A-R/0059/2020
Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen: Fahrradstraßen richtig planen
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a-r-0059-2020-Fahrradstraßen besser machen
4912 Zeichen
Antrag an den Rat A-R/0059/2020
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
17.08.2020
Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen:
Fahrradstraßen richtig planen
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird aufgefordert, im Rahmen der Planungen zur Umsetzung der Qualitäts-
standards für Fahrradstraßen Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich drei bis vier Monate vor
Beginn der Umsetzung einer Maßnahme zu beteiligen. Dabei gilt es, über geplante Maßnah-
men an der jeweiligen Straße rechtzeitig und umfassend zu informieren und Anregungen auf
ihre Machbarkeit zu prüfen und, wenn möglich, umzusetzen.
2. Die Verwaltung wird ferner aufgefordert zu prüfen, wie auf den Fahrradstraßen eine dauerhafte
Verkehrsberuhigung herbeigeführt werden kann. Dabei sind bauliche Eingriffe in die Struktur
der Straße (versenkbare Poller, andere bauliche Veränderungen etc.) genauso zu berücksichti-
gen wie die Durchführung regelmäßiger Geschwindigkeitskontrollen.
3. Um den Autoverkehr in den Fahrradstraßen weiter zu verlangsamen, prüft die Verwaltung die
Umsetzung verkehrsrechtlicher Maßnahmen, einschließlich der Einführung von Einbahn-
und/oder Anwohnerstraßen. Ziel ist eine einheitliche Vorgehensweise.
4. Angesichts der z. T. bereits erfolgten Baumaßnahmen an verschiedenen Fahrradstraßen wird
die Verwaltung aufgefordert zu überprüfen, wie und wo auch in Änderung der bisherigen Pla-
nungen für Anwohner*innen Parkplätze auf einer Seite erhalten werden können und wo Kurz-
zeitparken ausgewiesen werden kann. Kurzzeitparkplätze sollen insbesondere für Handwerks-
betriebe, Pflegedienste oder für Praxen ausgewiesen werden, für die kurze Wege gewährleis-
tet sein müssen.
Begründung:
Fahrradstraßen sind ein unverzichtbarer Teil der Verkehrswende in unserer Stadt. Fahrradstraßen
müssen sichtbar, aber auch sicher sein. Gegenüber dem im Rat beschlossenen Konzept zeigt die
Praxis, dass deutliche Veränderungen notwendig sind - u.a. hin zu mehr Verkehrsberuhigung und
weniger Durchgangsverkehr. In zahlreichen Gesprächen ist in den vergangenen Wochen deutlich
geworden, dass Fahrradstraßen neben Fahrrädern überwiegend nur noch für den
Anwohner*innenverkehr geöffnet bleiben sollten - hier sind zur Zeit sehr unterschiedliche Regelungen
praktiziert worden. Dazu gehört auch, dass im Sinne der Sicherheit bestehende Tempolimits auch
überwacht werden müssen.
Zudem sind individuelle Lösungen an den Fahrradstraßen nötig, um kurzfristig Entlastung für die
Parksituation vor Ort zu schaffen und eine Verkehrsberuhigung zugunsten der Sicherheit von
Radfahrenden und Fußgänger*innen herbeizuführen:
1.) Der geplante Wegfall der Stellplätze an der Max-Winkelmann-Straße trifft Anwohnerinnen und
Anwohner genauso wie anliegende Gewerbetreibende, wie den Inhaber einer Praxis für
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Krankengymnastik, der auf einen kurzen Zugang seiner Patientinnen und Patienten zur Praxis
angewiesen ist. Wir fordern daher die Verwaltung auf, ihre bisherigen Pläne zur Parksituation
an der Max-Winkelmann-Straße zu überarbeiten und mindestens auf einer Seite der Fahrbahn
Kurzzeit- und Anwohnerparkplätze zu schaffen.
2.) Auf der Grundlage des anliegenden Entwurfs des Anliegers und Architekten Jörg Preckel soll
eine Veränderung der bisherigen Planungen zur Parksituation an der Hittorfstraße
vorgenommen werden. Danach sollen (wie an der Goldstraße, die ebenfalls Fahrradstraße ist)
Parkflächen zwischen den Bäumen an der Straße markiert werden. Nach Möglichkeit sollen
diese Parkplätze für Anwohnerparken ausgewiesen werden. Außerdem soll eine
Einbahnstraßenregelung für die Hittorfstraße geprüft werden, um den Durchgangsverkehr zu
reduzieren.
3.) Am Lindberghweg soll nach den Wünschen von Anwohnerinnen und Anwohnern die
Durchfahrt für Autoverkehr möglichst begrenzt werden. Dafür soll die Anlage versenkbarer
Poller am Eingang zur Straße geprüft werden, wodurch die Durchfahrt auf Anwohner*innen
und Rettungsfahrzeuge begrenzt würde.
4.) An der Dieckstraße kritisieren Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere, dass hier
Dauerparker mit ihren Wohnmobilen Parkplätze blockieren. Hier sind regelmäßige
Kontrollen und die Ausweisung von Anwohnerparkplätzen erforderlich. Auch eine
Einbahnstraßenregelung soll zur Verkehrsberuhigung in Betracht gezogen werden.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Michael Dauskardt
Doris Feldmann Philipp Hagemann Marius Herwig
Dr. Cornelia Jäger Mathias Kersting Michael Kleyboldt
Marianne Koch Thomas Kollmann Gaby Kubig-Steltig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wintzler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (6)
- Bahnhofstraße 9
- Max-Winkelmann-Straße
- Hittorfstraße
- Goldstraße
- Dieckstraße
- Lindberghweg
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0059/2020
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 18.08.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37