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Jahresbericht 2023 zum Hitzeaktionsplan Köln

Mitteilung Ausschuss 1471/2024 vom 04.06.2024

Stand: Am 13.06.2024 im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Hitzeaktionsplan Köln Vom Forschungsprojekt in die Verstetigung Jahresbericht 2023 3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ............................................................................................................................... 4 2. Arbeitsstruktur ..................................................................................................................... 5 3. Maßnahmenübersicht .................................................................................. ........................ 7 4. Berich t aus dem Jahr 2023 ................................................................................................. 18 4.1 I nformation und Kommunikation ........................................................................................... 18 4.1.1 D as Kölner Hitze-Portal und die Interaktive Karte „Kühle Orte“ ........................... 18 4.1.2 S tadtweite Informationsmedien .................................................................................. 20 4.1.3 I nformationsstände auf Kölner Wochenmärkten ..................................................... 22 4.2 Besonder e Beachtung von Risikogruppen.......................................................................... 24 4.2.1 H itzetelefon ...................................................................................................................... 24 4.2.2 D ie Informationsbroschüre „Der Hitzeknigge“ ......................................................... 24 4.2.3 I nformationsmaterial für Kinder und Ihre Eltern ...................................................... 25 4.2.4 H itzespaziergänge .......................................................................................................... 26 4.3.1 Vor Ort-Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege ..................... 27 4.3.2 Be fragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten ................................................ 28 5. Ausblick auf das Jahr 2024 ................................................................................................. 32 Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................................... 33 Autor*innen Stadt Köln Umwelt- und Verbraucherschutzamt Bianka Schiefer, Yvonne Wieczorrek Stadt Köln Gesundheitsamt Dr. Barbara Grüne, Claudia Goeke Mitwirkende Marita Hey Silvia Birkenstock Mit freundlicher Unterstützung von GeoHealth Centre, IHPH, Universitätsklinikum Bonn Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Köln LZG. NRW Landeszentrum Gesundheit NRW Stadt Köln – Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Stadt Köln – Amt für Kinder, Jugend und Familie 4 5 1. Einleitung 2. Arbeitsstruktur Als gemeinsame Arbeitsstruktur wurde im Frühjahr 2023 der „Runde Tisch Hitzeaktions- planung“ ins Leben gerufen. Dieser Schritt zielte darauf ab, bereits entwickelte Maßnahmen zu koordinieren, zusätzliche Aktionen zu planen und konkrete Aufgaben zu verteilen. Die Einbindung der Fachdienststellen in die Maßnahmenentwicklung gewährleistet die Umsetzung der Ergebnisse im Rahmen der originären Aufgabenwahrnehmung. Zusätzlich findet regelmäßig ein bilateraler fachlicher Austausch mit den maßgeblichen internen und externen Akteuren statt. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammen- arbeit zwischen dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt, Abteilung Umweltplanung und -vorsorge und dem Gesundheitsamt, Abteilung Infektions- und Umwelthygiene, Sachgebiet Medizinische Krisenprävention. Der Rat der Stadt Köln hat am 08.12.2022 die Verstetigung und Fortführung der Hitze- aktionsplanung beschlossen (Vorlage 2388/2022). Der „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ (Laufzeit: 01.2019 bis 06.2022) ist daraufhin im Jahr 2023 aus der Projektphase in die Verstetigung übergegangen und die Hitzeaktionsplanung wurde dauerha ft in das Verwaltungshandeln integriert. Basierend auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts, welches sämtliche Präventions- ebenen für das Wohlergehen älterer Menschen umfasst, strebt der Kölner Hitzeaktionsplan danach, weitere vulnerable Gruppen anzusprechen und ihre Bedürfnisse bei der Planung zukünftiger Maßnahmen zu berücksichtigen. Langfristig ist die Ausweitung des Hitze- aktionsplans auf die gesamte Bevölkerung der Stadt Köln geplant, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Hitzeereignisse und den Folgen des Klimawandels. Zur Erfüllung dieser Aufgaben, wurde der „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ als dauerhafte Arbeitsplattform eingerichtet. Hier treffen sich Vertreter*innen aus der Verwaltung, dem Gesundheitswesen sowie Repräsentanten der Zielgruppen bis zu drei Mal im Jahr, um die erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln, zu planen, umzusetzen und zu evaluieren. Köln zählt zu den Vorreitern unter den deutschen Städten, die einen Hitzeaktionsplan spe ziell für ältere Menschen entwickelt und bereits erste Schritte zur Umsetzung unternommen haben. Die gewonnenen Erkenntnisse werden fortlaufend dokumentiert und mit anderen interessierten Kommunen bundesweit geteilt. Der vorliegende Jahresbericht informiert über den aktuellen Sachstand der Kölner H itzeaktionsplanung sowie die durchgeführten Maßnahmen und Aktionen im Jahr 2023. Zudem bietet er einen kurzen Ausblick auf das kommende Jahr 2024. 7 6 In 2023 fanden vier Sitzungen des „Runden Tisches Hitzeaktionsplanung“ statt. Teilgenommen haben Vertreter*innen der Stadtverwaltung (Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Umwelt- und V erbraucherschutzamt, Berufs- feuerwehr Köln), des Gesundheitswesens (GeoHealth Centre am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn, Institut für Allgemeinmedizin der U niklinik Köln, KlimaDocs, Landeszentrum Gesundheit NRW) sowie der Zielgruppen (Seniorenvertretung Köln-Ehrenfeld, LIGA Wohlfahrt Köln). Der Fokus lag zunächst weiterhin auf der vulnerablen Gruppe älterer Menschen, insbesondere auf der Erreichbarkeit von Alleinlebenden. Es wurden bestehende Maß nahmen auf gegriffen und fortgeführt sowie zusätzliche Maßnahmen etabliert. Darüber hinaus wurden erste Über- legungen zu Maßnahmen für weitere vulnerable Gruppen getroffen. 3. Maßnahmenübersicht Im Kontext des Förderprojekts „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog erstellt (siehe Endbericht Seiten 170 bis 217). Die darin aufgeführten Maßnahmen werden fortlaufend umgesetzt, was eine stetige Anpassung und Aktualisierung der Beschreibung der Maßnahmen zur Folge hat. Mit dem Hinzukommen weiterer Zielgruppen werden auch zusätzliche Maßnahmen entwickelt und implementiert. Die vorliegende Tabelle bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2023. Die Strukturierung der Maßnahmen wurde dabei aus dem E ndbericht des Kölner Förderprojekts übernommen und nach den 8 Kernelemente der WHO gegliedert. Neu hinzugekommene Maßnahmen im Jahr 2023 sind entsprechend mit einem Stern (*) gekennzeichnet. Der Status der einzelnen Maßnahmen wird durch Farbcodes angezeigt: „erfolgreich etabliert“ (grün), „in Vorbereitung/in Bearbeitung“ (gelb) und „ausstehend/offen“ (weiß). Unter der Rubrik „Bemerkung“ findet sich eine kurze Zusammenfassung. 8 9 Legende: erfolgreich etabliert in Vorbereitung/in Bearbeitung ausstehend/offen Kernelement I: Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM) Durch den Ratsbeschluss am 15.06.2023 (2352/2022 „Bestandsaufnahme und S trategie zur Integrierten Klimafolgen - anpassung“ ) wurde die Grundlage geschaffen, Klimawandel als breite Querschnittsaufgabe in der Verwaltung zu verankern. Ziele sind die Vernetzung in der Maßnahmen- umsetzung, eine V erknüpfung mit Stadt- s trategien und das Erarbeiten von Prioritäten. Die Beratung anderer Dienststellen bei Klimawandelanpassungsthemen und zu Fördermittelfragen gehören zum Leistungs- spektrum des KAM. Insbesondere stellt die Koordinations s telle „Klimawandel AnpassungsManagement (KAM)“ beim Umwelt- und Verbraucher schutzam t das effiziente Z usammenspiel der unterschied- lichen Aufgabenbereiche und -schwerpunkte, die interne und externe K ommunikation, die Fortschreibung von bereits laufenden sowie die Identifikation von w eiteren Klimaan - passungs- und So fortmaßnahmen sicher. Hierzu gehört auch die k ontinuierliche W eiterentwicklung der Hitzeaktionsplanung. KE 1.2 Trisektorale Vernetzung Ziel der trisektoralen Vernetzung ist die Zusammenarbeit und I nformation der Kölner Akteur*innen. Somit findet vorbereitend für den Sommer ein regelmäßiger A ustausch mit lokalen Netzwerk tr effen statt. Am Ende des Jahres werden alle Interessierten Akteur*in- nen mit einem Rundbrief zum Sachstand des Kölner Hitzeaktionsplans informiert. Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 1.3 Interkommunale Vernetzung Der im Rahmen des Projektes „Hitzeaktions- plan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ initiierte bundesweite Städtedialog findet jährlich statt. Der Städtedialog 2023 wurde im Rahmen des Projekts Plan°C gemeinsam von den Städten Düsseldorf und Karlsruhe im November durchgeführt. Weitere Vorträge zum Kölner Hitzeaktions- plan wurden im Laufe des Jahres auf unter- schiedlichen V eranstaltungen einem breiten (Fach-) Publikum auf Landes- und Bundes- ebene vorgestellt. *KE 1.4 Runder Tisch Hitzeaktionsplanung Ziel des Runden Tisches H itze aktionsplanung ist es, die be teiligten Akteure zu vernetzen und eine gemeinsame Arbeitsplattform zu scha ffen. Im Jahr 2023 traf sich das neu ein- gerichtete Arbeitsgremium insgesamt vier Mal. Drei dieser T reffen wurden im Frühjahr abge- halten, um auf den Sommer vorzubereiten, während das vierte Treffen im Herbst stattfand, um durchgeführte Maßnahmen zu evaluieren. Kernelement II: Nutzung eines Hitzewarnsystems Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 2.1 Verbreitung des DWD-Newsletters „Hitzewarnung“ und „UV-Warnung“ Der DWD-Newsletter wird über verschiedene Kanäle wie beispielsweise auf dem Kölner Hitzeportal, im Hitzeknigge oder auf Bürger- veranstaltungen beworben, erklärt und zum Download zur Verfügung gestellt. KE 2.2 Verbreitung der App Luftwarnung (UBA) für erhöhte bodennahe Ozonwerte Die App-Luftwarnung des UBA wird über verschiedene Kanäle wie beispielsweise auf dem Kölner Hitzeportal oder auf Bürger - v eranstaltungen angeworben und zum Download zur Verfügung gestellt. KE 2.3 Stadtweite Verbreitung der H itzewarnung des DWD Die Hitzewarnung des DWD erscheint aut omatisiert auf dem Internetportal der Stadt Köln und verweist auf das Kölner H itzeportal zur weiteren Information. 10 11 Kernelement III: Information und Kommunikation Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 3.1 Interaktive Erfrischungskarte Auf dem Hitzeportal steht eine interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ zur Verfügung. Hier haben Bürger*innen die Möglichkeit, ihre schattigen Plätze und Abkühlungs - möglichk eiten in eine digitale Karte ein- zutragen und sie allen Be wohnern Kölns zugänglich zu machen. *KE 3.2 Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterialien für die Gesamtbevölkerung Zur kompakten Information wurden 11 Hitzetipps erarbeitet. Die „11 Hitzetipps“ liegen gedruckt als Poster vor und werden an Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und weitere Interessierte Einrichtungen zum Aushang verteilt. Außerdem werden über den Sommer hin Roll-Ups stadtweit in Bezirksämtern auf- gestellt. Ein w eiteres Informationsmedium ist eine W ander-Ausstellung zum Thema Hitze und Gesundheit. Diese wird im Stadthaus Deutz jährlich gezeigt und steht anderen Interessierten zur Verfügung. KE 3.3 Lebensmittel Trinkwasser Die Sensibilisierung von Menschen im Alter zum hitzeangepassten Trinkverhalten ist ein Bestandteil der Maßnahmenumsetzung für diese Zielgruppe. Daher wurden im Sommer 2023 bedruckte T rinkflaschen im Rahmen einer Informationskampagne (unter ander em im Hitzeknigge) verteilt. KE 3.4 Stadtweite Sensibilisierungs-Kampagne Eine breit angelegte Informations- K ampagne mit verschiedenen Medien wurde in 2023 durch ge führt. Das Kölner Hitzeportal bündelt alle I nformationen und stellt die zentrale Informationsplattform dar. Gleichz eitig wurden Informationen im Rahmen einer sommerlichen Plak ataktion (digitale Informations plak ate) begleitend über verschiedene Social-Media-Kanäle verbreitet. Zur besseren Visualisierung der Ziele wurden Köln spezifische Icons zum Thema Hitze erstellt. Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 3.5 Hitzeeinsatzplan Im Rahmen des Projektes wurde ein erster Entwurf eines Hitzeeinsatzplans erstellt. D ieser dient dazu, die w esentlichen Akteur*innen mit ihren Aufgaben in der H itzeaktionsplanung zu beschreiben. Grundlage is t zudem die v erbindliche U msetzung von Maßnahmen in den einz elnen Dienststellen. Geplant ist den Einsatzplan weiter fortzuschreiben. KE 3.6 Pressearbeit und Veröffentlichungen Die verschiedenen Aktionen wurden durch Pressemitteilungen begleitet. KE 3.7 Projektsong „Drinke“ mit Imagefilm Der Projektsong „Drinke“ von der kölschen Band Klabes ist auf dem Kölner Hitzeportal und bei YouTube abrufbar: www.stadt-koeln. de/leben-in-koeln/klima-umwelt-tiere/klima/ hitzeportal-koeln/hitze-wasser-trinken. Die Band steht weiterhin für Sensibilisierungs - pr ojekte vor Ort zur Verfügung (zum Beispiel Auftritte bei Stadtteilfesten). KE 3.8 Kühlung öffentlicher Plätze mit Wasser Nach der Pilotierung 2022 in Rheingarten (Weltjugendtagsweg) wurde die R heinEnergie AG beauftragt an drei S tandorten in der Innenstadt Aktionen bei entsprechenden Wetterlagen durchzuführen. *KE 3.9 Erwachsenenbildung vor Ort Ein Informationsstand wurde an sieben T erminen auf Märkten in verschiedenen K ölner Stadtteilen mit unterschiedlichen sozialen Gegebenheiten eingerichtet. Dies ermöglicht ein leicht zugängliches Informations angebo t zu Hitzegefahren, v erbunden mit persönlichem Kontakt zu den Bürger*innen. 12 13 Kernelement IV: Reduzierung von Hitze in Innenräumen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 4.1 Förderung von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen an Wohngebäuden Anfang Oktober 2023 ist das Förder - pr ogramm der Stadt Köln „Klimafreundliches Wohnen“ in Kraft getreten. Es dient dazu Eigentümer*innen von Wohngebäuden und weiteren Investoren einen erhöhten Anreiz für die kostenaufwendige Nachrüstung der Bestandsgebäude mit außenliegendem Sonnenschutz zu lie fern. KE 4.2 Informationskampagne zur Kühlung von Innenräumen Für 2023 gibt es hierzu keinen neuen Sachstand. Kernelement V: Besondere Beachtung von Risikogruppen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 5.1 T elefonische Beratungsmöglich - k eiten während der Hitzeperiode Um insbesondere alleinlebende Menschen im Alter bei Hitze zu informieren, wurde im Jahr 2023 das Hitzetelefon eingerichtet. Es bietet kostenfreie Beratung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze sowie zu potenziellen Schutzmaßnahmen. (www.stadt-koeln.de/service/produkt/ hitzetelefon) KE 5.2 Vulnerabilitätsanalyse Im Projekt wurde die Hitzebe las tungen älterer Menschen in Köln untersucht und räumlich diff erenziert bewertet. Die V ulnerabilitätsanalyse diente der Festlegung der Stadtteile und Sozialräume für die Be fragung der dort lebenden M enschen im Alter zur Hitzeanpassung und gesundheit- lichen Aspekten. Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen *KE 5.3 Zielgruppen - ger echte Informations - ma terialien Menschen im Alter Die Informationsbroschüre der „ Hitzeknigge“ wurde in 2023 aktualisiert und f ortlaufend über verschiedenen lokale M ultiplikatoren, auf Veranstaltungen sowie persönlich an in teressierte Bürger*innen verteilt. Z usätzliche Produkte zur Sensibilisierung älterer Menschen für Hitze, wie Fächer und Trinkflaschen, wurden ebenfalls verbreitet. (Klein-) Kinder Für die Zielgruppe der (Klein-) Kinder und Eltern wurde die Broschüre „Klimaschutz ist Kinderschutz“ in Kooperation mit dem „ Klimadocs e.V. “ zum Thema Hitze und Gesundheit erweitert und verteilt. Zur Sensibilisierung der Kinder vor schädlicher UV-Strahlung wurden UV -Armbänder und Sonnencreme mit Lich tschutzfaktor 50 bestellt und auf Veranstaltungen verteilt. Straßen- obdachlose Menschen Über Streetworker*innen und in den K ontakt- und Beratungsstellen werden jährlich im Stadtgebiet Sonnenschutzmitt el ( Sonnencremes, Kopfbedeckung) und Wasser flaschen k ostenlos an obdachlose Menschen verteilt. Je nach örtlichen Gegebenheit en, werden auf vorhandenen nutzbaren Außenflächen der Beratungs s tellen Pavillons aufgestellt, um über scha ttete zusätzliche Aufenthaltsorte zu schaffen. KE 5.4 Manual zum Selbst-Check Ein manuell ausfüllbarer Selbst-Check soll die Zielgruppe ab 65 Jahren für Hitze- perioden und individuelle Risikofaktoren sensi bilisier en. Er soll das Bewusstsein für die Zugehörigkeit zur Risikogruppe während Hitzeperioden stärken. Ein erster Entwurf wurde im Rahmen des Förderprojektes erstellt und umfasst sowohl Risikofaktoren als auch Präventionsmaßnahmen. Eine finale Abstimmung steht noch aus. 14 15 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 5.5 Unterstützende Dienste bei Hitze anbieten und Integration von Hitze in die vorsorgenden Hausbesuche Die Versorgung selbstständig lebender älterer Menschen soll in Hitzebelastungs- situationen gestärkt und gesichert werden. Es gibt lauf ende Diskussionen über mögliche Ansätze. Eine Herausforderung besteht darin, geeignete Hilfsorganisationen zu iden tifizieren, die diese Aufgabe übernehmen könnten. KE 5.6 Auswertung Wegebeziehungen / Erreichbarkeiten Im Rahmen des Förderprojekts wurde eine detaillierte Analyse von hitzebelasteten Gebieten und vulnerablen Bevölkerungs- gruppen durchgeführt, um die Entfernung von der Wohnadresse älterer M enschen zur nächsten Grünfläche zu ermitteln. Die Ergebnisse können zur zielgerichteten Ent- wicklung von Maßnahmen im Bereich grüner I nfrastruktur genutzt werden. In 2023 wurden keine weiteren Schritte unternommen. *KE 5.7 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln Im Jahr 2023 wurden in Teilen von Ehrenfeld und der Innenstadt Hitzespaziergänge durch- geführt, um analoge Hitze-Stadtteil k arten, genannt „Hitzespickzettel“ , zu erstellen. Dabei haben ältere Menschen gemeinsam mit anderen Teilnehmer*innen ihre nähere Umgebung erkundet, um schattige Sitz- gelegenheiten, Orte zum Trinken und zur Toilettennutzung zu identifizieren. Kernelement VI: Vorbereitung Gesundheits- und Sozialsysteme Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 6.1 Zusammenstellen von Ausbildungs- unterlagen für medizinisches Personal und Apothekenpersonal Für die Durchführung von Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege wurden zielgruppengerechte Präsentationen und Schulungsunterlagen erarbeitet. Diese können als Grundlage für weitere Aus - bildungsun terlagen genutzt werden. KE 6.2 Einbezug des Themas Hitze in F or schung und Lehre An der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln wird seit 2023 durch das Institut für Allgemeinmedizin das Thema Hitze und Gesundheit gelehrt. Entsprechende Inhalte werden insbesondere im 6., 7. und 8. Semester in verschiedenen Lehrformaten unterrichtet und schriftlich in Prüfungen abgefragt. *KE 6.3 Durchführen von Schulungen zur Sensibilisierung von Multiplikator*innen Ein - rich tungen der stationären Altenpflege In Einrichtungen der stationären Altenpflege wurden in 2023 insgesamt 16 Schulungen des Personals durchgeführt. Ein zentraler Aspekt ist die Erstellung von einrichtungs- bezogenen Hitzeschutzplänen. Weitere Schulungen wurden für 2024 vorbereitet. Ärzteschaft Im Februar 2023 hielt das Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Köln einen Vortrag mit dem Thema „Die Arztpr axis im Klimawandel“ vor der Ärztekammer N ordrhein, Kreisstelle Köln. KE 6.4 Verstärkte Berücksichtigung sommerlicher Hitzeereignisse im Qualitätsmanagement der Pflegeeinrichtungen In Kooperation mit Vertreter*innen aus dem Gesundheits- und Pflegesektor hat das LZG.NRW Arbeitshilfen für den Hitzeschutz in Einrich tungen entwickelt. Diese Arbeitshilfen für den einrichtungsbezogenen Hitzeschutz sind modular aufgebaut und umfassen eine Checkliste für den Schnelleinstieg, grund- legende Dokumente sowie detaillierte Hand- lungsinformationen mit direkt verwendbaren Materialien. Einrichtungsbezogener Hitzeschutz – LZG.NRW 16 17 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 6.5 Etablierung von Hitzesprechstunden bei Ärzt*innen Die Etablierung von Hitzesprechstunden in Arztpraxen erfordert die weitere Entwicklung von Konzepten und Absprachen mit neuen Akteur*innen. Die Durch führung is t an hohe personelle Ressourcen gebunden und wurde in 2023 zurück gestellt. *KE 6.6 Information zu „Möglichkeiten zum Hitzeschutz durch Arztpraxen“ In 2023 wurde das Dokument „ M öglichkeiten zum Hitzeschutz durch Arztpraxen“ durch das Institut für Allgemeinmedizin der U niversität zu Köln in Zusammen arbeit mit der Stadt Köln erstellt. Dieses Dokument wurde 2023 zusammen mit weiteren hitze- bezogenen I nformationsmaterialien über die KV N ordrhein an alle KV-Praxen der Region versendet. *KE 6.7 Befragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten Im Jahr 2023 hat das Gesundheitsamt durch einen Online-Fragebogen in städtischen Kindertagesstätten den Bedarf an not- wendigen Maßnahmen zur Bewältigung von Hitze belas tungen erfragt. Eine vollständige Auswertung und die Befragung der Kitas freier Träger ist für 2024 geplant. Kernelement VII: Langfristige Stadtplanung und Bauwesen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 7.1 Integration des Themas Hitzeschutz in die Bauleitplanung Das Ziel ist vordefinierte „Bausteine“ als verbindliche, einheitliche Vorgaben für Bebauungsplan-Verfahren als Checkliste einzuführ en. Hier werden die Themenberei- che Entsiegelung, Begrünung, Bewässerung, Verschattung, Verbesserung des Innenraum - klimas be ziehungsweise der Aufenthalts - qualit ät und Wasser zur Kühlung bearbeitet. KE 7.2 Ausbildungsunterlagen für Architekt*innen und Stadtplaner*innen Die Sensibilisierung und Information von Architektur- und Stadtplanungs s tudierenden für klimaangepasstes Planen und Bauen erfordert weitere Entwicklung und Abs timmung mit relevanten Multiplikatoren. KE 7.3 Satzung zur Begrünung und Bepflanzung von Vorgärten zur Hitzeminderung Eine Freiraumsatzung zielt darauf ab, die V ersiegelung und Verschotterung von Flächen zu r eduzieren und so eine nachhaltige I nnenentwicklung zu fördern. Zudem bietet sie eine Option für den klima- wandelgerechten Umbau von Bestands- gebäuden. Es ist jedoch erf orderlich, die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen. Kernelement VIII: Monitoring und Evaluation der Maßnahmen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 8.1 Evaluation der durchgeführten Maßnahmen des Hitzeaktionsplans Eine regelmäßige Berichterstattung erfolgt anhand eines Jahresberichtes. Der erste Jahresbericht für 2023 wird im Frühjahr 2024 erscheinen. 18 19 4. Bericht aus dem Jahr 2023 4.1 Information und Kommunikation 4.1.1 Das Kölner Hitze-Portal und die Interaktive Karte „Kühle Orte“ Das Kölner Hitzeportal mit aktuellen Informationen und Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze bietet eine Übersicht über alle Hitzerelevante Themen und wird kontinuierlich aktualisiert (www.stadt-koeln.de/hitzeportal). Abbildung 1: Übersichtsseite des Kölner Hitzeportals. Das Kölner Hitzeportal bündelt alle relevanten Tehmen. In 2023 wurde die Übersichtskarte „Hitze, Trinkwasserbrunnen und Toilettenstandorte“ überarbeitet und ist auf dem Hitzeportal zu finden. Zusätzlich wurde die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ neu eingerichtet. Bürger*innen können hier ihre schattigen Plätze und Abkühlungsmöglichkeiten in eine digitale Karte eintragen und allen Kölner*innen zur Verfügung stellen. Die eingetragenen Standorte werden geprüft und gegebenenfalls vervollständigt. Durch das Eintragen von Orten mit Fotos und Beschreibungen in die interaktive Karte können auch bisher versteckte, aber tatsächlich genutzte lokale Orte im Veedel sichtbar gemacht werden. Somit entsteht fortlaufend eine Landkarte der kühlen Wege und Aufent- haltsmöglichkeiten, die vor dem Hintergrund der zunehmenden Versiegelung in Köln für den Aufenthalt im öffentlichen Raum von besonderer Bedeutung ist. Begrünte und kühle Orte, die den Aufenthalt bei Hitze angenehmer machen, erhalten einen höheren Stellenwert. Abbildung 2: Planungshinweiskarte Hitze mit eingetragenen Kölner Trinkwasserbrunnen und Toilettenstandorten. 20 21 4.1.2 Stadtweite Informationsmedien Die Sensibilisierung und Information der Gesamt- bevölkerung ist ein wesentlicher Bestandteil des Kölner Hitzeaktionsplanes. Neben zielgruppen- gerechten Infomaterialien werden unterschiedliche Medien für die stadtweite Informationsverbreitung genutzt. Zu den jährlich wiederkehrenden Maß- nahmen gehört die DWD-Hitzewarnung, welche auf der Startseite der Stadt Köln erscheint und die Verbreitung von Informationen zu Maß nahmen des K ölner Hitzeaktionsplans über Social- Media-Kanäle und über City-Light-Plakate der Stadtinformationskampagne. In 2023 wurde zum dritten Mal eine Ausstellung zum Hitzeaktionsplan und zur Klimawandel - anpassung in der Magistrale des Stadthauses in Deutz aufgebaut. Zusätzlich wurden in den Stadt- be zirken Innenstadt, Chorweiler, Mühlheim, Ehren- feld und Nippes über die Sommermonate Roll-Ups mit „11 Hitze-Tipps“ in Bürgerämtern aufgestellt. Abbildung 4: Stadtweite Werbung für das Kölner Hitzeportal mit Interaktiver Karte über City-Light-Plakate. Abbildung 3: Ansicht der interaktive Karte „Kühle Orte“ in Köln, Stand Dezember 2023 23 4.1.3 Informationsstände auf Kölner Wochenmärkten Im Sommer 2023 wurden Bürger*innen auf Wochenmärkten in Nippes, Bocklemünd, Kalk, Mülheim, Porz und Höhenhaus zur Bedeutung des Klimawandels für die menschliche Gesund- heit durch Mediziner*innen des Gesundheits- amtes informiert und beraten. Es wurden Informationsbroschüren, Postkarten zum H itzetelefon und Giveaways des Hitzeaktions- plans verteilt sowie Fragen beantwortet. Im Rahmen der bundesweiten Woche der Klimawandelanpassung (18. bis 22.09.2023) konnten sich am 20.09.2023 interessierte Bür ger*innen auf der Schildergasse in der K ölner Innenstadt über den städtischen H itzeaktionsplan, den Hitzeknigge und das Hitze port al der Stadt Köln informieren. Abbildung 8: Informationsstand zur Woche der Klima wandelanpassung auf der Schildergasse, Köln Innenstadt. Abbildung 6: Informationsstand zu Hitze und Gesundheit auf Kölner Wochenmärkten. Ärzt*innen des Gesundheitsamtes und K olleg*innen des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes standen für Fragen zu gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zur Verfügung und gaben praktische Tipps für Hitzeanpassungs maßnahmen und den Umgang mit Medikamenten in Hitzephasen. Als Publikumsmagnet hat sich dabei das in 2023 erworbene Glücksrad mit thematischen Symbolen bewährt. Durch die Aktion ergaben sich viele interessante Passantengespräche mit Kölner*innen und Menschen aus der Umgebung. 24 25 4.2 Besondere Beachtung von Risikogruppen 4.2.1 Hitzetelefon Neu eingerichtet wurde über die Sommermonate (21.06. bis 22.09.2023) ein vom Gesundheitsamt ärztlich geleitetes Hitzetelefon für ratsuchende Bürger*innen. Das Resultat zeigt, dass trotz hemmenden D atenschutzerfordernissen und kurzen Hitzephasen im Sommer 2023 die Anrufzahlen bei wärmeren Temperaturen steigen. Das Durch- schnittsalter der Anrufer*innen lag bei 74 Jahren. Ein Hitzetelefon bietet einen niederschwelligen Zugang zu Beratungsangeboten und Verhaltens- hinweisen für alle Kölner Bürger*innen. Um die Zielgruppe der Menschen im Alter, die nicht in Pflegeeinrichtungen wohnen, prioritär zu erreichen, wurde das Hitzetelefon durch stadtweite V erteilung von Postkarten über Apotheken, Sanitäts häuser , Hausarztpraxen und Senioren v ertretungen beworben. 4.2.2 Die Informationsbroschüre „Der Hitzeknigge“ Die im Rahmen des Forschungsprojektes ent- wick elten Maßnahmen und Aktivitäten zielten v ornehmlich auf die vulnerable Gruppe der Menschen im Alter ab. Die Umsetzung von bereits erf olgreich etablierten Maßnahmen wie beispielsweise die stadtweite Verbreitung der Informationsbroschüre „Der Hitzeknigge“ wurden fortgeführt. In 2023 sind insgesamt 4.920 Exemplare (2022: 3.100 Ex emplare) an Pflegeheime, Arztpraxen, v erschiedene Netz- werke und Vereine sowie per sönlich an interessierte Bür ger*innen vom Umwelt- und Verbraucherschutz- amt versendet worden. Hitzetelefon Kostenlose Beratung und Information bei Sommerhitze – melden Sie sich an! 0221 221-34347 T elefonische Beratung bei Sommerhitze 1. Melden Sie sich beim Bürgertelefon an – am besten jetzt schon. 2. Das Gesundheitsamt ruft Sie zurück und führt eine Erstberatung durch. 3. Bei offiziellen Hitzewarnungen für Köln werden Sie telefonisch informiert (zwei Anrufversuche). Das Gesundheitsamt informiert Sie in diesem kostenfreien Angebot über allgemeine und individuelle Maßnahmen zum gesundheitsförderlichen Verhalten bei Hitze. Stadt Köln – Gesundheitsamt Klima und Prävention Neumarkt 15 – 21, 50667 Köln Anmeldung Hitzetelefon T elefonisch beim Bürgertelefon: T: 0221 221-34347 Montag bis Freitag: 7 bis 18 Uhr Per Mail: KlimaUndPraevention@stadt-koeln.de Per Onlineformular: www.stadt-koeln.de/hitzetelefon Abbildung 10: Die vom UBA zur Verfügung gestellte Infobroschüre „Der Hitzeknigge“ wurde von der Stadt Köln erweitert und angepass t. Abbildung 9: Vorder- und Rückseite der Postkarte zum Kölner Hitzetelefon SK_284_23_Broschüre_Hitzeknigge_2023.indd 1SK_284_23_Broschüre_Hitzeknigge_2023.indd 1 30.06.2023 08:55:0130.06.2023 08:55:01 Verschickte Hitzeknigge in 2023 Abbildung 11: Auswertung der in 2023 versendeten Informationsbroschüre „Der Hitzeknigge“ . 50 % Senioren-Netzwerke, Seniorenvertretung verschiedene Stadtbezirke4.2.3 Informationsmaterial für Kinder und Ihre Eltern In Kooperation mit dem Kölner Umwelt- und Ver- br aucherschutzamt sowie dem Gesundheitsamt wurde in 2023 der Ratgeber der KlimaDocs e.V. „ Klimaschutz ist Kinderschutz – Ein Ratgeber für Eltern“ um wich tige Hitze-Infos für die Risikogruppe der Säuglinge und (Klein-) Kinder erweitert. Der „Klimadocs e.V. “ ist ein Zusammenschluss engagierter niedergelassener K ölner Kinderärzt*innen, der Klimaschutz auch als Schutz der Kinder vor den gesundheitlichen Aus - wirkungen der klimatischen Veränderungen versteht. Die Verbreitung der gedruckten Broschüre erfolgt fort- laufend in Absprache mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie dem Gesundheitsamt. Zusätzlich wurden UV-Armbänder bei Veranstaltungen an Kinder verteilt, um spielerisch die Wirkung der UV-Strahlung näher zu bringen. Die transparenten Perlen, die auf ein Armband gefädelt werden, färben sich bunt, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind. Mit wichtigen Hitze-Infos! Klimaschutz ist Kinderschutz Ein Ratgeber für Eltern Abbildung 12: Broschüre zum Klima- schutz und Hitze „Klimaschutz ist Kinder schutz – Ein Ratgeber für Eltern“ 4 % Privat an Menschen 65+ 35 % Sonstige 11 % Hausarztpraxen 26 27 4.2.4 Hitzespaziergänge Für die Erstellung von analogen Hitze-Stadtteilkarten haben in 2023 Hitzespaziergänge in Ehrenfeld und der Innenstadt stattgefunden. Gemeinsam mit Senior*innen wurde die nähere Umgebung auf schattige Sitzmöglichkeiten, Trink- und Toilettenstandorte untersucht. Für die Kartierung der Innenstadt hat sich eine Kooperation von älteren Menschen und Studierenden ergeben. So hat die Seniorenvertretung Innenstadt im Agnesviertel in Z usammenarbeit mit der Katholischen Hochschule NRW Spaziergänge durch ihr Wohn - viert el durchgeführt und im Severinsviertel mit Studierenden der TH am Ubierring. Die Ergebnisse sollen in handlichen Faltkarten aufbereitet und allen Bürger*innen lokal zur Verfügung gestellt werden. Zurzeit werden die kartierten Standorte vom Umwelt- und Ver- braucherschutzamt geprüft, digitalisiert und erste Entwürfe mit den Beteiligten abgestimmt. 4.3 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme 4.3.1 Vor Ort-Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege Aufbauend auf der im Rahmen des Projektes durchgeführten quantitativen Befragung von Kölner Pflegeeinrichtungen zum Thema Hitzebelastung hat das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Ende August den Bedarf an Schulungen in Pflegeeinrichtungen abgefragt. Von den 36 Einrichtungen, die sich zurückgemeldet haben, gaben etwas über 50 Prozent an, bereits über einen Hitzeschutzplan zu verfügen. Dennoch wünschten 80 Prozent der befragten Einrichtungen, an Schulungen teilnehmen zu können und baten um Unter - s tützung bei der Etablierung von Hitzeschutzbeauftragten sowie der Erstellung eines einrichtungsbezogenen Hitzeschutzplans. 16 Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege konnten noch im selben Jahr durch Ärzt*innen des Gesundheitsamtes durchgeführt werden. Die Resonanz war sehr gut. Zu den Themenschwerpunkten gehören medizinische und pflegerische Besonderheiten in der Versorgung der Bewohner*innen während der Hitzeperioden, die Medikamenten- anpassung, aber auch der Mitarbeiterschutz. Ein zentraler Aspekt war die Erstellung von einrichtungsbezogenen Hitzeschutzplänen. Dazu wurden Arbeitshilfen vorgestellt (M usterhitzeschutzplan Berlin und seit November 2023 die modularen Arbeitshilfen zum einrichtungsbezogenen Hitzeschutz des Landeszentrum Gesundheit NRW). Für 2024 s tehen bereits sechs Schulungstermine fest und weitere können vereinbart werden. Abbildung 13: Auswertung der Hitzespaziergänge und die Übersicht der kartierten Standorte im Kölner Agnesviertel. Krefelder Wall Ewaldistr. Melchiorstr. Melchiorstr.Balthasarstr. Balthasarstr. Lupusstr. Balthasarstr.Kasparstr. Aquinostr. Krefelder Str. Krefelder Str. Maybachstr. Sudermanstr. Lübecker Str. Krefelder Wall Wevelinghovener Str. Bernhard- Letterhaus-Str. Innere Kanalstr. Amsterdamer Str. Hansaring Neusser Str. Neusser Str. Neusser Str. Weißenburgstr. Belfortstr. Sedanstr. Clever Str. Clever Str. Mevissenstr. Worringer Str. Oppenheimstr. Elsa-Brandström- Str. Wörthstr. Wörthstr. Neusser Wall Stormstr. Neusser Wall Blumenthalstr. Blumenthalstr. Hülchrather Str. Lentstr. Lentstr. Niehler Str. Niehler Str. Nikolaus-Groß-Str. Prälat-Otto-Müller- Platz Suderman- platz Ebertplatz Roeckerathplatz Neusser Platz Reichensperger- platz Bastei Thomas- kirche Pfarrzentrum St. Agnes Arbeits- gericht St. Agnes St. Gertrud Theodor- Heuss-Park Hilde-Domin-Park Los-Böhle- Park Lohsepark Kleingarten- siedlung Rosengarten Eis- und Schwimmstadion Ringturm Theodor-Heuss-Ring Theodor-Heuss-Ring Schillingstr. Riehler Str. Sedanstr. Konrad-Adenauer-Ufer An der Münze Riehler Str. Fontanestr. Ober- landesgericht Innere Kanalstr. AGNESVIERTEL Wickrathe r Str. Merlostr. 1 2 3 4 6 5 8 7 8 9 10 11 12 13 14 16 18 19 15 17 Sitzmöglichkeiten im Schatten Legende Schattige Allee (Kostenlose) Trinkmöglichkeit Apotheke (Kostenlose) Toilette (Kostenlose) barrierefreie Toilette Schwimmbad Kühler Ort 100 m N Abbildung 14: Vortragsinhalte der Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege. 28 29 4.3.2 Befragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten Neben Pflegeeinrichtungen ist auch in Einrichtungsstätten der vulnerablen Gruppe der (Klein-) Kinder Hitzeschutz ein wichtiges Thema. Vor diesem Hintergrund befragte im Spät- sommer das Gesundheitsamt mit einem online-Fragebogen alle städtischen Kindertages- stätten. Ziel der Befragung war es, die Belastung bei Hitze in den Einrichtungen und den Bedarf an erforderlichen Maßnahmen zu ermitteln. Die Zahl der Rückläufe städtischer Kitas war mit 95 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die Zwischenauswertung ergab, dass in über 50 Prozent der Einrichtungen kein Hitzeschutzplan vorhanden ist und in nur 9,4 Prozent der Kitas ein*e Hitzeschutzbeauftragte*r bestimmt ist. Die Hitzebelastung für Kinder (38 Prozent) und Mitarbeitende (51 Prozent) wird als sehr hoch eingestuft (siehe Abbildung 16 und 17). 60 Prozent der befragten Kitas haben keine Ausweichmöglichkeiten zu kühlen Orten beziehungsweise schattigen Plätzen. Als Gründe wurden fehlendes Personal (53 Prozent), zu weite Entfernungen (40 Prozent), die Alters- struktur der Gruppen (31 Prozent) und das Vorhandensein von Gefahrenstellen (9 Prozent) genannt. Die Ergebnisse wurden städtischen Entscheidungsträgern zur Erarbeitung geeigne ter Maßnahmen präsentiert. Auch beim 1. Runden Tisch Hitzeaktionsplanung in 2024 wurden die Zwischenergebnisse vorgestellt und erste Maßnahmenideen erarbeitet. Die Befragung von Kitas freier Träger erfolgt im Frühjahr 2024. Die vollständige Auswertung steht noch aus. Liegt in Ihrer Einrichtung ein festgelegter Handlungsplan (Hitzeschutzplan) für heiße T age und Hitzewellen vor? 45,3 % 54,7 % Ja: 63 Nein: 76 n = 139 9,4 % 90,6 % Ja: 13 Nein: 126 Gibt es Hitzeschutzbeauftragte * in Ihrer Einrichtung? n = 139 * Eine oder mehrere Personen, die verantwortlich sind, Informationen zur Hitzebelastung in Ihrer Einrichtung und der direkten Umwelt zu erhalten, zu bewerten, an das Kollegium weiterzugeben und entsprechende einrichtungsinterne Gegenmaßnahmen zu koordinieren. Abbildung 15: Prozentuale Angaben zu Hitzeschutzbeauftragen und Hitzeschutzplänen in städtischen Kitas. Ergebnisse Befragung städtischer Kitas 0 10 20 30 40 50 60 gar nicht belastet Likert scale: 1 – 5 (gar nicht belastet – sehr belastet) wenig belastet deutlich belastet mittelmäßig belastet sehr belastet Wie belastet fühlen sich die Mitarbeitenden der Einrichtung durch Hitze bei Ihrer Arbeit? 0 10 20 30 40 50 gar nicht belastet Likert scale: 1 – 5 (gar nicht belastet – sehr belastet) wenig belastet deutlich belastet mittelmäßig belastet sehr belastet Für wie hitzebelastet halten sie ihre Einrichtung für Kinder? Abbildung 16: Hitzebelastung der Mitarbeitenden in städtischen Kitas und Hitzebelastung der Kinder in städtischen Kitas. Ergebnisse Befragung städtischer Kitas 3130 4.4 Veranstaltungen und Fachvorträge Im Laufe des Jahres konnten verschiedene Vorträge und Interviews zum Kölner Hitze- aktionsplan einem br eiten (Fach-) Publikum präsentiert werden. So werden auf lokaler Ebene Maßnahmen des Hitzeaktionsplans regelmäßig beim Runden Tisch Seniorenarbeit in verschiedenen Stadtbezirken vorgestellt. Gleichzeitig sind die Erkenntnisse der Kölner Hitzeaktionsplanung auch auf Landes- und Bundesebene sehr gefragt. Zu Beginn des Jahres fand beispielsweise das digitale Ver- netzungstreffen „Gesundheitsbezogener Hitzeschutz in Nordrhein-Westfalen: Status Quo und Perspektiven“ , organisiert vom LZG.NRW, statt. Am 11.10.2023 war das Umwelt- und Verbraucherschutzamt gemeinsam mit dem Gesundheitsamt auf der 7. Bundeskonferenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Gesund und aktiv älter werden“ in Berlin vertreten. Kölner Bürger*innen wurden auf verschiedenen Veranstaltungen, beispielsweise dem Genoveva Hoffest, Aktionstag „Nippes Bewegt“ , Seniorensommerfesten oder beim S tadtteilfrühstück in Pesch zum Thema Hitze und Gesundheit informiert. Zum Anlass der N eueröffnung der Hochschulambulanz Allgemeinmedizin am Uniklinikum Köln fand im Mai am Tag der offenen Tür ein Infonachmittag „Hitze – Wie Sie einen kühlen Kopf bewahren“ für Patientinnen und Patienten statt. Geplant ist in 2024 an Veranstaltungen speziell für die vulnerable Gruppe der Kinder aufzusuchen, wie im April der Klima Tag im Kölner Zoo und der Weltkindertag im September. Weitere Fachvorträge, die vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt sowie Gesundheitsamt auf externen Veranstaltungen gehalten wurden: • ZKA Fortbildung „Fit für’s Klimaanpassungsmanagement“ , digital, 26. Januar 2023 • Be zirksarbeitsgemeinschaft für Seniorenpolitik, Köln Mülheim, 14. Februar 2023 • V ortrag durch Prof. Dr. Beate Müller vor der Ärztekammer Nordrhein, Kreisstelle Köln, Februar 2023 • BEW Seminar „Erstellung & Umsetzung von Hitzeaktionsplänen in Kommunen“ , digital, 9. März 2023 • „ Hitzeaktionspläne – eine interdisziplinäre Aufgabe der Kommune“ , N iedersächsisches Landesgesundheitsamt, 8. Mai 2023 • „ Heiße Tage – Coole Tipps“ , Veranstaltung des AK Gesundheit und Prävention mit Stadt Köln, Hitzeaktionsplan, Köln Mühlheim, 26. Mai 2023 • S tadtteilfrühstück evangelisches Gemeindezentrum, Köln Pesch, 5. Juli 2023 • „ Die Arztpraxis im Klimawandel“ , öffentliche Antrittsvorlesung an der medizinischen Fakultät „Die Allgemeinmedizin im (Klima)Wandel“ durch Prof. Dr. Beate Müller, August 2023 • W orkshop für Studierende der Universität Göttingen, Köln Deutz, 4. September 2023 • Deutscher Kongress der Geographie, Frankfurt, 21. September 2023 • Off enes Seniorentreffen des SeniorenNetzwerks Neustadt-Süd, Köln, 25. September 2023 • W eb-Seminar „Schutz vor Hitze in Kommunen“ , digital, 14. November 2023 • KIX Konferenz IX Stadt der Zukunft, Universität Bonn, 21.November 2023 • S tädtedialog – Düsseldorf/Karlsruhe, digital, 23. November 2023 Interne Veranstaltungen: • AK Klimawandelanpassung, digital, 14. Juni 2023 • M itarbeitenden Veranstaltung des Dezernates VIII, Köln Deutz, September 2023 • Am tsleitertagung, Köln, 21. November 2023 Abbildung 17: Vortrag bei der Neueröffnung der Hochschulambulanz Allgemeinmedizin am Uniklinikum Köln. 33 32 5. Ausblick auf das Jahr 2024 Der Kölner Hitzeaktionsplan ist dynamisch und setzt eine kontinuierliche Aktualisierung und Fortschreibung voraus. Weitere vulnerable Gruppen werden aufgenommen und maßgeschneiderte Aktivitäten entwickelt. Für das Jahr 2024 ist vorgesehen neben der Fortführung von bereits entwickelten M aßnahmen den Fokus auf (Klein-) Kinder zu richten. So soll beispielsweise Informations- material für Schulen und Veranstaltungen wie dem KlimaTag im Zoo und dem Weltkindertag erarbeitet und verbreitet werden. Zudem ist die Fortführung der Hitzespaziergänge und des Hitzetelefons sowie die erneute Information der Ärzteschaft über die Kassenärztliche Vereinigung vorgesehen. Auch die Information und Kommunikation der stadtweiten Bevölkerung mit unterschiedlichen Medien ist weiterhin ein essenzieller Bestandteil. Der Runde Tisch Hitzeaktionsplanung wird in einem regelmäßigen Turnus von zwei V orbereitungstreffen im Frühjahr und einem Evaluationstreffen im Herbst jährlich fortgeführt. Abkürzungsverzeichnis Abbkürzung Begriff Abb. Abbildung DWD Deutscher Wetterdienst e. V. eingetragener Verein HAP-Köln Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln IHPH Institut für Hygiene & Public Health (des Universitätsklinikums Bonn) KAM Klimaanpassungsmanagement KE Kernelement km² Quadratkilometer KV Kassenärztlichen Vereinigung LZG. NRW Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen m Meter NRW Nordrhein-Westfalen SVK Seniorenvertretung Köln UBA Umweltbundesamt UVA Umwelt- und Verbraucherschutzamt Köln UV Ultraviolettstrahlung WHO Weltgesundheitsorganisation ZKA Zentrum KlimaAnpassung z. B. zum Beispiel °C Grad Celsius Die Oberbürgermeisterin Umwelt- und Verbraucherschutzamt Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Titel: horstgerlach/iStock.com; S. 7: anna/stock.adobe.com 13-St/213-24/57/05.2024 Kontakt Stadt Köln Umwelt- und Verbraucherschutzamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln 57-hitzeaktionsplan@stadt-koeln.de
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    Dezernat, Dienststelle VIII/57/574 Vorlagen-Nummer 04.06.2024 1471/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 11.06.2024 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 13.06.2024 Jahresbericht 2023 zum Hitzeaktionsplan Köln Der Rat der Stadt Köln hat am 08.12.2022 die Fortführung der Hitzeaktionsplanung beschlossen (Vorlage 2388/2022). Der „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ (Laufzeit: 01.2019 bis 06.2022) ist daraufhin im Jahr 2023 aus der Pro- jektphase in die Verstetigung übergegangen. Sie ist in das Verwaltungshandeln inte- griert und auf weitere vulnerable Gruppen ausgeweitet worden. Die Verwaltung wurde beauftragt, jährlich über die Umsetzung der Maßnahmen zu be- richten. Die Ergebnisse der Hitzeaktionsplanung aus dem Jahr 2023 sind in dem bei- gefügten Jahresbericht dokumentiert. Dieser wird hiermit zur Kenntnisnahme vorge- legt. Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf

  1. 11.06.2024

    Gesundheitsausschuss

    TOP 6.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 13.06.2024 zuletzt

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 7.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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