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A-R/0075/2021

Unterstützung und Hilfen für wohnungslose Menschen ausbauen – In den Stadtteilen Tagestreffs für Menschen in prekären Lebenssituationen und Vereinsamung anbieten

Antrag an den Rat 21.09.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 29.09.2021, TOP 54.6

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0075/2021 
1 
 
 
 
 
 
  
                
 
 
 
Münster, 21.09.2021 
 
Ratsantrag  
Unterstützung und Hilfen für wohnungslose Menschen ausbauen – In 
den Stadtteilen Tagestreffs für Menschen in prekären Lebenssituationen 
und Vereinsamung anbieten  
 
1. Der Rat begrüßt die Entscheidung des Krisenstabs, den Tagestreff in der 
ehemaligen Wartburgschule wieder zu eröffnen. Nach Rücksprache mit dem 
Stadtplanungsamt und dem Amt für Immobilienmanagement besteht die 
Möglichkeit, die Wartburgschule noch bis zum 31.03.2022 zu nutzen. Damit 
wurde dem Anliegen des für die Sitzung des Ausschusses für Soziales, 
Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung (ASGVA) am 08.09.2021 
vorgelegten gemeinsamen fraktionsübergreifenden Antrags in Bezug auf die 
Weiterführung des Tagestreffens entsprochen. 
Für die weitere Perspektive eines Tagestreffs soll geprüft werden, ob eine 
zentralere Lage innerhalb der Stadt Münster zu bevorzugen wäre. Für die 
perspektivische Weiterentwicklung der Angebote, Hilfen und Unterstützungen 
sollen die bisherigen Erfahrungen aus der Nutzung des Tagestreffs einbezogen 
werden. 
 
Der Rat beschließt: 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den in der 
Wohnungslosenhilfe engagierten Trägern und Initiativen weitere Schritte zur 
bedarfsgerechten Erweiterung des Angebotes für wohnungslose Menschen 
vorzunehmen. Hierbei wird geprüft, welche Angebote ggfs. bei den bestehenden 
Einrichtungen erweitert werden sollen. 
Hierzu gehören u.a.  
 Bedarfsgerechte Gestaltung und Erweiterung der Tagesaufenthaltsangebote; 
 Bedarfsgerechte Ausweitung des Angebotes an Notunterkünften sowie der 
Hilfen in den Wintermonaten (auch in Bahnhofsnähe);

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 Erweiterung der Angebote und Unterstützung für wohnungslose Frauen; 
 Geflüchtete und vor allem in Not geratene migrantische Frauen als Zielgruppe  
 Angebote für wohnungslose Paare; 
 Bedarfsgerechte Angebote und Hilfen für Wohnungslose mit Beeinträchtigung;  
 Übernachtungsmöglichkeiten und Aufenthalte für Wohnungslose mit Hunden; 
 Ausbau des Angebotes an niedrigschwelligen Hilfen; 
 Bestandsaufnahme der aufsuchenden Gesundheitshilfe und ggfs. Stärkung 
des bestehenden Angebotes. 
 
3. Die Begegnungsangebote in den Stadtteilen und Quartieren sollen gestärkt und 
gemeinsam mit den Trägern bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Hierzu 
gehören die Begegnungsstätten und -angebote in den Stadtteilen, Quartierstreffs 
und Quartiersstützpunkte, Alten- und Senioren*innen-Treffs.  
 Die soziale Infrastruktur soll auch wohnungslosen Frauen und Männern sowie 
anderen von Armut betroffenen Menschen Treffpunkte und Anlaufstellen 
bieten. Diese Infrastruktur soll mit ihren zielgruppenspezifischen und 
wohngebietsbezogenen Aktivitäten auch auf die Belange von Menschen in 
prekären Lebenssituationen ausgerichtet werden und dazu beitragen, einer 
Vereinsamung entgegenzuwirken. Hierzu werden die Träger und Vereine aus 
den Bereichen Migration/Integration, Inklusion und Gender/Diversität mit 
einbezogen.  
 Darüber hinaus soll auch durch niedrigschwellige Hilfen und verstärkte soziale 
Arbeit in den Quartieren der Vereinsamung und auch drohender 
Obdachlosigkeit entgegengewirkt werden. Stadtteiltreffs dienen der 
Kommunikation und Begegnung und entlasten durch kleine alltägliche Hilfen 
wie Wäschewaschen, einen Mittagstisch und ggfs. auch Duschmöglichkeiten. 
 
4. Darüber hinaus sollen weitere Schritte zur Verbesserung der 
Übernachtungssituation wie auch Wege und Angebote zum Wohnen in der 
eigenen Wohnung und unterstützende Angebote und Hilfen ausgebaut werden.  
Hierzu gehören  
 Wohnangebote für Menschen, die erwerbstätig bzw. berufstätig, aber zugleich 
ohne Wohnung sind und in einer Obdachloseneinrichtung leben;  
 die kontinuierliche Erweiterung von Wohnprojekten wie Wohnen 60+ (wie 
bspw. die Projekte Dreifaltigkeitskirche, Yorkhöfe), die ein barrierefreies und 
selbstständiges Wohnen für ältere wohnungslose Menschen mit Pflege- und 
Unterstützungsbedarf ermöglichen, in vielen Stadtteilen ausbauen; 
 Wohnangebote über „Housing First“ weiter ausbauen als ergänzenden 
Baustein im Hilfesystem Wohnraum (ggfs. über Wohn+Stadtbau); 
 Ausbau der Angebote an Arbeits- und Beschäftigungsprojekten zur Stärkung 
der Arbeitsintegration sowie der Unterstützung zu Wegen aus der prekären 
Lebenssituation;

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 Stärkung der familienunterstützenden Hilfe für von Wohnungslosigkeit 
bedrohte Menschen. 
 
Begründung: 
I. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung 
(ASGVA) hat in seiner Sitzung vom 08.09.2021 das Erfordernis unterstrichen, den 
Tagestreffpunkt für Menschen in prekären Verhältnissen und Obdachlose in der 
ehemaligen Wartburgschule sehr kurzfristig wieder zu öffnen. Grundlage der 
Beratung war der für diese Sitzung vorgelegte gemeinsame fraktionsübergreifende 
Antrag „Unterstützung und Hilfen für Wohnungslose ausbauen – In den Stadtteilen 
Tagestreffs für Menschen in prekären Lebenssituationen und Vereinsamung 
anbieten“.  
Im Ergebnis der Beratungen wurde „die Verwaltung […] beauftragt zu prüfen, wie 
eine kurzfristige (Wieder-)Öffnung des Tagestreffpunkts für Obdachlose und 
Menschen in prekären Verhältnissen in der ehemaligen Wartburgschule oder einer 
ähnlichen Einrichtung zu realisieren und zu finanzieren sei, um den Treff 
übergangsweise zunächst bis Ende März 2022 geöffnet zu halten. Hierbei sollen die 
grundlegenden Bedarfe für die Zielgruppen im Hinblick auf Mahlzeiten, Dusch- und 
Waschmöglichkeiten, Aufenthalt und soziale Betreuung abgesichert bleiben. 
Gleichzeitig sollte die Verwaltung in Abstimmung mit dem Träger prüfen, ob 
Kosteneinsparungen möglich sind, z.B. durch Verzicht auf einen Sicherheitsdienst, 
Reduzierung des Angebots, Einsatz von Ehrenamtlichen usw.“ Nach 
zwischenzeitlicher Rücksprache mit dem Stadtplanungsamt und dem Amt für 
Immobilienmanagement besteht die Möglichkeit, die Wartburgschule noch bis zum 
31.03.2022 hierfür zu nutzen. 
Dem oben genannten Antrag wurde mit dem Beschluss des Krisenstabs vom 
16.09.2021 somit entsprochen. Die Wiedereröffnung des Tagestreffs (in Trägerschaft 
des ASB) ist am Freitag,17.09.2021 erfolgt. 
 
II. Der Antrag beinhaltete darüber hinaus ein Bündel weiterer Vorschläge und 
Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Angebote, Prävention und 
Hilfen für wohnungslose Menschen in Münster. Diese werden nun mit diesem 
Ratsantrag zur weiteren Bearbeitung auf den Weg gebracht. 
a) Für die weitere Perspektive und Weiterentwicklung der Angebote, Hilfen und 
Unterstützungen sollen die bisherigen Erfahrungen aus der Nutzung des 
Tagestreffs einbezogen werden. Hierbei ist festzustellen, dass das Angebot des 
Tagesaufenthaltes in der ehem. Wartburgschule unterschiedliche 
Personengruppen in Anspruch genommen haben. Davon waren etwa ein Drittel 
wohnungslose Menschen. Der größere Teil der Besucher*innen hatte selbst eine 
Wohnung. Für sie ist es wichtig, einen Stadtteiltreff zu haben, der Kommunikation 
und Begegnung sowie kleinere alltäglichen Hilfen wie Wäschewaschen und einen 
Mittagstisch bietet. Für sie ist es auch wichtig, ein solches Angebot nutzen zu 
können, um der möglichen Vereinsamung zu entgehen. Die Besucher*innen 
dieses Angebotes kamen aus dem gesamten Stadtgebiet.

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Diese Erfahrungen zeigen, dass es einen Bedarf für einen entsprechenden 
Treffpunkt über die Zielgruppe der wohnungslosen Menschen hinaus auf für 
weitere Personengruppen gibt. Hier ist es sinnvoll, entsprechende Angebote 
primär in den Stadtteilen zu entwickeln. Für wohnungslose Menschen ist eine 
Stärkung der Angebote z.B. auch in Bahnhofsnähe sinnvoll. Aber auch die soziale 
Infrastruktur in den Stadtteilen sollte noch stärker auf diese Zielgruppe 
ausgerichtet werden. Deshalb soll kontinuierlich die soziale Infrastruktur 
entsprechend bedarfsgerecht weiterentwickelt und ausgebaut werden. 
b) Eine weitere wichtige Aufgabe wird es sein, die Übernachtungssituation wie auch 
Wege und Angebote zum Wohnen in der eigenen Wohnung und unterstützende 
Angebote und Hilfen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und auszubauen: 
o Hierzu gehören auch zielgruppenspezifische Angebote wie auch eine 
Ausweitung der Angebote für wohnungslose Frauen insgesamt. 
o Geflüchtete und vor allem in Not geratene migrantische Frauen sind als 
Zielgruppe ebenfalls in den Fokus zu nehmen. 
c) Des Weiteren gibt es ein Bedarf an Wohnangeboten für wohnungslose 
Menschen, die berufstätig sind, sowie an einer kontinuierlichen Ausweitung des 
Angebotes für wohnungslose Menschen, die Pflege und Unterstützung benötigen, 
insbesondere in den Stadtteilen und Quartieren.  
Schließlich soll Wohnraum für wohnungslose Menschen entsprechend dem 
Konzept „Housing first“ geschaffen werden. 
Diese Angebote ermöglichen den Menschen wieder ein gesichertes Wohnen und 
eine Unterstützung hin zum selbstbestimmten Wohnen und Leben. 
d) Über die Verbesserung der der Wohn- und Übernachtungssituation sollen auch 
präventive Unterstützungsangebote sowie Hilfen zur Integration durch Arbeit, 
Beschäftigung und Unterstützung bei der Tagesstruktur bedarfsgerecht 
angeboten werden.  
 
gez.    gez.    gez. 
Sylvia Rietenberg   Marius Herwig  Stefan Weber 
Harald Wölter   Maria Winkel   Tobias Jainta 
und Fraktion   und Fraktion   und Fraktion 
 
gez.     gez.    gez.  
Helene Goldbeck   Katharina Geuking  Lars Nowak 
Tim Haverkock   und Fraktion   und Fraktion 
 
gez. 
Jörg Berens 
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

29.09.2021 Rat
TOP 54.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0075/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
21.09.2021
Erstellt
21.09.2021 15:50