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A-R/0028/2010

Ein neues Südbad ist das Ziel!

Antrag an den Rat 09.03.2010

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 17.03.2010, TOP 32.8

Originalantrag

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Originalantrag

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02.03.2010 

Ratsantrag    Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2010 
 
Ein neues Südbad ist das Ziel! 
Der Rat möge beschließen 
1. Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern haben sich 
die Bedingungen  für den Schwimmunterricht von Schu len, 
für die Arbeit der Sportvereine und für alle Mensch en in 
Münster, die gern schwimmen, erheblich verschlechte rt. 
Besonders folgenreich war der Abriss des Südbades. 
2. Um die eingetretenen Defizite auszugleichen, spr icht sich der 
Rat der Stadt für den Neubau eines „Bürgerbades Süd bad“ 
an gleicher Stelle des ehemaligen Bades aus. Eine 
abschließende Ratsentscheidung erfolgt nach Klärung  der 
Rahmenbedingungen. 
3. Die Verwaltung wird daher beauftragt, die Errich tung eines 
neuen Bades konzeptionell und planerisch vorzuberei ten. 
Dabei sind Schulen, Sportvereine,   die Hochschulen  ebenso 
wie Organisationen zur Förderung der Gesundheit sow ie der 
gemeinnützige Schwimmverein Südbad e. V. zu beteiligen. 
4. Zur Klärung der funktionellen, der baulichen und  der 
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein neues Ba d wird 
zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie soll  die 
konkreten Möglichkeiten am Standort des alten Südba des 
klären. Dabei ist von folgenden Zielsetzungen auszugehen: 
4.1 Vielseitige Nutzbarkeit: Eignung des Bades mit 
Schwerpunkten auf Schul- und Freizeitschwimmen, 
Vereins- und  Hochschulsport, 
4.2 Sparsamkeit bei Bau und Betrieb: „Schlankes“ 
Raumprogramm, geringe Betriebskosten durch 
Passivhausstandard, 
4.3 Modellprojekt „Solarbad“: Minimaler Energieverb rauch 
und maximale Ausnutzung solarer Energie, 
4.4 Prüfung des Einsatzes von Salzelektrolyse als 
Reinigungsverfahren, 
4.5 Rationelle und kostensparende Bewirtschaftung: 
Betriebsführung möglichst durch den Verein  Bürgerb ad 
Südbad e.V. und Beteiligung von Schulen, Sportverei nen 
und anderen Nutzergruppen (ggf. Hochschulen). Die 
Erfahrungen mit dem Bürgerbad Handorf sind hierbei zu 
berücksichtigen, 
4.6 Mitfinanzierung der Investition durch Anteile D ritter: 
Einwerbung von Fördermitteln des Landes, Deutschen 
Umweltstiftung u. a., Beteiligung der Öffentlichkei t (z. B. 
Bürgerdarlehn), der Wirtschaft und von Investoren. Zur

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Finanzierung  städtischer Anteile ist insbesondere die Einbeziehung 
städtischer Gesellschaften zu prüfen. 
5. Vorschläge für den Untersuchungsumfang und –abla uf etc. der 
Machbarkeitsstudie legt die Verwaltung vor. An der Ausarbeitung dieser 
Vorschläge ist der Schwimmverein Südbad e. V. zu be teiligen. Die Ergebnisse der 
Studie werden im Laufe des Jahres 2010 vorgelegt un d öffentlich präsentiert. 
Entscheidungen über konkrete Maßnahmen der Planung 
(Realisierungswettbewerb) trifft der Rat im Anschluss. 
6. Die Beratungen im Rat sind im AUB, im Ausschuss für Finanzen, im 
Schulausschuss und im Sportausschuss vorzubereiten.  Die Federführung für das 
Projekt obliegt dem AUB. 
7. Die Anregung des gemeinnützigen Schwimmvereins S üdbad e. V. Nr. 163 vom 
20.12. 2009, eine standortbezogene Ermittlung der B edarfe und der Möglichkeiten 
durch das Sportwissenschaftliche Institut der WWU d urchzuführen zu lassen, ist 
damit erledigt. 
Kosten und Finanzierung 
Es entstehen keine Kosten. Die Machbarkeitsstudie s oll von der Verwaltung erarbeitet 
werden. Schulen, Vereine und Öffentlichkeit werden gebeten, sich an der Erarbeitung 
der Studie „ehrenamtlich“ zu beteiligen. 
 
Begründung: 
 
1. Ein neues Südbad ist das Ziel! 
Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern ist  die Qualität der Freizeit- und 
Sportangebote in der Stadt erheblich gesunken. Die Investitionen in die verbliebenen 
Hallen- und Freibäder verbessern die Angebote, sie wiegen aber nicht auf, was zuvor 
durch Sparpolitik à la Rödl eingespart wurde. 
Das gilt insbesondere für das Südbad. Durch die Sch ließung und den späteren Abriss 
des Hallenbades am Inselbogen wurde Schwimmen, Bade n und Planschen nicht nur 
quantitativ eingeschränkt – der Wegfall des Südbade s brachte qualitative 
Verschlechterungen: 
• Schulen aus dem Einzugsbereich müssen, um Schwimmu nterricht und Schwimmen 
als Sportunterricht anbieten zu können, auf unzumut bar weit entfernte Standorte 
ausweichen. Die Folgen sind spürbare Einschränkunge n der Angebote und dass 
immer weniger Kinder bis zum Abschluss ihrer Grunds chulzeit sicher Schwimmen 
lernen. 
• Sportvereine müssen für Training und Wettkampf auf  ohnehin schmale Angebote in 
anderen Bädern ausweichen, gleiches gilt für die Re ttungsschwimmerausbildung 
der DLRG. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer wird  zunehmend weniger 
attraktiv. 
• Menschen in der gesamten südlichen Innenstadt habe n den kurzen Weg zum 
Schwimmbad verloren.

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Nachteilig wirkt sich der Wegfall des Südbades auch  auf die Lehrerausbildung durch 
die WWU und auf den Hochschulsport aus. Die ohnehin  begrenzten Kapazitäten der 
Münsteraner „Bäderlandschaft“ für diese Nachfrage s ind noch weiter 
zusammengeschmolzen. Schwimmen findet für die Hochs chulen fast nur noch „auf 
dem Trockenen“ statt. 
Es rächt sich nun, dass die seinerzeitige Ratsmehrh eit das von Wenzel und Partner in 
seinem Bädergutachten als Alternative zur Sparversi on vorgelegte angebotsorientierte 
Konzept für Schwimmen in Münster nicht akzeptiert h at. Es sah vor, das Südbad zu 
erhalten, zu modernisieren bzw. neu zu bauen und al s Schul-, und Sportbad zu 
profilieren. Es rächt sich, dass CDU und FDP die An gebote der Initiative „Bürgerbad 
Südbad“ (heute: gemeinnütziger Schwimmverein Südbad e. V.) für einen einstweiligen 
Weiterbetrieb des Südbades unter Beteiligung der In itiative ausgeschlagen haben. 
Ohne Not ausgeschlagen haben, wie das Beispiel des Bürgerbades in Handorf 
eindeutig zeigt – beim Südbad wollten CDU und FDP n icht auf die bürgerschaftliche 
Bereitschaft eingehen, Verantwortung zu übernehmen. 
Die Aufgabenstellung, ein neues Südbad am Standort des ehemaligen Bades zu 
realisieren, gilt für alle politischen Kräfte in de r Stadt.  Sie ergibt sich nicht vorrangig 
aus rechnerischen Kalkulationen. Wie viel Wasserflä che pro EinwohnerIn in Münster 
und im Vergleich zu anderen Städten vorhanden ist, trägt nur bedingt als 
Entscheidungsgrundlage für oder gegen das Projekt b ei. Grundlagen der politischen 
Entscheidung für ein neues Südbad sind die qualitat iven Verschlechterungen, die  
Schulen, Vereine und Schwimminteressierte getroffen  haben. Die politische 
Entscheidung für ein neues Südbad soll sicherstelle n, dass Kinder wieder ohne 
Schwierigkeiten schwimmen lernen, dass Jugendliche in Vereinen wieder ohne 
Einschränkungen Schwimmsport treiben, dass Senioren  sich durch schwimmen fit und 
gesund halten und dass schwimmbegeisterte Menschen aus dem gesamten Bereich 
der südlichen Innenstadt wieder zu Fuß oder mit dem  Rad zum Bad kommen können. 
Die gegenwärtige Situation ohne Südbad stellt einen  eklatanten Mangel an 
kommunaler Daseinsvorsorge dar. 
Begründet wird unsere Entscheidung für ein  neues S üdbad zusätzlich durch die 
Perspektiven, die sich für die Lehrerausbildung der  WWU und für den Hochschulsport 
ergeben könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen m achen darauf aufmerksam, 
dass die sportwissenschaftliche Ausbildung in Münst er bei insgesamt hohem Niveau 
unter dem Mangel an geeigneten Sportstätten im Bere ich des Schwimmens leidet. Das 
bundesweite Ranking sieht das sportwissenschaftlich e Institut der WWU nur deshalb 
nicht ganz vorn, weil ein Bad fehlt. Ein neues Südb ad kann deshalb auch ein wichtiger 
Zugewinn für die Sportwissenschaften an der WWU sein. 
Zu beachten sind auch die wachsenden Bedarfe für ge sundheitsorientiertes und 
therapeutisches Schwimmen und Bewegen im Wasser, vo r allem aus dem Kreis der 
SeniorInnen. Münster sollte sich als Gesundheitssta dt auch auf diesem Feld mit guten 
Angeboten qualifizieren. 
 
2.  Vielseitige Nutzbarkeit – sparsame Realisierung  – Betrieb durch Vereine 
und Nutzergruppen 
Zielgruppen für das neue Südbad sind Schulen, Verei ne und die Öffentlichkeit im 
gesamten Südviertel. Das Raumprogramm für das Bad i st auf diese Bedarfsgruppen 
auszurichten. Zu berücksichtigen sind auch Nachfrag en aus der wachsenden 
Bewegung für mehr Gesundheit und für Wohlbefinden.  Schwimmen spielt dabei 
offenbar eine große Rolle.  Als künftige Nutzer zu berücksichtigen sind schließlich auch

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die Hochschulen in der Stadt, die für die Ausbildun g (von LehrerInnen) dringend mehr 
Schwimmsportmöglichkeiten benötigen. 
Der Betrieb des Bades soll auch aus Kostengründen s oweit möglich in die Hände von 
Vereinen und Nutzergruppen gelegt werden. Die Stadt  Münster verfügt über große 
Erfahrungen mit den sog. „Schlüsselgewaltverträgen“, die für Sporthallen mit Vereinen 
abgeschlossen werden. Diese Erfahrungen lassen sich  sicherlich auch auf den Betrieb 
einer Schwimmhalle übertragen. An der Betriebsführu ng sollten neben dem 
gemeinnützigen Schwimmverein Südbad e. V und andere n Sportvereinen auch die 
Schulen und Hochschulen beteiligt werden. 
 
3. Modellprojekt: Passivhausstandard – Nutzung sola rer Energie – Senkung 
der Betriebskosten 
Schwimmhallen sind besonders folgenkostenintensive Einrichtungen: Aufwendungen 
für Aufsichtspersonal (SchwimmmeisterInnen) und für  die Kundenbetreuung, für die 
Wasseraufbereitung (incl. Verbrauch) und für die En ergieversorgung übersteigen 
bereits nach wenigen Jahren die Investitionskosten.  Ziel muss es deshalb sein, das 
neue Südbad so sparsam wie möglich betreiben zu kön nen.  Grundlagen einer 
effizienten und kostengünstigen Betriebsweise sind bereits bei Beginn der Planung zu 
legen.  Angestrebt wird deshalb ein Bad, das folgende Eigenschaften aufweist: 
• hoher Wärmedämmstandard des Gebäudes, möglichst Pa ssivbauweise, 
• Nutzung der Solarenergie durch Kollektoren  für di e Wassererwärmung und durch 
PV, 
• Wärmerückgewinnung aus dem Brauchwasser sowie 
• Tageslichtsteuerung zur Begrenzung der Beleuchtung senergie. 
Geprüft werden soll zudem die Wasserreinigung durch das Salzelektrolyseverfahren. 
 
4. Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung konkreter Pl anungen 
Die Antragsteller gehen davon aus, dass die Machbar keitsstudie von der Verwaltung 
selbst erarbeitet werden kann. Aufträge an sachvers tändige Dritte sollen aus 
Kostengründen nur dann vergeben werden, wenn weder die Verwaltung noch die 
Beteiligten am Planungsprozess über entsprechende I nformationen und Kenntnisse 
verfügen. 
Vereine, Schulen, weitere Nutzergruppen und die Öff entlichkeit sollen an der 
Erarbeitung der Studie in geeigneter Weise beteilig t werden. Erwartet werden 
Vorschläge für das 
• Nutzungs- und Raumprogramm für das neue Bad, 
• Gebäude- und Technikkonzept sowie für das 
• Betriebskonzept. 
Erwartet werden auch Lösungsvorschläge für die verk ehrliche Erschließung, hier 
insbesondere für Busse (Schülerverkehr) und für den  Stellplatznachweis (für Fahrräder 
und PKW). Die Unterlagen sollen auch geeignet sein,  um einen

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Realisierungswettbewerb für das Südbad vorzubereite n. Darauf aufbauend sind die 
Kosten und der Folgekosten anzugeben sowie  Finanzierungsmodelle  vorzulegen. 
Ziel ist es, dass der Rat der Stadt noch vor Ende 2 010 über einen 
Errichtungsbeschluss für das neue Südbad entscheide n kann.  Darauf aufbauend soll  
ein Realisierungswettbewerb für ArchitektInnen folg en, um die Gebäudeplanung zu 
optimieren. 
 
gez. H: Klas 
GAL-Fraktion 
gez. W. Heuer 
SPD-Fraktion 
gez. Köhn 
Fraktion Die 
Linke 
gez. G. Kersting 
Ratsgruppe 
UWG/ÖDP 
gez. M. Langenfeld 
Piraten

Beratungsverlauf (1)

17.03.2010 Rat
TOP 32.8 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Inselbogen

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0028/2010
Typ
Antrag an den Rat
Datum
09.03.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37