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V/0259/2015

Antrag A-R/0001/2015 der Fraktion ÖDP/Piraten vom 19.01.2015 "Partizipation von Jugendlichen stärken" - das Stadtteilhaus "Wuddi" in der Selbstverwaltung von Jugendlichen

Vorlagen 31.03.2015

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Nächste Beratung: Haupt- und Finanzausschuss, Sitzung am 06.05.2015, TOP 2.3

Anlage-Antrag-A-R-0001-2015

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Beschlussvorlage

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Anlage-Antrag-A-R-0001-2015

2759 Zeichen

Weseler Str. 19-21
48151 Münster
Tel. 0251 76026743
Fax 0251 76023830
fraktion@orange-ratms.de
Ratsantrag Münster, 19.01.2015
Partizipation von Jugendlichen stärken 
– mehr Jugendfreundlichkeit durch eine neue Beteiligungskultur
Der Rat möge beschließen:
Das Jugendzentrum Wuddi in Münster-Kinderhaus soll als Projekt für 2 Jahre in die 
Selbstverwaltung der Jugendlichen übergeben werden.
Begründung:
Unter dem Begriff ´selbstverwaltet´ wird verstanden, dass in dem Jugendzentrum 
keine Sozialpadagogen die Entscheidungsgewalt haben. Stattdessen entscheiden 
Vollversammlungen oder Delegierte der Jugendlichen z.B über Finanzen, 
Hausverbote sowie Freizeitangebote basisdemokratisch.  
In diesem Rahmen konnen Jugendliche sich selbst und ihre Fahigkeiten entdecken. 
Auch lernen sie die Funktionsweise von Demokratie kennen, ihre Interessen 
durchzusetzen, die der anderen zu akzeptieren und Kompromisse zu finden. Zudem 
wird eine stärkere Bindung zum Jugendzentrum gefördert und eine vertrauensvolle 
Umgebung geschaffen. So wird das Wuddi zu „ihrem“ Zentrum.
Das Kinder- und Jugendförderungsgesetz NRW sieht in §6 Abs. 2 eine Beteiligung 
der Kinder und Jugendlichen vor. Dort heißt es:
"Kinder und Jugendliche sollen an allen ihre Interessen berührenden Planungen, 
Entscheidungen und Maßnahmen, insbesondere bei der Wohnumfeld- und 
Verkehrsplanung, der bedarfsgerechten Anlage und Unterhaltung von Spielflächen 
sowie der baulichen Ausgestaltung öffentlicher Einrichtungen in angemessener 
Weise beteiligt werden."
Antrag an den Rat Nr. A-R/0001/2015

Ein selbstverwaltetes Jugendzentrum wird die in diesem Gesetz angestrebte 
Beteiligung erfüllen.
Dass solche Konzepte erfolgreich laufen können, beweisen entsprechende Projekte:
Das älteste selbstverwaltete und noch bestehende Jugendzentrum in Deutschland ist
das der Aktion Jugendzentrum Backnang e. V., gegründet und ins Vereinsregister 
eingetragen am 6. April 1971. Ebenfalls 1971 entstand die selbstverwaltete „Aktion 
Jugendzentrum Neumünster“ e. V. (AJZ) sowie am 15. November 1971 der 
Jugendclub Wadrill e. V..
Nach dem Juliunwetter 2014 und der Notwendigkeit einer Totalsanierung des 
Jugendzentrums in Kinderhaus erhält die Stadt eine einmalige Chance, in einem 
Modellprojekt für 2 Jahre das Jugendzentrum in Kinderhaus in die Selbstverwaltung 
der Jugendlichen zu übergeben. Wahrend dieser Zeit sollen die sozialpadagogischen
Mitarbeiter die Jugendlichen begleiten und anleiten. Jährlich soll dann ein 
Sachstandbericht dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familie sowie der 
Bezirksvertretung Münster-Nord und dem Jugendrat vorgelegt werden. Nach der 
Projektphase soll über eine Fortführung des Projektes entschieden werden.
gez. 
Pascal Powroznik
Franz Pohlmann
Johannes Schmanck

Beschlussvorlage

7197 Zeichen

V/0259/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag A-R/0001/2015 der Fraktion ÖDP/Piraten vom 19.01.2015 "Partizipation von Jugendlichen 
stärken" - das Stadtteilhaus "Wuddi" in der Selbstverwaltung von Jugendlichen 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
29.04.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung 
06.05.2015 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Antrag der Fraktion ÖPD/Piraten im Rat der Stadt Münster Nr. A -R/0001/2015 vom 
19.01.2015 zur Form eines „selbstverwalteten“ Jugendzentrums ohne hauptamtl iches Per-
sonal wird nicht aufgegriffen. 
 
2. Der Sachbericht zur partizipativen Ausrichtung der Kinder - und Jugendeinrichtung Wuddi 
wird zur Kenntnis genommen und den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Beteiligung ju n-
ger Menschen im Wuddi wird zugestimmt. Der Vorschlag aus dem Antrag „Partizipation von 
Jugendlichen stärken – mehr Jugendfreundlichkeit durch eine neue Beteiligungskultur“ wird  
hierdurch teilweise aufgegriffen. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Die Umsetzung der Maßnahmen haben keine finanziellen Auswirkungen und im Rahmen von Pro-
grammmittel und bestehender personeller Ressourcen umgesetzt. 
 
 
Begründung: 
 
1. Ausgangslage 
 
Die von der Fraktion ÖDP/Piraten  genannten Projekte selbstverwalteter Jugendzentren entspr e-
chen in ihrer konzeptionellen Ausrichtung Einr ichtungen, die ihren Fokus vor allem auf kult urelle 
Angebote für (junge) Erwachsene legen. 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0259/2015 
Auskunft erteilt: 
Herr Kentrup 
Ruf: 
492-5894 
E-Mail: 
kentrup@stadt-muenster.de  
Datum: 
31.03.2015 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0259/2015 
Kinder und Jugendliche sollten sich immer in Beteiligungsformen wiederfinden, die den Blick  auf 
die Kompetenzen, Kenntnisse und Bedürfnisse richten sowie vor allem  dem jeweiligen Beteili-
gungswillen der Zielgruppe entsprechen. Inhaltlich sollten junge Menschen dabei nicht mit Aufg a-
ben und Entscheidungen konfrontiert werden, die eine Überforderung bzw. Frustration zur Folge 
hätten. 
 
Daher gestalten sich Partizipation smöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im Wuddi nied-
rigschwellig. Es gibt regelmäßige Umfragen und die grundsätzliche Möglichkeit zu Anregungen im 
Rahmen der Angebote im Kinder- und Jugendtreff. Partizipation und Methoden wie Empowerment 
sind integraler Bestandteil der pädagogischen Grundhaltung der Fachkräfte, durch die individuelle 
Kompetenzen und die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. 
 
Insbesondere für bildungs- und sozialbenachteiligte junge Menschen im Stadtteil leistet die Offene 
Kinder- und Jugendarbeit im Wuddi einen elementaren Beitrag zur Integration und Vermeidung 
von Ausgrenzung. Kinder und Jugendliche, die Kompetenzen und Interesse für ein höheres Maß 
Beteiligung haben, finden im Stadtteil oder stadtweit  adäquate Möglichkeiten. Jugendliche, die 
kulturelle Angebote realisieren möchten, können dies auch im Wuddi tun. Im Veranstaltungsraum 
des Jugendtreffs können Jugendliche u.a. Konzerte oder Partys organisieren und werden dabei 
von den pädagogischen Fachkräften je nach Bedarf unterstützt. 
 
Darüber hinaus haben Jugendliche die Möglichkeit sich z.B. in Beteiligungsprojekten von Jugen d-
einrichtungen selbstverantwortlich auszuprobieren und Verantwortung zu überne hmen. Stadtweit 
bietet der Jugendrat die konkrete Möglichkeit zur jugendpolitischen Beteiligung. 
 
Hauptziel der Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist daher immer, dass interessierten jun-
gen Menschen zunächst die Möglichkeiten zur bedarfs - und kompetenzgerechten Partizipation  
eröffnet und angebote n wird. Daraus entwickeln sich konkrete Beteiligungsformen, die sich auf 
unterschiedlichen Ebenen von Partizipation bewegen können. 
 
Im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzept es Münster -Kinderhaus (2012 -2013) des Büro 
Frauns wurde ein Zukunftscafé für Juge ndliche im Wuddi angeboten. Obwohl die Einrichtung und 
der Jugendrat das Projekt beworben und mit Jugendlichen besprochen haben, zeigten die Jugend-
lichen aus dem Stadtteil nur ein sehr geringes Interesse, so dass das Zukunftscafé nicht durchg e-
führt werden konnte. 
 
Demgegenüber ist die Akzeptanz für die Angebote des Wuddi unter den Kinderhauser Kindern und 
Jugendlichen groß. Im Jahr 2013 hatte das Wuddi im Bereich der Offenen Kinder - und Jugendar-
beit 198 Stammbesucher/innen, sowie weitere 350 unregelmäßige Besucher/innen. 
 
Dazu gab es im Jahr 2014 über 2.000 Kontakte mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Auf-
suchenden Jugendsozialarbeit, die mit mindestens 660 Angebotsstunden pro Jahr durch das 
Wuddi im Stadtteil ausgeführt wurde.  
 
 
2. Maßnahmen zur Beteiligung von Kinder und Jugendlichen 
 
Die im Ratsantrag A-R/0001/2015 geforderte angemessene und zielgruppenorientierte Beteiligung 
von Kindern und Jugendlichen an der baulichen Ausgestaltung der Einrichtung (gemäß § 6 Abs. 2 
des KJFöG NRW) wird ermöglicht  und ist in der Einrichtung Wuddi seit jeher verankert . Darüber 
hinaus werden im Rahmen der neuen Raumnutzungskonzepte die pädagogischen Fachkräfte des 
Wuddi regelmäßig Informationsveranstaltungen für die Kinder und Jugendlichen anbieten, in d e-
nen es einen offenen Austausch und Möglichkeiten zu Anregungen geben wird.  
 
Die Kinder- und Jugendarbeit ist gem. SGB VIII § 11 sehr stark auf Partizipation angelegt. Es gibt 
kaum vergleichbare Institutionen, in denen eine so breite Beteiligung konzeptionell  hinterlegt und 
tatsächlich gelebt wird.

- 3 - 
V/0259/2015 
 
Kinder und Jugendliche werden schon jetzt in breitem Rahmen an der Programmgestaltung, Öf f-
nungszeitenregelung, Ferienfreizeiten und verschiedenen Sonderprojekten intensiv beteiligt. 
 
Eine reine Ausrichtung als selbstverwaltete Jugendeinrichtung wird nicht befürwortet. 
 
Abgesehen von der baulichen Ebene stehen bei der Ausrichtung aller Angebote des Hauses 
grundsätzlich die Interessen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Vordergrund. 
Angebote werden von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet, so dass gesellschaftliche Mitverantwor-
tung und soziales Engagement gefördert wird (gemäß §§ 8 Abs. 1 und 11 Abs. 1 SGB VIII). Part i-
zipation wird hierbei als interessen- und bedürfnisorientierter Befähigungsprozess begriffen. 
 
Um di e Wünsche und den Willen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil zu 
erfassen, wird es im Sommer 2015 eine erneute Auflage einer Zukunftswerkstatt für Kinder und 
Jugendliche in Kinderhaus geben. Dazu werden Kinder und Jugendliche sowie wie  der Jugendrat 
in der Vorbereitung beteiligt, weiterhin werden Schulen, Sportvereine und Angebote der Jugen d-
verbandsarbeit als Multiplikatoren genutzt und eingebunden. Der Jugendrat ist gemeinsam mit der 
Fachstelle Kinder- und Jugendförderung des Amtes für  Kinder, Jugendliche und Familien sowie 
dem Wuddi Veranstalter dieses Projekts. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Kinder und 
Jugendlichen in der Einrichtung und den sozialen Netzwerken diskutiert. 
 
 
I.V. 
 
 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
 
Anlagen: 
 
Ratsantrag der Fraktion ÖDP/Piraten

Beratungsverlauf (2)

29.04.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 12 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: zurückgezogen

Zur Sitzung
06.05.2015 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 2.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Weseler Straße 19
  • Kinderhaus

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Details

Aktenzeichen
V/0259/2015
Typ
Vorlagen
Datum
31.03.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37