0781/2026
Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen zu Missständen in der Notunterkunft in Köln-Zollstock
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
4763 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/562 Vorlagen-Nummer 0781/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 27.04.2026 Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen zu Missständen in der Notunterkunft in Köln-Zollstock Die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Rodenkirchen bittet die Verwaltung gemäß § 4 der Geschäftsordnung des Rates mit der Anfrage AN/0477/2026 um Auskunft zu den folgenden Fragen: 1. Warum befinden sich die Sanitäranlagen am Südstadion in einem derartig schlechten Zustand und warum gibt es keine abschließbaren Duschkabinen? 2. Wie lange müssen Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung im Durchschnitt ver- bleiben und wie lange in den längsten Fällen? Wieso wird dieser Prozess nicht be- schleunigt? 3. Wie hoch sind die Belegungszahlen beziehungsweise Auslastungsquote in der Unter- kunft am Südstadion aktuell und in der Vergangenheit seit der Einrichtung 2022? 4. Nach welchen Kriterien wird das Sicherheitspersonal ausgewählt und geschult, um de- eskalierend zu wirken? Warum wechselt das Sicherheitspersonal an der Unterkunft häufig? 5. Wird die Unterkunft am Südstadion definitiv Anfang 2027 geschlossen oder könnte die- ser Termin möglicherweise noch nach hinten verschoben werden? Die Verwaltung teilt hierzu das Folgende mit: zu 1.) Die Behauptung im WDR-Lokalzeit-Bericht, dass sich die Sanitäranlagen in einem schlechten und unhygienischen Zustand befänden, entspricht nicht den Tatsachen. Es erfolgt tagsüber und abends von 8 bis 20 Uhr an 7 Tagen in der Woche eine fortlaufende und regelmäßige desinfizierende Reinigung der Gemeinschaftssanitärräume (Sanitär/WC/Du- schen/Flure). Dazu gibt es zwei Reinigungs-Teams à vier Personen mit 6-Stunden-Schichten, die permanent in der Unterkunft reinigen. Der Frauen-Sanitärbereich befindet sich in einem eigenen Duschcontainer mit Tür, zu dem die dort untergebrachten Männer weder Zugang noch Einblickmöglichkeiten haben. Die Duschkabinen haben alle Duschvorhänge. Duschkabinen mit Türen lassen sich in den Sa- nitär-Containern nicht ohne Weiteres installieren und sind in erhöhtem Maße wartungsanfällig. Der Objektservice des Amtes für Wohnungswesen erneuert defekte oder fehlende Ausstat- tungsstücke im Sanitärbereich laufend und zeitnah. Die Toilettenkabinen sind selbstverständ- lich abschließbar. zu 2.) 2 Diese Notunterkunft ist grundsätzlich nur für eine Unterbringung von wenigen Tagen oder Wo- chen vorgesehen, bis entweder eine Weiterreise oder die Verlegung in eine reguläre Unter- kunft erfolgt. Die Weiterverlegung stockte vorübergehend, weil eine andere große Unterkunft mit mehreren hundert Menschen in Fühlingen zeitnah geräumt und deren Bewohner*innen vorrangig mit neuen Unterkünften versorgt werden mussten. Außerdem findet derzeit zur bes- seren Ausnutzung der Unterbringungsressourcen eine vorrangige Umverlegung von Geflüch- teten statt. Schließlich erfordern knapper werdende Unterbringungsressourcen auch im Ein- zelfall einen längeren Verbleib in Notunterkünften. zu 3). Die städtische Notunterkunft Vorgebirgstraße weist 396 Unterbringungsplätze auf. Die derzeitige Belegung beträgt 230 Personen (Stand 28. Februar 2026). Belegung in der Vergangenheit (Erstbelegung erfolgte am 5. Januar 2023) 31. Dezember 2025 217 Personen 31. Dezember 2024 233 Personen 31. Dezember 2023 188 Personen Höchste Belegung: 362 Personen (15. September 2023) Die Nutzung als kommunale Erstaufnahme wurde zwischenzeitlich beendet. Diese Funktion liegt wieder bei der Unterkunft in der Herkulesstraße in Ehrenfeld. zu 4.) Die Auswahl und der Einsatz des Sicherheitspersonals erfolgt durch das Sicherheitsunterneh- men, welches die Unterkunft betreut. Die Ausschreibung für Sicherheitsdienstleistungen schreibt für jeden eingesetzten Sicherheits- mitarbeitenden zusätzliche Schulungen zum Einsatz in Unterkünften für Geflüchtete vor. Dazu gehören Schulungen zu interkultureller Kompetenz unter Berücksichtigung der unterschiedli- chen Herkunftsländer, Deeskalationstechniken, Gendersensibilität und Gewaltschutz. Das Sicherheitspersonal hat aber auch die Aufgabe, die Hausordnung gegenüber den unter- gebrachten Personen mit Autorität durchzusetzen. Es ist nicht bekannt, dass das eingesetzte Sicherheitspersonal in der Vorgebirgsstraße ungewöhnlich häufig gewechselt hat. zu 5.) Die Unterkunft Vorgebirgstraße wird bis zum 30. November 2026 leer gezogen. Anschließend erfolgt ein Rückbau der Unterkunft, um das Grundstück der Entwicklung im Rahmen des Pro- jektes „Parkstadt Süd“ zuzuführen. Aufgrund auslaufender Mietverträge ist ein Abweichen hiervon derzeit nicht geplant.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0781/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 07.04.2026
- Erstellt
- 16.03.2026 15:05