Hitzeschutz an Schulen
Anregungen des JR AJR/0002/2026 vom 13.08.2026
Stand: Am 07.10.2026 im Rat beraten. Das Ergebnis ist noch nicht veröffentlicht.
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AJR-0002-2026
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Der Vorstand des Jugendrates Münster – Hafenstr. 34 - 48153 Münster An den Herrn Oberbürgermeister und die Mitglieder des Rates der Stadt Münster 06.07.2026 Hitzeschutz an Schulen Anregung des Jugendrates der Stadt Münster gemäß §6a der Hauptsatzung des Rates der Stadt Münster. Der Jugendrat der Stadt Münster fordert die Verwaltung auf den Hitzeschutz an allen Schulen in Münster zu stärken. Die Schulen sollen klimaresilienter gestaltet werden, sodass gute Bildung für alle auch in Zeiten von zunehmenden Hitzewellen und steigenden Temperaturen möglich bleibt. Konkret heißt das: 1. Wir fordern die konsequente Umgestaltung von Schulhöfen. Es braucht Beschattungsmöglichkeiten, die der gesamten Schulgemeinde Schatten spenden können. Dazu zählen kurzfristig wirksame Lösungen wie Sonnensegel, aber auch langfristig die Pflanzung von klimaresilienten Bäumen. Zudem müssen die Schulhöfe konsequent entsiegelt werden. Ziel müssen kühle Schulhöfe sein, auf denen sich alle gerne aufhalten. 2. Wir fordern Klimaanlagen in jeder Klasse oder Wärmepumpen in jeder Schule , weil diese auch als Kühlung betr ieben werden können . Kurzfristig können Ventilatoren als Übergangslösung dienen. Zudem sollten kurzfristig mindestens zwei Räume pro Schule mit Klimaanlagen ausgestattet werden, um ein angenehmes Klima während Klausuren zu gewährleisten. 3. Wir fordern konkrete Maßnahmen, um Fassaden und Dächer hitzeresistent zu gestalten und für spätere Hitzewellen vorzubereiten. 4. Wir fordern Trinkwasserspender mit kostenlosem gekühltem Wasser an jeder Schule. 5. Darüber hinaus fordert der Jugendrat die Stadt und die Fraktionen dazu auf, sich gegenüber den Landesbehörden, der Landespolitik und den Schulen dafür einzusetzen, dass, wenn keine Klimaanlagen vorhanden sind, an heißen Tagen keine Klausuren und Prüfungen geschrieben werden. Jugendrat der Stadt Münster jugendrat@stadt-muenster.de 0251/492-5632 Jugendinformations- und -bildungszentrum (jib) Jugendrat der Stadt Münster Hafenstraße 34 48153 Münster Anregung des Jugendrates an den Rat Nr. AJR/0002/2026 Begründung: Die Hitzewellen der letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass der Hitzeschutz an Schulen gestärkt werden muss. In den meisten von Münsters Schulen wurde das Lernen durch die Hitze so stark eingeschränkt, dass viele Teile des Unterrichts teilweise oder vo llständig ausgefallen sind. Dabei ist klar: Gute Bildung muss auch bei Hitze funktionieren und braucht dafür die bauli- chen Voraussetzungen. In Zeiten der Klimakrise ist klar, dass diese Hitzewellen kein Einzelfall waren. Unsere Schulen müssen sich anpassen, damit gute Bildung auch bei steigenden Tempe - raturen möglich ist! Zu 1: Schulhöfe sind dazu da, in Pausen Spaß und Entspannung zu bieten. Das ist im Moment nicht möglich: Durch die Hitze und die vielen betonierten, versiegelten Flächen hält es kein Kind aus, sich im Freien aufzuhalten. Das muss verbessert werden: Verschattung smöglichkeiten verringern die pralle Hitze, die durch die direkte Sonneneinstrahlung entsteht, Entsiegelung verhindert das Stauen von Hitze auf blankem Beton. Vor allem Bäume sind hier besonders gut, denn sie erzeugen nicht nur Schatten, sondern senken die Umgebungstemperatur durch Verdunstung spürbar. Die Stadt sollte außerdem nicht nur Bäume pflanzen, sondern auch ausgewachsene Bäume einsetzen, denn bis neugepflanzte Bäume nennenswert Schatten spenden, müssen noch viele Jahre vergehen. Zu 2: Unsere Klassen sind zu warm. Besonders anfällig sind Altbauten, Gebäude mit Fenster nach Süden und höhere Stockwerke. Bei dieser Hitze lässt sich kein sinnvoller Unterricht durchführen, stattdessen sitzen SchülerInnen und Lehrkräfte im Raum und warten, bis die Qual ein Ende hat. Daher fordern wir Klimaanlagen in allen Räumen, in denen bei Hitze Unterricht gemacht wird. Diese könnten als Übergangslösung auch in Form von portablen Split -Geräten angeschafft werden. In einigen Schulen gibt es auch große Ventil atoren, die wohl sehr gut funktionieren. Auch wäre es sinnvoll, die Schulen mit Wärmepumpen auszustatten: Diese können nicht nur sehr emissionsarm Wärme produzieren, sondern auch rückwärts betrieben werden. In dem Fall kühlen sie dann das ganze Gebäude und in Kombination mit Solaranlagen sogar kostenlos. Es gibt sicherlich viel Spielraum, wie genau die Räume heruntergekühlt werden können. Das Ziel muss aber ganz klar sein: Keine Klasse über 25 Grad! Eine besondere Priorität haben Räume, in denen Klassenarbeiten geschrieben werden. Es ist schlicht unfair, wenn SchülerInnen bei 28 Grad Raumtemperatur eine hohe Leistung erbringen sollen. Daher sollte die Stadt priorisieren, jede Schule mit genügend geküh lten Räumen auszustatten, sodass Klassenarbeiten in einer fairen Umgebung geschrieben werden können. Zu 3: Fassaden und Dächer haben direkte Auswirkungen auf die Wärme im Gebäude. Sie sollten also nur so gebaut und umgebaut werden, dass möglichst wenig Hitze in die Klassen ein-dringen kann. Zu 4: Bis heute gibt es immer noch Schulen, an denen es keine Trinkwasserspender gibt. SchülerInnen und Lehrkräfte verdienen echte Abkühlung durch gekühltes Wasser! Die Maßnahme ist vergleichsweise leicht umzusetzen, schafft aber eine deutliche Verbesserung der Situation. Außerdem trinken viele Kinder und Jugendliche im Alltag sowieso schon zu wenig. Wasser - spender können auch diesem Problem begegnen, in dem sie das Nachfüllen auf der Toilette (vor der sich die meisten Kinder ekeln) ersetzen. Zu 5: Wie schon in 2) erwähnt, halten wir es für sehr ungerecht, von SchülerInnen bei hohen Temperaturen hohe Leistungen zu erwarten. Daher wünschen wir uns von der Landesregierung eine Änderung im Schulgesetz, sodass Klausuren nur bei entsprechenden Rahmenbedingungen geschrieben werden dürfen. Einstimmig beschlossen in der Jugendratssitzung vom 06.07.2026
Beratungsverlauf
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