2930/2021
Multilingualität von Anfang an - Übersicht Mehrsprachige Angebote in Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162 Vorlagen-Nummer 30.08.2021 2930/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 30.08.2021 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 30.08.2021 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 02.09.2021 Bezirksvertretung 7 (Porz) 02.09.2021 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 02.09.2021 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 06.09.2021 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 06.09.2021 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 06.09.2021 Jugendhilfeausschuss 07.09.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 09.09.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 23.09.2021 Integrationsrat 28.09.2021 Wirtschaftsausschuss 30.09.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 30.09.2021 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 08.10.2021 „Multilingualität von Anfang an -Aktuelle Übersicht zu Angeboten und Sprachfördermöglichkeiten von Mehrsprachigkeit in der Stadt Köln„ Das Projekt Bildungskoordination für Neuzugewanderte hat eine Angebotsübersicht erstellt, die die Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit im Alter von 0 bis 27 Jahren darstellt. Diese Übersicht zeigt einen Ausschnitt der vorhandenen Bildungsangebote und Sprachfördermög- lichkeiten in der Kölner Bildungslandschaft und stellt eine Momentaufnahme dar. Es wurden die An- gebote aufgenommen, die Mehrsprachigkeit explizit berücksichtigen und fördern. Hierzu zählen keine Angebote, die zur Erweiterung einer (freiwilligen) Fremdsprache dienen. Fokussiert wurden die Angebote auf die Bereiche der frühen Bildung sowie der schulischen und der außerschulischen Bildung. Die Übersicht ist aufgeteilt in • gesetzliche Grundlagen 2 • frühe Bildung • Primarbildung • Sekundarstufe I • Sekundarstufe II • außerschulische Bildung Sie ist online abrufbar unter https://www.ki-koeln.de/assets/Multilingualitaet-von-Anfang-an-2021-mit- Deckblatt.pdf und dieser Mitteilung als Anlage beigefügt. Gez. Reker
Multilingualität von Anfang an_2021_mit Deckblatt
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1
Multilingualität von Anfang an
Aktuelle Übersicht zu Angeboten und
Sprachfördermöglichkeiten von Mehrsprachigkeit in
der Stadt Köln
2
Multilingualität von Anfang an
Stand 30.06.2021
Inhaltsverzeichnis
1 Voraussetzungen und gesetzliche Grundlagen ....................................................... 3
2 Frühe Bildung .......................................................................................................... 4
3 Primarbildung .......................................................................................................... 7
4 Sekundarstufe I ..................................................................................................... 10
5 Sekundarstufe II .................................................................................................... 11
6 Außerschulische Bildung ....................................................................................... 11
6.1 ZMI .................................................................................................................. 11
6.2 Museen ........................................................................................................... 12
6.3 Stadtbibliothek ................................................................................................. 12
6.4 Interkulturelle Zentren der Stadt Köln .............................................................. 13
7 Fazit ....................................................................................................................... 16
Herausgeberin:
Stadt Köln
Kommunales Integrationszentrum
Kleine Sandkaul 5
50667 Köln
Kontakt: KI@stadt-koeln.de
Das Dokument ist unter https://www.ki-koeln.de/downloads/ in digitaler Form abrufbar
3
Diese Übersicht gewährt einen Einblick in die vorhandenen Bildungsangebote und
Sprachfördermöglichkeiten in Köln, die Mehrsprachigkeit explizit berücksichtigen und
fördern. Fokussiert werden hierbei die Angebote in den Bereichen der frühen Bildung
sowie der schulischen und der außerschulischen Bildung. Die Angebote richten sich
an Kinder, Jugendliche und (junge) Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren.
Die Auflistung der Angebote ist nicht abschließend zu betrachten und aufgrund der
Menge an Angeboten kann hier nur ein Ausschnitt der Angebote dargestellt werden.
1 Voraussetzungen und gesetzliche Grundlagen
„(1) Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf
gerichtet sein muss, (…) dem Kind Achtung vor seinen Eltern, seiner kulturellen
Identität, seiner Sprache und seinen kulturellen Werten, den nationalen Werten des
Landes, in dem es lebt, und gegebenenfalls des Landes, aus dem es stammt, sowie
vor anderen Kulturen als der eigenen zu vermitteln (…)“ (UN-Kinderrechtskonvention,
Artikel 29, 1c)
Die Voraussetzungen für den Ausbau der Förderung der Multilingualität in der Frühen
Bildung sowie dem Primar- und Sekundarbereich werden in den EU-Bildungszielen1,
in den Bildungsgrundsätzen NRW für Kinder von 0 bis 10 Jahren, im
Kinderbildungsgesetz und im Schulgesetz NRW sowie in den Lehrplänen der
jeweiligen Schulformen in NRW abgebildet. Die Charta der Grundrechte der EU, die
im Jahr 2000 angenommen und durch den Vertrag von Lissabon rechtsverbindlich
wurde, verbietet Diskriminierung aufgrund der Sprache (Artikel 21) und verpflichtet
die Union, die sprachliche Vielfalt zu achten (Artikel 22).2 Auch die UN-
Kinderrechtskonvention bildet eine wichtige Grundlage, Familiensprache(n) mit
kultureller Identität und hohem Bildungsstandard zu verknüpfen.3 Dies geht im
Idealfall und vor dem Hintergrund der rassismuskritischen Bildungsarbeit mit dem
Abbau eines monolingualen Habitus‘ der Bildungsinstitutionen (in Bezug auf die
(deutsche) Umgebungssprache) und einer gezielten Gleichbehandlung aller
(Familien-)Sprachen (im Sinne einer durchgängig multilingualen Sprachbildung)
durch eine flächendeckende bildungssprachliche Förderung einher.
Aus der Bevölkerungsstatistik der Stadt Köln (Stand März 2020) geht hervor, dass
der Anteil der potenziell mehrsprachigen Kinder in den letzten zehn Jahren deutlich
zugenommen hat.4 Damit steigt der Bedarf an Bildungsangeboten, die das Potenzial
der Mehrsprachigkeit sinnvoll berücksichtigt und fördert. Auch bundesweit bestätigt
1 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2014.183.01.0026.01.DEU#ntc3-
C_2014183DE.01002901-E0003
2 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A52005DC0596
3Vgl.: https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention,
Artikel 29 c), d).
4 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-
haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf
4
das Statistische Bundesamt für das Jahr 2017, dass mehr als ein Drittel aller Kinder
eine Familiensprache oder mehr und Deutsch als Umgebungssprache erwerben.5
Im weiteren Verlauf werden nun die Angebote in den jeweiligen Bereichen (Frühe
Bildung, Primarbildung, Sekundarstufe I/II und außerschulische Bildung) aufgelistet.
2 Frühe Bildung
Im Bereich der frühen Bildung gibt es diverse Angebote in Bezug auf eine Förderung
der natürlichen Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen:
Bundesprogramm Sprach-Kitas, mit dem Angebote sprachlicher Bildung in
KiTa verbessert werden, u.a. durch eine Unterstützung durch KiTa-
Sprachfachkräfte oder gezielten Fortbildungen. Insgesamt nehmen in Köln 158
Kindertageseinrichtungen am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der
Schlüssel zur Welt ist“ teil. Davon sind 98 städtische Sprach-Kitas. Die Sprach-
Kitas werden fachlich unterstützt durch eine halbe Fachkraftstelle und begleitet
durch Sprachfachberatungen (insgesamt 11 Sprachfachberatungsstellen in
Köln), welche die Sprach-Kitas in den Themenfeldern des Bundesprogrammes
qualifizieren und beraten. Mehrsprachigkeit ist ein großes Themenfeld innerhalb
der Qualifizierung (Stand: 08.12.2020).
plusKITAs: In Köln werden 233 Kitas als plusKITA gefördert, davon sind 137
städtische plusKITAs. Hierbei handelt es sich um Kindertageseinrichtungen mit
einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf des
Bildungsprozesses insbesondere mit sprachlichem Förderbedarf unter
Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit.
Bilinguale und mehrsprachige KiTas, die eine bilinguale oder mehrsprachige
Erziehung im Sprachkonzept explizit verankert haben und bilinguale bzw.
mehrsprachige Gruppen anbieten. Nach dem Stand einer internen Recherche im
Jahr 2020 arbeiten in Köln etwa rund 70 Kitas mit bilingualem Konzept, die
meisten Deutsch – Englisch. Laut KiBiz kann die Mehrsprachigkeit von Kindern
auch durch die Förderung in bilingualen Kindertageseinrichtungen oder
bilingualer Kindertagespflege unterstützt werden. Die Stadt Köln fördert daher
seit 2017 den Ausbau von bilingualen Kindertageseinrichtungen in Köln. Diese
Förderung können die Kitas für Sprach- und Personal-Coaching sowie
bilinguales Arbeitsmaterial verwenden, um die Qualität ihrer bilingualen Konzepte
zu unterstützen.
Programm Rucksack-KiTa ist ein vom Verbund der Kommunalen
Integrationszentren Nordrhein-Westfalen (vormals RAAs) entwickeltes
Familienbildungsprogramm. Es wird landesweit koordiniert und verbreitet durch
die Landesweite Koordinierungsstelle KI NRW. Diese ist seit dem 01.04.2021
beim Dezernat 23 des MKFFI im Bereich frühkindliche Bildung angesiedelt. In
5 Steinlen/Piske: Mehrsprachigkeitansätze in vorschulischen Bildungseinrichtungen. In: Fäcke/Meißner
(Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag,
Tübingen 2019, S. 276.
5
Köln betreut das kommunale Integrationszentrum das Programm.
Eltern, die sowohl ihre Herkunftssprache als auch die deutsche Sprache gut
beherrschen, werden in der katholischen Familienbildungsstätte zu
Elternbegleiter*innen ausgebildet. Jede Elternbegleiter*in leitet eine Elterngruppe
aus 7 bis 10 Eltern an, deren Kinder die KiTa besuchen.
Zurzeit bestehen 19 Gruppen in Kindertagestätten und Familienzentren (siehe
Auflistung) Die Rucksack-Gruppen werden in sprachhomogenen türkischen
Gruppen in der türkischen Sprache und in sprachheterogenen Gruppen in der
deutschen Sprache angeleitet. Bei Bedarf können auch Gruppen in
sprachhomogenen Gruppen anderer Herkunftssprachen eingerichtet werden.
„Rucksack" verfolgt zwei Ziele: die Förderung der Sprachentwicklung von
Kindern in der deutschen und in der Herkunftssprache und die Förderung der
Erziehungskompetenz ihrer Eltern (Familienbildung). Rucksack zielt auf die
Förderung der Herkunftssprachenkompetenz durch die Eltern, auf die Förderung
der deutschen Sprache durch das pädagogische Personal und auf die Förderung
der allgemeinen kindlichen Entwicklung durch alle Beteiligte ab.
Die Kindertagesstätten und Schulen übernehmen die Verantwortung für die
Sprachentwicklung der Kinder und entwickeln ein Konzept für Mehrsprachigkeit
und Interkulturalität. In diesem Rahmen öffnen sie sich für die teilhabende Rolle
der Eltern.
Folgende Kitas nehmen am Programm teil:
- Städtische Kindertageseinrichtung Niehler Straße
- Städtische Kindertageseinrichtung Allerstraße
- Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Theodor-Brauer
Straße
- Städtische Kindertageseinrichtung Böckingstraße (Neustart im Aufbau)
- KiTa Sonnenstrahlen CSH Knaufstraße
- Familienzentrum Haus der kleinen Forscher, Graf-Adolfstraße
- SKM Familienzentrum Buchforst
- SKM Familienzentrum Vingst
- Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Flemingstraße
(Neustart im Aufbau)
- Städtische Kindertageseinrichtung Abendrothstr. (Neustart geplant)
- SKM Familienzentrum Höhenhaus St. Hedwig, Van-Ketteler-Straße
- Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Berliner Straße
- FRÖBEL-Kindergarten & Familienzentrum Tausendfüßler
- Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Charlierstraße
- Städtische Kindertageseinrichtung Kalk-Mülheimer-Straße
- Städtische Kindertageseinrichtung Josef-Boschbach-Weg
- Städtische Kindertageseinrichtung Änne-Schulte-Str.
- Städtische Kindertageseinrichtung Kastanienweg (Neustart im Aufbau)
- Städtische Kindertageseinrichtung Neiße Straße
Darüber hinaus ist bekannt bzw. gängige Praxis, dass manche Einrichtungen
bzw. Familienzentren mehrsprachige Vorlesetage (z.B. durch Einbindung
der Herkunftssprachen der Eltern) anbieten.
6
Es gibt mehrsprachige Spielgruppen in einigen KiTas und Familienzentren.
Der Einsatz von mehrsprachigen Büchern, Kinderliedern und Medien ist
weit verbreitet.
Alle Fachkräfte in den städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen an einer
Fortbildung zur „Language Route“ teil, die in einem Modul
Mehrsprachigkeit explizit aufgreift. Darüber hinaus bietet die Stadt Köln für
ihre städtischen Mitarbeiter*innen in den KiTas weitere thematische
Fortbildungen an, in denen das Thema Mehrsprachigkeit berücksichtigt wird.
Im Beobachtungs- und Dokumentationsbogen BASiK, welcher in
städtischen KiTas im Einsatz ist, werden mehrsprachige Kinder berücksichtigt.
Mehrsprachigkeit ist ein fester Bestandteil des Sprachkonzeptes in städtischen
Kindertageseinrichtungen (s. Qualitätshandbuch S. 76-77). In allen Kitas in
NRW muss die Sprachentwicklung der Kinder durch verbindlich vorgegebene
Verfahren unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit beobachtet und
dokumentiert werden: „Die Sprachentwicklung soll im Rahmen der
bestehenden Möglichkeiten auch in anderen Familiensprachen beobachtet
und gefördert werden.“ (§19 (4) KiBiz)
Das alternative Verfahren zu BaSiK Ü3 für Kinder mit anderen Erstsprachen
als Deutsch ist Sismik.
Konzept „Gelebte Mehrsprachigkeit“ 6 (ZMI). Mehrsprachigkeit und
Interkulturalität stellen fächerübergreifende Erziehungsprinzipien dar. Es gibt
vorhandenes Material, welches die Fachkräfte in KiTa und Schule nutzen
können, siehe z.B. Zungenbrecher, Lieder, Kinder- und Abzählreime,
Bewegungsspiel in 13 Sprachen7.
Das ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit arbeitet sehr eng mit dem
Jugendamt, mit dem Sachgebiet Qualitätssicherung, Therapeutische
Grundsatzangelegenheiten, Sprachförderung und Frühförderung zusammen.
So wurde 2018 für städtische Erzieherinnen und Erzieher eine
Fachveranstaltung „Bei uns ist Mehrsprachigkeit willkommen!“
angeboten. Die geplante Veranstaltung „Mehrsprachigkeit und Elternarbeit“
2020 musste aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden. Sobald
Veranstaltungen wieder möglich sind, wird sie nachgeholt. Weiterführende
Informationen werden auf der Homepage des ZMI für KiTas bereitgestellt:
https://zmi-koeln.de/mehrsprachigkeit-in-koelner-kitas/
6 https://www.bezreg-
koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit.pdf
7 https://www.bezreg-
koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit_zeh
n_sprachen.pdf
7
Das ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration hat auf Initiative des
Integrationsrates einen Imagefilm für die Mehrsprachigkeit in Kölner Kitas
erstellt. Der Film ist online abrufbar unter: https://zmi-
koeln.de/mehrsprachigkeit-in-koelner-kitas/
3 Primarbildung
Welche Angebote gibt es an Kölner Grundschulen in Bezug auf eine Förderung der
natürlichen Mehrsprachigkeit (Programme, Konzepte sowie Fortbildungsangebote für
Fachkräfte)?
Herkunftssprachlicher Unterricht ist ein freiwilliges und kostenloses Angebot
des Landes NRW und wird in Köln8 in insgesamt 18 Sprachen (Albanisch,
Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch-
Kurmanci, Kurdisch-Sorani, Persisch (Farsi), Polnisch, Portugiesisch, Romanes,
Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Twi) angeboten. Eine Auflistung der
Standorte befindet sich auf der Homepage des Schulamts für die Stadt Köln9.
KOALA (Koordinierte Alphabetisierung im Anfangsunterricht) wird
inzwischen auch im 3. und 4. Schuljahr fortgeführt und ist mehr als eine
koordinierte Alphabetisierung. Der Unterricht in der Herkunftssprache und der
Regelunterricht werden inhaltlich und methodisch koordiniert. Beide Sprachen
sind Unterrichts- und Erklärsprachen; sie werden strukturiert gegenübergestellt.
Es wird ein Anstoß für interkulturelles Lernen zwischen den kooperierenden
Lehrkräften und den Kindern gegeben. Alle in der Klasse vorhandenen
Herkunftssprachen werden berücksichtigt, um das gesamtsprachliche Repertoire
der Schüler*innen zu fördern. Die Lehrkraft und die Lehrperson für den HSU
Unterricht kooperieren miteinander.
Aktuell arbeiten folgende Schulen mit dem KOALA-Konzept:
- GGS Florianschule (Deutsch-Türkisch)
- GGS Halfengasse (Deutsch-Türkisch)
- KGS Michael-Ende (Deutsch-Türkisch)
- KGS Am Portzenacker (Deutsch – Türkisch)
- GGS Weimarer Straße (Deutsch-Türkisch)
- GGS Johannesschule (Deutsch-Türkisch)
- GGS An St. Theresia (Deutsch-Türkisch)
- GGS St.Nikolaus (Deutsch-Türkisch)
- GGS Erlenweg (Deutsch-Türkisch)
- GGS Ernstbergstraße (Deutsch-Türkisch, Deutsch-Russisch
- GGS Alte Wipperfürther Str. (Deutsch-Türkisch)
- GGS Lustheider Str. (Deutsch-Türkisch)
- Förderschule Brehmstraße (Deutsch-Türkisch)
GGS Gartenstadt (Deutsch-Türkisch)
8 https://www.stadt-koeln.de/service/produkte/20166/index.html
9 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf40/Schulamt/herkunftssprachlicher -unterricht-
schulen.pdf
8
Bilinguale Schulen
Schulen mit einem bilingualen Schulkonzept verfügen über einen Zweig, in dem
die Kinder in der deutschen sowie einer weiteren Sprache unterrichtet werden.
Auch der Unterricht außerhalb des Sprachunterrichts findet zu einem Teil in der
weiteren Sprache statt.
- GGS Braunsfeld (Deutsch – Französisch)
- KGS Zugweg (Deutsch – Italienisch)
- KGS Trierer Straße (Deutsch – Spanisch)
- GGS Alzeyer Straße (Deutsch – Türkisch)
- GGS Vincenz-Statz (Deutsch – Italienisch)
- GGS Westerwaldstraße (Deutsch – Italienisch)
- GGS Annastraße (Deutsch – Englisch)
Verbund Kölner Europäischer Grundschulen (insgesamt 16 Schulen)
Die Schulen im Verbund sind vielsprachige Schulen, die alle Sprachen
wertschätzen und die sprachliche Bildung aller Kinder unter Einbeziehung ihrer
Herkunftssprache stärken und fördern. Siehe Grundsätze in den Leitlinien für
Mehrsprachigkeit10.
- GGS Alte Wipperfürther Straße
- GGS Ernstbergstraße
- GGS An St. Theresia
- GGS Erlenweg
- GGS Lustheider Str.
- GGS Sankt-Nikolaus-Schule
- GGS Halfengasse
- FÖS Brehmstraße
- KGS Am Porzenacker
- GGS Braunsfeld (Deutsch – Französisch)
- KGS Zugweg (Deutsch – Italienisch)
- KGS Trierer Straße (Deutsch – Spanisch)
- GGS Alzeyer Straße (Deutsch – Türkisch)
- GGS Vincenz-Statz (Deutsch – Italienisch)
- GGS Westerwaldstraße (Deutsch – Italienisch)
- GGS Annastraße (Deutsch – Englisch)
Rucksack Schule
Das Programm Rucksack-Schule ist konzeptionell gesehen die Weiterführung des
Programms Rucksack-KiTa für Grundschulen mit eigenen thematischen
Schwerpunkten. Es hat als Familienbildungsprogramm die gleichen Ansätze und
Ziele wie Rucksack-KiTa (siehe Abschnitt „frühe Bildung“).
10 https://zmi-koeln.de/wp-content/uploads/2019/01/leitlinien-VKEG_web.pdf
9
Organisatorisch ist es seit dem 01.04.2021 an die Landesstelle Schulische
Integration (LaSI) der Bezirksregierung Arnsberg angebunden und wird in Köln
vom Kommunalen Integrationszentrum koordiniert. Derzeit gibt es in Köln 10
Gruppen an 11 Schulen.
Folgende Grundschulen nehmen am Programm teil:
KGS Lukasschule
GGS Nibelungenstraße (2 Gruppen)
Paul-Klee-Schule GGS (derzeit inaktiv, Neustart in Bearbeitung)
GGS St. Nikolaus
Rheinschule GGS Mülheimer Freiheit
KGS Horststraße
GGS Kopernikusstraße
GGS Ahlwipp (geteilte Gruppe mit KGS St. Mauritius)
KGS St. Mauritius (geteilte Gruppe mit GGS Ahlwipp)
GGS Heinzelmännchen Schule
James-Krüss-Schule
GGS Soldinerstrstraße (Start des Programm ab Schuljahr 2021/2022)
Konzept „Gelebte Mehrsprachigkeit“11 (ZMI). Mehrsprachigkeit und
Interkulturalität stellen fächerübergreifende Erziehungsprinzipien dar. Es gibt
vorhandenes Material, die Fachkräfte in KiTa und Schule nutzen können, siehe
z.B. Zungenbrecher, Lieder, Kinder- und Abzählreime, Bewegungsspiel in 13
Sprachen12.
Es gibt interkulturelles Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte in der Grundschule
zum Sprachenvergleich, z.B. das Heft: „Meine Sprachen und Kulturen“ von der
Bezirksregierung Köln/ZMI zum Einsatz im Unterricht13.
Das ZMI/Bezirksregierung Köln organisieren mehrsprachige Lesekonzerte
/Wettbewerbe in Grundschulen, z.B. GEDICHTE DICHTEN mit der
Stadtbibliothek (siehe auch unter „außerschulische Bildung“).
11 https://www.bezreg-
koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit.pdf
12 https://www.bezreg-
koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit_zeh
n_sprachen.pdf
13 https://www.bezreg-
koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_meine_sprachen_und_kulture
n.pdf
10
4 Sekundarstufe I
Welche Angebote gibt es an Kölner weiterführenden Schulen in Bezug auf
Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit?
Herkunftssprachlicher Unterricht ist ein freiwilliges und kostenloses Angebot
des Landes NRW und wird in Köln14 in insgesamt 18 Sprachen (Albanisch,
Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch-
Kurmanci, Kurdisch-Sorani, Persisch (Farsi), Polnisch, Portugiesisch, Romanes,
Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Twi) angeboten. Eine Auflistung der
Standorte findet sich auf der Homepage des Schulamts der Stadt Köln15. Unter
bestimmten Voraussetzungen kann der Hauptschulabschluss auch ohne
Sprachprüfung vergeben werden; siehe Erlass Nr. 13-61 Nr. 1.516.
Wahlpflichtfach ab Klasse 5
Hauptschulen
- Baadenberger Str. (Ehrenfeld): Englisch und Türkisch ab Kl. 5
Realschulen
- Englisch und Französisch
Gymnasium
- Deutzer Gymnasium Schaurtestr.: Russisch ab Klasse 11
- Friedrich – Wilhelm – Gymnasium (Altstadt – Süd) Alt – Griechisch ab Kl. 9
- Gymnasium Kreuzgasse (Neustadt – Nord) AG Chinesisch, Hebräisch
- Erzbischöflische Ursulinenschule (Altstadt – Nord) AG Chinesisch
- Liebfrauenschule (Lindenthal) Italienisch
- Montessori – Gymnasium (Bickendorf) Italienisch ab Kl. 7
- Leonardo – da – Vinci – Gymnasium (Nippes) Chinesisch/Spanisch ab der
EF
- Lessing Gymnasium (Zündorf) Italienisch ab Klasse 9
- Heinrich – Heine – Gymnasium (Ostheim) Italienisch ab Kl. 8
- Rhein – Gymnasium (Mülheim) Italienisch ab EF
- Genoveva – Gymnasium (Mülheim) Türkisch ab Kl. 8
- Ferdinand Franz Wallraf Gymnasium (Buchheim) Türkisch ab Klasse 7
Gesamtschulen
- Englisch, Französisch, Spanisch, Latein (die gängigsten)
- BilinGO-Campus (Altstadt – Nord) Englisch
- Europaschule Köln (Zollstock) Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch
und Russisch ab Kl. 5
Italienisch, Niederländisch als neueinsetzende Fremdsprache in Kl. 11
14 https://www.stadt-koeln.de/service/produkte/20166/index.html
15 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf40/Schulamt/herkunftssprachlicher-unterricht-
schulen.pdf
16 https://bass.schul-welt.de/257.htm
11
- Offene Schule Köln (Hahnwald) Italienisch ab Kl. 8
- Heinrich–Böll–Gesamtschule (Chorweiler)Türkisch ab Kl. 6
- Lisa–Meitner–Gesamtschule (Finkenberg) Türkisch ab Kl. 6
- Katharina–Henoth–Gesamtschule (Höhenberg) Türkisch ab Kl. 6-13
- Gesamtschule Holweide Türkisch ab Kl. 8
- Willy–Brandt–Gesamtschule (Höhenhaus) Türkisch Kl. 6
5 Sekundarstufe II
Sprachförderung in der Sekundarstufe II umfasst Programme der Deutschförderung
bzw. Fremdsprachenförderung. Es gibt keine Förderung der natürlichen
Mehrsprachigkeit.
Schüler*innen, die in der Sekundarstufe I regelmäßig am herkunftssprachlichen
Unterricht teilgenommen haben, legen am Ende ihres Bildungsgangs eine
Sprachprüfung nach § 5 Abs. 3 APO-S I auf der Anspruchsebene des angestrebten
Abschlusses ab17. Herkunftssprachlicher Unterricht wird in der Sekundarstufe II nicht
angeboten.18
Eine Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) zu Beginn der Sekundarstufe II ist
grundsätzlich möglich. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt ausländischen oder
ausgesiedelten Schüler*innen durch eine Sprachfeststellungsprüfung die Möglichkeit,
ihre Herkunftssprache anstelle einer Pflichtfremdsprache anerkennen zu lassen.19
Über die Zulassung entscheidet die obere Schulaufsicht.20 Laut Verfügung der
Bezirksregierung Düsseldorf vom 18.05.2016 besteht für Schüler*innen im
Seiteneinstieg in der Internationalen Förderklasse nicht die Notwendigkeit, eine
Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) abzulegen.21
6 Außerschulische Bildung
Einige außerschulische Akteure und Institutionen, wie z.B. das ZMI-Köln, einige
Kölner Museen oder auch die Stadtbibliothek bieten ebenfalls verschiedene
Bildungsangebote zur Stärkung der Mehrsprachigkeit an.
6.1 ZMI
Am letzten Dienstag im Januar findet traditional das Sprachfest des ZMI zu
unterschiedlichen Themenschwerpunkten der Mehrsprachigkeit statt. Mehr als 200
Akteur*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Elementare Bildung und
Schule kommen zusammen. Das Motto des Sprachfestes ist gleichzeitig auch das
17 In Ausnahmefällen kann eine Sprachprüfung auch dann abgelegt werden, wenn der HSU in der
Sek. I nicht regelmäßig besucht wurde; Voraussetzung ist, dass noch keine Integration in den
Englischunterricht erfolgt ist.
18 BASS 13-63 Nr. 3
19 https://www.schulministerium.nrw.de/themen/schulsystem/unterricht/lernbereiche -und-
unterrichtsfaecher/fragen-und-antworten-zur (13.11.2020)
20 BASS 13 – 61 Nr. 1
21 Verfügung Bezirksregierung Düsseldorf, 18.05.2016 „Sprachfeststellungsprüfung der Schülerinnen
und Schüler aus Internationalen Förderklassen“
12
Thema der Festrede. Anschließend findet eine moderierte Podiumsdiskussion mit
unterschiedlichen Akteur*innen sowie Raum für Vernetzung und Austausch statt.
„Fortbildungstag Deutsch – Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache“
findet seit 2010 jährlich Mitte November im Wechsel an der Universität zu Köln und
der Universität Bonn statt und wird in Kooperation mit den Universitäten Bonn und zu
Köln, den Volkshochschulen Bonn und Köln sowie dem ZMI durchgeführt. Die mehr
als 250 Besucher*innen können am Vormittag sowie am Nachmittag zwei von
insgesamt 22 Workshops zur Teilnahme auswählen, die wichtige Aspekte des DaZ-
Unterrichts wie z.B.: Individuelle Mehrsprachigkeit im Unterricht nutzen,
Leseförderung, sprachsensibler Fachunterricht, Grammatikvermittlung, freies
Sprechen oder phonologische Bewusstheit umfassen. Sowohl kreative Formen des
Sprachenlernens aus der Theater- und Dramapädagogik als auch die
Auseinandersetzung mit Songtexten oder Poetry Slam werden erprobt und der
sinnvolle Einsatz neuer Medien wie beispielsweise Apps diskutiert. Es wird zudem
auch immer ein Plenarvortrag angeboten.
Der Integrationsrat der Stadt Köln organisierte gemeinsam mit dem
Landesintegrationsrat NRW, dem ZMI, dem Arbeitskreis „Herkunftssprachliche
bilinguale Kitas in Köln“ des Integrationsrates Köln und dem Kommunalen
Integrationszentrum eine Veranstaltungsreihe „Mehrsprachigkeit im Gespräch -
Praxis trifft Wissenschaft, trifft Politik.“ Mehr als 170 pädagogische Fachkräfte,
Eltern, Vertretungen von Kita-Trägern, Auszubildende, Kinder-ärztinnen und –ärzte
und Therapeut*innen folgen den Gesprächen und können sich an der Diskussion
beteiligen.
6.2 Museen
Das ZMI arbeitet von Anfang an eng und erfolgreich mit außerschulischen
Akteur*innen in der Kölner Bildungslandschaft zusammen, um für Mehrsprachigkeit
zu sensibilisieren und diese zu fördern. So wurden bereits mit dem Museumsdienst
der Stadt Köln Fortbildungen für Lehrkräfte, Workshops für Schüler*innen eines
Berufskollegs, aus Klassen des Herkunftssprachlichen Unterrichts sowie bilingualer
Schulen realisiert.
Folgende Projekte mit Lehrkräften sowie Schüler*innen aus dem Verbund Kölner
europäischer Grundschulen wurden umgesetzti:
2018: „Kōrero mai – Grundschüler*innen erzählen Familiengeschichten“. Dieses
Projekt thematisiert Sprache und Kommunikation im Zusammenhang mit Kultur und
regt Grundschüler*innen an, ihre eigene Lebenswelt zu erforschen, indem
Familiengeschichten gesammelt und mit Hilfe selbsterstellter künstlerischer Artefakte
„erzählt“ werden. Die Projektteilnehmer*innen werden zu Akteur*innen des
Museums, indem sie ihre Projektergebnisse in der Schule und im Museum vorstellen.
6.3 Stadtbibliothek
Seit 2013 findet das Kölner Lesekonzert von der Arbeitsstelle Migration der
Bezirksregierung Köln im Rahmen des QuisS-Programms (Qualität in
sprachheterogenen Schulen) in Zusammenarbeit in der Stadtbibliothek statt.
Schüler*innen der Klassen 5 bis 9 und der Sprachfördergruppen von Kölner QuisS-
Schulen beteiligten sich mit auf der Grundlage des Generativen Schreibens selbst
geschriebenen Texten. Eine Jury wählt unter Mitwirkung des ZMI die
herausragendsten Texte aus. Die Autor*innen der Texte nehmen an einer
zweitägigen, vom ZMI geförderten Schreibwerkstatt teil. Es entstanden berührende
13
Texte und die Lehrkräfte berichteten von enormem Selbstvertrauen, das die
Schüler*innen während des Projektes entwickelt haben. Bei dem Lesekonzert lesen
die Schüler*innen vor ihren Familien und Lehrkräften sowie ihrem Freundeskreis ihre
eigenen Texte in Deutsch vor. Einige Autor*innen präsentierten ihre Texte auch in
ihren Familiensprachen.
Das Projekt GEDICHTE DICHTEN begann im August 2017 und endete im März 2018
mit einer Abschlusspräsentation. Rund 1000 Grundschulkinder der dritten und/oder
vierten Klassen aus dem Verbund Kölner Europäischer Grundschulen verfassten
eigene Gedichte auf der Grundlage des Generativen Schreibens mit Gedichten von
Frantz Wittkamp und präsentieren sie auf einer Veranstaltung in Rahmen der
lit.kid.COLOGNE 2018. Vorausgegangen war ein Wettbewerb an Grundschulen des
Verbundes Kölner Europäischer Grundschulen. Bereichert wurde der Wettbewerb
durch jeweils eine Dichterlesung an jeder teilnehmenden Schule von Franz
Wittkamp, der seine Gedichte als Vorlage für die Arbeit der Schüler*innen zur
Verfügung stellte. Die kleinen Autor*innen nahmen an einer Performance-Werkstatt
teil, um sich auf den großen Auftritt am 15. März in der Comedia Colonia
vorzubereiten. Das Projekt wird alle zwei Jahre in Kooperation mit der Stadtbibliothek
in ausgewählten Bezirken durchgeführt.
Im Jahr 2018 wurde in Zusammenarbeit mit dem ZMI erneut der alle zwei Jahre
stattfindende mehrsprachige Lese- und Erzählwettbewerb der Bezirksregierung
Köln durchgeführt. 900 Mädchen und Jungen aus dem ganzen Regierungsbezirk
Köln nahmen teil. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen sprachen und schrieben
diesmal auf Albanisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Türkisch und Deutsch.
Weitere Projekte und Angebote des ZMI finden Sie auf der Seite: www.zmi-koeln.de
6.4 Interkulturelle Zentren der Stadt Köln
Die Interkulturellen Zentren engagieren sich seit über 40 Jahren für die natürliche
Mehrsprachigkeit unterschiedlicher Zielgruppen und Altersgruppen im gesamten
Stadtgebiet. Die Stadt Köln fördert aktuell 39 Zentren.
Angebote für Kinder und Jugendliche:
Zentrum Stadtbezirk Angebot Alters-
gruppe
Inter-
kulturelles
Zentrum am
Kölnberg,
Caritasver-
band für die
Stadt Köln
e.V.
Rodenkirchen Mama/Papa liest – Begleitung der
Kinder- und Jugendbibliothek in
Meschenich durch rumänische
Muttersprachler*innen, wöchentliches
Vorleseangebot (Rumänisch)
2 - 10 Jahre
Das „Bücherrad“ – Sprachvielfalt auf
Rädern – Stärkung der Eltern-Kind-
Beziehung durch gemeinsames Lesen
in der Herkunftssprache
(Arabisch, Englisch, Italienisch,
Französisch, Rumänisch)
2 - 10 Jahre
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Polylino (Angebot in Planung) – digitales
mehrsprachiges Bilderbuchangebot im
Rahmen der Übermittagsbetreuung
6 - 14 Jahre
Familienwelt
e.V.
Porz Russisch – Fortgeschrittene 8 - 10 Jahre
Russisch – Fortgeschrittene 8 - 10 Jahre
Russisch – Buchstaben, Lesen und
Schreiben lernen
4 - 5 Jahre
Russisch – Buchstaben, Lesen und
Schreiben
4 - 5 Jahre
Vorbereitung auf die Schule in
Russisch
3 - 4 Jahre
Mutter – und Kind Spielen und singen in
Russisch
1 - 3 Jahre
Malen – drei Gruppen – Hilfestellung auf
Russisch
8 - 13 Jahre
Malen – Hilfestellung auf Russisch 3 - 4 Jahre
Dt-
Spanischer
Kulturkreis
Antonio
Machado
e.V.
Altstadt-Süd /
Innenstadt
Spanisch
Spielgruppe für Kindern zwischen 3 und
7 Jahre auf Spanisch.
3 - 7 Jahre
Integrations-
haus e.V.
Kalk Brückenprojekte; muttersprachliche
Betreuung und Brückenprojekte
Englisch, Französisch, Arabisch,
Kurdisch, Farsi, Dari
6 Monate – 6
Jahre
„Querbeet“
Köln-Kalk,
Caritasver-
band für die
Stadt Köln
e.V.
Kalk Bulgarisch
Lerngruppen
Primarstufe
und Sek. I
Zurück in die
Zukunft e.V.
Nippes Arabisch in einer Lerngruppe Sek. I
BFmF e.V. Ehrenfeld Türkisch/
Arabisch Spiel- u. Krabbelgruppen
bis 3 Jahre
BFmF e.V.
Kita Amana
Ehrenfeld Translanguaging Konzept
Arabisch/Türkisch/Deutsch
U3 Kita
Aktion
Nachbarscha
ft e.V.
Ehrenfeld/
Bickendorf
Bildungspatenschafts-Projekt in
Englisch, Französisch, Kurdisch,
Türkisch im Aufbau für 2021
Primarstufe
und Sek. I
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Weitere Infos zu den Interkulturellen Zentren finden Sie hier: http://interkulturell.koeln/
und hier: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-
koeln/soziales/integration/interkulturelle-zentren
Kontakt: 0221-221-29296, gf-interkulturellezentren@stadt-koeln.de
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7 Fazit
Das Ziel der vorliegenden Übersicht ist es, Angebote und Aspekte der
Mehrsprachigkeit in der Stadt Köln sichtbar zu machen.
Die in der Einleitung dargestellten Voraussetzungen für den Ausbau der Förderung
der Multilingualität sind gesetzlich verankert. Diese Verpflichtung zum Ausbau der
entsprechenden Förderung wird von den Bevölkerungszahlen untermauert. In Köln
lebten im Jahr 2019 über 100.000 und damit fast 60% der Kinder und Jugendliche
mit Migrationsgeschichte. Der Ausbau der Förderung von Mehrsprachigkeit ist
unabdingbar.22
Die gleichzeitige Förderung der Familiensprachen und der Umgebungssprache
(Deutsch) ist im sprachsensiblen Alter zwischen 0 und 6 Jahren besonders ratsam,
da so Verzögerungen und Ausfälle im Spracherwerb vermieden werden. Mangelnde
Sprachförderung im frühen Alter, die sich später im Grundschulbereich bemerkbar
macht, ist nicht der sprachlichen oder kulturellen Vielfalt, sondern vielmehr den sozio-
ökonomischen Bedingungen zuzuordnen.23 Unter diesen Voraussetzungen lassen
sich sprachliche Lücken auch bei autochthon einsprachigen Kindern (in Deutschland
geborene deutsche Kinder ohne Einwanderungsgeschichte) beobachten. Frühe
Sprachförderung (z.B. in der Kita) unterstützt die Sprachentfaltung in der
Grundschule und damit auch die Bildung des Selbstbewusstseins der Kinder.
Gleichzeitig mit dem Spracherwerb beginnt die Entwicklung der Identität, die nur
durch die Annahme und Förderung aller sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in der
Kita gefördert werden kann.24 Diese Förderung hindert nicht das Deutschlernen,
sondern fördert das Sprachenlernen im Ganzen.
Der Erwerb der Schriftsprache ist eine wesentliche Errungenschaft in der
Bildungsbiografie, die auch wichtig für die Förderung der Mehrsprachigkeit ist. Das
bildungssprachliche Niveau einer Sprache wird insbesondere mit der Schrift
erworben; umso wichtiger ist daher auch der Unterricht in den Familiensprachen, um
eine sogenannte „ausgewogene Mehrsprachigkeit“ zu gewährleisten.25
Indem Regelangebote wie z.B. HSU im schulischen Alltag verankert und ausgeweitet
werden, sind erste Schritte für eine solide, zukunftsfähige Mehrsprachigkeit getan. Es
ist wünschenswert, diese Regelangebote künftig auch als versetzungsrelevant
anzuerkennen. Diese Angebote sind für die Bereiche der Primar- und Sekundarstufe
I vorhanden, in der Sekundarstufe II fehlen die Regelangebote, obwohl hier eine
Verstetigung und ein Ausbau der Mehrsprachigkeit dringend geboten wären.
Eine enge und gleichberechtigte Zusammenarbeit der HSU-Lehrkräfte mit allen
22 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-
haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf.
23 Piske/Steinlen: Mehrsprachigkeit als Herausforderung und Chance in der Grundschule. In:
Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke
Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.280.
24 Siehe Fußnote 23.
25 Riehl, Claudia Maria: Aspekte der Mehrsprachigkeit: Formen, Vorteil, Bedeutung. In: Becker -
Mrotzek/Bredel/Günther/Heints/Müller/Reiberg (Hg.): Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik. Reihe A.
Mehrsprachigkeit mach Schule. KöBes (4), Gilles und Francke Verlag, Duisburg, 2006. S. 20 f.
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anderen Sprachlehrkräften wären angebracht und notwendig, insbesondere um
curriculare Absprachen gemeinsam vorzunehmen und anzupassen.26
Wie diese Übersicht zeigt, bietet Köln in vielen Bereichen wertvolle Angebote, um die
natürliche Mehrsprachigkeit zu fördern. Fraglich ist dabei, wie bekannt die einzelnen
Angebote bei Familien, Multiplikator*innen und in Beratungsstellen sind und ob sie
wahrgenommen werden. Denkbar wäre, zukünftig Informationsmappen und -material
auch in Kinderarztpraxen und -kliniken auszulegen. Mehrsprachiges Print- und
Digitalmaterial zu Sprachförderung, Mehrsprachigkeit und HSU sollte bereitstehen
und z.B. in Kitas, Spielgruppen, Beratungsstellen, Interkulturellen Zentren und
weiteren Einrichtungen im Sozialraum verteilt werden. Besondere Hinweise sollten
auch zu bilingualen und mehrsprachigen Kitas und Spielegruppen erfolgen.
Die Kinder-Willkommen-Besuche in den Familien stellen im Rahmen eines
Hausbesuchs der Neugeborenen Informationen zu vielen Themen rund um das
Kinderalter zur Verfügung. Material zu natürlicher Mehrsprachigkeit und
entsprechenden Angeboten könnte gut angefügt werden. Die Informationen sollten
die mehrsprachige Erziehung in der Familie sowie später in Kita und Schule
umfassen.
Grundsätzlich werden eine Erweiterung und der Ausbau der Informationen zur
Sprachförderung in mehrsprachigen Familien zwingend erforderlich sein, um die
gesetzlichen Rahmenbedingungen auch weiterhin erfüllen zu können. Dieses
Informationsmaterial muss in vielen Sprachen zur Verfügung gestellt werden.
Nicht zuletzt kann der große Schatz der natürlichen Mehrsprachigkeit in Köln auch
nur so gehoben werden.
26 Vgl. dazu Fortbildungskonzeption für HSU-Lehrkräfte und Sprachlehrkräfte-Tandem vom ZMI
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Literatur
De Houwer, Annick: Integration und Interkulturalität in Kindertagesstätten und in
Kindergärten: Die Rolle der Nichtumgebungssprache für das Wohlbefinden von
Kleinkindern. In: Becker-Stoll/Kieferle/Reichert-Garschhammer/Wertfein (Hg.):
Kongressband: Inklusion und Partizipation. Vielfalt als Chance und Anspruch.
Manuskript für Teil 3, Inklusion und Interkulturalität.
Helot/Young: Parent power: parents as alinguistic an cultural resource at school. In:
Camilleri Grima, Antionette (Hg.): Promoting linguistic diversity and whole-school
development. European Center or Modern Languages. Council of Europe Publishing,
Strasbourg, 2007.
Hufeisen, Britta: Gesamtsprachencurriculum. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch
Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag,
Tübingen 2019, S. 84-87.
Fäcke, Christiane: Mehrkulturalitätsdidaktik. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch
Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag,
Tübingen 2019, S. 153-158.
Meißner, Franz-Joseph: Mehrsprachigkeitsdidaktik als Gegenstand der
Lehrerfortbildung. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und
Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.147-153.
Piske/Steinlen: Mehrsprachigkeit als Herausforderung und Chance in der
Grundschule. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und
Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.280-283.
Riehl, Claudia Maria: Aspekte der Mehrsprachigkeit: Formen, Vorteil, Bedeutung. In:
Becker-Mrotzek/Bredel/Günther/Heints/Müller/Reiberg (Hg.): Kölner Beiträge zur
Sprachdidaktik. Reihe A. Mehrsprachigkeit mach Schule. KöBes (4), Gilles und
Francke Verlag, Duisburg, 2006.
Steinlen/Piske: Mehrsprachigkeitansätze in vorschulischen Bildungseinrichtungen. In:
Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik,
Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.276-279.
Landesintrgrationsrat NRW: Natürliche Zwei- und Mehrsprachigkeit. Schlüssel zum
Schulerfolg, Düsseldorf, März 2020.
Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (Hg.): Eckpunkte zur Integration
von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Kölner Schulen, Köln, 2018.
Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (Hg.): Informationen zum
Herkunftssprachlichen Unterricht (HSU), Köln, 2020.
https://bass.schul-welt.de
https://www.bezreg-koeln.nrw.de
19
https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2018/DE/COM-2018-272-F1-DE-
MAIN-PART-1.PDF
https://eur-lex.europa.eu/legal-
content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2014.183.01.0026.01.DEU#ntc3-
C_2014183DE.01002901-E0003
https://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/854.php
https://www.fmks.eu/files/fmks/download/Produkte/000017FMKS_Leitfaden%20Kita
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https://www.kita.de/kitas
https://kommunale-integrationszentren-nrw.de/miks-ii-2017-2019
http://www.languageroute.de/
https://www.mkffi.nrw/sites/default/files/asset/document/bildungsgrundsaetze_januar
_2016.pdf
https://www.polylino.de/
https://www.schulentwicklung.nrw.de
https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-
kinderrechtskonvention
https://www.ew.uni-
hamburg.de/einrichtungen/ew1/vergleichende/diver/forschung/laufende-
projekte/miks/praxisbeispiele.html
https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-
haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf
https://zmi-koeln.de/mehrsprachiges-lernen-in-der-primarstufe/
i Hier ist nur eine Projektauswahl ab dem Jahr 2018 aufgelistet. Weitere Projekte aus den vergangenen Jahren
finden Sie auf der Homepage des ZMI: https://zmi-koeln.de/
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2930/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.09.2021
- Erstellt
- 17.08.2021 10:22