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2019/0014

Ausweisung städtischer Ehrengräber

Magistratsvorlage 27.03.2019

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2019/0014

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- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
02.04.2019 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
Grünflächenamt 
Dezernat III 
 
Amt: Kulturamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I 41 
III V 67 
IV 20 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2019/0014 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
155 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 533010 
Kostenstelle: 067-112-1610 Investitionsnummer:       
Kostenträger: 5330-11 Sachkonto: 6161820 
 
Betreff: Ausweisung städtischer Ehrengräber  
 
Vorlage vom: 27.03.2019 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der Magistrat nimmt von dem Bericht Kenntnis  
 
2. Als städtische Ehrengräber werden ausgewiesen die Grabstätten   
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 23  
Prof. Dr. Otto Bartning  
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104  
Otto Berndt 
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 77  
Heinrich Friedrich Reinhard Kekulé von Stradonitz

- 3 - 
 
 
Waldfriedhof 01/R 8 d 37 
Dorothea Hollatz 
 
Waldfriedhof 01/Rechte Gruft 13  
Wilhelm Loth 
 
3. Der Ehrengrabstatus wird mit Datum des Magistratsbeschlusses wirksam.  
 
4. Die Kosten für die Pflege und Unterhaltung von rund 250 Euro je Grab und Jahr werden 
aus dem Budget des  Grünflächenamtes getragen.  
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom 10.04.2019 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 27.03.2019:  
 
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann nach den Maßgaben der städtischen 
Friedhofssatzung Grabstätten von Verstorbenen, die zu Lebzeiten besondere Leistungen 
erbracht oder sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, den Status eines 
Ehrengrabs verleihen. Die Unterhaltung von Ehrengrabstätten obliegt der Friedhofsverwaltung.  
 
Im Zeitraum 2012 bis 2015 war ein Fachbeirat zur Neubewertung der bestehenden städtischen 
Ehrengräber eingesetzt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen des Fachbeirats, die vom 
Magistrat am 8.4.2015 (MV 2015/0109) beschlossen und der Stadtverordnetenversammlung 
am 7.5.2015 zur Kenntnis gegeben wurden, sind bei künftigen Entscheidungen über die 
Verleihung des Ehrengrabstatus zu berücksichtigen. So kann eine Grabstätte erst dann zum 
Ehrengrab erhoben werden, werden, wenn das Nutzungsrecht erloschen und an die Stadt 
zurückgefallen ist.  
 
Für die Grabstätten Darmstädter Persönlichkeiten, die im Zeitraum 2016 bis 2018 an die 
Stadt Darmstadt zurückgefallen sind, wurde seitens der Verwaltung geprüft, ob die 
Voraussetzungen für eine Übernahme als Ehrengrab vorliegen. Beteiligt waren Kulturamt, 
Stadtarchiv und Grünflächenamt. 
 
Die Übernahme als städtisches Ehrengrab wird empfohlen für folgende Grabstätten: 
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104 
Otto Bartning (geb. 12.04.1883 Karlsruhe, gest. 20.02.1959 Darmstadt)  
 
Otto Bartning war eine der bedeutenden Persönlichkeiten der Architekturgeschichte des  
20. Jahrhunderts. Als führendes Mitglied des Deutschen Werkbunds und als Direktor der 
Bauhochschule Weimar hatte er großen Einfluss auf die Architekturentwicklung vor 1933.  
Er beeinflusste nicht nur maßgeblich die Entwicklung des protestantischen Kirchenbaus, 
sondern war auch als Protagonist der Moderne führend im Wohnungs- und Siedlungsbau sowie 
im Sozialbau. Aus der Biografie ergaben sich nach Prüfung durch das Stadtarchiv keine 
Hinweise darauf, dass Bartning dem NS-Regime nahe gestanden hat. Er erhielt nach 1933 
keine staatlichen Aufträge mehr und betätigte sich vor allem als Kirchenbaumeister. 1951 ließ 
er sich mit seinem Kirchenbauinstitut in Darmstadt nieder. Als Vorsitzender des BDA und 
Vorstandsmitglied des Deutschen Werkbundes trug er dazu bei, dass mehrere Organisationen 
in Darmstadt neu gegründet wurden bzw. sich hier niederließen, u.a. der Rat für Formgebung, 
das Institut für Neue Technische Form und die Otto-Bartning-Stiftung für Baukunst und 
Bildende Künste. Die Übernahme der Grabstätte Bartning als städtisches Ehrengrab wird 
befürwortet. 
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104 
Otto Berndt (geb. 29.01.1857 Neuruppin, gest. 09.02.1940 Darmstadt)  
 
1892 wurde Otto Berndt auf den Lehrstuhl für Maschinenkunde und Technologie der 
Technischen Hochschule Darmstadt berufen. Weit über die wissenschaftliche Qualifikation 
hinaus engagierte sich Berndt für Aufbau und Förderung der Hochschule. Zu seinen 
Verdiensten zählte u.a. die Erweiterung des Lehrangebotes, was zur Einrichtung der vier 
Lehrstühle für Wärmekraftmaschinen, Mechanische Technologie, Eisenbahnwesen und 
Werkstoffkunde führte, die allerdings erst nach seiner Emeritierung 1927 umgesetzt wurde. 
Des Weiteren initiierte er die Gründung der mechanisch–technischen Materialprüfungsanstalt 
1907 und die Erweiterung des Maschinenbaulaboratoriums 1908. Berndt gelang es immer

- 5 - 
wieder, trotz der Wirtschaftskrisen nach dem Ersten Weltkrieg die Industrie für die Belange der 
TH zu interessieren und Fördermittel zu akquirieren. Durch dieses Engagement konnte 1926 
der Umbau der alten Exerzierhalle zur Turn- und Festhalle und 1929 die Errichtung des Ski- 
und Freizeitheims im Kleinwalsertal realisiert werden. Die Übernahme der Grabstätte Berndt 
als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Waldfriedhof 01/R 8 d 37 
Dorothea Hollatz (geb. 20.01.1900 Stralsund, gest. 19.12.1987 Darmstadt)  
 
Die Schriftstellerin kam 1920 nach Darmstadt. Sie schrieb u.a. Kurzgeschichten, Novellen, 
Erzählungen, Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Hollatz war zu Lebzeiten eine populäre 
und beliebte Autorin. Ihre Bibliografie umfasst rund 50 eigenständige Buchtitel, hinzu kommen 
Beiträge in Anthologien, Almanachen und Kalendern. Zwar lassen zwei Beiträge zum Gedok-
Almanach 1940 eine Distanz zum Nationalsozialismus vermissen (Quelle: Stadtlexikon 
Darmstadt), jedoch hat sich Hollatz in ihrem Werk ansonsten nicht politisch positioniert. Im 
Verfahren der Entnazifizierung ist Dorothea Hollatz in der Stufe V der nicht Belasteten 
eingereiht worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu ihrem Tod war Dorothea Hollatz in 
Darmstadt sehr präsent mit zahlreichen Publikationen und Lesungen sowie ihrem sozialen 
Engagement u.a. der langjährigen Tätigkeit für die Telefonseelsorge, den Vorlesewettbewerb an 
Schulen und für das Deutsche Sozialwerk, dessen Ehrenmitglied sie war. Die Übernahme der 
Grabstätte Hollatz als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 77 
Heinrich Friedrich Reinhard Kekulé von Stradonitz  
(geb. 06.03.1839 Darmstadt, gest. 23.03.1911 Berlin)  
Kekulé von Stradonitz war ein Sohn des Darmstädter Hofgerichtsadvokaten Karl Ludwig Kekulé 
(1802 – 1843). Nach dem Studium der klassischen Philologie und Archäologie in Erlangen, 
Göttingen und Berlin und der Promotion im Jahre 1861 arbeitete er am Deutschen 
Archäologischen Institut in Rom und habilitierte 1868 in Bonn. In Wiesbaden wurde er 
Konservator des Museums für Nassauische Altertümer. Die Universität Bonn berief ihn 1870 
auf den Lehrstuhl für Archäologie. Kekulé von Stradonitz wurde 1889 zum Direktor der 
Antikensammlung bei den Berliner Königlichen Museen berufen. Im selben Jahr erhielt er auch 
den Ruf der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin auf den Lehrstuhl für klassische 
Archäologie. Rektor der Berliner Universität war er im Studienjahr 1901/02. Kekulés Leistung 
liegt vor allem in der Erforschung der griechischen Plastik. Nach Konsultation mehrerer 
archäologischer Werke kann festgehalten werden, dass Kekulé eine bedeutende Persönlichkeit 
in der Entwicklung des Faches Archäologie war und die archäologischen Forschungen durch 
seine umfangreichen Ausgrabungen bedeutend bereichert hat. Die Übernahme der Grabstätte 
Kekulé von Stradonitz als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Waldfriedhof 01/Rechte Gruft 13  
Wilhelm Loth (geb. 24.09.1920 Darmstadt, gest. 17.02.1993 Darmstadt)  
 
Bildhauer und Hochschullehrer. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft 1947 Studium in 
Darmstadt bei Fritz Schwarzbeck. Assistent von Hermann Geibel und Lehre an der TH 
Darmstadt. 1958 Berufung an die Akademie der bildenden Künste Karlsruhe. Wilhelm Loth 
hatte in der Nachkriegszeit maßgeblichen Anteil am geistigen Wiederaufbau seiner 
Heimatstadt. Er gehörte u. a. zu den Initiatoren bei der Neugründung der Darmstädter 
Sezession, des ersten Darmstädter Gesprächs und des Darmstädter Kunstpreises, der später

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in „Wilhelm-Loth-Preis – Kunstpreis der Stadt Darmstadt“ umbenannt wurde. In der 
Entnazifizierung ist Wilhelm Loth in der Stufe V der nicht Belasteten eingereiht worden. Die 
Übernahme der Grabstätte Loth als städtisches Ehrengrab wird empfohlen. 
 
Für die nachstehend genannten Grabstätten wird die Ausweisung eines Ehrengrabes nicht 
empfohlen: 
 
Waldfriedhof 01/R8a 11a 
Edith Mikeleitis (geb. 27.02.1905 Posen, gest. 08.07.1964 Stuttgart) 
 
Lebte seit 1952 in Darmstadt. Mikeleitis verfasste Romane, Märchen, Lyrik, Essays und 
arbeitete für Bühne und Film. Im Rahmen der biografischen Recherche ergaben sich keine 
Hinweise, wo Mikeleitis während der NS-Zeit und in den ersten Nachkriegsjahren lebte und was 
sie vor ihrer Darmstädter Zeit gemacht hat. Sie gehörte bereits zu Lebzeiten zu den 
unbekannteren Schriftstellerinnen. Werke, die ihr zu literarischem Ruhm oder Nachruhm 
gereichten, sind nicht nachgewiesen.  
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht befürwortet 
werden. Der von ihrem Sohn, dem Bildhauer Jürn Ehlers, gestaltete Grabstein sollte jedoch 
erhalten werden. 
 
Alter Friedhof 02 / 2 J 14 
Walther von der Leyen (geb. 1887 Bonn, gest. 1967 Trautheim) 
 
Ehem. Leiter des Staatsbauamts. Nach Prüfung der Biografie ist zu konstatieren, dass von der 
Leyens Verdienste im Wesentlichen darin liegen, dass er sein Amt als Leiter des Staatsbauamts 
erfolgreich bekleidet hat und damit eine gewisse Rolle für den Wiederaufbau Darmstadts in den 
Jahren bis 1952 spielte. Daneben wirkte er intensiv an der Bebauung Trautheims mit. Über 
seine Berufstätigkeit hinausgehende Verdienste oder außergewöhnliche Tätigkeiten sind nicht 
festzustellen. 
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht befürwortet 
werden. 
 
Waldfriedhof 01/L1c28b 
Ernst Adolf Louis Schroeder (geb. 08.09.1889 Bartenstein/Ostpreußen, gest. 14.10.1971 
Darmstadt) 
 
Von 1948 bis zur Ruhestandsversetzung 1961 Bürgermeister der Stadt Darmstadt und u.a. 
Kulturdezernent. Die Ämter wurden pflichtgemäß ausgefüllt, über diese Tätigkeiten 
hinausgehende besonders herausragende Leistungen sind nicht festzustellen. 
 
Vor und im Zweiten Weltkrieg hatte Schroeder Karriere als hoher Regierungsbeamter gemacht. 
Von 1930 bis 1933 war er Oberbürgermeister von Schneidemühl, 1933 bis 1940 
Stadtkämmerer von Breslau und 1940 bis 1945 OB von Königstein. Der lückenlose Werdegang 
wirft einige Fragen auf insbesondere hinsichtlich der Distanz zur Partei. Aus den im 
Stadtarchiv vorliegenden Unterlagen ergeben sich hierzu allerdings keine weiteren 
Erkenntnisse. Im Entnazifizierungsverfahren wurde Schröder als Mitläufer in Stufe IV 
eingestuft.

Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht befürwortet 
werden. 
 
 
Waldfriedhof 01/L6a25c 
Arnold Krieger (01.12.1904 Dirschau, 09.08.1965 Frankfurt/M.) 
 
Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker. Krieger lebte nach 1945 zeitweilig in der Schweiz, ab 
1953 in Darmstadt. Die Rezeption des schriftstellerischen Werkes war geteilt. Größter Erfolg 
war sein Abenteuer-Roman “Geliebt, gejagt und unvergessen“ von 1955. Die Aussagen, dass 
Krieger Gegner des NS-Regimes war, werden im Wesentlichen ihm selbst bzw. seinem Umfeld 
zugeschrieben und konnten im Rahmen der Recherchen des Stadtarchivs nicht durch andere 
Quellen bestätigt werden. Da er nach 1945 in der Schweiz lebte ist vermutlich kein 
Entnazifizierungsverfahren durchgeführt worden. 
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht befürwortet 
werden. 
 
Darmstadt, den 27.03.2019 
41 220100 
 
 
Dezernat I       Dezernat III 
       i.V. 
 
 
 
         
Jochen Partsch     Jochen Partsch 
Oberbürgermeister     Oberbürgermeister

2019/0014

12368 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
02.04.2019 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Grünflächenamt  
Dezernat III 
 
Amt: Kulturamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2019/0014 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 533010 
Kostenstelle:  067-112-1610 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5330-11 Sachkonto: 6161820 
 
Betreff: Ausweisung städtischer Ehrengräber  
 
Vorlage vom: 27.03.2019  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Der Magistrat nimmt von dem Bericht Kenntnis  
 
2. Als städtische Ehrengräber werden ausgewiesen die Grabstätten   
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 23  
Prof. Dr. Otto Bartning  
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104  
Otto Berndt 
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 77  
Heinrich Friedrich Reinhard Kekulé von Stradonitz

- 2 - 
 
Waldfriedhof 01/R 8 d 37 
Dorothea Hollatz  
 
Waldfriedhof 01/Rechte Gruft 13  
Wilhelm Loth 
 
3. Der Ehrengrabstatus wird mit Datum des Magistratsbeschlusses wirksam.  
 
4. Die Kosten für die Pflege und Unterhaltung von rund 2 50 Euro je Grab und Jahr werden  
aus dem Budget des  Grünflächenamtes g etragen. 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

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Begründung zur Magistratsvorlage vom 27.03.2019: 
 
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann nach den Maßgaben der städtischen 
Friedhofssatzung Grabstätten von Verstorbenen, die zu Lebzeiten besondere Leistungen 
erbracht oder sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, den Status eines 
Ehrengrabs verleihen. Die Unterhaltung von Ehrengrabstätten obliegt der Friedhofsverwaltung.  
 
Im Zeitraum 2012 bis 2015 war ein Fachbeirat zur Neubewertung der bestehenden städtischen 
Ehrengräber eingesetzt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen des Fachbeirats, die vom 
Magistrat am 8.4.2015 (MV 2015/0109) beschlossen und der Stadtverordnetenversammlung 
am 7.5.2015 zur Kenntnis gegeben wurden, sind bei künftigen Entscheidungen über die 
Verleihung des Ehrengrabstatus zu berücksichtigen. So kann eine Grabstätte erst dann zum 
Ehrengrab erhoben werden, werden, wenn das Nutzungsrecht erloschen und an die Stadt 
zurückgefallen ist.  
 
Für die Grabstätten Darmstädter Persönlichkeiten, die im Zeitraum 2016 bis 2018 an die 
Stadt Darmstadt zurückgefallen sind, wurde seitens der Verwaltung geprüft, ob die 
Voraussetzungen für eine Übernahme als Ehrengrab vorliegen. Beteiligt waren Kulturamt, 
Stadtarchiv und Grünflächenamt. 
 
Die Übernahme als städtisches Ehrengrab wird empfohlen für folgende Grabstätten:  
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104 
Otto Bartning (geb. 12.04.1883 Karlsruhe, gest. 20.02.1959 Darmstadt)  
 
Otto Bartning war eine der bedeutenden Persönlichkeiten der Architekturgeschichte des  
20. Jahrhunderts. Als führendes Mitglied des Deutschen Werkbunds und als Direktor der 
Bauhochschule Weimar hatte er großen Einfluss auf die Architekturentwicklung vor 1933.  
Er beeinflusste nicht nur maßgeblich die Entwicklung des protestantischen Kirchenbaus, 
sondern war auch als Protagonist der Moderne führend im Wohnungs- und Siedlungsbau sowie 
im Sozialbau. Aus der Biografie ergaben sich nach Prüfung durch das Stadtarchiv keine 
Hinweise darauf, dass Bartning dem NS-Regime nahe gestanden hat. Er erhielt nach 1933 
keine staatlichen Aufträge mehr und betätigte sich vor allem als Kirchenbaumeister. 1951 ließ 
er sich mit seinem Kirchenbauinstitut in Darmstadt nieder. Als Vorsitzender des BDA und 
Vorstandsmitglied des Deutschen Werkbundes trug er dazu bei, dass mehrere Organisationen 
in Darmstadt neu gegründet wurden bzw. sich hier niederließen, u.a. der Rat für Formgebung, 
das Institut für Neue Technische Form und die Otto-Bartning-Stiftung für Baukunst und 
Bildende Künste. Die Übernahme der Grabstätte Bartning als städtisches Ehrengrab wird 
befürwortet. 
 
Alter Friedhof 02/4 Mauer 104 
Otto Berndt (geb. 29.01.1857 Neuruppin, gest. 09.02.1940 Darmstadt)  
 
1892 wurde Otto Berndt auf den Lehrstuhl für Maschinenkunde und Technologie der 
Technischen Hochschule Darmstadt berufen. Weit über die wissenschaftliche Qualifikation 
hinaus engagierte sich Berndt für Aufbau und Förderung der Hochschule. Zu seinen 
Verdiensten zählte u.a. die Erweiterung des Lehrangebotes, was zur Einrichtung der vier 
Lehrstühle für Wärmekraftmaschinen, Mechanische Technologie, Eisenbahnwesen und 
Werkstoffkunde führte, die allerdings erst nach seiner Emeritierung 1927 umgesetzt wurde. 
Des Weiteren initiierte er die Gründung der mechanisch–technischen Materialprüfungsanstalt 
1907 und die Erweiterung des Maschinenbaulaboratoriums 1908. Berndt gelang es immer 
wieder, trotz der Wirtschaftskrisen nach dem Ersten Weltkrieg die Industrie für die Belange der

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TH zu interessieren und Fördermittel zu akquirieren. Durch dieses Engagement konnte 1926 
der Umbau der alten Exerzierhalle zur Turn- und Festhalle und 1929 die Errichtung des Ski- 
und Freizeitheims im Kleinwalsertal realisiert werden. Die Übernahme der Grabstätte Berndt 
als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Waldfriedhof 01/R 8 d 37 
Dorothea Hollatz (geb. 20.01.1900 Stralsund, gest. 19.12.1987 Darmstadt)  
 
Die Schriftstellerin kam 1920 nach Darmstadt. Sie schrieb u.a. Kurzgeschichten, Novellen, 
Erzählungen, Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Hollatz war zu Lebzeiten eine populäre 
und beliebte Autorin. Ihre Bibliografie umfasst rund 50 eigenständige Buchtitel, hinzu kommen 
Beiträge in Anthologien, Almanachen und Kalendern. Zwar lassen zwei Beiträge zum Gedok-
Almanach 1940 eine Distanz zum Nationalsozialismus vermissen (Quelle: Stadtlexikon 
Darmstadt), jedoch hat sich Hollatz in ihrem Werk ansonsten nicht politisch positioniert. Im 
Verfahren der Entnazifizierung ist Dorothea Hollatz in der Stufe V der nicht Belasteten 
eingereiht worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu ihrem Tod war Dorothea Hollatz in 
Darmstadt sehr präsent mit zahlreichen Publikationen und Lesungen sowie ihrem sozialen 
Engagement u.a. der langjährigen Tätigkeit für die Telefonseelsorge, den Vorlesewettbewerb an 
Schulen und für das Deutsche Sozialwerk, dessen Ehrenmitglied sie war. Die Übernahme der 
Grabstätte Hollatz als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Alter Friedhof 02/1 Mauer 77 
Heinrich Friedrich Reinhard Kekulé von Stradonitz  
(geb. 06.03.1839 Darmstadt, gest. 23.03.1911 Berlin)  
Kekulé von Stradonitz war ein Sohn des Darmstädter Hofgerichtsadvokaten Karl Ludwig Kekulé 
(1802 – 1843). Nach dem Studium der klassischen Philologie und Archäologie in Erlangen, 
Göttingen und Berlin und der Promotion im Jahre 1861 arbeitete er am Deutschen 
Archäologischen Institut in Rom und habilitierte 1868 in Bonn. In Wiesbaden wurde er 
Konservator des Museums für Nassauische Altertümer. Die Universität Bonn berief ihn 1870 
auf den Lehrstuhl für Archäologie. Kekulé von Stradonitz wurde 1889 zum Direktor der 
Antikensammlung bei den Berliner Königlichen Museen berufen. Im selben Jahr erhielt er auch 
den Ruf der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin auf den Lehrstuhl für klassische 
Archäologie. Rektor der Berliner Universität war er im Studienjahr 1901/02. Kekulés Leistung 
liegt vor allem in der Erforschung der griechischen Plastik. Nach Konsultation mehrerer 
archäologischer Werke kann festgehalten werden, dass Kekulé eine bedeutende Persönlichkeit 
in der Entwicklung des Faches Archäologie war und die archäologischen Forschungen durch 
seine umfangreichen Ausgrabungen bedeutend bereichert hat. Die Übernahme der Grabstätte 
Kekulé von Stradonitz als städtisches Ehrengrab wird befürwortet. 
 
Waldfriedhof 01/Rechte Gruft 13  
Wilhelm Loth (geb. 24.09.1920 Darmstadt, gest. 17.02.1993 Darmstadt)  
 
Bildhauer und Hochschullehrer. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft 1947 Studium in 
Darmstadt bei Fritz Schwarzbeck. Assistent von Hermann Geibel und Lehre an der TH 
Darmstadt. 1958 Berufung an die Akademie der bildenden Künste Karlsruhe. Wilhelm Loth 
hatte in der Nachkriegszeit maßgeblichen Anteil am geistigen Wiederaufbau seiner 
Heimatstadt. Er gehörte u. a. zu den Initiatoren bei der Neugründung der Darmstädter 
Sezession, des ersten Darmstädter Gesprächs und des Darmstädter Kunstpreises, der später 
in „Wilhelm-Loth-Preis – Kunstpreis der Stadt Darmstadt“ umbenannt wurde. In der

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Entnazifizierung ist Wilhelm Loth in der Stufe V der nicht Belasteten eingereiht worden. Die 
Übernahme der Grabstätte Loth als städtisches Ehrengrab wird empfohlen. 
 
Für die nachstehend genannten Grabstätten wird die Ausweisung eines Ehrengrabes nicht 
empfohlen: 
 
Waldfriedhof 01/R8a 11a 
Edith Mikeleitis (geb. 27.02.1905 Posen, gest. 08.07.1964 Stuttgart) 
 
Lebte seit 1952 in Darmstadt. Mikeleitis verfasste Romane, Märchen, Lyrik, Essays und 
arbeitete für Bühne und Film. Im Rahmen der biografischen Recherche ergaben sich keine 
Hinweise, wo Mikeleitis während der NS-Zeit und in den ersten Nachkriegsjahren lebte und was 
sie vor ihrer Darmstädter Zeit gemacht hat. Sie gehörte bereits zu Lebzeiten zu den 
unbekannteren Schriftstellerinnen. Werke, die ihr zu literarischem Ruhm oder Nachruhm 
gereichten, sind nicht nachgewiesen.  
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht 
befürwortet werden. Der von ihrem Sohn, dem Bildhauer Jürn Ehlers, gestaltete Grabstein 
sollte jedoch erhalten werden. 
 
Alter Friedhof 02 / 2 J 14 
Walther von der Leyen (geb. 1887 Bonn, gest. 1967 Trautheim) 
 
Ehem. Leiter des Staatsbauamts. Nach Prüfung der Biografie ist zu konstatieren, dass von der 
Leyens Verdienste im Wesentlichen darin liegen, dass er sein Amt als Leiter des Staatsbauamts 
erfolgreich bekleidet hat und damit eine gewisse Rolle für den Wiederaufbau Darmstadts in den 
Jahren bis 1952 spielte. Daneben wirkte er intensiv an der Bebauung Trautheims mit. Über 
seine Berufstätigkeit hinausgehende Verdienste oder außergewöhnliche Tätigkeiten sind nicht 
festzustellen. 
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht 
befürwortet werden. 
 
Waldfriedhof 01/L1c28b 
Ernst Adolf Louis Schroeder (geb. 08.09.1889 Bartenstein/Ostpreußen, gest. 14.10.1971 
Darmstadt) 
 
Von 1948 bis zur Ruhestandsversetzung 1961 Bürgermeister der Stadt Darmstadt und u.a. 
Kulturdezernent. Die Ämter wurden pflichtgemäß ausgefüllt, über diese Tätigkeiten 
hinausgehende besonders herausragende Leistungen sind nicht festzustellen. 
 
Vor und im Zweiten Weltkrieg hatte Schroeder Karriere als hoher Regierungsbeamter gemacht. 
Von 1930 bis 1933 war er Oberbürgermeister von Schneidemühl, 1933 bis 1940 
Stadtkämmerer von Breslau und 1940 bis 1945 OB von Königstein. Der lückenlose Werdegang 
wirft einige Fragen auf insbesondere hinsichtlich der Distanz zur Partei. Aus den im 
Stadtarchiv vorliegenden Unterlagen ergeben sich hierzu allerdings keine weiteren 
Erkenntnisse. Im Entnazifizierungsverfahren wurde Schröder als Mitläufer in Stufe IV 
eingestuft.  
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht 
befürwortet werden.

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Waldfriedhof 01/L6a25c 
Arnold Krieger (01.12.1904 Dirschau, 09.08.1965 Frankfurt/M.) 
 
Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker. Krieger lebte nach 1945 zeitweilig in der Schweiz, ab 
1953 in Darmstadt. Die Rezeption des schriftstellerischen Werkes war geteilt. Größter Erfolg 
war sein Abenteuer-Roman “Geliebt, gejagt und unvergessen“ von 1955. Die Aussagen, dass 
Krieger Gegner des NS-Regimes war, werden im Wesentlichen ihm selbst bzw. seinem Umfeld 
zugeschrieben und konnten im Rahmen der Recherchen des Stadtarchivs nicht durch andere 
Quellen bestätigt werden. Da er nach 1945 in der Schweiz lebte ist vermutlich kein 
Entnazifizierungsverfahren durchgeführt worden. 
 
Eine Übernahme als städtisches Ehrengrab kann bei Anlegung enger Kriterien nicht 
befürwortet werden. 
 
Darmstadt, den 27.03.2019 
41 220100 
 
 
Dezernat I       Dezernat III 
       i.V. 
 
 
 
         
Jochen Partsch     Jochen Partsch 
Oberbürgermeister     Oberbürgermeister

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Vorlagen-Nr.
2019/0014
Typ
Magistratsvorlage
Datum
27.03.2019
Erstellt
29.09.2026 00:00