1097/2025
Regenwassernutzung in Kölle, Stellungnahme zum Antrag AN/0030/2025, Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Köln
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 28.05.2025 1097/2025 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 12.06.2025 Regenwassernutzung in Kölle, Stellungnahme zum Antrag AN/0030/2025, Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Köln Beschlussantrag Der Bau von Regenwassernutzungsanlagen nach DIN EN16 941, Teil 1, ist bei städtischen Neubauten sowie bei Neubauvorhaben von Eigenbetrieben und Beteiligungsgesellschaften zu prüfen und in öffentliche Ausschreibungen aufzunehmen. Die Entscheidung gegen eine Regenwassernutzungsanlage ist dem Ausschuss Klima, Umwelt und Grün ausführlich und nachvollziehbar zu begründen. Begründung: Allein der personenbezogene Verbrauch für die Toilettenspülung beträgt circa 24 Liter pro Person und Tag. Eine Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und die Vermeidung der ungenutzten Ableitung des Regenwassers in die Kanalisation sind einschlägige Argumente für eine Regenwassernutzungsanlage, gerade in Zeiten von Extremwetterereignissen. Die Anwendungsmöglichkeiten der Sammlung und Verwendung von Regenwasser als Ersatz für Trinkwasser sind vielfältig, wie zum Beispiel zur Pflanzenbewässerung, Toilettenspülung und/oder zum Wäschewaschen. Eine Regenwassernutzung ist auch deswegen sinnvoll, weil: sie Einsparungen bei der Trinkwasser- und Schmutzwassergebühr ermöglicht, durch die Einsparung von Trinkwasser die mittlerweile begrenzten Ressourcen an wertvollem Trinkwasser geschont werden, Trinkwasser für die Gartenbewässerung, das Wäschewaschen und zur Toilettenspülung aus Ressourcensicht nicht optimal ist, kalkfreies Regenwasser bekömmlicher für Pflanzen ist und weniger Waschmittel beim Wäschewaschen erfordert, Regenwassertanks eine Rückhaltefunktion bei Starkregen übernehmen, Regenwassernutzung beim Energie sparen hilft (Transport- und Aufbereitungskosten von Trinkwasser), Regenwassertanks bei Trockenperioden Wasserreservoirs zum Beispiel für die Be- wässerung von Pflanzen bilden. Die Verwaltung nimmt insbesondere aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten wie folgt Stellung: Bei der Verwendung von Nichttrinkwasser müssen getrennte und verwechslungssichere Lei- 2 tungssysteme verwendet werden. Dies lässt sich erfahrungsgemäß im Bestand oft nicht zu- friedenstellend nachrüsten. Bei Neuplanungen ist dies anders. Für die Speicherung, Aufberei- tung, Filterung, Druckerhöhung, UV-Desinfektionseinrichtungen steht eine Vielzahl an Produk- ten zur Verfügung. Eine zusätzliche Rohrinstallation lässt sich meistens technisch realisieren. Deren Unterhaltung erfordert jedoch einen zusätzlichen Wartungs- und Inspektionsaufwand (Lebenszykluskosten) und mindert die angestrebte Nachhaltigkeit. Es dürfte daher schwer sein, die zusätzlichen Investitions- und Betriebskosten wirtschaftlich begründbar darzustellen. Dennoch versucht die Verwaltung eine überschlägige Regenwassernutzung für eine Außen- WC-Anlage in einer durchschnittlich großen Schule im Stadtgebiet Köln darzustellen: In diesem Beispiel werden Annahmen unter optimalen Bedingungen getroffen, die Regenwas- serrückhaltung verfügt über 100% Kapazität, in einem Zeitraum von einer Unterrichtswoche. Fiktive Annahme: 500 Schüler*innen 2x Toilettennutzung pro Person pro Tag á 6 l Spülwasserbedarf: 6.000 l Bevorratung 5 Tage => erforderliches Volumen 30.000 l Gewählt: - Tank mit 30.000 l Fassung, Abmessung (LxD) 8 x 2,5 m => 10.000 Euro - Aushub 10 x 3 x 3 m (+Abböschung!) => 100 m³ a 100 Euro => 10.000 Euro - Deponieren => 90 m³ a 39 Euro => 3.500 Euro - Zusätzliches Material, wie zum Beispiel Rohre, Filter, Pumpe etc. => 7.000 Euro - Änderung der Leitungen Regenentwässerung der Liegenschaft, je nach Liegenschaft sehr aufwendig und nur im Einzelfall zu beziffern. Die Kosten setzen sich aus Kostenschätzung und Erfahrungswerten zusammen und sind final nicht belastbar, sondern sollen als Orientierung und zur Veranschaulichung dienen. Die Stadt Köln erhebt für einen Kubikmeter Schmutzwasser aktuell 1,63 Euro. Für Trinkwas- ser fallen 1,23 Euro an. Also fallen für knapp 1.000 l inklusive Entsorgung aktuell 2,66 Euro an. In unserem Beispiel entfallen lediglich die Trinkwassergebühren und das auch nur solange wie ausreichend Regen die Regenwasserrückhaltung füllen kann. Leider geht der klimatische Trend eher zu einer unregelmäßigen Regenspende mit langen Trockenphasen, die im An- schluss von Starkregenereignissen abgelöst werden. Dem Invest von circa 30.000 Euro, ohne Wartung und Instandhaltung berücksichtigt zu haben, steht eine theoretische Ersparnis pro Woche von 36,90 Euro gegenüber. Darin sind keine Kosten für Änderung der Entwässerungsleitungen, Wartung und Instandhal- tung oder ähnliches enthalten. Ferner ist bei dieser theoretischen Betrachtung unterstellt, dass eine kontinuierliche Regenspende verfügbar ist und die Zisterne regelmäßig füllt. Unter An- nahme dieser optimalen Bedingung errechnet sich der ROI zu 15,6 Jahren. Aus monetärer Sicht ist eine Nutzung von Regenwasser zum Beispiel für die Toilettenspülung von Schulgebäuden aus Sicht der Verwaltung keine wirtschaftliche Option. Gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1097/2025
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 28.05.2025
- Erstellt
- 11.04.2025 08:05