Mandari Insight

A-R/0013/2019

Gute Perspektiven für Münster-Coerde schaffen

Antrag an den Rat 21.03.2019

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.04.2019, TOP 37.4

a-r-0013-2019-Gute Perspektiven für MS-Coerde schaffen

· application/pdf

Ansehen

a-r-0013-2019-Gute Perspektiven für MS-Coerde schaffen

8069 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0013/2019  
SPD -Fraktion  
im Rat der Stadt Münster 
 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
 
Gute Perspektiven für Münster-Coerde schaffen 
Ratsantrag 
 
 
 
 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:  
  
1) Die Verwaltung stellt sicher, dass nach fünf Jahren Vorlauf spätestens im August 2019 die 
Förderanträge für das Programm Soziale Stadt Coerde (siehe SPD-Anträge aus 2014 und 
2016) nun auf den Weg gebracht werden, um im Jahr 2020 mit der Durchführung des 
Programms beginnen zu können und die notwendigen Ressourcen für die 
Handlungsfelder verfügbar zu haben. Das integrierte Handlungskonzept ist hierbei 
ebenso einzubeziehen wie aktuelle Hinweise von Initiativen, Trägern und 
Bewohner*innen, z. B. zum Themenfeld Kinderarmut. 
Im Blickpunkt stehen müssen zudem stadtplanerische Weiterentwicklungen im Stadtteil. 
Die vorhandenen Siedlungsstrukturen genügen lange nicht mehr den heutigen 
Anforderungen und erfordern deutliche planerische Maßnahmen. Ziel muss hier sein, der 
Segregation in Coerde entgegen zu wirken und einen attraktiven Stadtteil für alle 
Bevölkerungsgruppen zu entwickeln. 
 
2) Folgende vorbereitende Maßnahmen für Coerde sind zeitnah umzusetzen, um aktuelle 
Problemlagen zu mindern: 
 
• die Implementierung eines Quartiersmanagements durch die Stadt Münster mit 
interkultureller Kompetenz und der Einbindung von Brückenpersonen (‚nation workers‘) 
aus den unterschiedlichen Herkunftsländern sowie einem weiteren Aufbau von Paten-, 
Lotsenprojekten.  
• die Schaffung und personelle wie sachliche Ausstattung von interkulturellen und 
intergenerativen Begegnungsräumen in Coerdes Mitte, die niedrigschwellige und 
barrierefreie Zugänge ermöglichen. Ankerpunkt kann die Stadtbücherei Coerde sein. 
• die Schaffung eines Sozialen Arbeitsmarkts für Coerde durch öffentlich geförderte 
Beschäftigung 
• damit einhergehend die Einrichtung einer Dependance des Jobcenters Münster in 
zentraler Lage im Stadtteil Coerde. Das Jobcenter soll hier zusätzlich Angebote vorhalten, 
die die gesamte Bedarfsgemeinschaft und nicht nur Einzelpersonen in den Fokus 
nehmen. 
20 .03 .2019

2 
 
 
 
• die Evaluation der Bildungschancen: In den Fokus genommen werden dabei für Kinder 
und Jugendliche aus Coerde u. a. das Kita-Eintrittsalter, das Schulwahlverhalten, die 
Verweildauer in den Grundschulen, die Übergangsempfehlungen, die Schullaufbahnen 
und die erzielten Schulabschlüsse (jeweils diff. mit / ohne Migrationsvorgeschichte). 
• die Planung und Errichtung eines Kinder- und Jugendgesundheitszentrums  
(vgl. Ideenskizze Dr. Axel Iseke) 
 
• eine Schwerpunktsetzung von Maßnahmen zur Kinder- und Jugendarmutsprävention 
gezielt in Münster-Coerde.  
Dazu gehört unabdingbar auch: 
- die Realisierung einer kostenfreien Mittagsverpflegung für alle Kinder in Kita und 
Schule, um Diskriminierungen nicht entstehen zu lassen und 
- die Ermittlung und Beseitigung von Hemmnissen für einen (frühen) Kita-Besuch der 
Coerder Kinder, um einen frühen Zugang zu frühkindlicher Bildung und Erziehung für 
alle zu ermöglichen 
• die Einrichtung eines Abenteuer-/Bauspielplatzes als freizeitpädagogisches Angebot für 
Kinder und Jugendliche mit Kreativ-Werkstätten, Bewegungs-und Gesellschaftsspielen, 
Fahrradwerkstatt, Garten AG, Koch- und Backangeboten, Holzelementen, Wasserpumpe 
und Feuerstelle u.v.m.. 
• die Schaffung von Flächen für gemeinschaftliches, interkulturelles Gärtnern als Orte der 
Begegnung von Generationen und Kulturen, der Kommunikation und der aktiven 
Freizeitgestaltung  
• die infrastrukturelle Aufwertung der Sportanlage. Dazu gehört insbesondere eine 
zeitnahe Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz. Es sollen hierdurch 
weitere Sportangebote, wie z. B. Mädchenfußball und das Angebot von Trendsportarten, 
sowie eine verstärkte Einbindung der Menschen mit Migrationsvorgeschichte über das 
Projekt "Sport, Sprache und Integration" ermöglicht werden. 
• Wohnumfeld-Verbesserungen in Kooperation mit den ansässigen Wohnungs-
unternehmen, den städtischen Fachämtern und den AWM 
• die vorbereitende Einrichtung eines Beirats ‘Soziale Stadt’ 
 
 
Begründung:  
 
Münster ist eine reiche Stadt. Die Bevölkerungszahl steigt beständig, viele Menschen zieht es ins 
schöne Münster mit seinen Giebelhäusern und dem Wochenmarkt. Unvorstellbar für viele, dass 
es in Münster Stadtteile gibt, in denen Kinder morgens hungrig zur Schule gehen und sich das 
dort angebotene Mittagessen auch für 1 € Eigenanteil nicht leisten können. Das aber ist die 
traurige Wirklichkeit in Coerde.

3 
 
 
 
 
Viele Familien in Coerde befinden sich in einem "Armutskreislauf", jedes zweite Kind lebt in Ar- 
mut. Das sind völlig andere Rahmenbedingungen als in gutsituierten Innenstadt-Stadtteilen. 
Sehr viele Eltern in Coerde sind arm, leben in prekären Verhältnissen und können ihren Kindern 
nicht das mit auf den Weg geben, was am besten gegen Armut hilft: Bildung.  
  
Das Münsteraner Sozialmonitoring 2017 sowie weitere vorliegende Indikatoren zeigen in Coerde 
dringende Handlungsbedarfe auf, zumal sich die Ausgangssituation vor Ort 
in den letzten Jahren gerade auch durch den Zuzug von ärmeren Bevölkerungsgruppen 
(Es ziehen z. B. 30% der Geflüchteten nach Coerde, jeweils 10% nach Kinderhaus und Berg Fidel.) 
nicht stabilisieren konnte und eine weitere Abwärtsspirale für den Stadtteil dringend verhindert 
werden muss (siehe auch Kontextdatenmonitor Coerde vom 31.12.2017 veröffentlicht in 
2/2019).  
 
Die prägenden Indikatoren für sozial benachteiligte Stadtteile wie Armutsquotient (Arbeitslosig- 
keit 10,4%, davon 50% Langzeitarbeitslose), der Jugendquotient (39,2%) und der Migrationsquo- 
tient (52,2%) liegen sehr weit über dem städtischen Durchschnitt und wären im NRW-Vergleich 
aller Soziale-Stadt-Quartiere in den Top 10 zu finden. 
 
Im Zukunftsprozess Münster 20.30.50 soll ausdrücklich auf die Entwicklung benachteiligter 
Stadtteile Wert gelegt werden. Die Mittel der Bund-Länder-Städtebauförderung wurden zuletzt 
in Münster nur für innerstädtische Projekte wie B-Side oder Dominikanerkirche beantragt und 
abgerufen. Diese Förderungen stehen nicht in Frage, aber es ist mindestens ebenso wichtig, nun 
(endlich) auch Städtebauförderung für benachteiligte Quartiere in Münster zu beantragen und 
passgenau abzurufen, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.   
 
Handlungsfelder wie Frühe Hilfen, Kinder und Jugend, Integration, (Sozialer) Arbeitsmarkt, Woh- 
nen, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie, Sicherheit, Schule/Bildung, Soziale 
Sicherung, Sport und Bewegung, Begegnung und Heimat bieten hierbei hohe Potentiale für die 
Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil Münster-Coerde. Schließlich sind 
die Bewohner*innen des Stadtteils die eigentlichen Expert*innen vor Ort, deren Anregungen und 
Ideen hierbei von besonderer Wichtigkeit sind. 
 
Die bisher geleistete Arbeit der Jugendhilfe- und sozialen Träger sowie der Schulen, Initiativen, 
Vereine, Kirchen und Religionsgemeinschaften vor Ort ist vor dem Hintergrund der schwierigen 
Rahmenbedingungen im Stadtteil Coerde ausdrücklich wertzuschätzen.  
Die Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit vor Ort sind in die aktuellen und weiteren Prozesse 
aktiv mit einzubinden.  
 
Nach fünf Jahren Vorlauf darf in Coerde keine Zeit mehr verloren werden. 
Mit höheren Ressourcen aus der Bund-Länder-Förderung und mit kommunalen Mitteln müssen 
endlich grundlegende Verbesserungen in dem benachteiligten Stadtteil erreicht werden.

4 
 
 
 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Stephan Brinktrine    Doris Feldmann  
Philipp Hagemann   Marius Herwig    Dr. Cornelia Jäger 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koch 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Stel tig 
Hedwig Liekefedt   Mustafa Schat    Anne Schulze Wi ntzler 
Petra Seyfferth   Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsso n  
     Maria Winkel

Beratungsverlauf (1)

03.04.2019 Rat
TOP 37.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Bahnhofstraße 9
  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
A-R/0013/2019
Typ
Antrag an den Rat
Datum
21.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37