2012/0009
Bund-Länder-Programm 'Soziale Stadt' - Kranichstein; Pflegekonzept Brentanosee und Erich-Kästner-See
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2012/0009
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 08.02.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat III Dezernat IV Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Stadtplanungsamt in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0009 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: Kostenstelle: 061-030-1300 Investitionsnummer: 08061-4403 Kostenträger: 5110-21 Sachkonto: 0953010 Betreff: Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" - Kranichstein; Pflegekonzept Brentanosee und Erich-Kästner-See Vorlage vom: 24.01.2012 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt das Pflegekonzept für den Bereich um den Brentanosee und den Erich-Kästner-See in Darmstadt Kranichstein zur Kenntnis und stimmt der Umsetzung des Pflegekonzeptes auf der Grundlage der Planung und der Kostenberechnung des Büros Dittmann + Komplizen zu. Die Finanzierung der Maßnahmen mit Gesamtkosten in Höhe von rd. 56.000,00 Euro erfolgt aus Mitteln des Förderprogramms „Soziale Stadt“. Die Mittel stehen bei der Kostenstelle 061-030-1300, Inv.-Nr. 08061-4403 -Ordnungsmaßnahmen- zur Verfügung. Der Fällung von 7 nach der Dienstanweisung für die Überwachung, Behandlung und Schutz des städtischen Baumbestandes vom 01.01.1984 geschützten Bäumen wird zugestimmt. Das Grünflächenamt wird beauftragt, die weitere Durchführung der Maßnahmen in Abstimmung mit allen Beteiligten zu begleiten. Mit der Umsetzung der Pflegemaßnahmen kann unmittelbar nach Beschlussfassung durch den Magistrat noch im Frühjahr 2012 begonnen werden. Anlagen: Pflegekonzept Brentanosee Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein Beschluss des Magistrats vom Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 24.01.2012 Anlass Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“, in das Kranichstein im Jahr 2000 aufgenommen wurde, wird eine kontinuierliche städtebauliche Stabilisierung des Stadtteils verfolgt. Im besonderen Fokus der „Sozialen Stadt“ stehen und standen, neben der weiteren Verbesserung der Infrastruktur, Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, im Wohnumfeld sowie im Umfeld wichtiger Einrichtungen. Die im Jahr 2009 durchgeführte Planungswerkstatt „Leitbild öffentlicher Raum“ als Mehrfach- Beauftragung von Landschaftsplanungsbüros basierte auf „Vorläufer-Werkstätten“ zur Stadtentwicklung, die im Kontext der „Sozialen Stadt“ mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie lokalen Akteuren im Jahr 2007 und 2008 durchgeführt wurden. Als wesentliche Handlungsfelder im öffentlichen Raum wurden damals festgehalten: die Umgestaltung der Bartningstraße als wichtige Quartiersachse, die Aufwertung der Stadtteileingänge, die Vernetzung der Quartiere des Stadtteils, die teilweise Umgestaltung der Kranichsteiner Straße, die Schaffung eines Rundweges „Grüne Mitte“ und die Pflege des Begleitgrüns an der Ruthsenbach Aue. Verfahren und Aufgabe Planungswerkstatt „Leitbild öffentlicher Raum“ Die Planungswerkstatt „Leitbild öffentlicher Raum“ umfasste zwei Werkstatt-Termine, die im Juli und August 2009 stattfanden. Im Ergebnis wurde durch ein Auswahlgremium, dem der Dezernent Dieter Wenzel, Vertreter/innen der Verwaltung und des Stadtteils sowie Prof. Dr. Jörg Dettmar und Prof. Dr. Werner Durth als externe Gutachter angehörten, einstimmig empfohlen, das Konzept des Büros Thomanek Duquesnoy Boemans als Leitbild der weiteren Gestaltung des öffentlichen Raumes zugrunde zu legen und das Büro neben der Umsetzung von Einzelprojekten mit der Beratung der Gesamtentwicklung des öffentlichen Raums zu betrauen. Die Ergebnisse der Planungswerkstatt „Leitbild öffentlicher Raum“ wurden am 24.03.2010 vom Magistrat sowie anschließend von der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis genommen. Darüber hinaus stimmte der Magistrat der Beauftragung des Büro Thomanek Duquesnoy Boemans mit der Erarbeitung eines Rahmenplans zur Umsetzung des Leitbildes „Öffentlicher Raum“ im zentralen Bereich von Darmstadt Kranichstein zu (s. Beauftragung Rahmenplanung öffentlicher Raum – Magistratsbeschluss Nr. 144). Pflegekonzept Das vorliegende Pflegekonzept wurde im Auftrag des Grünflächenamtes vom Büro Dittmann und Komplizen erarbeitet und basiert auf den Ergebnissen der „Vorläufer-Werkstätten“ zur Stadtteilentwicklung, der Planungswerkstatt „Leitbild öffentlicher Raum“ sowie der Rahmenplanung des Büros Thomanek Duqueesnoy Boemans. Das Pflegekonzept ist Grundlage für die Pflege und Entwicklung des öffentlichen Freiraums der Parkanlage am Brentanosee sowie am Erich-Kästner-See im Stadtteil Kranichstein. Historie und Bestandssituation Die Parkanlage Brentanosee und der Erich-Kästner-See wurden zeitgleich mit der Siedlung Kranichstein Ende der 60er / Anfang der 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut. Die Seen wurden u. a. zur Rückhaltung von Regenwasser angelegt. Seitdem sind rund 40 bis 50 Jahre vergangen. Die Anpflanzungen konnten sich auf dem gut versorgten und nährstoffreichen Boden gut entwickeln. Heute sind die Ufer nahezu geschlossen von Gehölzen gesäumt und die Seen sind nur noch punktuell einsehbar. Sie können ihrem Stellenwert für die Erholung nur noch bedingt gerecht werden. Die Attraktivität des verfügbaren Freiraums leidet unter den dicht gewachsenen Pflanzungen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Kranichsteinerinnen und Kranichsteiner wird durch schlecht einsehbare und unübersichtliche (Angst-) Räume / Raumfolgen erheblich beeinträchtigt. Das durch die Seen vorhandene attraktive Freiraumpotenzial kommt in seiner Außenwirkung – auch für die Wahrnehmung und Wertschätzung des Stadtteils Kranichstein als Gesamtes – nicht hinreichend zur Geltung. Ziele des Pflegekonzeptes Das vorliegende Pflegekonzept dient der Umsetzung der Ziele, die in der Rahmenplanung „Öffentlicher Freiraum Kranichstein“ dargelegt wurden. Wesentliche Aussage der Rahmenplanung für den Bereich um den Brentanosee und Erich-Kästner- See ist, die Seen mit ihren für die Naherholung wichtigen Ufern aus dem „Dornröschenschlaf“ zu befreien und den Bewohnerinnen und Bewohnern eine ihren Bedürfnissen angemessene Parkanlage zurückzugeben. Dabei werden stadträumliche und funktionale Bezüge sowie gestalterische Aspekte berücksichtigt. Der Entwurf des Büros TDB zeigt für den Bereich am Brentanosee eine offenere, parkähnliche Landschaft. Im Gegenzug wird der Erich-Kästner-See als Waldsee und eher introvertiert interpretiert. Dies wird insbesondere durch die bestehenden nahezu geschlossenen Wald- und Baumgürtel um den See deutlich. Eingeflossen in das Konzept sind zudem ökologische Wertigkeiten und naturschutzfachliche Aspekte, aber auch der ausdrückliche Wunsch aus der Stadtteilrunde, Bereiche entlang der Seen und an Gebäuden freizustellen, damit der Raum offener wirkt und die wichtigen (sozialen) Angebote besser gesehen / erkannt werden. Bestandteile des Pflegekonzeptes In dem Pflegekonzept werden Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen dargelegt, Maßnahmenzeitpunkte empfohlen sowie die erwartbaren Kosten abgebildet. Bestandteil des Pflegekonzeptes ist der Erläuterungsbericht bestehend aus Textteil, Entwicklungskarte des Büros Thomanek Duquesnoy Boemans sowie die Maßnahmenkarten und eine Kostenschätzung. Auf der Grundlage der Rahmenplanung des Büros Thomanek Duquesnoy Boemans (TDB) aus dem Jahr 2010 und der in der topographischen Aufnahme des Vermessungsamtes Darmstadt verzeichneten Gehölze sowie eines Vergleiches mit der Luftbildsituation wurde eine Arbeitsgrundlage erstellt, die die Grundzüge des Pflegekonzeptes festlegt. Anhand eines Vergleichs vor Ort von Bestand und idealisiertem Entwurf werden konkrete Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Grünflächenamt der Stadt Darmstadt vorgeschlagen. Durch keine der vorgeschlagenen Pflegemaßnahmen sind potenziell Winterquartiere von Fledermäusen oder Bäume mit Bruthöhlen für Vögel betroffen, da i. d. R. nur Bäume und Sträucher mit Stammdurchmesser von weit weniger als 20 cm von den Rodungsmaßnahmen betroffen sind. Bei den wenigen, größeren Bäumen, die zur Rodung empfohlen werden, wurden während des Sommers keine Höhlen oder Kotspuren an den Stämmen entdeckt. Insgesamt werden sieben Bäume als zu rodend vorgeschlagen, die unter die Dienstanweisung für die Überwachung, Behandlung und den Schutz des städtischen Baumbestandes vom 01.01.1984 fallen. Der überwiegende Teil der Maßnahmen sind Gehölzfällungen kleinerer Bäume oder größerer Sträucher (zusammen rd. 25 bzw. 75 Stück), Bereiche niedriger Sträucher sowie die Entfernung von Erlenwurzelbrut entlang der Seeufer. Zur Neupflanzung werden acht Bäume, hauptsächlich entlang der Bertningstraße vorgeschlagen. Die Kostenübersicht des Pflegekonzeptes gliedert die umzusetzenden Arbeiten in Aufgaben für Fachfirmen, wie u. a. das Aufasten oder das Fällen von Bäumen, sowie in Aufgaben, die unter Anleitung auch von der qualifizierenden Beschäftigungsmaßnahme durchgeführt werden können. Die Erneuerung von Sitzplätzen und das Wiederherstellen und Instandsetzen von Pflasterbelägen sind ergänzend benannte Maßnahmen, die längerfristig umgesetzt werden sollten. Die qualifizierende Beschäftigungsmaßnahme „Wohnumfeld“ ist ein bereits langjährig erfolgreiches Projekt im Kontext der „Sozialen Stadt“ Darmstadt Kranichstein und Eberstadt Süd. Die Personalkosten werden über das Landesprogramm „Arbeitsmarktbudget“ sowie durch das Jobcenter Darmstadt gefördert, die Sachkosten werden aus Mitteln der „Sozialen Stadt“ finanziert (s. Sachkostenübernahme im Rahmen einer qualifizierten Beschäftigungsmaßnahme Magistratsbeschluss Nr. 416). Träger der Maßnahme ist seit Beginn der Maßnahme im Jahr 2002 das Ketteler-Cardijn-Werk, Griesheim. Das vorliegende Pflegekonzept bildet eine Basis, die es der Unterhaltungsabteilung des Grünflächenamtes erlaubt, in den Folgejahren weiter damit zu arbeiten. Es enthält neben Vorschlägen für aktuell sinnvolle Interventionen auch wichtige Hinweise für die dauerhafte Pflege der Grün- und Freiflächen. Im Ergebnis der Umsetzung werden sich die Unterhaltungskosten nicht erhöhen, da perspektivisch zu beschneidende Gehölze einer einfach zu mähenden Wiese weichen. Zur Unterstützung des Grünflächenamtes kann die Beschäftigungsmaßnahme „Wohnumfeld“ eingesetzt werden. Das Pflegekonzept wurde vom Grünflächenamt mit wesentlichen Akteuren (Grünflächenamt, Wasserverband Schwarzbachgebiet-Ried, Untere Naturschutzbehörde, Anglerverein Darmstadt e.V., Eigenbetrieb Immobillienmanagement, Stadtplanungsamt, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Sozialdezernat, Büro Thomanek Duquesnoy Boemans, AG „Soziale Stadt“, Stadtteilwerkstatt, Stadtteilmanagement) abgestimmt und am 16.01.2012 im Rahmen einer erweiterten Sitzung der AG „Soziale Stadt“ vorgestellt. Die Planung wird von der Projektkoordination „Soziale Stadt“ sowie der Stadtteilrunde Kranichstein begrüßt. Ziel ist, das Konzept ab Anfang 2012 im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ umzusetzen. Die hierfür benötigten Fördermittel stehen bereit. Das Pflegekonzept und die Kostenberechnung des Büros Dittmann + Komplizen liegen als Anlage bei. Darmstadt, 24.01.2012 61.1.2 sa-sm Tel. 3641 Dezernat III Dezernat IV Dezernat V Brigitte Lindscheid André Schellenberg Barbara Akdeniz Stadträtin Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (5)
Orte (2)
- Kranichsteiner Straße
- Bartningstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0009
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 24.01.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00