V/0560/2007
Unterzeichnung der Millenniumserklärung durch die Stadt Münster
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Anlage 1, Erklärung
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Millenniums-ErklärungMillenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des der Mitgliedskommunen des Deutschen StädtetagesDeutschen Städtetages Die Stadt Begrüßt die von den Vereinten Nationen im Jahre 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals MDGs) für eine bessere, gerechtere und sicherere Welt, Betont, dass sich die Verpflichtungen aus der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen zwar in erster Linie an die Regierungen der 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen richten, die die Erklärung unterschrieben haben, Äußert aber gleichwohl ihren Willen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele mitzuwirken und Will in diesem Sinne prüfen, inwieweit folgende Aktivitäten realisiert werden können: I.I. Maßnahmen der InfMaßnahmen der Inf oror mamation und Betion und Be wusstseinsbildungwusstseinsbildung - Durchführung eigener Aktionen und die Unterstützung von Aktionen Dritter mit dem Ziel, die Information über die Millenniums-Entwicklungsziele in der Bevölkerung zu verbreitern und somit das Bewusstsein für die damit angesprochenen Probleme zu wecken und Denkanstöße zu geben - Förderung von Dialog und Zusammenarbeit mit ausländischen Mitbürgern/innen, insbesondere aus den Weltregionen, auf die sich die Anstrengungen der Millenniums-Entwicklungsziele richten, in kommunalen Einrichtungen (z. B. Kindergärten, Schulen, Jugendzentren, Bibliotheken, Museen, Volkshochschulen, Freizeiteinrichtungen), um so durch direkte Kontakte ein für viele Mitbürger/innen vergleichsweise abstraktes Thema begreiflicher zu machen II.II. Maßnahmen der Maßnahmen der VVerer netzung und Knetzung und K onzonz entrentr aation vtion v onon AktiAkti vitätenvitäten - Werbung für und Unterstützung eines breiten Bündnisses von lokalen Akteuren (Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Universitäten, örtliche Wirtschaft und örtliches Handwerk, Kirchen usw.), um den Bestrebungen und Aktivitäten zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele eine möglichst breite Verankerung und Beständigkeit zu geben - Ausrichtung der kommunalen Partnerschaftsarbeit auf Erreichung der Millenniums- Entwicklungsziele (z. B. Aufnahme des Themas in die Arbeitsprogramme mit den Städtepartnern und Austausch über Aktivitäten in den Partnerkommunen bzw. Durchführung gemeinsamer Aktionen) III.III. Maßnahmen zur FMaßnahmen zur F örör derder ung einer gung einer g lobal denklobal denk enden und inenden und in diesem Sinne diesem Sinne VVererantwantw oror tung übertung über nehmenden Knehmenden K ommomm unalpolitikunalpolitik - Überprüfung des eigenen kommunalen Handelns auf Verhaltensmuster, die dem Grundsatz der Einen Welt verpflichtet sind und die damit auch die allgemeine Grundlage der Millenniums-Entwicklungsziele unterstützen ( z.B. Einsatz fair gehandelter Produkte in der Verwaltung, Schulen, Krankenhäusern, Kindergärten und auf kommunalen Veranstaltungen, faires und nachhaltiges Beschaffungswesen in den Bereichen Energie, Baustoffe, Dienstbekleidung, Bürobedarf, Einsatz energiesparender Fahrzeuge, Maßnahmen zur Energieeffizienz usw.) 1/2007 IVIV.. Maßnahmen zur UnterMaßnahmen zur Unter stützung der Kstützung der K ommomm unen in denunen in den LänderLänder n des Südens n des Südens - Erweiterung des bestehenden Partnerschaftsnetzes auf Dreieckspartnerschaften mit einer oder mehrerer Kommunen aus EU-Ländern und einer Kommune aus den Ländern des Südens - Förderung starker, selbstverwalteter Kommunen in den Entwicklungsländern durch Unterstützung des kommunalen fachlichen Wissenstransfers im Rahmen des Einsatzes von kommunalen Experten/innen in kommunalen Entwicklungsprojekten erfahrener Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit Ist der Überzeugung , dass das kommunale Engagement im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele auch dazu beitragen kann, der wachsenden Armutswanderung nach Europa entgegenzuwirken Fordert die Bundesregierung auf, den Willen der Kommunen, ihren Beitrag zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele zu leisten, anzuerkennen und sie stärker als Akteure der Entwicklungszusammenarbeit zu berücksichtigen Mit Beschluss vom angenommen.Ort Datum Titel, Funktion, Unterschrift
Beschlussvorlage
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V/0560/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt des Rates und des Oberbürgermeisters Betrifft Unterzeichnung der Millenniumserklärung durch die Stadt Münster Beratungsfolge 10.10.2007 Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit Vorberatung 17.10.2007 Ausländerbeirat Anhörung 24.10.2007 Hauptausschuss Vorberatung 24.10.2007 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Stadt Münster wird die Millenniums-Erklärung auf der Grundlage des Vorschlages des Deutschen Städtetages (Anlage) unterzeichnen. II. Kosten/Folgekosten 2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass durch die Beschlussfassung zu dieser Vorlage keine Kosten und Folgekosten entstehen. Begründung: 1. Vorbemerkung Im Jahr 2000 haben die 189 Regierungschefs der Vereinten Nationen auf dem sog. Millenni- um-Gipfel eine Strategie für eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung verabschiedet. In der verabschiedeten Millenniums- Erklärung wurden folgende acht Entwicklungsziele (Millennium Development Goals - MDG’s) definiert: • Bekämpfung von Hunger und Armut weltweit; • Grundschulbildung für alle; • Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau; • Senkung der Kindersterblichkeit; • Verbesserung der Gesundheit von Müttern; • Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten; • Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit; • Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft. Vorlagen-Nr.: V/0560/2007 Auskunft erteilt: Herr Kupferschmidt Ruf: 492 60 40 E-Mail: Kupferschmidt@stadt-muenster.de Datum: 20.09.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0560/2007 Im weiteren Diskussionsprozess zur Verwirklichung dieser, ohne Zweifel hochgesteckten Ziele, wuchs in den Folgejahren immer mehr die Erkenntnis, dass diese Ziele ohne das akti- ve Zutun der Bevölkerung und ohne den besonderen Einsatz der Kommunen nicht zu errei- chen sind. Die Rolle der Kommunen wurde hier aber weniger in konkreten Handlungsoptio- nen, sondern vielmehr in der Bildungs- und Informationsarbeit vor Ort gesehen. Die Weltunion der Kommunen (United Cities and Local Governments / UCLG) und der euro- päische RGRE (Council of European Municipalities and Regions/CEMR) haben dann den Appell der Vereinten Nationen aufgegriffen und das Thema der Millenniums- Entwicklungsziele zu einem wichtigen Aspekt ihrer Arbeit gemacht. Die UCLG hat im Juni 2005 eine "Millenniums-Erklärung der Kommunen" verabschiedet, die einzelne Kommunen unterschreiben und damit ihre Unterstützung für die Millenniums-Entwicklungsziele zum Ausdruck bringen können. Diese Erklärung wurde im Jahr 2006 überarbeitet und den aktuellen Entwicklungen ange- passt. Hierbei wurde insbesondere dem Gesichtpunkt Rechnung getragen, dass nach Auf- fassung und Informationen des Deutschen Städtetages in vielen Mitgliedsstädten durchaus die Bereitschaft und auch das Interesse besteht, sich einer allgemeinen Erklärung, die die Unterstützung der Millenniums-Entwicklungsziele im Rahmen der den Kommunen zur Verfü- gung stehenden Möglichkeiten zum Ausdruck bringt, anzuschließen. Der Hauptausschuss des Deutschen Städtetages hat daher am 14. Februar 2007 den als Anlage beigefügten Text für eine "Millenniums-Erklärung der Mitgliedstädte des Deutschen Städtetages" gebilligt. Der Städtetag bittet nunmehr die Kommunen, die sich bereits an kommunalen Aktivitäten zur Unterstützung der Millenniums-Entwicklungsziele beteiligen oder dies zukünftig planen und ihr Engagement durch Unterzeichnung der beiliegenden Erklärung zum Ausdruck bringen wollen, die entsprechende Erklärung zu verabschieden. 2. Bisherige Aktivitäten der Stadt Münster zur Unterstützung der Millenniums- Entwicklungsziele: • Bereits im Jahr 1995 hat der Rat der Stadt Münster einen Beirat für Kommunale Entwick- lungszusammenarbeit eingerichtet mit dem Aufgabenschwerpunkt, den kommunalen Dia- log mit den lokalen Eine-Welt/Dritte-Welt-Gruppen in Gang zu setzen und globale Um- welt- und Entwicklungsaufgaben in der Bevölkerung bewusst zu machen. • Der Beirat hatte im Einzelnen die Aufgabe, im Bereich der Stadt Münster u.a. zu fördern: o Informations-, Bildung- und Fortbildungsmaßnahmen o Entwicklungspolitisch aktive Gruppen und lokale Projekte o Bildung von Netzwerken und Beteiligung an solchen o Aufklärung- und Öffentlichkeitskampagnen, z.B. Aktion TRANSFAIR-Handel, Ener- gie- und Rohstoffbewirtschaftung • Ergänzend zu den vom Land NRW für die Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellten Mitteln, wurden jährlich auch kommunale Mittel zur Verfügung gestellt, um die Arbeit der in Münster entwicklungspolitisch tätigen Gruppen im Sinne der oben dargestellten Zielset- zung zu unterstützen. • Darüber hinaus wird durch die Stadt Münster seit 2002 ein Entwicklungspolitischer Preis verliehen, ab 2008 mit Unterstützung der bürger:sinn:stiftung • Im Jahr 2006 hat die Stadt Münster (Amt des Rates und des Oberbürgermeisters) in Ko- operation mit dem Beirat für Kommunale Entwicklungszusammenarbeit, sowie den Verei- nen Vamos e.V. und dem Eine Welt Forum Münster e.V. eine Veranstaltungsreihe zu den - 3 - V/0560/2007 8 UN-Millenniumsentwicklungszielen unter dem Thema „Keine Ausreden – Handeln jetzt“ durchgeführt. Bei der Durchführung dieser Veranstaltung konnte letztmalig auf eine Fi- nanzierung von Projekten für Kommunale Entwicklungszusammenarbeit durch das Land Nordrhein-Westfalen zurückgegriffen werden. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zu dieser Veranstaltungsreihe wurde dem Ober- bürgermeister von den Vertreter/innen der beteiligten Vereine und Verbände eine Wunschliste überreicht, die bezogen auf die Stadt Münster folgende Bitten formulierte: - „die ideelle Förderung durch den Oberbürgermeister, Rat und Verwaltung, um in der Münsterschen Öffentlichkeit für die Anliegen der Eine-Welt-Arbeit zu werben - den Erhalt des Beirates für kommunale Entwicklungszusammenarbeit - 25.000 € Fördermittel jährlich für die Bildungsarbeit der Eine-Welt-Gruppen in Müns- ter - Einkauf von Dienstkleidung für städtische Angestellte aus Produktionen, die den grundlegenden internationalen Standards entsprechen - Unterzeichnung der „Millenniumserklärung der Kommunen“ Bei der Übergabe hat der Oberbürgermeister erklärt, dass sich die Verwaltung um die Er- füllung dieser Wünsche bemühen werde, gleichwohl aber die inhaltlichen Auswirkungen im Einzelfall zuerst geprüft werden müsse. • Über dieses städtische Engagement hinaus gibt es in Münster eine Vielzahl von bürger- schaftlich organisierten Initiativen, Verbänden und Vereinen, von Einrichtungen, wie Schulen, die sich mit den entwicklungspolitischen Zusammenhängen intensiv beschäfti- gen und im Sinne der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele viele Projekten und Aktionen starten, die sich in ihrer Zielsetzung in dem vom Deutschen Städtetag vorgeleg- ten Maßnahmenkatalog wiederfinden. 3. Zur Millenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetages im Einzelnen 3.1 Maßnahmenkatalog I. Maßnahmen der Information und Bewusstseinsbildung II. Maßnahmen der Vernetzung und Konzentration von Aktivitäten III. Maßnahmen zur Förderung einer global denkenden und in diesem Sinne Verantwortung übernehmenden Kommunalpolitik IV. Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunen in den Ländern des Südens 3.2 Bisherige Tätigkeiten der Stadt Münster bezogen auf den Maßnahmenkatalog Zu Maßnahme I und II Wie oben bereits dargestellt, hat die Stadt Münster bereits frühzeitig den Prozess der Infor- mation und Bewusstseinsbildung durch die Bildung des Beirates für kommunale Entwick- lungszusammenarbeit und die materielle Förderung und immaterielle Unterstützung der in diesem Themenfeld arbeitenden Initiativen, Gruppen und Verbände eingeleitet. Zuletzt wur- de mit der oben beschriebenen Veranstaltungsreihe „Keine Ausreden – Handeln jetzt“ nochmals eine Intensivierung diese Prozesse vorgenommen. Gleichwohl könnten in Zu- - 4 - V/0560/2007 sammenarbeit mit den Institutionen und insbesondere den Schulen, die teilweise auf diesem Gebiet schon tätig sind, möglicherweise ein weiterer bildungspolitischer Impuls gesetzt wer- den. Im Rahmen ihrer Klimaschutzaktivitäten unterstützt die Stadt Münster seit 1988 klimarele- vante Projekte in den Entwicklungsländern und Osteuropa, die von Institutionen aus Müns- ter, wie Schulen und Vereine initiiert werden. Die Projekte müssen folgende Ansätze verfol- gen: • die Nutzung regenerativer Energien vor Ort ermöglichen, • die rationelle Energienutzung vor Ort fördern, • die Auswirkungen von klimabedingten Umweltkatastrophen mindern, • eine Verbindung zu Gruppen und Projekten in Münster vorweisen oder anstreben, wodurch der Partnerschaftsgedanke nach Münster transportiert wird (z.B. Schulpart- nerschaften). Gefördert wurden überwiegend Projekte zur Nutzung erneuerbaren Energien in Afrika, In- dien, Südamerika und Osteuropa. Zurzeit stehen hierfür jährlich 6.000 € Fördermittel zur Ver- fügung. Zu Maßnahme III Die Stadt Münster hat im Dezember 2006 ihre Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien da- hingehend ergänzt, dass bei Ausschreibungen und Beschaffungen nur noch solche Produk- te Berücksichtigung finden sollen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Der Nachweis über kinderarbeitsfreie Erstellung von Produkten ist durch eine Zertifizierung durch die anerkannten Organisationen oder durch entsprechende Produktionsnachweise zu belegen. Zu Maßnahme IV Bereits seit 1969 pflegt die Stadt Münster eine Städtepartnerstadt mit Monastir in Tunesien. Die Aktivitäten erstrecken sich mittlerweile auf folgende Felder: • Umweltschutz/Abfallentsorgung o Überführung von Müllfahrzeugen und Abfallbehältern nach Monastir o Transfer von Erfahrungen im Bereich Abfalltrennung und Abfallreduzierung o Beratungshilfe zum Aufbau einer neuen Abfalldeponie in Monastir • Medizin/Zahnmedizin o Transfer von Zahnarztstühlen und Operationsgeräten nach Monastir o Praktika von Ärzten, Krankenschwestern und technischem Personal in der Partner- stadt Münster in den Bereichen Zahnmedizin, Zahnchirurgie, Kinderchirurgie, Kar- diologie o Aufbau einer medizinischen Datenbank o Installation von Videokonferenzen in Münster und Monastir über Operationsmetho- den, Therapien, Behandlungsmethoden Abschließend kann daher festgestellt werden, dass sich die Stadt Münster bei der Verwirklichung der in der Millenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetages definierten - 5 - V/0560/2007 Ziele bereits im Prozess befindet und dementsprechend eine Unterzeichnung der Erklärung eine nach außengerichtete Deklaration der bereits intern geleisteten Arbeit darstellt. gez. Dr. Berthold Tillmann Anlage
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0560/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.07.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37