V/0606/2017
Jahresabschluss 2016 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH
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JA2016_Bilanz_GuV_Lagebericht
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Anlage 1 zur Vorlage V/0606/2017 06 196858 [297191774 9800700," 00'L0r’e Bl Beten " II EZ 12'035°56 9261692 ” 00'002’ Zac EA 7A vE/0BB’gE- vL'ZOL’BE- 6,'689°2E 6L'6BH’ZE 00'000’08 00°000'08 3 3 SLoz'zi Le 1107247073 } sbeluy 06156858 [7 " ueJsadsßunzusußgesßunuysey "3 Eiyara77a OFTOISTL E77 "2:17 veyayyoıpulgiea selsuoS "Z I TE uaßurjsj97 pun Voßunusje] sne Leyeyyolpulgen "L 90'796 veielzv ueyeyysıpugien 'Q uoßunejsyony SBlsuog 300307 702297 uoßunaysyony "Od uaßunpusMmnZz In; ue}sodiopuog "g we rn Besoqiyajseiyer "A . 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Gewinn- und Verlustrechnung 2016 2016 2015 € € Umsatzerlöse 127.707,18 151.805,93 Zuschüsse 713.553,33 1.123.741,25 | Sonstige betriebliche Erträge 29.169,69 125.635,55 | Materialaufwand | Aufwendungen für bezogene | Leistungen -154.227,65 -653.813,79 \ Rohergebnis 716.202,55 747.368,94 A Personalaufwand .a) Löhne und Gehälter -190.149,14 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -52.577,11 Abschreibungen .. Sonstige betriebliche Aufwendungen Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge -202.130,30 ' 53.732,51 -242.726,25 -255.862,81 -21.613,02 -19.802,55 RK -453.170,62 -473,533,66 | 10,59 17,68 | “1.206,75 _ 1812,40 f Anlage 3 zur Vorlage V/0606/2017 Anlage. $ Seite 1 Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 2016: Die gGmbH in ihrem 17. Geschäftsjahr Das Aufgabenspektrum für die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist durch einen Beschluss des Rates der Stadt Münster aus dem Jahr 1998 klar umrissen worden. Dieser Ratsbe- schluss bildete die Grundlage für unsere Arbeit im Berichtsjahr 2016. Die zentralen Aufgabenstellungen lauten wie folgt: „Mit dem Theaterzentrum soll ein Aufführungs- und Produktionsort, ein Zentrum, geschaffen werden, in dem intensiv gearbeitet werden kann und in dem ständig die Auseinandersetzung um -die aktuellen künstlerischen Fragen auf der Höhe des nationalen und internationalen Diskurses stattfindet. Die Aufgabenstellung. eines solchen Hauses ergibt sich aus den Bereichen des freien Theaters, die in Münster bisher kaum oder gar nicht abgedeckt wurden: - . Qualifiziertes und deutliches Engagement für die besten Produktionen des freien Theaters aus Münster - Präsentation von nationalem und internationalem freien Theater in der Stadt - Kooperation mit Institutionen anderer Kunstsparten, z. B. Kunstakademie, Musikhoch- schule, Universität (Münster ist neben Köln und Düsseldorf die einzige Stadt in Nordrhein-Westfalen, in der beide Hochschulen vertreten sind.) - Entwicklung interdisziplinärer Programme - Gastgeber für wichtige Künstler und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland Anlage Ö % Seite 2 - Forum für wissenschaftliche, theaterästhetische und theaterpädagogische Ausein- andersetzung - Adresse für qualifizierte Aus- und Fortbildung von Künstlern - Erprobung neuer Arbeitsfelder und -strukturen für Künstler und Künstlerinnen.“ Auch im 17. Geschäftsjahr hat sich die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH diesen Aufgaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich gestellt. Das vom Theater getragene Probe- zentrum „Hoppengarten“ leistet durch die dort vorgehaltene Infrastruktur für die unabhängig arbeitenden Labels und internationale Kooperationsprojekte unverzichtbare Dienste. Auf die beispielhafte Funktion des Probezentrums Hoppengarten haben wir bereits in. den Lage- berichten der Vorjahre hingewiesen. Alle Aktivitäten der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH im Jahr 2016 waren darauf ausge- richtet, die öffentliche Zwecksetzung adäquat umzusetzen. Das bezieht sich insbesondere auf die Förderung durch die Stadt Münster und das Land NRW. Der hier vorgelegte Lage- bericht ist als Stellungnahme zur Zweckerreichung anzusehen. Finanzielle Basics in Kürze Das Jahr 2016 war in finanzieller Hinsicht erneut durch einen positiven Geschäftsverlauf ge- kennzeichnet. Der vorliegende Jahresabschluss weist einen Jahresfehlbetrag von 1 T€ aus. Die Bilanzsumme beziffert sich zum 31.12.2016 auf 249 TE. Anlage :; "| Seite 3 Auf der Aktiva wird ein Anlagevermögen i. H. v. 122 T€ und ein Umlaufvermögen, einschließ- lich Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. 127 T€ geführt. Auf der Passiva wird das Eigen- kapital mit 43 T€, der Sonderposten mit 42 TE, Rückstellungen mit 48 T€ sowie Verbindlich- keiten (einschließlich Rechnungsabgrenzungsposten) mit 116 TE ausgewiesen. Der Rück- gang der Bilanzsumme um 110 T€ resultiert auf der Aktiva im Wesentlichen aus dem Rück- gang der liquiden Mittel (139 T€). Auf der Passiva sind im Wesentlichen die Bilanzpositionen Verbindlichkeiten (um 68 Te), Rechnungsabgrenzungsposten (um 37 T€) und Rück- stellungen (um 13 T€) gesunken. Durch die Zuschüsse und die Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten ist die Liquidität im Jahr 2016 jederzeit gesichert gewesen. Die Ertragslage ist zum Vorjahr unter dem Umstand zu sehen, dass im Vorjahr ein sehr großes Festival (Flurstücke) im Theaterhaus abgehalten wurde. Entsprechend große Ab- weichungen sind in der Ertragslage im Vorjahresvergleich erkennbar. Die Immobilien: Räumlich-technische Situation und Problemfelder Das Theatergebäude Die räumliche Situation im Theater an der Gartenstraße 123 ist positiv. Foyer und Thekenbe- reich wurden im Berichtsjahr erfolgreich umgebaut und haben sich im Alltagsbetrieb bewährt. Wie auch in den Vorjahren werden alle baulichen Maßnahmen für das Theatergebäude in der Gartenstraße in Zusammenarbeit mit dem Amt für Immobilienmanagement der Stadt Münster realisiert. Die Zusammenarbeit ist wie in den Vorjahren sehr eng. Angesichts der vielfältigen Umgestaltungen für das Großprojekt "SkulpturProjekte" sind die Zeitfenster sehr eng und noch drei große Maßnahmen sind bis zum heutigen Tage nicht realisiert. Wir hoffen weiter. Ungeachtet der positiven Entwicklung darf nicht aus dem Auge verloren werden: Mittelfristig ist eine Renovierung des gesamten Bühnenbodens in der Aufführungshalle notwendig. Wir versuchen diese Erneuerung noch zwei bis drei Jahre hinauszuschieben. Anlage : K Seite 4 Das Probezentrum Hoppengarten Der Probebetrieb im Hoppengarten läuft weitgehend reibungslos. Wie in den Berichten der Vorjahre dargestellt, sind die zentralen Problemfelder im Probezentrum Hoppengarten finan- zieller und bautechnischer Art. Die Gebäudesubstanz aus den 60er Jahren ist problematisch. Wasserschäden gehören fast zur Normalität. Alle Fenster müssten mittelfristig ausgetauscht werden. Bautechnisch sind es Antiquitäten, die einfach immer weiter verrosten. Hier kann nur in Abstimmung mit dem Eigentümer Wohn+Stadtbau GmbH Abhilfe geschaffen werden. Irri- tierend ist die derzeitige Situation, da Wohn- und Stadtbau nicht bereit ist, in das Gebäude zu investieren. Hier muss noch im Laufe des Jahres ein intensiver Dialog angestrebt werden. Es ist letztlich eine Frage von Prioritäten. Die notwendige Erhöhung des Komforts der dort arbeitenden Gruppen ist sehr kostenintensiv und nur rudimentär aus den Eigenmitteln der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH möglich. Ebenso ist die technische und organisatorische Betreuung des gesamten Hoppengarten- komplexes auf das Notwendigste beschränkt. Eine adäquate qualifizierte und kontinuierliche Betreuung würde die Einrichtung einer festen Teilzeitstelle mit 20 Std. bedeuten. Das ist nur mit einer neuen Finanzformel für die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH möglich. 2016: Ein unruhiges Geschäftsjahr Wie bereits im Lagebericht 2015 dargestellt, war die Ressourcen-, Personal-, Finanz- und Programmplanung des Pumpenhauses wesentlich an der Absicherung des "Flurstücke- Festivals” ausgerichtet. Konkret bedeutete dies, dass wir uns als Mitveranstalter darauf ein- richten mussten, eventuelle Fehlbeträge des Festivals aus unseren Eigenmitteln zu decken. Wir hatten dazu einen Sicherheitspuffer aus unseren internen Programmmitteln in Höhe von 50 TSD Euro eingebaut. Dieser Sicherheitspuffer, der im Wesentlichen die Planung profil- bildender internationaler Gastproduktionen betraf, wirkte sich noch in der ersten Hälfte 2016 negativ aus, da diese Großprojekte mit sehr langen Planungsvorläufen arbeiten, die wir nicht einhalten konnten. Dramatische Dimensionen nahm die Programmgestaltung dann in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 an. Noch nie in der 30jährigen Geschichte des Pumpen- hauses wurden wir mit so vielen kurzfristigen Absagen konfrontiert wie im Geschäftsjahr Anlage: 3 Seite 5 2016. Ein auf 10 Tage disponiertes Festival der Theatergruppe Sycorax im September wurde nicht realisiert, da die Gruppe sich im August auflöste. Disponierte Daten für die Wiederaufnahme der sehr erfolgreichen Produktion "Fremdraumpflege" von Tugsal Mogul konnten nicht realisiert werden, da die Produktion kurzfristig aus dem Repertoire genommen wurde. Geblockte Daten für die Hartmann und Konsorten Produktion "Entdecke die Kraft" wurden nicht gefüllt, da die Produktion aufgrund interner Problemfelder nicht in 2016 fertig- gestellt werden konnte. Und zum guten Schluss dann noch die Absage aller disponierten "Messias" Aufführungen im Dezember ganze acht Tage vor dem Start des fast dreiwöchigen Aufführungsset. Einbrüche bei Zuschauerzahlen und Einnahmen waren die Folge. Rück- stellungen von investiven Maßnahmen konnten die Mindereinnahmen auffangen. Unser Engagement für „Freie Darstellende Künste“ im Pumpenhaus in 2016 Es ist wie im Vorjahr: Sichtbar für Publikum und Politik wird unser Engagement für die „Freie Darstellende Kunst“ fast nur durch unseren Spielplan. Die Vorproduktions- und Proben: prozesse, sowie die aufwendigen technischen Einrichtungen für die Produktionen sind für Außenstehende „unsichtbar“. Diese unsichtbare Arbeit macht sicherlich über 70 % unserer internen Arbeit aus. Hier nun zu den verbleibenden sichtbaren knapp 30 %. Die massive Präsenz unserer Koproduktionen im In- und Ausland wird leider, wie in den Vorjahren, von der lokalen Presselandschaft ignoriert, da es „kein Thema mit lokaler Relevanz“ sei. Er- schwerend kommt hinzu, dass die Vorberichterstattung redaktionell bis zur Unkenntlichkeit eingeschrumpft wird. Wesentlich war der Spielplan des Jahres 2016 geprägt durch die Präsentation von Produk- tionen der lokalen Szene, überregionalen und internationalen Gastspielen. Dominierende Größe im Gastspielbereich waren Tanzvorstellungen mit nationalen und internationalen Compagnien, die häufig in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus entstanden, Anlage 3 Seite 6 Der Übersichtlichkeit halber sind die Produktionen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Alle Koproduktionen sind fett markiert. 6-Zylinder andcompany&Co. (Berlin) Annamirl van der Pluijm /' compagnie Sehnsucht bodytalk (Münster) Bodytalk Münster Cactus Junges Theater Cactus Junges Theater Cactus+ (Münster) Cactus Junges Theater (Münster) Cactus Junges Theater (Münster) Christian Fries (Münster) Dannenberg&Co. (Münster/Bochum) Adam Riese Adam Riese Adam Riese Ensemble ARTIG Franky the Teardrop Monkey (Münster) Frederick Gravel/ Grouped’ArtGravelArtGroup (Montreal) FreiFrau (Münster) fringe ensemble (Bonn/Münster) Gabriele Brüning (Münster) Georgette Dee Hartmann&Konsorten (Münster) Hidden Tracks Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Berlin) Johan Wellton Jose Navas / Compagnie Flak (Montreal) Keinen Meter den Nazis Ale fünfe! - refreshed WARPOP MIXTAKE FAKEBOOK Le FildeM. America's next President. AtomHeartMother Dasein.Wo? Meat the girl(s) "Wenn du aufwächst,..." Das liegt im Blut THE END OF THE WORLD Rosmersholm Im Rahmen... einer Erinnerung Die Adam Riese Show 1/2016 Die Adam Riese Show 2/2016 Die Adam Riese Show 3/2016 PROMETHEUS intimate strangers All Hell is Breaking Loose, Honey MUTTERHABENSEIN phoenix5 Fräulein Else Ach Du - Mein Ach! Heil Underground EXIT : Humanity Creatures Hill On the loose Rites Ideenwerkstatt kollektiv / körper / fest (Münster) L-E-V /Tel Aviv) Lies Pauwels / Hetpaleis (Belgien) Lisbeth Gruwez / Voetvolk Louis Vanhaverbeke /Campo (Belgien) MA-KE & RUE OBSCURE Mark Sieczkarek (Wuppertal) "Martin Jürgens (Münster) Matthias Lilienthal Nikolai Panafidin NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste Olga Pona / Chelyabinsk Contemporary Dance Theater Paradeiser Productions (Münster) Raimund Hoghe (Düsseldorf/Paris) RedArt & Hartmann+Konsorten schwarz weiß ist die bessere farbe (Münster) Silvia Jedrusiak (Münster) Small Beast Münster #3 Stephen Rappaport Stephen Rappaport Stephen Rappaport Stephen Rappaport Tete Adehyemma Dance Theatre theater en face Theater Oberhausen Theater Sycorax (Münster) Together Higher Dance Company Transittheater Tugsal Mogul/Theater Münster Tugsal Mogul Veniamin Smechov (Moskau) Anlage 3 Seite 7 nicht mehr mein liebstes ich OCD Love Het Hamiltoncomplex Were pretty fuckin’fr from okay Multiverse so kiss me goodbye now Wir werden Lesung Lesung Kinetische Objekte (Ausstellung) AUSREDEN ÜBER GELD Triple Bill L’Inferno Musiques et mots pour Emmanuel Zu Gast bei W. / W. Hiller Alice in Wonderland Elternschau Konzert The Museum of Contemporary Art Band in Concert The Theory of Everything unplugged By the Road On (OH) NO! Education Taxigeschichten Ein Lächeln mach ich Ihnen Sigh Memory Der Messias Deutsche Konvertiten Fremdraumpflege Notizen auf der Kulisse Anlage :® % Seite 8 weber&mietzko (Münster) narziss Wilko Franz (Münster) AV PICKNICK #22 Wilko Franz (Münster) RESET N’6 Winfried Michel Aus dem Kohlet Im Berichtsjahr 2016 fanden insgesamt 156 Aufführungen in unserem Theater statt. Mit unserem Programmangebot haben wir 12171 Zuschauerlnnen erreicht. Auswärtsspiele und Heimspiele — Lokale, nationale und internationale Präsenz Der Jugendtheaterbereich ist eine der wichtigsten Säulen in unserer Arbeit, um junge Menschen für das Format Theater/Darstellende Künste zu begeistern und somit junges Publikum für das Theater zu gewinnen. Zu nennen sind an dieser Stelle vor allem das bundesweit erfolgreiche „Cactus Junges Theater“, dessen zentraler Koproduktionspartner wir von Beginn an waren, sind und auch in Zukunft bleiben werden. Auch der konsequente Aus- bau unseres lokalen Projektes Push (Pumpenhaus und Schule) konnte in 2016 erfolgreich weitergeführt werden. Die Zielsetzung dieser Kooperation zwischen unserem Haus und Münsteraner Schulen besteht dabei in der qualifizierten Erweiterung und Weiterentwicklung der schulischen Schwerpunkte „Darstellendes Spiel“, sowie anderer Kunst- und Literaturan- gebote. Der schulische Theaterunterricht soll um die praktische Realität erweitert werden, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, die Konstruktion und Um- konstruktion von Wirklichkeit durch die körperliche Aufführungspraxis zu erfahren. Das Push- Projekt konnten wir im Berichtsjahr weiter ausbauen und durch Zusatzangebote ergänzen, um zukünftige Generationen für das Medium Theater zu sensibilisieren. Beide Partner im Jugendtheaterbereich sind vielfache Preisträger und generieren landes- und bundesweite Aufmerksamkeit. Anlage = Seite 9 Im Berichtsjahr 2016 wurde die Koproduktionssparte des Pumpenhauses auf hohem Niveau fortgesetzt und leistete das, was von Künstler-, Publikums- und Fördererseite von ihr verlangt wird: herausragende Künstler aus dem In- und Ausland an das Haus zu binden, um so, mit Blick auf die Zukunft, permanent künstlerisch hochwertige Impulse in die Stadt — auch in die lokale Szene — zu tragen. Zu nennen sind hier langjährige Koproduktionspartner wie Thor- sten Lensing, Jan Decorte, Liesbeth Gruwez, Raimund Hoghe, Keren Levi oder Mouvoir/Stephanie Thiersch, die die Pumpenhaus-Koproduktionen auch international auf wichtigen Festivals und in großen Häusern präsentieren. So waren Pumpenhaus- Koproduktionen im Jahr 2016 national und international auf Tour. Von Abidjan bis Zürich. Die Zahl der internationalen Aufführungen unserer Koproduktionen entspricht mittlerweile fast der Aufführungsanzahl in unserem Theater.Wir sind stolz auf die viel beachteten Arbeiten unse- rer KünstlerInnen und werden auch in Zukunft alles daran setzten, sie in ihrer Arbeit und in der Auseinandersetzung mit dem Medium Theater so gut wie möglich zu unterstützen. Handlungsspielräume im Geschäftsjahr 2016: Wir haben auch das Jahr 2016 finanziell gut überstanden und mussten nicht gerettet werden. Auch wenn es zynisch klingen mag: In 2016 hatten wir wie in den Vorjahren zu wenig Geld, aber es war pünktlich da. Allerdings sind wir ab dem Haushaltsjahr 2018 nicht mehr in der “ Lage, das finanzielle "Always Ultra Slim" weiterzuführen. Förderung durch die Stadt Münster und das Land NRW Die Dichte, sowie die inhaltliche und ästhetische Qualität dieses Programms konnte nur sichergestellt werden durch die Förderung seitens der Stadt Münster und des Landes NRW, ergänzt durch Kasseneinnahmen und Zuschüsse Dritter. Die finanzielle Förderung durch das Land NRW betrug € 251.100,00. Zusätzlich erhielt das Theater mit dem Förderprogramm des Landes „Mittelzentren Tanz“ € 30.000,00, so dass von der Landesebene € 281.100,00 zur Verfügung gestellt wurden. im Dezember 2016 wurden vom Land zusätzlich noch € 9.500,00 für Investitionen im Technikbereich zur Verfügung gestellt. Anlage 64 Seite 10 Die Gesamtförderung der Stadt Münster betrug € 406.570,00, unterteilt in den Betriebs- kostenzuschuss in Höhe von € 349.590,00 und den Zuschuss für das Probenzentrum Hoppengarten in Höhe von € 56.980,00. Personalsituation in 2016 Ein Theater lebt von und mit den dort arbeitenden Menschen. Das sind: 1 Geschäftsführung/Leitung (Vollzeit) 1 Technische Leitung (35 Std. /Woche) 1 Buchhaltung (24 Std./Woche) 1 Auszubildender Veranstaltungstechnik (bis 07/2016) 1 Auszubildender Veranstaltungstechnik (bis 07/2017) 1 Auszubildender Veranstaltungstechnik (bis 02/2018) 1 "Auszubildender Veranstaltungstechnik (bis 08/2018) 2 BFDler/Innen (bis 08/2016) 1 BFDler/In (bis 08/2016) 3 BFDler/Innen (ab 09/2016) Hinzu kommen 10 bis 15 Honorarkräfte auf 400,00/450,00 Euro-Basis für die Bereiche Büro- und Telefondienst, Theke, Kasse, Spielplanverteilung, Reinigung und eine handvoli Free- lancer, die auf Rechnung arbeiten. Es ist nicht weiter möglich, mit einem Personalstamm von ganzen 2,5 festen Mitarbeitern (Geschäftsführung, Technischer Leiter und Buchhaltung) ein Theater zu führen, das zugleich eine große Veranstaltungsdichte aufweisen und zudem impulsgebend arbeiten soll. Der nor- male Alltag ist schon eine Überforderung und nur mit hoher Selbstausbeutung zu "Überste- hen". Die notwendige konzeptionelle Weiterentwicklung bereits existierender Arbeitsfelder ist ab Sommer 2017 aufgrund des Ausscheidens von Johannes Fundermann, der sich in den letzten fünf Jahren de facto zum Assistenten der Leitung hochgearbeitet hat, nicht mehr möglich, Anlage‘ Z Seite 11 Konnte bislang die Ist-Situation irgendwie "gemanaged" werden, so ist das ab Herbst 2017 so gut wie unmöglich, da zudem unsere verantwortliche Pressemitarbeiterin in Kinderzeit geht. Unser langjähriger Buchhalter erreicht die Regelaltersrente ab 02/2018. Personalpoli- tisch besteht unmittelbarer und dringender Handlungsbedarf im Bereich Presse/PR, Dramaturgie-, Produktionsbegleitung, Betriebsbüro und für Technik/Facilitymanagement. Kurzum: Wir brauchen eine neue Finanzformel, um eine langfristig tragfähige Personal- struktur für das Theater im Pumpenhaus zu etablieren. Aber einen erfreulichen Punkt zum Abschluss der Personalsituation: Wir werden von allen gastierenden Gruppen gelobt für die Qualität, Professionalität und das Engagement unserer Mitarbeiter. Wir haben trotz der finanziellen Engpässe ein sehr gutes Betriebsklima. Und freuen uns über die hohe Anzahl von BFDlern, die anschließend bei uns in die Ausbildung gehen und sind stolz auf unsere Alt-Azubis, die alle ihre Prüfungen bestanden haben und Karrierewege einschlagen, auf die viele neidisch blicken: Der letzte unserer Azubis hat eine unbefristete Anstellung bei den Kammerspielen in München angetreten. Die "intern" schwierige Personalsituation wird verstärkt durch externe Faktoren, die auch schon in den Lageberichten der Vorjahre dargestellt wurden. Stichwortartig seien hier nur aufgeführt - große städtische Kooperationsprojekte für das Theater schmelzen ab (Ausnahme ist da nur das "Festival Flurstücke”) - die Rhein- und Ruhrorientierung dominiert in. der Landeskulturpolitik - die Kulturpolitik des Landes ist wesentlich Strukturpolitik und "münsterlandblind" - Berlinzentrierung wird durch Förderschwerpunkte des Bundes zementiert - schrumpfende kommunale Etats verunmöglichen das Einwerben von Koproduktions- geldern seitens der produzierenden Labels Anlage: 3 Seite 12 Das Betriebsergebnis 2016 Das Betriebsergebnis weist ein Minus in Höhe von € 1.296,75 aus. Wir halten die Höhe des erreichten negativen Ergebnisses für äußerst positiv. Perspektiven In den Lageberichten der Vorjahre (ab 2012) haben wir immer wieder auf die strukturelle Unterfinanzierung der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH hingewiesen. Wir haben in den politischen Gremien darüber informiert, dass wir mit der derzeitigen Finanzausstattung am und unter dem Limit arbeiten, aber bereit sind, das in den Jahren 2015 bis 2017 "durchzuzie- hen" und "auszuhalten". Warum? Aus kulturpolitischen Gründen: Wir wollen den finanziellen Gestaltungsspielraum der Politik zugunsten einer stärkeren Unterstützung der "Freien Szene" nicht unterlaufen. Wir sind davon überzeugt, dass die kulturelle Weiterentwicklung der Stadt eine vielfältige, divergente und hochwertige Szene braucht, die unabhängig von Behörden- und Institutionsdynamiken arbeitet. Jetzt können wir aber nicht mehr. Das ist ein Fact, der keines Brandbriefes bedarf. Wir brauchen, um die Zielsetzung der GmbH zu erreichen, in den nächsten Jahren eine stufenweise Erhöhung des städtischen Zuschusses. Wir haben einen Mehrbedarf von rd. 100 Personalstunden pro Woche errechnet. Darüber werden wir mit Politik und Verwaltung reden müssen. Anlage: 2, Seite 13 Zwei Sätze zum Schluss Nur das klare und verlässliche finanzielle Commitment des Landes NRW im Zusammenspiel mit einer adäquaten Förderung durch die Stadt Münster kann die Existenz des Theaters im Pumpenhaus in seiner gegenwärtigen Form sicherstellen. Konsequente finanzielle Schritte seitens der Stadt Münster ab dem kommenden Jahre sind notwendig, wenn man das Theater im Pumpenhaus weiterhin zukunftsfähig aufstellen will. Münster, den 16. Mai 2017 gez. Ludger Schnieder -Geschäftsführer-
Beschlussvorlage
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V/0606/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2016 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH Beratungsfolge 07.09.2017 Kulturausschuss Vorberatung 20.09.2017 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Bilanz, die Gewinn - und Verlustrechnung (GuV) sowie de r Lagebericht der G e- schäftsführung für das Geschäftsjahr 2016 (Anlagen 1-3) werden zur Kenntnis geno m- men. 2. Es wird weiter zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH für das Geschäftsjahr 2016 durch den beauftragten Wirtschaftsprü- fer am 30.05.2017 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen: a) Der Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH für das Geschäft sjahr 2016, abschließend in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 249.167,51 € sowie einem in der GuV ausgewiesenen Jahresfehlbetrag von 1.296,75 € wird festgestellt. b) Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2016 Entlastung erteilt. c) Der Jahresfehlbetrag 2016 in Höhe von 1.296,75 € wird auf neue Rechnung vo r- getragen. Vorlagen-Nr.: V/0606/2017 Auskunft erteilt: Herr Scholz Ruf: 492 20 43 E-Mail: ScholzT@stadt-muenster.de Datum: 10.07.2017 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0606/2017 II. Finanzielle Auswirkungen: Keine Begründung: Die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. We- sentlicher Unternehmensgegenstand ist die Förderung der Kunst und Kultur. Gem. Nr. 16, Buchst a- ben e und f des Gesellschaftsvertrages liegt die Zuständigkeit für die im Beschlusstext g enannten Punkte bei der Gesellschafterversammlung. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 128 T€. Darüber hi naus erhielt die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH Zuschüsse der Stadt Münster (407 T€) und des Landes NRW (281 T€) sowie einen projektbezogenen Zuschuss in Höhe von 26 T €. Unterm Strich ergibt sich in der GuV ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.296,75 €, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Ein Vergleich des Jahresabschlusses 2016 der Gesellschaft mit dem Abschluss des Vorjahres ist wenig sinnvoll. Wesentliche Bilanz-, Ertrags- und Aufwandspositionen weichen – bedingt durch das in 2015 durchgeführte Festival „Flurstücke“ – in 2015 gravierend von der „Normalgröße“ ab; darüber hinaus führte die erstmalige Anwendung des Bilanzrichtlinieumsetzungsgesetzes (BilRUG) im Jah- resabschluss 2016 zu weiteren Abweichungen im Vorjahresvergleich. Der Beirat der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH hat in seiner Sitzung am 22.06.2017 über den Ja h- resabschluss 2016 beraten und der Gesellschafterversammlung einstimmig empfohlen, entsprechend dem o.a. Beschlussvorschlag 3. zu entscheiden. In Vertretung gez. Reinkemeier Stadtkämmerer Anlagen: Bilanz zum 31.12.2016 GuV für die Zeit vom 01.01. – 31.12.2016 Lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2016
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Gartenstraße 123
- Hoppengarten
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Details
- Aktenzeichen
- V/0606/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.07.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37