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3685/2020

Sektorale Ziele des Klimarates

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 19.01.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 21.01.2021

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

5675 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/V/7 
 
Vorlagen-Nummer  19.01.2021 
 3685/2020 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 21.01.2021 
 
Sektorale Ziele des Klimarates 
Die Fraktion DIE LINKE hat um Beantwortung folgender Fragen (AN/1512/2020) gebeten: 
In seiner vierten Sitzung, am 14. August 2020, hat sich der Kölner Klimarat zu sektoralen strate-
gischen Zwischenzielen für Köln bis 2030 geäußert. Freundlicherweise hat die Stadt diese Zahlen 
veröffentlicht. 
Hier die Angaben: 
Die Sektoren sollen ihre Treibhausgas (THG)-Emissionen prozentual bis 2030 gegenüber 1990 wie 
folgt reduzieren: 
Energie 62 Prozent 
Mobilität 42 Prozent 
Gebäude 67 Prozent 
Industrie 51 Prozent 
Landwirtschaft 34 Prozent 
 
1. Wie groß ist der Anteil der einzelnen Sektoren an den gesamten THG-Emissionen? 
2. Wie viele THG-Emissionen werden bei Erreichung der Ziele in den einzelnen Sektoren absolut 
eingespart? 
3. Welches Gesamt-Einsparziel (absolut und prozentual) liegt diesem Modell zugrunde? 
4. Der Begriff „Energie“ umfasst ein weites Feld. Sollte nur der Strom gemeint sein, ist das Ziel 62% 
gegenüber 1990 zu reduzieren sehr bescheiden. Der Stromsektor entwickelt sich in Deutschland 
zurzeit sehr dynamisch. Lag der Anteil an erneuerbarer Energie nach Angaben des UBA  2018 
noch bei 37,8%, so waren es 2019 schon 42,1% und im ersten Halbjahr 2020 bereits über 50%. 
Da sich die Gewinnung von Strom und Wärme aber oft nicht voneinander trennen lassen, wie z.B. 
bei Kraft-Wärme-Kopplung oder Wärmepumpen, kann der Sektor „Energie“ neben Strom z.B. 
auch Wärme beinhalten.  
Was also genau beinhaltet der Sektor Energie? 
5. Wann, in welcher Form und in welchen Intervallen wird der Ausschuss Umwelt und Grün über den 
Diskussionsstand des Klimarates unterrichtet werden? 
Die Verwaltung teilt hierzu mit: 
Zu 1) 
2015:  
THG-Emissionen (CO2-Äquivalente), nicht witterungskorrigiert (1000 Tonnen) inkl. Verkehr 
Energie Gebäude Industrie Verkehr Sonstige Städtische Gesamt 
1956,1 1569,8 3834,3 2559,3 9,1 81,0 10009,6 
20% 16% 38% 26% 0,1% 0,8%

2 
 
 
 
Energie: Emissionen aus dem Stromverbrauch der Privaten Haushalte (PH), Gewerbe, Handel und 
Dienstleistung (GHD) 
Gebäude: Emissionen aus der Wärmversorgung von Privaten Haushalten, Gewerbe, Handel und 
Dienstleistung 
Industrie: Emissionen aus Strom und Wärmeversorgung der Industrie (I) 
V erkehr: V erkehrsemissionen von PH, GHD, I 
Städtische Gebäude (d.h. kommunale Liegenschaften): Emissionen aus den Bereichen Strom und 
Wärmeversorgung 
Fasst man die Bereiche Energie und Gebäude zusammen, erhält man die Emissionen des Ver-
brauchssektors PH, GHD in Höhe von 35%  
(vgl. Abbildung 3-2 der „Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die 
Jahre 2208-2015 und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen“ vom ifeu aus 
August 2018) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=678274&type=do& 
Zu 2) 
Pro Jahr belaufen sich die absoluten Einsparziele in etwa auf folgende Werte:  
Sektor Prozentuale, 
sektorale THG-
Reduktion bis 
2030 ggü. 1990 
Erforderliche THG-
Reduktion  absolut 
(in Mio. t) von 1990 
bis 2030 
Bis 2030 noch (seit 
2015) zu leistende sekt-
orale Reduktionen der 
THG-Emissionen in 
Tonnen pro Jahr 
Energie  62% 1,6 ~ -0,9 Mio t 
Gebäude 67% 1,5 ~ -0,9 Mio t 
Industrie  51% 2,8 ~ - 1,1 Mio t 
Mobilität und Logistik 42% 
1,1 
~ -1,2 Mio t 
Ernährung und Kon-
sum 
34% keine Datengrund-
lage vorhanden 
n.n. 
 
Zu beachten ist hierbei, dass die aktuellste Datengrundlage für Köln aus 2015 vorliegt

3 
 
(Quelle „Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2208-2015 
und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen“ vom ifeu aus August 2018 
https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=678274&type=do&).  
Zu 3) 
Die Stadt Köln hat sich durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen Städte mit 
indigenen Völkern der Regenwälder verpflichtet, ihreCO2-Emissionen bis 2030 (gegenüber 1990) um 
50 Prozent zu reduzieren. 
Die sektoralen strategischen Zwischenziele bis 2030 sind in Anlehnung an die sektoralen Ziele der 
Bundesregierung bis 2030 entstanden.  
(Quellen: 
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/klimaschutz_in_zahlen_sekto
renziele2030_bf.pdf, https://www.oeko.de/oekodoc/2451/2015-608-de.pdf) 
Zu 4) 
Im Sektor Energie werden die THG-Emissionen aus dem Stromverbrauch privater Haushalte sowie 
Gewerbe, Handel, Dienstleistung bilanziert. Das sektorale Zwischenziel bis 2030 soll durch die Redu-
zierung des Stromverbrauchs, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Stromspeicherung erreicht 
werden.  
Die Wärmeerzeugung und -verbrauch für Wohn- und Bürogebäude werden im Sektor Gebäude bilan-
ziert. Die hier angegebene Energiemenge beinhaltet aber auch den Wärmebedarf der Industrie. 
Für die Energie gilt, dass aktuell ca. 2/3 des Gesamtenergiebedarfs zugekauft werden. Die Stadt 
verfügt als mittelbare Mehrheitseigentümerin der RheinEnergie über wichtige Hebel. Gegenwärtig 
kauft die RheinEnergie ca. 2/3 des benötigten Stroms an der Energiebörse Leipzig ohne die Vorgabe 
der Klimaneutralität. 
Aufgrund der Geographie und Ausdehnung Kölns ist es auf absehbare Zeit nicht möglich, lokal und 
nachhaltig ausreichend Energie für den (steigenden) Bedarf auf eigenem Stadtgebiet zu erzeugen. 
Zu 5) 
Geplant ist eine regelmäßige Kommunikation. Die Details der Kommunikation wird die Projektgruppe 
Kommunikation & Partizipation in einer Kommunikationsstrategie erarbeiten und zeitnah vorstellen. 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

21.01.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3685/2020
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
19.01.2021
Erstellt
17.12.2020 14:36