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AN/0390/2024

Machbarkeitsstudie Verlängerung der Stadtbahn vom Deutzer Hafen bis zum Deutzer Bahnhof

Gem. Änderungsantrag (Linke) 05.03.2024

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 7 (Porz), Sitzung am 14.03.2024

Gem. Änderungsantrag nach § 13 (Linke)

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Gem. Änderungsantrag nach § 13 (Linke)

11641 Zeichen

Fraktion Die Linke. im Rat 
KLIMA FREUNDE & GUT 
 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
und 
Herr Ausschussvorsitzender 
Lino Hammer 
 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 05.03.2024 
 
AN/0390/2024 
 
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Verkehrsausschuss 05.03.2024 
   
Machbarkeitsstudie Verlängerung der Stadtbahn vom Deutzer Hafen bis zum Deutzer 
Bahnhof 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, 
 
 
Beschluss: 
 
Der Verkehrsausschuss nimmt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Verlängerung 
der Stadtbahn vom Deutzer Hafen zum Deutzer Bahnhof“ zur Kenntnis und 
beauftragt die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit der KVB 
1. die Einrichtung der Stadtbahnlinie 8 (Porz – Universität bzw. Sülz) als 
Verdichtung der Linie 7 zeitnah vorzunehmen unabhängig von der auf der Ost-
West-Achse verwendeten Art der Ertüchtigung; 
2. für den Stadtbahn-Anschluss des Deutzer Hafens an den Deutzer Bahnhof die 
Variante 2.0 (entweder mit Mittelbahnsteig auf dem Ottoplatz oder weiter 
östlich in der Oplandener Straße) weiter zu verfolgen und auch die 
Fortsetzung zur Deutz-Mülheimer Straße zu planen; 
3. die Planung der Stadtbahn-Neubaustrecke Deutz – Mülheim-Süd – Wiener 
Platz – Stammheim – Flittard zu ändern. Sie soll nicht als Hochflur-Linie 
sondern als Niederflur-Linie ausgeführt werden. An den Stationen Kölnmesse 
und Wiener Platz sollen hintereinander Hochflur- und Niederflur-
Mittelbahnsteige entstehen. Die Weiterführung der Strecke über die 
Severinsbrücke in den City-Tunnel soll nicht mehr verfolgt werden; 
4. die beiden oben genannten Strecken zu verbinden und als durchgehende

- 2 - 
 
rechtsrheinische Nord-Süd-Linie zu planen. Es soll eine Niederflur-Linie von 
Porz Markt bis Flittard entstehen; 
5. die Buslinie zur Erschließung des Deutzer Hafens und Köln-Polls umzuplanen. 
Sie soll über den Gotenring geführt werden. Sie soll nicht mit Gelenkbussen 
sondern mit den kleineren Bussen betrieben werden, damit die Durchfahrt 
durch die engen Gassen in Poll besser funktioniert. 
6. die Verbindung Siegburger Straße – Mendener Straße – Ottoplatz – Deutz-
Mülheimer Straße außerdem als T eil des Busschnellnetzes mit eigenen 
Busspuren umzuplanen, möglicherweise mit kombinierten Bus- und 
Bahnspuren. 
 
 
 
 
Begründung: 
 
Die oben vorgeschlagenen Maßnahmen sind städtebaulich verträglich und bieten die 
besten Voraussetzungen für zukünftige weitere Kapazitätserhöhungen, die als 
Angebotsverbesserung zur Verwirklichung der Verkehrswende politisch erwünscht 
sind. Sie ermöglichen Verbindungen im Rechtsrheinischen, die anders so nicht 
möglich sind und lassen Raum für künftige zusätzliche Linien oder 
T aktverdichtungen. 
Die Machbarkeitsstudie konzentriert sich leider nur auf die Verbindung zwischen 
Deutzer Hafen und Deutzer Bahnhof. Die Synergieeffekte, die sich aus einer 
Verlängerung Richtung Mülheim ergeben, werden nicht beachtet. 
Wird dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, wird eine einmalige Chance vertan, eine 
rechtsrheinische Nord-Süd-Linie aufzubauen, wie sie schon lange gefordert wird. 
Hierzu bedarf es nur den Mut, die geplante Neubaustrecke Deutz – Mülheim-Süd – 
Wiener Platz – Stammheim – Flittard als Niederflur-Linie zu denken und die 
begonnene Planung zu ändern. 
Die Machbarkeitsstudie sieht es leider als „gesetzt“ an, dass die Mülheimer Linie eine 
Hochflur-Linie wird und rät deshalb von einer Weiterführung nach Mülheim ab 
(Anlage 2, Seite 92). 
Die T aktverdichtung auf der Siegburger Straße wird als „Entweder-Oder“ angesehen. 
Entweder eine zusätzliche Linie führt in die City oder zum Deutzer Bahnhof. Dabei ist 
auf der Siegburger Straße auch ein 5-Minuten-T akt der Linie 7 in die City und eine 
10-Minuten-T akt der Linie 8 zum Deutzer Bahnhof denkbar. In der Begründung der 
Beschlussvorlage heißt es im letzten Absatz: 
Die zw eite im Rahmen der Fachgespräche aufgekommene Frage, die im Nachgang 
zu klären w ar (s.o.), betraf – angesichts der aufgezeigten nachfragebedingten

- 3 - 
 
Notw endigkeit einer Streckenbedienung von Porz in Richtung Innenstadt im 5-
Minuten-Takt – die Möglichkeit einer dann zusätzlichen Führung einer Linie von Porz 
aus kommend in Richtung Deutzer Bahnhof, sofern die Stadtbahnverbindung 
hergestellt w erden könnte. In der Summe w ürden dann drei Linien zw ischen Porz 
und der Deutzer Brücke jew eils im 10-Minuten-Takt verkehren. Dies w ird von 
Verw altung und KVB im Abgleich mit Bedienungshäufigkeiten auf vergleichbaren 
Streckenästen und im Kontext der prognostizierten Verkehrsnachfrage als 
Überbedienung eingestuft, die angesichts der Verpflichtung zu sparsamem 
Ressourceneinsatz nicht empfohlen werden kann.  
Eine Furcht vor einer „Überbedienung“ sollte nicht die Leitlinie im Bezug auf die 
Verkehrswende sein. Die Möglichkeit, eine Linie in Poll wenden zu lassen wird nicht 
erwogen, dabei könnte so das Angebot gleichmäßiger verteilt werden. 
Die Machbarkeitsstudie versucht leider nur, Wege zu finden, Kapazitäten gut 
auszunutzen und die Nachfrage gerade so zu befriedigen. In der T abelle zur 
Fahrzeugkapazität (Anlage 2, Seite 81) sind sowohl Bahnen als auch Busse sehr 
hoch ausgelastet. Trotzdem wird von einer zusätzlichen Stadtbahnlinie abgeraten 
und es werden Busse empfohlen. 
Die Verwaltung schlägt die Variante 3 vor. In der Bewertugsmatirix (Anlage 2, Seite 
94) ist die Variante 2.0 die zweitbeste Variante. Die Bewertung bezieht sich nicht auf 
die Möglichkeit der Durchbindung über den Deutzer Bahnhof hinaus. 
Unter der Voraussetzung, dass eine durchgehende Linie als Niederflur-Linie 
eingerichtet wird, würde die Variante 2.0 besser dastehen. 
Die Matrix bewertet Kriterien hoch, die wenig relevant sind. Der Umstieg am Deutzer 
Bahnhof zu den Linien 1, 9 ist dort nicht wichtig, denn er findet an der Deutzer 
Freiheit oder am Heumarkt statt. Der Umstieg am Deutzer Bahnhof zu den Linien 3, 4 
ist dort nicht wichtig, denn bei einer Durchbindung findet er komfortabel an der 
Kölnmesse statt. Auch eine weiter östlich in der Opladener Straße gelegene 
Haltestelle (statt der mitten auf dem Ottoplatz) kann als weitere Variante 
diskutiert/mitgeplant werden. 
Beim Kriterium „Komfortabler (barrierefrei, kurz) Umstieg am Bf Deutz zu SPNV“ wird 
die Variante 1 (Umstieg zum SPNV von der U-Bahn-Station aus) als besser beurteilt 
als die Variante 2.0, die einen ebenerdigen Zugang ins Bahnhofsgebäude ermöglicht. 
Das ist unbegreiflich! 
Variante 2.0 schneidet bei der Flächeninanspruchnahme fast so gut wie der Bus ab. 
Die Vorlage 3195/2022 „Beschluss über Stellungnahmen sowie Satzungsbeschluss betref-
fend den Bebauungsplan-Entwurf Nr. 68439/03“ enthält ein Verkehrsgutachten zum Deutzer 
Hafen, das Bestandteil des Bebauungsplan-Entwurfs ist. Die vorgeschlagenen Verkehrs-
maßnahmen waren umstritten und wurden von der Politik ergänzt. So heißt es in Punkt 7 des 
Beschlusses:

- 4 - 
 
Perspektivisch wird das Neubaugebiet durch die Stadtbahn im 5-Minuten-Takt erschlossen. 
Wie dabei ein direkter Stadtbahnanschluss zum Deutzer Bahnhof erfolgen soll, wird im Rah-
men einer separaten Beschlussvorlage und nach Vorliegen der Ergebnisse der beauftragten 
Machbarkeitsstudie entschieden. 
Ursprünglich gab es sogar den Vorschlag, die Stadtbahn-Anbindung des Deutzer 
Bahnhofs an den Hafen verbindlich als T eil des Bebauungsplan-Entwurfs festzulegen 
(wurde gestrichen). 
Bisher wurden noch keine der vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der 
Verkehrssituation im Raum Deutzer Hafen/Poll umgesetzt. Die meisten Maßnahmen 
haben eine langfristige Perspektive und die Umsetzung zögert sich jetzt schon 
absehbar hinaus (z.B. S 16, Ertüchtigung der Ost-West-Achse). Es ist damit zu 
rechnen, dass viele Maßnahmen erst umsetzbar sind, wenn der Deutzer Hafen 
längst bebaut ist und die Belastung für das Umfeld unerträglich wurde. 
Umso vielversprechender ist die Idee, die Anbindung des Deutzer Hafens mit der 
bereits in Planung befindlichen neuen Stadtbahnlinie in Mülheim-Süd zu verbinden. 
Die Umplanung der Linie in eine Niederflur-Linie dürfte sehr einfach sein, weil die 
Niederflur-Bahnsteige durch die kürzeren Rampen weniger Raum einnehmen. 
Gegen eine Hochflur-Linie auf der Strecke Deutz – Mülheim-Süd – Wiener Platz – 
Stammheim – Flittard sprechen auch folgende Gründe: 
 die Deutz-Mülheimer Straße ist  eng, die Trasse ist straßenbündig, deshalb 
passen Niederflur-Bahnsteige städtebaulich dort besser hin; 
 in Stammheim und Flittard soll eine Güterstrecke mitgenutzt werden, hohe 
Bahnsteige sind mit Güterwaggons nicht kompatibel; 
 die Strecke soll perspektivisch nach Leverkusen-Opladen verlängert 
werden, auch dort passt städtebaulich das Niederflur-System besser hin, 
denn Leverkusen hat keine freigehaltenen Trassen und wird die Stadtbahn 
teilweise straßenbündig führen müssen; 
 eine Bündelung der Strecke mit der Linie 4 bis zum Appellhofplatz würde 
eigentlich als „Parallelverkehr“ gelten, das Netz bietet für die Fahrgäste 
mehr Möglichkeiten, wenn die parallele Strecke ein anderes Ziel hat; 
 U-förmige Linien haben ein geringeres Potential als echte 
Durchmesserlinien; 
 es besteht eine große Fahrgast-Nachfrage nicht nur zwischen Deutz und 
Wiener Platz sondern auch zwischen Wiener Platz und Dünnwald, deshalb 
wäre es besser, die Linie 4 zwischen City und Dünnwald in einem 
dichteren T akt zu betreiben. Der dichtere T akt passt besser in den City-
Tunnel, wenn die neue Linie von Mülheim-Süd nicht in den City -Tunnel 
fährt. So entstehen die besten Voraussetzungen für weitere

- 5 - 
 
Kapazitätserhöhungen in der Zukunft. 
Für die Einrichtung einer durchgehenden rechtsrheinischen Linie sprechen folgende 
Gründe: 
 sowohl im nördlichen (Mülheim-Süd) als auch im südlichen (Deutzer 
Hafen) T eil der Linie liegen moderne Neubaugebiete, die 
typischerweise viele Berufspendler haben, die einen direkten Zugang 
zu einem Bahnhof benötigen, um umweltbewusst zu pendeln; 
 die durchgehende Linie vereinfacht Verbindungen, die sonst sehr 
umständlich sind, zum Beispiel Poll – Flittard (direkt), Deutzer Hafen – 
Dellbrück (nur 1x Umsteigen an der Kölnmesse); 
 von der Siegburger Straße aus gibt es schlechte Verbindungen zum 
Bahnverkehr (Umsteigen an der Deutzer Freiheit lohnt sich nicht) und 
zur Linie 3 und 4 (acht Minuten Fußweg zwischen Severinsbrücke und 
Suevenstraße). Die neue Linie löst diese Probleme; 
 die Linie entlastet die Innenstadt, vor allem die Ost-West-Achse; 
 die Linie hat mehr Kapazitäten als eine Buslinie; 
 die Linie ist eine echte Nord-Süd-Durchmesser-Linie, die von vielen 
Fahrgästen auf einer großen Länge genutzt werden kann; 
 Stadtbahnfahren wird als angenehmer empfunden als Busfahren und 
hat mehr Potential, die KVB-Kunden zu binden. 
Die Busverbindung ist für die Feinerschließung des Deutzer Hafens und Köln-Polls 
erforderlich. Es sollte aber nicht mit Gelenkbussen im dichten T akt durch die engen 
Gassen Alt-Polls gefahren werden. Die nötigen Kapazitäten für die Verkehrswende 
und die Bewältigung der Probleme am Deutzer Hafen müssen woanders 
herkommen. 
Es bietet sich an, die Buslinie stattdessen mit kleinen Bussen zu betreiben und zum 
Gotenring zu führen. Das muss nicht unbedingt der 150er Bus sein, die Endstation ist 
auch nicht festgelegt. Am Gotenring ist der Bus sogar zielführender als am Auenweg, 
denn dieser Bereich ist das Oberzentrum für den Deutzer Hafen und Poll. Dort 
befinden sich z.B. Fachärzte und weiterführende Schulen. 
 
 
gez. gez. 
Michael Weisenstein Karina Syndicus 
Geschäftsführer 
Fraktion DIE LINKE KLIMA FREUNDE & GUT Ratsgruppe

Beratungsverlauf (3)

05.03.2024 Verkehrsausschuss
Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: im ersten Durchgang verwiesen

Zur Sitzung
07.03.2024 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
Anhörung (BV) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
14.03.2024 Bezirksvertretung 7 (Porz)
Anhörung (BV) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0390/2024
Typ
Gem. Änderungsantrag (Linke)
Datum
05.03.2024
Erstellt
05.03.2024 13:34