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2017/0042

Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an den Musiker und Komponisten Jürgen Wuchner

Magistratsvorlage 08.02.2017

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2017/0042

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2017/0042

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
10.02.2017 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Bes chluss- 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Dezernat I,  
Repräsentationen und 
Ehrungen 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2017/0042 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 111070 
Kostenstelle:  711-001-1002 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  1110-71      Sachkonto: 7290100 
 
Betreff: Verleihung der Johann -Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an den Musiker 
und Komponisten Jürgen Wuchner  
 
Vorlage vom: 08.02.2017  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Dem Jazzmusiker u nd Komponisten Jürgen Wuchner wird in Anerkennung und Würdigung seiner 
Verdienste um das Darmstädter Musikleben die Johann -Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt 
Darmstadt verliehen.  
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vo m 08.02.2017  
Jürgen Wuchner, 1948 in Kleinostheim bei Aschaffenburg geboren, begann nach dem Abitur 
ein Musikstudium an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Er lernte beim Kontrabassisten 
des Staatstheaters Darmstadt, aber auch bei den Kompositionslehrern an der Akademie und 
nicht zuletzt bei den Ferienkursen für Neue Musik, für die er sich schon früh begeisterte.  
Neben dem klassischen Repertoire, Neuer Musik und Jazz spielte Herr Wuchner damals auch 
in den  Clubs der amerikanischen Armee zwischen Darmstadt und Aschaffenburg, er spielte 
Rock- und Tanzmusik, E-Bass genauso wie Kontrabass. Bald fasste er in der lebendigen 
Jazzszene Frankfurts Fuß, war regelmäßig im legendären Jazzkeller zu Gast und spielte mit 
Albert Mangelsdorff und Heinz Sauer. In den 1970er Jahren wurde er Mitglied in verschiedenen 
Ensembles des österreichischen Saxophonisten Hans Koller, der seit den 1950er Jahren als 
einer der bedeutendsten Musiker des europäischen Jazz galt, und wirkte mit im Vienna Art 
Orchestra, einem Großensemble um den Komponisten Mathias Rüegg, das damals die 
Klangwelt des Bigband-Jazz neu definierte. Darüber hinaus war Wuchner als Studiomusiker für 
Rundfunk und Fernsehen tätig und gastierte bei zahlreichen internationalen Festivals, u.a. mit 
Harry Beckett, John Tchicai oder Louis Moholo. 
Jürgen Wuchner spielt sehr überzeugend auf Kontrabass, E-Bass und Piccolo-Bass. Seine 
Musik verbindet die Tradition des afro-amerikanischen Jazz mit eher freierer europäisch 
geprägter Improvisation, als eines seiner Vorbilder ist der Kontrabassist Charles Mingus 
herauszuhören. Aber seine Musik unterliegt auch Einflüssen diverser, immer auch musikalisch 
begründeter Reisen.  
In Darmstadt verfolgte Jürgen Wuchner eigene Projekte, oft mit jungen regionalen Musikern. 
Ende der 1990er Jahre war es ein Trio aus drei Bassisten, seit 2010 außerdem das Quartett 
„Deep Talking“ mit Bassklarinette, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug, mit dem er u. a. 
auch literarische Projekte verwirklichte, weiterhin die „United Colours of Bessungen“, einem 
Oktett, das vor allem Kompositionen Wuchners spielte. Aber auch über den Jazz 
hinausgehende Projekte, zuletzt das „Konzert für Kammerorchester, Tuba und Schlagzeug“, 
wurden von ihm ins Leben gerufen. 
Neben seinen musikalischen Aktivitäten ist Herr Wuchner auch ein ausgezeichneter Pädagoge, 
ein Mentor, der andere begeistern kann und kreative Projekte auch ermöglicht. Seit den 
1980er Jahren leitete er in Darmstadt und anderen Städten Workshops, die oft auch 
Ausgangspunkt für neue Bandprojekte waren. Bei diesen Workshops ermutigt er aufstrebende 
Musikerinnen und Musiker genauso wie enthusiastische Amateure dazu, über sich 
hinauszuwachsen und Dinge zu wagen, die sie sich sonst nicht zugetraut hätten.  
Darüber hinaus ist Jürgen Wuchner Gründer und künstlerischer Leiter der „Darmstädter Jazz 
Conceptions“. Dieser beispielhafte, einmal jährlich stattfindende Ensemble-Workshop wurde 
1992 zusammen mit dem Kulturzentrum Bessunger Knabenschule und dem Jazzinstitut 
Darmstadt von ihm etabliert und ist heute ein fester Bestandteil des Darmstädter Musiklebens. 
Das Besondere an diesem Workshop ist nicht nur die Auswahl der Dozentinnen und Dozenten, 
die alle für eine eigenständige Stilistik stehen, sondern auch die einmalige Atmosphäre und 
das spannende Konzept: Die Teilnehmer erhalten keine verschulten Instrumentalstunden, 
sondern arbeiten eine Woche lang in kleinen Bands oder einem Großensemble mit den 
Dozenten zusammen. Im Anschluss wird jeden Abend eine Session an wechselnden Orten 
angeboten. Und am Ende präsentieren die Teilnehmerbands und die Dozenten die in dieser 
Woche entstandenen Songs.

- 4 - 
Die Workshops, die Jürgen Wuchner seit den 1980er Jahren leitet, sind aber nicht nur aus 
instrumentalpädagogischer Sicht eine Leistung, sie sind auch mit verantwortlich dafür, dass 
wir in Darmstadt ein so zahlreiches und sachverständiges Jazzpublikum haben, das mit einer 
völlig anderen Hörerwartung in die Konzerte kommt als dies bei einem musikalisch weniger 
vorgebildeten Publikum der Fall wäre. 
Darüber hinaus gründete Jürgen Wuchner Mitte der 1990er Jahre zusammen mit dem 
Pianisten Uli Partheil die Jazz & Pop School Darmstadt. Dieser Pool von Musikerinnen und 
Musikern, die Jazzunterricht geben, entstand aus einem Bedarf heraus, den die städtische 
Musikschule damals nicht abdecken konnte. Als bald darauf die Akademie für Tonkunst sich 
dem Jazz gegenüber öffnete, wurde Jürgen Wuchner dort zusätzlich mit einem Lehrauftrag 
betraut. 
Jürgen Wuchner war und ist Mentor für ganze Generationen jüngerer Musiker, angefangen bei 
Christopher Dell und Uli Partheil, die er ermutigt hat, eigene Wege zu gehen. Bei alledem ist er 
aber nicht nur als Musiker ein Vorbild, sondern lebt darüber hinaus vor, wie man eigene 
Projekte auch gegen Widerstände durchführt. Zudem werden Projekte anderer Musikerinnen 
und Musiker, wenn er von ihnen überzeugt ist, von ihm tatkräftig unterstützt. Jürgen Wuchner 
ist dabei Teil eines Netzwerks, das sich über Darmstadt spannt und alle Kunstsparten 
beinhaltet. Auch als er sich zwischen 2009 und 2012 regelmäßig im Senegal aufhielt, scharte 
sich schnell ein Kreis verlässlicher einheimischer Musiker um ihn, mit denen er trotz aller 
stilistischen Verschiedenheiten musizieren konnte. 
Für seine besonderen Verdienste um die Entwicklung der hessischen Jazzszene erhielt Jürgen  
Wuchner 1996 den Hessischen Jazzpreis, im Jahr 2012 wurde er für seine herausragende 
musikalische Leistung mit dem Darmstädter Musikpreis ausgezeichnet.  
 
Jürgen Wuchner hat über viele Jahre als Musiker, aber auch als souveräner und ideenreicher 
Komponist, die Darmstädter Jazzszene mitgestaltet und mitgeprägt. Seine herausragende 
künstlerische Leistung, seine musikalische Offenheit, seine einflussreiche pädagogische Arbeit 
und nicht zuletzt seine den Menschen zugewandte Ermutigung zur kreativen 
Auseinandersetzung haben im Darmstädter Musikleben Spuren hinterlassen. Sein überaus 
kreatives Wirken sollte durch die Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt gewürdigt werden. 
 
 
Darmstadt, 08.02.2017  
711 gö 
 
 
Dezernat I 
 
 
 
Jochen Partsch  
Oberbürgemeister

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Details

Vorlagen-Nr.
2017/0042
Typ
Magistratsvorlage
Datum
08.02.2017
Erstellt
29.09.2026 00:00