A-R/0035/2023
Transformationsplan für die Stromnetze der Zukunft
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A-R-0035-2023
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0035/2023 RATSANTRAG Münster, 04. September 2023 Transformationsplan für die Stromnetze der Zukunft Der Rat möge beschließen: Zur Sicherung von stabilen und zukunftsfähigen Stromnetzen im Nieder- und Hochspannungsbereich in Münster und gleichzeitig für ein einheitliches, verträgliches und umsetzbares Vorgehen zu sorgen, erhalten die Stadtverwaltung Münster und die Stadtwerke Münster den gemeinsamen Auftrag, in den kommenden zwölf Monaten einen „Transformationsplan für die Stromnetze der Zukunft“ zu entwickeln, der in der Zukunft kontinuierlich weiterentwickelt und an sich ändernde Rahmenparameter angepasst werden soll. Der Transformationsplan soll dabei die folgenden Punkte berücksichtigen: 1. Als Grundlage des Transformationsplans mögen die beiden Seiten (Stadtverwaltung und Stadtwerke) den Istzustand der Stromnetze im Nieder- und Hochspannungsbereich beschreiben. Dabei soll insbesondere die Frage geklärt werden, wo in den Netzen bereits heute Engpässe bestehen und z.B. im Bereich der E-Mobilität keine zusätzliche Ladesäulen gebaut werden können. Soweit solche Engpässe auch für die Zukunft absehbar sind, sind diese aufzuführen. 2. Zudem mögen die beiden Seiten Prognosen (best estimate) für diesen Transformationsplan erstellen, die insbesondere auf den folgenden Annahmen für die kommenden 10 Jahre basieren: a. Instandhaltungs- und Erneuerungsbedarfe gemäß Zustandsbewertung b. Zubau an Wärmepumpen c. Zubau an Ladesäulen d. Zubau an PV-Anlagen 3. Die Möglichkeit zentrale öffentliche Speicher einzusetzen, soll geprüft werden. Damit sollen temporäre Überkapazitäten bei der Stromproduktion, insbesondere bei privaten PV-Anlagen, aufgefangen werden. 4. Weiterhin sollen die folgenden Fragestellungen berücksichtigt werden: a. Wie hoch sind die ungefähren Kosten des Ausbaus bzw. Umbaus? b. Wie lange wird der Ausbau dauern? c. Wie kann dem Tiefbauengpass entgegengewirkt werden, um den Ausbau in Münster zu beschleunigen? d. Ist eine Beteiligung eines Investors an diesem Ausbau sinnvoll? 5. Wie wird sich der Transformationsplan a) nach Wirtschaftsplan der Stadtwerke aus und b.) bei einer forcierten Umsetzung? Wie kann das finanziert werden? Begründung: Die (bundes-)politischen Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien haben erhebliche Auswirkungen auf die bestehende Netzinfrastruktur. Die Komplexität in den Netzen wird deutlich steigen und einen erheblichen Ausbaubedarf und somit Investitionen zur Folge haben. Wesentlich ist hierbei, dass neben den politischen Zielen, die den Schwerpunkt insbesondere auf die Klimaneutralität legen, auch die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit maßgeblich Berücksichtigung finden. Die Umsetzung braucht daher einen klaren Plan und eine gemeinsame Strategie für Münster Kunden werden immer mehr zu „Prosumern“, d.h. sie produzieren und konsumieren gleichzeitig. Ein erhöhter Einsatz von Erneuerbaren Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung sorgt für höhere Schwankungen in den Netzen, die bislang deutlich vorausschauender geplant und betrieben werden konnten (eindeutige Standard-Lastkurven, sehr gleichmäßiges und vorhersehbares Verbraucherverhalten). Gleichzeitig erhöht sich der Leistungsbedarf bedingt durch den steigenden Stromverbrauch im Mobilitätssektor und im Wärmemarkt. Somit gibt es zwei zu betrachtende Handlungsstränge: Die Ertüchtigung des Stromnetzes, um die steigenden Flexibilitäten (Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, PV-Anlagen, Speicher) zu managen und „auszuhalten“ Die Ertüchtigung des Stromnetzes, um weitere große Erzeuger (große PV- Anlagen, Windkraftanlagen, Biogasanlagen, Speicher) vereinfacht an das Netz anbinden zu können Um diese beiden Handlungsstränge zu koppeln, wollen wir über einen Transformationsplan für die Stromnetze der Zukunft die Versorgungssicherheit und die Zukunftsfähigkeit der Netze sicherstellen. Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0035/2023
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 05.09.2023
- Erstellt
- 05.09.2023 11:49