3807/2023
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke vom 16.11.2023 (AN/2023/2023) betreffend "Long-Covid und Post-Vac-Patient*innen in Köln"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 20.11.2023 3807/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 21.11.2023 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke vom 16.11.2023 (AN/2023/2023) betreffend "Long-Covid und Post-Vac-Patient*innen in Köln" Mit der Anfrage AN/2023/2023 stellt die Fraktion der Linken folgende Fragen: 1. Welche Krankenhäuser, Praxen oder andere Einrichtungen in Köln bieten Betroffenen von Long Covid bzw. Post Vac Hilfestellung und wie sehen diese aus? 2. Gibt es in Köln mittlerweile der Stadtverwaltung bzw. dem Gesundheitsamt bekannte Selbsthilfegruppen, an die sich die Menschen wenden können? 3. Wie viele Menschen in Köln leiden an Long Covid und Post Vac und findet eine Daten- analyse zu diesen Fällen statt? 4. Steht das Gesundheitsamt mit regionalen, nationalen oder internationalen Instituten im Austausch und wie sieht dieser aus? 5. Welche Erkenntnisse zu Long Covid und Post Vac gibt es, die wichtig sind und den Einwohner*innen Kölns mitgeteilt werden sollten? Die Verwaltung antwortet hierauf wie folgt: 1. Welche Krankenhäuser, Praxen oder andere Einrichtungen in Köln bieten Betroffe- nen von Long Covid bzw. Post Vac Hilfestellung und wie sehen diese aus? Folgende Kliniken bzw. Einrichtungen bieten Betroffenen Hilfestellung an: a. Universitätsklinikum Köln: Interdisziplinäres Post-COVID-Zentrum b. LVR-Klinik Köln: Long-Covid-Sprechstunde c. Neurologisches Therapiecentrum am Marienhospital Köln: Ambulante Neurologische Rehabilitation gegen die Langzeitfolgen von COVID d. Akademie für Angewandte Psychologie und Psychotherapie: Ambulanz für Long-CO- VID-Therapie. 2. Gibt es in Köln mittlerweile der Stadtverwaltung bzw. dem Gesundheitsamt be- kannte Selbsthilfegruppen, an die sich die Menschen wenden können? Folgende Selbsthilfegruppen sind dem Gesundheitsamt bekannt: 2 a. Post-COVID-Selbsthilfegruppe St. Marienhospital Köln b. Selbsthilfe Post-Vac-Syndrom Köln c. Selbsthilfekontaktstelle Köln (alle drei angeben von www.long-covid-plattform.de. Bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregeung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen findet sich kein Eintrag). 3. Wie viele Menschen in Köln leiden an Long Covid und Post Vac und findet eine Da- tenanalyse zu diesen Fällen statt? Über genaue Zahlen hat das Gesundheitsamt keine Kenntnis, da es keine Meldepflicht für Long-COVID und Post-Vac gibt. Hier können die Krankenkassen Auskunft erteilen. Das Bundesministerium für Gesundheit gibt auf der Webseite zu BMG Initiative Long COVID zu der Fragestellung folgende Information: „Es lässt sich noch nicht sicher sagen, wi e viele Menschen von Long COVID betroffen sind. Das liegt zum einen daran, dass die Beschwerden bei Long COVID sehr vielschichtig sind. Zum anderen muss man beachten, dass mögliche körperliche und psychische Beschwerden nach einer Ansteckung mit dem Corona virus SARS -CoV-2 auch andere Ursachen haben kön- nen. Hierzu zählen zum Beispiel allgemeine Belastungen durch die Pandemiezeit. Um solche Beschwerden von Long COVID abzugrenzen, muss man Personen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus mit anderen Personen vergleichen, die sich bisher nicht mit dem Coronavirus angesteckt haben. In einigen Studien erfolgt zusätzlich ein Vergleich mit Personen, die vor der COVID-19-Pandemie an einer Virusgrippe (Influenza) erkrankt waren. Demnach scheinen ge- sundheitliche Langzeitfolgen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus insgesamt häufiger aufzutreten und länger anzuhalten als beispielsweise nach Erkrankung an der Virusgrippe. Verschiedene Faktoren erschweren es zudem, bisherige Studien zu beurteilen: So nutzen die Studien teilweise unterschiedliche Definitionen für gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID - 19. Einige Studien beziehen sich auf alle Langzeitfolgen, die länger als 4 Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus bestehen. Andere Studien beziehen sich nur auf Langzeitfol- gen, die länger als 12 Wochen nach einer Ansteckung anhalten. Außerdem werden in den Stu- dien teilweise unterschiedliche Beschwerden und verschiedene Einflüsse wie zum Beispiel Vor- erkrankungen berücksichtigt. Darüber hinaus erschweren beispie lsweise unterschiedliche For- schungsmethoden die Bewertung der Studien. Um die Häufigkeit von Long COVID einzuschätzen, ist es ganz entscheidend, welche der vielen möglichen gesundheitlichen Beschwerden in den verschiedenen Studien betrachtet werden. Wichtig ist auch, ob berücksichtigt wird, inwiefern die Beschwerden den Alltag einschränken. So haben in zehn britischen Studien 7,8 bis 17 Prozent der Erwachsenen über Langzeitbe- schwerden mehr als 12 Wochen nach Ansteckung mit dem Coronavirus berichtet. Aber n ur 1,2 bis 4,8 Prozent der Personen haben angegeben, dass die Beschwerden ihren Alltag beein- trächtigen. Die Häufigkeit von Long COVID wurde ebenfalls in verschiedenen Studien aus Deutschland untersucht. In diesen wurden jedoch teilweise verschiedene Besch werden betrachtet und Be- troffene unterschiedlich lange beobachtet. Die Studien kommen daher zu verschiedenen Ein- schätzungen. Der Anteil der von Long COVID betroffenen Personen wird zwischen ca. 6 und 15 Prozent geschätzt. Die Studienergebnisse zur Häufigk eit von Long COVID werden auch dadurch beeinflusst, wer 3 an der Studie teilgenommen hat. Das liegt daran, dass zahlreiche Faktoren beeinflussen, ob jemand an Long COVID erkrankt. Hierzu gehören das Lebensalter, das Geschlecht, vorbeste- hende Gesundheitsrisik en wie zum Beispiel Vorerkrankungen und wie schwer jemand an CO- VID-19 erkrankt ist. Man muss außerdem berücksichtigen, ob eine Person vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist und wann und wie oft sie sich bereits mit dem Virus angesteckt hat. So spielt es auch eine Rolle, ob eine Studie zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt in der COVID-19-Pandemie durchgeführt wurde“ ( https://www.bmg-longcovid.de/infobox/wissenswer- tes-fuer-erkrankte-und-interessierte zuletzt abgerufen am 16.11.2023 ). 4. Steht das Gesundheitsamt mit regionalen, nationalen oder internationalen Instituten im Austausch und wie sieht dieser aus? Das Gesundheitsamt arbeitet seit Beginn der Corona-Pandemie eng mit der Uniklinik Köln zusammen und ist über das Landeszentrum Gesundheit (LZG) Nordrhein-Westfalen in den überregionalen Austausch eingebunden. 5. Welche Erkenntnisse zu Long Covid und Post Vac gibt es, die wichtig sind und den Einwohner*innen Kölns mitgeteilt werden sollten? Die Bundesregierung hat für alle Bundesbürger zahlreiche und wichtige Informationen auf der Webseite: https://www.bmg-longcovid.de/ zusammengestellt. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3807/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 20.11.2023
- Erstellt
- 16.11.2023 14:39