Wohngemeinschaft Hüfferstraße“, eine konkrete
Planung in Nienberge, die bereits in der Konferenz Alter und Pflege vorgestellt wurde. In
Amelsbüren soll außerdem eine weitere Pflege-Wohngemeinschaft für junge Pflegebedürftige
mit 6 Plätzen eröffnet werden. Weitere Planungen von Pflege-Wohngemeinschaften werden
aktuell für das Oxford- und das Yorkquartier vorbereitet.
36 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften im Bau/in Planung ,
Stand: 30.06.2022
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Lydia Zentrum Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Nord Nienberge 12
2 Wohngemeinschaft Hüffer-
straße (1)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
3 Wohngemeinschaft Hüffer-
straße (2)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
4 Wohngruppe Leo - ISB Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 6
Geplante Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften insgesamt 40
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Mit den Handlungsempfehlungen „Pflege und Versorgungssicherheit im Quartier“ wurde an-
geregt, die Pflege-Wohngemeinschaften als Angebote mit umfassender Pflege in die Bedarfs-
ermittlung für vollstationäre Pflegeplätze einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund wi rd die
Entwicklung beider Angebotsformen in der folgenden Abbildung gemeinsam betrachtet. Zum
Stichtag 31.12.2021 standen insgesamt 2 918 Plätze mit umfassender Pflege zur Verfügung.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
-
500
1 000
1 500
2 000
2 500
3 000
Anzahl der Plätze in Angeboten mit umfassender Pflege
(jeweils am 31.12.)
Stationäre Pflegeplätze Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 37
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften in Münster
38 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
5.1.4 Tagespflege
In der Tagespflege werden pflegebedürftige und demenziell erkrankte Menschen tagsüber
professionell betreut und gepflegt. Die Tagespflege ist ein wichtiges Angebot, welche den Ver-
bleib in der bekannten Häuslichkeit unterstützt. Pflegebedürftige Menschen erhalten die
Möglichkeit, den Tag in Gemeinschaft zu verbringen und sich an Freizeitaktivitäten zu beteili-
gen. Anschließend erfolgt eine Betreuung und pflegerische Versorgung durch An - und Zuge-
hörige oder einem ambulanten Pflegedienst zuhause. Durch die Betreuung am Tag ist es vielen
Personen möglich, ihre pflegebedürftigen Bezugspersonen zu pflegen und zu Hause zu be-
treuen und gleichzeitig weiter einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. An- und Zugehörige wer-
den durch dieses Angebot tageweise entlastet, was oftmals einen längeren Verbleib in der
vertrauten Umgebung ermöglicht und die Selbstständigkeit der Betroffenen stärkt.
Das Angebot der Tagespflege wird kontinuierlich ausgebaut , wie sich der nachfolgenden Gra-
fik entnehmen lässt.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Im Jahr 2021 wurden die Tagespflege Handorfer Hof mit 6 Plätzen eröffnet. Im ersten Halbjahr
2022 kamen außerdem noch die Tagespflege Böckmannplatz in Sprakel mit 18 Plätzen und die
Tagespflege an der Kreuz -Christi-Kirche in Amelsbüren für 14 Gäste hinzu. Damit gibt es in
Münster aktuell 20 Tagespflegeeinrichtungen mit insgesamt 293 Plätzen.
Von 2015 bis 2019 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen, die eine teilstationäre Pflege in
Anspruch genommen haben , nahezu verdoppelt. Waren es 2015 noch 222 Gäste in Münster,
sind es 2019 bereits 408 Personen, die tageweise eine Betreuung in Anspruch genommen ha-
ben (Pflegestatistik IT.NRW 2015, 20 21). Eine weitere Steigerung in den folgenden Jahren ist
zu erwarten. Die Tagespflegeeinrichtungen orientieren sich zudem immer mehr an den Be-
dürfnissen der Gäste und deren pflegenden An - und Zugehörige. So werden Öffnungsze iten
ausgeweitet, mehrere Einrichtungen bieten inzwischen auch regelmäßige Betreuung an den
Wochenenden an.
-
50
100
150
200
250
300
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
Anzahl an Tagespflegepätzen in Münster
(jeweils am 31.12.)
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 39
Tagespflegeeinrichtungen waren und sind jedoch von den Auswirkungen der Corona-Pande-
mie besonders betroffen. Durch zeitweise vollständige Schließung im Jahr 2020 und anschlie-
ßender Begrenzung der Gästezahl infolge der Abstandsregelung , war über lange Zeiträume
kein regulärer Betrieb möglich. Die Auslastungsabfrage der Tagespflegeeinrichtungen in
Münster macht dies besonders deutlich: Rund die Hälfte a ller Einrichtung g ibt an, dass die
Auswirkungen we iterhin spürbar sind, auch wenn zwischenzeitlich keine einschränkenden
Maßnahmen mehr bestehen. Gäste kehren oftmals nicht zurück ins Angebot und bei Neuauf-
nahmen ist eine deutliche Zurückhaltung spürbar be i den pflegenden An - und Zugehörigen.
Die Auslastung der Tagespflegeeinrichtungen in Münster fällt sehr unterschiedlich aus. 7 Ein-
richtungen sind mit über 80 Prozent gut ausgelastet und 7 Einrichtungen liegen unter 60 Pro-
zent. Im Durchschnitt aller Einrichtungen gab es in den letzten vier Quartalen eine Auslastung
von 70,75 Prozent. Gründe der geringen Auslastung waren neben der Corona -Pandemie bei
einer Einrichtung Baumaßnahmen und bei drei Einrichtungen die Eröffnung im abgefragten
Zeitraum. COVID-19 bedi ngte Mindereinnahmen von Tagespflegeeinrichtungen konnten bis
zum 30.06.2022 über den Pflege-Rettungsschirm des Bundes erstattet werden.
Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Angeboten der Tagespflege grundsätzlich wieder
steigen wird. Der Sozialverband VdK hat in seiner im Mai 2022 veröffentlichten Umfrage zur
Nächstenpflege festgestellt, dass insbesondere Pflegehaushalte mit an Demenz Erkrankten
die Tagespflege überdurchschnittlich viel in Anspruch nehmen. Sie ist ein wirksames Mittel zur
Entlastungen von An- und Zugehörigen sowie eine gute Möglichkeit , den Verbleib im eigenen
Zuhause zu fördern.
Es besteht grundsätzlich ein weiterer Bedarf an Angeboten der Tagespflege in Münster. Bera-
tungen erfolgen individuell mit Blick auf die jeweilige Grundstückslage. Einige Stadtteile sind
bereits gut versorgt, andere haben noch kein Angebot der Tagespflege in der unmittelbaren
Umgebung.
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen, Stand: 30.06.2022
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus, Tagespflege Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 12
2 Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 15
3 Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 13
4 pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege GmbH Ost Mauritz-
Ost
16
5 Tageshaus St. Marien Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-Ost 15
6 Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom GmbH Südost Angel-
modde
14
7 Tagespflege Albachten Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
West Albachten 15
40 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
8 Tagespflege Altenzentrum
am Südpark
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützen-
hof
15
9 Tagespflege am
Friederike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 12
10 Tagespflege an der Kreuz
Christi Kirche
Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbü-
ren
14
11 Tagespflege Böckmannplatz Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 18
12 Tagespflege Handorfer Hof Diakonie Münster – Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 6
13 Tagespflege Haus Benteler Tagespflege e.V. Mitte Mauritz-
Mitte
12
14 Tagespflege im
Clemens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster GmbH Mitte Josef 20
15 Tagespflege im
Meckmannshof
Ev. Perthes-Stiftung e.V. West Mecklen-
beck
24
16 Tagespflege Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Budden-
turm
12
17 Tagespflege Miteinander
Friedrichsburg
Altenheim Friedrichsburg
gGmbH
Mitte Pluggen-
dorf
14
18 Tagespflege
Papst-Johannes-Paul-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 15
19 Tagespflege Simeon Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Hiltrup Berg Fidel 16
20 Tagespflege St. Clemens Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
15
Plätze in Tagespflegeeinrichtungen gesamt 293
Quelle: PfAD.wtg
Aktuell gibt eine konkrete Planung in Nienberge, die bereits in der Konferenz Alter und Pflege
vorgestellt wurde. Weitere Planungen von Tagespflegeeinrichtungen werden aktuell für die
Quartiere auf den Grundstücken der ehemaligen Oxford - und Yorkkaserne vorbereitet.
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen in Planung, Stand: 30.06.2022
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Tagespflege
Lydia Zentrum
Diakonie Münster – Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Nienberge 13
Geplante Tagespflegeplätze gesamt 13
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 41
Tagespflegeeinrichtungen in Münster
42 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
5.1.5 Ambulante Pflege
Die ambulante Pflege ist die pflegerische Versorgung zuhause, welche durch einen ambulan-
ten Pflegedienst erbracht wird. Diese Versorgungsform wird von 26 Prozent der pflegebedürf-
tigen Menschen in Münster in Anspruch genommen (Pflegestatistik IT NRW, 2019) . Pflege-
dienste bieten darüber hinaus Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, die Be-
handlungspflege sowie Angebot e zur Entlastung im Alltag nach § 45a SGB XI an.
Aktuell gibt es 3 6 ambulante Pflegedienste in Münster. Hinzu kommen einzelne Dienste von
außerhalb, die auch Kunden in Münster betreuen. Dabei ist das Einzugsgebiet zum Teil auf
bestimmte Stadtteile beschränkt. Einige Pflegedienste v erfügen über mehrere Stützpunkte in
der Stadt zur besseren Erreichbarkeit der Pflegebedürftigen. Im Jahr 202 1 haben zwei ambu-
lante Pflegedienste in Münster geschlossen und ein neuer Pflegedienst hat im Oktober eröff-
net.
Die ambulante Pflege ist ein stark wachsender Sektor in der pflegerischen Versorgun g. Der
Zuwachs an Beschäftigten in der Pflege in Münster erfolgte von 2015 bis 2019 fast ausschließ-
lich im ambulanten Bereich (IT NRW, Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte, 2021) . Träger am-
bulanter Dienste be richten von der hohen Nachfrage und Beratungsstellen von den Schwie-
rigkeiten, eine pflegerische ambulante Versorgung zu organisieren. Die ambulante Pflege in
Münster hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Einem Ausbau der ambulanten Pflege steht primär
der Fachkräftemangel entgegen. Würden diese zur Verfügung stehen, wäre eine Vergröße-
rung des Angebotes in kurzer Zeit umsetzbar.
Die Gründe für die hohe Nachfrage sind vielfältig. Durch die Pflegestärkungsgesetze hat sich
der leistungsberechtige Personenkreis deutlich erhöht. Darüber hinaus ist davon auszugehen,
dass durch den Ausbau der ambulanten und teilstationären Angebote, aber auch durch eh-
renamtliche und nachbarschaftliche Unterstützung, individuelle Unterstützungssysteme ge-
schaffen werden können, die ein en Verbleib in der eigenen Häuslichkeit auch bei steigendem
Pflegebedarf ermöglichen. Zum anderen kann die Nachfrage sich auch dadurch erhöhen, dass
beispielsweise in der Krankenversorgung oder Kurzzeit - und Langzeitpflege die notwendigen
Ressourcen nicht zur Verfügung stehen und durch eine ambulante Versorgung aufgefangen
werden müssen.
In Münster gibt es weiteren Bedarf an ambulanten Pflegeleistungen. Ein Ausbau der beste-
henden Kapazitäten der ambulanten Pflegedienste, sowie die Gründung neuer Pflegediens te
wird unterstützt.
Im Austausch mit den ambulanten Pflegediensten in Münster ist die Idee entstanden, eine
Matching-Plattform für die ambulante Pflege aufzubauen und in den städtischen Internetauf-
tritt zu integrieren. Hintergrund ist das wachsende Problem, bedarfsgerechte ambulante Ver-
sorgungsangebote zu finden. Die Suche nach einem Pflegedienst ist für die betroffenen Per-
sonen sehr aufwändig und sorgt gleichzeitig bei den vielfach angefragten Pf legediensten für
ein hohes Arbeitsaufkommen. Ziel ist, die Suche über eine digitale Plattform, auf die alle Pfle-
gedienste zugreifen können, zu erleichtern. Damit möchte die Stadt ihr Serviceangebot für
pflegebedürftige Menschen und der en Angehörige sowie für die prof essionellen Beratungs-
kräfte ausbauen und üb ernimmt ei ne wichtige Unterstützungsfunktion für die ambulanten
Pflegedienste, ohne die der angestrebte Ausbau quartiersnaher pflegerischer Angebote nicht
möglich ist. Die Entwicklung der Plattform findet in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis
der „Ambulanten Pflege Münster“ und der „Starken Pflege Münster. Die Pflegemodellregion“
statt. Eine Umsetzung ist für das Jahr 2023 geplant.
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 43
Tabelle: Ambulante Pflegedienste, Stand : 30.06.2022
Nr. Name Straße PLZ Ort
1 ADVITALIS Pflegedienst Hanses-Ketteler-Str. 2 48165 Münster
2 air vital Kranken- und Intensivpflege GmbH Westfalenstr. 176 48165 Münster
3 Alexianer Münster GmbH -
Alexianer Ambulant
Achtermannstr. 11 48143 Münster
4 Ambulante Dienste e.V. Bohlweg 10 48147 Münster
5 Ambulante Dienste Sander Pflege GmbH
Münster
Mondstraße 104-106 48155 Münster
6 Ambulante Pflege Lindenhof Idenbrockplatz 21 48159 Münster
7 Ambulante Pflege
Caritas-Betriebsführungs- und Trägerges.
Münster mbH
Josefstr. 2 48151 Münster
8 Ambulanter Dienst Füreinander
Altenheim Friedrichsburg gGmbH
Offenbergstraße 20 48151 Münster
9 Ambulanter Dienst
Altenzentrum Klarastift
Andreas-Hofer-Str. 70-76 48145 Münster
10 Ambulanter Pflegedienst Akticom Dirk-von-Merveldt-
Str. 47
48167 Münster
11 Buurtzorg Deutschland Nachbarschafts-
pflege gGmbH
Sophienstr. 1-3 48145 Münster
12 Comfort Pflege Ostviertel GmbH Hohenzollernring 67 48145 Münster
13 Cura Westfalia- Ambulanter Pflegedienst Drensteinfurtweg 31 48163 Münster
14 Diakoniestation GmbH
Diakonie Münster
Wichernstr. 22 48147 Münster
15 die mobilen
Mobile Alten- und Behindertenhilfe e. V
Augustastr. 28 48153 Münster
16 DRK-Pflegedienst Münster Zumsandestr. 25/27 48145 Münster
17 Erste Hilfe Ambulanter Pflegedienst GmbH Kardinalstr. 26 48165 Münster
18 Häusliche Pflege der DRK-Schwestern-
schaft; Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Münster
19 Home Instead Betreuungsdienst Münster
Markus Frieling
Scheibenstraße 117 48153 Münster
20 Johanniter Pflege- und Gesundheitsdienst Geringhoffstr. 45/47 48163 Münster
21 LEBEN - ERLEBEN
Ambulante Kranken- u. Altenpflege GmbH
Wolbecker Str. 140 b 48155 Münster
22 Lebens-Nah Letterhausweg 103 48167 Münster
23 MiCura Pflegedienste Münster GmbH 1 Tibusplatz 6 48143 Münster
44 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Name Straße PLZ Ort
24 Panda Pflege Warendorfer Str. 183 48145 Münster
25 Perthes- Pflegedienst Marktallee 19 a 48165 Münster
26 Pflegebüro Bahrenberg Münster
GmbH & Co.KG
Augustastr. 34 48153 Münster
27 Pflegebüro Schmidt Marktallee 66 48165 Münster
28 Pflegedienst P3 GmbH Roxeler Str. 559 48161 Münster
29 Pflegefreunde GmbH Feldstiege 100 48161 Münster
30 Pflegedienst Julia GmbH Rüschhausweg 149 48161 Münster
31 Pflegedienst Arbeiter-Samariter-Bund
Regionalverband Münster e.V.
Gustav-Stresemann-Weg
62
48155 Münster
32 Pflegelokal GmbH Dülmener Str. 29 48163 Münster
33 Pflegeteam miteinander GmbH Coerdestr. 45 48147 Münster
34 RD Münster Pflege GmbH Gartenbreie 62 48161 Münster
35 Regenbogen Außerklinische Intensivpflege
und Heimbeatmung GbR
Coerdestiege 69 48157 Münster
36 VITA-MED Pflegedienst GmbH Krögerweg 14 48155 Münster
Quelle: PfAD.wtg
5.1.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen)
Service-Wohnen verbindet das eigenständige Wohnen mit einem Betreuungsangebot vor Ort.
In der Regel handelt es sich um mehrere altengerechte Wohnungen in einem Gebäudekom-
plex, die von Seniorinnen und Senioren angemietet werden können. Das Wohn - und Teilha-
begesetz versteht unter Servicewohnen ausschließlich solche Angebote, bei denen die Miete-
rinnen und Mieter bestimmte Serviceleistungen als Grundleistungen abnehmen müssen.
Hierzu gehören z. B. allgemeine Unterstützungsleistungen wie die Vermittlung von Betreu-
ungsleistungen, Beratung, Notrufdienste oder kleinere Freizeitangebote. Wahlleistungen wie
z. B. Reinigungsdienst, Wäscheservice, Mahlzeitendienst oder Pflegeleistungen können in der
Regel je nach Bedarf dazu gebucht werden.
Diese Wohnform ermöglicht es vielen Seniorinnen und Senioren , frühzeitig einen guten Aus-
gangspunkt zu wählen, in der eine einsetzende Pflegebedürftigkeit aufgefangen werden kann.
Eine selbstständige Lebensführung ist dor t aufgrund der räumlichen Begebenheiten, der Aus-
stattung und natürlich der Unterstützungsstrukturen ggf. länger möglich als in anderen Woh-
nungen.
Anbieter von Service-Wohnen sind nach dem Wohn- und Teilhabegesetz verpflichtet, das An-
gebot in dem elektronischen Anzeigeverfahren PfAD.wtg zu registrieren. Die nachfolgende Ta-
belle zeigt die bestehenden Angebote in Münster.
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 45
Über die Angebote des Service-Wohnens hinaus gibt es in Münster weitere altengerechte und
barrierefreie Wohnungen, bei denen die Abnahme von Serviceleistungen jedoch nicht mit
dem Mietvertrag gekoppelt ist. Ein vollständiger Überblick über alle seniorengerechten Wohn-
angebote kann hier leider nicht geleistet werden.
Das Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung berät mit dem Team „Hilfen zum Um-
zug“ Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen allgemein
über verschiedene Wohnformen, wie Seniorenwohnungen, Betreutes Wohnen und Service
Wohnen.
Tabelle: Service-Wohnen, Stand: 30.06.2022
Nr. Name Anbieter der Service-leis-
tungen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl
der
Woh-
nungen
1 Achatius-Haus /
Servicewohnen
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 35
2 Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes
Wohnen
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gieven-
beck
15
3 Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
38
4 AWO Münster Gievenbeck Arbeiterwohlfahrt Bezirks-
verband Westliches Westfa-
len e.V.
West Gieven-
beck
32
5 Betreutes Wohnen am
Marienheim
Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
3
6 Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Südost Angel-
modde
21
7 Betreutes Wohnen Böck-
mannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 34
8 Betreutes Wohnen
Hofmann von Fallersle-
bens Weg
Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
25
9 Betreutes Wohnen Werse-
winkel 1+2
Diakonie Münster-Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 22
10 Brüningheide /Killingstr. AWO Nord Kinder-
haus West
80
11 Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Mitte Schloss 76
12 Domicil im Kreuzviertel Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Mitte Kreuz 40
13 Handorfer Hof /
Servicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 24
14 Haus Simeon /
Servicewohnen - Bunga-
low
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 48
46 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Name Anbieter der Service-leis-
tungen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl
der
Woh-
nungen
15 Johanniter Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 13
16 Martin-Luther-Haus / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
West Sentrup 10
17 Pankokstr. 14 / Service-
wohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 15
18 Residenz Aaseehof Service
Wohnen
Alloheim Senioren-Residen-
zen Zehnte SE & Co.KG
Mitte Schloss 48
19 Rottkamp AWO West Albachten 35
20 Seniorenzentrum
"Mitten in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz
Ost
20
21 Servicewohnen DKV-Resi-
denz am Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibusplatz
gGmbH
Mitte Budden-
turm
258
22 Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
West Gieven-
beck
52
23 Service-Wohnen Meyer-
beerstraße
Pflegebüro Schmidt West Mecklen-
beck
44
24 Servicewohnen
Tönne-Vormann-Weg
Ambulanter Pflegedienst
Akticom; GmbH
Südost Wolbeck 16
25 Service-Wohnen Zentrum
Kinderhaus
Pflegeteam miteinander
GmbH
Nord Kinder-
haus West
103
26 Wohnen am Lohausbach pro.cura Service Wohnen
GmbH
Ost Mauritz
Ost
50
27 Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 81
28 Wohnpark Mecklenbeck Pflegebüro Schmidt West Mecklen-
beck
57
29 Wohnresidenz Gassel-
stiege
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
26
30 Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
West Sentrup 56
31 Wohnresidenz Yorkhouse Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
16
32 Wohnungseigentümerge-
meinschaft Junker-Jörg-
Platz 17/18
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
Südost Angel-
modde
23
Quelle: PfAD.wtg
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 47
Service-Wohnen (Betreutes Wohnen) in Münster
48 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
5.1.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI
Angebote zur Unterstützung i m Alltag sollen dazu beitragen , Pflegebedürftigen dabei zu hel-
fen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuer-
halten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig bewältigen zu können. Hierzu zählen
Gruppen- und Einzelbetreuung, Hilfen im Haushalt, Begleitung zum Einkauf, Begleitung bei
Behörden-, Arzt- oder Kirchgängen, Pflege von Sozialkontakten und Begleitung zu Kultur - und
Freizeitangeboten.
Die Unterstützungsangebote können von Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad in An-
spruch genommen werden. Für anerkannte Angebote nach der Anerkennungs - und Förde-
rungsverordnung (AnFöVO) kann der Entlastungsbetrag in Höhe von maximal 125 Euro im Mo-
nat eingesetzt werden. Der Betrag kann zweckgebunden zur eigenen Entlastung oder zur Ent-
lastung der pflegenden Angehörigen eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht eine bis zu
40-prozentige Umwidmungsmöglichkeit des ambulanten Pflegesachleistungsanspruchs . Dies
bedeutet, dass bis zu 40 Prozent der ambulanten Pflegesachleistungen für zusätzliche Entlas-
tungsleistungen eingesetzt werden können.
Die meisten ambulanten Pflegedienste bieten solche Unterstützungsleistungen an. Daneben
gibt es auch andere Angebote durch gewerbl iche und gemeinnützige Anbieter und Einzel-
kräfte im unmittelbaren Beschäftigungsverhältnis.
In diesem Sektor gewinnen die Angebote durch Einzelper sonen, die im Bereich Nachbar-
schaftshilfe tätig sind , immer mehr an Bedeutung. Die Regionalbüros Alter und Pflege, auch
in Münster, bieten regelmäßig Qualifizierungskurse für Nachbarn, Freunde oder andere, die
der pflegebedürftigen Person nahestehen. Dadurch ist auch deren Unterstützung durch den
Entlastungsbetrag der Pflegekassen erstattungsfähig. Auf der Seite des Ministeriums für Ar-
beit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (https://angebotsfinder.nrw.de) gibt es einen
Angebotsfinder, in dem anerkannte Unterstützungsangebote angezeigt werden.
Im Folgenden sind die Angebote aus der Datenbank des Infobüros Pflege aufgelistet. Über
diese Angebote hinaus gibt es im gesamten St adtgebiet ehrenamtliche Angebote und Unter-
stützungsformen, die keine Förderung bzw. Refinanzierung durch die Pflegeversicherung er-
halten, jedoch auch eine Unterstützung für die Betroffenen und Angehörigen darstellen. Die
Selbsthilfe und das bürgerschaftliche Engagement spiel en bei der Unterstützung eine große
Rolle. Beispiele für diese Angebote sind die Initiative „Von Mensch zu Mensch“ oder „Anti-
Rost Münster e.V.“.
Tabelle: Häusliche Besuchs- und Unterstützungsdienste nach § 45a SGB XI,
Stand: 30.06.2022
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
1 All-we-you Hohenzollernring 30 48145 Münster
2 Anne Posner-Kraus Rikeweg 2 48155 Münster
3 Be.Be.K Begleitung und Kompetenz durch
Bettina Berger-Kersting
Schöppingerweg 84 48149 Münster
4 BED Besuchs- und Entlastungsdienst,
Malteser Hilfsdienst e.V.
Daimlerweg 33 48163 Münster
5 Beratung, Betreuung und Förderung
Safieh Jailani Seite an Seite
Drensteinfurtweg 5 48163 Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 49
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
6 Betreuung und Begleitung, Mobiler Alltagsser-
vice für Senioren und hilfsbedürftige Men-
schen, Dietmar Preuß
Mecklenbecker Str.
133
48151 Münster
7 Betreuungsdienst Brita Weßling Weißenburgstr. 22 48151 Münster
8 Betreuungsdienst Marie mobil,
Meyer-Suhrheinrich-Stiftung
Patronatsstr. 2 48165 Münster
9 Carpecura Annette-Allee 20 48149 Münster
10 Chance e.V. – Dienstleistungspool Friedrich-Ebert-Str. 17 48153 Münster
11 Die Gute Laune Fee Sabriye Kadife Ludwig-Wolker-Str.
34
48157 Münster
12 Dienstleistungen mit Kopf, Herz und Hand,
Marc Würfel-Elberg
Am Berler Kamp 146 48167 Münster
13 Dienstleistungs- und Reinigungsservice Schlot-
mann GmbH DRS
Sprakeler Str. 47 48159 Münster
14 fb-pflege: Freiberufliche Pflege,
Fernanda Bogado
Brock 33 48161 Münster
15 Frank Wolf Holtmannsweg 41a 48157 Münster
16 FrauKrausehilft Kinderhauser Str. 8 48149 Münster
17 Gut betreut mit Herz und Seele,
Heike Kaiser-Blömker
Rüschhausweg 152 48161 Münster
18 HaDi Handwerk & Dienstleistung,
Foppe GmbH & Co.KG
Mecklenbecker Str.
387
48163 Münster
19 Häusliche Kreativbetreuung "mein Poesieal-
bum", Brigitte Kraneburg
Lühnstiege 2 48151 Münster
20 Heuermann Seniorendienste, Rolf Heuermann Melchersstr. 80 48149 Münster
21 Homeplus Münster Sessendrupweg 54 48161 Münster
22 Ihre Haushaltsmanagerin Elisabeth Kramer Augustastr. 30 48153 Münster
23 Imi-Ich mit Ihnen, Eva-Maria Posner Rikeweg 2 48155 Münster
24 Individuelle Begleitung „wabe“ (wahrnehmen-
aktivieren-bewegen-erinnern),
Petra Sokolowsky
Eichenweg 11 a 48161 Münster
25 Jakö – gemeinsam eigenständig
Jana Körschkes
Jahnstr. 67 48147 Münster
26 Lebenshilfe Münster e.V. Windthorststr. 7 48143 Münster
27 LWL-Pflegezentrum Münster,
Ernst-Kirchner-Haus
Kinderhauser Str. 92 48147 Münster
28 Martina Weitzenbürger Soester Str. 23 48155 Münster
29 Musiktherapie, Marlis Marchand Haus Angelmodde 2 48167 Münster
30 PAGU Betreuungsservice GmbH Gropiusstr. 7 48163 Münster
31 Pflege & Service Münsterland GbR,
Rebecca Kastaun und Martin Wardowski
Wickenkamp 22 48161 Münster
32 Projekt LichtBlick, Alexianer Münster GmbH Josefstr. 4 48151 Münster
33 SeHt Münster e.V., Ambulanter Dienst Dechaneistr. 14 48145 Münster
34 Seniorenbetreuung Strube GbR Knufenkamp 53 48163 Münster
35 Seniorenservice Münster, Johannes Gorschlü-
ter
Hammer Str. 39 48153 Münster
50 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
36 Soziale Dienste | Hilfen im Alltag,
Doris Pällmann
Kriegerweg 34 48153 Münster
37 Udo Stier Schüttorfweg 19 48161 Münster
38 Zauberfrau Münster Alter Fischmarkt 16 48143 Münster
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Tabelle: Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 a SGB XI,
Stand: 30.06.2022
Nr. Angebot Träger Stadtbezirk Stadtteil
1 „Café Malta“ Malteser Hilfsdienst e.V. Mitte Aaseestadt
2 „Café Wigbold“ ein Ange-
bot für Menschen mit De-
menz in Wolbeck
Katholische Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster, Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Südost Wolbeck
3 „Miteinander“ Betreu-
ungsgruppe für demenzi-
ell erkrankte Menschen in
Kinderhaus und Sprakel
Katholische Kirchengemeinde St.
Josef - Kinderhaus
Nord Kinder-
haus-West
4 Betreuungsgruppe Marie Meyer-Suhrheinrich Stiftung Hiltrup Hiltrup-
Mitte
5 Betreuungsnachmittage
für Demenzerkrankte
Alzheimer Gesellschaft Münster
e.V.
Mitte Kreuz
6 Gemeindecafé für Men-
schen mit Demenz in
Amelsbüren
Gemeindediakonie Hiltrup e. V. Hiltrup Hiltrup-
Mitte
7 Haus der Begegnung
St. Ida, Gruppe D
Katholische Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster
Südost Gremmen-
dorf-Ost
8 Projekt LichtBlick Alexianer Münster GmbH Mitte Josef
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025 | 51
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 a SGB XI in Münster
52 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Die Vielfalt der pflegebedürftigen Menschen
Die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen ist so vielfältig wie die übrige Bevölkerung. Pfle-
gebedürftigkeit kann grundsätzlich in allen Altersgruppen auftreten, auch wenn die Wahr-
scheinlichkeit mit steigendem Alter deutlich zunimmt. Pflegebedürftigkeit kann alle Menschen
betreffen, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Geschlecht und sexueller Orientierung.
Angebote der Pflege, aber auch schon vorpflegerische Angebote , müssen sich an die gesamte
Bevölkerung richten und für alle zugänglich und nutzbar sein. Um das zu erreichen ist es not-
wendig, dass sich Träger und Mitarbeitende mit der Vielfalt an Lebenswelten auseinanderset-
zen und ihre Konzepte, Arbeitsabläufe und Strukturen regelmäßig überprüfen. Dabei sollten
insbesondere auch die spezifischen Lebenserfahrungen und Geschichten von Menschen mit
Migrationsvorgeschichte oder Menschen der LGBTIQ -Community bewusst in den Blick ge-
nommen werden.
Auch in der Gruppe der Menschen mit Migrationsvorgeschichte steigen die Anzahl und der
Anteil älterer und hochaltriger Menschen kontinuierlich an (siehe Kapitel 2) . Dabei lässt sich
grundsätzlich feststellen, dass d ie Menschen aus den ersten Einwanderungswellen in höhe-
rem und in stärkerem Maße als die deutschstämmige Bevö lkerung von Pflegebedürftigkeit
betroffen sind (vgl. K. Jacobs et al. (Hrsg.), Pflege -Report 2022 ). Es liegen derzeit allerdings
keine Erkenntnisse darüber vor, wie viele Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster
pflegerische Angebote benötigen bzw. in Anspruch nehmen. Es ist davon auszugehen, dass
nach wie vor Zugangshürden und Informationsbarrieren bestehen, die die Inanspruchnahme
von Unterstützungsangeboten erschweren . Ein wichtiges Thema für Einrichtungen und
Dienste bei der Gestaltung von Wohn - und Betreuungsangeboten sind fehlende sprachliche
Verständigungsmöglichkeiten. Gerade im Verlauf von demenziellen Erkrankungen können
auch bei zugewanderten Personen, die vorher gut Deutsch gesprochen haben, erlernte
Sprachkenntnisse verloren gehen. Hinzu kommen Themen wie der Umgang mit Diskriminie-
rung und Rassismus, dem diese Personengruppe vermehrt ausgesetzt war und ist. Es gilt, sys-
tematisch einen Prozess der interkulturellen Öffnung zu gestalten und mögliche Zugangshür-
den zu identifizieren und abzubauen.
Auch in der Gruppe der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender und
intersexuellen Menschen sind Diskriminierungserfahrungen nach wie vor sehr häufig. Insbe-
sondere viele heute alte und hochaltrige lesbische und schwule Menschen haben in jungen
Jahren ständige Kriminalisierung, Ausgrenzung und Gewalt aufgrund ihrer sexuellen Orientie-
rung erfahren. Häufig war damit auch der Abbruch familiärer Beziehungen verbunden. Bei
vielen LSBTI*-Personen bestehen Sorgen und Ängste, mit ihren Bedürfnissen nicht ernst ge-
nommen zu werden, so dass sie ihre Sexualität und Identität verbergen. Es ist wichtig, diese
Erfahrungen im Rahmen von Biografiearbeit sensibel wahrzunehmen und in der Gestaltung
der Angebote zu berücksichtigen, um ein Gefühl der Akzeptanz und ein e gute Versorgung zu
ermöglichen. Anregungen kann das Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt“ bieten. Die Schwulen-
beratung Berlin zeichnet damit Einrichtungen aus , die gute Voraussetzungen für die Pflege
von LSBTI*-Personen schaffen. Über das Qualifizierungsprogramm sollen Einrichtungen dazu
aktiviert werden, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in die Konzeption mit einzube-
ziehen.
Das Thema „diversitätssensible Pflege“ soll im Rahmen der Pflegeplanu ng zukünftig stärker in
den Blick genommen werden.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 53
Unter anderem sollen in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gleichstellung Angebote zur Infor-
mation und Fortbildung von Trägern und Pflegenden zu m Bereich gleichgeschlechtliche Le-
bensweisen und geschlechtliche Vielfalt entwickelt bzw. aufgegriffen werden.
Unter den pflegebedürftigen Personen gibt es Zielgruppen, die eine besondere pflegerische
Versorgung oder speziell ausgerichtete Konzepte benötigen. In den folgenden Kapiteln 5.2.1 -
5.2.3 werden die Besonderheiten dargestellt und die pflegerischen Angebote in Münster auf-
gelistet.
5.2.1 Junge Pflegebedürftige
Die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden, ist in der Altersgruppe unter 60 Jahren sehr
gering (siehe Kapitel 3). Dennoch gibt es vielfältige Situationen in denen auch jüngere Men-
schen aufgrund von Erkrankungen oder Unfällen von Pflegebedürftigkeit betroffen sein kön-
nen, sei es vorübergehend oder auf Dauer. Multiple Sklerose, Querschnittslähmung en, neu-
rologische Erkrankungen oder erworbene Hirnschädigungen können dazu führen, dass eine
umfängliche Betreuung und pflegerische Versorgung erforderlich wird.
Der ganz überwiegende Teil der Betroffenen wird im häuslichen Bereich durch An - und Zuge-
hörige begleitet und versorgt. Zudem gibt es ein Angebot an Pflege - und Assistenzdiensten,
die ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung möglich machen. D ie Kapazitäten
der ambulanten Dienste stoßen jedoch aktuell an ihre Grenzen. Auch hier wären eine Stärkung
und Ausbau der Kapazitäten dringend notwendig.
Wo der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit nicht möglich oder sinnvoll ist, werden Angebote
benötigt, in denen eine umfassende Pflege sichergestellt ist. Die Versorgung in einer regulären
vollstationären Pflegeeinrichtung entspricht in der Regel nicht den Wünschen und dem Bedarf
der Menschen unter 65 Jahren. Eigene Wohngruppen oder Wohnbereiche können sich sowohl
räumlich als auch konzeptionell besser an die Bedürfnisse der Zielgruppe anpassen. Neben
einem pflegerischen Bedarf haben junge pflegebedürftige Menschen oftmals zusätzlich einen
Anspruch auf Teilhabeleistungen der Eingliederungshilfe (SGB IX).
Aus den aktuellen Zahlen von IT.NRW zur Pflegestatistik geht hervor, dass im Jahr 2019 insge-
samt 69 Personen unter 60 Jahren in einer stationären Pflegeeinrichtung gelebt haben. Durch
einen Vergleich mit dem bestehenden Angebot (18 stationäre Plätze) wird deutlich, dass ein
Großteil dieser Zielgruppe kein bedarfsgerechtes Angebot erhalten hat.
Bei einem Vergleich der Zahlen der letzten Auswertungen ist erkenn bar, dass die Anzahl der
unter 60-Jährigen in stationären Dauerpflegeeinrichtungen rückläufig ist. 2015 waren es noch
90 Personen, 2017 78 Personen und 2019 dann 69 Personen. Eine Erklärung könnte sein, dass
es zunehmend gelingt , die Strukturen und ggf. rä umlichen Rahmenbedingungen so zu beein-
flussen, dass eine ambulante Versorgung möglich ist. Außerdem wurde 2019 das Haus Mar-
gareta mit zwei ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften für junge pflegebedürftige Men-
schen eröffnet, so dass es zu einer Verschiebung v on der stationären zur ambulanten Versor-
gung gekommen sein könnte.
Neben dem A chatius-Haus und dem Haus Margareta bietet die Wohngruppe Leo ab dem
01.10.2022 mit sechs Plätzen eine weitere Möglichkeit des Wohnens für junge Pflegebedürf-
tige an. Des Weiteren gibt es Gespräche mit Trägern, die Planungen zu weiteren Angeboten
54 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
aufgenommen haben. Mit einer der beiden Pflege -Wohngemeinschaft „Landois -Gärten“
wurde jedoch auch ein Angebot, das sich auf die Bedarfe jüngerer pflegebedürftiger Men-
schen spezialisieren wollte, zu Beginn des Jahres 2022 wieder geschlossen.
Aktuell stehen in Mü nster 42 Plätze mit umfassender Versorgung für junge pflegebed ürftige
Menschen zur Verfügung.
Tabelle: Junge Pflege in Münster, Stand 30.06.2022
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus
Alexianer Münster
stationäre Dauerpflege Südost Wolbeck 18
2 Haus Margareta (EG)
Alexianer Münster
ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz-Ost 12
3 Haus Margareta (OG)
Alexianer Münster
ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz-Ost 12
Gesamt 42
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Junge Pflege in Münster in Planung, Stand 30.06.2022
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
4 Wohngruppe Leo - ISB
Alexianer Münster
GmbH
(ab dem 01.10.2022)
ambulante Wohngemein-
schaft
Hiltrup Amelsbüren 6
Quelle: Sozialamt, Pflegeplanung
Über die bestehenden Plätze hinaus gibt es einen weiteren Bedarf an Angebote für junge pfle-
gebedürftige Menschen in Münster mit einer umfassenden Versorgung . In Gesprächen mit
interessierten Trägern wird dieser Bedarf benannt und beraten, ob und in welcher Form ein
Ausbau erfolgen kann . Darüber hinaus ist auch eine Stärkung der ambulanten Versorgungs-
möglichkeiten erforderlich.
5.2.2 Ältere Menschen mit Behinderung
Immer mehr Menschen, die mit einer Beeinträchtigung geboren worden sind oder diese sehr
früh im Leben erworben haben, erreichen heute ein hohes Lebensalter. Die erste Generation
von Menschen mit Behinderung, die nach den Verbrechen des Nationalsozialismus geboren
wurde, ist ins Rentenalter gekommen. Die Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung
steigt zudem insbesondere aufgrund der verbesserten medizinischen Versorgung sowie der
verbesserten Lebensbedingungen.
Personen, die in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer
solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten bei Bedarf Leistungen der Einglie-
derungshilfe nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX). Die entsprechenden Einrichtungen
und Dienste sind im vo rliegenden Pflegebedarfsplan, der den Bereich der Pflege und pflege-
ergänzenden Hilfen nach dem Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) abbildet, nicht enthalten.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 55
Der Anstieg an älteren , pflegebedürftigen Personen stellt die Angebote der Eingliederungs-
hilfe vor Herausforderungen, da für eine angemessene Betreuung und Versorgung zuneh-
mend pflegefachliche Qualifikationen und Ressourcen erforderlich sind . Umzüge in reguläre
Pflegeeinrichtungen sind oftmals keine adäquate Lösung , da diese nicht auf die besonderen
Bedarfe von Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder kognitiven Einschränkungen
ausgerichtet sind.
In Münster gibt es drei stationäre Einrichtungen mit insgesamt 154 Plätzen für pflegebedürf-
tige Menschen mit einer geistigen Behinderung bzw. einem erhöh ten psychosozialen Hilfebe-
darf.
Tabelle: Angebote für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf, Stand 30.06.2022
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbezirk Stadtteil Plätze
1 Haus Thomas
Alexianer Münster
Stationäre Dauer-
pflege
Hiltrup Amelsbüren 54
2 Haus vom Guten Hir-
ten – Pflegebereich
Stationäre Dauer-
pflege
Mitte Herz-Jesu 20
2 LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Stationäre Dauer-
pflege
Mitte Uppenberg 80
Gesamt 154
Quelle: PfAD.wtg
Im ambulanten und teilstationären Bereich ist für Betroffene individuell die Frage zu klären,
welche Ansprüche eine Person gegenüber der Pflegeversicherung (SGB XI) geltend machen
kann und welcher Teilhabeanspruch (SGB IX) besteht. Die Schnittstelle ist fließend und durch
die verschiedenen Sozialgesetzbücher und Zielrichtungen nicht einfach zu erfassen. Trägerun-
abhängige Beratung erhalten Betroffene z.B. durch die Ergänzende unabhängige Teilhabebe-
ratung (EUTB) Lebens(t)raum Münster.
Es findet ein Austausch zwischen dem Sozialamt, dem Landschaftsverband Westfalen Lippe
und ggf. Trägern statt, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie eine bedarfsgerechte pflege-
rische Versorgung und Betreuung für Menschen an der Schnittstelle Pflege und Eing liede-
rungshilfe gewährleistet und Konzepte weiterentwickelt werden können.
5.2.3 Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf
Für Menschen mit einem außerklinischen Intensivpflegebedarf gibt es verschiedene Unter-
stützungsformen im ambulanten und stationären Bereich. Im Oktober 2020 ist das neue In-
tensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) in Kraft getreten. Im November
2021 wurden die Richtlinien vom gemeinsamen Bundesausschuss veröffentlicht, so dass ak-
tuell die Arbeit an den Rahmenem pfehlungen und die Vertragsverha ndlungen zwischen GKV-
Spitzenverband und Leistungserbringen erfolgen. Der Einsatz neuer Verordnungen zur Umset-
zung des IPReG sollen danach ab dem 01.01.2023 möglich werden.
In Münster gibt es aktuell 50 Plätze in Wohnformen mit einer umfassenden Versorgungssi-
cherheit für Menschen mit einem Intensivpflegebedarf. Die Klarastift Service GmbH hat ihr
56 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Angebot der Casa Vitae mit 16 Plätzen der Phase -F zum 31.09.2021 eingestellt. Das Haus Au-
gustinus hält aktuell 24 Plätze vor, ist jedoch so konzipiert, dass eine Aufstockung auf 48 Plätze
grundsätzlich angestrebt wird.
Tabelle: Angebote für Menschen mit außerklinische m Intensivpflegebedarf,
Stand: 30.06.2022
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Außerklinische Intensivpflege
Mehrgenerationenhaus Mat-
hildenstift,
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Ambulante betreute
Wohngemeinschaft
Mitte Budden-
turm
9
2 Christopher Haus,
air vital Kranken- und Inten-
sivpflege GmbH
Ambulant betreute
Wohngemeinschaft
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
17
3 Haus Augustinus,
Alexianer Münster
Vollstationäre Pfle-
geeinrichtung
Hiltrup Amelsbüren 24
Gesamt 50
Quelle: PfAD.wtg
In Münster besteht aktuell kein Bedarf am Ausbau weiterer Plätze der außerklinischen Inten-
sivpflege mit umfassender Versorgungssicherheit. Dieser Bereich ist durch die Notwendigkeit
einer Zusatzqualifikation und des hohen Personalbedarfs insbesondere vom F achkräfteman-
gel betroffen. Vorhandene Plätze konnten im letzten Jahr durch die personelle Situation
nicht durchgehend betrieben werden. Vorrang sollte die Auslastung der bestehenden Plätze
haben, bevor Träger zu weiterem Ausbau beraten werden.
6 Pflege(fach)kräfte in Münster
Die Sektoren der Altenpflege und der Gesundheits - und (Kinder-)Krankenpflege können im
Bereich der Fachkräfte aufgrund der vielfältigen Bezüge und Wechselwirkungen nicht ge-
trennt betrachtet werden. Seit dem Jahr 2020 wurden die bis dahin unterschiedlichen Ausbil-
dungsgänge durch die generalistische Pflegefachkraftausbildung abgelöst.
Nahezu drei Viertel der Pflegefachkräfte arbeiten in Münster im Bereich des Krankenhaussek-
tors. Prof. Dr. Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflege forschung e.V. (DIP) hat im
Rahmen eines Workshops am 16.03.2022 mit einer Arbeitsgruppe der Konferenz Alter und
Pflege (s. Kapitel 7.1) eine Auswertung der personellen Situation in Münster vorgenommen.
Im Jahr 2019 waren demnach insgesamt 663 Fachkräfte in ambulanten Pflegediensten ange-
stellt, 936 Fachkräfte in stationären Pflegeeinrichtungen und 4.402 Fachkräfte in Krankenhäu-
sern und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen.
Auf eine arbeitslos gemeldete Fachk raft in der Altenpflege kamen im März 2021 6,6 offen ge-
meldete Arbeitsstellen. In der K rankenpflege waren es 4,8 offen gemeldete Stellen. In Müns-
ter waren im Juni 2021 1.605 Altenpflegerinnen und Altenpflege r sozialversicherungspflichtig
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 57
beschäftigt, gleichzeitig gab es im März 2021 nur 8 arbeitslos gemeldete Fachkräfte. Im Be-
reich der Gesundheits- und Krankenpflege waren 6.555 Menschen beschäftigt und 12 Perso-
nen arbeitslos gemeldet.
Eine Ungleichheit zwischen den Sektoren besteht nach wie vor bei der Bezahlung der Fach-
kräfte in den Krankenhäusern und den Angeboten der Altenpflege. Das Gesundheitsversor-
gungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG), welches im Juli 2021 beschlossen wurde, regelt,
dass ab dem 01.09.2022 nur noch Pflegeeinrichtungen zugelassen werden, die eine Bezahlung
der Pflege - und Betreuu ngskräfte mindestens in Tarifhöhe nachweisen können. Außerdem
steigen laut 5. Pflegearbeitsbedingungenverordnung (5. PflegeArbbV) ab September die Pfle-
gemindestlöhne in der Altenpflege in drei Schritten bis zum 01.12.2023 an. Dies ist für einige
Angestellte im Bereich der Altenpflege eine Verbesserung, kann die Lücke zwischen den Sek-
toren jedoch nicht schließen.
Der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege wird sich perspektivisch noch deutlich zuspitzen .
In NRW hat sich die Summe der fehlenden Fachkräfte von 2017 bis 2019 mehr als verdoppelt.
Die Bedarfe summieren sich a us dem Sofortbedarf der Einrichtungen durch nicht besetzte
Stellen, de n Ersatzbedarf bei Renteneintritt des bestehenden Personals und de m Verände-
rungsbedarf.
Bei der Altersstruktur des Personals zeichnet sich ab, dass die Berufsdemographie in der Pflege
für eine deutliche Verstärkung des Fachkräftemangels sorgen wird. In der Altenpflege sind
24,6 Prozent der Fachkräfte im ambulanten und stationären Bereich 56 Jahre und älter. In den
Krankenhäusern sind es 18,3 Prozent. In ungefähr sieben bis zehn Jahren werden viele beruf-
lich Pflegende in den Ruhestand wechseln und damit in der bestehenden Pflegei nfrastruktur
fehlen. Prof. Dr. Isfort sieht vor diesem Hintergrund ein en weiteren Aufbau von Angebots-
strukturen sehr kritisch. Dieser könne nur in dem Umfang erfolgen, in dem auch die erforder-
lichen Fachkräfte zur Verfügung stünden. Es ginge daher schwerpunktmäßig um eine Verän-
derung bestehender Strukturen, mit möglichst effiziente m Einsatz de r vorhandenen Pflege-
kräfte. In der Landesberichterstattung der Gesundheitsberufe wurde erstmalig eine fachpfle-
gerische Versorgungsquote errechnet, die einen Vergleich ziehen soll, wo eine Versorgung der
Pflegebedürftigen auf Basis der zu erwartenden Pflege kräfte besser oder schlechter gelingen
wird. Mit einer Quote von 16,2 ist die Situation in Münster vergleichsweise gut, bei einem
Durchschnittswert von 21,48 in NRW und Höchstwerten bis zu 46,6. Der Index der fachpflege-
rischen Versorgungsquote liegt auch in den Nachbarkreisen bereits deutlich über dem Wert
von Münster: Kreis Steinfurt liegt bei 28,7, Kreis Warendorf bei 23,5 und Kreis Coesfeld bei
27,8. Gründe für den vergleichsweise guten Wert liegen u.a. in der hohen Anzahl an Pflege-
schulen mit einem großen Potenzial an neuen Pflegekräften.
Bei einem Blick auf die Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit ist auf fällig, dass viele
Beschäftigte nach Münster einpendeln. Die Einrichtungen profitieren aktuell von dem Poten-
zial an Fachkräften aus den Nachbarkreisen.
Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat im Auftrag des Ministe-
riums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) eine Studie zur „Berufseinmündung und –
verbleib in der Pflege in Nordrhein -Westfalen“ (2022) durchgeführt und kommt zu dem Er-
gebnis, dass die Pflege regional und kleinräumig organisiert ist. Junge Pflegende haben eine
58 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
hohe Ortstreue und sind im Median bereit , einen Fahrweg von maximal 20 Kilometer zurück-
zulegen. Mehr als die Hälfte von ihnen beg innt ihren Berufsweg im eigenen Ausbildungsbe-
trieb.
Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie wird medial oftmals der Eindruck vermittelt, dass Pfle-
gekräfte ihrem Beruf in der Alten- oder Krankenpflege den Rücken kehren. Bezeichnet wird
diese Phänomen als „Pfle xit“. Dies kann durch die Studie nicht bestätigt werden. Die mittlere
Verweildauer in der Gesundheits - und (Kinder)Krankenpflege beträgt 18 Jahre und in der Al-
tenpflege 13 Jahre. Aktuell verzeichnet N ordrhein-Westfalen einen Höchststand an Beschäf-
tigten in der Pflege (MAGS NRW, DIP e.V. (2022): Berufseinmündung und Berufsverbleib in
der Pflege in NRW).
Die Bundesagentur für Arbeit hat im Mai 2022 einen Bericht zur „Arbeitsmarktsituation im
Pflegebereich“ veröffentlicht und kommt zu dem Ergebnis, dass es weiterhin deutliche Eng-
pässe gibt. Beiträge zur Deckung des Fachkräftemangels sind die Gewinnung von Fachkräften
aus dem Ausland, die Ausweitung des A rbeitszeitvolumens der T eilzeitbeschäftigten, sowie
Weiterbildungsmaßnahmen für Pflegehilfskräfte.
Auf Landesebene werden Rahmenbedingungen geschaffen, die einen Zuzug für Pflegefach-
kräfte aus dem Ausland erleichtern, z.B. durch eine zentrale Anerkennungsstelle für Gesund-
heitsberufe und einem Willkommensgeld, welches Aufwendungen für Kosten des Visums, der
Einreise und Erstausstattung abfedern soll. Insbesondere in den größeren Städten gelingt eine
erfolgreiche Anwerbung. Aktuell ist die ser Anteil nur von geringer Bedeutung und wird den
gegenwärtigen Mangel nicht aufheben können (MAGS NRW, DIP e.V. (2022): Berufseinmün-
dung und Berufsverbleib in der Pflege NRW) .
Eine Ausweitung ihres Arbeitsvolumens wünschen sich nur 3,1 Prozent der befragten Pflegen-
den der Studie des DIP zur Berufseinmündung und -verbleib. 64,7 Prozent sind mit dem aktu-
ellen Stellenumfang zufrieden und 31,9 Prozent würden gerne reduzieren. Gründe für eine
Teilzeitstelle bestehen in de m Mehr an Freizeit, das eine Regeneration ermöglicht. Eine Voll-
zeitstelle beinhalte mehr Arbeitstage an einem Stück, was eine höhere Belastung bedeute und
die Gefahr, dass die eigene Gesundheit leide .
Pflegehilfskräfte mit Potenzial für eine Weiterbildung werden nach Aussagen von Trägern di-
rekt vom Arbeitgeber angesprochen und beraten.
Aktuelle Entwicklungen wie die geplante Einführung eines Personalbemessungsinstrumentes
in der stationären Altenpflege oder auch der Abschluss eines Tarifvertrages „Entlastung“ an
den Uni-Kliniken in NRW sollen perspektivisch zu einer besseren personellen Ausstattung füh-
ren und damit auch die Attraktivität des Berufsbildes erhöhen.
Ausbildung
Seit 2020 gibt es die generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder Pflegefach-
mann. Im Jahr 2022 ist zudem die generalistische Ausbildung zur Pflegefachassistenzkraft hin-
zugekommen. Bei beiden Ausbildungsgängen ist die sogenannte „Externenprüfung“ möglich ,
wenn Berufserfahrung im pflegerischen Bereich vorliegt. Die Prüfung erfolgt bei den Pflege-
schulen, die u.a. Vorbereitungskurse anbieten.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 59
Im Jahr 2021 haben in Nordrhein-Westfalen 8,7 Prozent mehr Personen mit einer Ausbildung
zur Pflegefachkraft begonnen. Die Ausbildungszahlen steigen an. Aktuell werden die Zahlen
der Auszubildenden in Münster von IT.NRW in zwei Statistiken erfasst, was eine Gesamtaus-
wertung erschwert. Die Statistik der Ausbildungsgänge zur Altenpflege und (Kinder-)Kranken-
pflege wird bis zum Abschluss des letzten Jahrgangs fortgeführt . Eine neue Statistik über die
Ausbildung zur Pflegefachkraft wurde im Jahr 2020 begonnen . IT.NRW erhebt die Zahlen der
Auszubildenden in Münster außerdem zu unterschiedlichen Stichtagen. Die früheren Ausbil-
dungsgänge werden zum 15.10. des Jahres erhoben, die neue Ausbildung zum 31.12. des Jah-
res. In der folgenden Tabel le werden die unterschiedlichen Ausbildungsgänge addiert, um ei-
nen Vergleich für Münster zu ermöglichen. Die Zahl der Auszubildenden ist im Jahr 2021 im
Vergleich zum Vorjahr um 10 Personen angestiegen. Der Ausbau der Pflegeschulen wird sich
voraussichtlich erst in den kommenden Jahren bemerkbar machen, da Umbaumaßnahmen
noch nicht abgeschlossen, bzw. die Neubauten im Jahr 2021 noch nicht bezogen werden konn-
ten. Es wird auch in Münster mit einem Anstieg der Zahlen gerechnet.
Tabelle: Auszubildende in Münster
Auszubildende an den Pflege-
schulen:
2019 2020 2021
Krankenpflegeschule 816 485 245
Kinderkrankenpflegeschule 212 130 70
Fachseminar für Altenpflege 591 423 220
Auszubildende in der neuen
Ausbildung:
Pflegefachfrau/Pflegefachmann - 573 1086
Gesamt 1619 1611 1621
Quellen:
1) Information und Technik NRW (2021), „Schulen, Klassen, Auszubildende und neu belegte Ausbildungsplätze
nach Typ an Schulen des Gesundheitswesens“, Stichtag: 15.10.
2) Information und Technik NRW (2022 ), Statistik nach d er Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung,
„Auszubildende nach dem Pflegeberufe-Gesetz in Münster nach Geschlecht“, Stichtag: 31.12.
Bei der Befragung von jungen Pflegenden hat das DIP abgefragt, wann ein Arbeitsplatz attrak-
tiv ist. Hauptfaktoren sind ein guter Personalschlüssel, ein gutes Team und eine gute Einarbei-
tung. Abweichend von den Antworten der Arbeitgeber wurden von den Pflegenden außerdem
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, der Wunsch neue Aufgaben zu übernehmen und zu
erlernen, sowi e die betriebliche Gesundheitsfürsorge genannt. Keine Rolle spielt hingegen
eine Unterstützung durch Wohnraum, eine Kita oder eine bessere Mobilität am Arbeitsort
(MAGS NRW, DIP e.V. (2022): Berufseinmündung und Berufsverbleib in der Pflege NRW) .
Am 27. Oktober 2022 ist eine kommunale Veranstaltung zur Pflegeausbildung in Münster ge-
plant. Ziel ist es, die Auswirkungen der Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung zu
erfassen und mögliche kommunale Handlungsbedarfe zu eruieren. Eingeladen werden Vertre-
terinnen und Vertreter der schulischen und praktischen Ausbildung – sowohl aus dem Bereich
der Krankenpflege als auch der Altenpflege – sowie die im Rat vertreten den Fraktionen und
Gruppen. Die Planung der Veranstaltung erfolgt durch das Sozia lamt in Kooperation mit dem
Gesundheitsamt, dem Jobcenter und der Bezirksregierung Münster. Darüber hinaus werden
das Ausländeramt und die Agentur für Arbeit teilnehmen.
60 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Die „Starke Pflege in Münster. Die Pflegemodellregion“ ist im Bereich der Fachkräftesicherung
und Ausbildungsförderung sehr aktiv. Es wird gemeinsam ein Modell entwickelt, wie (poten-
zielle) Auszubildende vor und während der Qualifizierung gestärkt werden können. Denkbar
sind gemeinsam entwickelte arbeitsmarktbezogene Maßnahmen mit einer Clearingstelle als
offenem Angebot. Ziel ist es, auch diejenigen mit einer Ausbildung zu q ualifizieren, die aktuell
aufgrund von sozialen und persönlichen Schwierigkeiten und Belastungen keine Möglichkeit
erhalten. Abbruchquoten sollen verringert und der akt uelle Aufwand einzelner Träger redu-
ziert werden.
7 Bedarfsfeststellung für die vollstationäre Dauerpflege 2022-2025
Für die vollstationäre Dauerpflege ist aufgrund der verbindlichen Planung nach §7 Abs. 6 APG
die Frage zu beantworten, ob das bestehende Angebot an vollstationären Pflegeeinrichtungen
den örtlichen Bedarf abdeckt oder ob und in welcher Höhe zusätzliche Kapazitäten erforder-
lich sind. Bei einer Feststellung eines Bedarfs erfolgt ein Ausschreibungsverfahren in dem ent-
schieden wird, welcher Träger die Bedarfsbestätigung zum Bau neuer bzw. zur Erweiterung
bestehender Plätze erhält. Laut Alten - und Pflegegesetz NRW ist von einer Bedarfsdeckung
auszugehen, wenn einer zu erwartenden Nachfrage ein mindestens deckungsgleiches Ange-
bot gegenübersteht. Für die pflegebedürftigen Menschen soll en dabei auch Wahlmöglichkei-
ten in angemessenem Umfang gesichert sein .
Mit den „Handlungsempfehlungen Pflege und Versorgungssicherheit im Quartier“ hat die
Kommunale Konferenz Alter und Pflege besc hlossen, dass die ambulant betreuten Pflege -
Wohngemeinschaften bei der Bewertung des Bedarfs mit einbezogen werden sollen, da auch
diese ein Angebot an umfassender Pflege vorhalten. Diese Option wurde bereits mit der Ein-
führung des Alten- und Pflegegesetzes eröffnet. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: „In
diesem Rahmen hat die Kommune einen großen Einschätzungs - und Planungsspielraum und
kann insbesondere auch alternative Angebotsformen ( Pflege-Wohngemeinschaften, Quar-
tiersangebote) mit berücksichtigen.“
Im April 2021 wurde durch die Kommunalen Konferenz Alter und Pflege eine Arbeitsgruppe
zur Weiterentwicklung der Pflegebedarfsplanung gegründet. Deren Auftrag bestand insbeson-
dere darin, sich mit den Inhalten und Methoden der Pflegebedarf splanung und dabei insbe-
sondere der Berechnung des Bedarfs an stationären Dauerpflegeplätzen, auseinanderzuset-
zen und Anregungen zur Weiterentwicklung zu geben. Ziel des Prozesses war, die aktuelle Si-
tuation und zu erwartende Entwicklung perspektivisch noc h besser abbilden zu können, dies
insbesondere vor dem Hintergrund der nach wie vor bestehenden Diskrepanz zwischen den
Ergebnissen der Pflegebedarfsplanung und der Einschätzung verschiedener Akteure zur Be-
darfslage. Die Ergebnisse werden unter 7.1 beschri eben. Als Grundlage für eine Entscheidung
zum Bedarf wird anschließend zunächst die bisherige Auslastung der vollstationären Pflege-
einrichtungen dargestellt, bevor auf die zukünftige Nachfrageentwicklung eingegangen wird.
Anschließend erfolgt eine Bewertun g, inwieweit sich daraus ein Bedarf oder eine Bedarfsde-
ckung an vollstationären Dauerpflegeplätzen in Münster ergibt.
Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Pflegebedarfsplanung
Die Arbeitsgruppe unter Moderation der Pflegeplanung setzte sich zunächst aus fünf Mitglie-
dern der Konferenz zusammen, die dort den Bereich der stationären Pflege, der Wohlfahrts-
verbände, der Kliniken und der Kommunalpolitik vertreten. Im Auftakttermin im Juni 2021
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 61
wurden zunächst die gesetzlichen Grundlagen , das vorhandene Datenmaterial, das Vorgehen
der Stadt Münster im Vergleich zu anderen Kreisen und Städten und das Berechnungsergebnis
auf Grundlage der aktualisierten Bevölkerungsdaten vorgestellt und diskutiert. Erste Anregun-
gen, wie die Durchführung ein er Belegungsabfrage in den Pflege -Wohngemeinschaften oder
die Darstellung der demographischen Entwicklung nach Stadtbezirken , wurden direkt aufge-
nommen und bereits bei der Erstellung des Pflegebedarfsplans 2021 – 2024 umgesetzt.
Für die zweite Sitzung wurden durch die Pflegeplanung weitere aus der AG angefragte Daten
aufbereitet und einzelne Indikatoren für die zukünftige Pflegebedarfsplanung ergänzt. So
wurde angeregt, mehr darüber herauszufinden, welche Gründe bei einem Einzug in eine sta-
tionäre Pfleg eeinrichtung im Vordergrund stehen. Der Vorschlag, für den weiteren Prozess
eine wissenschaftliche Beratung in Anspruch zu nehmen, wurde positiv aufgenommen.
In der dritten Sitzung der AG wurde gemeinsam ein Erhebungsbogen zur Befragung der stati-
onären Einrichtungen bzgl. der Aufnahmeanlässe im Zeitraum 01.01. – 30.06.2022 entwickelt
und abgestimmt ( Ergebnisse s. Kapitel 3). Die Ergebnisse der Anfrage verschiedener wissen-
schaftlicher Institute zur Beratung im weiteren Prozess wurden eingebr acht. Darüber hinaus
wurden die zentralen Ergebnisse der Regionalkonferenz Fachkräftesicherung für den Regie-
rungsbezirk Münster am 29.11.2021 vorgestellt und beraten , zu der das Deutsche Institut für
angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit
und Soziales eingeladen hatte.
Das DIP konnte gewonnen werden, den Pflegebedarfsplan der Stadt Münster zu prüfen und
Anregungen zur Weiterentwicklung zu geben. Der für den 16.03.2022 geplante Workshop mit
Prof. Dr. Michael Isfort, zu dem ergänzend zur AG auch Vertreterinnen und Vertreter der Kom-
munalen Seniorenvertretung sowie der Kommission zur Förderung der Inklusion von Men-
schen mit Behinderung en eingeladen wurden, konnte aufgrund der Corona -Situation leider
nur digital stattfinden.
Das Fazit und die weitergehenden Hinweise von Prof. Dr. Isfort lassen sich wie folgt darstellen:
1. Der kommunale Pflegebedarfsplan für Münster weist eine Vielzahl an analysierten Ebenen
auf. Er erscheint fachlich solide und transparent in der Methodik .
2. Einzelne zusätzliche Analyseperspektiven können ggf. ergänzt werden; dies sei jedoch auf-
wendig und bed ürfe eigener Untersuchungen (z.B. pflegekulturelle Präferenzen/Netz-
werke und Versorgungsstabilität Älterer) .
3. Langfristige Prognosen (z.B. bis 2040) s eien angesichts wenig zu stabilisierender Randbe-
dingungen (Wirtschaft/Sozialrecht/Pflegerecht) als instabil zu betrachten .
4. Zukunftsperspektive sei nicht ein weiterer Ausbau/Aufbau sondern ein Umbau der Versor-
gungsstrukturen mit Einrichtungen als starke Partner (Prävention/Gesamtversorgung) .
5. Stärkung familiärer Unterstützungen und Hilfsangebote zur Stabilisierung der häuslichen
Versorgung.
Im Mai 2 022 traf sich die erweiterte AG zu einem – zunächst – abschließenden Treffen. Im
Vordergrund stand die Diskussion um die Sicherung der steigenden Versorgungsbedarfe an-
gesichts des zunehmenden Fachkräfte- bzw. Arbeitskräftemangels im Bereich der Pflege. Dar-
über hinaus wurde unter anderem über die Anregung von Prof. Dr. Isfort diskutiert, eine Er-
hebung zu den pflegekult urellen Präferenzen der Münsteraner Bevölkerung vorzunehmen.
62 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Hierdurch sollen weitere Erkenntnisse zur zukünftigen Gestaltung der Angebotslandschaft ge-
wonnen werden. Die Verwaltung wird hierzu einen Vorschlag erarbeiten und mit der AG ab-
stimmen. Die weiteren diskutierten Themen, wie der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen oder
die Problematik fehlender bezahlbarer Grundstücke für Pflege-Wohngemeinschaften, werden
im Rahmen der Pflegeplanung weiter bearbeitet.
Die Konferenz Alter und Pflege wurde in ihren Sitz ungen am 30.09.2021 und 26.04.2022 aus-
führlich über die Arbeit der AG informiert.
Auslastung der Angebote mit umfassender Pflege in Münster
Personen, die eine stationäre Pflegeeinrichtung suchen, schildern nach wie vor die Erfahrung,
dass es sehr schwieri g ist, einen geeigneten Platz zu finden . Viele Einrichtungen führen War-
telisten und kontaktieren die Interessentinnen und Interessenten, sobald freie Kapazitäten zur
Verfügung stehen . Ein Verbleib in dem vertrauten Quartier oder eine Unterbringung in der
Wunscheinrichtung ist in dieser Situation nur möglich, wenn Wartezeiten durch andere Ver-
sorgungsformen überbrückt werden können.
Mit dem Heimfinder (www.heimfinder.nrw.de) hat das Land NRW eine Möglichkeit geschaf-
fen, freie Kapazitäten auf einen Blick zu sehen, um eine schnelle Versorgung zu organisieren.
Stationäre Einrichtungen sind nach § 23 Abs. 4 WTG DVO verpflichtet, tagesaktuell freie und
belegbare Plätze anzuzeigen; sofern eine Warteliste besteht oder ein Platz bereits vergeben
ist, ist dieser Platz im Heimfinder nicht anzugeben. Bei einem regelmäßigen Blick in den Heim-
finder wird deutlich, dass f ür Münster lediglich einzelne freie Plätze sowohl in der Kurzzeit-
pflege als auch in der Dauerpflege gemeldet werden. Das Angebot an freien Plätzen in vollsta-
tionären Einrichtungen ist sehr begrenzt. Rückschlüsse, ob und in welchem Umfang Personen
ein Angebot erhalten haben, sind hieraus jedoch nicht möglich.
Träger, Beratungsstellen und auch pflegende An - und Zugehörigen machen auf Grundlage ih-
rer Erfahrungen mit den Schwierigkeiten bei der Suche nach einer stationären Versorgung ge-
genüber der kommunalen Pflegeplanung deutlich, dass sie einen zusätzlichen Bedarf an wei-
teren Plätzen mit umfassender Versorgung sehen.
Durch die Stadt Münster wird seit 2011 regelmäßig die Auslastung der vollstationären Pflege-
einrichtungen abgefragt. Diese Daten bieten einen Anhaltspunkt, inwieweit das bestehende
Platzangebot in der Vergangenheit vollumfänglich genutzt wurde oder ob ggf. Überkapazitä-
ten bestehen. Bei einer Auslastung der Einrichtungen von 98 Prozent wird von einer Vollaus-
lastung ausgegangen. Bei der Wiederbelegung von Zimmern nach dem Auszug oder Verster-
ben einer Bewohnerin oder eines Bewohners kommt es in der Regel zu kurzfristigen Leerstän-
den, so dass eine 100 -prozentige Auslastung nicht zu erreichen ist . Vor dem Hintergrund der
Corona-Pandemie wurde die Belegungsabfrage im Jahr 2020 und der ersten Jahreshälfte 2021
ausgesetzt, da die Ergebnisse nicht aussagekräftig gewesen wären. Ab dem 01.07.2021 wurde
die Abfrage wieder aufgenommen, da sich zu diesen Zeitpunkt die Situation, insbesondere
durch den Impffortschritt, wieder stabilisiert hatte.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 63
Tabelle: Auslastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen in Prozent
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2011 93,9 97,0 97,3 95,6 96,0
2012 93,6 96,3 96,8 96,7 95,9
2013 96,0 96,0 93,7 95,5 95,3
2014 96,7 95,7 96,5 95,8 96,2
2015 96,7 96,2 96,4 96,5 96,5
2016 96,5 96,0 96,8 96,5 96,5
2017 95,8 95,9 96,1 95,8 95,9
2018 95,7 96,3 95,2 96,0 95,8
2019 94,5 96,5 96,0 96,1 95,8
2020 ./. ./. ./. ./. ./.
2021 ./. ./. 96,4 96,2 96,3
2022 95,7 95,3 95,6 ./. 95,5
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
Mit einem bisherigen Durchschnitt des Jahres 2022 von 95,5 Prozent ist die Auslastung der
stationären Einrichtungen etwas geringer als in den Vorjahren. Bei der Betrachtung der durch-
schnittlichen Auslastung der einzelnen Einrichtungen wird deutlich, dass auch in Jahr 2022 die
Hälfte aller Einrichtungen (16) mit mindestens 98 Prozent belegt und damit voll ausgelastet
waren. Weitere 12 Einrichtungen haben eine durchschnittliche Auslastung zwischen 95 und
98 Prozent. Eine Einrichtung liegt knapp unter 95 Prozent und zwei Einrichtungen begründen
die geringere Ausl astung mit Baumaßnahmen und Personalmangel, die dazu führen, dass
Plätze aktuell nicht belegt werden können.
Die Belegung der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften wurde auf Anregung der Arbeits-
gruppe zur Weiterentwicklung der Pflegebedarfsplanung erstmals zum 01.07.22021 abge-
fragt, um auch bei diesen Plätzen mit umfassender Versorgung die Auslastung zu erfassen .
Diese wurde im Jahr 2022 erneut durchgeführt :
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2021 ./. ./. 88,3 88,3 88,3
2022 90,7 90,0 92,8 ./. 91,2
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
Mit 91,2 Prozent liegt die Auslastung in diesem J ahr höher als im Jahr 2021. Zum 1.07.2022
waren 259 Plätze von insgesamt 279 Plätzen belegt. Bei der Betrachtung der einzelnen Pflege-
Wohngemeinschaft wird deutlich, dass insgesamt 21 von 27 Angeboten voll ausgelastet waren
(maximal ein freier Platz). Drei Angebote begründen die geringere Auslastung durch die Eröff-
nung im Abfragezeitraum . Fünf Pflege -Wohngemeinschaften geben als Begründung für eine
geringere Auslastung Personalmangel an.
64 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Die Auslastungsabfrage der Einrichtungen mit umfassender Versorgungssicherheit stellt dar,
dass bei der stationären Pflege die Hälfte aller Angebote und bei den ambulanten Pflege -
Wohngemeinschaften drei Viertel der Angebote voll ausgelastet sind. Acht Angebote mit um-
fassender Versorgung geben an, dass sie aufgrund von Baumaßnahmen und Personalmangel
die bestehenden Plätze nicht voll belegen können. Diese können perspektivisch wieder belegt
werden und stehen dann als freie Kap azitäten zur Verfügung. Die Hälfte der stationären Ein-
richtungen und ein Viertel der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften verfügen über ein-
zelne freie Kapazitäten.
Prognose der zukünftigen Inanspruchnahme von Pflegeleistungen
IT.NRW stellt mit der Modellre chnung zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in NRW eine
Statistik zur Einschätzung der zukünftigen Nachfrageentwicklung zur Verfügung. Die Modell-
rechnung wurde zuletzt im Dezember 2016 auf Basis der Daten von 2013 aktualisiert und fort-
geschrieben bis zu m Jahr 2040/2060 (Statistische Berichte: Modellrechnung zur Entwicklung
der Pflegebedürftigkeit in Nordrhein -Westfalen, 2013 bis 2040/2060). Es werden zwei mögli-
che Varianten der Entwicklung errechnet, die sogenannte konstante Variante und eine Trend-
variante. Bei der konstanten Variante wird der Fokus ausschließlich auf die demografischen
Veränderungen gelegt und ein gleichbleibendes Pflegerisiko unterstellt. Die Trendvariante
geht dagegen von einer Abnahme des Pflegerisikos aus. Basierend auf aktuelle Stud ien wird
angenommen, dass mit einer steigenden Lebenserwartung auch eine bessere Gesundheit ver-
bunden sein wird, also von einem Anstieg der pflegebedürftigkeitsfreien Lebenszeit auszuge-
hen ist. Für die Berechnung der Trendvariante wurde entsprechend der St eigerung der Le-
benserwartung eine Verschiebung der Pflegequoten durchgeführt.
Ein wesentliches Manko der Modellrechnung liegt darin, dass die Prognose auf der Auswer-
tung der Inanspruchnahme der Pflegeleistungen in der Vergangenheit beruht (2013) und die
Erhebungszeiträume zwischenzeitlich weit zurückliegen. D abei ist zu beachten, dass die er-
folgten gesetzlichen Veränderungen, die insbesondere zu einer starken Zunahme der Leis-
tungsempfängerinnen und Leistungsempfängern im ambulanten Pflegesektor geführt habe n,
noch nicht berücksichtigt sind. Auch mögliche Veränderungen in den Präferenzen der Nutze-
rinnen und Nutzer können nicht abgebildet werden.
Die Ergebnisse der konstanten sowie der Trendvariante zur Prognose der stationären Pflege
sind in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Hier zeigt sich sowohl in der konstanten als auch
in der Trendvariante eine kontinuierliche Zunahme um jeweils etwa 37 Prozent bis zum Jahr
2040 – in der Trendvariante jedoch auf niedrigerem Niveau.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 65
Quelle: IT.NRW, Modellrechnung zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in NRW - 2013 bis 2040/2060
Die konstanten Variante prognostiziert für das Jahr 2025 2.900 Leistungsempfängerinnen und
Leistungsempfänger in der stationären Pflege und die Trendvariante 2.600. Mit der Anzahl von
2.826 Plätzen (bei 98%-iger Auslastung) an umfassender Pflege, ergibt sich für die konstante
Variante ein Bedarf an 74 Plätzen und für die Trendvariante ein Überangebot von 226 Plätzen.
Vergleicht man die Prognose von IT.NRW mit der tatsächlichen Entwicklung , wird deutlich,
dass die Statistik aufgrund der veralteten Daten- und Rechtslage nicht mehr aussagekräftig ist.
Die Prognose der Trendvari ante für das Jahr 2025 mit 2 .600 Pflegebedürftigen in der statio-
nären Pflege wurde bereits 2017 mit 2.640 Personen und i m Jahr 2 019 mit 2.649 Personen
erreicht. Eine neue Modellrechnung auf Basis der Daten zur Pflegestatistik von 2021 wird im
Jahr 2023 erwartet.
Um für den Planungszeitraum bis 202 5 eine Aussage zum Bedarf an stationären Dauerpflege-
plätzen zu treffen, wurde eine eigene Berechnung auf der Grundlage der aktuellsten Daten
der Pflegestatistik (Stichtag 15. bzw. 31.12.2019) und der kleinräumigen Bevölkerungsprog-
nose der Stadt Münster 2019 -2030 durchgeführt. Dabei wurde eine konstante Entwick lung
unterstellt, indem die Inanspruchnahme der Pflegeleistungen auf dem Niveau des Jahres 2019
verbleibt (Status-Quo-Berechnung).
Für die Berechnung wurden zunächst die Pflegequoten nach Alter und Geschlecht für den Be-
reich der vollstationären Dauerpflege errechnet. Diese Daten bilden ab, wie hoch der Anteil
der Personen, die stationär versorgt werden, an der jeweiligen Altersgruppe ist. Die Pflege-
quoten reichen von 0,03 Prozent bei den Personen un ter 60 Jahren bis hin zu 27,60 Prozent
bei den über 90-jährigen Frauen.
2700 2900 3100
3400
3700
2400 2600 2800 3000
3300
0
1000
2000
3000
4000
2020 2025 2030 2035 2040
Modellrechnung zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in NRW -
stationäre Pflege (IT.NRW)
konstante Variante Trendvariante
66 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Tabelle: Anteil der Pflegebedürftigen in vollstationärer Dauerpflege an der Bevölkerung nach
Altersgruppen und Geschlecht *
Alter
Pflegebedürftige in
stationärer
Dauerpflege am
31.12.2019
Bevölkerung am
31.12.2019
Pflegequote
stationäre Dauer-
pflege
Männlich Weiblich Männlich Weiblich Männlich Weiblich
unter 60 Jahre 33 36 118 145 121 750 0,03 % 0,03 %
60 - 69 Jahre 105 63 15 537 16 763 0,68 % 0,38 %
70 - 79 Jahre 177 264 9 625 12 171 1,84 % 2,17 %
80 - 89 Jahre 297 807 5 802 9 237 5,12 % 8,74 %
90 Jahre und äl-
ter
141 630 856 2 283 16,47 % 27,60 %
Gesamt 753 1 800 149 965 162 204 0,50 % 1,11 %
Quelle: Pflegestatistik IT.NRW; Bevölkerungsdaten der Stadt Münster; eigene Berechnung
*Personen mit Geschlechtsangabe „divers“ o. „ohne Angabe“ sind zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Bei der Berechnung der Pflegequoten werden Bewohnerinnen und Bewohner von ambulant
betreuten Pflege-Wohngemeinschaften aktuell nicht berücksichtigt. Diese bildet allein den
Anteil der vollstationären Pflege ab. Die Gruppe der Nutzerinnen und Nutzer der Pflege -
Wohngemeinschaften lässt sich aus der Pflegestatistik von IT.NRW nicht separat auswerten,
da diese bei der ambulanten Pflege mit erfasst ist. Hieraus ergibt sich eine leichte Untererfas-
sung des Bedarfs an umfassender Pflege. Perspektivisch ist zu klären, wie die Pflege-Wohnge-
meinschaften nicht nur bei der Berücksichtigung des bestehenden Angebotes in Münster, son-
dern auch bei der Berechnung des Bedarfes berücksichtigt werden können. Voraussetzung
wäre die Durchführung einer eigenen detaillierten Datenerhebung.
Die Pflegequoten wurden auf der Grundlage der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der
Stadt Münster 2019 -2030 bis zum Jahr 202 5 hochgerechnet (siehe nachfolgende Tabelle).
Während die Anzahl der Personen unter 60 Jahren, die stationäre Pflegeleistungen benötigen,
demnach stabil bleiben wird, zeichnet sich bei den über 90 -Jährigen der größte Zuwachs mit
55 Männern und 52 Frauen ab.
Tabelle: Vorausberechnung der Pflegebedürftigen in vollstationärer Dauerpflege nach
Altersgruppen und Geschlecht (Status -Quo-Modell)
Alter Pflegebedürftige in stationärer
Dauerpflege (Männer)
Pflegebedürftige in stationärer
Dauerpflege (Frauen)
2022 2023 2024 2025 2022 2023 2024 2025
unter 60 Jahre 33 34 34 34 36 36 36 36
60 - 69 Jahre 115 119 122 125 69 71 73 75
70 - 79 Jahre 182 186 193 203 261 265 271 285
80 - 89 Jahre 324 328 326 315 867 873 870 834
90 Jahre und älter 167 173 186 199 653 661 681 715
Gesamt 821* 839* 861* 876* 1.886* 1.906* 1.931* 1.946*
Quelle: Pflegestatistik IT.NRW; Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölke-
rungsprognose der Stadt Münster 2019-2030; eigene Berechnung
*Abweichungen in den Summen sind rundungsbedingt
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 67
Im Ergebnis dieser Status -Quo-Berechnung benötigen 2.822 Pflegebedürftige (8 76 Männer
und 1.946 Frauen) im Jahr 2025 einen stationären Pflegeplatz.
Im nächsten Schritt wird die Zahl der demnach insgesamt erforderlichen Pflegeplätze der Zahl
der zur Verfügung stehenden Pflegeplätze mit umfassender Versorgung gegenübergestellt.
Das sind 2.603 vollstationäre Dauerpflegeplätze und 303 Plätze in ambulanten Pflege -Wohn-
gemeinschaften. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Einrichtungen und Wohngemein-
schaften bereits bei einer durchschnittlichen Belegung zu 98 Prozent voll ausgelastet sind. Der
nominell vorhandene Platzbestand wird daher um 2 Prozent reduziert. Daraus ergibt sich der
rechnerische Bedarf an stationären Pflegep lätzen (siehe nachfolgende Tabelle).
Tabelle: Bedarfsermittlung für die vollstationäre Pflege (Status -Quo-Modell) unter
Berücksichtigung des Bestands an Plätzen mit umfassender Pflege
Jahr Pflegebedürftige
stationär
Bestand an um-
fassender Pflege
(30.06.2022)
Bestand bei
98%-iger
Auslastung
Bedarf an
vollstationären
Pflegeplätzen
2022 2.707 2.884 2.826 -119
2023 2.745 2.884 2.826 -81
2024 2.792 2.884 2.826 -35
2025 2.822 2.884 2.826 -5
Demnach wäre auf der Grundlage dieser Modellrechnung bis 2025 ein ausreichendes Angebot
an Plätzen vorhanden. Zudem werden an der Hüfferstraße zum 01.08.2022 zwei Pflege-Wohn-
gemeinschaften mit insgesamt 22 Plätzen (wieder)eröffnet und weitere 12 Plätze sind im Ly-
dia-Zentrum, Nienberge, geplant. Weitere Gespräche zu neuen Pflege -Wohngemeinschaften
finden insbesondere i n den Quartieren auf den Grundstücken der ehemaligen Oxford- und
Yorkkaserne statt.
Bewertung
Der Bedarf an Angeboten der umfassenden Versorgung steigt stetig an. Die Gründe liegen im
Wesentlichen im demographischen Wandel. Gleichzeitig veränder n sich die Landschaft rund
um die vorpflegerischen und pflegerischen Angeboten, die Rahmenbedingungen sowie die
Vorstellung, wie eine Unterstützung bei Pflegebedarf aussehen soll. Ziel ist es, dass Münster-
anerinnen und Münsteraner bei Pflegebedarf eine passende Unterstützung erhalten.
In der stationären Dauerpflege machen Fachkräfte und Betroffene die Erfahrung , dass die Ka-
pazitätsgrenze erreicht ist. Einrichtungen pflegen lange Wartelisten und Betroffene benötigen
Zeit, um einen gewünschten Platz zu erhalten. Die Auslastungsabfrage der stationären Einrich-
tungen und der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften hat ergeben, dass viele Angebote
voll ausgelastet sind. Einige verfügen jedoch über einzelne Kapazitäten und andere können
aktuell nicht voll belegt werden aufgrund von Baumaßnahmen oder Personalmangel. Die
Plätze, die aufgrund baulicher Maßnahmen derzeit nicht genutzt werden können, werden per-
spektivisch wieder zur Verfügung stehen. In der Summe sind mit ein er Auslastung von 95,5
und 91,1 Prozent nach wie vor freie Kapazitäten vorhanden. Die Prognoseberechnung auf Ba-
sis der zur Verfügung stehenden Daten der Pflegestatistik kommt ebenfalls zu dem Ergebnis,
68 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
dass bis zum Jahr 2025 ein ausreichendes Angebot vorhanden ist und bietet damit keine
Grundlage zur Ausschreibung zusätzlicher vollstationärer Plätze. Durch die Annäherung des
Bedarfs an die bestehenden Kapazitäten wird jedoch bereits deutlich, dass über das Jahr 2025
hinaus weitere Plätze mit umfassender Versorgungsmöglichkeit benötigt werden. Dabei ist
jedoch zu berücksichtigen, dass diese grundsätzlich auch in ambulant betreuten Wohnge-
meinschaften zur Verfügung gestellt werden k önnen.
Um eine Entscheidun g zum Bedarf und damit zur Ausschreibung weiterer stationärer Dauer-
pflegeplätze zu treffe n, ist es notwendig , die gesamte Pflegelandschaft in den Blick zu neh-
men. Die verschiedenen pflegerischen Angebote stehen miteinander in einer Wechselbezie-
hung. Auslastungssituationen und personelle Engpässe in einem Bereich haben direkten Ein-
fluss auf andere Bereiche. Es gilt zu bedenken, dass für die Deckung der kommenden Bedarfe
auf lange Sicht keine zusätzlichen Pflegefachkräfte zur V erfügung stehen werden . Die Pflege-
ausbildung und auch die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland wird die zu erwar-
tende Lücke durch die Berufsdemographie trotz aller Bemühungen nicht auffangen können.
Ein Aus- und Aufbau der Strukturen wird aus diesen Gründen nur noch sehr begrenzt möglich
sein. In Münster können bereits heute einzelne bestehende Angebote aufgrund des Fachkräf-
temangels nicht voll belegt werden. Die Pflegelandschaft wird sich aus diesen Gründen in den
kommenden Jahren verändern müssen. Bei der Planung neuer Angebot geht es nicht mehr
alleine darum, ein Angebot für die pflegebedürftigen Menschen zu konzipieren, sondern auch
zu klären, ob und wie das Personal gewonnen werden kann. Ambulante und teilstationäre
Angebote sowie quartiersbezogene formelle und informelle Netzwerke werden weiter an Be-
deutung gewinnen.
Auf Grundlage der oben beschriebenen Argumente werden weiterhin keine Bedarfsbestäti-
gungen für zusätzliche vollstationäre Pflegeplätze in Münster ausgestellt.
8 Ausblick
Münster ist eine vergleichsweise junge Stadt mit eine m unterdurchschnittlichen Anteil pfle-
gebedürftiger Menschen . Die Zahl älterer und hochaltriger Menschen steigt aber auch hier
stetig an. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass zukünftig immer mehr Menschen im Alter
immer länger gesund und selbstständig bleiben, wird die Inanspruchnahme von Pflegeleistun-
gen dadurch weiter steigen.
Das gemeinsame Ziel ist eine bedürfnisgerechte, wohnortnahe Versorgung mit Pflegeleistun-
gen, die ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglich t. Dieser Auftrag ergibt sich auch
aus der UN -Behindertenrechtskonvention, die festlegt, dass Menschen mit Behinderung
gleichberechtigt die Möglichkeit haben sollen, ihren Aufenthaltsort frei zu wählen und nicht
verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben. Dies ist nur möglich durch eine indivi-
duelle Betrachtung der Lebenssituation und Angebot e der unterschiedlichen Versorgungsfor-
men vom vorpflegerischen Bereich über die ambulante und teilstationäre Pflege bis hin zur
stationären Dauerpflege.
Eine Versorgung der kommenden pflegebedürftigen Personen ist gefährdet durch eine Ab-
nahme des informellen Unterstützungspotenzials und den immer stärker werdenden Fach-
kräftemangel. Zudem erschweren die Rahmenbedingungen, insbesondere d ie Finanzierungs-
systeme, ei ne Verknüpfung der verschiedenen präventiven, aber auch pflegerischen Ange-
botsformen.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 69
Unterstützungspotentiale nehmen dadurch ab, dass die Großfamilie als solches seltener be-
steht und durch die steigende Mobilität und Berufstätigkeit die Rahmenbedingungen für eine
familiäre Unterstützung abnehmen. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird in den kommen-
den Jahren weiter steigen . Dies wird zum einen beeinflusst durch den steigenden Bedarf an
pflegerischer Versorgung und zum anderen durch die Berufsdemographie in der Pflege. Ein
Drittel der aktuellen Pflegekräfte in NRW ist über 50 Jahre alt . Der Eintritt in den Ruhestand
vieler Pflegekräfte ist nicht allein durch den Nachwuchs aus den Pflegeschulen zu kompensie-
ren. Notwendige Unterstützungsleistungen müssen aus diesem Grund perspektivisch noch ef-
fizienter erbracht und genutzt werden.
Um die Versorgung pflege- und hilfebedürftiger Menschen aufrechtzuerhalten, ist es notwen-
dig vorpflegerische Angebote und informelle Netzwerke zu stärken. Freizeitangebote und ge-
meinsame Aktivitäten wirken präventiv und gleichzeitig erhöht sich die Möglichkeit einer ge-
genseitigen Unterstützung im Sozialraum. Bes tehende Hilfs - und Unterstützungsangebote
können ausgetauscht und vermittelt werden. Ansprechpersonen sind bekannt und eine Bera-
tung kann frühzeitig und individuell erfolgen. Zur Unterstützung bei steigendem Pflege bedarf
ist eine gute Vernetzung der verschiedenen Angebote sowohl in Bezug auf die pflegerische als
auch die gesundheitliche V ersorgung notwendig . Voraussetzung für einen Verbleib im Quar-
tier ist zudem ein geeigneter Wohnraum. Der Ausbau an barrierefreien Wohnungen soll wei-
ter unterstützt werden, um die ambulante Pflege und damit ein Verbleib in der eigenen Häus-
lichkeit zu ermöglichen.
Die ambulante und teilstationäre Pflege soll weiter gestärkt werden. Durch das Angebot der
digitalen Steuerung von Bedarfsmeldungen, soll sich die Situation der ambulanten Pflege-
dienste strukturell verbessern. Perspektivisch ist dadurch auch für den ambulanten Bereich
eine Auswertung der Angebots - und Bedarfslage für einzelne Stadtbezi rke möglich. Ambu-
lante Pflege -Wohngemeinschaften und andere alternative Wohn - und Pflegearrangements
sollen weiter stadtteilbezogen ausgebaut werden. Auch i m Bereich der Tagespflege erfolgt
weiterhin eine Beratung der Träger hin zu einem bedarfsgerechten Ausbau des Angebotes.
Pflegende An- und Zugehörige benötigen Beratung, Entlastung und Unterstützung. In diesem
Jahr hat sich der Arbeitskreis Pflege, Demenz und Selbsthilfe unter der Leitung der Alzheimer
Gesellschaft Münster e.V. gegründet. Pflegende können hier ihre Bedarfe, Wünsche und Inte-
ressen mit Fachkräften aus der Pflege , Selbsthilfe, Anbieterinnen und An bieter von Entlas-
tungsangeboten und in Zusammenarbeit mit de r Pflegeplanung des Sozialamtes diskutieren
und bearbeiten.
Zu den Bereichen Fachkr äfte, Ausbildung von Personal und Personal bindung besteht ein en-
gen Austausch und eine Zusammenarbeit der Verwaltung (Sozialamt und Jobcenter) mit der
Arbeitgeberinitiative “Starke Pflege in Münster. Die Pflegemodellregion“. Durch Imagekam-
pagnen in sozialen Netzwerken und dem Internetauftritt soll ein Perspektivwechsel erfolgen.
In Münster gibt es ein vielfältiges Angebot mit motivierten Pflegekräften, die ihren Beruf gerne
ausüben und Werbung für diesen machen. Viele Arbeitgeber in Münster ermöglichen indivi-
duelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, z.B. über flexible Arbeitszeitmodelle.
In der Initiative werden gemeinsam Ideen und Lösungen zur Unterstützung entwickelt. So wird
z.B. im Bereich der Pflegeausbildung überlegt, wie Auszubildende bei persönlichen und sozia-
len Schwierigkeiten unterstützt werden k önnen oder im Ber eich der stationären Pflege neue
70 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Arbeitsorganisationsformen aussehen können, die sich am Konzept des neuen Personalbe-
messungsverfahrens orientieren.
Die Angebotslandschaft in Münster muss sich weiterentwickeln, um dem steigenden Bedarf
an pflegerischer Versorgung zu begegnen. Der strukturelle Aufbau von Angeboten ist aufgrund
des Fachkräftemangels nur begrenzt möglich, so dass über eine Veränderung der Landschaft
mit den bestehenden Ressourcen nachgedacht werden muss. In der Arbeitsgruppe der Kon-
ferenz Alter und Pflege zur Weiterentwicklung der Pflegebedarfsplanung wurde diese Diskus-
sion bereits begonnen. Wie und mit welchem Angebot kann man dem zunehmenden Bedarf
begegnen? Welche Versorgungsfo rmen sind unter den personellen Bedingungen noch mög-
lich? Um die Sichtweise der Betroffenen bzw. perspektivisch Betroffenen mit in den Blick zu
nehmen, ist zudem die Frage zu klären: Welche pflegekulturellen Präferenzen bestehen? Was
wünschen sich Menschen im Falle einer Pflegebedürftigkeit? Um das in einem nächsten Schritt
herauszufinden, soll eine Bevölkerungsbefragung entwickelt werden, welche die Vorstellun-
gen und Wünsche der Münsteraner Bevölkerung abbildet. Dabei sollen auch die vorpflegeri-
schen und quartiersbezogenen Angebote und Strukturen mit aufgenommen werd en.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 71
Anhang: Sozialräumliche Darstellung der Angebote
In den vergangenen Jahren ist in Münster ein vielfältiges Spektrum an neuen Wohnformen für
pflegebedürftige und ältere Menschen entstanden, bei denen die Sicherung der Selbstbestim-
mung und der eigenen Häuslichkeit im Vordergrund stehen. Es sind zumeist quartiersbezo-
gene Wohn - und Pflegeversorgungskonzepte, die verschiedene Wohn - und Betreuungsfor-
men kleinräumig vernetzen. Durch das Engagement von Initiativen und Trägern sowie des
städtischen Wohnungsunternehmens Wohn+Stadtbau GmbH und and erer Wohnungsbauträ-
ger in Münster sind in den letzten Jahren bereits eine Reihe von entsprechenden Angeboten
entstanden. Dies gilt es weiter auszubauen und perspektivisch stadtweit Quartierskonzepte
zu entwickeln.
In den nachfolgenden Kapiteln wird auf Sta dtbezirksebene die prognostizierte Bevölkerungs-
entwicklung bis 2025 sowie die bestehende Pflegeinfrastruktur dargestellt. Dadurch ist ein
erster Überblick über die Versorgungsstruktur und auch der Versorgungsbedarfe in den ein-
zelnen Bezirken möglich. Die ambulante Pflege kann nicht mit abgebildet werden, da nicht
alle Pflegedienste eine Einteilung nach Stadtbezirk bzw. Stadtteil vornehmen.
Für den Überblick folgt hier die Übersicht über die städtische Bevölkerungsentwicklung von
2022 – 2025 insgesamt.
Tabelle: Bevölkerungsprognose von 2022 – 2025
2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 242.308 242.609 242.997 243.316
60-69 Jahre 35.460 36.529 37.583 38.434
70-79 Jahre 21.899 22.346 22.983 24.183
80-89 Jahre 16.248 16.395 16.316 15.701
Über 90 Jahre 3.380 3.444 3.598 3.802
Gesamt 319.296 321.322 323.477 325.436
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die prozentualen Veränderungen in den einzel-
nen Altersgruppen von 2022 bis 2025 auf Stadtbezirksebene.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
-15,00
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
30,00
Gesamt Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
nach Stadtbezirken
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
72 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die bestehenden Pflegeangebote in den einzel-
nen Stadtteilen. Anschließend folgt eine Darstellung der Angebote je 1 .000 Einwohnerinnen
und Einwohner ab 80 Jahren.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur nach Stadtbez irken, Stand: 30.06.2022
Stadtbezirk Vollstationäre
Pflegeplätze
Kurzzeitpfle-
geplätze
Plätze in ambulant
betreuten Pflege-
Wohngemeinschaften
Tagespflege-
plätze
Mitte 1.218 151 124 98
West 601 57 45 54
Nord 137 7 12 33
Ost 78 8 44 22
Südost 132 12 39 26
Hiltrup 437 54 17 60
Gesamt 2.603 289 281 293
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Tabelle: Pflegeinfrastruktur je 1.000 Einwohner/ -innen ab 80 Jahre je Stadtbezirk,
Stand 30.06.2022
Bezirk Einwohner/-in-
nen ab 80
Jahre
(31.12.2021)
Plätze pro 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Vollstationäre
Pflege
Kurzzeitpflege ambulant betreute
Pflege-Wohnge-
meinschaften
Tagespflege
Mitte 7.141 170,6 21,1 17,4 13,7
West 3.401 176,7 16,8 13,2 15,9
Nord 2.004 68,4 3,5 6,0 16,5
Ost 1.794 43,5 4,5 24,5 12,3
Südost 2.015 65,5 6,0 19,4 12,9
Hiltrup 3.055 143,0 17,7 5,6 19,6
Gesamt 19.410 134,1 14,9 14,5 15,1
Quelle: Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplanungsamt; eigene Berechnung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 73
1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte
Zum Stadtbezirk Mitte gehören insgesamt 23 Stadtteile (statistische Bezirke). Allein die Alt-
stadt hat fünf Stadtteile: Aegidii, Überwasser, Dom, Buddenturm und Martini. Der Innenstadt-
ring setzt sich aus neun Stadtteilen zusammen: Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansaplatz, Mau-
ritz-West, Schlachthof, Kreuz, Neutor und Schloss. Mitte -Süd umfasst die Stadtteile Aasee-
stadt, Geist, Schützenhof und Düesberg. Der Teilbereich Innenstadt -Nordost besteht aus den
Stadtteilen Hafen, Herz-Jesu, Mauritz-Mitte, Rumphorst und Uppenberg.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölke rungsprognose für die Jahre 2022 bis 2025 des Stadt-
bezirkes Mitte. Eine Steigerung gibt es besonders in der Altersgruppe der 60 bis 79 -Jährigen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Mitte von 2022 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 103.502 102.454 102.082 101.940
60-69 Jahre 12.872 13.193 13.586 13.890
70-79 Jahre 7.745 7.933 8.203 8.650
80-89 Jahre 5.893 5.933 5.900 5.720
Über 90 Jahre 1.482 1.496 1.555 1.648
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-
2030
Es ist mit einem Anstieg insbesondere der Personen zwischen 70 -79 Jahren und der Perso-
nen über 90 Jahre zu rechnen.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
In Münster-Mitte finden sich alle Pflegeformen wieder. Das Angebot ist hier im Vergleich mit
den anderen Stadtteilen am dichtesten.
-6,00
-4,00
-2,00
0,00
2,00
4,00
6,00
8,00
10,00
12,00
14,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk Mitte
Gesamt Mitte
74 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Mitte, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Friedrichs-
burg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenberg-
straße 19
48151 Pluggendorf 138
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesberg-
weg 143
48153 Düesberg 123
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas-Hofer-
Str. 70
48145 Herz-Jesu 103
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorst-
str. 4-8
48151 Pluggendorf 83
Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 82
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Budden-
turm
49
Friederike-Fliedner-
Haus
Diakonissenmutter-
haus Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 80
Haus vom Guten Hir-
ten - Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mauritz-Linden-
weg 61
48145 Herz-Jesu 20
Johanniter-Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regio-
nalzentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 80
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 80
Perthes-Haus Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 87
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 80
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-
Mitte
59
Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt-Mauritz-
Freiheit 52
48145 Herz-Jesu 80
Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 74
Gesamt
1.218
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 75
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim
Friedrichsburg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenbergstraße
19
48151 Pluggendorf 8
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesbergweg
143
48153 Düesberg 12
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas-Hofer-
Str. 70
48145 Herz-Jesu 11
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorststr.
4-8
48151 Pluggendorf 8
Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 3
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Buddenturm 5
Friederike-Fliedner-
Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 10
Johanniter-Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 10
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 2
Perthes-Haus Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 6
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 15
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-
Mitte
8
Seniorenzentrum Haus
Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt-Mauritz-
Freiheit 52
48145 Herz-Jesu 5
Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 7
Gesamt
110
Solitäre Kurzzeitpflege
Pflegezentrum des
Clemenshospitals -
Kurzzeitpflege -
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Düesbergweg
124
48153 Düesberg 18
76 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Solitäre Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflegestation
der Raphaelsklinik
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Loerstr. 23 48143 Dom 23
Gesamt
41
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Außerklinische Inten-
sivpflege Mehrgenera-
tionenhaus Mathilden-
stift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
Demenz-Wohnge-
meinschaft Mehrgene-
rationenhaus Mathil-
denstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
DRK-Wohngemein-
schaft Erphobogen
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Bohlweg 55 48147 Schlachthof 12
Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Tibusplatz 6 48143 Buddenturm 9
Taubenstraße Alexianer Münster
GmbH
Taubenstraße
12
48145 Herz-Jesu 8
Villa Hittorfstraße Alexianer Münster
GmbH
Hittorfstraße
10
48149 Schloss 10
Villa Mauritz Alexianer Münster
GmbH
Kaiser-Wil-
helm-Ring 34
48145 Mauritz-
Mitte
10
Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred-von-
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz-
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred-von-
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz-
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas-
Hofer-Str. 86
48145 Herz-Jesu 15
Wohngemeinschaft
Schulstraße (1)
Diakonie Münster - Dia-
koniestation GmbH
Schulstr. 47 48149 Kreuz 10
Wohngemeinschaft
Schulstraße (2)
Diakonie Münster - Dia-
koniestation GmbH
Schulstr. 47 48149 Kreuz 8
Gesamt
124
Tagepflegeeinrichtungen
Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred von
Richthofen Str.
45 a
48145 Herz-Jesu 13
Tagespflege Altenzent-
rum am Südpark
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägergesell-
schaft Münster mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützen-
hof
15
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 77
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege am Frie-
derike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 12
Tagespflege Haus Ben-
teler
Tagespflege e.V. Prozessions-
weg 54
48145 Mauritz-
Mitte
12
Tagespflege im Cle-
mens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster
GmbH
Josefstr. 4 48151 Josef 20
Tagespflege Mehrge-
nerationenhaus Mat-
hildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Budden-
turm
12
Tagespflege Miteinan-
der Friedrichsburg
Altenheim Friedrichs-
burg gGmbH
Offenbergstr.
15 a
48151 Pluggen-
dorf
14
Gesamt
98
Service-Wohnen
Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Pottkamp 15-
19
48149 Schloss 76
Domicil im Kreuzvier-
tel
Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Tannenberg-
str. 1-11
48147 Kreuz 40
Johanniter Stift
Münster
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburg-
str. 48
48151 Geist 13
Residenz Aaseehof
Service Wohnen
Alloheim Senioren-Resi-
denzen Zehnte SE &
Co.KG
Robert-Koch-
Str. 55
48149 Schloss 48
Servicewohnen
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Tibusplatz 1-7 48143 Budden-
turm
258
Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas-
Hofer-Str. 72-
76
48145 Herz-Jesu 81
Wohnresidenz Gassel-
stiege
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Prins-Claus-
Str. 56
48159 Uppenberg 26
Wohnresidenz York-
house
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
York-Ring 1-3 48159 Uppenberg 16
Gesamt
558
Quelle: PfAD.wtg, Stand 30.06.2022
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Café Malta“ Malteser Hilfsdienst e.V. Von-Os-
sietzky-Str. 16
48151 Aaseestadt
Betreuungsnachmit-
tage für Demenzer-
krankte
Alzheimer Gesellschaft
Münster e.V.
Tannenberg-
str. 1
48147 Kreuz
78 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Projekt LichtBlick Alexianer Münster
GmbH
Josefstr. 4 48151 Josef
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege, Stand: 30.06.2022
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand : 30.06.2022
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (1)
ab 01.08.2022
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (2)
ab 01.08.2022
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 79
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Mitte
80 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-West
Der Stadtbezirk Münster-West besteht aus den sechs Stadtteilen Gievenbeck, Sentrup, Meck-
lenbeck, Albachten, Roxel und Nienberge. Der Stadtteil Sentrup grenzt direkt an den Stadtbe-
zirk Mitte an und orientiert sich auch in diese Richtung. Die Stadtteile Albachten, Roxel und
Nienberge liegen im Außenbereich.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 2 bis 2025 des Stadt-
bezirkes West.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk West von 2022 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 48.565 49.210 49.553 49.445
60-69 Jahre 6.512 6.794 7.055 7.302
70-79 Jahre 4.086 4.197 4.367 4.565
80-89 Jahre 2.812 2.870 2.894 2.809
Über 90 Jahre 556 567 587 610
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Im Vergleich zur Gesamtentwicklung steigt überdurchschnittlich die Bevölkerung im Alter zwi-
schen 60 bis 89 Jahren mit rund 1270 Personen.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Im Stadtbezirk Münster -West sind alle Pflegeformen vertreten. Eine wohnortnahe Betreu-
ungsgruppe für an Demenz erkrankte M enschen nach §45 SGB XI wird hier (noch) nicht ange-
boten.
Weitere Entwicklungen sind im Oxford -Quartier zu erwarten. Außerdem beginnen die Ent-
wicklungen der Modellquartiere Steinfurter Straße und Busso -Peus-Straße.
-6,00
-4,00
-2,00
0,00
2,00
4,00
6,00
8,00
10,00
12,00
14,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Pronostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk West
Gesamt West
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 81
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-West, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
92
Alwine-Lauterbach-Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 66
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
171
Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven-
beck
81
Martin-Luther-Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 151
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 40
Gesamt
601
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
5
Alwine-Lauterbach-Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 10
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
15
Martin-Luther-Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 8
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 4
Gesamt
42
Solitäre Kurzzeitpflege
Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum Solitäre KZP
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven-
beck
15
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Annette
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerges.
Münster mbH; Ambu-
lante Pflege
Kirmstr. 18 48161 Nien-
berge
7
82 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Sebas-
tian
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerges.
Münster mbH; Ambu-
lante Pflege
Gartenstiege 6 48161 Nien-
berge
7
Hof Schultmann Alexianer Münster
GmbH
Stratmannweg
23
48163 Mecklen-
beck
12
Irmgard Buschmann Haus
(1)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven-
beck
11
Irmgard Buschmann Haus
(2)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven-
beck
8
Gesamt
45
Tagepflegeeinrichtungen
Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
15
Tagespflege Albachten Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Dülmener Str. 9 48163 Albachten 15
Tagespflege im Meck-
mannshof
Ev. Perthes-Stiftung
e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
24
Gesamt
54
Service-Wohnen
Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes Woh-
nen
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
15
Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Mecklenbecker
Str. 421-423
48163 Mecklen-
beck
38
AWO Münster Gieven-
beck
Arbeiterwohlfahrt Be-
zirksverband Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 3 48161 Gieven-
beck
32
Martin-Luther-Haus / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17-
19
48149 Sentrup 10
Rottkamp Parea gGmbH Rottkamp 53-57
a
48163 Albachten 35
Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Rüschhausweg
17-19
48161 Gieven-
beck
52
Service-Wohnen Meyer-
beerstraße
Pflegebüro Schmidt Meyerbeerstr.
37-51
48163 Mecklen-
beck
44
Wohnpark Mecklenbeck Pflegebüro Schmidt Dingbängerweg
31-49
48163 Mecklen-
beck
57
Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Schmeddingstr.
115-121
48149 Sentrup 56
Gesamt
339
Quelle: PfAD.wtg
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 83
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand: 30.06.2022
Tagespflegeeinrichtungen
Lydia Zentrum Diakonie Münster Plettendorf-
straße 1
48161 Nien-
berge
13
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Lydia Zentrum Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Plettendorf-
straße 1
48161 Nien-
berge
12
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
84 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -West
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 85
3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord
Der Stadtbezirk Münster -Nord besteht aus den Stadtteilen Coerde, Kinderhaus -Ost, Kinder-
haus-West und Sprakel. Bis auf Sprakel grenzen alle Stadtteile an den Stadtbezirk Mitte an.
Der Stadtteil Sprakel verfügt über die größten Flächen, diese sind aber ländlicher Struktur mit
dem verhältnismäßig kleinen Ort Sprakel. Der Stadtteil Sprakel hat mit 21 Prozent einen über-
durchschnittlichen Anteil an Senioren-Single-Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 2 bis 2025 des Stadt-
bezirkes Nord.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Nord von 202 2 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 22.905 22.720 22.945 23.124
60-69 Jahre 3.908 3.996 4.025 4.054
70-79 Jahre 2.317 2.344 2.424 2.587
80-89 Jahre 1.650 1.623 1.595 1.503
Über 90 Jahre 287 299 314 323
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-
2030
Es ist mit einem Anstieg der Bevölkerung zwischen 70 -79 Jahren, sowie der über 90 -Jährigen
zu rechnen. Bei den über 90 -Jährigen kommt es zu einer Steigerung von rund 35 Personen.
Die Anzahl der Bevölkerung ab 80 Jahren verringert sich überdurchschnittlich.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur in Stadtbezirk Nord gibt die nachfol-
gende Tabelle.
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk Nord
Gesamt Nord
86 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Nord, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Wilkinghege 55 48159 Kinder-
haus
West
65
Papst-Johannes-Paul-
Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 72
Gesamt
137
Eingestreute Kurzzeitpflege
Papst-Johannes-Paul-
Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 7
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
2-4
48155 Sprakel 12
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
2-4
48159 Sprakel 18
Tagespflege Papst-Jo-
hannes-Paul-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 15
Gesamt
33
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
1
48159 Sprakel 34
Brüningheide /Killingstr. AWO Brüningheide
75-77 /Killingstr.
1-7
48159 Kinder-
haus
West
80
Service-Wohnen Zent-
rum Kinderhaus
Pflegeteam miteinan-
der GmbH
Westhoffstr.
140
48159 Kinder-
haus
West
103
Gesamt
217
Quelle: PfAD.wtg
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 87
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Miteinander“ Betreu-
ungsgruppe für demen-
ziell erkrankte Men-
schen in Kinderhaus und
Sprakel
Katholische Kirchenge-
meinde St. Josef - Kin-
derhaus
Kristiansandstr.
70
48159 Kinderhaus-West
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Nord
88 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost
Der Stadtbezirk Münster -Ost besteht aus den drei Stadtteilen Mauritz -Ost, Gelmer-Dyckburg
und Handorf. Dieser Stadtbezirk ist sehr ländlich geprägt. Der Stadtteil Mauritz -Ost grenzt an
den Bezirk Mitte, der Kanal bildet die Grenze. Dieser Stadtteil weist durch die Nähe und di-
rekte Anbindung an Münster -Mitte noch städtische Strukturen auf und die Orientier ung der
Bewohnerinnen und Bewohner richtet sich auch vorwiegend auf die Innenstadt aus. Im Stadt-
teil Gelmer -Dyckburg finden sich die Orte Gelmer, Sudmühle und Mariendorf. Der Stadtteil
Handorf umfasst neben einem großen Anteil ländlicher Flächen auch den O rt Handorf. Dort
gibt es mit 27 Prozent zudem überdurchschnittlich viele Senioren -Single-Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 2 bis 2025 des Stadt-
bezirkes Ost.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Ost von 2022 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 16.753 16.580 16.562 16.724
60-69 Jahre 2.969 3.080 3.181 3.245
70-79 Jahre 1.978 1.966 1.982 2.082
80-89 Jahre 1.451 1.460 1.439 1.362
Über 90 Jahre 277 268 274 291
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
Die Entwicklungen bei der Bevölkerung über 70 liegen deutlich unter den Prognosen des ge-
samten Stadtgebietes. Allein die Altersgruppe der 60 bis 69 -Jährigen wird sich me rklich um
rund 275 Personen erhöhen.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk Ost
Gesamt Ost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 89
Nachfolgend eine Übersicht der Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Ost.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Ost, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadt-
teil
Plätze
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 78
Eingestreute Kurzzeitpflege
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 8
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (1)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz-
Ost
10
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (2)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz-
Ost
10
Haus Margareta (1) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz-
Ost
12
Haus Margareta (2) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz-
Ost
12
Gesamt
44
Tagespflegeeinrichtungen
pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege
GmbH
Wolbecker Str.
226
48155 Mauritz-
Ost
16
Tagespflege Handorfer
Hof
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Handorfer Str.
22
48157 Handorf 6
Gesamt
22
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
Wersewinkel 1+2
Diakonie Münster-Sta-
tionäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
28-30
48157 Handorf 22
Handorfer Hof / Service-
wohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
20-24
48157 Handorf 24
Seniorenzentrum "Mitten
in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104-
106
48155 Mauritz
Ost
20
Wohnen am Lohausbach pro.cura Service Woh-
nen GmbH
Wolbecker
Straße 224
48155 Mauritz
Ost
50
90 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Service-Wohnen
Gesamt
116
Quelle: PfAD.wtg
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Ost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 91
5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost
Der Stadtbezirk Münster-Südost besteht aus den vier Stadtteilen Gremmendorf -West, Grem-
mendorf-Ost, Angelmodde und Wolbeck, wobei einzig Wolbeck als solitärer Sta dtteil gesehen
werden kann. Die anderen drei Stadtteile gehen ineinander über, ausgenommen Alt -Angel-
modde, welcher mit dörflicher Struktur zwischen Gremmendorf/Angelmodde und Wolbeck
liegt. Im Stadtteil Wolbeck gibt es mit 22 Prozent überdurchschnittlich v iele Senioren-Single-
Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 2 bis 2025 des Stadt-
bezirkes Südost. Der Stadtbezirk in Münster mit dem größten Bevölkerungswachstum in den
kommenden Jahren.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Südost von 2022 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 23.138 24.491 24.846 25.207
60-69 Jahre 4.085 4.252 4.375 4.518
70-79 Jahre 2.381 2.466 2.513 2.639
80-89 Jahre 1.719 1.737 1.747 1.675
Über 90 Jahre 283 291 300 313
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-
2030
Die Entwicklung erfolgt jedoch hauptsächlich in den jüngeren bis mittleren Altersgruppen. Er-
kennbare Auswirkungen hat die Prognose zudem bei den 60 bis 69-Jährigen mit einer Steige-
rung um rund 430 Personen.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
-6,00
-4,00
-2,00
0,00
2,00
4,00
6,00
8,00
10,00
12,00
14,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk Südost
Gesamt Südost
92 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
In Gremmendorf wird aktuell das York-Quartier entwickelt. Es finden Gespräche zur Errichtung
einer Tagespflegeeinrichtung und einer ambulante Pflege-Wohngemeinschaften statt. In Wol-
beck wird perspektivisch das Baugebiet „Südlich Berdel“ entstehen. Hier wurde der Bedarf für
eine ambulante Pflege-Wohngemeinschaft an das zuständige Amt wei tergegeben.
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Südost gibt die fol-
gende Tabelle.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Südost, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 66
Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens-August-
Platz 8a
48167 Angel-
modde
66
Gesamt
132
Eingestreute Kurzzeitpflege
Achatius-Haus (inkl.
Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24
b/c
48167 Wolbeck 6
Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens-August-
Platz 8a
48167 Angel-
modde
6
Gesamt
12
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Haus Elisabeth Alexianer Münster
GmbH
Herrenstr. 10 48167 Wolbeck 12
Selbstverwaltete Senio-
rengemeinschaft Villa
Kahmann
Cathamed Pflege-
dienst
Gremmendorfer
Weg 44
48167 Grem-
mendorf-
Ost
11
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1-27 48167 Angel-
modde
8
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1-27 48167 Angel-
modde
8
Gesamt
39
Tagepflegeeinrichtungen
Achatius-Haus, Tages-
pflege
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 12
Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom
GmbH
Twenhövenweg
18
48167 Angel-
modde
14
Gesamt
26
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 93
Service-Wohnen
Achatius-Haus / Service-
wohnen
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 c-
d
48167 Wolbeck 35
Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1 48167 Angel-
modde
24
Servicewohnen Tönne-
Vormann-Weg
Ambulanter Pflege-
dienst Akticom;
GmbH
Tönne-Vormann-
Weg 5
48167 Wolbeck 16
Wohnungseigentümer-
gemeinschaft Junker-
Jörg-Platz 17/18
Diakonie Münster -
Diakoniestation
GmbH
Junker-Jörg-Platz
17/18
48167 Angel-
modde
23
Gesamt
98
Quelle: PfAD.wtg
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Café Wigbold“ ein An-
gebot für Menschen mit
Demenz in Wolbeck
Katholische Kirchen-
gemeinde St. Niko-
laus Münster, Alexia-
ner Haus Heidhorn
GmbH
Herrenstr. 17 48167 Wolbeck
Haus der Begegnung St.
Ida, Gruppe D
Katholische Kirchen-
gemeinde St. Niko-
laus Münster
Nachtigallenweg
25
48167 Gremmendorf-Ost
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
94 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Südost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 95
6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Der Stadtbezirk Münster -Hiltrup besteht aus den fünf Stadtteilen Berg Fidel, Hiltrup -Ost,
Hiltrup-Mitte, Hiltrup-West und Amelsbüren. Der Stadtteil Berg Fidel grenzt an die Innenstadt
und erfährt durch die durchgehende Bebauung eine direkte Anbindung und auch Orientierung
der Bewohnerinnen und Bewohner in diese Richtung. Organisatorisch erfolgt diese verwal-
tungsseitig allerdings in Richtung Hiltrup. Hiltrup selber ist aufgrund seiner Größe in drei sta-
tistische Bezirke (Stadtteile) eingeteilt. Amelsbüren ist von ländlicher Struktur umgeben. Der
Anteil der Senioren -Single-Haushalte ist in den Stadtteilen Hiltrup Ost (24 Prozent), Hiltrup
Mitte (19 Prozent) und Amelsbüren (22 Prozent) überdurchschnittlich hoch.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognos e für die Jahre 2022 bis 2025 des Stadtbe-
zirkes Hiltrup. Insgesamt wird die Bevölkerung im Stadtbezirk nicht steigen (0,01 Prozent). Bei
der Gruppe der über 90-Jährigen gibt es jedoch einen überdurchschnittlichen Anstieg mit rund
120 Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Hiltrup von 2022 – 2025
Altersgruppe 2022 2023 2024 2025
0-59 Jahre 27.445 27.154 27.009 26.877
60-69 Jahre 5.115 5.214 5.361 5.425
70-79 Jahre 3.392 3.439 3.494 3.660
80-89 Jahre 2.725 2.772 2.742 2.633
Über 90 Jahre 494 523 568 617
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-
2030
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2021), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
30,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in % von 2022 bis 2025
Stadtbezirk Hiltrup
Gesamt Hiltrup
96 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Der Stadtbezirk Hiltrup verfügt über eine vielfältige Pflegeinfrastruktur, die sich hauptsächlich
im Ortsteil Hiltrup befindet. Der Schwerpunkt liegt hier im vollstationären Pflegebereich.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Hiltrup, Stand: 30.06.2022
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amelsbü-
ren
52
Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
60
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 146
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amelsbü-
ren
54
Marienheim Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten Kirche
5
48165 Hiltrup-
Mitte
83
Meyer-Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup-
Mitte
42
Gesamt
437
Vollstationäre Pflegeeinrichtung für Menschen mit Intensivpflegebedarf (GKV-IPReG)
Haus Augustinus Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 9 48163 Amelsbü-
ren
24
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amelsbü-
ren
6
Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
2
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 8
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amelsbü-
ren
4
Marienheim Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten
Kirche 5
48165 Hiltrup-
Mitte
9
Meyer-Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup-
Mitte
5
Gesamt
34
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 2 - 2025 | 97
Solitäre Kurzzeitpflege
Altenhilfe-Zentrum
der Missions-
schwestern Kurz-
zeitpflege "Haus
Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
20
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Christopher Haus air vital Kranken- und
Intensivpflege GmbH
Westfalenstr. 176 48165 Hiltrup-
Mitte
17
Tagespflegeeinrichtungen
Tageshaus St. Ma-
rien
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Loddenweg 10 48165 Hiltrup-
Ost
15
Tagespflege an der
Kreuz Christi Kirche
Alexianer Münster
GmbH
Leisnerstr. 17 48163 Amelsbü-
ren
14
Tagespflege
Simeon
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Am Berg Fidel 78 48153 Berg-Fidel 16
Tagespflege St. Cle-
mens
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Kortumweg 56 48165 Hiltrup-
Mitte
15
Gesamt
60
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
am Marienheim
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
An der alten Kirche 5 18165 Hiltrup-
Mitte
3
Betreutes Wohnen
Hofmann von Fal-
lerslebens Weg
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hofmann von Fallers-
lebens Weg 30-32
48165 Hiltrup-
Mitte
25
Haus Simeon / Ser-
vicewohnen - Bun-
galow
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg Fidel 48
Pankokstr. 14 / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Pankokstr. 14 48153 Berg Fidel 15
Gesamt
91
Quelle: PfAD.wtg
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Betreuungsgruppe
Marie
Meyer-Suhrhein-
rich Stiftung
Patronatsstr. 3 48165 Hiltrup-Mitte
Gemeindecafé für
Menschen mit De-
menz in Amelsbüren
Gemeindediakonie
Hiltrup e. V.
Hülsebrockstr. 16 48165 Hiltrup-Mitte
98 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2022 - 2025
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand: 30.06.2022
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Wohngruppe Leo - ISB Alexianer Münster
GmbH
Alexianer-
weg 9
48163 Amelsbü-
ren
6
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Beschlussvorlage
10706 Zeichen
V/0538/2022 V/0538/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Kommunaler Pflegebedarfsplan 2022-2025 Beratungsfolge 21.09.2022 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderungen Vorberatung 26.09.2022 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 28.09.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Vorberatung 29.09.2022 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 26.10.2022 Hauptausschuss Vorberatung 26.10.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat stimmt dem verbindlichen Kommunalen Pflegebedarfsplan 2022-2025 (Anlage) zu. 2. Der Rat stimmt zu, dass auf dieser Grundlage bis auf Weiteres keine Bedarfsbestätigungen für zusätzliche vollstationäre Dauerpflegeplätze in Münster erteilt werden. II. Finanzielle Auswirkungen: Keine Begründung: 1. Ausgangslage Die kommunale Pflegebedarfsplanung ist verankert im § 7 des Alten- und Pflegegesetzes NRW (APG NRW) und umfasst eine Bestandsaufnahme, die Feststellung, ob quantitativ und qualitativ ein ausrei- chendes Angebot besteht und welche Maßnahmen zur Herstellung, Sicherung und Weiterentwicklung von Angeboten notwendig sind. Im Absatz 6 ist die verbindliche Bedarfsplanung im stationären Sozialamt 07.09.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Stritzke Telefon: 492-5988 StritzkeK@stadt- muenster.de - 2 - V/0538/2022 und/oder teilstationären Bereich verankert, der den Kommunen eine weitere Steuerungsmöglichkeit mit dem Instrument der Bedarfsbestätigung bietet. Die Stadt Münster macht seit dem Jahr 2015 (Ratsbeschluss) im Bereich der vollstationären Dauerpflege davon Gebrauch. Nur im Falle eines fest- gestellten Bedarfs kann eine Finanzierung der betriebsnotwendigen Aufwendungen (Investitionskos- ten) durch den örtlichen Sozialhilfeträger erfolgen. Der aktualisierte Pflegebedarfsplan 2022-2025 gibt Auskunft über die aktuelle Bevölkerungsentwicklung und die Inanspruchnahme von Pfle- geleistungen (Kapitel 2+3), stellt die größte Gruppe der Pflegenden, die An- und Zugehörigen vor (Kapitel 4), gibt einen Überblick über den Bestand und die Entwicklung der Pflegeinfrastruktur und bewer- tet den aktuellen Bedarf (Kapitel 5.1), geht dabei auf besondere Zielgruppen wie junge Pflegebedürftige, ältere Menschen mit Be- hinderung und Menschen mit Intensivpflegebedarf ein (Kapital 5.2), stellt vor dem Hintergrund des Pflege(fach)kräftemangels die Entwicklungen im Bereich der Personalsituation und der Pflegeausbildung dar (Kapitel 6), bewertet die Situation in der stationären Pflege, gibt eine Einschätzung zum Ausbau zukünfti- ger vollstationärer Dauerpflegeplätze für den Zeitraum 2022-2025 (Kapitel 7) und fasst im Ausblick (Kapitel 8) die kommenden Schwierigkeiten in der pflegerischen Versorgung und die aktuellen Handlungsmöglichkeiten zusammen. Eine Arbeitsgruppe der Konferenz Alter und Pflege hat sich intensiv mit dem Pflegebedarfsplan und der Prognoseberechnung befasst. Im März 2022 fand unter anderem ein Workshop mit wissenschaft- licher Begleitung durch Prof. Dr. Isfort vom Deutschen Institut für Pflegeforschung (DIP), unter Beteili- gung von Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalen Seniorenvertretung und der Kommission zur Förderung der Inklusion vom Menschen mit Behinderungen, statt. Diskussionsinhalte und Ergeb- nisse der Arbeitsgruppe sind in den Pflegebedarfsplan mit aufgenommen worden. 2. Bedarfsfeststellung 2022-2025 Der Bedarf an Angeboten der pflegerischen Versorgung steigt stetig an. Die Gründe liegen im We- sentlichen im demographischen Wandel. Gleichzeitig verändern sich die Landschaft rund um die vor- pflegerischen und pflegerischen Angebote, die Rahmenbedingungen sowie die Vorstellung, wie eine Unterstützung bei Pflegebedarf aussehen soll. Im Bereich der ambulanten und teilstationären Angebote kommt der aktuelle Pflegebedarfsplan zu dem Ergebnis, dass in diesen Bereichen ein Ausbau der bestehenden Strukturen unterstützt werden soll. Dies erfolgt durch Beratung von Trägern und Investoren sowie Meldungen bestehender Bedarfe bei der Vermarktung städtischer Baugrundstücke. Der Ausbau wird erschwert durch den Pfle- ge(fach)kräftemangel, der bereits deutlich spürbar ist, und die Schwierigkeit der Träger, geeignete Grundstücke oder Flächen für ein Angebot zu finden. Das Alten- und Pflegegesetz (§ 7 Abs. 6 APG) gibt vor, dass der Pflegebedarfsplan jährlich eine überprüfbare Entscheidungsgrundlage für eine Bedarfseinschätzung zur vollstationären Dauerpflege (Sachentscheidung Punkt 2) bieten muss, die einen prospektiven Planungszeitrum von drei Jahren ab Beschlussfassung in den Blick nimmt. Folgende Anhaltspunkte wurden bei der Bewertung berück- sichtigt: Träger und Betroffene machen die Erfahrung, dass die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Einrichtungen pflegen lange Wartelisten und Betroffene benötigen Zeit, um einen gewünschten Platz in der stationä- ren Pflege zu erhalten. Die jährliche Auslastungsabfrage der stationären Einrichtung und der ambu- lanten Pflege-Wohngemeinschaften, die ebenfalls eine umfassende Versorgungssicherheit bieten, hat ergeben, dass viele Angebote voll ausgelastet sind. Einige verfügen über einzelne Plätze und andere können vorhandene Plätze nicht belegen aufgrund des Fachkräftemangels oder von Baumaßnah- men. Diese Plätze stehen perspektivisch jedoch wieder zur Verfügung. In der Summe sind mit einer Auslastung im Jahr 2021 bei den stationären Einrichtungen von 95,5 Prozent und bei den ambulanten - 3 - V/0538/2022 Pflege-Wohngemeinschaften von 91,1 Prozent nach wie vor freie Kapazitäten vorhanden. Die Prog- noseberechnung auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten der Pflegestatistik kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2025 ein ausreichendes Angebot vorhanden ist. Durch die Annähe- rung des Bedarfs an die bestehenden Kapazitäten wird jedoch bereits deutlich, dass über das Jahr 2025 hinaus weitere Plätze mit umfassender Versorgungsmöglichkeit benötigt werden. Dabei ist je- doch zu berücksichtigen, dass diese grundsätzlich auch in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zur Verfügung gestellt werden können. Um eine Entscheidung zum weiteren Ausbau stationärer Einrichtungen treffen zu können, ist es not- wendig, die gesamte Pflegelandschaft in den Blick zu nehmen. Die verschiedenen pflegerischen An- gebote stehen miteinander in einer Wechselbeziehung, insbesondere bei Auslastungssituationen und Personalmangel. Für die kommenden Bedarfe werden aufgrund des Fachkräftemangels, der durch die berufsdemographische Entwicklung in der Pflege verschärft wird, trotz aller Bemühungen nicht ausreichend zusätzliche Pflegefachkräfte zur Verfügung stehen. Ein Aus- und Aufbau der bestehen- den Strukturen wird aus diesen Gründen nur begrenzt möglich sein. Bei der Planung neuer Angebote geht es nicht mehr alleine darum, ein Angebot für pflegebedürftige Menschen zu konzipieren, sondern gleichzeitig zu klären, ob und wie das erforderliche Personal gewonnen werden kann. Auf der Grundlage der beschriebenen Argumente kommt der Pflegebedarfsplan zu der Entscheidung, dass weiterhin keine Bedarfsbestätigungen für zusätzliche vollstationäre Pflegeplätze ausgestellt werden. 3. Beratung in der Konferenz Alter und Pflege am 30.08.2022 Die Konferenz Alter und Pflege hat den Entwurf des Kommunalen Pflegebedarfsplan 2022 -2025 in ihrer Sitzung am 30.08.2022 beraten und einstimmig angenommen. Ein Trägervertreter wies noch einmal darauf hin, dass in den stationären Einrichtungen nach wie vor viele Anfragen abgelehnt werden müssen und Wartelisten geführt werden. Es wurde eingebracht, dass für junge Pflegebedürftige das Angebot von Pflege- und Assistenzdiens- ten wichtig für ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung sei, hier jedoch die ambulanten Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Eine Stärkung und ein Ausbau seien dringend erforderlich. Es wurde außerdem betont, dass nach dem Auftrag der UN -Behindertenrechtskonvention der Aufent- haltsort frei zu wählen sei und damit keine Verpflichtung bestehe, beispielsw eise in besonderen Wohnformen zu leben. Eine umfassende Pflege sei sowohl in stationären Einrichtungen als auch in ambulanten Pflegewohngemeinschaften möglich. Zur Stärkung der Netzwerke und Angebote im Quartier wurde angeregt, auch die gesundheitliche und medizinische Versorgung mit aufzunehmen. Notwendig sei außerdem der Ausbau barrierefreier Wohnungen in den einzelnen Quartieren, damit eine ambulante Versorgung ermöglicht und ein Verbleib im Quartier gewährleistet werden könne. Die Anregungen wurden in den Kommunalen Pflegebedarfsplan 2022-2025 mit aufgenommen. 4. Ausblick Das gemeinsame Ziel ist eine bedürfnisgerechte, wohnortnahe Versorgung mit Pflegeleistungen, die ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die zukünftige Versorgung pflegebedürftiger Personen ist jedoch gefährdet durch die Abnahme in- formeller Unterstützungspotenziale und den immer stärker werdenden Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken ist es notwendig, die vorpflegerischen Angebote und informellen Netzwerke auf Quartiersebene zu stärken und gleichzeitig insbesondere die ambulante und teilstationäre Pflege wei- ter auszubauen. Dazu gehören auch ambulante Pflege-Wohngemeinschaften, die eine umfassende Versorgungssicherheit bieten. Pflegende An- und Zugehörigen sollen gestärkt und unterstützt werden - 4 - V/0538/2022 durch individuelle Beratung und Entlastungsangebote. Die Angebotslandschaft in Münster muss sich weiterentwickeln, um dem steigenden Bedarf an pfle- gerischer Versorgung zu begegnen. Der strukturelle Aufbau von Angeboten ist aufgrund des Fach- kräftemangels nur begrenzt möglich, so dass über eine Veränderung der Landschaft mit den beste- henden Ressourcen nachgedacht werden muss. Wie und mit welchem Angebot kann man dem zu- nehmenden Bedarf begegnen? Welche Versorgungsformen sind unter den personellen Bedingungen noch möglich? Um die Sichtweise der Betroffenen bzw. perspektivisch Betroffenen mit in den Blick zu nehmen, ist zudem die Frage zu klären: Welche pflegekulturellen Präferenzen bestehen? Was wün- schen sich die Menschen im Falle einer Pflegebedürftigkeit? Um das in einem nächsten Schritt her- auszufinden, soll eine Bevölkerungsbefragung entwickelt werden, welche die Vorstellungen und Wünsche der Münsteraner Bevölkerung abbildet. Dabei sollen auch die vorpflegerischen und quar- tiersbezogenen Angebote und Strukturen mit aufgenommen werden. I.V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Kommunaler Pflegebedarfsplan 2022-2025
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (129)
- Taubenstraße 12
- Schulstraße 47
- Westfalenstraße 176
- Achtermannstraße 11
- Mondstraße 104
- Josefstraße 2
- Offenbergstraße 20
- Andreas-Hofer-Straße 70
- Sophienstraße 1
- Wichernstraße 22
- Augustastraße 28
- Kardinalstraße 26
- Münzstraße 38
- Scheibenstraße 117
- Wolbecker Straße 140b
- Roxeler Straße 559
- Dülmener Straße 29
- Coerdestraße 45
- Pankokstraße 14
- Patronatsstraße 2
- Sprakeler Straße 47
- Jahnstraße 67
- Windthorststraße 7
- Kinderhauser Straße 92
- Gropiusstraße 7
- Hammer Straße 39
- Hüfferstraße 20
- Wienburgstraße 60
- Ostmarkstraße 9
- Clevornstraße 5
- Loerstraße 23
- Fliednerstraße 17
- Alte Dorfstraße 10
- Kirmstraße 18
- Culmer Straße 16
- Münsterstraße 24b
- Herrenstraße 10
- Schlesienstraße 1
- Marktallee 42
- Leisnerstraße 17
- Hülsebrockstraße 16
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- Böckmannplatz 2
- Bohlweg 10
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- Rüschhausweg 149
- Krögerweg 14
- Rottkamp 49
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- Drensteinfurtweg 5
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- Pottkamp 25
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- Südlohnweg 1
- Hegerskamp 5
- Alexianerweg 8
- Loddenweg 10
- Kortumweg 56
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- Geringhoffstraße 45
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- Robert-Koch-Straße 55
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- Kristiansandstraße 70
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- Soester Straße 23
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- Feldstiege 100
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- Brock 33
- Neutor
- Berdel
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Details
- Aktenzeichen
- V/0538/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.09.2022
- Erstellt
- 29.08.2022 13:15