V/0607/2019
Jahresabschluss 2018 der Stadtwerke Münster GmbH
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage
6503 Zeichen
V/0607/2019
V/0607/2019
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Jahresabschluss 2018 der Stadtwerke Münster GmbH
Beratungsfolge
03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster
GmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen:
1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2018 in der vor -
liegenden, vom Abschlussprüfer PKF FASSELT SCHLAGE Partnerschaft mbB, Duisburg,
mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk testierten Fassung, wird von der Stadt
Münster als alleiniger Gesellschafterin der Stadtwerke Münster festgestellt. (Anlage 2)
2. Aus dem Jahresüberschuss von 26.80 0.000 € verbleibt nach Anrechnung der bereits im
Dezember 2018 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 6.500.000 € ein Betrag von
20.300.000 €, der auf Vorschlag der Geschäftsführung in die Gewinnrücklagen eingestellt
wird.
3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 wird zur Kenntnis genommen.
4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH wird für das G e-
schäftsjahr 2018 Entlastung erteilt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Die Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 6.500.000,00 € erfolgte bereits im Dezember 2018.
Amt für Finanzen und
Beteiligungen
17.06.2019
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Rothermundt
Telefon: 492-2006
Rothermundt@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0607/2019
Begründung:
Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß § 12
des Gesellschaftsvertrages unterliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Beschlussfassung
über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses sowie die Entlas-
tung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates.
Die Stadtwerke Münster schließen das Geschäftsjahr 2018 mit einer Bilanzsumme von
534.447.950,75 € (VJ 530.061.480,45 €) ab.
Die absolut größten Veränderungen gab es bei den Aktiva -Positionen Sachanlagen (-11,6 Mio. €)
und beim Rückgang de r Forderungen / sonstigen Vermögensgegenständen (-12,8 Mio. €) sowie
auf der Passivseite bei der Erhöhung der Gewinnrücklagen (+20,3 Mio. €) und bei den Verbindlich-
keiten (-10,4 Mio. €). Die Eigenkapitalquote stieg auf 42,0 % (VJ 38,4 %).
Die Stadtwerke Münster GmbH schließt das Geschäftsjahr 201 8 mit einem Jahresüberschuss von
26.830 T€ ab. Die Wirtschaftsplanung wurde deutlic h übertroffen, wofür insbesondere periodenfre m-
de Effekte ursächlich sind. Das operativ erwirtschaftete Ergebnis 2018 liegt bei 11,4 Mio. € und damit
auf Planungsniveau.
Die Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung stellen sich wie folgt dar:
GuV
2017 2018
Abw.
2018/2017
Abw.
2018/2017 Plan 2018
€ € € % T€
1. Umsatzerlöse 546.988.221 547.020.522 32.301 0,0% 541.957
2. Veränderung des Bestands unfertige Leistungen 11.015.381 45.698 -10.969.684 -99,6% 0
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 9.592.243 8.989.902 -602.341 -6,3% 11.258
4. Sonstige betriebliche Erträge 34.782.533 51.130.802 16.348.269 47,0% 23.440
5. Summe betriebliche Erträge 602.378.378 607.186.924 4.808.546 0,8% 576.654
6. Materialaufwand 427.570.778 421.633.100 -5.937.678 -1,4% 415.372
7. Personalaufwand 65.112.869 73.147.177 8.034.307 12,3% 69.880
8. Abschreibungen 27.178.486 27.792.953 614.467 2,3% 29.480
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 51.758.640 53.586.042 1.827.401 3,5% 51.166
10. Summe betriebliche Aufwendungen 571.620.774 576.159.271 4.538.497 0,8% 565.898
11. Betriebliches Ergebnis (EBIT) 30.757.605 31.027.653 270.049 0,9% 10.756
12. Sonstige Zinsen/Finanzerträge 6.372.202 11.313.034 4.940.832 77,5%
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 17.669.482 5.839.143 -11.830.339 -67,0%
14. Finanzergebnis -11.297.280 5.473.891 16.771.171 -148,5% 2.862
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 19.460.325 36.501.544 17.041.219 87,6% 13.618
16. Steuern 5.330.325 9.671.544 4.341.219 81,4% 4.547
17. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 14.130.000 26.830.000 12.700.000 89,9% 9.071
- Einstellung in Gewinnrücklagen 10.130.000 20.330.000 10.200.000 100,7% 2.571
- Vorabausschüttung auf Bilanzgewinn 4.000.000 6.500.000 2.500.000 62,5% 6.500
18. Bilanzgewinn / Bilanzverlust 0 0 0 0
Die Umsatzerlöse erreichten mit 547,0 Mio. € das Vorjahresniveau. Ertragsseitig wurde der Bestand
an unfertigen Leistungen aus 2017 (Projektierung und Errichtung von drei Windenergiean lagen)
wieder reduziert ( -10.969 T€) und die Verkaufserlöse dem Umsatz zugerechnet. Die sonstigen be-
trieblichen Erträge stiegen um 16.348 T€, was vor allem auf periodenfremde Erträgen aus der Auf-
lösung von Rückstellungen (16,4 Mio. €) und Erträgen aus dem Abgang von Gegenständen des A n-
lagevermögens (7,7 Mio. €) resultierte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten u.a.
die Konzessionsabgaben für die Städte Münster und Drensteinfurt (18,0 Mio. €), die voll erwirtschaftet
werden konnten. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) verbesserte sich in Summe um knapp 1 % auf
31.028 T€.
- 3 -
V/0607/2019
Das Finanzergebnis trägt nach vier defizitären Jahren mit 5.474 T€ (+16.771 T€ ggü. VJ) deutlich
zum guten Jahresergebnis bei. Ursächlich hierfür sind das sehr gute Ergebnis der münsterNETZ
(6,8 Mio. € aus Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen) und die bereits abschließend in 2017 ve r-
buchten und damit nicht mehr anfallenden Abschreibungen auf Finanzanlagen im Rahmen der Kap i-
talerhöhungen für den FMO.
Die Vorabgewinnausschüttung an die Stadt Münster in Höhe von 6,5 Mio. € erfolgte bereits im De-
zember 2018. Der übrige Jahresüberschuss soll i.H.v. 20.330 T€ in die Gewinnrücklagen eingestellt
werden. Die PKF FASSELT SCHLAGE Partnerschaft mbB , Duisburg , hat der Stadtwerke Münster
GmbH den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnung N RW wurde
in allen Fällen erfüllt.
Weitere Informationen sind dem Jahresabschluss 2018 (Anlage 2) und der Aufsichtsratsvo rlage
21/2019 (Anlage 1) zu entnehmen, die der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH in seiner Si t-
zung am 14.06.2019 beraten wird. Über das Ergebnis wird mündlich berichtet.
i.V.
gez.
Reinkemeier
Stadtkämmerer
Anlagen:
Anlage 1: Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 21/2019 zum Jahresabschluss 2018
Anlage 2: Jahresabschluss und Lagebericht 2018
Anlage A
2146 Zeichen
Anlage A zur V/0607/2019 Kurzüberblick Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß § 12 f-g des Gesellschaftsvertrages unterliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Be- schlussfassung über - die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses - die Entlastung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates. Zur Ermächtigung des Vertreters der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadt- werke Münster GmbH ist ein Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses notwendig. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die „Stadtwerke Münster GmbH“ ist eine 100 %-ige Beteiligung der Stadt Münster. Ihr obliegt gemäß Gesellschaftsvertrag die Versorgung der Bevölkerung – vornehmlich der Stadt Münster – mit Energie und Wasser, der öffentliche Personennahverkehr, der Hafenbetrieb, die Be- triebsführung der Straßenbeleuchtung, der Bau und Betrieb von Bädern, die Beteiligung an Unter- nehmen der Versorgungs- und Verkehrswirtschaft sowie die Beteiligung an sonstigen Unterneh- men, insbesondere soweit, als diese geeignet sind, den Gesellschaftszweck zu fördern, sowie die Telekommunikation und damit im Zusammenhang stehende Dienstleistungen sowie Geschäfte je- der Art, die der Erreichung des Gesellschaftszwecks mittelbar oder unmittelbar dienen. Finanzierung Produktgruppe: 1501 Produkt 150101 Stadtwerke Münster GmbH Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 6.500.000 € erfolgte bereits im Dezember 2018. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig k.A. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) k.A.
Anlage 1_V_0607_2019_Vorlage 21_2019 SWMS JA 2018 final
5088 Zeichen
Seite 1 Münster, 29.05.2019 Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 11/2019 Betreff Jahresabschluss 2018 der Stadtwerke Münster GmbH Berichterstatter Herr Stefan Grützmacher Anlage Prüfungsbericht des Abschlussprüfers mit Bestätigungsvermerk, darin als Anlagen enthalten: Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018, bestehend aus: - Bilanz - Gewinn- und Verlustrechnung - Anhang sowie den - Lagebericht Antrag Der Aufsichtsrat wolle beschließen: Der Gesellschafterversammlung werden folgende Beschlüsse zur Annahme empfohlen: 1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2018 in der vor- liegenden, vom Abschlussprüfer PKF FASSELT SCHLAGE Partnerschaft mbB, Duisburg, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk testierten Fassung, wird von der Stadt Münster als alleiniger Gesellschafterin der Stadtwerke Münster festgestellt. 2. Aus dem Jahresüberschuss von 26.800.000 EUR verbleibt nach Anrechnung der bereits im Dezember 2018 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 6.500.000 EUR ein Betrag von 20.300.000 EUR, der auf Vorschlag der Geschäfts- führung in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. 3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 wird zur Kenntnis genommen. 4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für das Geschäftsjahr 2018 Entlastung erteilt. Begründung Mit einem Jahresüberschuss von 26,8 Mio. EUR übertrifft das Ergebnis des Geschäfts- jahres 2018 das geplante Ergebnis von 9,1 Mio. EUR ebenso deutlich wie das des Vor- Anlage 1 zur Vorlage V/0607/2019 2 Seite 2 jahres von 14,1 Mio. EUR. Neben dem wiederum guten Ergebnisses im operativen Ge- schäft wurde dieser Jahresüberschuss vor allem erreicht durch die Auflösung der Rück- stellung für drohende Verluste aus Risiken der Netzentgeltregulierung sowie durch Ge- winne aus dem Verkauf von nicht mehr betriebsnotwendigen Grundstücken im Hafen. Im Kerngeschäft waren witterungsbedingte Mengenrückgänge im Energievertrieb gegen- über den geplanten Mengen zu verzeichnen. Im Wasservertrieb wurden die geplanten Mengen und Erlöse leicht übertroffen. Die Stromerzeugung der GuD -Anlage lag durch den schadensbedingten längeren Ausfall einer Gasturbine unter der für das Geschäftsjahr 2018 geplanten Menge. Die Zahl der Fahrgäste bestätigte auch in 2018 die seit Jahren positive Entwicklung im öffentlichen Personennahverkehr in Münster, lag nochmals leicht über der Zahl des Vorjahres, konnte jedoch nicht die ehrgeizigen Planwerte erreichen. Das von münsterNETZ GmbH übernommene Ergebnis lag mit 6,8 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 1,9 Mio. EUR - vor allem aufgrund der höheren Umsatzerlöse im Stromnetz sowie verringerter Pachtaufwendungen. Weitere Erläuterungen der Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Ein- zelnen sowie der Geschäftsfelder finden sich in dem beigefügten Lagebericht (Anlage zum Prüfungsbericht). Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung gemäß Gemeindeordnung Zur Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und zur Zweckerreichung nehmen wir ge- mäß § 108 Abs. 3 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen für unsere wichtigsten Ge- schäftsbereiche wie folgt Stellung: In der Strom- und Erdgasversorgung haben wir gemäß § 1 des Energiewirtschaftsgeset- zes eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umwelt- verträgliche Versorgung der Allgemeinheit anzustreben. Dieses Ziel wurde im Geschäfts- jahr 2018 in allen Punkten erreicht. In der Wasserversorgung haben die Stadtwerke gemäß § 47 a Landeswassergesetz NW eine dem Gemeinwohl entsprechende öffentliche Wasserversorgung sicherzustellen. Darüber hinaus haben die Stadtwerke als mit der Wasserversorgung verpflichtetes Unter- nehmen auf einen haushälteri schen Umgang mit dem Wasser hingewirkt. Ebenfalls ha- ben die Stadtwerke gemäß § 1 der Trinkwasserver ordnung Wasser geliefert, das die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben können, schützt. Im Verkehrsbereich haben die Stadtwerke Münster im Auftrag der Stadt Münster als Auf- gabenträger des öffentlichen Nahverkehrs jederzeit sichere, effiziente und hochwertige Verkehrsleistungen angeboten. Die Vorgaben der Stadt Münster nach dem aktuellen Nah- verkehrsplan wurden jederzeit erfüllt. Die Stadtwerke Münster haben auch im Geschäftsjahr 2018 entsprechend ihrer Satzung die Kunden und die Bevölkerung beraten mit dem Ziel, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Ebenfalls ist die Bereitschaft zum Einsatz regenerativer Energie- träger durch das Unternehmen gefördert worden. Seite 3 Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnun g NW wurde in allen Fällen erfüllt. Der Jahresabschluss 2018 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sind von der PKF Fasselt Schlage Partnerschaft mbB, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Duisburg, geprüft worden. Beanstandungen haben sich nicht er geben. Der uneingeschränkte Be- stätigungsvermerk wurde erteilt. Stadtwerke Münster GmbH gez. Stefan Grützmacher
Anlage 2_V_0607_2019_Jahresabschluss 2018_SWMS_Druckfassung_14_06_2019
118663 Zeichen
Stadtwerke Münster GmbH
Jahresabschluss und
Lagebericht 2018
Anlage 2 zur Vorlage V/0607/2019
2120050/40029870
Bilanz der Stadtwerke Münster GmbH
zum 31.12.2018
Aktivseite Stand Stand Passivseite Stand Stand
31.12.2018 31.12.2017 31.12.2018 31.12.2017
EUR TEUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Stammkapital 51.200.000,00 51.200
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie II. Kapitalrücklage 106.531.865,40 106.224
Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.233.922,39 6.839
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 66.584.657,02 46.255
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten IV. Bilanzgewinn 0,00 0
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 70.379.842,02 69.701 224.316.522,42 203.679
2. Verteilungsanlagen 147.104.161,18 134.357
3. Sonstige technische Anlagen und Maschinen 54.094.545,00 56.091 B. Empfangene Ertragszuschüsse 2.611.817,00 4.051
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 7.687.694,00 8.767
5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.166.258,73 11.558 C. Rückstellungen
6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22.154.904,24 22.458 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 48.516.100,00 45.439
314.587.405,17 302.932 2. Steuerrückstellungen 10.988.890,74 12.082
3. Sonstige Rückstellungen 36.133.253,73 44.063
III. Finanzanlagen 95.638.244,47 101.584
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 33.814.388,47 33.814
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.727.258,00 10.182 D. Verbindlichkeiten
3. Beteiligungen 8.549.713,79 8.930 1. Genussscheinkapital 1.775.000,00 1.967
4. Ausleihungen an Unternehmen, 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.110.274,08 113.869
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.521.934,05 5.890 3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.320.847,28 126
5. Sonstige Ausleihungen 1.669.175,43 2.467 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.771.853,65 41.558
58.282.469,74 61.283 5. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 1.671.809,21 1.247
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 75.380,15 510
379.103.797,30 371.054 7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.311.794,41 20.499
B. Umlaufvermögen 8. Sonstige Verbindlichkeiten 16.043.629,76 14.707
Davon aus Steuern 8.354.571,40 €
I. Vorräte (i. Vj. 8.281.101,20 €)
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.497.627,46 8.283 Davon im Rahmen der
2. Unfertige Leistungen 2.330.704,42 2.645 sozialen Sicherheit 0,00 €
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 11.890.557,80 11.530 (i. Vj. 607,82 €)
4. Emissionsrechte 366.040,17 48 184.080.588,54 194.483
23.084.929,85 22.506
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 48.830.355,56 50.796
2. Forderungen gegen den Gesellschafter 13.747.044,97 19.340
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 300.181,61 3.093
4. Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.789.368,20 2.659
5. Sonstige Vermögensgegenstände 15.831.346,88 17.460
80.498.297,22 93.348
III. Kassenbestand,
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 51.474.522,14 42.870
155.057.749,21 158.724
C. Rechnungsabgrenzungsposten 286.404,24 283 E. Rechnungsabgrenzungsposten 27.800.778,32 26.264
534.447.950,75 530.061 534.447.950,75 530.061
Münster, 24. Mai 2019
Stadtwerke Münster GmbH
Stefan Grützmacher
2120050/40029870
Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2018 (01.01.-31.12.)
2018 2017
EUR EUR
Brutto-Umsatzerlöse 581.732.162,89 585.724.238,89
Strom- und Energiesteuern -34.711.640,45 -38.736.017,79
1. Umsatzerlöse 547.020.522,44 546.988.221,10
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 45.697,84 11.015.381,39
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 8.989.901,90 9.592.242,72
4. Sonstige betriebliche Erträge 51.130.802,23 34.782.533,24
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und
für bezogene Waren 239.800.548,57 236.053.268,55
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 181.832.551,12 191.517.509,36
421.633.099,69 427.570.777,91
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 56.539.720,93 50.297.718,97
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung 16.607.455,63 14.815.150,47
Davon für Altersversorgung 5.939.496,10 € 73.147.176,56 65.112.869,44
(i. Vj. 4.902.424,97 €)
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen 27.792.953,37 26.818.486,33
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit
diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 360.000,00
27.792.953,37 27.178.486,33
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Konzessionsabgaben 17.964.952,78 17.705.542,85
b) Übrige betriebliche Aufwendungen 35.621.088,79 34.053.097,23
53.586.041,57 51.758.640,08
9. Erträge aus Beteiligungen 4.140.939,79 4.216.898,23
Davon aus verbundenen Unternehmen 2.722.500,00 €
(i. Vj. 2.722.500,00 € )
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 6.785.134,07 1.914.933,14
11. Erträge aus anderen Wertpapieren
und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 152.861,70 160.179,93
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 234.098,18 80.190,85
Davon aus verbundenen Unternehmen 6.983,66 €
(i. Vj. 47,50 €)
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen 307.600,00 12.076.856,00
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.531.542,72 5.592.625,68
Davon an verbundene Unternehmen 0,00 €
(i. Vj. 0,00 €)
15. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0,00
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.452.896,96 5.444.070,95
17. Ergebnis nach Steuern 29.048.647,28 14.016.254,21
18. Sonstige Steuern 2.218.647,28 -113.745,79
19. Jahresüberschuss 26.830.000,00 14.130.000,00
20. Einstellung in andere Gewinnrücklagen 20.330.000,00 10.130.000,00
21. Vorabgewinnausschüttung 6.500.000,00 4.000.000,00
22. Bilanzgewinn 0,00 0,00
Münster, 24. Mai 2019
Stadtwerke Münster GmbH
Stefan Grützmacher
1
2120051/40029870
Anhang der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2018 (01.01. - 31.12.)
Handelsregister B des Amtsgerichts Münster, Handelsregisternummer HRB 343
I. Angaben zur Form der Darstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
Der Jahresabschluss wurde unter Beacht ung des Handelsgesetzbuches, des
GmbH-Gesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt.
Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH (Stadt-
werke Münster), Münster, wurden nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vor-
schriften gegliedert. Unter Berücksichtigung der aus der Art des Betriebs folgenden Beson-
derheiten wurde die Darstellung der Sachanlagen in der Bilanz (§ 265 Abs. 5 HGB) um die
Posten
- Verteilungsanlagen (für Energie- und Wasserversorgung)
- Fahrzeuge für Personenverkehr,
die Darstellung der Vorräte um den Posten
- Emissionsrechte,
die Darstellung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um den Posten
- Forderungen gegen den Gesellschafter
und die Darstellung der Verbindlichkeiten um den Posten
- Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter
erweitert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
II. Erläuterungen zu Posten von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
Die münsterNETZ GmbH (münsterNETZ), Münster, ist durch einen Beherrschungs - und
Ergebnisabführungsvertrag (Teilbeherrschungsvertrag für den regulierten Bereich) mit der
Stadtwerke Münster organschaftlich verbunden. Die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserver-
sorgungsnetze sind an die münsterNETZ verpachtet. Für die Nutzung der Netze zur Ver-
sorgung der Kunden mit Energie und Wasser berechnet die münsterNETZ entsprechende
Netzentgelte. Zwischen den Gesellschaften bestehen Dienstleistungsverträge zu Planung,
Bau, Betrieb und Instandhaltung der Netze sowie zu verschiedenen, insbesondere kauf-
männischen Dienstleistungen.
2
2120051/40029870
Das Ergebnis der münsterNETZ zum 31. Dezember 2018 in Höhe von 6,8 Mio. EUR (Vor-
jahr: 1,9 Mio. EUR) wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags von der
Stadtwerke Münster übernommen.
1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Soweit Ansatzwahlrechte ausgeübt wurden, sind diese bei den Angaben zu Posten der
Bilanz erläutert.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen
sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet worden.
Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten direkt zurechenbare Ein-
zelkosten und angemessene Gemeinkosten; Fremdkapitalzinsen und Verwaltungskos-
ten sind nicht einbezogen. Öffentliche Zuschüsse werden von den Anschaffungs- und
Herstellungskosten abgesetzt.
Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten Zuschläge für Lager- und
Regiekosten von 20 %. Erneuerungsmaßnahmen im bestehenden Netz, die eine Länge
von 200 Metern und mehr erreichen, werden aktiviert.
Bei den planmäßigen Abschreibungen werden grundsätzlich die betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Zugänge werden seit dem Geschäftsjahr 2011 linear
(zuvor degressiv) abgeschrieben.
Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern im Anlagevermögen betragen bei:
Immateriellen Vermögensgegenständen 3 - 7 Jahre
Grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grundstücken 7 - 50 Jahre
Verteilungsanlagen 20 - 55 Jahre
Technischen Anlagen und Maschinen 5 - 22 Jahre
Anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 - 14 Jahre
Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 60 EUR werden unmittelbar als
Aufwand gebucht. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 60 EUR
und 410 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.
Von den Finanzanlagen wurden die sonstigen Ausleihungen, soweit es sich um unver-
zinsliche oder niedrigverzinsliche Darlehen handelt, zum Nennwert bewertet. Die übri-
gen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich vorgenommener Wertbe-
richtigungen ausgewiesen. Soweit die Gründe für die Wertberichtigungen zum Bilanz-
stichtag nicht mehr bestehen, ist entsprechend § 253 Abs. 5 HGB zugeschrieben wor-
den.
Zum 28. Dezember 2017 wurde der Bürgerwindpark Löningen GmbH, Löningen ein
Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10.182 TEUR gewährt. Dieses wird unter Auslei-
hungen an verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Der Restwert des Darlehens nach
planmäßiger Tilgung beträgt zum 31. Dezember 2018 8.727 TEUR.
Die Roh-, Hilfs - und Betriebsstoffe sind unter Berücksichtigung von Abschreibungen
gemäß § 253 Abs. 4 HGB zu fortgeschriebenen, durchschnittlichen Anschaffungskosten
oder zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag bewertet.
3
2120051/40029870
Die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten und angemes-
sene Teile der Gemeinkosten) bewertet. Die unter den Waren ausgewiesenen Wasser-
vorräte werden zu Anschaffungskosten bewertet.
Drei zum Verkauf stehende Windkraftanlagen mit einem Buchwert in Höhe von
11.883 TEUR werden im Umlaufvermögen unter fertige Erzeugnisse und Waren ausge-
wiesen. Diese werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten und angemessene Teile der
Gemeinkosten) bewertet.
Die den Stadtwerken Münster unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte nach § 9 TEHG
(Treibhaus-Emissionshandelsgesetz) i.V.m. § 8 i.V.m. § 7 ZuG 2012 sind mit dem Wert
von 1 EUR ausgewiesen. Erworbene Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten
bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert (Marktwert) zum Bilanzstichtag ausgewie-
sen. Die nicht abgerechneten Aufträge an Dritte (unfertige Leistungen) in Höhe von
2.331 TEUR (im Vorjahr 2.645 TEUR) werden unter den Vorräten bilanziert.
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie flüssige Mittel sind zum Nennwert
oder - soweit erforderlich - unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos
bewertet. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsun-
ternehmen von insgesamt 38,1 Mio. EUR (Vorjahr 37,5 Mio. EUR) wurden mit den je-
weiligen Forderungen verrechnet.
Die bis einschließlich 2002 empfangenen Ertragszuschüsse (Baukostenzuschüsse
Netz) werden auf den A ltbestand mit 5 % des Ursprungswerts aufgelöst. Im 20. Jahr
nach Zugang wird der Abgang unterstellt und der verbliebene Ursprungswert vollständig
aufgelöst. Die Zugänge werden ab dem 1. Januar 2003 direkt gegen die Positionen des
Anlagevermögens verrechnet und wirken sich entsprechend den dort geltenden Nut-
zungsdauern abschreibungsmindernd aus.
Für Anschlüsse an die der Regulierung nach Energiewirtschaftsrecht unterliegenden
Netze der Strom- und Gasversorgung von den Anschlussnehmern an den Netzbetreiber
gezahlte Ertragszuschüsse, werden vom Netzbetreiber im Rahmen des bestehenden
Pachtvertrags an die Stadtwerke Münster GmbH als Netzeigentümer weitergeleitet. Die
Beträge werden nach den Regelungen des Energiewirtschaftsrechts ab 2007 als Pacht-
vorauszahlungen betrachtet und in einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten ein-
gestellt, der über 20 Jahre aufgelöst wird.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem ver-
sicherungsmathematischen Verfahren der "projected unit credit method" (Methode der
laufenden Einmalprämie) ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem
Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erarbeitet wird, und
bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so die endgültige Verpflichtung
aufzubauen. Als Rechnungszins wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB in Verbindung mit der
Rückstellungsabzinsungsverordnung der für Ende Dezember 2018 veröffentlichte Wert
der Bundesbank in Höhe von 3,21 % einbezogen und somit das Wahlrecht zur Abzin-
sung über eine Laufzeit von 15 Jahren genutzt. Als Rechnungsgrundlage dienten die
neuen Richttafeln 2018 G von Dr. K. Heubeck. Die aus der Verwendung der neuen
Richttafeln ausgelöste Bewertungsänderung hat sich nur unwesentlich ausgewirkt.
Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik von 2,00 %
p. a. in die versicherungsmathematischen Berechnungen einbezogen.
4
2120051/40029870
Bei der Rückstellung für Deputatverpflichtungen wurden Kostensteigerungen von 2,50 %
p. a. berücksichtigt sowie Fluktuationen von 2,00 % p. a. bei einem Alter von bis zu
30 Jahren bzw. 1,00 % bei einem Alter von bis zu 40 Jahren.
Der Rückstellung für Altersteilzeit liegt ein Rechnungszins von 2,32 % sowie ein Anwart-
schaftstrend von 2,00 % p. a. zu Grunde.
Die Rückstellung zur Abdeckung der aus einer möglichen Unterdeckung der Kommuna-
len Versorgungskassen Westfalen-Lippe, Münster, (KVW) resultierenden Verpflichtun-
gen wurde auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens zum 31. Dezem-
ber 2018 (Rechnungszins 3,21 %, Gehaltstrend 1,50 % p. a., Rententrend 1,00 % p. a.)
bewertet. Unter Berücksichtigung der durchschnittlich noch zu leistenden Arbeitszeiten
bis zum Eintritt der Verpflichtung wird die Rückstellung anteilig dotiert. Zum Stichtag
31. Dezember 2018 betrug der Umlagesatz 4,5 % zuzüglich eines Sanierungsgeldes in
Höhe von 3,25 %. Umlagesatz und Sanierungsgeld werden von der Gesellschaft allein
getragen. Die Summe der beitragspflichtigen Löhne und Gehälter für das Jahr 2018
beträgt 51,1 Mio. EUR (Vorjahr: 47,5 Mio. EUR). Zur Abdeckung der aus einer mögli-
chen Unterdeckung der KVW folgenden Verpflichtungen wurde zum 31. Dezember 2018
ein Wert von 75.069 TEUR ermittelt. Aus der stetigen anteiligen Dotierung besteht zum
Stichtag eine Rückstellung von 39.443 TEUR. Die verbleibende Unterdeckung beträgt
35.626 TEUR. Es ist vorgesehen, diese Deckungslücke weiterhin durch ratierliche
Zuführungen in den kommenden Jahren systematisch zu schließen.
Bei den übrigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt und grund-
sätzlich mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen.
Zur Sicherung von Bankdarlehen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt, die
mit den Schuldposten zu handelsrechtlichen Bewertungseinheiten zusammengefasst
werden.
Die Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträge (Strom und Gas) werden in An-
wendung des IDW RS ÖFA 3 abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zu Ver-
tragsportfolien zusammengefasst.
Es besteht ein angemessenes energiewirtschaftliches Steuerungssystem, aus dem die
gebildeten Vertragsportfolien nach der Homogenität der Risiken abgeleitet wurden.
Daran orientiert sich der Aufbau der Mengen-, Preis- und Ergebnisplanung der Portfo-
lien. Die konkreten Beschaffungs - und Vermarktungsprozesse sowie deren Überwa-
chung setzen die Vorgaben des Steuerungssystems um.
Die durch den Abschluss von Verträgen mit Kunden zu liefernden Mengen an Strom
oder Gas werden durch das Portfoliomanagement je Kundenvertrag einzeln (back – to
– back) oder zusammengefasst beschafft. Ebenso werden vom Portfoliomanagement
die für die Energieerzeugung in der Gas-und-Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage) und
den weiteren Erzeugungseinheiten ( Blockheizkraftwerke, BHKW) benötigten Mengen
Gas beschafft sowie der erzeugte Strom vermarktet. Das Portfoliomanagement struktu-
riert die Beschaffung und den Absatz der Energiemengen Strom oder Gas jeweils
getrennt in Bücher, das Vertriebsbuch, das Erzeugungsbuch und das Hedgebuch, sowie
den darin geführten Portfolien.
5
2120051/40029870
Das implementierte Risikomanagementsystem erfasst die aggregierten Positionen im
Hedgebuch auf Basis von vorgegebenen Risikolimiten, die ebenso wie die zur Ange-
botskalkulation und zur Bewertung verwendeten Preis kurven täglich durch das Risi-
kocontrolling überwacht werden.
Die implementierte Deckungsbeitragsrechnung erfasst jedes gebildete Vertragsportfolio.
Dabei werden interne Geschäfte zwischen den Vertragsportfolien zu marktüblichen
Bedingungen abgeschlossen und in die jeweilige Deckungsbeitragsrechnung einbezo-
gen. Zurechenbare Gemeinkosten werden angemessen berücksichtigt.
Die Bewertungszeiträume bestehen aufgrund der rollierenden Durchführung der Siche-
rungstransaktionen für einen unbegrenzten Zeitraum. Aktuell sind Zeiträume bis zum
Lieferjahr 2022 betroffen.
Bei einem negativen Deckungsbeitrag eines Vertragsportfolios wird eine Drohverlust-
rückstellung gebildet.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in der Anlage gezeigt.
Die auf die Vermögensgegenstände der stromerzeugenden Bestandteile der GuD-An-
lage Standort HKW Hafen im Jahr 2013 vorgenommene außerplanmäßige Abschrei-
bung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB in Höhe von 13,9 Mio. EUR wurde beibehalten.
In 2014 haben die Gesellschafter der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Gre-
ven, (FMO) ein Finanzierungskonzept zur Ausstattung des FMO mit Eigenkapital
beschlossen. Das Konzept sieht jährliche Zuführungen der Gesellschafter in das Eigen-
kapital des FMO vor, die jeweils gesondert mit einem Vorlauf von zwei Kalenderjahren
von den Gesellschaftern verpflichtend beschlossen werden. Die durch diesen
verpflichtenden Beschluss begründete Erhöhung des Beteiligungswertes wurde regel-
mäßig, zuletzt im Geschäftsjahr 2017 durch eine außerplanmäßige Abschreibung korri-
giert. Auf die Beteiligung an der Westfälische Landeseisenbahn GmbH, Lippstadt, (WLE)
wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 308 TEUR nach § 253 Abs. 3
Satz 5 HGB vorgenommen. Die FMO erhielt weiterhin aufgrund des oben genannten Fi-
nanzierungskonzepts im Dezember 2015 ein Darlehen in Höhe von 5.890 TEUR. Für
dieses Darlehen ergibt sich aufgrund der vertraglich vereinbarten, marktgerechten Zins-
und Tilgungsregelungen sowie der mit dem Finanzierungskonzept verbundenen, positi-
ven Entwicklungsprognose der FMO keine notwendige Wertberichtigung.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auch der abgegrenzte
Verbrauch der Kunden der Ener gie- und Wasserversorgung zwischen Ablese- und
Bilanzstichtag enthalten, der mit den aufgelaufenen Abschlagszahlungen saldiert wurde.
Die Forderungen gegen den Gesellschafter enthalten hauptsächlich mit 11.780 TEUR
die Kapitalzuführung an die FMO für die Jahre 2019 und 2020. Auf eine Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr entfallen davon 5.890 TEUR. Die übrigen Forderungen betreffen
u. a. (abgegrenzte) Energie- und Wasserlieferungen, die mit Abschlagszahlungen ver-
rechnet wurden.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen (mit
Überzahlungen verrechnete) Energie- und Wasserlieferungen, Kostenerstattungen und
die Gewinnübernahme der münsterNETZ. Auch hier wurden die Forderungen und Ver-
bindlichkeiten zum Bilanzausweis zusammengefasst.
6
2120051/40029870
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten als wesentliche Posten Forderungen
aus der Erstattung von Strom- und Energiesteuern in Höhe von 10.514 TEUR und noch
nicht abziehbare Vorsteuer auf Energielieferungen in Höhe von 4.425 TEUR.
Zur Absicherung von Bürgschaften wurden Festgelder in Höhe von 0,96 Mio. EUR ver-
pfändet. Diese sind daher entsprechend ihrer Fristigkeit unter den sonstigen Ausleihun-
gen (0,96 Mio. EUR) ausgewiesen.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 51.200.000 EUR.
Der Kapitalrücklage sind aus Gesellschaftermitteln 308 TEUR zugeführt worden.
Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2018 weist einen Jahresüber-
schuss von 26,8 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2018 ge-
leisteten Vorabgewinnausschüttung von 6,5 Mio. EUR und der Einstellung in die ande-
ren Gewinnrücklagen von 20,3 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen im Wesentli-
chen die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen einschließlich KVW (42,0 Mio. EUR)
und Rückstellungen für Deputatverpflichtungen (6,5 Mio. EUR). Der Unterschiedsbetrag
zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen
Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Rückstellungen nach
Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre beträgt
18,1 Mio. EUR. Es steht genügend frei verfügbares Eigenkapital zur Ausschüttung zur
Verfügung.
Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf ungewisse Verbindlichkei-
ten (6,4 Mio. EUR), die Drohverlustrückstellungen (3,9 Mio. EUR), die ATZ-Rückstellung
(1,4 Mio. EUR) und die (mit Abschlagszahlungen saldierte) Rückstellung für ungewisse
Verbindlichkeiten des Verkehrsbetriebs (9,4 Mio. EUR). Zur Absicherung der Ansprüche
von Mitarbeitern aufgrund der Vereinbarung zur Altersteilzeit wurde eine Bürgschaft ab-
geschlossen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Genussrechtsinhabern bestehen in Höhe von
1.775 TEUR (im Vorjahr 1.968 TEUR). Die Genussrechte wurden zur Finanzierung von
Photovoltaikanlagen ausgegeben. Das gezeichnete Kapital wird ab dem Tag der Ein-
zahlung in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung verzinst. Es handelt sich um folgende
Projekte:
Busdepot Rösnerstr. 13 in Münster, Inbetriebnahme 2009 100.000,00 EUR
Weicon in Münster, Inbetriebnahme 2010 50.000,00 EUR
Deponie Coerde in Münster, Inbetriebnahme 2010 1.625.000,00 EUR
Summe 1.775.000,00 EUR
7
2120051/40029870
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren insbesondere aus dem
zur Finanzierung der Strategie 2020 aufgenommenen Schuldscheindarlehen
(70,0 Mio. EUR).
Die Gesellschaft hat im Jahr 2013 ein Darlehen der Hamburger Sparkasse AG, Ham-
burg, in Höhe von nominal 5,9 Mio. EUR aufgenommen. Dieses wurde zum Erwerb der
Photovoltaik-Freiflächenanlage in Hassendorf verwendet. Durch Übertragung der PV -
Anlage ist das Darlehen abgesichert.
Im Jahr 2017 wurde ein Darlehen der Sparkasse Münsterland Ost, in Höhe von nominal
6,8 Mio. EUR aufgenommen. Dieses wurde zum Bau von zwei Windkraftanlagen
(Hiltrup-Raringheide und Loevelingloh) verwendet. Durch die Übertragung der Wind-
kraftanlagen ist das Darlehen abgesichert.
Zur preislichen Absicherung von Dieselbezügen im Bereich ÖPNV wurden Swaps abge-
schlossen. Hierfür wurde eine Rückstellung von insgesamt 0,2 Mio. EUR gebildet, han-
delsrechtliche Bewertungseinheiten wurden nicht gebildet.
Im Rahmen der nach IDW RS ÖFA 3 gebildeten Vertragsportfolien wurden folgende
derivative Finanzinstrumente abgeschlossen. Soweit die Vertragsportfolien negative
Deckungsbeiträge aufweisen, sind diese in den gebildeten Rückstellungen berücksich-
tigt. Zum Bilanzstichtag wurden Rückstellungen von insgesamt 0,2 Mio. EUR gebildet.
Zur Zinsabsicherung von variabel verzinslichen Darlehen werden folgende Zinsswaps
eingesetzt. Hierfür wurden Mikro-Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet.
Nr. Produkt Laufzeit Betrag in TEUR Marktwert in TEUR
1. Zinsswap 22.11.13 - 22.11.19 6.000 -99
2. Zinsswap 22.11.13 - 22.11.22 5.000 -403
3. Zinsswap 22.11.13 - 22.11.24 3.000 -359
4. Zinsswap 22.10.17 - 22.10.27 2.550 -270
5. Zinsswap 30.03.12 - 30.12.26 5.300 -249
6. Zinsswap 01.09.17 – 30.06.37 6.800 -229
Die Grundgeschäfte (Darlehen) und die Sicherungsgeschäfte (Zinsswaps) weisen
neben der Betragsidentität auch die gleiche Laufzeit auf. Aufgrund der deckungsgleichen
Beziehung konnte auf eine bilanzielle Risikovorsorge für die nach bankinternen
Berechnungsmodellen errechneten negativen Zeitwert e von insgesamt 1.609 TEUR
verzichtet werden. Es wurde die Einfrierungsmethode verwendet.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen hauptsächlich auf
Strom- und Gasbezugsrechnungen und EEG-Umlagen an Übertragungsnetzbetreiber.
8
2120051/40029870
Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betreffen im Wesentlichen
Forderungen aus Gewerbesteuer und Verbindlichkeiten aus Überzahlungen von Jahres-
verbrauchsabrechnungen. Forderungen wurden verrechnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentli-
chen aus Netzentgeltabrechnungen und einem kurzfristigen Darlehen zur konzerninter-
nen Liquiditätssteuerung. Forderungen wurden verrechnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, betreffen insbesondere die zugesagten Zuführungen in die Kapitalrücklage des
FMO für die Jahre 2019 und 2020 sowie IT-Dienstleistungen.
Durch Grundpfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bestehen in
Höhe von 18.540 TEUR. Davon entfallen 2.975 TEUR auf eine Grundschuld zur Besi-
cherung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie 15.565 TEUR auf eine
Sicherungsübereignung für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Mit einer Inan-
spruchnahme ist nicht zu rechnen.
9
2120051/40029870
Für Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten:
31.12.2018
Bilanz
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
> 5 Jahre
TEUR
Genussscheinkapital 1.775 163 662 950
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
118.110
16.207
53.052
48.851
Erhaltene Anzahlungen 1.321 1.321 - -
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
31.772
30.940
665
167
Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter
1.672
1.672
-
-
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
75
75
-
-
Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungs -
verhältnis besteht
13.312
7.422
5.890
-
Sonstige Verbindlichkeiten 16.044 16.044 - -
Summe 184.081 73.844 60.269 49.968
31.12.2017
Bilanz
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
> 5 Jahre
TEUR
Genussscheinkapital 1.968 193 675 1.100
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
113.870
6.580
53.353
53.937
Erhaltene Anzahlungen 126 126 - -
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
41.558
40.629
631
298
Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter
1.247
1.247
-
-
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
510
510
-
-
Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungs-
verhältnis besteht
20.498
8.718
11.780
-
Sonstige Verbindlichkeiten 14.707 14.707 - -
Summe 194.484 72.710 66.439 55.335
10
2120051/40029870
Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen im Wesentlichen auf Steuern (8,4 Mio. EUR;
Vorjahr 8,3 Mio. EUR), Guthaben aus Jahresverbrauchsabrechnungen (4,1 Mio. EUR,
Vorjahr 2,5 Mio. EUR), auf erhaltene und noch nicht abgerechnete Zuschüsse
(2,0 Mio. EUR; Vorjahr 2,5 Mio. EUR), Überzahlungen aus der Abrechnung aus Installa-
tionen und Bauleistungen (0,2 Mio. Euro; Vorjahr 0,2 Mio. EUR) und auf Rückzahlungs-
verpflichtungen aus dem Label Grüner Strom (0,8 Mio. EUR; Vorjahr 0,7 Mio. EUR).
Der passivische Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen die vom
Netzbetreiber durchgeleiteten Baukostenzuschüsse. Es sind Pachtvorauszahlungen von
24,7 Mio. EUR für das Strom- und das Gasnetz passiv abgegrenzt.
Es besteht ein nicht bilanzierter Überhang der aktiven Steuerlatenzen, denen Bewer-
tungsunterschiede bei den Sach- und Finanzanlagen, bei den Rückstellungen für Pen-
sionen und ähnliche Verpflichtungen und den sonstigen Rückstellungen zugrunde lie-
gen. Diesen steht lediglich eine passive Steuerlatenz aus den Sonderposten mit Rück-
lageanteil gegenüber. Der betriebsindividuelle Steuersatz beträgt 31,9 %.
Steuerlatenzen SWMS per 31.12.2018 in TEUR
Posten Buchwert- Ertrag- latente
Latenzrechnung differenzen steuersatz Steuern
Aktivlatenzen
Sachanlagen 2.008 31,93 641
Finanzanlagen
Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 3.002 31,93 958
Beteiligungen an Personengesellschaften 4.660 15,83 738
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 0 31,93 0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 43.869 31,93 14.007
Sonstige Rückstellungen 16.221 31,93 5.179
Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten 732 31,93 234
Summe Aktivlatenzen aus Buchwertdifferenzen 70.491 15,83/31,93 21.757
Verlustvortrag, körperschaftsteuerlich 0 15,83 0
Verlustvortrag, gewerbesteuerlich 0 16,10 0
Summe Aktivlatenzen aus Verlus tvortrag 0 15,83/16,10 0
Sachanlagen (s.u. Aktivlatenzen) 0 31,93 0
Sonderposten mit Rücklageanteil -11.275 31,93 -3.600
Summe Pas s ivlatenzen aus Buchwertdifferenzen -11.275 31,93 -3.600
Saldo: 59.216 18.157
11
2120051/40029870
3. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse werden vermindert um die darin enthaltene Strom - und Erdgassteuer
ausgewiesen. Sie betragen im Berichtsjahr 547.021 TEUR. Davon entfallen (unter Berück-
sichtigung von Installationsleistungen und sonstigen Nebengeschäften der Sparten)
293.923 TEUR auf die Stromversorgung, 104.858 TEUR auf die Gasversorgung,
49.094 TEUR auf die Wasserversorgung, 41.764 TEUR auf die Fernwärmeversorgung,
39.363 TEUR auf den Verkehrsbetrieb und 18.019 TEUR auf die übrigen Aktivitäten.
Die aktivierten Eigenleistungen betragen 9,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,6 Mio. EUR) und bein-
halten insbesondere die Leistungen im Netzbereich.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen die Erträge aus der Erstat-
tung der Konzessionsabgabe (12,0 Mio. EUR), die Erträge aus dem Belastungsausgleich
nach KWKG (5,2 Mio. EUR) sowie aus Erstattungen aus Schadenersatzleistungen (7,4 Mio .
EUR). Als periodenfremde Erträge waren Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
(16,4 Mio. EUR) und Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens
(7,7 Mio. EUR) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen zu berücksichtigen.
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind (wie im
Vorjahr) im Wesentlichen geprägt durch Bezugsaufwendungen für Energie- und Wasserlie-
ferungen ( 148.824 TEUR) und EEG -Zahlungen an Übertragungsnetzbetreiber ( 76.968
TEUR). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen (wie im Vorjahr) hauptsäch-
lich die an die münsterNETZ und fremde Netzbetr eiber abgeführten Netzentgelte
(136.288 TEUR). Periodenfremde Bezugsaufwendungen für Energie- und Wasserlieferun-
gen betragen 138 TEUR und sind im Betrag von 148.824 TEUR enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten neben der Konzessionsabgabe
(18,0 Mio. EUR) im Wesentlichen IT-Dienstleistungen (8,4 Mio. EUR), Rücktrittsrecht aus
einem Grundstücksverkauf (5,1 Mio. EUR), Aufwendungen für Vertrieb, Sponsoring und
Werbung (2,9 Mio. EUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten (2,4 Mio. EUR), Versi-
cherungsbeiträge (2,0 Mio. EUR), Gebühren und Abgaben (1,2 Mio. EUR), Wartung und
Pflege von Software (2,0 Mio. EUR), Porto, Fernsprechgebühren und Frachten (1,3 Mio .
EUR) und Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen (1,4 Mio. EUR).
Die periodenfremden Aufwendungen betragen 1,7 Mio. EUR. Dabei handelt es sich im We-
sentlichen um Steuernachforderungen aufgrund einer Betriebsprüfung.
Der Zinsaufwand besteht großenteils aus Zinsen für Fremddarlehen (3.131 TEUR; Vorjahr:
3.109 TEUR) und wurde des Weiteren durch Aufzinsung von Rückstellungen
gemäß § 277 Abs. 5 HGB in Höhe von 1.637 TEUR (Vorjahr: 1.778 TEUR) belastet. Letz-
tere entfallen im Wesentlichen auf Pensionsrückstellungen (89 TEUR; Vorjahr: 95 TEUR),
Rückstellung Unterdeckung KVW (1.229 TEUR; Vorjahr: 1.326 TEUR), Rückstellungen für
Deputate (201 TEUR; Vorjahr: 202 TEUR) und Rückstellungen für Altersteilzeit (46 TEUR;
Vorjahr: 95 TEUR).
Die sonstigen Steuern in Höhe von 2.219 TEUR (Vorjahr –114 TEUR) entfallen im Wesent-
lichen auf Grundsteuer (523 TEUR; Vorjahr 532 TEUR), Stromsteuer (392 TEUR; Vorjahr
–1.242 TEUR) und Erdgassteuer (1.059 TEUR; Vorjahr 561 TEUR). Als periodenfremde
Aufwendungen entfallen auf Stromsteuer 135 TEUR und auf Erdgassteuer 465 TEUR für
das Jahr 2017.
12
2120051/40029870
III. Angaben zum Jahresergebnis
Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2018 weist einen Jahres über-
schuss von 26,8 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2018 geleiste-
ten Vorabgewinnausschüttung von 6 ,5 Mio. EUR und der Einstellung in die anderen
Gewinnrücklagen von 20,3 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.
IV. Ergänzende Angaben
1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum 31. Dezember 2018 bestehen acht (Vorjahr acht) Bürgschaften zugunsten der FMO
Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, mit einer Bürgschaftsvaluta zum Bilanz-
stichtag in Höhe von insgesamt 5.809 TEUR (Vorjahr 8.789 TEUR). Der FMO wird auf-
grund des von den Gesellschaftern in 2014 beschlossenen Finanzierungskonzepts
durch Erhöhung des Eigenkapitals und durch Gesellschafterdarlehn in seiner Finanzkraft
gestärkt. Die bürgschaftsgesicherten Darlehen sollen dann abgelöst werden. Die Gesell-
schafter haben bereits die Beschlüsse zur Umsetzung der Tranchen des Finanzierungs-
konzeptes bis einschließlich 2020 gefasst. Unter der Voraussetzung, dass auch die wei-
teren verpflichtenden Beschlüsse ebenso wie die bisher gefassten umgesetzt werden,
ist eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften bei Umsetzung der positiven Entwick-
lungsprognose nicht zu erwarten.
Des Weiteren bestehen drei Bürgschaften zugunsten der Westfälischen Landes-Eisen-
bahn GmbH, Lippstadt, mit einer Bürgschaftsvaluta zum Bilanz stichtag in Höhe von
732 TEUR (Vorjahr: 592 TEUR) für drei Darlehen. Die Westfälische Landes-Eisenbahn
GmbH, Lippstadt, hat 2014 ein Darlehen über 2.700 TEUR mit einer Laufzeit von 15 Jah-
ren, im Jahr 2015 ein Darlehen über 2.000 TEUR mit einer Laufzeit von 20 Jahren und
im Jahr 2018 ein weiteres Darlehen über 1.300 TEUR mit einer Laufzeit von 20 Jahren
aufgenommen. Diese Darlehen werden durch die drei Hauptgesellschafter Kreis Waren-
dorf, Kreis Soest und Stadtwerke Münster GmbH verbürgt. Aufgrund eines Ergebnis-
übernahmevertrages ist das Risiko einer Inanspruchnahme nahezu auszuschließen.
Die Verpflichtungen aus Bestellungen für Investitionen beliefen sich zum 31. Dezem-
ber 2018 auf 9,6 Mio. EUR. Aus Leasing-Verträgen mit einer Laufzeit zwischen einem
und fünf Jahren resultieren jährliche Verpflichtungen von 198 TEUR.
Aus der Beteiligung an der Green Gecco Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG ,
Troisdorf, können sich durch die Investitionen in Projekte zur regenerativen Energieer-
zeugung finanzielle Verpflichtungen bis zu einer Höchstgrenze von 9,8 Mio. EUR erge-
ben. Die Höhe der möglichen finanziellen Verpflichtungen ist von den jeweils erworbe-
nen Projekten abhängig.
Zur Absicherung von Lieferverpflichtungen aus bestehenden Verträgen mit Sonderver-
trags- und Tarifkunden des Versorgungsbereichs sind in verantwortungsvoller unterneh-
merischer Risikovorsorge in die Zukunft gerichtete Verträge über den Bezug von Energie
im Wert von 206,0 Mio. EUR geschlossen worden.
13
2120051/40029870
2. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe
Die Geschäftsführung bestand bis zum 20.09.2018 aus:
Dr. Henning Müller-Tengelmann (kaufmännischer Geschäftsführer)
Dr. Dirk Wernicke (technischer Geschäftsführer)
Die Geschäftsführung besteht aus:
Stefan Grützmacher (seit dem 20.09.2018)
Die Geschäftsführer übten und üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.
Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:
Alfons Reinkemeier
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Stadtkämmerer
Ab 29. Januar 2018
Wilhelm Breitenbach
Sachkundiger Bürger
Schulleiter i. R.
Maria Winkel
Ratsfrau
Erste stellvertretende Vorsitzende
Kauffrau in der Grundstücks-
und Wohnungswirtschaft
Frank Baumann
Ratsherr
Online-Designer
Katrin Dünzelmann
Sachkundige Bürgerin
Geschäftsführende Gesellschafterin
Franz Ge mme ke
Sachkundiger Bürger
Rentm eister
Rolf Wischer
Erster stellvertretender Vorsitzender
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
A rbeitnehm ervertreter
Bis 28.05.2018
Michael Kleyboldt
Ratsherr
Studiendirektor
Dr. Didem Ozan
Ratsfrau
Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit/
Redakteurin
Rüdiger Sagel
Ratsherr
Diplom-Ingenieur
Hermann Terborg
Sachkundiger Bürger
Rechtsanwalt
Hans Varnhagen
Ratsherr
Dachdeckermeister
Walter von Göwels
Ratsherr
Selbst. Versicherungsfachmann
Dominic Röhricht
Zweiter stellvertretender Vorsitzender
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
A rbeitnehm ervertreter
Ab 28.05.2018
14
2120051/40029870
Michael Spiekermann-Blankertz
A rbeitnehm ervertreter
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
Bis 28.05.2018
Antonio Machado
A rbeitnehm ervertreter
Lagerist
Bis 28.05.2018
Michael Weidekamp
A rbeitnehm ervertreter
Techn. Angestellter
Bis 28.05.2018
Guido Gringel
A rbeitnehm ervertreter
Abteilungsleiter Einkauf
Marcus Vorholt
A rbeitnehm ervertreter
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
Ines Ludorf
A rbeitnehm ervertreterin
Sachbearbeiterin Prozesssteuerung
Kundenservice
Ab 28.05.2018
Anneliese Szcepanek
A rbeitnehm ervertreterin
Teamleiterin Kundenprozesse ÖPNV
Ab 28.05.2018
Wayne Pike
A rbeitnehm ervertreter
Busfahrer
Ab 28.05.2018
Die Gesamtbezüge der ehemaligen Geschäftsführung betrugen für das Berichtsjahr
474 TEUR und setzten sich wie folgt zusammen:
Dr. Henning Müller-Tengelmann Dr. Dirk Wernicke
TEUR TEUR
Festvergütung* 161 198
Leistungsorientierte Vergütung 35 35
Arbeitgeberfinanzierte
Beiträge zur Altersversorgung 25 20
Gesamt 221 253
*inkl. geldwertem Vorteil
Die Gesamtbezüge von Herrn Stefan Grützmacher betrugen im Berichtsjahr 77 TEUR
und ergeben sich aus der vereinbarten Festvergütung auf Basis von nachgewiesenen
Stunden.
Für die frühere Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen wurden 182 TEUR an Pen-
sionen aufgewendet. Für sie bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von
2.534 TEUR.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten für die Teilnahme an den Sitzungen ein Sit-
zungsgeld. Aufsichtsratsmitglieder, die gleichzeitig Mitglieder des Rates der
Stadt Münster sind, erhalten kein Sitzungsgeld von den Stadtwerken Münster. Die Be-
züge für den Aufsichtsrat betrugen insgesamt 3.462,90 EUR. Die Bezüge setzen sich
wie folgt zusammen:
Breitenbach, Wilhelm 357,00 EUR
Dünzelmann, Katrin 392,70 EUR
Gemmeke, Franz 357,00 EUR
15
2120051/40029870
Gringel, Guido 357,00 EUR
Ludorf, Ines 107,10 EUR
Machado, Antonio 142,80 EUR
Pike, Wayne 214,20 EUR
Röhricht, Dominic 178,50 EUR
Spiekermann-Blankertz, Michael 178,50 EUR
Szcepanek, Anneliese 214,20 EUR
Terborg, Hermann 392,70 EUR
Vorholt, Marcus 357,00 EUR
Weidekamp, Michael 35,70 EUR
Wischer, Rolf 178,50 EUR
Arbeitnehmer können nach den in einer Betriebsvereinbarung festgelegten Kriterien Dar-
lehen erhalten. Arbeitnehmervertreter haben vor oder während ihrer Tätigkeit als Mitglie-
der des Aufsichtsrates aufgrund dieser Betriebsvereinbarung Darlehen erhalten; deren
Wert betrug zum 31. Dezember 2018 12.342 EUR bei Zinssätzen von 0,5 % bis 2,5 %.
Von den bestehenden Darlehen wurden 15.503 EUR getilgt. Es wurden neue Darlehen
im Wert von 13.552 EUR aufgenommen. Von diesen Darlehen wurden 1.210 EUR ge-
tilgt. Lohn- und Gehaltsvorschüsse wurden nicht gewährt.
3. Belegschaft
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2018 beträgt 1.093 nach
1.019 im Vorjahr. Die Belegschaft bestand durchschnittlich aus 882 (Vorjahr 846) voll-
zeitbeschäftigten und 211 (Vorjahr: 173) teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern.
Die Gesellschaft ist Mitglied der KVW. Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im
Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversor-
gung zu gewähren. Die Gesellschaft hat sich bei Begründung der Mitgliedschaft ver-
pflichtet, alle Arbeitnehmer zu versichern, die nach dem Tarifvertrag über die Versorgung
der Arbeitnehmer kommunaler Verwaltungen und Betriebe (Vers. TV-G) zu versichern
sind. Der derzeitige Umlagesatz beträgt 4,5 % + 3,25 % Sanierungsgeld und wird von
der Gesellschaft allein getragen. Die Summe der versicherungspflichtigen Löhne und
Gehälter für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 51,1 Mio. EUR. Zur Abdeckung der aus ei-
ner möglichen Unterdeckung der KVW folgenden Verpflichtungen von 75,1 Mio. EUR
hat die Gesellschaft eine Rückstellung von 39,4 Mio. EUR gebildet.
16
2120051/40029870
4. Angaben zu Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB:
Name und Sitz der Gesellschaft
Höhe des
Anteils
am Kapital
am
31.12.2018
%
Eigenkapital
am 31.12.2018
TEUR
Ergebnis 2018
TEUR
münsterNETZ GmbH, Münster* 100 100 0
Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH,
Münster***
100
60
./.584
Westfälische Bauindustrie GmbH, Münster
99
28.581
3.563
items GmbH, Münster 31 6.493 762
Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH,
Münster***
50
2.752
439
smart optimo Verwaltungs-GmbH,
Osnabrück
50 205 18
smartOPTIMO GmbH & Co. KG, Osnabrück 32 6.682 47
Nederlands-Duitse Internet Exchange B.V.,
Enschede, Niederlande***
50
1.315
./. 98
17
2120051/40029870
Name und Sitz der Gesellschaft Höhe des
Anteils
am Kapital
am
31.12.2018
%
Eigenkapital
am
31.12.2018
TEUR
Ergebnis
2018
TEUR
Windkraft
Nordseeheilbad Borkum GmbH, Borkum*/***
49,9
110
0
FMO
Flughafen Münster / Osnabrück GmbH,
Greven***
35
60.570
./. 6.536
Lokalradio Münster
Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG,
Münster**
25
Bürgerwindpark Löningen GmbH & Co. KG,
Löningen***
100
328
590
Bürgerwindpark Löningen Verwaltungs -GmbH,
Löningen***
100
31
1
* Das Ergebnis der Gesellschaft w ird aufgrund eines bestehenden Vertrags übernommen
bzw . ausgeglichen.
** Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses ist in Anw endung
der Ausnahmeregelung gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB unterblieben.
*** vorläufiges Ergebnis (vor Prüfung und vor Gremienbeschluss).
Die Gesellschafterversammlung vom 29. Mai 2018 hat die Übertragung des aktiven und
passiven Vermögens der VSM auf die SWMS beschlossen. Weiterhin beschlossen
wurde der Betriebsübergang der VSM Mitarbeiter auf die SWMS nach § 613a BGB. Der
Übergang fand zum 1. Juli 2018 statt. Die VSM bleibt als Vorratsgesellschaft ohne ope-
ratives Geschäft bestehen.
5. Angaben gemäß § 6b Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Von der münsterNETZ wurden Leistungen in Höhe von 104.567 TEUR (Netzentgelte
101.868 TEUR, Mehr-/Mindermengen Strom und Gas 2.699 TEUR) bezogen; an die
münsterNETZ wurden Leistungen in Höhe von 99.034 TEUR (Netzdienstleistungen
36.474 TEUR, Netzpacht 42.195 TEUR, Stromeinspeisung und KWK-Vergütung de-
zentraler Anlagen 12. 071 TEUR, Mehr-Mindermengen Strom und Gas 2.769 TEUR,
Netzverluste 1.711 TEUR, Entgelt für dezentrale Einspeisung 2.452 TEUR, Dienstleis-
tungen im Rahmen der Servicevereinbarung 804 TEUR und Energiebezug der Netze
558 TEUR) abgerechnet.
18
2120051/40029870
6. Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers wird im Anhang zum Konzernabschluss der Stadt-
werke Münster genannt. Auf eine Angabe wird hier daher nach § 285 Nr. 17 HGB ver-
zichtet.
7. Geschäfte mit nahestehenden Personen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen
zustande gekommen sind
Im Geschäftsjahr 2018 wurden weiterhin keine Geschäfte mit nahestehenden Personen
abgeschlossen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.
8. Einbeziehung in Konzernabschluss
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Stadtwerke
Münster GmbH, Münster, einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der
Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzern-
abschluss der Gesellschaft wird ferner in den NKF-Gesamtabschluss der Stadt Münster
einbezogen.
9. Nachtragsbericht
Die Stadtwerke Münster GmbH haben Beschlüsse zur Übertragung des Eigentums an
den Versorgungsnetzen auf die münsterNETZ GmbH sowie den Wechsel der für die
Versorgungsnetzte tätigen Mitarbeiter zur münsterNETZ GmbH gefasst. Die rechtliche
Umsetzung soll im Geschäftsjahr 2020 erfolgen.
Münster, den 24. Mai 2019
Stadtwerke Münster GmbH
Stefan Grützmacher
(Geschäftsführer)
19
2120050/40029870
Stadtwerke Münster GmbH, Münster
Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am Stand am Zugänge Abgänge Stand am Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am Stand am Stand am
01.01.2018 31.12.2018 01.01.2018 31.12.2018 01.01.2018 31.12.2018 31.12.2018 31.12.2017
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I.
Entgeltlich erworbene Konzessionen, 41.419.712,78 1.119.968,11 0,00 1.675.827,21 44.215.508,10 2.815.605,42 0,00 0,00 2.815.605,42 31.765.212,97 pA 3.393.411,58 0,00 0,00 35.165.980,29 6.233.922,39 6.838.894,39
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche gA 7.355,74
Rechte und Werte sowie Lizenzen
an solchen Rechten und Werten
II.
1. Grundstücke, grundstücksgleiche 199.782.868,36 2.607.691,71 165.532,33 3.312.808,82 205.537.836,56 427.952,74 0,00 0,00 427.952,74 129.654.195,62 pA 5.150.853,40 75.007,22 0,00 134.730.041,80 70.379.842,02 69.700.720,00
Rechte und Bauten einschl. der Bauten
auf fremden Grundstücken
2. Verteilungsanlagen 716.279.188,73 16.323.531,77 267.837,84 6.587.930,37 738.922.813,03 58.866.804,62 1.527.608,60 0,00 60.394.413,22 523.055.331,03 pA 8.624.740,78 267.837,84 0,00 531.424.238,63 147.104.161,18 134.357.053,08
gA 12.004,66
3. Sonstige technische Anlagen 216.030.977,98 1.861.576,92 993.726,15 2.735.974,36 219.634.803,11 2.189.695,40 91.319,82 0,00 2.281.015,22 157.749.681,58 pA 6.443.406,46 933.845,15 0,00 163.259.242,89 54.094.545,00 56.091.601,00
und Maschinen
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 34.057.189,72 1.563.889,06 1.243.630,04 779.316,93 35.156.765,67 10.669.076,42 1.747.786,13 308.399,00 12.108.463,55 14.621.353,30 pA 1.674.485,86 935.231,04 0,00 15.360.608,12 7.687.694,00 8.766.760,00
5. Andere Anlagen, Betriebs- und 60.334.336,08 2.924.441,45 469.428,82 1.189.106,79 63.978.455,50 4.247.234,59 0,00 0,00 4.247.234,59 44.529.130,78 pA 2.280.106,39 450.863,49 0,00 46.564.962,18 13.166.258,73 11.557.970,71
Geschäftsausstattung gA 206.588,50
6. Geleistete Anzahlungen 22.457.676,49 15.978.192,23 0,00 -16.280.964,48 22.154.904,24 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 apA 0,00 0,00 0,00 0,00 22.154.904,24 22.457.676,49
und Anlagen im Bau
Summe II. 1.248.942.237,36 41.259.323,14 3.140.155,18 -1.675.827,21 1.285.385.578,11 76.400.763,77 3.366.714,55 308.399,00 79.459.079,32 869.609.692,31 24.392.186,05 2.662.784,74 891.339.093,62 314.587.405,17 302.931.781,28
Summe I. und II. 1.290.361.950,14 42.379.291,25 3.140.155,18 0,00 1.329.601.086,21 79.216.369,19 3.366.714,55 308.399,00 82.274.684,74 901.374.905,28 27.792.953,37 2.662.784,74 926.505.073,91 320.821.327,56 309.770.675,67
III.
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 33.814.388,47 0,00 0,00 33.814.388,47 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 33.814.388,47 33.814.388,47
2. Ausleihungen an verbundene Unternehme 10.181.801,00 0,00 1.454.543,00 8.727.258,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.727.258,00 10.181.801,00
3. Beteiligungen 70.208.886,86 307.600,00 380.565,90 70.135.920,96 0,00 0,00 0,00 0,00 61.278.607,17 apA 307.600,00 0,00 61.586.207,17 8.549.713,79 8.930.279,69
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.890.063,00 0,00 368.128,95 5.521.934,05 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 apA 0,00 0,00 0,00 5.521.934,05 5.890.063,00
5. Sonstige Ausleihungen 2.467.404,82 52.240,45 850.469,84 1.669.175,43 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.669.175,43 2.467.404,82
Summe Finanzanlage 122.562.544,15 359.840,45 3.053.707,69 119.868.676,91 0,00 0,00 0,00 0,00 61.278.607,17 307.600,00 0,00 61.586.207,17 58.282.469,74 61.283.936,98
G e s a m t 1.412.924.494,29 42.739.131,70 6.193.862,87 1.449.469.763,12 79.216.369,19 3.366.714,55 308.399,00 82.274.684,74 962.653.512,45 28.100.553,37 2.662.784,74 0,00 988.091.281,08 379.103.797,30 371.054.612,65
pA 27.567.004,47
Erläuterung der Abkürzungen: gA 225.948,90
apA 307.600,00
pA = planmäßige Abschreibungen
gA = geringwertige Anlagegüter/Vollabschreibung gemäß § 6 Abs. 2 EStG
apA = außerplanmäßige Abschreibungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
Finanzanlagen
Entwicklung des Anlagevermögens 2018
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwerte
vor Abrechnung von Zuschüssen erhaltene Zuschüsse
1
2120054/40029870
Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2018 (01.01.-31.12.)
Geschäftsmodell des Unternehmens
Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur
Die Stadtwerke Münster GmbH, Münster, (Stadtwerke Münster) sind als 100- prozentige
Tochter der Stadt Münster in der Versorgung von Kunden mit Energie und Wasser, im
öffentlichen Personennahverkehr und weiteren kommunalen Dienstleistungen für die Bür-
ger und Kunden in Münster und der Region tätig.
Die unternehmerische Tätigkeit der Stadtwerke Münster gliedert sich in die vier Geschäfts-
felder Energie- und Wasservertrieb, Versorgungsnetze, Erzeugung und Verkehr.
Der Lagebericht stellt die Geschäftsfelder ents prechend den betrieblichen Strukturen dar.
Die Tätigkeiten der Stadtwerke Münster als Energieversorgungsunternehmen im Sinne des
§ 6b Abs. 7 Satz 4 EnWG werden in den Abschnitten "Ertragslage" sowie "Finanz- und Ver-
mögenslage" erläutert.
Unternehmensstrategie
Die Ziele der Unternehmensstrategie, die mit den Kernthemen „Klimaschutz, Energieeffizi-
enz und erneuerbare Energien“, „innovative kommunale Mehrwertdienste“ und „Dienstleis-
tungen für eine intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur“ definiert wur-
den, bilden weiter die maßgebliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadtwerke
Münster, die Ableitung laufender Umsetzungsmaßnahmen und –projekte. Flankiert werden
diese strategischen Ziele weiterhin von den Maßnahmen zur Sicherstellung der hohen Pro-
zessqualität und –effizienz im Kerngeschäft.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2018 um 1,5 % an. Die Gesamtstromerzeugung in
Deutschland ging in 2018 geringfügig um 0,7 % auf 649 Milliarden kWh zurück. Gleichzeitig
stieg der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung in Deutsch-
land auf 35,2 %. Damit stellen die erneuerbaren Energien den weitaus größten Anteil an
der gesamten Stromerzeugung, mehr als die Anteile von Braunkohle und Kernenergie
zusammengerechnet (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Das Vertriebs- und Versorgungsgebiet der Stadtwerke Münster ist stark vom Handels- und
Dienstleistungssektor sowie von Privatkunden geprägt. Die konjunkturelle Entwicklung wirkt
sich daher grundsätzlich nur in begrenztem Maße auf die Geschäftsentwicklung aus.
2
2120054/40029870
Lediglich der Absatz an unsere Geschäftskunden zeigt eine stärkere Abhängigkeit von der
Konjunkturentwicklung.
Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2018 konnte mit einem Jahresüberschuss von 26,8 Mio. EUR das
gesteckte Ziel des Wirtschaftsplans deutlich übertroffen werden. Das den Erwartungen ent-
sprechende, gute operative Ergebnis ergänzt um die Erträge aus der Auflösung nicht mehr
benötigter Rückstellungen bildete die Grundlage für dieses insgesamt sehr zufriedenstel-
lende Jahresergebnis.
In 2014 haben die Gesellschafter des FMO ein Finanzierungskonzept zur Ausstattung des
FMO mit Eigenkapital beschlossen. Das Konzept sieht jährliche Zuführungen der Gesell-
schafter in das Eigenkapital des FMO vor, die jeweils gesondert mit einem Vorlauf von zwei
Kalenderjahren von den Gesellschaftern verpflichtend beschlossen werden. Die durch die-
sen verpflichtenden Beschluss begründete Erhöhung des Beteiligungswertes wurde regel-
mäßig – zuletzt im Geschäftsjahr 2017 - durch eine außerplanmäßige Abschreibung korri-
giert. Im Geschäftsjahr 2018 nutzten nochmals mehr Fahrgäste das Angebot im Geschäfts-
feld Verkehr.
Folgende zentrale finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden zur Darstel-
lung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft herangezogen:
finanzielle
Indikatoren
Ist 2018 Plan 2018 relative Verände-
rung
Jahresüberschuss 26,8 Mio. EUR 9,1 Mio. EUR 194,5 %
Umsatzerlöse 547,0 Mio. EUR 542,0 Mio. EUR 0,9%
Investitionen 37,9 Mio. EUR 54,4 Mio. EUR - 30,3 %
nichtfinanzielle
Indikatoren
Ist 2018 Plan 2018 relative Verände-
rung
Stromabsatz 1.242 Mio. kWh 1.386 Mio. kWh - 10,4 %
Erdgasabsatz 1.986 Mio. kWh 2.056 Mio. kWh -0,3 %
Wärmeabsatz 574 Mio. kWh 609 Mio. kWh - 5,7 %
Wasserabsatz 17,1 Mio. m3 16,8 Mio. m3 1,8 %
Stromerzeugung
423 Mio. kWh 475 Mio. kWh -10,9 %
Fahrgäste 46,3 Mio. 47,5 Mio. -2,5 %
Die Umsatzerlöse entsprachen bei einer Abweichung von + 0, 9 % wiederum nahezu dem
Planansatz. Im Strommarkt gingen die abgesetzten Mengen insgesamt um 14,1 % gegen-
über dem Vorjahr zurück und unterschritten damit auch die anspruchsvolle Planmenge. Der
Rückgang war in fast allen Segmenten zu verzeichnen. Dagegen konnten vor allem bei
Lieferungen an Privatkunden außerhalb des eigenen Netzgebietes die Mengen nochmals
3
2120054/40029870
deutlich gesteigert werden. Gleiches gilt für die Ökostromprodukte, bei denen die Absatz-
menge auch in 2018 wiederum um 16,5 % über der des Vorjahres lag. Im Gasmarkt waren
die abgesetzten Mengen trotz wieder leicht gestiegenen Anzahl an Kunden etwas rückläu-
fig. Parallel sanken die Umsatzerlöse, auch bedingt durch Preissenkungen. Eine parallele
Entwicklung zeigte der Wärmemarkt. Trotz einer leichten Steigerung der Kundenanzahl
ging die Abgabemenge nochmals aufgrund der ganzjährig überdurchschnittlich warmen
Witterung leicht zurück. Demgegenüber stiegen die Umsatzerlöse aufgrund der zum
01.01.2018 in Anwendung der Preisformeln erhöhten Wärmepreise.
Das den Erwartungen entsprechende, gute operative Ergebnis sowie die Erträge aus der
Auflösung von nicht mehr benötigten Rückstellungen und aus dem Verkauf nicht betriebs-
notwendiger Grundstücke führten zu einem Jahresüberschuss von 26,8 Mio. EUR.
Die Investitionen des Geschäftsjahres 2018 erreichen nicht den Planwert, da sich der Aus-
bau des Breitbandnetzes ebenso wie die Erneuerung der Erzeugungsstruktur der Wasser-
werke zeitlich streckt.
Die abgesetzte Menge Wasser übertraf wiederum leicht den Plan.
Die Stromerzeugung der GuD-Anlage lag aufgrund des schadensbedingten längeren Aus-
falls einer der beiden Gasturbinen unter der für das Geschäftsjahr 2018 angesetzten Plan-
menge.
Die Zahl der Fahrg äste bestätigte auch in 2018 die seit Jahren positive Entwicklung im
öffentlichen Personennahverkehr in Münster, lag nochmals leicht über der Zahl des Vorjah-
res, konnte jedoch auch in 2018 nicht die ehrgeizigen Planwerte erreichen.
Aufgrund der soliden operativen Basis und angesichts der positiven außerplanmäßigen
Effekte ist das Ergebnis des Geschäftsjahres 201 8 als sehr zufriedenstellend zu bezeich-
nen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Der Personalbestand stieg im Jahresdurchschnitt auf 1.093 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.019 Mit-
arbeiter) um 7,3 % an. Dieser Anstieg ist durch die Übernahme der Mitarbeiter der VSM im
Rahmen eines Betriebsübergangs nach § 613a BGB per 01.07.2018 sowie die Übernahme
von Billing-Funktionen von der items GmbH, Münster, bedingt. Diese a ufgaben- und funk-
tionenbedingte Personalmehrung bei den Stadtwerken Münster ergänzt die im Übrigen wei-
terhin sehr moderate Entwicklung des Personalbestands, die bei einer gesellschaftsüber-
greifenden Konzernbetrachtung weiterhin gegeben ist. Zum Jahresende 2018 befanden
sich 56 junge Menschen in der Ausbildung zu 11 verschiedenen Berufen bei den Stadtwer-
ken Münster.
Ertragslage
Die bereinigten Umsatzerlöse nach Abzug der Energiesteuern von 34,7 Mio. EUR blieben
in Höhe von 547,0 Mio. nahezu konstant . Zur Entwicklung des Energie - und Wasserver-
triebs siehe die Ausführungen im Absatz "Energie- und Wasservertrieb".
4
2120054/40029870
Die aktivierten Eigenleistungen von 9,0 Mio. EUR entfallen vor allem auf die Aktivierung
von Netzbaumaßnahmen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 51,1 Mio. EUR um 16,3 Mio. EUR über dem
Wert des vergangenen Geschäftsjahres ( 34,8 Mio. EUR). Sie enthalten im Wesentlichen
die Erträge aus der Erstattung der Konzessionsabgabe (12,0 Mio. EUR), die Erträge aus
dem Belastungsausgleich nach KWKG (5,2 Mio. EUR) s owie aus Erstattungen aus Scha-
denersatzleistungen (7,4 Mio. EUR). Als periodenfremde Erträge waren Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen (16,4 Mio. EUR) und Erträge aus dem Abgang von Gegen-
ständen des Anlagevermögens (7,7 Mio. EUR) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen
zu berücksichtigen.
Der Materialaufwand ging um 5,9 Mio. EUR ( 1,4 %) von 427,6 Mio. EUR
auf 421,6 Mio. EUR zurück. Dieser Rückgang ergab sich wesentlich aus geringeren EEG-
Zahlungen an Übertragungsnetzbetreiber sowie aus geringeren bezogenen Leistungen
sowie rückläufigen angemieteten Fahrleistungen infolge des Betriebsübergangs der VSM
zum 01.07.2018. Die gegenläufig höheren Kosten des Energie- und Wasserbezugs wurden
durch diese Faktoren mehr als kompensiert.
Die Personalaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2018 um 8,0 Mio. EUR ( 12,3%) von
65,1 Mio. EUR auf 73,1 Mio. EUR gestiegen. Die Steigerung ergibt sich wesentlich aus der
höheren Mitarbeiterzahl infolge der Übernahme der VSM-Mitarbeiter zum 1. Juli 2018 und
aus der Tarifentwicklung.
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage-
vermögens und Sachanlag en lagen mit 27,8 Mio. EUR um 1, 0 Mio. EUR über dem Wert
des Vorjahres von 26,8 Mio. EUR.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 53,6 Mio. EUR (im Vorjahr
51,8 Mio. EUR). Die darin enthaltene Konzessionsabgabe an die Stadt Münster sowie die
Stadt Drensteinfurt in Höhe von zusammen 18,0 Mio. EUR wurde voll erwirtschaftet. Die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Dienstleistungen, Auf-
wendungen für Reparaturen, für ein Rücktrittsrecht aus einem Grundstücksverkauf sowie
periodenfremde Aufwendungen.
Das Finanzergebnis von 5,5 Mio. EUR wird wesentlich geprägt durch die Ergebnisabfüh-
rung der münsterNETZ GmbH und die Erträge weiterer Beteiligungen, die durch Zinsen für
Fremddarlehen und Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen nicht aufgezehrt
wurden. Im Geschäftsjahr 2018 war keine Belastung durch eine außerplanmäßige
Abschreibung des Buchwerts der Finanzbeteiligung FMO zu tragen.
Nach Abzug der Ertrags- und Betriebssteuern von insgesamt 9,7 Mio. EUR ergibt sich ein
Jahresüberschuss von 26,8 Mio. EUR.
Energie- und Wasservertrieb
Das Geschäftsfeld Energie- und Wasservertrieb entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018
insgesamt zufriedenstellend. Im Strommarkt ging die abgesetzte Menge bei um 4 % gestie-
gener Kundenzahl um 14 % zurück. Die Erlöse sanken allerdings nur um 7,8 %, da die
Mengenverluste besonders in den margenschwachen Segmenten zu akzeptieren waren.
Gegen den Trend stieg die abgesetzte Menge an Privatkunden in fremden Netzen sowie
5
2120054/40029870
insbesondere bei den Ökostromprodukten.
Auch im Gasvertrieb war die abgesetzte Menge (ohne GuD-Anlage) gegenüber dem Vor-
jahr über alle Kundensegmente mit 1.986 Mio. kWh (im Vorjahr 2.078 Mio. kWh) leicht rück-
läufig (- 4,4 %). Zwar konnten die Absatzmengen an Privat- und Gewerbekunden in fremden
Netzen gesteigert werden. Dieses konnte aber nicht die im Wesentlichen witterungsbeding-
ten Rückgänge in allen anderen Segmenten ausgleichen. Bei Gewerbekunden, Sonder-
verträgen und Kunden außerhalb des Stammmarkts konnten höhere Absatzmengen
erreicht und damit witterungsbedingte Mengenrückgänge bei den Privatkunden ausgegli-
chen werden.
Im Wärmevertrieb konnte die Anzahl an Kunden nochmals leicht um 0,3 % gesteigert wer-
den bei allerdings um 0,9 % leicht rückläufiger Absatzmenge (2018: 574 Mio. kWh).
Die abgesetzte Menge Wasser war im Geschäftsjahr 2018 mit 17,1 Mio. m³ nach
16,7 Mio. m³ in 2017 um 2,4 % höher. Die Erlöse stiegen um 2,0 % auf 35,7 Mio. EUR.
Versorgungsnetze
Im Geschäftsjahr 2018 wurden 16,3 Mio. EUR in den Ausbau der Versorgungsnetze, in die
Leitungsnetze, Hausanschlüsse und die zugehörigen Anlagen investiert. Der Schwerpunkt
lag weiterhin neben dem Ausbau des Leitungsnetzes und der Hausanschlüsse bei den
Schalthäusern, den Trafostationen sowie in der Wassergewinnung.
Erzeugung
Die konventionelle Erzeugung erreichte im Geschäftsjahr 2018 durch den längeren scha-
densbedingten Ausfall einer der beiden Gasturbinen nicht die geplanten Mengen.
Auch die Erzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergieanlagen,
erreichte sowohl in der erzeugten Menge (- 14,6 %) als auch bei den Erlösen (- 13,3 %)
nicht die Planwerte.
Verkehr
Der von den Stadtwerken Münster betriebene öffentliche Personennahverkehr konnte
seine bereits gute Aufstellung in 2018 weiter verbessern. Wesentliches Ereignis in diesem
Geschäftsjahr war der Betriebsübergang des Fahrdienstes incl. Personal von der VSM auf
die Stadtwerke Münster. Die Zahl der Fahrgäste stieg abermals an auf 46,3 Millionen und
erreichte damit einen neuen Spitzenwert, wenn auch der ehrgeizige Planwert unterschrit-
ten wurde.
Die Umsatzerlöse des Verkehrsbetriebs lagen im Geschäftsjahr 2018 mit 39,4 Mio. EUR
um 3,9 % unter denen des Vorjahres . Der operative Kostendeckungsgrad Verkehr ging
parallel auf 70,5 % zurück.
6
2120054/40029870
Finanz- und Vermögenslage
Kapitalausstattung/Finanzierung
Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Jahresüberschuss von 26,8 Mio. EUR erwirtschaftet. Der
nach Anrechnung der bereits im Dezember 201 8 geleisteten Vorabgewinnausschüttung
von 6,5 Mio. EUR verbleibende Betrag von 20,3 Mio. EUR wurde in die Gewinnrücklagen
eingestellt, so dass sich ein Bilanzgewinn von 0 EUR ergibt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entwickelten sich planmä-
ßig, insbesondere dem Risiko einer möglichen Unterdeckung der Kommunale Versor-
gungskassen Westfalen- Lippe, Münster, (kvw) wurde durch eine weitere planmäßige
Zuführung entgegengewirkt.
Die Steuerrückstellungen berücksichtigen neben der zu erwartenden Steuerbelastung auf
das Ergebnis des Geschäftsjahres 2018 und in diesem Jahr angefallene Strom- und Ener-
giesteuern auch Risiken aus der laufenden Betriebsprüfung für die Jahre 2013 bis 2016.
Bei den sonstigen Rückstellungen sind einige wesentliche Risiken entfallen, sodass die
Summe der sonstigen Rückstellungen um 7,9 Mio. EUR zurück ging.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden abzüglich erhaltener Zuschüsse insgesamt 37,9 Mio. EUR
investiert, insbesondere wiederum in die Netze und Anlagen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen von 113,9 Mio. EUR um
4,2 Mio. EUR auf insgesamt 118,1 Mio. EUR, sind aber weiterhin wesentlich geprägt durch
das 2012 aufgenommene Schuldscheindarlehen in Höhe von rd. 70 Mio. EUR.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren mit 31,8 Mio. EUR um
9,8 Mio. EUR geringer als im Vorjahr.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter sowie gegenüber
verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, wurden im Bilanzausweis wiederum soweit zulässig zusammengefasst. Die zum
Stichtag in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen sind um 9,3 Mio. EUR auf zusammen
15,8 Mio. EUR gesunken. Enthalten sind weiterhin die Forderungen gegen den Gesell-
schafter, die den offenen Belastungsausgleich für die Kapitalerhöhungen des FMO in 2019
und 2020 betreffen.
Vermögen
Das Sachanlagevermögen erreichte im Berichtsjahr nach einem Anstieg um 11,7 Mio. EUR
auf 314,6 Mio. EUR einen Anteil von 58,9 % an der Bilanzsumme. Mit dem Verkauf von nicht
betriebsnotwendigen Grundstücken und anderen Sachanlagen wurden Erträge von
7,7 Mio. EUR erzielt , denen ein Aufwand für mögliche R ückerstattungsansprüche von
5,1 Mio. EUR gegenübersteht.
Die Finanzanlagen wurden im Geschäftsjahr 2018 wesentlich durch planmäßige Tilgungen
der Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteili-
gungsverhältnis besteht, um 3,0 Mio. EUR auf 58,3 Mio. EUR zurückgeführt.
7
2120054/40029870
Die Vorräte lagen mit 23,1 Mio. EUR um 0,6 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres. Der
Anstieg ergibt sich wesentlich durch noch zu aktivierende Kosten bei den durch die Stadt-
werke Münster projektierten Windenergieanlagen und durch Zugänge beim Bestand an
CO²-Emissionszertifikaten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 1,6 Mio. EUR auf 15,8 Mio. EUR zurück-
gegangen.
Die liquiden Mittel stiegen im Geschäftsjahr um 8,6 Mio. EUR auf 51,5 Mio. EUR. Die Liqui-
dität wird zur Finanzierung saisonaler Schwankungen im Bestandsgeschäft und der Erwei-
terungsinvestitionen vorgehalten.
Die Vermögens- und Finanzlage bildet mit einer Eigenkapitalquote von 42,0 % weiterhin eine
gute wirtschaftliche Basis für die weitere Strategie - und Geschäftsentwicklung der Stadt-
werke Münster.
8
2120054/40029870
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Konjunkturelle Entwicklung
Aufgrund des hohen Anteils an Privatkunden und des stark dienstleistungsorientierten
Geschäftskundensegments ist die Geschäftsentwicklung der Stadtwerke Münster nur mit-
telbar konjunkturabhängig. Von zentraler Bedeutung für die Ergebnisentwicklung sind hin-
gegen die Preisbewegungen auf den Beschaffungsmärkten für Strom, Gas, Kohle und
Erdöl. Dabei sind die Primärenergieträger Gas, Kohle und Erdöl weitgehend von den Ein-
flüssen des Weltmarktes abhängig, während die Beschaffungspreise für Strom stärker von
den nationalen energiepolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland geprägt sind.
Die Konjunkturprognose der IKB D eutsche Industriebank AG geht für 2019 von einem
Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland von unter 1 % aus. Damit ergibt sich
nach einem Wachstum von 1,5 % in 2018 ein deutlicher Wachstumsrückgang. Die Erwar-
tungen sind weiterhin von möglichen Handelsbeschränkungen durch US-Präsident Trump
in Form von höheren Importzöllen zulasten der deutschen Automobilindustrie geprägt. Noch
weitreichendere Folgen für das deutsche Wirtschaftswachstum könnte der bevorstehende
Brexit verursachen. Infolge intensiver Handelsbeziehungen mit Großbritannien könnte ein
Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne klare bi- oder multilaterale Handelsabkom-
men die stark exportabhängigen Unternehmen in Deutschland empfindlich treffen.
Energiepolitische Rahmenbedingungen
Im Januar 2019 veröffentlichte die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission
ihre Empfehlung, bis 2038 aus der Stromerzeugung mit Braun- und Steinkohle in Deutsch-
land auszusteigen. Auch wenn zur Umsetzung noch zahlreiche Gesetzgebungsverfahren
durchlaufen werden müssen, ist davon auszugehen, dass die auf einem breiten Konsens
innerhalb der mit verschiedensten Interessengruppen besetzten Kommission basierende
Zielsetzung bestehen bleibt. Damit erfährt die deutsche Energiebranche nach dem Aus-
stiegsbeschluss für die Atomkraftwerke wiederum einen signifikanten Umbruch der Rah-
menbedingungen zur Energieerzeugung.
In der Konsequenz müsste es nun geradewegs zu einem neuen Boom beim Ausbau der
erneuerbaren Energien kommen – wenn denn auf diesem Sektor hinreichend positive Rah-
menbedingungen gegeben wären. Das ist aber nach wie vor keineswegs der Fall. Stattdes-
sen haben insbesondere Gesetzgebungen und Verordnungen der Bundesländer, z. B. in
Bayern und in Nordrhein-Westfalen, dafür gesorgt, dass aufgrund verschärfter Abstandsre-
gelungen die Anzahl attraktiver Standorte für Onshore-Windenergieanlagen deutlich redu-
ziert wurde. Hinzu kommt, dass der Ausbau der großen Übertragungsnetze zum Transport
des in den Offshore-Windparks erzeugten Stroms in die Mitte und den Süden Deutschlands
aufgrund unzähliger lokaler und regionaler Klageverfahren nur sehr mühsam und langwierig
vorankommt. Wenn man die CO2-Ziele tatsächlich erreichen und den Ausbau der regene-
rativen Erzeugung vorantreiben möchte, wird der Gesetzgeber auch hier nachbessern müs-
sen. Anderenfalls wird man in hohem Maße Atom- und Kohlestrom aus dem benachbarten
Ausland importieren müssen, um die drohende Lücke zu schließen.
9
2120054/40029870
Mittelfristig kann sich durch den Kohleausstieg eine neue Perspektive für Gaskraftwerke –
und damit auch für die erdgasbasierte KWK-Erzeugung ergeben. Die regenerativen Kapa-
zitäten werden eine schnell verfügbare Technologie zum Ausgleich von Erzeugungs-
schwankungen erforderlich machen. Diesen Ausgleich können Gaskraftwerke leisten – zu-
mindest als Brückentechnologie, bis die regenerative Erzeugung einschließlich der erfor-
derlichen Stromnetze so ausgebaut sein wird, dass das Gesamtsystem lokale Schwankun-
gen selbst ausgleichen kann. Fraglich ist aus heutiger Sicht, ob sich in dieser Übergangs-
phase Marktkonditionen einstellen werden, die hinreichende Investitionsrenditen für Gas-
kraftwerke ermöglichen. Auch aus diesem Grund wäre es ein falsches politisches Signal,
insbesondere die Förderung moderner und umweltfreundlicher, gasbefeuerter KWK -Be-
standsanlagen ab 2019 tatsächlich, wie momentan vorgesehen, auslaufen zu lassen.
Positiv ist zu bewerten, dass die Bundesregierung eine KWK -Förderung für bis 2022 neu
zu errichtende Anlagen zugesagt hat, ja sogar das entsprechende Zeitfenster bis 2025 aus-
gedehnt hat, sicherlich auch, um einer preislichen Überhitzung für den Bau entsprechender
Anlagen entgegenzuwirken.
Eine spürbare Entwicklung hat nach Jahren der Stagnation der CO
2-Handel vollzogen. Im
Laufe des Jahres 2018 stiegen die Forwardpreise der entsprechenden Zertifikate von 8 €/t
auf 25 €/t, somit um über 300 %, und sind damit erstmalig zumindest in die Nähe der Werte
gekommen, bei denen tatsächlich eine Lenkungswirkung zugunsten umweltfreundlicher
Energieerzeugung erzielt werden kann. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2019
haben sich die Zertifikatspreise allerdings bereits wieder auf ein Niveau um die 15 €/t redu-
ziert. Steuerungseffekte werden tendenziell ab einem Niveau von ca. 30 €/t erwartet. Es
bleibt abzuwarten, ob dies durch entsprechende Mengensteuerung des Zertifikateangebo-
tes erreicht werden kann – mit entsprechend positiven Effekten auf die Gestehungskosten
umweltfreundlicher Erzeugung, z. B. über KWK-Anlagen.
Aktuelle Preisentwicklungen
Die Börsennotierungen der Forwardpreise für die Com modities Strom, Gas und Kohle
haben sich im Laufe des Jahres 2018 uneinheitlich entwickelt. So stieg der Preis für Strom-
Forwards zwischen Januar und Dezember 2018 um ca. 47 % an während Erdgas im glei-
chen Zeitraum ein Plus von knapp 23 % verzeichnete. Durch den in Relation zum Gasbezug
stärkeren Anstieg der Großhandelspreise für Strom hat sich die spezifische Marge insofern
verbessert, so dass z. B. Gaskraftwerke davon profitieren. Dennoch reicht die Marge wei-
terhin nicht aus, um große KWK-Anlagen auf reiner Marktpreisbasis ohne KWK-Förderung
wirtschaftlich zu betreiben. Die Forwardpreise für Kohle lagen – bei innerjährlichen Schwan-
kungen von +/- 15 % - am Jahresende 2018 nahezu exakt auf dem gleichen Niveau wie zu
Jahresbeginn. Hier dürfte bereits die Erwartung einer sich abkühlenden Weltkonjunktur eine
Rolle spielen. Der Ölpreis als Globalindikator zeigt sich aufgrund der unsicheren weltpoliti-
schen Situation im Jahresverlauf mit einem Anstieg von 60 US-$/b um fast 36% auf
ca. 82 US-$/b bis Oktober 2018 und einem darauffolgenden Rückgang um rd. 33 % auf
55 US-$/b sehr volatil. Insgesamt sank der Ölpreis im Jahresverlauf 2018 um etwa 8 %.
Infolge der mehrjährigen Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Münster für Strom und Gas
wirken sich Preisentwicklungen nur sukzessive auf die Absatzpreise aus. Insofern wurden
die Absatzpreise für das Segment der Privatkunden im Stromvertrieb trotz des deutlichen
Preisanstiegs an den Großhandelsmärkten zum 01.01.2019 nur moderat um ca. 3,3 %
angehoben. Für die Privatkunden des Erdgasvertriebs
konnten zum Jahresbeginn infolge
der nachhaltigen Beschaffungspolitik des Portfoliomanagements die Preise trotz des
Anstiegs der Forwardnotierungen an den Großhandelsmärkten konstant gehalten werden.
Nachdem zuletzt im Jahre 2015 die Wasserpreise angepasst worden waren, war es erfor-
10
2120054/40029870
derlich, die Preise nach vier Jahren der Preiskonstanz zum Ausgleich der inflationsbeding-
ten Kostensteigerungen zum Jahresbeginn um 4,8 % zu erhöhen. Der Fernwärmepreis hat
sich entsprechend der zugrundelieg enden Preisformel zum 01.01.2019 um 9,5 % erhöht.
Die Preise des öffentlichen Personennahverkehrs werden zum 01.08.2019 voraussichtlich
um 2,9 % zum Ausgleich von Kostensteigerungen angehoben.
Entwicklung der Absatzmengen
Die Absatzmengen insbesondere der wärmegeführten Sparten der Gas - und Wärmever-
sorgung werden bereits signifikant durch die Witterung des ersten Quartals beeinflusst. Die
Gradtagszahl als Beurteilungsmaßstab für die entsprechende Absatzentwicklung liegt für
Münster in den ersten zwei Monat en des Jahres insbesondere aufgrund der sehr milden
Witterung im Februar 2019 um ca. 9,4 % unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Dieser
Wert überschreitet das übliche Schwankungsintervall. Sofern sich die weiteren Quartale
des Jahres 2019 lediglich entsprechend des langjährigen Temperaturmittels bewegen, ist
somit von einer Absatzmengenminderung für den Gas- und Fernwärmevertrieb gegenüber
der Planung für 2019 auszugehen. Die Absatzmengen der Sparten Strom und Wasser lie-
gen für die ersten beiden Monate des Jahres hingegen in etwa auf dem geplanten Niveau.
Strategie, Chancen und Risiken
Die Ziele aus der Strategie 2020 mit den Kernthemen „Klimaschutz und Energieeffizienz“,
„innovative kommunale Mehrwertdienste“ und „Dienstleistungen für eine intelligent e und
zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur“ sind weiterhin prägend für die Weiterentwick-
lung der Stadtwerke Münster. Kontinuierlich werden die Rahmenbedingungen für die Stra-
tegie analysiert und geeignete neue Umsetzungsmaßnahmen und - projekte aufge legt.
Bestandteil der Strategie bleibt ebenso die Sicherstellung einer hohen Prozessqualität und
Prozesseffizienz im Kerngeschäft.
Klimaschutz und Energieeffizienz
Der Ausbau der regenerativen Erzeugung auf Basis von Onshore-Windenergieanlagen ist
nach wie vor ein wichtiges Element des strategischen Fokus der Stadtwerke Münster
GmbH. Aufgrund der Verschärfung von Abstandsregelungen im Hinblick auf Wohnbebau-
ung ist aber zumindest in NRW die Zahl verfügbarer neuer Standorte für Windenergieanla-
gen stark ein geschränkt. In 2019 werden die Akquise- Tätigkeiten bzgl. Flächen zur Ent-
wicklung von Windenergieprojekte fortgesetzt sowie die in den letzten Jahren akquirierten
Flächen weiterentwickelt. Weiterhin wird der Genehmigungsantrag einer Windenergiean-
lage in Ostwestfalen-Lippe mit einer Nennleistung von ca. 4 MW vorbereitet. Eine Errich-
tung ist frühestens 2021 möglich, den Erhalt der Genehmigung und eines Zuschlags im
Auktionsverfahren vorausgesetzt. Ziel ist es, im regenerativen Bereich kontinuierlich zu
wachsen, sofern die Projekte wirtschaftlich umsetzbar sind.
Das seit 2005 bestehende Gas- und Dampfkraftwerke (GuD-Anlage) der Stadtwerke Müns-
ter bedarf in den nächsten Jahren einer großen und kostenintensiven Revision beider Gas-
turbinen. Zudem endet die KWK-Förderung der Anlage Ende 2020. Vor diesem Hintergrund
untersuchen die Stadtwerke Münster, inwieweit der Neubau eines neuen Gasmotorenkraft-
werks anstelle der Ertüchtigung der Gasturbinen wirtschaftlich und technisch vorteilhaft ist.
Im Falle der Realisierung würden die Gasturbinen mit einer Gesamtleistung von ca. 60-80
MW durch 6-8 Gasmotoren à jeweils 10 MW ersetzt werden. Die in der GuD-Anlage bereits
vorhandene Dampfturbine mit 20 MW Leistung soll in diesem Falle erhalten bleiben. Die
Neuerrichtung eines Gasmotorenkraftwerks bietet die Möglichkeit, auch nach 2019 von der
11
2120054/40029870
KWK-Förderung zu profitieren, zudem ist die Anlagenflexibilität durch die Aufteilung in ein-
zelne Motoren größer, so dass auf unterschiedliche Lastsituationen passgenauer reagiert
werden kann. Die Auslegungsplanung einschließlich der detaillierten Wirtschaftlichkeit s-
analyse für das neue Kraftwerk erfolgt in 2019; in Abhängigkeit von den Ergebnissen erfolgt
die Errichtungsentscheidung voraussichtlich Anfang 2020. Im Falle einer positiven Ent-
scheidung soll die neue Anlage möglichst Ende 2022 in Betrieb genommen werden.
Auch der öffentliche Personennahverkehr wird in 2019 weitere wichtige Beiträge zum Kli-
maschutz in Münster leisten. So wird der bereits begonnene Ausbau der Elektrobusflotte
konsequent weiterverfolgt. Auch für 2019 ist wiederum die Anschaffung von zwei weiteren,
emissionsfreien Elektrobussen mit Ladestromtechnik geplant. Darüber hinaus wird die Bus-
flotte in 2019 um zwei Elektrobusse mit Wasserstoffantrieb ergänzt, welche ebenfalls weder
CO
2 noch Stickoxide ausstoßen. Die Beschaffung von sechs weiteren Elektrobussen für
das Jahr 2020, z. T. mit Ladetechnik, z. T. mit Brennstoffzellentechnik, befindet sich bereits
in Vorbereitung. Aufgrund ihrer immer noch hohen Anschaffungskosten können Elektro-
busse wirtschaftlich nur einschließlich einer öffentlichen finanziellen Förderung aus Bun-
des- und Landesmitteln mit konventionellen Dieselantrieben Schritt halten. Voraussetzung
für die weiteren Investitionen der Stadtwerke Münster in Elektrobusse ist deshalb, dass
entsprechende Fördermittel akquiriert werden können und so mit konventionellen Antrieben
vergleichbare Lebenszykluskosten erreichbar sind.
Passend zur Elektrobusstrategie wird zudem die Umgestaltung des Busbetriebshofes mit
24 zusätzlichen Ladepunkten gestartet, über die zukünftig bis zu 40 elektrisch betriebene
Busse automatisch über Stromabnehmer an der Decke netzdienlich und platzsparend
kabellos geladen werden können. Auch für dieses Teilprojekt konnten Fördermittel gesi-
chert werden, die eine Kostendeckung der damit verbundenen Investitionen in Höhe von
90% gewährleisten.
Zur weiteren Attraktivität des ÖPNV in Münster wollen die Stadtwerke Münster gemeinsam
mit dem städtischen Planungsdezernat einen Modellversuch für ein völlig neues Bedien-
konzept im Münsteraner Stadtteil Hiltrup unter dem Titel „Hiltrup on demand“ auflegen. Statt
großräumiger Busse auf fixierten Linienverläufen holen kleine Shuttlebusse mit bis zu acht
Plätzen die ÖPNV-Kunden direkt in ihrem Wohnviertel ab („Corner-to-Corner-Betrieb“) und
bringen diese dann bis zu sogenannten Metrobuslinien, die ihrerseits in sehr enger Taktung
und mit nur wenigen Haltepunkten über die großen Einfallstraßen schnell und direkt die
Innenstadt ansteuern. Die Shuttlebusse können bequem via App ohne vorgegebenen Fahr-
plan von den Kunden geordert werden; die App ermittelt für die bis zu acht Fahrgäste die
optimale Route zur Abholung. Indem so die Individualität der Kundenbedürfnisse noch bes-
ser berücksichtigt wird, soll die Convenience der ÖPNV-Nutzung weiter gesteigert werden.
Das Konzept ist eingebettet in den Masterplan Mobilität 2035plus der Stadt Münster.
In der ersten Hälfte des Jahres 2019 wird gemeinsam mit einem professionellen Partner
zunächst eine Modellsimulation im Hinblick auf das S ystemangebot, dessen Nachfrage
sowie die resultierenden Betriebskosten und -erträge durchgeführt. In Abhängigkeit von den
Simulationsergebnissen und der Zustimmung durch den Gesellschafter Stadt Münster soll
„Hiltrup on demand“ dann voraussichtlich ab Ende 2020 über einen Zeitraum von drei Jah-
ren im physischen Modellbetrieb getestet und laufend evaluiert werden. Das Pilotprojekt
wäre in seiner Ausprägung mit vollständiger Integration in den laufenden ÖPNV-Betrieb in
Münster das größte Projekt seiner Art in NRW und hat hohes Interesse bei der NRW-Lan-
desregierung, die bereits attraktive Förderkonditionen für den Modellversuch in Aussicht
gestellt hat.
12
2120054/40029870
Innovative kommunale Mehrwertdienste
Mit der Entwicklung und Etablierung der elektronischen Stadtwerke Pluscard ebenso wie
der münster:app haben sich die Stadtwerke Münster als „early mover“ der Branche ein
hohes Maß an digitaler Kompetenz erarbeitet. Dieses bereits in zahlreichen Anwendungen
wie elektronisches Busticket, digitale Fahrplanauskunft, bargeldloser Zugang zu den städ-
tischen Parkhäusern, den „Leezenboxen“ an diversen Bahnhöfen, etc. sichtbare und von
den Kunden wertgeschätzte Potenzial soll in einem nächsten Schritt in enger Zusamm en-
arbeit mit der Stadt Münster zu einem übergreifenden Smart City-Konzept ausgebaut wer-
den.
Ein wichtiger neuer Baustein dazu wird das LoraWAN -Netzwerk sein, mit dessen Ausbau
die Stadtwerke Münster bereits gestartet sind. Über diese im Niedrigfrequenzbereich arbei-
tende innovative Funktechnologie lassen sich mittels Sensoren sehr effizient Daten erhe-
ben, die dann über eine entsprechende Plattformlösung den Nutzern zur Verfügung gestellt
werden können. Ein erster Ansatz ist beispielsweise die Erkennung von freien Parkplätzen
im Stadtraum, die dann wiederum über eine App mit entsprechender Navigationsunterstüt-
zung den Nutzern angezeigt werden können. Des Weiteren können z. B. Zustandsdaten
zum aktuellen Füllgrad von Abfallbehältern im Stadtgebiet erhoben werden, wodurch wie-
derum eine Kapazitäts- und Routenoptimierung für die Abfallwirtschaftsbetriebe ermöglicht
wird. Zahlreiche weitere Anwendungen im Sinne der Entwicklung der Stadt Münster zur
Smart City sind vorstellbar. Die Stadtwerke wollen der Infrastrukturentwickler und -anbieter
für diese Technologie in Münster sein und somit die Option für datengetriebene Geschäfts-
modelle als Erweiterung zum klassischen Energie- und Verkehrsgeschäft aufbauen.
Der 2018 begonnene Ausbau eines Hochgeschwindigkeit-Glasfasernetzes in Münster wird
konsequent weiterverfolgt. Die Kunden erhalten damit direkten Zugang zur Zukunftstech-
nologie Glasfaser, über die Downloadraten für Internetdienste (einschließlich Telefonie und
TV) von bis zu 500 Mbit/s verlustfrei erreichbar sind. Die entsprechenden digitalen Produkte
können die Kunden direkt bei den Stadtwerken Münster beziehen. Für eine bestmögliche
Auslastung der neuen Infrastruktur sollen freie Glasfaserkapazitäten auch an Drittanbieter
von Internetdienstleistungen vermarktet werden, um eine hohe Netzauslastung zu errei-
chen.
Im November 2018 haben die Stadtwerke Münster als Gastgeber in Kooperation mit dem
Digital Hub Münsterland, der items GmbH, der Stadt Münster und weiteren Partnern aus
der lokalen IT-Branche bereits zum zweiten Mal einen Hackathon unter dem Titel „Münster-
Hack 2018“ durchgeführt. Unter anderem wurde eine LoraWAN -basierte Anwendung zur
sensorbasierten permanenten Überwachung der Wasserqualität in Münsters Gewässern
am Beispiel des Aasees vorgestellt. Im Hinblick auf die Entwicklung einer Smart City-Platt-
form ist die Zurverfügungstellung aktueller Messdaten zur Unterstützung eines präventiven
Gewässerschutzes bereits auf Interesse der Stadt Münster gestoßen.
Dienstleister für eine intelligente und zukunftsfähige Ausrichtung der Infrastruktur
Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes schreitet auch aus technischer Perspektive die Wei-
terentwicklung einer intelligenten Infrastruktur für Münster durch die Stadtwerke Münster
voran. Die Netzerrichtung in Münsters Kreuzviertel wird im Laufe des Jahres 2019 abge-
schlossen werden, die Vorbereitungen für den daran anschließenden Netzaufbau im Han-
saviertel sind bereits im Gange. Parallel erfolgt eine Ausstattung mit Glasfaser durch die
Stadtwerke Münster in Münsters Neubaugebieten. D ie bis dato weitgehend friktionsfrei
ablaufenden Baumaßnahmen, insbesondere in den engen Innenstadtvierteln, zeigen, dass
13
2120054/40029870
die Stadtwerke Münster ihre langjährige Kompetenz in Planung, Bau und Betrieb von Ver-
sorgungsnetzen auch bei der Errichtung des Glasfasernetzes unter komplexen baulichen
Rahmenbedingungen erfolgreich einbringen können.
Mit der neuen Verbundleitstelle zur spartenintegrierten Überwachung und Steuerung der
Versorgungsnetze wurde in 2018 ein weiterer Meilenstein des umfassenden Aufbaus einer
intelligenten Versorgungsinfrastruktur für Münster erreicht. Das Einspeise- und Lastma-
nagement wird durch die stetig ansteigende Dezentralisierung der Energieerzeugung im-
mer anspruchsvoller; der neue Leitstand ist nach modernsten Anforderungen konzipiert und
durchgehend auf die neue Energiewelt ausgerichtet. Neben dem Einsatz für eigene Zwecke
konnte mit einem weiteren Stadtwerk aus der Region Münsterland bereits ein Kunde
gewonnen werden, für den die Stadtwerke Münster nun über die neue Verbundleitstelle den
Rufdienst außerhalb der üblichen Arbeitszeiten übernehmen. Die Erbringung von entspre-
chenden Services für Partner in der Region soll zukünftig weiter ausgebaut werden.
Die Neustrukturierung der Wasserwerke in Münster, bei der die bisher vier Wasserwerk e
der Stadtwerke Münster – bei gleichzeitiger Steigerung der Wassergewinnungsleistung -
auf zwei investiv grundlegend zu überarbeitende Wasserwerke reduziert werden, schreitet
voran. Die komplexen Ausschreibungen für die zu erstellenden Gewerke sind erarbeitet
und z. T. bereits platziert. Mit der neuen Struktur wird die Wassergewinnung in Münster
zukunftsfähig gemacht und nachhaltig gesichert. Die Reduktion auf zwei dann hochleis-
tungsfähige Wasserwerke stellt dabei die qualitativ, aber auch wirtschaftlich optimale Alter-
native dar.
Das Thema Elektromobilität gehört für die Stadtwerke Münster weiterhin zu den strategi-
schen Zukunftsthemen. Für 2019 gilt die vertriebliche Konzentration dem Aufbau von
Geschäftsmodellen zur Elektromobilität insbesondere mit Partne rn im Business -to-Busi-
ness-Segment. Die Stadtwerke Münster verstehen sich dabei in erster Linie als Infrastruk-
turdienstleister, der die Wertschöpfungskette modular unterstützen kann, sei es als „full -
service-Anbieter“ rund um die Ladeinfrastruktur bis hin zu Wartung und Inspektion von
Ladesäulen, die der Geschäftspartner selbst errichtet.
Im Bereich der Ladesäulen im öffentlichen Raum ist festzustellen, dass die Nutzungsfre-
quenzen noch recht gering sind. Dennoch werden die Stadtwerke Münster im Sinne der
Weiterentwicklung der Ladeinfrastruktur für private Nutzer in 2019 zusätzlich zu den bisher
12 öffentlich zugänglichen Ladesäulen im Stadtgebiet die Errichtung weiterer, möglichst
zentrumsnaher Ladesäulen und auch eine Erweiterung der bereits vorhandenen Ladeinfra-
stuktur in den Parkhäusern der Tochtergesellschaft Westfälische Bauindustrie GmbH prü-
fen. Zudem ist auch die Ausstattung von zwei neuen Stadtquartieren, die auf Konversions-
flächen errichtet werden, mit Ladesäuleninfrastruktur vorgesehen. Dies bietet u. a. die
Grundlage für E-Carsharing-Lösungen, ggf. in Kooperation mit einem lokalen Carsharing -
Anbieter.
Qualität und Effizienz im Kerngeschäft
Neben der Innovationsstrategie mit dem Fokus auf digitale Geschäftsmodelle und
Zukunftsausrichtung der Infrast ruktur gehört auch die kontinuierliche Weiterentwicklung
und Optimierung des Kerngeschäfts zur Strategie der Stadtwerke Münster.
So werden beispielweise im Vertrieb neue Technologien zur Effizienzverbesserung, wie
z.B. Robotic Process Automation (RPA) zur strukturierten Massendatenerfassung einge-
setzt und weiterentwickelt. Im Administrationsbereich wird der gesamt Order -to-Pay-Pro-
zess mit dem Ziel restrukturiert, Aktivitäten wie die Rechnungsprüfung, aber auch die
Zuordnung kreditorischer Buchungen auf die Kontierungsobjekte mithilfe von systeminte-
grierten Prüfalgorithmen zu automatisieren.
14
2120054/40029870
Eine zentrale Voraussetzung der digitalen Prozessoptimierung, sei es im Vertrieb oder sei
es im Administrationsbereich, ist die Verfügbarkeit valider Inputdaten. Um die entspre-
chende Datenqualität zu verbessern und sicherzustellen, wird ab Sommer 2019 die neue
Stelle eines Datenqualitätsmanagers kompetent besetzt werden.
Erste Erfahrungen sollen in 2019 auch mit der Nutz ung von predictive Analytics, d. h. mit
innovativen statistischen Prognoseverfahren, gesammelt werden. So werden in Koopera-
tion mit einem externen spezialisierten Institut beispielsweise Massendaten aus den Ver-
laufsprotokollen der im Heizkraftwerk der Stadtwerke Münster eingesetzten Gasturbinen
analysiert, um daraus Anhaltspunkte für eine bessere Schadensprognose zu gewinnen. Im
Bereich des Portfoliomanagement s für die Energiebeschaffung werden ebenfalls predic-
tive-Methoden eingesetzt, um Optimierungsansätze für die Beschaffungsmengenprognose
zu gewinnen.
Weitere Chancen und Risiken
Nach Einführung des Auktionsmodells für Onshore-Windenergieanlagen und der Verschär-
fung von Abstandsregelungen zur Wohnbebauung in einigen Bundesländern, u. a. in Nord-
rhein-Westfalen, ist bundesweit inzwischen eine deutliche Inves titionszurückhaltung für
Windenergie „an Land“ zu spüren. Auch die Stadtwerke Münster mussten die mittelfristigen
Planungen zur Errichtung neuer Windkraftanlagen deutlich reduzieren. Aus aktueller Per-
spektive ist zu erwarten, dass sich dieses Geschäftsfeld deutlich langsamer entwickeln wird
als noch vor 2 - 3 Jahren erwartet. Nun fehlen neben der erforderlichen Investitionssicher-
heit auch attraktive regionale Standorte.
Risiken bestehen für die Stadtwerke Münster nach wie vor im Energievertrieb infolge des
wettbewerbsbedingten Margendrucks sowohl auf den Strom- als auch auf den Wärmemärk-
ten.
Kalkulationssicherheit ist für die Stadtwerke Münster inzwischen für den Bereich der regu-
lierten Strom- und Gasnetzentgelte erreicht worden. Die Erlösobergrenzen für di e dritte
Regulierungsperiode sind inzwischen von Bundesnetzagentur (Strom) und Landesregulie-
rungsbehörde (Gas) genehmigt worden.
Ein Anfang 2019 abgeschlossenes Analyseprojekt hat aufgezeigt, dass eine Weiterentwick-
lung der Tochtergesellschaft münsterNETZ GmbH, die bisher als kleine Netzgesellschaft
die Bereiche Regulierungsmanagement, Asset Management und Netzvertrieb abgedeckt
hat, zu einer großen Netzgesellschaft mit einem eigenen Asset Service und mit dem Eigen-
tum an den Versorgungsnetzen, wirtschaftlic he Vorteile bietet. Auf dieser Basis wird im
Laufe des Jahres 2019 der Netzbereich der Stadtwerke Münster mit dem Ziel reorganisiert,
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bisher auf Seiten der Stadtwerke Münster GmbH
angesiedelten Asset Services in 2020 auf die münsterNETZ GmbH zu überführen und
zugleich das bisher bei der Stadtwerke Münster GmbH zugeordnete und an die münster-
NETZ GmbH verpachtete Netzvermögen eigentumsrechtlich auf die münsterNETZ zu über-
tragen. Zur Absicherung der spartenübergreifenden Synergien ist vorgesehen, auch die
nicht regulierten Sparten mit zu übertragen. Die Ausgestaltung wird – vorbehaltlich einer
noch zu beantragenden verbindlichen Auskunft der Finanzbehörden – so erfolgen, dass
sowohl der bisherige Ergebnisabführungsvertra g mit der Stadtwerke Münster GmbH als
auch die bestehende ertragsteuerliche Organschaft zwischen Mutter - und Tochtergesell-
schaft erhalten bleiben.
Risikobehaftet bleibt nach wie vor die Anlaufphase für die flächendeckende Ausstattung
von Wohnungen mit Smar t Metern. Die Gatewayadministratoren, so auch die smartOP-
TIMO GmbH & Co. KG als Beteiligung der Stadtwerke Münster GmbH, sind seit geraumer
Zeit auf den Smart Meter Rollout vorbereitet und haben dazu hohe fixe Vorlaufkosten in
15
2120054/40029870
Kauf genommen. Nach wie vor l assen die abschließenden Genehmigungen des Bundes-
amtes für Sicherheit in der Informationstechnik auf sich warten, wenn auch Ende des ver-
gangenen Jahres erstmalig ein entsprechendes Smart Meter -Modell für den Markteinsatz
genehmigt wurde, allein: es fehlt noch die Genehmigung für zwei weitere Modelle, bevor
der Rollout tatsächlich beginnen kann. Aufgrund des langen Fixkostenvorlaufes sowie an-
fänglich geringer Installa-tionszahlen wird dieses Geschäftsfeld auf mittlere Sicht nicht kos-
tendeckend zu gestalten sein. Milderung bringt hier lediglich die Teilung der Fixkostenblö-
cke über Kooperationslösungen, wie es die Stadtwerke Münster mit smartOPTIMO umset-
zen.
Insgesamt ergreifen die Stadtwerke Münster sich eröffnende Marktchancen in neuen
Geschäftsfeldern, wie z.B. der Breitbandtechnologie oder Smart City-Ansätzen, um sich im
hart umkämpften Commodity-Markt des Kerngeschäfts vom Wettbewerb zu differenzieren.
Die neuen Geschäftsfelder und Technologien werden vor einer Entscheidung zum Einstieg
jeweils sorgfältig auf Chancen und Risiken analysiert. Daraus resultierende Investitionsent-
scheidungen werden jeweils unter Berücksichtigung ihrer langfristigen Auswirkungen auf
Rentabilität, Finanzierbarkeit, Liquidität und Eigenkapitalquote abgeleitet.
Leistungsindikatoren
Der geplante Jahresüberschuss de s Jahres 2019 beträgt 8,1 Mio. EUR und repräsentiert
die operative Ergebniserwartung. Das Ist-Ergebnis 2018 ist hingegen u. a. geprägt von ver-
schiedenen positiven Sondereffekten, wie z. B. der Auflösung einer Drohverlustrückstellung
und Erträgen aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken. Um diese
Effekte bereinigt, bewegt sich das Ist -Ergebnis 2018 auf dem erwarteten Niveau. Für die
übrigen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der Stadtwerke Münster wird
folgende Entwicklung erwartet:
finanzielle Indi-
katoren
Ist 2018 Plan 2019 relative Verän-
derung
Jahresüberschuss 26,8 Mio. EUR 8,1 Mio. EUR -69,8 %
Umsatzerlöse 547,0 Mio. EUR 546,2 Mio. EUR -0,15 %
Investitionen* 37,9 Mio. EUR 57,1 Mio. EUR +50,7 %
* Sachanlagevermögen abzgl. Zuschüsse
Die für das Jahr 2019 geplanten Umsatzerlöse bewegen sich noch in etwa auf dem Niveau,
das für das Jahr 2018 realisiert wurde. Dabei werden insbesondere im Geschäftskunden-
segment für die wettbewerbsintensiven Bereiche Strom- und Gasvertrieb leichte mengen-
und absatzpreisbedingte Margenrückgänge erwartet.
Die für das Geschäftsjahr 2018 vorgesehenen Investitionen konnten nicht vollumfänglich
realisiert werden. Maßgeblich sind dabei insbesondere Verzögerungen beim Start des auf
mehrere Jahre ausgelegten Breitbandausbaus im Innenstadtbereich von Münster. Die
Maßnahmen werden aber voraussichtlich bis zum Sommer des Jahres 2019 realisiert. Eine
weitere Verzögerung gab es im Jahr 2018 bei den Investitionen für die Neustrukturierung
der Wasserwerke, die sich insgesamt ebenfalls über mehrere Jahre erstrecken werden
.
16
2120054/40029870
Auch diese werden ab 2019 nachgeholt. Der Planwert 2019 für das Investitionsvolumen
beinhaltet wiederum die Gesamtheit der vorgesehenen Sachinvestitionen der Stadtwerke
Münster einschließlich der Fortführung der Maßnahmen in den Bereichen Breitbandausbau
und Wasserwerke.
nicht-finanzielle
Indikatoren
Ist 2018 Plan 2019 relative Verän-
derung
Stromabsatz 1.242 Mio. kWh 1.219 Mio. kWh - 1,9%
Erdgasabsatz 1.986 Mio. kWh 2.004 Mio. kWh + 0,9%
Wärmeabsatz 574 Mio. kWh 628 Mio. kWh +9,4%
Wasserabsatz 17,1 Mio. m3 16,9 Mio. m3 - 1,2%
Stromerzeugung 423 Mio. kWh 427 Mio. kWh +1,0 %
Fahrgastzahlen 46,3 Mio. 47,1 Mio. +1,7%
Beim Stromabsatz rechnen die Stadtwerke Münster für das Planjahr 2019 im hart umkämpf-
ten Großkundensegment wettbewerbsbedingt mit einem leichten Rückgang, der aufgrund
der in diesem volatilen Kundensegment ohnehin sehr engen Margen nur unterproportiona-
len Ergebniseinfluss haben wird. Für den Gasabsatz wurde das Mengengerüst aus 2018
für das Jahr 2019 im Wesentlichen fortgeschrieben. Der Wärmeabsatz wurde für 2019 auf
Basis des langfristigen Temperaturmittels oberhalb der in 2018 realisierten Absatzmengen
geplant; das vergangene Jahr war durch den bis weit in den Herbst reichenden „Jahrhun-
dertsommer“ und einen sehr milden Winter geprägt, so dass die Durchschnittstemperaturen
deutlich oberhalb des langjährigen Mittelwertes lagen. Auch die Erwartungen für den Was-
serabsatz bewegen sich für 2019 auf „Normalniveau“. Der Absatz lag in 2018 – ebenfalls
aufgrund der langen Hitzeperiode im Sommer – etwas darüber. Die Stromerzeugung ist
insbesondere durch die Produktionsmengen der GuD-Anlage am Hafen geprägt. Für 2019
wird in etwa mit dem Mengenansatz gerechnet, der auch in 2018 realisiert wurde. Aufgrund
der Tatsache, dass im Jahr 2018 für längere Zeit eine der beiden Gasturbinen schadens-
bedingt ausgefallen war und beide Turbinen mit inzwischen über 13 Betriebsjahren dauer-
haft starken physikalischen Kräften ausgesetzt sind, wurde die Planung der Erzeugungs-
mengen für 2019 bewusst vorsichtig vorgenommen.
Der Verkehrsbetrieb konnte in 2018 bereits die Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahr
steigern. Auch für 2019 gehen die Stadtwerke Münster von einem weiteren, wenn auch
leicht geringeren Wachstum aus, da der Trend zur Nutzung des qualitativ hochwertigen
ÖPNV in Münster ungebrochen ist. Treiber des Wachstums sind
nach wie vor das attraktive
90-Minuten-Ticket sowie die zielgruppenspezifischen Abo-Angebote als „Rundum-sorglos-
Paket“ für den Kunden.
17
2120054/40029870
Angaben gemäß dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und
Männern an Führungspositionen
Die vom Aufsichtsrat für das eigene Gremium festgelegte Quote von 16,7 % für die Beset-
zung mit Frauen wurde unverändert beibehalten.
Auf Ebene der Stadtwerke Münster selbst wurde im Laufe des Jahres 2018 fluktuationsbe-
dingt zwei Positionen in der 2. Führungsebene ausgeschrieben, die jeweils mit einem
männlichen Bewerber aus den internen Reihen besetzt wurden. Darüber hinaus wurde in
der zweiten Führungsebene eine neue Abteilung eingerichtet, für deren Leitung eine interne
Bewerberin gewonnen werden konnte. Eine weitere, bis dato mit einer Frau besetzte Posi-
tion in der ersten Führungsebene war zum 31.12.2018 noch vakant. Zum Stichtag liegt die
für die 1. und 2. Führungsebene aggregierte Frauenquote der Stadtwerke Münster GmbH
bei rund 10 % und damit unterhalb der ursprünglich fixierten Zielquote von 12,5 %.
Grundsätzlich haben die Stadtwerke Münster folgende Rahmenbedingung für die Erfüllung
zukünftiger Zielquoten festgelegt:
- bisher entsprechende mit Männern besetzte Führungspositionen werden frei,
- die Verfügbarkeit und Kompetenzen der Bewerberinnen sind männlichen Bewer-
bern gegenüber gleichwertig, und
- es stehen keine geeigneten internen Bewerber für die jeweils zu besetzende Posi-
tion zur Verfügung.
Zudem haben sich die Stadtwerke Münster entschieden, sofern sich sowohl Frauen als
auch Männer auf freie Stellen beworben haben, bei gleicher Qualifikation immer mindestens
eine Frau in die Endrunde des Bewerbungsverfahrens einzuladen, um Frauen auf diese
Weise gezielter Optionen für Führungspositionen bieten zu können.
Öffentliche Zwecksetzung nach der Gemeindeordnung NRW
Über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung der Stadtwerke
Münster im Geschäftsjahr 2018 gemäß § 108 Abs. 3 Nr. 2 der Gemeindeordnung Nord-
rhein-Westfalen wird gleichzeitig mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht an den
Gesellschafter getrennt berichtet. Die öffentliche Zwecksetzung und Zweckerreichung
wurden eingehalten.
18
2120054/40029870
Die Stadtwerke Münster GmbH stellt für das Geschäftsjahr 2018 einen Konzernabschluss
sowie einen Konzernlagebericht auf.
Münster, den 24. Mai 2019
Stadtwerke Münster GmbH
Stefan Grützmacher
(Geschäftsführer)
Durch Rundungen können sich bei den Zahlen Abweichungen ergeben.
PKF FASSELT SCHLAGE
2117654/40029870
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Stadtwerke Münster GmbH
VERMERK ÜBER DIE PRÜ FUNG DES J AHRES ABSCHLUS SES UND DES
LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH - bestehend aus der Bilanz
zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom
1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstel-
lung der Bilanzierungs - und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den
Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis
zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f
Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzli-
chen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der P rüfung gewonnenen Erkenntnisse
- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deut-
schen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und ver-
mittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächl ichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens - und
Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 und
- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang
mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser
Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genann-
ten Erklärung zur Unternehmensführung.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen
gegen die Ordnungsmäßigkei t des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
PKF FASSELT SCHLAGE 2
2117654/40029870
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstim-
mung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) fe stge-
stellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhän-
gig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vor-
schriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungs -
nachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der ges etzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss
und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses,
der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorsch riften in
allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beach-
tung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Ver-
hältnissen entsprechendes Bild der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der G esellschaft
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen,
die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung
als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen
ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwort-
lich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortf ührung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen.
Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie
dafür verantwortlich, auf der Grund lage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche
Gegebenheiten entgegenstehen.
PKF FASSELT SCHLAGE 3
2117654/40029870
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lagebe-
richts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in
allen wesent lichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünf tigen Entwick-
lung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vor-
kehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Auf-
stellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetz-
lichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aus-
sagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Auf stellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lage-
berichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresab-
schluss als Ganzes frei v on wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen
Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie
mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwick-
lung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungs-
urteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass
eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschafts-
prüfer (IDW) festgestel lten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstel-
lungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insge-
samt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirt-
schaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
PKF FASSELT SCHLAGE 4
2117654/40029870
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Erm essen aus und bewahren eine kritische
Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbe-
absichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen
und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist bei V erstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten
können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses rele-
vanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten
Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mi t dem Ziel, ein Prüfungsur-
teil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Ver-
tretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegeben hei-
ten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kom-
men, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestäti-
gungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebe-
richt aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf
der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prü-
fungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
PKF FASSELT SCHLAGE 5
2117654/40029870
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresab-
schlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss
unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens -, Finanz - und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unter neh-
mens.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeig-
neter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorien-
tierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen
Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunfts-
orientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht
ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten
Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, ein-
schließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3
EnWG
Wir haben die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG,
wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Darüber hinaus
haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten "Elektrizitätsverteilung" und "Gasver-
teilung" – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlust-
PKF FASSELT SCHLAGE 6
2117654/40029870
rechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 einschließ-
lich der Angaben zu den Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv - und Passivvermö-
gens sowie die Aufwendungen und Erträge den gemäß § 6b Abs. 3 Satz 1 bis 4 EnWG
geführten Konten zugeordnet worden sind – geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
- wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die
Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 in allen wesentlichen
Belangen erfüllt und
- entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen
den Vorschriften des § 6b Abs. 3 EnWG.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung nach § 6b Abs. 5 EnWG unter Beac htung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschluss-
prüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist
nachfolgend sowie im Abschnitt "Verantwortung des Abschl ussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses und des Lageberichts" weitergehend beschrieben. Wir sind der Auffas-
sung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b
Abs. 3 EnWG sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie zur Einhal-
tung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.
PKF FASSELT SCHLAGE 7
2117654/40029870
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Pflichten zur
Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt wurden
sowie einen Vermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Pflichten zur
Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung umfasst die Beurteilung,
ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und
nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Duisburg, den 24. Mai 2019
PKF Fasselt Schlage
Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Rechtsanwälte
Jahn Pentschev
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
(Der vorstehende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den Jahresabschluss zum 31. De-
zember 2018 (Bilanzsumme EUR 534.447.950,75; Jahresüberschuss EUR 26.830.000,00 )
und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 der Stadtwerke Münster GmbH, Münster .)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Rösnerstraße 13
- Loevelingloh
- Raringheide
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0607/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.06.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37