A-R/0029/2016
Suchtprävention stärken – Betroffenen und Angehörigen helfen – Profiteur*innen über Wettbürosteuer an den Kosten beteiligen
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a-r-0029-2016-Suchtprävention Wettbürosteuer
4247 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0029/2016
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
14.06.2016
Suchtprävention stärken –
Betroffenen und Angehörigen helfen –
Profiteur*innen über Wettbürosteuer an den Kosten beteiligen
Antrag an den Rat der Stadt Münster
zur Verweisung an den ASSGVAf
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
I. Der Rat der Stadt Münster stellt fest, dass pathologisches Glücksspiel und andere,
neue Suchtformen (Online-Sucht etc.) weitreichende negative Konsequenzen für
die Betroffenen und ihre Angehörigen entfalten.
II. Die Verwaltung wird daher beauftragt, darzustellen, mit welchen Maßnahmen pa-
thologischem Glücksspiel und dessen schwerwiegenden Konsequenzen für die
Betroffenen und die Angehörigen wirksam begegnet werden kann. Sie unterbrei-
tet Vorschläge zur Ausweitung des bestehenden Angebots und ermittelt den ent-
sprechenden Finanzbedarf.
III. Die Verwaltung wird ferner beauftragt, das Suchtpräventionskonzept der Stadt
Münster ggfs. anzupassen oder zu erweitern.
IV. Der Rat der Stadt Münster erklärt seine Bereitschaft, mittels einer Wettbürosteuer
die unter II. und III. genannten Maßnahmen zu flankieren. Die Verwaltung wird
beauftragt, den Gremien zu den Haushaltsberatungen für den Haushalt 2017 eine
Wettbürosteuersatzung zur Beschlussfassung vorzulegen; die entsprechenden
Steuersätze orientieren sich an den Steuersätzen vergleichbarer Städte.
Begründung:
Zu I. Die Suchtberatungsstelle der Caritas hat in e inem Haushaltsantrag zu den Haus-
haltsberatungen 2016 umfassend dargelegt, dass das bestehende Beratungsangebot in
Münster nicht mehr ausreicht, um dem Problem des pathologischen Glücksspiels in
Münster wirksam zu begegnen.
1 Dort war zu lesen, dass es umgerechnet auf die Bevöl-
kerungszahl Münsters 2.020 pathologische Glücksspieler*innen, 2.828 problematische
Spieler*innen und ca. 11.110 risikoreiche Glücksspieler*innen gebe.
Zu II. Aufgrund der unter I. ausgeführten Prävalenz dieser Suchtproblematik ist es sinn-
1 Anregung Nr. 2015-00096
2
voll, dass sich Rat und Verwaltung umfassend mit dieser weitreichenden Gesundheits-
störung befassen und wirksame Maßnahmen zur Prävention und Hilfestellung für Be-
troffene und Angehörige ergreifen. Vor dem Hintergrund des Haushaltsantrages der
Caritas halten wir eine Ausweitung des Angebots für sinnvoll.
Zu III. Münster verfügt über eine vielfältige und l angerprobte Präventionskultur zu
Suchtproblematiken aller Art. Es ist sinnvoll, die hier vorgeschlagenen Maßnahmen in
das Gesamtkonzept der Suchtpräventionskonzeption einzubeziehen, um so eine opti-
male Präventionswirkung zu erzielen.
Zu IV. Dem Beispiel anderer Städte folgend, erhebt die Stadt Münster ab dem Jahr 2017
eine Wettbürosteuer, um erforderliche Aufwendungen zur Finanzierung der o.g. Maß-
nahmen in Zeiten einer angespannten Haushaltslage mittelbar zu kompensieren. Nach-
dem das OVG in einem am 13. April 2016 veröffentlichten Entscheidung die Wettbü-
rosteuer der Stadt Dortmund für rechtens und wirksam erklärt hatte, ist nun insoweit
Rechtssicherheit erlangt, dass auch die Stadt Münster diesen Weg gehen kann.
2
Bei einer Wettbürosteuer handelt es sich um eine echte kommunale Prohibitivsteuer,
deren Sinn sich, neben dem finanzpolitischen Interesse der Stadt, darin entfaltet, den
Aktionsradius der Profiteur*innen gesellschaftlich problematischer Geschäftstätigkeit zu
verengen und so die präventiven wie nachgehenden Maßnahmen für gefährdete und
betroffene Menschen zu unterstützen.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldma nn
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäg er
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koc h
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Ste ltig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Sey fferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Olberg
Maria Winkel
2 Aktenzeichen 14 A 1599/15
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0029/2016
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 16.06.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37