0169/2017
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 2020
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 2 Auszug BV 2 vom 26.06.2017
4335 Zeichen
Anlage 2
Geschäftsführung
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
Frau Werner
Telefon: (0221) 92313
Fax : (0221)
E-Mail: martina.werner@stadt-koeln.de
Datum: 28.06.2017
Auszug
aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der Bezirksvertretung
Rodenkirchen vom 26.06.2017
öffentlich
9.2.5 Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 2020
0169/2017
Die CDU Fraktion bittet um Vertagung.
Die Fraktion Die Grünen bitten die Vertagung zurückzuziehen.
Frau Aengenvoort zieht den Antrag zurück, mit dem Hinweis, dass die CDU das Ju-
gendzentrum Sürth nicht aufgeben wollen, sondern ein zusätzlicher Standort in Zent-
rum von Rodenkirchen gesucht werden soll. Hier habe die Verwaltung den Beschluss
falsch verstanden.
1. Beschluss:
Die CDU Fraktion, SPD Fraktion, Fraktion Die Grünen und die FDP Fraktion stellen fol-
genden Änderungsantrag:
Die Fraktionen der BV 2 bitten den Rat, den vorliegenden Kinder- und Jugendförder-
plan abzuändern und wie folgt zu beschließen:
Ziffer 3:
Der Passus unter M 2, 5. Spiegelstrich
„Die Lage auf dem Sürther Feld ist für die Versorgung des Stadtteils Rodenki r-
chen als nicht optimal zu bezeichnen. Der vorgesehene Standort grenzt direkt
an den Stadtteil Sürth und greift in erster Linie die Bedar fslage im Stadtteil
Sürth auf. Diese ist jedoch durch die vorhandene Jugendeinrichtung gedeckt.“
ist zu ersetzen durch die Formulierung
„Ein Standort auf dem Sürther Feld ist für die Versorgung des Stadtteils R o-
denkirchen wegen seiner Position im südlichen Teil des Bezirks nicht optimal
gelegen, allerdings fehlen zentralere Alternativen und zudem sprechen sowohl
die gute Erreichbarkeit als auch die auf Abstand gehaltene Wohnbebauung für
diesen Standort. Der Bedar f für diese geplante Jugendeinrichtung liegt weite r-
hin vor.“
Die bisherige Ziffer 3 enthält die Ziffer 4.
Herr Bezirksbürgermeister lässt zunächst über die Änderungsantrag beschlie-
ßen.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt:
(nicht anwesend: Herr Schykowski)
Sodann lässt der Bezirksbürgermeister über die so geänderte Beschlussvorla-
ge abstimmen:
2. Beschluss:
1. Der Rat beschließt den vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan 2016-2020
als Rahmenplanung. In dem Zeitraum von 2015 bis 2016 wurde er in einem
intensiven Planungsprozess innerhalb der Jugendverwaltung, dem AK 80 und
den Trägern der freien Jugendhilfe entwickelt und anschließend in einer Ent-
wurfsfassung als Mitteilung im Jugendhilfeausschuss und in den Bezirksver-
tretungen ausführlich erörtert. Konkrete Kommentierungen und Anregungen
sind in den Plan eingeflossen.
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die strategischen Aussagen des Kinder-
und Jugendförderplans für die Detailplanungen der nächsten Jahre zu Grunde
zu legen. Die Maßnahmenvorschläge sollen unter dem Vorbehalt einer gesi-
cherten Finanzierung in Abstimmung mit den anerkannten Trägern der freien
Jugendhilfe im Arbeitskreis Jugend nach § 80 SGB VIII und unter Beteiligung
von Kindern und Jugendlichen sukzessive umgesetzt werden. Für Maßnah-
men, deren Umsetzung haushaltsmäßige Auswirkungen haben, werden ge-
sonderte Beschlüsse der politischen Gremien vorgesehen.
3. Der Passus unter M 2, 5. Spiegelstrich
„Die Lage auf dem Sürther Feld ist für die Versorgung des Stadtteils R o-
denkirchen als nicht opt imal zu bezeichnen. Der vorgesehene Standort
grenzt direkt an den Stadtteil Sürth und greift in erster Linie die Bedarf s-
lage im Stadtteil Sürth auf. Diese ist jedoch durch die vorhandene J u-
gendeinrichtung gedeckt.“
ist zu ersetzen durch die Formulierung
„Ein Standort auf dem Sürther Feld ist für die Versorgung des Stadtteils
Rodenkirchen wegen seiner Position im südlichen Teil des Bezirks nicht
optimal gelegen, allerdings fehlen zentralere Alternativen und zudem
sprechen sowohl die gute Erreichbarkeit als auch die auf Abstand geha l-
tene Wohnbebauung für diesen Standort. Der Bedarf für diese geplante
Jugendeinrichtung liegt weiterhin vor.“
4. Der Rat beauftragt die Verwaltung, im Dezember 2018 einen Zwischenbericht
zur Umsetzung des Kinder- und Jugendförderplans vorzulegen.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
(nicht anwesend: Herr Schykowski)
Beschlussvorlage Rat
4785 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 0169/2017 Freigabedatum 24.05.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 2020 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt den vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan 2016-2020 als Rahmen- planung. In dem Zeitraum von 2015 bis 2016 wurde er in einem intensiven Planungsprozess innerhalb der Jugendverwaltung, dem AK 80 und den Trägern der freien Jugendhilfe entwi- ckelt und anschließend in einer Entwurfsfassung als Mitteilung im Jugendhilfeausschuss und in den Bezirksvertretungen ausführlich erörtert. Konkrete Kommentierungen und Anregungen sind in den Plan eingeflossen. 2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die strategischen Aussagen des Kinder- und Jugendför- derplans für die Detailplanungen der nächsten Jahre zu Grunde zu legen. Die Maßnahmen- vorschläge sollen unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung in Abstimmung mit den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe im Arbeitskreis Jugend nach § 80 SGB VIII und unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sukzessive umgesetzt werden. Für Maßnah- men, deren Umsetzung haushaltsmäßige Auswirkungen haben, werden gesonderte Be- schlüsse der politischen Gremien vorgesehen. Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 12.06.2017 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 22.06.2017 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 26.06.2017 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 26.06.2017 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 26.06.2017 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 29.06.2017 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 06.07.2017 Bezirksvertretung 7 (Porz) 06.07.2017 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 10.07.2017 Jugendhilfeausschuss 05.09.2017 Rat 28.09.2017 2 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, im Dezember 2018 einen Zwischenbericht zur Umsetzung des Kinder- und Jugendförderplans vorzulegen. Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Nach § 15 Abs. 4 des Kinder - und Jugendförderungsgesetzes Nordrhein-Westfalen sind die Komm u- nen verpflichtet, auf der Grundlage der kommunalen Jugendhilfeplanung einen Förderplan zu erste l- len, der für jeweils eine Wahlperiode der Vertretungskörperschaft festgeschrieben wird. Mit dem vorliegenden Kinder - und Jugendförderplan kommt die Verwaltung dieser geset zlichen Ver- pflichtung nach und legt hiermit eine Planung für den Zeitraum von 2016 bis 2020 vor. Das Ziel der Planung besteht darin, den öffentlichen Jugendhilfeträger, die anerkannten Träger der freien Jugendhilfe, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit h insichtlich der aktuellen Herausforderungen und daraus abzuleite n- den Handlungsansätze der Kinder - und Jugendarbeit grundsätzlich zu orientieren und damit e i- ne mittelfristige Planungssicherheit zu geben; die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen als grun dlegende Planungsgröße für den b e- darfsgerechten Ausbau von Jugendhilfeangeboten einzubeziehen. konkrete Maßnahmen zu formulieren, die geeignet erscheinen, das System der Kinder - und Jugendförderung bedarfsgerecht weiter zu entwickeln, ohne dass dabei der A nspruch erhoben wird, alle Handlungserfordernisse, die sich in einem fünfjährigen Planungszeitraum ergeben können, gedanklich abschließend vorwegnehmen und im Detail festlegen zu können. Der vorliegende Kinder- und Jugendförderplan stellt eine Rahmenplanu ng dar, die „Leitplanken“ und Impulse für die weiter notwendige, kont i- nuierliche Verständigung über die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Kinder - und Jugend- arbeit in Köln setzen möchte. Er knüpft an bislang zwei vorgehende Kinder - und Jugendförder- pläne an und bildet gleichsam einen Interpretationsrahmen für bestehende Konzepte und Tei l- pläne der Kinder- und Jugendarbeit. ist im Kontext vorhandener aktueller Kölner Konzepte der Kinder - und Jugendarbeit gemäß §§ 11-14 SGB VIII zu betrachten. ist in einem d ialogischen Planungsprozess mit den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe im Rahmen des dafür vorgesehenen Gremiums des AK 80 Jugendarbeit abgestimmt worden. ist integraler Teil der planerischen Gesamtstrategie des Dezernats für Bildung, Jugend und Sport und greift die fortgeschriebenen Handlungsziele auf, die im „Leitbild 2020“ konkretisiert sind. Wesentliche Handlungsfelder sind „Die aufgeschlossene Wissensgesellschaft“ und die „Die moderne Stadtgesellschaft“ vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachs tums einerseits und dem Zuzug von Flüchtlingsfamilien andererseits. Insbesondere die Handlungsziele der non - formalen Bildung mit ihren präventiven, fördernden und früh intervenierenden Strategien spi e- geln sich im vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan wider. Anlagen 01 - Kinder- und Jugendförderplan 2016 – 2020
Anlage 1 KJFP 2016-2020
190525 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin - Stadt Köln
Kinder- und Jugendförderplan
der Stadt Köln
Planungszeitraum 2016 bis 2020
Bestands- und Bedarfsanalyse,
Maßnahmenplanung
Dezernat für Bildung, Jugend und Sport,
Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung,
Amt für Kinder, Jugend und Familie
Köln, im April 2017
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
2
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
3
Grußwort
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, Ihnen den Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln für den Planungszeit-
raum 2016 bis 2020 vorstellen zu können. Der vorlie gende Kinder- und Jugendförderplan
schließt an zwei vorgehende Planungsberichte an und stellt damit eine aktualisierte Weg-
marke eines grundsätzlich kontinuierlichen und dialogischen Planungsprozesses dar.
Sein Ziel besteht darin, den öffentlichen Jugendhilfeträger, die anerkannten Träger der freien
Jugendhilfe, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit hinsichtlich Bestand, Bedarf und Maß-
nahmen der Kinder- und Jugendarbeit in Köln zu orie ntieren. In diesem Sinne stellt der vor-
liegende Kinder- und Jugendförderplan eine Rahmenpl anung dar, die „Leitplanken“ und Im-
pulse für die weiter notwendige, kontinuierliche Verständigung über die bedarfsgerechte Wei-
terentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit in Köln angesichts vielfältiger Herausforderun-
gen setzen möchte.
Zu diesen Herausforderungen gehören neben anderen der rasante Anstieg der Zahl der Kin-
der und Jugendlichen in Köln, Flucht und Zuwanderun g, die Dauerherausforderung von Kin-
derarmut, Segregation und Jugendarbeitslosigkeit so wie die Digitalisierung der Kindheit und
des Jugendalters. Sie werfen ganz unmittelbar die Frage nach einer quantitativ und qualitativ
bedarfsgerechten Jugendinfrastruktur auf.
Der vorliegende Kinder- und Jugendförderplan unterb reitet in diesem Zusammenhang Ant-
wortvorschläge, die in einem dialogischen Planungsp rozess mit den anerkannten Trägern
der freien Jugendhilfe im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung nach § 80 SGB VIII abge-
stimmt worden sind. Die planerischen Überlegungen s ollen auch aktiv in die Bezirksvertre-
tungen eingebracht und die dort ausgesprochenen Hin weise und Empfehlungen selbstver-
ständlich berücksichtigt werden.
Entsprechend laden wir sehr herzlich zu einer inten siven Diskussion des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans ein. Es lohnt sich, denn die Kinder- und Jugendarbeit in Köln
leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen
und jungen Männern, sie nimmt eine entscheidende Fu nktion in der Bildungsbiographie jun-
ger Menschen ein und hat eine hohe Relevanz für deren Persönlichkeitsbildung!
Dr. Agnes Klein
Beigeordnete für Bildung, Jugend und Sport
Carolin Krause
Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und
Familie
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
4
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
5
Inhalt
(1) Hintergrund und Zielsetzung des vorliegenden Kinder- und Jugendförderplans ........... 6
1.1. Zielsetzung des Kinder- und Jugendförderplans ........................................................ ... 6
1.2. Inhaltlicher Aufbau des Kinder- und Jugendförderplans ............................................... 7
(2) Reflexion des vorgehenden Kinder- und Jugendförderplans ........................................ 7
(3) Bestandsanalyse – Konzepte und Richtlinien sowie Landschaft der Kinder- und
Jugendarbeit im Überblick ............................................................................ ...............12
3.1. Konzepte und Richtlinien der Kinder- und Jugendarbeit in Köln ..................................12
3.2. Landschaft der Kinder- und Jugendarbeit in Köln ...................................................... ..13
3.3. Kommunale Aufgaben gemäß §§ 11 bis 14 und 16 SGB VIII ......................................13
(4) Bedarfsanalyse – Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit in Köln ...............15
(5) Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ und „eigenständige Jugendpolitik“ ...................23
5.1. Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ................................................................... .......23
5.2. Eigenständige Jugendpolitik aus Sicht der kommunalen Jugendförderung –
Ansatzpunkte für eine jugendgerechte Gesellschaft .................................................... 23
(6) Maßnahmenplanung ..................................................................................... ..............25
(7) Lebenswelten von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern in den
Bezirken ............................................................................................. .........................37
7.1. Beschreibung der Diagramme anhand der stadtweiten Betrachtung ...........................37
7.2. Stadtbezirk 1/ Innenstadt ............................................................................ .................42
7.3. Stadtbezirk 2/ Rodenkirchen .......................................................................... .............48
7.4. Stadtbezirk 3/ Lindenthal ............................................................................ .................53
7.5. Stadtbezirk 4/ Ehrenfeld ............................................................................. .................57
7.6. Stadtbezirk 5/ Nippes ................................................................................ ..................62
7.7. Stadtbezirk 6/ Chorweiler ............................................................................ ................67
7.8. Stadtbezirk 7/ Porz .................................................................................. ....................73
7.9. Stadtbezirk 8/ Kalk .................................................................................. ....................79
7.10. Stadtbezirk 9/ Mülheim ............................................................................... .................84
(8) Ausblick auf das weitere Vorgehen .................................................................... .........88
8.1. Umsetzung der Maßnahmen bei gesicherter Finanzierung ..........................................88
8.2. Dialogischer Planungsprozess und Zwischenbilanz 2018............................................89
(9) Übersicht über die Rückmeldungen aus den Bezirksvertretungen zum „Kinder- und
Jugendförderplan Köln 2016- 2020“ .................................................................... ........90
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
6
(1) Hintergrund und Zielsetzung des vorliegenden Ki nder- und Ju-
gendförderplans
1.1. Zielsetzung des Kinder- und Jugendförderplans
Nach § 15 Abs. 4 des Kinder- und Jugendförderungsge setzes Nordrhein-Westfalen
1 sind die
Kommunen verpflichtet, auf der Grundlage der kommun alen Jugendhilfeplanung einen För-
derplan zu erstellen, der für jeweils eine Wahlperi ode der Vertretungskörperschaft festge-
schrieben wird.
Mit dem vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan k ommt die Verwaltung dieser gesetzli-
chen Verpflichtung nach und legt hiermit eine Planu ng für den Zeitraum von 2016 bis 2020
vor. Das Ziel der Planung besteht darin,
• den öffentlichen Jugendhilfeträger, die anerkannte n Träger der freien Jugendhilfe,
Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen und
daraus abzuleitenden Handlungsansätze der Kinder- u nd Jugendarbeit grundsätzlich
zu orientieren und damit eine mittelfristige Planungssicherheit zu geben;
• konkrete Maßnahmen zu formulieren, die geeignet er scheinen, das System der Kinder-
und Jugendförderung bedarfsgerecht weiter zu entwic keln, ohne dass dabei der An-
spruch erhoben wird, alle Handlungserfordernisse, d ie sich in einem fünfjährigen Pla-
nungszeitraum ergeben können, gedanklich abschließe nd vorwegnehmen und im De-
tail festlegen zu können.
Der vorliegende Kinder- und Jugendförderplan
• stellt eine Rahmenplanung dar, die „Leitplanken“ u nd Impulse für die weiter notwendi-
ge, kontinuierliche Verständigung über die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Kin-
der- und Jugendarbeit in Köln setzen möchte. Er knü pft an bislang zwei vorgehende
Kinder- und Jugendförderpläne an und bildet gleichs am einen Interpretationsrahmen
für bestehende Konzepte und Teilpläne der Kinder- und Jugendarbeit.
• ist in einem dialogischen Planungsprozess mit den anerkannten Trägern der freien
Jugendhilfe im Rahmen des dafür vorgesehenen Gremiu ms des AK 80 Jugendarbeit
abgestimmt worden.
• ist integraler Teil der planerischen Gesamtstrateg ie des Dezernats für Bildung, Jugend
und Sport, die jüngst mit Blick auf die Herausforde rungen angesichts der Megatrends
von Flucht und Zuwanderung sowie einer stark wachse nden Stadt
2. In diesem Zu-
sammenhang ist zu unterstreichen, dass die Hauptzie lgruppe der Kinder- und Jugend-
förderung, nämlich die Zahl der weiblichen und männ lichen Kinder und Jugendlichen
im Alter von 6 bis unter 21Jahren, bis 2025 rasant um voraussichtlich 11% und bis
1 Drittes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Juge ndhilfegesetzes; Gesetz zur Förderung der Ju-
gendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des erzieher ischen Kinder- und Jugendschutzes – Kinder- und
Jugendförderungsgesetz (3. AG – KJHG – KJFöG)
2 Vergleiche Session 0148/2016, „Handlungsziele des Dezernats für Bildung, Jugend und Sport“
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
7
2040 um 16% ansteigen wird. In absoluten Zahlen entspricht dies Zuwächsen von rund
15.800 Kindern und Jugendlichen in der benannten Al tersgruppe bis 2025 und von
rund 21.900 bis 2040. 3 Im vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan spieg elt sich
insbesondere das Handlungsziel der non-formalen Bildung mit seinen präventiven, för-
dernden und früh intervenierenden Strategien wider.
1.2. Inhaltlicher Aufbau des Kinder- und Jugendförd erplans
Nachdem in Kapitel 1 kurz der Hintergrund und die Zielsetzung des vorliegenden Kinder- und
Jugendförderplans erläutert wurden, wird in Kapitel 2 ein kurzer Rückblick auf den vorge-
henden Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln vorgenommen. Kapitel 3 wiederum soll
eine Bestandsaufnahme in zwei Schritten leisten. Zu nächst werden schon bestehende Kon-
zepte der Kinder- und Jugendarbeit in Köln vorgeste llt. In einem zweiten Schritt erfolgt eine
Skizzierung der Kölner Landschaft der Kinder- und J ugendarbeit. Kapitel 4 hebt auf eine Be-
darfsanalyse ab, in der aktuelle Herausforderungen (und Dauerherausforderungen) der Kin-
der- und Jugendarbeit erörtert und aus diesen jewei ls spezifische Zielorientierungen für die
Praxis abgeleitet werden. In Kapitel 5 wird ein Maß nahmenprogramm der Kinder- und Ju-
gendarbeit vorgestellt, das sich aus den vorgehend diskutierten Herausforderungen und Zie-
len ergibt. Kapitel 6 stellt den speziellen Teil de s vorliegenden Kinder- und Jugendförder-
plans dar, in dem für jeden Stadtbezirk eine Detail analyse des Angebots, der Bedarfslagen
und der sich ergebenden Handlungserfordernisse vorg enommen wird. Schließlich gibt Kapi-
tel 7 einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. Zum einen geht es hier um die Weiterführung
des Dialogs über Bedarfe und Handlungsoptionen im R ahmen eines kontinuierlichen Pla-
nungsprozesses, zum anderen um die Umsetzung der in Kapitel 5 beschriebenen, vorgese-
henen Maßnahmen. Hierfür werden im Bedarfsfall zeit nah gesonderte Beschlüsse der politi-
schen Gremien bei gesicherter Finanzierung herbeizuführen sein.
(2) Reflexion des vorgehenden Kinder- und Jugendför derplans
Nachdem im Januar 2007 der erste Kinder- und Jugend förderplan der Stadt Köln mit einem
Planungszeitraum von 2007 bis 2009 verabschiedet wo rden war, bildete die Fachveranstal-
tung „Kompetenzen stärken – Profile schärfen“ im November 2009 den Auftakt für die Erar-
beitung des zweiten Kinder- und Jugendförderplans. Dieser legte den Schwerpunkt darauf,
Antworten auf pointierte Fragestellungen zur Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit zu disku-
tieren und damit eine aktuelle Positionierung der J ugendarbeit insbesondere im Rahmen der
Bildungsdiskussion vorzunehmen.
Im Ergebnis entstand ein Positions- und Diskussions papier, das Impulse für die Weiterent-
wicklung des Arbeitsfeldes geben sollte. Im Folgenden sollen zentrale Fragen und Positionie-
rungen des zweiten Kinder- und Jugendförderplans ku rz in Stichwörtern in Erinnerung geru-
fen werden. Sie leiten über in die Bestands- und Be darfsanalyse sowie Maßnahmenplanung
3 Vergleiche Kölner Statistische Nachrichten – 1/2016. Kleinräumige Bevölkerungsprognose für Köln
2015 bis 2040, Prognoseergebnisse nach Altersjahren, Seite 28
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
8
des vorliegenden dritten Kinder- und Jugendförderpl ans und dienen weiterhin als wichtige
Interpretationsfolie.
Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit in Köln im Kontext der Bildungsdiskussion
Pointierte Frage Antwort und Entwicklungsimpulse Weiterentwicklung im Pla-
nungszeitraum
(1) Was ist der or i-
ginäre, unver-
wechselbare
(Bildungs-) Auf-
trag der Kinder-
und Jugendar-
beit?
• Wichtiger Beitrag zur non-
formalen Bildung von Kindern und
Jugendlichen
• Hohe Relevanz für Persönlich-
keitsbildung
• Entscheidende Prinzipien: Freiwil-
ligkeit und Partizipation
• Stärkung von Handlungsfähigkei-
ten und Selbstorganisation, De-
mokratie-Lernen und soziales Ler-
nen, Erwerb sozialer Kompeten-
zen
• Beziehungsarbeit und ge-
schlechtsspezifische Arbeitsan-
sätze der „Mädchenarbeit“ und
„Jungenarbeit“
• Impuls: verstärkte Förderung des
ehrenamtlichen Engagements von
Jugendlichen – Zertifizierung non-
formaler Bildungs- und Lernpro-
zesse – noch stärkere konzeptio-
nelle Verankerung von Mädchen-
und Jungenarbeit
Kulturrucksack NRW -
Projekte
Durchführung einer U 16
Wahl (Kölner Jugendring/
Jugendeinrichtungen)
Ausbau inklusiver Angebote
in der Jugendarbeit
(2) Warum übe r-
haupt noch
Kinder- und
Jugendarbeit,
wenn Kinder
und Jugendli-
che den ganzen
Tag in der
Schule sind?
• Ganztag hat Auswirkungen auf
Angebots-zeiten der Jugendarbeit
(Nachmittage, Abende, Wochen-
enden)
• Non-formale Bildungsangebote
der Kinder- und Jugendarbeit als
entscheidende Ergänzung forma-
ler Schulbildung (siehe oben unter
(1))
• Jugendeinrichtungen sind „Sozial-
raumimmobilien“
• Impuls: konkrete Kooperation und
Vernetzung von Kinder- und Ju-
gendarbeit mit Schulen – stärkere
Profilierung von Jugendeinrichtun-
gen (z.B. zielgruppenorientiert) –
noch höherer Stellenwert mobiler
Jugendarbeit
• Konzeptionelle Schwerpunktset-
zung
Ausweitung der Öffnungs-
zeiten am Wochenende
Ausweitung der Öffnungs-
zeiten in den Ferien
Jugendeinrichtungen als
Wohnheime für unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge
Eröffnung des Skate Plaza
Kap686
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
9
Pointierte Frage Antwort und Entwicklungsimpulse Weiterentwicklung im Pla-
nungszeitraum
(3) Wie gelingt Ko-
operation mit
Schule?
• Kinder- und Jugendarbeit als ei-
genständiger Bildungsort, der
gleichberechtigt mit Schule zu-
sammen arbeitet („auf Augenhö-
he“)
• Es gibt (schon) eine etablierte Ko-
operationspraxis, die (häufig) sehr
partnerbezogen ist
• Impuls: gemeinsame Fortbildun-
gen von Lehrerinnen und Lehrern
sowie Fachkräften der Jugendar-
beit – konkrete kleine Netzwerke
von Schulen und Jugendeinrich-
tungen auf der Basis schriftlicher
Kooperationsvereinbarungen
Ausbau mobiler Freizeit und
Kooperationsangebote Ju-
gendhilfe/ Schule
Bildungslandschaft Altstadt
- Nord
Ausbau der Schulsozialar-
beit
(4) Wie kann Ju-
gendarbeit ge-
gen die Folgen
von Segregati-
on wirken?
• „Ungleiches ungleich behandeln“:
verstärkte Förderung von Jugend-
arbeit in sozial benachteiligten
Stadtteilen
• Förderung von Mobilität (sich au-
ßerhalb des bekannten, segregier-
ten Wohnumfeldes bewegen – Er-
fahrungen sammeln – Anforde-
rungen bewältigen)
• Förderung von „Selbstwirksam-
keit“
• Impuls: Förderung von Mobilität
als wichtige Aufgabe der Jugend-
arbeit weiter entwickeln – Jugend-
arbeit als Akteur in „Bündnissen
gegen (Bildungs-Armut“ - stärkerer
Akzentuierung von Gesundheits-
förderung / gesundheitsorientierte
Jugendarbeit – noch stärkere kon-
zeptionelle Akzentuierung der in-
terkulturellen Jugendarbeit
Ausbau „Bildungs- und
Teilhabepaket“
Neue Integrationsangebote
im Rahmen von „Flucht und
Zuwanderung“
Ausbau von HaLt ( Hart am
Limit) – Alkoholprävention.
Umsetzung in 3 Kranken-
häusern (vorher 1)
3 neue Jugendeinrichtun-
gen (Kalk, Mülheim, Fin-
kenberg), Schließung 2 Ju-
gendeinrichtungen (Bilder-
stöckchen, Deutz), Umbau
einer Jugendeinrichtung
(Sülz)
8 neue Jugendprojekte
(Dellbrück, Holweide,
Vingst, Merheim, Bicken-
dorf, Gremberghoven, Poll,
Wahnheide), Schließung 1
Jugendprojekt (Bilderstöck-
chen)
Verstetigung Streetwork
2013
(5) Wie verortet
sich die Ju-
gendarbeit in
sozialräumli-
chen Konzep-
ten?
• Stadtteil/ Sozialraum wichtige Ori-
entierung von Jugendarbeit (und
Schule)
• Jugendarbeit wichtiger Partner in
Bildungsnetzwerken und wichtiges
Stadtteilangebot
• Auch zentral organisierte Jugend-
verbandsarbeit, Jugendberufshilfe
und Jugendschutz wirken „vor Ort“
• Impuls: zielgerichtete Vernetzung
unterschiedlicher Träger der Ju-
Ausbau der Vernetzung und
Angebote mit dem Sport
durch „Sport in Metropolen“
„Mülheim 2020“
„Bildungslandschaft Alt-
stadt-Nord“
§ 16 „Familienbildung“ Ein-
bindung in die Abteilung
Kinderinteressen und Ju-
gendförderung.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
10
gendarbeit im Stadtteil / Sozial-
raum verstärken
Pointierte Frage Antwort und Entwicklungsimpulse Weiterentwicklung im Pla-
nungszeitraum
(6) Wie wird Ki n-
der- und Ju-
gendarbeit in-
klusiv?
• Uneingeschränkte Teilhabe, völli-
ge Gleich-stellung und Recht auf
Selbstbestimmung – inklusives
Handeln setzt Haltung voraus
• Kinder und Jugendliche mit Be-
hinderung in Angebotsplanungen
mitdenken
• Impuls: Fortbildungen und Erfah-
rungsaus-tausche der Fachkräfte
– Kooperationen und Partner-
schaften zum Beispiel mit Behin-
derten- (Selbsthilfe)- Organisatio-
nen - inklusive Konzeption als
Schwerpunkt im Wirksamkeitsdia-
log
Projekt Inklusion in der Ju-
gendarbeit und Ferienpro-
gramme
Modellprojekt „Inklusion in
der Offenen Kinder- und
Jugendarbeit“
Ausbau von Ferien- und
Freizeitangeboten für w/m
Kinder- und Jugendliche mit
Behinderung
Projekt Inklusion und Parti-
zipation
(7) Wie können
Kinder und Ju-
gendliche parti-
zipieren? – Was
heißt Partizipa-
tion in der Ju-
gendarbeit? –
Was müssen
wir tun, um
Teilhabe zu er-
möglichen?
• Selbstständige und eigenverant-
wortliche Durchführung von Ange-
boten sowie Mitbestimmung und
Mitverwaltung bei Programmaus-
wahl und -durchführung als Stan-
dard
• Impuls: Grundthese der zurückhal-
tenden Begleitung von Eigeninitia-
tive muss sich konzeptionell
durchdeklinieren lassen – struktu-
rell verankerte Beteiligungsformen
(Jugendräte) – Förderung von
Partizipationskompetenzen
„Hearing Partizipation“
Einstieg in „Kinderfreundli-
che Kommune“
(8) Jugendwelten
sind Medien-
welten – Wel-
che konzeptio-
nellen Anpas-
sungen erfol-
gen in der Kin-
der- und Ju-
gendarbeit?
• Die Diskussion über Vermittlung
von Medienkompetenz muss aus
der spezialisierten Bearbeitung
von und durch „Medienpäda-
gogen“ oder „Träger der Suchthil-
fe“ noch stärker heraus-treten und
in der Wirklichkeit der ganzen Kin-
der- und Jugendarbeit ankommen.
• Impuls: Schaffung attraktiver, le-
bendiger und interkultureller Medi-
ennetzwerkprojekte, die nachhaltig
sind und von den Jugendlichen
angenommen wer-den.
• Impuls: Kritische Auseinanderset-
zung mit Medieninhalten, Medien-
nutzung und dem eigenen Um-
gang mit Medien.
• Impuls: Peer Ansätze als Potential
zur Weiterentwicklung nutzen.
Planung und Konzeptionie-
rung einer medienorientier-
ten, stadtweiten Jugendein-
richtung
Fachtagung E-Partizipation
(Partizipation und Medien)
in Kooperation mit „Youth-
part“ 2012
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
11
Pointierte Frage Antwort und Entwicklungsimpulse Weiterentwicklung im Pla-
nungszeitraum
(9) Wie kann Ki n-
der- und Ju-
gendarbeit
wirksam helfen,
den Übergang
Schule – Beruf
besser zu ge-
stalten?
• Verstärkung und Verankerung des
anschlussbezogenen Denkens
und Handelns in das Schul- und
Bildungssystem. Runderlass des
Ministeriums für Schule und Wei-
terbildung hebt unter anderem auf
die Zusammenarbeit mit der Ju-
gendsozialarbeit im Bereich der
Berufsorientierung ab. Das Kölner
Übergangsmanagement plant Ein-
führung des „Standardprozess Be-
rufsorientierung“ an allen Haupt-,
Real-, Förder- und Gesamt-
schulen unter besonderer Beteili-
gung der Träger der JBH
• Aufbau und Weiterentwicklung von
professionellen Netzwerken
• Sicherung bzw. Ausbau von nie-
derschwelligen und entwicklungs-
begleitenden Beratungs- und För-
derangeboten (z. B. Kompetenza-
genturen/Beratungsstellen im
Übergang)
• Optimierung der Zusammenarbeit
mit verschiedenen Akteuren der
Jugendhilfe
• Stärkung und Verbesserung der
Ausbildungsbereitschaft der Be-
triebe bezogen auf die Zielgruppe
„JUGEND STÄRKEN im
Quartier“ in Mülheim/ Kom-
petenzagentur (Europäi-
scher Sozialfond)
KAoA: Weiterentwicklung
des Übergangssystems
Schule/Beruf (KAoA
Schwerpunktsetzung:
Handlungsfeld II)
(10) Was sind die
Herausforde-
rungen von Ju-
gendhilfepla-
nung und Qua-
litätsent-
wicklung in der
Kinder- und
Jugendarbeit
sowie in der
Jugendförde-
rung?
• Fortschreibung des kommunalen
Kinder- und Jugendförderplans
bedeutet immer Weiterentwicklung
der Jugendhilfeplanung als Gan-
zes und der Qualitätsentwicklung
in den einzelnen Handlungsfel-
dern.
• Regelmäßige Überarbeitung kon-
zeptioneller Grundlagen der Ju-
gendarbeit.
• Qualitätsentwicklung durch ange-
messene Instrumente der Evalua-
tion und des Fach-controllings,
auch vor dem Hintergrund der be-
grenzten Ressourcen bei öffentli-
chen und freien Trägern.
• Aktualisierung der bestehenden
Gremienstruktur des AK § 80/ in-
tegrative Jugend-arbeit und der
Arbeitsgemeinschaften nach § 78
bezogen auf die einzelnen Hand-
lungsfelder.
Spielplatzbedarfsplanung
2011
Bedarfsanalyse zur Schaf-
fung von Jugendeinrichtun-
gen 2011
Konzeption kommunale
Schulsozialarbeit 2012
Gesamtkonzept für Gewalt-
prävention im Kinder und
Jugendschutz der Stadt
Köln I und II 2011, 2014
Entwicklung neuer Förder-
richtlinie OKJA 2015
Entwicklung neuer Förder-
richtlinie für Kultur- und Me-
dienpädagogische Fachein-
richtungen 2015
Konzept zur Arbeit mit Kin-
dern und Jugendlichen aus
Flüchtlingsfamilien 2015
Neukonzeptionierung
Streetwork 2016
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
12
(3) Bestandsanalyse – Konzepte und Richtlinien sowi e Landschaft
der Kinder- und Jugendarbeit im Überblick
3.1. Konzepte und Richtlinien der Kinder- und Jugen darbeit in Köln
Richtlinien der Kinder- und Jugendarbeit
Zum Standard der Fachabteilung Jugendförderung im A mt für Kinder, Jugend und Familie
der Stadt Köln gehört es, im Diskurs mit den Akteuren aus der spezifischen Trägerlandschaft
Richtlinien und Konzepte zu den relevanten Arbeitsb ereichen zu entwickeln und fortzu-
schreiben.
Die Richtlinien zur Förderung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie die Richtlinien zur
kulturellen Bildung wurden aktualisiert und traten mit Ratsbeschluss vom 23.06.2015 zum
01.09.2015 in Kraft. Zielsetzung ist, eine qualitat iv hochwertige und flexible soziale und pä-
dagogische Arbeit auf der Grundlage einer verbesserten strukturellen Förderung anbieten zu
können. Über ein pauschaliertes System der Personal kostenförderung ist darüber hinaus
eine gerechte Verteilung der Fördermittel in der Trägerlandschaft gewährt.
• Über die vertragliche Abwicklung zwischen Stadt un d Trägerlandschaft erhöhen sich
die Finanzierungs- und damit die Planungssicherheit . Der Nachweis des Eigenanteils
ist nicht mehr starr geregelt, so dass er, je nach Größe der einzelnen Einrichtung und
Anzahl von Jugendeinrichtungen, innerhalb eines Trä gersystems eingesetzt werden
kann. Nach wie vor ist die Einwerbung von Eigenmitteln Standard.
• Der Zuwendungsvertrag löst den bisherigen Bewillig ungsbescheid ab. Das Finanzcon-
trolling erfolgt auf den Anlass bezogen oder stichp robenartig durch die Jugendverwal-
tung. Wesentliche Voraussetzung für die Kontinuität der sozialen und pädagogischen
Arbeit ist die Finanzierungssicherheit für mindeste ns die Dauer eines Kinder- und Ju-
gendförderplans. Die vorgesehene vertragliche Bindung beträgt daher fünf Jahre.
Mit der Verabschiedung dieser beiden Richtlinien ge lang ein Paradigmenwechsel von einer
komplizierten Förderstruktur hin zu einer vereinfac hten und gerechten Verteilung von För-
dermitteln. Im Planungszeitraum wird angestrebt, we itere Richtlinien und Konzepte zu über-
arbeiten (siehe Maßnahmenteil).
Konzepte der Kinder- und Jugendarbeit
Dem vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan liegen aktuelle Konzepte als Anlage an:
• Konzeption der kommunalen Schulsozialarbeit in Köl n 2012
• Konzept zur Gewaltprävention I und II 2011 und 201 4
• Konzept Streetwork 2016
Die aktuellen Herausforderungen der Kinder- und Jug endarbeit einerseits und Standardset-
zung in Querschnittsaufgaben andererseits erfordern strategisches soziales Management
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
13
und die offensive Herangehensweise an brisante Themenfelder, um weibliche und männliche
Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentw icklung zu fördern und sie vor schädli-
chen Einflüssen zu schützen. Abhängig von Ressource n folgen im Planungszeitraum Kon-
zepte zur Partizipation, zur Mädchen- und Jungenarb eit, zur Internationalen Jugendarbeit,
zur Digitalisierung, zu Streetwork sowie zur Radikalisierungsprävention.
3.2. Landschaft der Kinder- und Jugendarbeit in Köl n
Eine informative Darstellung der Angebotsvielfalt d er Kinder- und Jugendarbeit in Köln ist
aktuell auf der Internetplattform der Stadt Köln ab rufbar (
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-
koeln/freizeit-natur-sport/ferien-freizeit/ .
Gleichzeitig bietet sich dort bislang leider nur ei n Ausschnitt des gesamten Angebotsspekt-
rums.
In Abstimmung mit dem AK 80 – Integrative Jugendarbeit ist die Erstellung einer interaktiven
Karte mit den vollständigen Angeboten der Kinder- u nd Jugendarbeit in das Maßnahmen-
programm des vorliegenden Plans (vergleiche Kapitel 5, Maßnahme M12) aufgenommen
worden. Ziel dieser Karte ist es, die gesamte Spannweite des Themas aufzeigen, ohne dabei
den Überblick über die verschiedenen Akteure und deren Angebote zu verlieren.
3.3. Kommunale Aufgaben gemäß §§ 11 bis 14 und 16 S GB VIII
Die Übersicht bietet eine kurze Zusammenfassung der kommunalen Aufgaben im Bereich
der Kinder- und Jugendarbeit gemäß der §§ 11- 14 SGB VIII.
Eine detaillierte Darstellung findet sich im Anhang des Kinder- und Jugendförderplans in den
Berichten:
• Kinderinteressen und Jugendförderung – Das Aufgabe nspektrum (und die Veranstal-
tungen) im Überblick 2013/2014
• Bericht zum Modellprojekt „Inklusion in der Offene n Kinder- und Jugendarbeit 2015
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
14
Ki nderinteressen / § 11
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Spielplatzangelegenheiten (690 Spiel- und Bolz-
plätze, 97 Baumaßnahmen)
• Freizeit- und Spielpädagogische Programme
• Projekte zur politischen Bildung und Partizipation
• Weltkindertag
• Zertifizierung „Kinderfreundliche Kommune“
Jugendarbeit / §§ 11,12 und 16 SGB
VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Offene Kinder- und Jugendarbeit (71 Jugendein-
richtungen, 35 Jugendprojekte)
• Projekte für Flüchtlinge (72 Mikroprojekte)
• Familienbildung
• Jugendverbandsarbeit
• Kultur- und Medienpädagogik (10 Facheinrichtun-
gen)
• Internationale Begegnungen und Fachkräfteaus-
tausch
(15 Programme)
Schulsozialarbeit / § 13 SGB VIII
Amt für Schulentwicklung
• 75 SchulsozialarbeiterInnen an Grundschulen
• 6 SchulsozialarbeiterInnen an FS (Förderschule)
Lernen
• 3 SchulsozialarbeiterInnen an FS Sprache
• 7 SchulsozialarbeiterInnen an FS emotionale und
soziale Entwicklung
• 3 SchulsozialarbeiterInnen an Hauptschulen
• 14 SchulsozialarbeiterInnen an Realschulen
• 3 SchulsozialarbeiterInnen an Gesamtschulen
• 6 SchulsozialarbeiterInnen an Gymnasien
• 12 SchulsozialarbeiterInnen an Berufskollegs
Jugendberufshilfe / § 13 SGB VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Übergangssystem Schule Beruf in NRW – KAoA*-
Jugendhilfe ( 4 Jugendberatungsstellen für Ar-
beits- und Berufsfragen, 9 Jugendwerkeinrichtun-
gen, 4 Kompetenzagenturen
) (* Kein Abschluss ohne
Anschluss)
Jugendschutz / § 14 SGB VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Erzieherischer und gesetzlicher Kinder- und Ju-
gendschutz
• Jugendmedienschutz
• Streetwork
• Gewaltprävention
• Radikalisierungsprävention
• Suchtprävention
• Frühintervention
Bezirksjugendpflege / §§ 11-14 SGB
VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Jugendpflege in 9 Stadtbezirken ( Umsetzung des
gesamtstädtischen Auftrags gemäß §§ 11-14 SGB
VIII in den Kölner Stadtbezirken)
Querschnittsaufgaben / §§ 11 – 14
SGB VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie/
Abteilung Kinderinteressen und Ju-
gendförderung
• Partizipation
• Geschlechtergerechtigkeit
• Inklusion
• Interkulturalität
Jugendwohnen / §§ 13.1. und 13.3.
SGB VIII
Amt für Kinder, Jugend und Familie
• 9 Jugendwohnheime in Köln
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
15
(4) Bedarfsanalyse – Herausforderungen der Kinder- und Jugend-
arbeit in Köln
Die Kinder- und Jugendarbeit sieht sich (nicht nur) in Köln einer Reihe von neueren, tiefgrei-
fenden gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüb er, zum Beispiel einem rasanten Be-
völkerungswachstum oder dem gesellschaftlichen Phän omen von Flucht und Zuwanderung.
Diese Herausforderungen ergänzen und verstärken bes tehende Dauerherausforderungen
der Kinder- und Jugendarbeit, zum Beispiel die Bekä mpfung von Kinderarmut oder die Ge-
sundheitsförderung von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern.
Gesellschaftliche Herausforderung Maßnahmen des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans
(1) Bedarfsgerechte Jugendinfrastruktur an-
gesichts stark steigender Zahlen von
Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern im Kontext des allgemei-
nen Bevölkerungswachstums
• Bevölkerung in Köln wächst bis 2040 auf vo-
raussichtlich auf fast 1,2 Mio. Einwohnerinnen
und Einwohner
• insbesondere bis etwa 2025 (bis zu diesem
Jahr liegen auch kleinräumige Prognoseer-
gebnisse auf Stadtteilebene vor) eine
sprunghafte Entwicklung
• alleine bis 2025 für alle einzelnen Altersgrup-
pen von Mädchen und Jungen/ jungen Frau-
en und jungen Männern in Köln, also für Kin-
dergartenkinder, Grundschulkinder etc., Zu-
wachsraten von 11% bis 12% zu erwarten
• Für Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern im Alter von 6 bis unter 21
Jahren, der nach Kinder- und Jugendförde-
rungsgesetz Hauptzielgruppe der Jugendför-
derung, wird ein Anstieg von 136.800 in 2014
auf 152.500 in 2025 vorausberechnet, das
entspricht einem Anstieg um rund 15.600 und
einem prozentualem Zuwachs von 11%.
• In den 86 Stadtteilen Kölns ergeben sich mit
Blick auf die 6- bis unter 21-jährige Bevölke-
rung von 2014 bis 2025 Veränderungsraten,
die von – 10% bis + 62% reichen.
• Fragen nach quantitativ und qualitativ be-
darfsgerechter Infrastruktur der Jugendförde-
rung, die dieses Wachstum „mitgeht“ (Ju-
gendeinrichtungen + Flächen im öffentlichen
Raum)
Aktualisierung der Bedarfsanalyse
Jugendeinrichtungen und Jugend-
projekte
Aktualisierung der Spielplatzbe-
darfsplanung / Flächen für Kinder
und Jugendliche im öffentlichen
Raum
Realisierung von jugendgerechten
Angeboten im öffentlichen Raum
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
16
Gesellschaftliche Herausforderung Maßnahmen des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans
(2) Integration von Mädchen und Jungen/
jungen Frauen und jungen Männern nach
Flucht und Zuwanderung
• Zum Stand 11.02.2016 waren auf Kölner
Stadtgebiet insgesamt 11.666 Flüchtlinge un-
tergebracht (vergleiche hierzu ausführlich: 7.
Bericht zur Flüchtlingssituation in Köln (Ses-
sion 1248/2016)). Mit Stand Jahresende 2015
waren 34% aller Flüchtlinge Kinder und Ju-
gendliche unter 18 Jahren (vergleiche Sessi-
on 0224/2016)
• Herausforderung der Integration von Mäd-
chen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männern nach Flucht und Zuwanderung in
Regelangebote der Kinder- und Jugendarbeit
Maßnahmenpaket Integration
Berufliche Perspektiven für be-
nachteiligte w/m Jugendliche
Weiterentwicklung der Gesund-
heitsförderung - Suchtprävention
(3) Bekämpfung von Kinderarmut, Segregati-
on und Jugendarbeitslosigkeit
• Transferleistungsbezug mit massiv einge-
schränkten Entwicklungschancen
• sozialräumlich, auf Stadtteil- und Stadtviertel-
ebene, zum Teil extrem unterschiedlich güns-
tige oder prekäre Bedingungen für ein gelin-
gendes Aufwachsen von Kindern und Ju-
gendlichen
• sozialräumliche Segregation nimmt zu (Sche-
re zwischen den Stadtteilen öffnet sich weiter)
• In den 86 Stadtteilen Kölns reicht die Kinder-
armutsquote von 0% bis 58%. Es ergibt sich
also eine deutliche sozialräumliche Differen-
zierung der Betroffenheit von Armutslagen bei
Kindern. Schaut man noch kleinräumiger auf
die Ebene der knapp 300 Stadtviertel in Köln,
dann geht die Schere noch weiter auseinan-
der. Die Bandbreite der Kinderarmutsquoten
reicht dann von 0% bis 78%.
• Ein weiterer wichtiger Indikator für Armuts-
und Benachteiligungslagen im Sinne eines
Ausschlusses von Erwerbsarbeit stellt die Ju-
gendarbeitslosigkeit dar. Zum Jahresende
2014 betrug die Jugendarbeitslosenquote ge-
samtstädtisch 5,6%. Auf Stadtteilebene vari-
iert dieser Anteil erheblich und reicht von 0%
bis 13,0%. In der kleinräumigen Perspektive
auf Stadtviertel ergeben sich Anteilswerte
zwischen 0% und 17,5%.
Aktualisierung der Bedarfsanalyse
Jugendeinrichtungen und Jugend-
projekte
Aktualisierung der Spielplatzbe-
darfsplanung / Flächen für weibli-
che und männliche Kinder und Ju-
gendliche im öffentlichen Raum
Berufliche Perspektiven für be-
nachteiligte Mädchen und Jungen/
junge Frauen und junge Männern.
Integriertes Handlungskonzept
„Starke Veedel – starkes Köln“
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
17
Gesellschaftliche Herausforderung Maßnahmen des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans
(4) Inklusion von Kindern und Jugendlichen
mit Behinderung
• Anteil der Mädchen und Jungen/ jungen
Frauen und jungen Männern mit körperlichen,
geistigen oder psychischen Behinderungs-
formen im Alter von 6 bis 18 Jahren liegt bei
ca. 4,5%. Rechnet man die Jugendlichen da-
zu, die die eine Förderschule Lernen besu-
chen, steigt der Anteil auf ca. 7.1 %
• UN-Konvention fordert volle und wirksame
Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
an der Gesellschaft = Auftrag für die Kinder-
und Jugendarbeit Wie wird Kinder- und Ju-
gendarbeit inklusiv?
Förderung und Ausbau von barrie-
refreien außerschulischen Freizeit-,
Bildungs- und Ferienangeboten
Entwicklung eines Partizipations-
konzeptes für Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen
Männern
(5) Geschlechtergerechtigkeit, sexuelle Orien-
tierung, gleichgeschlechtliche Lebenswei-
sen und geschlechtliche Identität als wich-
tige Themen der Jugendhilfe
• Konzeptionelle Verstetigung von Genderpä-
dagogik in der Jugendarbeit, um einseitige
Normierungen von Handlungs-, Denk- und
Gefühlsmustern abzubauen und Förderung
der freien Entfaltung aller Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männern, un-
abhängig von ihrer biologischen Ge-
schlechtszugehörigkeit.
• Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist stärker als
bisher notwendig, um Tendenzen von Aus-
grenzung und Gewalt gegen Lesben und
Schwulen entgegenzuwirken und zur Entta-
buisierung im privaten und öffentlichen Raum
beizutragen.
• Informelle und zielgruppenorientierte Bil-
dungs- und Beratungsangebote können einen
wesentlichen Beitrag zur Akzeptanz und Tole-
ranz von gleichgeschlechtlichen Lebenswei-
sen und Partnerschaften leisten.
• Coming Out, Probleme mit der eigenen Ho-
mo-, Bi- oder Transsexualität, Safer Sex,
Konfliktsituationen und Partnerschaftsprob-
leme erfordern die Fortbildung von ehrenamt-
lichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des
erzieherischen Jugendschutzes, sowie die
Jugendbildungsreferentinnen und Jugendbil-
dungsreferenten der Verbände.
Weiterentwicklung von Konzepten,
unter anderem zu Geschlechterge-
rechtigkeit/ sexuelle Orientierung /
gleichgeschlechtliche Lebenswei-
sen / geschlechtliche Identität
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
18
Gesellschaftliche Herausforderung Maßnahmen des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans
(6) Qualitätsentwicklung der Kinder- und Ju-
gendarbeit
• Bedarf, die differenzierte Landschaft der Kin-
der- und Jugendarbeit in Köln zum einen ver-
bessert zu strukturieren und zielorientiert zu
gestalten, zum anderen diese personell und
finanziell adäquat auszustatten. Es geht da-
rum, weitere Qualitätsentwicklungen zu reali-
sieren.
• Richtlinien: Zusätzliche finanzielle Mittel für
eine Verbesserung der Förderstruktur, För-
dergerechtigkeit, Qualitätsdiskurs
• Flexibilisierung der Angebote hinsichtlich Zeit,
Raum und Qualität
• Leistungskatalog als Instrument des quantita-
tiven und qualitativen Monitorings
• Unterstützung von Kooperationen (z.B. All-
gemeiner Sozialer Dienst, Interkultureller
Dienst, Schule, Sportvereine) und Netzwer-
ken
• Weitere Richtlinien und Konzeptentwicklung
erforderlich
Umsetzung der neuen Richtlinien
Stärkung der Selbstorganisation
junger Menschen in der Jugend-
verbandsarbeit
Berufliche Perspektiven für be-
nachteiligte Mädchen und Jungen/
junge Frauen und junge Männer.
Erstellung einer interaktiven Karte
mit den Angeboten der Kinder- und
Jugendarbeit
Weiterentwicklung von Konzepten
zur Internationalen Jugendarbeit,
zur Digitalisierung, zur Gewalt- und
Radikalisierungsprävention und zur
Geschlechtergerechtigkeit/ sexuel-
le Orientierung / gleichgeschlecht-
liche Lebensweisen / geschlechtli-
che Identität
Weiterentwicklung der Gesund-
heitsförderung – Suchtprävention
Schulsozialarbeit fördert kulturelle
Kompetenzen
(7) Partizipation von Mädchen und Jungen/
jungen Frauen und jungen Männern
• Freiwilligkeit und Teilhabe als handlungslei-
tenden Prinzipien der Jugendarbeit
• Strukturierung und Weiterentwicklung der An-
sätze in Köln notwendig
Entwicklung Partizipationskonzept
Jugendbefragung
Realisierung von jugendgerechten
Angeboten im öffentlichen Raum
Stärkung der Selbstorganisation
junger Menschen in der Jugend-
verbandsarbeit
(8) Prävention von Gewalt, Radikalisierung,
Extremismus, Salafismus
• Tendenz zu Gewaltausübung/ Radikalisierung
gesellschaftlicher Teilgruppen
• Erfordernis der Prävention
Weitere Umsetzung des Bundes-
programms „Demokratie leben! Ak-
tiv gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Menschenfeindlichkeit“
Weiterentwicklung von Konzepten,
unter anderem zu Gewalt- und Ra-
dikalisierungsprävention
Ausbau Streetwork
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
19
Gesellschaftliche Herausforderung Maßnahmen des vorliegenden Kin-
der- und Jugendförderplans
(9) Förderung von Medienkompetenzen ange-
sichts der Digitalisierung der Kindheit und
des Jugendalters
• Digitale Medien als neue Sozialisations-
instanz, starker Einfluss auf Identitätsbildung
und Selbstkonzeptionierung von Kindern und
Jugendlichen
• Chancen und Risiken mit Blick auf inhaltliche
und Beziehungsebene: Jugendmedienschutz,
Preisgabe persönlicher Daten, Cybermobbing
etc.
• Medienbildung, und Medienkompetenz als
wichtige Voraussetzungen für mündige Teil-
habe an unserer Gesellschaft.
Weiterentwicklung von Konzepten,
unter anderem zu Digitalisierung
Erstellung einer interaktiven Karte
mit den Angeboten der Kinder- und
Jugendarbeit
(10) Gesundheitsförderung und Suchtpräven-
tion
• Im Rahmen des Kinder- und Jugendgesund-
heitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-
Institutes ist eine Verschiebung von akuten zu
chronischen Erkrankungen und hin zu psy-
chischen Auffälligkeiten festgestellt worden.
Gleichzeitig sind die gesundheitlichen Chan-
cen auf ein von Krankheit und Gesundheits-
störungen unbelastetes Leben nicht gleich
verteilt. Vor allem Kinder aus sozial benach-
teiligten Familien haben erhöhte Gesund-
heitsrisiken, die auf dem Lebensstil und den
Lebensumständen der Familien beruhen
können.
• Jährlich sterben in Deutschland mindestens
110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen
des Tabakkonsums, weitere 40.000 Men-
schen an den Folgen schädlichen Alkohol-
konsums, und etwa 1300 Todesfälle im Jahr
geschehen in Folge illegalen Drogenmiss-
brauchs
• Erfordernis von Gesundheitsförderung und
Suchtprävention, gesundheitsorientierten Ju-
gendarbeit; enger Zusammenhang zu Fragen
der Benachteiligung
Weiterentwicklung der Gesund-
heitsförderung - Suchtprävention
(11) Förderung kultureller und medienpädago-
gischer Kompetenzen
• Kulturelle Bildung ist wichtiger Bestandteil ei-
ner emanzipatorischen und innovativen Ju-
gendarbeit
• Im Zentrum kultureller und medialer Bil-
dungsprozesse stehen die Auseinanderset-
Umsetzung der neuen Richtlinie
zur kultur- und medienpädagogi-
schen Arbeit
Schulsozialarbeit fördert kulturelle
Kompetenzen
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
20
zung mit und der Erwerb von medial künstle-
rischen Fähigkeiten und Erfahrungen im Be-
reich der aktiven Produktion/Gestaltung und
Präsentation und der Rezeption und Kritikfä-
higkeit.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
21
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
22
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
23
(5) Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ und „eigenst ändige
Jugendpolitik“
Zwei „Leitprojekte“ bzw. Leitziele der Kinder- und Jugendförderung, die beide in der Praxis
vielfältige Verbindungslinien zu verschiedenen Arbe itsbereichen und Themenfeldern aufwei-
sen, sollen an dieser Stelle „vor die Klammer“ der Maßnahmenplanung im Einzelnen gezo-
gen werden. Es handelt sich um die übergreifenden Z ielsetzungen der Realisierung einer
kinderfreundlichen Kommune und einer eigenständigen Jugendpolitik.
5.1. Siegel „Kinderfreundliche Kommune“
Die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ bietet Kommunen die Möglichkeit, die
Rechte von Kindern und damit den Schutz, die Förder ung sowie die Beteiligung von Kindern
zu stärken.
Die demografische Entwicklung stellt Kommunen vor besondere Herausforderungen. Kinder-
und familienfreundliche Lebensbedingungen sind zu harten Standortfaktoren geworden. Wer
sich heute für Kinder einsetzt investiert in die eigene Zukunft.
Ihr unmittelbares Lebensumfeld beeinflusst die Bedi ngungen des Aufwachsens und die Ent-
wicklungschancen von Kindern am meisten. Die Verwirklichung von Kinderrechten muss sich
also am Wohnort der Kinder beweisen, hier können ko nkrete Verbesserungen erzielt wer-
den.
Das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ist eine gem einsame Initiative von UNICEF
Deutschland (mit seinem Sitz in Köln) und Deutsches Kinderhilfswerk. Der Verein „Kinder-
freundliche Kommune e.V.“ zeichnet Städte und Gemei nden aus, die für die lokale Umset-
zung der Kinderrechte – unter Beteiligung der in de n Kommunen lebenden Kinder und Ju-
gendlichen – verbindliche Ziele und einen Aktionsplan entwickelt.
Als erste Großstadt in Deutschland bewirbt sich Köl n für das Siegel „Kinderfreundliche
Kommune“. Für die Stadt Köln ergibt sich damit die Chance, die eigene Kinderfreundlichkeit
nach internationalen Standards zu steigern und öffentlich zu machen.
5.2. Eigenständige Jugendpolitik aus Sicht der komm unalen Jugendförderung – An-
satzpunkte für eine jugendgerechte Gesellschaft
Der Arbeitskreis Eigenständige Jugendpolitik der Ar beitsgemeinschaft kommunaler Jugend-
förderung Nordrhein Westfalen (NRW) hat ein Diskussionspapier entwickelt, welches sich an
die Fachkräfte der Jugendförderung, die Leitungsver antwortlichen in den kommunalen Ju-
gendämtern sowie an die kommunalpolitischen Entsche idungsträgerinnen und Entschei-
dungsträger richtet.
Das durch die Arbeitsgemeinschaft erarbeitete Disku ssionspapier richtet den Blick auf die
Lebenswelten der Jugendlichen vor Ort und benennt l okale Instrumente und passgenaue
Rahmenbedingungen der Jugendförderung, die zu einem gelingenden Aufwachsen aller Ju-
gendlichen beitragen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
24
Es dient dem Ziel Entscheidungsträgerinnen und Ents cheidungsträger in die Verantwortung
zu nehmen und eine Debatte darüber auszulösen, eine Haltung zu entwickeln und den Wil-
len zu einer jugendgerechten Gesellschaft zu bekunden. Eigenständige Jugendpolitik soll als
Auftrag verstanden werden, die bestehenden Grundlagen und Instrumente neu zu beleben.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
25
(6) Maßnahmenplanung
M1 Aktualisierung der Bedarfsanalyse von Jugendeinrichtungen und Jugend-
projekten
Herausforderungen: Bedarfsgerechte Jugendinfrastruktur angesichts stark steigender Zah-
len von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern
• Wie im Rahmen der Bedarfsanalyse dargestellt, stei gt die Zahl der Mädchen und
Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern in Köln na ch aktueller städtischer Be-
völkerungsprognose rasant an und wirft die Frage nach einer quantitativ und qualita-
tiv bedarfsgerechten Jugendinfrastruktur auf, die dieses Wachstum mitgeht.
• Die Verwaltung sieht vor, die in 2011 erstellte Be darfsanalyse von Jugendeinrichtun-
gen und Jugendprojekten zeitnah auf aktualisierter Datenbasis fortzuschreiben. Das
seinerzeit im AK 80 intensiv erörterte Analysemodell hat sich nach Einschätzung der
Verwaltung gut bewährt. Es bedarf aber hinsichtlich aller relevanten Indikatoren
(Kinderarmutsdaten, Bevölkerungsdaten, Angebotsdate n) eines Updates und einer
aktualisierten qualitativen Bewertung.
• Im Ergebnis wird ein Vorschlag unterbreitet werden , welche Stadtteile in Köln mit
Blick auf Entwicklung der Jugendbevölkerung, auf Benachteiligungslagen und beste-
henden Angebote für einen weiteren Ausbau der Jugen dinfrastruktur bei gesicherter
Finanzierung besonders relevant wären.
M2 Realisierung/ Inbetriebnahme von für 2016ff. fest eingeplanten neuen Ju-
gendeinrichtungen und -angeboten
Herausforderungen: Bedarfsgerechte Jugendinfrastruktur angesichts stark steigender Zah-
len von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern, Bekämpfung von Kin-
derarmut
• Auf der Grundlage der in 2011 vorgenommenen Bedarf sanalyse von Jugendeinrich-
tungen und Jugendprojekten, die (wie in M1 dargeste llt) zeitnah weiter fortgeschrie-
ben werden soll, hat die Jugendverwaltung in der jü ngeren Vergangenheit eine Rei-
he von neuen Jugendeinrichtungen und -angeboten auf den Weg gebracht, die in
2016 und Folgejahren abschließend realisiert werden.
• Es handelt sich hierbei um den erfolgten Umbau der Jugendeinrichtung Sülzburg-
straße im Stadtteil Sülz (2015), den Neubau der Jug endeinrichtung im Stadtteil Fin-
kenberg, den realisierten Neubau der Jugendeinricht ung Rendsburger Platz im
Stadtteil Mülheim (2016), den Neubau der neuen Jugendeinrichtung im Stadtteil Kalk
(2016), die Realisierung eines Jugendprojektes im S tadtteil Ostheim (Neubaugebiet
Waldbadviertel, 2016) und den Neubau/Ersatzbau eine r Jugendeinrichtung in Wei-
den (2016).
• Für den Stadtteil Nippes, auf dem ehemaligen Clouth -Gelände, haben Jugendhil-
feausschuss und Rat der Stadt Köln die Errichtung eines Gebäudes in der Größe
von ca. 450 qm Nutzfläche beschlossen (Session Nr. 1969/2016). Die Immobile
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
26
wird an den Träger der freien Jugendhilfe „jfc Medi enzentrum“ vermietet. Der
Umzug des jfc Medienzentrums von seinem bisherigen Standort am Hansaring
erfolgt nach Fertigstellung der Immobilie voraussic htlich 2018. Ferner beschloss
der Rat die Bezuschussung einer Personalstelle für die Erweiterung der Angebo-
te der bildenden Kunst der Kölner Spielewerkstatt. Die Kölner Spielewerkstatt
e.V. will mit ihrem Umzug in 2018 ihr 280 qm großes Kultur -und Begegnungs-
zentrum in der Halle 17 auch an 2 Nachmittagen/Woch e offene Kinder- und Ju-
gendangebote auf dem Luftschiffplatz bzw. in den an grenzenden neuen Räum-
lichkeiten anbieten.
• Des Weiteren ist ein neues Jugendangebote im Stadtt eil Dellbrück (2018) in Pla-
nung.
• Im Stadtteil Rodenkirchen (Sürther Feld) wurde das Signet für eine Jugendeinrich-
tung in den seit 2009 rechtskräftigen Bebauungsplan aufgenommen. Der vorgese-
hene Standort sieht eine gemeinsame Nutzung von Sch ule und Jugendeinrichtung
auf dem Grundstück vor. Vor dem Hintergrund des hoh en Umsetzungsdrucks hin-
sichtlich der baulichen Realisierung von Schule und Kindertageseinrichtung muss
nun auch eine Entscheidung bezüglich des Baus einer Jugendeinrichtung getroffen
werden. Der Stadtteil Rodenkirchen nahm bei der Bedarfsberechnung zur Schaffung
von Jugendeinrichtungen in den letzten Jahren den R angplatz 20 ein. Dementspre-
chend wurde eine Jugendeinrichtung auf dem Sürther Feld im Bebauungsplan veror-
tet. Die Lage auf dem Sürther Feld ist für die Vers orgung des Stadtteils Rodenkir-
chen als nicht optimal zu bezeichnen. Der vorgesehe ne Standort grenzt direkt an
den Stadtteil Sürth und greift in erster Linie die Bedarfslage im Stadtteil Sürth auf.
Diese ist jedoch durch die vorhandene Jugendeinrich tung gedeckt. In der Entwurfs-
fassung einer aktualisierten Bedarfsanalyse belegt Rodenkirchen Rangplatz 31. Die
Verwaltung sieht vor, diese aktualisierte Bedarfsan alyse in der ersten Jahreshälfte
2017 in die politischen Gremien einzubringen. In di esem Zusammenhang wird dann
auch um Erörterung des „pro und contra“ einer Jugen deinrichtung auf dem Sürther
Feld“ gebeten werden.
M3 Aktualisierung der Spielplatzbedarfsplanung / Flächen für Kinder und Ju-
gendliche im öffentlichen Raum
Herausforderungen: Bedarfsgerechte Kinder- und Jugendinfrastruktur angesichts stark stei-
gender Zahlen von weiblichen und männlichen Kindern und Jugendlichen
• Auf der Basis der Spielplatzbedarfsplanung Köln 20 11, welche der Jugendhilfeaus-
schuss in seiner Sitzung vom 07.02.2011 zustimmend zur Kenntnis genommen hat,
werden stadtweit fortlaufend Maßnahmen zur qualitat iven Aufwertung des Spielan-
gebotes sowie zur Qualifizierung von Freizeit- und Bewegungsflächen durchgeführt.
• Nach Einschätzung der Jugendverwaltung bedarf die Planung einer Aktualisierung
und Fortschreibung, mit den entsprechenden Arbeiten soll zeitnah unter Beachtung
der personellen Ressourcen begonnen werden. Zum ein en ist mit Rückblick auf
2011 eine Bilanzierung der erfolgten Maßnahmen vorz unehmen und gleichzeitig mit
Blick auf die aktuelle und zukünftige Bevölkerungse ntwicklung eine Neubewertung
der Bedarfe.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
27
• Wie weiter oben beschrieben, steigt die Zahl der K inder und Jugendlichen in Köln
rasant. Gleichzeitig bestehen in den Stadtteilen te ilweise jetzt schon bzw. noch er-
hebliche Nachholbedarfe hinsichtlich der Bereitstellung Spiel- und Aufenthaltsflächen
für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum. Im Rahmen von Bebauungsplan-
verfahren wirkt die Jugendverwaltung entsprechend d arauf hin, dass in den neuen
Wohnbaugebieten zumindest der zusätzlich entstehend e Bedarf an Flächen für
Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern im öffentlichen Raum zur
Verfügung gestellt wird. Ziel ist, die auf der Basi s der Spielplatzbedarfsplanung er-
mittelten Bedarfe trotz erheblicher Flächenkonkurre nz in der sich stetig verdichten-
den Stadt zu realisieren.
• Neben einer in quantitativer und qualitativer Hins icht bedarfsgerechten Bereitstellung
von Spiel- und Bolzplätzen sollen auch weitere Bewe gungsflächen, z. B. für Skater
und BMX-Fahrer sowie Angebotsflächen für Jugendlich e im öffentlichen Raum
(Treffpunkte, Unterstände etc.) geschaffen werden. In diesem Zusammenhang soll
auch die Wertschätzung der Interessen und Bedürfnis se von Mädchen und Jungen/
jungen Frauen und jungen Männern in der Gesellschaft insgesamt gefördert werden.
• Bei der Gestaltung von Spiel- und Freizeitflächen findet die barrierefreie Zugänglich-
keit seit Jahren Beachtung. In ständigem Austausch mit der entsprechenden Fach-
dienststelle werden die Aspekte der Barrierefreihei t künftig noch stärker in die Pla-
nung einfließen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
28
M4 Realisierung von jugendgerechten Angeboten im öffentlichen Raum
Herausforderungen: Bedarfsgerechte Jugendinfrastruktur angesichts stark steigender Zah-
len von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern / Partizipation/ Förde-
rung kultureller und medienpädagogischer Kompetenzen
• Die Wahrnehmung von Jugendlichen im öffentlichen R aum ist gesellschaftlich ten-
denziell eher von einem störenden und defizitären B ild geprägt. Attraktive Treff-
punktmöglichkeiten für weibliche und männliche Jugendliche fehlen. Dieses führt da-
zu, dass es immer wieder zu Konflikten mit anderen Zielgruppen kommt, wenn es
um die Aneignung öffentlicher Räume geht. Jugendlic he brauchen attraktive Treff-
punkte außerhalb pädagogischer Räume, in denen sie Ihren Interessen nachgehen
können.
• Ziel ist die Schaffung von bedarfsgerechten Jugend angeboten im öffentlichen Raum.
Dies stellt nicht nur Anforderung an das Bereitstel len der „Hardware“, es stellt eben-
so Anforderungen an die Ausgestaltung jugendgerechter Flächen (als Gegenentwurf
zu Spielplätzen für jüngere Kinder).
• Im Planungszeitraum werden jugendgerechte Angebote im öffentlichen Raum ge-
schaffen. Die Ausgestaltung und Umsetzung erfolgt u nter Beteiligung der weiblichen
und männlichen Jugendlichen.
• Als erstes Projekt und „Pilot“ wird eine jugendger echte Angebotsfläche in Köln Nip-
pes (Nippeser Tälchen) umgesetzt. Eine Besonderheit stellt hier die Einrichtung ei-
nes Graffitiparks dar. Nach Einschätzung der Jugendverwaltung wirkt die Einrichtung
von legalen Freiflächen gegen Gefährdung und Krimin alisierung von Sprayern und
Sprayerinnen und kommt dem Wunsch nach Beteiligung und der Berücksichtigung
der jugendkulturellen Interessen nach.
Die dortigen Erfahrungen werden ausgewertet und bilden den Grundstein für die Ein-
richtung weiterer „Hall of Fames“.
M5 Maßnahmen zur Integration von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern nach Flucht und Zuwanderung
Herausforderungen: Integration von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Män-
nern nach Flucht und Zuwanderung
• Mit Ratsbeschluss vom 27.03.2015 stehen im Rahmen präventiver Jugendhilfe jähr-
lich Projektmittel in Höhe von 825.000 € zur Verfüg ung. Zielgruppe sind Mädchen
und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern aus Fl üchtlings- und Zuwande-
rungsfamilien, insbesondere in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Es wird vor al-
lem die Integration in die Regelangebote der Offene n Kinder- und Jugendarbeit an-
gestrebt.
• Die grundsätzliche Zielsetzung besteht darin, mit niederschwelligen Freizeitangebo-
ten die interkulturelle Kompetenz von allen Mädchen und Jungen/ jungen Frauen
und jungen Männern zu fördern. Brücken- und Lotsenf unktion zwischen Unterkunft
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
29
und Jugendeinrichtung spielen eine wesentliche Rolle.
• Die Jugendeinrichtungen leisten in 2016 stadtweit mit 109 kreativen Mikroprojekten
in Jugendeinrichtungen und mobiler Arbeit einen wes entlichen Beitrag zur Integrati-
on. Die Projektarbeit wird fortgesetzt.
• Jährlich findet eine themenorientierte Fachtagung zum Austausch statt. Es wurde ei-
ne Personalstelle in der Jugendförderung eingerichtet.
M6 Entwicklung eines Partizipationskonzeptes für Mädchen und Jungen/ jun-
gen Frauen und jungen Männern
Herausforderungen: Partizipation von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männern
• Mädchen und Jungen/ junge Frauen und junge Männern sollen ihr Recht auf Beteili-
gung an öffentlichen Diskussionsprozessen wahrnehmen und ihre Interessen erken-
nen und artikulieren können. Im Planungszeitraum wird ein Rahmenkonzept zur Par-
tizipation von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Eine Abstimmung mit dem Pro-
zess zur Entwicklung von Leitlinien zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in
Köln ist vorgesehen.
• Im Rahmen einer Fachveranstaltung in 2016 diskutie rten Fachkräfte, Jugendpolitik
und Fachverwaltung folgende Rahmenbedingungen: (a) Partizipation richtet sich an
alle Kinder und Jugendliche, (b) Für die Umsetzung gelungener Partizipation sind
Qualitätsstandards zu entwickeln, (c) Verbindliche Strukturen für Partizipationspro-
zesse sind notwendig, (d) Geld soll in die Hand von Jugendlichen für Experimente,
Visionen und Durchführung von Projekten.
• Die Verwaltung denkt in diesem Zusammenhang im Übr igen darüber nach, Mädchen
und Jungen/ junge Frauen und junge Männern aktiv an der Erarbeitung des nächs-
ten Kinder- und Jugendförderplans zu beteiligen. Mö gliche Formate einer solchen
Beteiligung an Planungsprozessen sind im Rahmen der Entwicklung des Partizipati-
onskonzeptes noch abzustimmen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
30
M7 Durchführung einer Jugendbefragung
Herausforderungen: Partizipation von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männern / Qualitätsentwicklung
• Die Jugendverwaltung sieht die Durchführung einer Jugendbefragung in Anlehnung
an Vorbilder aus Düsseldorf, Stuttgart und München vor. In einem ersten Schritt ist
ein Durchführungskonzept zu entwickeln und im AK 80 abzustimmen, das die Ziele
(Was soll genau erfragt werden?), die Zielgruppe (Wer wird befragt? Altersgruppen?)
und die Methoden (Wie wird gefragt? Repräsentative schriftliche Befragung, Online-
Tool, Interviews?) festlegt.
• Eine Jugendbefragung versteht sich als ein Mosaiks tein eines umfassenden Partizi-
pationskonzeptes von Mädchen und Jungen/ jungen Fra uen und jungen Männern
und eine Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen eine Stimme und Gehör zu geben.
Die Ergebnisse einer Jugendbefragung wären selbstve rständlich zu veröffentlichen,
ausführlich unter anderem im Jugendhilfeausschuss z u erörtern und sollen in die
Kinder- und Jugendförderplanung einfließen.
• Personalkapazitäten und Know-how zur Durchführung einer Jugendbefragung ste-
hen in der Jugendverwaltung zur Verfügung. Es beste ht die Überlegung, die Befra-
gung wissenschaftlich begleiten zu lassen. In jedem Fall werden Kosten für die Er-
fassung der Befragungsdaten und eventuell für Druck- und Portokosten anfallen.
M8 Umsetzung der neuen „Richtlinien zur offenen Kinder - und Jugendarbeit“
und „Richtlinien zur kultur- und medienpädagogischen Arbeit“
Herausforderungen: Qualitätsentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit / Förderung kulturel-
ler und medienpädagogischer Kompetenzen
• Mit der Entwicklung und der daraus folgenden Finan zierung der Richtlinie zur Förde-
rung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Richtlinie zur kulturellen Bil-
dung gelang in 2015 eine strukturelle Verbesserung von zwei Arbeitsfeldern im
Rahmen des § 11 SGB VIII. Damit wird ein Paradigmenwechsel in der Förderung der
Kinder- und Jugendarbeit vollzogen, der ihre weitere Qualitätsentwicklung in den Mit-
telpunkt der Betrachtung stellt.
• In beiden Arbeitsfeldern beginnt ab 2016 ein inten siver Dialog zwischen der Abtei-
lung Kinderinteressen und Jugendförderung und der s pezifischen Trägerlandschaft
zu den Produkten der Kinder- und Jugendarbeit in Ve rbindung mit relevanten Ju-
gendschutzaufgaben nach § 14 SGB VIII sowie den Zie lsetzungen der Jugendhilfe
nach § 13 SGB VIII (zum Beispiel Partizipation, Ges undheitsförderung, Inklusion,
Vernetzung im Sozialraum und berufliche Orientierung).
• Im besten Falle gelingt es darüber hinaus eine Qua lifizierungsoffensive hinsichtlich
dieser Zielsetzungen und Querschnittsaufgaben umzusetzen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
31
M9 Entwicklung einer Richtlinie zur Förderung der Jugendberufshilfe / Weite r-
entwicklung von Planungs- und Angebotsformen der Jugendberufshilfe
Herausforderungen: Bekämpfung von Kinderarmut, Segregation und Jugendarbeitslosigkeit
/ Qualitätsentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit / Integration von Mädchen und Jungen/
jungen Frauen und jungen Männern nach Flucht und Zuwanderung
• Die Jugendförderung sieht den Bedarf, die Förderst ruktur des Arbeitsfeldes „Ju-
gendberufshilfe/ Jugendwerkstätten“ über eine Richtlinienentwicklung verbessert und
vereinfacht zu gestalten und gleichzeitig auf eine weitere Qualitätsentwicklung zu fo-
kussieren. Dazu gehört auch die Entwicklung von ver einheitlichten Ziel- und Leis-
tungsvereinbarungen bzw. Vergabeverfahren hinsichtl ich der bestehenden Ange-
botsstruktur
• Dies soll vor dem Hintergrund der Weiterentwicklun g von rechtskreisübergreifenden
Planungs- und Angebotsformen erfolgen, zum Beispiel der Konzeptionierung einer
Jugendberufsagentur in enger Abstimmung mit der kom munalen Koordinierung des
Übergangs Schule-Beruf im Rahmen der Landesinitiati ve „Kein Abschluss ohne An-
schluss“ und den Partnern Agentur für Arbeit und Jo bcenter Köln sowie der modell-
haften Entwicklung und Etablierung von sozialräumli ch ausgerichteten „Hilfeplanfo-
ren“ im Rahmen der Angebotsstruktur „Kompetenzagenturen“.
• Des Weiteren befindet sich die Erweiterung des Ang ebotsspektrums „Werkeinrich-
tungen“ um das Angebot „Produktionsschulen“ in Vorb ereitung. Die Produktions-
schulen gelten als ergänzendes Bindeglied zwischen Angeboten der Jugendberufs-
hilfe und den Angeboten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters.
• Es wird die Implementierung des ESF-geförderten Pr ojekts „Kompetenzagentur im
Quartier Mülheim“ im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend stärken“ ab 2019 in
die Kölner Angebotsstruktur „Kompetenzagenturen“ vorgesehen.
M10
Entwicklung einer Richtlinie zur Förderung der Jugendverbandsarbeit /
Maßnahmen zur Stärkung der Selbstorganisation junger Menschen in der
Jugendverbandsarbeit
Herausforderungen: Qualitätsentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit / Partizipation von
Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern / Kinderfreundlichkeit und Ju-
gendgerechtigkeit in allen sie betreffenden Bereichen im Sinne einer einmischenden Ju-
gendpolitik
• Nach Einschätzung der Jugendförderung besteht der Bedarf, die Förderstruktur des
Arbeitsfeldes „Jugendverbandsarbeit“ über eine Rich tlinienentwicklung verbessert
und vereinfacht zu gestalten und gleichzeitig auf e ine weitere Qualitätsentwicklung
zu fokussieren.
• In diesem Kontext setzt sich die Verwaltung in Zus ammenarbeit mit dem Kölner Ju-
gendring dafür ein, dass die mit dem Erwerb der „Jugendleiter/In-Card (Juleica)“ ver-
bundenen Vergünstigungen in Köln ausgeweitet werden . Sie können ein wesentli-
ches Instrument sein, der ehrenamtlichen Arbeit der weiblichen und männlichen Ju-
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
32
gendlichen Wertschätzung entgegen zu bringen und me hr junge Menschen für ein
ehrenamtliches Engagement zu begeistern.
• Für eine weiter verbesserte Förderung und Unterstü tzung von Mitwirkung und
Selbstorganisation junger, freiwillig Engagierter i m Sinne der einmischenden Ju-
gendpolitik soll ein Konzept entwickelt werden, das unter anderem auf Themen wie
„Räume für Selbstorganisation“, „Zeit für Ehrenamt“, „Öffentlichkeitsarbeit für ehren-
amtliches Engagement“ abstellt.
M11
Weiterentwicklung von Konzepten zur Internationalen Jugendarbeit, zur
Digitalisierung, zur Gewalt- und Radikalisierungspr ävention und zur Ge-
schlechtergerechtigkeit/ sexuelle Orientierung / gl eichgeschlechtliche Le-
bensweisen / geschlechtliche Identität
Herausforderungen: Qualitätsentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit / Prävention von
Gewalt und Radikalisierung/ Förderung von Medienkompetenzen/ Geschlechtergerechtig-
keit, sexuelle Orientierung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und geschlechtliche Identi-
tät als wichtige Themen der Jugendhilfe
• Nach Einschätzung der Jugendförderung bedarf eine Reihe von wichtigen Arbeits-
feldern einer konzeptionellen Weiterentwicklung.
• Die Angebote und Maßnahmen der Kinder- und Jugendf örderung sollen mit dem Ziel
der Geschlechtergerechtigkeit weiterentwickelt und um die Themenfelder sexuelle
Orientierung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen un d geschlechtliche Identität als
wichtige Themen der Jugendarbeit konzeptionell ergänzt werden.
• Mit Blick auf die Internationale Jugendarbeit ist auf fachlicher Ebene ein Austausch
mit Fachkräften aus anderen Ländern vorgesehen, um die eigenen Konzepte und
Angebote in einen internationalen Vergleich zu stel len und daraus Anregungen und
Ideen für die eigene Arbeit zu gewinnen. Weiter ist ein Ausbau der Zusammenarbeit
mit anderen Bildungsträgern und Freiwilligendienste n auf lokaler und internationaler
Ebene sowie mit den Partnerstädten Kölns angedacht.
• Im Arbeitsfeld der Jugendmedienpädagogik/ Jugendme dienschutz ist die Vermittlung
von Informationen, z.B. zum Datenschutz und zu Gefahren wie Cybermobbing, „Hate
speech“ u.ä. vorgesehen, die Entwicklung attraktiver, medialer (digitaler) Beratungs-
und Beteiligungsplattformen für die gesellschaftlic he Teilhabe an einer digitalisierten
Gesellschaft sowie die Vermittlung von Kenntnissen an pädagogische Mitarbeiter, El-
tern und andere Erziehende.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
33
M12
Erstellung einer interaktiven Karte mit den Angeboten der Kinder- und Ju-
gendarbeit / „Machbarkeitsstudie“ zur Realisierung einer Kinder- und Ju-
gend-App zur Kinder- und Jugendarbeit in Köln
Herausforderungen: Qualitätsentwicklung / Digitalisierung/ Partizipation von Mädchen und
Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern
• Die Verwaltung sieht vor, eine interaktive Karte m it den Angeboten der Kinder- und
Jugendarbeit zu entwickeln und auf der Internetseit e der Stadt Köln zur Verfügung
zu stellen. In Anlehnung an bestehende Karten, zum Beispiel zu den Schulen in
Köln, ist an eine Stadtkarte gedacht, auf die Veror tung der vielfältigen Angebote und
Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit ansprech end symbolisch kenntlich ge-
macht sind und durch Anklicken weitere Informatione n, zum Beispiel zu den Öff-
nungszeiten von Jugendeinrichtungen oder zu Veranst altungshinweisen, sichtbar
werden.
• In einem zweiten Entwicklungsschritt soll im Rahme n einer „Machbarkeitsstudie“ ge-
prüft werden, ob und wie die Umsetzung einer „App“ möglich ist, die noch benutzer-
freundlicher Informationen zur Verfügung stellt, Ko mmunikation ermöglicht und nä-
her an der digitalen Lebenswelt von Mädchen und Jun gen/ jungen Frauen und jun-
gen Männern ist.
M13 Förderung und Ausbau von barrierefreien außerschulischen Freizeit-, Bil-
dungs- und Ferienangeboten
Herausforderungen: Inklusion von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Män-
nern mit Behinderung
• Auch und gerade nach erfolgreichem Abschluss der B eteiligung der Stadt Köln an
einem Modellprojekt der Landschaftsverbände Rheinla nd und Westfalen-Lippe zur
Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit soll diese Thematik weiter verfolgt werden.
• Es wird für den Planungszeitraum konzeptionell vor gesehen, (a) inklusive sozial-
räumliche Konzepte in allen Aufgabengebieten der Ju gendförderung weiter auszu-
bauen, (b) ein Modul „Grundlagen inklusiver Arbeit“ im Rahmen von Jugendgruppen-
leiterschulungen zu entwickeln, (c) regelmäßige For tbildungen zu organisieren, (d)
Träger bei der Akquise von Drittmitteln für die Dur chführung von Projekten zu unter-
stützen und (e) die Bereitstellung von Mitteln für erhöhte Bedarfe (zum Beispiel der
Pflege und Begleitung) auch unter Einbeziehung des § 35a SGB VIII zu prüfen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
34
M14 Weitere Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv ge-
gen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“
Herausforderungen: Prävention von Gewalt, Radikalisierung, Extremismus, Salafismus
• Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt
und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums f ür Familie, Senioren, Frauen
und Jugend fördert Projekte und Initiativen, die si ch in der Demokratiebildung und
der Extremismusprävention engagieren.
• Die Jugendförderung übernimmt im Planungszeitraum – unterstützt durch einen lo-
kalen Begleitausschuss – die Federführung auf kommu naler Ebene und agiert dar-
über hinaus als Zuwendungsempfänger der Bundesmitte l. Die ebenfalls im Pro-
gramm vorgesehene Fach- und Koordinierungsstelle is t bei der Arbeiterwohlfahrt
Köln (AWO) angesiedelt.
• Die aufgeführten Projekte und Maßnahmen tragen ins gesamt zur Antidiskriminie-
rungsarbeit in den unterschiedlichen Bereichen des Extremismus bei und dienen der
Qualifizierung professioneller und ehrenamtlicher Akteure vor Ort. Sie richten sich an
alle Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer in den beteiligten Pro-
jektstandorten Köln-Chorweiler, Köln-Kalk und Köln-Mülheim.
• Sie werden jährlich den aktuellen Gegebenheiten an gepasst und durch zusätzliche
Maßnahmen ergänzt oder ersetzt. Durch die Förderung von lokalen „Partnerschaften
für Demokratie“ sollen die Menschen in den Kommunen unterstützt werden, die sich
gegen Demokratiefeindlichkeit engagieren.
• Das Programm hat eine Laufzeit von 2015 bis 2019 u nd wird mit jeweils bis zu
80.000 Euro jährlich gefördert. Es besteht ein Beda rf an einer Personalstelle in der
Jugendförderung.
M15 Schulsozialarbeit fördert kulturelle Kompetenzen
Herausforderungen: Förderung kultureller und medienpädagogischer Kompetenzen/ Quali-
tätsentwicklung: Unterstützung von Kooperationen und Netzwerken
• Schulsozialarbeit in Köln erfüllt vielfältige Aufg aben auf der Grundlage der gesetzli-
chen Bestimmungen insbesondere nach § 13 SGB VIII u nd im Rahmen der „Kon-
zeption der kommunalen Schulsozialarbeit in Köln“ von März 2012.
• Vor diesem Hintergrund ist die Idee entwickelt wor den, dass Schulsozialarbeit im
Rahmen ihrer Aufgaben Schule stärker für Angebote d er kulturellen und medialen
Bildung öffnen kann und dabei eng mit den Trägern d er Kultur- und Medienpädago-
gik zusammen arbeitet.
• Schulsozialarbeit initiiert kulturelle Bildung in der Schule in Kooperation mit den Trä-
gern und deren Angebote:
− Schulsozialarbeit erweitert den Lebens- und Lernra um Schule um kulturelle Er-
fahrungen
− Im Sinne eines umfassenden Bildungsbegriffs entwic keln Schülerinnen und
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
35
Schüler über vielfältige Methoden Ausdrucksformen und Kulturtechniken.
− Als konstanter Kooperationspartner bringt die Schu lsozialarbeit kulturpädagogi-
sche Projekte in die Schule ein und sorgt für eine langfristige Zusammenarbeit
zwischen Trägern und Schule.
− Sie initiiert kulturelle Projekte mit Schülerinnen und Schülern im Stadtteil und
ermöglicht so außerschulische Lernerfahrungen
• Die kulturellen Angebote stellen einen bedeutenden Baustein der präventiven Arbeit
von Schulsozialarbeit dar
M16 Ausbau Streetwork
Herausforderungen: Bekämpfung von Kinderarmut, Segregation und Jugendarbeitslosigkeit/
Gesundheitsförderung und Suchtprävention/ Prävention
• Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung in sei ner Sitzung vom 08.03.2016 be-
auftragt, ein Konzept zur Weiterentwicklung der Streetwork in Köln zu erarbeiten und
dabei eine Reihe von Kriterien (sozialräumlicher Be darf an fest installierten Street-
workern, mobiles Streetwork-Team, Einsatzkonzept Gr oßveranstaltungen, Verstän-
digung mit Ordnungsamt und Polizei, Finanzierungsvorschlag) zu berücksichtigen.
• Die Verwaltung hat dem Jugendhilfeausschuss am 26. 04.2016 das „Konzept Street-
work Köln“ vorgelegt (siehe Session 1018/2016) und dabei Bedarf an einem Ausbau
von 6 paritätisch besetzten Streetworkteams (12 Personalstellen) begründet.
• Streetwork in Köln wird ab 2017 mit 6 Personalstel len ausgebaut.
M17 ESF-/EFRE-Förderungen jugendförderrelevanter Maßnahmen im Rahmen
des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – starkes Köln“
Herausforderungen: Bekämpfung von Kinderarmut, Segregation und Jugendarbeitslosigkeit/
Qualitätsentwicklung, Bedarfsgerechte Jugendinfrastruktur angesichts stark steigender Zah-
len von Kindern und Jugendlichen, Integration von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen
und jungen Männern nach Flucht und Zuwanderung
• Im Mai/ Juni 2016 legt die Verwaltung dem Land Int egrierte Handlungskonzepte zu
den drei Sozialräumen Meschenich/ Rondorf, Blumenberg/ Chorweiler und Seeberg-
Nord sowie Buchheim/ Buchforst/ Mülheim-Nord/ Keups traße vor und bewirbt sich
um finanzielle Fördermittel aus dem Aufruf des Land es „Starke Quartiere – starke
Menschen Aufruf zu den Programmen des EFRE, des ELE R und des ESF zur prä-
ventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartiere n und Ortsteilen sowie zur Be-
kämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“.
• In den Integrierten Handlungskonzepten werden unte r anderem Akzente auf jugend-
förderungsrelevante Maßnahmen gelegt. Diese heben zum Beispiel ab auf (a) die In-
tegration von (zugewanderten) Mädchen und Jungen/ j ungen Frauen und jungen
Männern durch aufsuchende mobile Arbeit, (b) eine Q ualifizierungsoffensive für die
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
36
Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln, (c) Bildungsb eratung einschließlich Stadtteil-
eltern, (d) Angebote der Familienbildung, (e) Spiel - und Bewegungsräume in den
Veedeln und weitere.
• Eine Realisierung der benannten Maßnahmen steht un ter dem Vorbehalt einer posi-
tiven Rückmeldung sowie einem günstigem Verlauf wei terer Beantragungen. Die Fi-
nanzierung der kommunalen Eigenanteile ist gesichert
M18 Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung - Suchtprävention
Herausforderungen: Gesundheitsförderung und Suchtpr ävention, Integration von Mädchen
und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern nach F lucht und Zuwanderung, Qualitäts-
entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit
• Nach Einschätzung der Jugendförderung ist in diese m Arbeitsfeld eine frühzeitige
Präventionsarbeit von zentraler Bedeutung. In der k onzeptionellen Weiterentwick-
lung sind besonders folgende Aspekte von Bedeutung:
− Neue Trends – Neue Drogen – Legal Highs – Crystal Meth: Trendentwicklungen im
Suchtbereich, neue Drogen wie Crystal Meth oder die Gruppe der Legal Highs sind
neue Herausforderungen für die Träger der Suchtprävention. Die Trägerlandschaft
muss neben Trendbeobachtungen auch notwendige Kennt nisse über diese neuen
psychoaktiven Substanzen, Dopingmitteln, Medikament en und Legal Highs, sowie
über neue Suchtmuster bzw. Suchtverhalten erwerben. Diese Informationen müssen
nicht nur in die Präventionsarbeit sondern auch in Behandlungs- und Therapiekon-
zepte einfließen. Die Träger werden Fördermittel für diesen zusätzlichen Bereich be-
antragen und anschließend mit der Umsetzung dieser Maßnahmen beginnen.
− Neue Aufgaben durch Zuwanderung von Flüchtlingen - Interkulturelle Suchtberatung:
Durch die Zuwanderung der vielen Menschen mit Fluch t- und Vertreibungshinter-
grund ergeben sich neue Herausforderungen für die S uchtprävention. Suchtmittel
sind bei den Geflüchteten – vor allem bei den unbeg leiteten Minderjährigen - oftmals
ein Weg, um traumatische Erlebnisse aus dem Heimatl and und während der Flucht
vergessen zu können, aber auch um eine Überforderung und mögliche Perspektivlo-
sigkeit hier in Deutschland aushalten zu können. Si e müssen rechtzeitig – ungeach-
tet der bestehenden sprachlichen Probleme - über di e Gefahren von Suchtmitteln
aufgeklärt werden, vor allem aber bedürfen sie der Unterstützung bei der persönli-
chen Entwicklung. Auch die Fachkräfte in den Flüchtlingsheimen, das Wachpersonal
sowie die ehrenamtlichen Helfer, müssen in Bezug au f die Themen Konsum, Sucht
und Suchtprävention geschult und qualifiziert werde n.
Die Trägerlandschaft wird für dieses neue Aufgabenfeld Gelder akquirieren und neue
Maßnahmen (s.o.) im Rahmen der Flüchtlingshilfe umsetzen.
− GoJa – Gesundheitsorientierte Jugendarbeit in Köln : GoJa ist eine Querschnittsauf-
gabe und im Rahmen der berührten Handlungsfelder im Kinder und Jugendförder-
plan erfasst. GoJa wird weiter fortgeführt.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
37
(7) Lebenswelten von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern in den Bezirken
7.1. Beschreibung der Diagramme anhand der stadtwei ten Betrachtung
In Anknüpfung an die in Kapitel 4 beschriebenen Her ausforderungen sollen im Folgenden
die Lebenslagen von Mädchen und Jungen/ jungen Frau en und jungen Männern in den Be-
zirken intensiver betrachtet werden. Im Vordergrund steht die Altersgruppe der 6- bis unter
21-Jährigen, welche nach Kinder- und Jugendförderun gsgesetz NRW die Hauptzielgruppe
der Kinder- und Jugendarbeit darstellt. Darüber hin aus sollen bei besonderen Angeboten
und Maßnahmen auch junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr einbezogen werden.
Für die folgenden Darstellungen sind aktuelle Struk turdaten mit Datenstand 31.12.2015 auf-
bereitet und in Diagrammen dargestellt worden. In d en einzelnen Bezirksteilen wurden diese
Strukturdaten mit ergänzenden Informationen der Jugendpflege aus den Bezirken und betei-
ligter Netzwerkakteure zusammengefasst. Die Zusamme nstellung der Strukturdaten erfolgte
auf Stadtbezirks- Stadtteil und – zur Hervorhebung besonderer Lagen – teilweise auch auf
Stadtviertelebene.
Aufgearbeitet wurden folgende Strukturdaten:
• Einwohnerzahl der 6- bis unter 21-Jährigen und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in
den Stadtbezirken und Stadtteilen.
• Anteil bestimmter Altersgruppen, zum Beispiel 6- b is unter 10-Jährige, 10 bis unter 14-
Jährige etc. an der Gesamtgruppe der unter 21-Jähri gen in den Stadtbezirken und
Stadtteilen.
• Anstieg der Einwohnerzahl der 6- bis unter 21-Jähr igen bis 2025 nach aktueller städti-
scher Bevölkerungsprognose in den Stadtbezirken und Stadtteilen.
• Soziale Lage der unter 21-Jährigen in den Stadtbez irken und Stadtteilen.
• Übersichtskarte der kommunal finanzierten Jugendei nrichtungen und Jugendprojekte
in den Stadtbezirken.
Der Anteil der Mädchen und jungen Frauen / Jungen u nd jungen Männern in den Stadtbezir-
ken liegt in einem Verhältnis von ca. 50:50% und va riiert je nach Stadtbezirk marginal. Die
Zahlen werden hier einmalig dargestellt. Es wird da rauf hingewiesen werden, dass bei einer
ausgewogenen Geschlechterverteilung auch eine ausge wogene Angebotsstruktur in der
Jugendarbeit wichtig ist. Vor diesem Hintergrund wi ll die Jugendverwaltung anhand der vor-
handenen Strukturdaten der Jugendeinrichtungen über prüfen, ob die Angebote die Ge-
schlechter gleichermaßen erreichen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
38
Alle der Stadt Köln zugewiesenen, geflüchteten Mädc hen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männer sind beim Einwohnermeldeamt gemeldet und in die Statistik der Menschen
mit Migrationshintergrund eingerechnet.
Anhand einer gesamtstädtischen Aufarbeitung wird im Folgenden eine Information zu den
Diagrammen gegeben, die die Lesbarkeit erleichtern und gleichzeitig eine Übersicht über die
gesamtstädtische Situation geben soll. Die Art der Darstellung in den einzelnen Diagrammen
ist für alle Bezirke gleich und ermöglicht so eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Werte.
Anzahl der 6- bis unter 21-Jährigen und deren Antei l an der Gesamtbevölkerung in den
Stadtbezirken
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
39
Das Diagramm gibt Auskunft über die absolute Zahl d er 6- bis unter 21-Jährigen in den
Stadtbezirken und über deren prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkerung. Dabei bezieht
sich die linke Vertikalachse auf die Anzahl der Mäd chen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männer von 6- bis unter 21 Jahren und die re chte Vertikalachse auf deren Anteil an
der Gesamtbevölkerung.
Köln hat gegenwärtig 1.069.192 Einwohnerinnen und E inwohner. Davon gehören 140.568
der Altersgruppe der 6- bis unter 21-Jährigen an. D ies ergibt einen durchschnittlichen Anteil
der Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung von 13%. In absoluten Zahlen leben die meis-
ten Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Mä nner von 6-<21 Jahren in den
Stadtbezirken Mülheim, Lindenthal und Kalk. Den höc hsten Anteil an der Gesamtbevölke-
rung hat die Altersgruppe in Chorweiler, Kalk, Porz und Mülheim.
Prozentanteil der einzelner Altersgruppen an den unter 21-Jährigen in den Stadtbezirken
In diesem Diagramm wird die Hauptzielgruppe der Kin der und Jugendarbeit gemäß Kinder-
und Jugendförderungsgesetz NRW, die 6- < 21-Jährige n in weitere Altersgruppen unterteilt
und vergleichend dargestellt. Durch unterschiedlich eingefärbte Säulen (bzw. Grautöne)
werden die Altersgruppen unterschieden. Ziel ist es , einen Überblick über die jeweiligen An-
teile der unterschiedlichen Altersgruppen der bis u nter 21-Jährigen zu erhalten, da jede Al-
tersgruppe andere Entwicklungsanforderungen und Bedarfslagen aufweist.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
40
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
Innenstadt 19,60%
Rodenkirchen 11,30%
Lindenthal 21,50%
Ehrenfeld 7,90%
Nippes 11,60%
Chorweiler -0,70%
Porz 12,30%
Kalk 17,30%
Mülheim 3,70%
Die Einteilung der Altersgruppen erfolgte dabei unt er Berücksichtigung verschiedener Be-
zugssysteme.
Alter Altersdefinition gemäss SGB VIII Bildungs- und Beruf ssystem
0 bis unter 6 Jahre frühe Kindheit Kindergarten
6 bis unter 10 Jahre mittlere Kindheit Grundschule
10 bis unter 14 Jahre Kind späte Kindheit weiterführen de Schule
14 bis unter 18 Jahre Jugendlicher Jugendalter
weiterführende Schule
Beruf/ Ausbildung
18 bis unter 21 Jahre Heranwachsender Beruf/ Ausbildu ng/ Studium
Besondere
Mass-
nahmen
gemäss 3.
AG-KJHG –
KJFöG NRW 21 bis unter 27 Jahre junger Mensch/ junger Erwachsener
minderjährig
Hauptziel- gruppe
gemäss 3. AG-
KJHG – KJFöG
NRW
Recht § 1.1. JuSchG
volljährig
Prognostizierten Zuwachsrate der 6- bis unter 21-Jährigen bis 2025 in den Stadtbezirken
In Kapitel 4 findet sich eine gesamtstädti-
sche Karte, welche den prozentualen
Zuwachs der Mädchen und Jungen/ jun-
gen Frauen und jungen Männer von 6-
<21 Jahren darstellt. Unter Bezugnahme
auf diese Karte werden in der bezirkli-
chen Betrachtung alle Zuwachsraten dar-
dargestellt. Dadurch wird auch deutlich,
dass neben Zugewinnen, vereinzelt auch
mit leichten Rückgängen bei der Anzahl
der Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer zu rechnen ist.
Gesamtstädtisch betrachtet zeigt sich der höchste prozentuale Zugewinn für die Stadtbezirke
Lindenthal, Innenstadt und Kalk.
Der Anstieg der Kinder- und Jugendlichenzahlen ergi bt sich zum einen aus einem Anstieg
der Geburten, vor allem aber stellen Zuwanderung un d Migration entscheidende Komponen-
ten einer demographischen Entwicklung dar. Es dräng t sich die Frage auf, welche unter-
schiedliche Bedeutung der starke Zuwachs z.B. für d ie Bezirke Lindenthal auf der einen Sei-
te und Kalk auf der anderen Seite hat. Lindenthal u nd Kalk sind durch sehr unterschiedliche
Sozialstrukturen geprägt und es ist zu vermuten, da ss die Bevölkerungsgewinne hier unter-
schiedliche Handlungsanforderungen mit sich bringen werden.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
41
Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
In diesem Diagramm nimmt die vertikale Primärachse (links) Bezug auf die Anzahl der unter
21-Jährigen in den Stadtbezirken. Die vertikale Sek undärachse (rechts) bezieht sich auf die
Angabe der Prozentanteile mit denen der Anteil der Mädchen und Jungen unter 15 Jahren in
SGB II-Bedarfsgemeinschaften an der altersgleichen Bevölkerung („< 15SGBII Bezug“), der
Anteil der unter 21-Jährigen mit Migrationshintergrund an der altersgleichen Gesamtbevölke-
rung („<21 Migrationshintergrund“), der Anteil der Alleinerziehenden an allen Haushalten mit
Kindern („Alleinerziehenden-Haushalte“) und die Jugendarbeitslosigkeit dargestellt werden.
Es handelt sich um zentrale Indikatoren für die Ent stehung bzw. Sichtbarmachung von Ar-
mutslagen und Teilhabechancen von Mädchen und Junge n/ jungen Frauen und jungen
Männern. (siehe auch 4.1.2.) Hieran gemessen unterscheiden sich einzelne Lebensräume in
Köln sehr deutlich voneinander. Ungleiche Rahmenbed ingungen erfordern in diesem Zu-
sammenhang ungleiche Behandlung, wenn es darum geht , Ressourcen vorzuhalten, um
allen Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern auch jenseits formaler Bil-
dungsprozesse, Zukunftschancen eröffnen zu können.
Der Stadtbezirk Kalk ist in besonderem Maße von Arm utslagen bedroht, gefolgt von Chor-
weiler Mülheim und Porz.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
42
7.2. Stadtbezirk 1/ Innenstadt
7.2.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung im Stadtbezirk In-
nenstadt
Die Innenstadt ist von seiner Gesamtfläche der klei nste Stadtbezirk und hat die größte Ein-
wohnerverdichtung pro qm.
In der Innenstadt leben 128.032 Menschen, davon geh ören 9.986 der Altersgruppe der 6-
<21 jährigen an. Dies entspricht einem Anteil von 7,8 % an der Gesamtbevölkerung und liegt
deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von 13% . Davon leben die meisten Mädchen
und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer in den Stadtteilen 101 / Neustadt/Süd und
102 / Neustadt/Nord. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung ist in 105 / Deutz am höchsten.
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Innenstadt
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
43
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
101 / Altstadt/Süd 13,00%
102 / Neustadt/Süd 25,30%
103 / Altstadt/Nord 9,30%
104 / Neustadt/Nord 22,60%
105 / Deutz 19,60%
In den Altersgruppen der 6-<10, 10-<14 und 14-<18jä hrigen liegt der prozentuale Anteil flä-
chendeckend unter dem städtischen Durchschnitt. Die Altersgruppe der 18-< 21 jährigen
liegt hingegen, bis auf 104 / Neustadt/Nord, deutlich über dem städtischen Durchschnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Innenstadt
Bis 2025 wird die Zahl der Mädchen und
Jungen/ jungen Frauen und jungen Män-
ner deutlich zunehmen, wobei die Stadt-
teile 102 / Neustadt-Süd, 104 / Neu-
stadt/Nord und 105 / Deutz den größten
Zuwachs zu erwarten haben. Durch ho-
hen Zuwachs, werden auch die Bedarfe
nach ausreichenden Spiel und Freizeitflächen steige n. In Hinblick auf die jetzt schon starke
Verdichtung des Kölner Zentrums bedeutet dies auch eine stadtplanerische Herausforde-
rung.
7.2.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
44
Der Prozentanteil der meisten Mädchen und Jungen/ j ungen Frauen und jungen Männer im
Sozialhilfebezug liegt in den Innerstädtischen Stadtteilen, auch in kleinräumiger Betrachtung,
gleichauf oder unterhalb des städtischen Durchschni tts. In 101 / Altstadt/ Süd, 102 / Neu-
stadt/ Süd und 106 / Deutz liegt der Anteil der All einerziehenden-Haushalte in kleinräumiger
Betrachtung deutlich über dem städtischen Durchschn itt. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in
allen Stadtteilen unter dem städtischen Durchschnitt.
7.2.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
101 Altstadt/ Süd girlspace/ girlspace e.V.
Medienarbeit mit Mädchen und
jungen Frauen
101 Altstadt/ Süd
Bürgerhaus Stollwerck, OKJA/ Stadt
köln OKJA
102 Neustadt/ Süd Jugendeinrichtung Friedenspark/ Ju gZ gGmbH OKJA
102 Neustadt/ Süd GOT Elsaßstraße/ Caritasverband f. d. Stadt Köln OKJA
102 Neustadt/ Süd
Jugendcafe Bugs/ Caritasverband f.d.
Stadt Köln OKJA für gehörlose Jugendliche
102 Neustadt/ Süd Freakout/ Caritasverband f.d. Stad t Köln
aufsuchende Jugendarbeit auf den
Kölner Ringen
103 Altstadt/ Nord Freizeitanlage Klingelpütz/ JugZ gGmbH OKJA
104 Neustadt-Nord Anyway/ Anyway e.V.
Jugendarbeit für Schwul, lesbische
und Transgender Jugendliche
104 Neustadt-Nord
Jugendarbeit Alte feuerwache/ Alte
Feuerwache e.V. OKJA
104 Neustadt-Nord Mädchen*treff Alte Feuerwache e.V. OKJA für Mädchen
104 Neustadt-Nord OT Quäker / Quäker Nachbarschaftsheim e.V. OKJA
105 Deutz Jugendeinrichtung 2013 Schliessung
Bei den festen bzw. mobilen Angebotsformen ist zwis chen dem sozialräumlich bzw. stadt-
teilorientierten Angebot und dem zielgruppenorienti erten, stadtweiten Angebot zu unter-
scheiden. Zum einen gibt es 6 Angebote ( Jugendeinr ichtungen und Bürgerzentren ), die
stark sozialraumorientiert frequentiert werden und sich dementsprechend an den Bedürfnis-
sen der im Umfeld der Angebote lebenden Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männer orientieren. Darüber hinaus bieten Einrichtu ngen zielgruppenspezifische Angebote
die stadtweit besucht werden:
Eine spezialisierte Einrichtung bietet älteren Mädc hen und jungen Frauen (>13 Jahren) aus
ganz Köln ein kostenloses Freizeit- und Unterstützungsangebot, mit dem Ziel Vielfalt sichtbar
zu machen und jede Person dazu zu ermutigen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Ein Jugendzentrum für schwule, lesbische und transs exuelle Jugendliche bietet den meisten
weiblichen und männlichen Jugendlichen und jungen E rwachsenen einen Ort, an dem sie
darin unterstützt werden ihre eigene Persönlichkeit selbstbewusst zu entwickeln.
Das grundlegende Ziel des stadtweiten Medientreffs speziell für Mädchen und junge Frauen
ist es, den Teilnehmerinnen der Angebote einen kreativen, reflektierten und selbstbewussten
Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.
Drei Einrichtungen, wenden sich besonders an ältere weibliche und männliche Jugendliche.
Es handelt sich um ein mobil aufsuchendes Angebot a uf den Ringen, ein in der Innenstadt
gelegenes Jugendcafé und der Jugendbereich des Nachbarschaftsheimes.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
45
7.2.4. Besondere Situation im Stadtbezirk Innenstad t
Eine innerstädtische Besonderheit, welche sich über die Strukturdaten nicht ablesen lässt, ist
die Tatsache, dass eine hohe Anzahl von weiblichen und männlichen Jugendlichen, die nicht
im Stadtbezirk Innenstadt leben, diese als Freizeit - und Aufenthaltsort nutzen. Dies begrün-
det sich zum einen durch die hohe Anzahl von Kölner Sek1 und Sek2 Schulen in der Innen-
stadt. Hier gehen die weiblichen und männlichen Jug endlichen aus dem gesamten Kölner
Stadtgebiet nicht nur zur Schule, sondern nutzen di e Innenstadt nach Schulschluss auch für
Freizeitaktivitäten. Gleichzeitig übt das urbane un d kommerzielle Freizeitangebot der Innen-
stadt eine hohe Anziehungskraft auf die überbezirkl ich lebenden Mädchen und Jungen/ jun-
gen Frauen und jungen Männer aus. Der innerstädtisc h, öffentliche Raum wird zur Reprä-
sentation, Kommunikation und Interaktion genutzt un d bietet aufgrund der anonymen Cha-
rakters unbeobachtete Freizeiträume. In einer Befra gung eines Lehrforschungsprojektes der
FH Köln zum Thema „ Jugendliche in der Kölner Innen stadt“ benannten die weiblichen und
männlichen Jugendlichen als Lieblingsorte für Freizeitbeschäftigung in der Innenstadt insbe-
sondere öffentliche Plätze, Parks und den Rhein.
In der Zeit vom 01. Januar 2016 bis 01. März 2016 w urde in 12 Netzwerkorganisierten Jugendeinrich-
tungen/ Jugendangeboten/ Jugendverbänden des Stadtb ezirk Innenstadt eine anonymisierte Abfrage
unter w/m Kinder und Jugendlichen durchgeführt, die darüber Auskunft geben soll, wie sich die Besu-
cherstruktur hinsichtlich der Wohnortzugehörigkeit darstellt. Die Abfrage kann aufgrund des kurzen
Zeitraums nicht als repräsentativ gewertet werden, sie erfasst jedoch eine Tendenz.
In 101 / Altstadt / Süd befinden sich 2 Angebote (d avon eins mit sozialräumlicher Ausrichtung). In 102
/ Neustadt/ Süd befinden sich 4 Angebote (davon ein s mit sozialräumlicher Ausrichtung und ein mobi-
les/aufsuchendes Angebot). In 103 / Altstadt/ Nord befindet sich ein Angebot mit sozialräumlicher
Ausrichtung. In 104 / Neustadt/ Nord befinden sich vier Angebote. In 105 / Deutz gibt es kein Angebot.
Es wurden 1929 weibliche und männliche Besucher gez ählt und nach Wohnort, Alter und Geschlecht
ausgewertet. 907 BesucherInnen (47%) leben im Stadt bezirk Innenstadt, 1025 BesucherInnen (53%)
leben außerhalb des Bezirks Innenstadt. In den Stad tteilen 102 / Neustadt/Süd und 104 / Neu-
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
46
stadt/Nord überwiegt der Anteil der externen Besuch erInnen. In den Stadtteilen 101 / Altstadt/Süd und
103 / Altstadt/ Nord überwiegt der Anteil der BesucherInnen aus dem Stadtbezirk Innenstadt.
Im Stadtbezirk Innenstadt überwiegt mit 52% der Ant eil der „externen“ w/m Besucher in den verschie-
denen festen und mobilen Angebotsformen der Jugenda rbeit. Dies lässt den Schluss zu, dass die
Innenstadt einen attraktiven Aufenthaltsort für Jug endliche und junge Erwachsene darstellt und zum
anderen, dass die vorhandenen Angebote dem Interess e von weiblichen und männlichen Jugendli-
chen und jungen Erwachsenen entsprechen.
In den Stadtteilen 102 / Neustadt/ Süd und 104 / Ne ustadt/ Nord liegt der Anteil der älteren Besuche-
rInnen deutlich höher als in den anderen Stadtteile n. Einen hohen Anteil hat hier auch die Besucher-
Innengruppe ab 18 Jahre aufwärts. In den Stadtteile n 101 / Altstadt/ Süd und 103 / Altstadt/ Nord ist
am stärksten die Altersgruppe der 10 bis unter 14 j ährigen in den vorhandenen Einrichtungen vertre-
ten.
Bei der Betrachtung von Diagramm 1 und Diagramm 2 l ässt sich ableiten, dass der erhöhte Besuche-
rInnenanteil von Jugendlichen über 14 Jahren mit dem erhöhten Anteil von weiblichen und männlichen
Jugendlichen, die außerhalb des Bezirks Innenstadt wohnen korrespondiert. Dies weist darauf hin,
dass mit zunehmendem Alter die Mobilität der weibli chen und männlichen Jugendlichen und junger
Erwachsener zunimmt. Kinder nutzen hingegen mehr di e Angebote vor Ort, da ihre Mobilität noch
nicht so weit ausgeprägt ist.
Insgesamt liegt der Anteil der Besucherinnen bei 27 % und der der Besucher bei 73%. Dies entspricht
nicht der Bevölkerungsstruktur. Im Stadtbezirk Inne nstadt leben 51,4% weibliche Kinder und Jugendli-
che.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Mädchen und junge Frauen in offenen Kontexten (öffentlicher
Raum, Offener Bereich etc.) weniger anzutreffen, al s in Projektorientierten Angeboten, welche auch
einen gewissen Schutzraum bieten.
7.2.5. Fazit
Das unterschiedliche Nutzungsverhalten der Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jun-
gen Männer bedeutet für die Praxis, dass im Stadtbe zirk Innenstadt eine große Vielfalt an
ganz unterschiedlichen Angeboten für die Freizeit v orgehalten werden muss. Neben den
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
47
klassischen Angeboten, in denen vor allem Kinder betreut werden, brauchen ältere Jugendli-
che Angebote, die ihrem Zeitbudget und ihren Freizeitvorlieben entsprechen.
Zum einen geht es darum in der stark verdichteten I nnenstadt für weibliche und männliche
Jugendliche Orte vorzuhalten, an denen sie auch ohn e pädagogisches Angebot sein dürfen
und die ihnen Platz für ihre Hobbys ermöglichen. (s iehe z.B. Skateranlage am Südkai). Für
die Stadtplanung bedeutet das, das viel stärker als bisher die besonderen Bedürfnisse und
Interessen an Nutzung der Flächen von Seiten der Ju gendlichen Berücksichtigung finden
müssen.
Zum anderen gilt es, eine attraktive Angebotspalett e in den Jugendeinrichtungen vorzuhal-
ten, die zu Zeiten stattfinden, die dem Freizeitverhalten und den finanziellen Mitteln der Mäd-
chen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern e ntsprechen und so attraktiv sind,
das sie mit kommerziellen Angeboten mithalten können. In der Innenstadt öffnen die Einrich-
tungen, die entsprechende Angebote für Jugendliche anbieten bis max. 21:00 Uhr von Mon-
tag – Donnerstag und versuchen ihre Öffnungszeiten für Freitags- und Samstagsabends
dementsprechend anzupassen. ( bis max 23:00 Uhr).
Auch Jugendliche halten sich gerne an attraktiven O rten auf. Um diesem Bedürfnis einiger-
maßen gerecht zu werden müssen die Einrichtungen und Angebote entsprechend ausgestat-
tet und hergerichtet sein. Der kommunale Fördertopf für investive Maßnahmen bietet die
Möglichkeit zu Selbsthilfemaßnahmen und eine erste Möglichkeit, gemeinsam mit den weib-
lichen und männlichen Jugendlichen partizipativ ein en für sie attraktiven „coolen“ Ort zu pla-
nen und zu gestalten.
Ein besonderer Ort im Stadtbezirk Innenstadt sind d ie Kölner Ringe mit hoher Anziehungs-
kraft und Verführungspotential für die Jugendliche. Ein mobiles Angebot der Jugendhilfe in
den Abendstunden und am Wochenende erfreut sich sow ohl im Sommer als auch in den
kalten Wintermonaten großer Beliebtheit. Ziel des Angebotes ist es, sowohl eine Anlaufstelle
für Gespräche und Informationen zu sein, aber auch verschiedene Beschäftigungsmöglich-
keiten und Aktionen anzubieten. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hier vor allem medien-
pädagogische Angebote wie Film – und Fotoprojekte. Diese sind frei von jeglichem Konsum-
zwang und stellen präventiv eine Alternative zu Alkohol – und Drogenmissbrauch dar. Dieses
Angebot wird bisher ausschließlich aus Stiftungsmitteln zeitlich befristet finanziert.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
48
7.3. Stadtbezirk 2/ Rodenkirchen
7.3.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Ro-
denkirchen
Im Stadtbezirk Rodenkirchen leben 105.346 Menschen, davon sind 14.474 Mädchen und
Jungen/ junge Frauen und junge Männer im Alter von 6-<21 Jahre. Das entspricht einem
Anteil von 13,7% an der Rodenkirchener Gesamtbevölk erung. Den höchsten Anteil an der
Gesamtbevölkerung haben sie in den Stadtteilen 213 / Meschenich, 210 / Sürth und 207 /
Hahnwald. Bei den absoluten Zahlen der 6-<21 jährigen findet sich der höchste Wert in 205 /
Zollstock, 210 / Sürth und 208 / Rodenkirchen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
49
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
201 / Bayenthal 12,80%
202 / Marienburg 22,70%
203 / Raderberg 4,80%
204 / Raderthal 6,30%
205 / Zollstock 15,80%
206 / Rondorf 7,00%
207 / Hahnw ald 7,70%
208 / Rodenkirchen 34,20%
209 / Weiß 15,20%
210 / Sürth -5,40%
211 / Godorf 13,70%
212 / Immendorf 1,30%
213 / Meschenich -0,70%
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Rodenkirchen
207 / Hahnwald, 209 / Weiss und 210 / Sürth liegen mit einem über 20% Anteil bei der Al-
tersgruppen der 6 -< 10jährigen deutlich über dem s tädtischen Durchschnitt. In 209 / Weiß,
210 / Sürth, 204 / Raderthal und 202 / Marienburg i st die Altersgruppe der 10 -< 14jährigen
stark vertreten. In den Stadtteilen 204 / Raderthal , 206 / Rondorf, 207 / Hahnwald, 209 /
Weiss, 210 / Sürth, 213 / Meschenich und 212 / Imme ndorf fällt auf den ersten Blick insbe-
sondere der besonders hohe Anteil an Mädchen und Ju ngen/ jungen Frauen und jungen
Männern von 14 -< 18 Jahren auf. Der Anteil der 18 -< 21jährigen liegt bis auf 201 / Bayent-
hal, 203 / Raderberg, 205 / Zollstock und 208 / Rod enkirchen über dem städtischen Durch-
schnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Rodenkirchen
Die höchste Zuwachsrate auf Stadtteilebene in der
Altersgruppe der 6-<21 jährigen ist für 208 / Ro-
denkirchen, 202 / Marienburg, 205 / Zollstock und
209 / Weiß prognostiziert.
Das Baugebiet „Sürther Feld“ gehört zum Stadtteil
208 / Rodenkirchen, liegt aber geographisch näher
an 210 / Sürth. Der prognostizierte Zugewinn an
Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männern sollte aus diesem Grund hinsichtlich sei-
ner Auswirkungen auf jugendplanerische Infrastruk-
tur in Hinblick auch auf die Stadtteile 210 / Sürth und 209 / Weiß betrachtet werden.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
50
7.3.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Der Anteil der weiblichen und männlichen Kinder und Jugendlichen im Sozialhilfebezug ist in
den 213 / Meschenich, 203 / Raderberg und 205 / Zol lstock am höchsten. In kleinräumiger
Betrachtung ist in den Stadtvierteln 21302 / Kölnberg, 20301 / Rheinsteinstrasse und 20202 /
Arnoldshöhe jedes zweite bis dritte Kind von Transf erleistungen abhängig. Darüber hinaus
liegt im Stadtviertel 20301 / Rheinsteinstrasse die Quote der alleinerziehenden Haushalte bei
35%.
In den Stadtteilen 213 / Meschenich, 203 / Raderber g, 211 / Godorf und 205 / Zollstock ist
der Anteil von jungen, weiblichen und männlichen Me nschen mit Migrationshintergrund am
höchsten. Im Stadtviertel 21302 / Kölnberg liegt de r Anteil der < 21 jährigen Mädchen und
Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern bei über 90%.
Großfamilien oder Personengruppen ähnlicher Herkunft und Kultur, sowie kinderreiche Fami-
lien sind hier keine Ausnahme, sondern stellen die Regel dar. In 21302 / Kölnberg wird zu-
gleich Wohnraum angeboten, der mit dem Erhalt von s taatlichen Transferleistungen oder
geringem Erwerbseinkommen bezahlbar ist.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
51
Stadtviertel mit einer auffallend hohen Quote von A lleinerziehenden sind darüber hinaus
20101 / Bayenthal und 20501 / Siedlung Zollstock.
Das Stadtviertel mit der höchsten Jugendarbeitslosi gkeit ist mit Abstand 21302 / Kölnberg
mit 16,8%, gefolgt von 20301 / Rheinsteinstrasse (5 ,9%) und 21303 / Neu-Meschenich
(5,7%).
7.3.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
201 Bayenthal
202 Marienburg
203 Raderberg
Jugendzentrum Raderberg/ JugZ
gGmbH OKJA
204 Raderthal
205 Zollstock
Kinder- und Jugendzentrum Eichi/ JugZ
gGmbH OKJA für Behinderte und Nichtbehinderte
206 Rondorf
Jugend- und Nachbarschaftshaus
Rondorf/ Haus der Familie e.V. OKJA
207 Hahnwald
208 Rodenkirchen
Jugendeinrichtung
im Sürther Feld
209 Weiß
Kinder- und Jugendzentrum Weiß/
JugZ gGmbH OKJA
210 Sürth
Jugendhaus Sürth / Miteinander Leben
e.V. OKJA für Behinderte und Nichtbehinderte
211 Godorf
212 Immendorf
213 Meschenich
Kinder- und Jugendzentrum
Meschenich/ JugZ gGmbH OKJA
213 Meschenich
Jugendprojekt Kölnberg/ Caritasverband
f.d. Stadt Köln OKJA
Im Stadtbezirk Rodenkirchen gibt es 6 Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
und ein Jugendprojekt. Die Jugendeinrichtungen befinden sich in den Stadtteilen 203 Rader-
berg, 205 Zollstock, 206 Rondorf, 209 Weiß, 210 Sür th und 213 Meschenich. Das Jugend-
projekt befindet sich in 213 Meschenich, in der Siedlung „Am Kölnberg“.
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Stadtbezirk Rodenkirchen ist sozialräumlich ausge-
richtet und bezieht sich auf die für die Lebenswelt en der Mädchen und Jungen/ jungen Frau-
en und jungen Männer. Konzeptionell ergeben sich fü r alle Einrichtungen daraus ein inklusi-
ves Arbeitsprinzip und eine stabilisierende Wirkung im jeweiligen Sozialraum. Programma-
tisch zeigen die Jugendeinrichtungen in der Außenda rstellung unterschiedliche Profile (Zir-
kus, Abenteuer, Ferien etc.). Über diesen konzeptio nellen Rahmen hinaus, haben zwei Ju-
gendeinrichtungen in 205 / Zollstock und 210 / Sürt h einen besonderen Schwerpunkt für die
Arbeit mit Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und ju ngen Männern mit körperlichen und
geistigen Behinderungen entwickelt. Während die Jug endeinrichtung in 205 / Zollstock sich
dorthin entwickelt, ist die Jugendeinrichtung in 21 0 / Sürth bereits als spezialisierte Einrich-
tung für die Arbeit mit behinderten Mädchen und Jun gen/ jungen Frauen und jungen Män-
nern geplant und gegründet worden.
7.3.4. Fazit
Die Offene Kinder und Jugendarbeit bzw. die Jugendf örderung realisiert sich im Stadtbezirk
Rodenkirchen unter sehr unterschiedlichen Bedingung en. Während im Rodenkirchener Nor-
den in 205 / Zollstock, 203 / Raderberg, 204 / Rade rthal, 201 / Bayenthal und in Teilen von
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
52
202 / Marienburg großstädtischer Siedlungsbau vorhe rrscht, findet man im Süden mit 206 /
Rondorf, 212 / Immendorf, 211 / Godorf, 210 / Sürth und 209 / Weiß schon fast dörfliche
Strukturen vor. Ausnahmeerscheinungen bilden der St adtteil 207 / Hahnwald ohne jegliche
soziale Infrastruktur und der Kölnberg, als Teil vo m Stadtteil 213 / Meschenich mit einem
schon schmerzhaft deutlichen Bild der Verelendung. Nicht nur geografisch in der Mitte liegt
der Stadtteil Rodenkirchen.
Vor diesem sozialen und geografischen Hintergrund b ietet die Jugendförderung für den
Stadtbezirk Rodenkirchen die Chance mit den zur Ver fügung stehenden Arbeitsansätzen
und Methoden die Grenzen der räumlichen und sozialen Herkunft zu überwinden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die „Parkstadt-Süd“, die sich zurzeit in einer inten-
siven Planungsphase befindet. Mädchen und Jungen ih re Ideen zu diesem neuen Stadtteil
im Herzen von Köln eingebracht. Hier gilt es Mädche n und Jungen/ junge Frauen und junge
Männer weiterhin an den weitreichenden Planungen mi t geeigneten Methoden zu beteiligen,
die weit über die Laufzeit des aktuellen Kinder- und Jugendförderplan hinausweisen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
53
7.4. Stadtbezirk 3/ Lindenthal
7.4.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Lin-
denthal
Im Stadtbezirk Lindenthal leben 149.045 Menschen. D avon sind 17.844 Mädchen und Jun-
gen/ junge Frauen und junge Männer 6-<21 Jahre alt. Das entspricht einem 12 % Anteil an
der Lindenthaler Gesamtbevölkerung. Einen sehr hohe n Anteil der Altersgruppe hat 309 /
Widdersdorf zu verzeichnen. Dieser Wert liegt sehr deutlich über dem stadtweiten Durch-
schnitt von 13%. Am Bevölkerungsreichsten in der Al tersgruppe der 6-<21 jährigen sind die
Stadtteile 302 / Sülz und 303 / Lindenthal.
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Lindenthal
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
54
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
301 / Klettenberg 18,70%
302 / Sülz 19,70%
303 / Lindenthal 21,40%
304 / Braunsfeld 30,50%
305 / Müngersdorf 11,40%
306 / Junkersdorf 7,70%
307 / Weiden 5,80%
308 / Lövenich 21,00%
309 / Widdersdorf 57,60%
Der Altersgruppenanteil der 6 -< 10 jährigen liegt in 309 / Widdersdorf, 308 / Lövenich und
301 / Klettenberg, auch im stadtweiten Vergleich, b esonders hoch. Die hohen Anteile der 18
-< 21 jährigen in 303 / Lindenthal und 305 / Münger sdorf lassen sich wahrscheinlich auf Stu-
dierende zurückführen.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Lindenthal
Der größte prozentuale Bevölkerungszuwachs
in der Altersgruppe der 6-<21 jährigen, findet in
den Stadtteilen 309 / Widdersdorf, 304 / Brauns-
feld und 308 / Lövenich statt. In 309 / Widders-
dorf soll sich die vorhandene Anzahl der Mäd-
chen und Jungen in der Altersgruppe der 6-<21
jährigen in 10 Jahren mehr als verdoppeln. Auf
Bezirksebene wird für den Stadtbezirk Lindent-
hal bis 2025 den höchste Zugewinn in der Al-
tersgruppe der 6-<21 jährigen im stadtweiten Vergleich erwartet.
7.4.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
55
Die Stadtteile 305 / Müngersdorf und 307 / Weiden h aben insgesamt die höchsten Belas-
tungsquoten im sozialen Kontext zu verzeichnen, wen ngleich die Quoten teilweise gleichauf
oder knapp unter dem städtischen Durchschnitt liege n. In Teilen von 304 / Braunsfeld, 307 /
Weiden und 305 / Müngersdorf liegt der Anteil der e inkommensschwachen Einwohner bzw.
Bezieher von Transferleistungen höher als im städti schen Durchschnitt. Darüber hinaus gibt
es in den Stadtteilen 302 / Sülz, 305 / Müngersdorf und 307 / Weiden einen großen Anteil an
Alleinerziehenden. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bis auf das Stadtviertle 30501 / Alt-
Müngersdorf unter dem städtischen Durchschnitt (5,6%).
Für die Betrachtung der Sozialen Lage ist es von Be deutung, dass die teilweise recht klein-
räumigen Gebiete mit sozialen Belastungen an den Rä ndern des eher wohlhabenden Stadt-
bezirks liegen, reizarm sind und eine Insellage ohn e Infrastruktur für sozial schwächer ge-
stellten Familien darstellen.
7.4.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
301 Klettenberg
Schliessung
Jugendprojekt
2015
302 Sülz
Jugend- und Kulturzentrum/
Jugendzentrumsinitiative im
Stadtbezirk 3 e.V. OKJA
Umbau der
Jugendeinrichtung
2015
303 Lindenthal
"Treibhaus"/ Ev. Kirchengemeinde
Lindenthal OKJA
Schliessung
einer
Zweigstelle
304 Braunsfeld
305 Müngersdorf
Jugendeinrichtung Stolberger Straße/
JugZ gGmbH OKJA
305 Müngersdorf
Offene Tür Vitalisstraße (OT VITA)/
SKM Köln e.V. OKJA
305 Müngersdorf Kölner Fanprojekt/ JugZ gGmbH Aufsuchende Fanarbeit
306 Junkersdorf
307 Weiden Jugendzentrum Weiden/ JugZ gGmbH OKJA Neubau
308 Lövenich
309 Widdersdorf Alte Schule Widdersdorf/ JugZ gGmbH O KJA
In drei von fünf Jugendeinrichtungen finden Angebot e der Übermittagsbetreuung statt. Zwei
Jugendeinrichtungen ergänzen das Angebot im Stadtteil mit mobiler Jugendarbeit.
Das pädagogische Fanprojekt hat seine Geschäftsstel le in der Innenstadt. Seinen Arbeits-
auftrag führt das Fanprojekt überwiegend im Stadtbezirk Lindenthal aus.
In 2015 konnte die Jugendeinrichtung in Sülz fertig gestellt und bezogen werden. In Weiden
wird die Jugendeinrichtung aus dem bisherigen Standort im Schulzentrum ausgegliedert und
in einen Neubau umziehen.
Der Träger der Jugendeinrichtung in Lindenthal hat 2016 den kleineren von 2 Teilstandorten
in aufgegeben. In Klettenberg wurde 2016 ein soziales Brennpunktprojekt geschlossen.
In den Stadtteilen 301 / Klettenberg, 304 / Braunsf eld, 306 / Junkersdorf und 308 / Lövenich
gibt es keine kommunal geförderten Jugendeinrichtungen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
56
Aufgrund der insgesamt geringen Anzahl an Angeboten an Kinder- und Jugendeinrichtun-
gen, übernehmen Jugendeinrichtungen, neben ihrer or iginären Aufgabe, wichtige Funktio-
nen in den jeweiligen Stadtteilen. Im Stadtbezirk L indenthal bilden sie die Fundamente der
sozialräumlichen Vernetzung. Ohne die Jugendeinrich tungen wäre die Arbeit mit und in
Stadtteilkonferenzen nur schwer vorstellbar. Eine w eitere zusätzliche Aufgabe ist die ver-
bindliche Betreuung von Schülerinnen und Schülern.
7.4.4. Fazit
Im Stadtbezirk Lindenthal wird der Wohnungsbau vora ngetrieben. Dementsprechend ist ein
stetiger Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Aus de m einst ländlich geprägten Vorort ist
inzwischen ein großstädtischer Satellit geworden, der sich in einzelne Quartiere differenziert.
303 / Lindenthal, 302 / Sülz und 301 / Klettenberg sind verdichtete Stadtteile mit wenig Spiel-
und Bolzplätzen. Lindenthal hat hier durch den Stad twald deutlich mehr Flächen zu bieten,
wenn gleich diese nicht ausschließlich Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männern zur Verfügung stehen bzw. reglementiert sin d. Die Jugendeinrichtungen in diesen
Stadtteilen sind Standorte mit freiem Zugang für Ju gendliche, die über die pädagogischen
Angebote mitentscheiden. Zu diesem freien und offen en Angebot gibt es wenige Alternati-
ven. Für diese Stadtteile gilt auch, dass auf Grund der Geburtenrate und des Zuzugs von
jungen Familien, die Bedeutung der Jugendeinrichtun gen wachsen wird. Schon jetzt über-
schreiten die Besucherzahlen in diesen Jugendeinrichtungen die Auslastungsgrenzen.
Die räumlichen Kapazitäten sind insbesondere für di e Jugendeinrichtungen in 303 / Lindent-
hal, 302 / Sülz und 309 / Widdersdorf begrenzt. Mit zunehmendem Bevölkerungszuwachs
wachsen nicht nur die Raumbedarfe für die Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen
Männer. Es gibt Nutzungsanfragen unterschiedlichste r Bevölkerungsgruppen an die sozial-
räumlich ausgerichteten Einrichtungen, die bei weitem nicht alle befriedigt werden können.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
57
7.5. Stadtbezirk 4/ Ehrenfeld
7.5.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Eh-
renfeld
Im Stadtbezirk leben 107.373 Menschen. Der Anteil d er Altersgruppe der 6-<21 jährigen an
der bezirklichen Gesamtbevölkerung liegt bei 12,7%. Von 13.604 Mädchen und Jungen/ jun-
gen Frauen und jungen Männern in der Altersgruppe 6 -<21 Jahre, leben aktuell die meisten
in den Stadtteilen 401 / Ehrenfeld, 402 / Neu-Ehren feld und 403 / Bickendorf. In 406 /
Ossendorf und 405 / Bocklemünd/Mengenich haben die 6-<21 jährigen den höchsten Anteil
an der dortigen Gesamtbevölkerung.
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Ehrenfeld
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
58
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
401 / Ehrenfeld 18,30%
402 / Neuehrenfeld 14,80%
403 / Bickendorf 11,00%
404 / Vogelsang 2,70%
405 / Bocklemünd/Mengenich -3,70%
406 / Ossendorf -10,20%
Innerhalb der 6-<21 jährigen, haben die 6-< 10 jähr igen ihren höchsten Anteil in 404 / Vogel-
sang, 402 / Neuehrenfeld und 403 / Bickendorf. In 4 06 / Ossendorf,405 / Bocklemünd-
Mengenich, 403 / Bickendorf und 404 / Vogelsang lie gen die Werte der 10-<14 und 14-< 18
jährigen über dem städtischen Durchschnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Ehrenfeld
In den Stadtteilen 401 / Ehrenfeld , 402 /
Neu-Ehrenfeld und 403 / Bickendorf werden
bis 2025 die meisten Zuwächse in der Al-
tersgruppe der unter 21jährigen prognosti-
ziert. 406 / Ossendorf und 404 / Vogelsang
haben in den letzten Jahren, bedingt durch
Neubaugebiete, viel Familienzuzug erfahren.
In 406 / Ossendorf ist mit einem Rückgang zu rechne n. Ein leichter Rückgang der <
21jährigen wurde auch für 405 / Bocklemünd/Mengenich errechnet.
7.5.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
59
Die Stadtteile 405 / Bocklemünd/Mengenich und 403 / Bickendorf weisen im Bezirk die
höchsten Belastungsquoten auf. In der Stadtviertelb etrachtung finden sich diese in 40604 /
Ossendorf-Nord. Aber insbesondere 405 / Bocklemünd/ Mengenich hat weiterhin mit starken
sozialen Belastungen zu kämpfen. Stark ausgeprägt s ind diese im Stadtviertel 40504 / Neu
Bocklemünd - hier ist mehr als die Hälfte der weiblichen und männlichen Kinder und Jugend-
lichen von Sozialleistungen abhängig. Aber auch das Stadtviertel 40502 / Mengenich liegt
hinsichtlich der minderjährigen SGBII BezieherInnen weit über dem Durchschnitt. 40504 /
Neu- Bocklemünd zeichnet dörfliche Strukturen auf, bietet jedoch auch den Rückzug in die
Anonymität. Mädchen und Jungen/ junge Frauen und ju nge Männer werden von Erwachse-
nen häufig negativ eingeschätzt und umgekehrt.
Der Stadtteil 403 / Bickendorf weist in einzelnen G ebieten (u.a. 40302 Westend) erhöhten
Jugendhilfebedarf auf.
Eine deutliche Veränderung der Jugenhilfeindikatore n zum Positiven bildet sich in den Kin-
der- und jugendreichen Stadtteilen 402 / Neuehrenfe ld und 401 / Ehrenfeld ab. Der größte
Teil von Ehrenfeld und Neu-Ehrenfeld scheint eine W andlung in der Bevölkerungsstruktur zu
vollziehen. Ein besonderes Augenmerk sollte daher a uf die Stadtviertel 40101 / Ehrenfeld-
West und 40203 / Schlachthof-gelegt werden.
7.5.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
401 Ehrenfeld
Offene Tür "St. Bartholomäus"
(Nonni-Club)/ KJA gGmbH OKJA, Jugendkino
401 Ehrenfeld
Kölner Jugendwerkzentrum/ KJA
gGmbH Jugendkulturarbeit
401 Ehrenfeld
Jugendtreff im
Bürgerzentrum Ehrenfeld/
Bürgerzentrum Ehrenfeld
e.V.
OKJA
402 Neuehrenfeld
Jugendeinrichtung "St. Anna"/ KJA
gGmbH OKJA
402 Neuehrenfeld
Spielplatzprojekt
Glasstrasse/ KJA gGmbH
aufsuchende Kinder-
und Jugendarbeit
403 Bickendorf
Jugendeinrichtung Westend/ AWO
Köln e.V. OKJA
404 Vogelsang Vikoplus/ KJA gGmbH OKJA
405 Bockl./Mengenich
Jugendeinrichtung im
Bürgerschaftshaus Bocklemünd/
Bürgerschaftshaus Bocklemünd OKJA
405 Bockl./Mengenich Bocklebeach/ KJA gGmbH
OKJA, aufsuchende
Jugendarbeit
405 Bockl./Mengenich Jugendclub/ SKM Köln e.V.
406 Ossendorf
Jugendeinrichtung Ossendorfpark/
AWO Köln e.V. OKJA
406 Ossendorf
Jugendeinrichtung Frohnhofstrasse/
AWO Köln e.V. OKJA
Im Stadtbezirk Ehrenfeld sind 7 Einrichtungen und 4 Jugendprojekte sowie ein Bürgerzent-
rum mit Jugendangebot verortet. Pro Stadtteil gibt es mindestens ein Angebot. Die Standorte
liegen alle entsprechend der Bedarfslage wohnortnah bzw. in gut erreichbaren Gebieten mit
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
60
einer hohen Anzahl von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern und/oder
in Lagen mit hohem Hilfebedarf. Der Schwerpunkt der Jugendeinrichtungen liegt in der sozi-
alraumbezogenen Arbeit, wenngleich sich auch in ein zelnen Einrichtungen profilierte
Schwerpunkte in der medien- und kunstpädagogischen Arbeit herauskristallisiert haben, um
auch stadtteil- bzw. bezirksübergreifend die Zielgruppe zu erreichen.
Insgesamt haben die Mädchen und Jungen/ jungen Frau en und jungen Männer in den Eh-
renfelder Stadtteile gute Möglichkeiten die vorhand enen Angebote zu erreichen. Dies betrifft
sowohl die wichtige wohnortnahe Verortung für jünge re, als auch die gute Anbindung mit
dem ÖPNV, welcher den mobileren älteren Jugendliche n die Erreichbarkeit verschiedener
Angebote erleichtert. Zwei Mitternachtssportangebote ergänzen die pädagogisch begleiteten
Jugendangebote in Bocklemünd/Mengenich und für das Gebiet Vogelsang/Bickendorf. Zent-
ral im Bezirk gelegen gibt es eine Jugendeinrichtun g, welche über die kostenfreie Nutzung
ausreichend große Räume für gemeinsame Kooperations veranstaltungen verfügt und das
einzige Kinder- und Jugendkino im Bezirk vorhält.
Im Bürgerzentrum im Stadtteil Ehrenfeld ist ein kle ines Jugendprojekt verortet. Hier halten
sich Jugendliche auf, die sonst auf dem nahe gelege nem Spielplatz ihren Treffpunkt haben
oder sich auf den Straßen aufhalten. Sie kommen mit Schulproblemen oder wollen ihre
Ideen zur Freizeit mit Hilfe zur Selbsthilfe umsetz en. Das Bürgerzentrum reagiert bedarfsge-
recht und kann flexibel auf Problematiken im Umfeld antworten.
7.5.4. Fazit
Die Angebotsstruktur im Bezirk ist so vielfältig wi e die Unterschiedlichkeit der Sozialräume.
Konzeptionelle Anpassungen der Jugendarbeit an die Bedarfe der Mädchen und Jungen/
jungen Frauen und jungen Männer sind eine stetige Herausforderung.
In 40504 / Neu- Bocklemünd führen divergierende Int eressen zwischen alter und junger Be-
völkerung immer wieder zu auftretenden Beschwerden, Konflikten im Zentrum. Eine Unter-
suchung der Wohnungsgesellschaften, welche mit der Fachhochschule Köln durchgeführt
wurde, nahm die Situation unter den Aspekten Einzel handel, Wohnungsgesellschaften und
Kinder- und Jugendarbeit in den Blick. Für den Teil der Jugendarbeit war vorrangiges Ziel
neue Perspektiven für die Jugendarbeit zu generiere n und Maßnahmen bzw. Aktivitäten für
jugendliche Personengruppen zu entwickeln.
Eine wichtige Zielsetzung aus der abschließenden Ha ndlungsempfehlung besteht darin, ju-
gendliche Personengruppen frühzeitig als aktive Akteure (nicht nur als „Konsumenten“) in die
Gestaltung des Quartiers einzubeziehen (sozialraumorientierte Arbeit).
Ein wichtiges Instrument zur Ansprache von jugendli chen Personengruppen, die durch bis-
herige pädagogische Einrichtungsangebote nicht erre icht werden konnten, besteht (laut
Handlungsempfehlung) neben dem Einsatz von Streetwo rkern in der dauerhaft eingerichte-
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
61
ten aufsuchenden Arbeit. Die längerfristige Einbind ung von jugendlichen Personengruppen
in die Quartiersgestaltung und der Aufbau von Bezie hungsarbeit ist weniger durch den Ein-
satz der Streetworker, sondern vorrangig durch die aufsuchende Arbeit (als Methode im
Handlungsfeld der Mobilen Jugendarbeit) zu leisten.
Damit bestätigt die Handlungsempfehlung aktuelle Ar beitsansätze der Jugendarbeit im
Stadtteil, welche es gilt weiter zu stabilisieren.
Sowohl in 405 / Bocklemünd/ Mengenich als auch in 4 03 / Bickendorf liegt ein Schwerpunkt
der vernetzten Stadtteilarbeit im Bereich der Sucht prävention und der Schaffung Berufsför-
dernder Strukturen in der Jugendarbeit.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
62
7.6. Stadtbezirk 5/ Nippes
7.6.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Nip-
pes
Im Stadtbezirk Nippes leben 114.604 Menschen, davon sind 14.513 Mädchen und Jungen/
junge Frauen und junge Männer 6-<21 Jahre alt. Die entspricht einem 12,6 % Anteil an der
Nippeser Gesamtbevölkerung. In absoluten Zahlen lie gt der Stadtteil 501 / Nippes deutlich
vor den Stadtteilen 504 / Niehl und 507 / Bilderstö ckchen. Der prozentuale Anteil der Mäd-
chen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer an der Gesamtbevölkerung, ist in den
Stadtteilen 507 / Bilderstöckchen, 502 / Mauenheim und 504 / Niehl am höchsten. Auf Stadt-
viertelebene liegt der Anteil der 6-< 21jährigen an der Gesamtbevölkerung besonders hoch
im Stadtviertel 50106 / Ausbesserungswerk (32%), 50 503 / Siedlung Heckpfad (29%) und
50410 / Boltensternstrasse (28%).
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
63
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
501 / Nippes 30,50%
502 / Mauenheim -7,50%
503 / Riehl 7,10%
504 / Niehl 14,60%
505 / Weidenpesch -1,50%
506 / Longerich 2,40%
507 / Bilderstöckchen 3,70%
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Nippes
Besonders hohe Anteile an < 10 jährigen weiblichen und männlichen Kinder finden sich in
den Stadtteilen 501 / Nippes, 503 / Riehl und 502 / Mauenheim und 506 / Longerich. Hier
liegt der Anteil über dem städtischen Durchschnitt. In den STT 502 / Mauenheim, 505 / Wei-
denpesch und 507 / Bilderstöckchen liegt die Alters gruppe der 10 -< 14jährigen über dem
städtischen Durchschnitt. Die 14-<18 jährigen haben in 501 / Nippes und 502 / Riehl den
geringsten Anteil an den <21jährigen. Die 18-<21 jä hrigen liegen nur in 503 / Riehl, 505 /
Weidenpesch und 507/ Bilderstöckchen über dem stadtweiten Durchschnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Nippes
Nippes ist weiterhin ein wachsender
Stadtbezirk. Insbesondere der Stadtteil
501 / Nippes hatte in der Altersgruppe
der 6-<21 jährigen in den letzten Jahren
einen starken Zuwachs zu verzeichnen
und wird laut der Prognosezahlen in den
nächsten 10 Jahren nochmal um 30% in
der Altersgruppe der 6-<21jährigen zule-
gen.
Nach 501 / Nippes wird 504 / Niehl im Bezirk den zw eithöchsten Zugewinn in der Altersgrup-
pe haben. In 502 / Mauenheim und 505 / Weidenpesch werden leichte Rückgänge prognos-
tiziert.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
64
7.6.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Der Stadtbezirk ist eine beliebte Wohnlage für Fami lien mit Kindern. Er verfügt insgesamt,
bis auf kleine Ausnahmen, über eine gute ÖPNV Infrastruktur.
Auf Stadtteilebene weisen 507 / Bilderstöckchen, 50 4 / Niehl und 505 / Weidenpesch die
höchsten Belastungslagen auf, wobei nur 507 / Bilderstöckchen hinsichtlich der < 15 jährigen
Mädchen und Jungen im Sozialhilfebezug über dem stä dtischen Durchschnitt liegt. In klein-
räumiger Betrachtung auf Stadtviertelebene stellt sich die Situation anders dar.
In den Stadtvierteln 50410 / Boltensternstrasse leb t jedes zweite weibliche und männliche
Kind und Jugendliche im <15 SGB II Bezug, gefolgt v on 50705 /GE Schlachthof Nord und
50503 / Siedlung Heckpfad.
Besonders prekär stellt sich insbesondere die Kombi nation mit einer überdurchschnittlichen
hohen Zahl von Alleinerziehenden dar. Dies betrifft das Stadtviertel 50410 / Bolternstern-
strasse, die 50503 / Siedlung Heckpfad, 50605 / Lüt zlongerich und in STV 50701 / Bilderstö-
ckchen, 50703 / Parkgürtel-Süd und 50705 / Schlachthof-Nord.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
65
Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit liegt in 50503 /Siedlung Heckpfad mit 19,1% am
höchsten. In 50401 / Boltensternstrasse, 50703 / Pa rkgürtel-Süd, 50705 / GE Schlachthof-
Nord und 50504 / Merheim (lrh.) liegt sie ebenfalls weit über dem städtischen Durchschnitt.
Die Stadtviertel 50401 / Boltensternstrasse und 505 03 / Siedlung Heckpfad liegen dabei in
abgeschotteter Lage mit schlechter Anbindung zum jeweiligen Stadtteil.
Die Jugendhilfeindikatoren haben sich in den letzte n 7 Jahren für den Stadtteil 501 / Nippes
deutlich verbessert. Es ist davon auszugehen, dass dies durch eine Veränderung in der Be-
völkerungsstruktur sicht- und spürbar ist/ wird.
7.6.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
501 Nippes
Jugendladen Nippes & Nippes
Museum/ Jugendhilfe und Schule e.V.
Schülerförderung, politische
Bildungsarbeit
501 Nippes
Offene Tür Werkstattstraße/ Ev.
Kirchengemeinde Nippes OKJA
501 Nippes
Medienpädagogische
Facheinrichtung/ JFC Medienzentrum,
Kulturpädagogische Facheinrichtung/
Spielewerkstatt e.V.
Medienpädagogik,
Kulturpädagogik
Medienpädagogische
Facheinrichtung,
Kulturpädagogische
Facheinrichtung
502 Mauenheim Take Five II/ SKM Köln e.V. OKJA
503 Riehl
504 Niehl
Kinder- und Jugendeinrichtung
Boltensternstraße/ JugZ gGmbH OKJA
505 Weidenpesch
AaK-Gemeinwesenzentrum
Etzelstraße/ AAK e.V. OKJA
505 Weidenpesch DachloW/ Zurück in die Zukunft e.V. OKJA
505 Weidenpesch
Jugendprojekt auf dem
Pferdeschutzhof/ Tierschutz und
Umwelt e.V. tierbezogene Angebote
506 Longerich
Kinder- und Jugendspielhof/ Kölner
Selbsthilfe e.V. OKJA
506 Longerich
GOT Geschwister-Scholl-Haus/ Soz.
Zentrum Lino-Club.e.V.
Jugendarbeit für Jugendliche
mit geistiger Behinderung
506 Longerich
Jugendfarm Wilhelmshof/
Jugendfreizeit und Bildungszentrum
e.V.
Natur- und Tierpädagogische
Bildungsarbeit, OKJA für
behinderte und nicht
behinderte Kinder- und
Jugendliche
506 Longerich Heroes/ Henna Mond e.V.
gewaltpräventives
Jugendprojekt mit Peer -
Ansatz
507 Bilderstöckchen
Kinder- und Jugendcafé Take Five
Bilderstöckchen/ SKM Köln e.V.
507 Bilderstöckchen OT "Lucky's Haus"/ SKM Köln e.V. OKJA, Jugendkulturarbeit
507 Bilderstöckchen Mittwochsmaler/ SKM Köln e.V.
kunstpädagogisches
Graffitiangebot, aufsuchende
Jugendarbeit
507 Bilderstöckchen
Jugendeinrichtung OKJA Schliessung 2012
507 Bilderstöckchen Jugendprojekt OKJA Schliessung 2013
Neben den Jugendeinrichtungen mit klassischer Angeb otsstruktur der offenen Kinder und
Jugendarbeit, gibt es Nippes viele stadtweit ausger ichtete Angebote. In 501 / Nippes findet
sich eine Jugendeinrichtung mit dem Schwerpunkt der Schülerförderung und politischer Bil-
dungsarbeit, in 506 / Longerich findet sich eine Ju gendeinrichtung mit einem professionali-
sierten inklusiven Angebot für Mädchen und Jungen/ junge Frauen und junge Männer mit
Behinderung. Die Jugendfarm in 506 / Longerich hat ihr naturpädagogisches Angebot um
den inklusiven Ansatz erweitert und in den letzten beiden Jahren ihr Angebot an die Bedürf-
nisse von weiblichen und männlichen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung angepasst.
Als kleinere spezialisierte Angebote gibt es ein tierorientiertes Angebot in 505 / Weidenpesch
(an der Grenze zu 506 / Longerich) und in 507 / Bil derstöckchen ein kunstpädagogisch aus-
gerichtetes Graffitiangebot.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
66
Bis auf 503 / Riehl, befindet sich in jedem Stadtteil ein oder mehrere offene Jugendangebote.
In Riehl ist eine zirkuspädagogische Einrichtung mi t Gruppenangebot verortet. Der große
und in der Fläche langgezogene Stadtteil 504 / Nieh l verfügt nur über ein Angebot, welches
mit dem ÖPNV nicht für alle Niehler Mädchen und Jun gen/ junge Frauen und junge Männer
zu erreichen ist. Es gibt eine Pfadfindergruppe in Riehl und Niehl.
Ein Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtbezirk bildet die Jugendkulturar-
beit, sichtbar wird dies durch diverse Angebote des Hip-Hop Netzwerks Nippes.
Durch „Sport in Metropolen“ konnten in den letzten Jahren viele Synergien zwischen Sport
und Jugendarbeit erzeugt und gemeinsame Angebote umgesetzt werden.
7.6.4. Fazit
Der Stadtbezirk Nippes, insbesondere der Stadtteil Nippes wächst in den nächsten Jahren
weiterhin beträchtlich.
Mobile Angebote waren in der Vergangenheit bei der Bewältigung von Problemlagen erfolg-
reich. Das über Drittmittel erfolgreiche initiierte Mobile Angebot an der Neusser Str./ Gürtel in
501 / Nippes zeigt hier, dass Mädchen und Jungen/ j unge Frauen und junge Männer sich an
diesem Verkehrsknotenpunkt, an dem mehrere Schulen liegen, nach Schulende sicherer als
vorher vor Übergriffen von Jugendlichen fühlen. Der Einsatz der städtischen Streetworker hat
in der Vergangenheit im Stadtbezirk immer wieder in krisenhaften Situationen dafür gesorgt,
dass die Konflikte vor Ort für Mädchen und Jungen/ junge Frauen und junge Männer erfass-
bar und lösbar waren. Hier ist eine stärkere Präsenz immer wieder von Nöten.
Der Ausbau, bzw. die Weiterentwicklung der Inklusio nsangebote in den Einrichtungen ist auf
einem positiven Weg. Dies zeigt sich insbesondere in der konzeptionellen Weiterentwicklung
der Jugendeinrichtungen und der Kooperation der Jugendeinrichtungen mit unterschiedlicher
Klientel.
Die Gestaltung von öffentlichen nutzbaren Jugendplä tzen für Mädchen und Jungen/ junge
Frauen und junge Männer unter Einbeziehung von Jugendkulturangeboten, wie zum Beispiel
für Graffitiflächen, befindet sich hier in konkreter Planung.
Die Vernetzung der Kinder und Jugendeinrichtungen i m Stadtbezirk ermöglicht es eine Viel-
zahl an Events seit vielen Jahren zu gestalten.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
67
7.7. Stadtbezirk 6/ Chorweiler
7.7.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Chor-
weiler
Chorweiler ist der einzige Stadtbezirk, der nicht an den Stadtbezirk Innenstadt angrenzt.
Im Stadtbezirk leben 81.013 Menschen, davon sind 13 .323 Mädchen und Jungen/ junge
Frauen und junge Männer 6-<21 Jahre alt. Das entspr icht einem bezirklichen Anteil an der
Gesamtbevölkerung von 16,4%. Im stadtweiten Vergleich liegt der Stadtbezirk Chorweiler mit
seinem Anteil der Altersgruppe der 6-<21jährigen an der Gesamtbevölkerung an erster Stel-
le.
Hinsichtlich der Bebauung stellt das Stadtviertel 6 0901 / Chorweiler die größte hochge-
schossige Siedlung in NRW dar. Eingebettet in gewac hsene dörfliche Strukturen begann in
den 60er Jahren die Bebauung einer in 60301 / Seebe rg- Nord und 60901 / Chorweiler für
100.000 Menschen geplanten Stadt. Dieser Fehlentwic klung wurde von 1987 bis 1997 mit
einem städtebaulichen Ergänzungsprogramm und Nachfo lgeprogrammen des Landes und
der EU begegnet. 609 / Chorweiler ist geprägt durch das Zusammenleben unterschiedlichs-
ter Nationalitäten, Ethnien und Religionen. Die grö ßten Gruppen stellen hier Menschen aus
der Türkei, aus den EU-Osterweiterungsländern und den ehemaligen GUS-Staaten dar.
In den Stadtteilen 609 / Chorweiler und 603 / Seebe rg leben die meisten Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer. Aufgrund der direkten Nähe beider Stadtteile zuei-
nander, findet sich auf verdichtetem, kleinräumigem Gebiet eine sehr hohe Anzahl junger
Menschen. Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölker ung hat die Altersgruppe in 610 /
Blumenberg, 608 / Volkhoven/Weiler und 609 / Chorweiler.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
68
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
601 / Merkenich -17,85%
602 / Fühlingen 9,76%
603 / Seeberg -4,89%
604 / Heimersdorf 2,96%
605 / Lindw eiler 0,00%
606 / Pesch 7,41%
607 / Esch/Auw eiler -4,57%
608 / Volkhoven/Weiler -9,41%
609 / Chorw eiler 8,09%
610 / Blumenberg -22,68%
611 / Roggendorf/Thenhoven 28,44%
612 / Worringen 5,54%
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Chorweiler
Der Anteil der 6-< 10 jährigen liegt insgesamt betr achtet in etwa gleich auf oder unter dem
städtischen Durchschnitt. Der Anteil der 10-<14 jäh rigen liegt in 601 / Merkenich und 602 /
Fühlingen deutlich über dem städtischen Durchschnit t. Auffallend für den Stadtbezirk Chor-
weiler ist der sehr hohe Anteil der 14 -< 18jährige n. Insgesamt lässt sich sagen, dass in
Chorweiler der Anteil von weiblichen und männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen
in dieser Altersgruppe tendenziell höher liegt als in anderen Stadtbezirken.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Chorweiler
Aktuell wird für den Stadtbezirk Chorweiler
als einzigen von 9 Stadtbezirken ein leichter
Bevölkerungsrückgang in der Altersgruppe
der 6-<21 jährigen prognostiziert. In der
Stadtteilbetrachtung stellt sich dies differen-
ziert dar. Während für 611 / Roggen-
dorf/Thenhoven ein Zuwachs der 6-<21
jährigen von 28,4% zu erwarten ist, lässt in
610 / Blumenberg ein Rückgang von fast
30% und in 601 / Merkenich von 18% erwar-
ten.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
69
7.7.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Die Stadtteile 609 / Chorweiler und 603 / Seeberg u nd 611 / Roggendorf/Thenhoven sind
geprägt von verschiedenen Problemlagen, sozial bena chteiligten Familien, Bildungsferne,
Arbeitslosigkeit und Armut. Die Quoten erhöhen sich in der kleinräumigen Betrachtung auf
Stadtviertelebene enorm. Im Stadtviertel 60901 / Ch orweiler sind 2 von 3 Kindern und Ju-
gendlichen von Kinderarmut bedroht. In den Stadtvie rteln 60902 / Chorweiler-Nord, 60301 /
Seeberg-Nord, 61101 / Roggendorf und 60501 / Lindwe iler ist jedes zweite bis dritte Kind
von Transferleistungen abhängig. Darüber hinaus sin d in 60901 / Chorweiler und 61101 /
Roggendorf 35% der Haushalte alleinerziehend.
In den Stadtteilen 609 / Chorweiler, 610 / Blumenbe rg, 608 / Volkhoven/Weiler und 603 /
Seeberg liegt der prozentuale Anteil der < 21 jähri gen Mädchen und Jungen/ jungen Frauen
und jungen Männer mit Migrationshintergrund zwischen 65 und 85%.
Die Jugendarbeitslosenquote liegt in den Stadtviert eln 61101 / Roggendorf und 60501 /
Lindweiler am höchsten. Es wird vermutet, dass der tatsächliche Anteil der arbeitslosen un-
versorgten weiblichen und männlichen Jugendlichen u nd jungen Erwachsenen im Stadtbe-
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
70
zirk höher liegt, da sich einige der Jugendlichen u nd jungen Erwachsenen dem Unterstüt-
zungssystem entzogen haben und statistisch nicht mehr erscheinen.
Besonders schwierig stellt sich auch die Situation für hoch belastete Stadtteile in abgeschot-
teter Randlage dar. Dazu zählen die Stadtteile 611 Roggendorf/Thenhoven und 605 / Lind-
weiler, dem derzeit mit einem Strukturförderprogram m infrastrukturelle Fördermaßnahmen
zukommen.
Die beiden Stadtviertel 61101 / Roggendorf und 61103 / Thenhoven unterscheiden sich sehr.
61103 / Thenhoven ist durch einen Dorfkern und Einf amilienhäuser geprägt. In 61101 / Rog-
gendorf lebt die Mehrzahl in der Siedlung Im Mönchs feld/ Berrischstraße, die von den Be-
wohnern des restlichen Stadtteils gemieden wird. Da s Zusammenleben in der Siedlung ist
geprägt durch eine Vielzahl von besonderen Belastungsfaktoren. In der Siedlung leben Men-
schen unterschiedlicher nationaler Herkunft, Religi on und Kultur. Armut, Bildungsferne, Ge-
walt, Drogen, Vernachlässigung und Perspektivlosigk eit prägen die Stimmung in der Sied-
lung und nähren die Entwicklung von Parallelstruktu ren mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die
Jugendhilfeindikatoren für 611 / Roggendorf/Thenhoven hat sich im Verlauf der letzten Jahre
deutlich verschlechtert. Kleinräumige Daten des Mön chsfeldes weisen deutlich auf Kinder-
armutslagen in diesem Wohnviertel hin.
Der Stadtteil Chorweiler weist aktuell die höchste Benachteiligungslagen in der gesamtstäd-
tischen Betrachtung auf. (JHI- Rangplatz)
7.7.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
601 Merkenich
602 Fühlingen
603 Seeberg
Kinder- und Jugendeinrichtung "Der
Bau"/ Jugendcafe Chorweiler e.V. OKJA
603 Seeberg
Kinder- und Jugendzentrum Seeberger
Treff/ Jugendcafe Chorweiler e.V. OKJA
604 Heimersdorf
Kinder- und Jugendzentrum "Magnet"/
Jugendcafe Chorweiler e.V. OKJA
605 Lindweiler
Haus der Begegnung/ Soz. Zentrum Lino-
Club.e.V. OKJA
605 Lindweiler
Aktivspielplatz - Kinder und
Jugendzirkus/ Soz. Zentrum Lino-
Club.e.V. Zirkuspädagogik
606 Pesch
607 Esch/Auweiler OT Esch/ KJA gGmbH OKJA
608 Volkhoven/Weiler
Kinder- und Jugendeinrichtung Die Villa
/ SKM Köln e.V. OKJA
609 Chorweiler
Kinder- und Jugendeinrichtung
Northside/ JugZ gGmbH OKJA
609 Chorweiler
Jugendcafe Pegasus im Bürgerzentrum
Chorweiler/ Stadt köln OKJA
609 Chorweiler
Canyon Chorweiler/
StadtteilWerkstatt
Chorweiler gGmbH
Abenteuerpädagogik,
Kletterhalle
609 Chorweiler
Aufsuchende Arbeit in
Chorweiler Nord/ JugZ
gGmbH
aufsuchende Kinder-
und Jugendarbeit
610 Blumenberg Blu4Ju/ KJA gGmbH OKJA
611 Roggendorf/Thenhoven
Bauwagenprojekt/ SKM Köln
e.V. OKJA
612 Worringen Jugendzentrum Krebelshof/ GuJa mbH OKJA
Trägerwechsel und
Neukonzeptionierung
Diverse Chorweiler Stadtteile
Straßenkinder Projekt/
Kindernöte e.V.
aufsuchende Kinder-
und Jugendarbeit
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
71
Für die Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und junge n Männer des Stadtbezirks stehen 9
Jugendeinrichtungen, 1 spezialisierte Jugendeinrich tung und 6 Jugendprojekte zur Verfü-
gung, die vom Amt für Kinder, Jugend und Familie gefördert werden.
Die Einrichtungen bieten auch Unterstützung bei der Grundversorgung der Mädchen und
Jungen, wichtige Themen sind u.a. Bildung und der Ü bergang von Schule in den Beruf. Der
hohen Jugendarbeitslosigkeit wird insbesondere in 6 0901 / Chorweiler, 60902 / Chorweiler
Nord,603 Seeberg, 610 / Blumenberg und 605 / Lindweiler mit spezialisierten Angeboten der
Beschäftigungsförderung begegnet.
Mit dem Krebelshof in 612 / Worringen verfügt das E inzugsgebiet 612 / Worringen und 611
/Roggendorf/Thenhoven über einen besonderen Standor t, in der auch stadtweite Angebote,
Projekte und Jugendevents durchgeführt werden.
In einzelnen Stadtteilen kommt es immer wieder zu d ivergierenden Interessen zwischen
weiblichen und männlichen Erwachsenen und Jugendlic hen, die sich öffentlichen Raum an-
eignen und Ängste und Unverständnis bei den Älteren hervorrufen. Mit aufsuchender mobiler
Arbeit und Streetwork wird hier Kontakt zu den Jugendlichen aufgenommen.
In den SST 601 / Merkenich, 602 / Fühlingen und 606 / Pesch gibt es keine Jugendeinrich-
tung.
Kulturelle Angebote finden hauptsächlich im Bürgerz entrum in 609 / Chorweiler und in der
stark ausgeprägten Vereinsstruktur statt. Kommerzie lle Angebote für Mädchen und Jungen/
junge Frauen und junge Männer wie Kino, Diskotheke n oder kostengünstige Fitnessstudios
sind nicht vorhanden.
Der Jugendarbeitslosigkeit im Stadtbezirk wird mit unterschiedlichen Projekten und Angebo-
ten entgegengewirkt. Die Unterstützung der Jugendli chen im Übergang von der Schule in
den Beruf und der unversorgten weiblichen und männl ichen Jugendlichen und jungen Er-
wachsenen wird weiterhin ein wichtiges Ziel der Jugendarbeit sein.
7.7.4. Fazit
Der Bezirk Chorweiler weist unterschiedlichste städ tebauliche Strukturen auf und ist mit ei-
nem Anteil von 16,4 % Bewohnern zwischen 6 bis unte r 21 Jähriger der „jüngste“ Bezirk
Kölns.
Trotz langjähriger Förderprograme in Teilen des Soz ialraumgebietes Chorweiler, Chorweiler
Nord, Blumenberg und Seeberg-Nord sind Problemlagen wie Bildungsferne, (Kinder-) Ar-
mut), (Jugend-) Arbeitslosigkeit exorbitant vorhand en. Die soziale Infrastruktur des Bezirks
ist vor allem in diesen Stadtteilen verortet. Diese mit Kinder- und Jugendeinrichtungen struk-
turell gut versorgten Stadtteile werden aufgrund der dichten Bebauung von einer Vielzahl von
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
72
Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer n besucht, die ein hohes Maß an
Ansprache benötigen. Nicht allen Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern
des Stadtbezirks steht eine adäquate Angebotsstruktur zur Verfügung.
Stark belastete Stadtviertel wie 61101 / Roggendorf sind strukturell unterversorgt. Es kann
davon ausgegangen werden, dass der prognostizierte Zuwachs von 28% in der Altersgruppe
der 6 - < 21 jährigen den Bedarf hier noch verstärken wird.
Auf Bedarfe der Mädchen und Jungen/ jungen Frauen u nd jungen Männern nach Treffpunk-
ten und Freizeitmöglichkeiten der teilweise verinse lten, mit schlechter Verkehrsverbindung
ausgestatteten Stadtteile wie z.B. 601 / Merkenich, 607 Esch/ Auweiler und 606 / Pesch
kann aktuell nur punktuell reagiert werden.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
73
7.8. Stadtbezirk 7/ Porz
7.8.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jä hrigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung im Stadtbezirk Porz
Porz ist in seiner Gesamtfläche der größte Stadtbez irk in Köln und ist in 16 Stadtteile aufge-
gliedert. Hinsichtlich der Einwohner Anzahl weisen diese jedoch teilweise weniger Einwohner
auf als andernorts die Stadtviertel. In Porz leben 110.902 Einwohner, davon 16.224 Mäd-
chen und Jungen/ junge Frauen und junge Männer im A lter zwischen 6-<21 Jahre. Dies ent-
spricht einem bezirklichen Durchschnitt von 14,6 % an der Gesamtbevölkerung. Die meisten
6-<21 jährigen leben in den Stadtteilen 706 / Porz, 707 / Urbach, 714 / Zündorf und 701 /
Poll. Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hat diese Altersgruppe in 716 / Finken-
berg, 704 / Gremberghoven, 713 / Libur, 711 / Wahn und 708 / Elsdorf.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
74
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
701 / Poll 10,45%
702 / Westhoven 3,05%
703 / Ensen -1,05%
704 / Gremberghoven 13,14%
705 / Eil 17,89%
706 / Porz 15,43%
707 / Urbach 13,47%
708 / Elsdorf 76,17
709 / Grengel 0,13%
710 / Wahnheide -7,37%
711 / Wahn 19,07%
712 / Lind 0,22%
713 / Libur -8,54%
714 / Zündorf 4,49%
715 / Langel 22,82%
716 / Finkenberg 31,47%
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Porz
Der prozentuale Anteil der 6-<10 jährigen liegt in 708 / Elsdorf und 713 / Libur deutlich über
dem städtischen Durchschnitt ( 18,5%). In 708 / Elsdorf liegt auch die Altersgruppe der 10 -<
14 jährigen deutlich über dem städtischen Durchschn itt (17,4%). Die Altersgruppe der 14 -<
18 jährigen ist insbesondere in den Stadtteilen711 / Wahn, 712 / Lind, 713 / Libur und 714 /
Zündorf besonders hoch. Der Anteil der 18 -< 21 jäh rigen ist insgesamt eher als niedrig zu
bezeichnen. Den höchsten Anteil weist hier 712 / Lind auf.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Porz
Insgesamt kann der Stadtbezirk Porz als
deutlich wachsender Bezirk gesehen wer-
den. Die prognostizierten Zuwächse finden
am stärksten in 708 / Elsdorf, 716 / Finken-
berg,715 / Langel, 711 / Wahn und 705 / Eil
statt.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
75
7.8.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Bürgerliche Viertel und Stadtgebiete mit besonderem Integrationsbedarf liegen dicht beiei-
nander und sind sozial gespalten. Daneben finden si ch im Stadtbezirk Porz viele reizvolle
Ecken mit besonderem Charme, sehr gute Gewerbegebie te und eine beeindruckend aktive
und vielfältige Vereinsstruktur. In einigen dieser Vereine sowie in konfessionellen Einrichtun-
gen wird auch Jugendarbeit geleistet.
In der Stadtteilbetrachtung weisen 716 / Finkenberg , 704 / Gremberghoven die höchsten
sozialen Belastungen im Bezirk auf. In diesen Stadt teilen ist mindestens jedes zweite weibli-
che und männliche Kind und Jugendliche von Transferleistungen abhängig.
Nach Kalk und Chorweiler weist Porz – gleichauf mit Mülheim- in der stadtweiten Betrach-
tung den 3.höchsten % Anteil an < 21jährigen Mädche n und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern mit Migrationshintergrund auf. In kl einräumiger Betrachtung liegt dieser An-
teil in 716 / Finkenberg und 704 / Gremberghoven be sonders hoch. Neben den Bürgern, die
ihre Wurzeln in der ehemaligen UDSSR und in der Tür kei haben, sind auch viele Roma in
diesen Stadtteilen angesiedelt.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
76
In 716 / Finkenberg bilden sich oft subkulturelle G emeinschaften, die sich schützend in ihre
Herkunftsethnien zurückziehen. Diese besonderen Pro blemlagen erfordern verstärkt außer-
familiäre Freizeitangebote, ebenso spezifische Förder- und Integrationsmaßnahmen.
704 / Gremberghoven ist eine ehemalige Eisenbahners iedlung mit kaum vorhandener Infra-
struktur; es gibt so gut wie kein Nahversorgungsangebot. Viele der Wohneinheiten sind stark
renovierungsbedürftig; durch großzügige Gartenanlag en findet sich viel Grünfläche, aller-
dings wenig öffentlicher Raum. Es fehlen Arbeitgeber und Arbeitsstellen. Berufliche Perspek-
tiven für Minderqualifizierte sind so gut wie nicht vorhanden, besonders für weibliche und
männliche Jugendliche mit und ohne Schulabschluss. Wenig Ausbildung, frühe Heirat und
Kinder sind die Lebensentwürfe vieler heranwachsend er Mädchen. Spezielle offene oder
geschlossene Angebote für Mädchen sowie niederschwe llige Angebote zur beruflichen Ori-
entierung für Jungen und Mädchen sind hier besonders wichtig.
Die Jugendarbeitslosenquote liegt in 716 / Finkenbe rg bei 12,8% (Rangplatz 1 im stadtwei-
ten Stadtteilvergleich) und in 704 / Gremberghoven bei 11,6 % (Ringplatz 4 im stadtweiten
Stadtteilvergleich).
Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte liegt ins besondere in 71403 / Zündorf-Nord mit
35% besonders hoch, gefolgt von 70601 / Porz-Mitte und 70501 / Eil-Süd.
Bei der Erweiterung der Betrachtung auf die Stadtvi ertelebene ergeben sich vergleichbare
Lagen für 70601 / Porz-Mitte, 70501 / Eil-Süd und 71403 / Zündorf-Nord.
7.8.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
701 Poll
Ahl Poller Schull/ der runde
Tisch e.V. OKJA
Umsetzung des
Jugendprojektes
2011
702 Westhoven
Jugendarbeit im Bürgerzentrum
Engelshof/ Bürgerzentrum Engelshof
e.V. OKJA
703 Ensen
704 Gremberghoven
Jugendtreff Gremberghoven/
RheinFlanke gGmbH OKJA
Umsetzung des
Jugendprojektes
2011
Neubau für das
Jugendprojekt
inkl. Bolzplatz
705 Eil
706 Porz
Jugendzentrum O.T.-Ohmstraße/ Haus
der offenen Tür Porz
OKJA für behinderte und
nichtbehinderte Kinder und
Jugendliche
706 Porz
Jugend- und Gemeinschaftszentrum
Glashütte/ JugZ gGmbH OKJA
706 Porz Jugendhilfe Afrika 2000
707 Urbach
708 Elsdorf
709 Grengel
Kinder- und Jugendzentrum Grengel/
JugZ gGmbH OKJA
710 Wahnheide
Bauspielplatz Senkelsgraben/
Förderverein Bauspielplatz
Senkelsgraben Wahnheide
e.V. Bauspielplatz
711 Wahn
712 Lind
713 Libur
714 Zündorf
Jugendtreff Porz/ Pro
Humanitate e.V. OKJA
715 Langel
716 Finkenberg
OT Arche Nova/ Haus der offenen Tür
Porz e.V. OKJA
Neubau für die
Jugendeinrichtung
2015
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
77
Im Stadtbezirk Porz gibt es vier anerkannte Jugende inrichtungen, wovon drei relativ zentral
verortet sind. Sie erreichen mit ihrer Lage eventue ll nur einen regional begrenzten Teil von
Besucherinnen und Besuchern. Im stadtweiten Verglei ch ist Porz mit seinen vier Jugendein-
richtungen am schlechtesten versorgt.
Die Jugendeinrichtung in 706 / Porz-Mitte befindet sich in einer eng bebauten Hochhaussied-
lung aus den 70er Jahren, der sogenannten Papageien siedlung. Die Einrichtung versteht
sich als Ressource der Integration schwerpunktmäßig für die weiblichen und männlichen
Kinder und Jugendlichen der umliegenden Siedlung, a ber auch mit einzelnen Angeboten für
Adressaten aus ganz Porz, besonders mit dem Schwerpunkt Kultur.
Die Jugendeinrichtung in 716 / Finkenberg zog 2014 in neue Räumlichkeiten um und verfügt
nun über ein größeres und attraktiveres Raumangebot . Sie ist eine der wichtigsten Anlauf-
stellen für Kinder und Jugendliche in 716 / Finkenberg.
In Porz an der Grenze zu Eil gibt es eine weitere J ugendeinrichtung. Diese ist mit ihrer inklu-
siven Ausrichtung eine sogenannte spezialisierte Ei nrichtung und nur zum Teil sozialräum-
lich ausgerichtet. Die Einrichtung wird auch von we iblichen und männlichen Kindern und Ju-
gendlichen aus Kalk und Mülheim sowie aus dem angre nzenden Rhein-Sieg-Kreis und dem
Bergischen-Kreis besucht.
Die Jugendeinrichtung in 709 / Grengel arbeitet in Kooperation mit dem Bauspielplatz in 710
/ Wahnheide. Der Bauspielplatz ist seit vielen Jah ren insbesondere für Kinder sehr beliebt
und wird nicht nur zu Ferienzeiten als Spiel- und Freizeitfläche stark frequentiert.
Die Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk Porz, werden durch Jugendprojekte in 701 / Poll,
704 / Gremberghoven und 714 / Zündorf erweitert. An sonsten bieten außerhalb der kommu-
nalen Förderung weitere Jugendhilfeträger Maßnahmen für weibliche und männliche Kinder
und Jugendliche an, so in 702 / Westhoven, eine in 705 / Eil und zwei in 706 / Porz-Mitte.
7.8.4. Fazit
Die vielen Stadtteile des Stadtbezirk Porz liegen flächenmäßig weit auseinander, einige stark
vereinzelt und durch einen ländlichen Charakter gep rägt. Die Verkehrsinfrastruktur ist ent-
wicklungsbedürftig, die Hauptverbindungsstraßen sin d überlastet, besonders die Anbindung
an den ÖPNV ist schwierig. Es gibt in Porz insgesam t eine Straßenbahnlinie, die in Zündorf
endet. Die vielen Porzer Ortsteile sind lediglich d urch den Buslinienverkehr miteinander ver-
bunden.
In Stadtteilen mit starker Vereinzelung und fehlender Angebotsstruktur verbringen viele weib-
liche und männliche Kinder und Jugendliche einen we sentlichen Teil ihre Freizeit auf der
Straße bzw. im öffentlichen Raum. Sie begegnen sich an informellen Treffpunkten in ihren
Cliquen, um miteinander zu reden, gemeinsam irgendw ohin zu fahren, oder einfach abzu-
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
78
hängen. Hier werden sie über kurz oder lang vertrieben. Insbesondere im stark unterversorg-
ten Einzugsbereich des Porzer Südens finden weiblic he und männliche Jugendliche kaum
freizeitpädagogische Angebote im Rahmen professioneller Jugendarbeit vor.
Weibliche und männliche Jugendliche an ihren Treffp unkten aufzusuchen und mit ihnen ge-
meinsam Freizeitmöglichkeiten in ihren jeweiligen O rtsteilen aufzubauen, wäre somit ein
wichtiger Ansatz für zukünftige Jugendarbeit im Porzer Süden.
Ebenso wichtig sind attraktive Spiel- und Freizeitf lächen. Insbesondere für das Porzer Zent-
rum besteht ein hoher Bedarf an einem jugendgerechten Angebot für den öffentlichen Raum.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
79
7.9. Stadtbezirk 8/ Kalk
7.9.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6 bis un ter 21 jährigen Mädchen
und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung im Stadtbezirk Kalk
Von 116.962 Einwohnern, sind 17.740 Mädchen und Jun gen/ jungen Frauen und jungen
Männer zwischen 6-<21 Jahre alt. Dies entspricht ei nem prozentualen Anteil an der bezirkli-
chen Gesamtbevölkerung von 15,1%. Die meisten Kinde r und Jugendlichen leben in den
Stadtteilen 801 / Kalk, 803 / Vingst, 805 / Ostheim und 801 / Humboldt/Gremberg. Den
höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hat die Al tersgruppe in 803 / Vingst, 805 /
Ostheim, 809 / Neubrück und 806 / Merheim.
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Kalk
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
80
Zuwachsrate 6-<21 Jahre
801 / Humboldt/Gremberg 8,80%
802 / Kalk 10,60%
803 / Vingst 20,70%
804 / Höhenberg 2,50%
805 / Ostheim 28,50%
806 / Merheim 12,90%
807 / Brück 7,40%
808 / Rath/Heumar 14,00%
809 / Neubrück 18,90%
Insgesamt betrachtet sind alle Altersgruppenanteile in den Stadtteilen relativ ausgeglichen
verteilt. In 807 / Brück, 806 / Merheim, 803 / Ving st und 809 /Neubrück liegt der Altersgrup-
penanteil der 6 -< 10 jährigen über dem städtischen Durchschnitt. Die Altersgruppen der 10 -
< 14 jährigen liegt nur in 801 / Humboldt/Gremberg unter dem städtischen Durschnitt. In 804
/ Höhenberg, 808 / Rath/Heumar und 809 / Neubrück f inden sich die höchsten Altersgrup-
penanteile der 14- 18 jährigen. Die 18-<21 jährigen liegen nur in 801 / Hunboldt/Gremberg,
802/ Kalk und 804 / Höhenberg leicht über dem städtischen Durchschnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Kalk
Ebenso wie die Stadtbezirk Lindenthal
und Innenstadt wird Kalk in den nächsten
10 Jahren den höchsten Zugewinn in der
Altersgruppe der 6-<21 jährigen zu ver-
zeichnen haben. Besonders ausgeprägt
ist der Zuwachs in 805 / Ostheim, wo der
Zuwachs knapp 30% betragen soll. Ge-
folgt von 803 / Vingst, ebenfalls ein Mäd-
chen und Jungen/ jungen Frauen und
jungen Männern in der Altersgruppe von
6-<21 Jahre. Aber auch für alle anderen
Kalker Stadtteile stellt sich die Frage, was der Zu gewinn im Kontext zu jetzt schon vorhan-
denen Lebenslagen bedeutet und welche vorausschauen den Interventionen sich daraus
ableiten lassen und notwendig erscheinen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
81
7.9.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Der Stadtbezirk ist in seinem Kern nach wie vor gep rägt von den strukturellen Umbrüchen
eines ehemaligen Industriestandortes. Überdurchschn ittliche Belastungen zeigen sich be-
sonders bei Arbeitslosigkeit, Bildungsbenachteiligu ng, Armut und einem hohen Anteil von
Bewohnern mit Migrationshintergrund. Die Stadtteile sind über die Verkehrsinfrastruktur mit-
einander verbunden. Querverbindungen in die Bezirke Mülheim und Porz sind über Buslinien
sichergestellt. Durch zwei KVB-Linien besteht eine schnelle Verbindung zur Innenstadt.
Die Bewohnerstruktur im Stadtbezirk Kalk ist überwi egend multikulturell geprägt. Im Stadtteil
802 / Kalk ist die erste Einwanderungswelle, Italiener (in den sechziger und siebziger Jahren)
längst assimiliert (und dennoch mit kultureller Eigenständigkeit anzutreffen). Die nachfolgend
zugezogene, überwiegend türkische Bevölkerung, viel fach muslimisch orientiert, sieht sich
zurzeit unter einem besonderen Druck durch den Zuzu g südost-europäischer Bevölkerung.
Hier finden im Gemeinwesen strukturelle Veränderung sprozesse statt. Vergleichbare Be-
schreibungen ergeben sich für die Stadtteile 803 / Vingst, 805 / Ostheim , 801 / Hum-
boldt/Gremberg und Teile von 809 / Neubrück.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
82
809 / Neubrück ist ein Stadtteil im Wandel. Der Sta dtteil ist vor ca. 50 Jahren entstanden. Er
war moderner Wohn- und Lebensort und für viele Ange stellte und Beamte aus bundesnahen
Organisationen und Betrieben. Diese bindenden Strukturen haben sich vor Jahren aufgelöst,
die demografische Veränderung beschleunigt. Untersc hiedliche Kulturen und Bevölkerungs-
gruppen haben im Stadtteil ihren Platz eingenommen.
Der Stadtbezirk weist fast flächendeckend und in großräumigen Gebieten hohe Bedarfslagen
auf. Bis auf die Stadtteile 808 / Rath/Heumar und 8 07 / Brück liegt der < 15 jährigen Sozial-
hilfebezieher auf Stadtteilebene bei 40-50% und lie gt überall weit über dem städtischen
Durchschnitt. Die Quote der alleinerziehenden Haush alte liegt in 5 von 9 Stadtteilen deutlich
über dem Kölner Durchschnitt. Der < 21 Anteil der w eiblichen und männlichen Kinder und
Jugendlichen mit Migrationshintergrund beträgt in der Fläche bei 6 von 9 Stadtteilen mindes-
tens 75%. In kleinräumiger Betrachtung einzelner St adtteile scheinen die genannten Zahlen
fast zu explodieren.
7.9.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendpr ojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Schliessung Neu In Planung
801 Humboldt/Gremb. Jugendzentrum Gremberg/ JugZ gGmbH OKJA
802 Kalk
Evangelisches Jugendheim/ E.
Kirchengemeinde Kalk Humboldt OKJA
802 Kalk Jugendeinrichtung/ Pavillon e.V. OKJA
Neubau und
Umwandlung
Jugendeinrichtung
2016
802 Kalk AbenteuerHalle Kalk/ JugZ gGmbH Abenteuerpädagogik
802 Kalk 180 Grad Wende/ JuBiGo e.V.
gewaltpräventives
Jugendprojekt mit Peer -
Ansatz
803 Vingst
Et Sozi - Kinder- und Jugendbereich/
Förder und Bildungsgemeinschaft e.V. OKJA
803 Vingst
Jugendtreff Vingst/ Pro
Humanitate e.V. OKJA
804 Höhenberg HB 51/ KJA gGmbH OKJA
805 Ostheim OT Ostheim/ Kath. Verein Haus der OT OKJA
805 Ostheim OT Am Wunschtor/ Veedel e.V. OKJA
805 Ostheim
Jugendprojekt Walbadviertel/
AWO Köln e.V. OKJA
Umsetzung und
Neubau des
Jugendprojektes
2016
805 Ostheim
Jugendclub im SKM Zentrum
Ostheim/ SKM Köln e.V. OKJA
806 Merheim Pavillon Merheim/ Pavillon e.V. OKJA
Umsetzung des
Jugendprojektes in
2013
807 Brück
808 Rath/Heumar
809 Neubrück
Kinder- und Jugendhaus Neubrück/ JugZ
gGmbH OKJA
Im Stadtbezirk Kalk sind 6 kommunal geförderte Juge ndeinrichtungen, 1 spezialisierte und 5
Jugendangebote verortet. Bis auf die Stadtteile 808 / Rath/Heumar und 807 / Brück konnte
eine oder mehrere Jugendeinrichtungen oder Jugendan gebote unterschiedlichster Ausprä-
gung installiert werden. Jugendarbeit wird in 807 / Brück und 808 / Rath/Heumar durch Ver-
eine, Verbände und Kirchengemeinden geleistet. Durc h die Schließung einer Jugendeinrich-
tung in der Gießener Str. (105 / Deutz) in 2012 sin d dem Stadtviertel in 80101 / Humboldt
Ressourcen verloren gegangen.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
83
Neben der kommunal geförderten Jugendarbeit sind au ch Kirchengemeinden, Christliche
Vereinigungen, Moscheevereine und Migrantenselbsthi lfeorganisationen mit Engagement in
der Jugendarbeit aktiv. Sportvereine leisten ebenso einen hohen ehrenamtlichen Beitrag.
7.9.4. Fazit
Im Stadtbezirk Kalk befindet sich das größte in der Fläche zusammenhängende Benachteili-
gungsgebiet (Sozialraumgebiete 03 / 04 / 11) der ge samten Stadt. Diese Gebiete sind prä-
destiniert für Bildungsbenachteiligung, für Armmuts entwicklung und -zuwanderung. Aktuell
lässt sich noch nicht absehen, was der zu erwartend e Zuwachs im Stadtbezirk Kalk im Kon-
text mit der vorhandenen sozialen Lage bedeutet. We iterhin hängt auch vieles von der Zu-
sammensetzung der Bewohnerstruktur in den jeweilige n Neubaugebieten und der gesamten
Entwicklung des Stadtbezirkes Kalk ab. Viele Stadtv iertel im Bezirk Kalk sind Gebiete des
„Ankommen bei Zuwanderung“ in der Stadt (z.B. günstiger Wohnraum, kulturelle Nähe…), so
dass bei der aktuellen Entwicklung mit einem Verble ib der Neubürger gerechnet werden
muss.
Deutlich erscheint jetzt schon, dass der Stadtbezirk in weiten Teilen viel Unterstützung benö-
tigt um die vorhandenen und weiter aufkommenden mul tiplen Problemlagen bewältigen zu
können. Der prognostizierte Zugewinn von weiblichen und männlichen Kindern und Jugend-
lichen in der Altersgruppe der 6-<21jährigen kann als sehr hoch bezeichnet werden. In Anbe-
tracht der Planungszahlen scheint eine zeitnahe bis mittelfristige Ausweitung in der Ange-
botsstruktur Kinder- und Jugendarbeit, mobil und standortbezogen, angezeigt.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
84
7.10. Stadtbezirk 9/ Mülheim
7.10.1. Bevölkerung in der Altersgruppe der 6-<21 jährigen Mädchen und Jun-
gen/ jungen Frauen und jungen Männer
Anzahl der 6-<21 jährigen und deren Anteil an der G esamtbevölkerung im Stadtbezirk Mül-
heim
Mülheim ist der bevölkerungsreichste Stadtbezirk in Köln. Von 148.682 Einwohnern, sind
21.361 Mädchen und Jungen/ junge Frauen und junge M änner zwischen 6-<21 Jahre alt.
Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 14,4% an der bezirklichen Gesamtbevölke-
rung. Davon leben die meisten Kinder und Jugendlich en in den Stadtteilen 901 / Mülheim,
904 / Holweide und 905 / Dellbrück. Der Stadtteil 9 01 / Mülheim ist der bevölkerungsreichste
Stadtteil in Köln, dementsprechend hoch ist hier au ch die Anzahl der Kinder und Jugendli-
chen. Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung haben die 6-<21jährigen in 907 /
Dünnwald, 906 / Höhenhaus, 903 / Buchheim und 904 / Holweide.
Prozentanteil der Altersgruppen an den < 21 jährigen im Stadtbezirk Innenstadt
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
85
901 / Mülheim 10,10%
902 / Buchforst 4,00%
903 / Buchheim 11,70%
904 / Holw eide 0,70%
905 / Dellbrück 0,90%
906 / Höhenhaus -0,40%
907 / Dünnw ald -6,60%
908 / Stammheim 9,50%
909 / Flittard -4,70%
Bis auf 902 / Buchforst und 909 / Flittard liegt de r Anteil der 6-<10 jährigen in den anderen
STT über dem Kölner Durchschnitt. Bei den 10-<14 jährigen weiblichen und männlichen Kin-
dern und Jugendlichen liegt 902 / Buchforst 906 / H öhenhaus und 907 / Dünnwald deutlich
über dem stadtweiten Durchschnitt. Die Altersgruppe der 14-<18 jährigen hat einen beson-
ders hohen Anteil in 906 / Höhenhaus und liegt anso nsten bis auf 901 / Mülheim über dem
städtischen Durchschnitt.
Prognostizierten Zuwachsrate der 6-<21 jährigen bis 2025 im Stadtbezirk Mülheim
Für die Stadtteile 901 / Mülheim, 903 / Buch-
heim und 908 / Stammheim wird für die
nächsten 10 Jahre der meiste Zugewinn
prognostiziert. Für alle anderen Stadtteile
werden geringe Zuwächse, als auch geringe
Rückgänge erwartet.
7.10.2. Soziale Lage und Jugendbeschäftigung
Vergleichsquoten Köln
< 15 SGB II: 23%
< 21 Jahre MH: 50%
Alleinerziehende: 24%
< 25 ALG : 5,6%
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
86
Mit Ausnahme des Stadtteil 905 / Dellbrück, liegen alle Mülheimer Stadtteile hinsichtlich des
prozentualen Anteils der Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer im SGB II
Bezug über dem Kölner Durchschnitt. Dies betrifft i n der Stadtteilbetrachtung insbesondere
902 / Buchforst, gefolgt von 901 / Mülheim und 903 / Buchheim, an vorderster Stelle. In der
Stadtviertelbetrachtung ist in 90104 / Keupstrasse, 90105 / Mülheim-Nord, 90607 / Berliner
Strasse und 90706 / Siedlung am Donewald mehr als d ie Hälfte der weiblichen und männli-
chen Kinder und Jugendlichen von Transferleistungen abhängig.
Der Sozialraum Keupstraße wird durch die Geschäftss traße und das durch innovative Fir-
men und Medienunternehmen, das Schauspiel und verschiedene Eventhallen wieder genutz-
te alte Industriegebiet bestimmt. Das Gebiet ist un d bleibt aktuell Anziehungspunkt für Ein-
wanderer den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien.
Im Stadtbezirk Mülheim leben die meisten Alleinerzi ehenden. Besonders hohe Anteile an
Alleinerziehendenhaushalten mit 50% und drüber find en sich in den Stadtvierteln 90104 /
Keupstrasse, 90105 / Mülheim-Nord, 90607 / Berliner Strasse und 90706 / Siedlung am Do-
newald. In Kombination mit den zuvor benannten hohe n Prozentanteilen der weiblichen und
männlichen Kindern und Jugendlichen im Sozialleistungsbezug in den gleichen Stadtvierteln,
weisen diese Gebiete eine besondere Bedarfslage auf.
Aufgrund der hohen Zahl von Menschen mit Migrations - und Zuwanderungshintergrund hat
der Stadtbezirk Mülheim besondere Integrationsleist ungen zu vollziehen. In kleinräumiger
Betrachtung der Stadtteile 901 / Mülheim, 902 / Buc hforst, 903 / Buchheim, 907 / Dünnwald
und 908 / Stammheim steigen die Prozentanteile auf 70-90% an.
Bis auf 905 / Dellbrück und 906 / Höhenhaus liegt d ie Quote der Jugendarbeitslosigkeit in
allen anderen Mülheimer Stadtteilen mit über 8% deu tlich über dem städtischen Durch-
schnitt. In kleinräumiger Betrachtung nimmt das Stadtviertel 90104 / Keuptstrasse mit 22,2%
den stadtweiten Spitzenplatz ein.
Zusammenfassend haben sich die Jugendhilfeindikator en in den meisten Stadtteilen leicht
verbessert. Eine vorausschauende Betrachtung und Ge gensteuerung sollte hinsichtlich des
Stadtteil 909 / Flittard (insbesondere 90903 / Baye r-Siedlung) erfolgen, da sich die Jugend-
hilfeindikatoren in den letzten Jahren verschlechtert haben.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
87
7.10.3. Kinder- und Jugendeinrichtungen und Jugendprojekte
Jugendeinrichtung/ Träger Jugendprojekt/ Träger Angeb otsschwerpunkte Neu in Planung
901 Mülheim
Interkultureller Mädchentreff / Lobby
für Mädchen e.V. Mädchenzentrum Mädchenarbeit
901 Mülheim August-Bebel-Haus/ AWO Köln e.V. OKJA
901 Mülheim Kölner Jugendpark/ JugZ gGmbH
Abenteuerpädagogik,
Jugendkulturarbeit
901 Mülheim Don-Bosco-Club/ Heim der OT e.V. OKJA
901 Mülheim
Kinder- und Jugendarbeit/ Kölner
Selbsthilfe e.V. OKJA
901 Mülheim Offene Tür Teen-Town/ KJA gGmbH OKJA
901 Mülheim Support 51/ KJA gGmbH
OKJA, schulbezogene
Jugendarbeit
2016
umgesetzt
901 Mülheim Jugendladen Mülheim/ AAK e.V. OKJA
902 Buchforst Area 51/ KJA gGmbH OKJA
903 Buchheim
Jugendhaus Treffer/ Diakonisches Werk
des evangelischen Kirchenverbande OKJA
904 Holweide
Kinder- und Jugendtreff Picco/ JugZ
gGmbH OKJA
904 Holweide HKS 51/ KJA gGmbH OKJA
904 Holweide
Hausaufgabenbetreuung/ Kath.
Kirchengemeinde St.Mariä
Himmelfahrt Schülerhilfen
905 Dellbrück Dell-Chill/ KJA gGmbH OKJA Neubau für Jugendprojekt
2017/2018
906 Höhenhaus
Jugend- und Nachbarschaftshaus
Bodestraße/ AWO Köln e.V. OKJA
906 Höhenhaus
Kinder- und Jugendzentrum Höhenhaus
Salamander/ JugZ gGmbH OKJA
906 Höhenhaus OT - Haus der Jugend/ KJA gGmbH OKJA
907 Dünnwald
OT Henry's H.O.P.E./ Christl. Sozialhilfe
Köln e.V. OKJA
907 Dünnwald TOT Von- Diergardt-Str./ Kath.
Kirchengemeinde Heilige Familie
OKJA
908 Stammheim Offene Tür St. John/ SKM Köln e.V. OKJA
909 Flittard Jugendzentrum Pauline/ JugZ gGmbH OKJA
Im Stadtbezirk Mülheim gibt es 16 Jugendeinrichtung en und 6 Jugendprojekte. Jeder Stadt-
teil ist mit mindestens einem Angebot ausgestattet.
Das Jugendprojekt in 905 / Dellbrück wird ab 2018 f est verortet. Im Stadtbezirk Mülheim ist
eine Basisstruktur mit Jugendeinrichtungen – und An geboten vorhanden, die es ermöglicht
Bedarfslagen abzudecken. Insgesamt sind die Jugende inrichtungen und Projekte an den
Bedarfen vor Ort ausgerichtet.
Eine Diskrepanz zwischen Verortung der Jugendeinric htung und Bedarf lässt sich in 909 /
Flittard erkennen.
Drei der Jugendeinrichtungen mit spezifischen Aufga benstellungen arbeiten konzeptionell
bezirks- und stadtorientiert mit starkem Zielgruppenbezug.
In den Sozialräumen Mülheim-Nord/ Keupstraße und Bu chheim/Buchforst haben sich in den
letzten Jahren vielfältige Unterstützungsstrukturen entwickelt die sich sehr positiv auf das
Feld der Jugendarbeit ausgewirkt haben.
Die Kooperationsstrukturen mit Migrantenorganisatio nen, Sportvereinen, sozialen Institutio-
nen, Schulen und Verbänden sind stark ausgeprägt un d bilden das Fundament fachlicher
Weiterentwicklung. Ein Bindeglied in der bezirklich en Kooperation und Vernetzung ist die
integrative Jugendkulturarbeit. Es finden sich geme insame Formate in der Sportarbeit, der
Medienpädagogik und der geschlechtsspezifischen Arbeit.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
88
Ein flächendeckendes Netzwerk lokaler stadtteilbezo gener Arbeitskreise, sowie bezirklicher
fachlicher Foren zur Entwicklung abgestimmten Angeb oten von Sport, Kultur, Medien, im
Übergang von der Schule in den Beruf, der Entwickl ung geschlechtsspezifischer Arbeit und
der Entwicklung der Kooperation mit Schule, garanti eren die Schaffung und Optimierung
einer flächendeckenden bedarfsgerechten Angebotsstr uktur in den Stadtteilen, Siedlungen
sowie im Bezirk und beziehen alle sozialen Akteure, sowie die Schulen und den Ganztag mit
ein.
Zahlreiche gemeinsame Formate wie Turniere, Festiva ls, Wettbewerbe, Aktionstage haben
seit Jahren einen hohen integrativen und partizipat iven „Beheimatungsfaktor“ sind aber nicht
strukturell durch Mittel und Personal abgesichert und basieren in hohem Maße auf ehrenamt-
lichem Engagement.
7.10.4. Fazit
Durch diverse Projekte im Rahmen von Mülheim 2020 und dem Vorläuferprogramm des
Landes konnte der Jugendarbeitslosigkeit in 90105 / Mülheim-Nord und 90201 / Buchforst
entgegengewirkt werden. Die Unterstützung arbeitsloser Jugendlichen wird weiterhin ein
Hauptziel der Jugendarbeit im Bezirk sein.
In 904 / Holweide teilt die vielbefahrene Bergisch-Gladbacher-Straße den Stadtteil und bildet
für viele weibliche und männliche Kinder und Jugendliche eine Zugangsbarriere zur vorhan-
denen Jugendeinrichtung.
2012 ist es gelungen in 905 / Dellbrück ein Jugendprojekt zu verorten. Ab 2013 wurden hier-
für Mittel aus dem Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit bereitgestellt, derzeit wird
das Projekt hauptsächlich in Form von mobiler, aufsuchender Arbeit umgesetzt . Es ist beab-
sichtigt, dieses in ein festes Projekt umzuwandeln, um den Bedarf der vielen Mädchen und
Jungen/ jungen Frauen und jungen Männer im Stadtteil adäquat abdecken zu können.
Im Stadtbezirk Mülheim entstehen immer wieder Notwendigkeiten die Treffpunkte im öffentli-
chen Raum von Mädchen und Jungen/ jungen Frauen und jungen Männern mobil aufzusu-
chen, um einen Ausgleich zwischen den divergierenden Interessen von Jugendlichen und
Bewohnern herzustellen. Viele Jugendeinrichtungen bieten daher bereits heute bedarfsge-
recht mobile Angebote an.
(8) Ausblick auf das weitere Vorgehen
8.1. Umsetzung der Maßnahmen bei gesicherter Finanz ierung
Die Maßnahmenplanung des vorliegenden Kinder- und J ugendförderplans (vergleiche Kapi-
tel 5) hebt auf aktuelle und zukünftige „Baustellen “ der bedarfsgerechten Weiterentwicklung
des Feldes der Kinder- und Jugendförderung angesich ts vielfältiger Herausforderungen ab.
Ihre Umsetzung steht naturgemäß unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung. Bei
einer Reihe von Maßnahmen besteht diese schon, bei einer anderen Reihe müsste sie erst
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
89
noch hergestellt werden, ggf. auch über die Ausschö pfung von Förderprogrammen des Lan-
des, des Bundes oder der Europäischen Union.
Vor diesem Hintergrund ist zu unterstreichen, dass der Kinder- und Jugendförderplan nicht
die teilweise erforderlichen einzelnen Beschlussvorlagen zur Realisierung der vorgeschlage-
nen Maßnahmen ersetzt. Vielmehr gibt er einen Gesam tüberblick über einen fachlich sinn-
vollen Entwicklungsweg, in dessen Rahmen sich einze lne Überlegungen genauer verorten
und bewerten lassen. Im zeitlichen Nachgang zur Vor stellung und Diskussion des Kinder-
und Jugendförderplans sieht die Verwaltung vor, erf orderliche Beschlüsse in gesonderten
Vorlagen für die politischen Gremien zu erwirken.
8.2. Dialogischer Planungsprozess und Zwischenbilan z 2018
Kinder- und Jugendförderplanung ist grundsätzlich e in kontinuierlicher, dialogischer Pla-
nungsprozess, der sich vorliegend als Momentaufnahm e in einem Planungsbericht „materia-
lisiert“ und damit gleichsam eine Art Zwischenstand der Diskussionen und planerischen
Überlegungen repräsentiert. Nachdem der vorliegende Kinder- und Jugendförderplan inten-
siv im AK 80 Jugendförderung mit anerkannten Träger n der freien Jugendhilfe erörtert wor-
den ist, sieht die Verwaltung vor, diesen zunächst im Jugendhilfeausschuss vorzustellen („1.
Lesung“), ihn dann in der Beratungsfolge aktiv in a lle Bezirksvertretungen einzubringen und
intensiv zu erörtern, um die Diskussion anschließen d im Jugendhilfeausschuss zu bündeln
(„2. Lesung“).
Die Verwaltung geht davon aus, dass es im Rahmen ei nes intensiven Diskussionsprozesses
zu weiteren Ideen und Veränderungsvorschlägen zu Ma ßnahmen kommen wird, die an-
schließend adäquat in der vorliegenden Planung abge bildet werden sollen, zum Beispiel
durch Stellungnahmen und Hinweise der Bezirksvertre tungen in Anlagen. Auf dieser Basis
soll dann ein Ratsbeschluss vorgesehen werden, mit dem die in der Planung beschriebene
strategische Grundausrichtung der Kinder- und Jugen dförderung beschlossen und die Ver-
waltung beauftragt wird, die vorgeschlagenen Maßnahmen bei gesicherter Finanzierung um-
zusetzen und in 2018 über den Umsetzungsstand zu berichten.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
90
Die Kinder- und Jugendförderplanung sieht eine Zwis chenbilanz 2018 vor. In dieser soll die
bis dahin erreichte Realisierung des Maßnahmenprogr amms bilanziert werden. Das schließt
mit ein, dass Veränderungen von Planungsparametern oder neue Handlungsoptionen erör-
tert und die Maßnahmenplanung im Bedarfsfall angepa sst wird. Die Verwaltung erkennt in
einer solchen Zwischenbilanzierung ein probates Mit tel, um eine kontinuierliche und dialogi-
sche Planung inklusive (fach-)politischer Diskussio n des wichtigen Arbeitsfeldes der Kinder-
und Jugendförderung adäquat umzusetzen.
(9) Übersicht über die Rückmeldungen aus den Bezirksvertretun-
gen zum „Kinder- und Jugendförderplan Köln 2016- 2020“
Kinder- und Jugendförderplanung ist grundsätzlich ein kontinuierlicher, dialogischer Pla-
nungsprozess, der sich vorliegend als Momentaufnahme in einem Planungsbericht „materia-
lisiert“ und damit gleichsam eine Art Zwischenstand der Diskussionen und planerischen
Überlegungen repräsentiert. Nachdem der vorliegende Kinder- und Jugendförderplan inten-
siv im AK 80 Jugendförderung mit anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe erörtert wor-
den ist, wurde der Plan zunächst im Jugendhilfeausschuss am 13.09.2016vorgestellt („1.
Lesung“) und dann in der Beratungsfolge aktiv in alle Bezirksvertretungen eingebracht und
dort, sofern erwünscht, vorgestellt und erörtert. Die Ergebnisse bzw. Stellungnahmen und
Hinweise der Bezirksvertretungen werden vermittels zusätzlicher Anlagen dem Kinder- und
Jugendförderplan für die 2. Lesung im Jugendhilfeausschuss am 13.12.2016 hinzugefügt.
Auf der Basis der vorliegenden Diskussionsergebnisse soll wie angekündigt ein Ratsbe-
schluss vorgesehen werden, mit dem die in der Planung beschriebene strategische Grund-
ausrichtung der Kinder- und Jugendförderung beschlossen und die Verwaltung beauftragt
wird, die vorgeschlagenen Maßnahmen bei gesicherter Finanzierung umzusetzen und in
2018 über den Umsetzungsstand zu berichten.
01 Stadtbezirk Innenstadt:
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand am 10.11.2016 statt und wurde
durch die Bezirksvertretung zur Kenntnis genommen.
02 Stadtbezirk Rodenkirchen:
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand am 07.11.2016 statt und wurde
durch die Bezirksvertretung zur Kenntnis genommen
03 Stadtbezirk Lindenthal:
Auf Wunsch der Bezirksvertretung Lindenthal fand keine Präsentation des Kinder- und Ju-
gendförderplans statt.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
91
Die Unterlagen gingen allen Mitgliedern der Bezirksvertretung Lindenthal mit Schreiben vom
07.09.2016 zu und wurden in der Sitzung zur Kenntnis genommen
04 Stadtbezirk Ehrenfeld:
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand im Rahmen der Bezirksvertre-
tungssitzung am 28.11.2016 statt.
05 Stadtbezirk Nippes:
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand im Rahmen einer Sondersitzung
der Bezirksvertretung Nippes am 04.10.2016 statt.
Niederschrift über die 17. Sitzung der Bezirksvertretung Nippes (Sondersitzung) am
04.10.2016:
Die Bezirksvertretung nimmt den Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln nach Erläute-
rung durch Frau Böttger und Herrn Berner zur Kenntnis.
Herr Bezirksbürgermeister Schößler lobt die Vorlage und insbesondere den vorhandenen
Bezug zum Stadtbezirk Nippes.
06 Stadtbezirk Chorweiler:
Auf Wunsch der Bezirksvertretung Chorweiler fand keine Präsentation im Rahmen der der
Bezirksvertretungssitzung am 27.10.2016 statt.
Niederschrift über die 20. Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler am 27.10.2016
Die Mitteilung wurde der Bezirksvertretung Chorweiler vorab zugeleitet.
Bezirksbürgermeister Herr Zöllner berichtet über den erfreulichen Zuwachs von Kindern und
Jugendlichen im Stadtteil Roggendorf / Thenhoven.
Leider gibt es hier jedoch nur den Bauwagen als Jugendeinrichtung, dessen Finanzierung
zum einem auf Dauer nicht gesichert ist, zudem ist hier auch die Einrichtung einer weiteren
Jugendeinrichtung notwendig.
Zu den angesprochenen Problematiken vorwiegend in den Stadtteilen Chorweiler, Chorwei-
ler-Nord, Seeberg und Lindweiler möchte über weitere mögliche Maßnahmen sowie über
mögliche Programme informiert werden.
Für den gesamten Bezirk wird zwar das allgemeine kulturelle Angebot hervorgehoben, es
fehlen jedoch Angebote z.B. Disco, Kino für die Jugend. Es stellt sich die Frage welche För-
derungen hier möglich sind.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
92
Der Stadtbezirk Chorweiler ist zwar der jüngste Bezirk, es gibt aber leider strukturelle Prob-
leme z.B. hinsichtlich der Arbeitslosigkeit, hier müssen Perspektiven angeboten werden. Hier
stellt sich ebenfalls die Frage welche Programme möglich sind.
Bezirksvertreter Herr Gökpinar schlägt vor mit den Jugendhilfeausschuss ins Gespräch
kommen, sowie die Kontaktaufnahme mit dem Verein Lobby für Mädchen e.V.
Laut Bezirksvertreter Herrn Kleinjans ist die Einrichtung von Jugendeinrichtungen in vielen
Stadtteilen dringend notwendig. Da dies nur mit einer gesicherten Finanzierung möglich ist,
und dies über den städtischen Haushalt nicht gewährleistet ist, müssen entsprechende För-
dergelder beantragt werden. Eine städtische Koordinationsstelle die diese Fördergelder
sinnvoll ausschöpft ist daher zwingend erforderlich.
Bezirksvertreter Herr Neumann bestätigt die Notwendigkeit einer dauerhaften Jugendeinrich-
tung in Roggendorf / Thenhoven mit einer gesicherten Finanzierung.
Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Sozialraumes für Teile von Roggendorf / Thenhoven
erforderlich.
Bezirksvertreter Herr Roth vermisst die Themen Kindertagestätten und Schule in diesem
Plan. Die fehlenden Plätze sind ein gravierendes Problem welche nicht nur in einem anderen
Plan dargestellt werden müssen, sondern alle diese Themen müssen in einem Gesamtplan
einfließen.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Chorweiler beschließt die Durchführung eines Interfraktionellen Ge-
sprächs zum Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig beschlossen bei Enthaltung von Herrn Urmetzer (FDP)
Niederschrift vom Interfraktionellen Gespräch – BV Chorweiler, am Dienstag, 29. November
2016, 15.00 Uhr, Bürgersaal 3, Bezirksrathaus Chorweiler, Pariser Platz 1, 50765 Köln.
Herr Zöllner begrüßt die Anwesenden und bittet Herrn Dr. Heinen (aus terminlichen Gründen
nur eine halbe Stunde anwesend) gleich darum, einen Einblick in seine Funktion als Aus-
schussvorsitzender des Jugendhilfe-Ausschuss zu geben.
Dr. Heinen begrüßt die Einladung zu diesem Interfraktionellen Gespräch. Eine solche Einla-
dung von Seiten der politischen Gremien ist nicht alltäglich
In Chorweiler gibt es keine Neubaugebiete in denen Jugendeinrichtungen geplant sind. Die
Frage von Frau Danke wurde dahingehend beantwortet, dass der Bevölkerungszuwachs und
die Prognose eine wichtige Grundlage für die Ausbauplanung darstellen Für die Planungen
von Jugendeinrichtungen bildet die „Bedarfsanalyse zur Schaffung von Jugendeinrichtungen“
die Grundlage.
Herr Gökpinar möchte wissen, nach welchen Kriterien die Maßnahmen entschieden werden.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
93
Dr. Heinen teilt mit, dass die Kriterien von den Fachämtern, Trägern etc. erarbeitet werden
und als Empfehlung des Jugendhilfe-Ausschusses an die Politik herangetragen wird.
Herr Roth merkt an, dass eine Berücksichtigung von Flüchtlingen fehlt.
Herr Zöllner weist auf die sozial problematische Siedlung „Im Mönchsfeld“ in Roggen-
dorf/Thenhoven hin. Hier fehlen Maßnahmen und Programme für Kinder und Jugendliche.
(Herr Zöllner dankt Herrn Dr. Heinen für seine Teilnahme am interfraktionellen Gespräch).
Herr Zöllner gibt nun das Wort an Frau Böttger. Im Rahmen einer Power-Point Präsentation
erläutert sie den Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln.
Gesetzlich ist das Land NRW verpflichtet, einen Kinder- und Jugendförderungsplan zu erstel-
len.
Die Ergebnisse aus den BV‘en gehen am 13.12.2016 zur Entscheidung in den Jugendhilfe-
Ausschuss.
Die Bedarfsanalyse wird derzeit aktualisiert.
Alle jugendlichen Flüchtlinge sind gemeldet.
Frau Zuber-Goljuie erläutert die Arbeit der Kinder- und Jugendrichtungen und Jugendarbeit
in Zusammenarbeit mit der Netzwerkarbeit im Stadtbezirk.
Im AK Nord sind alle Kinder- und Jugendeinrichtungen vertreten. Die Einrichtungen sind in
der Regel mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt.
Die Zahl der städtischen Streetworker wird aufgestockt.
Sie weist auf den Termin zur Situation in der Siedlung „Im Mönchsfeld“ am 09.12.2016 in
Roggendorf/Thenhoven hin. Die Indikatoren weisen auf eine deutliche Verschlechterung der
sozialen Lage in Roggendorf/Thenhoven hin( insbesondere im Mönchsfeld). Im Stadtteil gibt
es als Kinder- und Jugendprojekt den „Bauwagen“ des SKM Köln e.V., ein Straßenkinderpro-
jekt vom Kindernöte e.V. und in unregelmäßigen Abständen das städtische Spielmobil „Jup-
pie“.
Als weitere Maßnahmen und Programme im Stadtbezirk Chorweiler werden u. a 80.000 €
Sondermittel für Kinder- und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien in 2016 jährlich zur Verfü-
gung gestellt. Darüber hinaus gibt es das IHK (Integrierte Handlungskonzept) Lindweiler und
das Entwicklungskonzept Chorweiler.
Frau Böttger teilt mit, dass der Kinder- und Jugendförderplan immer für eine Legislaturperio-
de und nicht für das jeweilige Haushaltsjahr erstellt wird.
Herr Zöllner kritisiert die verschiedenen Darstellungen zur sozialen Lage der Kinder- und
Jugendlichen im Stadtteil Roggendorf/Thenhoven. Es sollte kein „Auseinanderziehen“ von
Roggendorf/Thenhoven geben.
Herr Zöllner weist darauf hin, dass der Kindergartenbau in der ehemaligen Grundschule in
Roggendorf/Thenhoven still steht.
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
94
Herr Neumann fragt nach den Zukunftsperspektiven der Maßnahmenplanung. Frau Böttger
antwortet, dass der Kinder- und Jugendförderplan einen Maßnahmenplan enthält der auch
auf die Bezirke runtergebrochen wird. Eine gesonderte bezirkliche Maßnahmenplanung ent-
hält der KJFP nicht. Anregungen der Bezirksvertretungen können in den Kinder- und Ju-
gendförderplan aufgenommen werden.
Von Frau Zuber-Goljuie wird angemerkt, dass die Maßnahmenplanung des Kinder- und Ju-
gendförderplans an den bestehenden Einrichtungen, Maßnahmen und Projekten orientiert
und darauf aufbaut und sich weiterentwickelt.
Herr Ottenberg gibt das vermeintlich „schlechte“ Image von Chorweiler zu bedenken, wel-
ches sich voraussichtlich nicht ändern wird. Hinzu kommen Neubaugebiete.
In der vom Dezernat für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr im April 2016 heraus-
gegebenen kleinräumigen Bevölkerungsprognose (Link: http://www.stadt-
koeln.de/mediaasset/content/pdf15/kleinr%C3%A4umige_bev%C3%B6lkerungsprognose_2
015_bis_2040.pdf) wird betont, dass eine Aktualisierung alle 3 Jahre notwendig erscheint.
„Neue Prognosen sind regelmäßig erforderlich - Da ungewiss ist, wie sich Zuwanderungen
und Fortzüge in der Zukunft tatsächlich entwickeln, werden die Prognoseannahmen jährlich
mit der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung abgeglichen. Eine Neuberechnung erfolgt,
wenn sich die Annahmen grundlegend verändern – spätestens aber nach drei Jahren.“
Frau Osbelt und Frau Braunisch, Lobby für Mädchen, stellen die Arbeit von „Lobby für Mäd-
chen“ vor. Das Mädchenzentrum in Mülheim wird von Mädchen und jungen Frauen im Alter
von 10 bis 27 Jahren besucht. Es gibt diverse Angebote, wie Mädchentreff. Die Angebote
sind kostenfrei. Die angebotene Hilfe wird langfristig angenommen, der Zugang ist freiwillig.
Die Mädchen werden begleitet, nicht bevormundet. Motto ist, Prävention statt späte Hilfe. Es
sollte in jedem Stadtbezirk ein „Mädchenzentrum“ eingerichtet werden.
Zugewanderte Mädchen dürfen die Einrichtung nur besuchen, weil keine Jungen und Män-
ner dabei sind.
Die Einrichtung arbeitet mit 2,7 Stellen, eine Beraterin wird durch die Offene Jugendarbeit
finanziert. Die Stadt Köln fördert die Einrichtung. „Lobby für Mädchen“ besteht seit 30 Jah-
ren. Auf die Frage, warum die Einrichtung bisher nur in Mülheim ist, wird als Grund der feh-
lende politische Blick genannt.
Die BV Vertreter/innen sollten untereinander das Gespräch suchen, um Bedarfe für den
Stadtbezirk in Form von Anträgen an die Stadtverwaltung herantragen.
Zum Schluss bedankt sich Frau Böttger für die Einladung und merkt an, dass nur mit der BV
Chorweiler ein interfraktionelles Gespräch zum Kinder- und Jugendförderplan stattgefunden
hat.
07 Stadtbezirk Porz:
Eine persönliche Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand auf Wunsch der Be-
zirksvertretung Porz während der Sitzung am 08.11.2016 nicht statt. Die Mitteilung wurde
seitens der Bezirksvertretung zur Kenntnis genommen.
08 Stadtbezirk Kalk:
Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln 2016 - 20 20
95
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand am 03.11.2016 auf der Bezirksver-
tretungssitzung statt und wurde zur Kenntnis genommen.
09 Stadtbezirk Mülheim:
Die Präsentation des Kinder- und Jugendförderplans fand am 05.12.2016 auf der Bezirksver-
tretungssitzung statt und wurde zur Kenntnis genommen.
Beratungsverlauf (11)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0169/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 05.09.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27