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3324/2019

Sachstand der Umsetzung zum Beschluss AN/0076/2018 "Bienenfreundliches Köln"

Mitteilung Ausschuss 27.09.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 10.10.2019, TOP 7.8

Mitteilung Ausschuss

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Anlage 1 Gemeinsamer Änderungsantrag

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Mitteilung Ausschuss

5827 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/57/574 
 
Vorlagen-Nummer 27.09.2019 
 3324/2019 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Umwelt und Grün 10.10.2019 
 
 Sachstand der Umsetzung zum Beschluss AN/0076/2018 "Bienenfreundliches Köln" 
Das Umwelt-und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln ist dem Beschluss des AUG gefolgt und hat 
inzwischen eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen und anderer Insekten umgesetzt. 
Ziel ist es, in einem partizipativen Prozess mehr naturnahe Bereiche zu schaffen, um so nicht nur 
neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen, sondern durch ein naturnahes Umfeld auch 
das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern.´ 
Folgende Maßnahmen wurden bereits realisiert oder befinden sich in der Umsetzung: 
 
I. Wildbienenprojekt 
 Der vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt konzipierte Wildbienenerlebnispfad auf Gut Lei-
denhausen wurde realisiert und im Oktober 2018 eröffnet. Zur besseren Erlebbarkeit wurde 
ein Rallyeheftchen entwickelt, das kostenlos vor Ort an alle Interessierten abgegeben wird. Mit 
der kleinen Broschüre kann sich jeder auf eigene Faust auf Wildbienensafari begeben. Alle In-
formationen dazu sind über die Internetseite www.stadt-koeln.de/wildbienen abrufbar. 
 Die in 2017/2018 von der Stadt oder den Projektpartnern angelegten Wildbienenflächen wur-
den um 30 Standorte mit dem Fokus auf Bildungseinrichtungen erweitert. An 15 dieser Ein-
richtungen wurde die Nisthilfe bereits aufgestellt und im Rahmen einer umweltpädagogischen 
Einheit mit Kindern und Jugendlichen fachgerecht befüllt. Weitere 15 Einrichtungen sind be-
nannt und werden sukzessive folgen. Ab Herbst 2019 wird begonnen, die zugehörigen Blüh-
flächen anzulegen. Auch in diesen Prozess werden die Kinder und Jugendlichen einbezogen. 
 Um Respekt und Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber Naturflächen zu vermitteln, wur-
de ein Schild entwickelt, welches plakativ den Wert als (Insekten)-Lebensraum verdeutlicht. 
Dieses wird sukzessive an den Projektflächen installiert.  
 Um die Bedeutung von Natur einer möglichst breiten Bevölkerungsgruppe zugänglich zu ma-
chen und um Begeisterung und damit Schutzbemühungen zu wecken, wurden in 2018 und 
2019 jeweils 10 Veranstaltungen (Vortrag, Exkursion oder Workshop) durchgeführt. Zusätzlich 
erfolgen Beratungen der Bürgerinnen und Bürger zum Insektenschutz (derzeit ca. 15-
20/Monat). 
 Als Hilfe zur Anlage eigener geeigneter Strukturen wurden bislang 5000 Saatguttütchen und 
Flyer verteilt. 
 Als weiteres Medium zur Wertschätzung der Insekten widmet sich der Kalender für 2020 dem 
Thema Schmetterlinge und gibt Tipps, mit welchen spezifischen Maßnahmen die einzelnen 
Arten unterstützt werden können.

2 
 
 
 
II. Gartenprojekt 
Um den Schottergärten eine Alternative entgegenzuhalten, wurde im Sommer 2019 mit der Konzepti-
on eines Projektes zu naturnahen Gärten und Balkonen gestartet. Gärten stellen einen wichtigen As-
pekt bei der Förderung der Biodiversität dar, da sie in ihrer Fläche in Deutschland in etwa denen der 
Naturschutzgebiete entsprechen und in der Regel keinen wirtschaftlichen Regularien unterliegen, 
sondern vielmehr rein dem Wohlbefinden dienen. Bei entsprechender Gestaltung können sie daher 
nachgewiesener Maßen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Daher gilt es, die 
Wertschätzung von Natur auch im eigenen Umfeld zu stärken. Dies erfolgt über folgende Module: 
 In dem Kleingartenverein „Flora e.V.“ entsteht mit Unterstützung des Umwelt- und Verbrau-
cherschutzamtes ein Naturschaugarten, der alle wichtigen Strukturen eines Naturgartens be-
inhaltet und über ihre Funktionen informiert.  
 Eine in der Erstellung befindliche, begleitende Broschüre erläutert nicht nur den Wert naturna-
her Gärten, sondern gibt auch Anleitungen, wie diese aufgebaut werden. 
 Der seitens des Umwelt-und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln seit 2016 herausgege-
bene Naturkalender wird sich in 2021 dem Thema Tiere im Garten widmen. Über einen Foto-
wettbewerb werden die Bürgerinnen und Bürger einbezogen und für das Thema sensibilisiert. 
 Das im Rahmen des Wildbienenprojektes entwickelte Schild zur Kennzeichnung naturnaher 
Bereiche wird auch an Privatleute abgegeben und soll zur Akzeptanzverbesserung in der brei-
ten Öffentlichkeit beitragen. 
 
Über die damit einhergehende Wertschätzung soll neben den direkten Effekten auf die Artenvielfalt 
zusätzlich erreicht werden, dass auch bereits vorhandene wertvolle Lebensräume besser geschützt 
werden. Da naturnahe Bereiche außerdem eine klimatische Wirksamkeit aufweisen, wird gleicherma-
ßen ein Stück weit dem Klimaschutz Rechnung getragen.   
Die im Rahmen der Projekte geschaffenen naturnahen Bereiche reichen jedoch bei weitem nicht aus, 
das Insektensterben aufzuhalten und die Biodiversität zu bewahren. Hier ist vielmehr eine Gesamt-
konzeption für die Stadt Köln erforderlich. Neben den umsetzungsorientierten Projekten wird seitens 
des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes daher auch an einer umfassenden Insektenschutzstrate-
gie für die Stadt gearbeitet. Diese orientiert sich in den Themenbereichen an dem Neunpunktepapier 
des Bundesumweltministeriums und wird die Ergebnisse der momentan in der Bearbeitung befindli-
chen Insektenuntersuchung mit einbeziehen. Eine erste Fachversion soll bis Mitte nächsten Jahres 
vorliegen und auch die Ergebnisse des Projektes Stadtgrün – naturnah einbeziehen. Auf dieser 
Grundlage wird anschließend eine interne und externe Diskussion erfolgen, um einen Umsetzungs-
fahrplan zu entwickeln und festzulegen. Hierbei sind u.a. auch die Belange der naturnahen Grünge-
staltung von Bildungseinrichtungen und Berücksichtigung der Biodiversitätsaspekte beim Schulneu- 
bzw. -umbau mit den zuständigen Ämtern einzubeziehen. 
 
 
 
 
Gez. Dr. Rau

Anlage 1 Gemeinsamer Änderungsantrag

5619 Zeichen

SPD Fraktion im Rat der Stadt Köln  
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat 
Fraktion Die Linke.Köln 
FDP Fraktion im Rat der Stadt Köln 
Ratsgruppe Bunt 
 
 
SPD Fraktion im Rat der Stadt Köln  
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat 
Fraktion Die Linke.Köln 
FDP Fraktion im Rat der Stadt Köln 
Ratsgruppe Bunt 
Frei Wähler Köln 
Ratsgruppe GUT 
 
An den Vorsitzenden des  
Ausschusses Umwelt und Grün 
Rafael Christof Struwe 
 
 
 
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 17.01.2018 
 
AN/0076/2018 
 
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für Umwelt und Grün 18.01.2018 
 
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates 
hier TOP 2.3: Bienenfreundliches Köln 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
sehr geehrter Herr Vorsitzender, 
 
wir bitten Sie, folgenden Änderungsantrag in die Tagesordnung der nächsten Ausschusssit-
zung zu nehmen: 
 
 
Beschluss: 
1. Angesichts des in Deutschland zu beobachtenden bedrohlichen Insektensterbens 
und allgemein schwieriger gewordenen Möglichkeiten für das Überleben von Insekten, rich-
ten die zuständigen Ämter der Stadt Köln ihre Handlungsweisen auch an dem Ziel besserer 
Bedingungen für Insekten aus. 
2. Auf geeigneten städtischen Flächen werden sogenannte „Insektennisthilfen“ aufge-
stellt. Die Verwaltung schlägt entsprechende Flächen vor. Prioritär sollen Schulen und KiTas 
wie auch Bürgerhäuser solche Insektennisthilfen angeboten werden, auch um die Bedeutung 
von Insekten bereits im Kinder- und Jugendalter sichtbar zu machen. Wenn  möglich sollen  
Insektenhotels in Zusammenarbeit von Berufskollegs und Schulen selber gebaut werden. 
Die Verwaltung nimmt hierzu Kontakt auf.

- 2 - 
 
Hierbei sollen möglichst vorhandene abgelagerte Holzbestände/-stücke genutzt werden, die 
durch das Bohren von mehreren, unterschiedlich großen Löchern das Nisten von Insekten 
ermöglichen. 
3. Um Insekten genügend Nahrung zu bieten, überprüft die Verwaltung ihre Bepflan-
zung, auf Kita- und Schulgeländen und Grünflächen (z. B. insektenfreundliche Stauden) 
ebenso wie ihr Scherrasen- und Wiesenmanagement. Beim Einkauf von Saatgut, Zier- und 
Gehölzpflanzen etc. wird verstärkt auf Insektenfreundlichkeit geachtet.  
Die Verwaltung wird beauftragt weitere sog. Blühstreifen auf städtischen Flächen zu initiie-
ren. 
4. Bei den anstehenden Neu- und Umbauten von Schulen und sonstigen städtischen 
Gebäuden sind ökologische Aspekte direkt zu berücksichtigt. Das Belassen eines größeren, 
unversiegelten Geländes zur Anlage eines Schulgartens, sowie die Grüngestaltung mit hei-
mischen Arten sind hier grundsätzlich zu setzen.  
5. Die Verwaltung berichtet innerhalb eines Jahres den Ratsgremien über die entspre-
chend der genannten Zielrichtung eingeleiteten Maßnahmen und ihre Umsetzung sowie über 
eine weitere Strategie der Öffentlichkeitsarbeit 
 
 
Begründung: 
Seit einiger Zeit muss man in Deutschland ein bedrohliches Insektensterben beobachten. 
Die Fluginsekten sind in Nordrhein-Westfalen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Mit der 
europaweiten beobachteten Abnahme der Insektenzahlen geht eine Verminderung von Öko-
systemleistung einher. So ist u.a. die natürliche Bestäubung von Pflanzen und damit auch 
unsere Nahrungsgrundlage bedroht. Aber auch auf Vögel hat die Insektenabnahme eine 
Bedeutung, da auch sie eine ihrer Nahrungsquellen verlieren.  
Eine Gegenstrategie hierzu ist die, vom Ausschuss Umwelt u. Grün beschlossene, Erweite-
rung der Naturwaldbereiche in Köln. Hier wird der für Insekten wichtige Totholzanteil zuneh-
men.  
Die Kommune trägt eine wichtige Verantwortung in ihrer Art der Bepflanzung, des Grünflä-
chenmanagement und der Bereitstellung von Nisthilfen. Köln ist Mitglied im Bündnis 
"Kommunen für biologische Vielfalt e.V." 
Unter dem Motto „Pflanzt Futter für Wildbienen“ hat das Kölner Umwelt- und Verbraucheramt 
2017 einen vielbeachtete Kampagne für die Wildbienen gestartet., diese soll weiter unter-
stützt und gefördert werden.  
Durch die Installierung von Nisthilfen in Schulen und KiTas soll die Chance ermöglicht wer-
den, das Thema und die Bedeutung von Insekten auch pädagogisch in Erziehung und Bil-
dung einzubeziehen. Insektenstiche sind bei Wildbienen und anderen solitären Hautflüglern 
ebenfalls kein Thema. Solitäre Hautflügler sind friedlich und stechen nur zur ultimativen 
Selbstverteidigung, d.h. wenn man sie quetscht, in die geschlossene Hand nimmt oder an 
Beinen oder Flügel festhält. Sonst kann man jedwede Aktion in der Nähe betreiben - oder in 
aller Ruhe die Tiere aus nächster Nähe beobachten – ohne gestochen zu werden. Insekten-
hotels brauchen keine Betreuung. Nisthilfen können an einer trockenen, besonnten Häuser-
wand aufgehangen oder auf dem Gelände von Schulen und Kindergärten aufgestellt werden. 
Sie benötigen über viele Jahre keine Wartung. 
Die Stadt Köln hat auf ihrer empfehlenswerten Internetseite viele Anregungen für die Bevöl-
kerung: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-
tiere/umweltbildung/wildbienenschutz-aktiv-ganz-koeln-macht-mit  
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Dr. Barbara Lübbecke  SPD- Fraktionsgeschäftsführerin  
gez. Niklas Kienitz   CDU- Fraktionsgeschäftsführer    
gez. Jörg Frank  GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer

- 3 - 
 
gez. Michael Weisenstein Linke - Fraktionsgeschäftsführer 
gez. Ulrich Breite   FDP- Fraktionsgeschäftsführer 
gez. Thomas Hegenbarth Ratsgruppe Bunt 
gez. Walter Wortmann Freie Wähler Köln 
gez. Thor Zimmermann          Ratsgruppe GUT

Beratungsverlauf (1)

10.10.2019 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3324/2019
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
27.09.2019
Erstellt
20.09.2019 12:29