0098/2018
Bericht des Jobcenter Köln
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TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln
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Bericht des Jobcenter Köln 1. Arbeit sichtbar machen 2.0 – Jobcenter Köln beteiligt sich an der Probephase und holt rund 45.000€ nach Köln Betritt man öffentliche Gebäude, ist oft nicht sofort sichtbar, welche Aufgaben dort wahrgenommen werden. Triste Flure und lieblose Wartebereiche sind leider ein häufiges Merkmal von Behörden. So richtig willkommen fühlt man sich als Bürger/in oftmals nicht. Hier Abhilfe zu schaffen, ist das Ziel der Initiative „Arbeit sichtbar machen 2.0“. Gemeinsame Einrichtungen konnten sich 2017 in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Probephase der Neuauflage von „Arbeit sichtbar machen“ bewerben. Insgesamt sechs Jobcenter haben den Zuschlag erhalten, Köln war eines davon. Als Projektort wurde die neu angemietete Liegenschaft am Wiener Platz in Köln-Mülheim gewählt. Ziel bei der Umsetzung war eine Visualisierung des Themas Arbeit in einer wertschätzenden Umgebung für Kunden/innen und Mitarbeitende. So sollen beispielsweise Bilder mit Arbeits- und Köln- Bezug oder Flurläufer mit Arbeitsmotiven zum fachbezogenen „Smalltalk“ auf dem Weg aus den Wartebereichen zu den Beratungsbüros einladen. Die praktische Umsetzung erfolgte von Mai bis November 2017. In zahlreichen Workshops mit Mitarbeitenden und Teamleitungen aus der Liegenschaft, wurden kreative Ideen entwickelt. Unterstützt und begleitet wurden die Workshops durch die interne Beratung der BA. Nach der Präsentation der Ideen bei der Jobcenter Geschäftsführung wurden die Vorschläge fachmännisch in die Tat umgesetzt. Die Vorher – Nachher Bilder zeigen die tollen Ergebnisse (Anlage 1). Durch die Beteiligung an der Probephase konnte das Jobcenter Köln rund 45.000 € zusätzlich nach Köln holen. Zukünftig handelt es sich um eine interne Beratungsleistung der BA, die über das Serviceportfolio eingekauft werden kann. Eine finanzielle Unterstützung zur Umsetzung gibt es dann nicht mehr. 2. Unterstützungsangebote für Menschen mit Schwerbehinderung – insbesondere mit Blick auf die Wohnsituation und Mobilität Im Jobcenter Köln werden aktuell rund 3.100 arbeitslose und arbeitsuchende Menschen mit einer festgestellten Schwerbehinderung oder Gleichstellung beraten. Die Beratung erfolgt sowohl durch die Integrationsfachkräfte und beschäftigungsorientierten Fallmanager/innen des Jobcenter Köln als auch durch Anlage zur Mitteilung „Bericht des Jobcenter Köln“ zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 30.01.2018 2 die DiMA-Fallmanager und Fallmanagerinnen (Disability Management). In speziellen Fragestellungen oder bei der Einleitung eines Rehabilitationsverfahrens (Reha) unterstützen die DiMA-Fallmanager und Fallmanagerinnen unabhängig von der regulären Beratung die Integrationsfachkräfte und beschäftigungsorientierten Fallmanager/innen in ihren Teams. Zu Reha-Fragen steht im Jobcenter Köln zusätzlich die Fachkraft Reha zur Verfügung, die bei Bedarf auch in den Teams oder für die Fallmanager und Fallmanagerinnen Workshops zu konkreten Themen anbietet. In der Gruppe der Menschen mit einer Schwerbehinderung bringen die meisten Kundinnen und Kunden zunächst einmal vergleichbare Unterstützungsbedarfe mit wie Menschen ohne eine Behinderung. Somit wird auch auf das gesamte Förderangebot des Jobcenter Köln und seine Netzwerk-Kontakte zugegriffen. Darüber hinaus gibt es weitere Bedarfe, die aufgrund der Behinderung entstehen. Aus diesem Grund wurde mit Hilfe einer Förderung aus dem Ausgleichsfond im Rahmen der Inklusionsinitiative des Bundesministeriums Arbeit und Soziales (BMAS) das Projekt „MitArbeit! In Köln“ speziell für Kundinnen und Kunden mit einer Schwerbehinderung im Jobcenter Köln etabliert. Hierbei geht es um eine intensivierte Beratung und Vermittlung von Menschen mit einer Schwerbehinderung. Erfahrungswerte aus diesem Projekt vor allem auf die Aspekte „Mobilität und Wohnsituation“ bezogen werden noch gesondert dargestellt. Wichtige Elemente in der Beratung von Menschen mit einer Schwerbehinderung sind: Beratung zur Schwerbehinderung Es kann erforderlich sein, Menschen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen zunächst einmal zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises zu beraten und sie bei der Antragstellung zu unterstützen. Hier werden häufig die Berater und Beraterinnen in der Maßnahme „Claro“ oder auch die JobLotsen (DiMA) hinzugezogen. Weiterhin gibt es Informationsmaterial des Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Agentur für Arbeit zu Themen wie Schwerbehinderung, Kündigungsschutz und Fördermöglichkeiten. In 2016/2017 fanden im Jobcenter Köln drei Informationsveranstaltungen für Menschen mit einer Behinderung statt. Die Veranstaltungen wurden mit Unterstützung von Referenten der Handwerkskammer zu Köln, der Industrie- und Handelskammer zu Köln, des Projektes „MitArbeit! In Köln“, der ProjektRouter gGmbH, der Deutschen Rentenversicherung sowie des Berufsförderungswerkes Michaelshoven durchgeführt. 3 Berufliche Kompetenzen und Orientierung Viele im vorangegangenen Berufsleben erworbene Kompetenzen können aufgrund der Schwerbehinderung nicht mehr genutzt und verwertet werden. In einem ersten Schritt ist es erforderlich, vorhandene Kompetenzen zu erkennen und mit Blick auf den beruflichen Nutzen zu betrachten. Dieser Schritt geht oft mit einer notwendigen beruflichen Neuorientierung einher. Hierbei werden sowohl Möglichkeiten einer beruflichen Rehabilitation geprüft als auch die anderweitige Vermittlung von Kompetenzen. Das Spektrum reicht vom EDV-Kurs bis hin zu speziellen Integrationskursen für hörgeschädigte Migranten und Migrantinnen. Für U25-Kunden und Kundinnen gibt es neben Angeboten wie Ferry4You und der Fachberatung zudem eine enge Zusammenarbeit mit dem Bereich der Reha- Berufsberatung der Agentur für Arbeit Köln. Persönliche Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz Vor einer erfolgreichen Arbeitsvermittlung müssen die benötigten persönlichen Rahmenbedingungen abgeklärt sein. So kann es beispielsweise sein, dass jemand mit psychischen Einschränkungen einen Arbeitsplatz braucht, an dem ruhige Bedingungen herrschen. Ein anderes Beispiel ist die nötige Installation einer optischen Alarmierungsanlage in einem Betrieb bei der Beschäftigung von Menschen mit einer Hörbehinderung. Auch die Einrichtung eines „Home- Arbeitsplatzes“ kann hier ein Thema sein. Bei der Beurteilung notwendiger technischer Hilfsmittel wird in der Regel die technische Beratung der Agentur für Arbeit Köln oder auch des LVR hinzugezogen (abhängig von der Kostenträgerschaft). Ebenfalls in die Planung einbezogen wird eine mögliche Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Hier gibt es z.B. die vorbereitende Maßnahme „Arleb Probe“, die die Teilnehmenden auf ihre Eignung für die Beschäftigung in einer Werkstatt prüft. Bewerbungscoaching Der Umgang mit einer Behinderung im Bewerbungsverfahren ist für viele Menschen mit einer Reihe von Fragen verknüpft. Hierzu wird in Gesprächen beraten, teilweise werden Gespräche geübt. Im Projekt „MitArbeit! In Köln“ werden Vorstellungsgespräche mit Einsatz einer Videokamera trainiert. Mobilität Bei der Frage der Mobilität geht es in der Beratung u.a. um die Wege- und Zeitplanung für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ziel der Beratung ist es, mehr Orientierung im öffentlichen Verkehr zu vermitteln, die Pünktlichkeit durch eine vorausschauende Planung zu erhöhen und berufliche sowie private Termine besser miteinander zu vereinbaren. 4 In den Geschäftsbereichen des Jobcenter Köln wird selbstverständlich auch über die KVB-Angebote für Menschen mit eingeschränkter Mobilität informiert. Hierzu wird der Plan der KVB „Touren ohne Treppen“ genutzt. Je nach Behinderungsart kann Mobilität auch bedeuten, die Menschen aus einer sozialen Isolation herauszuholen. Hierzu werden z.B. Anbindungen an ein sozialpsychiatrisches Zentrum oder an andere Einrichtungen vorgeschlagen. Eine Begleitung zu diesen Angeboten kann in der Anfangszeit über die JobLotsen (DiMA) erfolgen. Dies gilt auch für die Einrichtung einer Unterstützung im Rahmen von betreutem Wohnen oder die Anbindung an eine Selbsthilfegruppe. Ebenfalls möglich ist Hilfestellung bei der Beantragung einer medizinischen Reha, um die Mobilität wieder herzustellen oder zu verbessern. Sollte das Erreichen eines Arbeitsplatzes ohne Unterstützung nicht möglich sein, kommen gegebenenfalls Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Betracht wie der behindertengerechte Umbau eines Autos oder die Finanzierung eines Fahrdienstes. Hier wird bei der Antragstellung bei den Reha-Trägern Hilfestellung angeboten. So wurde beispielsweise für einen Teilnehmer des Projektes „MitArbeit! In Köln“ über die Deutsche Rentenversicherung ein Fahrdienst bewilligt, mit dessen Hilfe der Kunde erfolgreich ein Praktikum absolvieren und im Anschluss einen Arbeitsstelle antreten konnte. Für einen anderen Kunden wurde im Rahmen medizinischer Hilfsmittel ein spezieller Stoma-Gürtel bewilligt, mit dessen Hilfe er angstfrei den ÖPNV nutzen kann. Auch hier wurden mit dieser Unterstützung ein Praktikum und eine Arbeitsaufnahme ermöglicht. Wohnsituation Bei notwendigen Veränderungen hinsichtlich der Wohnsituation werden Kundinnen und Kunden bei der Beantragung eines Wohnberechtigungsscheins unterstützt und Kontaktdaten von Wohnungsgenossenschaften ausgehändigt. Häufig werden in diesem Zusammenhang die Kontakte der Fallmanager und Fallmanagerinnen zu den Beratungsstellen des Kölner Hilfesystems und zur Fachstelle Wohnen genutzt. Diese beraten die Menschen auch fachgerecht bezüglich öffentlicher Förderangebote für Menschen mit einer Behinderung. Eine weitere Unterstützung gibt es durch die DiMA-Fallmanager und Fallmanagerinnen bei der Vermittlung in stationäres Wohnen, ebenso bei der Beantragung ambulanter Hilfen zum selbständigen Wohnen in Zusammenarbeit mit dem LVR. Ein Beispiel aus dem Projekt „MitArbeit! In Köln“ zeigt auf, dass die Begleitung bei der Planung und Organisation des täglichen Lebens für einen Rollstuhlfahrer, der zum ersten Mal eine eigene Wohnung bezogen hatte, für deutlich mehr Selbständigkeit gesorgt hat. Der Kunde hat inzwischen erfolgreich Arbeit aufgenommen. Unterstützung bekam auch eine krebskranke Kundin, die mit Hilfe einer einmaligen Zuwendung aus dem Härtefond der Krebshilfe neue Tapeten und Farbe anschaffen und ihre stark renovierungsbedürftige Wohnung damit wieder bewohnbar machen konnte. 5 Für einen anderen Kunden wurde ein Kontakt zu einer Hilfeeinrichtung vermittelt, in der er wiederum andere Menschen kennengelernt hat, die ihm nun helfen, seine Wohnung zu renovieren. Beratung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen In der Beratung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen geht es in der Regel um Aufklärung und Information über die Behinderungsart und die jeweiligen persönlichen Rahmenbedingungen. Wichtig ist hier auch eine Beratung zu Fördermöglichkeiten in Bezug auf Kosten für technische Hilfsmittel, notwendige Umbauten oder Eingliederungszuschüsse. Die jeweils zuständigen Reha-Träger helfen bei der Beantragung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wie die Agentur für Arbeit Köln, die Deutsche Rentenversicherung und weitere, das Integrationsamt und auch der LVR mit der Aktion 5 weiter. 3. Aktueller Sachstand Integration Point Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften und Bestandskundinnen und Bestandskunden Die Anzahl der neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften von Menschen mit Fluchterfahrung im Jobcenter ist weiterhin rückläufig. Der Integration Point betreut insgesamt 5956 (Stand: November 2017) Menschen mit Fluchthintergrund. Die Verteilung im Einzelnen ist wie folgt: Bestand Nov. 2017 SGB II Anteil an gesamt in % SGB III Anteil an gesamt in % Anzahl Gesamt 4963 993 Geschlecht männlich 2.984 60% 826 83% Geschlecht weiblich 1.979 40% 167 17% Insgesamt (U25) 1258 25% 410 41% Insgesamt (Ü25) 3705 75% 583 59% Tabelle 1: Stand November 2017 (Jahresfortschrittswert) In der Zusammensetzung nach den Herkunftsländern gibt es weiterhin kaum Veränderungen. 6 Tabelle 2:Aufteilung nach Herkunftsländern, Stand November 2017 (Jahresfortschrittswert) Maßnahme Besetzung und Integration Über das Thema der Sprachförderung wurde bereits mehrfach berichtet. In der 2. Jahreshälfte 2017 hatte das BMAS entschieden folgende Integrationsmaßnahmen für Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus Afghanistan mit positiver Bleibeperspektive zu öffnen: Berufssprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV) Frühzeitiger Zugang zu vermittlungsunterstützenden Leistungen der Arbeitsförderung Ausbildungsbegleitende Hilfen, Assistierte Ausbildung und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen nach drei Monaten gestattetem Aufenthalt Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld nach 15 Monaten gestattetem Aufenthalt im Anschluss an die Grundleistungen zum Asylbewerberleistungsgesetz Dieser erweiterte Zugang war befristet bis zum 31.12.2017. Eine Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus ist nicht vorgesehen. Eine Informationsveranstaltung für die Kundengruppe der gründungswilligen Geflüchteten wurde am 05.12.2017 durchgeführt. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der IHK Köln und dem Projekt ActNow! vom IQ-Netzwerk veranstaltet. Es waren sogar unangemeldete Personen dabei, oder einige Teilnehmende hatten ihre Verwandten mitgebracht. Der Informationsbedarf ist sehr hoch. Die Komplexität des Themas der Existenzgründung in Deutschland ist vielen Menschen mit Fluchthintergrund nicht bewusst. Ziel der Veranstaltung war es, die Herkunftsländer SGB II SGB III Afghanistan 431 264 Eritrea 187 23 Irak 1.337 81 Iran 341 82 Nigeria 40 55 Pakistan 7 36 Somalia 48 7 Syrien 2.175 27 Türkei 54 6 Sonstige 343 k.A. 7 Menschen in eine nachhaltige Existenzgründung zu begleiten und sie auch vor den Folgen einer übereilten Gründung zu bewahren. Das Format wird im Jahr 2018 fortgesetzt. Im November 2017 ist die Maßnahme eigenArt (Theaterprojekt) gestartet. Dabei handelt es sich nicht um eine exklusive Maßnahme für Menschen mit Fluchthintergrund, sondern um eine gemischte Maßnahme mit langzeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden unter 25 Jahre. 10 Kundinnen und Kunden mit Fluchthintergrund haben die Maßnahme begonnen. Der Maßnahmeverlauf bleibt abzuwarten. Premiere des Theaterstücks ist der 16.05.2018. Sobald nähere Informationen hierzu vorliegen werden die Teilnehmenden des Ausschusses für Soziales und Senioren informiert. Möglicherweise besteht das Interesse an einer Teilnahme an der Aufführung. Das Informationsangebot für geflüchtete Frauen wird von der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters (BCA) und der Fachexpertin für Menschen mit Fluchterfahrung im Januar bei einem Träger umgesetzt. Ziel ist es eine Vor- Ort- Beratung bei den Trägern unter Einbezug der bestehenden Strukturen wie zum Beispiel im Format eines „Gesprächskreises“ in Elterncafés anzubieten. Weitere Veranstaltungen sind in Zusammenarbeit mit Trägern geplant, die im Rahmen der Landesinitiative KOMM-AN NRW Angebote im Bereich Schul- Elternarbeit anbieten. Inhaltlich orientiert sich das Angebot an den Fragestellungen der Teilnehmenden, die entweder vorab eingereicht werden oder im Gespräch vor Ort entstehen. Für das geplante Modellprojekt der Regionaldirektion NRW mit der Diakonie, für das sich das Jobcenter als Kooperationspartner zur Verfügung stellt, werden im Januar gemeinsam erste Gespräche geführt. Das anvisierte Ziel des Projektes ist die enge Begleitung/ Beratung der Frauen, z.B. angefangen mit einem Sprachkurs bis hin zur Arbeitsaufnahme, ggf. unter Beteiligung von Unternehmen. Positiv zu beobachten sind die zunehmenden Arbeitsaufnahmen der geflüchteten Menschen im Integration Point des Jobcenters. Eine leichte Steigerung ist zu verzeichnen. Okt 17 Nov 17 Veränderung zum Vormonat Integrationen 255 287 13% Aufnahme einer sv-pflichtigen Beschäftigung 184 205 11% "Minijob" 58 69 19% Ausbildung 11 11 ˗ Bundesfreiwilligendienst 2 2 ˗ Tabelle 3: Händische Auswertung Integration Point SGB II ohne Talentscouts U25 - Stand November 2017 (Jahresfortschrittswert) – Es besteht eine leichte Datenunschärfe, da Arbeitsaufnahmen zum Teil erst in Folgemonaten mitgeteilt werden 8 Dauer der Unterrichtseinheiten der Sprachförderung Die Dauer für Basismodule beträgt 300 bis 400 Unterrichtseinheiten. Bei den Spezialmodulen - vermitteln berufsbezogenes Deutsch im Kontext von bestimmten Berufen oder Berufsgruppen- sind es 300 Unterrichtseinheiten. Die Basismodule und die Spezialmodule „unter B 1“ bestehen aus 300-400 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Basismodule sind: - Basismodul B2 (von B1 nach B2) - Basismodul C1 (von B2 nach C1) - Basismodul C2 (von C1 nach C2) - in Köln derzeit noch kein Kursangebot vorhanden Spezialmodule sind: - Spezialmodule A2 (von A1 nach A2) bzw. B1 (von A2 nach B1) - Weitere Spezialmodule: akademische Heilberufe, etc. Schnittstellen zur Stadt Köln Wie bereits im letzten Bericht vermerkt, hat die Teilnahme am Projekt „Einwanderung gestalten“ die Schnittstellenarbeit intensiviert. Das Jobcenter Köln ist Teil der Steuerungsgruppe im Projekt. Außerdem sind Mitarbeitende des Jobcenters auch Teil der verschiedenen Unterarbeitsgruppen (Bildung & Arbeit, Wohnen und Sprache). Im kommenden Jahr werden weiteren Unterarbeitsgruppen (Gesundheit, Existenzsicherung und Teilhabe) starten. Die Ergebnisse dieser Gruppen werden durch die Steuerungsgruppe geprüft. 4. Ergebnismonitoring zu den vereinbarten Zielen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Bundesziele) und der Stadt Köln (Kommunale Ziele) – Stand: November 2017 Das Jobcenter Köln geht in dem Ergebnismonitoring-Bericht für den Monat November 2017 (Anlage 2) auf die Zielerreichung bezüglich der mit dem Bund und mit der Stadt Köln vereinbarten Ziele für das Jahr 2017 ein. 5. Arbeitsmarkt-und Integrationsprogramm (AMIP) 2018 – 2019 In der Anlage 3 finden Sie die finale Fassung des AMIPs 2018-2019. gez. Wagner 9 Anlage: 1) Vorher-Nachher Bilder zum Thema „Arbeit sichtbar machen“ 2) Ergebnismonitoring 3) AMIP 2018-2019
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 2_ Monitoring_
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Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2010 Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 30.01.2018 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2017 Ergebnismonitoring November 2017 N:\Ablagen\D35765-JC-Koeln-F-C\Controlling\00_Controlling JC\2017\07_Monitoring\2017-11\2017-11 Monitoring_SoSe ErwartungswertPrognose Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt in Tausend EUR - 293.459 289.912 -3.546 -1,2% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 26.810,7 53.684,5 80.663,6 107.521,9 134.338,6 161.183,9 188.038,4 214.823,6 241.487,3 267.885,7 293.458,8 320.037,0 Ist 2017 26.447,1 53.058,6 79.716,2 106.310,9 132.876,6 159.458,4 186.053,8 212.557,5 238.878,7 264.811,9 289.912,4 - Ist 2016 25.730,0 51.520,7 77.412,3 103.188,0 128.923,8 154.687,0 180.459,1 206.164,7 231.781,3 257.281,2 282.633,7 307.137,3 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verringerung der Hilfebedürftigkeit November 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne LUH ) in T EUR Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 2 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Integrationsquote 0,0% 21,1% 22,4% 1,36%-Pkte 6,4% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 1,7% 3,6% 5,5% 7,5% 9,1% 10,9% 12,9% 15,2% 17,7% 19,7% 21,1% 23,3% Ist 2017 1,6% 3,3% 5,3% 7,4% 9,5% 11,4% 13,6% 16,4% 19,1% 21,0% 22,4% Ist 2016 1,8% 3,6% 5,5% 7,5% 9,2% 11,0% 12,9% 15,2% 18,0% 20,3% 22,1% 23,3% Anzahl der Integrationen (Jahresfortschrittswert) Ist 2017 1.343 2.804 4.419 6.231 8.035 9.647 11.524 13.882 16.209 17.802 18.898 - Ist 2016 1.473 3.042 4.647 6.296 7.703 9.227 10.877 12.809 15.139 17.079 18.560 19.537 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit November 2017 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationsquote Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 3 ErwartungswertSoll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - 58.521 57.667 -853 -1,5% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 58.316 58.389 58.398 58.416 58.453 58.511 58.557 58.564 58.578 58.571 58.521 58.536 Ist 2017 57.855 57.918 57.910 57.931 57.938 57.947 57.959 57.923 57.858 57.783 57.667 - Ist 2016 57.173 57.244 57.253 57.271 57.307 57.364 57.409 57.416 57.421 57.416 57.404 57.388 November 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug 56.000 56.500 57.000 57.500 58.000 58.500 59.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - JDW Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 4 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) 310.711,51 309.878,70 -833 -0,3% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 27.788,0 56.256,7 84.255,9 112.656,0 141.004,1 169.651,3 198.315,4 226.365,6 254.446,1 282.333,6 310.711,5 339.043,0 Ist 2017 27.571,7 55.005,5 82.869,2 110.813,5 139.601,8 167.402,7 196.403,1 225.457,2 253.478,4 281.647,7 309.878,7 - Ist 2016 26.527,8 53.705,6 80.435,0 107.547,2 134.609,7 161.957,9 189.322,0 216.100,2 242.907,3 269.530,1 296.621,2 323.667,8 Zielmonitoring Jobcenter Köln Kosten der Unterkunft November 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: ERP Seite 5 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % - 2.050 2.050 - 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 - - - - - - - - - - - - Ist 2017 2.186 2.181 2.174 2.161 2.150 2.134 2.118 2.105 2.086 2.064 2.050 - Ist 2016 2.224 2.235 2.240 2.246 2.250 2.256 2.251 2.249 2.243 2.222 2.208 2.200 Zielmonitoring Jobcenter Köln Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit November 2017 1.900 1.950 2.000 2.050 2.100 2.150 2.200 2.250 2.300 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit (gewichteter Jahresfortschrittswert) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Statistik der BA, Seite 6 Mitteilung zur Sitzung des Sozialausschusses am 26.01.2017 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ist 2017 153 314 507 762 986 1.163 1.389 1.594 1.858 2.093 2.291 - Ist 2016 157 372 572 799 1.009 1.208 1.452 1.654 1.904 2.123 2.316 2.484 Zielmonitoring Jobcenter Köln JOB-Offensive KÖLN November 2017 - 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationen (Jahresfortschrittswert) der JOB-Offensive KÖLN Ist 2017 Ist 2016 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 7 Erwartungswert Soll akt. Monat Ist akt. Monat Diff. abs. (Soll) Diff % (Soll) Integration Schwerbehinderte 360 323 -37 -10,3% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 20 49 87 125 152 187 225 255 292 331 360 393 Ist 2017 25 48 71 100 131 168 210 237 267 298 323 - Ist 2016 20 48 86 123 150 185 222 252 288 327 355 388 Zielmonitoring Jobcenter Köln Integration Schwerbehinderte November 2017 - 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integration Schwerbehinderte Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 8 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Hochrechnung Anzahl Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 61.763 62.073 62.234 62.395 62.337 62.407 62.322 62.160 61.638 61.589 61.882 Ist 2016 62.431 62.559 62.583 62.527 62.499 62.511 62.322 62.000 61.761 61.604 61.441 61.517 Anzahl Personen in Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 121.149 121.835 122.099 122.588 122.547 122.899 122.862 122.584 Ist 2016 121.666 122.006 122.100 121.987 121.944 122.000 121.746 121.087 120.654 120.542 120.335 120.640 Anzahl Regelleistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 116.888 117.589 117.901 118.450 118.372 118.839 118.871 118.505 117.645 117.485 117.718 Ist 2016 116.180 116.529 116.642 116.534 116.524 116.645 116.487 116.217 116.049 115.984 115.866 116.230 Anzahl erwerbsfähige Leistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 84.105 84.651 84.892 85.164 85.124 85.329 85.296 84.942 84.084 83.929 84.113 Ist 2016 83.951 84.257 84.334 84.230 84.209 84.305 84.125 84.039 83.856 83.715 83.525 83.692 Quote der Leistungsberechtigten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch* Datenquelle: Kreisreport, Daten mit Wartezeit von 3 Monaten Ist 2017 13,3% 13,4% 13,4% 13,5% 13,5% 13,5% 13,5% 13,5% Ist 2016 13,3% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,3% 13,3% 13,2% 13,2% 13,2% 13,2% Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Anzahl Arbeitslose nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gesamt Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 35.238 35.052 35.351 35.973 36.180 36.130 35.980 35.887 35.361 34.878 34.683 Ist 2016 39.627 39.999 39.977 39.769 38.539 37.695 37.667 37.761 37.471 36.953 36.500 35.684 Kosten der Unterkunft Kosten der Unterkunft - Veränderungsquote zum kumulierten Vorjahreswert Datenquelle: Finanzen Jobcenter Köln Ist 2017 27.571,70 55.005,51 82.869,15 110.813,49 139.601,80 167.402,67 196.403,07 225.457,24 253.478,37 281.647,73 309.878,70 - Ist 2016 26.527,81 53.705,56 84.255,94 112.656,04 141.004,08 169.651,35 198.315,35 226.365,60 254.446,12 282.333,57 310.711,51 339.042,96 Ist / Ist-Vergleich 3,9% 2,4% -1,6% -1,6% -1,0% -1,3% -1,0% -0,4% -0,4% -0,2% -0,3% - November 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren * Zähler = Leistungsberechtigte nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (erwerbsfähigeLeistungsberechtigte, nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, sonstige Leistungsberechtigte [z.B. Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II]) / Nenner = Bevölkerung unter 65 Jahre Seite 9
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 3_AMIP ab 2018_Finale Fassung
39915 Zeichen
Anlage 3 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales
und Senioren am 30.01.2018
Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm ab 2018
Seite 1
Stand: 09.01.2018
Inhalt:
Vorwort ........................................................................................................... 2
Handlungsschwerpunkte .............................................................................. 4
Lebenslanges Lernen ......................................................................... 4
Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit ............................................... 8
Motivation und Partizipation .............................................................. 11
Gesellschaft und Migration ............................................................... 14
Sozialraumorientierung ..................................................................... 17
Zahlen, Daten und Fakten ........................................................................... 20
Eingliederungstitel ............................................................................. 20
Vergleich 2017 und 2018 (geplante Ausgaben) ................................ 22
Drittmittelakquise .............................................................................. 23
Der Arbeitsmarkt ............................................................................... 25
Die Kundenstruktur ........................................................................... 26
Seite 2
Vorwort
Sehr geehrte Leserinnen und sehr geehrte Leser des
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms 2018 & 2019 des Jobcenter Köln!
„Der Mensch im Mittelpunkt“, so war unser letztjähriges AMIP überschrieben
und auf diesem Weg bleiben wir auch in den kommend en beiden Jahren –
konkret, überprüfbar, mutig.
Die Arbeitsmarktpolitik eines Jobcenter s soll sich nicht jedes Jahr neu erfinden.
Es braucht langfristige Strukturen, Planbarkeit, Verlässlichkeit und Änderungen
an den Stellen, die nicht die gewünschten Er folge gezeigt haben. Exakt diese
Strategie verfolgen wir in Köln im SGB II seit einigen Jahren. Auch das
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm folgt dieser Logik, es ist erstmals für
zwei Jahre aufgesetzt worden: 2018 und 2019.
Was sind für die kommende n zwei Jahre die wesentlichen arbeitsmarktpoliti-
schen Leitlinien im Sozialgesetzbuch II in Köln?
Die berufliche Integration von Kölnerinnen und Kölnern steht zentral in
unserem Fokus.
Die Aktivierungs- und Integrationsarbeit braucht berufliche Qualifizier ung
und Bildung.
Arbeitsmarktpolitik und Sozialpolitik bleiben im SGB II in Köln eng
verzahnt.
Das Jobcenter Köln wiederholt sein Bekenntnis, dass die Ermöglichung
von Teilhabe an der Gesellschaft und soziale Integration zu seinen Auf-
gaben gehört. Dieser Weg wird in Köln im Rahmen der Möglichkeiten
des SGB II weiter beschritten.
Das Jobcenter Köln organisiert sich dezentral. Wir versuchen dahin zu
gehen wo die Menschen sind.
Seite 3
Motivation zu erzeugen ist ein Schlüssel für den Integrationserfolg.
Motivation erzeugt sich am besten über individuelle Wege.
Das Jobcenter Köln war und ist eine Denkfabrik des SGB II. Wir suchen
nach Innovationen in der operativen Arbeitsmarktpolitik.
Globalisierte Abläufe der Wirtschaft, die Digitalisierung 4.0, die Flucht von Men-
schen vor Krieg und Hoffnungslosigkeit nach Deutschland und viele weitere
Entwicklungen machen die Arbeitswelt komplexer und die Halbwertzeit von
Wissen kürzer. Das Jobcenter Köln erkennt seine Funktion darin, den Men-
schen, die vorübergehend auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind,
einen stabilen Halt, fachliche gute Navigation und individuelle Perspektiven zu
geben. Die Herausforderungen können nicht vom Jobcenter Köln alleine gelöst
werden, sondern nur in einer starken Vernetzung.
Olaf Wagner Birgit Jung
Geschäftsführer Mitglied der Geschäftsführung
Seite 4
Handlungsschwerpunkte
Lebenslanges Lernen
Die Fachkräfteengpassanalyse zeigt mit Stand Juni 2017 einen bundesweiten
Fachkräftebedarf. Dem gegenüber s tehen geringqualifizierte und integrations-
ferne Kundinnen und Kunden, welche stärkeorientiert beruflich auszubilden
oder zu qualifizieren sind. Etwa 66 % (Stand Juli 2017 ) der erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten des Jobcenter Köln verfügen über keine abgeschlossene
Berufsausbildung. Die erfolgreiche Absolvierung von abschlussorientierten
Weiterbildungen stellt jedoch hohe Ansprüche an das Durchhaltevermögen von
Teilnehmenden, deren Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sich über
Jahre der Arbeitslosigkeit verringert hat. Dem gilt es mit geeigneten Instrumen-
ten zu begegnen, erfolgreiche Weiterbildungen zu ermöglichen und nachhaltige
Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt zu erzielen.
Ziele
Wir entwickeln uns als Organisation
stetig weiter
Wir aktivieren und qualifizieren
SGB II - Leistungsempfänger
Wir verbessern die Durchführungs-
qualität von a bschlussorientierten Wei-
terbildungen
Wir bilden Kundinnen und Kunden
ohne Ab schluss zu Fachkräften aus
und integrieren sie
Seite 5
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir entwickeln…
unsere Angebote und Prozesse konsequent weiter. Dabei orientieren wir
uns an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen der
Kundinnen und Kunden. Um dies zu gewährleisten, bind en wir diese
zunehmend in die (Weiter-) Entwicklung unserer Maßnahmen mit ein.
eine gemeinsame Bildungszielplanung mit der Agentur für Arbeit. Die
Planung berücksichtigt den quantitativen und qualitativen Qualifizie-
rungsbedarf des regionalen Arbeitsmarktes.
unsere Qualifizierungsberatung weiter. D ie Anforderungen hierbei sind
deutlich gestiegen durch einen differenzierten Arbeitsmarkt sowie ein
heterogenes Bildungsangebot, so dass eine Spezialisierung der Bera-
tung im Jobcenter erforderlich wird.
Wir aktivieren und qualifizieren…
unsere Kund innen und Kunden für die Herausforderungen des Arbeits-
marktes. So wird in 2018 und 2019 der Anteil von Bildungsmaßnahmen
mindestens einem Viertel des gesamten Eingliederungstitels entspre-
chen.
zielgruppenorientiert und modular. Insbesondere die Gruppe der lang-
zeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden , die derzeit 57% aller Arbeitslo-
sen im SGB II -Bezug ausmacht, zeichnet sich teilweise durch ein gerin-
ges Durchhaltevermögen aus sowie durch länger zu rückliegende Lerner-
fahrung. Diesen Herausforderungen begegnen wir durch Anpassung un-
serer Angebote . So ist es gelungen, Teilnahmeabbrüche durch vorge-
schaltete Erprobungsmodule erheblich zu verringern.
Zudem setzt das Jobcenter Köln verstärkt auf modulare Teilqualifizierun-
gen mi t dem Ziel eines Berufsabschlusses. Hierdurch werden die Be-
darfslagen am Arbeitsmarkt sowie unterschiedliche Bildungspotenziale
der Kundinnen und Kunden berücksichtigt. Die beiden Ansätze Erpro-
Seite 6
bung sowie Teilqualifizierung werden erfolgreich in den Projekten „Kölner
Bildungsmodell“ sowie „Durchstarten in Köln“ angewandt.
Wir verbessern…
die Qualität der be ruflichen Weiterbildung. Ausdrückliches Ziel des Job-
center Köln ist deshalb eine kontinuierliche und standardisierte Überprü-
fung des Maßnahme- und Angebotsportfolios. Dies erfolgt beispielsweise
durch eine erhöhte Kontaktdichte mit den Bildungsträgern oder auch
Sprechstunden für Teilnehmende von Weiterbildungen.
das Teilnehmendenmanagement gemeinsam mit der Agentur für Arbeit
während einer Weiterbildung. Wesentliche Aspekte sind hierbei die pro-
aktive Vermeidung von frühzeitigen Abbrüchen, die intensive Begleitung
der Teilnehmenden vor Ort sowie die Aufnahme erster Integrationsb e-
mühungen noch vor A bschluss einer Qualifizierung. Hierbei gilt: „Nach-
haltige I ntegration geht vor Qualifizierung und Qualifizierung geht vor
nicht nachhaltiger Integration.“
Wir bilden…
die Grundlagen für den Start einer Weiterbildung: Die Förderung von
Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, IT ) wird weiterhin
angeboten, um die erfolgreiche Teilnahme von Kundinnen und Kunden
an berufsqualifizierenden Weiterbildungsmaßnahmen bereits im Vorfeld
zu unterstützen. Die Verstetigung der Maßnahme im Rahmen einer mit
Gutschein geförderten Qualifizierung ermöglicht einen flexiblen Eins tieg
und entspricht damit den Erfordernissen der Zielgruppe.
Fachkräfte aus und vermeiden damit Arbeitslosigkeit aufgrund von man-
gelnder Qualifikation. Einstiegsqualifizierungen (EQ) bieten Ausbildungs-
betrieben die Möglichkeit, die Fähigkeiten der junge n Menschen mit dem
Ziel der anschließenden Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis
beobachten und erproben zu können. Als weiteres Angebot steht die
Begleitung der Ausbildung (AbH) zur Verfügung, hier wird beispielsweise
Nachhilfe parallel zur Ausbildung angeboten.
Seite 7
Bei sehr hohem Förderbedarf von jungen Menschen erfolgt zunächst die
Vorbereitung und anschließende Begleitung der Ausbildung (AsA).
Seite 8
Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit
Geringqualifizierte Kundinnen und Kunden fassen nur schwer Fuß auf de m
ersten Arbeitsmarkt. Lediglich 17% derjenigen Kundinnen und Kunden, die in
bedarfsdeckende Beschäftigung integriert wurden und auch 12 Monate später
noch ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten, haben keinen Berufsab-
schluss (Stand Juli 2017 ). Ausgeprägte Langzeitarbeitslosigkeit destabilisiert
zudem die Lebensführung und nimmt Einfluss auf angrenzende Lebensberei-
che. Der Beratungs - und Unterstützungsbedarf der Betroffenen nimmt mit
anhaltenden Zeiten der Erwerbslosigkeit zu. Von Bedeutung ist somi t auch die
Vermeidung einer erstmaligen Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen, um einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit in frühen Lebensjah-
ren entgegenzuwirken. Die Eingliederung in ein unabhängiges Erwerbsleben
erfordert damit häufig eine enge Begleitung und individuellen Zuschnitt von
Unterstützungsangeboten. Dies gilt ebenfalls für die Zeit nach der Integration,
um die Arbeitsaufnahme zu stabilisieren und einen Abbruch zu vermeiden.
Ziele
Wir erzielen dauerhafte Beschäfti-
gungsverhältnisse und vermeiden
„Drehtüreffekte“
Wir unterstützen Jugendliche und
junge Erwachsene mit Präventivange-
boten, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den und in Ausbi ldung und Arbeit zu
integrieren
Wir fördern individuell und ganzheit-
lich zum Erhalt des Arb eitsvermögens
von Kundinnen und Kunden
Seite 9
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzielen…
längerfristige Arbeitsverhältnisse durch beschäftigungsbegleitendes
Coaching. Dieser in 2014 eingeführte Ansatz findet sich aktuell in
neun Angeboten und Projekten des JC Köln wieder und hat sich seit-
dem als wirksam erwiesen. Coaching wird auch zukünftig verstärkt in
neue Produkte eingebaut.
eine höhere Präsenz unserer Kundinnen und Kunden durch die Ar-
beit des gemeinsamen Arbeitgeber -Service sowie durch Arbeitge-
berveranstaltungen wie zum Beispiel die bereits etablierten Bewer-
bertage.
erfolgreiche Integrationen mit der Fortführung von bewährten Veran-
staltungs- und Kommunikationsformaten. Die Arbeitgeber- und
Bewerbertage oder auch da s prämierte Job -Speed-Dating (ausge-
zeichnet mit dem Exzellenzpreis der Bundesagentur für Arbeit ) ge-
ben Kundinnen und Kunden auch die Möglichkeit, unmittelbar im
persönlichen Gespräch mit potenziellen Arbeitgeberinnen und
Arbeitgebern zu überzeugen. Das Job-Speed-Dating wird mit jährlich
zunehmenden Erfolg durchgeführt und erreicht mittlerweile Integrati-
onszahlen von etwa 50%.
Wir unterstützen…
benachteiligte Jugendliche unter anderem im Rahmen des Angebots
„Joblinge“ , bei der Vorbereitung und Suche ein es Ausbildungs- oder
Arbeitsplatzes. Dieses erfolgreiche Produkt wurde aufgrund der
Erfahrungen aus anderen Maßnahmen durch eine Ausbildungsbe-
gleitung ergänzt. Bisher konnten über „Joblinge“ mehr als 80 % der
Teilnehmenden nachhaltig vermittelt werden.
Kundinnen und Kunden an allgemeinbildenden Schulen dabei, den
Übergang in Ausbildung und Arbeit erfolgreich zu gestalten. Unsere
Seite 10
Schülerteams kooperieren dabei mit der Berufsberatung sowie mit
den jeweiligen Schulen.
die Einrichtung einer Jugendberufsagentur in Köln zur Bündelung der
gemeinsamen Bemühungen von Jobcenter, Agentur für Arbeit sowie
Stadt Köln bei der Integration von jungen Erwachsenen.
niedrigschwellige Projekte wie „Checkpoint im Sozialraum“ oder
„Work 4 You“ im Kölner Stadtgebiet dabei, die Teilnehmenden mittel-
fristig wieder in die Regelsysteme zurückzuführen.
Wir fördern…
mit kommunal flankierenden Angeboten einen ganzheitlich ausge-
stalteten Integrationsprozess, da nur so komplexen Situationen und
Problemlagen einer Bedarfsgemeinscha ft Rechnung getragen wer-
den kann.
In 2016 partizipierten mehr als 11.600 Menschen in Köln an diesen
Leistungen. Durch die in 2017 erfolgte Aufstockung der Mittel möch-
ten wir auch in Zukunft die hohe Qualität der Angebote mittelfristig
halten und die bestehenden Bedarfe decken.
die Gesundheit unserer Kundinnen und Kunden, in dem wir verstärkt
Elemente der Gesundheitsförderung in neue Förderangebote invol-
vieren. Beispielhaft sei hier das flankierende Gesundheitscoaching
im Rahmen von „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ genannt.
gesundheitlich beeinträchtigte Kundinnen und Kunden durch gezielte
Beratung unseres Disability Managements (DiMa), mit der Stabilisie-
rung- und Entwicklungsmaßnahme (SEM -DiMa) sowie mit dem
Modellprojekt „MitArbeit! in Köln“. Durch W iederherstellung von
Tagesstrukturen, psychosoziale Stabilisierung und soziale Teilhabe
werden die individuellen Vermittlungschancen verbessert.
Seite 11
Motivation und Partizipation
Die bisherigen Betrachtungen von Förderangeboten, die von Teilnehmenden
frühzeitig abgebrochen wurden, heben Gründe der Motivation und dem daraus
resultierend geringen Durchhaltevermögen besonders hervor. Bereits der Bera-
tungsprozess nimmt maßgeblich Einfluss auf Akzeptanz und Ablehnung von
ausgewählten Angeboten. Ferner zeigen bisherige Erfahrungen, dass Bewer-
bungsbemühungen von Kundinnen und Kunden oftmals schon vor einem mög-
lichen Vorstellungsgespräch scheitern. Unterstützend werden Aktivierungsvari-
anten eingesetzt, um eine stärkere Partizipation von Kundinnen und Kunden am
Eingliederungsprozess zu erreichen. Darüber hinaus gilt es Kundengruppen mit
spezifischen Vermittlungshemmnissen, wie beispielsweise Menschen mit
Behinderungen, bei der sozialen Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen
Leben zu unterstützen o der Ihnen di ese sogar zu ermöglichen. Hierbei bedarf
es gezielte r Zuschnitte von Angeboten und Projekten, um Kundinnen und
Kunden sowie Arbeitgeber gemeinsam im Prozess der Eingliederung zu beglei-
ten und zu unterstützen.
Ziele
Wir erzeugen höhere Akzeptanz für
die mit Kundinnen und Kunden erarbei-
teten Schritte im Integrationsprozess
Wir steigern erfolgreich a bsolvierte
Qualifizierungen
Wir gestalten tragfähige Perspektiven
gemeinsam mit Kundinnen und Kun-
den
Seite 12
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzeugen…
eine gute Ausgangslage für den erfolgreichen Integrationsprozess durch
die stärkenorientierte Ausgestaltung der Förderkette. Werden Erwartun-
gen an ein Förderangebot nicht bestätigt oder erweist sich eine gewähl-
te Maßnahme fr ühzeitig als nicht geeignet, werden Ursachen gemein-
sam mit den Teilnehmenden beleuchtet und ein alternatives Vorgehen
vereinbart. Hierbei gilt „keinen Ausstieg ohne neuen Einstieg“.
Akzeptanz und Initiative von Teilnehmenden durch Angebote der Parti-
zipation in Maßnahmen. So sieht das JobBörsen-Programm den „Work-
shop“ als favorisierte Sozia lform interner Schulungsangebote vor , in
denen Kundinnen und Kunden die Ergebnisse der gemeinsamen
Prozesse mit beeinflussen können.
Wir steigern…
die Motivation zur erfolgreichen Teilnahme an Weiterbildungen. Im Pro-
jekt „Durchstarten in Köln“ werden Prämien für erfolgreiche Prüfungen
gewährt. Das ESF-Projekt wird in Köln in den Berufsbereichen Fach-
kraft Metalltechnik und Servicekraft Schutz und Sicherheit umgesetzt .
Die Teilnehmenden werden durch Qualifizierungscoaches des Jobcen-
ters begleitet und unterstützt. Ein finanzieller Anreiz reicht in der Regel
nicht aus als Motivator, eine Weiterbildung zu beginnen, kann jedoch
aktivierend wirken und zudem im Verlauf der Weit erbildung das Durch-
haltevermögen stärken. Attraktiv für unsere Kundinnen und Kunden ist
insbesondere die Chance, den Berufsabschluss „etappenweise“ zu er-
langen.
gruppendynamische Prozesse in verschiedenen Aktivierungsvarianten,
wie Befit4Job, Jobbörse od er Arbeit@Porz. So erleben die Kundinnen
und Kunden die berufliche Eingliederung anderer Teilnehmerinnen und
Teilnehmer als ein für s ie realistisches und greifbares Ziel. Sie partizi-
pieren am Erfolg der anderen Teilnehmenden, vernetzen sich und
Seite 13
schöpfen Motivation zur Intensivierung der Eigenbemühungen.
das Selbstwertgefühl und steigern die Weiterbildungsbereitschaft von
Teilnehmenden durch schneller erreichbare Ziele mit dem Angebot von
Teilqualifizierungen. Erfahrungen im Rahmen des Kölner Bildungsmo-
dells zeigen, dass die modulare Qualifizierung im Idealfall zu einer Ab-
solvierung aller erforderlichen Module einer Vollqual ifizierung „in Kette“
führt.
Wir gestalten…
mit Kundinnen und Kunden individuelle Rahmenbedingungen zur Ver-
einbarkeit von Familie un d Beruf, um Erwerbstätigkeit auch bei Kinder-
betreuung oder Pflege von Angehörigen zu ermöglichen . Das Förder-
angebot „Kölner Alleinerziehende Im Aufbruch“ unterstützt sei t 2 013
Erziehende durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote. Handlungs-
felder sind die Organisation der Kinderbetreuung und die Wiedergewin-
nung einer beruflichen Orientierung.
eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit für Menschen mit Schwerbe-
hinderung sowie die Schaffung einer Anschlussperspektive im Projekt
„Mitarbeit! In Köln“ . Seit Juni 2015 werden hier rechtskreisübergreifend
Teilnehmende innerhalb von drei Jahren aktiviert, qualifiziert und an den
Arbeitsmarkt herangeführt und/oder vermittelt. Dies kann die Aufnahme
einer Berufsausbildung, einer abschlussorientierten Qualifizierung oder
einer beruflichen Rehabilitation sein. Obligatorisch und essentiell ist da-
bei das individuelle Jobcoaching zu bewerten.
Chancen und Möglichkeiten für geflüchtete Menschen. So werden seit
2016 Talentscouts eingesetzt, um den besonderen Bedarfen der
jugendlichen Menschen mit Fluchterfahrung gerecht zu werden . Die
Scouts begleiten, „entdecken“ Fähigkeiten und Potentiale der Jugendli-
chen und fördern diese . Das Modell der Talentscouts ist so erfolgreich,
dass es in 2016 durch die Bundesagentur für Arbeit prämiert wurde.
Seite 14
Gesellschaft und Migration
Das Thema Flucht ist weiterhin sehr relevant in der täglichen Arbeit des Job-
centers. Die Zahl der ankommenden Asylsuchenden ist derzeit rückläufig,
jedoch hat die Vergangenheit gezeigt, dass eine seriöse Aussag e zur weiteren
Entwicklung nur schwer zu treffen ist. Zudem leben in Köln bereits viele Men-
schen, die aus anderen Gründen nach Deutschland migriert sind und sich durch
unterschiedlichste Sozialisationserfahrungen und berufliche Perspektiven aus-
zeichnen. Diesen Herausforderungen muss das Jobcenter in seiner Angebots-
planung begegnen. Die soziale und berufliche Integration der zugewanderten
Menschen erfordert eine zeitlich angemessene und individuelle Gesamtpla-
nung, um Sprac herwerb und kulturelle Anpassung erfolgreich zu gestalten und
dem Fachkräftebedarf von übermorgen zu begegnen.
Einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit stellt die gesellschaftliche Integrati-
on von Personen mit erheblichen Hemmnissen dar. Die Aufnahme einer aus-
kömmlichen Erwerbstätigkeit is t dabei unser generelles Ziel. Für einen Teil der
Kundinnen und Kunden ist dies jedoch mittelfristig nicht realistisch. Wir sehen
unsere Verantwortung insbesondere darin , diese Menschen entspr echend ihrer
Fähigkeiten zu fördern und ihnen somit die Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen.
Ziele
Wir unterstützen soziale Integration
durch Erwerb von Sprache und Arbeit
Wir schaffen Perspektiven durch An-
erkennung, Ausbildung und Qualifizie-
rung
Wir fördern die soziale Teilhabe
Seite 15
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir unterstützen…
Menschen mit Fluchterfahrung im Integration Point Köln . Die gemeinsa-
me Einrichtung von Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützt ankom-
mende Menschen bei der Inanspruchnahme von Angeboten wie Sprach-
förderung, Anerkennungsberatung oder Qualifizierung.
die frühzeitige Heranführung an den Ausbildungs - und Arbeitsmarkt von
zugewanderten Kundinnen und Kunden. Das Angebot „Kompetenzfest-
stellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ (KompAS) verfolgt
die berufliche Orientierung parallel zur Teilnahme an einem Integrations-
kurs. Die Maßnahmegestaltung wurde mit Blick auf die Erfahrunge n in
2016 verbessert, die einge kaufte Platzzahl unter Berücksichtigung des
infrage kommenden Kundenpotentials reduziert.
den Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen. Neben den regulären
Integrationskursen stehen Kundinnen und Kunden mit Migrationshinter-
grund berufsbezogene Sprachkurse nach der Verordnung über die
berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) zur Verfügung.
Hierzu ergänzend enthalten zahlreiche Integrationsmaßnahmen wie bei-
spielsweise KomBer Sprachförderanteile, da nur mit ausreichenden
Deutschkenntnissen eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft und
in den Arbeitsmarkt realistisch ist.
junge Menschen mit Fluchterfahrungen mit berufspraktischer Orientie-
rung sowie Vorbereitung und Hera nführung an das deutsche Ausbil-
dungssystem mit dem Angebot „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ (Per-
juF) und der Ergänzung im Bereich Handwerk (PerjuF -H). Die Sprach-
förderung stellt einen obligatorischen Anteil des Angebotes dar.
Seite 16
Wir schaffen…
gute Grundlagen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt
durch Kompetenzfeststellung und Einleitung von Prüfverfahren zur Aner-
kennung vorliegender Ausbildungsnachweise. Im Projekt „Chance plus“
werden Betroffene beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk
„Integration und Qualifizierung“ der Anerkennungsberatung zugeführt.
Abhilfe in Krisensituationen mit „Guide2work“. Das Förderangebot für
Menschen mit Migrationshintergrund bietet neben einem begleitenden
Coaching eine Soforthilfe, um Betroffenen schnell und unkompliziert
Unterstützung zu leisten.
Wir fördern…
Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die aufgrund von gesund-
heitlichen Einsc hränkungen und/oder eingeschränkten Kinderbetreu-
ungsmöglichkeiten derzeit keine Integrationsperspektive auf dem ersten
Arbeitsmarkt haben. Im Rahmen des Bundesprogrammes „Soziale Teil-
habe am Arbeitsmarkt“ wurden bis Ende September 2017 bereits 35 9
sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse im Rahmen des Projek-
tes gefördert und durch Jobcoaches erfolgreich begleitet.
die gesellschaftliche Teilhabe unserer Kundinnen und Kunden durch
Mitwirkung im kommunalen Beschäftigungsprogramm. Erwerbstätigkeit
im Hinblick auf die soziale Integration stellt ein wichtiges und notwendi-
ges Instrument dar. Soziale Anerkennung und Vernetzung, geregelte
Tagesstrukturen und wertschöpfende Arbeit sind hierbei we sentliche As-
pekte.
Projekte für NEETs (Not in Education, Empl oyment or Training), die auf-
grund massiver Hemmnisse derzeit nicht an Regelangeboten von
Jugendamt und Jobcenter partizipieren. Ziel ist eine Stabilisierung der
Lebenssituation und Entwicklung von realistischen Perspektiven.
Seite 17
Sozialraumorientierung
Als aktiver Kooperationspartner gestalten wir Angebote und Maßnahmen ver-
stärkt im Sozialraum und damit unmittelbar im gesellschaftlichen Lebensraum
der Kundinnen und Kunden . Das Jobcenter sieht sich in der Mitverantwortung
bei der Beantwortung sozialer Fragen und versteht sich als aktiver Kooperati-
onspartner vor Ort. Das in Köln kulturtypische und traditionell verankerte Veedel
bietet hierzu eine räumlich gute Orientierung. Insbesondere für Jugendliche
stellen räumliche Entfernungen entscheidende Hürden dar, di e eine Beratung
und Förderung ersc hweren oder sogar die Wahrnehmung des Hilfesystems
gänzlich verhindern . Dieser Herausforderung begegnen wir durch dezentrale
Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Der Schwerpunkt der sozialen Integration durch s oziale Anerkennung und Ver-
netzung sowie wertschöpfende Arbeit im Sozi alraum der Kundinnen und Kun-
den beschreibt weiterhin einen wesentlichen Aspekt für die Förderung öffentli-
cher Beschäftigungen . Die Stärken und Kompetenzen der Menschen stehen
dabei uneingeschränkt im Fokus.
Ziele
Wir unterstützen den Menschen
dort, wo er lebt
Wir sind aktiver Netzwerkpartner
vor Ort
Wir bauen Zugangsbarrieren für
Kundinnen und Kunden ab
Seite 18
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir unterstützen…
Jugendliche und junge Erwachsene bei der beruflichen und der sozialen
Integration mit Jugendbüros und Kompetenzagenturen vor Ort. Hier wer-
den Jugendliche in eine angemessene Anschlussperspektive vermittelt,
zum Beispiel in ei ne sozialversicherungspflichte Arbeit, Ausbildung, er-
neuten Schulbesuch oder Einstiegsqualifizierung . In vier Stadtgebieten
bieten Kompetenzagenturen umfangreiche Angebote an, um Jugendliche
sowohl bei der beruflichen als auch sozialen Integration zu unterstützen.
Die Angebote sind seh r erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund der Kooperati-
on mit vor Ort vertretenden Akteure n wie beispielsweise weitere n Bera-
tungsstellen oder ansässige n Arbeitgeber. Aus diesem Grunde sind bei
einer neuen Ausschreibung der Jugendbüros zwei weitere Standorte in
Planung, um der sozialräumlichen Komponente des Angebotes noch
besser gerecht zu werden.
Kundinnen und Kunden in Krisensituationen. Unsere Joblotsen bieten ei-
ne 1:1-Unterstützung und begleite n Kundinnen und Kunden vor Ort. Ne-
ben der Bewältigung von a kuten Schwierigkeiten unterstützen sie bei-
spielsweise den Abbau von Vermittlungshemmnissen oder die Funktion
als Bindeglied zu Behörden und weiteren Anlaufstellen im Hilfesystem.
schwer erreichbare junge Menschen in Kooperation mit dem Amt für Kin-
der, Ju gend und Familie und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln
e.V. mit einem gemeinsamen Streetwork -Angebot. Streetworker errei-
chen Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld. Als vertrauensvolle An-
sprechpartner bieten sie Orientierung und Unterstützung bei der be-
darfsgerechten Anbindung an bestehende Hilfesysteme.
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Wir sind…
in der Mitverantwortung bei der Beantwortung sozialer Fragen und
verstehen uns als aktiver Kooperationspartner. So wirken wir in ver-
schiedenen sozialräumlichen Netzwerken mit wie zum B eispiel dem
Arbeitskreis Chorweiler.
Kooperationspartner der Stadt Köln im Rahmen des EFRE/ESF Projek-
tes: “Lebenswerte Veedel“: Kölner Veedelscenter und Klosterwald 2.0
mit dem Ziel, schwer zu aktivierende Kundinnen und Kunden über einen
niederschwelligen Ansatz im Sozialraum „abzuholen“ und sozial zu integ-
rieren. Die vor Ort vorhandene Förderstruktur wird beachtet, ergänzt und
effizient genutzt, um individuell bedarfsumfassend zu unterstützen.
Wir bauen…
gezielt Hemmschwellen ab für unsere Kundinnen und Kunden zur Inan-
spruchnahme von Leistungen und Beratung. Hier zu sind unsere Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter in den Kölner Veedeln unterwegs und neh-
men beispielsweise am aufsuchenden Angebot des ESF -Projektes
„Chancen geben – 100 Wege in Beschäftigung“ tei l oder informieren
Teilnehmende im Bundesprojekt „Work 4 You“ über Leistungsgewährung
und Abläufe im Jobcenter.
auf dezentrale Anlaufstellen. Der „Hotspot Chorweiler“ als Vor -Ort-
Beratung des Jobcenter Köln im Stadtteil Chorweiler bewährt sich bereits
im fünften Jahr. Etwa 50 % der Vorsprachen e rfolgen durch Nicht -
Leistungsempfänger.
Die Beratung des Jobcenters im Stadtteil Neubrück wird rege genutzt.
Hierdurch werden Barrieren abgebaut und Vertrauen sowie Wertschät-
zung gegenüber den Kunden und Kundinnen aufgebaut.
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Zahlen, Daten und Fakten
Eingliederungstitel
Nach den vorläufigen Orientierungswerten des BMAS für die Leistungen zur
Eingliederung in Arbeit wird eine Zuteilung in Höhe von rd. 73 Mio. EUR für den
Eingliederungstitel (EGT) erwartet. Zusätz lich werden rd. 1,38 Mio. EUR zur
Finanzierung des Beschäftigungszuschusses (BEZ) einkalkuliert. Die Mittel für
den BEZ sind zweckgebunden und können daher nur für dieses Instrument ein-
gesetzt werden. Nach Abzug der erforderlichen Umschichtung in das Verwa l-
tungskostenbudget (VKB) in Höhe von rd. 18,76 Mio. EUR stehen voraussicht-
lich Ausgabemittel in Höhe von rd. 55,62 Mio. EUR für Eingliederungsleistungen
zur Verfügung.
Im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung in 2018 wird dieser Betrag jedoch
nicht zu Be ginn des Haushaltsjahres vollumfänglich zur Bewirtschaftung zur
Verfügung stehen.
Die Umschichtung in das VKB fällt gegenüber dem Vorjahr um rd. 1,12 Mio.
EUR niedriger aus und kompensiert teilweise die rd. 2,5 Mio. EUR geringere
Zuteilung im EGT 2018. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Sachkosten im
VKB um rd. 1 Mio. EUR niedriger veranschlagt werden. Geringere Miet kosten
nach den Umzügen in 2017 sowie keine Plankosten für Umzüge in 2018 haben
dies ermöglicht.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des EGT seit 2011 (inkl. BEZ).
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Vergleich 2017 und 2018 (geplante Ausgaben)
2017 2018
I. Vermittlung, Aktivierung, berufliche Eingliederung
22.231.000,00 19.978.470,00
Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
3.395.000,00 3.400.000,00
Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermitt-
lungshemmnissen
3.346.000,00 3.380.000,00
Vermittlung in versicherungspflichtige Beschäftigung
7.159.000,00 7.159.000,00
Heranführen an selbständige Tätigkeit
103.000,00 120.000,00
Maßnahmenkombinationen
2.845.000,00 2.700.000,00
Vermittlungsbudget
1.000.000,00 1.000.000,00
Maßnahmen bei einem Arbeitgeber
103.000,00 105.000,00
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
4.280.000,00 2.054.470,00
davon Vermittlung (ehem. Vermittlungsgutschein)
200.000,00 150.000,00
davon Aktivierung/Qualifizierung
4.080.000,00 1.904.470,00
II. Qualifizierung
12.100.000,00 12.300.000,00
FbW
12.100.000,00 12.300.000,00
III. Beschäftigung begleitende Maßnahmen
3.929.000,00 3.860.000,00
FAV
390.000,00 550.000,00
EGZ
2.389.000,00 2.360.000,00
ESG
700.000,00 500.000,00
Selbständigenförderung (§ 16 c SGB II)
450.000,00 450.000,00
IV. Maßnahmen für Jüngere
5.740.000,00 6.002.000,00
Stand.-Module für Jüngere (Vermittlung, Aktivierung, berufli-
che Eingliederung)*
4.800.000,00 4.900.000,00
Spezielle Maßnahmen für Jüngere (BAE, EQ, abH)
940.000,00 1.102.000,00
V. Leistungen für Menschen mit Behinderung
4.100.000,00 4.100.000,00
VI. Beschäftigung schaffende Maßnahmen
5.757.000,00 5.757.000,00
Arbeitsgelegenheiten
5.757.000,00 5.757.000,00
VII. Freie Förderung (§ 16f SGB II)
1.733.000,00 2.200.000,00
Freie Förderung
1.733.000,00 2.200.000,00
VIII. BEZ
1.500.000,00 1.482.530,00
Summe
57.090.000,00 55.620.000,00
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Drittmittelakquise
Die in der Vergangenheit vorgenommenen und auch für die Zukunft zu erwar-
tenden Reduzierungen der zur Ve rfügung stehenden Mittel im Ein gliederungsti-
tel des Jobcenters (EGT) machen es erfor derlich, zusätzliche Finanzmittel zur
Durchführung von Maßnahmen zur (Wieder -) Herstellung der Arbeitsmarktfä-
higkeit der Kundinnen und Kunden zu akquirieren.
Mögliche Mitt el für die Durchführung von Arbeitsmarktprojekten stehen im
Rahmen von EU -Förderprogrammen (u.a. ESF -Förderungen), Stiftungen und
durch anderweitige Organisationen (z.B. Bundesbehörden) zur Verfügung. Bei
den aktuellen Projekten handelt sich hier um Angebote mit modellhaftem Cha-
rakter, die eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Regelangebot des Job-
centers darstellen.
Zurzeit werden im Jobcenter folgende Projekte umgesetzt:
„ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsbe-
rechtigter nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch auf dem Arbeitsmarkt“:
Projektlaufzeit: 01.06.2015 – 31.12.2020
Platzkontingent: 330 Förderfälle
Fördersumme gesamt: 10.637.833,70 € (ESF und Bund)
Fördersumme in 2018: 3.383.503,21 €
Fördersumme in 2019: 522.024,35 €
Chance+: „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ - Teil der
ESF-Integrationsrichtlinie Bund
Projektlaufzeit: 01.07.2015 – 30.06.2019
Platzkontingent: 1.280 Teilnehmende (davon 920 für das Gebiet Köln)
Fördersumme gesamt: 2.067.738,75 € (ESF + Bund)
Fördersumme in 2018: 542.376,45 €
Fördersumme in 2019: 258.855,30 €
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MitArbeit! in Köln: Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliede-
rung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Projektlaufzeit: 01.06.2015 – 31.05.2018
Platzkontingent: 400 Teilnehmende
Fördersumme gesamt: 1.999.525,00 € (Bund)
Fördersumme in 2018: 313.847 €
Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“
Projektlaufzeit: 01.12.2015 – 31.12.2018
Platzkontingent: 369 Stellen, die fortlaufend neu besetzt werden
Fördersumme gesamt: 15.233.385,00 € (Bund)
Fördersumme in 2018: 5.358.485,00 €
„Durchstarten in Köln“ - Modellprojekt zur Förderung geringqualifizierter Ju-
gendlicher und Erwachsener
Projektlaufzeit: 01.12.2016 – 30.11.2020
Platzkontingent: 60 Plätze, die fortlaufend neu besetzt werden
Fördersumme gesamt: 817.640,00 € (ESF + Land)
Fördersumme in 2018 sowie 2019: 208.410,00 €
Insgesamt beträgt die Fördersumme der laufenden Projekte 30.756.122,45 €.
Davon entfallen 9.806.621,66 € auf das Jahr 2018 und 989.289,65 € auf das
Jahr 2019 . Die Mittel werden zum Teil über Personalpauschalen ins Verwal-
tungskostenbudget des Jobcenters übertragen (z.B. ESF -LZA sowie „Durch-
starten in Köln“), zum Teil erfolgt auch eine Weiterleitung an Projektträger,
Gewährung von Lohnkostenzuschüssen und Erfolgsprämien für Teilnehmende.
In den Jahren 2018 sowie 2019 rechnet das Jobcenter dami t, weitere Drittmittel
akquirieren zu können.
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Der Arbeitsmarkt
Wir bauen…
auf eine stabile Arbeitskräftenachfrage im Jahr 2018. Die Konjunktur
befindet sich weiter im Aufschwung und verstärkt den Aufwärtstrend am
deutschen Arbeitsmarkt. Im Jahr 2018 pr ognostiziert das IAB eine weite-
re Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (svB) in
Köln auf ein Niveau von 567.500 Menschen im Mittelwert (März 2017:
553.000 Menschen).i
Wir rechnen…
mit einer zunehmend komplexer werdenden Kundenbetreu ung für die
Integration in Arbeit. Das Beschäftigungswachstum scheint durch die
steigende Knappheit an passenden Arbeitskräften begrenzt zu werden.
Die strukturellen Schwierigkeiten bei der Arbeitskräftenachfrage und dem
Arbeitskräfteangebot werden größer . Die bestehenden Qualifikationen
der arbeitslosen Kundinnen und Kunden in Köln, insbesondere im SGB
II-Bereich, passen häufig nicht zu den Bedarfen der Unternehmen. Etwa
60 Prozent der Arbeitslosen im Jobcenter Köln sind auf Helfertätigkeiten
ausgerichtet. Dem gegenüber stehen eine bedeutend geringere Anzahl
von gemeldeten Arbeitsstellen und ein niedriger Anteil von Helfertätigkei-
ten.ii
Wir planen…
im Jahr 2018 mit einer steigenden Anzah l e rwerbsfähiger Leistungsbe-
rechtigter und einer größer werdenden Arbeitslosigkeit im SGB II-Bereich
in Köln. Das ist unter anderem auf die zunehmende Anzahl von Geflüch-
teten, die in den SGB II-Bezug einmünden, zurückzuführen.iii In Köln sind
mit Stand September etwa 3.200 Geflüchtete in einem laufenden Asyl-
verfahren mit posi tiver Bleiberechtsperspektive (über alle Altersklassen),
die noch in großen Teilen dem Jobcenter Köln zugehen werden. „Das
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zusätzliche Potenzial der Flüchtlinge tatsächlich in großem Umfang in
Beschäftigung umzumünzen, braucht Zeit. Investitionen in Bildun g und
Sprachkompetenz versprechen dabei auf längere Sicht aber große fiska-
lische und gesamtwirtschaftliche Vorteile.“iv
Die Kundenstruktur
Wir zählen…
insgesamt 122.899 Personen, darunter 118.839 Regelleistungsberechtig-
te in 62.407 Bedarfsgemeinschaften im Juni 2017 im Jobcenter Köln. Die
Anzahl großer Bedarfsgemeinschaften (fünf oder mehr Personen)
wächst in den letzten Jahren kontinuierlich an und liegt sieben Prozent
über dem Vorjahresniveau. Unter den Regelleistungsberechtigten gelten
85.329 Menschen a ls erwerbsfähige Leistungsberechtigte, davon sind
15.164 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren alt. Zehn Prozent aller
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten stehen im Kontext Flucht.v
Altersstruktur der Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln (Juni 2017)
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Wir arbeiten…
mit 11.731 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die marktnah und
45.088 Menschen, die nicht marktnah sind. 9.061 Menschen sind inte-
griert, aber hilfebedürftig. Zum Personenkreis für die keine Zuordnung
erforderlich ist, gehören z. B. Erziehende mit betreuungsbedürftigen Kin-
dern unter drei Jahren, Personen, die Angehörige pflegen oder Schüle-
rinnen und Schüler die der Schulpflicht unterliegen.vi
Integrationsprognose der Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln (Juni 2017)
Wir begleiten…
36.130 Arbeitslose im SGB II -Bereich Köln. Davon sind über 57 Prozent
oder 20.675 Menschen langzeitarbeitslos. Von allen arbeitslos gemelde-
ten Personen sind 46 Prozent weiblich, 41 Prozent mit ausländischer
Staatsangehörigkeit und knapp sechs Prozent schwerbehindert. 23.811
Arbeitslose im Jobcenter Köln haben keine abgeschlossene Berufsaus-
bildung, 7.884 haben eine betriebliche oder schulische Ausbildung und
2.196 eine akademische Laufbahn. Für 2.239 Arbeitslose liegen keine
Angaben vor.vii
Seite 28
Wir unterstützen…
57.989 Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln, stehen hier aber
vor großen Herausforderungen durch die Zuwanderung von Geflüchte-
ten. Während der Langzeitleistungsbezug unserer Kundinnen und Kun-
den ohne Fluchthintergr und zurückgeht, steigt der Anteil der Langzeit-
leistungsbeziehenden im Kontext Flucht deutlich an, ein Trend der sich
zunächst im Jahr 2018 fortsetzen wird, da zunehmend mehr Kundinnen
und Kunden aus diesem Personenkreis mehr als 21 Monate im Leis-
tungsbezug sind.viii
Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln (Juni 2017)
i Vgl. IAB Kurzbericht 21/2017.
ii Vgl. IAB Kurzbericht 21/2017; Statistik West: Auftragsnummer 245859, 4/20 17.
iii Vgl. IAB Regionale Arbeitsmarktprognose 2/2017.
iv IAB Kurzbericht 21/2017.
v Vgl. BA Statistik: Strukturen der Grundsicherung SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017; Con-
trolling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
vi Vgl. Controlling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
vii Vgl. BA Statistik: Arbeitsmarktreport, 6/2017.
viii Vgl. BA Statistik: Langzeitleistungsbezieher - Deutschland, West/Ost, Länder und Jobcenter
(Monatszahlen) 6/2017, Controlling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
Mitteilung Ausschuss
546 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5000 JC Vorlagen-Nummer 12.01.2018 0098/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 30.01.2018 Bericht des Jobcenter Köln Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales und Senioren – auf Wunsch des Jobcenter Köln- den folgenden Bericht vor. Anlagen: Bericht des Jobcenters Anlage 1: Vorher – Nachher Bilder zum Thema „Arbeit sichtbar machen“ Anlage 2: Ergebnismonitoring Anlage 3: AMIP 2018-2019 –finale Fassung- Gez. Dr. Rau
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Analge 1_Vorher Nachher Bilder
312 Zeichen
Anlage 1 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 30.01.2018 Arbeit sichtbar machen 2.0 Vorher – und Nachher- Bilder Vorher – Eingang B Nachher – Eingang B Vorher – Empfangstheke Nachher – Empfangstheke Beispiele für neue Schichtbilder in den Geschäftsbereichen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0098/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.01.2018
- Erstellt
- 09.01.2018 14:10