0278/2020
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/1 Vorlagen-Nummer 0278/2020 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 03.02.2020 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Der im Winter 2019 für den Stadtbezirk Ehrenfeld für das Jahr 2030 prognostizierte Bevölkerungs- stand wurde laut den Stadtteilinformationen bereits Ende 2018 erreicht. In Bickendorf befinden sich die Bauvorhaben der GAG an der Venloer Straße, am Rochusplatz sowie am Häuschensweg in der Fertigstellungsphase; die Ossendorfer Gartenhöfe werden nach und nach abgerissen und neu errich- tet. Darüber hinaus befinden sich große Bauvorhaben in Ehrenfeld in verschiedenen Entwicklungs- phasen, die hoffentlich vor 2030 abgeschlossen sein werden: Heliosgelände, Güterbahnhofgelände, Siemensgelände oder Max-Becker-Gelände. Als Grundlage für die Prognose werden verschiedene Annahmen genannt bspw. der Verbindlich- keitsgrad von Neubauplanungen, wobei unsichere Fertigstellungshorizonte keine Berücksichtigung finden konnten. Gleichzeitig wird genannt, dass Neuberechnungen insbesondere bei veränderten Planungen spätestens in drei Jahren erfolgen werden. Daraus ergeben sich für uns folgende Fragestellungen: 1. Welche Bauvorhaben im Stadtbezirk Ehrenfeld konnten für die Vorausberechnung bis 2030 einbezogen werden? Antwort der Verwaltung: Für künftige Neubaugebiete müssen konkrete Angaben zur Menge und Bezugsreife der angestrebten Geschoss- und Einfamilienhausbebauung vorliegen, um sie in der Bevölkerungsvorausberechnung berücksichtigen zu können. Für die aktuelle Vorausberechnung war der Planungsstand Mai 2018 ausschlaggebend. Mögliche Gebiete für Neubauvorhaben wie das Siemensgelände oder das Max- Becker-Gelände waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ausreichend konkret und wurden somit nicht einbezogen. 2 Folgende Bauvorhaben wurden bis 2030 berücksichtigt: Stadtteil Bauvorhaben 401 / Ehrenfeld Alsdorfer Straße, Ehem. Güterbahnhof Köln- Ehrenfeld, Heliosgelände, Leyendecker Str., Melatengürtel/Grüner Weg 402 / Neuehrenfeld Keine Bauvorhaben 403 / Bickendorf Erlenweg, Häuschensweg, Rochusplatz 404 / Vogelsang Seeadlerweg 405 / Bocklemünd/Mengenich Keine Bauvorhaben 406 / Ossendorf Butzweilerhofallee 2. Wie werden die im Stadtentwicklungskonzept Wohnen genannten Selbstläufer und Po- tentiale der Innenentwicklung mit einbezogen und in welchen Quantitäten? Antwort der Verwaltung: Die kleinteiligen Innenentwicklungspotenziale umfassen verschiedene Elemente: Berücksichtigt wer- den Baulücken, Um- und Ausbaupotenziale im Bestand aber auch Ersatzbedarf. Grundlage für die Ermittlung der zukünftigen Potenziale sind u.a. das Baulückenkataster sowie Auswertungen der Bau- fertigstellungsanzeigen. Bei der Potenzialabschätzung wurde berücksichtigt, in welcher Lage (Innen- stadt, Innenstadtrand, Stadtrand) sich der jeweilige Stadtteil befindet. Gesamtstädtisch wurde für die nächsten Jahre mit einem Innenentwicklungspotenzial von ca. 1.200 WE pro Jahr gerechnet. Für den Stadtbezirk Ehrenfeld wurden für den gesamten Zeitraum 2018 bis 2030 rund 1.500 WE in die Prog- nose einbezogen. 3. Wie sieht die demografische Struktur der Erstbeziehenden von Neubau-Wohneinheiten aus? Antwort der Verwaltung: In den Jahren 2010 bis 2017 gab es 3.260 Erstbeziehende von Neubau-Wohneinheiten im Stadtbe- zirk Ehrenfeld. Die Verteilung nach Altersgruppen sah folgendermaßen aus: Altersgruppe Anteil in Prozent unter 18 Jahre 14,4% 18 bis unter 30 Jahre 31,5% 30 bis unter 45 Jahre 39,3% 45 bis unter 65 Jahre 11,7% 65 bis unter 80 Jahre 2,6% 80 Jahre und älter 0,5% gesamt 100,0% 3 Aus den Zuzügen in Neubau innerhalb dieses Referenzzeitraums wurden für die Vorausberechnung die Quoten zur demografischen Verteilung der prognostizierten Neubauzuzüge berechnet. 4. Welche Haushaltsgröße je Neubau-Wohneinheit wird angenommen? Antwort der Verwaltung: Auch die sogenannten Erstbelegungsquoten für Neubau-Wohneinheiten berechnen sich aus den Neubauzuzügen der Vergangenheit (2010-2017) in den jeweiligen Stadtteilen. Stadtteil Personen je Wohneinheit 401 / Ehrenfeld 2,4 402 / Neuehrenfeld 2,5 403 / Bickendorf 2,5 404 / Vogelsang 2,4 405 / Bocklemünd/Mengenich 3,0 406 / Ossendorf 2,5 5. Welche Bedeutung/Auswirkung hat die Vorausberechnung für die Planung, Priorisierung bzw. Durchführung von Schul-, Kitabau etc.? Antwort der Verwaltung: Fortschreibungen der Schulentwicklungsplanung und der Ausbauplanung der Kindertagesbetreuung werden gegenwärtig von der zuständigen Integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung im Dezernat für Bildung, Jugend und Sport auf der Grundlage der nunmehr vorliegenden kleinräumigen Ergebnisse der städtischen Bevölkerungsprognose erarbeitet. Diese Fortschreibungen und die damit verbundenen aktualisierten Bedarfsfeststellungen werden aufgrund der Komplexität der erforderlichen Analysen noch Zeit in Anspruch nehmen. Es ist darauf hinzuweisen, dass kleinräumige, also stadtbezirks- und stadtteilbezogene Ergebnisse der neuen städtischen Bevölkerungsprognose für die Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung elementar sind, weil sich nur auf ihrer Grundlage Entwicklungen und Bedarfe im Stadtgebiet genauer lokalisieren lassen, und zwar Grundschulbedarfe und Bedarfe an Kindertagesbetreuung auf Stadtteil- ebene und Bedarfe im Bereich der weiterführenden Schulen auf stadtbezirklicher Ebene. 6. Wann wird die Prognose aktualisiert bzw. den (bekannten) Fertigstellungstellungshori- zonten entsprechend angepasst? Antwort der Verwaltung: Planmäßig erfolgt eine Neuberechnung alle drei Jahre, also im Jahr 2021 mit dem Ausgangsjahr 2020. Im Frühjahr 2020 findet ein Abgleich mit den aktuellen Zahlen von 2019 statt. Eine vorgezoge- ne Neuberechnung kommt in Frage, wenn sich Annahmen grundlegend verändert haben sollten und somit die prognostizierten Zahlen von den tatsächlichen aktuellen Zahlen stark abweichen. 4 Ergänzende Anmerkung der Verwaltung Beim Abgleich der prognostizierten und tatsächlichen Bevölkerungszahlen in einem Jahr ist die Be- völkerung mit Hauptwohnsitz heranzuziehen. Zum 31.12.2018 lebten 108.815 Personen mit Haupt- wohnsitz im Stadtbezirk Ehrenfeld. In der Prognose wurde für 2018 ein Bestand von 107.904 Perso- nen berechnet. Die Prognose unterschätzt folglich die tatsächliche Entwicklung um rund 900 Perso- nen. Besonders die Zuzüge in die Stadtteile Ehrenfeld und Ossendorf fielen stärker aus als ange- nommen. Ein Abgleich der neuen Zahlen für das Jahr 2019 wird zeigen, ob sich diese Entwicklung fortgesetzt hat.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0278/2020
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 27.01.2020
- Erstellt
- 27.01.2020 09:24