A-R/0001/2007
Parkraumkonzept für Fahrräder in Münster-Innenstadt
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Originalantrag
4776 Zeichen
Fraktion Bündnis90/Die Grünen/GAL Antrag Nr.: A-R/0001/2007
im Rat der Stadt Münster
Fraktion
im Rat der Stadt Münster
6. Februar 2007
Ratsantrag: Parkraumkonzept für Fahrräder in Münster-Innenstadt
Der Rat möge beschließen:
Zur Verbesserung der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer in der Innenstadt wird
die Verwaltung gebeten, ein Innenstadt-Parkraumkonzept für Fahrräder zu erarbeiten. Die-
ses Konzept soll sowohl öffentliche als auch nicht-öffentliche Liegenschaften berücksichti-
gen. Das Parkraumkonzept für Fahrräder soll zwei Bereiche, einen Analyse- und einen Pla-
nungsteil, beinhalten und folgende Aspekte berücksichtigen:
1. Definition verschiedener Qualitätsstandards mit den Bereichen
a. Typologie der Ständer
b. Überdachung
c. Nähe zum Zielgebiet der Verkehrsteilnehmer
d. Bewachung (auch Überwachung von Radständern mögl ich)
e. Weiteres Serviceangebot (z.B. für Radstation)
f. Kosten
2. Kritische Überprüfung der Richtzahlenliste der L andesbauordnung NRW für die Er-
richtung von Fahrradabstellplätzen in Münster. Sind die Richtzahlen ausreichend?
3. Kartographische Aufbereitung der „Problemzonen“ mit konkreter Defizitanalyse
a. Anzahl abgestellter Fahrräder
b. Ermittlung des zukünftigen Bedarfs
c. Analyse der Akzeptanzprobleme konkreter Abstella nlagen (z.B. Abstellanlage
XY wird nicht angenommen (zu weit weg vom Zielort der Radfahrer oder da
Ständertyp nicht angenommen wird), hierzu sind ggf. Befragungen durchzu-
führen.
4. Vorschläge zur Akzeptanzverbesserung von Abstell anlagen in 1b-Lage (z.B. durch
höhere Qualitätsstandards), um Anreize für die Nutzung schlechter gelegener Ab-
stellanlagen zu schaffen.
5. Vorschläge für Hinweisschilder über alternative Abstellmöglichkeiten an regelmäßig
überfüllten Standorten.
6. Ein gesondertes Raumkonzept für Fahrräder an Mar kttagen am Domplatz (z.B. Re-
servierung der PKW-Plätze für Fahrräder an Markttagen bei gleichzeitig striktem
Durchfahrverbot für PKW´s ab Landesmuseum)
7. Für den Bahnhofsbereich ist ebenfalls ein gesond ertes Raumkonzept zu erarbeiten.
Dies soll ebenfalls den faktischen Bedürfnissen von Radfahrern und Radfahrerinnen
8. Rechnung tragen und weitere Abstellmöglichkeiten für „ad hoc“-Besucher des Bahn-
hofs, Tagespendler und Wochenpendler bieten. Hierzu sind auch frühere Anträge zur
Errichtung einer Radstation an der Ostseite des Bahnhofs erneut zu prüfen. Das
Konzept muss sicherstellen, dass der zukünftig wahrscheinlich steigende Bedarf
nach Abstellanlagen langfristig sichergestellt werden kann.
9. Die Planung und Realisierung von weiteren Parkhä usern (Vorlage 906/2002 „Park-
raumkonzept Münster 2010“) für den PKW-Verkehr ist einzustellen, um die einge-
sparten Mittel zur Umsetzung des Parkraumkonzeptes für Fahrräder verwenden zu
können.
10. Basierend auf den o.g. Punkten soll die Verwaltung ein Umsetzungskonzept erarbei-
ten, welches die Bereitstellung ausreichenden Parkraums für Fahrräder bis Ende
2008 sicherstellt.
11. Mit Umsetzung des zu erarbeitenden Parkraumkonzeptes für Fahrräder wird die
Verwaltung beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Städtetag eine Gesetzesinitiative
zu initiieren, welche Kommunen ermächtigt, offensichtliche „Schrotträder“ bzw. „Jah-
resparker“ zu versetzen. In diesen Prozess ist der ADFC aktiv einzubinden.
Begründung:
Das Fahrrad ist für die Innenstadt ein Verkehrsmittel von deutlich größerer Bedeutung als
Bus oder PKW. Dies spiegelt sich bis heute jedoch nicht in der Bereitstellung von Abstell-
möglichkeiten wider. Stattdessen wurden durch verschiedene Baumaßnahmen der vergan-
genen Jahre immer mehr Abstellmöglichkeiten eingebüßt. Die Folge sind Zustände wie im
Bereich der Arkaden oder am Domplatz an Markttagen. Das „wilde“ Abstellen von Fahrrä-
dern sollte jedoch nicht durch rigides Vorgehen (z.B. durch Entfernen) bekämpft werden, so
lange den Radfahrern keine akzeptablen Abstellanlagen angeboten werden. Dies ist in aus-
reichender Zahl in der Innenstadt und am Bahnhof schon lange nicht mehr der Fall, u.a. weil
bei privaten Bauvorhaben keine ausreichenden Abstellmöglichkeiten für den Besuchs- und
Kundenverkehr geschaffen wurden.
Zunächst müssen Abstellmöglichkeiten geschaffen werden, dann kann gegen wildes Abstel-
len an störenden Stellen vorgegangen werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass
Radfahren für viele Menschen dadurch attraktiv wird, dass sie unmittelbar bis in die Innen-
stadt fahren können. Dies ist stadtplanerisch und umweltpolitisch gewollt und erfordert daher
eine angemessene Reaktion in der adäquaten Bereitstellung von Abstellanlagen.
gez. Jörn Möltgen
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Domplatz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0001/2007
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 06.02.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37