2093/2023
Sachstand zur Umgestaltung Barbarossaplatz
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 1 Übersicht verkehrliche Maßnahmen Barbarossaplatz
914 Zeichen
Legende Übersicht verkehrliche Maßnahmen Barbarossaplatz Radfahrstreifen umgesetzt Radfahrstreifen in Untersuchung Radschutzstreifen umgesetzt, weitere Verbesserungen geplant Radfahrstreifen perspektivisch Fahrradstraße umgesetzt Sicherung freilaufender Rechtsabbieger Bahnhof Stadtbahn-Haltestelle Neubau Stadtbahn-Haltestelle geplanter Aufzug geplanter barrierefreier Ausbau geplante Flächenentsiegelung Anlage 1 16,18 18 12,15,16 12,15 Luxemburger Str . Luxemburger Str . Pfälzer Str . Trierer Str. Salierring Roonstr . Hohenstaufenring Friedrichstr . Mauritiuswall Neue W eyerstr . Neue W eyerstr . Pantaleonswall Barbarossaplatz Barbarossaplatz Barrierefreier Ausbau Bahnhof Köln-Süd Neubau Stadtbahn-Haltestelle Bahnhof Köln-Süd Sicherung freilaufender Rechtsabbieger Verbesserung der Querung für den Radverkehr Barrierefreier Ausbau der Haltestelle
Mitteilung Ausschuss
16767 Zeichen
Dezernat, Dienststelle III/68/681/2 Vorlagen-Nummer 07.09.2023 2093/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 19.09.2023 Sachstand zur Umgestaltung Barbarossaplatz Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung vom 06.02.2020 unter TOP 3.1.5 die Verwaltung beauftragt, für eine Neuordnung des Barbarossaplatzes eine Machbarkeitsstudie zu beauftra- gen (AN/0042/2020). Die Inhalte der Studie sollten sein: „1) Die verkehrliche Entlastung des Platzes und Stärkung des Umweltverbundes mit besseren Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer - mit dem Ziel der Barriere- freiheit – und einer entsprechenden Entflechtung gemäß der Ziele von Köln Mobil 2025. Aktuelle Projekte sollen dabei einbezogen werden. 2) Optimierung des ÖPNV durch eine ober-, oder unterirdische Einbindung der Ring- verbindung bzw. der Verbindung Innenstadt/Klettenberg; inklusive einer leistungsfähi- gen Ertüchtigung zur Severinsbrücke und einer optimierten Verbindung zum Südbahn- hof. Hierbei soll auch untersucht werden, ob und wie schon vorhandene Vorleistungen für eine Verlängerung des Innenstadttunnels genutzt werden kann. 3) Die Steigerung der Aufenthaltsqualität durch eine städtebauliche Neugestaltung des Platzes und des direkten Umfeldes.“ (Zitat Beschlusstext AN/0042/2020) In der vorliegenden Mitteilung teilt die Verwaltung den Sachstand zu verkehrlichen Maßnah- men rund um den Barbarossaplatz mit und gibt einen Ausblick auf das angedachte weitere Vorgehen. 2 1. Bisherige Machbarkeitsstudien Der Barbarossaplatz ist im vom Rat der Stadt Köln am 05.05.2009 beschlossenen „Städtebau- lichen Masterplan für die Kölner Innenstadt“ ein Leitprojekt des Interventionsraumes Ringe. Der Masterplan sieht eine verkehrliche und städtebauliche Umgestaltung des Barbarossaplat- zes vor. Ein wichtiger Aspekt ist unter anderem die sorgfältige Abstimmung des Auftrittes bau- licher Einrichtungen der Kölner Verkehrs-Betriebe im Stadtbild. Der „Städtebauliche Master- plan“ zeigt folgende Konzeptskizze für den Barbarossaplatz. Die funktionalen und gestalterischen Anforderungen hinsichtlich der Verkehrsführung und Or- ganisation des Individualverkehrs und der Stadtbahn sowie deren stadtverträgliches Einbin- den in den Straßenraum sind sehr hoch. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Förderung der um- weltfreundlichen aktiven Mobilität (Radverkehr, Fußverkehr). Im Jahr 2013 wurde eine verkehrliche Untersuchung unter Berücksichtigung der unterschiedli- chen planerischen Aspekte durchgeführt und bewertet. Dabei wurden sechs Varianten, z. T. mit Untervarianten, untersucht. Unter anderem wurde der Vorschlag aus dem „Städtebauli- chen Masterplan“ verkehrlich geprüft, jedoch mit dem Ergebnis, dass dieser Vorschlag keine ausreichende Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr aufweist. Mit dem Streckenzug Neue Weyerstraße/Rothgerberbach trifft der nach der Inneren Kanalstraße und Rheinuferstraße am drittstärksten belastete innerstädtische Straßenzug auf die Ringe, die Roonstraße und die Lu- xemburger Straße/Pfälzer Straße. Zusammen mit den Anforderungen der Stadtbahn und des Fuß- und Radverkehrs ist der Knoten hoch komplex und städtebauliche Ziele stehen im Kon- flikt zu einer leistungsfähigen Verkehrsabwicklung. In weiteren Varianten wurde der Vorschlag aus dem Masterplan weiterentwickelt mit dem Ziel, die Verkehrsflächen zu minimieren und die Aufenthaltsqualität in Form von größeren Flächen für den Fuß- und Radverkehr zu erhöhen, bei gleichzeitigem Erhalt der Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr. Parallel dazu wurde die Anhebung und Verlängerung der Bahnsteige der Linie 18 untersucht. Als verkehrlich machbar wurden drei Varianten bewertet. Dabei zeigt eine Variante den Beibe- halt der oberirdischen Führung der Stadtbahn, eine geht von der Tieferlegung der Ringlinie (Linien 12 und 15) aus sowie die letzte von der Tieferlegung der Linie 18. 3 Variante mit oberirdischer Führung beider Stadtbahnachsen Variante mit Tunnel für die Linien 12/15 Variante mit Tunnel für die Linie 18 Für diese drei Varianten wurde im Rahmen der Verkehrsuntersuchung eine überschlägige Nutzen-Kosten-Untersuchung für die Stadtbahn durchgeführt. Dabei wurden die Reisezeiten und die Wege für ein-, aus- und umsteigende Fahrgäste untersucht. Dem volkswirtschaftli- chen Nutzen aus Zeitgewinnen wurde eine grobe Kostenschätzung entgegengehalten. Auf- grund der kurzen Tunnellängen fallen die Fahrzeitgewinne jedoch gering aus. Gleichzeitig ver- längern sich die Fußwege für Fahrgäste, die am Barbarossaplatz ein-, aus- oder umsteigen, sodass der Nutzen der kurzen Tunnelvarianten sogar leicht negativ ist. Nur ein längerer, über den Südbahnhof hinaus gehender Tunnel für die Linie 18 wäre im Hinblick auf die Reise- zeitenbilanz positiv, jedoch konnte auch diese Variante nicht ihre hohen Baukosten rechtferti- gen. Somit ging die zuvor dargestellte Variante mit oberirdischer Führung beider Stadtbahn- achsen als Ergebnis der Verkehrsuntersuchung heraus. Problem dieser Variante war und ist jedoch die am Barbarossaplatz abbiegende Linie 16, die eine eigene Phase benötigt und die Verkehrsabwicklung am gesamten Knoten erschwert. Insbesondere wurde zum damaligen Zeitpunkt festgehalten, dass eine Umgestaltung des Barbarossaplatzes erst nach Integration der Linie 16 in den Tunnel der Nord-Süd-Stadtbahn sinnvoll ist, Die nun rund 10 Jahre alte Verkehrsuntersuchung gilt jedoch heute als veraltet. Die in der Pla- nung zugrunde gelegten Radverkehrsanlagen entsprechen nicht mehr den heute angewand- ten Standards und sind etwa auf den Ringen (Stichwort #ringfrei) bereits überholt. Schließlich haben sich die Verkehrsströme in der Innenstadt aufgrund der Vielzahl der umgesetzten Maß- nahmen stark gewandelt und werden sich aufgrund kommender Großprojekte weiter wandeln. Beispielsweise hat sich der Verkehr auf der Ringe-Achse auf Höhe des Barbarossaplatzes ge- genüber der Verkehrsprognose (Prognosejahr 2025) aus der damaligen Untersuchung mehr als halbiert, da in der Zwischenzeit die Spurumwandlung zu Gunsten des Radverkehrs und Einrichtung von Tempo 30 auf den Ringen umgesetzt worden ist. Gleichzeitig führen die Pla- nungen auf der Ost-West-Achse zu einer Verlagerung weiterer Verkehre auf die Achse Roth- gerberbach-Neue Weyerstraße-Barbarossaplatz-Roonstraße (und umgekehrt). Auch insge- samt ist die Verkehrsentwicklung aktuell sehr dynamisch, was die Mobilitätsbefragung der Stadt Köln zeigt. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Modal Split der Kölnerin- nen und Kölner ist von 35 % im Jahr 2017 auf nun 25 % gefallen (siehe Vorlage Nr. 1456/2023). Insgesamt ist eine Aktualisierung der Verkehrsuntersuchung aus 2013 auf Grund- lage aktueller Planungsvorgaben und Verkehrsdaten daher erforderlich. 4 2. Geplante ÖPNV-Maßnahmen Unabhängig von der Planung einer langfristigen städtebaulichen Umgestaltung des Barba- rossaplatzes werden in den kommenden Jahren einige Verbesserungen für die Fahrgäste des ÖPNV umgesetzt. Diese sind allesamt anschlussfähig an eine städtebauliche Umgestaltung des Barbarossaplatzes. Barrierefreier Ausbau der Bahnsteige der Linien 16 und 18 Am 26.03.2020 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, dass für die Stadtbahnhaltestelle der Linie 16 und 18 am Barbarossaplatz die Anhebung der Seitenbahnsteige geplant werden soll, um dort einen barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Hochflurbahnen zu erreichen (Vorlagen- Nr. 0330/2019). Seit Beginn des Jahres 2023 erfolgt die Genehmigungsplanung mit einherge- hendem Genehmigungsverfahren. Im Anschluss an die Genehmigungsplanung wird die Aus- führungsplanung ausgearbeitet, sodass die Bauleistung ausgeschrieben, vergeben und mit dem Bau begonnen werden kann. Die Beschlussvorlage für den Baubeschluss wird dem Verkehrsausschuss parallel zu dieser Mitteilung in der Sitzung am 19.09.2023 vorgelegt. Die neuen Bahnsteige liegen vollständig in der Neuen Weyerstraße hinter der Gebäudekante vom Barbarossaplatz, um eine künftige Platzumgestaltung nicht zu beeinträchtigen. Die Planungen setzen damit eine Vorgabe aus der früheren Verkehrsuntersuchung um. Haltestelle Bahnhof Süd entlang der Linie 18 Eine der Anforderungen aus dem zu Beginn genannten Ratsbeschluss stellt die optimierte Verbindung der Stadtbahn zum Südbahnhof dar. Wie in der Beantwortung einer Anfrage im Verkehrsausschuss im April (Vorlage Nr. 1545/2023) bereits mitgeteilt wurde, plant die Deut- sche Bahn den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Süd und die Erneuerung der Eisenbahn- brücke über die Luxemburger Straße im Jahr 2028. Im Zuge dessen sollen direkte Zugänge von den Bahnsteigen zur Luxemburger Straße errichtet und das Brückenbauwerk verbreitert werden, was eine notwendige Voraussetzung für den Bau einer Stadtbahnhaltestelle in dem Bereich darstellt. Die Verwaltung prüft die Errichtung einer Stadtbahnhaltestelle auf der Lu- xemburger Straße direkt am Südbahnhof. Die Zustimmung zur Erneuerung der Eisenbahnbrü- cke wurde in der Sitzung des Rats am 15.06.2023 unter TOP 24.3 (im nicht öffentlichen Teil) beschlossen. 3. Bisherige und geplante Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr Am Barbarossaplatz treffen mit den Kölner Ringen, der Roonstraße und der Achse Bäche-Lu- xemburger Straße drei Achsen aufeinander, die es gemäß dem 2016 durch den Verkehrsaus- schuss beschlossenen Radverkehrskonzept Innenstadt fahrradfreundlich umzugestalten gilt. Nördlich der KVB-Haltestelle tangiert außerdem die beschlossene Fahrradstraßenachse der Wälle den Barbarossaplatz. Nachfolgend sind die wichtigsten bereits umgesetzten und noch in Untersuchung befindlichen Verbesserungen aufgezählt. Diese sind allesamt anschlussfähig an eine städtebauliche Umgestaltung des Barbarossaplatzes. Radfahrstreifen nördliche Fahrtrichtung Kölner Ringe Im Oktober 2020 wurde auf der Ringe-Achse in nördlicher Fahrtrichtung das ehemalige Schrägparken aufgehoben und in Ladezonen in Längsausrichtung und Flächen für Fahrrad- parken umgewandelt. Dadurch wurden Flächen gewonnen, auf denen ein Radfahrstreifen ein- gerichtet werden konnte. Noch vor der Einmündung der Weyerstraße wurde die zweispurige Führung des Kfz-Verkehrs aufgelöst und der Radfahrstreifen auf die für die Ringe vorgese- hene Regelbreite von 2,50 Metern aufgeweitet. Dieser Radfahrstreifen wird nördlich der Wey- erstraße auf dem Hohenstaufenring in der Lage der ehemaligen Kurzzeitparkplätze geführt und schließt auf Höhe der Friedrichstraße an die vorhandene Radverkehrsanlage (Pilotstrecke aus 2018) an. In diesem zuletzt genannten Abschnitt wurde zwischen Radfahrstreifen und 5 Kfz-Fahrspur eine Fläche für Laden/Liefern, Taxis und Fahrradparken eingerichtet, die den Radfahrstreifen insofern durch sogenannte „Parking Protection“ schützt. In einem späteren Umsetzungsschritt wurde im Oktober 2021 die Hinführung zum Barbarossaplatz von den süd- lichen Ringen kommend fahrradfreundlich umgestaltet. Dabei wurde die rechte Kfz-Fahrspur ab Sachsenring in einen 2,50 Meter breiten Radfahrstreifen umgewandelt. Radfahrstreifen südliche Fahrtrichtung Kölner Ringe Im Hohenstaufenring in Fahrtrichtung Barbarossaplatz läuft die aktuelle Radverkehrsführung südlich der Einmündung Zülpicher Platz aus. In weiteren Umsetzungsschritten soll der bereits umgesetzte Radfahrstreifen bis zum Barbarossaplatz und darüber hinaus verlängert werden, sodass die aktuell verbliebene Netzlücke auf der Ringe-Achse geschlossen werden kann. Bis- her ist in dieser Zufahrt eine vorgezogene Aufstellfläche für Radfahrende ohne hinführende Infrastruktur markiert worden. Entsprechende Entwürfe zur Einrichtung von Radfahrstreifen werden derzeit innerhalb der Verwaltung abgestimmt und sollen dem Verkehrsausschuss und der Bezirksvertretung Innenstadt anschließend in einer gesonderten Beschlussvorlage vorge- stellt werden. 6 Freilaufender Rechtsabbieger in die Roonstraße Im Rahmen des Arbeitsprogramms „Rückbau freilaufende Rechtsabbieger“ ist der freilaufende Rechtsabbieger aus dem Hohenstaufenring in die Roonstraße entfallen. Durch das Abpollern der Abbiegebeziehung für Kfz wurde die Sicherheit des geradeaus fahrenden Radverkehrs erhöht. Radfahrende können nach wie vor nach rechts in die Roonstraße abbiegen. Radfahrstreifen Roonstraße In der Roonstraße sollen gemäß Radverkehrskonzept Innenstadt unter Umnutzung einer Kfz- Fahrspur je Fahrtrichtung Radfahrstreifen entstehen. Entsprechende Entwürfe werden derzeit vonseiten der Verwaltung auf ihre Auswirkungen auf die Verkehrsqualität geprüft. Fahrradstraßenachse Wälle Im Zuge des Projekts „Bahnsteiganhebung Barbarossaplatz“ wird auch der Bereich Neue Weyerstraße/Friedrichstraße/Pantaleonswall überplant. Im Bereich der heutigen Wendefahr- bahn wird die Verbindung vom Mauritiuswall in die Friedrichstraße bzw. den Pantaleonswall und umgekehrt für den Radverkehr verbessert und damit die Fahrradstraßenachse über die „Wälle“ weiter gestärkt. Auch eine Begrünung und Optimierung der Fußwege wird vorgenom- men. Östliche Fahrtrichtung Neue Weyerstraße In der Neuen Weyerstraße in Fahrtrichtung Severinsbrücke hat die Verwaltung im Mai 2021 außerdem im Rahmen einer Fahrbahndeckensanierung einen Teilabschnitt fahrradfreundlich umgestaltet. Die bestehenden Kfz-Fahrspuren wurden zugunsten einer Radverkehrsanlage verschmälert. Stellplätze sind entfallen und Radabstellanlagen wurden eingerichtet. Im Rah- men des Projektes „Bahnsteiganhebung Barbarossaplatz“ soll die genannte Radverkehrsfüh- rung in Richtung der Pfälzer Straße verlängert werden. Eine Gesamtübersicht der vergangenen und aktuell in Untersuchung befindlichen Maßnah- men befindet sich in Anlage 1. 7 4. Ausblick Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Barbarossaplatzes Wie zuvor dargestellt, ist für eine übergreifende Betrachtung des Barbarossaplatzes eine Ak- tualisierung der bisher erfolgten Machbarkeitsstudien erforderlich, da die damals getroffenen Planungsvorgaben und Verkehrsprognosen mittlerweile überholt sind. Die Vielzahl der bereits umgesetzten Maßnahmen in der Innenstadt führte zu einer hohen Dynamik in der Verkehrs- entwicklung, die sich erwartungsweise in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Diese Dynamik der Verkehrsverlagerungen lässt die Verkehrsmodellierung an ihre Grenzen stoßen. Exempla- risch zeigt dies die Verkehrsuntersuchung aus 2013 für den Barbarossaplatz, in der für das Jahr 2025 eine mehr als doppelt so hohe Verkehrsbelastung auf der Ringe-Achse auf Höhe des Barbarossaplatzes vorhergesagt wurde, als im Jahr 2022 gezählt worden ist. Dies zeigt die Bedeutung aktueller Daten und fundierter Annahmen und misst dem Zeitpunkt der Durch- führung einer Verkehrsuntersuchung eine hohe Bedeutung zu. Die Verkehrsuntersuchung hat auch gezeigt, dass die Stadtbahnlinie 16 durch das Abbiegen über zwei Hauptstraßenachsen hinweg die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr stark beein- trächtigt. Eine zukunftsträchtige Umgestaltung des Platzes macht daher erst mit der Verle- gung der Linie 16 in den Tunnel der Nord-Süd Stadtbahn Sinn, da dann die Aussicht auf eine leistungsfähige Abwicklung aller Verkehrsarten bei gleichzeitigem Umgestaltungspotenzial für eine verbesserte Aufenthaltsqualität (weniger Verkehrsfläche) besteht. Die Fertigstellung des Tunnels der Nord-Süd Stadtbahn wird nach heutigen Einschätzungen nicht vor 2029 möglich sein. Auch der Bedarf für eine Stadtbahnverbindung von der Severinsbrücke zum Barbarossa- platz wird erst mit der neuen Stadtbahnlinie zur Anbindung des Areals Mülheim-Süd und damit erst zu einem späteren Zeitpunkt gesehen. Schließlich hat das Projekt Ost-West-Achse einen starken Einfluss auf Verkehrsverlagerungen auf den Barbarossaplatz. Es ist es daher notwendig, dass der Variantenentscheid der Ost- West-Achse erfolgt ist, damit verbindliche Annahmen zur Verkehrsbelastung für die Verkehrs- untersuchung Barbarossaplatz getroffen werden können. Aus Sicht der Verwaltung sollte die vom Rat beschlossene Machbarkeitsstudie zu einem spä- teren Zeitpunkt, frühestens im Jahr 2026, begonnen werden, damit sie zeitlich näher an einer sinnvoll möglichen Umsetzung der Planung (nach Verlegung der Linie 16) liegt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Machbarkeitsstudie bis zur Konkretisierung der Planung und Um- setzung wieder veraltet ist und erneut angepasst bzw. aktualisiert werden muss. Parallel ar- beitet die Verwaltung weiter an Maßnahmen, den Umweltverbund im Umfeld des Barbarossa- platzes weiter zu stärken, wie etwa mit dem barrierefreien Ausbau der Bahnsteige der Linien 16/18 und der vollständigen Umsetzung von Radfahrstreifen auf dem Barbarossaplatz. Gez. Egerer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2093/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 07.09.2023
- Erstellt
- 27.06.2023 17:06