V/0675/2010
Antrag der Fraktion Die Linke an den Rat Nr. A-R/0049/2010 "Münster als Stadt des Friedens - Volkstrauertag anders begehen"
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A-R-0049-2010
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0049/2010 Seite 1 von 1 DIE LINKE. Ratsfraktion Achtermannstraße 19 48143 Münster Telefon 0251 / 9816051 1. Juni 2010 Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Stadt Münster beteiligt sich nicht mehr an der Veranstaltung zum Volkstrauertag am Denkmal des Infanterie-Regiments Herwart von Bittenfeld unter Beteiligung von militärischen Organisationen. Statt dessen wird eine Veranstaltung organisiert, d ie in angemessener Weise den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft gedenkt. Begründung: Der Volkstrauertag soll an die Kriegstoten und Opfe r der Gewaltherrschaft aller Nationen erinnern. Dieses ist notwendig und wichtig, da auch heute Kri ege stattfinden, in deren Verlauf Menschen getötet oder verletzt werden. Die Feier wurde bishe r unter der Beteiligung der Stadt Münster begangen, in dem z.B. der Deutsche Soldatenbund an dem Denkmal des Infanterie-Regiments Herwart von Bittenfeld Kränze niedergelegt haben. E ine Verbindung zu dem preußische Infanterieregiment Herwart von Bittenfeld, das an z ahlreichen Feldzügen u.a. in Frankreich teilgenommen hat, ist jedoch kriegsverherrlichend, da es für den Tod von Menschen verantwortlich gemacht werden kann. Unterstützt wird dieses durch die Beteiligung von Personen, die Geschichtsrevisionismus betreiben, sowie durch die maßgebliche Beteiligung von militärischen Organisationen an der Veranstaltung. Auch diese sin d an der Durchführung von Kriegen beteiligt, daher ist ihre Beteiligung an einem Gedenken für Op fer, die sie potentiell mitzuverantworten haben, nicht hinnehmbar. Eine geeignete Veranstaltung für das Gedenken an Kr iegsopfer, bedeutet, niemanden an der Durchführung zu beteiligen, der für Kriegshandlunge n mitverantwortlich gemacht werden kann. Zudem sollte die Gedenkveranstaltung an einem Ort s tattfinden, der Münster als Friedensstadt gerecht wird. Raimund Köhn Iris Toulas Ali Atalan Münster als Stadt des Friedens – Volkstrauertag anders begehen
Beschlussvorlage
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V/0675/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Justiziariat Verwaltungsführung Betrifft Antrag der Fraktion Die Linke an den Rat Nr. A-R/0049/2010 "Münster als Stadt des Friedens - Volkstrauertag anders begehen" Beratungsfolge 29.09.2010 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Die Gedenkfeier der Stadt Münster zum Volkstrauertag wird in der bisherigen Form (Kranz- niederlegung am Denkmal des Infanterie-Regiments Herwarth von Bittenfeld und Feierstun- de im Rathaus) beibehalten. 2. Der Antrag an den Rat Nr. A-R/0049/2010 „Münster als Stadt des Friedens – Volkstrauertag anders begehen“ (Anlage) ist damit erledigt. Begründung: Der Ratsantrag Nr. A-R/0049/2010 der Ratsfraktion Die Linke hat zum Inhalt, dass sich „die Stadt Münster nicht mehr an der Veranstaltung zum Volkstrauertag am Denkmal des Infanterie- Regiments Herwarth von Bittenfeld unter Beteiligung von militärischen Organisationen“ beteiligt. Stattdessen soll eine Veranstaltung organisiert werden, die „in angemessener Weise den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft gedenkt“. 1. Die Gedenkfeier der Stadt Münster zum Volkstrauertag besteht traditionell aus zwei Elemen- ten: Erst findet eine Kranzniederlegung am sogenannten Dreizehnerdenkmal – Denkmal des Infan- terieregiments Herwarth von Bittenfeld Nr. 13 – statt. Hier werden Kränze vom Bundesminister der Verteidigung, des Landes Nord Nordhrein-Westfalen, von der Stadt Münster, vom Volks- bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und von der Gemeinschaft deutscher Soldatenverbände zu Münstern niedergelegt. Regelmäßig legen an dem Denkmal auch Vertreter ausländischer Streitkräfte des I. Korps und auch Einzelpersonen Kränze bzw. Blumen nieder. Es ist eine be- wusste Entscheidung, jedem, der auf diese Art und Weise gedenken möchte, diese Möglich- keit zu eröffnen. Vorlagen-Nr.: V/0675/2010 Auskunft erteilt: Frau Heuer Ruf: 492-7012 E-Mail: Heuer@stadt-muenster.de Datum: 06.09.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0675/2010 Im Anschluss an die Kranzniederlegung findet um 11.15 Uhr im Festsaal des Rathauses die Gedenkfeier statt. Feste Bestandteile dieser Feier sind die Gedenkansprache durch eine Per- sönlichkeit des öffentlichen Lebens und die Gestaltung des Rahmens durch Gedichte und mu- sikalische Beiträge von Schülerinnen und Schüler münsterscher Gymnasien. Zu der Gedenkfeier laden neben der Stadt Münster der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfür- sorge und die Gemeinschaft deutscher Soldatenverbände zu Münster ein. 2. Die Verwaltung empfiehlt, diese Form des Gedenkens am Volkstrauertag beizubehalten. a) Die Verwaltung ist gemeinsam mit den anderen Beteiligten, die offiziell Kränze nie- derlegen, der Auffassung, dass die Kranzniederlegung an einem Ort erfolgen sollte, der auch als Gedenkstätte für die in den beiden Weltkriegen gefallene Soldaten dient. Diesem Anspruch wird das sogenannte Dreizehnerdenkmal am Aegidiiwall nach überein- stimmender Meinung gerecht. Andere von der Verwaltung bereits in der Vergangenheit erwogene mögliche Orte für eine Kranzniederlegung, so z. B. auf dem Waldfriedhof Lauheide, kommen aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht. Die Entfernung zwischen diesem Ort und der Feierstunde im Rathaus ist aus organisatorischen Gründen und wegen des gerade für ältere Teilnehmer sehr beschwerlichen Weges zu groß. Das Mahnmal Zwinger kommt wegen seines ande- ren Widmungszweckes für die Opfer von Gewalt und Verbrechen des Hitlerfaschismus nicht in Betracht. b) Die Gedenkfeier im Festsaal des Rathauses der Stadt Münster hat sich in den vergange- nen Jahren vor allen Dingen durch die aktive Einbeziehung von münsteranern Schülerin- nen und Schülern in das Rahmenprogramm sehr bewährt. Dies wird auch von den einge- ladenen Festrednern der Veranstaltung und von Besuchern bestätigt. Neben dem Toten- gedenken steht im Mittelpunkt der Veranstaltung die Festansprache durch Persönlichkei- ten des öffentlichen Lebens. Aussage der Gedenkfeiern zum Volkstrauertag ist stets die Botschaft des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“. Es wird gedacht der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, dies zugleich als Mahnung für die Zukunft. Die Verwaltung ist gemeinsam mit den anderen Miteinladenden der Auffassung, dass sich diese kombinierte Form der Gedenkfeier zum Volkstrauertag bewährt hat und ein dem Anlass angemessene Veranstaltung zum Volkstrauertag ist. Gez. Markus Lewe Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Achtermannstraße 19
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0675/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.09.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37