2014/0338
Bürgerhaushalt 2014 – Vorschlag #519 Verlagerung HSE-Standort Dornheimer Weg auf die Knell und Schaffung von Wohnraum
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2014/0338
6666 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
10.09.2014
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat Dezernat I
Dezernat IV
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat III
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2014/0338
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bürgerhaushalt 2014 – Vorschlag #519: Verlagerung HSE-Standort Dornheimer Weg
auf die Knell und Schaffung von Wohnraum
Vorlage vom: 25.08.2014
Beschlussvorschlag :
Eine Verlagerung des HSE-Standort Dornheimer Weg auf die Knell ist aus finanziellen Faktoren
und unter Hinweis auf die dort wirksame Seveso-II-Richtlinie nicht umsetzbar.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.08.2014
Für den Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 wurde folgender Vorschlag eingebracht:
Vorschlag #519: Verlagerung HSE-Standort Dornheimer Weg auf die Knell und Schaffung
von Wohnraum
„Die Stadt sollte als Gesellschafterin bei der HSE darauf hin wirken, den HSE-Standort am
Dornheimer Weg auf die Knell zu verlagern. Die frei werdenden Flächen könnten als
Wohngebiet ausgewiesen werden. Die Lage am Hauptbahnhof scheint mir sehr attraktiv sodass
der Umzug durch die aus dem Verkauf der Flächen erzielten Erlöse auch aus
betriebswirtschaftlicher Sicht attraktiv sein könnte. Die übrigen Vorteile liegen auf der Hand:
Nahe des Hauptbahnhofs entsteht ein weiteres attraktives Wohngebiet, was den angespannten
Wohnungsmarkt in Darmstadt entlasten könnte und die Brachflächen auf der Knell werden
genutzt.“
Der Vorschlag erhielt 53 Ja-Stimmen und 8 Nein-Stimmen.
Stellungnahme:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gehört zu den Städten mit erhöhtem Wohnraumbedarf. Laut
einem Gutachten des Instituts Wohnen und Umwelt besteht in Darmstadt bis 2020 ein
jährlicher Wohnungsbedarf von rund 500 bis 600 Wohnungen in unterschiedlichen Segmenten.
Die hierfür notwendigen städtebaulichen Entwicklungspotenziale sind allerdings begrenzt:
Angesichts einer Siedlungsbeschränkungszone im Norden sowie vielfacher naturräumlicher
Restriktionen im übrigen Stadtgebiet sind praktisch keine Wachstumsmöglichkeiten im
Außenbereich vorhanden, so dass künftige Entwicklungen zwangsläufig innerhalb der
bestehenden Siedlungsfläche stattfinden müssen. Flächenumnutzung und Stadtumbau sind
Schwerpunkt und zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung in Darmstadt.
Eine Umnutzung der HSE-Flächen am Dornheimer Weg wäre vor dem Hintergrund der
angrenzenden Flächen für Wohnnutzungen und dem hohen Bedarf an Wohnbauflächen aus
stadtplanerischer Sicht theoretisch auch denkbar.
Deshalb war bereits zum Zeitpunkt der Aufstellung des Flächennutzungsplans der
Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Umzug der HSE-Betriebsgebäude vom Dornheimer Weg auf
das Knell-Gelände sowie eine Konversion der HSE-Betriebsflächen zu Wohnnutzungen überprüft
werden. In diesem Kontext war seit dem Jahr 2000 im Zuge der damaligen
Weststadtentwicklung geplant, die Knell zu einem zentralen Standort für
„Stadtwirtschaftsbetriebe“ auszubauen. Dieses Entwicklungsziel wurde durch die Ansiedlung
des EAD und der HSE-Zentrale bereits beschritten. In den Folgejahren stellte sich jedoch
heraus, dass eine Verlagerung der am Dornheimer Weg befindlichen Anlagen aus betrieblichen
Gründen von Seiten der HSE nicht weiter verfolgt wurde. Zur Sicherung des Standorts für die
HSE an dieser Stelle wurde daher am 29.10.2009 die Aufstellung der 3. Änderung des
Flächennutzungsplans für den Teilbereich Dornheimer Weg durch die
Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Inhalt der Änderung war, die im
Flächennutzungsplan angedachten Wohnbauflächen in gewerbliche Fläche zu ändern. Die 3.
Änderung des Flächennutzungsplans wurde am 10.09.2010 rechtswirksam.
Eine Verlagerung wurde aufgrund des Vorschlages im Rahmen des Bürgerhaushaltes 2014
erneut übergeprüft. Folgende Faktoren sprechen aus heutiger Sicht trotzdem gegen eine
Verlagerung:
Das Grundstück Dornheimer Weg inklusive Querverbundleitstelle hat eine Größe von 53.865
m². Das städtische Knell Gelände hat eine Größe von 29.252 m². D. h. die Liegenschaft
Dornheimer Weg ist deutlich größer als die städtische Knell Liegenschaft.
- 4 -
Die Flächen Dornheimer Weg wären kostenintensiv frei zu machen (Kosten Abriss, ggfs.
Altlastensanierungen und Kampfmittelräumung) und für eine Wohnnutzung neu zu erschließen.
Durch den zeitlichen Unterschied zwischen Ankauf und Veräußerung würde ein Aufwand für
eine Zwischenfinanzierung (Veräußerung Flächen Dornheimer Weg erst nach Umzug bzw. nach
erfolgten Neubauten Standort Knell Gelände) anfallen. Die in den Standort Dornheimer Weg
seitens der HSE getätigten hohen Investitionen würden weit vor ihrem Abschreibungszeitraum
vernichtet (z. B. Sanierungen des Bürohauptgebäudes und der Garagengebäude). Zudem
wurden am Standort Dornheimer Weg seitens der HSE baukostenintensive Funktionsbauten
errichtet, so z. B. die Querverbundleitstelle (teure Verlagerungskosten durch hohe
Infrastrukturkosten). Sämtliche derzeit am Dornheimer Weg vorhandenen Gebäude wären am
Knell Standort neu zu errichten (Büroflächen, Lagerflächen, QVL, usw.).
Ein weiteres Problem ist die vorhandene Umspannanlage. Diese kann kaum verlagert werden
und beeinflusst die Vermarktung von Wohnflächen negativ. Zudem ist die Verkehrsanbindung
am Standort Dornheimer Weg ist für die Gesellschaften mit hohen externen Umsätzen (e-netz
und Entega Energieeffizienz) positiver als am Knell Standort.
Nach Schätzung der HSE würden sich die Gesamtkosten der Verlagerung sich auf grob
geschätzt 45 – 60 Mio. Euro belaufen.
Zudem wird eine Nutzung des Knell-Gelände durch die dort wirksame Seveso-II-Richtlinie
maßgeblich erschwert, da die neuen Gebäude innerhalb des Achtungsabstandes zu den
Betriebsanlagen der Firma Merck stehen würde.
Der Vorschlag der Verlagerung des HSE-Standortes Dornheimer Weg auf das Knell-Gelände ist
daher nicht umsetzbar.
Darmstadt, 25.08.2014
Dezernat I Dezernat III Dezernat IV
Jochen Partsch Cornelia Zuschke André Schellenb erg
Oberbürgermeister Stadträtin Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (5)
Orte (2)
- Dornheimer Weg
- Am Hauptbahnhof
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0338
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 21.08.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00