V/0633/2008
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL "Eigenbeteiligung bei Fahrtendienst für Menschen mit Behinderung abschaffen Nr. A-R/0021-2008
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Beschlussvorlage
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V/0633/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL "Eigenbeteiligung bei Fahrtendienst für Menschen mit Behinderung abschaffen - Nr. A-R/0021-2008 Antrag der SPD-Fraktion "Münster für alle - Die Stadt generationengerecht entwickeln- Ausbauprogramm für barrierefreie Bushaltestellen" - NR. A-R/0034/2008 Beratungsfolge 27.08.2008 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Die Entscheidung über di e Eigenbeteiligung einschli eßlich der damit verbundenen finanziellen Auswirkungen wird im Rahm en der Beratungen des Haushaltes 2009 getroffen. 2. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL „Eigenbeteiligung bei Fahr- tendienst für Menschen mit Behinderung ab schaffen“ (A-R/0021/2008) und Ziffer 5 und 6 des Antrages der SPD-Fraktion „Münster für alle – Die Stadt generationenge- recht entwickeln- Ausbauprogramm für ba rrierefreie Bushaltestellen“ (A- R/0034/2008) werden zur weiteren Berat ung an den Ausschuss für Soziales, Ge- sundheit und Arbeitsförderung verwiesen. Begründung: 1. Antrags- und Beschlusslage Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Gr ünen/GAL „Eigenbeteiligung bei Fahrtendienst für Menschen mit Behinderung abschaffen“ verfolgt das Ziel, die Eigenbeteiligung der Nut- zerinnen und Nutzer des Fahrdienstes für Menschen mit Behinderungen aufzuheben. Die SPD-Fraktion setzt sich mit ihrem Antrag „Münster für alle – Die Stadt generationenge- recht entwickeln- Ausbauprogramm für barrierefre ie Bushaltestellen“ dafür ein, dass der Vorlagen-Nr.: V/0633/2008 Auskunft erteilt: Frau Rüter Ruf: 492 50 27 E-Mail: RueterD@stadt-muenster.de Datum: 29.07.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0633/2008 Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen al s Spezialangebot weit erhin vorgehalten wird (Ziffer 5 des Antrages) und schlägt vor, dass die Verwaltung die Absenkung der Ei- genbeteiligung im Fahrdienst (z.B . analog zu den Busfahrpreisen) prüft (Ziffer 6 des An- trages). Zu den anderen Anliegen dieses Antr ages (u.a. Steigerung des Ausbaus barriere- freier Haltestellen über die bisherigen Planungen hinaus) wird auf die Beschlussvorlage an den Hauptausschuss V/625/2008 verwiesen. Zum 01.07.2006 wurden die Richtlinien zur Förder ung des Fahrdienstes für Menschen mit Behinderungen neu gefasst (Ö ffentliche Beschlussvorlage an den Rat V/0188/2006 – Ratsbeschluss vom 17.05.2006). Es wurde erstmalig eine Eigenbeteiligung im Fahrdienst eingeführt. Für die Nutzung des Fahrdienstes wird ab dem 01.07.2006 von den Nutzerin- nen und Nutzern ein Betrag in H öhe von 5 € pro Fahrt erhoben, sofern die finanziellen Voraussetzungen für die Gewährung von Einglie derungshilfe für beh inderte Menschen nach dem Sozialgesetzbuch XII nicht vorlie gen. Mit der Einführung der Eigenbeteiligung im Fahrdienst wurde eine Maßnahme aus dem Spar- und Konsolidierungsprogramm 2006- 2009 (Öffentliche Beschlussvorlage an den Rat V/1065/2005) umgesetzt. Der Bericht über die Entwicklung des F ahrdienstes vom 01.07.2006 bis 31.12.2007 (Öf- fentliche Berichtsvorlage an den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung V/0096/2008) zeigt auf, dass die angestrebte Eins parung erreicht wurde, allerdings bei einem Rückgang der Zahl der Fahrten im Verg leich zur durchschnittlichen jährlichen Fahr- tenzahl vor Einführung der Eigenbeteiligung um ca. 20 %. 2. Einschätzung zu den finanziellen Auswirkungen Sofern die Eigenbeteiligung gesenkt oder aufgehoben wird, ist zu vermuten, dass sich die Zahl der Fahrten im Fahrdienst wieder erhöhen wird, bei gleichzeitiger Aufwandserhöhung und Ertragsminderung. Wie die Entwicklung verlaufen wird, kann nicht genau geschätzt werden. Es ist zu vermuten, dass der Anstieg bei einem Wegfall der Eigenbeteiligung bzw. einer nur sehr geringen Eigenbeteiligung entsprechend höher ausfallen wird. Ein Anstieg der Fahrten wäre mit Blick auf die Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gemeinschaft wünschenswert. Zugleich würde jedoch der bisherige Haushaltsan- satz wieder überschritten werden. Der Haushal t sieht für den Fahrdienst einen jährlichen Aufwand in Höhe von 306.780 € vor. Der Ansa tz für den Ertrag durch Eigenbeteiligung beträgt 50.000 €, wird allerdings bisher nicht in voller Höhe erreicht. Die folgende Tabelle gibt ei nen Überblick, wie sich di e Ausgaben und Einnahmen für den Fahrdienst ausgehend von einer Eigenbeteiligung in Höhe von 2 € pro Fahrt (Einzelticket bei Kauf im Bus zurzeit 2,10 €) bei einer fiktiv angenommenen Steigerung der Fahrten mit Eigenbeteiligung ungefähr entwickeln könnten. Dabei ist zu beachten, dass eine exakte Berechnung der Ausgaben nicht möglich ist, da die Fahrten je nach Fahrt (Sitzendfahrt, Taxifahrt, ASB-Fahrt oder Auftragsfahrt, Fahrt mi t oder ohne Hilfeleistung) unterschiedlich teuer sind. - 3 - V/0633/2008 Annahme: Zahl der Fahrten steigt ausge- hend von den Fahrten in 2007 (15.350) Zahl der Fahrten davon Fahrten mit Eigenbe- teiligung Aufwand Ertrag- durch Eigenbe- teiligung (2 € pro Fahrt) Tatsächli- che Kosten (Ausgaben abzgl. Ein- nahmen durch Ei- genbeteili- gung) um 5 % (768 Fahrten) 16.118 7.149 (44 %) ca. 306.000 14.298 ca. 292.000 um 10 % (1.535 Fahrten) 16.885 7.916 (47 %) ca. 318.000 15.832 ca. 302.000 um 15 % (2.302 Fahrten) 17.652 8.683 (49 %) ca. 331.000 17.366 ca. 314.000 um 20 % (3.070 Fahrten) 18.420 9.451 (51%) ca. 344.000 18.902 ca. 325.000 Die Berechung zeigt, dass schon bei einem An stieg der Fahrten um 10 % der bisherige Haushaltsansatz überschritten würde. Sofern die Eigenbeteiligung weiter abgesenkt würde oder die Eigenbeteiligung aufgehoben würde, würde sich der Aufwand entsprechend wei- ter erhöhen. Eine Senkung oder Aufhebung der Eigenbeteilig ung ist daher nur möglich, wenn im Haus- halt entsprechende Mittel bereitgestellt werden. Vor diesem Hintergrund schlägt die Ver- waltung vor, dass der Rat nach Vorberatung im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung im Rahmen de r Etatberatungen für 2009 entsc heidet, ob die Mittel für eine Senkung bzw. Aufhebung der Eigenbeteiligung zur Verfügung gestellt werden. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/GAL „Eigenbeteiligung bei Fahrtendienst für Menschen mit Behinderung abschaffen“ (A-R/0021/2008) Antrag der SPD-Fraktion „Münster für alle – Die Stadt generationenger echt entwickeln- Ausbauprogramm für barrierefreie Bushaltestellen“ (A-R/0034/2008)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0633/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 30.07.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37