A-R/0028/2010
Ein neues Südbad ist das Ziel!
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Originalantrag
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1 02.03.2010 Ratsantrag Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2010 Ein neues Südbad ist das Ziel! Der Rat möge beschließen 1. Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern haben sich die Bedingungen für den Schwimmunterricht von Schu len, für die Arbeit der Sportvereine und für alle Mensch en in Münster, die gern schwimmen, erheblich verschlechte rt. Besonders folgenreich war der Abriss des Südbades. 2. Um die eingetretenen Defizite auszugleichen, spr icht sich der Rat der Stadt für den Neubau eines „Bürgerbades Süd bad“ an gleicher Stelle des ehemaligen Bades aus. Eine abschließende Ratsentscheidung erfolgt nach Klärung der Rahmenbedingungen. 3. Die Verwaltung wird daher beauftragt, die Errich tung eines neuen Bades konzeptionell und planerisch vorzuberei ten. Dabei sind Schulen, Sportvereine, die Hochschulen ebenso wie Organisationen zur Förderung der Gesundheit sow ie der gemeinnützige Schwimmverein Südbad e. V. zu beteiligen. 4. Zur Klärung der funktionellen, der baulichen und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein neues Ba d wird zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie soll die konkreten Möglichkeiten am Standort des alten Südba des klären. Dabei ist von folgenden Zielsetzungen auszugehen: 4.1 Vielseitige Nutzbarkeit: Eignung des Bades mit Schwerpunkten auf Schul- und Freizeitschwimmen, Vereins- und Hochschulsport, 4.2 Sparsamkeit bei Bau und Betrieb: „Schlankes“ Raumprogramm, geringe Betriebskosten durch Passivhausstandard, 4.3 Modellprojekt „Solarbad“: Minimaler Energieverb rauch und maximale Ausnutzung solarer Energie, 4.4 Prüfung des Einsatzes von Salzelektrolyse als Reinigungsverfahren, 4.5 Rationelle und kostensparende Bewirtschaftung: Betriebsführung möglichst durch den Verein Bürgerb ad Südbad e.V. und Beteiligung von Schulen, Sportverei nen und anderen Nutzergruppen (ggf. Hochschulen). Die Erfahrungen mit dem Bürgerbad Handorf sind hierbei zu berücksichtigen, 4.6 Mitfinanzierung der Investition durch Anteile D ritter: Einwerbung von Fördermitteln des Landes, Deutschen Umweltstiftung u. a., Beteiligung der Öffentlichkei t (z. B. Bürgerdarlehn), der Wirtschaft und von Investoren. Zur 2 Finanzierung städtischer Anteile ist insbesondere die Einbeziehung städtischer Gesellschaften zu prüfen. 5. Vorschläge für den Untersuchungsumfang und –abla uf etc. der Machbarkeitsstudie legt die Verwaltung vor. An der Ausarbeitung dieser Vorschläge ist der Schwimmverein Südbad e. V. zu be teiligen. Die Ergebnisse der Studie werden im Laufe des Jahres 2010 vorgelegt un d öffentlich präsentiert. Entscheidungen über konkrete Maßnahmen der Planung (Realisierungswettbewerb) trifft der Rat im Anschluss. 6. Die Beratungen im Rat sind im AUB, im Ausschuss für Finanzen, im Schulausschuss und im Sportausschuss vorzubereiten. Die Federführung für das Projekt obliegt dem AUB. 7. Die Anregung des gemeinnützigen Schwimmvereins S üdbad e. V. Nr. 163 vom 20.12. 2009, eine standortbezogene Ermittlung der B edarfe und der Möglichkeiten durch das Sportwissenschaftliche Institut der WWU d urchzuführen zu lassen, ist damit erledigt. Kosten und Finanzierung Es entstehen keine Kosten. Die Machbarkeitsstudie s oll von der Verwaltung erarbeitet werden. Schulen, Vereine und Öffentlichkeit werden gebeten, sich an der Erarbeitung der Studie „ehrenamtlich“ zu beteiligen. Begründung: 1. Ein neues Südbad ist das Ziel! Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern ist die Qualität der Freizeit- und Sportangebote in der Stadt erheblich gesunken. Die Investitionen in die verbliebenen Hallen- und Freibäder verbessern die Angebote, sie wiegen aber nicht auf, was zuvor durch Sparpolitik à la Rödl eingespart wurde. Das gilt insbesondere für das Südbad. Durch die Sch ließung und den späteren Abriss des Hallenbades am Inselbogen wurde Schwimmen, Bade n und Planschen nicht nur quantitativ eingeschränkt – der Wegfall des Südbade s brachte qualitative Verschlechterungen: • Schulen aus dem Einzugsbereich müssen, um Schwimmu nterricht und Schwimmen als Sportunterricht anbieten zu können, auf unzumut bar weit entfernte Standorte ausweichen. Die Folgen sind spürbare Einschränkunge n der Angebote und dass immer weniger Kinder bis zum Abschluss ihrer Grunds chulzeit sicher Schwimmen lernen. • Sportvereine müssen für Training und Wettkampf auf ohnehin schmale Angebote in anderen Bädern ausweichen, gleiches gilt für die Re ttungsschwimmerausbildung der DLRG. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer wird zunehmend weniger attraktiv. • Menschen in der gesamten südlichen Innenstadt habe n den kurzen Weg zum Schwimmbad verloren. 3 Nachteilig wirkt sich der Wegfall des Südbades auch auf die Lehrerausbildung durch die WWU und auf den Hochschulsport aus. Die ohnehin begrenzten Kapazitäten der Münsteraner „Bäderlandschaft“ für diese Nachfrage s ind noch weiter zusammengeschmolzen. Schwimmen findet für die Hochs chulen fast nur noch „auf dem Trockenen“ statt. Es rächt sich nun, dass die seinerzeitige Ratsmehrh eit das von Wenzel und Partner in seinem Bädergutachten als Alternative zur Sparversi on vorgelegte angebotsorientierte Konzept für Schwimmen in Münster nicht akzeptiert h at. Es sah vor, das Südbad zu erhalten, zu modernisieren bzw. neu zu bauen und al s Schul-, und Sportbad zu profilieren. Es rächt sich, dass CDU und FDP die An gebote der Initiative „Bürgerbad Südbad“ (heute: gemeinnütziger Schwimmverein Südbad e. V.) für einen einstweiligen Weiterbetrieb des Südbades unter Beteiligung der In itiative ausgeschlagen haben. Ohne Not ausgeschlagen haben, wie das Beispiel des Bürgerbades in Handorf eindeutig zeigt – beim Südbad wollten CDU und FDP n icht auf die bürgerschaftliche Bereitschaft eingehen, Verantwortung zu übernehmen. Die Aufgabenstellung, ein neues Südbad am Standort des ehemaligen Bades zu realisieren, gilt für alle politischen Kräfte in de r Stadt. Sie ergibt sich nicht vorrangig aus rechnerischen Kalkulationen. Wie viel Wasserflä che pro EinwohnerIn in Münster und im Vergleich zu anderen Städten vorhanden ist, trägt nur bedingt als Entscheidungsgrundlage für oder gegen das Projekt b ei. Grundlagen der politischen Entscheidung für ein neues Südbad sind die qualitat iven Verschlechterungen, die Schulen, Vereine und Schwimminteressierte getroffen haben. Die politische Entscheidung für ein neues Südbad soll sicherstelle n, dass Kinder wieder ohne Schwierigkeiten schwimmen lernen, dass Jugendliche in Vereinen wieder ohne Einschränkungen Schwimmsport treiben, dass Senioren sich durch schwimmen fit und gesund halten und dass schwimmbegeisterte Menschen aus dem gesamten Bereich der südlichen Innenstadt wieder zu Fuß oder mit dem Rad zum Bad kommen können. Die gegenwärtige Situation ohne Südbad stellt einen eklatanten Mangel an kommunaler Daseinsvorsorge dar. Begründet wird unsere Entscheidung für ein neues S üdbad zusätzlich durch die Perspektiven, die sich für die Lehrerausbildung der WWU und für den Hochschulsport ergeben könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen m achen darauf aufmerksam, dass die sportwissenschaftliche Ausbildung in Münst er bei insgesamt hohem Niveau unter dem Mangel an geeigneten Sportstätten im Bere ich des Schwimmens leidet. Das bundesweite Ranking sieht das sportwissenschaftlich e Institut der WWU nur deshalb nicht ganz vorn, weil ein Bad fehlt. Ein neues Südb ad kann deshalb auch ein wichtiger Zugewinn für die Sportwissenschaften an der WWU sein. Zu beachten sind auch die wachsenden Bedarfe für ge sundheitsorientiertes und therapeutisches Schwimmen und Bewegen im Wasser, vo r allem aus dem Kreis der SeniorInnen. Münster sollte sich als Gesundheitssta dt auch auf diesem Feld mit guten Angeboten qualifizieren. 2. Vielseitige Nutzbarkeit – sparsame Realisierung – Betrieb durch Vereine und Nutzergruppen Zielgruppen für das neue Südbad sind Schulen, Verei ne und die Öffentlichkeit im gesamten Südviertel. Das Raumprogramm für das Bad i st auf diese Bedarfsgruppen auszurichten. Zu berücksichtigen sind auch Nachfrag en aus der wachsenden Bewegung für mehr Gesundheit und für Wohlbefinden. Schwimmen spielt dabei offenbar eine große Rolle. Als künftige Nutzer zu berücksichtigen sind schließlich auch 4 die Hochschulen in der Stadt, die für die Ausbildun g (von LehrerInnen) dringend mehr Schwimmsportmöglichkeiten benötigen. Der Betrieb des Bades soll auch aus Kostengründen s oweit möglich in die Hände von Vereinen und Nutzergruppen gelegt werden. Die Stadt Münster verfügt über große Erfahrungen mit den sog. „Schlüsselgewaltverträgen“, die für Sporthallen mit Vereinen abgeschlossen werden. Diese Erfahrungen lassen sich sicherlich auch auf den Betrieb einer Schwimmhalle übertragen. An der Betriebsführu ng sollten neben dem gemeinnützigen Schwimmverein Südbad e. V und andere n Sportvereinen auch die Schulen und Hochschulen beteiligt werden. 3. Modellprojekt: Passivhausstandard – Nutzung sola rer Energie – Senkung der Betriebskosten Schwimmhallen sind besonders folgenkostenintensive Einrichtungen: Aufwendungen für Aufsichtspersonal (SchwimmmeisterInnen) und für die Kundenbetreuung, für die Wasseraufbereitung (incl. Verbrauch) und für die En ergieversorgung übersteigen bereits nach wenigen Jahren die Investitionskosten. Ziel muss es deshalb sein, das neue Südbad so sparsam wie möglich betreiben zu kön nen. Grundlagen einer effizienten und kostengünstigen Betriebsweise sind bereits bei Beginn der Planung zu legen. Angestrebt wird deshalb ein Bad, das folgende Eigenschaften aufweist: • hoher Wärmedämmstandard des Gebäudes, möglichst Pa ssivbauweise, • Nutzung der Solarenergie durch Kollektoren für di e Wassererwärmung und durch PV, • Wärmerückgewinnung aus dem Brauchwasser sowie • Tageslichtsteuerung zur Begrenzung der Beleuchtung senergie. Geprüft werden soll zudem die Wasserreinigung durch das Salzelektrolyseverfahren. 4. Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung konkreter Pl anungen Die Antragsteller gehen davon aus, dass die Machbar keitsstudie von der Verwaltung selbst erarbeitet werden kann. Aufträge an sachvers tändige Dritte sollen aus Kostengründen nur dann vergeben werden, wenn weder die Verwaltung noch die Beteiligten am Planungsprozess über entsprechende I nformationen und Kenntnisse verfügen. Vereine, Schulen, weitere Nutzergruppen und die Öff entlichkeit sollen an der Erarbeitung der Studie in geeigneter Weise beteilig t werden. Erwartet werden Vorschläge für das • Nutzungs- und Raumprogramm für das neue Bad, • Gebäude- und Technikkonzept sowie für das • Betriebskonzept. Erwartet werden auch Lösungsvorschläge für die verk ehrliche Erschließung, hier insbesondere für Busse (Schülerverkehr) und für den Stellplatznachweis (für Fahrräder und PKW). Die Unterlagen sollen auch geeignet sein, um einen 5 Realisierungswettbewerb für das Südbad vorzubereite n. Darauf aufbauend sind die Kosten und der Folgekosten anzugeben sowie Finanzierungsmodelle vorzulegen. Ziel ist es, dass der Rat der Stadt noch vor Ende 2 010 über einen Errichtungsbeschluss für das neue Südbad entscheide n kann. Darauf aufbauend soll ein Realisierungswettbewerb für ArchitektInnen folg en, um die Gebäudeplanung zu optimieren. gez. H: Klas GAL-Fraktion gez. W. Heuer SPD-Fraktion gez. Köhn Fraktion Die Linke gez. G. Kersting Ratsgruppe UWG/ÖDP gez. M. Langenfeld Piraten
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Inselbogen
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0028/2010
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.03.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37