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2013/0302

Integriertes Quartierskonzept zur energetischen Sanierung Mollerstadt

Magistratsvorlage 28.11.2013

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
10.12.2013 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor  
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III  an die Stadtverordnetenversammlung 
 
  OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
Amt: Stadtplanungsamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2013/0302 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:  511020 
Kostenstelle:  061-030-1400 Investitionsnummer:  12061-4606 
Kostenträger:  5110-21 Sachkonto:  953010 
 
Betreff: Integriertes Quartierskonzept zur energetischen Sanierung Mollerstadt 
 
Vorlage vom: 28.11.201328.11.2013 
 
Beschlussvorschlag : 
Für das Sanierungsgebiet „Westliche Innenstadt-Mollerstadt“ wurde ein integriertes 
Quartierskonzept zur energetischen Sanierung im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts 
erarbeitet. 
Dieses Quartierskonzept ergänzt den Sanierungsrahmenplan um die dort noch fehlenden Aspekte 
der energetischen Sanierung. 
Der Maßnahmenkatalog steht unter organisatorischem wie finanzellem Vorbehalt. 
Unter der Vorraussetzung der Förderfähigkeit wird für 3 Jahre ein Sanierungsmanagement 
implementiert. 
Das integrierte Quartierskonzept zur energetischen Sanierung für das Sanierungsgebiet 
„Westliche Innenstadt-Mollerstadt“ wird in vorliegender Fassung beschlossen.

- 2 - 
Anlagen: Mollerstadt 2.0 
Energetische Stadtsanierung Darmstadt, Mollerstadt 
Integriertes Quartierskonzept 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.11.2013 
 
 
1. Bundesweites Pilotprojekt energetische Stadtsanierung – Förderziel  
 
Das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte 
Quartierskonzepte und Sanierungsmanager“ ist Bestandteil des Energiekonzepts der 
Bundesregierung vom 28.09.2010. Zur Erreichung der Klimaschutzziele bis 2020 bzw. 2050 
sind weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den Kommunen dringend 
erforderlich. 
 
Mit dem neuen KFW Programm „Energetische Stadtsanierung“ sollen vertiefte integrierte 
Quartierskonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur 
insbesondere zur Wärmeversorgung entwickelt und umgesetzt werden. 
 
Integrierte Quartierskonzepte zeigen unter Beachtung aller anderen relevanten, wie 
städtebaulichen, denkmalpflergerischen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und 
sozialen Aspekte auf, welche technischen und wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale im 
Quartier bestehen und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden können, um kurz-, 
mittel- und langfristig CO 2 –Emissionen zu reduzieren. Sie bilden eine zentrale strategische 
Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für eine an der Gesamteffizienz energetischer 
Maßnahmen ausgerichtete Investitionsplanung in Quartieren. 
(Quelle: Auszüge aus dem Merkblatt „Kommunale und soziale Infrastruktur der KFW 2012) 
 
Auf der Grundlage eines entsprechenden Antrages erhielt die Wissenschaftsstadt Darmstadt 
den Aufnahme- und Förderbescheid vom 09.02.2012 zur Erarbeitung eines integrierten 
Quartierskonzepts zur energetischen Sanierung für das Sanierungsgebiet Mollerstadt. 
Zusammen mit weiteren 64 Quartieren bundesweit ist damit das Sanierungsgebiet 
Mollerstadt Pilotprojekt für die energetische Sanierung. 
 
Alle Projekte haben experimentellen Charakter. Sie werden neben dem Bundesministerium 
für Verkehr, Bauwesen und Städtebau, vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und 
Raumforschung begleitet und unterliegen einem 2jährigen Monitoring und einer 
abschließenden Evaluierung. Die Forschungsassistenz besteht aus den Büros/Institutionen: 
 
- Urbanizers Berlin 
- plan zwei aus Hannover 
- KEEA Klima und Energieeffizienz Agentur Kassel und 
- IDE – Institut dezentrale Energietechnologien aus Kassel 
 
Die Forschungsassistenz ist beauftragt, die Erfahrungen der Pilotgemeinden zu untersuchen, 
auszuwerten und die Ergebnisse als mögliche Handlungsempfehlungen weiteren Kommunen 
an die Hand zu geben. 
 
Zum Austausch der Erfahrungen sind innerhalb der zweijährigen Pilotphase 3 
Regionalkonferenzen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten vorgesehen.

- 4 - 
Der finanzielle Aufwand für die Teilnahme an den Konferenzen wird pro Pilotgemeinde mit 
3.000,00 € von der KFW bezuschusst. 
 
Der Förderzuschuss für die Erarbeitung des Quartierskonzepts beträgt 65 % bei 
Gesamtkosten in Höhe von 95.000,00 €. Bis auf einen geringen eigenen kommunalen Anteil 
(rd. 3.000,00 €) wird der Restbetrag über bereits bereitstehende Städtebaufördermittel 
finanziert. 
 
2. Erarbeitung des Quartierskonzepts als Ergänzung zum Sanierungsrahmenplan 
 
Der Rahmenplan zur städtebaulichen Sanierung der Mollerstadt wurde im Oktober 2005 von 
den städtischen Gremien beschlossen. In ihm sind die wesentlichen Ziele der Sanierung 
formuliert. So wurden für die Handlungsfelder „Private Grundstücke“, „Öffentlicher Raum“ 
und „Verkehr“ bereits damals Handlungsleitlinien entwickelt, die die Aspekte der 
Klimaanpassung und des Klimaschutzes beinhalten, jedoch standen diese seinerzeit noch 
nicht im Focus der städtebaulichen Entwicklung. 
 
Das integrierte Quartierskonzept zur energetischen Sanierung erweitert und konkretisiert nun 
diese städtebaulichen Leitlinien.  
 
Damit wird das Ziel des Konzepts, die CO 2-Emissionen aus dem Quartier heraus zu 
reduzieren – als weiteres wichtiges Sanierungsziel festgelegt. 
 
Die NH-ProjektStadt wurde mit der Erarbeitung des energetischen Quartierskonzepts 
beauftragt, die eine weitere Zusammenarbeit mit dem IWU wählte. Gemeinsam mit der 
Arbeitsgruppe „Energetische Sanierung Mollerstadt“ wurde das Konzept erstellt. Die 
Arbeitsgruppe bestand aus der HSE, dem Institut für Wohnen und Umwelt – IWU -, dem 
Energieberater der Stadt Darmstadt, dem Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, dem 
Grünflächenamt, dem Umweltamt, IDA und dem Stadtplanungsamt. 
 
Die Projektleitung zur Erarbeitung des Konzepts oblag der NH ProjektStadt als 
Auftragnehmerin und dem Stadtplanungsamt als Auftraggeber. 
 
In einem 1. Schritt der Bearbeitung wurde zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme 
aller energierelevanten Konzepte und Aktivitäten zusammengeführt. Des Weiteren wurden die 
Bebauungsstruktur, der Gebäudebestand, die Nutzungsmischung, der Freiraum, die 
Infrastruktur sowie Akteure im Gebiet unter energierelevanter Bedeutung betrachtet. Darauf 
aufbauend wurde eine Potentialanalyse erstellt, die eine Energie- und CO 2-Bilanz und 
Einspar- und Effizienzpotentiale umfasst und darüber hinaus ein stadtklimatisches Modell 
zur Klimaanpassung enthält. 
 
Im Zeitraum vom 21.03.2013 bis 06.05.2013 wurde eine E-Bürgerbeteiligung durchgeführt, 
in der die Bürgerschaft entweder telefonisch oder über Geotagging Aussagen zu bekannten 
Grünstandorten, zu beliebten Aufenthaltsbereichen und Vorschläge zur Schaffung oder 
Neugestaltung von Grün in unterschiedlicher Form treffen konnte. Das Geotagging 
ermöglichte dabei die Zuordnung dieser Aussagen im Gebiet der Mollerstadt. 
 
Diese Art der Bürgerbeteiligung wurde von der Stadtverordnetenversammlung in ihrer 
Sitzung am 25. April 2013 zur Kenntnis genommen. 
 
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind in das Konzept eingearbeitet.

- 5 - 
 
3. Der Maßnahmenkatalog 
 
Das Quartierskonzept mündet in einen Maßnahmenkatalog, der folgende Handlungsfelder 
enthält 
 
- Energetische Sanierung von Gebäuden (HF 1) 
- Klimaanpassung (HF 2) 
- Klimafreundliche Mobilität (HF 3) sowie 
- Nutzersensibilisierung (HF 4) 
 
Jedes dieser Handlungsfelder enthält mögliche Maßnahmen, die zur CO 2 Reduktion führen. 
In Abstimmung mit der Arbeitsgruppe wurden diese Maßnahmen in Prioritätsstufen 
eingeordnet. 
 
Das Quartierskonzept enthält auch ein Kapitel zum Thema Umsetzungshemmnisse. Dieser 
Komplex wurde als inhaltlicher Baustein seitens der KFW gefordert und dürfte für die 
Begleitforschung von besonderem Interesse sein, denn auch hieraus werden sich 
Handlungsempfehlungen (s. o.) für die Bundesregierung und die Kommunen ableiten lassen.  
 
Wie die Kosten- und Finanzierungsübersicht im Sanierungsrahmenplan so steht auch der 
Maßnahmenkatalog dieses Konzepts unter finanziellem Vorbehalt. Vor diesem Hintergrund 
wie auch mit Blick auf die angespannte Personalsituation wird es eine besondere 
Herausforderung sein, eine Arbeitsstruktur zu entwickeln, mit der die Umsetzung des 
Konzepts in der Verwaltung implementiert werden kann. Dies wird sicherlich auch eines der 
wesentlichen Themen in den Regionalforen der Pilotgemeinden darstellen. 
 
4. Sanierungsmanagement 
 
Seitens der Initiatoren des Pilotprogramms wurde bereits im Vorfeld erkannt, dass es zur 
Umsetzung des Quartierskonzepts weiterer Unterstützung für die Kommunen bedarf. 
 
Das Förderprogramm enthält daher einen 2. Baustein, der die finanzielle Unterstützung eines 
Sanierungsmanagements nach Beurteilung des Konzepts durch die KFW ermöglicht. Das 
Sanierungsmanagement soll für einen Zeitraum von max. 3 Jahren den gesamten Prozess 
der energetischen Sanierung gestalten und in einzelnen Handlungsfelder ergänzend oder 
eigeninitiativ tätig werden. 
 
Im nächsten Schritt wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt nun dieses Quartierskonzept zur 
energetischen Stadtsanierung Mollerstadt der KFW zur Prüfung vorlegen, und nach 
entsprechendem Ergebnis, den Antrag zur Förderung des Sanierungsmanagements stellen. 
 
Nach derzeitigem Kenntnisstand wird eine maximale Förderung in Höhe von 150.000,00 € für 
den Gesamtzeitraum bei Gesamtkosten in Höhe von 230.000,00 € für das 
Sanierungsmanagement in Aussicht gestellt. Unter weiterem Einsatz von 
Städtebaufördermitteln verbleiben bei der Stadt Darmstadt Kosten in Höhe von rd. 
8.600,00 € für den Gesamtzeitraum.

- 6 - 
 
Sollte eine Förderung in Aussicht gestellt werden, wird für den Zeitraum von 3 Jahren ein 
Sanierungsmanagement implementiert. Das entsprechende Organisationsmodell wird derzeit 
verwaltungsintern und mit den anderen Pilotkommungen überlegt und diskutiert. 
 
Die städtischen Gremien erhalten diesbezüglich zum geeigneten Zeitpunkt eine 
entsprechende Beschlussvorlage. 
 
 
Darmstadt, 28.11.2013 
61.1.2 / kr-kl  Nst. 36 43 
 
 
Dezernat III 
 
 
 
Brigitte Lindscheid 
Stadträtin

Beratungsverlauf (6)

TOP 3
TOP 526
TOP 8
TOP 7
TOP 3
TOP 8 beschließend

Details

Vorlagen-Nr.
2013/0302
Typ
Magistratsvorlage
Datum
28.11.2013
Erstellt
29.09.2026 00:00