2019/0353
Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025' – Wettbewerb des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF
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anlage 3
9361 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
29.10.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt für Interne Dienste
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 10 10.2
IV 20 68
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0353
Magistratsbeschluss-Nr.
425
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511060
Kostenstelle: 068-001-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto: diverse
Betreff: Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger
Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der
Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025" –
Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Vorlage vom: 28.10.2019
Beschlussvorschlag:
1. Die Bewerbung der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum Forschungsvorhaben „Nachhaltige
Mobilität Lincoln“ (NaMoLi) im Rahmen des Wettbewerbs „MobilitätsWerkStadt 2025“ des
Bundesministeriums für Bildung un d Forschung (BMBF) wird befürwor tet und als Beitrag
zur Stadt- und Mobilitätsentwicklung im Bereich der Konversion (Lincoln -Siedlung und
Ludwigshöhviertel) ausdrücklich begrüßt.
2. Der Förderzeitraum erstreckt sich gemäß den Vorgaben des Fördergebers über den
Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2020.
Für diesen Zeitraum wird im Stellenplan 2020 eine Stelle im Umfang von 1,00 VZÄ, EG 13
- 3 -
kw 2020 TVöD (vorbehaltlich der abschließenden Bewertung) im Mobilitätsamst –
Abteilung Konzeptionelle Mobilitätsplanug eingerichtet.
3. Die Stelle wird zur vorzeitigen Bewirtschaftung freigegeben, da die Finanzierung der
Personalkosten in voller Höhe über das Förderprojekt sichergestellt ist.
(Drittmittelfinanzierung)
Anlagen: Förderantrag (eingereicht, Bekanntmachung & Förderrichtlinien
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 30.10.2019
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.10.2019
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich mit dem Forschungsvorhaben „Nachhaltige
Mobilität Lincoln“ (NaMoLi) an dem Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ des
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beworben.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich mit dem "Reallabor Lincoln -Siedlung", in
welchem das Mobilitätskonzept der Lincoln -Siedlung partizipativ mit der Zivilgesellschaft
sowie mit den an der Entwicklung beteiligten Akteuren bearbeitet wird. Die Goethe
Universität Frankfurt a. M. wird hierbei über einen Forschungs - und Entwicklungsauftrag
eingebunden. Es soll ein Übertragbarkeitskonzept auf weitere, noch in der Planung
befindliche Siedlungen sowie auf Bestandsquartiere erarbeitet werden.
Derzeit nimmt die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Reallabor Lincoln -Siedlung am
Forschungsprojekt QuartierMobil teil. Dieses Förderprojekt wird in der Abteilung
Konzeptionelle Mobilitätsplanung des Mobilitätsamtes bearbeitet und trägt im Wesentlichen
zur Umsetzung des Mobilitätskonzeptes in der Licoln -Siedlung bei. Dieses Förderprojekt läuft
am 31.08.2020 aus. Durch die mögliche Förderzusage kann der Prozess fortgeführt und
vorbereitend auf das Ludwigshöhviertel übertragen werden.
Durch die rasant gestiegene Einwohnerzahl (in den letzten 10 Jahren um 20.000) und auch
die in Zukunft zu erwartende Zunahme u.a. aufgrund der guten Arbeitsplatzsituation, gilt es
neben der Schaffung von Wohnraum Lösungen für die sich daraus ergebenen Belastungen
des ruhenden und fließenden Verkehrs zu finden. Dies besonders auch vor dem Hintergrund
des Dieselfahrverbotes sowie der Verpflichtungen aus dem Luftreinhalteplan alles zu
unternehmen, um die Luftschadsto ffe zu minimieren. Mit dem nachhaltigen
Mobilitätskonzept der Lincoln -Siedlung wird diesen Anforderungen bereits Rechnung
getragen. Das Projekt NaMoLi soll der Wissenschaftsstadt Darmstadt helfen, das bereits
entwickelte nachhaltige Mobilitätskonzept erfol greich umzusetzen, indem es den
partizipativen Charakter des Reallabors verstetigt und zudem wissenschaftliche Erkenntnisse
über dessen Wirkung auf die Alltagsmobilität ermöglicht.
Die Projektlaufzeit für die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist zunächst in einer ersten Phase
vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020 vorgesehen.
Zur Umsetzung soll eine Stelle im Stellenplan 2020 im Umfang von 1,00 VZÄ, EG 13 TVöD
(vorbehaltlich der abschließenden Bewertung) im Rahmen des Projektes eingerichtet werden.
Gemäß den Förderrichtlinien ist für die Umsetzung eine Fördersumme von insgesamt
89.836,92 Euro vorgesehen. Die Refinanzierung der Personalaufwendungen ist auf eine 12 -
monatige Vollzeitstelle beschränkt, die eine Vergütung nach EG13 (TVöD/TV -L) vorsieht. Die
Refinanzierung der Personalaufwendungen erfolgt zu 100 % durch den Fördermittelgeber
und wird unter dem Sachkonto 5480010 etatisiert.
Die Verwaltungsausgaben wie beispielsweise Drucklegungen, Verbrauchsmaterialien,
Veranstaltungen etc. können mit bis zu 7.000 Euro vollständig gegenfinanziert werden.
Weitere rund 35.000 € sind für den Forschungs - und Entwicklungsauftrag an die Goethe
Universität Frankfurt am Main vorgesehen.
Die vorab benannten Aufwendungen sind ebenfalls alle zu 100% refinanzierbar. Darüber
hinausgehende Sach- und Gemeinkosten sind durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zu
tragen.
- 5 -
Zentrale Ziele des Forschungsprojektes:
In der Vergangenheit haben zahlreiche deutsche Städte mit ihrer Quartiersentwicklung
soziale oder ökologische Zielstellungen verf olgt. Bislang ist es jedoch allenfalls in Einzelfällen
gelungen neue Quartiere zu entwickeln oder bestehende Quartiere so zu verändern, dass die
Entstehung von Mobilität grundlegend verändert und nachhaltiger gestaltet wurde. Oft
scheitert die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilitätsgestaltung an den über Jahrzehnte
gewachsenen, persistenten und auf den motorisierten Privatverkehr ausgerichteten Raum -
und Infrastrukturen der autogerechten Stadt.
Das übergeordnete Ziel des Forschungsvorhabens NaMoLi ist es, die Wirkung des
nachhaltigen Mobilitätskonzepts der Lincoln -Siedlung zu untersuchen und ein
Übertragbarkeitskonzept sowohl auf weitere, noch in der Planung befindliche Siedlungen als
auch auf Bestandsquartiere zu übertragen. Die wissenschaftliche Bearbeitu ng soll innerhalb
des Projektes über eine sozial -empirisch Erhebung erfolgen. Hierbei soll geprüft werden,
inwiefern sich das Mobilitätsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner nach dem Umzug in
die Lincoln-Siedlung verändert hat. Im weiteren Verlauf (Phas e 2) soll die Befragung als
Panelstudie fortgeführt werden, um den Verlauf und die (Langzeit -)Wirkung des
Mobilitätskonzeptes über einen längeren Zeitraum beobachten zu können. Die
Befragungsergebnisse, dienen auch der Evaluation des Mobilitätskonzeptes.
Gerahmt wird das Projekt durch das Reallabor Lincoln -Siedlung, welches bereits im Projekt
QuartierMobil eingerichtet wurde. Die geförderte Stelle im Rahmen des Projekts
QuartierMobil hat sich u. a. mit dem Kooperationspartner der Goethe Universität Frankf urt
am Main (AG Mobilitätsforschung), mit der Umsetzung des Mobilitätsmanagements im
Reallabor befasst. Hier wurde das Mobilitätskonzept partizipativ mit der Zivilgesellschaft
sowie mit an der Entwicklung beteiligten Akteuren weiterentwickelt und auf die B edürfnisse
der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst. Die Fortführung des Reallabors von
QuartierMobil soll über das Projekt NaMoLi verstetigt werden. Mit dem sukzessiven Zuzug
neuer Bewohnerinnen und Bewohner in die Lincoln -Siedlung wird sich zeigen, inwie fern die
Zugezogenen das nachhaltige Mobilitätskonzept wahrnehmen, akzeptieren und erfolgreich in
die Praxis umsetzen. Hierbei wird ein wissenschaftlicher Ansatz verfolgt, bei dem die Goethe
Universität Frankfurt am Main über einen Forschungs - und Entwicklungsauftrag beauftragt
wird. Schließlich soll mit dem Projekt geprüft werden, inwiefern sich das Mobilitätskonzept -
am Beispiel der Konversionsfläche Ludwigshöhviertel - auf weitere Siedlungen und auch auf
Bestandsquartiere übertragen lässt.
Inhaltlich wird das Projekt einen wichtigen Verknüpfungspunkt im Rahmen der Erstellung des
Mobilitätskonzeptes 2030+ darstellen.
Ausblick
Der Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ ist in ein dreistufiges Phasenmodell gegliedert.
Das Projekt NaMoLi ist auf einen Förderzeitraum von einem Jahr (Phase 1) begrenzt. Die
zweite Phase stellt einen Förderzeitraum von drei weiteren Jahren und in Phase 3 für weitere
zwei Jahre dar. Für Phase 2 und 3 müssen jeweils neue Förderanträge eingereicht werden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt strebt eine Verlängerung der Förderlaufzeit für alle drei
Phasen an. Die Stellenfinanzierung sieht auch für die Folgeanträge eine Förderung von 100%
vor.
Darmstadt, den 28. Oktober 2019
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämme
anlage 4
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Punkt 18: Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025" – Wettbewerb des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF (V-Nr. 2019/0353) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: FDP-Fraktion
2019/0353
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
29.10.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt für Interne Die nste
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I IV
10 20
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Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0353
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511060
Kostenstelle: 068-001-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto: diverse
Betreff: Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger
Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der
Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025" –
Wettbewerb des Bundesministerium s für Bildung und Forschung (BMBF )
Vorlage vom: 28.10.2019
Beschlussvorschlag :
1. Die Bewerbung der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum Forschungsvorhaben „Nachhaltige
Mobilität Lincoln“ (NaMoLi) im Rahmen des Wettbewerbs „MobilitätsWerkStadt 2025“ des
Bundesministeriums für Bildung un d Forschung (BMBF) wird befürwor tet und als Beitrag
zur Stadt- und Mobilitätsentwicklung im Bereich der Konversion (Lincoln -Siedlung und
Ludwigshöhviertel) ausdrücklich begrüßt.
2. Der Förderzeitraum erstreckt sich gemäß den Vorgaben des Fördergebers über den
Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2020.
Für diesen Zeitraum wird im Stellenplan 2020 eine Stelle im Umfang von 1,00 VZÄ, EG 13
kw 2020 TVöD (vorbehaltlich der abschließenden Bewertung) im Mobilitätsamst –
Abteilung Konzeptionelle Mobilitätsplanug eingerichtet.
- 2 -
3. Die Stelle wird zur vorzeitigen Bewirtschaftung freigegeben, da die Finanzierung der
Personalkosten in voller Höhe über das Förderprojekt sichergestellt ist.
(Drittmittelfinanzierung)
Anlagen: Förderantrag (eingereicht, Bekanntmachung & Förderrichtlinien
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.10.2019
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich mit dem Forschungsvorhaben „Nachhaltige
Mobilität Lincoln“ (NaMoLi) an dem Wettbewerb „ MobilitätsWerkStadt 2025“ des
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beworben.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich mit dem "Reallabor Lincoln -Siedlung", in
welchem das Mobilitätskonzept der Lincoln -Siedlung partizipativ mit der Ziv ilgesellschaft
sowie mit den an der Entwicklung beteiligten Akteuren bearbeitet wird. Die Goethe
Universität Frankfurt a. M. wird hierbei über einen Forschungs - und Entwicklungsauftrag
eingebunden. Es soll ein Übertragbarkeitskonzept auf weitere, noch in d er Planung
befindliche Siedlungen sowie auf Bestandsquartiere erarbeitet werden.
Derzeit nimmt die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Reallabor Lincoln -Siedlung am
Forschungsprojekt QuartierMobil teil. Dieses Förderprojekt wird in der Abteilung
Konzeptionelle Mobilitätsplanung des Mobilitätsamtes bearbeitet und trägt im Wesentlichen
zur Umsetzung des Mobilitätskonzeptes in der Licoln -Siedlung bei. Dieses Förderprojekt läuft
am 31.08.2020 aus. Durch die mögliche Förderzusage kann der Prozess fortgeführt und
vorbereitend auf das Ludwigshöhviertel übertragen werden.
Durch die rasant gestiegene Einwohnerzahl (in den letzten 10 Jahren um 20.000) und auch
die in Zukunft zu erwartende Zunahme u.a. aufgrund der guten Arbeitsplatzsituation, gilt es
neben der Sch affung von Wohnraum Lösungen für die sich daraus ergebenen Belastungen
des ruhenden und fließenden Verkehrs zu finden. Dies besonders auch vor dem Hintergrund
des Dieselfahrverbotes sowie der Verpflichtungen aus dem Luftreinhalteplan alles zu
unternehmen, um die Luftschadstoffe zu minimieren. Mit dem nachhaltigen
Mobilitätskonzept der Lincoln -Siedlung wird diesen Anforderungen bereits Rechnung
getragen. Das Projekt NaMoLi soll der Wissenschaftsstadt Darmstadt helfen, das bereits
entwickelte nachhaltige Mobi litätskonzept erfolgreich umzusetzen, indem es den
partizipativen Charakter des Reallabors verstetigt und zudem wissenschaftliche Erkenntnisse
über dessen Wirkung auf die Alltagsmobilität ermöglicht.
Die Projektlaufzeit für die Wissenschaftsstadt Darmsta dt ist zunächst in einer ersten Phase
vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020 vorgesehen.
Zur Umsetzung soll eine Stelle im Stellenplan 2020 im Umfang von 1,00 VZÄ, EG 13 TVöD
(vorbehaltlich der abschließenden Bewertung) im Rahmen des Projektes eingerichtet wer den.
Gemäß den Förderrichtlinien ist für die Umsetzung eine Fördersumme von insgesamt
89.836,92 Euro vorgesehen. Die Refinanzierung der Personalaufwendungen ist auf eine 12 -
monatige Vollzeitstelle beschränkt, die eine Vergütung nach EG13 (TVöD/TV -L) vorsieht. Die
Refinanzierung der Personalaufwendungen erfolgt zu 100 % durch den Fördermittelgeber
und wird unter dem Sachkonto 5480010 etatisiert.
Die Verwaltungsausgaben wie beispielsweise Drucklegungen, Verbrauchsmaterialien,
Veranstaltungen etc. können mit bis zu 7.000 Euro vollständig gegenfinanziert werden.
Weitere rund 35.000 € sind für den Forschungs - und Entwicklungsauftrag an die Goethe
Universität Frankfurt am Main vorgesehen.
Die vorab benannten Aufwendungen sind ebenfalls alle zu 100% refinanzierb ar. Darüber
hinausgehende Sach - und Gemeinkosten sind durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zu
tragen.
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Zentrale Ziele des Forschungsprojektes:
In der Vergangenheit haben zahlreiche deutsche Städte mit ihrer Quartiersentwicklung
soziale oder ökologische Zielstellungen verfolgt. Bislang ist es jedoch allenfalls in Einzelfällen
gelungen neue Quartiere zu entwickeln oder bestehende Quartiere so zu verändern, dass die
Entstehung von Mobilität grundlegend verändert und nachhaltiger gestaltet wurde. Oft
scheitert die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilitätsgestaltung an den über Jahrzehnte
gewachsenen, persistenten und auf den motorisierten Privatverkehr ausgerichteten Raum -
und Infrastrukturen der autogerechten Stadt.
Das übergeordnete Ziel des Forschungsvorhab ens NaMoLi ist es, die Wirkung des
nachhaltigen Mobilitätskonzepts der Lincoln -Siedlung zu untersuchen und ein
Übertragbarkeitskonzept sowohl auf weitere, noch in der Planung befindliche Siedlungen als
auch auf Bestandsquartiere zu übertragen. Die wissensc haftliche Bearbeitung soll innerhalb
des Projektes über eine sozial -empirisch Erhebung erfolgen. Hierbei soll geprüft werden,
inwiefern sich das Mobilitätsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner nach dem Umzug in
die Lincoln-Siedlung verändert hat. Im wei teren Verlauf (Phase 2) soll die Befragung als
Panelstudie fortgeführt werden, um den Verlauf und die (Langzeit -)Wirkung des
Mobilitätskonzeptes über einen längeren Zeitraum beobachten zu können. Die
Befragungsergebnisse, dienen auch der Evaluation des Mob ilitätskonzeptes.
Gerahmt wird das Projekt durch das Reallabor Lincoln -Siedlung, welches bereits im Projekt
QuartierMobil eingerichtet wurde. Die geförderte Stelle im Rahmen des Projekts
QuartierMobil hat sich u. a. mit dem Kooperationspartner der Goethe Universität Frankfurt
am Main (AG Mobilitätsforschung), mit der Umsetzung des Mobilitätsmanagements im
Reallabor befasst. Hier wurde das Mobilitätskonzept partizipativ mit der Zivilgesellschaft
sowie mit an der Entwicklung beteiligten Akteuren weiterentwi ckelt und auf die Bedürfnisse
der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst. Die Fortführung des Reallabors von
QuartierMobil soll über das Projekt NaMoLi verstetigt werden. Mit dem sukzessiven Zuzug
neuer Bewohnerinnen und Bewohner in die Lincoln -Siedlung wird sich zeigen, inwiefern die
Zugezogenen das nachhaltige Mobilitätskonzept wahrnehmen, akzeptieren und erfolgreich in
die Praxis umsetzen. Hierbei wird ein wissenschaftlicher Ansatz verfolgt, bei dem die Goethe
Universität Frankfurt am Main über einen Forsc hungs- und Entwicklungsauftrag beauftragt
wird. Schließlich soll mit dem Projekt geprüft werden, inwiefern sich das Mobilitätskonzept -
am Beispiel der Konversionsfläche Ludwigshöhviertel - auf weitere Siedlungen und auch auf
Bestandsquartiere übertragen l ässt.
Inhaltlich wird das Projekt einen wichtigen Verknüpfungspunkt im Rahmen der Erstellung des
Mobilitätskonzeptes 2030+ darstellen.
Ausblick
Der Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ ist in ein dreistufiges Phasenmodell gegliedert.
Das Projekt NaMoLi ist auf einen Förderzeitraum von einem Jahr (Phase 1) begrenzt. Die
zweite Phase stellt einen Förderzeitraum von drei weiteren Jahren und in Phase 3 für weitere
zwei Jahre dar. Für Phase 2 und 3 müssen jeweils neue Förderanträge eingereicht werden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt strebt eine Verlängerung der Förderlaufzeit für alle drei
Phasen an. Die Stellenfinanzierung sieht auch für die Folgeanträge eine Förderung von 100%
vor.
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Darmstadt, den 28. Oktober 2019
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämme
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Vorhabenbeschreibung im Rahmen der Fördermaßnahme des BMBF
Ä0RELOLWlWV:HUN6WDGW³
Nachhaltige Mobilität in Lincoln (NaMoLi):
Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen
und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt
Laufzeit: 1. Januar 2020 bis 31. D ezember 2020 (12 Monate)
Gesamtkosten: 100.000,-- EUR
Beantragte Fördersumme: 89.836,92,-- EUR
Antragstellerin: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt, Abteilung Mobilität und öffentlicher Raum
Technisches Stadthaus, Bessunger Straße 125
64295 Darmstadt
Astrid Samaan & Hanna Wagener
Tel: 06151/13 2820
E-Mail: Astrid.Samaan@darmstadt.de
Weitere Partner im Prozess:
Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Institut für Humangeographie
Prof. Dr. Martin Lanzendorf &
Dr. Stefanie Schwerdtfeger
Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
60629 Frankfurt am Main
Tel.: 069/798 - 35171
E-Mail: schwerdtfeger@geo.uni-frankfurt.de
2
Zusammenfassung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt steht aufgrund eines in den letzten Jahren zu
beobachtenden Verkehrs- und Bevölkerungswachstums vor großen Herausforderungen. Die
Einführung des Dieselfahrverbots zeigt den dringenden Handlungsbedarf im Hinblick auf
eine sozial wie ökologisch nachhaltigere Mobilität in der Stadt. Jedoch wird ein starkes
Bevölkerungswachstum prognostiziert, was weitere verkehrliche Folgen bedingen würde.
Daher entwickelt die Stadt Darmstadt auf zwei Konversionflächen neue Wohngebiete ; die
Lincoln-Siedlung und das Ludwigshöhviertel. Die Entstehung der Lincoln-Siedlung ist mit der
Entwicklung eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts verknüpft und steht in diesem
Zusammenhang für einen Anfang. Doch bereits während der Umsetzung zeigen sich
unterschiedliche Reaktionen, was die Implementierung vor eine Herausforderung stellt.
Außerdem stellt sich die Frage der Wirkung der Maßnahmen auf die tatsächlich realisierte
Alltagsmobilität. Demnach ist eine stetige Begleitung und Evaluation des Mobilitätskonzepts
unter Einbezug der Zivilgesellschaft von herausragender Bedeutung für eine erfolgreiche
Implementierung.
Das Projekt NaMoLi untersucht die Wirkung des nachhaltigen Mobilitätskonzepts der
Lincoln-Siedlung in Darmstadt. Dabei ist zum einen von Interesse, inwiefern das nachhaltige
Mobilitätskonzept von den neu zugezogenen Bewohner*innen wahrgenommen, akzeptier t
und in die Praxis umgesetzt wird sowie zum anderen, inwiefern durch diese Erkenntni sse
das Mobilitätskonzept weiterentwickelt und ausgebaut werden kann. NaMoLi soll demna ch
helfen, das bereits entwickelte Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung erfol greich
umzusetzen, indem es den partizipativen Charakter des Reallabors Lincoln-Sied lung,
welches im Zuge des Projekts QuartierMobil bereits etabliert wurde, verstetigt und zudem
wissenschaftliche Erkenntnisse über dessen Wirkung auf die Alltagsmobilität der
Bewohner*innen ermöglicht. Ziel der Stadt Darmstadt ist in einem nächsten Schritt, das
Mobilitätskonzept auf weitere Konversionsflächen (Ludwigshöhviertel, vormals Cambrai-
Fritsch-Kaserne/Jefferson-Siedlung) sowie auf Bestandsquartiere auszuweiten, um die
sozial-ökologische Transformation des Verkehrssektors der Stadt weiter fortzuschreiben.
Die Stadt Darmstadt möchte im Projekt NaMoLi die erfolgreiche Zusammenarbeit aus
dem Projekt QuartierMobil mit der Goethe-Universität fortsetzen. Diese konzipiert über einen
FuE-Auftrag zusammen mit der Stadt Darmstadt eine quantitative, standa rdisierte Erhebung
(Arbeitspaket 1). Folglich soll sozial-empirisch erhoben werden, inwiefern sich das
Mobilitätsverhalten der Bewohner*innen nach dem Wohnumzug in die Lincoln-Siedlung
verändert hat (Phase 1, Arbeitspaket 2). Im weiteren Verlauf soll die Befragung als
Panelstudie fortgeführt werden, um den Verlauf und die (Langzeit-)Wirkung des
Mobilitätskonzepts beobachten zu können (Phase 2). Die Befragungsergebnisse dienen de r
3
Evaluation des Mobilitätskonzepts (Phase 1, Arbeitspaket 3). Gerahmt wird das P rojekt
durch das Reallabor Lincoln-Siedlung (Phase 1, Arbeitspaket 4), in welchem das
Mobilitätskonzept partizipativ mit der Zivilgesellschaft sowie mit weiteren an der Entwicklung
beteiligten Akteuren bearbeitet wird. Schließlich soll mit dem Projekt gepr üft werden,
inwiefern sich das Mobilitätskonzept ± am Beispiel der Konversionsfläche Ludwigshöhviertel
in Darmstadt ± auf weitere Siedlungen übertragen lässt.
1 Kommunale Mobilitätsprobleme und entsprechende Lösungsbedarfe
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ± wie in
vielen studentisch geprägten Städten dieser Größenordnung ± der Anteil des
Umweltverbundes am Modal Split höher als der des motorisierten Individualverkehrs (MIV).
Während der Personenkraftwagen (Pkw) auf knapp 37 Prozent aller Wege das
Verkehrsmittel der Wahl ist, werden die umweltfreundlicheren Busse und Bahnen z u 18
Prozent und das Fahrrad zu 17 Prozent genutzt; 28 Prozent aller Strecken werden i m Alltag
zu Fuß zurückgelegt (SrV 2013). Der vergleichsweise hohe Anteil des Fuß- und
Radverkehrs verdeutlicht dabei eine intakte, kompakte Stadtstruktur mit einer guten
Erreichbarkeit alltäglicher Ziele. Doch trotz der geringen Pkw-Nutzung der Darmstädter
Bevölkerung werden die Emissionsgrenzwerte ± insbesondere die NO
2-Grenzwerte ±
regelmäßig überschritten. Schließlich ist Darmstadt ein attraktiver Arbeits- un d
Wissenschaftsstandort und leidet somit unter den Folgen des motorisierten Berufspende lns.
Im Jahr 2018 zählte Darmstadt rund 70.000 Einpendler*innen (IHK Frankfurt am Main 2018).
Die hohen Stickoxid-Belastungen haben dazu geführt, dass in Darmstadt seit dem
01.06.2019 ein Dieselfahrverbot gilt. Dieses steht exemplarisch für den aktuellen
verkehrlichen Zustand in Darmstadt und verweist auf dringenden Handlungsbedarf i m
Hinblick auf eine ökologisch wie sozial nachhaltigere Mobilität in der Stadt.
Darmstadt ist eine wachsende Stadt, in der die Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren
um 20.000 auf 160.00 Einwohner*innen angestiegen ist (Wissenschaftsstadt Darmstadt
2018). Auch in den kommenden Jahren wird für die Stadt ein stetiges
Bevölkerungswachstum prognostiziert, was sowohl den Druck auf die vorhandene
Verkehrsinfrastruktur erhöht als auch die negativen Umweltauswirkungen beförder t. Bis
2035 rechnet Darmstadt mit einem zusätzlichen Wohnraumbedarf in Höhe von 18.000
Wohneinheiten (HMUKLV 2015). Die dafür notwendigen städtebaulichen
Entwicklungspotenziale sind allerdings aufgrund der Siedlungsbeschränkungen im N orden
(Seveso-III-Richtlinie und Flughafenentwicklung) und vielfacher naturräumlicher
Restriktionen im übrigen Stadtgebiet begrenzt und bieten kaum Wachstumsmöglichkeiten im
Außenbereich Darmstadts. Aus diesem Grund muss die Wohnungsfrage zu einem
4
erheblichen Teil innerhalb der bestehenden Siedlungsfläche gelöst werden. Die Stadt hat
deshalb mit der Entwicklung der beiden Konversionsflächen Lincoln-Siedlung und
Ludwigshöhviertel, den ehemaligen US-Housing-Areas im südlichen Randbereich der
Kernstadt, begonnen. Während der Entwicklungsprozess für das Ludwigshöhviertel gerade
erst beginnt, wohnen in der Lincoln-Siedlung bereits circa 500 Personen in
Bestandsgebäuden. Seit Juni 2019 ziehen mit der Fertigstellung erster Wohn-Neu bauten
sukzessiv weitere Bewohner*innen ein. Von den im Endausbau geplanten 5.000
Bewohnenden wird bis Ende 2019 voraussichtlich rund ein Drittel im Quartier leben.
Im Zuge der gemeinsamen Rahmenplanung (Bessungen-Süd) für die Lincoln-Siedl ung
sowie des Ludwigshöhviertels wurde ein Gutachten zu den verkehrlichen Auswirkungen der
geplanten Entwicklungen erstellt, welches prognostiziert, dass der durch die
Siedlungsentwicklung in den Konversionsflächen erzeugte Kraftfahrzeugverkehr nach dem
klassischen Modal Split im angrenzenden Straßennetz nicht leistungsfähig abgewickelt
werden kann. Zudem entstünden unverträglich hohe Lärm- und Emissionsbelastungen im
gesamten Stadtgebiet, die mit den heute schon überschrittenen Messwerten nicht mehr
vereinbar sind (Wissenschaftsstadt Darmstadt 2011). Aufgrund dieser Rahmenbedingungen
und der gleichzeitig hohen Wohnraumnachfrage hat sich die Stadt Darmstadt dafür
entschieden, ein zwischen Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung abgestimmtes nachh altiges
Mobilitätskonzept umzusetzen und beginnend in der Lincoln-Siedlung den Zugang zu stadt-
und umweltverträglichen Verkehrsmitteln als Alternative zum eigenen Auto zu erleichtern.
Folglich wird die Lincoln-Siedlung seit 2014 sukzessive als multimodales Quartier entwickelt,
in dem der Umweltverbund als Rückgrat der verkehrlichen Anbindung und Erschließung von
Beginn an ausgebaut wurde, was auch für das Ludwigshöhviertel angedacht ist. Durch
Infrastruktur- und Mobilitätsmanagementmaßnahmen sollen die Verkehrsmittel des
Umweltverbundes gefördert und neue sozial-ökologisch nachhaltige Mobilitätskulturen (z .B.
Sharing-Community) entwickelt sowie etabliert werden. Die Bewohner*innen sollen so du rch
eine Vielzahl multimodaler Angebote vor Ort in die Lage versetzt werden, ihre Mobil ität mit
einem Minimum an individuellem Automobilverkehr gestalten zu können. Zusätzlich werden
sie von Anfang an durch ein aktives, vor Ort vertretenes Mobilitätsmanagement beraten
(weitere Informationen zu den einzelnen Bausteinen des Mobilitätskonzeptes sind in Anlage
4 angefügt).
Nachdem das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung planungsrechtlich erarbeitet und
in Politik und Verwaltung abgestimmt und verabschiedet wurde, zeichnet sich in der
Umsetzung allerdings die nächste Herausforderung ab. Es zeigte sich, dass das innovative
und nachhaltige Konzept bei den Investor*innen und (zukünftigen) Bewohner*innen auf
unterschiedliche Reaktionen stößt. Außerdem stellt sich die Frage der Wirkung der
Maßnahmen auf die tatsächlich realisierte Alltagsmobilität. Der Zuzug neuer
5
Bewohner*innen ab Mitte 2019 birgt dabei weiteres Potenzial für neue Konfliktli nien und
Nutzungsbarrieren (bezogen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel) im Quartier. Daher ist für
eine erfolgreiche Umsetzung des Mobilitätskonzepts in der Lincoln-Siedlung ein
Gestaltungs- und Implementationsverfahren, welches die Zivilbevölkerung parti zipativ
einbindet, von herausragender Bedeutung. Aus diesem Grund soll das Reallabor Lincol n-
Siedlung, welches bereits im Projekt QuartierMobil (01UR1702A, Laufzeit 08/2017 bis
08/2020) eingerichtet wurde, mithilfe des Projekts NaMoLi verstetigt werden, so da ss eine
sozial-ökologische Transformation des Verkehrssektors der Stadt Darmstadt weiter
vorangetrieben werden kann.
2 Beschreibung des Konzepts
2.1 Ausgangslage
Die Lincoln-Siedlung verstehen wir als Reallabor, welches bereits durch das Proje kt
QuartierMobil eingerichtet wurde. Die Planung der Lincoln-Siedlung war von der Stadt
Darmstadt bereits von Anfang an partizipativ angelegt. Der Beteiligungspr ozess begann
2010 mit der Rahmenplanung für die beiden Konversionsflächen Lincoln-Siedlung und
Ludwigshöhviertel sowie mit Planungswerkstätten vor allem auch zum Thema Mobilität. I m
Rahmen der Erstellung der planungsrechtlichen Grundlagen sowie der städtebauli chen
Wettbewerbe wurden mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen organisiert, bei
denen die Beteiligung der Bevölkerung frühzeitig ermöglicht wurde. In den
Planungswerkstätten wurden gemeinsame Qualitätsziele formuliert, die als Grundlage für die
erarbeitete Rahmenplanung des Mobilitätskonzepts genutzt werden konnten.
Seit 2017 (Beginn des Projekts QuartierMobil) konnten sich Bürger*innen im Rahmen
von Informationsveranstaltungen und Workshops (z.B. im gegründeten Arbeits kreis
Mobilität) über das Mobilitätskonzept informieren und in Arbeitsgruppen konkrete Wünsche
und Anforderungen einbringen. Der Arbeitskreis tagt mehrmals im Jahr und be gleitet die
Umsetzung des Mobilitätskonzepts partizipativ. Darüber hinaus haben die Bewohner*innen
in einer Reihe von anderen Veranstaltungen (z.B. Nachbarschaftsrunde, Sommerfe st,
Fahrradaktionstag, etc.) die Möglichkeit, sich über das Thema Mobilität zu informieren un d
den Umsetzungsprozess mitzugestalten. Zudem wurde ein Mobilitätsbeirat ins Leben
gerufen, der den Entwicklungsprozess des Mobilitätskonzepts zwischen der Stadt Darmstadt
sowie den (künftigen) Grundstücks- und Wohnungseigentümer*innen begleitet und
ausgestaltet. Der Mobilitätsbeirat stellt die langfristige Erfüllung des Mobilitätskonzepts durch
das Mobilitätsmanagement sicher und wirkt an der im städtebaulichen Vertrag und im
Durchführungsvertrag formulierten Aufgabenerfüllung mit.
6
Die Lincoln-Siedlung befindet sich derzeit in der baulichen Entwicklung. Im Jahr 20 14
wurden erste Wohnungen in Bestandsgebäuden an Studierende vermietet, 2016 erfolgte der
Bezug von circa 100 Wohnungen in bereits sanierten Bestandsgebäuden und 2019 werden
weitere 370 Wohneinheiten fertiggestellt. Zudem wird die Siedlung durch Wohnprojekte (z.B.
Diakonie, Neue Wohnraumhilfe, genossenschaftliche Wohnprojekte, etc.) ergänzt. Im Zuge
der geplanten Entwicklung weiterer Baufelder sollen sowohl die soziale Infrastruktur (Schule,
Kitas, etc.) wie auch die Ansiedlung von Nahversorgern den Bedürfnissen der Siedlung
angepasst werden. Die weitere bauliche Entwicklung der Lincoln-Siedlung ist wie f olgt
geplant: Die Interimskita wird voraussichtlich Ende diesen Jahres fertiggestellt. Das Baufeld
des Nahversorgers, wo ebenfalls die neue Mobilitätszentrale verortet werden soll, ist
voraussichtlich Ende 2022/Anfang 2023 bebaut. Die Fertigstellung der sozialen Infr astruktur
mit Grundschule und Kita ist für Mitte 2021 geplant. Eine zweite Kita mit weiteren
Einrichtungen, wie Quartierscafé und Jugendtreff, soll Mitte 2022 fertiggestellt werden. Diese
Entwicklung der sozialen Infrastruktur wird begleitet durch den Zuzug wei terer
Bewohner*innen. Anfang 2021 ist die Fertigstellung von weiteren 78 Wohneinheiten geplant.
Mit dem Einzug der Wohngruppe Zusammenhaus und Wohnsinn Bessungen in 2022
werden vorerst die letzten neuen Bewohner*innen in die Lincoln-Siedlung ziehen, bevor in
den darauffolgenden Jahren die Studierendenwohnheime in den Bestandsgebäuden saniert
werden sollen.
Folglich beginnt derzeit eine spannende Phase für die Stadt Darmstadt. Mit dem
sukzessiven Zuzug neuer Bewohner*innen in die Lincoln-Siedlung wird sich zeigen ,
inwiefern die Zugezogenen das nachhaltige Mobilitätskonzept wahrnehmen, akzeptieren und
erfolgreich in die Praxis umsetzen werden. Einhergehend mit dem Zuzug soll das
Mobilitätskonzept zudem weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen
angepasst werden. Bislang wurden im Rahmen des Mobilitätskonzepts folgende
Maßnahmen, die Angebot und Nachfrage nach dem Push-&-Pull-Prinzip steuern sollen,
umgesetzt:
- Flächensparsame Erschließung für Kraftfahrzeugverkehr bei verkehrsberuhigte m
Ausbau und Gestaltung der Straßenräume mit dem Ziel der Erhöhung der
Aufenthaltsqualität.
- Dichtes Netz für den Fuß- und Radverkehr im Quartier sowie Ausbau der
Fahrradinfrastruktur zwischen Quartier und Innenstadt bzw. angrenzenden
Stadtteilen.
- Erhöhtes Angebot an hochwertigen Fahrradabstellanlagen (privat und öffentlich).
7
- Verdichtung des Angebots des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch
eine neue, barrierefreie Straßenbahnhaltestelle und Ausbau aller Haltestellen im
Einzugsgebiet der Siedlung zu multimodalen Verknüpfungspunkten.
- Schaffung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge an den wohnungsna hen Pkw-
Stellplätzen, in den Sammelgaragen und im öffentlichen Straßenraum.
- Sharing-Angebote im Quartier mit mehreren Stationen (Car- und Bik e-Sharing).
- E-CarPooling für Bewohner*innen (derzeit mit Anreizsystem 4h/Woche kostenf rei).
- Reduzierter Stellplatzschlüssel mit überwiegend dezentral angeordneten
Quartiersgaragen (0,5 SP/WE) aber auch wohnungsnah (0,15 SP/WE).
- Zentrale Stellplatzvergabe nach sozialverträglichen Kriterien der zu vermietenden
Stellplätze.
- Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung im gesamten Quartier.
Das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung ist somit eine optimale Grundlage für eine
Übertragbarkeit auf die benachbarte Konversionsfläche. Die Planungen der
Mobilitätskonzeption für das Ludwigshöhviertel sind noch nicht abgeschlossen. Die
Mobilitätskonzeption des Ludwigshöhviertels wird sich maßgeblich an den Erfahr ungen aus
der Lincoln-Siedlung orientieren. Im Jahr 2018 wurde das städtebauliche und
landschaftsplanerische Strukturkonzept erstellt. Aktuell wird der Bebauungsplan era rbeitet.
Die konkrete Ausgestaltung des Mobilitätskonzepts für das Ludwigshöhviertel soll im
Rahmen des Projekts NaMoLi erfolgen. Darüber hinaus besteht der Anspruch, aus de n
gewonnen Erkenntnissen eine Übertragbarkeit auf Bestandsquartiere zu ermögliche n. In
diesem Zusammenhang visiert die Stadt Darmstadt in Kooperation mit dem s tädtischen
Verkehrsunternehmen (HEAG mobilo) ein quartiersbezogenes Mobilitätsmanagement a uf
gesamtstädtischer Ebene an.
Zu den großen Herausforderungen für die weitere Umsetzung gehören einerseits die
Optimierung der Kommunikation mit den neu Zuziehenden und andererseits die
Ausgestaltung des Betreibervertrags des Mobilitäsmanagements. Der Betreibervertr ag des
Mobilitätsmanagements muss in sämtlichen Komponenten und Details so ausgestaltet
werden, dass er sowohl den Erwartungen der Stadt wie auch des Betreibers gerecht wird
und mittelfristig eine selbsttragend-kostenneutrale Aufrechterhaltung sämtlicher geplanter
Maßnahmen gewährleistet. Das Ziel eines selbsttragenden und kostenneutralen
Mobilitätsmanagements gestaltet sich allerdings durch den teilweise verzögerten Einzug der
Bewohner*innen schwierig. Weiterhin kristallisieren sich im bereits bestehenden Rea llabor
unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten heraus. Bewohner*innen, die
sich mit dem Mobilitätskonzept identifizieren, gibt es bisher ebenso wie autoaff ine
Bewohner*innen. Insbesondere die Umsetzung des Stellplatzvergabesystems erforderte
8
Überzeugungsarbeit aller beteiligten Akteure. Eine kontinuierliche und umfassende
Kommunikation ist daher insbesondere aufgrund der deutschlandweit einmaligen
Stellplatzvergabe nach sozialgerechten Kriterien unabdingbar. Bewohner*innen müssen
umfassend über die ihnen zur Verfügung stehenden alternativen Mobilitätsangebote
informiert sowie mit Institutionen und Ansprechpartnern vertraut gemacht werden, um
frühzeitig ihre individuellen, mobilitätsrelevanten Entscheidungen treffen zu können.
All dies verdeutlicht die Wichtigkeit der stetigen Begleitung und Evaluation des
Mobilitätskonzepts, um die Erwartungen und Erfahrungen der Bewohner*innen
berücksichtigen zu können. Folglich ist für eine erfolgreiche Umsetzung der
Mobilitätskonzepte beider Siedlungen ein Gestaltungs- und Implementierungsverfah ren,
welches die Anwohner*innen partizipativ einbindet, von enormer Bedeutung. Aber auch die
übrigen relevanten Akteure in der Lincoln-Siedlung (HEAG mobilo, BVD new living,
bauverein AG, entega, etc.) müssen ständig in den Entwicklungsprozess der Lincoln-
Siedlung einbezogen werden.
Durch den bereits beschriebenen weiteren Zuzug in der Lincoln-Siedlung wird sich
folglich Ende 2019 bzw. Anfang 2020 zeigen, wie das nachhaltige Mobilitätskonzept von den
neu zugezogenen Bewohner*innen adaptiert und akzeptiert wird. Das Projekt NaMoLi soll
der Stadt Darmstadt schließlich helfen, das bereits entwickelte nachhaltige Mobilitätskonzept
erfolgreich umzusetzen, indem es den partizipativen Charakter des verstetigt und zudem
wissenschaftliche Erkenntnisse über dessen Wirkung auf die Alltagsmobilität ermögli cht.
Diese Erkenntnisse sollen der Stadt Darmstadt helfen, das Konzept nicht nur au f den
Konversionsflächen, sondern in modifizierter Form auch in Bestandsquartieren zu etablieren,
um so eine sozial-ökologische Transformation der Alltagsmobilität anzustoßen. Ziel ist es,
dass Darmstadt weiterhin ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleibt und nicht unter den
negativen verkehrlichen Folgen steigender Bevölkerungszahlen und damit einh ergehender
steigender verkehrlicher Probleme leidet.
2.2 Idee
Die Stadt Darmstadt beabsichtigt, das bereits entwickelte und sich derzeit in der Umsetzung
befindliche Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung kontinuierlich zu überprüfen und
weiterzuentwickeln. Im Zuge dessen und parallel zur sukzessiven weiteren Besiedlung seit
Mitte 2019 sollen unter Beteiligung der Öffentlichkeit die Alternativen zum eigenen Auto
sowie die Angebote des Mobilitätsmanagements im Rahmen einer Kommunikationsstrategie
begleitet und weiter ausgebaut werden. Bisher gewonnene Erkenntnisse aus der Lincoln-
Siedlung (z.B. durch das Projekt QuartierMobil) sollen für die derzeit in Bearbeitung
befindlichen planungsrechtlichen Prozesse des Ludwigshöhviertels und zum Teil für
9
Bestandsquartiere berücksichtigt und auf die dortige Situation angepasst werden. Dies
erfordert eine umfangreiche Abstimmung im Rahmen bürgerschaftlicher und politische r
Prozesse, bei denen die Bevölkerung sowohl in Bezug auf Planungs- wie auch auf
Implementierungsfragen mit einbezogen wird. Das quartiersbezogene
Mobilitätsmanagement befindet sich mit der Lincoln-Siedlung als Pilotprojekt no ch in den
Anfängen. Mithilfe des Projekts NaMoLi soll das Mobilitätsmanagement einer seits in der
Lincoln-Siedlung weiterentwickelt und auf die Entwicklung des Ludwigshöhviertels
angepasst werden. Andererseits soll es auf gesamtstädtische Ebene in Form eines
quartiersbezogenen Mobilitätsmanagements ausgeweitet werden. Hierzu erarbeitet das
städtische Verkehrsunternehmen HEAG mobilo derzeit eine Strategie, die in enge r
Kooperation mit dem Stadtplanungsamt Darmstadts realisiert werden soll. Das P rojekt
NaMoLi kann für diesen Prozess wertvolle Erkenntnisse generieren.
Neben diesen zentralen Projektaspekten besteht mit dem Projektvorhaben NaMoLi
Anknüpfungspotenzial an weitere, bereits laufende Prozesse in Darmstadt. So verfol gt die
Stadt Darmstadt eine Analyse der Rolle neuer Anbieter*innen von Mobilitätsdienstleistungen
sowie deren Integrationsmöglichkeit in den bestehenden ÖPNV. Im Rahmen dieses
Prozesses soll die Optimierung von Buchungssystemen (z.B. Quartiers-App) näher
untersucht werden. Die bereits etablierten Mobilitätsdienstleistungsangebote, wie das
exklusiv der Bewohner*innenschaft zu Verfügung stehende E-CarPooling-System mein
lincolnmobil, sollen stetig fortgeführt und auf die Bedürfnisse der Nutzenden angepasst
werden. Auch hier soll vorrangig auf die Partizipation der Bewohner*innen gesetzt werden.
Im bereits etablierten Arbeitskreis Mobilität (s.o.) sollen die Nutzenden i hre Anregungen und
Erfahrungen weiterhin einbringen und somit Teil des Entwicklungsfortschritts sein. E benso
soll die Integrationsmöglichkeit von zwei autonom fahrenden E-Quartiersbussen ( Shuttle on
demand) in den bestehenden ÖPNV erprobt werden. Das im Rahmen der Förderrichtlinie
³'LJLWDOLVLHUXQJ NRPPXQDOHU 9HUNHKUVV\VWHPH´ GHV %XQGHVPLQLVWHULXPV IU 9HUNHKU XQG
digitale Infrastruktur geförderte Projekt der HEAG mobilo wird voraussichtli ch Mitte 2020
beginnen. Darüber hinaus ist eine Umstiegsprämie angedacht, die einen Anreiz für den
Verzicht auf ein eigenes Auto bietet. Eine solche Prämie setzt einen intensiven
Koordinierungs- und Abstimmungsprozess mit den beteiligten Akteuren (Rhein-Main
Verkehrsverbund, HEAG mobilo, Darmstadt-Dieburg Nahverkehrsorganisation etc.) voraus,
welcher in Phase 1 angestrebt wird. Weitere Bausteine sind die Weiterentwick lung des
Mobilitätsberatungsprogramms MobiCheck (mit HEAG mobilo) und die Konzeption einer
Lincoln-Card für die Verknüpfung des ÖPNV-Angebots mit der Siedlung.
Aufgrund der im städtebaulichen Vertrag und im Durchführungsvertrag festgehaltenen
Rahmenpunkte zur Umsetzung des Mobilitätsmanagements gestaltet sich die
Aufgabenübertragung der Betreiber*innenschaft des Mobilitätsmanagements an potenzi elle
10
Partner*innen derzeit schwieriger als gedacht. Hier soll in Phase 1 des Projekts N aMoLi
analysiert werden, inwieweit ein Bedarf zur Anpassung der übergeordneten Regelwerke und
rechtlichen Rahmenbedingungen notwendig ist.
Parallel führt die Goethe-Universität in der Lincoln-Siedlung eine quantitative
standardisierte Befragung mit Neubürger*innen durch. Durch die weitere Besiedlun g seit
Mitte 2019 erlebt die Siedlung derzeit einen starken Wandel. Aus wissenschaftli cher
Perspektive öffnet ein Wohnumzug ein Gelegenheitsfenster zur Veränderung des
Mobilitätsverhaltens, da infolge biographischer Schlüsselereignisse Routinen überdacht
werden (Bamberg 2006; Klinger 2017; Müggenburg et al. 2015; Scheiner 2006). Aus diesem
Grund stellt sich die Frage, inwiefern das nachhaltige Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung
auf die Alltagsmobilität der neuen Bewohner*innen wirkt oder ob das Mobilitätsverhal ten am
neuen Wohnort vielmehr von bereits bestehenden, mobilitätsbezogenen Einstellun gen
geprägt ist. Beim Wohnumzug kann zusätzlich der Effekt der sogenannten residential self-
selection zu Tragen kommen. Demnach bevorzugen Personen, die beispielsweise gerne mit
Bus und Bahn fahren, eine Wohnung in der Nähe von Bahnhöfen und Haltestellen des
ÖPNV. Bei einem Wohnortwechsel sortieren diese sich dann entsprechend ihrer
Präferenzen. Das Mobilitätsverhalten ist folglich von bereits bestehenden Einstellun gen und
nicht von raumstrukturellen Einflüssen geprägt (Bothe et al. 2009; Cao et al. 2010) . Mittels
der Befragung in der Lincoln-Siedlung soll herausgearbeitet werden, welche Chance n also
das nachhaltige Mobilitätskonzept birgt und welche neuen Barrieren entstehen, zum Beispiel
hinsichtlich Akzeptanz und individuelle Mobilitätsbedürfnisse.
Sofern das Projekt gefördert und in Phase 1 vom Fördermittelgeber als weiterhin
förderungsrelevant eingestuft wird, soll die quantitative Befragung in Phase 2 als
Panelstudie fortgeführt werden. Die in einer Panelstudie gewonnenen Längsschnittdaten
haben gegenüber Querschnittsdaten zwei wesentliche Vorteile. Sie ermöglichen zum einen
die Nachzeichnung intraindividueller Veränderungen und zum anderen die Feststellung
zeitlicher Veränderungen (vgl. Brüderl 2010; FGSV 2012). Beide Aspekte sind für das
Projektvorhaben relevant, da eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens womöglich nicht
unmittelbar nach Einzug in die Lincoln-Siedlung eintritt, sondern erst nach einer Weile. Nach
der ersten Erhebung sind zwei weitere quantitative Befragungswellen geplant, die sowohl
die zuvor Befragten erneut einbeziehen als auch weitere neu Hinzuziehende erfassen.
Aufgrund verschiedenster externer Einflüsse sowohl auf die Wohnstandortentscheidung als
auch auf das Mobilitätsverhalten können die Abhängigkeiten des Mobilitätsverhaltens der
Bewohnenden im Quartier individuell sehr unterschiedlich sein. Deshalb wird geprü ft, ob
auch die qualitative Erhebung aus dem Projekt QuartierMobil (problemzentrierte Interviews)
mit den 2019 dort bereits Lebenden in sinnvoller Weise als qualitatives Panel mit den Neu-
Hinzuziehenden fortgeführt werden kann. Es soll also geprüft werden, inwiefern di e
11
Ergebnisse aus dem Projekt QuartierMobil und aus NaMoLi aufeinander bezogen werden
können und sich gegenseitig ergänzen.
2.3 Ziele
Die übergeordnete Fragestellung des Projektvorhabens NaMoLi lautet: Inwiefern bedingt ein
Wohnumzug in eine nachhaltig geplante Siedlung eine Änderung des Mobili tätsverhaltens?
Mit dem Projektvorhaben NaMoLi soll in Phase 1 untersucht werden, inwiefern das
nachhaltige Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung einerseits von den neu zugez ogenen
Bewohner*innen wahrgenommen, akzeptiert und in die Praxis umgesetzt wird un d
andererseits, wie es weiterentwickelt und ausgeweitet werden kann. Das primäre Ziel
Darmstadts liegt in der gesamtstädtischen Ausweitung und Optimierung des nachhal tigen
Mobilitätskonzepts der Lincoln-Siedlung (zusammen mit weiteren Akteuren der
Stadtentwicklung). Das Projektvorhaben NaMoLi bildet auf diesem Weg einen wi chtigen
Baustein.
Daher soll das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung evaluiert werden. Folgen de
Fragestellungen stehen im Mittelpunkt: (1) Wie nehmen Neubürger*innen das
Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung wahr? (2) Inwiefern wird das Konz ept von den neu
Zugezogenen gesellschaftlich akzeptiert und umgesetzt? (3) Inwiefern kann das
Mobilitätskonzept auf weitere Viertel Darmstadts ausgeweitet werden? Diese Fragen solle n
in einem partizipativ angelegten Reallabor-Setting unter Einbezug der Bewohner*innen, der
Planenden und Bauherren der Lincoln-Siedlung beantwortet werden. Es soll geprüft
werden, inwiefern die alternativen Mobilitätsangebote durch die Bewohnenden angenommen
werden, welche Faktoren bei einer Änderung des Mobilitätsverhaltens eine Rolle spielen und
wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Schließlich soll mit dem Projekt NaMoL i das bereits
im Projekt QuartierMobil etablierte Reallabor verstetigt werden. Insbesondere der
partizipative Reallabor-Charakter ist aus Sicht der Stadt Darmstadt der Schlüssel für eine
erfolgreiche Umsetzung und nachhaltige Implementierung des Konzepts. So hat sich im
bisherigen Verlauf gezeigt, dass das Konzept nur unter Einbezug der Bewohner*innenschaft
sinnvoll erweitert und umgesetzt werden kann. Mit der Verstetigung des Reallabors soll
ebenfalls die Identifikation der Bewohner*innen mit dem Stadtteil sowie dem
Mobilitätskonzept verstärkt werden.
Die Ergebnisse aus dem Projekt können unmittelbar in die derzeit in Bearbei tung
befindliche planungsrechtliche Ausarbeitung (Bebauungsplan, Städtebaulicher Vertra g,
Stellplatzeinschränkungssatzung) der benachbarten Konversionsfläche Ludwigshöhviertel
einfließen (vor allem in den Phasen 2 und 3) und als Grundlage für ein
Übertragbarkeitskonzept für weitere Siedlungen und Bestandsquartiere genutzt werden.
12
Ebenso soll die Weiterentwicklung des organisatorischen Prozesses zur
Mobilitätsabwicklung (zentrale Stellplatzvergabe, Mobilitätsangebote, finanzielle und
organisatorische Anreize, integrieren digitaler Medien, etc.) fortgeführt werden. Zentral er
Baustein ist hierbei eine digitale Plattform, die es den Bewohner*innen ermög licht, die
Stellplatzvergabe in der Lincoln-Siedlung verwalten zu können. In Phase 1 soll der bereits
begonnene Koordinierungs- und Abstimmungsprozess aller beteiligten Akteure fortgefüh rt
werden, um diese Plattform vor dem Zuzug weiterer Bewohner*innen realisieren zu können.
Aus wissenschaftlicher Perspektive können mithilfe von NaMoLi Erkenntnisse darüber
gewonnen werden, inwiefern sich die Alltagsmobilität bei einem Wohnumzug verändert und
inwiefern ein nachhaltiges Mobilitätskonzept potenzielle Veränderungen bewirkt. Auch kann
die Wirkung unterschiedlicher Einstellungen und Erwartungen der Zuziehenden in
verschiedenen Projektphasen (Phase 1: Umbruch und Neubesiedlung, Phase 2:
Siedlungserweiterung) und in Abhängigkeit von unterschiedlichen Lebensphasen hinsichtlich
der Veränderung von Alltagsmobilität überprüft werden. Die zweite Befragungswelle i n
Phase 2 soll ein Jahr nach der ersten Befragungswelle der ersten Phase erfolgen. Eine dritte
Befragung soll wiederum im Abstand von einem Jahr durchgeführt werden. So kann
einerseits der Einzug weiterer Bewohner*innen (geplanter Besiedlungsgrad etwa 70
Prozent) in die Lincoln-Siedlung berücksichtigt und erfasst werden und andererseits k önnen
Längsschnittdaten erhoben werden, die im Vergleich zu Querschnittsdaten die Beobachtung
und Erklärung individueller Verhaltensänderungen ermöglichen (vgl. Brüderl 2010 ; FGSV
2012). Das Projekt knüpft damit an die in der Verkehrs- und Mobili tätsforschung geführte
Debatte um das Wechselverhältnis von Raumstruktur und Mobilitätsverhalten bzw. um die
Einflussnahme internaler Faktoren (z.B. Lebensstile, Gewohnheiten, etc.) auf die
Wohnstandortentscheidung und das Mobilitätsverhalten an. Aus wissenschaftlicher
Perspektive ist das Ziel für die Phasen 2 und 3, tiefgehende Erkenntnisse über die de m
Mobilitätskonzept innewohnenden Potenziale zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens zu
erlangen.
Die Lincoln-Siedlung wurde zwar bereits mehrfach für ihr Mobilitätskonzept
ausgezeichnet: 2018 mit dem deutschen Verkehrsplanungspreis der Vereinigung für Stadt-,
Regional- und Landesplanung (SRV e.V.) und im Jahr 2019 sowohl mit dem Deutsche n
Mobilitätspreis des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur als au ch im So
PDFKHQ ZLU¶V -Wettbewerb der Klimakommunen Hessen des Hessischen
Umweltministeriums. Somit gilt das Quartier bundesweit als Leuchtturmprojek t. Doch die
Wirkung der Maßnahmen auf die tatsächlich realisierte Alltagsmobilität gilt es noch zu
erforschen.
13
2.4 Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie weiterer Akteure
Durch partizipativ gestaltete Bürger*innenwerkstätten und Informationsveranstaltungen
sollen die Bewohner*innen sowie Projektentwickler*innen und Investor*innen in die weitere
Planung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts mit einbezogen werden. Die Identifik ation
der Bewohner*innen mit dem Stadtteil sowie dem Mobilitätskonzept sollen so verst ärkt
werden. Die Informationsveranstaltungen werden kontinuierlich vor dem Einzug weiterer
Bewohner*innen durchgeführt, sodass diese bereits vor dem Einzug über das
Mobilitätskonzept informiert sind. Hier wird eine weitere Kooperation mit der bauverein AG,
aber auch den restlichen Projektentwickler*innen, angestrebt. Darüber hinaus sollen
öffentliche Veranstaltungen in der Lincoln-Siedlung und über die Quartiersgren zen hinaus
(z.B. Fahrradaktionstag Darmstadt) genutzt werden, um die Bewohnenden über das
Mobilitätskonzept zu informieren.
In Phase 1 sollen im Rahmen des bereits etablierten Arbeitskreises Mobilität (s. o.), die
Bedarfe der Bewohner*innen für weitere partizipative Formate und weiteren
Handlungsbedarf eruiert werden, die dann in Phase 2 in der Lincoln-Siedlung realisiert
werden sollen. Mit dem Mobilitätsbeirat wird die Einbindung von Projektentwi ckler*innen
bzw. den Eigentümer*innen der Lincoln-Siedlung sichergestellt.
Neben den Informationsveranstaltungen und Bürger*innenwerkstätten sollen auch
Kinder partizipativ in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Hierbei soll eine
Kooperation mit dem Quartiermanagement stattfinden, die eine Kinderbeteiligung auf Lincoln
bereits in unterschiedlichen Formaten erprobt hat. Die Zusammenarbeit soll verst etigt und
die Ergebnisse der Kinderbeteiligung sollen ebenfalls in den weiteren Entwicklungsprozess
der Lincoln-Siedlung sowie zur Übertragbarkeit auf das Ludwigshöhviertel und au f
bestehende Quartiere einfließen.
Neben der bauverein AG, die derzeit Eigentümerin eines Großteils der
Bestandsgebäude ist und im weiteren Prozess eine wichtige Partnerin darstellen wird, wi rd
auch HEAG mobilo ein zentraler Akteur bei der Umsetzung des Mobilitätskonzepts und im
Speziellen für die Etablierung der Stellplatzvergabeplattform sein. Durch gemeinsame
Workshops soll die Umsetzungsstrategie auf Bestandsquartiere eruiert und anschließend
umgesetzt werden.
Ein weiteres partizipatives Projektelement bildet die geplante quantitative
standardisierte Haushaltserhebung zum Mobilitätsverhalten sowie zu Mobilitätsvisionen i n
der Lincoln-Siedlung. Die Ergebnisse der Befragung sollen in die weitere P lanung und
Umsetzung des Mobilitätskonzepts in der Lincoln-Siedlung sowie in die
Übertragungskonzeption für das Ludwigshöhviertel und zum Teil auf Bestandsquartier e
einfließen. Schließlich soll das Mobilitätskonzept entlang der Bedürfnisse der
14
Bewohner*innen ausgeweitet und weiterentwickelt werden. Die Haushaltsbefragung kann
somit als zentrales partizipatives Element im Projektverlauf angesehen werden.
2.5 Einbindung der wissenschaftlichen Partnerin
Der wissenschaftliche Partner ± die Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung der Goethe-
Universität Frankfurt am Main ± wird eine quantitative standardisierte Haushaltsbefragung in
Form einer Panelstudie in der Lincoln-Siedlung durchführen. Eine erste Befragungswelle soll
kurz nach dem Einzug in die Lincoln-Siedlung erfolgen (Anfang 2020, Phase 1). Zusätzliche
Befragungswellen sollen im weiteren Verlauf in Phase 2 aufzeigen, inwiefern sich di e
alltäglichen Mobilitätsmuster der Bewohner*innen durch das Mobilitätskonzept in der
Lincoln-Siedlung verändert haben. Die Ergebnisse der Befragung sollen einersei ts das
Mobilitätskonzept sowie das Reallabor Lincoln-Siedlung auf ihr Transformation spotenzial
evaluieren und andererseits Einfluss auf die weitere Gestaltung und Umsetzung des
Konzepts nehmen. Darüber hinaus sollen die Bedürfnisse und Visionen der Bewohnenden
abgefragt werden, die in die Weiterentwicklung des Mobilitätskonzepts und die praktische
Umsetzung in der Siedlung sowie in die gesamtstädtische Ausweitung einfließen.
Die Goethe-Universität führt die Befragung zum Mobilitätsverhalten sowie zu
Mobilitätsvisionen zusammen mit Bachelor-Studierenden in einem quantitativen
Projektseminar (Wintersemester 2019/2020 und Sommersemester 2020) durch. Die Goethe-
Universität erstellt den Fragebogen zusammen mit den Studierenden und stimmt i hn vorab
in einem Workshop mit der Stadt Darmstadt und dem Mobilitätsmanagemen t in der Lincoln-
Siedlung ab. Außerdem führt sie die Befragung in der Lincoln-Siedlung zusammen mit den
Studierenden durch und wertet die Ergebnisse aus. In einem zweiten Workshop sollen die
Ergebnisse zusammen mit der Stadt Darmstadt, dem Mobilitätsmanagement und den
Bewohner*innen diskutiert werden.
Die Goethe-Universität beabsichtigt die Einrichtung einer Qualifizierungsstelle mit der
Möglichkeit zur Promotion (N.N.; aufgrund der Ausschreibungsvorgaben erst ab Phase 2
möglich), sodass mithilfe des Projekts NaMoLi der wissenschaftliche Nachwuchs geförder t
und ausgebildet werden kann. Für Phase 1 soll die Möglichkeit einer projektbegleiten den
Abschlussarbeit für Masterstudierende des Studiengangs Geographien der Globalisierung
am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main bestehen , die in
Form eines Werkvertrags ausgeschrieben wird. Die Goethe-Universität strebt die Besetzung
beider Stellen (Werkvertrag und wissenschaftliche Mitarbeit) mit einer Person an, sodass
eine nahtlose Projektbearbeitung in Phase 2 erfolgen kann.
Außerdem bietet das Projektvorhaben NaMoLi Anknüpfungspunkte für ein bereits
laufendes Postdoc- 3URMHNW ]XP 7KHPD ³WUDQVGLV]LSOLQlUH 0RELOLWlWVIRUVFKXQJ´ 'U 6WHIDQLH
15
Schwerdtfeger), sodass das Projekt über die eigentlichen Projektinhalt e hinaus dazu
beitragen kann, erkenntnistheoretische Implikationen im Rahmen der vom BMBF-
geförderten Projekte QuartierMobil, Social2Mobility (FKZ 01UR1803B) und NaMoLi
abzuleiten.
Während des Projektvorhabens NaMoLi versteht sich die Goethe-Universität als
Projektpartnerin der Stadt Darmstadt. Grundlage für die Zusammenarbeit ist ein
gemeinsames Interesse an der Wirkung und potenziellen Ausweitung des nachhaltigen
Mobilitätskonzepts der Lincoln-Siedlung.
2.6 Kommunikationsstrategie
Bereits im Rahmen des Projekts QuartierMobil wurde eine Kommunikationsstrategie für das
Reallabor Lincoln-Siedlung erarbeitet, die im Projekt NaMoLi weiterverfolgt und au sgeweitet
werden soll. Die bereits erarbeiteten Informationsmaterialien und -wege (Broschü ren,
Internetauftritte, Informationsveranstaltungen, etc.) werden unter Berücksichtigung
eventueller paralleler Informationsgeber*innen (Projektentwickler*innen, Investor*innen,
Stadt, etc.) weiterentwickelt. Hierzu zählen u. a. die Lincoln News der bauverein AG, die
quartalsweise erscheint und in jeder Ausgabe einen Abschnitt zu Mobilität beinhaltet. Auch
soll die QuartierMobil Website des Reallabors Lincoln-Siedlung (
www.quartiermobil-
lincoln.de), welche zur Zeit kurz vor der Finalisierung steht, durch die Erkenntnisse des
Projekts NaMoLi ergänzt werden. Weiterhin soll auf der städtischen Website über d as
Projekt NaMoLi informiert werden. Ebenso wird eine Medienpartnerschaft mit verschiedenen
Pressestellen sowohl in Darmstadt als auch im Rhein-Main-Gebiet angestrebt. Eine stetige
Informationsquelle in Bezug auf Mobilität in der Lincoln-Siedlung wi rd durch die
lincolnmobil-News gewährleistet. Diese monatlich erscheinende Ausgabe empfängt jeder
Haushalt. Inhalt sind die Rabattcodes für das E-CarPooling-System sowie Berichte mit
thematischen Schwerpunkten zu mobilitätsbezogenen Themen (z.B. Schülerticket,
Fahrradausflüge in die Umgebung, etc.). Eine Fortführung wird angestrebt.
Weitere Ideen und Bedarfe, beispielsweise die Ausarbeitung von Alternativen zum
eigenen Auto sowie die Angebote des Mobilitätsmanagements, sollen im Rahmen der
partizipativ gestalteten Bürgerwerkstätten entstehen und entwickelt werden. Die
Bürger*innen sollen auf verschiedenen Kanälen über die geplante Haushaltsbefragung
informiert werden.
2.7 Anbindung an die Verwaltungsstruktur
Im Rahmen des Forschungsprojekts QuartierMobil wurde bei der Wissenschaftsstadt
Darmstadt im Stadtplanungsamt, Abteilung Mobilität und öffentlicher Raum eine Stelle (0,5 E
16
11 TVöD) implementiert, die wesentlich zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts in der
Lincoln-Siedlung beiträgt. Um diesen Prozess zu verstetigen, soll diese Stelle im Rahmen
des Projekts NaMoLi bis Ablauf des Forschungsprojekts QuartierMobil auf eine Vollzeitstelle
aufgestockt und für den Zeitraum danach als Vollzeitstelle über das Projekt NaMoLi
finanziert werden.
01.01.2020 ± 31.08.2020: 0,5x E 11 (QuartierMobil)
01.01.2020 ± 31.08.2020: 0,5x E 13 (NaMoLi)
01.09.2020 - 31.12.2020: 1x E 13 (NaMoLi)
Aufgrund der angestrebten Ziele und den damit einhergehenden Tätigkeiten, wie
Koordinierungsaufgaben, Projektleitung der Stellplatzvergabeplattform, etc. ist ei n
eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten des zur Verfügung stehenden Personals
unabdingbar. Entgegen der eingereichten Projektskizze ist deshalb eine Aufstock ung von E
11 auf E 13 vorgesehen.
Mit dem Projekt NaMoLi bestehen weitere Anknüpfungspotenziale an weitere, ber eits
laufende Prozesse der Verwaltungsstruktur Darmstadts. In Kooperation mit dem s tädtischen
Verkehrsunternehmen HEAG mobilo soll die Integrationsmöglichkeit von zwei autonom
fahrenden E-Quartiersbussen ( Shuttle on demand ) in den bestehenden ÖPNV erprobt
werden. Hierzu liegt HEAG mobilo bereits ein positiver Bescheid im Rahmen der
)|UGHUULFKWOLQLH ³'LJLWDOLVLHUXQJ NRPPXQDOHU 9HUNHKUVV\VWHPH´ GHV %XQGHVPLQLVWHULXPV IU
Verkehr und digitale Infrastruktur vor. Das geförderte Projekt wird voraussichtlich Mitte 2020
beginnen. Darüber hinaus soll zur Ausarbeitung der Umstiegsprämie ein intensiver
Koordinierungs- und Abstimmungsprozess mit relevanten Akteuren angestrebt werden
(Phase 1).
Vor dem Hintergrund, dass sich die Abteilung Mobilität und öffentlicher Raum ab 01 .
September 2019 von dem Stadtplanungsamt Darmstadt lösen und in ein neues
Mobilitätsamt der Stadt Darmstadt integriert wird, gewinnt die Bedeutung des Projekts
NaMoLi als Wegweiser für eine nachhaltig gestaltete urbane Mobilität weiter an B edeutung.
Inhaltlich wird das Projekt einen wichtigen Verknüpfungspunkt im Rahmen der Erstel lung
des Mobilitätskonzepts 2030+ und des Masterplans DA2030+ darstellen. Auch bestehen
9HUNQSIXQJVSXQNWH PLW GHP 3URMHNW Ä'LJLWDOVWDGW³ LQ GHP ]% GLH ' LJLWDOLVLHUXQJ LP
Rahmen von Mobilitätsdienstleistungen (z.B. Quartiers-App) Eingang finden können.
17
3 Angestrebte Wirkung des Projekts
Das Projekt NaMoLi soll die Stadt Darmstadt bei Ihrem selbsterklärten Ziel, eine
nachhaltigere Gestaltung der Alltagsmobilität voranzutreiben, unterstützen. Somit soll ein
wichtiger Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation urbaner Mobilität geleistet werden.
NaMoLi soll in erster Linie akzeptanzfördernd auf die Umsetzung des Mobilitätskonzep ts
wirken. Wie oben beschrieben gilt der Wohnumzug aus wissenschaftlicher P erspektive als
Gelegenheitsfenster zur Veränderung des individuellen Mobilitätsverhaltens. Da die L incoln-
Siedlung in den kommenden Jahren stetig Zuwachs erfahren wird, ist eine parti zipativ
angelegte Begleitung der Konzeptumsetzung unabdingbar. Schließlich kann das K onzept
nur dann erfolgreich von den Bewohner*innen umgesetzt werden, wenn diese es
gesellschaftlich akzeptieren und in die eigene Mobilitätspraxis umsetzen.
Insgesamt soll also das Transformationspotenzial nachhaltiger Mobilitätskonzepte in
Neubausiedlungen und Konversionsflächen, aber auch in Bestandsquartieren, im Rahmen
des Projekts, auf folgenden Ebenen Wirkungen erzielen:
- Auf der kommunalen Ebene soll anhand der Lincoln-Siedlung aufgezeigt werden,
inwiefern ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und -management im Quartier wirkt. Die
unter Mitwirkung der Bewohner*innen erzielten Ergebnisse sollen dabei als
Leuchtturm für weitere Quartiere und Kommunen dienen.
- Auf der planungspraktischen Ebene soll das Mobilitätskonzept der Lincoln-
Siedlung wissenschaftlich evaluiert werden. So entstehen Erkenntnisse bezüglich der
Wirkung nachhaltiger Mobilitätskonzepte, die in Planungstools einfließen k önnen.
Diese Erkenntnisse sollen Mobilitäts- und Stadtplaner*innen dabei helfen, Städte
nachhaltig und entlang sozial-ökologischer Richtlinien zu planen.
- Auf der wissenschaftlichen Ebene liefert das Projekt bedeutsame Erkenntnisse im
Kontext des quartiersbezogenen Mobilitätsmanagements. Obwohl
Verhaltensänderungen im Kontext von Mobilität bei Schlüsselereignissen bereits
umfassend erforscht wurden, existieren bislang noch keine ausreichenden
(UNHQQWQLVVH EHU GLH GDV 6FKOVVHOHUHLJQLV ³8P]XJ LQ HLQ 4XDUWLHU PLW
nachhaltigeP 0RELOLWlWVNRQ]HSW´ 'DV 3URMHNW 1D0R/L VROO IROJOLFK ]X HLQHU
Erweiterung der Wissensbestände im Kontext von Verhaltensänderungen bei
Wohnumzügen beitragen.
Um die Wirkung auf den unterschiedlichen Ebenen zu erzielen, werden
unterschiedliche Ansätze, Formate und Produkte angestrebt. Hierzu zählt die Erarbeitung
von Handlungsempfehlungen für die Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte in
18
Neubausiedlungen und deren Übertragbarkeit auf weitere, sich in der Entwickl ung
befindende, Konversionen sowie auch auf Bestandsquartiere. Die Projektergebnisse sollen
auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen vorgestellt und diskutiert werden.
Darüber hinaus wird ein Austausch mit weiteren Projekten innerhalb Deutschlands sowie
weitere Workshops auf kommunaler Ebene unter Einbezug der Zivilgesellschaft und
zentraler kommunaler Akteure im Mobilitätssektor angestrebt.
4 Bezug des Projekts zu förderpolitischen Zielen der Bekanntmachung
Die Ziele des Projekts entsprechen den förderpolitischen Zielen der Bekanntmachung somit
in mehreren Punkten:
- Das Projekt trägt dazu bei, dass die individuelle Mobilität der Mensche n gesichert
und die Umwelt- und Lebensqualität in Städten verbessert und somit auf kommunaler
Ebene ein Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele geleistet wird.
- Das Projekt fördert eine sozialgerechte Transformation des Mobilitätssektors, indem
Wohnen und Parken entkoppelt und die Stellplätze nach sozialverträglichen Kriterie n
vergeben werden. Das Projekt verfolgt nicht das Ziel Wohnen ohne Auto, sondern es
geht um reduzierte Autonutzung im Wohnumfeld. Es geht um die Wahlfreihei t, mit
einem eigenem oder ohne ein eigenes Auto zu leben, um so sozial-ökologische
Ungleichheiten abzubauen. Die Unabhängigkeit vom eigenen Auto soll gefördert und
die Idee der Stadt der kurzen Wege umgesetzt werden.
- Das Projekt trägt dazu bei, dass weniger Flächen als üblich für den MIV ent wickelt
werden müssen. Durch einen reduzierten Stellplatzschlüssel können die
vorhandenen Ressourcen- und Flächenpotenziale effizienter genutzt werden und zu
einer erhöhten Lebens- und Aufenthaltsqualität beitragen.
- Die Projektergebnisse, die unter Einbezug aller Bevölkerungsgruppen in der Lincoln-
Siedlung erhoben werden, sollen die Akteure auf kommunaler Ebene befähigen, die
Umwelt- und Lebensqualität in ihrer Mobilitätsplanung sozial gerecht zu gestalten.
- Das Projekt erprobt die Umsetzung von neuen Mobilitätsangeboten (E-Quartiersbus,
Shuttle on demand ) und -services (Stellplatzvergabeplattform). Dabei werden
technologische Innovationen (E-Quartiersbus, Shuttle on demand ,
Stellplatzvergabeplattform) mit gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen
verbunden und an die spezifischen Gegebenheiten vor Ort angepasst.
- Das Projekt bündelt die gewonnen Ergebnisse und entwickelt
Handlungsempfehlungen beziehungsweise ein Übertragbarkeitskonzept auf weitere
Siedlungen (sowohl Neubau- als auch Bestandsquartiere).
- Das Projekt nimmt die Mobilitätsmuster der Bewohner*innenschaft in den Fokus un d
untersucht sie dahingehend, wie das Mobilitätskonzept Einfluss auf eine nachhaltige
19
Mobilität nehmen kann. Durch verschiedene Workshops haben kommunale
Entscheidungsträger*innen, Anbietende von Mobilitätsdienstleistungen,
Zivilgesellschaft und Forschung die Möglichkeit, partizipativ ihre Perspektiven,
Bedarfe und Ideen einzubringen. Das Projekt integriert die Ergebnisse der
partizipativen Workshops.
Insgesamt sehen wir eine hohe Passfähigkeit des Projektvorhabens NaMoLi zur sozial -
ökologischen Forschung sowie zu den Zielen der Nationalen Plattform Mobilität. Mit dem
Projekt NaMoLi streben wir weiterhin eine Vernetzung mit anderen geförderten Projekten im
begleitenden Synthese- und Vernetzungsprojekt Zukunftsstadt an, da diese bereits innerhalb
des Projekts QuartierMobil zu wichtigen Erkenntnissen, Kooperationen und
Syntheseleistungen führen konnten.
5 Arbeitsprogramm (Arbeitspakete bezogen auf die Phase 1)
Arbeitspaket 1: Konzeption (Stadt Darmstadt)
In einem ersten Schritt erarbeitet die Stadt Darmstadt eine Gesamtkonzeption der
Arbeitspakete. Daran anschließend erarbeitet die Stadt Darmstadt gemeinsam mit der
Goethe-Universität einen Fragebogen für die quantitativ, standardisierte Erhebung in der
Lincoln-Siedlung, mithilfe welcher Mobilitätsverhalten und -visionen der Bewoh ner*innen
abgefragt werden. Zu diesem Zweck wird ein Konzeptionsworkshop in Darmstadt
veranstaltet.
Arbeitspaket 2: Sozial-empirische Erhebung des Mobilitätsverhaltens (Goethe-
Universität)
Die Goethe-Universität führt die Befragung in der Lincoln-Siedlung in Darmstad t durch,
bereitet die Daten auf und wertet sie aus. Die Befragung erfolgt im Rahmen ei nes
zweisemestrigen Methodenseminars (Konzeption und Analyse quantitativer Daten) im
Bachelorstudiengang Geographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Arbeitspaket 3: Evaluation des Mobilitätskonzepts (Goethe-Universität)
Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse aus der Befragung wird die Wirkung des
Mobilitätskonzepts auf die Alltagsmobilität der Bewohner*innen der Lincoln-Sied lung
evaluiert. Die Ergebnisse werden auf nationalen wie internationalen Fachkonferenzen
vorgestellt sowie mit der Darmstädter Bevölkerung und den kommunalen Akt euren
diskutiert.
20
Arbeitspaket 4: Reallabor (Stadt Darmstadt)
Das Reallabor Lincoln-Siedlung, welches bereits im Projekt QuartierMobil eingerichtet
wurde, wird fortgeführt. In diesem Zuge finden weiterhin Veranstaltungen mit der
Zivilbevölkerung statt. In einem Informationsworkshop werden die Bewohner*innen über die
Befragungsergebnisse informiert und angeregt, sich in die weitere Ausgestaltung de s
Mobilitätskonzepts einzubringen. So soll die weitere Ausgestaltung des Mobilitätsk onzepts
gemeinsam mit den Bewohner*innen forciert werden (AP 4.1, Partizipation). Die Aktionen im
Reallabor Lincoln-Siedlung werden durch Öffentlichkeitsarbeit begleitet, wofür au ch lokale
Medienpartner*innen (z. B. die Zeitschrift Lincoln-News) eingebunden und eine
Medienpartnerschaft mit dem Darmstädter Echo und überregionalen Medien (FR, FAZ, HR)
angestrebt werden. Ein Kommunikationskonzept für die Beteiligung der Akteure und
Öffentlichkeit soll unter Berücksichtigung der bisherigen Öffentlichkeitsarbeit entwickelt
werden (AP 4.2, Öffentlichkeitsarbeit).
Die Ergebnisse aus den Bewohner*innenveranstaltungen und der Evaluation sollen als
Grundlage für den weiteren Entwicklungs- und Abstimmungsprozess für das
Mobilitätskonzept des Ludwigshöhviertels dienen und eine Transferstrategie für das
quartiersbezogene Mobilitätsmanagement ermöglichen (AP 4.3, Übertragbarkeit). In diesem
Zuge wird auch die Ausweitung des Mobilitätskonzepts auf weitere Bestandsviertel der Stadt
Darmstadt konzipiert. Das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung dient somit al s
Grundpfeiler für die Ausweitung des quartiersbezogenen Mobilitätsmanagements au f
gesamtstädtischer Ebene. Darüber hinaus sollen weitere Mobilitätsdienstleistungen und -
angebote in der Lincoln-Siedlung implementiert und bestehende angepasst werden (AP 4.4,
Ausweitung).
21
6 Zeit-, Finanzierungs- und Meilenstein- sowie personelle
Ressourcenplanung (bezogen auf Phase 1)
6.1 Zeit- und Meilensteinplanung
Die Projektlaufzeit beträgt 12 Monate: 01. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
Tabelle 1: Zeit- und Meilensteinplanung
2020 JAN FEB MRZ APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
AP 1: Konzeption
Meilenstein:
Konzeptionsworkshop
X
AP 2: Mobilitätsverhalten
Datenerhebung X X
Datenaufbereitung X X
Datenauswertung X X X X
Meilenstein: Datenauswertung
abgeschlossen
X X
AP 3: Evaluation des
Mobilitätskonzepts
Meilenstein:
Ergebnispräsentation
X
AP 4: Reallabor
4.1 Bewohner*innen-
veranstaltungen
X X X X
4.2 Öffentlichkeitsarbeit X X X X X X X X X X X X
4.3 Übertragbarkeit auf
Ludwigshöhviertel &
Bestandsquartiere
X X X X X X X X X X X X
4.4 Ausweitung bestehender
Mobilitätsdienstleistungen und -
angebote
X
X
X
Meilenstein: Handlungsoptionen
zur Übertragbarkeit
X
6.2 Finanzierungsplanung
Personal: Vergütung nach E 13 TVöD/VKA (8 Monate 0,5 Teilzeit, 4 Monate Vollzeit)
Die Kosten (in Euro) verteilen sich wie folgt:
Tabelle 2: Finanzierungsplanung
Personalkosten Sach-
kosten
Reise-
kosten
FuE-
Auftrag
Förder-
quote
Förder-
summe
PM Gesamt
Stadt Darmstadt 8 46.837 7.000 1.000 100% 54.837
Goethe-Universität 6 35.000 100% 35.000
Gesamt 89.837
22
6.3 Personelle Ressourcenplanung
Vorgesehene Personenmonate (PM) je Arbeitspaket (AP) unterteilt in Stadt D armstadt (DA)
und Goethe-Universität (GU)
Tabelle 3: Darstellung der vorgesehenen Personenmonate je Arbeitspaket und
Projektpartner
PM
Arbeitspaket Leitung GU DA
AP 1
GU/
DA
0,5 1
AP 2 GU 4
AP 3 GU 1,5
AP 4 DA 7
Gesamt 6 8
7 Notwendigkeit der Zuwendung
Das Projekt kann ohne die Zuwendung nicht durchgeführt werden. Eigen- und Drittmi ttel
stehen nicht zur Verfügung. Mithilfe des Projekts soll eine Stelle zur Begleitung de s
Reallabors bei der Stadt Darmstadt verstetigt werden, die ohne das Projekt auslau fen
würde.
8 Verwertungsplan
Die Projektergebnisse sollen dafür genutzt werden, Handlungsleitfäden für eine nachhaltige
Mobilitätsplanung im Neubauquartier bzw. in Konversionsflächen zu erstellen. Somit t ragen
die Ergebnisse zur Wissensgenerierung bezüglich des Transformationspotenzial s urbaner
Mobilität durch ein nachhaltiges Mobilitätskonzept aus kommunaler wie wissenschaftli cher
Perspektive bei. Das Projekt ist transdisziplinär angelegt, da die Bewohner*innen partizipativ
in die weitere Planung, Ausgestaltung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts einb ezogen
werden sollen. Darüber hinaus sollen die Projektergebnisse in die Konzeption eines noch in
Planung befindlichen Konversionskonzepts für das Ludwigshöhviertel einfließen. Aber au ch
die Übertragbarkeit des Mobilitätskonzepts auf weitere Bestandsquartiere innerhalb von
Darmstadt soll eruiert werden. Die Projektergebnisse liefern dafür wichtige Erkenntnisse.
23
8.1 Wirtschaftliche Erfolgsaussichten mit Zeithorizont
Mit Projekten zur nachhaltigen Quartiersentwicklung möchte die Stadt Darm stadt ihre
Ausgaben für den Erhalt von übermäßig dimensionierten Infrastrukturen beziehung sweise
deren Ausbau auf ein verträgliches Maß reduzieren. So sind mit einer intensiv en Förderung
des Umweltverbundes wesentlich geringere (Langzeit-)Kosten für die öffentliche Hand
verbunden, als für den alleinigen Ausbau der Flächen für den ruhenden und fließenden Pkw-
Verkehr. Zudem ist aufgrund des Dieselfahrverbots in Darmstadt der Druck auf eine
Transformation des Verkehrssektors unabdingbar. Des Weiteren sieht sich die S tadt mit
ihren positiven Zukunftsaussichten einem starken Bevölkerungsdruck ausgesetzt, dem sie
möglichst sozial gerecht, ökologisch nachhaltig und wirtschaftlich verantwortungsv oll
begegnen möchte. Derzeit entwickelt die Stadt Darmstadt den Mobilitätsplan 2030+ und den
Masterplan DA2030+. Die Projektergebnisse können direkt in den Mobilitätsplan sowie in
den Masterplan einfließen.
Die Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main
konzentriert sich als Forschungseinrichtung kennzeichnend durch non-profit orientierten
Arbeitens auf den gesellschaftlichen Nutzen. Ein selbsterklärtes Ziel ist hierbei eine
transdisziplinäre Wissensgeneration im Kontext von mobilitätsrelevanten Themen i n der
Metropolregion FrankfurtRheinMain anzuregen, sodass theoretisches Wissen zusammen mit
zivilgesellschaftlichen Fragestellungen und Wissensbeständen neue Erkenntnisse
generieren kann. Mit dem Projekt NaMoLi werden Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von
Klimaschutzzielen auf kommunaler Ebene im Rahmen einer möglichst emissionsarmen
Gestaltung urbaner Alltagsmobilität und der Zufriedenheit von Bürger*innen erarbe itet,
welche Konflikte bei der klimaschutzorientierten Entwicklung von Wohngebieten v orbeugen
sollen. Analysen einer sozial gerechteren wie ökologisch nachhaltigen Gestaltung der
Umwelt- und Lebensqualität in der Mobilitätsplanung unterstützen dies ebenfalls. Mit dem
Ziel der Konfliktvermeidung durch eine frühe Analyse der Bedürfnisse und Wahrnehmun g
der Bevölkerung ist dieser Ansatz reinen top-down Planungsansätzen überlegen. Das
Projekt analysiert die Potenziale, Herausforderungen und Akzeptanz neuer
Mobilitätskonzepte und Möglichkeiten zur zukunftsorientierten Ausgestaltung na chhaltiger
urbaner Mobilität und trägt somit dazu bei gesellschaftliche Innovationen für eine
Transformation in Richtung nachhaltiger Stadt vorzubereiten. Letztlich sollen die
Projektergebnisse der Stadt Darmstadt helfen, die sozial-ökologische Transformati on des
Mobilitäts- und Verkehrssektors voranzutreiben.
24
8.2 Wissenschaftliche und/oder technische Erfolgsaussichten mit Zeithorizont
Die Stadt Darmstadt wird ihre Projekterkenntnisse in Stadtnetzwerken (z .B. Deutscher
Städte- und Gemeindebund, AG Nahmobilität Hessen, etc.) und auf ihrer Website bz w. auf
landes- oder bundeseigenen Websites (z.B. Konversion in Hessen, Website des BBSR, etc.)
einer breiteren Fachöffentlichkeit zur Verfügung stellen. Eine Medienkooper ation mit
verschiedenen Pressestellen der Region FrankfurtRheinMain wird angestrebt.
Das Projekt stärkt den transdisziplinären Austausch zwischen der Goethe-Universität
und der Stadt Darmstadt und ermöglicht dadurch sowohl einen theoretischen als auch eine n
praktischen Erkenntnisfortschritt. Erfahrung in der Erforschung von Reallaboren werde n
gesammelt und die Methode dabei hinsichtlich ihrer Eignung überprüft und weiterentwickelt.
Die Projekterkenntnisse sollen in peer-review Publikationen zu der Erforschung von und den
Erfahrungen mit Reallaboren münden. Weiterhin werden die Erkenntnisse aus der Ana lyse
von Mobilitätsbedürfnissen der Bewohnenden ebenfalls in peer-review Publikationen zur
Reflektion des entwickelten quantitativen Erhebungsinstruments sowie inhaltl ichen
Erkenntnissen verschriftlicht. Im Rahmen des Projekts wird im Sinne der Weiterqualifizierung
des wissenschaftlichen Nachwuchses die Bearbeitung einer Dissertation angestrebt
(aufgrund der Aussschreibungskriterien erst ab Phase 2 realisierbar). Im Rahmen der Lehre
finden Exkursionen der Studierenden in die Quartiere statt. Des Weiteren werden die
Studierenden im Rahmen von Bachelor-Seminaren zum Thema Mobilität mit einbezogen.
8.3 Wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit
Die Stadt Darmstadt möchte die im Projekt zu gewinnenden Erkenntnisse und die
Vorstellungen der Bürger*innenschaft zur Entwicklung weiterer Konversionsflächen und
einer nachhaltigen Entwicklung von Bestandsquartieren nutzen. Die im Projekt verlauf
identifizierten Hemmnisse (z.B. in der Verwaltungsorganisation- und abstimmung) sollen
identifiziert werden. Auch sollen Maßnahmen zum Mobilitätsmanagement umgesetzt und ein
Leitfaden zur zukünftigen Quartiersentwicklung erstellt werden, der ein Hilfs mittel für die
Verwaltung der Stadt Darmstadt, aber auch für andere Kommunen darstellen soll. D ie im
Prozess gewonnen Ideen und Erkenntnisse sollen auch für andere Darmstädter Quarti ere
genutzt werden. Das quartiersbezogene Mobilitätsmanagement soll sukzessiv auf wei tere
Bestandsquartiere übertragen werden. Transferoptionen in andere Quartiere sollen im
Rahmen der Gestaltung von Partizipationsprozessen und Bedürfnisanalysen mit
Bürger*innen im Reallabor ausgearbeitet und in Form eines Leitfadens publiziert sowie mit
Praxisakteuren und Zivilgesellschaft diskutiert werden. Innerhalb der Projektzeit werden
neue Thesen und Fragestellung der Forschung in Zusammenarbeit mit der Gesell schaft
generiert. Es wird angestrebt, diese in die Ausarbeitung eines Antrags für ein Folge-Projekt
25
fließen zu lassen, um die sozial-ökologische Transformation urbaner Mobilität weiter
vorantreiben und für diesen Prozess theoretisches wie transdisziplinäres Wissen gener ieren
zu können.
9 Schutzrechteerklärung
Schutzrechte und Schutzrechtsanmeldungen werden nicht berührt.
10 EU-Erklärung
Für das Vorhaben (gesamter Verbund) ist nach unseren Recherchen derzeit eine Förderung
aus Mitteln der EU nicht möglich.
26
Anhang
Anhang 1 Literaturangaben S. 27
Anhang 2 Lebensläufe, Projektbearbeitung, Stadt Darmstadt S. 29
Anhang 3 Lebensläufe, Referenzprojekte, Publikationen,
Goethe-Universität Frankfurt, AG Mobilitätsforschung S. 30
Anhang 4 Fachbroschüre zum Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung S. 38
27
Anhang 1: Literaturangaben
Bamberg, S. (2006). Is a residential relocation a good opportunity to change peop le's travel
behavior? Results from a theory-driven intervention study. Environment and Behavior, 38(6),
820±840.
Bothe, W., Maat, K. & B. van Wee (2009). Measuring Attitudes in Research on Residential
Self-Selection and Travel Behaviour: A Review of Theories and Empirical Resear ch.
Transport Reviews, 29(3), 325±357.
Brüderl, J. (2010). Kausalanalyse mit Paneldaten. In C. Wolf & H. Best (Hr sg.), Handbuch
der sozialwissenschaftlichen Datenanalyse (S. 963 ±994). Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften.
Cao, X.J., Xu, Z. & Y. Fan (2010). Exploring the connections among residential location, self-
selection, and driving: Propensity score matching with multiple treatments. Transport
Research Part A, 44, 797±805.
FGSV - Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Arbeitsgruppe
Verkehrsplanung (2012). Hinweise zu Panel- und Mehrtageserhebungen zum
Mobilitätsverhalten: Methoden und Anwendungen. Köln: FGSV-Verlag.
HMUKLV - Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (Hrsg.) (2015). Der Wohnraumbedarf in Hessen nach ausgewählten
Zielgruppen und Wohnformen. Wiesbaden.
https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/wohnraumbedarfsanalyse_wohnform
en_barrierefrei.pdf (Stand: 13.08.2019).
IHK Frankfurt am Main (Hrsg.) (2018). Stau- und Pendlerstudie 2018. Online verfügbar
unter:
https://www.darmstadt.ihk.de/blob/daihk24/servicemarken/presse/downloads/4177032/f676f
7f07e83663ff2d4f301eabd7c36/Pendlerstudie_2018-data.pdf (Stand: 13.08.2019).
Klinger, T. (2017). Residential relocations between mobility cultures as key events during the
lifecourse. In L. Murray & S. Robertson (Hrsg.), Intergenerational Mobilities: Relationality,
age and lifecourse (S. 105±121). Abingdon, New York: Routledge.
Müggenburg, H., Busch-Geertsema, A., & M. Lanzendorf (2015). Mobilit y Biographies: A
Review of Achievements and Challenges of the Mobility Biographies Approach and a
Framework for Further Research. Journal of Transport Geography, 46, 151±163.
28
Scheiner, J. (2006). Housing mobility and travel behaviour: A process- ori ented approach to
spatial mobility Evidence from a new research field in Germany. Journal of Transport
Geography, 14(4), 287±298.
SrV (2013). SrV-Erhebung TU Dresden: Mobilität in Städten.
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2018). Datenreport 2018. Online verfügbar unter:
https://www.darmstadt.de/fileadmin/PDF-Rubriken/K02-1.pdf (Stand: 13.08.2019).
Wissensschaftsstadt Darmstadt (2011) (Hrsg.). Verkehrsuntersuchung zur Entwickl ung der
Konversionsflächen im Süden der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Lincoln-Sieldung ,
Cambrai-Fritsch-Kaserne und Jefferson-Siedlung. Ergebnisbericht. Darmstadt.
29
Anhang 2 - Lebensläufe, Projektbearbeitung, Stadt Darmstadt
2-1 Lebenslauf Astrid Samaan
Wissenschaftsstadt Darmstadt; Stadtplanungsamt, Abt. Mobilität und öffentlicher Raum
Beruflicher Werdegang
seit 2019 Abteilungsleiterin beim Stadtplanungsamt, Abt. Mobilität und
öffentlicher Raum, Wissenschaftsstadt Darmstadt
2010 ± 2018 Projektleiterin beim Stadtplanungsamt, Abt. Mobilität und öffent licher
Raum, Wissenschaftsstadt Darmstadt
1995 ± 2009 Projektleiterin beim Ingenieurbüro Durth-Roos Consulting, Darms tadt
1997 ± 1998 Mitarbeiterin beim Institut für Berufspädagogik, TU Darmstadt
1990 ± 1994 Projektleiterin bei der Ingenieursozietät BGS, Abt. Verkehrsplanung,
Frankfurt am Main
Ausbildung
1982 ± 1989 Studium des Bauingenieurwesens, Vertiefung: Verkehrswesen, an der
Technischen Hochschule Darmstadt
2-2 Lebenslauf Hanna Wagener
Wissenschaftsstadt Darmstadt; Stadtplanungsamt, Abt. Mobilität und öffentlicher Raum,
Projektbearbeiterin
Beruflicher Werdegang (Auswahl)
seit 2018 Mobilitätsmanagement, Stadtplanungsamt Darmstadt, Darmstadt
2016 - 2018 studentische Hilfskraft am Institut für sozial-ökologi sche Forschung
(ISOE) GmbH, Frankfurt am Main
2015, 04 - 09 Freie Mitarbeiterin, raumscript, Berlin
2014, 04 - 09 Praktikantin bei Quanz & Partner (Mitglied teamr ed Deutschland),
Berlin
Ausbildung
2015 ± 2019 Masterstudium, Geographien der Globalisierung, Goethe Universität
Frankfurt am Main
2011 ± 2014 Bachelorstudium, Angewandte Geographie mit Schwerpunkt
Raumplanung und Entwicklung, Universität Trier
30
Anhang 3 - Lebensläufe, Referenzprojekte, Publikationen, Goethe-Universität
Frankfurt, AG Mobilitätsforschung
3-1 Lebenslauf Prof. Dr. Martin Lanzendorf
Institut für Humangeographie, Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung
Beruflicher Werdegang
seit Nov. 2008 Professur Mobilitätsforschung am Institut für Humangeo graphie der
Goethe-Universität, Frankfurt/M.
2007 ± 2008 Vertretungsprofessur für Angewandte Anthropogeographie,
Department für Geographie, Ludwig-Maximilians-Universität; München
2003 ± 2008 Juniorprofessur "Nachhaltige Mobilität" am Helmholtz-Zentrum f ür
Umweltforschung (UFZ) und am Institut für Geographie der Universität
Leipzig; Leipzig
2000 ± 2003 Postdoc Stadtgeographie am Urban and Regional Research Centre
Utrecht (URU), Utrecht University, Niederlande
1998 ± 2000 Gastdozent am Geographischen Institut der Universität Bonn, Bonn
1996 ± 2000 Doktorand am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Ener gie, Abteilung
Verkehr, mit einem Promotionsstipendium der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt
Ausbildung
2000 Promotion zum Dr. phil. der Universität Tri er, Fachbereich VI
Geographie mit Dissertation "Freizeitmobilität - Unterwegs in Sachen
sozial-ökologischer Mobilitätsforschung"
1991± 1994 Studium Lehramt Sekundarstufe I/II Geographie/Mathematik,
Universität Bonn, Bonn
1985± 86 & 1988± 94 Studium auf Diplom-Mathematik, Universität Bonn, Bonn
Mitgliedschaften in professionellen Vereinigungen
seit 2014 Mitglied des internationalen wissenschaftlichen Beir ats des Journal for
Transport Geography
2013± 2015 0LWJOLHGGHU.RPPLVVLRQ³7UDQVSRUW*HRJUDSK\´GHU,QWHUQational
Geographical Union (IGU)
2009± 2015 0LWJOLHGGHV3URJUDPPNRPLWHHV³6XVWDLQDEOH/DQG8VHDQG
7UDQVSRUW´$VVRFLDWLRQIRU(XURSHDQ7UDQVSRUW
seit 2002 0LWKHUDXVJHEHUGHU%XFKUHLKHÄ6WXGLHQ]XU0RELOLWlWV- und
9HUNHKUVIRUVFKXQJ³VS Verlag für Sozialwissenschaften
seit 2000 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des European Journa l of
Transport and Infrastructure Research (EJTR)
31
1999± 2009 Mitglied des Sprecherteams des Arbeitskreises Verkehr de r
Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG)
3-2 Lebenslauf Dr. Stefanie Schwerdtfeger
Institut für Humangeographie, Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung
Beruflicher Werdegang
seit Mai 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoktorandin) in der Arbeitsgruppe
Mobilitätsforschung, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität
Frankfurt am Main
- seit Mai 2018 Koordinatorin für das Projekt QuartierMobil
- seit April 2019 Koordinatorin für das Projekt Social2Mobility
seit Mai 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin (Doktorandin) in der Arbeitsgruppe
Mobilitätsforschung, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität
Frankfurt am Main
2012 -- 2015 studentische Hilfskraft am institut für sozial-ök ologische Forschung
(ISOE) GmbH Frankfurt am Main, Abteilung Mobilität und urbane
Räume
2012 -- 2013 studentische Hilfskraft am Institut für Humangeogr aphie, Goethe-
Universität Frankfurt am Main
Ausbildung
2018 Promotion zum Dr. phil. der Goethe-Univ ersität Frankfurt am Main,
Institut für Humangeographie mit der Dissertation " Fahren ohne
(gültigen) Fahrschein. Motive, soziale Akzeptanz und alternative
Finanzierungsinstrumente"
2011 -- 2015 Masterstudium Geographien der Globalisierung, Goethe-Universität
Frankfurt am Main
2008 -- 2011 Bachelorstudium, Geographie, Georg-August-Universität Göttinge n
Mitgliedschaften in professionellen Vereinigungen
seit 2018 Mentee bei Mentoring Hessen - Frauen in Wissenschaft und
Wirtschaft
seit 2018 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG)
2016 -- 2018 Sprecherin des Pegasus-Netzwerkes, Nachwuchsnetzwerk für
Mobilitäts- und Verkehrsforschung
seit 2015 Mitglied im Arbeitskreis Mobilität und Verkehr der Deutschen
Gesellschaft für Geographie (DGfG)
seit 2014 Mitglied im Pegasus-Netzwerk, Nachwuchsnetzwerk für Mobilitäts-
und Verkehrsforschung
32
3-3 Referenzprojekte (Auswahl)
Laufende Projekte:
Infrastruktur - Design - Gesellschaft
Designforschung in Mobilitätssystemen zur Entwicklung multimodaler, umweltfreundlicher
Mobilität im Ballungsraum Rhein-Main, gefördert durch LOEWE (Lanzendorf, Müggenburg,
Blitz).
QuartierMobil
Persistenz und Dynamik im Quartier. Strategien zur Zukunft urbaner Mobilität.Gefördert mit
0LWWHOQGHV%0%)LP5DKPHQGHU8PVHW]XQJGHU/HLWLQLWLDWLYHÄ=XNXQIWVVWDGW³Kirschner,
Selzer, Müggenburg, Schwerdtfeger, Lanzendorf).
Social2Mobility
Mehr soziale Teilhabe durch integrierte Raum-, Verkehrs- und Sozialplanung Gefördert mit
0LWWHOQGHV%0%)LP5DKPHQGHU8PVHW]XQJGHU/HLWLQLWLDWLYHÄ=XNXQIWVVWDGW³5R]\QHN
Schwerdtfeger, Lanzendorf).
Abgeschlossene Projekte:
- Auf dem Weg - intermodales Arbeitspendeln dank Leihrad? Entsteht neue
Multioptionalität im Berufsverkehr durch die Einführung intermodal verknüpfter
Fahrradverleihsysteme? (Czowalla).
- Nachhaltige Mobilität und Kontextwechsel: Die Veränderung mobilitätsrelevanter
Einstellungen und Verkehrsmittelentscheidungen im Kontext der Umbruchsituation
zwischen Studium und dem Start ins Berufsleben (Busch-Geertsema).
- Mobility Biographies: A Life-Course Approach to Travel Behaviour and Residential
Choice (Lanzendorf, Müggenburg).
- Nach dem Auto Multimodalität? Materielle und mentale Multioptionalität als individue lle
Voraussetzungsdimensionen für multimodales Verhalten (Groth).
- Mobilitätsbiografien hochmobiler Menschen (Schönduwe).
- Städtische Mobilitätskulturen und Wohnumzüge (Klinger).
- Mobilitätsbiographien und Umbruchsituationen im Lebenslauf (Lanzendorf).
- Nutzungsmöglichkeiten regionaler Mobilitätsdaten (Schönduwe, Lanzendorf).
- Veränderte Mobilitätsorientierung junger Erwachsener (Schönduwe, Lanzendorf).
- Verbesserte Integration des Fahrrads in den ÖV - Systematische Erschließung von
Handlungsoptionen und Bewertung von Best-Practices im Rahmen des Nationalen
Radverkehrsplans 2020, gefördert mit Mitteln des BMVI (Czowalla, Wilde,
Lanzendorf).
- Pedelecs als Beitrag für ein nachhaltiges Mobilitätssystem (Prill).
- Konzeptstudie für ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement in Hessen, Studie im
Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
(Lanzendorf, Blechschmidt, Meyer).
- Ä)DKUUDGPRELOLWlWLQ+HVVHQ³DOV7HLOSURMHNWYRQÄ0RELOLWlW+HVVHQ± Impulsgeber
IUHLQHQHXH0RELOLWlW³LP5DKPHQGHU1DFKKDOWLJNHLWVVtrategie Hessens (Busch-
Geertsema, Lanzendorf).
33
- Ä3HUVRQDOLVLHUWHU0RELOLWlWVORWVH³DOV7HLOSURMHNWYRQÄ0RELOLWlW+HVVHQ±
,PSXOVJHEHUIUHLQHQHXH0RELOLWlW³LP5DKPHQGHU1DFKKDOWLJNHLWVVWUDWHJLH+HVVHQV
(Krause, Lanzendorf).
- Sozialwissenschaftliches Forschungskonzept zur Elektromobilität in der Modellreg ion
Rhein-Main ± Teilprojekt Pedelecs (Klinger, Tomfort, Prill, Lanzendorf).
- Mobilitätsverhalten von Heranwachsenden und Möglichkeiten zur Bindung an den
Öffentlichen Personennahverkehr (Schönduwe, Lanzendorf).
3-4 Publikationen (Auswahl)
Bücher und Zeitschriftenartikel
- Selzer, Sina; Lanzendorf, Martin (2019): On the Road to Sustainable Urban and
Transport Development in the Automobile Society? Traced Narratives of Car-Reduced
Neighborhoods. Sustainability, 11, 4375.
- Thronicker, Ines; Klinger, Thomas (2019): Interest into travel-related inter ventions
among urban movers and non-movers. In: Travel Behaviour and Society 16: 88-98.
- Busch-Geertsema, Annika (2018): Mobilität von Studierenden im Übergang ins
Berufsleben. Die Änderung mobilitäts-relevanter Einstellungen und der
Verkehrsmittelnutzung. Wiesbaden: Springer VS (Studien zur Mobilitäts- und
Verkehrsforschung, 36).
- Lanzendorf, Martin; Klinger, Thomas (2018): Bausteine einer nachhaltigen urbanen
Mobilität in Deutschland und Europa. In: Geographische Rundschau 70 (6), S. 30±34.
- Busch-Geertsema, Annika; Lanzendorf, Martin (2017): From university to work life -
jumping behind the wheel? Explaining mode change of students transferring to
professional life. In: Transportation Research Part A: Policy and Practice 106, S. 181-
196.
- Groth, Sören; Hebsaker, Jakob; Pohl, Lucas (2017): Zur Kunst des Gehens ± Taktiken
im Ort des Automobils. sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 5 (1).
- Klinger, Thomas (2017): Städtische Mobilitätskulturen und Wohnumzüge. Wi esbaden:
Springer VS (Studien zur Mobilitäts- und Verkehrsforschung, 34).
- Klinger, Thomas (2017): Moving from Monomodality to Multimodality? Changes in
Mode Choice of New Residents. In: Transportation Research Part A. Policy and
Practice 104, S. 221±237.
- Wilde, Mathias; Klinger, Thomas (2017): Städte für Menschen. Transformationen
urbaner Mobilität. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 67 (48), S. 32±38.
- Wilde, Mathias; Scheiner, Joachim; Gather, Matthias; Neiberger, Cordula (Hg. ) (2017):
Verkehr und Mobilität zwischen Alltagspraxis und Planungstheorie ± ökologische und
soziale Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS (Studien zur Mobilitäts- und
Verkehrsforschung, 35).
- Klinger, Thomas; Lanzendorf, Martin (2016): Moving between mobility cultures: what
affects the travel behaviour of new residents? In: Transportation 43 (2), S. 243±271.
- Müggenburg, Hannah (2016): Lebensereignisse und Mobilität. Eine
generationsübergreifende Untersuchung von Mobilitätsbiographien. Wiesbaden:
Springer VS (Studien zur Mobilitäts- und Verkehrsforschung, 32).
- Blechschmidt, Andreas; Lanzendorf, Martin; Wilde, Mathias (2015): Integrierte
Stadtentwicklung und die Gestaltung nachhaltiger Mobilität ± Zum Stand der
34
Planungspraxis am Beispiel der Stadt Leipzig. Raumforschung und Raumordnung 73
(6), S. 423±437.
- Busch-Geertsema, Annika; Klinger, Thomas; Lanzendorf, Martin (2015): Wo bleibt
eigentlich die Mobilitätspolitik? Eine kritische Auseinandersetzung mit Defiziten und
Chancen der deutschen Politik und Forschung zu Verkehr und Mobilität. In:
Informationen zur Raumentwicklung (2/2015), S. 135-148.
- Müggenburg, Hannah (2015): Bleibt alles anders? ± Eine Untersuchung zum Einfluss
privater Lebensereignisse auf das Verkehrshandeln im Generationenvergleich.
Umweltpsychologie, 19(1), 121±143.
- Müggenburg, Hannah, Busch-Geertsema, Annika, Lanzendorf, Martin (2015): M obility
biographies: A review of achievements and challenges of the mobility biographies
approach and a framework for further research. In: Journal of Transport Geography
46, S. 151-163.
- Schoenduwe, Robert; Mueller, Michael G.; Peters, Anja; Lanzendorf, Martin (20 15):
Analysing mobility biographies with the life course calendar: a retrospective survey
methodology for longitudinal data collection. In: Journal of Transport Geography 42, S.
98±109.
- Lanzendorf, Martin; Busch-Geertsema, Annika (2014): The cycling boom in la rge
German cities²Empirical evidence for successful cycling campaigns. In: Transport
Policy 36, S. 26±33.
- Boltze, Manfred; Elbert, Ralf; Lanzendorf, Martin; Liebetrau, Axel; Köhler, Uwe (2013):
Die Zukunft des Verkehrs 2030 - Ein Bericht vom 10. Hessischen Mobilitätskongress.
In: Straßenverkehrstechnik 57 (7), S. 438±446.
- Klinger, Thomas; Kenworthy, Jeffrey R.; Lanzendorf, Martin (2013): D imensions of
urban mobility cultures ± a comparison of German cities. In: Journal of Transport
Geography 31, S. 18±29.
- Lanzendorf, Martin; Schönduwe, Robert (2013): Urbanität und Automobilität. Neu e
Nutzungsmuster und Bedeutungen verändern die Mobilität der Zukunft. In:
Geographische Rundschau (6), S. 34±41.
- Wilde, Mathias (2013): Mobilität und Alter: Anregungen für eine Mobilitäts forschung
aus akteurszentrierter Perspektive. In: Verkehrszeichen für Mobilität und Umwelt 29, 2,
S. 13±23.
- Lanzendorf, Martin (2010): Key Events and Their Effect on Mobility B iographies: The
Case of Childbirth. In: International Journal of Sustainable Transportation 4 (5), S.
272±292.
- Lanzendorf, Martin (2010): Rezension: Scheiner, Joachim (2009): Sozialer W andel,
Raum und Mobilität. Empirische Untersuchungen zur Subjektivierung der
Verkehrsnachfrage. In: Raumforschung und Raumordnung 68 (4), S. 335±336.
- Gather, Matthias; Kagermeier, Andreas; Lanzendorf, Martin (2008): Geographische
Mobilitäts- und Verkehrsforschung. Stuttgart.
Buchbeiträge und sonstige Publikationen
- Groth, Sören (2019): Nach dem Auto Multimodalität? Materielle und mentale
Multioptionalität als individuelle Voraussetzungen für multimodales Verhalten.
Dissertation. Frankfurt.
- Blechschmidt, Andreas; Czowalla, Lucas; Lanzendorf, Martin (2018): Fahrrad und
öffentlichen Verkehr gemeinsam denken: die Verknüpfung von Fahrradmobilität mit
öffentlichem Verkehr als Beitrag zu Daseinsvorsorge und Klimaschutz. Ein
35
Handlungsleitfaden für Bund, Länder, Kommunen sowie Mobilitätsdienstleister.
Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 19. Frankfurt a.M.
- Czowalla, Lucas; Blechschmidt, Andreas; Busch, Dahlia; Fromberg, Andrea; Grün,
Christiane; Gwiasda, Peter; Hartmann, Pia; Wilde, Mathias; Lanzendorf, Martin (2018):
Handlungsansätze zur verbesserten Verknüpfung von Fahrrad und öffentlichem
Verkehr: eine vertiefende Analyse von vier Fallstudien. Arbeitspapiere zur
Mobilitätsforschung Nr. 18. Frankfurt a.M.
- Hebsaker, Jakob (2018): Besser ohne Auto. Warum eine soziale Verkehrs- und
Mobilitätspolitik dezidierte Autokritik üben sollte und was das für öffentlichen, Rad- und
Fußverkehr bedeutet. In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen (Hg.): Regionalstudie
Leben Arbeiten und Wohnen in der Region Frankfurt/Rhein-Main. Perspektiven einer
solidarischen Regionalentwicklung, S. 87-96.
- Lanzendorf, Martin; Müggenburg, Hannah (2018): Visionen zwischen Technik und
Nachhaltigkeit. Neue Mobilitätskulturen und neue Mobilität in Rhein-Main? In: Holl, C.;
Nowak, F.; Vöckler, K.; Schmal, P. C. (Hg.): Living the Region ± Die Region leben.
Tübingen: Ernst Wasmut Verlag, S. 106-111.
- Lanzendorf, Martin; Schönduwe, Robert (2018): 3.2.1.2 Datenerhebungen zur
Erfassung des Mobilitätsverhaltens. In: Bracher, T., Dziekan, K., Gies, J., Holzapfel,
H., Huber, F., Kiepe, F., Reutter, U., Saary, K., Schwedes, O. (Hg.): Handbuch der
kommunalen Verkehrsplanung. Für die Praxis in Stadt und Region, 80. Ergänzungs-
Lieferung 2/2018. Berlin, Bonn: Wichmann, S. 1-24.
- Selzer, Sina (2018): Zu Fuß unterwegs ± Konflikte der Raumaufteilung für
Fußgänger*innen im öffentlichen Straßenraum am Beispiel der Schweizer Straße in
Frankfurt am Main.Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 17. Frankfurt a.M.
- Czowalla, Lucas; Busch, Dahlia; Fromberg, Andrea; Gwiasda, Peter; Wilde, Mathias;
Lanzendorf, Martin (2017): Neuere Entwicklungen zur Integration von Fahrrad und
öffentlichem Verkehr in Deutschland: Überblick zum Stand des Wissens und der
Praxis.Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 15. Frankfurt a.M.
- Klinger, Thomas (2017): Residential relocations between mobility cultures as key
events during the lifecourse. In: Murray, L.; Robertson, S. (Hg.): Intergenerational
Mobilities ± Relationality, age and lifecourse. Abingdon, New York: Routledge, S. 105±
121.
- Wilde, Mathias; Klinger, Thomas (2017): Integrierte Mobilitäts- und Verk ehrsforschung:
zwischen Lebenspraxis und Planungspraxis. In: Wilde, M.; Scheiner, J.; Gather, M.;
Neiberger, C. (Hg.): Verkehr und Mobilität zwischen Alltagspraxis und Planungstheorie
- ökologische und soziale Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS = Studien zur
Mobilitäts- und Verkehrsforschung, S. 5-23.
- Blechschmidt, Andreas (2016): Wohnen ohne Auto - Nischenkonzept oder
Zukunftsmodell für nachhaltige Stadtentwicklung? Planungen und Umsetzungen
autofreier bzw. autoreduzierter Stadtentwicklungsprojekte im Vergleich. Arbeitspapiere
zur Mobilitätsforschung Nr. 10. Frankfurt a.M.
- Canzler, Weert; Dienel, Hans-Liudger; Götz, Konrad; Kesselring, Sven; Knie, Andreas;
Lanzendorf, Martin; Rammler, Stephan; Reutter, Ulrike; Scheiner, Joachim;
Schönduwe, Robert (2016): Positionspapier: Beharrung und Wandel in der Mobilität.
Die Verkehrswende als Ausgangspunkt für eine neue Forschungsagenda. Online
unter: https://cloud.innoz.de/index.php/s/nwhX4oPzegHp0qR#pdfviewer (27.01.2017).
- Deffner, Jutta; Klinger, Thomas; Stein, Melina; Kemen, Juliane; Lanzendorf, Marti n
(2016): Sharing-Konzepte für ein multioptionales Mobilitätssystem ± Zentrale
36
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Region. Hessisches Ministerium für
Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (Hg.). Wiesbaden. Online
unter: www.mobileshessen2020.de/mm/Sharing-Konzepte.pdf (20.12.2016).
- Groth, Sören (2016): Multimodal Divide. Zum sozialen Ungleichgewicht ma terieller
Verkehrsmitteloptionen. Internationales Verkehrswesen 68 (1), S. 66 ± 69.
- Groth, Sören (2016): Nach dem Auto Multimodalität? Problematisierung eines neue n
Paradigmas. Transforming Cities 1 (1), S. 61 ± 65.
- Klinger, Thomas; Kemen, Juliane; Lanzendorf, Martin; Deffner, Jutta; S tein, Melina
(2016): Sharing-Konzepte für ein multioptionales Mobilitätssystem in
FrankfurtRheinMain - Analyse neuerer Entwicklungen und Ableitung von
Handlungsoptionen für kommunale und regionale Akteure. Schlussbericht.
Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 9. Frankfurt a.M.
- Schäfer, Petra; Knese, Dennis; Hermann, Alexander; Lanzendorf, Martin; Schubert,
Steffi; Prill, Thomas; Groth, Sören; Blättel-Mink, Birgit; Dalichau, Dirk; Breitweg, Anne;
Hermenau, Udo; Tandler, Marion; Tazir, Meriem (2016): Elektromobilität als Motor für
Verhaltensänderung und neue Mobilität. Abschlussbericht des Gesamtvorhabens
Ä6R]LDOZLVVHQVFKDIWOLFKHXQG|NRORJLVFKH%HJOHLWIRUVFKXQJLQGHU0RGHOOUHJLRQ
Elektromobilität Rhein-0DLQ³ Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 8. Frankfurt
a.M.
- Schubert, Steffi (2016): Universität in Bewegung. Bestandsanalyse des
Verkehrsverhaltens und der Mobilitätseinstellungen der Studierenden und
Beschäftigten der Goethe-Universität. Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 11.
Frankfurt a.M.
- Busch-Geertsema, Annika; Lanzendorf, Martin (2015). Mode Decisions and Context
Change ± What About the Attitudes? A Conceptual Framework. In: Attard, M., Shiftan,
Y. (Hg.), Sustainable Urban Transport (Transport and Sustainability vol. 7). Emerald
Group Publishing Limited, S. 23±42.
- Busch-Geertsema, Annika; Lanzendorf, Martin; Müggenburg, Hannah; Wilde, M athias
(2015): Mobilitätsforschung aus nachfrageorientierter Perspektive: Theorien,
Erkenntnisse und Dynamiken des Verkehrshandelns. In: Canzler, W.; Knie, A.;
Schwedes, O. (Hg.): Handbuch Verkehrspolitik. 2. Aufl., Wiesbaden: Springer VS, S.
755-779.
- Götz, Konrad; Deffner, Jutta; Klinger, Thomas (2015): Mobilitätsstil e und
Mobilitätskulturen ± Erklärungspotentiale, Rezeption und Kritik. In: Schwedes, O.;
Canzler, W.; Knie, A. (Hg.): Handbuch Verkehrspolitik. 2. Auflage. Wiesbaden:
Springer VS, S. 781-804.
- Groth, Sören (2015): Auf dem Weg zu einer postfossilen Mobilität? Ein fi ktives
Streitgespräch.Internationales Verkehrswesen 67 (3), S. 104.
- Müggenburg, Hannah; Lanzendorf, Martin (2015). Beruf und Mobilität ± eine
intergenerationale Untersuchung zum Einfluss beruflicher Lebensereignisse auf das
Verkehrshandeln. In: Holz-Rau, Christian; Scheiner, Joachim (Hg.). Räumliche
Mobilität und Lebenslauf. Studien zu Mobilitätsbiografien und Mobilitätssozialisation.
Wiesbaden: Springer VS, S. 79-95.
- Rolfsmeier, Sebastian (2015): Wohnumzüge und Mobilitätsverhalten: die Bedeutun g
von Raumstrukturen und Präferenzen für die Verkehrsmittelnutzung auf Arbeitswegen.
Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 6. Frankfurt a.M.
- Schönduwe, Robert; Lanzendorf, Martin (2015): Nutzung regionaler Mobilitätsdaten :
Möglichkeiten zur Kombination und Harmonisierung der regionalen Mobilitätsdaten
37
des Rhein-Main-Panels mit anderen Mobilitäts- und Strukturdaten. Arbeitspapiere zur
Mobilitätsforschung Nr. 3. Frankfurt a.M.
- Wilde, Mathias (2015): Die Re-Organisation der Verkehrssysteme: Warum sich die
städtische Verkehrsplanung zu einer Mobilitätsplanung weiterentwickeln sollte. In:
Standort Zeitschrift für Angewandte Geographie.
- Schönduwe, Robert; Lanzendorf, Martin (2014): Mobilitätsverhalten von
Heranwachsenden und Möglichkeiten zur Bindung an den ÖPNV: eine Synthese des
Forschungsstandes von deutschsprachiger und internationaler Forschungsliteratur.
Arbeitspapiere zur Mobilitätsforschung Nr. 1. Frankfurt a.M.
- Schubert, Steffi; Lanzendorf, Martin (2014): emobility.OF - Empir ische Erkenntnisse
zur Multimodalität und Elektromobilität der Offenbacher/innen. In: Petra K. Schäfer,
Birgit Blättel-Mink, Martin Lanzendorf und Udo Hermenau (Hg.): Elektromobilität -
Utopie oder Realität? Zwischenfazit zur Begleitforschung in der Modellregion Rhein-
Main. Frankfurt a. M., S. 20±29.
38
Anhang 4 - Fachbroschüre Mobilitätskonzept Lincoln-Siedlung
lincolnsiedlung
Mobilitätskonzept
lincolnmobil
Modell-Quartier für eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsentwicklung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
lincolnmobil
nutze deine möglichkeiten!
lincolnmobil32
02 Impressum
03 Editorial
04 Darmstadt: Auf dem Weg in die Mobilität
der Zukunft
06
Das Quartier Lincoln-Siedlung
07 Lage und Umfeld
08 Rahmenplan Konversionsflächen
09 Städtebauliches Entwicklungskonzept
10
Das Mobilitätskonzept
12 Motorisierter Individualverkehr (MIV)
14 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
und Sharing-Angebote
16 Rad- und Fußverkehr
18 Ruhender Verkehr
20 Mobilitätsmanagement
21 Beteiligung der Bevölkerung
22
Die Umsetzung
23 Akteure
24 Instrumente,
Bebauungsplan S 25 „Lincoln-Siedlung“
25 Einschränkungs- und Verzichtssatzung
26 Städtebaulicher Vertrag und
Durchführungsvertrag
28 Forschung und Förderung
30
Ausblick – die Lincoln-Siedlung
als Modellquartier
Liebe Leserinnen und Leser,
es freut mich, dass Sie sich für die Lincoln-Siedlung mit ihrem innovativen
Mobilitätskonzept interessieren. Die im Süden unserer Stadt gelegene Konver-
sions fl äche, auf der 2.000 Wohnungen entstehen, ist zum einen ein wesentlicher
Baustein bei der Schaff ung von bezahlbarem Wohnraum in Darmstadt. Zum
anderen ist die Lincoln-Siedlung von vornherein mit einem zukun/f_t sweisenden
innovativen Mobilitätskonzept geplant. Denn mit der wachsenden Bevölkerung
steigen auch der Verkehr und damit die Umweltbelastungen. Unsere nicht mehr
verbreiterbaren Straßenräume können eine Zunahme von Verkehren nur bewäl-
tigen, wenn wir Fahrten mit dem Auto auf Bus, Bahn, Rad und Fuß verlagern.
Wenn wir also mobil bleiben wollen, brauchen wir eine Verkehrswende. Für das
integrierte Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung wurde die Wissenscha/f_t sstadt
Darmstadt mit dem „Deutschen Verkehrsplanungspreis 2018“ ausgezeichnet. Das
ist ein Meilenstein in der verkehrspolitischen Geschichte unserer Stadt und hat
Leuchtturmcharakter in der gesamten Region und darüber hinaus.
Wie wir heute aus der Forschung wissen, ist für die individuelle Verkehrsmittel-
wahl die Angebotssituation am Wohnort maßgeblich. 80 % aller unserer Wege
starten oder enden dort. Deshalb unterbreiten wir den Bewohnerinnen und
Bewohnern von Anfang an ein aus vielen Modulen bestehendes Mobilitätsan-
gebot, das die Wahl nachhaltiger Verkehrsmittel erleichtert und einen Privat-Pkw
möglichst überfl üssig macht.
Dazu tragen verschiedenste infrastrukturelle Maßnahmen bei, aber auch ein
damit einhergehendes Beratungsangebot, durch das wir gemeinsam mit unserem
Partner HEAG mobilo völlig neue Wege im Mobilitätsmanagement beschreiten:
Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Lincoln-Siedlung haben mit einem kosten-
losen „MobiCheck“ die Gelegenheit, ihre individuellen alltäglichen Wege hinsicht-
lich Kosten- und Zeitaufwand analysieren zu lassen und zu erfahren, wie sie ihre
Wege möglicherweise günstiger und auch praktischer zurücklegen können.
Damit leisten sie auch einen Beitrag zur Lu/f_t - und Aufenthaltsqualität im eigenen
Quartier und in der Gesamtstadt.
In dieser Broschüre haben wir sämtliche Aspekte des innovativen Mobilitäts-
konzepts der Lincoln-Siedlung übersichtlich und detailliert für Sie zusammenge-
stellt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und möchte Sie dazu einladen,
zu dieser zukun/f_t sweisenden Entwicklung unserer Stadt aktiv beizutragen,
indem Sie sich bei jedem Weg bewusst für das geeignetste
Verkehrsmittel entscheiden. Es lohnt sich – für jede und
jeden Einzelnen und uns alle.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Barbara Boczek
Bau- und Verkehrsdezernentin der Stadt Darmstadt
Impressum
Herausgeberin: Wissenschaftsstadt Darmstadt | Stadtplanungsamt Darmstadt
Mobilität und öffentlicher Raum | Bessunger Straße 125 | 64295 Darmstadt
Telefon 06151 13-2820 | Telefax 06151 13-3719
E-Mail mobilitaet@darmstadt.de | Internet www.darmstadt.de
Konzept und Texte: Stadtplanungsamt Darmstadt, Abt. Mobilität und StetePlanung,
Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Darmstadt
Lektorat: Agentur Spu.K, Bonn
Gestaltung und Realisierung: Bohm und Nonnen, Darmstadt
Titelbild: Barry Diomede / Alamy Stock Photo
Fotografien: Bauverein, Stadtplanungsamt Mobilität, Jakob Nonnen
Druck: DRACH Print Media GmbH
Alle Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
25% 25%
25%
37%
18% 17%
28%
25%
2035
Ziel-Szenario
heute
4 lincolnmobil5
Stadtentwicklung in Darmstadt
Die Wissenscha/f_tsstadt Darmstadt ist eine wachsende
Stadt. In den letzten 10 Jahren ist die Bevölkerung um
20.000 Menschen auf 160.000 angestiegen. Auch in
den kommenden Jahren wird für die Stadt mit ihren
wissensintensiven Industrien und Dienstleistungen,
in denen sich junge Erwachsene – meist hochquali-
fizierte Beschä/f_tigte – ansiedeln, ein stetiges Bevölke-
rungswachstum prognostiziert. So wird bis 2035 von
einem zusätzlichen Wohnungsbedarf in Höhe von
18.000 Wohneinheiten ausgegangen.
Die hierfür notwendigen städtebaulichen
Entwicklungspotenziale sind allerdings begrenzt:
Aufgrund der Siedlungsbeschränkungen im Norden
(Seveso-III-Richtlinie und Flughafenentwicklung) und
vielfacher naturräumlicher Restriktionen im übrigen
Stadtgebiet (Stichwort: Stadt im Walde) sind kaum
Wachstumsmöglichkeiten im Außenbereich vorhan-
den. Die kün/f_tigen Entwicklungen werden daher in-
nerhalb der bestehenden Siedlungsfläche stattfinden
müssen. Flächenumnutzung und Stadtumbau sind
somit Schwerpunkte und zentrale Aufgabe der
Stadtentwicklung in Darmstadt.
Hierfür stehen u.a. 122 ha Konversionsflächen in
städtebaulich integrierten Lagen zur Verfügung. Ziel
des begonnenen Konversionsprozesses ist eine mög-
lichst bedarfsgerechte und nachhaltige Flächenent-
wicklung – für Wohnen und Gewerbe gleichermaßen.
Zu diesen Flächen gehören die ehemaligen
US-Housing-Areas Lincoln-Siedlung und Cambrai-
Fritsch-/Jefferson-Siedlung. Die städtebaulichen
Zielvorgaben für diese drei im Süden des Stadtteils
Bessungen liegenden Areale wurden im Rahmenplan
Bessungen-Süd festgehalten.
Klimaschutz und Emissionen
Trotz der vergleichsweise geringen Auto-Nutzung
der Darmstädter Bevölkerung im Alltag werden in
der Stadt Emissionsgrenzwerte, insbesondere die
NO
2-Grenzwerte, regelmäßig überschritten. Ursache
hierfür ist u. a. der hohe Anteil an Kfz-Pendlern,
die täglich ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz in
Darmstadt aufsuchen oder zum Einkaufen und für
Freizeitaktivitäten mit dem Pkw in die Stadt kommen.
Wegen der deutlich erhöhten NO
2-Belastungen hat
die Deutsche Umwelthilfe ein Klageverfahren einge-
leitet, das u.a. ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge vor-
sieht. Das möchte die Wissenscha/f_tsstadt Darmstadt
vermeiden und setzt daher auch in der Verkehrsent-
wicklung auf Nachhaltigkeit. So sollen in die Region
die Alternativen zur Kfz-Nutzung deutlich ausgebaut
und die Mobilität innerhalb der Stadt über diverse
Managementmaßnahmen und alternative Angebote
gesteuert werden. (z.B. Parkraumbewirtscha/f_tung, Er-
weiterung von Car- und Bike-Sharing-Angeboten etc.).
Trends
Mit dieser Entwicklungsstrategie trägt die Stadt
Darmstadt dem Trend zum sogenannten multi-
modalen Mobilitätsverhalten Rechnung. Denn vor
allem in (Groß-) Städten und Ballungsräumen leben
die Menschen nach dem Credo „Nutzen statt besit-
zen“ – das Privatauto verliert als Statussymbol immer
ö/f_ter an Bedeutung. Car-Sharing-Anbieter breiten
sich immer weiter in den Städten aus und finden sich
neuerdings auch im Ring der Städte und Kommunen
im suburbanen Raum bzw. in den Mittelstädten der
Metropolräume (z.B. Roßdorf oder Dieburg im Land-
kreis Darmstadt-Dieburg). Apps und neue „smarte“
Abo-Systeme erleichtern den Zugang zum ÖPNV und
machen seine Nutzung attraktiver, ergänzt um die
Integration des Fahrrads und radverkehrsbasierte
Sharing-Systeme in den ÖPNV .
Darmstadt: Auf dem Weg
in die Mobilität der Zukunft
Mobilitätsverhalten und Motorisierung
der Darmstädter Bevölkerung
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist in der
Wissenscha/f_tsstadt Darmstadt – wie in vielen studen-
tisch geprägten Städten dieser Größenordnung – der
Anteil des Umweltverbundes am Modal Split (also
der Verteilung des Transportau/f_kommens auf ver-
schiedene Verkehrsmittel) höher als der des Motori-
sierten Individualverkehrs (MIV), (siehe Abbildung
rechts, im Innenkreis). Während der Pkw auf knapp
37 % aller Wege das Verkehrsmittel der Wahl ist,
werden die umweltfreundlichen Verkehrsmittel Busse
und Bahnen zu 18 %, das Fahrrad zu 17 % und die
eigenen Füße zu 28 % im Alltag genutzt. Der ver-
gleichsweise hohe Anteil des Fuß- und Radverkehrs
verdeutlicht dabei die intakte, kompakte Stadtstruk-
tur mit der guten Erreichbarkeit der alltäglichen Ziele.
Die vergleichsweise geringere Autonutzung spie-
gelt sich auch in der Motorisierung wider. So liegt der
Anteil der Haushalte ohne Pkw bei 17 %, der Anteil
an Haushalten mit 2 und mehr Pkw bei 22 % (Quelle:
SrV 2013).
Auch bei dem derzeit in Aufstellung befindlichen
Masterplan DA 2030+ liegt der Fokus auf der Förde-
rung des Umweltverbundes. Mit dem Anspruch,
das Wachstum der Stadt ohne erhöhtes Au/f_kommen
an Autoverkehr zu gestalten, ist eine deutliche
Veränderung des Modal-Split verbunden. (siehe
Abbildung rechts, im Außenkreis). Auf dem Weg
zur Verkehrswende gilt es, durch Infrastruktur- und
Managementmaßnahmen die Verkehrsmittel des
Umweltverbundes zu fördern sowie neue Mobilitäts-
kulturen (z.B. Sharing-Community) zu entwickeln
und zu etablieren.
Modal Split
heute und in Zukunft
Bessungen
Arheilgen Kranichstein
Heimstätten-
Siedlung Cambrai-Fritsch
Siedlung
Jefferson-
Siedlung
2500 m
2600 m
Hauptbahnhof
Südbahnhof
Eberstadt Wartehalle
Innenstadt
700 m
3000 m
Lincoln-Siedlung
lincolnmobil7
Das
Quartier
Lincoln-
Siedlung
Lage und Umfeld
Das Quartier Lincoln-Siedlung – eine von zwei
benachbarten ehemaligen Militärfl ächen – liegt am
südlichen Rand der Kernstadt in einer Entfernung von
ca. 3 km zur Innenstadt sowie zum südlichen Stadtteil
Eberstadt. Hier soll auf knapp 25 ha Wohnraum für
bis zu 5.000 Menschen entstehen, einschließlich der
Versorgungseinrichtungen wie Kindertagesstätten,
Grundschule, soziale Einrichtungen und Spiel- und
Erholungsfl ächen. Auch ein Nahversorger soll im
Quartier angesiedelt werden.
Ein größeres Nahversorgungszentrum („Markt-
platz Bessungen“) grenzt nördlich an die Lincoln-
Siedlung an. Diverse Freizeitangebote befi nden
Hier entsteht lebenswerter Wohnraum für rund 5.000 Menschen –
und den benötigt die beständig wachsende Wissenscha/f_t sstadt
Darmstadt dringend. Auf eine Minimierung des Kfz-Verkehrsauf-
kommens wurde bei der Planung des Quartiers mit einem Bündel
an Maßnahmen von Anfang an gezielt hingewirkt.
sich im nahen Umfeld: Sportplätze, Radrennbahn,
Tennisplätze sowie ausgedehnte Waldgebiete. Beste
Voraussetz ungen also für die „Stadt der kurzen Wege“.
Zur Innenstadt, zum Hauptbahnhof und in die
Nachbarstadtteile bestehen direkte Straßenbahn-
verbindungen. Das Quartier ist in das kommunale
und regionale Radverkehrsnetz eingebunden.
Das Quartier befi ndet sich zwischen den beiden
stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen Heidel berger
Straße und Karlsruher Straße, was eine gewisse
Insellage impliziert, die mit geeigneten Maßnahmen
über wunden werden soll.
8 lincolnmobil9
Rahmenplan Konversionsflächen
2010 begann die Entwicklungsplanung für die
Kon versionsfl ächen, im gleichen Jahr entstand der
„Integrierte Rahmenplan Bessungen Süd“ (Städtebau,
Freiraum und Mobilität).
Im Zuge der Rahmenplanung wurde ein ver-
kehrstechnisches Gutachten zu den verkehrlichen
Auswirkungen der geplanten Entwicklung der Kon-
versionsfl ächen erstellt. Das Ergebnis des Gutachtens:
Der durch die Entwicklung erzeugte Kfz-Verkehr kann
nach dem klassischen Mobilitätsmuster/Modal Split
im bestehenden Straßennetz nicht leistungsfähig
abgewickelt werden. Zudem entstünden unverträg-
lich hohe Lärm- und Emissionsbelastungen. Da ein
Neu- bzw. Ausbau der Straßeninfrastruktur nur einge-
schränkt möglich ist, war zu entscheiden, ob weniger
Wohneinheiten realisiert werden – was angesichts des
Drucks auf den Wohnungsmarkt nicht gewollt war –
oder wie das Kfz-Verkehrsau/f_k ommen minimiert wer-
den kann. Die Wissenscha/f_t sstadt Darmstadt hat sich
dafür entschieden, ein zwischen Siedlungs- und Mobi-
litätsentwicklung abgestimmtes nachhaltiges Konzept
umzusetzen und in der Lincoln-Siedlung den Zugang
zu stadt- und umweltverträglichen Verkehrsmitteln
als Alternative zum eigenen Auto zu erleichtern sowie
die Wahlfreiheit des Verkehrsmittels in der Bewohner-
scha/f_t durch ein vielfältiges Mobilitätsangebot
zu fördern.
Parallel zur Rahmenplanung begann ein intensiver
Beteiligungsprozess, in dessen Verlauf zwei jeweils
zweitägige Planungswerkstätten durchgeführt wurden.
Vonseiten der Bürgerscha/f_t (bis zu 200 Teilnehmende)
wurden viele Anregungen für die Entwicklung der
Flächen zu attraktiven Stadtquartieren eingebracht.
Das Themenfeld „Mobilität und Vernetzung“ nahm
hierbei einen breiten Raum ein. Es wurden gemein-
sam Qualitätsziele formuliert als Grundlage für die
von den Planungsbüros erarbeitete Rahmenplanung.
Städtebauliches Entwicklungskonzept
Das städtebauliche Entwicklungskonzept sieht vor,
in allen für Wohnnutzung vorgesehenen Baufeldern
Geschosswohnungen zu realisieren (4-6 Geschosse),
wobei eine kleinteilige Mischung mit Sozialwoh-
nungen (min. 15 %) sowie Angebote für besondere
Wohnformen wie Wohngruppen, Seniorenwohnen,
etc. (30 %) gewünscht sind.
Neben den Wohngebäuden entstehen mindestens
zwei Kitas und eine Grundschule mit Turnhalle am
Quartiersplatz – dies ist auch für Kinder jenseits der
Lincoln-Siedlung attraktiv. Im benachbarten Quartier
befi ndet sich mit der Lichtenbergschule bereits ein
weiterführendes Gymnasium.
Den Freiräumen in der Lincoln-Siedlung kommt
aufgrund der isolierten Lage des Quartiers zwischen
den beiden Hauptverkehrsachsen eine besondere
Bedeutung zu. Ein großzügiger Park in der Quartiers-
mitte (ca. 2 ha) grei/f_t vorhandene Grünstrukturen
auf und scha/f_f_t ein qualitativ hochwertiges
Freiraumangebot im Quartier. Eine weitere Funktion
kommt dem Park als positives Identitätsmerkmal
und Imageförderer für den neu entstehenden
Stadtteil zu. Ergänzt wird die Freifl ächenkonzeption
um einen Grünzug entlang des Lärmschutzwalls
an der Karls ruher Straße mit einem integrierten
Jugendspielbereich.
Ein an die neue Grundschule angrenzender
Quartiersplatz rundet das Angebot an Aufenthalts-
räumen ab.
Durch die kurzen Wege zu diesen Einrichtungen
bestehen damit günstige Rahmen bedingungen für
ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Mobilitäts-
konzept und für eine dauerha/f_t stadt verträgliche
Verkehrsentwicklung.
Für alle Baufelder – private und öff entliche
gleichermaßen – werden städtebauliche Wettbewerbe
durchgeführt, um eine durchgängig hohe Gestalt-
qualität zu sichern.
lincolnmobil
nutze deine möglichkeiten!
lincolnmobil11
Das
Mobilitäts-
konzept
Klug gemanagt – statt einfach
nur „autogerecht“
Das klare Ergebnis des Verkehrsgutachtens zu den
verkehrlichen Wirkungen der geplanten Entwicklung
der Konversionsflächen sowie die gesetzlich erforder-
lichen Reduzierungen der verkehrsbedingten Lu/f_t-
schadstoffe (insbesondere der Stickoxide) sowie die
Lärmemissionen erfordern ein zielgerichtetes Han-
deln beim Mobilitätskonzept für die Lincoln-Siedlung.
Das individuelle Mobilitätsverhalten wird wesent-
lich von der Qualität der am Wohnort verfügbaren
Verkehrsmittel bestimmt: Rund 80 % aller Wege
beginnen oder enden an der eigenen Wohnung. In
Lincoln wurde daher ein multimodales Quartier ent-
wickelt, in dem der Umweltverbund als Rückgrat der
verkehrlichen Anbindung und Erschließung von Be-
ginn an ausgebaut wurde und um Sharing-Angebote
und Angebote zur Elektromobilität ergänzt wird.
Die Erschließung für den Kfz-Verkehr erfolgt
flächensparend, Fuß- und Radverkehr werden durch
vielfältige Angebote für Aufenthalt sowie in Form
von Infrastruktur (z.B. Abstellanlagen) begünstigt.
Zentraler Bestandteil des Mobilitätskonzepts ist
ein konsequentes Parkraummanagement mit einer
Entkopplung von Wohnen und Parken. Wer in das
Quartier einzieht, verfügt nicht automatisch über
einen Stellplatz, sondern kann sich bewerben
(„Nur wer einen Stellplatz benötigt, soll auch dafür
zahlen!“). Dabei wurde der Umfang der herzustellen-
den Stellplätze über eine Stellplatz einschränkungs-
und Verzichtssatzung begrenzt.
Ein weiterer wichtiger Baustein des Mobilitäts-
konzepts ist ein umfassendes, im Quartier verortetes
Mobilitätsmanagement von Beginn an, das die
Umsetzung begleitet und Ansprechpartner für die
verschiedenen Akteure im Quartier ist (Bewohner-
scha/f_t, Investoren, Anbieter von Service- und
Mobilitätsdienstleistungen).
Um eine Minimierung des Kfz-Verkehrs und eine höhere Aufent-
haltsqualität im öffentlichen Straßenraum zu erreichen, bedarf es
eines integrierten Maßnahmenbündels. Hierzu gehört nicht zuletzt
der intelligente Umgang mit Pkw-Stellplätzen im Wohnungsbau.
Der Weg, der dies bezüglich bei der Planung der Lincoln-Siedlung
eingeschlagen wurde, ist mittlerweile preisgekrönt – und könnte
Schule machen.
30 ZONE
30
ZONE
P
P
P
P
P
i
City
↑
Marktplatz
Bessungen
↑
Gewerbegebiet DA-Nordwest
↑
BAB AS Eberstadt↑
Eberstadt↑
Lincoln-
Siedlung
Quartiers-
park
Kleingartenanlage
Heidelberger Straße
Noackst
raße
Karlsruher Straße
Quartiersplatz
Planstraße
Cooperstr
aße
Einsteinstr
aße
Franklinstraße
Lincolnstr
aße
Lincolnstraße
Mahalia
-Jackson-S
tr. Mahalia-Jackson-Str.
lincolnmobil13
Anbindung und Erschließung MIV
Die Lincoln-Siedlung ist über die Heidelberger
Straße ans übergeordnete städtische und regionale
Straßennetz angeschlossen. Eine neue Querspange im
Süden des Quartiers („Planstraße“ zwischen Heidel-
berger und Karlsruher Straße) wird die Heidelberger
Straße und die neue angrenzende Wohnbebauung
sowohl vom Verkehr als auch von Emissionen aus
Richtung Eberstadt in den Nordwesten der Stadt
(Arbeitsplätze) entlasten. Dadurch wird auch
der zukün/f_t ige Kfz-Verkehr der Konversionsfl äche
Cambrai-Fritsch-/Jeff erson-Siedlung in Richtung
Süden/BAB aufgenommen werden.
Die Erschließung des Quartiers für den motorisier-
ten Individualverkehr (MIV) erfolgt äußerst sparsam
durch eine Nord-Süd-gerichtete, zweifach gebrochene
Erschließungsachse mit Verbindungen zu den
Anschlusspunkten. Von den Erschließungsstraßen
bzw. Anliegerstraßen zweigen lediglich Wohnwege ab,
die die Anfahrbarkeit aller Gebäude und Plätze auch
mit dem Kfz sicherstellen.
Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Hauptverkehrsstraße
Erschließungsstraße
Anliegerstraße
Parkierungsanlage (Parkhaus, Tiefgarage)
öffentliche Ladesäule
LSA (Lichtsignalanlage)
FSA (Fußgängerschutzanlage)
Mobilitätszentrale
Alle Straßen sind verkehrsberuhigt ausgebildet, ent-
weder als Tempo-30-Zone oder als verkehrsberuhigte
Bereiche, um die Dominanz der Aufenthaltsfunktion
des öff entlichen Straßenraums gegenüber der Ver-
kehrsfunktion zu unterstreichen.
Der Quartiersplatz ist als autofreier Platz gestaltet.
Die Erschließung und Andienung der Läden und
Büros erfolgt nördlich des Baublocks über die
Heidelberger Straße sowie über die Noackstraße.
So wird sichergestellt, dass
• die geplante Grünachse (Bellevue) nicht
von Kfz-Verkehr gekreuzt wird;
• der an der Haltestelle querende Fuß-
und Radverkehr nicht durch Kfz-Verkehr
gestört wird;
• eine Überlagerung der Fuß- und Radwegeachse
im Bereich der Straßenbahnhaltestelle mit
dem Kfz-Verkehr vermieden wird.
öffentliche Ladesäule (in Planung)
H
H
P
„Lincoln“ Linien 1, 7, 8
„Marienhöhe“ Linien 1, 7, 8
P
P
P
P
P
i
City
↑
Marktplatz
Bessungen
↑
Eberstadt
↑
Lincoln-
Siedlung
Quartiers-
park
Kleingartenanlage
Heidelberger Straße
Noackstraße
Karlsruher Straße
Quartiersplatz
Planstraße
Cooperstraße
Einsteinstraße
Franklinstraße
LincolnstraßeLincolnstraße
Mahalia-Jackson-Str.
Mahalia-Jackson-Str.
lincolnmobil
lincolnmobil15
Anbindung und Erschließung ÖPNV
Die Anbindung der Lincoln-Siedlung mit öff entlichen
Verkehrsmitteln erfolgt über die bestehende Straßen-
bahnverbindung von Arheilgen über Darmstadt-Mitte
nach Eberstadt entlang der Heidelberger Straße. Mit
drei Straßenbahnlinien ist bereits heute eine dichte
Taktfolge gegeben. Zwei Haltestellen gewährleisten
eine gute Anbindung und nehmen Bezug zum
zentralen Quartiersplatz, wobei die neue Haltestelle
„Lincoln“ bereits zu Beginn der Quartiersentwicklung
realisiert worden ist.
Ergänzt werden soll die ÖPNV-Erschließung durch
einen Quartiersbus (E-mobil und On-Demand-Service,
ggfs. autonom fahrend), der auch die Erreichbarkeit
des Nahversorgungszentrums „Bessunger Marktplatz“
gewährleistet und mit dem benachbarten neuen
Quartier Cambrai-Fritsch-/Jeff erson-Siedlung
verbindet. Damit sollen insbesondere auch
mobilitäts eingeschränkten Personen kurze Wege zu
den wichtigen Zielen im Quartier und in umliegende
Stadtteile ermöglicht werden.
Mit diesen Angeboten wird die Lincoln-Siedlung
fl ächendeckend mit öff entlichen Verkehrsmitteln
erschlossen und eine ÖPNV-Verbindung zum Quartier
Cambrai-Fritsch-/Jeff erson-Siedlung hergestellt.
Die Verknüpfung von Angeboten (insbesondere
Bike + Ride, Fahrradvermietsystem) mit dem ÖPNV
erfolgt an den beiden zentralen Haltestellen der
Straßenbahn (Lincoln und Marienhöhe).
Multimodalität*
Um die steigende Nachfrage nach multimodalen
Angeboten als Alternative zum Privat-Pkw zu befrie-
digen, werden im Quartier verschiedene Angebote
bereitgestellt. Das Paket beinhaltet bisher:
• Car-Sharing-Fahrzeuge des örtlichen Anbieters
(inkl. sog. „City-Flitzer“);
• E-Car-Pooling-Fahrzeuge für die Bewohner-
scha/f_t ;
• Bike-Sharing-Fahrzeuge des örtlichen
Anbieters;
• Lastenradverleihsystem „Heinerbike“.
Die Angebote bieten die Möglichkeit, auch ohne
eigenes Auto im Bedarfsfall auf ein Fahrzeug zurück-
greifen zu können.
Bereits zu Anfang standen zwei Car-Sharing-Fahr-
zeuge des örtlichen Anbieters zur Verfügung. Im März
2016 wurde dann ein innovatives E-Car-Pooling für
die Bewohnerscha/f_t eingeführt. Mit „lincoln mobil“
steht eine derzeit aus drei Elektrofahrzeugen beste-
hende Flotte zur Verfügung, die von den Mieterinnen
und Mietern vier Stunden pro Woche als Anreizsystem
gratis genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es
bereits seit 2016 zwei Fahrradvermietstationen.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
und Sharing-Angebote
Einzugsbereich Straßenbahn 300 m
Straßenbahn
Parkierungsanlage (Parkhaus, Tiefgarage)
Car-Sharing
E-Car-Pooling
Bike-Sharing
LSA (Lichtsignalanlage)
FSA (Fußgängerschutzanlage)
Mobilitätszentrale
Car-Sharing (in Planung)
E-Car-Pooling (in Planung)
Bike-Sharing (in Planung)
(E-)Quartiersbus (in Planung)
* Multimodalität heißt, für unterschiedliche Wege verschiedene
Verkehrsmittel zu nutzen.
H
H „Lincoln“Linien 1,
7, 8
„Marienhöhe“ Linien 1, 7, 8
P
P
P
P
P
i
City
↑
Marktplatz
Bessungen
↑
Eberstadt
↑
Lincoln-
Siedlung
Quartiers-
park
Kleingartenanlage
HeidelbergerStraße
Noackstraße
Karlsruher St
raße
Quartiersplatz
Planstraße
Cooperstraße
Einsteinstraße
Franklinstraße
Lincolnstraß
e
Lincolnstraße
Mahalia-Jackson-Str
. Mahalia-Jackson-Str.
16
Erschließung Rad- und Fußverkehr
Der Fuß- und Radverkehr erhält innerhalb des Quar-
tiers das dichteste Netz. Der Park in der Quartiers-
mitte ist für alle Altersgruppen fußläufi g gut erreich-
bar und kann so zum Mittelpunkt eines lebendigen
Quartiers werden.
In dieses Netz eingebunden sind alle öff entlichen
und privaten, sozialen und sonstige Infrastruktur-
einrichtungen, die ÖPNV-Haltestellen sowie die
alternativen Mobilitätsangebote (Car-Sharing, Fahr-
radvermietsystem). Die Anlage von kleineren Aufent-
haltsfl ächen mit Sitzmöglichkeiten im Zuge von
Wegeverbindungen erhöht die Attraktivität insbeson-
dere für den Fußverkehr und unterstreicht die
Aufenthaltsfunk tion des öff entlichen Raums.
Die Verknüpfung mit benachbarten Quartieren –
soweit von Hauptverkehrsstraßen getrennt – erfolgt
ebenerdig über Lichtsignalanlagen oder über
Brückenbauwerke.
Entlang der Heidelberger Straße werden straßen-
begleitend Verkehrsanlagen für den Fuß- und Radver-
kehr erweitert bzw. angelegt und bis in die Innenstadt
und den südlichen Stadtteil Eberstadt lückenlos
weitergeführt.
Fahrradparken
Für die Erstellung von Fahrradabstellanlagen auf
Privatgrund wurde ein Leitfaden entwickelt, der
Investoren und potenzielle Bauherren unterstützt,
attraktive Angebote im Bereich der Eingänge und im
Gebäude selbst zu schaff en. Pro Wohneinheit müssen
mindestens 2,4 qualitätsvolle und gut erreichbare
Fahrradstellplätze nachgewiesen werden. Die Vorgabe
ist im städtebau lichen Vertrag verankert, die Qualität
in einem Leitfaden präzisiert.
Öff entliche Fahrradabstellplätze, witterungsge-
schützt und mit Rahmenanschlussmöglichkeiten,
werden an allen wichtigen Zielen und Einrichtungen
im Quartier angeboten.
Rad- und Fußverkehr
gemeinsame oder getrennte Fuß- und Radwege
Radverkehr im Mischverkehr mit Kfz, getrennte Fußwe gführung
Parkierungsanlage (Parkhaus, Tiefgarage)
Bike-Sharing
öffentliche Fahrradabstellanlagen
LSA (Lichtsignalanlage)
FSA (Fußgängerschutzanlage)
Mobilitätszentrale
Bike-Sharing (in Planung)
öffentliche Fahrradabstellanlagen (in Planung)
P
P
P
P
P
P
i
City
↑
Marktplatz
Bessungen
↑
Eberstadt
↑
Lincoln-
Siedlung
Quartiers-
park
Kleingartenanlage
HeidelbergerStraße
Noackstraße
Karlsruher Straße
Quartiersplatz
Planstraße
Cooperstraße
Einsteinstraße
Franklinstraße
LincolnstraßeLincolnstraße
Mahalia-J
ackson-Str .
Mahalia-Jackson-Str.
lincolnmobil19
Ruhender Verkehr
Eine Gleichberechtigung der Verkehrsträger ÖPNV
und MIV wird insbesondere dann erreicht, wenn der
Weg zur Haltestelle nicht weiter ist als der Weg zum
Parkplatz. Der ruhende Verkehr wird daher nicht
unmittelbar an den Hauseingängen, sondern zum
großen Teil in überwiegend dezentral angeordneten
Sammelgaragen untergebracht, die vorzugsweise an
den Einfahrten zum Quartier platziert werden. Damit
wird der Kfz-Verkehr frühzeitig abgefangen und belas-
tet nicht die quartiersinternen Straßen. Das entlastet
den öff entlichen Raum vom ruhenden Verkehr und
bietet für die Nahmobilität erhöhte Aufenthalts- und
Bewegungsqualität. Alle Gebäude und Wohnungen
können zum Ein- und Ausladen angefahren werden.
Für die Lincoln-Siedlung wurde eine Einschrän-
kungs- und Verzichtssatzung zum Herstellen von
Stellplätzen erlassen. Ein reduzierter Stellplatzschlüs-
sel legt fest, dass nur 0,65 Stellplätze je Wohneinheit
hergestellt werden dürfen. Die Stellplätze sind
fußläufiger Einzugsbereich Parkhaus, Tiefgarage 300 m
Parkierungsanlage (Parkhaus, Tiefgarage)
bewirtschaftetes Parken im Straßenraum (Besucher)
LSA (Lichtsignalanlage)
FSA (Fußgängerschutzanlage)
Mobilitätszentrale
Ruhender Verkehr
mehrheitlich (0,5 Stellplätze je Wohneinheit) in
den Sammelgaragen unterzubringen, sie liegen
maximal 300 Meter entfernt von den Wohnhäusern.
Im Nah bereich der Wohngebäude werden max. 0,15
Stell plätze je Wohneinheit angeordnet, die vorrangig
für mobilitätseingeschränkte Personen und gemein-
scha/f_t lich genutzte Fahrzeuge reserviert werden
sollen. Für weitere Nutzungen (z.B. Läden, soziale
Einrichtungen, etc.) sind zwischen 40 % bis 70 % des
üblichen Stellplatzschlüssels anzusetzen.
Parkstände für Besucherinnen und Besucher
werden im öff entlichen Straßenraum entlang der
Erschließungsstraßen angeboten, insgesamt ca.
70 Stellplätze.
Das gesamte öff entliche Parkraumangebot ist
bewirtscha/f_t et mit dem Ziel, Dauerparken im öff ent-
lichen Straßenraum zu vermeiden und die Parkstände
für kurzparkende Besucherinnen und Besucher zur
Verfügung zu halten.
20 lincolnmobil21
Mobilitätsmanagement ist eine Strategie zur Förde-
rung des nachhaltigen Verkehrs und zur Verringerung
der Autonutzung durch die Veränderung von Ein-
stellungen und Verhaltensweisen der Verkehrsteil-
nehmer und Verkehrsteilnehmerinnen. Das Mobi li-
tätsmanagement basiert auf „weichen“ Maßnahmen
wie Information, Kommunikation, Organisation von
Services sowie Koordination der Aktivitäten verschie-
dener Partner. Die Umsetzung des Mobilitätskonzepts
für die Lincoln-Siedlung wird daher von Anfang an
durch ein aktives, vor Ort angesiedeltes Mobilitäts-
management begleitet.
In der Mobilitätszentrale stehen Ansprechpartner
für Bewohnerscha/f_t , Bauherren, Planende und
Projektentwickler zur Verfügung.
Um die Bewohnerinnen und Bewohner in der
Lincoln-Siedlung beim oder bereits vor Einzug aktiv
und dauerha/f_t in der Nutzung des multimodalen
Angebots zu unterstützen, ist für das Mobilitäts-
management eine Geschä/f_t sstelle – die Mobilitätszen-
trale – in der Quartiersmitte eingerichtet. Hier erfolgt
die Beratung rund um das Thema Mobilität – auch für
Investoren und Projektentwickler. Als individuelles
Beratungsangebot wurde der sog. „MobiCheck“ ent-
wickelt und erfolgreich eingesetzt. Ein Buchungsservice
für alle Mobilitätsangebote ist eingerichtet und neue
Mobilitäts- und Dienstleistungsservices werden ent-
wickelt (z.B. Liefer dienste, Paket annahme etc.).
Mobilitätsmanagement
Umfangreiche Maßnahmen addieren sich zu einem ganzh eitlichen Mobilitäts- und
Stellplatzkonzept für ein multimodales Modellquartier!
Mobilitäts-
management
Bereitstellung Infrastruktur
Kundenmanagement
Operativer Betrieb
Zentrale Koordination
ü Bereitstellung der
Verleihangebote
ü Bereitstellung von Parkflächen
und Ladeinfrastruktur
ü Mobilitätszentrale
ü Informationsplattform
ü Parkraummanagement
(Vergabe/Kontrolle)
ü Logistik, Verleihangebote
ü Abwicklung, Kurierdienste
ü Betrieb der Ladesäulen
ü Entwicklung und Anpassung
des Angebotes
ü Koordination der Dienstleister
ü Einbindung der Stakeholder
ü Bereitstellung von
Beratung vor Ort
ü digitale und analoge
Kommunikation
ü Vertrieb und Abrechnung der
Mobilitätsangebote
Mobilitätsmanagement setzt
bei den Bedürfnissen der
Menschen an und soll sie in
die Lage versetzen, mit mög-
lichst geringem Kfz-Aufwand
ans Ziel zu kommen.
Die Betreiber der Mobilitätszentrale sind auch für die
Zuteilung der Kfz-Stellplätze zuständig. Das Konzept
für die Lincoln-Siedlung mit der Entkopplung von
Wohnen und Parkraum erfordert eine zentrale Verga-
be der Stellplätze. Die Vergabe durch die Betreiber der
Mobilitätszentrale erfolgt nach festgelegten Vergabe-
kriterien, die Vermietung der Stellplätze selbst durch
die Eigentümer der Parkierungsanlagen bzw. der
Grundstücke.
Eine weitere Aufgabe des Mobilitätsmanagements
ist die Kommunikation. Hierzu gehören die Vertei-
lung von Welcome Sets an neue Bewohnerinnen und
Bewohner, die Erarbeitung von Infobroschüren und
die Durchführung von Infoveranstaltungen und Work-
shops für die Bewohnerscha/f_t , Informationsschreiben
zur Stellplatzvergabe (insbesondere für Interimslösun-
gen während der Entwicklung der Baufelder) sowie
die mediale Öff entlichkeitsarbeit.
Seit Ende 2016 ist die (Interims-) Mobilitätszentra-
le in Betrieb. Die Betreiberscha/f_t erfolgt derzeit durch
die Stadt Darmstadt mit Unterstützung der HEAG
mobilo. Sie nutzt Räume gemeinsam mit dem Quar-
tiersmanagement und scha/f_f_t damit die Möglichkeit
zur Bildung von Synergieeff ekten. Ihren endgültigen
Standort am Quartiersplatz bezieht sie 2019/2020. Die
Finanzierung des Mobilitätsmanagements in Lincoln
ist im städtebaulichen Vertrag geregelt.
Beteiligung der Bevölkerung
Der Beteiligungsprozess begann 2010 mit der Rah-
menplanung für die Konversionsfl äche „Bessungen
Süd“ und wird kontinuierlich fortgeführt.
Aufgrund des großen öff entlichen Interesses
am weiteren Verlauf des Konversionsprozesses lud
die Stadt im Oktober 2013 zu einer Informations-
veranstaltung ein. Präsentiert wurde der aktuelle
Planungsstand für die Konversionsgebiete „ West“
und „Bessungen Süd“. Zudem wurde auch über den
Sachstand der Verhandlungen mit der Bundesanstalt
für Immobilienaufgaben (BImA) berichtet.
Im November 2014 wurde der Öff entlichkeit auf
der Lincoln-Siedlung der überarbeitete Planungsstand
vorgestellt. Zudem konnten die Bürgerinnen und
Bürger während dieser Veranstaltung auch das Areal
sowie einzelne Gebäude besichtigen.
Anfang 2015 fand im Rahmen des Bebauungs-
planverfahrens S 25 „Lincoln-Siedlung“ mit einer
Bürgerinformationsveranstaltung am 3. Februar eine
frühzeitige Beteiligung der Öff entlichkeit und der
Träger öff entlicher Belange (§ 3, 4 BauGB) statt, in
der die Darlegung der Ziele und Zwecke der Planung
erfolgten. Die im Rahmen der frühzeitigen Öff entlich-
keitsbeteiligung eingegangenen Anregungen wurden
geprü/f_t und bei der Ausarbeitung des Bebauungs-
planentwurfes berücksichtigt. Der Satzungsbeschluss
erfolgte am 15.12.2015; in Kra/f_t getreten ist der Be-
bauungsplan S 25 „Lincoln-Siedlung“ am 15.07.2016.
Im März 2017 konnten sich Bürger und Bürgerin-
nen im Rahmen eines Workshops über das Mobilitäts-
konzept informieren und in drei Arbeitsgruppen mit
konkreten Wünschen und Anforderungen einbringen.
Im November 2017 wurde der Arbeitskreis
Mobilität gegründet, der zwei- bis dreimal jährlich
tagt und die Umsetzung des Konzepts begleitet.
lincolnmobil23
Akteure
Für die Umsetzung des Wohn- und Mobilitätskonzep-
tes in der Lincoln-Siedlung sind viele überzeugte und
engagierte Akteure erforderlich.
• Die politische Verantwortung tragen
Magistrat und Parlament der Wissenscha/f_t s-
stadt Darmstadt.
• Für Flächenentwicklung und Wohnbebauung
kooperiert die Stadt mit ihrem Wohnungs-
unternehmen, der bauverein AG bzw. deren
Tochterunternehmen BVD New Living, als
Eigentümerin bzw. Vorhabenträgerin der
Lincoln-Siedlung.
• Die Stadtverwaltung hat – zusammen mit der
Bürgerscha/f_t und einem externen Fachbüro –
das Mobilitätskonzept entwickelt und konkreti-
siert. Sie verantwortet des Weiteren die Anord-
nung der verkehrsrechtlichen Regelungen und
sorgt für die erforderliche Infrastruktur.
• Das städtische Verkehrsunternehmen
HEAG mobilo, die Bauverein AG sowie weitere
Mobilitätsdienstleister (Sharing- und Lasten-
radanbieter) sichern die Bereitstellung
der vielfältigen multimodalen Angebote.
• Die Mobilitätszentrale wird von der Stadt
Darmstadt mit Unterstützung der HEAG
mobilo betrieben.
• Die Wärme- und Stromversorgung bzw.
die Bereitstellung der Ladeinfrastruktur
wird über das kommunale Unternehmen
entega gesichert.
Die Hauptakteure, die Mieterinnen und Mieter, Eigen-
tümerinnen und Eigentümer von Wohnungen und
Häusern, die im Quartier leben werden, müssen von
dem Ansatz und den Angeboten überzeugt sein, mit
ihrer Akzeptanz steht und fällt das Konzept.
Die
Umsetzung
Damit ein zukun/f_t sweisendes Mobilitätskonzept wie das für die
Lincoln-Siedlung Wirklichkeit werden kann, mussten seitens der
Politik schon früh die entsprechenden Weichen gestellt und die
Planungsinstrumente gezielt eingesetzt werden. Und es bedarf
weiterhin vieler engagierter Mitwirkender – nicht zuletzt unter
den Menschen, die hier leben werden.
BVD NL
BVD NL
Grundstückskaufvertrag
Lincoln-Siedlung
Vorhabenträgerschaft
Qualität, Quantität, Umfang der Erschließung
Durchführungsvertrag
Konkretisierung des städtebaulichen Vertrags
zum Bereich Mobilität
Städtebaulicher Vertrag
Inhalte, Kooperationen, Kostenverteilung
(Planungs-, Erschließungs-, Baukosten)
BIMA
Stadt Darmstadt
Mobilitätsmanagment
Lincoln
/bullet.case Stellplatzvergabe
/bullet.case Organisation & Koordination
/bullet.case Information & Beratung
treuhänderischeÜbertragung
Übergeordnetes
Baurecht
/bullet.case Bebauungsplan
/bullet.case Stellplatzsatzung
24 lincolnmobil25
Instrumente
Für die Schaffung der multimodalen, autoarmen
Lincoln-Siedlung sind folgende planungsrechtlichen
Instrumente bedeutsam:
• Bebauungsplan S 25 „Lincoln-Siedlung“;
• Einschränkungs- und Verzichtssatzung
zur Herstellung von Stellplätzen (Beschluss
am 29.09.2016);
• Städtebaulicher Vertrag (beide Beschlüsse
durch das Stadtparlament am 15.12.2015);
• Durchführungsvertrag zur Umsetz ung des
städtebaulichen Vertrages (Beschluss durch
Stadtparlament am 02.03.2017).
Bebauungsplan S 25 „Lincoln-Siedlung“
Die Eckpunkte des Mobilitätskonzepts sind auch
in den Festsetzungen des Bebauungsplans enthalten.
Der B-Plan beinhaltet Regelungen zu:
• MIV-Erschließung: Grundlage Verkehrsunter-
suchung zur Entwicklung der Lincoln-Siedlung
im Rahmenplan (2011);
• Erschließungsplanung für einen reduzierten
motorisierten Individualverkehr – verkehrs-
beruhigt durch Tempo-30-Zone bzw. verkehrs-
beruhigten Bereich – bei gleichzeitiger
Förderung des Fuß- und Radverkehrs gemäß
Mobilitätskonzept und Mobilitätsmanagement;
• Festsetzungen zur Mobilität und Gestaltung
(Sammelgaragen, Stellplätze, Tiefgaragen,
Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, Fahr-
radabstellflächen mit Einhausungen, Begrü-
nung von Tiefgaragen und Garagengebäude).
Einschränkungs- und Verzichtssatzung
Die Satzung hat einen ganzheitlichen Ansatz:
Sie definiert nicht nur Obergrenzen für den Bau von
Stellplätzen in der Lincoln-Siedlung, sondern sie
verortet die Stellplätze und deren Zuordnung.
Die vom Stadtparlament für die Lincoln-Siedlung
beschlossene Satzung beinhaltet folgende Bausteine:
• Reduzierung des Stellplatzschlüssels bei Wohn-
nutzung auf 0,65 Stellplätze/Wohneinheit als
Mindest- und Höchstzahl von Stellplätzen;
• davon sind 0,15 Stellplätze/Wohneinheit
auf dem Baugrundstück selbst und somit woh-
nungsnah herzustellen;
Planungsrechtliche Strukturen
• die übrigen Kfz-Stellplätze sind in dezentralen,
überwiegend am Gebietsrand konzentrierten
Sammelgaragen in zumutbarer Entfernung bis
zu 300 m vom Baugrundstück nachzuweisen;
• bei anderen Nutzungen sind zwischen 40 %
und 70 % der erforderlichen Stellplätze gemäß
der Einstellplatzsatzung vom 04.05.2009
herzustellen.
26 lincolnmobil27
Städtebaulicher Vertrag und
Durchführungsvertrag
Der städtebauliche Vertrag eröffnet Aushandlungs-
spielräume für die Entwicklungspartner:
• die Wissenscha/f_tsstadt Darmstadt und
• die BVD New Living als Vorhabenträgerin für
die Gebietsentwicklung der Lincoln-Siedlung.
Der Durchführungsvertrag beschreibt detailliert die
Komponenten des Mobilitätsmanagements bzw. die
Umsetzung des Mobilitätskonzeptes. So wird dann
u.a. die Verpflichtung zur Weitergabe der Regelungen
zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts wie zum
Mobilitätsmanagement an Dritte – Investoren bzw.
andere Rechtsnachfolger – festgehalten.
Eckdaten Durchführungsvertrag
Der Durchführungsvertrag konkretisiert die Umset-
zung des Mobilitätskonzepts mit den Maßnahmen
zur Förderung des ÖPNV , des Fahrradverkehrs, der
Elektromobilität, der Bereitstellung alternativer
Mobilitätsangebote sowie einem im Quartier
verorteten Mobilitätsmanagement. Konkret werden
im Durchführungsvertrag folgende Maßnahmen
festgelegt:
• Sharing-Angebote im öffentlichen Raum;
• Bewirtscha/f_tung der Stellplätze im öffentlichen
Straßenraum für Besucher;
• Verortung von Ladeinfrastruktur in den
Sammelgaragen (5 %) sowie bei den wohnungs-
nahen Stellplätzen (Leerrohrvorrüstung);
• Bereitstellung von Ladeinfrastruktur im
öffentlichen Straßenraum;
• Belegungsmanagement der Stellplätze.
Eckdaten Städtebaulicher Vertrag
Bedeutsame Festlegungen für die Mobilität sind die
folgenden Punkte:
• Die Aufgaben des Mobilitätsmanagements
werden mit einem Betreibermodell von der
Stadt Darmstadt selbst oder durch eine von ihr
beau/f_tragte Gesellscha/f_t (Betreiber des Mobili-
tätsmanagements) durchgeführt.
• Verantwortung der Vorhabenträgerin für die
Herstellung der Sammelgaragenstellplätze
gemäß der Einschränkungs- und Verzichtssat-
zung. Hierzu werden Eigentümer von Grund-
stücken für Baufeld- und zentrale Stellplätze
verpflichtet, zusätzliche Differenzstellplätze
herzustellen (für Bauherren, die über die woh-
nungsnahen Stellplätze hinaus keine weiteren
Stellplätze herstellen können).
• Zentrale Vergabe aller Stellplätze durch den
Betreiber des Mobilitätsmanagements. Der
Stellplatzmietvertrag wird zwischen Stellplatz–
eigentümer und Stellplatznutzer beschlossen.
• Dauerha/f_te Finanzierung der Umsetzung des
Mobilitäts managements durch 25 % der Stell-
platz-Mietzinserlöse, mindestens jedoch 20 €
pro Stellplatz und Monat.
• finanzielle und organisatorische Unterstützung
der Vorhabenträgerin bei der Umsetzung des
Mobilitätskonzeptes (Mobilitätsberatung,
Betrieb der Mobilitätszentrale, Bereitstellung
und Organisation von Mobilitätsangeboten,
Entwicklung und Evaluation neuer Mobilitäts-
angebote).
• Anschubfinanzierung für die Umsetzung
des Mobilitätskonzepts für die ersten Jahre
beginnend ab dem 01.01.2016 (häl/f_tig Stadt
und BVD NL).
• Herstellung von mindestens 2,4 privaten Fahr-
radabstellplätzen je Wohneinheit, 10 % davon
für Besucher, mit hohem Qualitätsstandard
und einfacher Nutzung.
• Bau einer zweiten Straßenbahnhaltestelle
auf der Heidelberger Straße in Höhe des neuen
Quartiersplatzes.
Des Weiteren werden die Aufgaben des Betreibers
festgelegt:
• Einrichtung einer Mobilitätszentrale im
Quartier mit dem Ziel der Information und Be-
ratung der Bewohnerscha/f_t, der Investorinnen
und Investoren;
• Angebot einer digitalen Plattform zur Informa-
tion von Mobilitätsangeboten;
• Organisation von Mobilitätsangeboten wie
z.B. E-Car-Pooling, Car- und Bike-Sharing,
Lasten radangebote etc.
• Organisation und Durchführung der zentralen
Stellplatzvergabe nach festzulegenden Vergabe-
kriterien. Hierbei sind die wohnungsnahen
Stellplätze (0,15 SP/WE) vorrangig an
mobili tätseingeschränkte Personen und
Car-Pooling-Fahrzeuge zu vergeben.
Im Durchführungsvertrag ist die Einrichtung eines
Beirates festgelegt, der sich zu gleichen Teilen aus
Vertreterinnen und Vertretern der Stadt sowie der
Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigen-
tümer zusammensetzt. Im Beirat werden u.a. die Stell-
platzvergabekriterien beschlossen. Außerdem wird
über die Arbeit des Betreibers sowie über den Jahres-
abschluss des Mobilitäts managements informiert.
Im Durchführungsvertrag ist ein fün/f_jähriger
Evaluationsrhythmus festgelegt. Die Evaluation soll
Aussagen zur Entwicklung der einzelnen Verkehrs-
arten und zum Mobilitätsverhalten einzelner
Zielgruppen liefern. Damit soll erkennbar werden,
wie das Mobilitätsmanagement zum verkehrs-
planerischen Ziel beigetragen hat. Ggf. werden Vor-
schläge entwickelt, mit welchen Verbesserungen das
Ziel erreicht werden kann.
GEFÖRDERT VOM
28 lincolnmobil29
Quartiermobil
(Laufzeit 2017-2020)
Das Projekt „Quartiermobil“ ist ein Forschungsvor-
haben im Rahmen der „Leitinitiative Zukun/f_t sstadt“
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF). Es untersucht neue Möglichkeiten der
Mobilität und Verkehrsentwicklung in Quartieren.
Dabei werden die Forschungsfelder Verkehrsplanung,
Stadtentwicklung und die Ansprüche urbaner und
umweltschonender Mobilität in Modellquartieren
zusammengeführt und vor Ort mit Akteuren aus dem
Quartier und der Bevölkerung gemeinsam betrachtet.
Zu den Projektpartnern gehören die Goethe-Univer-
sität Frankfurt, die TU Braunschweig, die Wissen-
scha/f_t sstadt Darmstadt, die Stadt Frankfurt am Main
sowie zwei externe Planungsbüros.
Die Untersuchungsräume – „Reallabore“ – sind
die Lincoln-Siedlung in Darmstadt als neues Quartier
und der Stadtteil Bornheim in Frankfurt a. M. als
Bestandsquartier. Beide Quartiere werden hinsicht-
lich Mobilitätsverhalten, -stile und -bedürfnisse
verglichen. Des Weiteren soll untersucht werden, wie
vorhandene Infrastrukturen und Mobilitätsangebote
auf das Verhalten der Bevölkerung Einfl uss nehmen.
Einige Forschungsfragen mit Bezug auf die
Lincoln-Siedlung sind:
• Welche Anforderungen hat die
Bewohnerscha/f_t ?
• Wie geht sie mit den Angeboten um
und was fragt sie wie nach?
• Wie wirken sich die Angebote auf ihr
Mobilitätsverhalten aus?
• Was muss ggf. angepasst werden?
• Welche Angebote/Maßnahmen sind auf
andere Quartiere übertragbar?
Lincoln By Bike
(Laufzeit 2017-2019)
Im Jahr 2016 wurde das Förderprojekt „Lincoln by
bike“ im Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radver-
kehr“ des BMUB eingereicht und erfolgreich beschie-
den. Es umfasst sieben Bausteine zur Radverkehrs-
förderung in der Lincoln-Siedlung und in Darmstadt
mit einer Fördersumme von mehr als 800.000 €:
• Radverkehrsanbindung Lincoln-Innenstadt
(Heidelberger Straße);
• Fahrradabstellanlagen in Lincoln
(bauverein AG, Stadt Darmstadt);
• öff entliche Fahrradabstellanlagen in der
Innenstadt und in Eberstadt;
• Bike + Ride-Anlagen an den Haltestellen
„Lincoln“ und „Marienhöhe“;
• quartiersübergreifendes Lastenradverleih-
angebot („Heinerbike“);
• Radverkehrszählstellen zur Information und
Bewusstseinsbildung;
• begleitende Imagekampagne u.a.
in quartiersnahen Schulen.
Zudem wurden Fördermittel über das Programm
des Bundesumweltministeriums BMUB „Kurze Wege
für den Klimaschutz“ für den Betrieb des Lasten-
radverleihsystems eingeworben. Das Lastenradver-
leihsystem ist für jeden ohne Nutzungsgebühren
zugänglich. Finanziert werden durch die Fördermittel
Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Arbeit,
Reparaturkosten sowie Informationsmaterial und die
Erstellung und Pfl ege einer Homepage.
Forschung und Förderung
31 lincolnmobil
Ausblick
– die
Lincoln-
Siedlung
als Modell-
quartier
→ Mehr Informationen unter:
www.darmstadt.de/lincoln-mobilitaet | www.lincoln-siedlung.de
Alle fünf Jahre soll die Mobilitätsentwicklung in der Lincoln-Siedlung
auf den Prüfstand gestellt werden. Wenn sich dann die positive Entwick-
lung bestätigt, die sich heute schon erahnen lässt, wird das einstige
Modellprojekt die Verkehrsplanung im Weiteren bestimmen.
Mit der Lincoln-Siedlung wird ein Modellquartier für
nachhaltige Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung
in Darmstadt realisiert, das auf die Gesamtstadt
ausstrahlt und durch den 2016 begonnenen Entwick-
lungsprozess „Masterplan DA 2030+“ im Themenfeld
Mobilität ein Zeichen setzt. Dies gilt insbesondere
für die nächste Konversionsentwicklung der „Cam-
brai-Fritsch-/Jeff erson-Siedlung“, wo Wohnraum für
weitere ca. 3.000 Menschen geschaff en werden soll
(siehe Abbildung auf Seite 7).
Nach den sich abzeichnenden positiven Wirkun-
gen des Mobilitätsmanagements in der Lincoln-
Siedlung, soll es auch mittelfristig auf Bestandsquar-
tiere, z.B. im Rahmen der Städtebauförderung, einge-
setzt werden. Durch die Reduzierung des Parkdrucks
mittels Ausbau und Erweiterung der Angebote alter-
nativer Verkehrsmittel wie Fahrrad, ÖPNV , Car- und
Bike-Sharing etc. kann ein wichtiger Beitrag zu mehr
„Freiraum“ und Lebensqualität in den Quartieren
geleistet werden.
Eine im Durchführungsvertrag geregelte Evalua-
tion der Umsetzung des Mobilitätskonzeptes in der
Lincoln-Siedlung und der darauf gerichteten Tätigkeit
des Betreibers soll in einem fün/f_j ährigen Intervall
stattfi nden. Die Evaluation dient zum einen dem
Zweck, die Erfüllung der städtebaulichen und verkehr-
lichen Ziele des Mobilitätskonzepts zu überprüfen,
um die bisherigen Maßnahmen und Aufgaben des
Betreibers gegebenenfalls anpassen zu können. Zum
anderen dient sie der Sammlung von Erfahrungen
hinsichtlich der Übertragbarkeit auf die nächste
Konversionsfl äche Cambrai-Fritsch-/Jeff erson-Sied-
lung sowie auf Bestandsquartiere.
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Punkt 36: Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025" – Wettbewerb des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF (V-Nr. 2019/0353) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD und Stadtv. Sigmund (fraktionslos)
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07.02.2019 - 31.03.2019 Bekanntmachung Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „M obilitätsWerkStadt 2025“, Bundesanzeiger vom 07.02. 2019 Vom 29. Januar 2019 1 Förderziel und Zuwendungszweck 1.1 Förderziel und Verwendungszweck Die Förderung systemischer, transdisziplinärer und umsetzungsorientierter Mobilitätsforschung des Bund esministe- riums für Bildung und Forschung (BMBF) soll Wege auf zeigen, wie das komplexe Mobilitätssystem nachhalti ger gestal- tet werden kann. Ziel ist es, die individuelle Mobilität der Menschen zu sichern, die Umwelt- und Lebe nsqualität insbe- sondere in Städten zu steigern sowie die Innovation sfähigkeit des deutschen Mobilitätssektors zu stärken. Die BMBF-Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobil ität“ ( www.fona.de/de/24127 <http://www.fona.de/de/24127> ) skizziert, wie mit Unterstützung der Forschung di e nachhaltige Gestaltung urbaner Mobilitätssysteme gelingen kann. Die Forschungsagenda ist die Grundlage und der stra tegische Rahmen für die Forschungsförderung sowie d ie innovati- onspolitische Begleitung des BMBF im Themenbereich systemische urbane Mobilität. Sie setzt auf eine sy stemische Perspektive, die die Chancen neuer Technologien im Kontext der Mobilitätsbedürfnisse und der spezifisc hen Gegeben- heiten vor Ort betrachtet. Sie integriert die Ergebnisse partizipativer Konsultationsprozesse, in dere n Rahmen zahlrei- che Expertinnen/Experten aus Wissenschaft, Kommunen , Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Perspektiven, Bedarfe und Ideen eingebracht haben (Agenda-Prozess „Nachha ltige Mobilität“ in 2017, Agenda-Prozess der Sozial -ökologi- schen Forschung in 2017/2018). Mobilität ist eine unverzichtbare Grundlage unserer ökonomischen, sozialen und kulturellen Aktivitäten . Die möglichst reibungslose Bewegung von Personen, Gütern und Idee n prägt gesellschaftliche Entwicklungen, ermöglicht Innovatio- nen und ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. De r daraus resultierende Verkehr ist jedoch für erheb liche Belastun- gen für Mensch und Umwelt verantwortlich: klimaschä digende Treibhausgasemissionen, lokale Schadstoffbe lastun- gen, Lärm und Flächenverbrauch. Kommunen haben für die Gestaltung der Mobilität eine herausragende Ver antwor- tung und stehen vor großen Herausforderungen. Insbe sondere Bevölkerungsgruppen mit niedrigem sozioökon omi- schem Status sind betroffen. Durch die Wohnlage sind sie verstärkt Lärm und Schadstoffen ausgesetzt, die zu gesund- heitlichen Problemen führen. Sie sind in ihren Mobilitätszugängen eingeschränkt, haben geringere Chanc en mobil zu sein. Seite 1 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Zudem stoßen die individuellen Mobilitätsbedürfniss e schon heute aufgrund von fehlenden, überlasteten und/oder teils nicht ausreichend zugänglichen Infrastrukturen an Grenzen. Dies stellt insbesondere Städte vor g roße Herausfor- derungen. Als Lösung für eine Mobilitätswende stehen bisher v or allem technologische Ansätze im Fokus, allen vor an der Ausbau der Elektromobilität und das autonome Fahren, verbu nden mit neuartigen Möglichkeiten für Mobilitätsdie nste. Verän- derungen hin zu einer nachhaltigen urbanen Mobilitä t gelingen aber nur, wenn das Zusammenspiel von ind ividuellen wie gesellschaftlichen Mobilitätsbedürfnissen und V erhaltensweisen und technologischer Entwicklung ver standen und bei der Stadt- und Infrastrukturplanung berücksicht igt wird. Aus diesem Grund verfolgt das BMBF das Zi el, durch FuE das Zusammenspiel von innovativen Technologien und individuellem Mobilitätsbedarf zu ergründen und som it neue und passgenaue Lösungen und Alternativen in urbanen Räumen sowie Stadt-Umland-Regionen zu entwickeln. Nachhaltige urbane Mobilität minimiert ökologische Belastungen, unterstützt die wirtschaftliche Entwic klung und för- dert die soziale Teilhabe. Nachhaltige urbane Mobil ität wird Realität, wenn Kommunen (siehe Nummer 3 „ Zuwen- dungsempfänger“) lokal passende Konzepte entwickeln und umsetzen. Damit passgenaue Konzepte im Sinne einer nachhaltig en Mobilität lokal einsetzbar sind, fördert das BMBF FuE, die die Möglichkeiten neuer Technologien auf die Gestaltung sbedarfe vor Ort abstimmt und damit auf kommunaler Ebene den Mobilitätsbedürfnissen der Bürgerinnen/Bürger a npasst. Es gilt, durch eine systemische Betrachtung auf der Basis von neuen Technologien, gesellschaftlichen, wirtsch aftlichen und ökologischen Anforderungen zu Nachhal tigkeitsin- novationen für die Mobilität von morgen nach zu kom men. Die wettbewerbliche Fördermaßnahme „MobilitätsWerkSt adt 2025“ richtet sich insbesondere an Städte, Stad tteile, Gemeinden, Landkreise und regionale Zusammenschlüss e von kommunalen Gebietskörperschaften (nachfolgend : Kommunen). Gemeinsam mit Bürgerinnen/Bürgern, Wissen schaftlerinnen/Wissenschaftlern, lokalen Akteuren de r Zi- vilgesellschaft, Stiftungen, kommunalen Verkehrsunt ernehmen und -organisationen sowie weiteren Unterne hmen sol- len Konzepte und Strategien für eine nachhaltige Mo bilität entwickelt und experimentell umgesetzt werd en. In der ersten Phase können Kommunen wissenschaftliche Einr ichtungen über einen FuE -Auftrag einbinden. Ab der zweiten Phase sind Verbu ndprojekte mit Kommunen und Forschungsreinrichtunge n sowie gegebenenfalls weiteren Institutionen vorgesehen. Die Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ ist an den Zielen der nachhaltigen Entwicklung aus gerichtet, die international in der Agenda 2030 und national in de r Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie definiert sind . Die vorliegende Fördermaßnahme ist Teil des Forschu ngsrahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwi ck- lung“ (FONA3, siehe http://www.bmbf.de/pub/Rahmenpr ogramm_FONA.pdf) des BMBF. Sie ergänzt die bisherig e Förderung im Rahmen der „Sozial-ökologischen Forsch ung“ (SÖF). Die Fördermaßnahme trägt zur Umsetzung der FONA-Leitinitiative Zukunftsstadt und der Hightech- Strategie 2025 der Bundesregierung bei. Die systemi sche Per- spektive der Forschungsagenda ergänzt die bereits v ielfältigen Förderaktivitäten anderer Ressorts der Bundesregierung (u. a. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukle are Sicherheit) und bringt diese zusammen. Die Förd eraktivitä- ten sind ein Beitrag zur Umsetzung des Nationalen K limaschutzplans 2050 der Bundesregierung. 1 Seite 2 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Im Rahmen der Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ sind weitere Förderrichtlinien geplant, u. a. zur Un- terstützung von Forschung für nachhaltige Mobilität ssysteme 2050 und zum Thema „Liefer- und Güterverke hr“. Die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen nur in Deutschland oder dem EWR und der Schweiz genutz t werden. 1.2 Rechtsgrundlagen Der Bund gewährt die Zuwendungen nach Maßgabe diese r Förderrichtlinie, der §§ 23 und 44 der Bundeshaus haltsord- nung (BHO) und den dazu erlassenen Verwaltungsvorsc hriften (VV) sowie der „Richtlinien für Zuwendungsa nträge auf Ausgabenbasis (AZA)“ und/oder der „Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Kostenbasis (AZK)“ des BMBF. Ein An- spruch auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. V ielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde aufgrun d ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Nach dieser Förderrichtlinie werden staatliche Beih ilfen auf der Grundlage von Artikel 25 Absatz 2 Buc hstabe a und b (Grundlagenforschung und industrielle Forschung) de r Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der EU-Kommission vo m 17. Ju- ni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmt er Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anw endung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitswe ise der Europäischen Union („Allgemeine Gruppenfrei stellungsver- ordnung“ – AGVO, ABl. L 187 vom 26.6.2014, S. 1, in der Fassung der Verordnung (EU) 2017/1084 vom 14. Juni 2017, ABl. L 156 vom 20.6.2017, S. 1) gewährt. Die Förder ung erfolgt unter Beachtung der in Kapitel I AGVO festgelegten Ge- meinsamen Bestimmungen, insbesondere unter Berücksi chtigung der in Artikel 2 der Verordnung aufgeführt en Be- griffsbestimmungen (vgl. hierzu die Anlage zu beihi lferechtlichen Vorgaben für die Förderrichtlinie). 2 Gegenstand der Förderung 2.1 Ausrichtung der Förderung Gefördert werden sollen FuE-Projekte, die innovativ e kommunale Mobilitätskonzepte entwickeln und erpro ben. Mit der Förderung sollen Fortschritte hin zu einer nachhaltigen urbanen Mobilität erreicht, erprobte Lösun gen und ent- sprechendes Umsetzungswissen geschaffen werden. Die geförderten Projekte sollen zeigen, wie Verkehrsbewegungen nachhaltiger gestaltet und M obilitätsbedürfnisse mit weniger Verkehr erfüllt we rden können, ohne dass dies mit Einschränkungen verbunde n ist; wie technologische Neuerungen mit individuellen und gesellschaftlichen Erwartungen, ökologischen Anforderungen und wirtschaftlichen Interessen verkn üpft und harmonisiert werden können; welche Formen der politischen, planerischen und tec hnologischen Steuerung für die Umsetzung der Mobilitätskonzepte im realen Umfeld geeignet und pr aktikabel sind. Seite 3 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html 2.2 Themen Die partizipative und wissenschaftlich fundierte Entwicklung von integrierten, lokal passenden Mobilit ätskonzepten steht im Vordergrund (Phase 1). Diese sollen mit ei nem experimentellen Setting (Reallabor, Experimentierraum) umge- setzt und evaluiert werden (Phase 2). Folgende Themenbereiche und Forschungsbedarfe werde n u. a. angesprochen und gelten als Orientierung: Identifikation geeigneter Prozesse der kommunalen P lanung und Entscheidungsfindung unter Einbindung ze ntraler Stakeholder (u. a. Bürgerinnen und Bürger, lokale Wi rtschaft, kommunale Verkehrsunternehmen); Analyse der Rolle neuer Mobilitätsdienstleistungsan bieter und -angebote und deren Integrationsmöglichk eit in den bestehenden ÖPNV; Identifikation von Barrieren und Erfolgsfaktoren fü r die Umsetzung und Steuerungswirkung integrierter kommunaler Mobilitätskonzepte; Analyse der Potenziale, Umsetzungsmöglichkeiten und (Datenschutz-)Risiken intelligenter und intermodal er vernetzter Verkehrsleitung und der (digitalen) Weit erentwicklung von Verkehrsinfrastrukturen, auch in Hinblick auf Verkehrssicherheit und Akzeptanz neuer Technologien in der Mobilität; Identifikation von Anpassungsbedarfen übergeordnete r Regelwerke und rechtlicher Rahmenbedingungen (u. a. durch Nutzung von Forschungsklauseln während der Pr ojektlaufzeit, Notwendigkeit von Veränderungen des Ordnungsrahmens); Analyse von Wohn- und Arbeitsverhältnissen zur Iden tifikation und Entwicklung integrativer Ansätze; Sicherung der kommunalen Steuerungsfähigkeit (Gover nance) angesichts von Digitalisierung, privatwirtsc haftlich getriebenen Sharing- und Mobilitätsangeboten; Betrachtung und Neugestaltung von urbaner Mobilität und öffentlichem Raum als zentralen Punkt für urba nes Lebensgefühl und Digitalisierung der Pooling- und S haring-Angebote; Einbezug der internationalen Perspektive zum Lernen durch Vergleich mit und gute Beispiele aus anderen Ländern. Die Forschungsarbeiten sollen dabei passfähig zur s ozial-ökologischen Forschung sein, d. h. neben sozialen und ökono- mischen Komponenten auch immer die Ökologie mit bet rachten. 2.3 Phasenmodell Insgesamt umfasst der Wettbewerb drei Phasen, mit d enen für einen kleiner werdenden Kreis von Kommunen die Ent- wicklung, Erprobung und angepasste Verstetigung gef ördert wird. Phase 1: Konzepte und Strategien für eine nachhalti ge Mobilität Bis zu 50 Kommunen werden ausgewählt, für ihre Stad t, einen Stadtteil, die Gemeinde, den Landkreis oder eine Stadt- region (mehrere benachbarte Kommunen) ein ganzheitl iches Konzept für nachhaltige Mobilität partizipati v mit den re- levanten Stakeholdern und unter Beteiligung der Lok alpolitik zu entwickeln. Gefördert werden nachhaltige, zukunfts- fähige Mobilitätskonzepte inklusive Handlungsempfeh lungen, Umsetzungs- und Transferstrategien. Zur Tra nsferstra- tegie gehört die Anbahnung einer Partnerschaft mit einer weiteren Kommune, die im Rahmen der folgenden Phasen bereit ist, das Konzept und/oder ausgewählte Maßnah men auf ihre lokalen Gegebenheiten anzupassen und a nzuwen- Seite 4 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html den. Ausgangspunkt für die Konzeptentwicklung könne n auch bereits bestehende kommunale Konzepte sein, die auf- gegriffen und weiterentwickelt werden. Betrachtet w erden Kommunen in verschiedenen Kategorien: große G roßstadt (über 500 000 Einwohner), Großstadt (ab 100 000 bis 500 000 Einwohner), Mittelstadt (ab 20 000 bis 100 000 Einwoh- ner) und Kleinstadt (ab 5 000 bis 20 000 Einwohner). Phase 2: Planung, Umsetzung und Erprobung der Mobil itätskonzepte Für die zweite Phase werden ca. 15 Kommunen auf Bas is ihrer in der ersten Phase entwickelten Konzepte − mit Part- nern zur Durchführung eines Verbundprojekts − ausge wählt. In dieser Phase sollen zentrale Elemente des Konzepts wissenschaftlich begleitet, umgesetzt und erprobt w erden. Gefordert hierfür ist ein experimentelles Se tting (z. B. Real- labor) innerhalb dessen Veränderungen in der realen Umwelt durchgeführt und evaluiert werden. Sofern sinnvoll sollen dabei Experimentierklauseln relevanter Gesetze und Verordnungen genutzt werden. Um die Generalisierbar keit und Wirkung zu erhöhen, soll eine Partnerkommune einbezo gen werden, die (Teil-)Aspekte lokal anpasst und üb ernimmt. Die Förderung dieser Phase ist auf drei Jahre angelegt. Phase 3: Transfer und Anpassung der Mobilitätskonze pte Die dritte Phase widmet sich dem Transfer und der V erstetigung der in der zweiten Phase erlangten Ergebnisse und Er- kenntnisse. Die erprobten Maßnahmen sollen angepass t und weiterentwickelt werden sowie für andere (z. B. benach- barte) Kommunen aufbereitet und erweitert werden. D afür werden ausgewählte Kommunen der zweiten Phase zur Förderung empfohlen. Die Förderung dieser Phase ist auf zwei Jahre angelegt. 2.4 Angestrebte Wirkung Die Forschungsergebnisse sollen Kommunen und weiter e Akteure auf kommunaler Ebene befähigen, integrier te, lokal passende Konzepte zu entwickeln, um eine nachhaltig e urbane Mobilität zu fördern, Lösungen zu erproben und Um- setzungswissen zu generieren. Zur förderpolitischen Bewertung des Fortschritts un d Erfolgs der Fördermaßnahme werden die folgenden K riterien herangezogen: Nachhaltige städtische Mobilität verbesserter Zugang zu Mobilität (insbesondere für ökonomisch schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen ); verbesserte Bewertung der städtischen Mobilität (u. a. in Bezug auf Sicherheit, Verlässlichkeit, Komfort) durch die Bürgerinnen/Bürger; positive Auswirkung auf den Wirtschaftsstandort Sta dt, Reduzierung des motorisierten Verkehrs; Reduzierung der verkehrsbedingten Schadstoffemissio nen; Reduzierung des Ressourcenverbrauchs (insbesondere Flächeninanspruchnahme). Sozio-technische Innovationen Demonstration der erfolgreichen Verknüpfung von Tec hnologien mit gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen, z. B. durch (erprobende) Umsetzung v on neuen Mobilitätsangeboten und deren Evaluation; Seite 5 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Publikation von Erkenntnissen zur Entwicklung und U msetzung sozio-technischer Mobilitätsinnovationen i n Kommunen. Politische und planerische Verfahren und Rahmenbedi ngungen (Weiter-) Entwicklung und erfolgreiche Durchführung von Kommunikations- und Partizipationsformaten zur Beteiligung und Aktivierung der verschiedenen Akteu re vor Ort; (Weiter-) Entwicklung und erfolgreiche Anwendung vo n Verfahren und Instrumenten der kommunalen Steuerung und Planung. Praxistauglichkeit und gesellschaftliche Aktivierun g: Befassung von kommunalen und regionalen Gremien mit den Ergebnissen; Verwendung der Ergebnisse für die Entwicklung von k ommunalen und regionalen Mobilitätskonzepten und Mobilitätsdienstleistungen; Berichterstattung in regionalen Medien über das Projekt; Beteiligung von relevanten Stakeholdern und von Bürgerinnen/Bürgern an projektbezogenen Veranstaltunge n und Aktivitäten. Die angestrebten Beiträge der einzelnen Projekte sind in den Skizzen und Anträgen zu beschreiben. Darg estellt werden soll, wie die Forschungsergebnisse in das Handeln von relevanten Praxisakteuren einfließen sollen und mit welchen konkreten, möglichst messbaren Indikatoren die Proj ektwirkung nachvollzogen werden kann. 3 Zuwendungsempfänger Für die erste Phase sind ausschließlich Kommunen (S tädte, kreisfreie Städte, Landkreise, Gemeinden, kreisangehörige Kommunen, Zusammenschlüsse kommunaler Gebietskörper schaften) sowie kommunale und andere öffentliche Un - ternehmen (insbesondere Verkehrsbetriebe und Nahver kehrsorganisationen) der Bundesrepublik Deutschland antrags- berechtigt. Räumliche Geltungsbereiche müssen Gemei ndegebiete, Stadtteile, Städte oder Gebiete kooperi erender Kommunen sein. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwend ung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte ode r Nieder- lassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einricht ung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers die nt (Hoch- schule, Forschungseinrichtung, kleinen und mittlere n Unternehmen [KMU], gesellschaftliche Organisation en) in Deutschland verlangt. Ab der zweiten Phase sind zusätzlich antragsberecht igt: Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, insbesonder e KMU, und gesellschaftliche Organisationen, wie z. B. Stiftungen, Vereine und Verbände. Seite 6 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwend ung an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassu ng in Deutschland verlangt. KMU im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-D efinition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO b zw. Emp- fehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend d ie Definition der Kleinstunternehmen sowie der KMU, bekannt gegeben unter Aktenzeichen K (2003) 1422 (2003/361/ EG)): http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/? uri=CELEX:32003H0361&from=DE <http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32003H0361&from=DE> . Der Zuwendungsempfänger erklärt gegenüber der Bewil ligungsbehörde seine Einstufung gemäß Anhang I der AGVO bzw. KMU-Empfehlung der Kommission im Rahmen des sc hriftlichen Antrags. Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Länd ern grundfinanziert werden, kann neben ihrer instit utionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedi ngten Aus- gaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden. Zu den Bedingungen, wann eine staatliche Beihilfe v orliegt/nicht vorliegt, und in welchem Umfang beihilfefrei geför- dert werden kann, siehe Mitteilung der Kommission z um Unionsrahmen für staatliche Beihilfen zur Förder ung von FuEuI vom 27. Juni 2014 (ABl. C 198 vom 27.6.2014, S. 1); insbesondere Abschnitt 2. 4 Besondere Zuwendungsvoraussetzungen Ab der zweiten Phase werden in der Regel Verbundpro jekte gefördert, in denen Kommunen mit Hochschulen oder au- ßeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie gegeb enenfalls weiteren Institutionen aus Zivilgesellsch aft und/oder Wirtschaft zusammenarbeiten. Innerhalb des Verbunds ist gefordert, dass Kommunen oder kommunale Einrich tungen (z. B. öffentliche Verkehrsunternehmen oder -organi sationen mit kommunaler/regionaler Ausrichtung) die Verbund- koordination übernehmen. Die Antragstellenden müsse n bereit sein, übergreifende Problemlösungen im Rah men eines regionalen Verbundprojekts arbeitsteilig und partne rschaftlich zu erarbeiten. Zum Erreichen des Projek tziels soll die bestmögliche Zusammensetzung des Verbunds gewählt w erden. Die Partner eines Verbundprojekts regeln ihre Zusam menarbeit in einer schriftlichen Kooperationsverein barung. Ver- bundpartner, die Forschungseinrichtungen im Sinne v on Artikel 2 (Nummer 83) AGVO sind, stellen sicher, dass im Rah- men des Verbunds keine indirekten (mittelbaren) Bei hilfen an Unternehmen fließen. Dazu sind die Bestim mungen von Nummer 2.2 der Mitteilung der Kommission zum Unions rahmen für staatliche Beihilfen zur Förderung von F uEuI (ABl. C 198 vom 27.6.2014, S. 1) zu beachten. Vor der Förderentscheidung über ein Verbundprojekt muss eine g rundsätzliche Übereinkunft über weitere vom BMBF vorgegebene Krit erien nachgewiesen werden (vgl. BMBF-Vordruck Nr. 0 110) . Antragstellende haben – auch im eigenen Interesse – verfügbare Fördermittel aus dem Forschungsrahmenpr ogramm der EU ( http://www.horizont2020.de/ <http://www.horizont2020.de/> 2 3 Seite 7 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html ) in Anspruch zu nehmen. In geeigneten Fällen sind dazu möglichst vor dem Antrag auf Bundeszuwendung g egebenen- falls die Fördermittel bei der EU-Kommission zu bea ntragen. Dies ist mit dem Antrag auf Bundeszuwendun g (z. B. im Begleitschreiben oder mit den Erläuterungen zum Fin anzierungsplan) entsprechend darzustellen. 5 Art und Umfang, Höhe der Zuwendung 5.1 Zuwendungsart Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. 5.2 Finanzierungsart Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Fo r- schungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtsc haftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsf ähigen projekt- bezogenen Kosten. In der Regel können diese – je na ch Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksicht igung der beihilferechtlichen Vorgaben (siehe Anlage) bis zu 50 % anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindes tens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vo- rausgesetzt. Bemessungsgrundlage für Kommunen sind in der Regel die zuwendungsfähigen Ausgaben zur Durchführung des FuE- Projekts. Die Finanzierung von kommunalen Pflichtau fgaben ist ausgeschlossen. Eine Eigenbeteiligung de r kommuna- len Antragsteller für die Phasen 1 und 2 ist erwüns cht, aber keine notwendige Voraussetzung für eine F örderung. Ins- besondere sollten in der Phase 2 Umsetzungsschritte mit kommunalen Ressourcen unterstützt werden. In d er Phase 3 kann Kommunen eine Förderquote von bis zu 90 % gewä hrt werden, eine Eigenbeteiligung in Höhe von minde stens 10 % ist Voraussetzung für die Förderung. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und ver- gleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer -Gesell- schaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Koste n), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können. Bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben an Hoc hschulen und Universitätskliniken wird zusätzlich z u den zuwen- dungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt. Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss die A GVO berücksichtigen (siehe Anlage). 5.3 Finanzierungsform 4 Seite 8 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Die Zuwendungen können für einen Zeitraum von in de r Regel bis zu einem Jahr im Wege der Projektförderu ng als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden (Phase 1). Für die Phase 2 (in der Regel bis zu drei Jahre) sowie Phase 3 können Anschlusszuwendungen sowie Zuwendungen für z usätzliche Verbundpartner gewährt werden. 5.4 Zuwendungsfähige Ausgaben/Kosten Personalausgaben sind nur zuwendungsfähig, soweit s ie nicht bereits durch Dritte aus öffentlichen Haushalten gedeckt sind. Das bedeutet für Kommunen, dass grundsätzlich zusätzliches Personal für das Projekt einzustellen ist bzw. wenn bestehendes Personal im Projekt tätig werden soll, für den bisherigen Aufgabenbereich des Projektmitar beiters eine Ersatzkraft einzustellen ist. Phase 1 Zur Umsetzung der ersten Phase können Kommunen mit bis zu 100 000 Euro gefördert werden. Anträge sind a uf Grundlage der Richtlinien für Zuwendungen auf Ausga benbasis (AZA) zu erstellen. Für die Phase 1 werden ausschließlich die folgenden Positionen mit den jeweils aufgeführten Beschränkungen als zu- wendungsfähige Ausgaben anerkannt: Personal: Der zuwendungsfähige Personalaufwand ist auf eine 12-monatige Vollzeitstelle beschränkt. Vorkalkulatorisch kann maximal ein Entgelt angesetz t werden, das eine Vergütung nach E13 (TVöD/TV-L) n icht überschreitet, für NN-Personal gilt vorkalkulatoris ch die jeweils gültige BMBF-Obergrenze. Sächliche Verwaltungsausgaben: Verbrauchsmaterial, Geschäftsbedarf, Literatur, Veranstaltungen, Post- und Fernmeldegebühren sowie Druckarbeiten dürfen vorkal kulatorisch mit bis zu 7 000 Euro pauschal veranschl agt werden. Vergabe von FuE-Aufträgen: Zur Integration wissensc haftlicher Impulse und forschungsbasierte Unterstüt zung können FuE-Aufträge an Forschungseinrichtungen in H öhe von bis zu 35 000 Euro veranschlagt werden. Reisekosten: Für Dienstreisen des Antragstellers dü rfen vorkalkulatorisch bis zu 1 000 Euro pauschal ve ranschlagt werden. Abgerechnet werden können in jedem Fall nur die tat sächlich entstandenen zuwendungsfähigen Ausgaben, d ie nach- kalkulatorisch nachgewiesen (gegebenenfalls auch un ter Vorlage der entsprechenden Belege) werden müsse n. Eingeplant werden sollen auch Ressourcen, die für d ie Mitwirkung an projektübergreifenden Aktivitäten im Rahmen des Begleitprojekts notwendig sind. Die Förderung dieser Phase ist auf ein Jahr angeleg t. Alle für die für Phase 2 positiv bewerteten Komm unen können eine Verlängerung (gegebenenfalls mit Aufstockung, die auch über oben genannte Begrenzungen hinausgehe n kann) beantragen zur Ermöglichung eines nahtlosen Übergan gs von Phase 1 in Phase 2, um die Kontinuität und S icherung der bereits erreichten Ergebnisse zur Umsetzung zu gewährleisten (siehe Nummer 7.2.3 „Umsetzung des Ph asen- modells“). Seite 9 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html 5.5 Weitere Phasen Zuwendungsfähig sind projektbedingt zusätzlich anfa llende Ausgaben bzw. Kosten in den folgenden Bereic hen: Personalausgaben/-kosten für die Durchführung der A ufgaben im Projekt. Für wissenschaftliche Tätigkeiten kann in der Regel ein Entgelt bis E13 (TVöD/TV-L), bei b esonders anspruchs- und verantwortungsvollen Aufgab en bis E14, angesetzt werden. Daneben sind bei Bedarf auch Ausgaben/Kosten für studentische Mitarbeitende und /oder Assistenzkräfte zuwendungsfähig. Wenn erforderlich kann für bestimmte, klar abgegren zte Dienstleistungen und FuE-Leistungen die Vergabe von Aufträgen vorgesehen werden. Sachausgaben bzw. sonstige Vorhabenkosten (Verbrauc hsmaterial, Geschäftsbedarf, Druckarbeiten, Ausgaben/Kosten für Veranstaltungen u. Ä.). Innerdeutsche und gegebenenfalls außerdeutsche Dien streisen. Im Einzelfall ist die Anschaffung von Gegenständen bis zu 410 Euro/über 410 Euro, sofern sie nicht der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sin d und zwingend für die Durchführung des Projekts be nötigt werden, zuwendungsfähig. Bei Zuwendungen auf Kostenbasis sind zudem Gemeinko sten zuwendungsfähig. Abgerechnet werden können in jedem Fall nur die tat sächlich entstandenen zuwendungsfähigen Ausgaben bz w. Kos- ten. Für die Festlegung der jeweiligen zuwendungsfähigen Kosten muss die AGVO berücksichtigt werden (siehe Anlage). 6 Sonstige Zuwendungsbestimmungen Bestandteil eines Zuwendungsbescheids auf Kostenbas is werden grundsätzlich die „Nebenbestimmungen für Zuwen- dungen auf Kostenbasis des BMBF an gewerbliche Unte rnehmen für FuE-Vorhaben“ (NKBF 2017). Bestandteil eines Zuwendungsbescheids auf Ausgabenb asis werden grundsätzlich die „Nebenbestimmungen fü r Zu- wendungen auf Ausgabenbasis des BMBF zur Projektför derung“ (NABF) sowie die „Besonderen Nebenbestimmun gen für den Abruf von Zuwendungen im mittelbaren Abrufv erfahren im Geschäftsbereich des BMBF“ (BNBest-mitt elbarer Abruf-BMBF), sofern die Zuwendungsmittel im sogenan nten Abrufverfahren bereitgestellt werden. Bestandteil eines Zuwendungsbescheids auf Ausgabenb asis werden die „Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zu- wendungen zur Projektförderung an Gebietskörperscha ften und Zusammenschlüssen von Gebietskörperschaf- ten“ (ANBest-Gk) und die „Besonderen Nebenbestimmun gen für Zuwendungen des BMBF zur Projektförderung a uf Ausgabenbasis“ (BNBest-BMBF 98) sowie die „Besonder en Nebenbestimmungen für den Abruf von Zuwendungen im mittelbaren Abrufverfahren im Geschäftsbereich des BMBF“ (BNBest-mittelbarer Abruf-BMBF), sofern die Z uwen- dungsmittel im sogenannten Abrufverfahren bereitges tellt werden. Die geförderten Projekte müssen ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bei begleitenden, integrativen und e valuierenden Maßnahmen erklären. Dazu gehören die P räsentation von (Zwischen-) Ergebnissen auf Statusseminaren und Beiträge zu Publikationen, die im Rahmen der Förde rmaßnahme Seite 10 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html erstellt werden. Weiterhin ist die Mitwirkung bei dem projektübergreifenden Begleitvorhaben verpflichte nd und zwin- gend. Außerdem ist bei gemeinsamen Interessen und p otenziellen Synergien ein Austausch mit den Projekt en der För- dermaßnahme „Zukunftsstadt“ mit dem Schwerpunkt „Ur bane Mobilität“ vorgesehen und erwünscht. Zur Durchführung von Erfolgskontrollen im Sinne von VV Nummer 11a zu § 44 BHO sind die Zuwendungsempfä nger verpflichtet, die für die Erfolgskontrolle notwendigen Daten dem BMBF oder den damit beauftragten Inst itutionen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Die Informationen werden ausschließlich im Rahmen der Begleitforschu ng und der gegebenenfalls folgenden Evaluation verwendet, vert raulich behandelt und so anonymisiert veröffentlich t, dass ein Rückschluss auf einzelne Personen oder Organisation en nicht möglich ist. Wenn der Zuwendungsempfänger seine aus dem Forschung svorhaben resultierenden Ergebnisse als Beitrag in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht, so s oll dies so erfolgen, dass der Öffentlichkeit der unentgeltliche elektro- nische Zugriff (Open Access) auf den Beitrag möglic h ist. Dies kann dadurch erfolgen, dass der Beitrag in einer der Öf- fentlichkeit unentgeltlich zugänglichen elektronisc hen Zeitschrift veröffentlicht wird. Erscheint der Beitrag zunächst nicht in einer der Öffentlichkeit unentgeltlich elektronisch zugänglichen Zeitschrift, so soll der Beitrag – gegebenen- falls nach Ablauf einer angemessenen Frist (Embargo frist) – der Öffentlichkeit unentgeltlich elektroni sch zugänglich gemacht werden (Zweitveröffentlichung). Im Fall der Zweitveröffentlichung soll die Embargofrist zwölf Monate nicht überschreiten. Das BMBF begrüßt ausdrücklich die Op en Access-Zweitveröffentlichung von aus dem Vorhabe n resul- tierenden wissenschaftlichen Monographien. 7 Verfahren 7.1 Einschaltung eines Projektträgers, Antragsunterl agen, sonstige Unterlagen und Nutzung des elektronischen Antragssystems Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger (PT) beauftragt: DLR Projektträger Umwelt und Nachhaltigkeit, Sozial-ökologische Forsc hung Heinrich-Konen-Straße 1 53227 Bonn E-Mail: mobilitaet@dlr.de Ansprechpartner für fachliche Fragen sind: Frau Barbara Rasche Telefon: 02 28/38 21-15 45 Herr Dr. Andreas Schmidt Telefon: 02 28/38 21-17 12 Seite 11 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Für administrative Anfragen wenden Sie sich bitte a n: Frau Gabriele Goller Telefon: 02 28/38 21-15 62 Soweit sich hierzu Änderungen ergeben, wird dies im Bundesanzeiger oder in anderer geeigneter Weise be kannt gege- ben. Vordrucke für Förderanträge, Richtlinien, Merkblätt er, Hinweis und Nebenbestimmungen können unter der Internet- adresse https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?a uswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf <https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf> abgerufen oder unmittelbar beim oben angegebenen P rojektträger angefordert werden. Zur Erstellung von Projektskizzen und förmlichen Fö rderanträgen ist das elektronische Antragssystem „e asy-Online“ zu nutzen ( https://foerderportal.bund.de/easyonline/reflink.js f?m=SOEF&b=M-WERKSTADT <https://foerderportal.bund.de/easyonline/reflink.jsf?m=SOEF&b=M-WERKSTADT> ). Es wird empfohlen, vor Einreichung der Unterlagen m it dem oben genannten Ansprechpartner Kontakt aufzu nehmen. Dort sind weitere Hinweise erhältlich. Weitere Informationen zur Fördermaßnahme erhalten Si e zudem über die Internetseite www.fona.de/de/24127 <http://www.fona.de/de/24127> . Bitte informieren Sie sich auf dieser Seite auch über Möglichkeiten für Beratung und Austausch im Vo rfeld der Einrei- chung von Anträgen und Skizzen. Soweit sich hierzu Änderungen ergeben, wird dies im Bundesanzeiger oder in anderer geeigneter Weise be kannt gege- ben. 7.2 Zweistufiges Antragsverfahren Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. 7.2.1 Vorlage und Auswahl von Projektskizzen In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträge r Projektskizzen vorzulegen. Die Skizzen sind in schriftlicher Form (doppelseitig bedruckt) auf dem Postweg und in elek tronischer Form bis zum 31. März 2019 vorzulegen. Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Projektskizzen, die nach dem oben angegebenen Zeitpun kt eingehen, können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtig t werden. Die Interessenten reichen einen begutachtungsfähige n Vorschlag im Umfang von maximal 10 DIN-A4-Seiten (Schrift- typ Calibri o. Ä., Schriftgrad 11, 1,5-zeilig, mindestens 2 cm Rand) ein. Seite 12 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Aus der Vorlage einer Projektskizze kann kein Recht sanspruch auf eine Förderung abgeleitet werden. Die Projektskizzen müssen ein fachlich beurteilbares Grobkonzept und eine Finanzierungsplanung mit dem voraus- sichtlichen Umfang der Ausgaben beinhalten. Darüber hinaus muss ein überzeugendes Verwertungskonzept v orgelegt werden. Die Gliederung der Projektskizze soll wie folgt aus sehen: Titel des Vorhabens, Ansprechpartner und weitere Partner im Prozess, Ziele des Projekts und Zusammenfassung der Projektb eschreibung, Darstellung der konkreten kommunalen Mobilitätsprob leme und entsprechender Lösungsbedarfe, ausführliche Beschreibung des Konzepts (konkret für Phase 1, grob für Phase 2): Ausgangslage, Idee, Ziele, Einbindung der Bürgerinnen/Bürger und weiterer Akte ure, Einbindung des/der wissenschaftlichen Partner/ s, Kommunikationsstrategie, Anbindung an die Verwaltun gsstruktur, Angaben zur angestrebten Wirkung des Projekts inklu sive von Ansätzen/Formaten/Produkten, mit denen die se erreicht werden sollen, Arbeits- und Zeitplan (Arbeitspakete, zeitlicher Ab lauf – bezogen auf die Phase 1), grobe Darstellung der geplanten Nutzung der angestr ebten Ergebnisse (Verstetigung, Umsetzung und Übertragbarkeit) – bezogen auf die Phasen 1 und 2, grober Finanzierungsplan. Es steht den Einreichern frei, weitere Punkte anzuf ügen, die ihrer Auffassung nach für eine Beurteilun g ihres Vor- schlags von Bedeutung sind. Das BMBF und der beauftragte Projektträger werden d urch eine unabhängige Expertenjury beraten. Auf der Grundlage der Bewertung werden die für eine Förderung geeigne ten Projektideen ausgewählt. Das Auswahlergebnis wi rd den In- teressenten schriftlich mitgeteilt. Bei positiver Bewertung werden die Kommunen in einer zweiten Verfa hrensstufe durch den Projektträger aufgefordert, einen förmlic hen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschlie ßender Prü- fung entschieden wird. Die eingegangenen Projektskizzen werden nach folgen den Kriterien bewertet: Schlüssigkeit und Konsistenz des Konzepts (Idee, Zi ele, Arbeits- und Zeitplan, Finanzierungsplan), Qualität und Angemessenheit der Einbindung der Bürg erinnen/Bürger und weiterer Akteure der Stadt, Qualität und Angemessenheit der Einbindung des/der wissenschaftlichen Partner/s, Visualisierung und Kommunikationsstrategie, Umsetzungs- und wirkungsorientierte Anbindung an di e Verwaltungsstruktur, Verwertungskonzept (Verstetigung, Umsetzung und Übe rtragbarkeit). Von den geförderten Projekten wird erwartet, dass s ie die genannten Ziele in der Projektskizze konkret isieren und während der Laufzeit durch messbare Kriterien opera tionalisieren. Im Rahmen der kalenderjährlichen Zwi schenberich- te ist über den Fortschritt zu berichten. Seite 13 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Die im Rahmen dieser Verfahrensstufe eingereichte P rojektskizze und evtl. weitere vorgelegte Unterlage n werden nicht zurückgesendet. 7.2.2 Vorlage förmlicher Förderanträge und Entscheid ungsverfahren In der zweiten Verfahrensstufe werden die Verfasser der positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert , einen förm- lichen Förderantrag vorzulegen. Ein vollständiger Förderantrag liegt nur vor, wenn mindestens die Anforderungen nach Artikel 6 Absatz 2 AGVO (vgl. Anlage) erfüllt sind. Zur Erstellung der förmlichen Förderanträge ist die Nutzung des elektronischen Antragssystems „easy-On line“ (unter Beachtung der in der Anlage genannten Anforderungen ) erforderlich ( https://foerderportal.bund.de/easyonline/re- flink.jsf?m=SOEF&b=M-WERKSTADT <https://foerderportal.bund.de/easyonline/reflink.jsf?m=SOEF&b=M-WERKSTADT> ). Die förmlichen Förderanträge umfassen, neben den Fo rmanträgen, ausführliche Vorhabenbeschreibungen (ca . 30 Sei- ten), die auf der Projektskizze aufbauen und diese konkretisieren. Insbesondere sind die Ziele und Forschungsfragen klar zu operationalisieren und das Arbeitsprogramm, das Projektdesign, die Ressourcen-, Zeit-, Meilens tein- und Ver- wertungsplanung entsprechend zu spezifizieren. Zude m wird erwartet, dass die Auflagen und Hinweise aus der Begutachtung und Prüfung der Skizz en umgesetzt werden. Die eingegangenen Anträge werd en ent- sprechend der unten genannten Kriterien und Verfahr en bewertet und geprüft. Nach abschließender Antrag sprüfung wird über eine Förderung entschieden. Die eingegangenen Anträge werden nach folgenden Kri terien bewertet und geprüft: Relevanz und Eignung des Projektfokus für die Kommu ne, Innovations- und Umsetzungspotenzial, Qualität des Konzepts (Aufarbeitung des Forschungss tandes, Untersuchungsdesign inkl. Methoden, Stringe nz der Argumentation), Originalität des Ansatzes, systemische Herangehensweise, Flexibilität und Anpa ssungsfähigkeit der vorgeschlagenen Lösungen, Potenzial der Übertragbarkeit auf andere Regionen u nd Handlungsfelder, Effektivität und Effizienz der vorgeschlagenen Proj ektorganisation. Entsprechend der oben angegebenen Kriterien und Bew ertung wird nach abschließender Antragsprüfung über eine Förderung entschieden. 7.2.3 Umsetzung des Phasenmodells Seite 14 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Zur Überleitung in die Phase 2 „Planung, Umsetzung und Erprobung des Mobilitätskonzepts“ (siehe Nummer 2.3) müs- sen die teilnehmenden Kommunen der Phase 1 nach ach t Monaten Projektlaufzeit eine ausführliche Projektskizze ein- reichen. Die eingegangenen Projektskizzen werden nach folgen den Kriterien bewertet: Schlüssigkeit und Innovationsgehalt des Konzepts, Qualität der Umsetzungsstrategie und des Erprobungs designs, Qualität und Angemessenheit des Partizipationskonze pts (Beteiligung der Bürgerinnen/Bürger und weitere r Akteure der Stadt), Qualität und Angemessenheit der Verbundzusammensetz ung und der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit, Qualität der Kommunikationsstrategie, Umsetzungs- und wirkungsorientierte Ausrichtung Qualität und Angemessenheit der Transferstrategie ( unter besonderer Berücksichtigung der Partnerschaft mit einer weiteren Kommune). Die Verfasser der positiv bewerteten Projektskizzen werden aufgefordert, förmliche Förderanträge in Ab stimmung mit der jeweils vorgesehenen Verbundkoordination vorzul egen. Diese umfassen, neben den Formanträgen, ausfü hrliche Vorhabenbeschreibungen (ca. 40 Seiten), die auf der Projektskizze aufbauen und diese konkretisieren. I nsbesondere sind die Ziele und Forschungsfragen klar zu operati onalisieren und das Arbeitsprogramm, das Projektdes ign, die Res- sourcen-, Zeit-, Meilenstein- und Verwertungsplanun g entsprechend zu spezifizieren. Zudem wird erwarte t, dass die Auflagen und Hinweise aus der Begutachtung und Prüf ung der Skizzen umgesetzt werden. Die eingegangenen Anträge werden entsprechend der unten genannten Kriterien u nd Verfahren bewertet und geprüft. Nach abschließen der An- tragsprüfung wird über eine Förderung entschieden. Bei Veränderungen in der Zusammensetzung des Konsor tiums (beispielsweise Aufnahme von neuen, relevanten Part nern mit eigener Zuwendung) in der Phase 2 kann nac h einer fachlichen und administrativen Prüfung eine Erweite rung des Verbunds durch ein zusätzliches Teilprojek t mit eigener Zuwendung erfolgen. Die eingegangenen Anträge werden nach folgenden Kri terien bewertet und geprüft: wissenschaftliche Qualität des Konzepts (Aufarbeitu ng des Forschungsstandes, Untersuchungsdesign inkl. Methoden, Stringenz der Argumentation), Originalität des Forschungsansatzes, Angemessenheit und Qualität des inter- und transdis ziplinären Konzepts, Zusammensetzung des Forschungsteams, Grad der Einbe ziehung von Praxisakteuren, insbesondere der Kommun en, fachliche und methodische Kompetenz der Antragstell enden, einschließlich der Erfahrungen zu inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit, systemische Herangehensweise, Flexibilität und Anpa ssungsfähigkeit der vorgeschlagenen Lösungen, Potenzial der Übertragbarkeit auf andere Regionen u nd Handlungsfelder (einschließlich des Transfer- un d Partnerschaftskonzepts mit einer weiteren Kommune), Effektivität und Effizienz der vorgeschlagenen Orga nisation und des Managements des Verbundprojekts, Qualität und Angemessenheit der Finanzplanung. Seite 15 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html 7.3 Zu beachtende Vorschriften Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung de r Ver- wendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufheb ung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung d er ge- währten Zuwendung gelten die §§ 48 bis 49a des Verw altungsverfahrensgesetzes, die §§ 23, 44 BHO und di e hierzu er- lassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften, sowei t nicht in dieser Förderrichtlinie Abweichungen von den Allge- meinen Verwaltungsvorschriften zugelassen worden si nd. Der Bundesrechnungshof ist gemäß § 91 BHO zur P rüfung berechtigt. 8 Geltungsdauer Die Laufzeit dieser Förderrichtlinie ist bis zum Ze itpunkt des Auslaufens seiner beihilferechtlichen Grundlage, der AGVO zuzüglich einer Anpassungsperiode von sechs Mo naten, mithin bis zum 31. Dezember 2028, befristet. Sollte die zeitliche Anwendung der AGVO ohne die Beihilferegel ung betreffende relevante inhaltliche Veränderungen verlängert werden, verlängert sich die Laufzeit dieser Förderr ichtlinie entsprechend, aber nicht über den 31. Dezember 2028 hin- aus. Sollte die AGVO nicht verlängert und durch ein e neue AGVO ersetzt werden, oder sollten relevante inhaltliche Veränderungen der derzeitigen AGVO vorgenommen werd en, wird eine den dann geltenden Freistellungsbesti mmun- gen entsprechende Nachfolge-Förderrichtlinie bis mi ndestens 31. Dezember 2028 in Kraft gesetzt werden. Bonn, den 29. Januar 2019 Bundesministerium für Bildung und Forschung Im Auftrag Florian Frank Anlage Für diese Förderrichtlinie gelten die folgenden bei hilferechtlichen Vorgaben: 1. Allgemeine Zuwendungsvoraussetzungen Die Rechtmäßigkeit der Beihilfe ist nur dann gegebe n, wenn im Einklang mit Artikel 3 AGVO alle Vorauss etzungen des Kapitels I AGVO sowie die für die bestimmte Gruppe von Beihilfen geltenden Voraussetzungen des Kapitel s III erfüllt sind, und dass gemäß der Rechtsprechung der Europäi schen Gerichte die nationalen Gerichte verpflichtet sind, die Rückzahlung unrechtmäßiger Beihilfen anzuordnen. Mit dem Antrag auf eine Förderung im Rahmen dieser Förderrichtlinie verpflichtet sich der Antragsteller zur Mitwir- kung bei der Einhaltung der beihilferechtlichen Vor gaben. So sind vom Zuwendungsgeber angeforderte Ang aben und Belege zum Nachweis der Bonität und der beihilferec htlichen Konformität vorzulegen oder nachzureichen. Darüber hinaus hat der Antragsteller im Rahmen von etwaigen Verfahren (bei) der Europäischen Kommission mitzuw irken und Seite 16 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html allen Anforderungen der Kommission nachzukommen. Voraussetzung für die Gewährung staatlicher Beihilf en im Rahmen einer auf Grundlage der AGVO freigeste llten Beihil- feregelung ist, dass diese einen Anreizeffekt nach Artikel 6 AGVO haben: Beihilfen gelten als Beihilfe n mit Anreizeffekt, wenn der Beihilfeempfänger vor Beginn der Arbeiten für das Vorhaben oder die Tätigkeit einen schriftlichen Beihilfe- antrag in dem betreffenden Mitgliedstaat gestellt hat. Der Beihilfeantrag muss mindestens die folgende n Angaben ent- halten: Name und Größe des Unternehmens, Beschreibu ng des Vorhabens mit Angabe des Beginns und des Abs chlus- ses, Standort des Vorhabens, die Kosten des Vorhabe ns, Art der Beihilfe (z. B. Zuschuss, Kredit, Garantie, rückzahlbarer Vorschuss oder Kapitalzuführung) und Höhe der für d as Vorhaben benötigten öffentlichen Finanzierung. Staatliche Beihilfen auf Grundlage der AGVO werden nicht gewährt, wenn ein Ausschlussgrund nach Artike l 1 Absatz 2 bis 5 AGVO gegeben ist; dies gilt insbesondere, wenn das Unternehmen einer Rückforderungsanordnung auf grund ei- nes früheren Beschlusses der Kommission zur Festste llung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen ist bzw. das Unternehmen ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ ( gemäß Definition nach Artikel 2 Absatz 18 AGVO) ist. Aufgrund europarechtlicher Vorgaben wird jede Einze lbeihilfe über 500 000 Euro auf einer speziellen In ternetseite ver- öffentlicht (vgl. Artikel 9 AGVO). Erhaltene Förderungen können im Einzelfall gemäß Ar tikel 12 AGVO von der Europäischen Kommission geprü ft wer- den. Im Rahmen dieser Förderrichtlinie erfolgt die Gewäh rung staatlicher Beihilfen in Form von Zuschüssen gemäß Artikel 5 Absatz 1 und 2 AGVO. Die AGVO begrenzt die Gewährung staatlicher Beihilf en für wirtschaftliche Tätigkeiten in nachgenannten Bereichen auf folgende Maximalbeträge: Vorhaben, die überwiegend die Grundlagenforschung b etreffen: 40 Millionen Euro pro Unternehmen und Vor haben (Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe i Ziffer i AGVO). Vorhaben, die überwiegend industrielle Forschung be treffen: 20 Millionen Euro pro Unternehmen und Vorh aben (Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe i Ziffer ii AGVO). Bei der Prüfung, ob diese Maximalbeträge (Anmeldesc hwellen) eingehalten sind, sind die Kumulierungsreg eln nach Ar- tikel 8 AGVO zu beachten. Die Maximalbeträge dürfen nicht durch eine künstliche Aufspaltung von inhalt lich zusam- menhängenden Vorhaben umgangen werden. Die Teilgene hmigung bis zur Anmeldeschwelle einer notfizierungs pflich- tigen Beihilfe ist nicht zulässig. 2. Umfang/Höhe der Zuwendungen; Kumulierung Für diese Förderrichtlinie gelten die nachfolgenden Vorgaben der AGVO, insbesondere bzgl. beihilfefähiger Kosten und Beihilfeintensitäten; dabei geben die nachfolgend g enannten beihilfefähigen Kosten und Beihilfeintensitäten den maxi- malen Rahmen vor, innerhalb dessen die Gewährung vo n zuwendungsfähigen Kosten und Förderquoten für Vor haben mit wirtschaftlicher Tätigkeit erfolgen kann. Der geförderte Teil des Forschungsvorhabens ist vol lständig einer oder mehrerer der folgenden Kategori en zuzuord- nen: Grundlagenforschung industrielle Forschung Seite 17 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html (vgl. Artikel 25 Absatz 2 AGVO; Begrifflichkeiten gemäß Artikel 2 Nummer 84 ff. AGVO). Zur Einordnung von Forschungsarbeiten in die Katego rien der Grundlagenforschung und industriellen Fors chung wird auf die einschlägigen Hinweise in Randnummer 75 und Fußnote 2 des FuEuI-Unionsrahmens verwiesen. Die beihilfefähigen Kosten des jeweiligen FuE-Vorha bens sind den relevanten FuE-Kategorien zuzuordnen. Personalkosten: Kosten für Forscher, Techniker und sonstiges Personal, soweit diese für das Vorhaben eingesetzt werden; Kosten für Instrumente und Ausrüstung, soweit und s olange sie für das Vorhaben genutzt werden. Wenn di ese Instrumente und Ausrüstungen nicht während ihrer ge samten Lebensdauer für das Vorhaben verwendet werde n, gilt nur die nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer B uchführung ermittelte Wertminderung während der Daue r des Vorhabens als beihilfefähig; Kosten für Auftragsforschung, Wissen und für unter E inhaltung des Arm’s-length-Prinzips von Dritten dir ekt oder in Lizenz erworbene Patente sowie Kosten für Beratung und gleichwertige Dienstleistungen, die ausschließl ich für das Vorhaben genutzt werden; zusätzliche Gemeinkosten und sonstige Betriebskoste n (unter anderem für Material, Bedarfsartikel und dergleichen), die unmittelbar durch das Vorhaben en tstehen. Die Beihilfeintensität pro Beihilfeempfänger darf f olgende Sätze nicht überschreiten (Artikel 25 Absatz 6 AGVO): a. 100 % der beihilfefähigen Kosten für Grundlagenfo rschung, b. 50 % der beihilfefähigen Kosten für industrielle Forschung. Die Beihilfeintensitäten für industrielle Forschung können wie folgt auf maximal 80 % der beihilfefähigen Kosten er- höht werden (Artikel 25 Absatz 6 AGVO): um 10 Prozentpunkte bei mittleren Unternehmen, um 20 Prozentpunkte bei kleinen Unternehmen; um 15 Prozentpunkte, wenn eine der folgenden Voraus setzungen erfüllt ist: das Vorhaben beinhaltet die wirksame Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, von denen mindestens eines ei n KMU ist, oder wird in mindestens zwei Mitgliedstaaten oder einem Mitgliedstaat und einer Vertragspartei des EWR-Abkommens durchgeführt, wobei kein einzelnes Unternehmen mehr als 70 % der beihilfefähigen Kosten bestreitet, oder zwischen einem Unternehmen und einer oder mehreren Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung, die mindestens 10 % der beihilf efähigen Kosten tragen und das Recht haben, ihre eigenen Forschungsergebnisse zu veröffentlichen; die Ergebnisse des Vorhabens finden durch Konferenz en, Veröffentlichung, Open-Access-Repositorien oder durch gebührenfreie Software beziehungsweise Open-S ource-Software weite Verbreitung. Die beihilfefähigen Kosten sind gemäß Artikel 7 Abs atz 1 AGVO durch schriftliche Unterlagen zu belegen , die klar, spe- zifisch und aktuell sein müssen. Für die Berechnung der Beihilfeintensität und der beihilfefähigen Kosten werden die Beträge vor Abzug von Steuern und sonstigen Abgaben herangezogen. Bei der Einhaltung der maximal zulässigen Beihilfeintensität sind insbesondere auch die Kumulierungsre geln in Arti- kel 8 AGVO zu beachten: Seite 18 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html Die Kumulierung von mehreren Beihilfen für dieselbe n förderfähigen Kosten/Ausgaben ist nur im Rahmen d er folgen- den Regelungen bzw. Ausnahmen gestattet: Werden Unionsmittel, die von Stellen der Union zentr al verwaltet werden und nicht direkt oder indirekt der Kontrolle der Mitgliedstaaten unterstehen und deshalb keine s taatlichen Beihilfen darstellen, mit staatlichen Beihilfen (dazu zäh- len unter anderem auch Mittel aus den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds) kombiniert, so wer den bei der Feststellung, ob die Anmeldeschwellen und Beihilfeh öchstintensitäten oder -beträge eingehalten sind, nur die staatli- chen Beihilfen berücksichtigt, sofern der Gesamtbet rag der für dieselben beihilfefähigen Kosten gewähr ten öffentli- chen Mittel (einschließlich zentral verwaltete Unio nsmittel) den in den einschlägigen Vorschriften des Unionsrechts festgelegten günstigsten Finanzierungssatz nicht üb erschreitet. Nach der AGVO freigestellte Beihilfen, bei denen si ch die beihilfefähigen Kosten bestimmen lassen, kön nen kumuliert werden mit a) anderen staatlichen Beihilfen, sofern diese Maßnahmen unterschiedliche bestimmbare beihi lfefähige Kosten betreffen; b) anderen staatlichen Beihilfen für dieselben, sich teilweise oder vollständig über schneidenden bei- hilfefähigen Kosten, jedoch nur, wenn durch diese K umulierung die höchste nach dieser Verordnung für d iese Beihilfen geltende Beihilfeintensität bzw. der höchste nach dieser Verordnung für diese Beihilfen geltende Beihi lfebetrag nicht überschritten wird. Beihilfen, bei denen sich die beihilfefähigen Koste n nicht bestimmen lassen, können mit anderen staatlichen Beihilfen, bei denen sich die beihilfefähigen Kosten auch nicht bestimmen lassen, kumuliert werden, und zwar bis zu der für den jeweiligen Sachverhalt einschlägigen Obergrenze für die Gesamtfinanzierung, die im Einzelfall in der A GVO oder in ei- nem Beschluss der Europäischen Kommission festgeleg t ist. Nach der AGVO freigestellte staatliche Beihilfen dü rfen nicht mit De-minimis-Beihilfen für dieselben b eihilfefähigen Kosten kumuliert werden, wenn durch diese Kumulieru ng die in Kapitel III AGVO festgelegten Beihilfeintensitäten oder Beihilfehöchstbeträge überschritten werden. - FuE = Forschung und Entwicklung - FuEuI = Forschung, Entwicklung und Innovation - https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?a uswahl=easy_formulare <https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare> , Bereich BMBF Allgemeine Vordrucke und Vorlagen fü r Berichte. - Zur Definition der wirtschaftlichen Tätigkeit vgl. Randnummer 17 des FuEuI-Unionsrahmens. 1 2 3 4 Seite 19 von 19 Bekanntmachung - BMBF 31. 07. 2019 https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung -2289.html
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Punkt 29: Förderprojekt „NaMoLi - Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt“ im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025" – Wettbewerb des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF (V-Nr. 2019/0353) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimmen: AfD
Beratungsverlauf (4)
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2019/0353
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.10.2019
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00