Multilingualität von Anfang an - Übersicht Mehrsprachige Angebote in Köln
Mitteilung Ausschuss 2930/2021 vom 24.09.2021
Stand: Am 08.10.2021 im Gremium „Runder Tisch für Flüchtlingsfragen“ beraten. Ein Ergebnis ist nicht angegeben.
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Multilingualität von Anfang an_2021_mit Deckblatt
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1 Multilingualität von Anfang an Aktuelle Übersicht zu Angeboten und Sprachfördermöglichkeiten von Mehrsprachigkeit in der Stadt Köln 2 Multilingualität von Anfang an Stand 30.06.2021 Inhaltsverzeichnis 1 Voraussetzungen und gesetzliche Grundlagen ....................................................... 3 2 Frühe Bildung .......................................................................................................... 4 3 Primarbildung .......................................................................................................... 7 4 Sekundarstufe I ..................................................................................................... 10 5 Sekundarstufe II .................................................................................................... 11 6 Außerschulische Bildung ....................................................................................... 11 6.1 ZMI .................................................................................................................. 11 6.2 Museen ........................................................................................................... 12 6.3 Stadtbibliothek ................................................................................................. 12 6.4 Interkulturelle Zentren der Stadt Köln .............................................................. 13 7 Fazit ....................................................................................................................... 16 Herausgeberin: Stadt Köln Kommunales Integrationszentrum Kleine Sandkaul 5 50667 Köln Kontakt: KI@stadt-koeln.de Das Dokument ist unter https://www.ki-koeln.de/downloads/ in digitaler Form abrufbar 3 Diese Übersicht gewährt einen Einblick in die vorhandenen Bildungsangebote und Sprachfördermöglichkeiten in Köln, die Mehrsprachigkeit explizit berücksichtigen und fördern. Fokussiert werden hierbei die Angebote in den Bereichen der frühen Bildung sowie der schulischen und der außerschulischen Bildung. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und (junge) Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren. Die Auflistung der Angebote ist nicht abschließend zu betrachten und aufgrund der Menge an Angeboten kann hier nur ein Ausschnitt der Angebote dargestellt werden. 1 Voraussetzungen und gesetzliche Grundlagen „(1) Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss, (…) dem Kind Achtung vor seinen Eltern, seiner kulturellen Identität, seiner Sprache und seinen kulturellen Werten, den nationalen Werten des Landes, in dem es lebt, und gegebenenfalls des Landes, aus dem es stammt, sowie vor anderen Kulturen als der eigenen zu vermitteln (…)“ (UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 29, 1c) Die Voraussetzungen für den Ausbau der Förderung der Multilingualität in der Frühen Bildung sowie dem Primar- und Sekundarbereich werden in den EU-Bildungszielen1, in den Bildungsgrundsätzen NRW für Kinder von 0 bis 10 Jahren, im Kinderbildungsgesetz und im Schulgesetz NRW sowie in den Lehrplänen der jeweiligen Schulformen in NRW abgebildet. Die Charta der Grundrechte der EU, die im Jahr 2000 angenommen und durch den Vertrag von Lissabon rechtsverbindlich wurde, verbietet Diskriminierung aufgrund der Sprache (Artikel 21) und verpflichtet die Union, die sprachliche Vielfalt zu achten (Artikel 22).2 Auch die UN- Kinderrechtskonvention bildet eine wichtige Grundlage, Familiensprache(n) mit kultureller Identität und hohem Bildungsstandard zu verknüpfen.3 Dies geht im Idealfall und vor dem Hintergrund der rassismuskritischen Bildungsarbeit mit dem Abbau eines monolingualen Habitus‘ der Bildungsinstitutionen (in Bezug auf die (deutsche) Umgebungssprache) und einer gezielten Gleichbehandlung aller (Familien-)Sprachen (im Sinne einer durchgängig multilingualen Sprachbildung) durch eine flächendeckende bildungssprachliche Förderung einher. Aus der Bevölkerungsstatistik der Stadt Köln (Stand März 2020) geht hervor, dass der Anteil der potenziell mehrsprachigen Kinder in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen hat.4 Damit steigt der Bedarf an Bildungsangeboten, die das Potenzial der Mehrsprachigkeit sinnvoll berücksichtigt und fördert. Auch bundesweit bestätigt 1 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2014.183.01.0026.01.DEU#ntc3- C_2014183DE.01002901-E0003 2 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A52005DC0596 3Vgl.: https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention, Artikel 29 c), d). 4 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und- haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf 4 das Statistische Bundesamt für das Jahr 2017, dass mehr als ein Drittel aller Kinder eine Familiensprache oder mehr und Deutsch als Umgebungssprache erwerben.5 Im weiteren Verlauf werden nun die Angebote in den jeweiligen Bereichen (Frühe Bildung, Primarbildung, Sekundarstufe I/II und außerschulische Bildung) aufgelistet. 2 Frühe Bildung Im Bereich der frühen Bildung gibt es diverse Angebote in Bezug auf eine Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen: Bundesprogramm Sprach-Kitas, mit dem Angebote sprachlicher Bildung in KiTa verbessert werden, u.a. durch eine Unterstützung durch KiTa- Sprachfachkräfte oder gezielten Fortbildungen. Insgesamt nehmen in Köln 158 Kindertageseinrichtungen am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Davon sind 98 städtische Sprach-Kitas. Die Sprach- Kitas werden fachlich unterstützt durch eine halbe Fachkraftstelle und begleitet durch Sprachfachberatungen (insgesamt 11 Sprachfachberatungsstellen in Köln), welche die Sprach-Kitas in den Themenfeldern des Bundesprogrammes qualifizieren und beraten. Mehrsprachigkeit ist ein großes Themenfeld innerhalb der Qualifizierung (Stand: 08.12.2020). plusKITAs: In Köln werden 233 Kitas als plusKITA gefördert, davon sind 137 städtische plusKITAs. Hierbei handelt es sich um Kindertageseinrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf des Bildungsprozesses insbesondere mit sprachlichem Förderbedarf unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit. Bilinguale und mehrsprachige KiTas, die eine bilinguale oder mehrsprachige Erziehung im Sprachkonzept explizit verankert haben und bilinguale bzw. mehrsprachige Gruppen anbieten. Nach dem Stand einer internen Recherche im Jahr 2020 arbeiten in Köln etwa rund 70 Kitas mit bilingualem Konzept, die meisten Deutsch – Englisch. Laut KiBiz kann die Mehrsprachigkeit von Kindern auch durch die Förderung in bilingualen Kindertageseinrichtungen oder bilingualer Kindertagespflege unterstützt werden. Die Stadt Köln fördert daher seit 2017 den Ausbau von bilingualen Kindertageseinrichtungen in Köln. Diese Förderung können die Kitas für Sprach- und Personal-Coaching sowie bilinguales Arbeitsmaterial verwenden, um die Qualität ihrer bilingualen Konzepte zu unterstützen. Programm Rucksack-KiTa ist ein vom Verbund der Kommunalen Integrationszentren Nordrhein-Westfalen (vormals RAAs) entwickeltes Familienbildungsprogramm. Es wird landesweit koordiniert und verbreitet durch die Landesweite Koordinierungsstelle KI NRW. Diese ist seit dem 01.04.2021 beim Dezernat 23 des MKFFI im Bereich frühkindliche Bildung angesiedelt. In 5 Steinlen/Piske: Mehrsprachigkeitansätze in vorschulischen Bildungseinrichtungen. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S. 276. 5 Köln betreut das kommunale Integrationszentrum das Programm. Eltern, die sowohl ihre Herkunftssprache als auch die deutsche Sprache gut beherrschen, werden in der katholischen Familienbildungsstätte zu Elternbegleiter*innen ausgebildet. Jede Elternbegleiter*in leitet eine Elterngruppe aus 7 bis 10 Eltern an, deren Kinder die KiTa besuchen. Zurzeit bestehen 19 Gruppen in Kindertagestätten und Familienzentren (siehe Auflistung) Die Rucksack-Gruppen werden in sprachhomogenen türkischen Gruppen in der türkischen Sprache und in sprachheterogenen Gruppen in der deutschen Sprache angeleitet. Bei Bedarf können auch Gruppen in sprachhomogenen Gruppen anderer Herkunftssprachen eingerichtet werden. „Rucksack" verfolgt zwei Ziele: die Förderung der Sprachentwicklung von Kindern in der deutschen und in der Herkunftssprache und die Förderung der Erziehungskompetenz ihrer Eltern (Familienbildung). Rucksack zielt auf die Förderung der Herkunftssprachenkompetenz durch die Eltern, auf die Förderung der deutschen Sprache durch das pädagogische Personal und auf die Förderung der allgemeinen kindlichen Entwicklung durch alle Beteiligte ab. Die Kindertagesstätten und Schulen übernehmen die Verantwortung für die Sprachentwicklung der Kinder und entwickeln ein Konzept für Mehrsprachigkeit und Interkulturalität. In diesem Rahmen öffnen sie sich für die teilhabende Rolle der Eltern. Folgende Kitas nehmen am Programm teil: - Städtische Kindertageseinrichtung Niehler Straße - Städtische Kindertageseinrichtung Allerstraße - Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Theodor-Brauer Straße - Städtische Kindertageseinrichtung Böckingstraße (Neustart im Aufbau) - KiTa Sonnenstrahlen CSH Knaufstraße - Familienzentrum Haus der kleinen Forscher, Graf-Adolfstraße - SKM Familienzentrum Buchforst - SKM Familienzentrum Vingst - Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Flemingstraße (Neustart im Aufbau) - Städtische Kindertageseinrichtung Abendrothstr. (Neustart geplant) - SKM Familienzentrum Höhenhaus St. Hedwig, Van-Ketteler-Straße - Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Berliner Straße - FRÖBEL-Kindergarten & Familienzentrum Tausendfüßler - Städtische Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Charlierstraße - Städtische Kindertageseinrichtung Kalk-Mülheimer-Straße - Städtische Kindertageseinrichtung Josef-Boschbach-Weg - Städtische Kindertageseinrichtung Änne-Schulte-Str. - Städtische Kindertageseinrichtung Kastanienweg (Neustart im Aufbau) - Städtische Kindertageseinrichtung Neiße Straße Darüber hinaus ist bekannt bzw. gängige Praxis, dass manche Einrichtungen bzw. Familienzentren mehrsprachige Vorlesetage (z.B. durch Einbindung der Herkunftssprachen der Eltern) anbieten. 6 Es gibt mehrsprachige Spielgruppen in einigen KiTas und Familienzentren. Der Einsatz von mehrsprachigen Büchern, Kinderliedern und Medien ist weit verbreitet. Alle Fachkräfte in den städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen an einer Fortbildung zur „Language Route“ teil, die in einem Modul Mehrsprachigkeit explizit aufgreift. Darüber hinaus bietet die Stadt Köln für ihre städtischen Mitarbeiter*innen in den KiTas weitere thematische Fortbildungen an, in denen das Thema Mehrsprachigkeit berücksichtigt wird. Im Beobachtungs- und Dokumentationsbogen BASiK, welcher in städtischen KiTas im Einsatz ist, werden mehrsprachige Kinder berücksichtigt. Mehrsprachigkeit ist ein fester Bestandteil des Sprachkonzeptes in städtischen Kindertageseinrichtungen (s. Qualitätshandbuch S. 76-77). In allen Kitas in NRW muss die Sprachentwicklung der Kinder durch verbindlich vorgegebene Verfahren unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit beobachtet und dokumentiert werden: „Die Sprachentwicklung soll im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten auch in anderen Familiensprachen beobachtet und gefördert werden.“ (§19 (4) KiBiz) Das alternative Verfahren zu BaSiK Ü3 für Kinder mit anderen Erstsprachen als Deutsch ist Sismik. Konzept „Gelebte Mehrsprachigkeit“ 6 (ZMI). Mehrsprachigkeit und Interkulturalität stellen fächerübergreifende Erziehungsprinzipien dar. Es gibt vorhandenes Material, welches die Fachkräfte in KiTa und Schule nutzen können, siehe z.B. Zungenbrecher, Lieder, Kinder- und Abzählreime, Bewegungsspiel in 13 Sprachen7. Das ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit arbeitet sehr eng mit dem Jugendamt, mit dem Sachgebiet Qualitätssicherung, Therapeutische Grundsatzangelegenheiten, Sprachförderung und Frühförderung zusammen. So wurde 2018 für städtische Erzieherinnen und Erzieher eine Fachveranstaltung „Bei uns ist Mehrsprachigkeit willkommen!“ angeboten. Die geplante Veranstaltung „Mehrsprachigkeit und Elternarbeit“ 2020 musste aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden. Sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, wird sie nachgeholt. Weiterführende Informationen werden auf der Homepage des ZMI für KiTas bereitgestellt: https://zmi-koeln.de/mehrsprachigkeit-in-koelner-kitas/ 6 https://www.bezreg- koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit.pdf 7 https://www.bezreg- koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit_zeh n_sprachen.pdf 7 Das ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration hat auf Initiative des Integrationsrates einen Imagefilm für die Mehrsprachigkeit in Kölner Kitas erstellt. Der Film ist online abrufbar unter: https://zmi- koeln.de/mehrsprachigkeit-in-koelner-kitas/ 3 Primarbildung Welche Angebote gibt es an Kölner Grundschulen in Bezug auf eine Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit (Programme, Konzepte sowie Fortbildungsangebote für Fachkräfte)? Herkunftssprachlicher Unterricht ist ein freiwilliges und kostenloses Angebot des Landes NRW und wird in Köln8 in insgesamt 18 Sprachen (Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch- Kurmanci, Kurdisch-Sorani, Persisch (Farsi), Polnisch, Portugiesisch, Romanes, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Twi) angeboten. Eine Auflistung der Standorte befindet sich auf der Homepage des Schulamts für die Stadt Köln9. KOALA (Koordinierte Alphabetisierung im Anfangsunterricht) wird inzwischen auch im 3. und 4. Schuljahr fortgeführt und ist mehr als eine koordinierte Alphabetisierung. Der Unterricht in der Herkunftssprache und der Regelunterricht werden inhaltlich und methodisch koordiniert. Beide Sprachen sind Unterrichts- und Erklärsprachen; sie werden strukturiert gegenübergestellt. Es wird ein Anstoß für interkulturelles Lernen zwischen den kooperierenden Lehrkräften und den Kindern gegeben. Alle in der Klasse vorhandenen Herkunftssprachen werden berücksichtigt, um das gesamtsprachliche Repertoire der Schüler*innen zu fördern. Die Lehrkraft und die Lehrperson für den HSU Unterricht kooperieren miteinander. Aktuell arbeiten folgende Schulen mit dem KOALA-Konzept: - GGS Florianschule (Deutsch-Türkisch) - GGS Halfengasse (Deutsch-Türkisch) - KGS Michael-Ende (Deutsch-Türkisch) - KGS Am Portzenacker (Deutsch – Türkisch) - GGS Weimarer Straße (Deutsch-Türkisch) - GGS Johannesschule (Deutsch-Türkisch) - GGS An St. Theresia (Deutsch-Türkisch) - GGS St.Nikolaus (Deutsch-Türkisch) - GGS Erlenweg (Deutsch-Türkisch) - GGS Ernstbergstraße (Deutsch-Türkisch, Deutsch-Russisch - GGS Alte Wipperfürther Str. (Deutsch-Türkisch) - GGS Lustheider Str. (Deutsch-Türkisch) - Förderschule Brehmstraße (Deutsch-Türkisch) GGS Gartenstadt (Deutsch-Türkisch) 8 https://www.stadt-koeln.de/service/produkte/20166/index.html 9 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf40/Schulamt/herkunftssprachlicher -unterricht- schulen.pdf 8 Bilinguale Schulen Schulen mit einem bilingualen Schulkonzept verfügen über einen Zweig, in dem die Kinder in der deutschen sowie einer weiteren Sprache unterrichtet werden. Auch der Unterricht außerhalb des Sprachunterrichts findet zu einem Teil in der weiteren Sprache statt. - GGS Braunsfeld (Deutsch – Französisch) - KGS Zugweg (Deutsch – Italienisch) - KGS Trierer Straße (Deutsch – Spanisch) - GGS Alzeyer Straße (Deutsch – Türkisch) - GGS Vincenz-Statz (Deutsch – Italienisch) - GGS Westerwaldstraße (Deutsch – Italienisch) - GGS Annastraße (Deutsch – Englisch) Verbund Kölner Europäischer Grundschulen (insgesamt 16 Schulen) Die Schulen im Verbund sind vielsprachige Schulen, die alle Sprachen wertschätzen und die sprachliche Bildung aller Kinder unter Einbeziehung ihrer Herkunftssprache stärken und fördern. Siehe Grundsätze in den Leitlinien für Mehrsprachigkeit10. - GGS Alte Wipperfürther Straße - GGS Ernstbergstraße - GGS An St. Theresia - GGS Erlenweg - GGS Lustheider Str. - GGS Sankt-Nikolaus-Schule - GGS Halfengasse - FÖS Brehmstraße - KGS Am Porzenacker - GGS Braunsfeld (Deutsch – Französisch) - KGS Zugweg (Deutsch – Italienisch) - KGS Trierer Straße (Deutsch – Spanisch) - GGS Alzeyer Straße (Deutsch – Türkisch) - GGS Vincenz-Statz (Deutsch – Italienisch) - GGS Westerwaldstraße (Deutsch – Italienisch) - GGS Annastraße (Deutsch – Englisch) Rucksack Schule Das Programm Rucksack-Schule ist konzeptionell gesehen die Weiterführung des Programms Rucksack-KiTa für Grundschulen mit eigenen thematischen Schwerpunkten. Es hat als Familienbildungsprogramm die gleichen Ansätze und Ziele wie Rucksack-KiTa (siehe Abschnitt „frühe Bildung“). 10 https://zmi-koeln.de/wp-content/uploads/2019/01/leitlinien-VKEG_web.pdf 9 Organisatorisch ist es seit dem 01.04.2021 an die Landesstelle Schulische Integration (LaSI) der Bezirksregierung Arnsberg angebunden und wird in Köln vom Kommunalen Integrationszentrum koordiniert. Derzeit gibt es in Köln 10 Gruppen an 11 Schulen. Folgende Grundschulen nehmen am Programm teil: KGS Lukasschule GGS Nibelungenstraße (2 Gruppen) Paul-Klee-Schule GGS (derzeit inaktiv, Neustart in Bearbeitung) GGS St. Nikolaus Rheinschule GGS Mülheimer Freiheit KGS Horststraße GGS Kopernikusstraße GGS Ahlwipp (geteilte Gruppe mit KGS St. Mauritius) KGS St. Mauritius (geteilte Gruppe mit GGS Ahlwipp) GGS Heinzelmännchen Schule James-Krüss-Schule GGS Soldinerstrstraße (Start des Programm ab Schuljahr 2021/2022) Konzept „Gelebte Mehrsprachigkeit“11 (ZMI). Mehrsprachigkeit und Interkulturalität stellen fächerübergreifende Erziehungsprinzipien dar. Es gibt vorhandenes Material, die Fachkräfte in KiTa und Schule nutzen können, siehe z.B. Zungenbrecher, Lieder, Kinder- und Abzählreime, Bewegungsspiel in 13 Sprachen12. Es gibt interkulturelles Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte in der Grundschule zum Sprachenvergleich, z.B. das Heft: „Meine Sprachen und Kulturen“ von der Bezirksregierung Köln/ZMI zum Einsatz im Unterricht13. Das ZMI/Bezirksregierung Köln organisieren mehrsprachige Lesekonzerte /Wettbewerbe in Grundschulen, z.B. GEDICHTE DICHTEN mit der Stadtbibliothek (siehe auch unter „außerschulische Bildung“). 11 https://www.bezreg- koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit.pdf 12 https://www.bezreg- koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_gelebte_mehrsprachigkeit_zeh n_sprachen.pdf 13 https://www.bezreg- koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung04/pub_abteilung_04_meine_sprachen_und_kulture n.pdf 10 4 Sekundarstufe I Welche Angebote gibt es an Kölner weiterführenden Schulen in Bezug auf Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit? Herkunftssprachlicher Unterricht ist ein freiwilliges und kostenloses Angebot des Landes NRW und wird in Köln14 in insgesamt 18 Sprachen (Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch- Kurmanci, Kurdisch-Sorani, Persisch (Farsi), Polnisch, Portugiesisch, Romanes, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Twi) angeboten. Eine Auflistung der Standorte findet sich auf der Homepage des Schulamts der Stadt Köln15. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Hauptschulabschluss auch ohne Sprachprüfung vergeben werden; siehe Erlass Nr. 13-61 Nr. 1.516. Wahlpflichtfach ab Klasse 5 Hauptschulen - Baadenberger Str. (Ehrenfeld): Englisch und Türkisch ab Kl. 5 Realschulen - Englisch und Französisch Gymnasium - Deutzer Gymnasium Schaurtestr.: Russisch ab Klasse 11 - Friedrich – Wilhelm – Gymnasium (Altstadt – Süd) Alt – Griechisch ab Kl. 9 - Gymnasium Kreuzgasse (Neustadt – Nord) AG Chinesisch, Hebräisch - Erzbischöflische Ursulinenschule (Altstadt – Nord) AG Chinesisch - Liebfrauenschule (Lindenthal) Italienisch - Montessori – Gymnasium (Bickendorf) Italienisch ab Kl. 7 - Leonardo – da – Vinci – Gymnasium (Nippes) Chinesisch/Spanisch ab der EF - Lessing Gymnasium (Zündorf) Italienisch ab Klasse 9 - Heinrich – Heine – Gymnasium (Ostheim) Italienisch ab Kl. 8 - Rhein – Gymnasium (Mülheim) Italienisch ab EF - Genoveva – Gymnasium (Mülheim) Türkisch ab Kl. 8 - Ferdinand Franz Wallraf Gymnasium (Buchheim) Türkisch ab Klasse 7 Gesamtschulen - Englisch, Französisch, Spanisch, Latein (die gängigsten) - BilinGO-Campus (Altstadt – Nord) Englisch - Europaschule Köln (Zollstock) Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch und Russisch ab Kl. 5 Italienisch, Niederländisch als neueinsetzende Fremdsprache in Kl. 11 14 https://www.stadt-koeln.de/service/produkte/20166/index.html 15 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf40/Schulamt/herkunftssprachlicher-unterricht- schulen.pdf 16 https://bass.schul-welt.de/257.htm 11 - Offene Schule Köln (Hahnwald) Italienisch ab Kl. 8 - Heinrich–Böll–Gesamtschule (Chorweiler)Türkisch ab Kl. 6 - Lisa–Meitner–Gesamtschule (Finkenberg) Türkisch ab Kl. 6 - Katharina–Henoth–Gesamtschule (Höhenberg) Türkisch ab Kl. 6-13 - Gesamtschule Holweide Türkisch ab Kl. 8 - Willy–Brandt–Gesamtschule (Höhenhaus) Türkisch Kl. 6 5 Sekundarstufe II Sprachförderung in der Sekundarstufe II umfasst Programme der Deutschförderung bzw. Fremdsprachenförderung. Es gibt keine Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit. Schüler*innen, die in der Sekundarstufe I regelmäßig am herkunftssprachlichen Unterricht teilgenommen haben, legen am Ende ihres Bildungsgangs eine Sprachprüfung nach § 5 Abs. 3 APO-S I auf der Anspruchsebene des angestrebten Abschlusses ab17. Herkunftssprachlicher Unterricht wird in der Sekundarstufe II nicht angeboten.18 Eine Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) zu Beginn der Sekundarstufe II ist grundsätzlich möglich. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt ausländischen oder ausgesiedelten Schüler*innen durch eine Sprachfeststellungsprüfung die Möglichkeit, ihre Herkunftssprache anstelle einer Pflichtfremdsprache anerkennen zu lassen.19 Über die Zulassung entscheidet die obere Schulaufsicht.20 Laut Verfügung der Bezirksregierung Düsseldorf vom 18.05.2016 besteht für Schüler*innen im Seiteneinstieg in der Internationalen Förderklasse nicht die Notwendigkeit, eine Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) abzulegen.21 6 Außerschulische Bildung Einige außerschulische Akteure und Institutionen, wie z.B. das ZMI-Köln, einige Kölner Museen oder auch die Stadtbibliothek bieten ebenfalls verschiedene Bildungsangebote zur Stärkung der Mehrsprachigkeit an. 6.1 ZMI Am letzten Dienstag im Januar findet traditional das Sprachfest des ZMI zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten der Mehrsprachigkeit statt. Mehr als 200 Akteur*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Elementare Bildung und Schule kommen zusammen. Das Motto des Sprachfestes ist gleichzeitig auch das 17 In Ausnahmefällen kann eine Sprachprüfung auch dann abgelegt werden, wenn der HSU in der Sek. I nicht regelmäßig besucht wurde; Voraussetzung ist, dass noch keine Integration in den Englischunterricht erfolgt ist. 18 BASS 13-63 Nr. 3 19 https://www.schulministerium.nrw.de/themen/schulsystem/unterricht/lernbereiche -und- unterrichtsfaecher/fragen-und-antworten-zur (13.11.2020) 20 BASS 13 – 61 Nr. 1 21 Verfügung Bezirksregierung Düsseldorf, 18.05.2016 „Sprachfeststellungsprüfung der Schülerinnen und Schüler aus Internationalen Förderklassen“ 12 Thema der Festrede. Anschließend findet eine moderierte Podiumsdiskussion mit unterschiedlichen Akteur*innen sowie Raum für Vernetzung und Austausch statt. „Fortbildungstag Deutsch – Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache“ findet seit 2010 jährlich Mitte November im Wechsel an der Universität zu Köln und der Universität Bonn statt und wird in Kooperation mit den Universitäten Bonn und zu Köln, den Volkshochschulen Bonn und Köln sowie dem ZMI durchgeführt. Die mehr als 250 Besucher*innen können am Vormittag sowie am Nachmittag zwei von insgesamt 22 Workshops zur Teilnahme auswählen, die wichtige Aspekte des DaZ- Unterrichts wie z.B.: Individuelle Mehrsprachigkeit im Unterricht nutzen, Leseförderung, sprachsensibler Fachunterricht, Grammatikvermittlung, freies Sprechen oder phonologische Bewusstheit umfassen. Sowohl kreative Formen des Sprachenlernens aus der Theater- und Dramapädagogik als auch die Auseinandersetzung mit Songtexten oder Poetry Slam werden erprobt und der sinnvolle Einsatz neuer Medien wie beispielsweise Apps diskutiert. Es wird zudem auch immer ein Plenarvortrag angeboten. Der Integrationsrat der Stadt Köln organisierte gemeinsam mit dem Landesintegrationsrat NRW, dem ZMI, dem Arbeitskreis „Herkunftssprachliche bilinguale Kitas in Köln“ des Integrationsrates Köln und dem Kommunalen Integrationszentrum eine Veranstaltungsreihe „Mehrsprachigkeit im Gespräch - Praxis trifft Wissenschaft, trifft Politik.“ Mehr als 170 pädagogische Fachkräfte, Eltern, Vertretungen von Kita-Trägern, Auszubildende, Kinder-ärztinnen und –ärzte und Therapeut*innen folgen den Gesprächen und können sich an der Diskussion beteiligen. 6.2 Museen Das ZMI arbeitet von Anfang an eng und erfolgreich mit außerschulischen Akteur*innen in der Kölner Bildungslandschaft zusammen, um für Mehrsprachigkeit zu sensibilisieren und diese zu fördern. So wurden bereits mit dem Museumsdienst der Stadt Köln Fortbildungen für Lehrkräfte, Workshops für Schüler*innen eines Berufskollegs, aus Klassen des Herkunftssprachlichen Unterrichts sowie bilingualer Schulen realisiert. Folgende Projekte mit Lehrkräften sowie Schüler*innen aus dem Verbund Kölner europäischer Grundschulen wurden umgesetzti: 2018: „Kōrero mai – Grundschüler*innen erzählen Familiengeschichten“. Dieses Projekt thematisiert Sprache und Kommunikation im Zusammenhang mit Kultur und regt Grundschüler*innen an, ihre eigene Lebenswelt zu erforschen, indem Familiengeschichten gesammelt und mit Hilfe selbsterstellter künstlerischer Artefakte „erzählt“ werden. Die Projektteilnehmer*innen werden zu Akteur*innen des Museums, indem sie ihre Projektergebnisse in der Schule und im Museum vorstellen. 6.3 Stadtbibliothek Seit 2013 findet das Kölner Lesekonzert von der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln im Rahmen des QuisS-Programms (Qualität in sprachheterogenen Schulen) in Zusammenarbeit in der Stadtbibliothek statt. Schüler*innen der Klassen 5 bis 9 und der Sprachfördergruppen von Kölner QuisS- Schulen beteiligten sich mit auf der Grundlage des Generativen Schreibens selbst geschriebenen Texten. Eine Jury wählt unter Mitwirkung des ZMI die herausragendsten Texte aus. Die Autor*innen der Texte nehmen an einer zweitägigen, vom ZMI geförderten Schreibwerkstatt teil. Es entstanden berührende 13 Texte und die Lehrkräfte berichteten von enormem Selbstvertrauen, das die Schüler*innen während des Projektes entwickelt haben. Bei dem Lesekonzert lesen die Schüler*innen vor ihren Familien und Lehrkräften sowie ihrem Freundeskreis ihre eigenen Texte in Deutsch vor. Einige Autor*innen präsentierten ihre Texte auch in ihren Familiensprachen. Das Projekt GEDICHTE DICHTEN begann im August 2017 und endete im März 2018 mit einer Abschlusspräsentation. Rund 1000 Grundschulkinder der dritten und/oder vierten Klassen aus dem Verbund Kölner Europäischer Grundschulen verfassten eigene Gedichte auf der Grundlage des Generativen Schreibens mit Gedichten von Frantz Wittkamp und präsentieren sie auf einer Veranstaltung in Rahmen der lit.kid.COLOGNE 2018. Vorausgegangen war ein Wettbewerb an Grundschulen des Verbundes Kölner Europäischer Grundschulen. Bereichert wurde der Wettbewerb durch jeweils eine Dichterlesung an jeder teilnehmenden Schule von Franz Wittkamp, der seine Gedichte als Vorlage für die Arbeit der Schüler*innen zur Verfügung stellte. Die kleinen Autor*innen nahmen an einer Performance-Werkstatt teil, um sich auf den großen Auftritt am 15. März in der Comedia Colonia vorzubereiten. Das Projekt wird alle zwei Jahre in Kooperation mit der Stadtbibliothek in ausgewählten Bezirken durchgeführt. Im Jahr 2018 wurde in Zusammenarbeit mit dem ZMI erneut der alle zwei Jahre stattfindende mehrsprachige Lese- und Erzählwettbewerb der Bezirksregierung Köln durchgeführt. 900 Mädchen und Jungen aus dem ganzen Regierungsbezirk Köln nahmen teil. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen sprachen und schrieben diesmal auf Albanisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Türkisch und Deutsch. Weitere Projekte und Angebote des ZMI finden Sie auf der Seite: www.zmi-koeln.de 6.4 Interkulturelle Zentren der Stadt Köln Die Interkulturellen Zentren engagieren sich seit über 40 Jahren für die natürliche Mehrsprachigkeit unterschiedlicher Zielgruppen und Altersgruppen im gesamten Stadtgebiet. Die Stadt Köln fördert aktuell 39 Zentren. Angebote für Kinder und Jugendliche: Zentrum Stadtbezirk Angebot Alters- gruppe Inter- kulturelles Zentrum am Kölnberg, Caritasver- band für die Stadt Köln e.V. Rodenkirchen Mama/Papa liest – Begleitung der Kinder- und Jugendbibliothek in Meschenich durch rumänische Muttersprachler*innen, wöchentliches Vorleseangebot (Rumänisch) 2 - 10 Jahre Das „Bücherrad“ – Sprachvielfalt auf Rädern – Stärkung der Eltern-Kind- Beziehung durch gemeinsames Lesen in der Herkunftssprache (Arabisch, Englisch, Italienisch, Französisch, Rumänisch) 2 - 10 Jahre 14 Polylino (Angebot in Planung) – digitales mehrsprachiges Bilderbuchangebot im Rahmen der Übermittagsbetreuung 6 - 14 Jahre Familienwelt e.V. Porz Russisch – Fortgeschrittene 8 - 10 Jahre Russisch – Fortgeschrittene 8 - 10 Jahre Russisch – Buchstaben, Lesen und Schreiben lernen 4 - 5 Jahre Russisch – Buchstaben, Lesen und Schreiben 4 - 5 Jahre Vorbereitung auf die Schule in Russisch 3 - 4 Jahre Mutter – und Kind Spielen und singen in Russisch 1 - 3 Jahre Malen – drei Gruppen – Hilfestellung auf Russisch 8 - 13 Jahre Malen – Hilfestellung auf Russisch 3 - 4 Jahre Dt- Spanischer Kulturkreis Antonio Machado e.V. Altstadt-Süd / Innenstadt Spanisch Spielgruppe für Kindern zwischen 3 und 7 Jahre auf Spanisch. 3 - 7 Jahre Integrations- haus e.V. Kalk Brückenprojekte; muttersprachliche Betreuung und Brückenprojekte Englisch, Französisch, Arabisch, Kurdisch, Farsi, Dari 6 Monate – 6 Jahre „Querbeet“ Köln-Kalk, Caritasver- band für die Stadt Köln e.V. Kalk Bulgarisch Lerngruppen Primarstufe und Sek. I Zurück in die Zukunft e.V. Nippes Arabisch in einer Lerngruppe Sek. I BFmF e.V. Ehrenfeld Türkisch/ Arabisch Spiel- u. Krabbelgruppen bis 3 Jahre BFmF e.V. Kita Amana Ehrenfeld Translanguaging Konzept Arabisch/Türkisch/Deutsch U3 Kita Aktion Nachbarscha ft e.V. Ehrenfeld/ Bickendorf Bildungspatenschafts-Projekt in Englisch, Französisch, Kurdisch, Türkisch im Aufbau für 2021 Primarstufe und Sek. I 15 Weitere Infos zu den Interkulturellen Zentren finden Sie hier: http://interkulturell.koeln/ und hier: https://www.stadt-koeln.de/leben-in- koeln/soziales/integration/interkulturelle-zentren Kontakt: 0221-221-29296, gf-interkulturellezentren@stadt-koeln.de 16 7 Fazit Das Ziel der vorliegenden Übersicht ist es, Angebote und Aspekte der Mehrsprachigkeit in der Stadt Köln sichtbar zu machen. Die in der Einleitung dargestellten Voraussetzungen für den Ausbau der Förderung der Multilingualität sind gesetzlich verankert. Diese Verpflichtung zum Ausbau der entsprechenden Förderung wird von den Bevölkerungszahlen untermauert. In Köln lebten im Jahr 2019 über 100.000 und damit fast 60% der Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte. Der Ausbau der Förderung von Mehrsprachigkeit ist unabdingbar.22 Die gleichzeitige Förderung der Familiensprachen und der Umgebungssprache (Deutsch) ist im sprachsensiblen Alter zwischen 0 und 6 Jahren besonders ratsam, da so Verzögerungen und Ausfälle im Spracherwerb vermieden werden. Mangelnde Sprachförderung im frühen Alter, die sich später im Grundschulbereich bemerkbar macht, ist nicht der sprachlichen oder kulturellen Vielfalt, sondern vielmehr den sozio- ökonomischen Bedingungen zuzuordnen.23 Unter diesen Voraussetzungen lassen sich sprachliche Lücken auch bei autochthon einsprachigen Kindern (in Deutschland geborene deutsche Kinder ohne Einwanderungsgeschichte) beobachten. Frühe Sprachförderung (z.B. in der Kita) unterstützt die Sprachentfaltung in der Grundschule und damit auch die Bildung des Selbstbewusstseins der Kinder. Gleichzeitig mit dem Spracherwerb beginnt die Entwicklung der Identität, die nur durch die Annahme und Förderung aller sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in der Kita gefördert werden kann.24 Diese Förderung hindert nicht das Deutschlernen, sondern fördert das Sprachenlernen im Ganzen. Der Erwerb der Schriftsprache ist eine wesentliche Errungenschaft in der Bildungsbiografie, die auch wichtig für die Förderung der Mehrsprachigkeit ist. Das bildungssprachliche Niveau einer Sprache wird insbesondere mit der Schrift erworben; umso wichtiger ist daher auch der Unterricht in den Familiensprachen, um eine sogenannte „ausgewogene Mehrsprachigkeit“ zu gewährleisten.25 Indem Regelangebote wie z.B. HSU im schulischen Alltag verankert und ausgeweitet werden, sind erste Schritte für eine solide, zukunftsfähige Mehrsprachigkeit getan. Es ist wünschenswert, diese Regelangebote künftig auch als versetzungsrelevant anzuerkennen. Diese Angebote sind für die Bereiche der Primar- und Sekundarstufe I vorhanden, in der Sekundarstufe II fehlen die Regelangebote, obwohl hier eine Verstetigung und ein Ausbau der Mehrsprachigkeit dringend geboten wären. Eine enge und gleichberechtigte Zusammenarbeit der HSU-Lehrkräfte mit allen 22 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und- haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf. 23 Piske/Steinlen: Mehrsprachigkeit als Herausforderung und Chance in der Grundschule. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.280. 24 Siehe Fußnote 23. 25 Riehl, Claudia Maria: Aspekte der Mehrsprachigkeit: Formen, Vorteil, Bedeutung. In: Becker - Mrotzek/Bredel/Günther/Heints/Müller/Reiberg (Hg.): Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik. Reihe A. Mehrsprachigkeit mach Schule. KöBes (4), Gilles und Francke Verlag, Duisburg, 2006. S. 20 f. 17 anderen Sprachlehrkräften wären angebracht und notwendig, insbesondere um curriculare Absprachen gemeinsam vorzunehmen und anzupassen.26 Wie diese Übersicht zeigt, bietet Köln in vielen Bereichen wertvolle Angebote, um die natürliche Mehrsprachigkeit zu fördern. Fraglich ist dabei, wie bekannt die einzelnen Angebote bei Familien, Multiplikator*innen und in Beratungsstellen sind und ob sie wahrgenommen werden. Denkbar wäre, zukünftig Informationsmappen und -material auch in Kinderarztpraxen und -kliniken auszulegen. Mehrsprachiges Print- und Digitalmaterial zu Sprachförderung, Mehrsprachigkeit und HSU sollte bereitstehen und z.B. in Kitas, Spielgruppen, Beratungsstellen, Interkulturellen Zentren und weiteren Einrichtungen im Sozialraum verteilt werden. Besondere Hinweise sollten auch zu bilingualen und mehrsprachigen Kitas und Spielegruppen erfolgen. Die Kinder-Willkommen-Besuche in den Familien stellen im Rahmen eines Hausbesuchs der Neugeborenen Informationen zu vielen Themen rund um das Kinderalter zur Verfügung. Material zu natürlicher Mehrsprachigkeit und entsprechenden Angeboten könnte gut angefügt werden. Die Informationen sollten die mehrsprachige Erziehung in der Familie sowie später in Kita und Schule umfassen. Grundsätzlich werden eine Erweiterung und der Ausbau der Informationen zur Sprachförderung in mehrsprachigen Familien zwingend erforderlich sein, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch weiterhin erfüllen zu können. Dieses Informationsmaterial muss in vielen Sprachen zur Verfügung gestellt werden. Nicht zuletzt kann der große Schatz der natürlichen Mehrsprachigkeit in Köln auch nur so gehoben werden. 26 Vgl. dazu Fortbildungskonzeption für HSU-Lehrkräfte und Sprachlehrkräfte-Tandem vom ZMI 18 Literatur De Houwer, Annick: Integration und Interkulturalität in Kindertagesstätten und in Kindergärten: Die Rolle der Nichtumgebungssprache für das Wohlbefinden von Kleinkindern. In: Becker-Stoll/Kieferle/Reichert-Garschhammer/Wertfein (Hg.): Kongressband: Inklusion und Partizipation. Vielfalt als Chance und Anspruch. Manuskript für Teil 3, Inklusion und Interkulturalität. Helot/Young: Parent power: parents as alinguistic an cultural resource at school. In: Camilleri Grima, Antionette (Hg.): Promoting linguistic diversity and whole-school development. European Center or Modern Languages. Council of Europe Publishing, Strasbourg, 2007. Hufeisen, Britta: Gesamtsprachencurriculum. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S. 84-87. Fäcke, Christiane: Mehrkulturalitätsdidaktik. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S. 153-158. Meißner, Franz-Joseph: Mehrsprachigkeitsdidaktik als Gegenstand der Lehrerfortbildung. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.147-153. Piske/Steinlen: Mehrsprachigkeit als Herausforderung und Chance in der Grundschule. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.280-283. Riehl, Claudia Maria: Aspekte der Mehrsprachigkeit: Formen, Vorteil, Bedeutung. In: Becker-Mrotzek/Bredel/Günther/Heints/Müller/Reiberg (Hg.): Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik. Reihe A. Mehrsprachigkeit mach Schule. KöBes (4), Gilles und Francke Verlag, Duisburg, 2006. Steinlen/Piske: Mehrsprachigkeitansätze in vorschulischen Bildungseinrichtungen. In: Fäcke/Meißner (Hg.): Handbuch Mehrprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2019, S.276-279. Landesintrgrationsrat NRW: Natürliche Zwei- und Mehrsprachigkeit. Schlüssel zum Schulerfolg, Düsseldorf, März 2020. Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (Hg.): Eckpunkte zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Kölner Schulen, Köln, 2018. Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (Hg.): Informationen zum Herkunftssprachlichen Unterricht (HSU), Köln, 2020. https://bass.schul-welt.de https://www.bezreg-koeln.nrw.de 19 https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2018/DE/COM-2018-272-F1-DE- MAIN-PART-1.PDF https://eur-lex.europa.eu/legal- content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2014.183.01.0026.01.DEU#ntc3- C_2014183DE.01002901-E0003 https://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/854.php https://www.fmks.eu/files/fmks/download/Produkte/000017FMKS_Leitfaden%20Kita %2027.03.2015.pdf https://www.kita.de/kitas https://kommunale-integrationszentren-nrw.de/miks-ii-2017-2019 http://www.languageroute.de/ https://www.mkffi.nrw/sites/default/files/asset/document/bildungsgrundsaetze_januar _2016.pdf https://www.polylino.de/ https://www.schulentwicklung.nrw.de https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un- kinderrechtskonvention https://www.ew.uni- hamburg.de/einrichtungen/ew1/vergleichende/diver/forschung/laufende- projekte/miks/praxisbeispiele.html https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und- haushalte/ksn3_2020_bev%C3%B6lkerung.pdf https://zmi-koeln.de/mehrsprachiges-lernen-in-der-primarstufe/ i Hier ist nur eine Projektauswahl ab dem Jahr 2018 aufgelistet. Weitere Projekte aus den vergangenen Jahren finden Sie auf der Homepage des ZMI: https://zmi-koeln.de/ -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162 Vorlagen-Nummer 30.08.2021 2930/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 30.08.2021 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 30.08.2021 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 02.09.2021 Bezirksvertretung 7 (Porz) 02.09.2021 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 02.09.2021 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 06.09.2021 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 06.09.2021 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 06.09.2021 Jugendhilfeausschuss 07.09.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 09.09.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 23.09.2021 Integrationsrat 28.09.2021 Wirtschaftsausschuss 30.09.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 30.09.2021 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 08.10.2021 „Multilingualität von Anfang an -Aktuelle Übersicht zu Angeboten und Sprachfördermöglichkeiten von Mehrsprachigkeit in der Stadt Köln„ Das Projekt Bildungskoordination für Neuzugewanderte hat eine Angebotsübersicht erstellt, die die Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit im Alter von 0 bis 27 Jahren darstellt. Diese Übersicht zeigt einen Ausschnitt der vorhandenen Bildungsangebote und Sprachfördermög- lichkeiten in der Kölner Bildungslandschaft und stellt eine Momentaufnahme dar. Es wurden die An- gebote aufgenommen, die Mehrsprachigkeit explizit berücksichtigen und fördern. Hierzu zählen keine Angebote, die zur Erweiterung einer (freiwilligen) Fremdsprache dienen. Fokussiert wurden die Angebote auf die Bereiche der frühen Bildung sowie der schulischen und der außerschulischen Bildung. Die Übersicht ist aufgeteilt in • gesetzliche Grundlagen 2 • frühe Bildung • Primarbildung • Sekundarstufe I • Sekundarstufe II • außerschulische Bildung Sie ist online abrufbar unter https://www.ki-koeln.de/assets/Multilingualitaet-von-Anfang-an-2021-mit- Deckblatt.pdf und dieser Mitteilung als Anlage beigefügt. Gez. Reker
Beratungsverlauf
-
30.08.2021
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 5.24, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
02.09.2021
TOP 10.2.19, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
06.09.2021
TOP 10.2.21, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
06.09.2021
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
TOP 10.2.24, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
06.09.2021
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)
TOP 12.17, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
09.09.2021
TOP 10.2.18, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
13.09.2021
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 11.3.11, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
23.09.2021
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)
TOP 10.2.8, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
30.09.2021
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 2.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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